2017 - BVS Bayern

2017 - BVS Bayern

Offizielles Organ des Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbandes Bayern B 6407 E Foto: Dorothée Krätzer Ausgabe Oktober/November SPOKA All i...

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Offizielles Organ des Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbandes Bayern

B 6407 E

Foto: Dorothée Krätzer

Ausgabe Oktober/November

SPOKA

All inclusive Ohne Grenzen Bewegung

Drei Tage Sport und Spaß auf Rädern EISs-Spiel- und Sportfeste Süd und Nord 5. Inklusions-Sportfest in Rummelsberg

5/2017

GEMEINSAM STARK

WIR FÜR DEN SPORT! WWW.TIPICO.DE Teilnahme unter 18 Jahren nicht erlaubt. Auf Gefahren durch Spielsucht wird hingewiesen. Kostenlose Suchtberatungshotline: 0800 084 74 26, Mo. – Sa. von 6:00 – 22:00 Uhr.

Spoka 5/2017 EDITORIAL 3

Inklusion im Sport ‒ nur ein Modewort? Liebe Leserinnen und Leser, ehrlicherweise muss man sagen, dass man sich der Frage, die in der Überschrift gestellt wird, ab und an durchaus stellen muss. Inklusion ist in allen Lebensbereichen in aller Munde, so auch im Sport. Aber was ist Inklusion denn eigentlich? Wenn wir vor ein paar Jahren z. B. noch einen „Integrationslauf“ ausgerichtet haben, reicht es dann heute bereits, diesen in „Inklusionslauf“ umzubenennen und das Konzept ansonsten so weiter zu verfolgen wie gehabt? Ab und an mag das funktionieren, aber oftmals auch nicht. Denn Inklusion ist zu allererst eine geistige Haltung. Durch Inklusion soll es bis dato ausgeschlossenen Personen möglich gemacht werden, an Angeboten in der Gesellschaft teilzunehmen. Der BVS Bayern mit seinen Mitgliedsvereinen und Mitgliedern hat hier bereits vielfältige Angebote und Möglichkeiten geschaffen, die oftmals bereits seit Jahren existieren. Dennoch gilt es, unsere Angebote und Möglichkeiten im Sinne der UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderung weiterzuentwickeln, zu hinterfragen und auszubauen. So wurden u. a. Projekte wie die „Erlebte Inklusive Sportschule“ (EISs) oder das Kompetenzzentrum Inklusionssport (KIKS) aufgebaut, mit denen wir uns diesem Thema verstärkt widmen. Auch kleinere Dinge wie detailliertere Ausschreibungen wurden auf den Weg gebracht. Dennoch gibt es verbandsintern und verbandsextern immer wieder wichtige Stellschrauben, um uns in punkto Inklusion weiter positiv zu positionieren und unserer führenden Rolle in der deutschen Sportlandschaft in diesem Bereich gerecht zu werden. Diese Führungsrolle haben wir auch Ihrem Engagement und Ihrer Haltung zu verdanken, denn nur wenn alle mitziehen, kann Inklusion nachhaltig gelingen und mehr sein als eine reine „Worthülse“. Deshalb danke ich Ihnen allen herzlich für das Engagement jedes Einzelnen in unseren Strukturen. Natürlich gilt es auch weiterhin, sich nicht auf dem Geschafften auszuruhen, sondern das Thema mit Nachdruck und Beharrlichkeit zu verfolgen. Zum Beispiel, indem wir unsere Veranstaltungs- und Sportkonzepte immer weiterentwickeln und im Sinne der Inklusion nach vorne bringen. Nun aber viel Spaß beim Lesen und einen heiteren Herbst wünscht Ihnen Ihr Alexander Grundler, Vizepräsident Inklusion des BVS Bayern

Inhalt Titelthemen

06 All inclusive Sport und Spaß auf Rädern 10 Ohne Grenzen EISs-Spiel- und Sportfeste 13 Bewegung 5. Inklusions-Sportfest Rummelsberg

Verband

04 Außenansicht 07 Sonderregelung greift 07 BVS-Lehrgangsplan 2018 erscheint 08 Aktuelle Rechts-Neuerungen

Inklusionssport 12 Segelspaß

VdK Bayern

14 Der VdK Bayern spricht Klartext

Breitensport

16 Kegeln 5 Titel bei Deutscher Meisterschaft

Leistungssport

17 TalentTage am 19. und 22.10. 19 Paracycling 2 x Gold, 1 x Silber, 1 x Bronze

Aus den Bezirken

22 Oberbayern Erfolgreich bei Special Olympics 23 Niederbayern Sportabzeichentag 25 Oberpfalz 70 Jahre ASV Neumarkt 26 Oberfranken Vereinsjubiläen 29 Mittelfranken Mit dem Rad unterwegs 30 Schwaben 50 Jahre Frauengruppe

4 Informationen aus dem VERBAND Spoka 5/2017

Sport ist ein Schlüssel am großen Schlüsselbund BVS Bayern sieht Nachbesserungspotenzial beim Bundesteilhabegesetz Inklusion betrifft alle Bereiche des Lebens. Nach einer langen Entstehungsphase, bei der auch nahezu alle deutschen Verbände, Aktionsgemeinschaften und Interessensvertretungen der Menschen mit Behinderung aktiv Stellung genommen haben, ist das Bundesteilhabegesetz am 1. Januar 2017 in Kraft getreten und wird seitdem als Modell in allen Bundesländern erprobt. Es erleichtert Menschen mit Behinderung in vielen Bereichen das, was in einer sozialen Gesellschaft eigentlich selbstverständlich sein sollte: die Teilhabe am Alltag. Gleichzeitig müssen noch viele Stellschrauben gedreht werden – vor allem im Sport. Denn zur Teilhabe in einer inklusiven Gesellschaft gehören maßgeblich auch sportliche Aktivitäten, das Mitwirken in Sportvereinen und die Übernahme ehrenamtlicher Aufgaben. Im Juli sprachen BVS Bayern-Präsidentin Diana Stachowitz, BVS BayernGeschäftsführer Martin Maciejewski und der BVS Bayern-Inklusionsexperte Frank

Berichtigung Artikel „Da geht noch was!“ auf Seite 5 im SPOKA, Ausgabe 4/2017 Frank Reinel wurde versehentlich als Vizepräsident bezeichnet. Richtig muss es heißen: „BVS Bayern-Inklusionsexperte Frank Reinel …“ Wir bitten das Versehen zu entschuldigen. Redaktion

Reinel im Münchner Haus des Sports mit der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales Gabriele Lösekrug-Möller darüber, an welchen Punkten die Vertreter des Behinderten- und Rehabilitationssports Nachbesserungspotenzial sehen. So müsse Sport für alle Menschen mit Behinderung uneingeschränkt mög-

lich sein. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat das „BTHG“ ausgearbeitet und begleitet die Umsetzung. Die parlamentarische Staatssekretärin sieht im Sport einen Schlüssel am großen Schlüsselbund für gelingende Inte­ gration – und im BVS Bayern einen wichtigen Partner. BVS Bayern

Von außen betrachtet

Warum braucht Bayern den BVS Bayern? Die Aktiven, die Mitglieder, die Freunde und Förderer kennen „unseren“ BVS Bayern in- und auswendig. Aber wie werden wir „von außen“ wahrgenommen? Welchen Stellenwert hat der Behinderten- und Rehabilitationssport bei den Entscheidungsträgern in der Politik, in der Verwaltung, in anderen Spitzenverbänden? Wie sieht uns „die Öffentlichkeit“? In der Reihe „Von außen betrachtet“ lassen wir Stimmen zu Wort kommen, die den BVS Bayern in einer „Außenansicht“ beleuchten. In dieser Ausgabe ist das die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Gabriele Lösekrug-Möller: „Auf dem Weg in eine inklusive Gesellschaft bietet der Sport vielfältige Möglichkeiten für ein selbstverständliches und faires Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderungen. In der Bundesrepublik Deutschland tragen viele haupt- und ehrenamtliche Mitglieder in Sportverbänden und -vereinen dazu bei, die Teilhabe von Menschen mit körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen kontinuierlich zu verbessern. Zudem ist es erfreulich, dass sich über den Sport hinaus, zwischen Vereinsmitgliedern, Mitspielerinnen und Mitspielern häufig gegen-

seitige Hilfe und Unterstützung sowie Freundschaften entwickeln. Ich bin dem BVS Bayern für sein Engagement und seine wertvolle Arbeit auf diesem weiten Spielfeld sehr dankbar.“

Impressum Inhaber und Verleger BVS Bayern Landesgeschäftsstelle Georg-Brauchle-Ring 93 80992 München Tel. (089) 544189-0, Fax 544189-99 E-Mail: [email protected] Internet: www.bvs-bayern.com Präsidentin Diana Stachowitz Anschrift Landesgeschäftsstelle (s. o.)

Redaktion (V.i.S.d.P.) Uschi Zimmermann (Kontakt s. u.), Maria Jolanda Boselli, BVS Bayern Layout Uschi Zimmermann, BVS Bayern Tel. (09371) 9486090, Fax 9486091 E-Mail: [email protected] Druck Schneider-Druck GmbH Erlbacher Str. 102-104, 91541 Rothenburg, Tel. (09861) 400-0, Fax (09861) 400-16 Internet: www.rotabene.de Auflage: 2.500 Exemplare

Erscheinungsweise 6 Ausgaben pro Jahr Bezugspreis Jahresabo (6 Ausgaben) 5,00 € für BVS-Mitglieder Versandkostenbeitrag; Nichtmitglieder 12,00 €/Jahr (inkl. MwSt. und Versand) Hinweis Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für unverlangt eingesandte Manuskripte wird keine Haftung übernommen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht. Die Redaktion behält sich das Recht vor, eingesandte Artikel zu kürzen.

Spoka 5/2017 Informationen aus dem VERBAND 5

Wahl zu den BVS Bayern-Sportler/-innen des Jahres Online-Abstimmung auf der Homepage des BVS Bayern Zum 9. Mal ehrt der BVS Bayern erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler mit der Auszeichnung „Sportler des Jahres“. Seit mehreren Jahren wird der Preis für herausragende sportliche Leistungen in der vorhergehenden Saison in drei Kategorien verliehen: an den oder die Sportler/-in des Jahres, an die Mannschaft des Jahres und an den oder die Nachwuchssportler/-in des Jahres. Statt einer Jury haben die Fans des BVS Bayern, und wahrscheinlich auch SIE, liebe Leserinnen und Leser unse-

res SPOKA, per Online-Abstimmung die Sieger bestimmt. Die Auszählung läuft. Wir sind gespannt, wer die meisten Stimmen erhalten hat. Die Ehrung der BVS-Sportler/-innen des Jahres findet am 19.10.2017 im Rahmen des TalentTages in den Ernst-Barlach-Schulen der Pfennigparade München statt. „In 2016 haben wieder viele tolle Sportler/-innen mit ihren sportlichen Erfolgen die Auszeichnung verdient! Ich bin gespannt, wen die Besucher unserer Homepage wählen werden“, freut sich BVS Bayern-

Präsidentin Diana Stachowitz. Die Sieger erhalten jeweils eine Prämie in Höhe von 1.000 Euro. Bei der Ehrung wird auch BVS Bayern-Botschafter Sven Hannawald dabei sein. Seit 2009 waren unter den Ausgezeichneten u. a. Anna Schaffelhuber und das Paralympics Future Team. Im nächsten SPOKA berichten wir dann über die Sieger/-innen. Die Aktion „Sportler/-innen des Jahres“ wird von unserem Partner vbw Die bayerische Wirtschaft gesponsert. BVS Bayern

In diesem SPOKA möchten wir Ihnen die Kandidaten vorstellen, die zur Wahl standen:

Foto: DBS/KMüller

Kategorie Sportler/-in des Jahres

Andrea Nowak, 1. CKKS Traunreuth

Deutsche Meisterin im Karate

Erich Winkler, TV Geisenhausen

Maik Szarszewski, SC Vöhringen

BVS-Damen-Auswahlmannschaft,

BVRS Cham, Bosseln

Sebastian Meierdiercks, SCPC Prien

Manuela Großhäuser, ISG Erlangen

Deutscher Meister 1 km und 3 km Bahn, 2. Platz Weltcup Paracycling

1. Platz Weltcup Nove Mesto, 5. Platz Paralympics Rio im Bogensport

Kategorie Mannschaft des Jahres

RGSV Moosburg, Fußballtennis

Bayerischer Meister 2013 bis 2016, Deutscher Vizemeister 2016

Rollstuhlbasketball Deutsche Meister 2016

Bayerischer und Deutscher Meister 2016

Kategorie Nachwuchssportler/-in des Jahres

Lena Kramm, BSV München

u. a. 2. Platz Einzel im TischtennisWeltranglistenturnier in Lignano

2. Platz Jugendwertung Prien-City-Cup 2016

Bayerische und Deutsche Meisterin im Kegeln Classic

6 Informationen aus dem VERBAND Spoka 5/2017

„All inklusiv“

Drei Tage Sport und Spaß auf Rädern Es ist die größte inklusive Radltour Bayerns. Drei Tage lang treten Radbegeisterte mit und ohne Behinderung in die Pedale. Und das seit 17 Jahren! So lange veranstalten VdK Bayern und BVS Bayern gemeinsam dieses Radevent. Rund 200 Hobbyradlerinnen und -radler waren es in diesem Jahr. Bei radlerfreundlichem Wetter ging es diesmal durch Mittelfranken rund um Neuendettelsau. Um die 60 km legten sie jeden Tag zurück, die Strecke führte durch malerische Orte und abwechslungsreiche Landschaften. Die Teilnehmer wurden überall herzlich begrüßt, Schaulustige und Medien begleiteten die Tour – und natürlich auch die gelben Radl-Engel, die THWler aus Fürstenfeldbruck und die Johanniter aus Peißenberg, die schon seit ein paar Jahren die technische und medizinische Absicherung übernehmen. Mit dabei

waren auch BVS Bayern-Ehrenpräsident Hartmut Courvoisier, Landessportarzt Peter Zimmer und die Frauenbeauftragte des BVS Bayern, Sofie Heidenheimer. Courvoisier dankte den Teilnehmern, den Betreuern und den Ehrenamtlichen für ihr Engagement. Beim gemeinsamen Erlebnis von Sport und Spaß fallen Barrieren im Kopf und in den Herzen, sagte er. VdK-Landesgeschäftsführer Michael Pausder betonte, statt sportlichem Ehrgeiz gäben bei der Tour Teamgeist und Spaß den Ton an und im Vordergrund stehe nicht der Wettbewerbsgedanke, sondern das Gemeinschaftserlebnis. Beim bunten Abend mit Musik und Tanz zum Abschluss der Tour wurde das so richtig deutlich. So geht Inklusion, und so selbstverständlich, wie Menschen mit und ohne Behinderung an diesen drei Tagen miteinander geradelt und umgegangen sind, sollte es immer sein. Events wie die Radltour von VdK Bayern und BVS Bayern sind ein Schritt in diese Richtung, darüber waren sich alle Teilnehmer einig. BVS Bayern

Fotos: Mirko Besch, VdK Bayern rechts oben + mitte: H. Courvoisier

Spoka 5/2017 Informationen aus dem VERBAND 7

Sonderregelung greift

Kleine Revolution für Herzgruppen Seit dem 31. Juli 2017 darf ein Arzt bis zu drei Herzgruppen parallel betreuen. Der Vizepräsident des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), Thomas Härtel, erklärt dazu: „Diese Regelung stellt eine wesentliche Erleichterung für die Durchführung von Herzgruppen dar. Die bisher erforderliche ständige Anwesenheit des Arztes in jeder einzelnen Herzgruppe ist nicht mehr nötig, dennoch bleiben die ärztliche Begleitung und Betreuung sichergestellt.“ Die Neuerung für den ärztlich verordneten Rehabilitationssport, für die sich die Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (DGPR) und der DBS eingesetzt haben, wurde nun durch die Rehabilitationsträger auf Bundesebene genehmigt. Damit diese Sonderregelung von den Vereinen in Anspruch genommen werden kann, müssen bestimmte Rahmenbedingungen gegeben sein: • Übungsräume liegen auf einer Ebene und sind untereinander schnell und barrierearm erreichbar (z. B. Dreifachsporthalle).

• Die ärztliche Betreuung und die Übungsleitung kennen die kürzesten Wege zwischen den Übungsräumen. • Ärztliche Betreuung erfolgt über die volle Übungszeit, und die persönliche Anwesenheitszeit ist auf alle beteiligten Gruppen aufgeteilt. • Defibrillator und Notfallkoffer sind zentral aufgestellt und zu jeder Zeit für alle Gruppen zugänglich. • Bei Notfällen oder Unfällen wird die Übungseinheit der betroffenen Gruppe abgebrochen und es werden entsprechende Notfallmaßnahmen eingeleitet. Darüber hinaus sind die Herzgruppenteilnehmer, verordnenden Ärzte sowie der anerkennende DBS-Landesverband (hier: BVS Bayern) über die Inanspruchnahme der Sonderregelung zu informieren. „Mit dieser Sonderregelung“, so die leitende Ärztin und DBS-Vizepräsidentin Dr. Vera Jaron, „gehen wir einen ersten Schritt, um weiterhin für eine flächendeckende Versorgung mit Herzgruppen zu sorgen. Wir werden jedoch weiter nach

Foto: picture alliance/DBS

Lösungen suchen, um insbesondere im ländlichen Raum ein bedarfsgerechtes Angebot für die Menschen mit HerzKreislauf-Erkrankungen sicherzustellen.“ Die Grundlage für diese Sonderregelung wurde auf einem Workshop zur Weiterentwicklung der Herzgruppen im ärztlich verordneten Rehabilitationssport in Berlin Ende 2016 gelegt. Damit wurden erweiterte Handlungsoptionen für Vereine geschaffen, die Herzgruppen anbieten. Der DBS setzt sich weiterhin dafür ein, zusätzliche Handlungsoptionen für die Vereine zur Sicherung der Herzgruppen zu erarbeiten. Kevin Müller, DBS

BVS-Lehrgangsplan 2018 erscheint Umfangreiches Angebot zu Aus- und Fortbildungen Der BVS Bayern bringt in den nächsten Tagen seinen Lehrgangsplan für das kommende Jahr heraus. Auch 2018 bietet der Verband wieder ein umfangreiches Programm an Ausbildungen im Bereich Behindertensport sowie im Rehabilitationssport an. Es bestehen nächstes Jahr noch mehr Möglichkeiten, sich zum Übungsleiter ausbilden zu lassen. Die Ausbildungslehrgänge zum Übungsleiter B Rehabilitationssport werden für die Indikationen Orthopädie, Innere Medizin, Neurologie und geistige Behinderung angeboten. Für Teilnehmer, die bereits Vorqualifikationen erworben haben, gibt es eine Vielzahl an Sonderlehrgängen. Bei Fragen stehen Ihnen die Mitarbeiter der Geschäftsstelle gerne beratend zur Seite.

Wie gewohnt gibt es zudem eine vielseitige und interessante Auswahl an Fortbildungslehrgängen zur Lizenzverlängerung für alle Übungsleiter. Es ist für jeden etwas dabei! Ein Blick in das Lehrgangsprogramm lohnt sich auf alle Fälle!!! Der Lehrgangsplan 2018 steht ab Anfang Oktober als PDF-Datei unter www. bvs-bayern.com/Bildung/Lehrgangsplan-2018 zum Download bereit. Die Print-Version wird im Oktober an alle BVS-Vereine versandt und kann bei Bedarf nachgefordert werden (Denken Sie bitte an einen mit 1,45 € frankierten und adressierten Rückumschlag!). Die Anmeldung zu den Lehrgängen ist nur online per BVS-Internetformular oder mit dem offiziellen Formular aus dem Lehrgangsplan mit der eigenhändi-

Lehrgangsplan

2018

Übungsleiter Behindertensport ... Übungsleiter Rehabilitationssport mit Schwerpunkten Orthopädie, Innere Medizin, Neurologie, Geistige Behinderung ...

Sonderlehrgänge ... Zusatzausbildungen ... Fortbildungslehrgänge ... Lehrgänge zur Lizenzverlängerung

Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Bayern e. V.

gen Unterschrift des Bewerbers gültig. Redaktion

8 Informationen aus dem VERBAND Spoka 5/2017

Der BVS Bayern informiert: Aktuelle Rechtsneuerungen Wieder möchten wir unsere Mitglieder über aktuelle rechtliche Neuerungen informieren. Diesmal zu den Themen Zweites Bürokratientlastungsgesetz, wirtschaftliche Betätigung eingetragener Vereine, Datenschutz-Anpassungsund -Umsetzungsgesetz EU und Änderung der Künstlersozialabgabe.

Neuerungen durch das 2. Bürokratieentlastungsgesetz FUNDSTELLE/QUELLE /// 2. Gesetz zur Entlastung insbesondere der mittelständischen Wirtschaft von Bürokratie (2. Bürokratieentlastungsgesetz – BEG – v. 12.5.2017) Der Bundesrat hat am 12.05.2017 dem 2. Bürokratieentlastungsgesetz zugestimmt. Die daraus entstehenden allgemeinen steuerlichen Änderungen betreffen auch Vereine. Folgende Änderungen treten rückwirkend zum 1. Januar 2017 in Kraft. 1. Die obere Grenze zur vierteljährlichen Abgabe der Lohnsteuer-Anmeldungen wird von 4.000 € auf 5.000 € (§ 41a Abs. 2 S. 2 EStG) erhöht. 2. Ein Vorsteuerabzug aus Rechnungen/ Kaufbelegen ist nur möglich, wenn der Beleg bestimmte Angaben enthält. 3. Für Kleinbetragsrechnungen wird die Grenze auf 250 € erhöht (bisher bis zu einem Betrag von 150 €). Zusätzlich gelten geringere Anforderungen. Nicht erforderlich sind u. a. die Anschrift des Rechnungsempfängers, der Nettobetrag und der absolute Mehrwertsteuerbetrag. Enthalten sein muss jetzt nur noch: • vollständiger Name und Anschrift des ausstellenden Unternehmens • Menge und Art der Lieferung oder Leistung • Entgelt (Rechnungsbetrag) • angewendeter Steuersatz bzw. ein Steuerbefreiungshinweis. 4. Die Abschreibungsgrenze für geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) wird auf 800 € erhöht. 5. Anschaffungskosten für bewegliche

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Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens (z. B. Geräte, Büromöbel) konnten bisher bis zu einen Nettobetrag von 410 € sofort als Betriebsausgabe abgesetzt werden. Diese Grenze wird auf 800 € erhöht. Sind die Anschaffungskosten höher, muss das Anlagegut abgeschrieben werden (§ 6 Abs. 2 EStG). Anschaffungen in diesem Jahr, die sich in diesem finanziellen Bereich bewegen, sollten daher auf 2018 verschoben werden. Aufzeichnungspflichten für geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG): Bisher müssen Sachanlagegüter mit einem Anschaffungswert von über 150 € in ein Anlagenverzeichnis aufgenommen werden. Diese Wertgrenze für Sofortabschreibungen erhöht sich auf 250 € (§ 6 Abs. 2 S. 4 EStG). Die Regelung gilt erstmals bei Wirtschaftsgütern, die nach dem 31.12.2017 angeschafft, hergestellt oder in das Betriebsvermögen eingelegt werden (§ 52 Abs. 12 S. 3 EStG). Bei Beschäftigungsverhältnissen mit sogenannten kurzfristig Beschäftigten führt die seit 1.1.2017 geltende Erhöhung des Mindestlohns auf 8,84 € pro Stunde zu einem durchschnittlichen Tageslohn von jetzt max. 72 € (bislang 68 €) (Tageslohngrenze § 40a Abs. 1 S. 2 Nr. 1 EStG). Das ist bei der Abrechnung der Lohnsteuerpauschalierung von 25 % zu beachten. Für zugegangene Lieferscheine wird die Aufbewahrungsfrist künftig bereits mit dem Erhalt der Rechnung enden. Gleiches gilt für abgesandte Lieferscheine ‒ deren Aufbewahrungszeit wird mit dem Versand der Rechnung ablaufen. Dies gilt allerdings nicht, wenn Lieferscheine im Einzelfall als Buchungsbelege herangezogen werden (§ 147 Abs. 3 Sätze 3 und 4 AO). Änderung der Fälligkeit des Gesamtsozialversicherungsbeitrags: Beiträge, deren tatsächlicher Wert für den laufenden Monat noch nicht bekannt ist, können in Zukunft anhand des Wertes für den Vormonat beziffert werden. Mit diesem sog.

vereinfachten Verfahren entfällt die bisherige Schätzung der Werte (§ 23 Abs. 1 Satz 2 ff SGB IV). Allerdings müssen die sich ergebenden Abweichungen zur tatsächlichen Beitragsschuld in der Entgeltabrechnung des Folgemonats rechnerisch noch abgezogen oder addiert werden.

Wirtschaftliche Betätigung eingetragener Vereine (e.V.) FUNDSTELLE/QUELLE /// BGH, Beschluss v. 16.5.2017, Az.: II ZB 7/16 Mit der sog. Kindergarten-Entscheidung vom 16.5.2017 hat der BGH die seit Jahren zum Teil heftig diskutierte Frage geklärt, ob und in wieweit sich ein e.V. als sog. Idealverein (§ 21 BGB) auch unternehmerisch/wirtschaftlich betätigen darf. Das Urteil des BGH hat für die vereinsrechtliche Praxis erhebliche Auswirkungen, denn es gibt eigentlich so gut wie keinen Verein, der sich nicht – in welchem Umfang auch immer – unternehmerisch betätigt, um dadurch die eigentlichen satzungsmäßigen Aufgaben zu finanzieren, z. B. durch den Betrieb einer Vereinsgaststätte oder eines FitnessStudios, einer Kletterhalle, Reitanlage, Kegelbahn oder im Bereich Reha- und Gesundheitssport. Dem Urteil des BGH zufolge kann ein Verein ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb sein, wenn dieser dem ideellen

Fragen und Informationen zum Bezug des SPOKA Für Änderungen Ihrer Anschrift sowie die Neu- und Abbestellung Ihres SPOKA-Abonnements etc. ist Herr Volker Haberland in der Geschäftsstelle des BVS Bayern zuständig:

BVS Bayern e.V. Volker Haberland Georg-Brauchle-Ring 93 80992 München

Tel. 089-544 189-50 Fax 089-544 189-99 [email protected]

Spoka 5/2017 Informationen aus dem VERBAND 9

Hauptzweck des Vereins zugeordnet ist. Dann fällt er unter das sog. Nebenzweckprivileg. Dabei kommt der Anerkennung eines Vereins als gemeinnützig i. S. d. Steuerrechts (§§ 51 ff. AO) entscheidende Bedeutung zu. Diese Anerkennung indiziert, dass ein Verein nicht auf einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb als Hauptzweck ausgerichtet ist. Achtung: Das bedeutet nicht, dass dies jetzt immer automatisch bei jedem Verein der Fall ist. Es kommt nach wie vor auf den Einzelfall an. Aber eines wird deutlich: Der Status der Gemeinnützigkeit hat für jeden Verein noch mehr an Gewicht gewonnen. Die Gemeinnützigkeit ist damit zu einer Art „Lebensversicherung“ für jeden Verein geworden und sorgt nicht nur für steuerrechtliche Vorteile, sondern ‒ durch den Eintrag ins Vereinsregister ‒ für den „e.V.-Status“. Dieser ist z. B. für die Mitgliedschaft eines Sportvereins in seinem Landessportbund unerlässlich.

Bundestag und Bundesrat beschließen DatenschutzAnpassungs- und -Umsetzungsgesetz EU [DSAnpUG-EU] (aus Rechtstelegramm DOSB, QUELLE /// BMAS PM Nr. 24/2017 vom 9.6.2017) Am 25. Mai 2018 wird die EU-Datenschutzgrundverordnung [EU-DSGVO] in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union als unmittelbar geltendes Recht angewendet werden. Damit soll in allen Mitgliedstaaten ein gleichwertiges Schutzniveau für die Rechte und Freiheiten von natürlichen Personen bei der Verarbeitung von Daten gewährleistet werden. Das Gesetz steckt in vielen zentralen Punkten den Rahmen des Datenschutzrechts ab und bietet damit auch entsprechende Planungssicherheit. Die Herausforderung für Datenschutzexperten wie für die Anwender – auch in Sportverbänden und -vereinen – wird sein, die vorhandenen Regelungen in den noch verbleibenden Monaten an die neue Verordnung anzupassen und umzusetzen. Das kann unter Umständen mit erheblichem Aufwand verbunden sein. Verstärkt wird der Druck zur termingerechten Umsetzung auch dadurch, dass die EU-DSGVO im Vergleich zum bisherigen Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) massiv erhöhte Bußgelder vorsieht.

Bei der Abschätzung des Anpassungsbedarfs sollten folgende Neuregelungen besonders beachtet werden: • Hohe Risiken bei Fehlern: Bußgelder von bis zu 20 Millionen € oder 4 % des globalen Umsatzes – je nachdem, welcher Betrag höher ist. Nur Verstöße, die allein deutsches Recht betreffen, sind bei 50.000 € gedeckelt. • Schmerzensgeld: Verbraucher (d. h. auch Arbeitnehmer) können Schadensersatzansprüche auch wegen Nichtvermögensschäden geltend machen. Das ist neu und führt zu erheblichen wirtschaftlichen Risiken für Unternehmen. • Beweislastumkehr: Der Arbeitgeber muss nachweisen können, dass er die geltenden datenschutzrechtlichen Vorgaben einhält. Hierfür muss das Unternehmen auch die umfassenden Dokumentationspflichten der DSGVO umsetzen. • Das Gesetz enthält Sonderregelungen zu einigen Spezialgebieten, wie etwa dem Datenschutz am Arbeitsplatz oder Videoüberwachung. • Viele Teile des bisherigen Beschäftigtendatenschutzes bleiben bzw. werden in das neue Gesetz übernommen. • Die Aufklärung von Straftaten oder anderen Pflichtverstößen bleibt zwar zulässig, muss aber strengen Anforderungen genügen – das gilt vor allem für die Transparenz der Datenverarbeitung. • Bezüglich der Transparenz bleibt es weitgehend bei den umfassenden Unterrichtungspflichten nach Art. 13 ff. DSGVO. • Die sehr weitgehenden Dokumentationspflichten nach der DSGVO werden durch das BDSG nicht reduziert. • Auch die Datenverarbeitung durch Betriebsräte muss sich künftig an den Maßstäben des BDSG und der DSGVO messen lassen. • Kollektivvereinbarungen bleiben ein zulässiges Mittel zur Regelung erlaubter Datenverarbeitung, müssen allerdings die Anforderungen von Art. 88 Abs. 2 DSGVO und § 26 BDSG erfüllen. Geltende Betriebsvereinbarungen müssen dazu ggf. einzeln oder durch den Abschluss entsprechender Rahmenbetriebsvereinbarungen angepasst werden.

Zur Einschätzung der nötigen Anpassungen kann auch der Fragebogen des Bayrischen Landesdatenschutzbeauftragten dienen. Sie finden ihn unter: https:// www.lda.bayern.de/de/index.html. Experten gehen davon aus, dass auch die anderen Aufsichtsbehörden nicht wesentlich von dem im Fragebogen erkennbaren Anforderungskatalog abweichen werden. Darüber hinaus bieten Expertenforen – wie z. B. das Datenschutzportal der Führungs-Akademie – die Möglichkeit, sich rechtzeitig und umfassend auf die Anwendung der neuen Datenschutzregeln einzustellen.

Die Künstlersozialabgabe sinkt 2018 auf 4,2 Prozent (aus Rechtstelegramm DOSB, Quelle BMAS PM Nr. 24/2017 vom 9.6.2017) Der Künstlersozialabgabesatz wird im nächsten Jahr von derzeit 4,8 % auf 4,2 % sinken. Der Abgabesatz geht damit im zweiten Jahr nacheinander deutlich zurück. Grund hierfür ist das Gesetz zur Stabilisierung des Künstlersozialabgabesatzes. Achtung: Auf dessen Grundlage kommt es seit 2015 zu einer verstärkten Prüfungs- und Beratungstätigkeit der Deutschen Rentenversicherung und der Künstlersozialkasse. Warum ist das für Vereine wichtig? Unter Umständen müssen auch Sportvereine Abgaben an die KSK zahlen, z. B., wenn sie mehr als viermal im Jahr Künstler, Publizisten oder Grafiker beschäftigen oder für Kursleiterhonorare über 2400 € im Jahr ausgeben. Die Abgabe hat übrigens nichts damit zu tun, ob die von ihnen Beschäftigten Mitglieder der KSK sind oder nicht. Mehr Infos zur Künstlersozialabgabe finden Sie z. B. hier: http:// www.akademie.de/wissen/kuenstlersozialabgabe-ksk-pruefung/ksk-abgabe -wer-wofuer.

BVS Bayern auf acebook www.facebook.com/ bvsbayernbehindertensport

10 INKLUSIONSsport Spoka 5/2017

„Sport ohne Grenzen“

EISs Spiel- und Sportfeste in Oberasbach und am Spitzingsee Einmal im Jahr veranstaltet der BVS Bayern in Kooperation mit Vereinen und Einrichtungen die EISs-Spiel- und Sportfeste – einmal im Norden und einmal im Süden von Bayern.

Über eine Schlucht Zum wiederholten Male hieß es „Sport ohne Grenzen“ am Haus BergSee am Spitzingsee. Der BVS Bayern hatte dazu in Kooperation mit dem Haus Bambi der Lebenshilfe Miesbach alle sportbegeisterten Kinder und Jugendlichen zum EISs-Spiel- und Sportfest eingeladen. „Es war das schönste Fest in all den Jahren“, so Stephan Kaiser, Leiter der Veranstaltung, der dieses Jahr auch noch das zehnjährige Bestehen seiner Abteilung „Handicap Integrativ“ der SG Hausham feierte. Bei perfektem Sommerwetter und mit mehr als einem Dutzend Stationen zum Ausprobieren konnten dieses Jahr rund 70 Kinder und Jugendliche ein ganz besonderes Fest genießen. Auch der Miesbacher Landrat Wolfgang Rzehak mischte sich mit seiner Frau und seinen Kindern unter die Teilnehmer. Das Teilnehmerfeld war bunt gemischt ‒ vom Rollifahrer, Kindern der Lebenshilfe mit geistiger Behinderung bis zu Grundschülern der umliegenden Schulen war alles angetreten. Ausgerüstet mit Stempelkarten und EISs-Kappen zogen die einzelnen Gruppen los, um die

Wer will mitmachen bei der Trommelsession?

zahlreichen Stationen zu bewältigen. So konnte man u. a. Bogenschießen, Ponyreiten und einen Rolli-Geschicklichkeitsparcours bewältigen oder mit dem Kajak über den Spitzingsee paddeln. An einem Stahlseil ging es über eine Schlucht mit fließend Wasser. Die Kreativen konnten sich bei LandArt vergnügen. Darüber hinaus sorgten ein Trommelworkshop und eine abschließende Wasserbombenschlacht für riesige Begeisterung.

Alle sind Sportler Auch in Oberasbach waren 72 Kinder und Jugendliche der Einladung des BVS Bayern zum EISs-Sport- und Spielfest Nord gefolgt. Die sportliche Leitung hatte Mirjam Schuh vom BVS Fürth übernommen, als Schirmherrin unterstützte Bezirksrätin Elke Zahl die Veranstaltung. Gemeinsam mit der Vorsitzenden des BVS Fürth, Hannelore Schier, konnte sie viele weitere Ehrengäste begrüßen: den stellvertretenden Landrat Franz Xaver Forman, den stellvertretenden Bezirksvorsitzenden des BVS Mittelfranken, Dietmar Kleinert, den Ehrenvorsitzenden des BVS Fürth, Willi Dahinten, den Fürther Dekan André Hermany und die Schulleiterin des örtlichen Schulzentrums Elisabeth-KraußSchule Oberasbach, Ulrike Hambitzer. Nach kurzen Begrüßungsworten und gemeinsamem Aufwärmen ging es für die jungen Sportler an die ersten zwölf Stationen, an denen sie die verschie-

Spoka 5/2017 INKLUSIONSsport 11

densten Angebote ausprobieren konnten. Koordination, Geschicklichkeit, Kraft und Ausdauer mussten eingesetzt werden, um einen der begehrten zwölf Stempel auf der Teilnehmerkarte zu erhalten. Eine Station war z. B. der Rollstuhl­ parcours: Jedes Kind absolvierte mit Unterstützung eines Partners oder Übungsleiters Rampen und Wippen mithilfe des Rollstuhls. Bevor es um die Wende zurück zum Ziel ging, musste jeder seinen auf den Oberschenkeln transportierten Ball in den Basketballkorb werfen. Unabhängig von benötigter Zeit, Treffern in den Korb oder Anzahl gedrehter Runden

erhielt jedes Kind seinen Stempel. Am Ende wurden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit einer Urkunde und einer Medaille belohnt. „Behinderte und nicht behinderte Kinder und Jugendliche sollen spielerisch an Sport und Bewegung herangeführt werden. Bei uns stehen der Mitmachgedanke und das Miteinander im Vordergrund, unabhängig von der Leistung“, erklärte EISs-Übungsleiterin Mirjam Schuh, die die Sportstationen ausgearbeitet hat. Fazit: In T-Shirt, kurzer Hose und Turnschuhen sind alle einfach Sportler, die gemeinsam Spaß haben – egal ob mit oder ohne Behinderung. BVS Bayern, Inklusionssport

Kleine Kanutouren beim Inklusiven Jugend-Kanucamp In Zusammenarbeit mit den DRS-Rollikids sowie dem Straubinger KanuClub wurde seitens des BVS Bayern in diesem Jahr erstmalig ein inklusives Jugend-Kanucamp am Chiemsee angeboten. Erwartungsvoll, zum Teil noch ein wenig unsicher darüber, was auf sie zukommt, trafen 15 Kinder, Jugendliche sowie junge Erwachsene mit und ohne Behinderung am Jugendzeltplatz des Kreisjugendrings Traunstein ein. Da der Wetterbericht für Freitagnacht Gewitter meldete, entschloss man sich dazu, dass die ganze Gruppe in den beiden reservierten Hütten übernachtete. Das sommerliche Wetter wurde ordentlich ausgenutzt und die Besichtigung der Einstiegsstelle zum Kanufahren gleich mit Schwimmen im Chiemsee verbunden. Alle waren begeistert vom Wasser, der schönen Umgebung und dem Fernblick auf die Berge. Beim abendlichen Lagerfeuer verschwanden bei Marshmallows und gemeinsamem Singen letzte Unsicherheiten bei den Teilnehmern. Nach dem Gewitter gab es erstmal frischere Temperaturen sowie Regen. Und so machte sich die Gruppe am zweiten Tag zunächst auf den Weg ins Mammutheum. In dem Siegsdorfer Museum erwartete die Jugendlichen eine informative wie auch unterhaltsame Führung zwischen lebensgroßen Mammuten, Werkzeugen, Pfeil und Bogen sowie Schmuck aus der Steinzeit. Die restliche

„Regenzeit“ überbrückten sie mit kurzweiligen Gesellschaftsspielen. Dann war es soweit: Auf ging‘s mit Kajak, SUP(Stand/Sit Up Paddling)-Boards und Canadier zum Paddeln auf dem Chiemsee! Da war erstmal wieder viel Teamarbeit gefragt, schließlich musste der Bootsanhänger an den Strand geschoben werden. Mit gemeinsamen Kräften luden alle die Boote ab, pumpten die SUPs auf und richteten Paddel und Sitze her. Für die Teilnehmer stand zunächst die Anpassung des Materials an die jeweiligen persönlichen Voraussetzungen im Vordergrund. So gab es z. B. Paddel, bei denen der Paddelblattwinkel individuell angemessen eingestellt werden konnte, Sitzanpassungen für Paddler mit Körperbehinderung sowie Ausleger, mit denen Kajaks bei Bedarf gegen Kenterung abgesichert wurden. So aus-

gerüstet stand der Grundlagenschulung im Kajak und Canadier sowie kleinen Kanutouren im Uferbereich des Chiemsees nichts mehr im Wege. Am Ende der Paddeltage gab es stets die Möglichkeit, in der Nähe des Badestrandes verschiedene Kajaks oder SUPBoards auszuprobieren. Auch das Kentern und Schwimmen kamen dabei nicht zu kurz. Das inklusive Kanu-Jugendcamp wurde aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration und des BVS Bayern gefördert. Die Firma Prijon aus Rosenheim sowie das 1. Inklusive Kanuzentrum Augsburg unterstützten die Durchführung der Veranstaltung durch die Bereitstellung von Kajaks, Paddel sowie Materialanpassungen für den Behindertensport. Text + Foto: Christine Wilholm

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Segelspaß beim Inklusionsschnupperkurs Junge Sportler mit und ohne Behinderung üben gemeinsam Kein Lehrgang ist wie der andere. Aber der SCPC Prien am Chiemsee nimmt jede Herausforderung an. Beim SegelSchnupperkurs 3, der in Kooperation mit dem BVS Bayern durchgeführt und von ihm unterstützt wurde, waren Jugendliche mit geistiger Behinderung und blinde Jugendliche unter den 14 Teilnehmern. Deren Einzelbetreuung verlangte Trainern, Assistenz und Betreuern viel ab, insbesondere auf dem Wasser ein vermehrter Aufwand. Insgesamt kamen elf Boote unter der fachmännischen Leitung von drei Trainern, drei Assistenten und zwei Betreuern zum Einsatz. Der Verein setzte aus seiner Flotte vier sogenannte Optimisten, fünf Einsteigerboote 2.4mR und zwei Sonar ein. Die Boote sind unsinkbar und aufgrund der leichten Handhabung besonders für Menschen mit körperlichen Einschränkungen geeignet. Für die Sicherheit aller Teilnehmer waren ständig vier Motorboote mit Begleitern im Einsatz. Das Schulungsboot Sonar war mit mehreren Kindern ab sechs Jahren und einem Trainer besetzt. Hierbei stand das

gemeinschaftliche Segelerlebnis im Vordergrund. Jeden Morgen gab es zuerst eine Theorie-Einweisung, damit alle Teilnehmer auch wussten und verstanden, was sie tun mussten. Selbstständiges Segeln war das Ziel: Boote auftakeln, ablegen, wenden, halsen, kreuzen, vorwindsegeln, Segeltrimm, Startverfahren, Wegerecht und der Umgang mit Wind und Welle ‒ das alles gehörte zum Programm. Auch für die erfahrenen Jugendlichen war es wieder eine Challenge, ihre Leistungen zu verbessern, um auch in anderen Segelrevieren bestehen zu können. Das Wetter war gut, teilweise wech-

selhaft mit Schwachwind, Sonne und Regen. Persönliche Erfolge und vor allen Dingen Spaß am Segeln waren die wichtigsten Faktoren. Lothar Demps

Vorankündigung Inklusives Schwimmfest am 21. Oktober in Nürnberg Eindrucksvolle 170 Kinder und Jugendliche haben 2016 am 7. inklusiven Schwimmfest in Nürnberg im Langwasserbad teilgenommen. Auch in diesem Jahr, am 21. Oktober, können Kinder und Jugendliche aus den Sportvereinen in Bayern wieder an den verschiedenen Einzeldisziplinen und den Staffeln teilnehmen. Der Bezirk Mittelfranken und der BVSV Nürnberg mit seinem Team freuen sich schon auf ein volles Bad. Infos und Anmeldung unter www. bvs-bayern.com -> Inklusionssport. Anmeldeschluss ist der 04.10.2017.

Anschubfinanzierung für weitere EISs (inklusive Sportgruppe) möglich! Interessenten für eine EISs-Gründung wenden sich bitte an den BVS Bayern, Tel. (089) 544 189-13, E-Mail: [email protected]

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Bewegung und Begegnung

Rund 750 Schüler kamen zum 5. Inklusions-Sportfest des Berufsbildungswerks Rummelsberg Rummelsberg. „Schieß, schieß“ – aufgeregt ruft Pascal seinen beiden Klassenkameraden von der Bande aus zu. Welchen er meint, kann man nur raten, denn in dem eingezäunten Spielfeld stehen die beiden Spieler eng beieinander. „Wohin?“, fragt einer, „welcher Fuß?“ Lautstark angefeuert von den Mitschülern draußen, versucht jeder den schwarz-weißen Softball in seine Richtung zu bugsieren. Mancher Schuss geht ins Leere, trifft auch mal die Bande oder den Gegenspieler – eine schwierige Aufgabe, wenn man nichts sehen kann. Blind-Soccer – Blindenfußball – heißt diese Station, eine von rund 40 Stationen des Inklusions-Sportfestes in Rummelsberg. Seit der Premiere 2012 findet das Inklusions-Sportfest jährlich im Sommer kurz vor den großen Ferien statt. Gemeinsam veranstalten dieses vielseitige Begegnungs- und Bewegungsfest das Berufsbildungswerk Rummelsberg (BBW) und der Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Bayern. Inzwischen ist das Rummelsberger Inklusions-Sportfest so bekannt, dass der Bayerische Rundfunk mit einem Sendewagen vor Ort war und in der Frankenschau aktuell berichtete. Pascal hat Blind-Soccer mit Rollentausch schon ausprobiert. Drei Minuten lang war der Schüler aus dem Altdorfer Leibniz-Gymnasium der Fußballer, drei Minuten lang führte und dirigierte er seinen Klassenkameraden. Spaß habe das gemacht, sagt er und dass er ohne sehen zu können schon nach kurzer Zeit die Orientierung verloren habe. Eine Station weiter versuchen Mädchen und Jungen vom Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte aus Nürnberg mit kleinen Säcken (Bags) in das Loch auf einem Holzbrett zu treffen. „Cornhole“ nennt sich diese Mischung aus Taktikund Geschicklichkeits-Spiel. Es ist eines der neuen Spiele auf dem BBW-Campus, das BBW-Mitarbeiter nach dem offiziellen Reglement selbst gebaut haben. An die 500 Kinder aus zehn Schulen tummeln sich an diesem Vormittag mit den 250 BBW-Teilnehmern an den verschiedensten Sportangeboten, sehr zur

Freude von BBW-Leiter Matthias Wagner. Spaß haben, seine Fertigkeiten ausprobieren – vielleicht beim Balancieren auf der Slackbar oder den Pedalos – und dabei offen anderen jungen Menschen mit und ohne Behinderung begegnen, das ist das Ziel des Organisationsteams um Sportlehrer Uli Nüsslein und den ehemaligen Schulleiter Dietmar Kleinert. „Ein breites Angebot zur Begegnung für jeden“, sagt Diana Stachowitz, Präsidentin des BVS aus München. Für Stunden verwandelte sich die Anlage, in der junge Leute mit unterschiedlichen Behinderungen eine Berufsausbildung machen, in eine Art Sport-, Bewegungs- und Vergnügungspark. „Optimal, sehr gut organisiert“, lobte eine Lehrerin von der Grundschule Heuchling – ihre Schule war mit vier Klassen der Jahrgangsstufe 3 und 4 angereist. Vieles lockte, denn wann kann man schon mal in einem Rhönrad kopfüber, kopfunter rollen? Oder in einem Rollstuhl einen Parcours durchfahren? Oder beim Elfmeterschießen gegen einen Regionalliga-Torwart wie Andreas Sponsel antreten? Gerade sind Schüler der Mittelschule Burgthann an der Reihe – gegen ihn ein Tor zu erzielen, zählt besonders. Er finde es schön, Kinder zu unterstützen, sagt Sponsel und gibt sogar

mal seine Handschuhe („Du weißt, das macht ein Torwart nie“) an einen jungen Torwartkollegen. Bei diesem Sportfest war jeder ein Gewinner, denn nicht das Siegen und Gegeneinander standen im Vordergrund, sondern die fröhliche, ungezwungene Begegnung junger Menschen auf Augenhöhe. Welche Station letztendlich der Favorit war? Für eine junge Schülerin stand das gleich fest: „Der Säureteich“, bei dem man nur gemeinsam den „Schatz“ erreicht. „Da gab’s Gummibärchen.“ Text + Fotos: Dorothée Krätzer

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Der VdK Bayern

 In allen sieben Bezirken des Freistaats hat der VdK Bayern im Juli unter dem Motto „Soziale Spaltung stoppen!“ Kundgebungen zur Bundestagswahl abgehalten. Mit diesen Veranstaltungen wurde eindrucksvoll für eine gerechtere Gesellschaft geworben und dabei der Nerv der Bürger getroffen. Mehr als 6000 Besucher strömten in die Hallen. Nach dem Auftakt im unterfränkischen Lohr am Main folgten Deggendorf in Niederbayern, Weiden in der Oberpfalz, Nürnberg in Mittelfranken, Germering in Oberbayern, Wemding in Schwaben und Coburg in Oberfranken. An den Podiumsdiskussionen nahmen Politiker der im Bundestag vertretenen Parteien teil, wie Dr. Astrid Freudenstein (CSU), Florian Pronold (SPD), Dr. Anton Hofreiter (Bündnis 90/Die Grünen) und Klaus Ernst (Die Linke). Der VdK demonstrierte bei den Veranstaltungen erneut seine Stärke. „Wir sind die größte Bürgerbewegung für die kleinen Leute“, sagte Landesgeschäftsführer Michael Pausder und dankte den Mitgliedern für ihren Einsatz für soziale Gerechtigkeit. „Wir sind keine Partei, wir ergreifen Partei!“ Dies sahen auch die geladenen Ehrengäste so: Als „Verband der Kümmerer“ und „Verband der Könner“ begrüßte etwa Deggendorfs Zweiter Bürgermeister Günther Pammer den VdK in der Stadthalle. „Ich bin froh, dass sich die Bürger von Deggendorf an den VdK wenden können“, sagte er bei der Veranstaltung in Niederbayern. Das Thema der Kampagne treffe seiner Meinung nach ins Schwarze, „weil die Gesellschaft immer weiter auseinanderdriftet“. Weidens Oberbür-

„Soziale Spaltung stoppen!“: Volle Hallen bei germeister Kurt Seggewiß erklärte in seinem Grußwort in der Max-Reger-Halle in der Oberpfalz: „Ich bin sehr froh, dass der VdK sich der Schwächsten in der Gesellschaft annimmt.“ Die Parteien seien gut beraten, auf den VdK zu hören. Ihre Sicht von gerechter Sozialpolitik verdeutlichte VdK-Präsidentin und bayerische Landesvorsitzende Ulrike Mascher. Von der guten Wirtschaftsentwicklung würden längst nicht alle Menschen profitieren. Rentnerinnen und Rentner mit geringen Einkommen, Arbeitslose, Alleinerziehende, Erwerbsgeminderte, Langzeitarbeitslose, chronisch Kranke sowie Menschen mit Behinderung würden immer mehr abgehängt.

„Nicht nur die Krümel für die Sozialpolitik“ „Die soziale Spaltung muss gestoppt werden!“, machte Mascher klar und sagte, an die Vertreter der Bundestagsparteien gewandt: „Für die Sozialpolitik dürfen nicht nur die Krümel des großen Kuchens übrig bleiben.“ Sie sprach sich ebenfalls gegen die bestehende Zwei-Klassen-Gesellschaft aus. So könne es doch nicht sein, dass die gesetzliche Pflegeversicherung kaum ausreiche, um notwendige Leistungen zu finanzieren, die privaten Pflegeversicherer dagegen über eine Rücklage von 30 Milliarden Euro verfügten. Außerdem forderte Mascher, die Abschläge von bis zu 10,8 Prozent bei der Erwerbsminderungsrente zu streichen. „Diese Menschen gehen ja nicht freiwillig vorzeitig in Rente“, betonte die Landesvorsitzende, „sondern können aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten“. In der Pflege „brauchen wir eine bessere Bezahlung“, forderte Mascher außerdem. „Es kann nicht sein, dass jemand, der Motoren pflegt, mehr verdient als jemand, der Menschen pflegt.“ Gesundheit müsse für alle bezahlbar sein. Die Landesvorsitzende kritisierte die immer höheren Zuzahlungen bei Medikamenten und Hilfsmitteln. „Die Arbeitgeber sollen sich wieder in gleichem Maß an der Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung beteiligen wie die Arbeitnehmer“, sagte sie. Mascher plädierte außerdem für umfassende Barrierefreiheit.

Organisierten, referierten, diskutierten im oberbayerischen Germering (von links): Tobias Zech (CSU), VdK-Bezirksgeschäftsführer Robert Otto, VdK-Landesgeschäftsführer Michael Pausder, Moderator Dominik Schott, VdK-Landesvorstandsmitglied Verena Bentele, Dr. Anton Hofreiter (Bündnis 90/Die Grünen), VdK-Landesvorsitzende Ulrike Mascher, Andreas Wagner (Die Linke) und Florian Pronold (SPD). Foto: Mirko Besch

VdK-Landesgeschäftsführer Michael Pausder sagte: „Wer sein Leben lang hart gearbeitet und immer in die Rentenkasse einbezahlt hat, darf nicht mit einer Rente abgespeist werden, die unterhalb der Grundsi-

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spricht Klartext

den Großveranstaltungen zur Bundestagswahl cherung liegt.“ Außerdem: „Aus Gerechtigkeitsgründen sollten künftig auch Selbstständige, Beamte und Abgeordnete in die gesetzliche Rentenversicherung einbezahlen.“ Er habe keinerlei Verständnis dafür, wenn manche Politiker sich hinstellen und behaupten, Altersarmut wäre so gut wie kein Problem. „Wenn alte Frauen und Männer in Abfalleimern nach Pfandflaschen wühlen müssen, weil die Rente nicht reicht, dann ist das entwürdigend und ein Skandal.“ Für die Demokratie sei die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich gefährlich, so Pausder. „Die Mittelschicht schrumpft in bedenklichem Ausmaß.“ Der Landesgeschäftsführer machte auch deutlich, dass der VdK großen Einfluss auf die Politik hat. Mit seinen mehr als 660.000 Mitgliedern in Bayern ist der Sozialverband dreimal so groß wie alle politischen Parteien im Freistaat zusammen, hob Pausder hervor. Und jeden Tag treten 100 bis 150 Menschen dem VdK bei.

Bentele fordert barrierefreies Bayern Verena Bentele, VdK-Landesvorstandsmitglied und Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung, erinnerte den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer an sein Versprechen, den Freistaat bis 2023 barrierefrei zu machen. „Da ist noch einiges zu tun“, sagte Bentele. Auch die Privatwirtschaft müsste zu Barrierefreiheit verpflichtet werden. Auf dem Arbeitsmarkt muss sich ebenfalls noch viel ändern, wie Bentele betonte. So sollten mehr Anreize für Unternehmen geschaffen werden, Menschen mit

Mit Pauken und Trompeten startete die Aktion im niederbayerischen Deggendorf. Foto: Caroline Meyer

Behinderung einzustellen. Zugang zu Gesundheit dürfe weder von der finanziellen Situation noch von einer Behinderung abhängen, ergänzte sie. „Zugang für alle Menschen bedeutet zum Beispiel medizinische Informationen in Leichter Sprache, die Bezahlung eines Gebärdensprachdolmetschers in der Klinik und barrierefreie Arztpraxen.“ Doch nur jede sechste Arztpraxis in Deutschland sei rollstuhlgerecht.

Bei allen Veranstaltungen forderten die Besucher die Politiker lautstark dazu auf, die soziale Spaltung endlich zu stoppen. Foto: Caroline Meyer

Stimmen aus dem Publikum sorgten für die richtige Würze bei den Veranstaltungen: „Welche Verbesserungen planen Sie für pflegende Angehörige, um Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen?“ Und: „Gesundheitswesen ist kein Business, es ist eine grundsätzliche Sache, für die der Staat sorgen muss“, waren nur einige der vielen Beiträge, die bei den Podiumsdiskussionen mit den Politikern zur Sprache kamen. Petra J. Huschke/Sebastian Heise

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Kegeln Classic: Von den Bayerischen zu fünf Titelgewinnen bei den Deutschen Meisterschaften Die Bayerischen Meisterschaften Kegeln Classic in Karlstadt (Unterfranken) waren wieder ein toller Erfolg, wenn auch die Teilnehmerzahl von 151 auf 130 Starter gesunken war. Dennoch wurden gute Ergebnisse erzielt, um sich aussichtsreich für die Deutsche Meisterschaft zu qualifizieren. Bei den Deutschen Meisterschaften in Weinheim (Baden) traten 43 Starter/innen und zwei Mannschaften an. Hier holten die Mitglieder des BVS Bayern fünf Gold-, sieben Silber- und acht Bronzemedaillen. Die Mannschaft des BVS Weiden holte zum dritten Mal in Folge den Deutschen Meistertitel. In ihren Klassen gewannen die Meis-

terschaft Peter Höhn (BVS Weiden), Ursula Weisenberger (SG-BVG Karlstadt), Kurt Sennebogen (VSV Straubing), Monika Schmid (BVS Fürth), BVS Weiden (Mannschaft). Die Silbermedaille errangen Andrej Schmidt (RSV Bad Neustadt), Bernd Werner und Manfred Ziegler vom BVS Weiden, Margot Waigand (VSG Kleinwallstadt), Ulrike Schimmack (BVRS Cham), Reinhard Amberg (TSG 08 Roth), Gerhard Thumser (SV-TG 48 Schweinfurt). Dritte Plätze belegten Waldemar Wottschel (RSV Bad Neustadt), Doris Horky und Angelika Fischer vom BVSV Selb, Madeline Erhard (SV-TG 48 Schweinfurt), Friedrich Rößler (RVSG

Rothenburg), Manuela Großhäuser (SG Erlangen), Mathias Kohlbauer und Hans Gungl (TSG 08 Roth). Detlef Götz/Red.

4. Platz beim Blinden-Torball-Turnier Am Blinden-Torball-Turnier in Adliswil (Schweiz) nahmen insgesamt zehn Mannschaften aus der Schweiz, Österreich und Deutschland teil. Nach einem harten Wettkampftag gelang es den Augsburgern, hinter dem Schweizer Nationalteam, dem Magdeburger SV 90 und dem Vorarlberger BSC einen zufriedenstellenden 4. Platz zu erringen. Wolfgang Böhme

BVSG Mindelheim dominiert

Bayerischer Meister im Pétanque Doublette und Triplette Die BVSG Mindelheim ließ sich feiern: Sie holte den Bayerischen Meistertitel 2017 im Pétanque sowohl in der Spielart Doublette wie auch im Triplette. Beide Meisterschaften wurden bei idealem Wetter auf der Bezirkssportanlage Nord-West in Ingolstadt ausgetragen, die die Stadt Ingolstadt wieder kostenlos zur Verfügung gestellt und hervorragend präpariert hatte. Erstmals nahmen an beiden Meisterschaften die hörgeschädigten Sportler der HSF Franken aus Wendelstein/Mfr. teil. Josef Pohl, der kommissarische Abteilungsleiter für Pétanque, konnte 14

Teams aus vier Bezirken in der Sportart „Doublette“ begrüßen. Um das Spielpensum an einem Tag bewältigen zu können, wurde die Vorrunde in zwei Gruppen aufgeteilt. Nach sieben Durchgängen hatten sich in ihren Gruppen die Teams von RBA Neumarkt 1, RGSV Moosburg, BVSG Mindelheim 1 und Mindelheim 2 klar durchgesetzt. Die jeweils Gruppenersten und Gruppenzweiten spielten in Überkreuzspielen die Plätze aus. Nach nochmals zwei zu spielenden Durchgängen standen sich die RBA Neumarkt 1 und die 1. Mannschaft der BVSG Mindelheim im Endspiel gegenüber, das Min-

Ergebnisse BM Pétanque Doublette: 1. BVSG Mindelheim 1 2. RBA Neumarkt 1 3. RGSV Moosburg 4. BVSG Mindelheim 2 5. BVS Weiden 1 6. BVSG Mindelheim 3 7. BVS Weiden 2 8. BVSV Donauwörth 1 9. RGSV Moosburg 2 10. RBA Neumarkt 2 11. HSF Franken 1 12. BVSV Donauwörth 2

3. HSF Franken 2 1 14. VRG Bayreuth BM Pétanque Triplette 1. BVSG Mindelheim 1 2. BVS Weiden 3. BVSV Donauwörth 1 4. RBA Neumarkt 1 5. BVSG Mindelheim 2 6. RGSV Moosburg 7. BVSV Donauwörth 2 8. RBSV Selb 9. RBA Neumarkt 2 10. HSF Franken

delheim klar mit 11:5 für sich entschied. Die Bayerische Meisterschaft im Triplette wurde in zwei Fünfer-Gruppen ausgetragen. Die spannenden Spiele waren geprägt von Fairness, Freude und Begeisterung der Teilnehmer. In der Gruppe 1 setzte sich der letztjährige Bayerische Meister Mindelheim 1 vor RBA Neumarkt 1 durch. In der Gruppe 2 wurde der BVS Weiden Gruppensieger vor BVSV Donauwörth 1. In der Endrunde wurde in den Überkreuzpaarungen der Bayerische Meister ermittelt. BVSG Mindelheim 1 gewann gegen BVSV Donauwörth 1 klar mit 11:2, und der BVS Weiden dominierte mit 11:1 über RBA Neumarkt 1. So standen sich im Finale die beiden Mannschaften BVSG Mindelheim 1 und BVS Weiden gegenüber. Es ging am Anfang immer knapp hin und her, erst im letzten Durchgang gelangen den Mindelheimern die entscheidenden Punkte zum 11:9-Sieg und damit zum Bayerischer Meistertitel 2017. Den 3. Platz behauptete BVSV Donauwörth 1 gegen RBA Neumarkt 1 klar mit 11:2. Auch im kommenden Jahr werden die beiden Meisterschaften wieder zur gleichen Zeit in Ingolstadt ausgetragen. Josef Pohl

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Komm vorbei und finde Deinen Sport!

TalentTage des BVS Bayern am 19. und 22.10.2017 in München und Ingolstadt Am 19. Oktober findet der 4. TalentTag des BVS Bayern statt ‒ diesmal in den Ernst-Barlach-Schulen der Pfennigparade in München. Ob nur neugierig oder schon sportlich aktiv: Beim TalentTag können Schülerinnen und Schüler ab der 5. Jahrgangsstufe alle möglichen paralympischen und nicht-paralympischen Sportarten ausprobieren: Radsport, Klettern, Judo, Fußball CP, Bogenschießen, Rollstuhlbasketball, Ski Nordisch und Biathlon, Schwimmen und vieles mehr. Und das Ganze meist auch ohne Grundkenntnisse. Egal ob Anfänger oder Fortgeschrittene, für jeden ist etwas dabei. Voraussetzung für die Teilnahme an der Wassersportart (Schwimmen) ist allerdings der Nachweis des Deutschen Jugendschwimmabzeichens in Bronze. Und im Radsport besteht natürlich Helm­ pflicht. „Sport ist nicht nur gesund, Sport macht Spaß, vor allem zusammen mit anderen. Deshalb laden wir alle sportbegeisterten jungen Menschen ein, in unsere BVS Bayern-Angebote hineinzuschnuppern. Neben bekannten aktiven Athleten, darunter auch Paralympicssieger, werden die Trainer des BVS Bayern den TalentTag begleiten und Talente sichten. Also: anmelden und ausprobieren“, lädt BVS Bayern-Präsidentin Diana Stachowitz die Schülerinnen und Schüler ein. Der Anmeldung muss eine unterschriebene Einverständniserklärung der Eltern beiliegen. Neben den verschiedenen Schnupperangeboten mit gemeinsamen Ausfahrten, Spielen und Tipps gibt es interessante Vorträge rund um den paralympischen Sport. Alles, was Ihr zur Anmeldung braucht, findet Ihr auf dieser Seite. Oder direkt unter www.dbsj.de. Oder Ihr schreibt eine E-Mail an [email protected]

Extra TalentTag Tischtennis Für Tischtennis-Fans und solche, die es werden wollen, findet am 22. Oktober der TalentTag Tischtennis in der Turnhalle der August-Horch-Schule in Ingolstadt statt. Hier können Kinder und Jugendli-

che mit Handicap aus allen bayerischen Schulen und Vereinen den TischtennisSport ausprobieren. Begleitet werden sie dabei von erfahrenen Trainern und von der Paralympics-Athletin Lena Kramm. Ihr findet den TalentTag Tischtennis in der Schulsportwettbewerbsbroschüre

17/18 der Laspo unter „zusätzliche Wettbewerbe in Zusammenarbeit mit den Verbänden“ (www.laspo.de/broschuere _2017_2018). Oder Ihr meldet Euch bei der BVS Bayern-Referentin Sport Rica Hahn unter [email protected] an. BVS Bayern

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Silber – und dennoch enttäuscht

Daniel Scheil bei den Weltmeisterschaften in der Leichtathletik Fast jeder der gestarteten deutschen Para-Leichtathleten konnte bei den Weltmeisterschaften in London eine Medaille gewinnen – zumindest theo­ retisch. Die Ausbeute von insgesamt 22 Medaillen bei 21 Athletinnen und Athleten ist ein beachtliches Ergebnis! Und dazu trug auch Daniel Scheil vom BVS Weiden bei. Hauchdünn um sieben Zentimeter verpasste der Paralympics-Sieger im Kugelstoßen der Klasse F33 mit 10,36 Metern den WM-Titel. „Ich bin ein bisschen

enttäuscht, aber das lag auch daran, dass die Saison für mich viel zu kurz war nach den Paralympics“, sagte der 44-Jährige und fügte hinzu: „Ich bin kurz vor der WM noch krank gewesen und wusste gar nicht, ob ich überhaupt dabei sein kann, daher sollte ich eigentlich zufrieden sein.“ Der Algerier Kamel Kardjena stieß 10,43 Meter und sicherte sich Gold. Scheil, der von Christian Balke trainiert wird, konnte aber das Feeling im Londoner Olympiastadion genießen: „Es ist echt schön gewesen, vor allem ist für

eine Vormittagsveranstaltung echt viel los, ein super Feeling.“ Bundestrainer Gernemann und DBSPräsident Friedhelm Julius Beucher blicken auf eine großartige WM mit zahlreichen deutschen Titeln und Medaillen zurück – doch die Euphorie über das zweitgrößte Event im Para-Sport wird durch die geringe TV-Berichterstattung im deutschen Fernsehen getrübt. DBS/Redaktion

Paris + Los Angeles

Im peruanischen Lima hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) erwartungsgemäß für eine Vergabe der Olympischen und Paralympischen Spiele 2024 in Paris und 2028 in Los Angeles gestimmt. Bereits seit 1988 finden die Olympischen Spiele und die Paralympics am selben Ort statt, seit 2001 ist der

gleiche Austragungsort zwischen IOC und Internationalem Paralympischen Komitee auch vertraglich fixiert. Die Paralympics haben sich in dieser Zeit zum drittgrößten Sport­event der Welt entwickelt mit immer mehr Athletinnen und Athleten aus immer mehr Nationen. DBS/Redaktion

Foto: Oliver Kremer

Austragungsorte der Paralympics 2024 und 2028 stehen fest

Talent gezeigt beim Schnuppertag Rollstuhltennis Unter der Leitung von Peter Seidl, Beauftragter für Rollstuhltennis im BVS Bayern, fand auf dem Sportplatz der Unfallklinik Murnau zum wiederholten Mal ein Schnuppertag im Rollstuhltennis statt. Zu Beginn stellten sich die vier Teilnehmer – alle Patienten der Klinik – vor. Alle waren vor ihrem Unfall schon sehr sportlich. Sie erzählten von ihrem Unfall und ihrer erfolgten Behinderung. Dies ist wichtig für den Trainer, damit er das Training darauf abstimmen kann. Nach einigen Aufwärmrunden mit dem Rollstuhl und Dehnungsübungen griff man zum Tennisschläger. Nachdem sich alle im T-Feld eingespielt hatten, trainierten sie Übungen, um Vorhand und Rückhand zu lernen. Niko aus der Nähe von Waging am See spielte bereits vor seinem Unfall Tennis. Er war es auch, der das größte Talent zeigte und die Schläge aus dem Rollstuhl

Rollstuhltennis macht Spaß ‒ Schnuppertag mit BVS-Abteilungsleiter Peter Seidl (mitte).

heraus relativ schnell umsetzen konnte. Er will auch nach seiner Entlassung aus der Klinik weiter im heimischen Tennisclub spielen.

Die sportliche Klinikleitung war sehr zufrieden mit dem Trainingstag. Es ist beabsichtigt, diesen künftig öfters im Jahr durchzuführen. Peter Seidl

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Blau-weiße Glanzleistung bei der Paracycling-WM in Südafrika 2 x Gold, 1 x Silber, 1 x Bronze für die Radsportler des BVS Bayern

Foto links: Die erfolgreichen Radsportler des BVS Bayern, v. l. Erich Winkler, Tobias Vetter, Steffen Warias, Michael Teuber, Matthias Schindler Foto: Pixolli Studios/Oliver Kremer

Pietermaritzburg/München. Die ParaRadsport-WM 2017 stand ganz im Zeichen der bayerischen Sportler Michael Teuber, Steffen Warias, Tobias Vetter, Erich Winkler und Matthias Schindler. Die Paracycling-Weltmeisterschaft im südafrikanischen Pietermaritzburg war ein sportliches Highlight. Nicht nur bei den Besuchern, die in diesem Jahr einen neuen Rekord verzeichneten, sondern auch bei den Sportlern. Die Begeisterung der Zuschauer feuerte die Athleten an, das Klima unter den Teams war motivierend. Die Folge: die bayerischen

Radsportler liefen zur Höchstform auf. Michael Teuber holte im Einzelzeitfahren über 23,3 Kilometer in 35:29,66 Minuten sein 19. WM-Gold und verteidigte seinen Weltmeister-Titel erfolgreich – und gewann dazu noch Bronze im Straßenrennen. „Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung – auch darüber, dass ich die jüngeren Fahrer nochmal hinter mir lassen konnte,“ freute sich der 49-jährige fünfmalige Paralympicssieger vom BSV München. Erich Winkler aus Geisenhausen (RC Vilsbiburg) und Matthias Schindler (BSV München) wurden in einen Massensturz verwickelt und konnten nicht in die Medaillenvergabe eingreifen, sie belegten die Plätze 8 und 14. In der Klasse C3 der Männer holte Paralympicssieger Steffen Warias, 32, vom BSV München Silber. Für die größte Überraschung sorgte

WM Paracycling Die bayerischen Medaillen im Überblick: Gold Zeitfahren: Michael Teuber (Klasse C1) Gold Straßenrennen: Tobias Vetter (Klasse C4) Silber Straßenrennen: Steffen Warias (Klasse C3) Bronze Straßenrennen: Michael Teuber (Klasse C1) Newcomer Tobias Vetter. Lange 85 Kilometer konnte er das hohe Tempo mit einem Schnitt von über 40 km/h mitgehen und am Ende im Sprint das Regenbogentrikot des Weltmeisters in einer Zeit von 2:06,47 Stunden erkämpfen. Der 35-Jährige vom BSV München sagte nach seiner unerwarteten Gold-Fahrt in der C4-Klasse: „Ich habe niemals damit gerechnet, mein Ziel war ein Platz unter den besten Zehn. Ich bin überwältigt!“ Michael Teuber/BVS Bayern

Vanessa Bui und Maik Szarszewski holen mit neuen Rekorden Gold Deutsche Meisterschaft im Bogenschießen Sieben bayerische Schützen und Schützinnen feierten Erfolge bei der DM Bogenschießen WA im Freien. Die Meisterschaft war vom BSC Bergkamen sehr gut organisiert. Schon bei der Anmeldung erhielt jeder Teilnehmer neben seiner Startnummer das Plakat der DM mit einem Handtuch als Willkommensgeschenk und einer Losnummer für die abschließende Tombola. Aus ganz Deutschland reisten 134 wettkampfhungrige Schützen an, darunter 24 Rolli-Fahrer und zwei Teilnehmer in der Klasse für Sehbehinderte. Je nach dem Grad der Behinderung und ihres Alters wurden sie in 33 Klassen eingeteilt. Für die Compoundschützen stand das Ziel in 50 m Entfernung und für die Recurveschützen in 70 m. Für Schüler, Junioren und die beiden blinden Schützen gab es kürzere Entfernungen. Auch für die Schützen der Kurzdistanz galt es immerhin noch 30 m bis ins Gold zu überwinden.

Am Wettkampftag stieg der Blutdruck wieder vor Aufregung. Das Wetter war am Vormittag nahezu perfekt, am Nachmittag wechselten sich Sonne, Regen und Wind ab. Der Alptraum eines jeden Schützens. Es war sehr schwer, seine gewohnte Leistung zu bringen. Bei den Compoundschützen war Bayern mit drei Schützen vertreten. Vanessa Bui aus Fürstenfeldbruck holte sich in der Damenklasse ARST/W2 mit 665 Ringen die Goldmedaille. Gleichzeitig verbesserte sie ihren eigenen Deutschen Rekord um drei Ringe. Sigrid Hülsmann aus Ansbach sicherte sich in ihrer Klasse AB mit 514 Ringen die Bronzemedaille. Uwe Pesahl aus Erlangen ging in der Seniorenklasse AB an den Start, musste aber wegen gesundheitlicher Probleme nach der ersten Runde abbrechen. In der Startergruppe der Recurveschützen am Start, holte Maik Szarszewski aus Vöhringen bei den Herren ARST/WS die Goldmedaille mit 611 Rin-

Die blinden Schützen

Foto: W. Hülsmann

gen, wobei auch er einen neuen Rekord schoss. Arnold Schneider aus Feucht sicherte sich in der Seniorenklasse AB eine Silbermedaille mit 504 Ringen. Horst Braunschläger aus Erlangen belegte bei den Herren Altersklasse AB mit 416 Ringen den 4. Rang, und Heiner H. Langnickel aus Taufkirchen kam auf der Kurzdistanz mit 576 Ringen auf den 5. Platz. Sigrid Hülsmann/Arnold Schneider

20 LEISTUNGSsport Spoka 5/2017

Silber für Elmar Sternath bei der DM Parakanu Oberschleißheim. Für die Einer-Rennen der Parakanuten waren nur wenige Meldungen zu den Deutschen Meisterschaften eingegangen. Einige Sportler hatten nach den Paralympics ihre Laufbahn beendet oder mussten – wie Anke Molkenthin von der KRV München – verletzungsbedingt absagen. Insgesamt zeigten Sportler aus sieben Vereinen in Oberschleißheim auf der Olympia-Regattastrecke spannende Rennen. Erfolge gab es auch für die Sportler aus den Reihen des Bayerischen KanuVerbandes/BVS Bayern: Elmar Sternath (KRV München) gewann in einem starken Lauf die Silbermedaille in der KL1. In der KL3 ganz allein am Start war der Augsburger Leander Kress. Der erst 16-Jährige behauptete sich hervorragend in einem gemeinsamen Rennen mit der etablierten Herrenkonkurrenz der KL2 und musste sich hier nur Ivo Kilian (Hallescher KC) geschlagen geben. Zahlreiche Zuschauer verfolgten die Wettkämpfe trotz des Regens und feuerten die Athleten begeistert an. Erstmals starteten die Parakanuten im Rahmen der Deutschen Meisterschaften Kanurennsport auch im MixedZweier. Dabei sitzen behinderte und nichtbehinderte Kanuten gemeinsam im Boot. Das inklusive Angebot wurde sehr

Reinhard Ranke, Präsident des Hamburger Kanu-Verbandes, (links) gratuliert Elmar Sternath.

gut angekommen. Die prominenteste Bootsbesatzung waren Edina Müller (Paralympics-Silber in Rio) und Ronny Rauhe (Olympia-Bronze in Rio). Sie gewannen dieses Rennen gegen die Konkurrenz erwartungsgemäß. Der Potsdamer Rauhe hatte spontan zugesagt, als die Rollstuhlfahrerin Edina Müller (Hamburger KC) ihn bei den Weltmeisterschaften in der Woche zuvor gefragt hatte, ob er mit ihr in diesem Rennen an den Start gehen würde. Christel Schlisio/uz

Aktuelle Info:

(uz) Bei den kommenden Paralympics in Tokio 2020 erhält Parakanu weitere 30 Startplätze für drei Rennen im Va´a (Auslegerkanu). Einige Sportler hatten bereits mit dem Training aufgehört, nachdem diese Disziplin in Rio nicht im paralympischen Programm stand. Jetzt besteht die Chance, dass die Teilnehmerzahlen an künftigen Wettkämpfen wieder steigen.

Neue deutsche Altersklassenrekorde geschwommen 31. Internationale Deutsche Meisterschaften für Menschen mit Behinderung Berlin. 600 Athleten aus 52 Nationen waren zu den 31. Internationalen Deutschen Meisterschaften angereist und gestalteten die Wettkämpfe spannender denn je. Auch einige Gewinner der Paralympischen Sommerspiele von 2016 waren am Start. Aus bayerischen Vereinen traten die

Josia Topf beim Butterfly. Foto: Ralf Kuckuck/DBS

beiden Schwimmer Josia Topf (14 Jahre, Erlangen) und Johannes Weinberg (15 Jahre, Immenstadt) an. Josia Topf hatte sich in acht Wettkampfdisziplinen qualifiziert. In seiner Startklasse S3 schwamm er nur neue deutsche Altersklassenrekorde mit persönlichen Bestzeiten, die Trainer und Eltern glücklich machten: Gold über 100 m und 400 m Freistil, Bronze über 50 m Rücken und 50 m Schmetterling in der Altersklasse B. Johannes Weinberg erhielt vor Veranstaltungsbeginn nach einem über Monate vorbereiteten formalen Weg und der abschließenden Untersuchung in Berlin die internationale Klassifizierung in der S11. Er wird nun auch in der Weltrangliste geführt. Weinberg ging mit

acht Qualifikationen an den Start, war jedoch durch eine akute Erkältung geschwächt. Über 200 m Brust stellte er einen neuen Deutschen Rekord für die S11 auf und positionierte sich damit auf dem 2. Platz der IPC-Weltrangliste. Weitere Erfolge: Silber 50 m Rücken in der Jugend B international, Silber in der Jugendwertung national über 100 m und 50 m Brust sowie Bronze über 200 m Freistil. Zum Saisonende zeigte sich erneut, wie erfolgreich das inklusive Trainingsmodell der SSG 81 Erlangen und des TV 1860 Immenstadt auch auf internationaler Ebene ist. Auch mit diszipliniertem Training bleibt den Mitgliedern die Freude am Schwimmsport erhalten. Wolf-Dieter Thiel/Christian Balaun

Spoka 5/2017 LEISTUNGSsport 21

Mal ganz andere Übungen Saisonauftakt Schwimmen am LLZ Von den zehn eingeladenen Athleten fanden aufgrund der Ferien und der kurzfristigen Ausschreibung nur die drei Spitzenschwimmer aus Bayern den Weg zum ersten Leistungslehrgang Schwimmen in Nürnberg für das gemeinsame Training unter Leitung von Landestrainer Christian Balaun. Josia Topf und Johannes Weinberg kehrten nach der Sommerpause in drei Wasser- und einer Landeinheit zurück ins Becken, während Taliso Engel seine Vorbereitung für die WM in Mexiko fortsetzte. Mit 9,3 Trainingskilometern (Taliso: 13,4 km) und individuellen Techniksequenzen, umrandet von Grundlagenausdauertraining, absolvierten sie die gestellten Aufgaben diszipliniert und mit Spaß. Beim Landtraining lag der Focus auf der gerätefreien Kräftigung und Wahrnehmungsschulung zwischen Kontraktion/Relaxation und Balance (Kommentar: „Das waren mal ganz andere Übungen

Leistungslehrgang Schwimmen, v. l.: Josia Topf, Taliso Engel, Johannes Weinberg, Christian Balaun

als sonst im Landtraining“). Ein gemeinsames Abendessen am Samstag bot den Rahmen zum Austausch der künftigen

Mitglieder des Landeskaders mit dem Trainer und den Eltern. Text + Foto: Christian Balaun

Hallenboccia: BVS Weiden gewinnt den Bayernpokal Insgesamt 14 Mannschaften aus zehn Vereinen der Bezirke Unterfranken, Oberfranken und der Oberpfalz fanden sich zu den Spielen um den Bayernpokal im Hallenboccia ein. Der BVSV Weidenberg hatte das Turnier ausgerichtet. Auf sechs Spielfeldern trugen die Teams, in zwei Siebenergruppen eingeteilt, 42 Spiele in der Vorrunde aus. In der Gruppe 1 setzten sich erwartungsgemäß die Mannschaft des BVSV Regensburg ungeschlagen mit 12:0 Pkt. vor der RSG Partenstein I (8:4 Pkt.) an

die Spitze. Auf den weiteren Plätzen folgten VRG Bayreuth, BRSG Neutraubling 2, VSV Kemnath, VSG Rehau 2 und VSV Mehlmeisel. Der BVS Weiden blieb in der Gruppe 2 ebenfalls ungeschlagen und setzte sich mit 12:0 Pkt. an die Spitze. Es folgten RSG Partenstein II (8:4 Pkt.) vor RBSV Selb, BVSV Weidenberg I, BRSG Neutraubling I, BVSV Weidenberg II und VSG Rehau I. In der Zwischenrunde mussten die Spitzenmannschaften in Überkreuzspielen antreten. Die Regensburger

Das Foto zeigt von links den BVSV Regensburg, Pokalsieger BVS Weiden, RSG Partenstein II und Turnierleiter. Foto: Herbolsheimer

gewannen gegen Partenstein II knapp mit 11:10. Gegen Partenstein I siegten die Weidener mit 10:6. In den weiteren Überkreuzspielen gewannen Bayreuth gegen Weidenberg I mit 10:8 und Selb gegen Neutraubling II mit 14:6. Im Endspiel BVS Weiden gegen BVSV Regensburg wechselte die Führung in den sechs Durchgängen hin und her ‒ es blieb spannend. Im letzten Durchgang fiel die Entscheidung zum 13:8 für Weiden. Im Spiel um den 3. Platz mussten die beiden Partensteiner Mannschaften gegeneinander antreten. Partenstein II ging mit 17:10 gegen Partenstein I als klarer Sieger hervor und wurde 3. Im Spiel um die Plätze 5 und 6 gewann Selb gegen Bayreuth mit 9:5. Weidenberg I siegte mit 8:7 gegen Neutraubling II und belegte den 7. Platz. Die Kemnather unterlagen gegen Neutraubling I mit 11:12 und wurden 10. Weidenberg II gewann gegen Rehau II und belegte den 11. Platz. Die Plätze 13 und 14 wurden nicht mehr ausgespielt, Mehlmeisel und Rehau I wurden beide auf Platz 13 gesetzt. Josef Pohl

22 Aus den BEZIRKEN Spoka 5/2017

Oberbayern Deutsches Sportabzeichen für Menschen mit Behinderungen Alle Prüferinnen und Prüfer des Deutschen Sportabzeichens für Menschen mit Behinderungen aus Oberbayern werden gebeten, die vollständig erstellten Prüfkarten DSA f. MmB an den vom Bezirk Oberbayern eingesetzten kom-

missarischen BFW Gottfried Hiller, Zur Winterleiten 20, 92331 Parsberg, zu übersenden. Evtl. Rückfragen über Tel. 09492/5561 oder E-Mail: [email protected] Gottfried Hiller

Sportbund-Athleten bei bayerischen Special Olympics erfolgreich An den diesjährigen regionalen Sommerspielen von Special Olympics Bayern in der nordbayerischen Metropole Hof nahm eine 22-köpfige Delegation der Handicap-Integrativ-Abteilung des SB/DJK Rosenheim teil. 2 x Gold, 2 x Silber und 1 x Bronze waren eine tolle Ausbeute für die Bowlinggruppe des SBR. Goldmedaillengewinner feierten die Rosenheimer diesmal im Bowling: Carolin Burkhardt errang in ihrer Leistungsgruppe im Damen-Einzel den 1. Platz, Martina von Bötticher verpasste mit ihrem Ergebnis nur knapp die Bronzemedaille, jedoch stand sie zusammen mit Carolin Burkhardt bei der Doppel-Siegerehrung ganz oben auf dem Treppchen.

Im Herren-Einzelwettbewerb erreichten Michael Kalhammer mit Silber und Pascal Nagels mit Bronze in ihren Gruppen ebenfalls herausragende Platzierungen. Nach dem gemeinsamen Doppel konnten sie zusätzlich die Silbermedaille in Empfang nehmen. Headcoach Elfriede Rieger-Beyer und Trainerin Silvia Hofmann waren vor allem vom Abschneiden ihrer „Gold-Mädels“ begeistert. Das Basketballteam ging im Traditional-Wettbewerb (hier stehen ausschließlich Sportler mit geistiger Behinderung auf dem Feld) an den Start. Nach der Klassifizierungsrunde mit Siegen gegen München, Hof und Obernzenn sowie

Das siegreiche Bowlingteam mit den Boccia-Athleten, in der Mitte Doppel-Goldmedaillengewinnerin Carolin Burkhardt.

Nachruf Der Behinderten- und RehabilitationsSportverband Bayern und sein Bezirk Oberbayern trauern um

Rudi Schäfter Der Bezirksfachwart Sportabzeichen für Menschen mit Behinderung im BVS-Bezirk Oberbayern ist kürzlich aufgrund einer schweren Erkrankung verstorben. Der BVS Bayern dankt ihm für seine ehrenamtliche Tätigkeit und seine Verbundenheit zu seinen Aufgaben. Unser tiefes Mitgefühl gilt seinen Angehörigen. Wir werden dem Verstorbenen stets ein ehrendes Andenken bewahren. BVS Bayern Bezirk Oberbayern Heinz Hagen Bezirksvorsitzender

BVS Bayern Abt. DSA f. MmB Gottfried Hiller Abteilungsleiter

einer Niederlage gegen Amberg wurden die Sportbündler in die stärkste Leistungsgruppe 1 eingeteilt. Nach einem Erfolg gegen Rothenburg im Halbfinale mussten sie sich trotz großem Kampf erst im Endspiel gegen den Freizeitclub Amberg mit 18:34 geschlagen geben. Headcoach Manfred Kothe und Trainer Robert Freinecker durften mit ihrem Team die Silbermedaille feiern ‒ redlich verdient aufgrund ihrer geschlossenen Mannschaftsleistung. Im Boccia-Wettbewerb war der Sportbund bei den bayerischen Spielen leider vom Pech verfolgt. Vier Athleten traten jeweils im Einzel und Doppel an. Im Einzel-Wettbewerb musste Rosenheim mit vier 4. Plätzen Vorlieb nehmen. Susanna Rauffer war nach einer herausragenden Klassifizierung in die stärkste Gruppe der Damen eingeteilt, musste sich hier allerdings mit Teilnehmerinnen von Weltspielen auseinandersetzen. Im Doppel errangen Hölzl/Schweinsteiger die Bronzemedaille und Altmann/Rauffer den 4. Platz. Text + Foto: Joachim Strubel

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Oberbayern Nachruf

Der BVS-Bezirk Oberbayern trauert um Hans Langer der im hohen Alter von fast 95 Jahren verstorben ist. Hans Langer war zunächst als stellv. Bezirksspielwart von 1968 bis 1970, danach bis 1988 als Bezirksspielwart im Bezirk Oberbayern aktiv. Er spielte als Sitzfußballer beim BSV München und pflegte beste Kontakte zu allen

Vereinen, die sich an den Bezirksspielen beteiligten. Sein guter Humor und sein sprühender Mutterwitz begleiteten ihn ein Leben lang und lassen ihn bei allen, die ihn kannten, unvergessen bleiben. Wir erinnern uns seiner in großer Ehrerbietung. Heinz Hagen, Vorsitzender Bezirk Oberbayern Siegfried Kick, Ehrenbezirksvorsitzender

Handicapsportler einmal anders unterwegs Im Rahmen seiner 90-Jahr-Feier organisierte der DJK Traunstein einen Erlebnistag für den gesamten DJK-Diözesanverband München-Freising. Sechs Sportler und zwei Betreuer der Handicap-Integrativ-Abteilung des SB/ DJK Rosenheim ‒ unser Foto ‒ nahmen am Stockschießen, Bocciaspiel, Hufeisenwerfen, an der Torwand und am Basketballfreiwurf sowie bei der Tennis-

aufschlagmessung teil. Sie konnten sehr gute Platzierungen erzielen und sogar Pokale mit nach Hause nehmen. Doch im Vordergrund stand der Spaß am Spiel, und alle feuerten sich immer wieder gegenseitig an. Joachim Strubel

Foto: Johann Grundner

Niederbayern Sportabzeichentag mit Rollstuhlparcours und Drum-Sticks-Workshop Mit und ohne Behinderung ‒ gemeinsam statt einsam ‒ das Ablegen des Deutschen Sportabzeichens war für die Sportler ein großer Tag. Zahlreiche Prominenz hatte sich eingefunden und begrüßte zunächst vormittags die Schulen und Einrichtungen, die mit ihren Teilnehmern zwei Disziplinen ablegen konnten. Auch der BVS Bayern-Bezirk Niederbayern hatte sich unter der Leitung von Gottfried Hiller und Julia Both mit Prüfern und Helfern sowie beim Rahmenprogramm voll eingebracht. Eine große Anzahl an Teilnehmern aus Schulen und Einrichtungen aus Straubing, Landau a. d. Isar, Landshut, Offenstetten und Freyung waren angereist, um sich den Anforderungen zu stellen. Rollstuhlparcours, Drum-Sticks-Workshop, und der Info-Stand des Bezirks Niederbayern bereicherten die Aktivitäten und Spielstationen, die die Teilnehmer in den Zwischenzeiten absolvieren konnten.

Die Mühen der langen An- und Heimfahrten haben sich für Beteiligte und Helfer gelohnt, der Spaß und die Freude stand allen ins Gesicht geschrieben. Nachmittags konnten dann die Er-

wachsenen ihr Sportabzeichen ablegen. So kann man nur hoffen, dass sich immer wieder Menschen bereiterklären, hier ehrenamtlich mitzuwirken. Charlotte Dowrtiel

24 Aus den BEZIRKEN Spoka 5/2017

Niederbayern Gelebte Inklusion beim 23. Wandertag Straubing/Ittling. Wer einmal am Wandertag der Gäubodenwanderer Ittling teilgenommen hat, kommt immer wieder. Bei Kaiserwetter wurde im Rahmen des Straubinger Volksfestprogramms der 71. internationale Wandertag in Ittling durchgeführt. Start und Ziel war wieder beim Feuerwehrhaus in Ittling und da es keine Sollzeiten gab, konnten alle mit viel Spaß teilnehmen. Auf den Wegstrecken von 5, 10 und 20 km, auf der ebenen Strecke, durch geerntete Felder und schön angelegte Gärten, kamen die Wanderer gut voran. Der Bezirkssportwart des BVS Bayern, Bezirk Niederbayern, Alois Grasl bedankte sich bei der Vorsitzenden Renate Heigl, dass sie bereits zum 23. Mal in Folge bei dieser Veranstaltung der Gäubodenwanderer teilnehmen durften. Schon lange wird Inklusion, unterstützt durch das Bayerische Staatsministerium

für Arbeit und Soziales, Familie und Integration, hier auch gelebt. Bei der Verlosung der lukrativen Preise unter den BVS-Teilnehmern hatten in diesem Jahr die Rollifahrer das Glück der Tüchtigen. Horst Fleischmann aus Cham gewann den 3. Preis, einen tragbaren CD-Spieler, und Stefan Steininger den

1. Preis, ein Damenfahrrad. Der 2. Preis, eine Digitalkamera, ging an Maria Mauerer vom VSV Straubing. Nach der Wanderung besuchte noch eine kleine Gruppe die Nostalgie-Ausstellung im Museum auf dem Bogenberg. Text + Foto: Alois Grasl

Oberpfalz Der BVS-Bezirk Oberpfalz und die Sportschützen Einmal pro Monat treffen sich die Spitzenschützen des BVS Bayern in Königshütte zum Training. Es ist bislang der einzige Stützpunkt des Verbandes für Luftgewehr- und Luftpistolenschützen im Bezirk. Doris Scharnagl-Lindinger, Sportschützen-Trainerin des BVS Bayern, trainiert die Schützen regelmäßig im Schützenhaus der Zimmerstutzengesellschaft 1899 „Eichenlaub“ Königshütte in Königshütte. Das Schützenhaus wurde unter dem Vorsitzenden Eberhard Kirchner behindertengerecht umgebaut. Zehn moderne Schießstände mit einem eigenen Monitor stehen den Schützen zur Verfügung. Doris Scharnagl hat schon an den Paralympics in Peking teilgenommen. Sie ist Behindertenbeauftragte der Stadt Mitterteich und Behindertenreferentin des Schützenbezirks Oberpfalz und hat sich zur Aufgabe gemacht, Schützen mit und ohne Behinderung in besonderem Maße zu unterstützen. Auch der Abteilungsleiter der Sportschützen im BVS Bayern, Hermann Illgen, nimmt meist die

Im Bild Dieter Menzel (links), Josef Pohl (3. von links), Hermann Illgen (4. von links), Bürgermeister Johann Burger (3. von rechts), der örtliche Vorsitzende Eberhard Kirchner (rechts) und Doris Scharnagl-Lindinger (links sitzend). Foto: Josef Rosner

weite Fahrt von Hohenschäftlarn nach Königshütte auf sich, um das Training zu begleiten. Dieses Engagement sollte belohnt werden, dachte sich der BVS-Bezirk Oberpfalz. So nahmen der stellvertretende Bezirksvorsitzende Dieter Menzel und Bezirkssportwart Josef Pohl das Abschlusstraining für die Deutschen Meis-

terschaften der Behinderten-Sportschützen zum Anlass, um allen Beteiligten ein Gäste-Tuch des BVS-Bezirks Oberpfalz zu überreichen. Beide waren erstaunt über die Vielzahl der Schützen. Menzel überreichte die Tücher mit den Worten: „Zum Abtrocknen der vielen Schweißtropfen, die Zeuge der Ernsthaftigkeit Eures Trainings sind.“ Dieter Menzel

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Oberpfalz 70 Jahre Versehrten-, Behinderten- und Rehasport im ASV Neumarkt Mit Stolz und Dankbarkeit feierte die Reha- und Behindertensport-Abteilung im ASV Neumarkt ihr 70-jähriges Jubiläum. Abteilungsleiter Robert Lang spannte einen geschichtlichen Bogen von der Gründung 1947 bis zum heutigen Tag. Die neu gegründete Abteilung bot 1947 den Kriegsversehrten eine sportliche Heimat und neuen Lebensmut. Initiator und Gründungsmitglied Rudi Pöringer leitete 35 Jahre die Abteilung und leistete auch über die Landkreisgrenzen hinaus im Bezirk und im Land Bayern wertvolle Aufbauarbeit. Diese Arbeit führten nachfolgend die Abteilungsleiter Hans Mayer (1982 bis 1994) und Robert Lang (1994 bis heute) fort. 1984 öffnete sich die Abteilung auch für den Rehasport, vor allem mit Herzsport, Wirbelsäulen-, Wasser- und Osteoporose-Gymnastik. Im Laufe der Jahre kamen neue Gruppen, wie Krebsnachsorge, Sport bei Diabetes II und Sport bei Asthma/COPD, hinzu. Jüngstes „Kind“ und damit ein wertvoller Beitrag zur Inklusion ist der Sport mit geistig behinderten Menschen. Begonnen wurde mit sechs Teilnehmern. Heute sind es bereits 25 Personen in drei Gruppen. Derzeit sind 17 Gruppen aktiv. Die Teilnehmerzahl liegt bei circa 8.500 Personen pro Jahr, das entspricht

circa 200 pro Woche. Robert Lang wies stolz auf die zahlreichen Erfolge der Wettkampfmannschaften bei Bezirks-, Bayerischen und Deutschen Meisterschaften hin. Neumarkter Behindertensportler zählen bei den Wettkämpfen immer zu den Siegesanwärtern. Seinen Rückblick beendete Abteilungsleiter Lang mit einem Dank an die zahlreichen Helferinnen und Helfer: an seine Vorstandskollegen Heiner Pechtl

Bezirk zeichnet Antje Lautner aus Der Vitalsportverein Kemnath nahm sein traditionelles Sommerfest zum Anlass, ein verdientes Mitglied zu ehren. Der Stellvertretende Bezirksvorsitzende des BVS-Bezirks Oberpfalz, Dieter Menzel, zeichnete Antje Lautner für 15 Jahre Schatzmeister- und 3. Vorstands-Tätigkeit mit der goldenen BVS-Ehrennadel des Bezirks Oberpfalz aus. Antje Lautner ist seit 30 Jahren beim VSV Kemnath. Als Übungsleiterin für Rehasport und nationale Spiele hatte sie großen Anteil am stetigen Wachstum sowie am Aufschwung der sportlichen Erfolge. Auch im Bereich Sportabzeichen hat sie als Prüferin den Verein im Versehrtensport im Landkreis an die Spitze gebracht. D. Niewolik

Der Stellvertretende Bezirksvorsitzende Dieter Menzel zeichnet Antje Lautner mit der goldenen Ehrennadel aus.

(Stellvertreter), Andrea Urai (Kassiererin), Gernot Aumann (Schriftführer) sowie die Sportwarte Dieter Fesich und Walter Weber, die helfenden Ärzte wie auch die Übungsleiter. Über 30 Jahre sind die Ärzte Dr. Christian Grohmann und Dr. Gerfried Vogel sowie die Übungsleiterinnen Anneliese Maier und Uta Neumüller und Übungsleiter Josef Kinner und Bruno Maier bereits für den Verein tätig. Dank galt auch der Unterstützung durch die Hauptvereinsleitung mit Rüdiger Cedl und Ewald Kreuzer sowie der immerwährenden Hilfe in all den 70 Jahren durch die Stadt Neumarkt und das Landratsamt. In ihren Grußworten stellten Landrat Willibald Gailer und der Referenten für Menschen mit Behinderung, Stadtrat Bernhard Lehmeier, stellvertretend für Oberbürgermeister Thomas Thumann, der ASV-Gesamtvorsitzende Rüdiger Cedl und der BVS Bayern-Bezirksvorsitzende Frank Reinel vor allem die gesellschaftliche Bedeutung des Behindertensports in den Vordergrund. Zudem gab es einen Ausblick auf die künftige wichtige Arbeit im Hinblick auf Integration und Inklusion. Mit einem zünftigen Buffet für alle Teilnehmer und mit zahlreichen Einzelgesprächen endete die Jubiläumsveranstaltung. Gernot Aumann

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Oberfranken BVSV Weidenberg feiert 60. Jubliläum Sein 60-jähriges Vereinsjubiläum feierte der BVSV Weidenberg mit anschließendem Grillessen. Der Verein wurde im April 1957 gegründet und hieß damals Behinderten- und Versehrtensportverein. Vor einigen Jahren hat sich die Vorstandschaft entschlossen, den Verein als eingetragenen Verein zu führen unter dem jetzigen Namen Behinderten- und Rehasportverein (BVSV) Weidenberg e.V. Zur großen Feier begrüßte der 1. Vorsitzende Josef Schrick die oberfränkische Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz mit Ehegatten, MdL Gudrun Brendel-Fischer und den stellvertretenden Bürgermeister Günter Dörfler und bedankte sich für deren Grußworte. Vom BVS Oberfranken waren die Vorsitzende Heidemarie Miklis und der Sportwart Kay Kuhlen zu Gast. Karin Knörrer

Auf dem Foto v. l. MdL Gudrun Brendel-Fischer, Heidrun Piwernetz, Heidemarie Miklis, der 1. Vorsitzende Josef Schrick, 2. Vors. Karin Knörrer und der stellv. Bürgermeister Günter Dörfler.

RGV Forchheim feiert 60. Vereinsjubiläum Der Rehabilitations- und Gesundheitssportverein (RGV) Forchheim feierte sein 60. Vereinsjubiläum im Gemeindesaal der Evangelischen St. Johanniskirchengemeinde. Der Vorsitzende Manfred Jänisch begrüßte Oberbürgermeister Dr. Uwe Kirschstein als Schirmherrn der Veranstaltung, vom BVS Bayern die Bezirksvorsitzende Oberfranken, Heidemarie Miklis, den oberfränkischen Bezirkssportwart Kay Kuhlen und über 70 Vereinsmitglieder zur Feier. Um einen Einblick in die Vereinsarbeit zu geben, präsentierte die Stuhlgymnastikgruppe drei Gymnastikübungen mit Musikbegleitung, die mit viel Beifall honoriert wurden. In seiner Festansprache ließ Manfred Jänisch die 60 Jahre des Vereins Revue passieren. Dabei stellte er zwei Persönlichkeiten besonders heraus: den Gründungsvater Hans Freisinger (Vorsitzender von 1957 bis 1971) und das ‚Urgestein‘ Herbert Burkholz (Vorsitzender von 1971 bis 2015). Aktuell hat der Verein 136 Mitglieder und betreut zusätzliche 40 Rehasport-

Die Bezirksvorsitzende Heidi Miklis spricht ihr Grußwort.

Patienten. Angeboten werden Boden-, Wasser- und Stuhlgymnastik. Es gibt eine Walkinggruppe, und auch das Sportabzeichen wird abgenommen. Auch wenn der Verein seit 2013 wieder steigende Mitgliederzahlen vor-

Foto: Meinhold Damm

weisen kann, so richtete der Vorsitzende den Appell an alle Mitglieder, weiter Werbung für ihren Verein zu machen mit dem Vereinsmotto: „Vorbeugen durch Bewegung dient der Gesundheit“. Manfred Jänisch

Spoka 5/2017 Aus den BEZIRKEN 27

Oberfranken Tag der Bewegung mit Hallenboccia-Turnier Neun Mannschafen beteiligten sich am „Tag der Bewegung“ an einem offenen Hallenboccia-Turnier in der Dreifachsporthalle Weidenberg. Die Organisation oblag – wie in den Vorjahren – dem BVSV Weidenberg mit seinem Vorsitzenden Josef Schrick und seiner Stellvertreterin Karin Knörrer an der Spitze. Die Stimmung während der Veranstaltung war sehr gut. Erstmals führte der Bezirkssportwart Kay Kuhlen das Blasrohrschießen vor. Diese neue Sportart fand großes Interesse. Turniersieger wurde der RBSV Selb 1,

Platz 2 belegte der BVSV Weidenberg 1. Der RBSV Selb 2 kam auf Rang 3. Die weitere Reihenfolge: VSG Rehau 1, BVSV Weidenberg 2, BRSV Schönwald, VSV Mehlmeisel, VSG Rehau 2, VRG Bayreuth. Die Siegerehrung nahmen die Be-

zirksvorsitzende Heidemarie Miklis, die stellvertretende Vorsitzende des BVSV Weidenberg und Bezirksschatzmeisterin Karin Knörrer sowie Bezirkssportwart Kay Kuhlen vor. Text + Fotos: Heidemarie Miklis

Viel erlebt beim Ausflug in die Lüneburger Heide Kultur und Natur standen beim Ausflug des BVS-Bezirks Oberfranken in die Lüneburger Heide für 33 Teilnehmer im Mittelpunkt. Doch zuvor wurde es süß: Auf der Hinfahrt gab es neben der Stadtbesichtigung von Halle an der Saale eine Verkostung in der HallorenSchokoladenfabrik. Von Celle aus unternahmen wir bei herrlichem Sonnenschein eine Rundfahrt durch die Lüneburger Heide. Mit etwas Glück konnten wir den Heidschnuckenaustrieb miterleben. Eine Kutschfahrt rundete den Tag ab. Am 3. Tag ging die Reise in die alte Salzstadt Lüneburg. Danach besichtigen wir das Schiffshebewerk in Scharneck. Eine Schifffahrt mit der Hafenbarkasse stand ebenfalls auf dem Programm. Am nächsten Tag unternahmen wir einen Stadtrundgang durch die Fachwerkstadt Celle. Im Weltvogelpark Wals­ rode bot uns ein Ranger einen spannen-

den Blick vor und hinter die Kulissen des Vogelparks und ließ uns eine Greifvogelflugschau erleben. Am letzten Tag besuchten wir noch das Internationale Wind- und Wassermühlenmuseum in Gifhorn. Heidemarie Miklis

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Mittelfranken Schnupperpaddeln mit Zwei- und Vierbeinern Die Abteilung Muhr am See der RVSG Rothenburg richtete auch dieses Jahr wieder den Schnuppertag im Kajakfahren des BVS-Bezirks Mittelfranken am Altmühlsee aus. Alle Teilnehmer waren mit Eifer dabei, und selbst das stürmische Wetter und die dadurch entstandenen Wellen konnten die Anfänger-Paddler nicht aus den Booten schwemmen. Dieses Jahr waren zum ersten Mal auch zwei Vierbeiner in den Kajaks dabei, denen das Mitpaddeln enormen Spaß machte. Die RVSG bietet neben dem Kajaktraining zusätzlich auch private Trainerstunden für Interessierte an. Infos und Buchungen unter 098318849585. Andrea Hofmeier

Erfolg für die Integrative Fußballmannschaft des BVS Fürth Mit großen Erwartungen startete das Fußballteam des BVS Fürth in das 35. landesweite Fußballturnier der Bayernliga für Menschen mit Behinderung in Donauwörth. Die Schirmherrschaft übernahmen der Lebenshilfe-Verband Bayern und die Landesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen. Ausgerichtet von der Donauwörth-Stiftung St. Johannes, wurde nach dem Turniermodus in zwei Gruppen mit je drei Mannschaften gespielt. Mit enormer Begeisterung und Einsatzbereitschaft erreichte das Team des BVS Fürth bei den Ergebnissen von Fürth – Ingolstadt I 1:0 und Fürth – Nördlingen 2:0 den 1. Platz in der Gruppenphase. Die Motivation für das Halbfinalspiel gegen Haßfurt-Augsfeld war dadurch groß. Am Ende des Spiels wurde es sehr spannend: Es stand 7:8 nach Elfmeterschießen für Fürth. Zwar verschoss der Torhüter einen Elfmeter, konnte aber anschließend zwei Elfmeter parieren.

Wir gratulieren im Bezirk Mittelfranken:

BVSV Nürnberg: zum 70. Geb. HansWerner Vierig, Erika Macher; zum 75. Geb. Manfred Bald; zum 90. Geb. Käthe Priel

Die erfolgreiche Mannschaft des BVS Fürth

Der Gegner im Finale war die Fußballmannschaft aus Ahorn. Trotz kämpferischen Einsatzes verlor Fürth das Spiel mit 2:1, freute sich aber über den 2. Platz. Denn somit war die Qualifikation zusammen mit der Mannschaft Ahorn für die Finalrunde gesichert. Die Aufregung war groß vor dem Finale im Sportpark Ingolstadt. Wiederum spielte der BVS Fürth gegen die Mannschaft des Fußballvereins Ahorn. Nach einem unglücklichen Elfmeter stand es 1:0 für den Gegner. Die Fürther erlitten die erste Niederlage in der Finalrunde. Gegen den zweiten Geg-

ner, die Mannschaft der Noris-Inklusion aus Nürnberg, packte sie aber wieder der kämpferische Einsatz und Fürth ging gleich zu Beginn in Führung. Doch der Gegner wurde im Verlauf des Spiels immer besser. Die Noris-Inklusion Nürnberg siegte mit 4:1. Die Enttäuschung war groß. Anstelle der Fußballmannschaft aus Irchenrieth trat als 3. Gegner die Mannschaft aus Augsfeld gegen die Mittelfranken an. Nach einem spannenden und ausgeglichenen Spiel konnte die Mannschaft des BVS Fürth mit 1:0 letztlich den 3. Platz des Turniers belegen. Hannelore Schier

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Mittelfranken BVS Mittelfranken mit dem Rad am Altmühlsee unterwegs Die positiven Effekte des Fahrradfahrens, wie gesundes Herz- und Kreislauftraining und gelenkschonender Sport, nutzten rund 60 Teilnehmer am Radwandertag des BVS Bayern, Bezirk Mittelfranken. Der ausrichtende Verein, die Abteilung Muhr am See der RVSG Rothenburg, bot den Radlern drei Strecken zur Auswahl an. Die Guides der einzelnen Touren brachten ihre zufriedenen Schützlinge alle wohlbehalten und unverletzt zum Ziel. Die 15 Kilometer-Strecke führte über Stadeln und Büchelberg, im Mönchswald zum Haundorfer Weiher, vorbei am Schnacken Weiher und entlang am Altmühlsee. Der erste Teil der mittleren Route über 25 km ging ab Hafen Muhr am See am Uferradweg nach Schlungenhof, entlang dem Überleiter nach Sinderlach, von dort über den Schnacken Weiher zum Haundorfer Weiher. Die gut ausgebauten Radwege im Mönchswald konnten die

Sportler im zweiten Streckenabschnitt bewundern, bevor sie wieder Richtung Seehafen Muhr zum Ziel fuhren. Die ehrgeizigsten Radler des Tages waren diejenigen, die sich bis zum Brombachsee vorwagten. Trotz kühlen Nieselwetters traten sie 45 km lang kräftig in die Pedale und hatten sich demzufolge das leckere Mittagessen im Strandhaus

Muhr redlich verdient.

Andrea Hofmeier

Unterfranken Besenwagen unterstützt Teilnehmer am Bezirkswandtag Knapp 150 Sportler aus dem gesamten BVS-Bezirk Unterfranken trafen sich zum Wandertag, der sie auf zwei Strecken um den Tierpark in Sommerhausen führte. Karin Brand als Vertreterin der Bezirksvorsitzenden begrüßte die Teilnehmer. Peter Estenfelder, Vorsitzender des ausrichtenden Vereins InSport, schickte die Wanderer auf die Strecken. Deren Höhenprofil ermöglichte es jedem Sportler, in seinem Tempo die passende Strecke zu bewältigen. Viele Teilnehmer lernten hier neue Freunde kennen oder

trafen sich mit alten Sportkameraden. Sie konnten zudem erleben, was ein Team aus G-Sportlern unter der Anleitung von Waltraud Hümmer und Ute Lemmich organisatorisch leisten kann. Ob zuverlässige Streckenposten, eine Versorgung mit Getränken während der Wanderung oder die Betreuung im „Besenwagen“, wenn jemandem die Strecke zu lang werden sollte, wurde von der InSport-Mannschaft gemeistert. Nach zwei und acht Kilometern endeten beide Strecken am Eingang des Tierparks. Leider schlug in der Zwischenzeit das

Wetter um. Das vom Team des Wildparks angebotene leckere Mittagessen wurde unter schnell aufgespannten Schirmen genossen. Eigentlich wollte Peter Estenfelder den Wanderern das Konzept „Wildpark ‒ ein Arbeitsraum für Menschen mit Handicap“ vorstellen. Aber der heftige Dauerregen zwang die Sportler zum frühen Aufbruch. Die mit dem Zug angereisten Teilnehmer wurden per Shuttle-Service an die entsprechenden Bahnhöfe gebracht. Klaus Weiss

30 Aus den BEZIRKEN Spoka 5/2017

Schwaben Frauensportgruppe im BVSV Donauwörth besteht 50 Jahre Der BVSV Donauwörth begann seine Jubiläumveranstaltung „50 Jahre Frauengruppe“ mit einem Gottesdienst in der Heilig-Kreuz-Kirche. Zur Feier im Gasthaus Braun in Wörnitzstein konnte die Vorsitzende Pia Schüller zahlreiche Mitglieder begrüßen. Die Frauensprecherin Hiltraud Hungbaur ließ die Entstehung der Frauensportgruppe Revue passieren, die 1967 unter dem Vorsitz von Leo Fritz gegründet wurde. Als Übungsleiter fungierten Herbert Zoth, Gerda Blattner, Hildegard Rieder und Margit Wölker. Im Gründungsjahr eingetreten sind Hella Kleinle, Marianne Ferber und die bereits verstorbene Amalie Mayer. Sportärzte waren Dr. Vehlow, Dr. Wolfbauer, Dr. Soldner und seit 1995 Dr. Kroczek. Das Amt der Frauensprecherin übten aus von 1969 bis 1974 Erika Kühn, von 1974 bis 1985 Helene Biesle, von 1985 bis 1991 Amalie Wohlrab, von 1991 bis 1997 Fanny Reif und seit 1997 Hiltraud Hungbaur. Aktuell werden die Frauensteh- und Reha-Gruppe von Anja Göttler und Renate Seemann, die Sitzgruppe von Gisela Moll, Hiltraud Hungbaur und Hubert Ferber und von Jarmila Habenicht die gemischte Morbus-Bechterew-Gruppe geleitet. „Wir sind sehr froh, dass wir die Anja Göttler und die Gerda Jall-Struck als Übungsleiterinnen neu dazubekommen haben, da beide die Qualifikation zum

Die Übungsleiter werden geehrt, v. l. Hildegard Rieder, Anja Göttler, Renate Seemann, Hubert Ferber, Vorsitzende Pia Schüller, Hiltraud Hungbaur und Gisela Moll. Es fehlt Jarmila Habenicht.

REHA-Sport haben“, schloss sie ihren Bericht. Die Vorsitzende des BVSV Donauwörth, Pia Schüller, bedankte sich bei den aktiven und nicht mehr aktiven Übungsleitern mit einem Geschenk. Zur Unterhaltung führte die Reha- und Stehgruppe einen choreografischen Tanz auf und überraschte mit einem Wasserballett, beides von Anja Göttler einstudiert. Die Feierlichkeiten „50 Jahre BVSV

Frauengruppe“ wurden beim FamilienSporttag in der Staufersporthalle fortgesetzt. Hier begrüßte Pia Schüller zahlreiche Ehrengäste. Der Stellvertretende Landrat Hermann Rupprecht führte aus, dass im Verein die Interessen gebündelt, Freundschaften gepflegt werden können und man Gemeinschaft finden kann. Wenn ein Verein so lange besteht, benötigt es Leute, die sich für die Allgemeinheit einsetzen, wie z. B. die Vorsitzende Pia Schüller, die ihr Amt mit Ruhe und Gelassenheit ausübt. Die Frauensitzgruppe zeigte ihre Gymnastik mit dem Reifen, einstudiert von Gisela Moll, und die Reha-Sportgruppe einen choreografischen Tanz. Außerdem luden verschiedene Sportarten, wie Tischtennis mit Übungsleiterin Gabi Mayr, Badminton mit Erika Endter, Zielwerfen mit Hubert Ferber und die Reha-Gymnastik mit einem Rücken-/ Reha-Zirkel, aufgebaut von Anja Göttler, zum Mitmachen ein. Hubert Ferber

Wir trauern um Das Wasserballett des BVSV Donauwörth: v. l. Anja Göttler, Renate Seemann, Gitti Papak, Maria Dörner und Sonja Miller. Fotos: Günther Wohlrab

Josef Christl, SV-Reha Augsburg (2. Vorsitzender von 1989 bis 2017)

Spoka 5/2017 Aus den BEZIRKEN 31

Schwaben Sport wurde großgeschrieben bei der Gesundheitswoche 37 Teilnehmer/-innen aus verschiedenen Vereinen des BVS-Bezirks Schwaben trafen sich zur Gesundheitswoche 2017 im Haus Unterjoch. Stärkste Gruppe war der VSV Neusäß mit 19 Personen (51,4 %). Das Wetter war uns nur bedingt gewogen. Die Referentinnen Lilo Butz und Claudia Reinhardt waren gefordert, Ersatzbeschäftigungen für die buchstäblich ins Wasser gefallenen Wanderungen zu finden. Sport wurde großgeschrieben. Es begann täglich mit Frühgymnastik ab 7.30 Uhr, nach dem Frühstück ab 9.30 Uhr und 11 Uhr Sport bzw. Krafttraining im Wechsel. Alle Angebote wurden rege besucht. Für die Sportstunden stellten die Übungsleiterinnen jeweils verschiedene Geräte bereit und gestalteten jede Stunde mit Igel-, Petzi- und Softbällen, Luftballons, Ringen, Stäben, Tüchern und Tennisbällen variabel. Die vorgesehenen täglichen Wanderungen mussten leider eingeschränkt werden. Wir konnten jedoch bei tro-

ckenem Wetter Ausflüge nach Wertach, Rottachsee, Sorgalpe und Vilsalpsee unternehmen. Ein schwäbisches Buffet am Mittwoch sowie ein gemeinsamer geselliger bunter Abend mit Musik und Vorträgen

am Donnerstag rundeten den Aufenthalt ab. Am Freitag, unserem Abreisetag, lachte die Sonne vom blauen Himmel und lud uns zum Wiederkommen im Jahr 2018 ein. Inge Obinger

TVG/BVS Sport & Reha mit dem Floß auf dem Lech Der Ausflug der TVG/BVS Sport & Reha Gundelfingen führte dieses Jahr bei Sonnenschein und guter Stimmung nach Lechbruck am See. Eine lustige und erlebnisreiche Floßfahrt von fast zwei Stunden Dauer stand auf dem Programm. Wir fuhren den Lech aufwärts, wo die Flößer sich sicher bis an die Strömung heranwagten, was wie ein Naturphänomen schien. Dann wendeten sie das Floß und es ging mit der Strömung flussabwärts. Während der Fahrt erzählte einer der Flößer vom früheren Leben in der Flößerei. Damals wurden Holz, Steine, Baumaterial und vieles mehr mit dem Floß bis in den Augsburger Raum gebracht.

Redaktionsschluss

für die nächste Ausgabe des Spoka ist der 5. November 2017,

Erscheinungstermin Anfang Dezember.

Einer der Flößer machte Musik, wobei gezielt auf bestimmte Stellen hingewiesen wurde. Zum Beispiel beim Zillertaler Hochzeitsmarsch, dass nur hier, im Hoheitsgebiet der Gemeinde, Trauungen auf dem Floß stattfinden dürfen. Nach dem gemeinsamen Mittagessen in Lechbruck konnten wir bis zur Abfahrt nach Hopfen am See am Lechufer

spazierengehen oder auf der sehr schönen Flößerminigolfanlage spielen. In Hopfen am See stand Zeit zur freien Verfügung, für Spaziergänge auf der Uferpromenade, zum Kaffee trinken oder Eis essen. In der Sennerei Lehern kauften wir vor der Heimfahrt noch guten Käse ein. Sophie Förstl

BVS Bayern • Georg-Brauchle-Ring 93 • 80992 München ZKZ 06407 • Entgelt bezahlt • PSdg.

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