40 Jahre AGCK - forumKirche

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Nummer 16 21. August 2011 bis 3. September 2011 Pfarreiblatt der Bistumskantone Schaffhausen und Thurgau Einsatz für die Ökumene 40 Jahre AGCK 40...

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Nummer 16 21. August 2011 bis 3. September 2011

Pfarreiblatt der Bistumskantone Schaffhausen und Thurgau

Einsatz für die Ökumene

40 Jahre AGCK

40 Jahre AGCK

Titelbild: Am 4. Mai 2009 wurde im Fraumünster Zürich erstmals das Oecumenica-Label feierlich übergeben. Bild: Tanja Demarmels/AGCK

Es ist noch gar nicht lange her, dass in manchen Gegenden Eltern ihren Kindern verboten, einen Angehörigen einer anderen Konfession zu heiraten. Das gesellschaftliche Leben war religiös geprägt, aber konfessionell streng unterschieden. Heute stellt sich kaum noch die Frage: «Bist du katholisch oder evangelisch?». Die Grenze verläuft eher zwischen denen, die sich als Gläubige zu erkennen geben, und denen, für die Religion kein Thema ist. Dies belegen auch Statistiken: Während sich 1970 nur 1,5 Prozent der Schweizer keiner Religion zurechneten, waren dies im Jahr 2000 bereits 15 Prozent. Hinzu kommen diejenigen, die nur noch auf dem Papier einer Religionsgemeinschaft angehören, sich innerlich aber davon verabschiedet haben. In gesellschaftlichen Diskussionen macht sich dieser Wandel ebenso bemerkbar: Es ist eine «Verdunstung» christlicher Vorstellungen und Grundhaltungen festzustellen, wenn z. B. dafür plädiert wird, Embryonen für Forschungszwecke einzusetzen, oder die Betreuung pflegebedürftiger Menschen als wirtschaftliche Belastung gesehen wird. Auf der anderen Seite wächst der Druck, drängende Probleme zu lösen wie z. B. im Kampf gegen den Hunger oder die drohende Klimakatastrophe. Angesichts dieser gesellschaftlichen Entwicklungen und weltweiten Herausforderungen schrumpfen Unterschiede zwischen den Konfessionen zusammen, treten Gemeinsamkeiten stärker hervor. Denn welche Bedeutung haben unterschiedliche Auffassungen bezüglich Abendmahl und Amtsverständnis, wenn es eilt, die Weichen für die Zukunft so zu stellen, dass unsere Kinder eine lebenswürdige Welt vorfinden. Alle Christen sind aufgerufen, sich gemeinsam für diese Zukunft einzusetzen. Die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen AGCK hat bereits vor 40 Jahren damit begonnen (vgl. S. 2 bis 4), christliche Konfessionen und Gemeinschaften miteinander ins Gespräch zu bringen. Ein äusserst wichtiger Dienst! Er bewahrt vor konfessioneller Kleinkariertheit, weitet den Blick für die eigentlichen Herausforderungen unserer Zeit und ermöglicht so, am Aufbau einer gerechteren Welt im Sinne Jesu – und damit sinnvoll – mitzuwirken.

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Beginn mit Hindernissen Wie die AGCK entstand Die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen Schweiz AGCK wird dieses Jahr 40 Jahre alt. Sie feiert diesen Anlass zusammen mit dem zehnjährigen Bestehen der Charta Oecumenica am 28. August in einer Jubiläumsvesper in der Matthäuskirche Luzern. Kaum jemand kann sich heute vorstellen, welche Probleme damals zu überwinden waren. Alt-Bischof Ivo Fürer und Pfarrer Eduard Wildbolz, die sich beide für die Gründung der AGCK engagierten, erinnern sich. Die AGCK Schweiz wurde 1971 gegründet. Ihre Vorläuferin war die Arbeitsgemeinschaft der ökumenischen Kommissionen der deutschschweizerischen Kirchen. «Diese Arbeitsgemeinschaft liess sich über die Entwicklung im Ökumenischen Rat der Kirchen orientieren. Sie veranstaltete in den Sechzigerjahren regelmässig Tagungen mit den evangelischen Freikirchen, welche damals allem Ökumenischen mit misstrauischer Skepsis begegneten», berichtet Pfarrer Eduard Wildbolz. «Der nächste Schritt bestand darin, dass wir gegen inneren Widerstand aus dem Lager der Freikirchen erstmalig einen Katholiken, den Neutestamentler Professor Johannes Feiner, als Hauptreferenten einluden. Er brachte zwei Theologiestudierende mit. Manche Teilnehmer begegneten hier zum ersten Mal auf theologischer Ebene Katholiken!» Die Teilnehmer erlebten entgegen aller Vorurteile ein offenes Gespräch mit katholischen Christen.

Inhalt Caritas-Sonntag Wasser für den jüngsten Staat der Welt

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Ein Projekt mit Caritas Schweiz Kirchen ohne Grenzen - Spanisch Grossbaustelle Migrantenseelsorge Wer ängstlich das Eigene verteidigt, …

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Caritas Thurgau Hilfe gibt es nicht zum Nulltarif! Finanzielle Engpässe und ihre Folgen

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Kurse · Tagungen

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Missionen · Radio & TV

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Kalenderblatt · Zum Schluss

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Bild: zVg

Editorial

Msgr. Ivo Fürer (l.) und Pfarrer Eduard Wildbolz setzten sich für die Gründung der AGCK ein.

Schritte zur Gründung der AGCK Das 2. Vatikanische Konzil gab den Anstoss, dass die römisch-katholische Kirche sich im Bereich der Ökumene engagierte, wie Bischof Ivo Fürer betont. 1966 nahm die Gesprächskommission des SEK und der römisch-katholischen Kirche ihre Arbeit auf. «Dort arbeiteten Personen der Kirchenleitungen mit. Diese bilaterale Kommission – in der u. a. auch Karl Barth und Hans Urs von Balthasar mitarbeiteten – leistete wichtige Arbeit.» Unter anderem ging es um Fragen der Mischehenseelsorge, der Taufe und der Interkommunion. Und es wurde die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz ins Auge gefasst. Die erste vorberatende Konferenz fand im Januar 1969 mit Vertretern der Landeskirchen und der Freikirchen statt. «Eindrücklich war, dass Bischof Hänggi sich dort für Verletzungen, die seine Kirche anderen Kirchen in der Vergangenheit angetan hatte, entschuldigte», erinnert sich Pfarrer Wildbolz. Am 13. März 1970 folgte eine zweite Sitzung in Zürich mit Vertretern der evangelisch-reformierten, christkatholischen, römisch-katholischen Kirchen, der Methodisten, Baptisten und der Heilsarmee. Am 31. März 1971 fand eine Sitzung der AGCK-Delegierten statt. Ein spezielles Präsidium gab es damals noch nicht. «Die Vertreter des SEK hatten den ersten Entwurf für die Statuten erstellt, dazu kamen die christkatholische und die römisch-katholische Kirche als wichtige Player. Besonders erwähnen möchte ich hier auch Professor Stirnimann, Pfarrer R. Kurz, Zürich, Pfarrer Eduard Wildbolz, später Sekretär der AGCK, Professor Stalder und die Bischöfe Marmie und Hänggi», erinnert sich Bischof Ivo. Wie heisst die Organisation? Wer wird Mitglied? Die Frage der Bedingungen der Mitgliedschaft in der AGCK stellte sich auf verschiedenen Ebenen. Vom SEK gab es Fragen zu den Freikirchen: Sollten diese in

Der Präsident des CCEE, Kardinal Miloslav Vlk (l.) und Metropolit Jeremie, Vorsitzender der KEK, unterzeichnen die Charta Oecumenica am 22. April 2001 in der St.-Thomas-Kirche in Strassburg.

globo aufgenommen werden? Sollte die Allianz Mitglied werden? Die Methodisten waren bereits Mitglied im SEK – sollten sie trotzdem Einzelmitglied werden? Den SEKVertretern ging es dabei um die Art des Vorgehens, nicht um den Ausschluss einzelner oder aller Freikirchen. Die Heilsarmee dagegen betonte, sie sei eine kirchliche Gemeinschaft und keine Kirche. Deshalb gab es Diskussionen um den Titel der AGCK. Sollte es heissen: Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen und kirchlicher Gemeinschaften? Oder vielleicht «Kirchliche Brüderschaft»? Den Titel «Arbeitsgemeinschaft» hielten damals einige für zu profan! In Österreich nannte sich die Schwesterorganisation «Ökumenischer Kirchenrat». «Ein Rat ist aber in der Schweiz ein Entscheidungsgremium, und das war die AGCK nicht», erinnert sich Bischof Ivo. Also blieb man bei Arbeitsgemeinschaft – die Schwesterorganisation in Deutschland, 1948 gegründet, führte auch diesen Titel. Verunsicherung und neue Schritte Am 21. Juni wurde die AGCK offiziell aus

der Taufe gehoben. Sie war auf Unterstützung angewiesen. «Es zeigte sich, dass man wenig von anderen Kirchen wusste. Die Ökumene brauchte Zeit, es lief harzig», erinnert sich Bischof Ivo. «Man musste vom gegenseitigen Konkurrenzdenken wegkommen und Vertrauen aufbauen. Ich dachte, es gebe wenig theologische Probleme für die Zusammenarbeit.» Doch viele katholische Gläubige fühlten sich verunsichert, da das Konzil neue Standpunkte etwa beim Fasten am Freitag, bei der Mundkommunion etc. vertrat. «Und dann noch die Annäherung an andere Kirchen! Das war vielen zu viel auf ein Mal!» Nach 40 Jahren sind die Stolpersteine nicht alle verschwunden. Doch heute arbeiten die Mitgliedkirchen mit Wohlwollen und wachsender Professionalität zusammen. «Die AGCK will die in Jesus Christus begründete und bestehende Einheit der Kirchen bezeugen und die Zusammenarbeit der Christen fördern», heisst es in den Statuten. Sie ist auf diesem Weg. Christiane Faschon

Die Charta Oecumenica Die Charta Oecumenica ist ein von der Konferenz Europäischer Kirchen KEK und vom Rat der Europäischen Bischofskonferenzen CCEE gemeinsam vorgelegtes Dokument, das Leitlinien für die wachsende Zusammenarbeit unter den Kirchen in Europa enthält. Es wurde am 22. April 2001 von den Präsidenten von KEK und CCEE unterzeichnet. Die KEK ist eine Organisation der orthodoxen, anglikanischen, christkatholischen und protestantischen Kirchen Europas, die CCEE eine Organisation der römisch-katholischen Kirche. Die Charta Oecumenica führt ökumenische Grundüberzeugungen an, vor allem, dass das Bekenntnis einer Kirche zur Ökumene und die Mitgliedschaft in ökumenischen Organisationen im Verhalten dieser Kirche erkennbar sein sollen. Das Dokument nennt Selbstverpflichtungen im Verhalten der Kirchen untereinander (Punkte 2 bis 6), gegenüber der Gesellschaft (Punkte 7 bis 9) und gegenüber anderen Religionen und Weltanschauungen, insbesondere Judentum und Islam (Punkte 10 bis 12). Alle Mitgliedkirchen der AGCK in der Schweiz haben am 23. Januar 2005 in St. Ursanne die Charta Oecumenica unterzeichnet.

Quelle: Kipa

Bild: Romano Siciliani/kna

40 Jahre AGCK

News ■ Jugend und Religion Die jungen Menschen in der Schweiz besuchen meist nur an für sie wichtigen Lebensstationen die Kirche. Dies ist eines der Ergebnisse einer Studie. Von den 16bis 25-Jährigen besuchen nur sechs Prozent einmal wöchentlich eine Kirche, eine Synagoge, eine Moschee oder einen Tempel. Nur 43 Prozent einer christlichen Religionsgemeinschaft seien davon überzeugt, dass es einen Gott gebe. ■ Wie politisch dürfen Kirchen sein? Diese Frage stellte die Gratiszeitung «20 Minuten» ihrem Online-Publikum. Gut zwei Drittel der 4260 Personen, die an der Umfrage teilgenommen haben, stimmten der Ansicht zu, dass sich die Kirchen nicht zu Wahlen und Abstimmungen äussern sollen. Fast 80 Prozent der Teilnehmenden sprachen sich hingegen dafür aus, dass die Kirchen in der Asylpolitik Stellung beziehen. ■ Grossveranstaltung gegen Islamophobie Am 29. Oktober veranstaltet der islamische Zentralrat Schweiz (IZRS) am Berner Bundesplatz eine Kundgebung zum Thema «Tag gegen Islamophobie und Rassismus». Der IZRS rechnet mit rund 2000 Besuchern. Eine grosse Freiluftbühne und verschiedene Stände sollen den Besuchern die Möglichkeit bieten, sich über die Zustände in unserem Land zu informieren und sich mit Muslimen auszutauschen. ■ Papstbesuch wird Ökumene voranbringen Der Deutschlandbesuch von Papst Benedikt XVI. wird nach Ansicht des Erfurter Bischofs Joachim Wanke die Zusammenarbeit zwischen Katholiken und Protestanten fördern. Die Bilder der am 23. September geplanten Begegnung mit der Spitze der evangelischen Kirche «werden um die Welt gehen», sagte Wanke. Er bewertete es auch als «wichtiges Zeichen», dass der Papst von sich aus die Begegnung gewünscht habe. ■ 70. Todestag von Maximilian Kolbe Im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz ist des dort ermordeten Priesters Maximilian Kolbe gedacht worden. Kardinal Dziwisz würdigte den 1982 heiliggesprochenen Franziskaner bei einem Gottesdienst auf dem einstigen Appellplatz als Vorbild der Nächstenliebe. Kolbe war 1941 freiwillig anstelle eines Familienvaters in den «Hungerbunker» gegangen und wurde am 14. August mit einer Giftspritze umgebracht.

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40 Jahre AGCK

Gemeinschaft in Verschiedenheit Die AGCK heute Die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz AGCK-CH wird 40 Jahre alt. Wo steht sie heute? Ihre Arbeit wird – in Zusammenarbeit mit Fachleuten – von Themen wie Taufanerkennung bis zu Verhältnis Kirche-Staat und Schöpfungszeit bestimmt. Basis war und ist dabei immer die Charta Oecumenica. Das Gebet mit- und füreinander ist und bleibt ein wichtiges Anliegen der AGCK. Nicht ohne Grund nennt deren erste Frau im Präsidentenamt, Reverend Adèle Kelham, als Motto ihrer Arbeit «Mit- und füreinander beten». Die Gebetswoche für die Einheit der Christen ist auch heute ein wichtiger Anlass. Dazu kommen aber auch Feiern wie 2010 in der Kathedrale von Lausanne: 1000 Menschen aus unterschiedlicher Kirchen, von den Landeskirchen bis zu afrikanischen Migrationskirchen, nahmen daran teil, von Freikirchen bis zu orthodoxen Gemeinschaften.

Kirchen und Zivilgesellschaft Die Frage um das Verhältnis von Kirchen/Religionen zum Staat hat in den letzten Jahren, und insbesondere seit der Minarettverbotsinitiative, an Bedeutung zugenommen. Die AGCK übernimmt in diesem Zusammenhang eine wichtige Funktion. Zusammen mit Fachleuten erarbeitet sie neue Positionen und setzt sich für den religiösen Frieden in der Schweiz ein. Ausserdem fördert sie die Integration von Menschen aus anderen Ländern, denen die Kirchen religiöse Heimat, aber auch eine Brücke in die hiesige Gesellschaft sind. Die Ökumene in der Schweiz bewegt sich! Das zeigt auch, dass neu Theologinnen und Theologen aller AGCK-Mitgliedkirchen nach einer entsprechenden Ausbildung und Beauftragung in der Notfallseelsorge tätig werden können! Früher war dies nur für Mitglieder des SEK und der Schweizerischen Bischofskonferenz möglich. Aus den kleinen Anfängen ist die AGCK heute eine vielseitige Institution geworden, die die Gemeinschaft der Christinnen und Christen fördert. Christiane Faschon

Taufe und Ostertraditionen Die Ausweitung der Taufanerkennung ist ebenfalls eine Verpflichtung der Charta. Eine entsprechende Arbeitsgruppe von Fachleuten eruiert zurzeit, welche Kirchen gegenseitig zu welchen Bedingungen die Taufe anerkennen können. Dies spielt auch in der Frage der konfessionsverschiedenen Ehen eine Rolle. Daneben geht es der AGCK aber auch um eine Vertiefung des Taufverständnisses. Die Landeskirchen in der Schweiz haben 1973 als Erste in Europa eine entsprechende Verpflichtung unterzeichnet. 2013 soll das Dokument für die Ausweitung fertig gestellt sein. Die Osterdaten der West- und Ostkirchen fallen 2011 und 2014 zusammen. Aus dieBild: Tanja Demarmels/AGCK

Charta Oecumenica und Schöpfungszeit Die Charta Oecumenica ist heute die Basis der ökumenischen Arbeit. Um sie bekannter zu machen, verleiht die AGCK seit 2009 wegweisenden Projekten für gute Ökumene nach sorgfältiger Prüfung das OecumenicaLabel. So wurde zum Beispiel die AGCK Vaud für ihre monatlichen ökumenischen Gottesdienste in der Kathedrale Lausanne ausgezeichnet. Dazu der ökumenische Kirchenauftritt an der Gastronomiemesse

sem Anlass wurde eine Broschüre erstellt, die in kurzen Texten über die unterschiedlichen konfessionellen Symbole und Traditionen informiert. Sie enthält aber auch passende Lieder oder Rezepte für Osterkuchen. Gemeinden können sich hier praktische Anregungen holen.

«IGEHO Basel», «L’Ecole de la Parole en Suisse romande» und die «ökumenische Kampagne der kirchlichen Werke». Die AGCK-CH unterstützt regelmässig kantonale AGCKs bei ihrer Arbeit, dies auch bei der Vorbereitung der Unterzeichnung der Charta der Kantonalkirchen. Ausserdem arbeitet sie mit entsprechenden Organisationen in Europa zusammen. Im September wird jeweils die Schöpfungszeit begangen. Damit setzt die AGCK-CH zusammen mit der «oeku» seit einiger Zeit die Charta um. Alle Mitgliedkirchen erhalten Informationen zu ihren Projekten; damit sind auch die so genannten kleinen Kirchen mit der kirchlichen Umweltarbeit vernetzt.

Die Präsidentin der AGCK überreicht der Vertreterin und den Vertretern von «Brot für alle», «Fastenopfer» und «Partner sein» für die jährlich durchgeführte ökumenische Kampagne die Urkunde mit dem Oecumenica-Label.

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Das Oecumenica-Label Die AGCK hat das Oecumenica-Label entwickelt, um die ökumenischen Leitlinien der Charta Oecumenica bekannt zu machen. Es ist ein nationales Gütesiegel für beispielhafte ökumenische Arbeit. Es besteht aus einer Urkunde, einem Logo, also einem Markenzeichen, das für die Kommunikation eines ausgezeichneten Projekts verwendet werden darf, sowie aus einem Eintrag auf der Webpage der AGCK. Das Label ist drei Jahre lang gültig, danach wird das Projekt überprüft. Ziel ist es, mit zukunftsweisenden und beharrlichen Schritten erfahrbar zu machen, dass die Kirchen in Jesus Christus eins sind. Die AGCK steht für Zusammenarbeit und gemeinsames Gebet trotz traditioneller Verschiedenheit.

Caritas-Sonntag

Wasser für den jüngsten Staat der Welt Ein Projekt mit Caritas Schweiz Bilder: Pia Zanetti/Caritas Schweiz

Links: In glühender Hitze säubern die Frauen von Woroworo den «Wasser-Felsen» von Erde und Gestrüpp. Rechts: Arbeiten am ersten Stauwehr. Hier wird das bei Regen über den Fels fliessende Wasser gestaut.

Seit dem 9. Juli 2011 ist der christliche Südsudan ein unabhängiger Staat. Trotz politischen Unsicherheiten und Grenzkonflikten mit dem muslimischen Nordsudan ist damit ein wichtiger Schritt hin zu Stabilität und Frieden getan. Doch die junge Nation steht vor gewaltigen Aufgaben. Caritas ist seit 30 Jahren im Südsudan tätig und einer der wichtigsten Partner beim Aufbau des Landes. Nur gerade ein Drittel der Bevölkerung im Südsudan hat Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Produktivität in der Landwirtschaft ist so gering, dass längere Trockenzeiten wiederholt zu Hungersnöten führen. Die Gesundheitsversorgung ist katastrophal, jedes siebte Kind stirbt vor seinem fünften Geburtstag. Nur vierzig Prozent der Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren haben je eine Schule besucht – und wurden meist von freiwilligen, nicht ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet. Es ist eine Herkulesarbeit, die der jüngste Staat der Welt in den nächsten Jahren zu bewältigen hat. Caritas – ein verlässlicher Partner «Wir sind sehr dankbar, dass wir beim Aufbau unseres Landes auf die Unterstützung von Partnern wie der Caritas zählen dürfen», sagt Johnson Sebit, Pfarrer und Direktor des Staatsministeriums für Infrastruktur in der Provinzhauptstadt Torit. «Caritas hat schon während des Krieges wichtige humanitäre Arbeit geleistet. Auf diese Partnerschaft können wir vertrauen. Mit ihrer langjährigen Erfahrung und Kompetenz setzt

Caritas wichtige innovative Impulse – sei es in den Bereichen Bildung und Ernährung oder im Bereich Wasser.» Regenwasser vom Fels Eine der Innovationen von Caritas, welche für die Zukunft der Trinkwasserversorgung wegweisend sein wird, nimmt im 1200-Seelen-Dorf Woroworo derzeit Gestalt an. Hier baut Caritas ein System zur direkten Sammlung und Speicherung von Regenwasser, wie es im Land bisher nicht existiert. Mit künstlichen Regenrinnen wird das über einen grossen Felsen abfliessende Wasser kanalisiert und hinter Stauwehren gefasst. Die Speicherung des Wassers erfolgt in grossen Zisternen, welche die Versorgungssicherheit auch in der Trockenzeit gewährleisten. Im Vergleich zu herkömmlichen Brunnen ist das so gewonnene Wasser nicht nur sauberer, sondern auch billiger: teure Felsbohrungen und aufwändige Unterhaltsarbeiten entfallen. Fortschritt in der Versorgungssicherheit Nach anfänglicher Skepsis ist Donato Lotowa, der Dorfchef von Woroworo, heute überzeugt davon, dass die neue Wasserversorgung ein entscheidender Fortschritt ist für sein Dorf: «Jetzt, wo die Bauarbeiten im Gang sind, glauben wir daran, dass es Caritas mit dem Projekt ernst ist. Vor allem in der Trockenzeit wird uns endlich genügend Trinkwasser zur Verfügung stehen. Das ist ein Geschenk, für das wir unendlich dankbar sind.»

Caritas-Opfer für die Armutsbekämpfung Am Sonntag, 28. August 2011, wird die Kollekte für die Arbeit von Caritas Schweiz aufgenommen. Weltweit hungern über eine Milliarde Menschen. Steigende Nahrungsmittelpreise und der Klimawandel verschärfen die Situation zusätzlich. Caritas Schweiz bekämpft diesen schlimmen Missstand weltweit und verbessert mit ihren Projekten die Ernährungssituation von 750 000 Menschen. Sie hilft ihnen, einen Weg aus der Not in ein selbstbestimmtes Leben zu finden. Bei Katastrophen leistet Caritas Nothilfe, engagiert sich im Wiederaufbau und trägt dazu bei, dass die Menschen zukünftig gegen solche Ereignisse besser geschützt sind. Auch in der reichen Schweiz gibt es Armut. Jede 10. Person ist betroffen. Alleinerziehende, Familien mit drei und mehr Kindern und Jugendliche mit einer geringen Ausbildung sind besonders gefährdet, in eine Notsituation zu geraten. Kinder, die in armen Familien aufwachsen, tragen ein grosses Risiko, auch im Erwachsenenalter auf Unterstützung angewiesen zu bleiben. Caritas setzt sich mit ihrer Aktion «Armut halbieren» dafür ein, dass dieses drängende Problem ernst genommen wird und die Schweiz etwas dagegen unternimmt. Das Caritas-Opfer ist ein konkreter Beitrag an die vielen Projekte, die Caritas Schweiz zugunsten von armutsbetroffenen Menschen weltweit und in allen Regionen der Schweiz durchführt. Die Schweizer Bischöfe empfehlen Ihnen das Caritas-Opfer und danken Ihnen für Ihre grosszügige Unterstützung.

Jörg Arnold, Caritas Schweiz forumKirche | 16-2011

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Kloster Appenzell

«Wir haben getan, was uns aufgetragen war» Feierliche Verabschiedung der Kapuziner in Appenzell Mit einem eindrücklichen und bewegenden Festgottesdienst wurden die Kapuziner des Klosters Appenzell verabschiedet. Wie verbunden die Kapuziner mit dem Kanton und der Bevölkerung waren, zeigte sich am riesigen Aufmarsch in der Kirche.

Wachstum schwankte Lang war die Tradition in der Tat. 1586 befand sich die katholische Kirche in einer unruhigen Zeit und die weltliche Regierung rief die ersten Kapuziner nach Appenzell. Diese wurden so herzlich aufgenommen, dass nur kurze Zeit später der Bau eines Klosters beschlossen wurde. Ein wichtiger Meilenstein war 1908 die Gründung des Gymnasiums St. Antonius, welches 1999 dem Kanton übergeben wurde. Die Zahl der Kapuziner in Appenzell hat im 20. Jahrhundert stark geschwankt: mit 13 Brüdern startete das Kloster zu Beginn des Jahrhundert, erlebte in den Sechzigerjahren mit 47 Brüdern eine Blütezeit und schliesst nun mit acht Kapuzinern, die meisten über 80 Jahre alt, seine Pforten. Aufruf zur Mithilfe Auch Bischof Markus Büchel liess es sich nicht nehmen, seinen Dank und seine Wertschätzung für das seelsorgerische Wirken der Kapuziner auszusprechen. Er bekräftige die Worte von Pfarrer Guggenbühl, dass mit dem Weggang der Kapuziner und dem spärBild: Claudia Koch

Bis auf den letzten Sitz- wie auch Stehplatz war die Pfarrkirche St. Mauritius besetzt. Grund dafür war nicht nur Mariä Himmelfahrt, die im katholisch geprägten Kanton Appenzell Innerrhoden festlich gefeiert wird. Grund für den Aufmarsch der prächtig gekleideten Trachtenfrauen, der Mitglieder der Standeskommission und des Kantonsgerichts, sowie der Bezirkshauptleute, Kirchenräte, von Bischof Markus Büchel, Mitbrüdern aus der ganzen Schweiz und zahlreichen Gästen war die Verabschiedung der acht Kapuziner. Mehr als vier Jahrhunderte hatten sie das kirchliche Leben in Appenzell mitgestaltet und nachhaltig geprägt. «Dass die Kirche bei uns im Dorf ist, daran sind die Kapuziner wesentlich beteiligt», sagte Pfarrer Stephan Guggenbühl. Respekt, Wertschätzung und Begleitung habe die Bevölkerung durch die Kapuziner erfahren und deshalb seien sie zutiefst beliebt gewesen. Sie waren unterwegs als Seelsorger im Gottesdienst oder im Beichtstuhl, segneten Häuser, Felder und Ställe

lichen Priesternachwuchs jede und jeder aufgerufen sei, sich aktiv am Pfarreileben zu beteiligen. Bruder Ephrem Bucher, Provinzial der Kapuziner und ehemaliger Rektor des Gymnasiums, zeigte auf, wie dem Abschied etwas Positives abzugewinnen sei. «Auf jeden Abschied folgt eine Ankunft», sagte er. Er äusserte sich auch kritisch über den Rückgang der Ordensleute, meinte gar, dass sie Gefangene der eigenen Strukturen geworden seien und zu spät auf gesellschaftliche Veränderungen reagiert hätten. «Jetzt nimmt die Geschichte uns vieles aus den Händen, was aber auch eine Entlastung sein kann», so Bruder Ephrem. Mit dem bescheidenen Satz «Wir haben getan, was uns aufgetragen war», dankte er der Landesregierung für die wertvolle Unterstützung und der Dorfpfarrei für den regen Austausch.

und unterrichteten hundert Jahre lang am Gymnasium Appenzell. Ende August geht diese lange Tradition mit der Schliessung des Klosters mangels Nachwuchs zu Ende.

Im Kreis ihrer Mitbrüder wurden die Kapuziner von Bischof Markus Büchel und der Bevölkerung feierlich verabschiedet.

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Wegweiser und Vorbild Die Fürbitten standen unter dem Motto: Kapuziner sein heisst unterwegs sein. Mit Wanderutensilien wie einem Rucksack, Wanderschuhen und einer Wanderkarte wurden die von den Kapuzinern geleisteten unzähligen Dienste verdankt. Die anschliessende Prozession führte in den Innenhof des Gymnasiums, wo viele Leute die Gelegenheit nutzten, sich persönlich von den Kapuzinern zu verabschieden. Über 1000 Gäste wurden mit einer Klostersuppe, zubereitet aus 200 Kilo Gemüse und 100 Kilo gekochtem Siedfleisch, sowie frischem Brot verköstigt. Für den musikalischen Rahmen sorgte u.a. Bruder Karl mit den beiden Gospelchören Oberbüren und Appenzell, die er weiterhin leiten wird. Der regierende Landamman Daniel Fässler sprach im Namen der gesamten Bevölkerung von einer tiefen Wehmut, die mit der Schliessung des Klosters einhergehe. «425 Jahre lang herrschte eine intensive Beziehung», so Fässler und warf die Frage auf, wo Appenzell wohl ohne die Kapuziner stehen würde. «Sie waren wegweisend für den Kanton und für die Schulbildung und mit ihrer bescheidenen Lebensweise eine christliche Orientierungshilfe.» Guardian Hans Portmann dankte sichtlich gerührt für das wunderbare Fest und versicherte, dass Appenzell fest in der Erinnerung der Brüder verankert bleiben wird. Claudia Koch

Porträt

Passion Lourdes Bild: Barbara Ludwig/Kipa

40 Jahre lang Wallfahrtsmanager Überall in der Abtei St. Otmarsberg in Uznach stehen afrikanische Kunst- und Gebrauchsgegenstände. Das Kloster der Missionsbenediktiner hätte eigentlich nur eine Etappe sein sollen auf dem Weg von Bruder Bernhard Bisquolm nach Afrika. Doch es kam anders, als der gelernte Elektroinstallateur aus Disentis/GR ursprünglich wollte. Der 62-Jährige managt seit 40 Jahren die jährliche Lourdes-Wallfahrt der deutschen und rätoromanischen Schweiz. Ein Ereignis, das noch 1996 über 3800 Pilger anzuziehen vermochte. 1971 wurde die Abtei angefragt, ob sie die Organisation der Lourdes-Wallfahrt übernehmen wolle. Grund für die Anfrage war die grosse Bekanntheit eines Mitglieds der Mönchsgemeinschaft: Bruder Leo Schwager (1924-2004) wurde am 30. April 1952 in Lourdes auf medizinisch unerklärbare Weise von Multipler Sklerose im Endstadium geheilt. Bei der Heilung handelt es sich um das 57. kirchlich anerkannte Wunder von Lourdes. Das Kloster bat den jungen Bruder Bernhard, den inzwischen verstorbenen Bruder Leo in der Verwaltung zu unterstützen. Die Afrika-Pläne musste der damals 21-Jährige begraben. 1972 organisierten die beiden Benediktiner erstmals die grosse LourdesWallfahrt. «Das war hart», erzählt der grossgewachsene Mönch. Alles hätten sie sich erarbeiten müssen. «Automatisierung gab es noch nicht. Man machte alles von Hand.» Dabei waren es schon damals über 2000 Pilger, die mit vier Zügen nach Lourdes reisten und dort fünf Tage miteinander verbrachten. Gesunde, Kranke und Helfer, Junge und Alte. EDV vereinfacht Organisation Ein Commodore steht im Gang vor dem Pilgerbüro. Das Fossil aus den Anfängen des Computerzeitalters belegt, dass hier schon sehr früh die elektronische Datenverarbeitung eingeführt wurde. Darauf ist Bruder Bernhard stolz; er selber hat die Software für die Spendenverwaltung des Klosters entwickelt. Die Mühsal bei der Organisation der ersten Wallfahrten war für den Praktiker Herausforderung und Ansporn: «Es muss besser gehen!» Heute erledigen trotz gestiegener Anforderungen zwei Personen ohne zusätzliche Hilfskräfte die vielfältigen Aufgaben des Pilgerbüros. Dank EDV erhält heute jeder Pilger einen dreiteiligen Beleg

Bruder Bernhard musste bei der Organisation der Wallfahrt nach Lourdes schon viele Herausforderungen bestehen.

mit Zug-Billett und Platzkarte, Klebeetikette fürs Gepäck und Hotel-Schein. Es können Listen mit der Zugseinteilung für Ärzte und verantwortliche Helfer und Listen für Hotels erstellt werden. Veraltete Pilgerzüge Heute bereiten Probleme mit der Eisenbahn dem Wallfahrts-Manager, der von 1985 bis 2005 auch als Cellerar für Finanzen und Personal des Klosters zuständig war, immer grössere Sorgen. Die Reise nach Lourdes dauere heute wegen schlechterer Konditionen beim Fahrplan zwei bis drei Stunden länger als früher. Zudem seien die Waggons teilweise in sehr schlechtem Zustand. Bruder Bernhard ist es oft peinlich, den Pilgern nichts Besseres anbieten zu können. Die schweizerischen SBB und die französische Bahn investierten nichts in Pilger- und Sonderzüge, klagt er. Es kann vorkommen, dass Pilger in Wagen mit blinden Fensterscheiben reisen müssen. Für den Mönch ist das einer der Gründe, weshalb die Pilgerzahlen seit Ende der 90er-Jahre zurückgehen. Zuvor hatten während etwa 20 Jahren jeweils 3000 oder mehr Personen an der Wallfahrt der deutschen und rätoromanischen Schweiz teilgenommen. 2011 waren es noch 1882 Teilnehmer. Stress und intensive Gotteserfahrungen Während der Wallfahrt hat Bruder Bernhard

persönlich relativ wenig von Lourdes, dafür umso mehr Stress und Anspannung. Dazu können auch aussergewöhnliche Ereignisse wie Todesfälle oder Unfälle beitragen. Den Wallfahrtsort geniessen kann der Mönch aber, wenn er im Herbst nach Lourdes geht, um Hotelverträge abzuschliessen. Dann könne auch er einmal an der Grotte sitzen und Lourdes in Ruhe auf sich wirken lassen. Lourdes sei «ein Ort, wo der Himmel die Erde berührt, wo man sehr intensive Gotteserfahrungen macht, wo man wirklich still werden kann». Wann finden Wunder statt? Auf Wunderheilungen ist der Benediktiner nicht scharf. Aber dass Bruder Leo, mit dem er jahrelang zusammenarbeitete, auf wundersame Weise geheilt wurde, glaubt er schon. Was ihn ärgert sind Menschen, die Wunder erleben möchten. Manchmal erhält der Wallfahrts-Manager Anrufe von Personen, die wissen wollen, um welche Uhrzeit die Wunder jeweils stattfinden. «Immer um die halbe Stunde», habe er einmal geantwortet. Bruder Bernhard lächelt verschmitzt. Als Wunder zählt für ihn vor allem, wenn etwa ein junges Unfallopfer in Lourdes die Kraft gefunden hat, die Lähmung seines Körpers zu akzeptieren. Solche Wunder durfte Bruder Bernhard bereits erleben. Barbara Ludwig/Kipa

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Bild: Josef Bossart/Kipa

Aus dem Bistum · Thurgau · Inserat

PFARREI ST. JOHANNES DER TÄUFER WÄNGI Die Pfarrei St. Johannes der Täufer umfasst die Gemeinden Wängi, Matzingen und Stettfurt. Infolge Rücktritts der bisherigen Stelleninhaberin suchen wir per 1. Oktober oder nach Vereinbarung eine/n

Pfarreisekretärin Pfarreisekretär 30 %

Weihbischof Joseph Candolfi 2007 in seiner Bellacher Wohnung.

Weihbischof Candolfi gestorben Joseph Candolfi, emeritierter Weihbischof des Bistums Basel, ist am 7. August im Alter von 89 Jahren gestorben. Candolfi hat die Kirche Schweiz in zahlreichen Ämtern aktiv mitgestaltet: als Pfarrer, Generalvikar, Weihbischof, gleich zweimal als Apostolischer Administrator der Diözese Basel. Als erster Weihbischof überhaupt – ermöglicht durch eine Statutenänderung – leitete er von 1989 bis 1991 die Schweizer Bischofskonferenz (SBK). Joseph Candolfi wurde am 15. Juli 1922 in Reconvilier/JU geboren. Nach seiner Priesterweihe 1947 wirkte er zuerst als Vikar in Riehen BS. 1968 berief ihn Bischof Anton Hänggi zum Generalvikar des Bistums Basel. 1983 wurde er zum Weihbischof des Bistums Basel ernannt. In der Schweizer Bischofskonferenz war Candolfi für den Arbeitsbereich Migration verantwortlich; dabei kümmerte er sich insbesondere um die Seelsorge für die italienisch-, spanisch- und portugiesischsprachigen Gläubigen. Zweimal wirkte Weihbischof Candolfi im Bistum Basel als Apostolischer Administrator: nach dem Weggang von Bischof Otto Wüest im Jahre 1993 sowie nach demjenigen von Hansjörg Vogel zwei Jahre später. Seine Demission als Weihbischof wurde am 30. März 1996 angenommen. Seit dieser Zeit lebte er als Pensionär in Bellach/SO und stellte sein priesterliches Wirken der dortigen Pfarrei zur Verfügung. Migration und Ökumene Zeit seines Lebens engagierte sich Candolfi, selber Spross einer Familie aus der italienischsprachigen Schweiz, für ökumenische Anliegen ebenso wie für die Einbindung der Fremden in die Kirche Schweiz. Als Brückenbauer zwischen Sprachgruppen und Nationalitäten – Candolfi sprach selber fliessend Deutsch, Französisch und Italienisch – sah er im Zusammenkommen trotz sozialer, sprachlicher, kultureller Unterschiede das Zeichen, dass Kirche als liebende Gemeinschaft möglich ist. Auch das Thema Ökumene begleitete Candolfi. Sein Motto als Weihbischof von Basel, das Pauluswort «Allen bin ich alles geworden», wählte er in der Überzeugung, dass ein Bischof die Einheit der Christen fördern muss. Er war Mitglied der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz und Co-Präsident der Evangelisch/Römisch-katholischen Gesprächskommission. Kipa 8

forumKirche | 16-2011

Aufgabengebiet • Selbständige Führung des Pfarreisekretariats • Allgemeine administrative Sekretariatsarbeiten • Enge Zusammenarbeit mit der Gemeindeleiterin • Führung der Buchhaltung über die Pfarramtskasse • Führen der Pfarreibücher (Taufbuch, Totenbuch, Jahrzeiten etc.) • Redaktionelle Mitarbeit Pfarreiteil in «forumKirche» • Koordinationsaufgaben bei Pfarreiaktivitäten • Betreuung der Homepage Unsere Anforderungen • Kaufmännische Ausbildung • Selbständigkeit und flexibel in der Arbeitszeit • Gute EDV-Kenntnisse • Organisatorisches Flair und Teamfähigkeit • Eine positive Einstellung zur katholischen Kirche Wir bieten Ihnen • Abwechslungsreiche Tätigkeit • Selbständiges Arbeiten • Anstellungsbedingungen gemäss Besoldungsverordnung Sind Sie interessiert? Dann richten Sie Ihre Bewerbung bis 25. August 2011 an: Katholische Kirchgemeinde Wängi, Jürg Haag, Steinlerstrasse 32, 9545 Wängi Für Auskünfte: Gemeindeleiterin Gabi Suhner, T 052 376 17 47 Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung.

Einladung zur Abschlussfeier der Katechetenausbildung Freitag, 2. September, 17.00 Uhr, paritätische Kirche St. Peter und Paul, Leutmerken Sieben Frauen und ein Mann feiern den Abschluss ihrer Ausbildung zur Katechetin/zum Katecheten auf der Primarstufe mit einem Gottesdienst. Den Fähigkeitsausweis erhalten: Sandra Cipolletta, Ermatingen; Katharina Fent, Hosenruck; Erika Harder, Warth; Anna-Maria Hofstätter, Ermatingen; Carmen Raschle, Arbon; Mathias Ress, Lichtensteig; Ursina Sulzberger, Merishausen; Bernadette Wäspi, Mörschwil. Nach dem Gottesdienst sind alle Gäste zu einem Apéro eingeladen. Katechetische Arbeitsstellen der katholischen Landeskirchen Thurgau und Schaffhausen: Stefan Fischer und Eduard Ludigs

Bilder: Claudia Koch

Wirklich heilig?

Die Statue des Hl. Pelagius ist auf der linken Seite des Hochaltars in der gleichnamigen Kirche in Bischofszell zu finden.

HL. PELAGIUS – eine Reliquie fürs Konstanzer Münster

Heiligenlegenden erzählen von einem reichen Jüngling, der seine Eltern verliert, dann seinen Besitz den Armen verschenkt und schliesslich in Rom das Martyrium erleidet.

Um 904 soll der Konstanzer Bischof Salomo III. eine Reliquie des ersten Grades von Rom nach Konstanz überführt haben. Die Verehrung des Pelagius im Bodenseegebiet hat im 9. Jahrhundert begonnen. In den Klöstern St. Gallen und Reichenau sind entsprechende Dokumente zu finden. Vermutlich ab dem 5. oder 6. Jahrhundert begann die Verehrung des römischen Katakombenheiligen in Istrien, der grössten Halbinsel an der nördlichen Adria. Überreste (lateinisch: reliquiae) eines verstorbenen Körpers gelten als Reliquien ersten Grades, während Gegenstände, mit denen der Verehrte oder sein Leichnam Kontakt hatten, Sekundärreliquien sind. Vor allem im Mittelalter werden Reliquien mit Wirkkräften in Verbindung gebracht. Einen ersten Hinweis für die Wirkung von Reliquien findet man im Alten Testament. Im zweiten Buch der Könige steht: «Elischa starb, und man begrub ihn. In jenem Jahr fielen moabitische Räuberscharen in das

Land ein. Als man einmal einen Toten begrub und eine dieser Scharen erblickte, warf man den Toten in das Grab Elischas und floh. Sobald aber der Tote die Gebeine Elischas berührte, wurde er wieder lebendig und richtete sich auf.» (13,20-21) Im 6./7. Jahrhundert begann in Frankreich die Verbindung von einem Altar mit dem Grab einer verehrten Persönlichkeit. Der Brauch verbreitete sich sehr schnell und so ist gut verständlich, wieso um 904 Salomo III. eine Reliquie des verehrten Pelagius für sein Münster in Konstanz holen ging. Dem Pelagius wurden im 10. Jahrhundert im Bodenseegebiet viele Wunder zugeschrieben und die Menschen pilgerten zu der Reliquie. Das 4. Laterankonzil (1215) verbot zwar die Zurschaustellung solcher Reliquien. Doch ist es bis heute in der katholischen Kirche empfohlen, in Altären Reliquien zu bergen. Adrian Müller forumKirche | 16-2011 25

Thurgau · Kirche ohne Grenzen – Spanisch

Menschen im Glauben begleiten «Wer ängstlich das Eigene

Bild: Claudia Koch

Freut sich, am 1. September sein Amt anzutreten: Josef Wiedemeier.

Josef Wiedemeier ist der neue Pfarradministrator, der nach nur kurzer Vakanz in Weinfelden am 1. September seinen Dienst antritt. Mit forumKirche sprach er über seinen Weg nach Weinfelden und die Wünsche, die er an seine neue Gemeinde hat. Im Büro stehe noch alles Kopf und im Pfarrhaus stapelten sich die Umzugskisten, sagt Josef Wiedemeier entschuldigend. So findet das Gespräch im nahen Pfarreizentrum statt. Obwohl das Pfarrhaus riesig sei, schätze er die klare Trennung von Büro und Wohnbereich. «In Emmen, wo ich vorher als Pfarrer tätig war, befand sich alles im gleichen Haus», so Wiedemeier. Hier in Weinfelden hingegen habe er Privatsphäre, sei aber trotzdem präsent. «Und dann diese Landschaft», schwärmt er und schaut hinauf zu den Weinfelder Rebbergen. Vom Thurgau hatte er nur wenig Kenntnis, ausser dass seine Studienkollegen in Luzern über den Dialekt witzelten. «Als ich in Emmen sagte, dass ich nach Weinfelden gehe, wurde sogar gefragt, ob denn dies noch in der Schweiz liege», sagt Wiedemeier lachend. «Die wollten mich jedoch nur aufziehen.» Er freut sich sehr darauf, den Kanton zu entdecken. 26 forumKirche | 16-2011

Adoption als Glücksfall Ursprünglich stammt Josef Wiedemeier aus Kroatien, wo er in einem katholischen Internat die Schule besuchte. Er studierte in Zagreb Mathematik, Chemie und Physik, nutzte dann aber die Gelegenheit, ins Ausland zu gehen. Via München kam er nach Luzern, wo er den damaligen Regens des Priesterseminars kennenlernte. Dieser richtete es ein, dass er rasch mit dem Theologiestudium beginnen und im Priesterseminar wohnen konnte. Inzwischen war er 27 und deshalb kam ihm der Vorschlag des Regens, sich von einem Schweizer Ehepaar adoptieren zu lassen, schon etwas komisch vor. Doch er liess sich auf die Begegnung ein. Ein Glücksfall, wie sich bald herausstellte. So wurde er kurzerhand vom Ehepaar Wiedemeier aus Baden adoptiert. In Baden fühlt er sich auch heute noch heimisch, obwohl seine Adoptiveltern mittlerweile verstorben sind. Zu seinem Geburtsland Kroatien hat er ausser der Sprache keinen Bezug mehr. Erste positive Kontakte Ganz unbekannt ist ihm der Thurgau trotzdem nicht: In Romanshorn wurde er zum Priester geweiht. Nach der Weihe absolvierte er eine zweijährige Berufseinführung in Erlinsbach. «Hier stieg ich vom Pastoralassistenten zum Pfarrer auf», so Wiedemeier. Zehn Jahre blieb er in Erlinsbach, dann kam er, nach einem kurzen Abstecher in Mellingen, nach Emmen. Da er sich in der letzten Zeit in Emmen nicht mehr wohl fühlte, bat er den Bischof um einen Wechsel, der ihn nun nach Weinfelden führt. Die ersten Kontakte mit den Vertretern der Kirchenvorsteherschaft seien so positiv verlaufen, dass er froh sei, hier zu sein. Denn eine konstruktive Zusammenarbeit mit dem ganzen Team sei ein wichtiger Bestandteil seiner Tätigkeit. Gefragt nach seinen Zielen meint er, er möchte sich dafür einsetzen, dass die Kirche ein Ort ist, an dem sich alle wohl fühlen und ernst genommen werden. Zudem wünscht er sich, dass er die Menschen in ihrer Selbständigkeit im Glauben begleiten und ihnen Mut machen kann, zu reflektieren und zu hinterfragen. Claudia Koch

Seit Jahren beschäftig sich die Kirche auf unterschiedlichen Ebenen mit der Gestaltung des Miteinanders von «einheimischer» und «anderssprachiger» Seelsorge. Trotz der vielen Konzepte lässt uns die Migrantenseelsorge nicht in Ruhe, denn der Handlungsbedarf ist ebenso gut spürbar wie die Ohnmacht. «Kirche ohne Grenzen» ist im Gespräch mit Dr. theol. Daniel Kosch, Generalsekretär der Römisch-Katholische Zentralkommission der Schweiz (RKZ). Herr Kosch, das Thema Migrantenseelsorge wird heute in einem schwierigen gesellschaftspolitischen Umfeld diskutiert. Was kann die Kirche zu einem besseren Miteinander beitragen? Daniel Kosch: In der katholischen Kirche haben wir seit Jahrzehnten Erfahrungen sowohl mit der Bereicherung als auch mit den Schwierigkeiten, die aus dem Miteinander von Menschen unterschiedlicher Sprache, Herkunft und Kultur entstehen. Wegleitend ist für uns die gläubige Überzeugung, dass alle Menschen unabhängig von ihrer Herkunft dieselbe Würde haben – als zwar unterschiedliche, aber gleichwertige Kinder Gottes. In einer Zeit, in der oft negativ und problemfixiert über Migration diskutiert wird, kann die Kirche beides einbringen: Ihre Erfahrungen und die damit verbundene Bild: zVg

Ein neuer Pfarradministrator in Weinfelden

Daniel Kosch: « Die Zusammenarbeit über Grenzen hinweg wird in der Zukunft wichtiger, seien es nun Pfarreigrenzen oder Sprachgrenzen.»

Kirche ohne Grenzen – Spanisch

Grossbaustelle Migrantenseelsorge Bild: Mike Qerkini

bewahrt und verteidigt, droht sich abzuschliessen.»

Desde hace años la Iglesia se ocupa de trabajar para brindar ayuda pastorar con la coexistencia entre la gente suiza y los que hablan otras lenguas. A pesar de los de que a veces se piensa que no hay un cuidado pastoral de los migrantes, se trata de trabajar en ello. «Iglesia sin Fronteras» tuvo una conversación con el Dr. theol. Daniel Kosch, secretario general de la Comisión Central de la Suiza Católica Romana (ICR).

Kloster Mariastein/BS: Viele fremdsprachige Votivtafeln vor der Gnadenkapelle zeugen von einer mehrsprachigen heimatlichen Gemeinschaft.

Die Schweizer Kirche wird nicht nur kleiner, sondern auch ausländischer. Was wird sich aus Ihrer Sicht bei den Gemeinden vor Ort ändern bzw. ändern müssen? Die Zusammenarbeit über Grenzen hinweg wird wichtiger, seien es nun Pfarreigrenzen oder Sprachgrenzen. Wer ängstlich das Eigene bewahrt und verteidigt, droht sich abzuschliessen. Deshalb sage ich manchmal überspitzt: Lieber gemeinsam leben als einsam sterben. Viele Schweizer Seelsorgerinnen und Seelsorger erleben die Zusammenarbeit mit den Missionen als schwierig. Ist das die Konsequenz jahrelangen Nebeneinanderlebens? Zweifellos haben wir im Nebeneinander mehr Übung als im Miteinander. Aber man muss auch klar sehen, dass Zusammenarbeit eben wirklich «Arbeit» ist: Sich aufeinander einlassen, sich durch Unterschiede herausfordern lassen, sprachliche und kulturelle Grenzen überwinden, miteinander aushandeln, was gemeinsam möglich ist und wo das je eigene Platz haben muss und behalten darf – all dies muss erlebt, erprobt und manchmal auch gegen äussere wie innere Widerstände erkämpft werden.

«La Iglesia católica a través de los años, se ha enriquecido con la experiencia de las dificultades derivadas de la convivencia de personas con diferentes idiomas y culturas», dijo Daniel Kosch. «En un momento en que el problema suele tener una connotación negativa como lo es la migración, la Iglesia puede aportar no sólo su experiencia sino también su apoyo en los problemas éticos asociados al tema.» Se hace hincapié en las condiciones importantes: «Por un lado es fundamental la voluntad de abrirse internamente y externamente. Por otro lado, se requiere ‹competencia cultural› para hacer frente a la diversidad. El lenguaje es sólo un aspecto, hay otros estilos y maneras de vivir la fe y experiencias de vida así como las desigualdades sociales y económicas que hay que comprender.»

ein konkretes Miteinander entstehen kann? Einerseits ist die Bereitschaft, sich innerlich und äusserlich zu öffnen, fundamental. Anderseits braucht es «interkulturelle Kompetenz» für den Umgang mit Vielfalt. Die Sprache ist dabei nur ein Aspekt, hinzu kommen unterschiedliche Frömmigkeitsstile, unterschiedliche Lebens- und Glaubenserfahrungen, oft soziale und wirtschaftliche Unterschiede. Auch die eher emotionalen Aspekte müssen berücksichtigt werden: Im religiösen und kirchlichen Bereich suchen Einheimische wie Zugewanderte oft Heimat. Sich gerade da, wo man Beheimatung sucht, für Fremde zu öffnen, ist gar nicht so einfach. Wahrscheinlich ist es unumgänglich, dies zunächst als Realität zu anerkennen – denn nur so kann die Erfahrung wachsen, dass auch eine vielfältige, bunte und mehrsprachige Gemeinschaft Heimat schenken kann. Herzlichen Dank für das Gespräch! Interview: Mike Qerkini

Fabiola López Bocanegra (29) ist in Mexiko-Stadt geboren und lebt mit ihrem Mann in St. Gallen.

Bild: zVg

Kompetenz, aber auch ihre Überzeugung und die damit verbundenen ethischen Impulse.

Trabajo en construcción: Ayuda pastoral a migrantes

«Se debe asimismo dar el suficiente nivel emocional al asunto. La religión y la Iglesia significan tanto para suizos como extranjeros ‹hogar›. Es un refugio, y por lo tanto abrise a lo desconocido no es fácil. Por ello es imperativo reconocer esta realidad, ya que la única manera de crecer es aceptar que también una sociedad colorida y con diversidad puede también ser un hogar.» Übersetzung: Fabiola López Bocanegra

Welche Voraussetzungen sind nötig, damit forumKirche | 16-2011 27

Caritas Thurgau

Hilfe gibt es nicht zum Nulltarif!

Bild: zVg

Das Projekt «mit mir» ermöglicht Paten und betreuten Kindern schöne Stunden miteinander und entlastet gleichzeitig überbeanspruchte Eltern.

Die Caritas Thurgau bietet im Auftrag der katholischen Kirche Menschen in sozialer Not professionelle Hilfe an. Nun benötigt sie selbst mehr Unterstützung. Im Finanzbericht 2010 werden ein höheres Defizit und ein Rückgang des Organisationskapitals ausgewiesen. Ihr Geschäftsführer Rupert Summerauer erläutert die Gründe für die schlechte Bilanz und erklärt, welche Massnahmen ergriffen werden. Derzeit sind 28 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Caritas Thurgau und dem Verein ESRA (Arbeitsintegration) beschäftigt. Diese bieten Sozial- und Schuldenberatungen an, betreuen das Projekt «mit mir», in dem Interessierte als Paten an Kinder in schwierigen Situationen vermittelt werden, und begleiten sozial engagierte Freiwillige. Sie unterstützen Migranten, indem sie sich für ein faires Asylverfahren einsetzen und Dolmetscherdienste vermitteln. Ausserdem ist die Caritas zusammen mit anderen Institutionen Trägerin der Rechtsberatungsstelle für Asylbewerber. Unter dem Dach des Vereins ESRA bietet sie Hilfen für Erwerbslose an. Diese können in verschiedenen Integrationsprogrammen wieder zurück ins Berufsleben finden. Dafür stehen Arbeitsplätze in der Verwaltung, im Handwerk und im Verkauf zur Verfügung. Der Caritas-Markt und die CaritasBoutique haben ausserdem den Vorteil, dass dort Menschen mit geringem Einkommen dringend benötigte Artikel günstig einkaufen können. Schliesslich haben Arbeitslose die Gelegenheit, im «Ding-Shop» eine teilwirtschaftliche Anstellung zu finden. 28 forumKirche | 16-2011

Griff in die Rücklagen Finanziert wird diese umfangreiche soziale Arbeit der Caritas – der Verein ESRA miteingeschlossen – über verschiedene Quellen: Über die Hälfte der Erträge kommt aus Leistungsvereinbarungen mit öffentlichen Einrichtungen, etwa ein Drittel aus Einnahmen, die durch Dienstleitungen und Handel erzielt werden. Die katholische Landeskirche Thurgau steuert ausserdem jährlich 230 000 Franken bei. Für die Finanzierung der Rechtsberatungsstelle gewährte die Caritas Schweiz bisher einen Zuschuss über 90 000 Franken, den sie aufgrund finanzieller Schwierigkeiten im Jahr 2010 jedoch halbieren musste. Gegenüber dem Vorjahr verringerten sich die Einnahmen insgesamt um 7 %. Das wirkte sich auf den Abschluss aus: Während sich in den zurückliegenden Jahren das Defizit zwischen 12 000 und 17 000 Franken bewegte, stieg es in der Rechnung 2010 auf fast 52 000 Franken an. Zudem sah sich die Leitung der Caritas Thurgau gezwungen, im gleichen Zeitraum 175 000 Franken den Rücklagen zu entnehmen. Abbau sozialer Leistungen Der grösste Teil des Defizits ist bei den Arbeitsintegrationsprojekten entstanden. Dies führt Rupert Summerauer zum einen darauf zurück, dass die Gemeinden 40 % weniger ausgesteuerte Arbeitslose als im Vorjahr zugewiesen haben. Er beklagt in diesem Zusammenhang die mangelnde Zusammenarbeit der Gemeinden mit der Caritas: «Fast jede hat ihr eigenes kleines Integrationsprojekt. Es gibt keine Koordination dieser Projekte.»

Bild: Lukas Fleischer

Finanzielle Engpässe und ihre Folgen Nach ersten Kurskorrekturen sieht Rupert Summerauer die Zukunft der Caritas positiv.

Zum andern habe die Caritas Thurgau beim Aufbau ihrer beiden Sozialfirmen «DingShop» und «Haushaltsfee» Verluste in Höhe von ca. 160 000 Franken gemacht. Die unvermeidbaren Vorleistungen würden durch die Beiträge der Gemeinden nicht abgedeckt. Auch die Schuldenberatung produziert rote Zahlen. Die Betroffenen können diese Leistung in der Regel nicht bezahlen und Kanton und Gemeinden gewähren dafür keine Zuschüsse, obwohl durch Schuldensanierungen jährlich bis zu 100 000 Franken an Steuerschulden zurückbezahlt werden. Auf der anderen Seite verursachte die Finanzierung der Rechtsberatungsstelle Mehrkosten, da man kurzfristig die weggefallenen Zuschüsse von Caritas Schweiz kompensieren musste. Angebotsreduktion und Personalabbau Trotz dieser beunruhigenden Zahlen bleibt Summerauer optimistisch: «Die Wende wird kommen, aber kaum durch Mehreinnahmen». Denn er sehe keine Signale dafür, dass man in der Politik bereit sei, mehr in die soziale Arbeit zu investieren. Deswegen bleibe seiner Meinung nach keine andere Lösung, als die Angebote anzupassen und Personal zu reduzieren. Bei der ESRA wolle man 15 % reduzieren, das Konzept des «Ding-Shops» werde geprüft. Die «Haushaltsfee» wurde in einen normalen, selbstständigen Betrieb überführt. Im Bereich der Administration wurden bereits überall 10 % eingespart. Im Blick auf das Personal sei, so Summerauer, damit eine Grenze erreicht, da man sonst Gefahr laufe, gute Fachkräfte zu verlieren. Summerauer gibt aber auch die Hoffnung nicht auf, dass die Caritas von kirchlichen Einrichtungen mehr Mittel für ihren diakonischen Dienst erhält und dass Menschen, die die Not in unserer Gesellschaft sehen, das soziale Engagement der Caritas jetzt erst recht mit ihrem persönlichen Beitrag unterstützen werden. Detlef Kissner

Thurgau

«Ich würde das Praktikum sofort wieder machen» Patrizia Geiges berichtet über ihren Einsatz in Sambia

Schon als kleines Mädchen sei sie von Afrika fasziniert gewesen, sagt die gelernte Fachfrau Gesundheit. «Woher diese Faszination kam, weiss ich nicht», sagt sie lachend. Dass sie gerne mit Menschen zusammen ist und auch Verantwortung übernimmt, beweist sie gleich mehrfach. Sie ist Scharleiterin in der JUBLA, erteilt Kindern Turnunterricht und hilft bei einem Jugendtreff mit. Eine Freundin ihrer Mutter machte sie auf das HOPLAA-Praktikum der BMI aufmerksam. Am liebsten wäre sie ein halbes Jahr ins Praktikum gegangen, doch zuerst musste sie noch ihr Englisch aufbessern. Gute Sprachkenntnisse in Englisch oder Spanisch sind eine der Voraussetzungen für das Praktikum. Ausserdem sollten die Praktikumswilligen zwischen 20 und 30 Jahre alt sein und Interesse an Menschen in anderen Kulturen haben. Die meisten Einsätze liegen ausserhalb der Städte, bei den Armen auf dem Lande. Zur konkreten Vorbereitung gehören drei Wochenenden in der Schweiz. Am dritten Wochenende berichten jeweils ehemalige Praktikanten über ihre Erfahrungen. Wunschdestination erreicht Nach einem Motivationsschreiben und einem Telefongespräch kam es dann für Patrizia Geiges zu einem Aufnahmetreffen. Sie war eine der sechs Auserwählten und konnte nun ihre bevorzugte Destination angeben. Sie setzte Sambia zuoberst auf die Liste. Ihr gefiel das Projekt, die Mithilfe in einem Ernährungszentrum, aber auch die Lage des Dorfes, das im Südosten von Sambia mitten im Busch liegt. Am 1. Januar ging es dann los Richtung Kapstadt zum Sprachaufenthalt. «Eine tolle Stadt», schwärmt sie und hebt besonders die Nähe von Bergen und Meer hervor. Doch sie freute sich auf ihr nächstes Ziel, auf das Dorf Mpanshya. Das Ernährungszentrum, das von der Pflegefachfrau Christine Seelhofer geleitet wird, unterstützt das St. Luke’s Mission Hospital in Mpanshya. Im Er-

nährungszentrum werden unterernährte Kinder behandelt. Die Kinder werden gewogen und untersucht, zudem werden die Mütter im Bereich Hygiene und Ernährung geschult. Ein nicht immer leichtes Unterfangen, sagt Patrizia Geiges, da die wenigsten Englisch verstehen und es deshalb viel Geduld braucht. Tod ist allgegenwärtig Warum die Kinder unterernährt sind, hat einen simplen Grund: Die Hauptnahrung besteht aus einem Maisbrei, dem je nach finanziellen Mitteln noch Gemüse, Fisch oder Fleisch beigemengt werden. Zuerst dürfen die Männer essen, anschliessend die Frauen und erst zum Schluss die Kinder. Ihnen bleibt oft nicht mehr als der Mais. Deshalb schauen die Mitarbeiterinnen im Ernährungszentrum, dass jedes Kind einen eigenen Teller besitzt, um so Kontrolle über die aufgenommene Nahrung zu haben. Im Frühling gab es ausserordentlich viele Frühgeburten, die nicht mehr im Spital Platz hatten und im Ernährungszentrum einquartiert wurden. «Wir mussten den Müttern klar machen, dass sie ihre Kinder alle zwei Stunden füttern mussten. Das war eine sehr intensive Zeit», sagt Patrizia Geiges und erinnert sich an Kinder, die nicht überlebt haben. Ihr ging der Tod

der Kinder sehr nahe. «Manche Krankheiten wären hier kein Problem, dort führen sie mangels medizinischer Mittel zum Tod.» Überhaupt sei der Tod viel näher als bei uns. Dies hat nicht nur mit Unterernährung zu tun, sondern auch mit den vielen HIVund AIDS-Kranken. Eigentlich wären das Klima und die Erde geeignet, um Landwirtschaft zu betreiben. Doch den Menschen fehle der Antrieb, ihre Situation zu verbessern, stellt Patrizia Geiges ernüchtert fest. Positive Erinnerungen hat sie an die Kinder, die ihrer Meinung nach viel ruhiger als Schweizer Kinder sind. Auch die Landschaft und die Arbeit im Ernährungszentrum haben ihr sehr gut gefallen. Vermisst hat sie die sozialen Kontakte, vor allem abends war es manchmal etwas einsam. «Um 18 Uhr ist es bereits dunkel und die Mücken fressen einen auf», sagt sie. Es gibt zwar Internet, doch Strom liefert nur ein Generator, der vor allem fürs Spital gebraucht wird und nicht immer läuft. Trotzdem hat sie ihren Einsatz nicht bereut und würde es wieder machen. Claudia Koch

■ Infos: www.bethlehem-mission.ch Bild: zVg

Drei Monate arbeitete Patrizia Geiges in einem Ernährungszentrum der Bethlehem Mission Immensee BMI in Sambia. Das Hospitationspraktikum HOPLAA, das in Lateinamerika, Afrika und Asien absolviert werden kann, war für die 20-jährige Pfynerin die Möglichkeit, ihren Traum zu verwirklichen: Das wahre Afrika hautnah kennenzulernen.

Patrizia Geiges hatte trotz vieler Arbeit auch Zeit zum Spielen.

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Kurse · Tagungen

Franziskanische Gemeinschaft Wil ■ Ausflug zur St. Iddaburg Besuch der Kirche oberhalb Gähwil und Führung mit dem Wallfahrtspfarrer Joseph Heule. Datum:

24. August, 13.15 bis ca. 18.00 Uhr Abfahrt: 13.15 Uhr beim Parkplatz Kapuzinerkloster Wil mit Privatautos Kosten: Fr. 15.– Anmeldung: schriftlich bei Rita Scherrer, obere Bahnhofstrasse 37, 9501 Wil, T 071 910 16 26, [email protected] ■ Besinnungstag Ein Tag zum Thema: der heilige Antonius, sein Leben und Wirken. 11. September, 9.15 bis ca. 16.30 Uhr Ort: Pfarreizentrum Wil, Lerchenfeldstrasse 3, 9500 Wil, 1. Stock Leitung: Adèle Colombo, Bruder Paul Mathis Kosten: Fr. 15.– Anmeldung: schriftlich bis 2. September bei Rita Scherrer, obere Bahnhofstrasse 37, 9501 Wil, T 071 910 16 26, [email protected]

Katholische Landeskirche

Kirchliche Erwachsenenbildung ■ Eucharistie teilen Ausbildungskurs für Interessierte, die im Gottesdienst, in Alters- und Pflegeheimen oder zu Hause Kommunion spenden wollen. Datum:

10. September, 9.15 bis 16.45 Uhr Ort: Etter-Egloff-Haus, Freiestr. 4, 8570 Weinfelden Leitung: Bruno Strassmann, Leiter Arbeitsstelle für kirchliche Erwachsenenbildung Kosten: Fr. 80.– inkl. Mittagessen Anmeldung: bis 29. August bei Arbeitsstelle für kirchliche Erwachsenenbildung, Freiestr. 4, Weinfelden, T 071 626 11 51, [email protected]

Datum:

Thurgauer Arbeitsstelle für Behinderte Bild: Heinz Hamann

■ Spätsommer mit Pferden Kontakte knüpfen, Pferde pflegen und sich auf Pferderücken tragen lassen oder mit der Kutsche mitfahren.

tecum – Zentrum für Spiritualität, Bildung und Gemeindebau ■ WortSchatz – Das Fremde fremd sein lassen? Drei Theologen legen biblische Texte aus und lassen so ein Bild der Vielschichtigkeit des Fremden entstehen. Datum:

24. September, 9.30 bis 12.00 Uhr Ort: Evang. Kirchgemeindehaus, Romanshornerstr. 6, 8560 Amriswil Leitung: Konrad Schmid, Christiane Faschon, Hermann Maywald Moderation: Thomas Bachofner Kosten: Fr. 40.– Anmeldung: bis 10. September bei tecum, Kartause Ittingen, 8532 Warth, T 052 748 41 41, [email protected]

Kloster Fischingen Datum: Ort: Leitung:

4. Sept., 9.30 bis 17.00 Uhr Schlossackerhof, Hüttlingen Nicole Wegmüller, Beatrice Rogg Teilnehmer: 6 Menschen ohne und 6 Menschen mit Behinderung Kosten: Fr. 50.– Anmeldung: TAB Freizeit und Bildung, Freiestr. 4, 8570 Weinfelden, T 071 622 37 55, [email protected] 30 forumKirche | 16-2011

gemeinschaft Kloster Fischingen, 8376 Fischingen, T 071 978 72 60, www.benediktiner-stille.ch

hurgau

■ Zazen bei den Benediktinern Einmal pro Monat können sich Männer der Stille und der Zenmeditation widmen. Datum:

24. September, 8.30 bis 17.00 Uhr Ort: Kloster Fischingen Leitung: Bruder Daniel Prandini Kosten: Fr. 60.– inkl. Mittagessen Anmeldung: bis 21. September bei Bruder Daniel Prandini, Benediktiner-

Katholischer Frauenbund Schaffhausen ■ Literaturnachmittag – Literatur von Frauen Vorgestellt wird das Buch «Kaufen!» der preisgekrönten Schriftstellerin Nicole Müller. Datum:

26. September, 14.00 bis 16.00 Uhr Ort: Sitzungszimmer St. Maria, Promenadenstr. 23, 8200 Schaffhausen Leitung: Ursula Agethen, Germanistin Kosten: Fr. 10.– Anmeldung: bis 19. September bei KFS Katholischer Frauenbund Schaffhausen, Claudia Geisshüsler, Braatistrasse 25, 8234 Stetten, T 052 643 57 84, [email protected]

Club kbr Freizeit für Singles ■ Kürbisausstellung am Pfäffikersee ZH Kürbisausstellung am Pfäffikersee ZH Einfache Wanderung zu der Jucker-Farm in Seegräben, mit anschliessender Wanderung rund um den See. Datum: Treffpunkt: Leitung: Anmeldung:

4. September 10.05 Uhr, BH Pfäffikon/ZH Rita Bucher bis 30. August bei Club kbr Freizeit und Ferien für Singles, Zimmeregg 10, 6014 Luzern, T 041 210 16 53, [email protected]

Sonntagslesungen 21. August – 21. Sonntag im Jahreskreis Erste Lesung: Jes 22,19-23 Zweite Lesung: Röm 11,33-36 Evangelium: Mt 16,13-20 Kollekte für Caritas Schweiz 28. August – 22. Sonntag im Jahreskreis Erste Lesung: Jer 20,7-9 Zweite Lesung: Röm 12,1-2 Evangelium: Mt 16,21-27 Kollekte für die Theologische Fakultät Luzern

Anderssprachige Missionen · Radio & TV

Radio

Gottesdienste Albaner-Mission Sonntag, 21. August Sonntag, 28. August

17.00 Uhr 13.00 Uhr

St. Nikolaus Wil/SG St. Nikolaus Frauenfeld

Italiener-Mission Frauenfeld-Sirnach Sonntag, 21. August Sonntag, 28. August Freitag, 2. September

09.30 Uhr 11.15 Uhr 09.30 Uhr 11.15 Uhr 19.00 Uhr

Klösterli Frauenfeld St. Remigius Sirnach Klösterli Frauenfeld St. Remigius Sirnach Klösterli Frauenfeld

Italiener-Mission Kreuzlingen-Weinfelden Freitag, 2. September Samstag, 3. September

09.15 Uhr 17.45 Uhr

St. Ulrich Kreuzlingen Alte Kirche Romanshorn

10.00 Uhr 12.00 Uhr 17.30 Uhr 12.00 Uhr 18.00 Uhr 13.30 Uhr

Kirche Bernrain Kreuzlingen Klösterli Frauenfeld St. Peter Schaffhausen Klosterkirche Rheinau St. Peter Schaffhausen Waldpark Goldach

09.00 Uhr 10.30 Uhr 19.00 Uhr 19.00 Uhr

St. Stefan Kreuzlingen Michaelskapelle Bischofszell Klösterli Frauenfeld St. Maria Schaffhausen zusammen mit den Spaniern

Kroaten-Mission Sonntag, 21. August

Sonntag, 28. August Donnerstag, 1. September Samstag, 3. September

Portugiesen-Mission Sonntag, 28. August Samstag, 3. September Samstags

Juntamente com os Espanhoes.

Slowenische Mission Amriswil Sonntag, 21. August

10.00 Uhr

St. Stefan Amriswil, Pfarreisaal

19.00 Uhr 20.00 Uhr 09.00 Uhr 10.30 Uhr 11.30 Uhr 18.00 Uhr 09.30 Uhr 11.00 Uhr 19.00 Uhr

St. Maria Schaffhausen St. Maria Schaffhausen St. Stefan Kreuzlingen Klösterli Frauenfeld Klösterli Frauenfeld St. Maria Schaffhausen St. Galluskapelle Arbon St. Stefan Amriswil, Pfarreisaal St. Maria Schaffhausen

Spanier-Mission Samstag, 20. August Sonntag, 21. August

Samstag, 27. August Sonntag, 28. August Samstag, 3. September

Syr.-orth. Gemeinde Ostschweiz Sonntag, 28. August

12.15 Uhr

St. Stefan Amriswil

Radio TOP 22. bis 27. August: Norbert Mohr; 29. August bis 3. September: Andreas Lange Montag bis Samstag, ca. 6.45 Uhr

Schaffhauser Fernsehen SHf Gedanke am Wuchenänd 27. August: Christoph Cohen; 3. September: Barbara Erdmann; samstags ab 18.10 Uhr

TOP Church Gedanke zum Sunntig sonntags, 8.10 Uhr 21. und 28. August: Myriam Moser Läbe mit Gott sonntags, 8.20 Uhr mit Andreas Lange oder Roland Stoller

Radio Munot Gedanken zum Tag 22. bis 26. August: Doris Brodbeck; 29. August bis 2. September: Ljilja Pospisek Montag bis Freitag, 6.50 Uhr Unterwegs – ein kirchliches Magazin aus Schaffhausen jeweils am letzten Sonntag im Monat, 8.00 Uhr, Wiederholung 22.00 Uhr

«Morgengeschichte». Impuls zum neuen Tag vom 22. bis 27. August mit Ferruccio Cainero, 29. August bis 3. September mit Walter Däpp. 6.40, Wiederholung 8.50 Uhr, DRS1. Sonntag, 21. August Perspektiven. Auf der Suche nach der letzten Wirklichkeit. Der Münchner Jesuitenpater Stefan Bauberger versucht herauszufinden, wie Jesus, Quanten und Zen zusammenpassen. 8.30 Uhr, DRS2. Sonntag, 21. August Römisch-katholische Predigt. Alois Metz, Luzern. 9.30 Uhr, DRS2. Samstag, 27. August Zwischenhalt. Unterwegs zum Sonntag mit Gedanken, Musik und den Glocken der röm.kath. Kirche Brugg/AG. 18.30 Uhr, DRS1.

Fernsehen Sonntag, 21. August Katholischer Gottesdienst. Aus der Pfarrei St. Peter und Paul in Eltville. 9.30 Uhr, ZDF. Samstag, 27. August Wort zum Sonntag. Christoph Schmitt. 20.00 Uhr, SF1. Sonntag, 28. August Sternstunde Religion. Sterbehilfe in der Schweiz. Simonetta Sommaruga im Gespräch über den Entscheid des Bundesrates, dass in Sachen Sterbehilfe nun doch alles beim Alten bleibt. 10.00 Uhr, SF1. Samstag, 3. September Wort zum Sonntag. Rebekka Grog. 20.00 Uhr, SF1.

Filmtipp

Ma part du gâteau Die alleinerziehende Arbeiterin France verliert ihren Job, wird einfach wegrationalisiert. Doch sie ist aus hartem Holz geschnitzt. France zieht von Dunkerque nach Paris, wo sie beim Investment-Banker Steve die grosszügige Loft sauber hält. Bald entsteht eine flüchtige Beziehung zwischen den beiden. Klassenkämpferisch wie sympathisch zeigt Cédric Klapisch in seinem Film die strukturelle Gewalt in Wirtschaftsprozessen. Seine Botschaft ist einfach gestrickt: Menschen können Klassengrenzen zwar nicht überspringen, sich aber ein eigenes Stück vom Kuchen abschneiden. Regie: Cédric Klapisch; Besetzung: Karin Viard, Gilles Lellouche, Audrey Lamy Kinostart: 11. August

forumKirche | 16-2011 31

Sommer

Veranstaltungen Sonntag, 21. August, 17.00 Uhr Klosterkirche Münsterlingen Eröffnungskonzert Werke von Bach, Händel, Telemann u. a. Oboe: Charles Uzor; Orgel: Karl Raas Sonntag, 21. August, 19.00 Uhr Kaplanei Weinfelden Taizé-Abend Singen, beten, abschalten und entspannen Sonntag, 21. August, 19.30 Uhr Katholische Kirche Amriswil Orgelkonzert Werke von Bach, Böhm, Liszt u.a. und gregorianische Themen zu Maria Himmelfahrt Organist: Thomas Haubrich – Eintritt frei, Kollekte Montag, 22. August, 7.30 bis 7.45 Uhr St. Annakapelle Münster Schaffhausen Ökum. Morgenbesinnung vor der Kantonsratssitzung Martin Bühler Mittwoch, 24. August, 20.00 Uhr Katholische Kirche Münchwilen Taizé-Meditationsabend Freitag, 26. August, 20.15 Uhr Jakobskapelle Biessenhofen Sommerkonzert Die Treichlergruppe Kleinrigi spielt schweizerische Stücke Samstag, 27. August, ab 12.00 Uhr Kirchen in und um Amriswil Organistival Ein Tag voller Orgelmusik Orgel: Monika Henking, Natasa Zizakov, Thomas Haubrich, Rudolf Meyer Klavier und Violoncello: Ehepaar Swanepoel-Kreis Sonntag, 28. August; 17.00 Uhr Klosterkirche Münsterlingen Orgelkonzert Werke von Bach, Milhaud, Langlais Orgel: Christoph Ostrowski, Danzig

AZA 9403 Goldach

Bild: zVg

Pfarreiblatt der Bistumskantone Schaffhausen und Thurgau

Kalenderblatt · Zum Schluss

Montag, 29. August, 7.30 bis 7.45 Uhr St. Annakapelle Münster Schaffhausen Ökum. Morgenbesinnung vor der Kantonsratssitzung Manuel Kleefoot

Wie üblich in diesem Sommer starten wir unseren Besuch im Blauringlager nicht ohne Regenschutz. Schnell hat uns das Lagerleben gepackt: Wir stolpern über Wanderschuhe, essen mit allen im grossen Saal Znacht, geniessen das Schwatzen und Lachen mit den Mädchen und verfolgen gespannt den Höck der Leiterinnen. Am Freitag erleben wir den Lagerhöhepunkt mit. Die Mädchen wurden während des Lagers zu Agentinnen ausgebildet. Nun müssen sie ihr Können beweisen und haben einen sehr schwierigen Auftrag: Sie müssen ins Kletterzentrum eindringen und wichtige Informationen herausholen. Gut vorbereitet treffen die Mädchen am Bahnhof D4 bei Luzern ein und machen sich auf den Weg. Einige lenken die Bodyguards ab, welche den Hintereingang bewachen. Zwei andere Gruppen schleichen sich darauf in das Kletterzentrum und suchen getrennt nach den wichtigen Papieren. Nervös und gespannt sind sie alle. Und geschafft haben sie es auch. Durch eine super Organisation konnten die Mädchen ein spannendes Agentenspiel in den verzweigten Gängen des Kletterzentrums erleben. Ganz stolz und freudig erzählen sie uns nachher, was sie alles erlebt haben. Jedes Jahr bereiten sich die Leiterinnen lange und intensiv auf das Lager vor. Auch dieses Jahr konnten sie den Mädchen eine unvergessliche Woche bescheren. Für mich ist einmal mehr klar, dass es nicht auf das Wetter ankommt. Sommerlager – das ist Sommer!

Donnerstag, 1. September, 19.30 Uhr Aula der Kantonsschule Romanshorn Lesung mit Melinda Nadj Abonji, Autorin von «Tauben fliegen auf» und Trägerin des deutschen und des Schweizer Buchpreises – Eintritt frei, Kollekte Samstag, 3. September, 19.00 Uhr Katholische Kirche Sulgen Eröffnung Erlebnisparcours «Time-out» Zum 50-Jahr-Jubiläum der Kirche St. Peter und Paul Vom 4. bis 11. September täglich ab 9.00 Uhr geöffnet

Eliane Hinrichs arbeitet bei der Arbeitsstelle Jungwacht Blauring Thurgau und hat zwei kleine Kinder

In der Reihe «Zum Schluss» kommen Ansichten und Meinungen zu Wort: Unser Team besteht aus acht Personen, die abwechselnd unsere letzte Seite mit Impulsen, Berichten und Betrachtungen gestalten.

Impressum · Arbeitszeiten Sekretariat: Mo, Di, Do: 09.00 bis 11.30 Uhr ADRESS- UND ABOÄNDERUNGEN sind an das Pfarramt der Wohngemeinde zu richten. Die Kontaktdaten sind im Innenteil dieses Pfarreiblatts aufgeführt.

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