2012 - BVS Bayern

2012 - BVS Bayern

Ausgabe August/September B 6407 E SPOKA Offizielles Organ des Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbandes Bayern Inklusiv 60 Jahre BVS Bayern K...

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Ausgabe August/September B 6407 E

SPOKA

Offizielles Organ des Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbandes Bayern

Inklusiv 60 Jahre BVS Bayern Konstruktiv Landesverbandstag des BVS Bayern Informativ Vorschau auf die Paralympics 2012

4/2012

2 INHALT Spoka 4/2012

Spoka 4/2012 EDITORIAL 3

Inhalt Spoka 4/2012

16 Gepflegte Gesellschaft in Bayern?

Titelthemen

Inklusion

Aus den Bezirken

04 Inklusiv 60 Jahre BVS Bayern

09 Breitensportfest 2012

21 Oberbayern 40 Jahre BVS Schliersee

09 1. CKKS Traunreut wird EISs

07 Konstruktiv Landesverbandstag des BVS 10 Informativ Vorschau auf die Paralympics 2012

Verband 05 Tanz mit Tüchern und Bewegungen 08 Termine

Sport 14 Special Olympics National Games Jeder ist ein Sieger 15 Bogenschießen Der Wind schoss mit 18 Fußball ID Team Bayern gewinnt ARGE Alp-Cup 19 Hallenboccia Silber für Bayernauswahl 19 Fußballtennis VSV Straubing wird 2. bei DM 20 Rollstuhlbasketball Bayern auf Deutschlandtour

23

trotz des neuen Fotos auf dieser Seite werden Sie sofort erkannt haben, dass der neue Präsident des BVS Bayern der alte Präsident des BVS Bayern ist. Beim Landesverbandstag am 23. Juni 2012 wurde nahezu das gesamte Präsidium wiedergewählt. Unser langjähriger Vizepräsident Finanzen, Herbert Holzinger, hat sich in die zweite Reihe zurückgezogen, seinen Posten übernahm der Schatzmeister des Bezirks Mittelfranken, Hans Freiberg.

25 Oberpfalz Kopf-an-Kopf-Duell 26 Oberfranken Bezirkswandertag 27 Mittelfranken Ehrungen beim BVSV Nürnberg 28 Unterfranken Training mit BL-Blindenfußballern 29 Schwaben 1. Integratives Sportabzeichenfest

Haus Unterjoch 29 Fuchs, du hast den Käs gestohlen 31 Preisrätsel

09

Liebe Leserinnen und Leser,

24 Niederbayern Neue „Sportart“ in Natternberg

30 Zu Fuß durch den Forggensee

04

Zukunftsweisend

VdK

28

Impressum Inhaber und Verleger BVS Bayern Landesgeschäftsstelle Georg-Brauchle-Ring 93 80992 München Tel. (089) 544189-0, Fax 544189-99 E-Mail: [email protected] Internet: www.bvs-bayern.com Präsident Hartmut Courvoisier Mitterfeldstr. 14, 86830 Schwabmünchen Redaktion, Layout & Anzeigen Uschi Zimmermann, BVS Bayern (v.i.S.d.P.) Tel. (09371) 9486090, Fax 9486091 E-Mail: [email protected] Druck phg GmbH Ammannstraße 12, 86167 Augsburg, Tel. (0821) 999 89-0 Fax (0821) 999 89-90 Internet: www.phg-online.de klimaneutral Auflage gedruckt 4.000 Exemplare Erscheinungsweise 6 Ausgaben pro Jahr Bezugspreis Jahresabo (6 Ausgaben) 2,50 € für BVS-Mitglieder Versandkostenbeitrag; Nichtmitglieder 12,00 €/Jahr (inkl. MwSt. und Versand) Hinweis Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für unverlangt eingesandte Manuskripte wird keine Haftung übernommen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht. Die Redaktion behält sich das Recht vor, eingesandte Artikel zu kürzen. natureOffice.com | IT-213-592413

Alle anderen Positionen sind mit den vertrauten Ansprechpartnern besetzt worden. Allerdings hat sich dabei eine gravierende Änderung ergeben, die zukunftsweisend ist: Mitglied des Präsidiums ist nun auch der Vorsitzende der Bayerischen Behindertensport-Jugend, Peter Dittmann. Unsere Jugendorganisation wurde im April gegründet und ist nun satzungsgemäßer Bestandteil des BVS Bayern, ebenso wie der neu installierte Präsidiumsbeirat des BVS Bayern. Meine Präsidiumskollegen und ich freuen uns, dass Sie mit unserer Arbeit zufrieden waren und versprechen Ihnen, dass wir auch in den nächsten vier Jahren alles daran setzen werden, um den Sport für Menschen mit Behinderung auf allen Ebenen voranzubringen! Welch‘ unglaubliche Entwicklung der Verband in den letzten Jahrzehnten durchlebt hat, zeigte sich auch anlässlich des 60-jährigen Bestehens des BVS Bayern, das wir am 18. Juni mit einem Festakt in Ingolstadt gefeiert haben. Einige der schönsten Bilder von der Veranstaltung finden Sie in dieser Ausgabe auf den Seiten 4 und 5. Auch wenn die Ausgabe 4 des SPOKA in die Sommerferien fällt: Für einen Urlaub haben unsere Sportler in diesem Jahr keine Zeit, denn am 29. August beginnen die Paralympics in London! Vom BVS Bayern werden 18 Sportler in die englische Hauptstadt reisen, viele von ihnen mit absolut reellen Chancen auf eine Goldmedaille. Wer in welcher Sportart nominiert ist, um Deutschland beim größten Sportereignis des Jahres zu vertreten, können Sie der Aufstellung auf Seite 11 entnehmen. Die Zeitverschiebung beträgt diesmal nur eine Stunde, so dass wir zuhause vor dem Fernseher mit fiebern können, denn die ARD und das ZDF berichten live von allen wichtigen Veranstaltungen. Wir haben auf vier Sonderseiten versucht, Sie ein bisschen neugierig auf die Paralympics zu machen. Natürlich werden wir Sie auch auf unserer Homepage und über Facebook tagesaktuell über die Geschehnisse in London informieren, also einfach reinschauen! In der Hoffnung, dass der Sommer seinem Namen in diesem Jahr gerecht wird und wir jede Menge kleine und auch ganz große Erfolge feiern können, wünsche ich Ihnen viel Freude mit dieser Ausgabe unserer Verbandszeitschrift! Ihr

4 Informationen aus dem VERBAND Spoka 4/2012

Spoka 4/2012 Informationen aus dem VERBAND 5

60 Jahre BVS Bayern Der Behindertensport rockt!

Moderator Christian Neureuther interviewt Paralympics-Hoffnung Johanna Welin.

tig behinderten Judokas gestartet haben. Damit gewann der freie Journalist den 1. Preis in der Kategorie Print. Den Sonderpreis gewann der TZ-Sportredakteur Jan Janssen, der einen Selbstversuch im Blindenbaseball gestartet hatte.

Judo-Vorführung der SF Harteck München

Ingolstadt. Wie sehr sich der Behindertensport in den letzten Jahren verändert hat, zeigte sich auf eindrucksvolle Weise beim 60-jährigen Jubiläum des Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbands Bayern am 9. Juni. Da wirbelte ein Krückentänzer in bester Breakdance-Manier über die Bühne, Rollstühle wurden zu fetziger Rockmusik geschwungen, junge Judokas warfen sich bei einer anspruchsvollen Kata gegenseitig auf die Matte, und eine bunt gemischte Turngruppe zeigte Farbenspiele – alles unter dem Motto „Fit für Inklusion“. Aufgaben des Verbands Das hatten sich auch die Moderatoren des Festakts, Ski-Legende Christian Neureuther und Paralympics-Medaillengewinner Martin Braxenthaler, auf die Fahne, oder besser gesagt, auf das T-Shirt geschrieben! Dass die beiden das Motto wirklich verinnerlicht hatten, bewiesen sie schon beim Auftakt, nämlich als Neureuther – musika-

lisch begleitet von den Blinden Musikern München – auf dem Schoß von „Braxi“ auf die Bühne gerollt kam. Einen kurzen Rückblick in die Anfänge des Behindertensportverbands, der 1952 noch „Arbeitsgemeinschaft bayerischer Versehrtensport“ hieß, gab der Präsident des BVS Bayern, Hartmut Courvoisier, bevor er die rasante Entwicklung des Behindertensports in den letzten 60 Jahren Revue passieren ließ. In der Zukunft wird es zu den wichtigsten Aufgaben des Verbands gehören, wohnortnahe Sportangebote zu schaffen. Denn noch immer findet ein großer Teil der Menschen mit Behinderung kein passendes Sportangebot im Verein, und vielerorts gibt es weder barrierefreie Sportstätten, noch ausgebildete Übungsleiter. Preisverleihung Wie wichtig gute Trainingsbedingungen sind, betonte auch Denise Schindler, Behindertensportlerin des Jahres 2011 des

Sportliche Unterhaltung mit dem USC München (Rollstuhltanz) und Krückentänzer Dergin Tokmak.

Ehrungen

Verschiedene EISs-Gruppen zeigten spielerisch den Weg von der Separation zur Inklusion.

BVS Bayern. Die amtierende Weltmeisterin im Straßenrennen bekam neben einem Blumenstrauß einen Scheck über 10.000,- EUR überreicht. Das Preisgeld für diese Auszeichnung hatte die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) gestiftet, ebenso wie die Preisgelder für die im letzten Jahr zum ersten Mal ausgeschriebenen Medienpreise. In der Kategorie TV/Hörfunk hatte die Jury den Fernsehjournalisten Robert

Freis für seinen Film über den an der Glasknochenkrankheit leidenden Rollstuhlrugby-Spieler Max Haberkorn zum Gewinner gekürt. Stellvertretend für den Preisträger nahm BR-Sportchef Werner Rabe einen Scheck über 2.000,- EUR in Empfang. „Ganz besonders normal“ hieß der Artikel von Sebastian Winter über die Sportfreunde Harteck in München, die ein in Deutschland einmaliges Projekt mit geis-

Aber auch der Verband hatte für ganz besondere Verdienste höchste Ehrungen zu vergeben: Präsident Hartmut Courvoisier zeichnete Ehrenpräsident Reiner Krippner, den Ehrenvorsitzenden des Bezirks Mittelfranken, Martin Ermer, und Albrecht Engel, den Landesgeschäftsführer des VdK Bayern, mit der BVS-Ehrennadel in Gold mit Brillant aus. Neben zahlreichen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Medien hatten sich auch eine Reihe von Paralympics-Medaillengewinnern aus den letzten Jahrzehnten eingefunden, unter anderem die Schwimmerin und 13-fache Goldmedaillengewinnerin Claudia Hengst, seit 2010 auch in der Paralympic Hall of Fame. Paralympischer Nachwuchs Noch einmal auf der großen Bühne fanden sich außerdem Thomas Beer, Gustav

Groß, Josef Neumeier, Christiane Pape, Eberhard Seischab, Peter Wiedemann, Dr. Peter Wissmath, Claudia Hengst und Margit Quell ein. Den paralympischen Nachwuchs repräsentierte die in München trainierende RollstuhlbasketballSpielerin Johanna Welin. Sie gehört dem deutschen Nationalteam an und ist bereits für die Sommer-Paralympics in London nominiert. Aber zu einem runden Geburtstag gehört auch ein Geschenk, hatte sich Dirk Pommerening von der BMW Group gedacht und brachte ein ganz besonderes Präsent mit: ein nagelneues Fahrzeug, das die Münchner Autobauer dem BVS Bayern zum 60. Geburtstag stifteten – aus Freude am Behindertensport. Redaktion

Denise Schindler, BVS-Behindertensportlerin des Jahres 2011, freut sich über ihren Preis.

Präsident Hartmut Courvoisier (v. li.) zeichnete Ehrenpräsident Reiner Krippner, Albrecht Engel, den Landesgeschäftsführer des VdK Bayern, und Martin Ermer, den Ehrenvorsitzenden des Bezirks Mittelfranken, mit der BVS-Ehrennadel in Gold mit Brillant aus.

Neben zahlreichen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Medien hatte sich auch eine Reihe von Paralympics-Medaillengewinnern aus den letzten Jahrzehnten eingefunden.

Einer der zahlreichen Ehrengäste: Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes.

6 Informationen aus dem VERBAND Spoka 4/2012

Spoka 4/2012 Informationen aus dem VERBAND 7

Informiert Beim 18. Landesverbandstag neu gewählte ehrenamtliche Mitarbeiter im BVS Bayern: Präsident: Hartmut Courvoisier, Mitterfeldstr. 14, 86830 Schwabmünchen, EMail: [email protected] VP Finanzen: Hans Freiberg, Frankenstr. 13, 90613 Großhabersdorf, Fax 032222453342, E-Mail: [email protected] stellv. VP Finanzen: Herbert Holzinger, Rothenburg

Landessportwartin Inklusionssport: Annette Wolz, Würzburg Stellv. Landessportarzt: Dr. Klaus Pfaffenberger, Bayreuth

Landessportwart Breitensport: Norbert Hofmann, Höchberg

Vorsitzender BBSJ: Peter Dittmann, Wiesthalstr. 2c, 92334 Berching, E-Mail: [email protected]

Revisoren: Hartmut Schember, Parsberg; Dieter Schütze, Selb; Werner Zitzmann, Dietenhofen

Vorsitzender Ehrenrat: Gottfried Hiller, Parsberg

Ausgeschieden als Schriftführer: Peter Dittmann

Stellv. Vors. Ehrenrat: Martin Ermer, Veitsbronn

Neue E-Mail-Adresse: BSV Dingolfing: [email protected]; BVSV Donauwörth: [email protected]

Beauftragte für Mädchen und Frauen: Roswitha Franke, Hilzstr. 1b, 94469 Deg­ gendorf, Fax 0991-340866, E-Mail: [email protected]

Tanz mit Tüchern und Bewegungen Landesfrauenaktivtag animierte zum Weitermachen 29 Frauen/Mädchen aus den Bezirken Niederbayern, Oberfranken, Schwaben, Mittelfranken und Unterfranken trafen sich zu ihrem diesjährigen Landesfrauenaktivtag in Augsburg. Bei unseren beiden Führungen im Textilmuseum war es sehr interessant zu sehen, mit welchen Maschinen, wann und wie alles begann. Danach hatten wir noch etwas Zeit, um ein paar Souvenirs von dort zu erwerben. Am Nachmittag waren wir in der Halle. Andrea Lochmüller zeigte uns mit Tüchern und Bewegungen, wie der Orientalische Tanz von Anfang bis Ende aufgebaut ist. Jede Körperteil wurde beansprucht, und auch der Schweiß floss. Der Orientalische Tanz ist ein Tanz des Volkes. 1850 kamen Europäer in die arabischen Länder, und in den 60-er Jahren brachten ihn die Amerikaner mit. Zum Abschluss führte Andrea Lochmüller einen ägyptischen Bauchtanz vor. Da merkten wir, dass wir in den zwei Stunden noch lange nicht alles gelernt haben und unsere Unterweisung eigentlich nur ein Beginn sein konnte, der aber zum Weitermachen animiert hat. Doch wir konnten viel für eine Übungsstunde mitnehmen. Ich möchte mich hier noch einmal ganz herzlich bei unserer Bezirks-

Gebührenbefreiung für die Erteilung von Führungszeugnissen Das Bundesministerium der Justiz und das Bundesministerium des Innern haben sich auf die Erarbeitung einer gesetzlichen Regelung geeinigt, durch die bei ehrenamtlich Tätigen von der Erhebung der Gebühr für die Erteilung von Führungszeugnissen abgesehen werden

soll. Dies soll unabhängig davon gelten, ob für das Ehrenamt eine materielle Entschädigung, insbesondere eine pauschale Aufwandsentschädigung, gezahlt wird und welche Höhe diese hat. Sie soll sowohl für einfache wie auch für erweiterte Führungszeugnisse gelten.

frau Sofie Heidenheimer bedanken, die den Tag vor Ort hervorragend organisiert hat.

Die Zukunft im Visier Konstruktiver Landesverbandstag des BVS Bayern Absolute Einigkeit herrschte beim Landesverbandstag des BVS Bayern am 23. Juni in München, und so wurde Präsident Hartmut Courvoisier ohne Gegenstimme wiedergewählt. Auch Georg Steibl (Vizepräsident Sport), Harro Seidl (Vizepräsident Lehre), Prof. Dr. Wolfgang Kemmler (Vizepräsident Rehasport), Heidemarie Miklis (Vizepräsidentin Haus Unterjoch), Roswitha Franke (jetzt Beauftragte für Frauen und Mädchen) sowie der Landessportarzt Dr. Peter Zimmer wurden in ihren Ämtern bestätigt. In die zweite Reihe wechselt der langjährige Vizepräsident Finanzen, Herbert Holzinger. Die Finanzverwaltung des Verbands übernimmt nun sein bisheriger Stellvertreter Hans Freiberg. Mitglied des Präsidiums ist laut Satzung nun auch der Vorsitzende der im April gegründeten Bayerischen Behinderten-Sportjugend (BBSJ), Peter Dittmann.

zungsänderungen, die mit geringfügigen Anpassungen angenommen wurden. Neu in der Satzung verankert wurde der Begriff Inklusionssport, denn der Sport als Mittel zur Inklusion von Menschen mit Behinderung wird auch in Zukunft vorrangiges Ziel aller Maßnahmen sein – das betonte gleich zu Beginn Präsident Hartmut Courvoisier in seiner Rede.

Neben den Wahlen stand auch eine Reihe von Anträgen auf der Tagesordnung für den 18. Landesverbandstag, unter anderem die Verabschiedung des BVSMarketingkonzepts und des BVS-Positionspapiers, die beide richtungsweisend für die Verbandspolitik in den nächsten vier Jahren sein werden.

Neu in die Satzung aufgenommen wurde auch der Präsidiumsbeirat, der das BVSPräsidium künftig in besonderen Fragen beraten wird. Er setzt sich zusammen aus Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sowie Interessenvertretern partizipierender Organisationen.

Einig waren sich die 117 anwesenden Delegierten auch über die von der Satzungskommission vorgeschlagenen Sat-

Speziell zur Förderung junger Menschen mit Behinderung wurde im April dieses Jahres eine eigene Jugendorganisation – die Bayerische Behinderten-Sportjugend (BBSJ) – innerhalb des BVS Bayern gegründet, die sich nun im Rahmen der Satzung und Ordnungen des BVS Bayern selbstständig verwaltet. Der Vorsitzende der BBSJ wird vom Verbandstag auf die Dauer von vier Jahren bestätigt und gehört dem Präsidium des BVS Bayern an. Auch diese Neuerungen akzeptierten die Delegierten einstimmig.

Neben diesen „trockenen“ Angelegenheiten galt es bei diesem Landesverbandstag jedoch auch eine Reihe von ehrenvollen Aufgaben zu erledigen: So

Roswitha Franke, Beauftragte Frauen/Mädchen

Auszug aus einem Schreiben des Bundesamtes der Justiz vom 8. Juni 2012 an den Deutschen Städtetag etc. Redaktion

erhielt Herbert Holzinger für seinen langjährigen und überaus engagierten ehrenamtlichen Einsatz in Verein, Bezirk und Verband die Ehrennadel in Silber. Präsident Hartmut Courvoisier bedankte sich außerdem bei Ludwig Kirchinger aus Dingolfing für 45 Jahre ehrenamtliches Engagement mit der Ehrengabe des BVS Bayern. Nachdem aus den Reihen der Delegierten beim Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ noch diverse Anregungen und Verbesserungsvorschläge vorgebracht wurden, endete dieser Landesverbandstag, wie er begonnen hatte: in schönster Einigkeit! Redaktion

Neue Teilnahmebestätigung für Rehasport ab 1. Juli

2013 findet der Landesfrauenaktivtag für Frauen/Mädchen vom 12. bis 13. Juli in Unterfranken (Aschaffenburg oder Umgebung) statt. 2014 werden wir in Oberbayern im Haus Unterjoch sein.

Im Vorgriff auf diese Regelung wird das Bundesamt für Justiz ab sofort in diesen Fällen auf die Erhebung einer Gebühr verzichten. Das zu dieser Frage auf den Internetseiten des BfJ veröffentlichte Merkblatt wurde entsprechend angepasst.

Präsident Hartmut Courvoisier ehrte Ludwig Kirchinger aus Dingolfing mit der Ehrengabe des BVS Bayern.

Das neu gewählte Präsidium des BVS Bayern: v. l. Peter Dittmann (Vorsitzender der BBSJ), Prof. Dr. Wolfgang Kemmler (Vizepräsident Rehasport), Hans Freiberg (Vizepräsident Finanzen), Georg Steibl (Vizepräsident Sport), Roswitha Franke (Beauftragte für Frauen und Mädchen), Ehrenpräsident Reiner Krippner, Harro Seidl (Vizepräsident Lehre), Heidemarie Miklis (Vizepräsidentin Haus Unterjoch), Präsident Hartmut Courvoisier und Landessportarzt Dr. Peter Zimmer

Die Teilnahmebestätigung, die Vertragsbestandteil der Durchführungs- und Finanzierungsvereinbarung über den Rehabilitationssport mit dem Verband der Ersatzkassen (vdek) ist, wurde in den letzten Wochen unter Einbeziehung vieler Rückmeldungen aus den Vereinen überarbeitet. Für Bayern hat die ARGE Reha­sport das Teilnahmebestätigungsformular angepasst, das ab 1.7.2012 verpflichtend ist. Das Formular steht allen Teilnehmern sowie Ärzten und Krankenkassen auf der Homepage des BVS Bayern zum Download zur Verfügung. Redaktion

8 Informationen aus dem VERBAND Spoka 4/2012

Spoka 4/2012 INKLUSIONssport 9

Unterstützung für die Meister von morgen

Der Rollstuhl – ein Sportgerät?

Bayerische Sportstiftung stellt Förderteam 2012 vor

Breitensportfest 2012

München. Die Bayerische Sportstiftung kann zum ersten Mal Fördergelder für junge Talente zur Verfügung stellen. Die Allianz für Talente wurde vor zwei Jahren auf Initiative des Bayerischen Landes-Sportverbandes (BLSV) aus der Taufe gehoben. „Mit der Auswahl der ersten Sportler haben wir praktisch unsere operative Arbeit aufgenommen“, so Stiftungsvorstand Karl Rauh (rechts im

Bild) bei der Übergabe der ersten Förderbriefe an die jungen Athleten im Münchner Haus des Sports. Auch die 19-jährige Ski-Alpin-Fahrerin Anna Schaffelhuber (2. v. re.) gehört zu den Sportlern, die nun von der Bayerischen Sportstiftung vorerst für ein Jahr unterstützt wird. Im nächsten Jahr sollen weitere Nachwuchssportler gefördert werden. BLSV/Redaktion

Termine August 01.08. Antretter Leichtathletik-Sportfest 01.-07.08. Kajakfreizeit 04.-10.08. Inklusives Sommercamp 04.-11.08. Integrative Jugendwoche Segeln 11.08. DM Bogensport 11.08. Ofr: offenes Boccia-Turnier 15.08. Ndb: Rad- und Wandertag 18.08. BM Pétanque Doublette 18.08. Kaderlehrgang 4 Sportschießen 25.08. Offener Bayernpokal Pétanque 25.08. Obb: SO Basketballturnier 27.08.-03.09. Ndb: Wanderwoche in Voralberg 29.08.-09.09. Paralympics 31.08.-02.09. Kaderlehrgang 4 Radsport 31.08.-07.09. Schw: Gesundheitswoche

Bad Aibling Unterjoch Berchtesgaden Prien Könitz/Thür. Weidenberg Straubing Ingolstadt Hochbrück Ingolstadt Rosenheim Dornbirn London Saalb./Hintergl. Unterjoch

September 01.09. BM Pétanque Triplette Ingolstadt 04.-08.09. DM Sportschießen Hochbrück 06.09. Mfr. Senioren-Radwandertag Gunzenhausen 08.09. Ndb: Nordic-Walking-Tag Bad Griesbach 08.09. Obb: Bezirkswandertag Neubiberg Oberschleißheim 14.-15.09. Kajak-Einführungslehrgang 14.-15.09. DM Hallenboccia Frankenthal 15.09. Isarman (Inkl.-Triathlon) Moosburg 15.-16.09. ÜL-Ausb. Block 100 Modul 8 Königsbrunn 15.-16.09. ÜL-Ausb. Block 30/III Modul 1, T. 1 Erlangen 15.-16.09. ÜL-Sonderausbildung P 90 Modul 5 Augsburg 21.-22.09. Länderpokal Fußballtennis Espelkamp 22.09. Deutsche Blindenfußball-Bundesliga München 22.09. integr. Boccia-Turnier (Feldboccia) Augsburg

Ausschreibung 3. Bayerisches integratives Kinder- und Jugend-Schwimmfest am 29. September 2012 von 10 bis 16 Uhr im Hallenbad Nürnberg-Langwasser, Breslauer Straße 251, 90471 Nürnberg, für Kinder und Jugendliche von 6 bis 21 Jahren. Eine Vereinsmitgliedschaft ist nicht erforderlich. Startgeld: 5,- € je Teilnehmer

„Mach mit – Sei fit!“ Unter diesem Motto und der Schirmherrschaft der Oberbürgermeisterin der Stadt Bayreuth, Brigitte Merk-Erbel, hatten das Klinikum Bayreuth, der Deutsche Rollstuhlsportverband (DRS) sowie der Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband (BVS) Bayern am 17. Juni zu einem Breitensportfest in der Oberfrankenhalle eingeladen. Vier Stunden lang stellten sich dort 16 verschiedene Disziplinen des Rollstuhlsports vor, unter anderem Mono- und Wasser-Ski fahren, Tischtennis, Basketball, Fechten,

22.09. Mfr. Bezirksmeistersch. Softballtennis Gunzenhausen 22.-23.09. ÜL-Ausb. Block 40 Modul 5, Teil 2 Augsburg 29.09. Ufr. Meisterschaft Fußballtennis Kleinwallstadt 29.09. ÜL-Lizenz-Verl. Lehrg. Nr. 20 WS 2 Straubing 29.09. 3. Integratives Kinder- und Jugend Schwimmfest Nürnberg 29.09. Schw: Bosselturnier Gundelfingen 29.09. Inkl. Qi Gong-Tag Nördlingen 29.09. Opf: Integr. Kinder- u. Jugend-Sporttag Weiden 29.09. Ofr: Integratives Sportfest Bayreuth 29.-30.09. ÜL-Ausb. Block 70 Modul 3 Abensberg 30.09. Ufr: Bezirkssportfest Hammelburg Oktober 03.10. Offene schwäb. Meistersch. RBB Augsburg 06.10. Ofr. Meisterschaft Bocca Selb 06.10. BM Tischtennis ID Erdweg 06.10. Sportabzeichen-Lehrgang Parsberg 06.-07.10. ÜL-Ausb. Block 30/III Modul 1, T. 2 Erlangen 06.-07.10. ÜL-Ausb. Block 40 Modul 5, Teil 3 Augsburg 06.-07.10. ÜL-Sonderausbildung P 90 Modul 6 Augsburg 07.10. Ndb: Verwaltungsseminar Aiterhofen 12.-14.10. Ärzte-Fortbildung Unterjoch 13.10. Symposium Inklusionssport Augsburg 13.10. Kaderlehrgang 5 Sportschießen Schwanstetten 13.10. Mfr: Verwaltungsseminar Rummelsberg 13.10. Ufr. Meisterschaft im Sitzball Frammersbach 13.10. ÜL-Sonderausbildung P 8 Königsbrunn 13.-14.10. ÜL-Ausb. Block 70 Modul 4 Abensberg 13.-14.10. ÜL-Lizenz-Verl. Lehrg. Nr. 25 Weiden 13.-14.10. ÜL-Lizenz-Verl. Lehrg. Nr. 26 Königsbrunn

Badminton und Bogenschießen. Unter der Anleitung aktiver Sportler und erfahrener Übungsleiter konnten Rolli-Fahrer und Fußgänger alle Sportarten ausprobieren und sich davon überzeugen, dass der Rollstuhl auch ein Sportgerät sein kann. So konnten sich Fußgänger beispielsweise auf einem anspruchsvollen Parcours im Umgang mit dem Rollstuhl versuchen oder auf dem Hand-Bike-Simulator ihre Arme trainieren. Für alle, die dabei auf den Geschmack kamen, stand ein Heer von ehrenamtlichen Helfern bereit, das über Vereine und Ansprechpartner in ganz Nordbayern informierte und kostenlose Probetrainings vermittelte. Das Rahmenprogramm mit

1. CKKS Traunreut wird Erlebte Integrative Sportschule

- alle Termine ohne Gewähr -

Strecken: • 25 m Brust • 50 m Brust • 25 m Freistil • 50 m Freistil • 100 m Freistil • 25 m Rücken • 4 x 50 m Staffel

Auf euch warten tolle Preise, Medaillen und Urkunden – und für jeden ein tolles T-Shirt als Begrüßungsgeschenk!

Eine Staffel besteht aus zwei Kindern/ Jugendlichen mit Handicap und zwei Kindern/Jugendlichen ohne Handicap. Falls Kinder/Jugendliche gerne Staffel schwimmen möchten, jedoch nicht genügend Teilnehmer für eine eigene Staffel haben, können sie dies bei der Anmeldung angeben und werden dann in eine Staffel eingeteilt.

Für Verpflegung wird gesorgt. Anmeldung bis 19. September 2012 an BVS Bayern, Nicole Vogt, Georg-Brauchle-Ring 93, 80992 München, Tel. (089) 544189-13, E-Mail: [email protected] com - Anmeldeformulare unter www. bvs-bayern.com -> Inklusionssport; Nachmeldungen vor Ort möglich.

Traunreut. In einer feierlichen Zeremonie wurde dem 1. CKKS Traunreut als erster Karateschule Bayerns vom BVS Bayern das EISs-Siegel verliehen. Mit dieser Auszeichnung wird der Weg der erlebten Integration von Menschen mit Behinderung beim 1. CKKS fortgeführt. Im Projekt Erlebte Integrative Sportschule (EISs) geht es darum, dass vor allem Kinder mit und ohne Behinderung ge-

meinsam Sportarten finden, um dadurch gegenseitige Akzeptanz und ihr Selbstvertrauen zu stärken. Davon profitieren sowohl die Menschen mit wie auch die ohne Handicap. Der 1. CKKS Traunreut ist einer der Vorreiter im Behindertensport Karate. Schon seit Jahren wird erlebte Integration hier mit großem Erfolg betrieben. Mit Andrea Nowak und Verena Strecha stellt der Verein auch zwei aktu-

vielen Vorf ü h r u n ge n hatte der RollstuhlSportverein (RSV) Bayreuth organsiert, der sich auch um das leibliche Wohl der Besucher kümmerte. Bei Vera n sta l te r n und Teilnehmern herrschte am Ende Einvernehmen darüber, dass die Veranstaltung absolut gelungen war und der Rollstuhl sicher mehr als ein Krankengefährt sein kann – im Gegenteil, der Rollstuhl ist ein Sportgerät für Fußgänger und Rollstuhlfahrer, das höchste körperliche und koordinative Anforderungen an den Benutzer stellt! Redaktion Fotos: Friederike Weismann elle deutsche Meisterinnen in den Disziplinen Karate mit geistiger Behinderung und Rollstuhlkarate. Seit kurzer Zeit verleiht der BVS das EISsSiegel für die Erlebte Integrative Sportschule an Karatevereine. Dazu muss ein Verein aber verschiedenste Voraussetzungen erfüllen. So ist ein qualifizierter Übungsleiter (C-Trainer im Behindertensport mit Erfahrung im Umgang mit Kindern) ebenso Pflicht, wie ein Physiotherapeut. Beim 1. CKKS werden diese Aufgaben vom 1. Vorsitzenden Richard Schalch und von Ansgar Winkelmann erfüllt. Im Rahmen eines Lehrgangs mit Wolfgang Weigert (Präsident des Bayerischen Karatebundes und Beauftragter für Behindertenkarate) wurde jetzt dem 1. CKKS das EISs-Siegel von Präsidiumsmitglied Peter Dittmann als Stellvertreter des BVS Bayern verliehen. Damit ist der 1. CKKS Traunreut auch gleichzeitig die erste Karateschule Bayerns mit der neuen Auszeichnung. Der eingeschlagene Weg der Integration junger Menschen mit Handicap wird mit Sicherheit weiterhin fortgesetzt werden. Thomas Wohlleben

10 Aktuelles vom SPORT Spoka 4/2012

Spoka 4/2012 Aktuelles vom SPORT 11

XIV. Paralympische Sommerspiele 2012 29. August bis 9. September in London Die Paralympischen Spiele in London stehen vor der Tür. Lt. Angaben des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) werden es die offiziell größten Spiele aller Zeiten sein: 4.200 Athleten aus 165 Ländern (19 mehr als 2008 in Peking) kämpfen um 500 Goldmedaillen. Neuer Rekord! Und erstmals wurden die Olympischen und die Paralympischen Spiele von Beginn an gemeinsam geplant. Olympia-Park Auf dem ca. 2,5 Quadratkilometer großen Gelände des Olympic Parks, dem Hauptveranstaltungsort der Sommer-Paralympics 2012, sind mehrere bedeutende Wettkampfstätten beheimatet: das Olympiastadion, das Aquatics Center, die Basketball-Arena und das Velodrom. Angrenzend im Norden des Olympic Parks befindet sich das Olympische Dorf, das

während der Paralympics ca. 7.000 Menschen beherbergen wird. Der Olympic Park liegt am Fluss Lea im Osten der Stadt und soll dem jahrelang vernachlässigten Problemviertel Stratford wieder zu neuem Glanz verhelfen. Nach den Spielen wird der Park in Queen Elizabeth Olympic Park umbenannt, in Erinnerung an das diesjährige 60. Thronjubiläum von Königin Elisabeth II. Aus DRS-Newsletter/Redaktion Wussten Sie schon, dass … … die Paralympischen Spiele in London eine Rückkehr ins Mutterland der Paralympischen Spiele sind? Man könnte sagen, dass sich mit den Spielen 2012 „das Rollstuhlrad schließt“. Als 1948 letztmalig olympische Spiele auf britischem Boden stattfanden, in-

ARD & ZDF berichten aus London itiierte der deutschstämmige Neurologe Sir Ludwig Guttmann in Aylesbury parallel die ersten Sportspiele für Rollstuhlfahrer – die so genannten Stoke Mandeville Games. Die anschließende Entstehungsgeschichte der Paralympischen Spiele war lang: 1960 fanden die ersten „Weltspiele der Gelähmten“ in Rom statt, 1976 kamen die Winterspiele hinzu, 1984 verweigerte Los Angeles - aufgrund von Image-Sorgen - die Durchführung der Spiele, und erst seit 1988 finden die Sommer-Paralympics am selben Ort wie die Olympischen Spiele statt. Aus DBS-Newsletter 5-2012/Red.

Schwere Rennstrecke für Paracycler Offizieller Paralympics-Trainingstag in London London/Brands Hatch. Über 150 Fahrer aus 27 Nationen nutzten den offiziellen „London 2012 Paralympic Training day“ auf der Autorennstrecke im etwas außerhalb Londons gelegenen Brand Hatch, um den Parcours der paralympischen Straßenevents in Augenschein

zu nehmen. Darunter auch das nahezu komplette deutsche Team, das mit 15 Sportlern und Sportlerinnen eine der größten Rad-Mannschaften bei den Paralympics 2012 stellen wird. Der Parcours führt über die Autorennstrecke selbst sowie über einen Land-

Paralympics-Bildband erscheint Ende September Pantha rhei und der Tagesspiegel geben im Anschluss an die Paralympics 2012 erstmals einen Bildband mit den schönsten Impressionen heraus. Auf 160 Seiten werden die Paralympischen Spiele in London in packenden Fotos und informativen Textbeiträgen vorgestellt. Der großformatige Bildband zeigt die faszinierendsten Bilder dieser einzigartigen Wettkämpfe: die spannendsten Augenblicke in den Stadien, die emotionalsten Begegnungen der Sportler aus aller Welt und die packendsten Momente dieses weltweit größten Ereignisses des Behindertensports. Er berichtet auch ausführlich über die deutsche Mannschaft, ihre Wettkämpfe und Erfolge. Der Bildband kostet 29,50 € incl. MwSt. Darin enthalten sind 5 € pro verkauftem Band, die an die Nachwuchsarbeit des DBS gespendet werden. Für alle Mitglieder des DBS und DRS gibt es die Möglichkeit, sich den Band frei Haus zu bestellen, also ohne Portokosten. Dafür muss die Bestellung bis zum 15. August bei „panta rhei“ eingegangen sein: Panta Rhei GmbH, Am Hof 28, 53113 Bonn, Fax: 0228 – 90 90 89 99, E-Mail: [email protected] / Aus DRS-Newsletter 24/2012/Redaktion

straßenabschnitt. Er hat eine Länge von acht Kilometern und weist mehrere Steigungen mit einem Gesamthöhenunterschied von etwa 125 Höhenmetern pro Runde auf. Der Kurs ist sehr hügelig, mit steilen Bergauf-Passagen und schnellen Abfahrten, hier ist der ganze Rennfahrer gefordert. Man muss sowohl gut am Berg sein, wie auch technisch sauber fahren können“, beurteilt der mehrfache Paralympicssieger Michael Teuber den Kurs. Michael Teuber weiter: „Die Organisatoren haben eine sehr attraktiven Strecke gewählt. Die Boxengasse der Autorennstrecke bietet den Nationalteams eine gute Infrastruktur. Die Zuschauer können direkt von den Tribünen aus viel vom Renngeschehen und auch die Boxengasse sehen. Die Stimmung wird großartig sein!“ Michael Teuber

Die beiden öfffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF berichten fast 70 Stunden von den Paralympischen Spielen aus London.

Die Sendezeiten finden Sie unter www. dbs-npc.de/paralympics-london-sendezeiten.html.

Tag

Datum

Sendung

Sender

Mittwoch

29.08.2012 22:00 - 00:00

von ... bis (MESZ)

Paralympics live

ARD

Donnerstag

30.08.2012 12:00 - 15:15

ZDF Paralympics live

ZDF

Freitag

31.08.2012 10:30 - 14:00 18:00 - 19:50 23:30 - 01:00

Paralympics live

ARD

Samstag

01.09.2012 10:00 - 16:00

ZDF Paralympics live

ZDF

Sonntag

02.09.2012 10:30 - 12:00 12:50 - 18:00 23:35 - 00:45

Paralympics live (incl. 2 Std. ISTAF)

ARD

Montag

03.09.2012 10:30 - 16:00

ZDF Paralympics live

ZDF

Dienstag

04.09.2012 10:30 - 14:00 18:00 - 19:50 00:20 - 01:20

Paralympics live

ARD

Mittwoch

05.09.2012 10:30 - 16:00

ZDF Paralympics live

ZDF

Donnerstag

06.09.2012 10:30 - 14:00 18:00 - 19:50 00:20 - 01:20

Paralympics live

ARD

Freitag

07.09.2012 10:30 - 16:00

ZDF Paralympics live

ZDF

Samstag

08.09.2012 10:30 - 15:00 18:00 - 19:50 23:15 - 00:45

Paralympics live

ARD

Sonntag

09.09.2012 16:00 - 17:00

ZDF Paralympics live

ZDF

Aktuell informiert über www.R4H.de »R4H - das Radio für barrierefreie Köpfe«, seit 2004 bei den Paralympics akkreditiert und seit 2010 Medienpartner des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), begleitet und berichtet über die Erfolge der Athleten/innen der jeweiligen Landesverbände. Täglich werden unter www.R4H.de - via Internet und somit weltweit empfangbar - ein mehrstündiges Hauptprogramm in Deutsch sowie Tageszusammenfassungen in englischer Sprache ausgestrahlt. In mehreren Bundesländern werden die Sondersendungen von kooperierenden terrestrischen Radiosendern über UKW mit ausgestrahlt. Voraussichtliche Sendezeiten 29. August bis 9. September: 10:00 - 12:30 Uhr Wiederholung vom Vortag + Tageszusammenfassung 14:00 - 16:00 Uhr Erstausstrahlung der aktuellen Sendung 18:00 - 20:00 Uhr Wiederholung 22:00 - 00:30 Uhr Tageszusammenfassung + Wiederholung 02:00 - 04:30 Uhr Wiederholung vom Vortag + Tageszusammenfassung

IPC sendet 580 StunDie bayerischen Teilnehmer/innen den live im Internet an den Paralympics 2012 Nach dem Internet-Sendeplan wird die Basketball Damen: Johanna Welin, USC

München Basketball Herren: Sercan Ismail, USC München; Sebastian Magenheim, USC München Bogenschießen: Maik Szarszewski, SC Vöhringen; Maria Droste, BRSG Aschaffenburg Radsport: Denise Schindler, BSV München; Wolfgang Sacher, RSV Penzberg; Michael Teuber, BSV München; Max Weber, TSV Obergünzburg; Erich Winkler, TV Geisenhausen Rudern: Anke Molkenthin, Waginger RV Schwimmen: Annke Conradi, SC Regens­burg; Elena Krawzow, BVSV Nürnberg Sportschießen: Norbert Gau, FSG Der

Bund München; Josef Neumaier, SV Wacker Burghausen Tischtennis: Werner Burkhardt, RSV Bayreuth; Dietmar Kober, RSV Bayreuth; Thomas Schmidberger, TSV/RSG Platting Weitere Athleten mit Wohnort in Bayern: Heike Friedrich, Obernburg/RSC Frankfurt (Basketball Damen); Mathias Heimbach, Stadtbergen/Jena Caputs; Andreas Kress, Niedernberg/ RSC Frankfurt (Basketball Herren); Birgit Kober, München/TSV Bayer 04 Leverkusen (Leichtathletik); Norbert Mosandl, Neumarkt/ BPRSV Cottbus (Radsport); Thomas Brüchle, Lindau/RSC Frankfurt (Tischtennis)

Website www.paralympic.org für eine Gesamtsendedauer von 580 Stunden live von den Spielen berichten – eine neue Rekordsendezeit in der Geschichte der Paralympischen Bewegung. An jedem Tag der Paralympischen Spiele von London wird die IPC-Website auf vier separaten Kanälen – jeweils mit einem englischen Kommentar – live von den Wettkämpfen berichten. Schwimmen, Rollstuhlbasketball und Leichtathletik werden täglich im Programm zu sehen sein, u. a. als „Video-on-Demand“, während sich die übrigen Sportarten den vierten Kanal teilen. Täglich werden zwei fünfminütige Zusammenfassungen der wichtigsten Nachrichten, jeweils in Englisch und in Spanisch, ins Netz gestellt.

12 Aktuelles vom SPORT Spoka 4/2012

Spoka 4/2012 Aktuelles vom SPORT 13

Bayerische Hoffnung: Elena Krawzow Im Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte in Nürnberg machst du gerade das vorbereitende Jahr für deine Ausbildung, die du diesen September anfängst. Was ist das für ein Beruf, den du später mal ausüben möchtest?

Wenn du dir einen großen Traum erfüllen könntest ...

Bayerische Hoffnung: Johanna Welin Du trainierst in der Schwimmmannschaft des TSV Altenfurt mit Sehenden zusammen, deine Wettbewerbe schwimmst du aber gegen andere Sehbehinderte. Würdest du auch gerne mal gegen Sehende antreten?

Hallo, Elena. Als Schwimmerin hast du bei deinem letzten großen Wettbewerb, der Weltmeisterschaft in der Türkei, ganze vier Goldmedaillen gewonnen. Zufrieden?

Die Paralympics in London sind in einigen Monaten, du bist dafür ausgewählt. Was geht dir durch den Kopf? Das Leistungsschwimmen füllt dein Leben ziemlich stark aus. Hast du noch weitere Leidenschaften?

Die Tage danach, das Trainingslager in Italien, das tägliche Leistungssportraining. Strengt ganz schön an, oder?

Die Schule, 18 Stunden Training in der Woche, die Organisation der Wettbewerbe und Trainingslager. Wie bewältigst du das alles?

Abends weggehen?

Jacob Linhard studiert im vierten Semester Medientechnik und Produktion an der Hochschule in Amberg. Die Fotoserie von Elena entstand im Rahmen einer Studienarbeit des Fachs Content Entwicklung. Gemeinsam mit Daniel Kaiser und Maximilian Neger produzierte er TV-Beiträge, Interviews und Printartikel am bbs Nürnberg. Mit 18 Jahren ist sie schon ganz oben dabei im Leistungssport der Sehbehinderten in Deutschland. Elena Krawzow, Schwimmerin beim TSV Altenfurt, wohnt in Nürnberg und bereitet sich am Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte auf die Ausbildung als Physiotherapeutin vor. Mit 13 Jahren zog sie mit ihrer Familie aus Kasachstan nach Deutschland. Ein Jahr später begann Elena mit dem Schwimm­unterricht. Ihr Coach Michael Heuer entdeckte sie damals und fördert sie seitdem. Noch ist sie Mitglied des C-Kaders der deutschen Nationalmannschaft, kann aber weiter aufsteigen. Sie startet bei den Paralympics in London auf den Strecken 50F, 100F, 100B und 200L.

Rund hundert Kilometer nördlich des Polarkreises liegt die kleine Gemeinde Pajala in der schwedischen Provinz Norrbotten. Eines der größten Feste in dem Dorf an der finnischen Grenze mit seinen 1.958 Einwohnern ist wie überall in dieser Region das Mittsommerfest am 24. Juni, wenn die Sonne den nördlichsten Punkt ihrer Umlaufbahn erreicht und ganz Lappland in die schönsten Farben taucht. In der Sonnwendnacht des Jahres 1984 ist im beschaulichen Pajala ein Mädchen geboren, das nun, 28 Jahre später, bei den Paralympics in London antritt, um einen Traum zu verwirklichen: Johanna Welin will mit der deutschen Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft Gold gewinnen. Der Weg aus Pajala nach London war für Johanna Welin weit und von vielen Wendungen gekennzeichnet. Heute gehört die Medizinstudentin aus München zu den zwölf besten Rollstuhlbasketballerinnen Deutschlands, auch wenn ihre sportliche Karriere zunächst in eine ganz andere Richtung verlief. Fußball im Sommer und Snowboarden im Winter waren die Passionen des schwedischen Mädchens, das sich selbst schmunzelnd als „stur“ bezeichnet. Diese Art von Sturheit ist jedoch eher eine Geradlinigkeit, die ihr im Sport die entscheidenden Faktoren Willenskraft und Energie vermittelt. Mit ihrem Team Töreboda IK stieg die ambitionierte Fußballerspielerin bis in die zweithöchste schwedische Spiel-

klasse auf, doch die wahre Passion gehörte ihrem Snowboard. Tempo, Action und Adrenalin sind Schlagwörter, die Johanna noch heute beschreiben. 2004 in Göteborg nahm die damals 20-Jährige an einem spektakulären Big Air Contest teil, der ihr Leben veränderte. Ein Sturz. Doch dieser schicksalhafte Tag änderte wenig an ihrer Lebenslust und an ihrem Charakterzug, sich Ziele zu setzen. Bereits im darauffolgenden Jahr spielte Johanna Welin für GRBK Göteborg Rollstuhlbasketball und nahm ihre beruflichen Ziele in Angriff. Zwei Semester Deutschstudium im österreichischen Innsbruck standen auf der Agenda der nun 22-Jährigen, die beim deutschen Rekordmeister USC München in der zweiten Mannschaft zu spielen begann. Die ehemalige Snowboard-Fahrerin kämpfte sich nach oben bis in das Erstligateam der Bayern und in die Spitze der deutschen Bundesliga. Die Verlagerung ihres Wohnsitzes in die baye-

cki auf sich aufmerksam. Sie erwarb die deutsche Staatsbürgerschaft und wurde in die deutsche Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft berufen, mit der sie 2011 im israelischen Nazareth im Europameisterschaftsfinale 48:42 über die Niederlande triumphierte. Doch nicht nur der sportliche Leiter der deutschen Damenauswahl wurde auf sie aufmerksam. Inzwischen ist Johanna Welin eine feste Größe in der bundesdeutschen Rollstuhlbasketballszene, sondern sie ziert als Fotomodell auch die Werbekampagnen der Sponsoren ING-DiBa und LoFric. Ihre ansteckend gute Laune, ihre Beharrlichkeit und ihr sportlicher Wille sind nicht nur auf dem Basketballparkett die Basis ihres Erfolgs. Wenige Wochen vor den Spielen in der britischen Hauptstadt steht Johanna Welin vor der Verwirklichung ihres sportlichen Traums. Sie ist Teil eines Kollektivs, das Revanche für die Endspiele bei den Paralympics von 2008 in Peking

und bei der WM 2010 in Birmingham nehmen will. Zweimal schnappten die US-Girls den Deutschen Gold weg, einmal fehlten nur 13 Sekunden. Doch 2012 scheinen die deutschen Rollstuhlbasketballerinnen mit Johanna Welin ihrem Dauerrivalen näher denn je zu sein. Zwei Testspiel-Erfolge in Frankfurt am Main und beim Paralympic World Cup im britischen Manchester lassen eine Wachablösung näher rücken. Mit dabei ist Johanna Welin, die sich einen festen Platz im deutschen Team erkämpft hat. Reisen in die USA und nach Australien sollen zu Härtetests auf dem langen Weg zum paralympischen Traum für Johanna Welin und ihre Teamkolleginnen werden. Ein erstes Jubiläum hat die inzwischen 27-jährige Rollstuhlbasketballerin dabei bereits hinter sich: das 50. Länderspiel im Trikot des Deutschen Behindertensportverbandes. In London soll die nächste Stufe ihrer Sportkarriere folgen: die Goldmedaille. Alle dazu erforderlichen Eigenschaften hat Johanna Welin. „Wenn ich etwas nicht erreichen oder ich meinen Willen nicht durchsetzen kann, dann bringt mich das auf die Palme“, sagt die 27-Jährige. Und das wollen weder Bundestrainer Glinicki noch ihre Mitspielerinnen riskieren. DBS, Fotos: Andreas Joneck

rische Landeshauptstadt war die logische Konsequenz einer Sportlerin, die ein einmal gestecktes Ziel nicht aus den Augen verliert. Schnell wurde Johanna rund 3.000 Kilometer südlich ihrer Geburtsstadt Pajala heimisch, perfektionierte, trotz bajuwarischer Eigenheiten, die deutsche Sprache und machte so Bundestrainer Holger Glini-

14 Aktuelles vom SPORT Spoka 4/2012

Spoka 4/2012 Aktuelles vom SPORT 15

Jeder ist ein Sieger

Der Wind schoss mit

Special Olympics National Games mit tollen Erfolgen für die BVS-Sportler

Süddeutsche Meisterschaft im Bogenschießen

München. Dass der Special Olympics-Eid: „Lasst mich gewinnen! Doch wenn ich nicht gewinnen kann, so lasst mich mutig mein Bestes geben!“ nicht nur eine Phrase ist, sondern reell gelebt wird, war immer spürbar bei den Special Olympics Sommerspielen 2012. Für die Sportler/innen, für ihre Familien und Betreuer, aber auch für die unzähligen Volunteers, die hier im ständigen Einsatz waren.

Eschwege. Zum zweiten Mal wurde die Süddeutsche Meisterschaft der Menschen mit Behinderung im Bogenschießen durchgeführt. Diesmal in Eschwege. Gleichzeitig fand dort auch die hessische Landesmeisterschaft statt.

Viele von ihnen haben vorher noch nie so engen Kontakt zu Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung gehabt. Aber da diese so offen und voll ansteckender Fröhlichkeit und ehrlicher Herzlichkeit auf sie zukommen, war schnell das Eis gebrochen. Die Tage der Nationalen Spiele wurden zu einem Festival der guten Laune – die Sonne strahlt vom Himmel und in den Herzen. Rund 5.000 Athleten/innen, 1.700 Betreuer/innen und 2.000 freiwillige Helfer/innen aus Deutschland, aber auch aus Großbritannien, Frankreich, Monaco, Österreich und der Schweiz nahmen vom 20. bis 26. Mai in insgesamt 19 Disziplinen teil: Basketball, Das Team des TSV Natternberg/Lebenshilfe Deggendorf. Foto: Franke Handball, Judo, Kanu, Kraftdreikampf, Radsport, Roller Skating, Schwimmen, Tischtennis, Golf, Beachvolleyball, Fußball, Tennis, Leichtathletik, Badminton, Bowling, Boccia und Reiten. Daneben bot der Veranstalter, Special Olympics Deutschland, ein umfangreiches Rahmenprogramm an, u. a. mit spektakulärer Eröffnungs- und Abschlussfeier, Athletendisco, Benefizkonzert, Familienempfang, einem Jugend-Symposium und einem wissenschaftlichen Kongress. Viele der Teilnehmer kamen aus den Vereinen des BVS Bayern (nachfolgend nur einige Beispiele), z. B. Anton Schuster, der erfolgreichste von insgesamt sechs Teilnehmern aus Mindelheim. In seinen drei Radrennen qualifizierte er sich jeweils in der Leistungsgruppe 1 und hatte bis zum Ende des Turniers einen kompletten Medaillensatz gewonnen: Bronze im Rennen über 25 km, Silber im Zeitfahren über 5 km und zum Abschluss der Wettkampftage mit der Bestzeit von 14:12 Minuten sogar eine Goldmedaille im Zeitfahren über 10 km. Acht Teilnehmer gingen für den TSV Natternberg/Lebenshilfe Deggendorf im Tischtennis und Schwimmen an den Start. Bei den Schwimmwettkämpfen belegte Simon Brunner in seinem Lauf Platz 2, Olaf Franke und Gaby Jahrstorfer jeweils Platz 3, und Julia Geier erreichte den 6. Platz. Im Tischtennis gewann Giyka Hajdaraj Gold, Peter Fuchs freute sich über die Silbermedaille, Claudia Oswald belegte in ihrer Gruppe den 4. Rang und Sabine Krasic Der Special Olympics-Botschafter und gebürtige Kolbermoorer Paul Breitner den 6. Platz. besucht die Sportbund-Basketballer in der Olympiahalle.

Foto: Strubel

Der ausrichtende Verein, die BogenFüchse Neuerode, unter Leitung von Detlef Haaß stellte eine exzellente Veranstaltung auf die Beine. In 14 Klassen standen

Anton Schuster fährt einen ganzen Medaillensatz heraus. Foto: Schuster

Die Ergebnisse im Einzelnen unter http:// nationalgames.specialolympics.de Redaktion

Die meisten der Teilnehmer konnten ihr erhofftes Ziel nicht erreichen, denn es herrschte den ganzen Tag Wind in unterschiedlicher Stärke und Richtung. Arnold Schneider

Drei Rekorde bei Bayerischer Meisterschaft Feucht. Gastgeber der diesjährigen Bayerischen Meisterschaft im Bogenschießen waren die Feuchter Bogenschützen. Bei akzeptabler Temperatur traten 30 Schützen in zwölf Klassen an die Schießlinie. Innerhalb von vier Minuten wurden von jedem Schützen sechs Pfeile Richtung Zielscheibe geschossen. Nach 36 Pfeilen war Mittagspause. Nach weiteren 36 Pfeilen war die Meisterschaft mit der Siegerehrung beendet.

Bestandteil einer 40-köpfigen Delegation des SB/DJK Rosenheim waren elf Athleten im Bowling und zwei Basketballteams. Das Unified-Team (Sportler mit und ohne geistige Behinderung) errang in der Leistungsgruppe 1 die Bronzemedaille im Basketball. Das Traditional-Team überzeugte besonders durch kämpferischen Einsatz und hatte sich die Silbermedaille in der Leistungsgruppe 5 redlich verdient. Im Bowling-Wettbewerb gab es unerwartet sensationelle Ergebnisse, wie die Goldmedaille der HPZ-Schülerin Carolin Burkhardt, die zum ersten Mal teilnahm. Auch „Oldie“ Charlotte Mötsch, bereits bei den Weltspielen 2007 mit Gold dekoriert, erreichte in ihrer Leistungsgruppe wieder den 1. Platz. Mehrere Silber- und Bronzemedaillen kamen im Doppel und im Teamwettbewerb dazu.

22 Schützen an der Schießlinie. Vom BVS Bayern waren wieder die gewohnten Bogenschützen zu Gast, die die lange Anreise nicht scheuten.

Auszug aus der Ergebnisliste (SDM Bogen) Altersklasse Damen ARW2: 1. Maria Droste, BRSG A‘burg 481 Schützenklasse ARW2: 1. Maik Szarszewski, BS Vöhringen 565 Senioren ABST: 1. Ewald Schmidhuber, TSV Kirchdorf 573 2. Heiner Langnickel, TSV Kirchdorf 538 4. Arnold Schneider, BS Feucht 495 6. Walter Geyer, BS Fürth 229 Compound Damen ARST: 1. Sonja Zellmann, BRSG A‘burg 594 Compound Schützen ARST: 2. Wojciech Sak, TTL Bamberg 609 Compound Damen ARW2: 1. Inge Enzmann, BSV Erlangen 614 und Ewald Schmidhuber (TSV Kirchdorf, Seniorenklasse/595). Thomas Geier, Ewald Schmidhuber und Detlev Haaß erhielten eine Goldmedaille als Bayerische Meister. Die Schützen aus Höchstädt erkämpften sich als Mannschaft den 2. Platz hinter den Feuchter Schützen.

Drei neue bayerische Rekorde wurden amtlich, erzielt von Ralf Werthmüller (BSV Sittenbach, Jugendklasse Recurve/561), Lukas Dotterweich (SV Grafenrheinfeld, Jugendklasse Compound/664)

Die Deutsche Meisterschaft findet am 11. August im thüringischen Könitz statt.

Die IDM – Stelldichein der Weltelite in Berlin

listen ein, darunter auch Elena Krawzow. Die Nachwuchsathletin vom BVSV Nürnberg stellte mit 01:22,34 über 100 m Brust einen neuen Europarekord auf. Damit erfüllte sie auch die Qualifikationszeit für die Paralympics in London über diese Strecke.

Europarekord für Elena Krawzow Die 26. Internationalen Deutschen Meisterschaften im Schwimmen der Behinderten fanden zum inzwischen 13. Mal in der Berliner SSE statt. Mit fast 500 Athleten aus 40 Nationen, der nahezu gesamten europäischen Elite, erweitert um die Stars aus Südafrika, Brasilien, Mexiko, Japan und Australien, sind die

IDM einer der größten und wichtigsten Schwimmwettkämpfe im paralympischen Schwimmkalender. Die hohe Dichte an Weltklasse-Athleten wurde durch 28 Weltrekorde, zwölf Europa- und zwei amerikanische Rekorde verdeutlicht. Insgesamt trugen sich 31 Athleten aus 17 Nationen in die Rekord-

Arnold Schneider Foto: Fabian Haussel

Alle Ergebnisse - und Videos! - unter www.idm-schwimmen.de/protokoll/ DBS/Redaktion

Ausschreibung Isarman 2012

Carolin Burkhardt errang bei ihrer ersten Special Olympics-Teilnahme die Goldmedaille. Foto: Goike

4. Inklusionsund JedermannTriathlon am 15. September 2012 ab 8.30 Uhr auf dem Gelände des Freibads der Stadt Moosburg an der Isar für Familien, Vereine, Betriebsstaffeln, Schüler, Jugendliche, rüstige Senioren und Menschen mit Handicap.

Die Teilnehmer müssen nicht Mitglieder eines Vereins sein. Es gibt ein attraktives Rahmenprogramm rund um das Freigelände des Freibads Moosburg. Unterschiedliche Distanzen und Startklassen ab Kinder Jahrgang 2005 und jünger bis Jahrgang 1942 und älter werden angeboten.

Infos + Anmeldung bis 31. August 2012 bei: RGSV Moosburg, Starenweg 2, 85368 Moosburg, Tel. (08761) 4836, Fax (08761) 754707, E-Mail: [email protected], schriftlich, per Fax oder online: Meldeformular unter www.rgsvmoosburg.de oder www.bvs-bayern. com

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Spoka 4/2012 VdK Bayern 17

Gepflegte Gesellschaft in Bayern? Soziales Netz Bayern fordert Verbesserungen in der Pflegepolitik Um den Pflegenotstand in Bayern zu verhindern, muss etwas geschehen. Das ist politischer Konsens. Doch die bisherigen Lösungsansätze sind zu zaghaft. Deshalb haben die 17 im Sozialen Netz Bayern zusammengeschlossenen Sozialorganisationen – namhafte Verbände wie zum Beispiel die Caritas, das Diakonische Werk, das Bayerische Rote Kreuz, der DGB und der VdK – einen gemeinsamen Forderungskatalog an die Bayerische Staatsregierung erarbeitet. „Schnelles Handeln in der Pflege tut Not“, stellte VdK-Landesvorsitzende Ulrike Mascher auf einer Pressekonferenz des Sozialen Netz Bayern im Münchner DGB-Haus klar, „bei diesem Thema gibt es kein Aussitzen.“ Nur ein Gesamtkonzept schafft nach Überzeugung des Sozialen Netz Bayern eine zukunftsfeste Pflegepolitik. Es gilt, an vielen Stellschrauben zu drehen, damit auch in Bayern künftig menschenwürdige Verhältnisse in der Pflege gewährleistet werden. Dabei geht es um ordentliche Arbeitsbedingungen in Ausbildung und Beruf, um mehr finanzielle Anerkennung in der häuslichen Angehörigenpflege und nicht zuletzt um die Neuausrichtung der Pflegeversicherung. Für diese pflegepolitischen Anliegen traten nun die bayerischen Sozialorganisationen gemeinsam vor die Presse und stellten einen Forderungskatalog des Sozialen Netz Bayern vor. „Gepflegte Gesellschaft?“ ist das Papier überschrieben, das auf wenigen Seiten zusammenfasst, wie Pflege in Bayern zukunftsfest gestaltet werden kann. Neben der VdK-Landesvorsitzenden Ulrike Mascher erläuterten der DGB-Bayern-Vorsitzende Matthias Jena und Dr. Thomas Beyer, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege in Bayern und Vorsitzender der Arbeiterwohlfahrt Bayern, für das Soziale Netz Bayern die einzelnen Positionen. Gute Pflege braucht Geld Ulrike Mascher legte den Schwerpunkt ihrer Ausführungen auf die Situation der häuslichen Pflege. „Anerkennung, die nichts kostet, bekommen pflegende Angehörige reichlich. Doch gute Worte und ein Schulterklopfen reichen nicht, gute Pflege braucht Geld.“ Dazu gehöre neben der längst überfälligen Anpassung des Pflegegelds auch eine Verbesserung der rentenrechtlichen Situation, zum Beispiel in Form einer Gleichstellung von Pflege- und Erziehungszeiten für das eigene Rentenkonto. Die angedachten Maßnahmen greifen viel zu kurz. So sei die von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder durchgesetzte Pflegezeit bisher kaum in Anspruch genommen worden. „Hier fehlt ein verbindlicher Rechtsanspruch auf Pflegezeit analog zum Elterngeld inklusive eines Rückkehrrechts in die Vollzeiterwerbstätigkeit“, kritisierte Mascher. Außerdem mahnte sie eine deutliche Verbesserung der Infrastruktur für häusliche Pflege in Bayern an: „Pflegende Angehörige brauchen ein Netz von wohnortnahen Angeboten an Tagespflegeeinrichtungen und an kostenlosen Entlastungsmöglichkeiten.“ Da sei die Bayerische Staatsregierung in der Pflicht, die Kommunen finanziell zu unterstützen. Allen voran beim flächendeckenden Ausbau von Pflegestützpunkten. Seit 2009 haben Pflegebedürftige und Angehörige einen Rechtsanspruch auf kostenlose, neutrale und wohnortnahe

Beratung in Pflegefragen. Doch in Bayern wird dieses in anderen Bundesländern äußerst erfolgreiche Konzept von der Staatsregierung nicht unterstützt. So kommt es, dass bisher nur eine Handvoll engagierte bayerische Kommunen solche Pflegestützpunkte eingerichtet haben.

trag komplett von ihrer Rente zahlen müssen, zeige, „dass die paritätische Finanzierung der Pflegeversicherung immer mehr aufgeweicht worden ist.“ Eine weitere Abwälzung auf die Schultern der Versicherten etwa durch die von Bundesgesundheitsminister Bahr favorisierte private Pflegezusatzversicherung lehne das Soziale Netz Bayern deshalb entschieden ab: „Wir appellieren an die Bayerische Staatsregierung, auf die Bundesregierung einzuwirken, um solchen Privatisierungstendenzen einen deutlichen Riegel vorzuschieben.“

Wer nicht ausbildet, hat Vorteile Auf die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der professionellen Pflege nahm Dr. Thomas Beyer von der LAG Freie Wohlfahrtspflege Bezug. Obwohl der Fachkräftemangel allerorten beklagt würde, verhinderten bestimmte Rahmenbedingungen, dass genügend Nachwuchs ausgebildet wird. Momentan gelte für Heimbetreiber das Prinzip: „Wer ausbildet, ist teurer in den Pflegesätzen und hat damit Nachteile am Markt. Wer nicht ausbildet, hat also Vorteile.“ Derzeit werden die Präsentierten den Forderungskatalog des Sozialen Netz Bayern (von links): Dr. Thomas Beyer, Vorsitzender der Ausbildungskosten auf die Landesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege in Bayern und Vorsitzender der Arbeiterwohlfahrt Bayern, ausbildenden Betriebe und VdK-Landesvorsitzende Ulrike Mascher und DGB-Bayern-Vorsitzender Matthias Jena. Foto: Schubarth auf die pflegebedürftigen Menschen in diesen Einrichtungen umgeschichtet. Als „besonders absurdes nen Einrichtungen „zur Regelvergütung zu werden droht“. Kapitel der bayerischen Politik“ bezeichnete Beyer die RegeDGB-Bayern-Vorsitzender Matthias Jena ergänzte: „Vom Pflelung, dass die Bayerische Staatsregierung die Zuschüsse pro ge-Mindestlohn kann in München keiner leben.“ Er forderte: Altenpflegeschüler für das Schulgeld gekürzt hat. Absurd auch „Die tarifliche oder ortsübliche Entlohnung der Beschäftigten deshalb, weil aktuelle Werbekampagnen zur Anwerbung von muss weiterhin eine Bedingung für die Zulassung von PflegeAltenpflegeschülern durch das Bayerische Sozialministerium einrichtungen bleiben. Wir wehren uns gegen Pläne der Buntatsächlich recht erfolgreich waren und viele Interessenten desregierung, diese Regelung aufzuweichen.“ gewonnen werden konnten. Doch das Bayerische Kultusministerium ist zuständig für das Schulgeld und hat den Topf dafür nicht vergrößert, so dass nun für jeden Schüler weniger Geld zur Verfügung steht. Beyer forderte, dass die Ausbildung in der Altenpflege genauso kostenfrei sein muss wie in der staatlichen Berufsschule, um die Attraktivität des Berufes zu erhöhen. Gute Pflege verdient einen guten Lohn: Auch beim Thema Bezahlung sind sich die Organisationen des Sozialen Netz Bayern einig. Beyer zeigte sich besorgt, dass der seit Kurzem in der Pflege gültige Mindestlohn in vielen nicht tariflich gebunde-

Mehr soziale Gerechtigkeit

Das Soziale Netz Bayern fordert für die Finanzierung der Pflege mehr soziale Gerechtigkeit. Jena erinnerte in seinem Statement an die Einführung der Pflegeversicherung 1995. Von Anfang an sei sie nicht paritätisch gewesen, denn zunächst sei zur Finanzierung den Arbeitnehmern der Buß- und Bettag im November als arbeitsfreier Tag gestrichen worden. Seit 2005 zahlen Kinderlose 0,25 Prozent mehr in die Pflegeversicherung ein – ohne Beteiligung der Arbeitgeber. Auch die Tatsache, dass Rentnerinnen und Rentner den Pflegeversicherungsbei-

Das geschlossene Auftreten von 17 sozialen Verbänden unterschiedlichster weltanschaulicher Herkunft im Sozialen Netz Bayern macht sich bezahlt. Die Pressekonferenz „Gepflegte Gesellschaft“ fand in der bayerischen Presse, in Funk und Fernsehen großen Widerhall. Und noch jemand reagierte prompt: Nur kurze Zeit, nachdem die ersten Nachrichten zum Sozialen Netz Bayern über den Äther gelaufen waren, gab die Bayerische Sozialministerin Christine Haderthauer eine ausführliche Rechtfertigung zur bayerischen Pflegepolitik als Pressemeldung heraus, die direkt Bezug auf das Positionspapier des Sozialen Netz Bayern nahm. Fazit: An diesem starken Verbund von Sozialorganisationen im Freistaat kommt die Bayerische Staatsregierung nicht einfach vorbei. Dr. Bettina Schubarth

INFO

Soziales Netz Bayern: Mitgliedsorganisationen • Aktionsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (afa) in der Evang.-Luth. Kirche in Bayern • Bayerischer Jugendring • Deutscher Familienverband, LV Bayern • DGB Bezirk Bayern • Evangelische Aktionsgemeinschaft für Familienfragen (eaf) in Bayern e.V. • Familienbund der Katholiken, LV Bayern • Kath. Arbeitnehmerbewegung Bayern (KAB) • Kath. Betriebsseelsorge • Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (kda) der Evang. Luth. Kirche in Bayern • Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Bayern LAGFW: » » Arbeiterwohlfahrt (AWO) LV Bayern » » Bayerisches Rotes Kreuz (BRK) » » Deutscher Caritasverband, LV Bayern » » Diakonisches Werk Bayern » » Dt. Parität. Wohlfahrtsverband, LV Bayern • LAG Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung und ihrer Angehörigen in Bayern (LAGH) • Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung in Bayern • Sozialverband VdK Bayern

18 Aktuelles vom SPORT Spoka 4/2012

Spoka 4/2012 Aktuelles vom SPORT 19

Team Bayern gewinnt den ARGE Alp-Cup

Silber für Bayernauswahl

Internationales Fußballturnier für Menschen mit Handicap

Länderpokal Hallenboccia zum zweiten Mal in Bayern ausgetragen

Um den sportlichen Austausch zwischen den Jugendlichen der Völker im Alpenraum zu fördern, richtete die „Arbeitsgemeinschaft Alpenländer“ (ARGE Alp) auch in diesem Jahr wieder ein Fußballturnier für Menschen mit und ohne Behinderung aus. Acht Mannschaften aus vier Ländern trafen sich in Hallein in Österreich, um sich den ARGE Alp-Cup zu erkämpfen.

Kemnath. Erst die Niederlage gegen eine weitere Mannschaft des LV Bayern im neunten von zwölf Durchgängen verhinderte den erneuten Gewinn des Länderpokals im Hallenboccia durch eine bayerische Auswahlmannschaft. So musste sich das Team um Karl Voit mit Platz 2 begnügen. Die weiteren bayerischen Mannschaften beendeten das Turnier auf den Plätzen 6 bzw. 9. Der ausrichtende VSV Kemnath schloss die Rangfolge auf Platz 10 ab.

Das multikulturelle deutsche Team, bestehend aus Spielern des Landeskaders Fußball ID (Intellectual Disability) des BVS Bayern, ihren Betreuern und Trainer Mario Herrmannsdörfer, war heuer zum ersten Mal mit von der Partie. Trotz Temperaturen um die 35° C fiel den bayerischen Sportlern das Zaubern auf dem Kunstrasen nicht schwer. Die Bayernauswahl glänzte mit schön herausgespielten Toren und – zur Freude der Zuschauer – mit noch schöneren Jubeleinlagen nach den Toren. So gehört ein Salto à la Miro Klose zum Standardprogramm des gebürtigen Jamaikaners Murrece. Mit viel Spielfreude rückte das bayerische Team ungeschlagen bis ins Finale vor, wo schon die Mannschaft aus Vorarlberg wartete. Am Ende hieß es 3:1 für Bayern, und der Sieg für Bayern im ARGE Alp-Cup „Fußball für Menschen mit Handicap“ war perfekt! Platz 3 belegte die Mannschaft aus St. Gallen, Platz 4 ging an Team Salzburg 2. Redaktion

Meldungen aus dem Sport Rollstuhlbasketball: Beim Paralympic World Cup in Manchester haben die deutschen Rollstuhlbasketballer ihre Ambitionen im Hinblick auf die XIV. Paralympics in London unterstrichen. Insbesondere die deutschen Damen haben bei dem Multisportevent auf der Insel überzeugt und alle ihre vier Duelle gegen die Weltspitze gewonnen. Im Finale bezwangen die deutschen Korb­ jägerinnen Kontrahent Australien mit

47:40. Die deutschen Herren erreichten das Spiel um Platz 3, in dem sie Japan mit 59:54 das Nachsehen gaben.

Weitere Informationen unter: www.btparalympicworldcup.com

In den deutschen Teams spielten u. a. der Bayreuther Thomas Böhme (RSV Lahn-Dill), Sebastian Magenheim (USC München), Sercan Ismail (USC München) sowie bei den Damen Birgit Meitner (SV Reha Augsburg), Nu Nguyen-Thi (USC München) und Johanna Welin (USC München).

Der BVS Weiden belegte mit 16 Punkten Platz 2 bei der Deutschen Meisterschaft im Feld-Faustball. Es siegte die BSG Offenburg (18 Punkte), die Bronzemedaille ging an die VSG Reutlingen (12 Punkte).

Boot „Sonar“ für Segler mit Handicap Großzügige Spende der Sparkassen-Stiftung Der Segelclub Prien/ Chiemsee ist seit Jahren einer der nicht weit verbreiteten Segelclubs in Bayern, die sich erfolgreich darum bemühen, Segler mit Behinderung in ihrem Verein zu integrieren und am Segelsport teilhaben zu lassen. Seit 2009 betreibt der Segelclub Prien als Kooperationspartner des BVS Bayern ein integratives Leistungszentrum für die Sportart Segeln. Derzeit trainieren beim SC Prien zwölf Jugendliche mit unterschiedlichen Behinderungen. Dank einer großzügigen Spende von 40.000 Euro der Sparkassen-Stiftung für den Landkreis Rosenheim, konnte nun ein neues Segelboot vom Typ „Sonar“ gekauft werden. Es ist ein sicheres Kielboot, auf dem Segler mit Handicap gut zurechtkommen: 7 Meter lang, 2,4 Meter breit, mit einer Segelfläche am Wind von 23,2 qm und einem zusätzlichen Spinaker von 22,8 qm. Es wird bei den paralympischen Spielen und bei Weltmeisterschaften eingesetzt.

Faustball:

Redaktion

Die feierliche Taufe des Bootes nahm Renate Hof, 2. Bürgermeisterin und Behindertenbeauftragte des Marktes Prien, vor, nachdem Meeresgott Neptun auf dem Wasser gekommen war und das Werk gelobt hatte. Lothar Demps, 1. Vorsitzender des SC Prien, freute sich, dass damit die Arbeit mit Seglern mit Handicap weiter gefördert und verbessert werden könne. Hartmut Courvoisier, Präsident des BVS Bayern, erklärte, dies sei ein besonderer Tag. 2008 habe er die ersten Kontakte zum SC Prien geknüpft, und er sei sehr froh, dass hier so gute Arbeit in Bezug auf Inklusion geleistet werde. „Es gibt sehr viel Papier, auf dem steht, was getan werden sollte, aber hier wird Inklusion und Integration täglich mit Erfolg betrieben“, so Courvoisier. Er glaube, die Gesellschaft müsse sich öffnen für Menschen mit Behinderung, und der Sport sei der beste Weg dazu. Niessen/Red.

Das insgesamt zum vierten Mal ausgetragene und vom VSV Kemnath in hervorragender Weise ausgerichtete sowie vom DBS-Beauftragten in gewohnter Weise geleitete Turnier verlief reibungslos und in bester Freundschaft unter allen Beteiligten. Bürgermeister Werner Nickl, der die Schirmherrschaft über das Turnier übernommen hatte, brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass die von der Stadt nach den modernsten Erkenntnissen sanierte Mehrzweckhalle am Schulzentrum für das Turnier ausgewählt wurde. Er bedankte sich im Rahmen der Siegerehrung bei allen teilnehmenden Mannschaften mit einem Das Foto zeigt eine Spielsituation der Mannschaft von Platz 2 Erinnerungsgeschenk mit Vater und Sohn Voit und Karl-Heinz Beem im Spiel gegen und gab zu verstehen, dass die Stadt dem Bedas Team aus Baden.

hindertensport auch künftig offen gegenüberstehe. Mit einem bayerischen Buffet und der musikalischen Umrahmung durch einen Alleinunterhalter klang das Turnier aus, in dem der BVS Bayern einen Teil seiner erst kürzlich neu ausgebildeten Schiedsrichter für Hallenboccia zum Einsatz brachte. Die Mannschaft 3 des BVS Bayern spielte in der Besetzung Karl Voit, Christoph Voit (beide BVS Weiden), KarlHeinz Beem und Josef Riedhammer (beide BVSV Regensburg). Die Mannschaft 2 des BVS war in der Besetzung Robert Lang und Willi Stich (beide RBA Neumarkt), Inge Pronold (BVSV Regensburg) und Charlie Boegner (BVS Weiden) angetreten. Für die Mannschaft 1 hatte Abteilungsleiter Sepp Prücklmeier Helmut Weber, Evelyn Schütze (beide BVSV Selb) und Martin Mahl und Frieda Kastl (beide BVS Weiden) nominiert. Turniersieger wurde die Mannschaft des BRSV Rheinland-Pfalz 1, Platz 3 belegte BS Nordrhein-Westfalen 1 vor BRS Saarland und BS Nordrhein-Westfalen 2. Der BRS Baden beendete das Turnier auf Platz 7, gefolgt von BRSV Rheinland-Pfalz 2. Josef Prücklmeier

Sensationeller Erfolg im Fußballtennis VSV Straubing erreicht den 2. Platz bei der Deutschen Meisterschaft Nahbollenbach (Rheinland-Pfalz). Die beste Platzierung einer bayerischen Mannschaft erreichte der VSV Straubing bei der 38. Deutschen Meisterschaft im Fußballtennis: die Vizemeisterschaft! Der Bayerische Vizemeister RGSV Moosburg schloss das Turnier mit Platz 5 ab, der amtierende Bayerische Meister Lohr verlor hingegen alle seine Spiele und wurde mit nur einem Sieg Vorletzter des Turniers. Nach der feierlichen Eröffnung am Freitag musste jeder der bayerischen Vereine vier Spiele absolvieren. Im ersten Spiel des zweiten Tages traf Straubing auf den Vizemeister aus Bayern, die Mannschaft aus Moosburg. Im Vorfeld war klar, dass diese Begegnung für den weiteren Turnierverlauf von enormer Bedeutung war, um den angestrebten Stockerlplatz zu erreichen. Entsprechend umkämpft war die Partie. Zwar setzte sich Straubing anfangs klar ab, aber die Moosburger kämpften sich

bis zur Pause wieder zurück ins Spiel. Im zweiten Abschnitt steigerten sich die Straubinger aber noch und kamen so zu einem 22:16-Sieg. Im Spiel Straubing gegen den amtierenden Meister aus Illingenkonnte schon die Vorentscheidung um den Titel fallen. Die Illinger ließen aber von Anfang an erkennen, dass sie unbedingt gewinnen wollten. Die Straubinger fanden in keiner Phase zu ihrem Spiel und verloren am Ende klar mit 11:28. Gegen Rheydt gewannen sie aber wieder souverän mit 26:11. Gegen den Ausrichter Nahbollenbach I ging es um die Vorentscheidung und um den noch möglichen 2. Platz. Während der Gegner konditionelle Schwächen offenbarte, spielte der VSV wie aus einem Guss und gewann hoch verdient mit 24:15. In den letzten beiden Partien ging nichts mehr schief, und mit zwei souveränen Siegen war die Sensation „Deutscher Vizemeister“ perfekt!

Der VSV Straubing wurde 2. bei der Deutschen Meisterschaft im Fußballtennis.

Der RGSV Moosburg verlor auch sgegen Rheydt knapp mit 17:19. Nach gewonnenen Spielen gegen Erkenschwick, Witten und Hamburg verlor Moosburg mit der Niederlage gegen den Gastgeber Nahbollenbach den Stockerlplatz aus den Augen und erreichte einen guten 5.Platz. Alois Grasl

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Bayern auf Deutschlandtour

Oberbayern 40 Jahre BVS Schliersee

Vom BVS-Landeskader Rollstuhlbasketball Der Landeskader des BVS Bayern hat mit unterschiedlichen Erwartungen an drei Turnieren teilgenommen: Die Damen traten in Frankfurt mit hohen Erwartungen bei der Deutschen Meisterschaft an. Der Juniorenkader versuchte sich gegen starke Konkurrenz beim Juniorenländerpokal in Stuttgart und bei der Vorrunde des Meyra-Cups in Regensburg. Deutsche Meisterschaft Mit viel Erfahrung und Qualität angereist, konnte die Mannschaft von Trainer Benjamin Ryklin nur schwer im Turnier Fuß fassen. Gegen Hamburg wurde das erste Viertel aufgrund von Unaufmerksamkeiten klassisch verschlafen. So lief man den Rest des Spiels diesem Rückstand hinterher und verlor mit 41:56. Im zweiten Gruppenspiel musste man sich gegen BSNW beweisen. Die erfahrene Mannschaft um Marina Mohnen wehrte sich gut gegen Bayerns Presse und ging im zweiten Viertel sogar in Führung. Auch in der zweiten Halbzeit fanden die Bayern kein Konzept, um aus ihren Ballgewinnen Körbe zu produzieren. Während der Druck, gewinnen zu müssen, immer größer wurde, spielte sich das Team aus Niedersachsen in einen regelrechten Rausch und gewann am Ende verdient mit 47:53. Beim unrühmlichen Spiel um Platz 5 gegen Niedersachsen konnte man schließlich einen ungefährdeten 46:23-Sieg einfahren. „Es ist sehr schade, dass wir all unsere Qualität nicht auf den Platz bringen konnten. Auch mir sind Fehler unterlaufen, aus denen ich lernen muss. Am Ende hat es an Harmonie auf dem Platz gefehlt“, so ein enttäuschter Benjamin Ryklin, der nur Hessen, Hamburg und BSNW zu den Plätzen 1, 2 und 3 gratulieren konnte. Juniorenländerpokal In Stuttgart standen die Zeichen dann wieder anders. Ohne Neu-Nationalspieler Sercan Ismail, dafür mit zwei wettbewerbsunerfahrenen Spielern angereist, musste sich der Landeskader Bayern mit der Underdog-Rolle zufrieden geben. Hinzu kam, dass man, wie schon in Frankfurt, die klar schwerere Gruppe zugelost bekam. Sowohl gegen Titelverteidiger Baden-Württemberg als auch gegen Nordrhein-Westfalen hatte man in der Vorrunde keine reelle Chance und

musste sich jeweils klar mit 22:57 und 20:51 geschlagen geben. So stand man erneut im Spiel um Platz 5, diesmal In Stuttgart spielte der Juniorenkader. gegen Berlin/Thüringen. Nach einem katastrophalen Start kämpf- ten Hasen in das Turnier gespielt haben! te man sich während des zweiten Vier- Das Finale wird nochmal ein Sahnehäubtels in das Spiel. Trotzdem konnte man chen für sie in dieser Saison! Gratulatiden Rückstand von 16 Punkten nicht on!“, so Benjamin Ryklin nach einem mehr einholen und beendete das Turnier langen Tag in Regensburg, den man mit auf dem letzten 6. Platz. „Mit einer an- Breuer und gekühlten Getränken ausBenjamin Ryklin deren Auslosung hätten wir uns mit den klingen ließ. vielen wettbewerbsunerfahrenen Spielern vielleicht etwas besser in das Turnier finden können, aber am Ende muss man feststellen, wie gute Arbeit seit Jahren in NRW und Baden-Württemberg ge- BVS-Landeskader gewinnt leistet wird, während wir uns noch ganz am Anfang befinden. Sehr erfreulich und Beim einzigen bayerischen Meyra-Cupverdient ist die Nominierung von Laura Vorrunden-Turnier in Regensburg konnte Fürst in das All-Star-Team, sie hat unsere sich der BVS-Landeskader RollstuhlbasGrünschnäbel sehr gut geführt!“, so Co- ketball gegen den Regionalisten „Magic Regensburg“ durchsetzen. Trainer Gerd Herold nach dem Turnier. Die „jungen Wilden“ unter dem TrainerMeyra-Cup gespann Benjamin Ryklin und Gerd HeOhne Laura Fürst und Luca Fischer, darold gewannen mit 31:21 und qualifizierfür mit den zwei 16-jähringen Centern ten sich somit für das MC-Finalturnier in Flo Mach und Gabriel Robl trat der LanHannover. deskader schließlich beim Meyra-Cup in Regensburg an. Nach einem klaren Mit einem 3. Platz kehrten die „Poldis“ des TTL Basketball Bamberg vom MC aus 30:9-Sieg bei zweimal zwölf Minuten Spielzeit gegen Cham musste sich die Wien zurück. Im kleinen Finale siegten die Oberfranken gegen eine Auswahl aus junge Mannschaft im zweiten Spiel nach schwachem Beginn gegen Amberg mit 3 dem Kosovo sicher mit 27:16.

Meyra-Cup

Punkten geschlagen geben. Mit den Hurricanes aus der Schweiz stand man nun dem großen Favoriten gegenüber.

Ein furioser Start der Bayern bescherte einen 16-2-Lauf sowie die einzig erlaubte Auszeit der Schweizer in den ersten Minuten. Diese zeigte jedoch Wirkung und ließ die Bayern von da an schwer um die Führung kämpfen. Starke Nerven an der Freiwurflinie von Dennis McInnes, Gabriel Rolb und Flo Mach sicherten am Ende einen super 39:30-Sieg. Im Finale gegen Gastgeber Regensburg fing man sehr schwach an und hatte Glück, dass die Regensburger aufgrund ihrer müden Arme nicht mehr aus ihren Chancen machten. Danach bekam man die Partie in den Griff und holte sich mit 31:21 souverän den 1. Platz und die Teilnahme am Meyra-Cup-Finale am 29. und 30. September in Hannover. „Super, wie sich die Jungs und Mädels gegen die al-

Weitere Infos unter www.meyra-cup.de

Günther Vogel

Foto: Anke Vogel Uwe Benkert (TTL Bamberg) überreicht in Wien ein fränkisches Gastgeschenk.

Ergebnisse Meyra-Cup Regensburg: 1. BVS-Landeskader 2. Regensburg 3. Luzern – Hurricanes 4. Amberg 5. Weiden 6. Roding/Cham

Deutsche Nationalelf ist Fußball-Europameister! FC Bayern München feiert den dritten Meistertitel. 20. Olympische Sommerspiele in München eröffnet, Mireille Mathieu singt „Akropolis Adieu“, Fiat 127 wird Auto des Jahres und … - und in Schliersee wird von 15 entschlussfreudigen Mannen unter Führung von Sigmund Rogge der BVS aus der Taufe gehoben. Das alles waren Schlagzeilen des Jahres 1972, recherchiert von Elfriede Auer, Nachfolgerin Rogges und Vorgängerin der heutigen Vereinsvorsitzenden Elisabeth Bernhardt. Auch Sigi Kick, Ehrenvorsitzender des BVS-Bezirks Oberbayern, erwähnte diese Daten in seinem Grußwort zur 40-Jahr-Feier des Vereins auf der Gschwandbachalm. Er überbrachte Grüße des Präsidiums sowie des Bezirksvorsitzenden Heinz Hagen und ehrte Georg Attlfellner für dessen langjährige Verdienste um die rührige BVS-Gruppe mit der Ehrennadel in Silber.

glauben, dass fast 70 % des heute rund 80 Mitglieder zählenden Vereins bei großer Hitze den Weg hinauf zur Gschwandbach­alm gefunden hatten, überwiegend Frauen und begeisterte Teilnehmer an den traditionell wöchentlichen Wassergymnastikstunden.

Er konnte es im Rückblick auf den mager besuchten Bezirkstag 2012 kaum

In einer interessanten Fotoschau konnte die Entwicklung des Vereins von den An-

40-Jahr-Feier des BVS Schliersee auf der Gschwandbachalm mit Georg Attlfellner, Elisabeth Bernhardt (Vorsitzende), Sigmund Rogge. Foto: Lindner

Beifallskundgebungen bei ÜL-Fortbildung Bei hochsommerlichen Temperaturen fanden sich alle 19 gemeldeten Teilnehmer/ innen (zwölf aus Oberbayern und sieben aus drei anderen bayerischen Bezirken) zur Fortbildung in der Lizenzstufe II in der Turnhalle in Schrobenhausen ein. Die Vorbereitung durch den örtlichen Verein, an der Spitze Ignaz Demmel, war perfekt, sogar für einen Imbiss zwischendurch und für kühle Getränke war gesorgt. Der ehemalige Bezirkssportarzt Dr. Helmut Hager referierte zum Thema gesunde Haltung, wobei er auch kompetent alle Fragen der Teilnehmer beantwortete. Den kompletten Praxisteil mit den erforderlichen theoretischen Erklärungen zu den Schwerpunktthemen Aufwärminspirationen, fröhliche Wirbelsäule und körperorientiertes Gedächtnistraining übernahm Claudia Schlienz, die den gesamten Lehrgang immer wieder zu spontanen Beifallskundgebungen hinriss. Ihre Art, den vorgegebenen Stoff zu vermitteln, ist unnachahmlich, sodass kein Teilnehmer nach Hause fuhr in dem Gefühl, dass er sein Wochenende hätte besser verbringen können. Ein gemeinsames Spargelessen am Samstagabend trug zusätzlich zum gegenseitigen

fängen bis heute nachvollzogen werden. Das liebevoll aufgebaute Kuchenbuffet hatte guten Anklang gefunden, ehe die BLSV-Kreisvorsitzende Helga Zimmermann zusammen mit Liesi Bernhardt langjährige Mitglieder für ihre Treue zum Verein auszeichnete und eine zünftige Volksmusikgruppe zur Unterhaltung aufspielte. Sigi Kick

Gedankenaustausch bei. Rundum eine gelungene Veranstaltung, die kein Teilnehmer mehr vermissen möchte. Rudi Hierle

Wir gratulieren Oberbayern BVSV Erding: zum 90. Geb. Ursula Borgo VSV Straubing: zum 70. Geb. Edeltraud Reißmüller, Brigitte Herpich, Richard Wild und Marianne Kiss Oberfranken VSG Rehau: zum 70 Geb. Gerda Krettek, zum 75. Geb. Ingo Krettek, zum 80. Geb. Manfred Wunderlich Mittelfranken VRS Hilpoltstein: zum 70. Geb. Klaus Czöppan, zum 80. Geb. Johann Emmerling RVSG Rothenburg: zum 75. Geb. Erika Danke BVSG Schwabach: zum 70. Geb. Werner Zimmermann VSG Uffenheim: zum 75. Geb. Martha Düll und Sieglinde Rahn

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Oberbayern Das Glück auf dem Rücken der Pferde

Oberbayern Panorama-Radwanderweg Isar/Inn lockte zum Radwandertag

Ein weiteres Mal hatten wir das Glück, beim Therapeutischen Reiten dabei zu sein. Die Vorfreude der Teilnehmer, auf dem Erlenweiherhof wieder vier Tage das Glück auf dem Rücken der Pferde zu genießen, stieg von Tag zu Tag.

Die sanft hügelige Voralpenlandschaft und die prachtvolle Natur rund um Grafing brachten die Tourenleiter beim Bezirks-Radwandertag ihren Teilnehmern näher. Die Ausrichtung hatten die Bärenstädter (Grafing führt in seinem Stadt­ wappen einen schwarzen Bären auf gelbem Grund) übernommen.

Wir verbrachten mit unseren BVSV-Mitgliedern wunderschöne Tage auf dem Reiterhof in Winkl, gefüllt mit viel Bewegung in der freien Natur. Die Hufe mussten gesäubert, die Pferde gestriegelt und nach dem Reiten gefüttert werden. So wurde die Beziehung zum Pferd aufgebaut. Beim Reiten in der Halle durften die Teilnehmer die Zügel selbst in die Hand nehmen, was das Selbstvertrauen sehr steigerte. Der tägliche Ritt durch die schöne Landschaft erfreute alle. Wir machten alle zusammen eine Fahrt mit dem Planwagen durchs Gelände und lernten dabei die Umgebung etwas kennen. Eine rasante Fahrt mit dem Sulky machte großen Spaß. Unsere jungen Männer zeigten enormen Arbeitseinsatz, und als sie dafür von der therapeutischen Reitlehrerin Inge besonders gelobt wurden, legten sie sich um so

Reha-Sportwoche des BVSV Ingolstadt In der Freizeit- und Begegnungsstätte des BVS Bayern im schönen Allgäu, im Haus Unterjoch, fand sich eine buntgemischte Gruppe von sport- und bewegungsbegeisterten Menschen für eine anstrengende und vergnügliche Woche zusammen. Die Veranstaltung wurde organisiert von Harald Höbusch, zuständig für den Diabetiker- und Reha-Sport im BVSV Ingolstadt. Für den fachlichen medizinischen Bereich konnten Dr. Corinna Sieh und Dr. Peter Zimmer gewonnen werden. Die 16 Personen setzten sich aus allgemein Behinderten und Diabetikern Typ. II sowie nicht behinderten Personen zusammen. Für eine so heterogene Gruppe ein Sport- und Bewegungsprogramm zu kreieren, das alle fordert und bei jedem zu Erfolgserlebnissen führt, ist schon eine Herausforderung. Das vielfältige Gymnastik-Programm enthielt mit Beckenbodengymnastik und Bauch-Beine-Po, Straffen/Stärken und Spaß haben, Rückengymnastik (nach Pilates) und Entspannungsübungen nach Jacobsen sowie mit der allmorgendlichen Wassergymnastik mit Musik ein reichhaltiges Angebot für die Teilnehmer. Die medizinischen Themen wurden in gekonnter Weise und aufschlussreich vermittelt und sollten auch in zukünftigen Reha-Sportwochen nicht fehlen. Dr. Corinna Sieh referierte zu „Medikamente – Ernährungsverhalten und Insulin-Therapie“. Dr. Peter Zimmer stellte sein Referat unter das Thema „Sinn und Unsinn körperlicher Betätigung bei Diabetes Typ. II“. Ausgedehnte Wanderungen zur Alpspitze in Nesselwang, auf die BuchlAlpe sowie zum Vilsalpsee, der Breitach-Klamm in der

mehr ins Zeug. Sie reinigten mit ihr die Weiden und den Sandplatz und schoben kräftig die Schubkarren. Einfühlsam unterstützten und begleiteten Elisabeth, Maike, Eva und Julia unsere Betreuten beim Ausritt, immer dabei natürlich Inge Gabriel. Nicht einmal das verlorene Champions League-Finale konnte die Begeisterung der Reiter/innen trüben. Der Abschied fiel manchem Reiter so schwer, dass Tränen flossen. Wir möchten uns alle noch ganz herzlich beim BVS-Bezirk Oberbayern, bei Herrn Hierle und Frau Gabriel für die schöne Zeit beim pädagogischen Reiten auf dem Erlenweiherhof bedanken. Elisabeth Reiser Nähe von Oberstdorf und nach Rehbach fanden bei den Teilnehmern großen Anklang. Was wäre eine Reha-Sportwoche ohne gute Verpflegung und gute Unterkunft? Beides fanden wir im Haus Unterjoch vor. Dem freundlichen Empfang durch die Familie Heinrich und dem liebenswerten Personal verdanken wir eine wunderschöne Woche. Ein besonderes Lob bekam der Koch von den begeisterten Teilnehmern für seine mit Freude auf den Teller gebrachten Kreationen. Der gemütliche Teil kam ebenfalls nicht zu kurz. Nach einer anstrengenden Tagesleistung durfte auch mal ein Bier oder ein Glas Wein getrunken werden. Die positive Stimmung konnte selbst das Fußballspiel der deutschen Mannschaft nicht verhindern. Die Meinung aller war: Der Bessere hat wohl gewonnen! Dank aber auch an meine Übungsleiter-Kollegin Angelika Gmeiner, die es sich trotz ihrer hohen Arbeitsbelastung nicht nehmen ließ, ein paar Tage dabei zu sein, um mich zu unterstützen. Harald Höbusch

Pünktlich um 10 Uhr wurden die aus den 63 Radlern gebildeten vier Gruppen von Sigi Kick und Bezirkschef Heinz Hagen auf die sorgsam ausgesuchten GenussTouren von 25 bzw. 45 km Länge entlassen. Nach etwa der Hälfte der längeren Strecke schon lobten die Pedalritter an der von Manfred und Waltraud betreu-

ten Raststation die Streckenführung, während die bereit gehaltenen Butterbrezen sowie die Erfrischungsgetränke Gemüt und Wadeln lockerten und auch die eingebauten leichten Anstiege vergessen ließen, vor allem bei den hie und da schon gesichteten Paradiesvögeln mit ihren E-Bikes. Sigi Kick

Pitschnass, aber glücklich beim 1. Bezirks-Nordic-Walking-Tag In der Dreirosenstadt richtete der RGSV Moosburg den 1. Bezirks-Nordic-Walking-Tag für Oberbayern im BVS Bayern aus. Die rund 60 Teilnehmer hatten trotz Regenwetters auf den Strecken des AOK-Parcours ihren Spaß. Sie waren am Ende zwar pitschnass, aber glücklich. Der nächste Bezirks-Nordic-Walking-Tag findet in Waldkraiburg statt. Der RGSV Moosburg ließ sich für das Aufwärmen zu Beginn der Veranstaltung etwas Besonderes einfallen: ein Reaktiv-Training zur Kräftigung der Muskeln und Straffung des Bindegewebes. Es ist ein effektives Ausdauer- und Körpertraining mit Hanteln, die „Reaktoren“ heißen. Sie sind mit einem speziellen Granulat gefüllt. Durch Hin- und Herschwingen wird das Granulat beschleunigt und abgebremst. Das

Sportliche Auslandsreise Das Floorball-Team von SB/DJK Rosenheim, Abt. Handicap Integrativ, hat die

weite Reise nach Dänemark auf sich genommen, um der Einladung zum Special Olympics-Sommerfestival in Skjern zu folgen. Floorball und Hockey wurden im Kulturzentrum von Skjern, einem malerischen Ort mit vielen Backsteinhäusern, gespielt. Auch Sportarten, wie Leichtathletik, Badminton, Boccia, Bowling, Fußball, Golf, Gymnastik, Handball, Reiten und Schwimmen, waren vertreten. Spannende Vorrundenspiele brachten die Rosenheimer als Germany 2 in die Gruppe A. Gegen die dänischen Teams

kräftigt nicht nur die oberflächlichen Muskeln, sondern trainiert auch die Tiefenmuskulatur und das Bindegewebe. Danach konnten sich die Nordic Walker für eine der drei Routen über 3,6 km („Jungbrunnen-Route“), 6,4 km („VitalRoute“) oder 10,4 km („Fitness-Route“) des AOK-Parcours entscheiden. Alle drei Strecken führten über ebenes Gelände auf gut befestigten Wald- und Forstwegen durch die Isarauen. Die Teilnehmer wurden von qualifizierten Übungsleitern mit Nordic-WalkingLizenz des RGSV Moosburg begleitet. Martin Hofmair

wurde ihnen schnell klar, dass es schwer werden würde, sich zu behaupten. Die Rosenheimer gewannen zwar kein Spiel, aber der Kampfgeist der Spieler ließ kein „zu Null“ zu. Doch die freundschaftliche dänische Betreuung ließ schnell die Niederlagen vergessen. Der SB Rosenheim und das FloorballTeam aus Hamburg-Hoisbüttel – ins Skjern als Germany 1 im Spiel - werden im nächsten Jahr gemeinsam Deutschland bei den Welt-Winterspielen in Südkorea im Floorhockey vertreten. Das wird eine weitere tolle Erfahrung für die jungen Erwachsenen mit geistiger Behinderung! Elfriede Rieger-Beyer

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Oberbayern 14. Handballturnier für Kinder und junge Leute im Rollstuhl Am Vatertag veranstaltete der BVSV Ingolstadt zum 14. Mal das schon traditionelle Handballturnier für rollstuhlfahrende Kinder und Jugendliche. Über die Jahre sind aus manchen teilnehmenden Kindern junge Erwachsene geworden, die aber immer noch und wieder gerne an dieser Veranstaltung teilnehmen. Gespielt wurde diesmal mit vier Feldspielern und Torwart, wodurch der Nachwuchs der „Rollenden Panther“ zwei Mannschaften bilden konnte. Mit einer jungen Truppe, den „Feuerrollis“ aus Ulm, und einem Auswahlteam mit Spielern aus Straubing, Coburg und Fürstenfeldbruck – dem Bayern-Mixed-Team, Verteidiger des im letzten Jahr zum ersten Mal ausgespielten Wanderpokales – standen sich insgesamt vier Mannschaften gegenüber, die im Modus jeder gegen jeden antraten. Im Verlauf der Begegnungen sicherte sich die gemischte Auswahl erneut den Wanderpokal. Im letzten Spiel des Tages holte in einem heftigen und bis nach der Halbzeitpause ausgeglichenen Kampf das Ingolstädter „Team 1“ den zweiten Sieg

Foto aus dem Spiel der Mixed Auswahl gegen Ingolstadt 2 mit einem Torwurf des Mixed Teams

des Tages und gewann damit auch den 2. Platz im Turnier vor den „Feuerrollis“ und dem zweiten Team der „Panther“. Bereits zur Tradition gehört eine Vorführung der Selbstverteidigung der jungen Leute. Auch der „Bruchtest“ durfte dabei nicht fehlen. Ein weiteres Highlight – weil noch niemals da gewesen – war die Vorführung von Rollstuhlrugby mit einer Gruppe erwachsener Rollstuhlfahrer, die die Regeln und das „Spielgerät“ vorstellten. Handballspieler und Zuschauer durften die mitgebrachten Rollstühle ausprobieren. Gerhard Gmeiner

Niederbayern Neue „Sportart“ in Natternberg Dieses Angebot ist völlig neu im BVS Bayern: Stärkung des Selbstbewusstseins für Mädchen und Frauen mit oder mit drohender Behinderung. Die dazu erforderlichen Übungen werden künftig in der BSG im TSV Natternberg angeboten. Wahrnehmungsübungen, Spiele, aber auch Selbstbehauptungs- und Verteidigungstechniken sowie Willensübungen gehören dazu. Übungsleiterin Gundula Stärz hat dazu eigens eine Weiterbildung beim Deutschen Behindertensportverband absolviert und den Modell-Lehrgang erfolgreich mit Zertifikat bestanden. Sie bietet auf Wunsch auch Übungsleiter-Lehrgänge zum Thema „Stärkung des Selbstbewusstseins für Mädchen und Frauen mit oder mit drohender Behinderung “ an, Infos: [email protected] com.

Gundula Stärz (li.) lehrt „Stärkung des Selbstbewusstseins“.

Roswitha Franke/Redaktion

Ausschreibungen 18. Rad- und Wandertag am Montag 15.8.2012 in Ittling Veranstalter: BVS Bayern, Bezirk Niederbayern Ausrichter: Gäubodenwanderer Ittling in Kooperation mit dem BVS-Bezirk Ndb. Start: FFW-Haus Ittling, Neubaustrasse, gegenüber Bahnhof Ittling; Wanderstrecken 5 und 10 km, Radstrecke 20 km Die Wegstrecke ist gut gekennzeichnet und auch für Rollstuhlfahrer sehr gut geeignet. Niemand muss die gesamte Streckenlänge durchwandern oder -radl`n – jeder, wie es seine Gesundheit erlaubt. Zeitplan: Wanderung ab 7 bis 12 Uhr für BVS-Teilnehmer Unter den Teilnehmern werden lukrative Preise verlost: 1. Preis eine Woche Bad Füssing, gestiftet von Leni Richter, 2. Preis ein, 3. Preis ein tragbarer Kassettenrecorder mit CD-Spieler Organisation: Alois Grasl, Malzmühlweg 38, 94315 Straubing, Tel. (09421) 85269 Anmeldung bitte nur am Stand des BVS-Bezirks Niederbayern. Die Veranstaltung ist kostenlos, auch Nichtmitglieder sind herzlich willkommen.

2. Nordic-Walking-Event Bad Griesbach am 8.9.2012

(gemeinsame Veranstaltung mit dem Gäste- und Kurservice Bad Griesbach Therme) Zusätzliches Wahlangebot für die Teilnehmer der BVS-Sportvereine: entweder Einführung in die GeogundaTechnik mit Training für Anfänger und auch für Fortgeschrittene (um 10 Uhr im Kurpark) oder kleine Stadtführung und Rundfahrt um Bad Griesbach von ca. 40 Minuten (Treffpunkt BVS-Stand um 10.15 Uhr). Anmeldung für sämtliche Strecken am BVS-Stand am Kurplatz ab 9.30 Uhr, die 5 km-Strecke kann auch von Fußgängern genutzt werden. Teilnahmegebühr: 6 € p. Pers. Organisation: Reha-Fachwartin Charlotte Dowrtiel, Tulpenweg 29, 84177 Gottfrieding, Tel. (08731) 6746, EMail: [email protected]

Oberpfalz Kopf-an-Kopf-Duell bei Bezirksmeisterschaft Pétanque Triplette In Parsberg fand die Bezirksmeisterschaft für Dreiermannschaften im Pétanque statt. Auf den ausgezeichnet präparierten Bahnen der BSG Parsberg konnten insgesamt zehn Mannschaften aus fünf Vereinen ihre Spiele austragen. Endstand der Bezirksmeisterschaft Pétanque Triplette 2012: 1 . RBA Neumarkt 1 16 : 2 Pkt. 2 . BVRS Cham 1 12 : 6 Pkt. 3 . BSG Parsberg 1 12 : 6 Pkt. 4 . BSG Parsberg 2 10 : 8 Pkt. 5 . RBA Neumarkt 2 10 : 8 Pkt. 6 . RBA Neumarkt 3 8 : 10 Pkt. 7. VSV Kemnath 6 : 12 Pkt. 8 . BVS Weiden 2 6 : 12 Pkt. 9 . BVS Weiden 1 6 : 12 Pkt. 10. BVRS Cham 2 4 : 14 Pkt.

Im Verlauf der Spiele zeichnete sich die Spielstärke des letztjährigen Bezirksmeisters RBA Neumarkt 1 ab. Von den neun zu absolvierenden Spielen gewann das Team acht und musste sich nur gegen seine 2. Mannschaft geschlagen geben. Am Ende der Spiele lag Neumarkt 1 mit 16:2 Punkten souverän an der Tabellenspitze. Um den 2. und 3. Platz gab es ein Kopfan-Kopf-Duell zwischen den Mannschaften BVRS Cham 1 und BSG Parsberg 1, die beide 12:6 Punkte erreichten. Der direkte Vergleich entschied zugunsten der Chamer Mannschaft. Die Plätze 4 und 5 belegten, ebenfalls punktgleich, BSG Parsberg 2 und RBA Neumarkt 2. Auch hier entschied der direkte Vergleich. Josef Pohl

3 Tage Radeln an der Elbe

Die Bastei

39 Radlerinnen und Radler aus der gesamten Oberpfalz machten sich auf, die Elbe ab Torgau aufwärts bis Bad Schandau zu erkunden. In Torgau wurden die Räder entladen und Mittagspause gehalten, genau an dem Punkt, an dem sich zum Kriegsende amerikanische und russische Truppen trafen. Auf den 48 Kilometern der Radtour bis Riesa brach ausgerechnet dem oberschenkelamputierten Sportsfreund, der sowieso nur mit einem Fuß treten konnte, die Sattelhalterung. Mit einem Notbehelf schaffte er es bis zum Quartier, wo sich Busfahrer und Unternehmer Horst Strobl darum bemühte, Ersatz für die unbrauchbare Halterung zu bekommen. Die Radler/innen hatten sich derweil im Hotel Mercure – die Räder wurden in einem Raum mit Teppichboden abgestellt – frisch gemacht. Für den zweiten Tag der Tour waren etwas mehr als 50 Kilometer bis Dresden eingeplant. Ein längerer Aufenthalt wurde in Meißen eingelegt, um auf eigene Faust Besichtigungen zu unternehmen. Die Zeit reichte zwar nicht für die Porzellanmanufaktur, aber zumindest ein Teil schaffte es bis zum Dom. Die Altstadt mit dem wunderschönen Rathaus hatten die allermeisten gesehen. Ein weiterer Aufenthalt war in Radebeul vorgesehen. Da sich aber der Himmel bedenklich dunkel zeigte, beschloss man, auf dem schnellsten Weg nach Dresden weiter zu radeln. Aber das Hotel konnte um 15 Uhr noch nicht bezogen werden. So legte man im Außenbereich von Dresden in einem Biergarten noch einen Halt ein und erreichte dennoch trockenen Fußes die Altstadt von Dresden. Bevor es zum Hotel ging, wurde noch die Frauenkirche aufgesucht und ein kleiner Rundgang durch die Altstadt unternommen. Bei der Größe des Hotels war es dann auch nicht verwunderlich, dass es kleine Irritationen wegen der Zimmerschlüssel gab – es bekamen aber alle ein Bett für die Nacht. Auf der Schlussetappe ging es in flottem Tempo weiter die Elbe aufwärts bis Pirna - immer noch ohne nennens-

werte Steigungen. Diese kamen erst, als der Weg in das Elbsandsteingebirge und vorbei an der Bastei führte, aber auch dies stellte die Teilnehmer vor keine große Herausforderung. In Königstein, am Fuß der wohl größten Burganlage Europas, querte man die Elbe mittels einer Fähre. Dann wurden die letzten Kilometer nach Bad Schandau mit nochmaligen kleinen Steigungen überwunden. Um auf der Heimfahrt im Bus keine Langeweile aufkommen zu lassen, hatte sich Bezirksvorsitzender Sepp Prücklmeier die Ehrung von drei Fahrtteilnehmern aufgehoben: Ursula Schieder, Maria Bau­ riedl sowie Organisator und Reiseleiter Hans Stock waren bei dieser Tour das zehnte und hoffentlich nicht das letzte Mal dabei. Bereits zum achten Mal hatte Bezirkssportarzt Dr. Gerhard Zahner die Tour begleitet. Josef Prücklmeier

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Oberfranken Bezirkswandertag mit über 100 Teilnehmern

Mittelfranken Ehrungen beim BVSV Nürnberg

Der BVSV Schönwald war Ausrichter des diesjährigen oberfränkischen Bezirkswandertags. Über 100 Teilnehmer gingen bei herrlichstem Sommerwetter auf die drei, sieben und elf Kilometer langen Wanderstrecken rund um Schönwald und zum Kornberg. Nach der Rückkehr zum Festplatz der Kolpingfamilie Schönwald konnten sich die Wanderer bei kühlen Getränken, Kaffee, Kuchen und Gegrilltem stärken.

Anlässlich der Mitgliederversammlung ehrte der 1. Vorsitzende Thomas Eitel unter großem Beifall verdiente Mitglieder: Erni Brendel als langjähriger, engagierter Mitgliederbetreuerin in der Vorstandschaft wurde der Ehrenring des BVSV Nürnberg erstmals in Form eines Goldanhängers verliehen. Sie ist somit die erste Frau im Kreis der Ehrenringträger (Laudatio: Klaus Karsties). Klaus Walter wurde für sein hohes Engagement in seinen bisherigen ehrenamtlichen Funktionen als Abteilungsleiter, Mitglied der Vorstandschaft und langjähriger stellvertretender Vorsitzender Sport mit der Ehrenmitgliedschaft im BVSV Nürnberg geehrt (Laudatio: Harald Beß).

Der teilnahmestärkste Verein, die VRG Bayreuth mit 24 Teilnehmern, erhielt einen Pokal. Der mit 89 Jahren ältesten Teilnehmerin, Frau Thierauf aus Münchberg, wurde ein kleines Geschenk überreicht. Bezirk Oberfranken

Bazargruppe Wassertrüdingen unterstützt EISs-Gruppen

Von der Holsteinischen Schweiz begeistert Ein Highlight im Veranstaltungskalender des BVSV Selb ist die alljährliche Mehrtagesfahrt. Reiseleiter Klaus Schaller konnte bei den Teilnehmern viele Erwartungen auf das Reiseziel Holsteinische Schweiz wecken, zumal dies für den Großteil touristisches Neuland war. Bei einer Rundfahrt durch die Holsteinische Schweiz über Timmendorfer Strand, Malente und Plön erfuhren die BVSV-ler von einem einheimischen Führer vieles über die wechselvolle Geschichte dieses Landesteils, über Sitten und Gebräuche seiner Bewohner und vor allem über die touristischen Attraktionen. Holstentor, Marktplatz mit Kaak, Rathaus, Marienkirche und Buddenbrockhaus waren die wichtigsten Punkte des Stadtrundgangs in Lübeck.

Beim Besuch der Landeshauptstadt Kiel teilte sich die Gruppe in ,,Stadtrundgänger“ und ,,Stadtrundfahrer“. Die Stadtrundgänger wurden hierbei mit der schlimmsten Bausünde konfrontiert: Der überdimensionierte Neubau eines Kaufhauses versperrt den letzten freien Blick auf die Nikolaikirche. Für den Nachmittag war der Besuch des Marine-Ehrenmals und des Museums-U-Bootes in Laboe vorgesehen. Der letzte Stockelsdorfer Tag stand ganz unter dem Motto ,,Sonneninsel Fehmarn“. Die Meldung ,,Fehmarnsundbrücke wegen Orkans gesperrt“ konnte ignoriert werden, das Verbot betraf nur Wohnwagengespanne und Lastwagen mit leeren Anhängern. Begeistert waren alle vom Meereszentrum Fehmarn, der letzten Station auf der Insel. Klaus Schaller

Vier vergnügliche Tage Das „versehrt“ hatten wir zu Jahresbeginn durch „vital“ ausgetauscht - beim diesjährigen viertägigen Vereinsausflug der Vital-Sport-Gruppe Rehau wurde die Namensänderung zum Programm. Dieser Jahresausflug in Südbaden war mit einigen Überraschungen gespickt! Die gute Laune im Bus wurde stark verschärft durch den ersten Aufenthalt im Kräutermuseum von Abtswind. Mit viel Witz, Gelächter, Geschenken und einem originell-rasanten Chef als Museumsherrn, der durch ein von ihm privat auf- und ausgebautes Museum der besonderen Art führte. Die Höhepunkte waren der Museumsbesuch und eine SchwarzwaldDampflokfahrt. Ungeplant kam ein kaltes

Helga Karsties

Buffet dazu. Mit Musik untermalt, steigerte es sich zu einem äußerst vergnüglichen Tanzabend. Der junge Musikant spielte alles, was gute Laune macht, und so wurde ausgelassen geschunkelt, getanzt, gesungen und bis zum Muskelkater gelacht. Es hielt keinen auf den Stühlen: 90 tanzte mit 80 oder 70 mit 70 - Ententanz - Polonaise usw. -, nichts ließen die „Vitalen“ aus. Mit wachsender Begeisterung und mit großer Hochachtung vor so viel Begeisterung im „Alter“ spielte unser Musikus bis Mitternacht auf. Eine Ausflugsfahrt mit Umsteigen erlebten wir in Stein am Rhein. Wegen Hochwassers konnten die Rheinschiffe nicht durch die historische Holzbrücke fahren. Karin Jansky

In der „Erlebten Integrativen Sportschule“ (EISs) treiben Kinder mit und ohne besonderen Förderbedarf gemeinsam Sport. Der Leistungsgedanke steht dabei im Hintergrund, stattdessen zählen der Spaß an der Bewegung und die Förderung individueller Fähigkeiten. Von diesem vorbildlichen Inklusionsgedanken konnte sich Frau Köbler von der Bazargruppe der Kirchengemeinde Wassertrüdingen bei einer Übungsstunde der EISsKinder und -Jugendlichen überzeugen.

Sie selbst weiß aus persönlicher Erfahrung, wie schwer es ist, die Inklusion in der Gesellschaft praktisch umzusetzen. Deswegen war es für sie eine große Freude, im Namen der Bazargruppe Wassertrüdingen die BRSV-EISs-Gruppe mit einem Scheck in Höhe von 500 Euro zu unterstützen. Ernst Bauer

24 Meistertitel bei Fränkischen Schwimm-Meisterschaften Gunzenhausen (he). Eine sehr erfolgreiche 22-köpftige Abordnung des BRSV Gunzenhausen nahm an den 8. Fränkischen Schwimm-Meisterschaften in Nürnberg-Langwasser teil. Die Gunzenhauser BRSV-Schwimmer sahnten bei der achten Auflage des Bezirksturnieres insgesamt 24 Meistertitel ab und waren der mit Abstand erfolgreichste Verein. Die Schwimmer kamen aus Bamberg, Nürnberg, Selb, Fürth, Aschaffenburg, Schweinfurt und Gunzenhausen. Der jüngste BRSV-Teilneh-

mer war zwölf, die Ältesten über 70 Jahre alt. Viele der Gunzenhauser Schwimmer erzielten persönliche Bestleistungen. Das regelmäßige Training unter der Leitung von Trainer Peter Heimerl und seinen

Nachruf Werner Klaas

Der BVSV Nürnberg und der Bezirk Mittelfranken trauern um Werner Klaas, nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben am 21. Juni. Werner Klaas war von 1983 bis 1988 als Bezirksschriftführer sowie im BVSV Nürnberg von 1987 bis 1992 als Pressewart und Schriftführer sowie viele Jahre als Übungs- und Abteilungsleiter der Skilanglaufgruppe tätig. Dem Ehrenringträger und Ehrenmitglied des BVSV gilt unser großer Dank und unser Mitgefühl seiner Frau Charlotte mit Familie.

Herbert Holzinger, Bezirksvorsitzender Mittelfranken Helga Karsties, stv. Vors. Verwaltung, BVSV Nürnberg

vier Übungsleiterinnen trägt sichtbare Früchte, da neben der Technik auch die Schnelligkeit verbessert wurde. Unter den Teilnehmern aus der Altmühlstadt waren auch wieder Aktive mit geistiger Behinderung. Andrea Hofmeier-Kurpiela

BVS Bayern auf acebook

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Unterfranken Bezirkswandertag gut besucht

Schwaben 1. Integratives Sportabzeichenfest

Über 170 Teilnehmer verzeichnete der unterfränkische Bezirkswandertag, den das Reha-Sport-Team Frammersbach zum ersten Mal in der Spessartgemeinde ausrichtete. Unterstützung holten sich die Organisatoren bei Wanderführern der Heimat- und Wanderfreunde. Sie leiteten die Gäste über Strecken von drei, fünf und zehn Kilometern Länge. Start und Ziel war jeweils die Waldschloss-Brauerei.

Dillingen. Bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen richtete der BVS-Bezirk Schwaben in Dillingen a. d. Donau ein integratives Sportabzeichenfest für Menschen mit und ohne Behinderung aus. Alle Teilnehmer kamen aus der Region, jedoch haben sich zu wenig Sportler/innen mit Handicap beteiligt.

Redaktion

Bezirksspielwart Armin Pausewang konnte u. a. den Sportabzeichenbeauftragten des BVS Bayern, Gottfried Hiller, im Donau-Stadion begrüßen. Die neuen Sportanlagen sind hervorragend geeignet, um die Leichtathletik-Disziplinen im Kugelstoßen, Weitsprung, Medizinballweitwurf sowie auf den Sprint- und Langstreckenläufen zu absolvieren. Am Nachmittag wurden im eigens reservierten Eichwaldbad die Schwimmdisziplinen abgelegt. Bei diesen tollen Bedingungen haben sämtliche Sportler/innen das Ziel erreicht und mit hervorragenden Leistungen alle notwendigen Disziplinen bestanden.

Kidisti Weldemichael holt dritten Internationalen Deutschen Meistertitel Bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften der Leichtathleten des Deutschen Behindertensportverbands in Berlin holte sich die für den VSV und die LG Würzburg startende blinde Läuferin Kidisti Weldemichael ihren dritten Titel im Jahr 2012. Nach den Siegen über 800 m und 1500 m in der Halle bewies sie aufsteigende Form, steigerte ihre Bestzeit auf der Bahn über 1500 m um 3 Sekunden und unterbot zum dritten Mal die Paralym-

pics-Norm. Diese muss sie insgesamt fünfmal unterbieten, so hat es Bundestrainer Kramer gefordert, wenn sie für die Paralympics in London nominiert werden will. Ihr oberstes Ziel - eine Teilnahme in London - blieb für dieses Mal noch unerfüllt. Aber in vier Jahren gibt es eine neue Chance. Christoph Hoffmann

Training mit Bundesliga-Blindenfußballern Ungewöhnlichen Besuch bekam in Veitshöchheim das Bundesliga-Blindenfußball-Team „VSV und BFW Würzburg“. Zwölf Kids der E- und D-Fußball-Jugend aus Margetshöchheim absolvierten mit ihrem Trainer Uwe Reuter ein gemeinsames Training mit den Veitshöchheimer Blindenfußballern. Viel Spaß hatten dabei die Zehn- bis bis Zwölfjährigen, ein Dribbling unter der Schwarzbrille zu probieren oder einen Strafstoß blind auf ein Handball-Tor zu schießen. Ein jeder fühlte sich anfangs unter der Schwarzbrille so hilflos wie der zwölfjährige Nico: „Man weiß nicht, wo man hinläuft, stolpert häufig über den Ball.“ Erst allmählich bekam er, wie auch seine Mitstreiter, beim Dribbeltraining etwas Ballgefühl und konnte sich auch aufgrund von Zurufen der sehenden Guides von außen und der Geräusche des mit Schellen versehenen Balls einigermaßen auf dem 40 mal 20 Meter großen, an den Längsseiten von einer hüfthohen Bande umgebenen Spielfeld orientieren. Die Kids lernten auch, mit „voy“ (übersetzt:

„ich komme“) den wichtigsten Ruf beim Angriff auf den Ball führenden Spieler zu praktizieren, um diesen vor einem Zusammenprall zu warnen. Initiiert hatte dieses „gemeinsame“ Training Bianca Hilgenberg, die Mutter eines Jugendspielers. Sie war im letzten Jahr beim Tag der Offenen Tür des BFW darüber begeistert, dass man auch mit blindem Handicap noch voller Freude und Spaß sportlich aktiv sein kann. Für die Margetshöchheimer Kids bedeutete der Ausflug auf die andere Mainseite auch eine wertvolle Sinnesschulung und Integrationserfahrung. Das Team des BFW Würzburg ist Bayerns einzige Blindenfußballmannschaft und spielt in der 2008 gegründeten Blindenfußball-Bundesliga. Interessant war für die jungen Gäste, dass ein Team mit vier blinden Feldspielern und einem sehenden Torwart antritt, die Spielzeit zwei mal 25 Minuten beträgt und dass beim Spiel ein Kopfschutz Pflicht ist. Dieter Gürz

Schwaben Ausschreibung 3. Integratives Bocciaturnier am 22. September 2012 Veranstalter: SV Reha Augsburg, Abteilung Boccia, in Zusammenarbeit mit dem BVS-Bezirk Schwaben Ort: Bocciaanlage des SV Reha Augsburg am Rosenaustadion (oberer Eingang), Christoph-von-Schmid-Str. 10, 86159 Augsburg, Tel. 0821-582541 Gesamtleitung: Roland Rehle, Abteilungsleiter Boccia des SV-Reha Augsburg Meldungen: bis 14.9.2012 schriftlich oder per Mail mit Anmeldeformular bei Roland Rehle, Frickingerstr. 7, 86150 Augsburg, Tel. 0821-155975, E-Mail: [email protected] Startgebühr: 5 € pro Teilnehmer Zeitplan: Die Anreise der Mannschaften hat bis spätestens 9.30 Uhr zu erfolgen. Die Spiele beginnen um 10 Uhr. Roland Rehle

Alle Teilnehmer waren überzeugt, dass dieses Sportfest eine tolle Sache war und auch im nächsten Jahr ausgerichtet werden muss. Nur so können die Sportler/ innen, ob mit oder ohne Behinderung, die Leistungen des jeweils anderen richtig einschätzen und würdigen. Der Bezirk Schwaben wünscht sich, dass sich der Wert dieses Festes bei den Vereinen

herumspricht und es zu einem festen Bestandteil in der Jahresplanung wird. Bedanken möchten wir uns ganz herzlich bei der Großen Kreisstadt Dillingen mit ihrem Oberbürgermeister Frank Kunz für die Überlassung der Sportanlagen. Armin Pausewang

Fuchs, du hast den Käs gestohlen Bezirk Niederbayern wandert in Unterjoch Der Wettergott hatte es mit den Wanderwilligen des Bezirks Niederbayern nicht unbedingt gut gemeint. Trotzdem ließ sich keiner der Teilnehmer unterkriegen, und alle nahmen am Programm teil. Schon früh am Morgen ging es in die Turnhalle zu Elfriede und Charlotte oder in den Kraftraum, um sich für die Wanderungen fit zu machen. Die obligatorische Wanderung nach Oberjoch führte nicht entlang der Straße, sondern auf anspruchsvoller Route über den Sonnenhang nach Krummenbach. In der dortigen Kapelle meditierte Willi, der gerade vom Jakobsweg zurückkam, mit uns über Brücken, die gegenseitig zu bauen sind … Über den „Tobel“ auf dem Sebaldweg – nach einem Wertacher Künstler so benannt – ging es am Ufer eines reißenden Gebirgsbachs zur ehemaligen österreichischen Grenzstation und von dort immer bergauf bis nach Oberjoch. Der Moorweg vermittelte viele Eindrücke und neues Wissen über die Entwicklung

des Hochmoores. Leicht geschafft, aber zufrieden mit der eigenen Leistung ging es im Haus Unterjoch zur Wassergymnastik mit Elfriede oder in die Sauna. Bolsterlang war das nächste Ziel. Mit der Hörnerbahn fuhren wir zum Bolsterlanger Horn. Von dort ging es durch blühende Alpenrosenfelder zur Unteren Bolgenalpe und für einige Hartgesottene über weite Schneefelder zum Gipfel des Riedberger Hornes. Ein besonderes Erlebnis war es, einem balzenden Auerhahn zuzuhören und ihn bei seinem Tanz zu beobachten. Charlotte und Heini, unser Busfahrer und treuer Begleiter, hatten für den nächsten Tag die Ruine Falkenstein ausgesucht, auf 1277 m Höhe gelegen die höchste Burgruine Deutschlands. Der Ausblick war atemberaubend: Die Zugspitze war genauso zu sehen wie die Berge des Thannheimer Tales, das Schloss Neuschwanstein und die Seenlandschaft rund um Füssen.

Ein besonderes Erlebnis sollte das Bergbauern-Museum Immenstadt-Diepholz werden. In verschiedenen Häusern wurde das Leben der Bergbauern lebensnah beschrieben. Manche von uns fühlten sich in ihre Jugendzeit zurückversetzt, denn Erinnerungen an früher wurden geweckt: Die Original-Einrichtung der Kuchl genauso wie das Schlafzimmer entlockten manchem den Ruf: „Bei uns daheim sah es auch so aus!“ oder „So einen Bauern- oder Gewürzgarten hatten wir auch.“ Der Abend war einem Bayerischen Buffet und anschließend dem Schwingen der Tanzbeine vorbehalten. Steffen Hein-

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Spoka 4/2012 HAUS UNTERJOCH 31

Rätseln lohnt sich!

Natürlich stand auch eine Wanderung auf dem Programm: die Umrundung des Grüntensees. Nur drei Tapfere stellten sich dieser Aufgabe, und sie wurden in doppeltem Sinne „belohnt“. Ein herrlicher Weg führte durch ein unberührtes Naturschutzgebiet mit einer fantastischen Vegetation, und sie kehrten triefend nass, in den Schuhen schwimmend und bis auf die Haut durchnässt zurück. Natürlich durfte das Tannheimer Tal mit dem Vilsalpsee nicht fehlen. Ein Teil der Gruppe machte sich von Zöblin aus auf den Weg, andere wanderten ab Tannheim, und einige ließen sich auf die Bimmelbahn ein, um den See zu besuchen. So kam jeder auf seine Kosten. Wir konnten sogar den Enzian neben vielen Heilpflanzen und Kräutern mitten im Kuhglockengeläut entdecken. Die Abende im Haus Unterjoch wurden mit heißen „Mensch-ärgere-Dich-nicht“-

Nadelloch









Γ► kleine Gaststätte, Taverne

Spielen, „Bingo“ oder im „Spielcasino“ verbracht. Ein abendlicher Höhepunkt war das Wettbüro für die Spiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Drei fußballbegeisterte „Expertinnen“ – im Gegensatz zu den Herren Kahn und Scholl – tippten das genaue Ergebnis des Spiels Niederlande gegen Deutschland. Am nächsten Morgen war ihre einhellige Frage: „Wer hat denn überhaupt gespielt?“ Für die Heimfahrt hatten wir uns als Überraschung noch einen Zwischenstopp ausgesucht: eine Kamelfarm in Seeg. Bei endlich strahlendem Sonnenschein konnten wir uns mit einigen Kamelen anfreunden, wobei es das 14 Tage alte Jungtier den meisten angetan hatte. In kurzen Worten erzählte die Leiterin der Farm die Entstehung dieser Einrichtung, die Arbeit mit den Tieren und sprach auch über die Schwierigkeiten, mit diesen vielen Tieren finanziell über die Runden zu kommen. Apropos Tiere: Wer den Schaden hat, braucht für

Fahrt ins Allgäu des BVS-Bezirks Oberfranken

Am ersten Tag gingen wir auf den Spuren des Kommissars Kluftinger. Nach der Besichtigung und Führung in der Kartause Buxheim ging es zum Käspatzen-Essen

anfänglich

4

Zu Fuß durch den Forggensee Der Wettergott meinte es gut mit uns. Die ganze Woche war herrlicher Sonnenschein. Täglich waren wir in der Allgäuer Bergwelt unterwegs.



3

Vorfahr

nach Kronenburg, dann weiter nach Altusried mit Zwischenstopp bei der Ruine Kalten, anschließend nach Memmingen und Kempten. Am nächsten Tag besichtigten wir das Hohe Schloss in Füssen mit der Kirche St. Mang. Am Forggensee mussten wir feststellen, dass dieser noch nicht angestaut war, so dass wir

den Spott nicht zu sorgen! Genau dieses Sprichwort bewahrheitete sich. „Fuchs, du hast den Käs gestohlen!“ Der berühmte Unterjocher Fuchs hatte wieder einmal zugeschlagen und am Balkon den Käse ausgepackt und mitgenommen. Wir bedanken uns bei den beiden Übungsleiterinnen Elfriede und Charlotte sowie bei unserem umsichtigen Busfahrer Heini und auch Steffen Heinrich vom Haus Unterjoch für eine toll organisierte Wanderwoche, bei der natürlich das Wandern und die sportliche Betätigung im Vordergrund standen. Bei der aber auch die zwischenmenschlichen Beziehungen – bei Spielen, Unterhaltungen und Gemeinschaftsgefühl – eine wichtige Rolle spielten. Vielleicht gibt es im kommenden Jahr wieder eine Reise des Bezirkes, und es wäre schön, wenn sich mehr andere Vereine des Bezirkes Niederbayern angesprochen fühlten. Wolfgang Dowrtiel

keine Schifffahrt unternehmen konnten. Also liefen wir zu Fuß durch den See zum Festspielhaus. Am Montag fuhren wir durch das Alpenvorland zum Landesgestüt Schwaiganger und anschließend in die Partnach-Klamm bei Garmisch-Partenkirchen. Am Dienstag machten wir Ravensburg unsicher. Auf dem Rückweg schauten wir uns die Scheidegger Wasserfälle an. Das Kutschenmuseum in Hinterstein stand am folgenden Tag auf dem Pro-

Γ► zähflüssiges Kohleprodukt

Γ► Abkürzung für High Fidelity

Farbe

Beingelenk

zeitliches Abstimmen von Abläufen

Verhältniswort ▼



regsam und wendig







chem. Zeichen für Xenon

zeitlos; immerzu ► weiblicher ► Wassergeist Wasser- ► sportler

gramm. Dabei machten wir auch einen Bummel durch Immenstadt. Abends spielte nach einem bayerischen Buffet Alleinunterhalter Manfred zum Tanz auf. Am letzten Tag bestiegen wir den Adlerhorst im Tannheimer Tal. Wem der Aufstieg zu beschwerlich war, der ging am Haldensee spazieren. Auf dem Rückweg ließen wir uns noch eine Käseprobe in der Käserei in Gunzesried schmecken.

Das Lösungswort ergibt sich aus den farbig unterlegten Fel­dern. Reihen Sie einfach die Lösungsbuchstaben in der Reihen­folge der Zahlen aneinander. Eingang

2 ▼



Mit am Schönsten ist die Allgäuer Landschaft im Herbst neben gut ausgebauten Wanderwegen laden zahlreiche Sehenswürdigkeiten zum Besuch ein. Buchen Sie schnell oder gewinnen Sie bei unserem Preisrätsel! Unter den Einsendern des richtigen Lösungsworts verlosen wir ein Wochenende (Anreise Freitag, Abreise Sonn­tag) für 2 Personen in unserem Sport- und Freizeitzentrum Haus Unterjoch im wunderschönen Allgäu! Inklusive Schwimmbad, Sauna, Fitness­raum, Halbpension ... (Mitarbeiter der Geschäfts­stelle sind ausgenommen).



Körnerfrucht Segelbaum

1

Γ►

„Und das Gute liegt so nah“, dieses Sprichwort verwirklichte sich, als das Ziel des nächsten Tages bekanntgegeben wurde: Wertach, nur wenige Kilometer vom Haus Unterjoch entfernt. Natürlich musste der Geldbeutel auch langsam entleert werden, und so ging es in die Käserei und in eine Gebirgskellerei. Neben dem bekannt wohlschmeckenden Allgäuer Käse gab es in der Kellerei verschiedene Weine aus Spezialgärungen zum Probieren: Zirbenwein, aus den Zapfen der Zirben hergestellt, oder Wein aus Löwenzahnblütenblättern überraschte durch den eigenen Geschmack die Zungen der Verkoster. Etwas Einmaliges!

Bürgerin waageder ital. rechte HauptReihe stadt

berichten, schildern Γ►

Γ►

rich hatte dafür einen Alleinunterhalter organisiert, und es gab Leberkäse und einen deftigen Schweinebraten mit Knödeln und vielen Salaten.

Einsendeschluss: 10. September 2012 Viel Erfolg beim Raten! Senden Sie das Lösungswort mit Ihrer kompletten Anschrift per Post oder E-Mail an: BVS Bayern, Georg-Brauchle-Ring 93, 80992 München, EMail: [email protected] Das Lösungswort beantwortet folgende Frage: Was hat der Fuchs gestohlen? 1

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3

4

Auflösung aus SPOKA Nr. 3/2012: Die Lösung lautete „Ahr“ - Gewinner ist Gustav Decker aus Gunzenhausen.

Der Abschied von den Allgäuer Bergen viel uns schwer, denn wir mussten am nächsten Tag die Heimreise antreten. Auch das Gesellige kam nicht zu kurz. Morgens, entweder vor oder nach dem Frühstück, wurde Gymnastik/Wassergymnastik angeboten, und wenn wir am Nachmittag von unseren Ausflügen zurückkamen, noch einmal Gymnastik.

Abends saßen wir im Aufenthaltsraum zusammen und ließen den Tagesablauf nochmals auf uns einwirken, spielten Karten oder Mensch-ärgere-dich-nicht und sangen Wanderlieder. Am letzten Abend stellten wir die Woche in einer Dia-Schau zusammen und konnten dabei ein positives Resümee ziehen. Nochmals herzlichen Dank für die Gastfreundschaft an das Ehepaar Heinrich und an den Koch Fritz Reuter für die hervorragende Verpflegung in dieser Woche. Herzlichen Dank auch an unseren Busfahrer Daniel. Er fuhr uns sicher durch die ganze Woche. Diese Aufzählungen sind nur einige Programmpunkte, die während der Woche in unserem Domizil „Haus Unterjoch“ angeboten wurden. Heidi Miklis

Redaktionsschluss

für die nächste Ausgabe des Spoka ist der 5. September 2012.

BVS Bayern • Georg-Brauchle-Ring 93 • 80992 München ZKZ 06407 • Entgelt bezahlt • PSdg.

Sport- und Freizeitzentrum Haus Unterjoch Wer Ruhe und Erholung sucht, der ist im Sport- und Freizeitzentrum Haus Unterjoch absolut richtig! Genießen Sie dieses einmalige Ambiente im leicht hügeligen Allgäu. Im Rücken die hohen Berge mit ihren Almen, liegen Ihnen die sanften, gut ausgebauten Wander­wege mit vielen Kuh- und Pferde­ weiden zu Füßen. Neben Wan­­derungen für jede Kon­ stitution lohnen sich Tagesaus­ flüge zu den Königsschlössern Neu­ schwan­ s tein und Hohenschwangau. Mehr „Action“ bieten die nahe Sommer­ rodelbahn und Erlebnisschwimmbäder. Entspannung, aber ebenso sportliche Anreize bietet das Haus Unterjoch mit moderner Saunalandschaft, großem Schwimmbad, Turnhalle, Kegelbahn, bestens ausgestattetem Fitness- und Kraftsportraum oder der Außensport­ anlage mit Tennis­platz und einem Spielplatz für kleinere Kinder. Das Sport- und Freizeitzentrum Haus Unterjoch des BVS Bayern liegt in 1.100 m Höhe ü. M. und ist barriere­frei erbaut. Für Lehrgänge bis zu 25 Personen steht ein top ausgerüsteter Multimedia-Raum zur Verfügung. Nach Vor­ab­­ sprache bereiten wir gerne alles für Ihre Besprechung oder Ihr Seminar vor. Ob Wandern, Radwandern, Familienwochen, Kneippkuren oder Skikurse hier finden Sie zu jeder Jahreszeit alles, was Ihr Herz begehrt und Ihren Urlaub attraktiv gestaltet. Die ruhige Region gilt als hausstaubmilbenfrei und extrem pollen- und schimmelpilzarm. Der heilklimatische Charakter wird mit Luftgüte­grad 1 beschrieben. Die aktuelle Preisliste finden Sie im Internet oder fordern Sie sie einfach per Telefon an:

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Obergschwend 22 87541 Bad Hindelang Tel. (0 83 24) 98 09-0 • Fax 98 09-40 E-Mail: [email protected] Internet: www.haus-unterjoch.de