40 JAHRE BILDUNGSWERK

40 JAHRE BILDUNGSWERK

UND DAS SEIT MEHR ALS 40 JAHREN. 40 JAHRE BILDUNGSWERK DES BAYERISCHEN BAUERNVERBANDES Impressum Redaktion: Jana Speier, Margit Fuchs, Waltraud...

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... UND DAS SEIT MEHR ALS 40 JAHREN.

40 JAHRE BILDUNGSWERK DES BAYERISCHEN BAUERNVERBANDES

Impressum Redaktion: Jana Speier, Margit Fuchs, Waltraud Wiedemann, Gunther Strobl Gestaltung: Saskia Kölliker Druck: Industrie-Druck Haas GmbH Bildernachweis: Titelbild: © Tim Reckmann, Peter Smola, Patrick Seesko, Ruth Rudolph, Karina Sandow, w.r.wagner, Gabriela Neumeier, knipseline, Peter Wetzel – pixelio.de © Vyacheslav Furashov, Frank-Peter Funke, Lev Aleshin, volff, Szymon Apanowicz, photocrew, Marén Wischnewski – fotolia.de © Anja Bach/ BBV – Seiten 6, 7, 9, 16, 17, 20, 21, 22, 23, 28, 29, 30, 31, 32, 35 © CSU-Fraktion – Fotograf Rolf Poss - Seite 28 Ein Teil der Texte und Bilder dieser Broschüre basiert auf der Jubiläumsveranstaltung des BBV-Bildungswerkes vom 10.10.2014 in Herrsching.

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INHALT Bildung bewegt!..................................................................................................................... 5 Stimmen zur Erwachsenenbildung.......................................................................................... 6 Das BBV-Bildungswerk in Zahlen............................................................................................ 8 Bildung im Bayerischen Bauernverband................................................................................. 9 Wir im BBV-Bildungswerk..................................................................................................... 12 Jubiläums-Grußwort des Bildungsstaatssekretärs................................................................ 15 Ländliche Erwachsenenbildung aus akademischer Sicht...................................................... 16 Die Geschichte des BBV-Bildungswerkes ............................................................................ 17 Themenbereiche der staatlich anerkannten Erwachsenenbildung in Bayern ......................... 20 Zentrale Themenfelder unserer Arbeit .................................................................................. 22 Qualitätssicherung unserer Bildungsarbeit............................................................................ 26 Erwachsenenbildung in Bayern – Ansichten aus den Landtagsfraktionen.............................. 28 Gratulation zum 40. Geburtstag … und beste Wünsche für die nächsten 40 Jahre .............. 32 Kurse, Seminare, Vorträge und mehr …................................................................................ 34 Unsere Anlaufstellen............................................................................................................. 35

... Alt und Jung. ... Herz und Verstand. ... große und kleine Welten. ... Landwirtschaft und ländliche Räume. ... Menschen in Stadt und Land. ... Frauen und Männer. ... Körper und Geist. ... uns alle.

40 Jahre BILDUNG BEWEGT!

Ziel unserer Arbeit ist es, Menschen zu bewegen. Dazu gehört es, Menschen dazu zu bewegen, sich und andere zu bewegen und damit etwas in Bewegung zu bringen: in Köpfen, Menschen, Familien, Betrieben, Dörfern, Städten, in unserer Gesellschaft und in unserem Land. Das Bildungswerk des Bayerischen Bauernverbandes ist 40 Jahre alt. Wir sind stolz auf das große Engagement unserer vielen Aktiven und unser flächendeckendes Bildungsangebot bis ins kleinste Dorf. Dieses starke Fundament und die tiefe Verankerung im Bayerischen Bauernverband und in der Landfrauenarbeit lässt uns zuversichtlich in die Zukunft schauen. Wir sehen es aber auch als unsere Aufgabe, unsere erfolgreiche Arbeit und unsere vielseitigen Angebote weiterzuentwickeln und entsprechend den strukturellen und gesellschaftlichen Veränderungen anzupassen. Vielen Dank allen, die die letzten 40 Jahre dazu beigetragen haben, unsere Ziele in die Realität umzusetzen! Vielen Dank allen, die auch morgen und übermorgen ihren Beitrag dazu leisten! Gunther Strobl Stefanie Mack, Margit Fuchs, Waltraud Wiedemann, Angela Kraus Das Team des BBV-Bildungswerkes in München

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Stimmen

STIMMEN ZUR ERWACHSENENBILDUNG IN DER ERWACHSENENBILDUNG SIND WIR AUF VERLÄSSLICHE PARTNER ANGEWIESEN, DA DER FREISTAAT SELBST AUF DIESEM GEBIET NICHT TÄTIG IST. SIE BESETZEN WICHTIGE THEMENFELDER, DIE JEDEN EINZELNEN ANGEHEN, SIND OFFEN FÜR ENTWICKLUNGEN UND SIND AM PULS DER ZEIT – DAFÜR DANKE ICH IHNEN.“ Georg Eisenreich, Bildungsstaatssekretär Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst

MIT ERWACHSENENBILDUNG HAT MAN DIE MÖGLICHKEIT, DEN LÄNDLICHEN RAUM ZU GESTALTEN, VON DAHER WIRD SIE AUCH KÜNFTIG EINE HOHE RELEVANZ HABEN.“ Bettina Lörcher, Ludwig-Maximilians-Universität München

DER SCHLÜSSEL ZUM PERSÖNLICHEN UND BETRIEBLICHEN ERFOLG LIEGT DARIN, SICH MIT HILFE VON WEITERBILDUNG DEN AKTUELLEN HERAUSFORDERUNGEN ZU STELLEN UND PERSÖNLICH WEITERZUKOMMEN.“ Hans Müller, Generalsekretär Bayerischer Bauernverband

WIR BAUERN WOLLEN DINGE GESTALTEN, DESHALB MÜSSEN WIR WISSEN, WIE DAS GEHT. AUS DIESEM GRUND IST BILDUNG FÜR DEN BAYERISCHEN BAUERNVERBAND SEIT SEINER GRÜNDUNG IM JAHR 1945 EIN ZENTRALES THEMA, DAS AUCH IN DER SATZUNG VERANKERT IST.“ Walter Heidl, Präsident Bayerischer Bauernverband

BEI DEN THEMEN ERNÄHRUNG UND GESUNDHEIT SIND WIR LANDFRAUEN SOGAR TRENDSETTER, BILDUNGSANGEBOTE IN DIESEN BEREICHEN SETZEN WIR SCHON SEIT JAHREN.“ Anneliese Göller, Landesbäuerin Bayerischer Bauernverband

Zahlen

DAS BBV-BILDUNGSWERK IN ZAHLEN RUND 26.000 EHRENAMTLICHE

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RUND 6.600 VERANSTALTUNGEN

RUND 255.000 TEILNEHMER

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Über 12.000 Veranstaltungsorte – eine Auswahl: Adelhofen • Ahornberg • Alteglofsheim • Altendorf • Altenstadt

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Bauernverband BILDUNG IM BAYERISCHEN BAUERNVERBAND WALTER HEIDL UND GÜNTHER FELSSNER PRÄSIDENT/ VIZEPRÄSIDENT DES BAYERISCHEN BAUERNVERBANDES

Bildung ist für die Landwirtschaft und die ländlichen Räume wichtig! Florierende Landwirtschaft und florierende ländliche Räume funktionieren nur mit Menschen, die selbstbewusst und selbstbestimmt ihr Leben, ihre Familie und ihren Betrieb in die Hand nehmen, die ihr Umfeld und ihre Zukunft aktiv gestalten, die nicht nur partizipieren, sondern auch initiieren, in Gesellschaft, Vereinen, Verbänden und Politik. Bildung ist dabei eine elementare Voraussetzung für die Gleichheit der Lebensbedingungen in Bayern. Der Mensch steht im Mittelpunkt der Familie, des Betriebes, des Dorfes und der Gesellschaft. Deshalb muss die Gesellschaft durch die Bildung der Menschen gestärkt werden. Eine solide Ausbildung dient dabei als Fundament, aber eine lebensbegleitende Weiterbildung ist unverzichtbar.

ÜBER 26.000 BILDUNGSAKTEURE – EINE AUSWAHL

Deshalb ist Bildung für den Bayerischen Bauernverband seit seiner Gründung 1945 ein zentrales Thema, das auch in der Satzung verankert ist. Zur weiteren Intensivierung und Optimierung unserer Bildungsarbeit wurde vor 40 Jahren das Bildungswerk des Bayerischen Bauernverbandes gegründet. Mit dem Gesetz zur Förderung der Erwachsenenbildung (EbFöG) vom 24. Juli 1974 hat der bayerische Staat bewusst darauf gesetzt, vorhandene gesellschaftliche Gruppen bzw. deren Organisationen einzubinden und zu nutzen. Für den Bayerischen Bauernverband war es eine Selbstverständlichkeit, sich mit seinen langjährigen Erfahrungen und seinen ehren- und hauptamtlichen Strukturen in die staatlich anerkannte Erwachsenenbildung einzubringen, insbesondere für Menschen in

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• Altfraunhofen • Altheim • Arnzell • Aschaffenburg • Aulzhausen • Autenried • Bad Alexandersbad • Bad Endorf • B

der Landwirtschaft und in ländlichen Räumen. Gerade bei unseren Landfrauen gibt es ein riesiges ehrenamtliches Engagement für die Bildungsarbeit. Aber praktisch jeder im ganzen Verband – ob im Ehrenamt oder im Hauptamt – ist in einem mehr oder weniger großen Umfang mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen in die Erwachsenenbildung eingebunden. Wir wollen allen Akteueren Dank sagen für 40 Jahre engagierte und erfolgreiche Erwachsenenbildungsarbeit! Damit meinen wir nicht nur unsere Frauen und Männer im Verband, im Bildungswerk in ganz Bayern, sondern auch alle Verantwortlichen in der Politik, in den Ministerien, in der Wissenschaft und in den anderen Erwachsenenbildungseinrichtungen! Danke für 40 Jahre aktive Gestaltung der Erwachsenenbildung in Bayern! Natürlich sind wir auch dankbar für die finanzielle Förderung der Erwachsenenbildung, auch wenn die staatliche Förderung aus dem Erwachsenenbildungsförderungsgesetz leider in keiner Weise an die Eigenleistung des Bayerischen Bauernverbandes herankommt – von der unentgeltlichen Arbeit des Ehrenamts ganz zu schweigen.

Wir wollen an dieser Stelle auch nicht verhehlen, dass wir große Sorge haben, dass sich die Prüfung der gesamten staatlich anerkannten Erwachsenenbildung in Bayern durch den Rechnungshof in der Praxis vor allem in mehr Auflagen, engeren Vorgaben und mehr Bürokratie niederschlägt – und das bei stagnierenden Fördersummen. Wie sollen wir das unseren Mitstreitern in ganz Bayern erklären? Auch wenn wir heute einen Geburtstag feiern, so müssen wir hier doch auch Fragen nach der Zukunftsausrichtung der staatlich anerkannten Erwachsenenbildung stellen: Wie können wir sicherstellen, dass es auch in Zukunft überall in Bayern für alle Bürger ein attraktives, interessantes und kostengünstiges Erwachsenenbildungsangebot gibt? Wir setzen darauf, dass die Staatsregierung und unsere Volksvertreter im Bayerischen Landtag sich ihrer Verantwortung bewusst sind und sich der Sache annehmen!

UN53R G3HR1N K4NN UNGL4U8L1CH3 L315TUNG3N VOLL8R1NG3N. D45 L353N D13535 T3XT35 15T ZW4R ZU 83G1NN UNG3WOHNT UND 5CHW3R, W1RD 483R J3 LÄNG3R M4N L135T 1MM3R L31CHT3R. D4R4N K3NN M3N 53H3N, W13 L3RNFÄH1G UN53R G3H1RN DOCH 15T. 81LDUNG 83W3GT 5OM1T 1M KOPF UND D35 OFT M1T 31N3R UNGL3U8L1CH3N G35CHW1ND1GK31T.

Ballingshausen • Bamberg • Bayerdilling • Berg • Bergen • Bergheim • Bergtheim • Bernried • Bertoldsheim 40 JAHRE BILDUNGSWERK | 11

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• Biberbach • Birnfeld • Bischofsheim • Bischofsmais • Burgbernheim • Burghaslach • Burkhardsreuth • Cadolzburg

Wir

WIR IM BBV-BILDUNGSWERK ANNELIESE GÖLLER UND ANTON KREITMAIR, MDL LANDESBÄUERIN BAYERISCHER BAUERNVERBAND/ BEZIRKSPRÄSIDENT BAYERISCHER BAUERNVERBAND OBERBAYERN VORSITZENDE DES BEIRATES DES BBV-BILDUNGSWERKES

Dem Thema Erwachsenenbildung haben sich unsere Landfrauen, Kreisbäuerinnen und Ortsbäuerinnen, von Anfang an angenommen. Für sie ist und war es eine Selbstverständlichkeit, sich vor Ort in die Bildungsarbeit des Bauernverbandes bzw. des Bildungswerkes einzubringen. Es ist uns ein großes Anliegen, im Miteinander im Dorf, im Landkreis he­ rauszufinden, was unsere Mitmenschen am Land, im Dorf bewegt, was sie interessiert, was sie brauchen. Für uns persönlich war und ist die Bildungsarbeit mit das Wichtigste an unserer ehrenamtlichen Tätigkeit auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene. Wir sind dankbar, dass wir im BBV-Bildungswerk mit unserem Ehrenamt des Bayerischen Bauernverbandes fast 26.000 aktive Frauen und Männer in der Erwachsenenbildung

haben. Dazu kommt noch die Unterstützung durch die hauptamtlichen Mitarbeiter des Bayerischen Bauernverbandes bzw. des Bildungswerkes. Uns sind die Menschen, das soziale Miteinander, die persönliche Entwicklung wichtig, einfach alles, was man zu einem gelungenen und sinnerfüllten Leben braucht. Da setzt unsere Erwachsenbildungsarbeit an. Dazu gesellen sich die großen Kompetenzen der Landfrauen in den Bereichen Ernährung, Hauswirtschaft und Gesundheit. Wir wollen unsere Mitbürger bei der Bewältigung der alltäglichen Anforderungen unterstützen, deshalb ist uns die Vermittlung von Alltagskompetenzen sehr wichtig! Nicht nur in der Schule, sondern auch in der Erwachsenenbildung. Diese Alltagskompetenzen gehören für

g • Cham • Coburg • Diedorf • Dingolshausen • Dürrlauingen • Ebenhofen • Ed • Edelstetten • Ekertshofen

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uns zur Grundbildung eines jeden Menschen, genauso wie lesen, schreiben und rechnen. Die Einbettung im Bayerischen Bauernverband, die Nutzung der landesweiten Strukturen des Bayerischen Bauernverbandes in Haupt- und Ehrenamt, die hohe Identifikation der vielen Mitstreiter mit ihren Aufgaben - all das macht die Erwachsenenbildung im Bildungswerk des Bayerischen Bauernverbandes so stark und einzigartig. Bildungsarbeit von Menschen für Menschen: • nah an den Teilnehmerinnen und Teilnehmern • von der Region für die Region • bis ins kleinste Dorf, überall in Bayern • äußerst kostengünstig, insbesondere durch das große ehrenamtliche Engagement • in einer Form, dass sich niemand scheut hinzugehen. So können wir bayernweit Angebote ohne Eingangshürden bereitstellen und dabei auch Menschen erreichen, die sonst vielleicht nur schwer Zugang zu Erwachsenenbildung finden würden. Denn genau das ist unser Ziel: Wir wollen möglichst vielen Menschen

Der Beirat des BBV-Bildungswerkes freut sich mit Frau RDin Nina Pes, Staats­ ministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst über mehr als 40 Jahre erfolgreiche Bildungsarbeit.

wertvolle Impulse und Denkanstöße geben, damit sie den Anforderungen des Alltags und den kleinen und großen Herausforderungen des Lebens besser begegnen können. Sie sollen sich persönlich und damit auch im Betrieb, im Beruf besser für die Zukunft rüsten können. Dazu gehört es für uns auch, unseren Teilnehmern die Gelegenheit zur Auszeit, zum Nachdenken, zum Austausch, zu neuen Blickwinkeln und Erfahrungen zu bieten. Wir sind stolz, dass wir auf diese Weise in einem Jahr in über 6.600 Veranstaltungen um die 255.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erreichen.

Fingerübung, um die linke und die rechte Gehirnhälfte miteinander zu verknüpfen: Mit dem Zeigefinger und Daumen der einen Hand wird der Buchstabe L geformt, wobei die restlichen Finger eingerollt an der Handfläche bleiben. Mit dem Zeigefinder und Daumen der anderen Hand wird der Buchstabe O geformt, wobei die restlichen drei Finger in die Luft zeigen. Nun wird zwischen den Händen getauscht und die Finger, die ursprünglich ein L geformt haben, ändern ihre Form zu einem O und umgekehrt. Diese Übung erfolgt zu Beginn langsam und wird von Zeit zu Zeit schneller ausgeführt.

14 | 40 JAHRE BILDUNGSWERK • Elsendorf • Emetzheim • Entenberg • Equarhofen • Erlenbach • Eschenbach • Etzenricht • Feilersdorf • Feuerstein

n • Finningen • Finsing • Fischach • Floß • Forst • Frauendorf • Fuhrmannsreuth • Gachenbach • Gaisthal •

JUBILÄUMS-GRUSSWORT DES BILDUNGSSTAATSSEKRETÄRS GEORG EISENREICH, MDL STAATSSEKRETÄR IM BAYERISCHEN STAATSMINISTERIUM FÜR BILDUNG UND KULTUS, WISSENSCHAFT UND KUNST

Seit vier Jahrzehnten leistet das Bildungswerk des Bayerischen Bauernverbandes beständige und bürgernahe Arbeit in der Erwachsenenbildung. Dafür darf ich ein herzliches „Danke“ sagen. Der Bauernverband stärkt mit seinem Bildungswerk gerade den ländlichen Raum – aktuell und nachhaltig. Die jährlich über 6.000 Veranstaltungen des Bildungswerkes mit mehr als einer Viertelmillion Teilnehmerinnen und Teilnehmern belegen dies eindrucksvoll. Gerade weil der Staat in der Erwachsenenbildung keine eigenen Einrichtungen unterhält, ist uns diese verlässliche Partnerschaft besonders wertvoll.

orientieren. In einer Gesellschaft, in der sich die Halbwertszeit des Wissens immer rascher verkürzt, ist neben der beruflichen Bildung auch die Erwachsenenbildung gefragt. Dabei ermöglichen dezentrale Strukturen und lokale Bezüge den Interessierten lebenslanges Lernen im heimatlichen Raum. Allen, die sich engagieren, darf ich herzlich danken. Ausdrücklich möchte ich die vielen Ehrenamtlichen mit einschließen, die sich mit großem persönlichem Engagement in die Bildungsarbeit einbringen und deren Leistungen – im wahrsten Sinne des Wortes – unbezahlbar sind.

Das Bildungswerk ist am Puls der Zeit. Die Behandlung drängender Themen wie Globalisierung, Energiewende oder Gesundheitsbildung zeigt: Das Bildungswerk ist offen für neue Entwicklungen und Fragestellungen, die sich an den Bedürfnissen der Menschen

Wir blicken auf 40 Jahre vertrauensvolle und zuverlässige Partnerschaft mit dem Bildungswerk des Bayerischen Bauernverbandes zurück – und freuen uns auf viele weitere Jahrzehnte.

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Gangkofen • Glashütten • Gmund • Grablingen • Grainau • Griesbach • Großwallstadt • Großwenkheim • Grund • Ha

Akademisch LÄNDLICHE ERWACHSENENBILDUNG AUS AKADEMISCHER SICHT PROF. DR. RUDOLF TIPPELT UND BETTINA LÖRCHER LUDWIG-MAXIMILIANS-UNIVERSITÄT MÜNCHEN

Das Bildungswerk des Bayerischen Bauern­ verbandes als Einrichtung der Erwachsenenbildung im ländlichen Raum stellt seinen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein breites und vielfältiges Angebot zur Verfügung. Diese Pluralität ermöglicht es, Personen in den unterschiedlichsten Regionen und Lebenssituationen zu erreichen. Unter wissenschaftlicher Perspektive interessant ist hierbei, dass nicht nur das traditionelle Milieu erreicht wird, sondern auch Personen, die in den modernen oder postmodernen Milieus verortet werden können. Die Nähe zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ermöglicht eine schnelle Reaktion auf die Veränderungen und Moder-

nisierungsprozesse, die auch den ländlichen Raum prägen und formen. Für die ländliche Erwachsenenbildung ist zudem besonders, dass ein niederschwelliger Zugang zu den Weiterbildungsangeboten besteht, die wiederum fachlich exzellent konzipiert und durchgeführt werden. Praktisches und gemeinschaftliches Lernen zeichnet diese Angebotsformen aus und bereichert die Bildungslandschaft nicht nur in Bayern. Gerade für die Zukunft spielt Bildung eine große Rolle für die Gestaltung und Weiterentwicklung des ländlichen Raums.

alsheim • Harburg • Hechelbach • Hellmitzheim • Herrnberchtheim • Herrsching • Hesselberg • Höchstädt •

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Geschichte

DIE GESCHICHTE DES BBV-BILDUNGSWERKES HERIBERT NEHYBA

Ein Interview mit dem Gründungsgeschäftsführer des Bildungswerkes „War es schwierig, den BBV von der Gründung des Bildungswerkes zu überzeugen?“ Erwachsenenbildung im Bauernverband ist viel älter als 40 Jahre! Erwachsenenbildung definierten schon die Gründer des Bayeri­ schen Bauernverbandes 1945 als eine originäre Aufgabe der landwirtschaftlichen Berufsorganisation. Die „Förderung ländlicher Erwachsenenbildung“ ist deshalb eine der in der Satzung niedergelegten Aufgaben. Der Verband stellte sich damit in eine Reihe der großen gesellschaftlichen Gruppen, die in Deutschland neben den Volkshochschulen Erwachsenenbildung betreiben. Ausfluss dieser Aufgabe war zum Beispiel die Gründung

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Hohlach • Höll • Hörmannsdorf • Hörpolding • Hundshöd • Iffigheim • Ingolstadt • Jellenkofen • Jesenwang • Jobst

der Bayerischen Bauernschule 1948 und der Bayerischen Bäuerinnenschule 1950, der Vorläuferbildungsstätten des Hauses der Bayerischen Landwirtschaft Herrsching. Schon anfangs der 70er Jahre engagierte sich der Bauernverband bildungspolitisch für die Erwachsenenbildung. Ich zitiere aus dem Tätigkeitsbericht für die Landesversammlung am 9.6.1971: „Auch im Hinblick auf das in dieser Legislaturperiode zu erwartende Erwachsenenbildungsförderungsgesetz (EbFöG) war der BBV tätig. In engerer Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft für Katholische Erwachsenenbildung, der Arbeitsgemeinschaft für Evangelische Erwachsenenbildung in Bayern, dem Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft, der Deutschen Angestelltengewerkschaft und dem Deutschen Gewerkschaftsbund wurden Grundsätze für ein Bayerisches Erwachsenenbildungsgesetz erarbeitet, die in Kürze der Öffentlichkeit übergeben werden“. So lag es auf der Hand, dass der Verband auch den formalen Anforderungen des EbFöG mit der Gründung eines Bildungswerkes Genüge leisten wollte. Vor allem aber war dieser Akt ein Ausdruck seines Willens, die Erwachsenenbildungsarbeit zu intensivieren. Es bedurfte also gar keiner Überzeugungsarbeit den Entscheidungsgremien des Verbandes gegenüber.

„War es schwer, die Anerkennung zu bekommen?“ Anerkennung braucht ein Bildungsverband von drei Seiten: • Von den potenziellen Teilnehmern, den Nachfragern, ohne die eine wirkungsvolle Arbeit gar nicht möglich wäre. Zumindest im landwirtschaftlichen Bereich und in den Dörfern war diese Anerkennung von Anfang an gegeben: durch die „Nähe“ der „Kunden“ zu den Verbandsverantwortlichen auf Orts- und Kreisebene und durch die schon jahrzehntelang praktizierte intensive Vortrags- und Seminartätigkeit im Rahmen der Landfrauengruppe. • Von den „anderen“ Erwachsenenbildungsverbänden und -trägern, als Voraussetzung für wirksamen bildungspolitischen Einfluss und konfliktfreie Arbeit vor Ort. Das Bildungswerk des Bayerischen Bauernverbandes erfuhr eine vorurteilsfreie und kollegiale Aufnahme in einen Kreis von Erwachsenenbildungsorganisationen mit großer eigener Geschichte, mit partiell unterschiedlichen Interessen und zum Teil mit einem Arbeitsvolumen, das das des BBV-Bildungswerkes um ein Vielfaches überstieg. Die sehr erfolgreich agierende „Arbeitsgemeinschaft Erwachsenenbildung“ habe ich in bester Erinnerung. • Durch den Staat. Im Rahmen des EbFöG geschieht das durch das Kultusministerium.

tgreuth • Karlstadt • Kellberg • Ketterschwang • Kirchenlamitz • Kirchenthumbach • Kothigenbibersbach •

Auch hier kann ich nur über positive Erfahrungen berichten: Kooperative Mitarbeiter begleiteten und berieten den Verband bei der Entwicklung der Geschäftsordnung des Bildungswerkes. Charakteristisch und bemerkenswert war die überaus kurze Zeitspanne zwischen der Gründung des Bildungswerkes und der staatlichen Anerkennung des Bauernverbandes als Träger seines Bildungswerkes. Geradezu sensationell erscheint der Umstand, dass dem Antrag des Bauernverbandes auf Anerkennung vom 10. Oktober 1974 vom Kultusministerium noch am gleichen Tag entsprochen wurde! Ein Indiz gleichermaßen für die Flexibilität des Ministeriums wie wohl auch für die Vertrauenswürdigkeit des Bauernverbandes und seines Bildungswerkes. „Wie kam es zu dem „Obstsalat“, also dieser bunten Mischung an Themen und Veranstaltungen im BBV-Bildungswerk?“ In der Erwachsenenbildung herrscht ein Käufermarkt. Nachfrager bestimmen das Angebot! Nur das „Obst“, das nachgefragt wird, geht weg und wird nachbestellt. Der Anbieter, der es vermeintlich besser weiß, bleibt darauf sitzen. Freilich kann es gesundes, wohlschmeckendes Obst geben, das, weil es noch unbekannt ist, erst „entdeckt“ werden und marktfähig gemacht werden muss. Diese Grundsätze bestimmten von Anfang

an die Themenbereiche der Veranstaltungen. Die vielen Tausend ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, unterstützt von den hauptamtlichen Kräften des Bildungswerkes, schrieben an den Bildungsprogrammen mit, gewannen dafür Referenten und „verkauften“ erfolgreich das „Obst“, das sie für nützlich und hilfreich hielten. „Was wünschen Sie dem Bildungswerk zum Geburtstag?“ Zum Geburtstag wünscht man, vor allem wenn der Jubilar schon in die Jahre gekommen ist, zuerst Gesundheit. „Gesundheit“ in der ländlichen Erwachsenenbildung? Das bedeutet: Die Hand am Puls der Bildungsbedürfnisse der Menschen im ländlichen Raum behalten, das bewunderungswürdige Engagement der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten und fördern und den Dialog mit gesellschaftlichen Gruppen und Institutionen, die der Landwirtschaft und dem ländlichen Raum fernstehen, weiterführen.

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Kraftsbuch • Kronach • Landorf • Langenmosen • Langensteinach • Lauter • Lengenwang • Lenggries • Leuchtenbe

THEMENBEREICHE DER STAATLICH ANERKANNTEN ERWACHSENENBILDUNG IN BAYERN

1.

2.

3.

4.

9.

10.

11.

12.

Politik, Gesellschaft, Wirtschaft

Länder- und Völkerkunde, internationale Begegnungen

Psychologie und Pädagogik

Gesundheitsbildung und Hauswirtschaft

Philosophie, Religion, Weltanschauung, Theologie

Verwaltung und Betriebspraxis

Lebens- und Erziehungsfragen

Berufsbezogene Fragen

erg • Leuterschach • Lindenberg • Loitzendorf • Maihingen • Mainbernheim • Marktoberdorf • Marktredwitz • Mausdorf

5.

6.

7.

13.

14.

15.

Kultur, Kunst und musische Betätigung

Vorbereitung auf Schulabschlüsse

Massenmedien: Film, Funk, Fernsehen, Presse

Mitarbeiterfortbildung in der Erwachsenenbildung

Technik und Naturwissenschaften

Umschulung, Fortbildung

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8.

Sprachen, Fremdsprachen

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• Memmingen • Mering • Merkendorf • Mintraching • Möning • Mörslingen • Murnau • Nenzenheim • Nesselwang •

Themen

ZENTRALE THEMENFELDER UNSERER ARBEIT BEITRÄGE VON REFERENTINNEN DES BBV-BILDUNGSWERKES

ALLTAGSKOMPETENZEN Ernährung, Kleidung, Wohnung – drei lebens­notwendige Säulen unseres Alltags. Das „Know-how“ in diesen Bereichen gehört in den großen Komplex der Alltagskompetenz. Hätte der Urmensch diese Bereiche nicht gemeistert – sein Mammut schmackhaft zubereitet, seine Fellkleidung gepflegt, seine Höhle bewohnbar gemacht – würden wir heute nicht hier stehen. Auch wenn sich unsere Lebenswirklichkeit etwas verändert hat – wir zerlegen kein Mammut mehr, die Mode hat sich gewandelt, die wenigsten tragen einen Lendenschurz und die meisten Wohnungen sind nicht mit Höhlen vergleichbar – müssen wir uns mit diesen Bereichen auseinander­setzen. Je nach finanziellem Spielraum müssen wir uns selbst darum kümmern oder – neudeutsch – outsourcen. Aber auch wenn ich etwas outsource, sollte ich beurteilen können, was ich für mein Geld

bekomme. Insofern ist Wissen in diesen drei Bereichen für jeden nach wie vor zwingend notwendig. Statistiken unterstreichen die Notwendigkeit dieses Wissens: 3,1 Millionen Privathaushalte sind überschuldet und zahlreiche Erkrankungen sind direkt oder indirekt mit falscher Ernährung verbunden. Grund genug, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Insbesondere die Landfrauen sind seit vielen Jahren in der Ernährungsbildung tätig. Ernährungsfachfrauen vermitteln seit Jahren durch umfangreiche Angebote im Bildungswerk Alltagskompetenz, zum Beispiel im Bereich der ausgewogenen Ernährung. Hier gibt es Kurse beispielsweise zum Zubereiten schneller und doch hochwertiger Mahlzeiten ohne Fertigprodukte oder es werden längst vergessene Gemüsesorten unter die Lupe genommen. (Jutta Löbert, Ernährungsfachfrau)

Neuenhammer • Neuhaus am Inn • Niederalteich • Niedermurach • Nordheim • Oberfischbach • Oberglaim

„DO-IT-YOURSELF“ Weidenflechten ist eines der ältesten Handwerke überhaupt. Früher wurden damit aus Weiden oft Körbe und Matten hergestellt. Heutzutage finden sich Werkstücke aus Weiden vor allem als Dekoration im Garten. Das Flechten von Weiden bringt den Teilnehmern Freude, Zufriedenheit und körperliche Betätigung, aber auch ein schönes Objekt, an dem sie sich erfreuen können. (Lucia Birle) In den letzten Jahren ist das Selbermachen wieder sehr modern geworden. „Do-it-yourself“ wie man im Englischen so schön sagt. Stricken und Häkeln findet wieder Einzug in die Gesellschaft, gerade Mützen und Trachtenjacken werden dabei gerne von Hand hergestellt. Die Menschen nehmen sich wieder Zeit für individuell hergestellte Wollartikel. Beim Stricken und Häkeln lassen sich die persönlichen Wünsche und Vorstellungen besonders gut umsetzen. (Hannelore Koloff)

KOMMUNIKATION Die Kommunikation ist eine Säule der Gesellschaft. Wer nicht mit anderen redet und seinem Gegenüber nicht zuhört, kann nicht urteilen. Leider machen wir bei beruflichen Gesprächen und Verhandlungen, politischen Debatten oder in Alltagsgesprächen immer wieder die Erfahrung, dass oft nur die eigenen Argumente zählen. Wird nicht zugehört, stehen sich verhärtete Positionen gegenüber. Gespräche bleiben oft ergebnislos, manchmal entstehen so auch Konflikte. Erst recht, wenn verschiedene Ansichten und Menschen aufeinander treffen – sei es in der Familie oder in der Gesellschaft. Wichtig ist aber, dass wir im Gespräch, im Dialog, bleiben. Dafür ist eine „gute Kommunikation“ wichtig. Das Bildungswerk bietet daher seit vielen Jahren Rhetorikschulungen an, zum Beispiel Seminare für Ehrenamtsträger oder Einsteiger in die Kommunalpolitik. In diesen Seminaren werden die „Grundlagen der Kommunikation“ mit vielen praktischen Übungen den Teilnehmern vermittelt. (Gabriele Borst)

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• Obergünzburg • Oberherrnhausen • Oberjacking • Oberkotzau • Oberlangheim • Oberndorf • Oberneuching • Otte

LANDWIRTSCHAFT UND GESELLSCHAFT IM DIALOG Immer seltener haben Menschen die Möglichkeit, Landwirtschaft direkt zu erleben. Sie sind darauf angewiesen, dass ihnen Fakten in Wort und Bild vermittelt werden. Die Landwirtschaft wiederum ist darauf angewiesen, dass diese Vermittlung funktioniert. Miteinander ins Gespräch zu kommen, kann helfen, verschiedene Blickwinkel wahrzunehmen und Verständnis für unterschiedliche Haltungen wachsen zu lassen. Das Bildungsprogramm „Landwirtschaft und Gesellschaft im Dialog“ gibt Menschen in der Landwirtschaft Rüstzeug für eine bessere Kommunikation an die Hand. (Angela Kraus)

GESUNDHEIT Für die Landfrauen stellen die Förderung und der Erhalt der Gesundheit zentrale Themen ihrer Arbeit dar. Mit dem Start der Gesundheitsoffensiven im Jahr 2003 zu den Themen „Brustkrebsfrüherkennung“, „Osteoporose Prävention“, „Schützt mich mein Selbstwert vor Burn-out?“ und „Gesunder Darm“ wurde bayernweit etwas völlig Neues zum Laufen gebracht. Über 50.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden flächendeckend erreicht. In einem vielseitigen Programm zur eigenverantwortlichen Gesundheitsvorsorge bietet das BBV-Bildungswerk Kurse, Seminare und Vorträge rund um Gesundheitsthemen an. Sie geben den Teilnehmern Hilfestellungen, wie sie Krankheiten frühzeitig erkennen und vermeiden können sowie Informationen, wo sie konkrete Unterstützung erhalten. Ärzte informieren über die medizinischen Hintergründe von Erkrankungen, Fachleute leiten die Teilnehmer zur Bewegung an und Ernährungsfachfrauen geben praktische Hilfestellung zur gesunden Ernährung. (Dr. Andrea Fuß)

Quelle: HALLESCHE Krankenversicherung auf Gegenseitigkeit (2008). Hilfe bei Rückenbeschwerden. Woher Rückenschmerzen kommen und was Sie dagegen tun können.

1. Grätschen Sie ihre Beine leicht. Achten Sie dabei auf eine aufrechte Oberkörperhaltung. 2. Gehen Sie nun mit Ihrem Rumpf leicht nach vorne. Ihr Gesäß soll dabei nach hinten und Ihre Knie sollen nach vorne ausweichen. 3. Beugen Sie sich nun weiter nach vorne, bis Ihre Fingerspitzen den Boden berühren können. 4. Richten Sie nun Ihren Körper wieder auf. 5. Wiederholen Sie die Übung mehrmals.

Übung zum Erlernen von rückengerechtem Bücken

ensoos • Palling • Pappenheim • Penting • Petersberg • Petersthalm • Pfatter • Pilsach • Pirkach • Plattling 40 JAHRE BILDUNGSWERK | 25

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• Prächting • Puch • Püchersreuth • Purkering • Rainding • Rainertshausen • Reimlingen • Reusch • Rimpar • Ringe

Qualität

QUALITÄTSSICHERUNG UNSERER BILDUNGSARBEIT MATTHIAS STRASSER LQW-GUTACHTER, SALZBURG

Die Retestierung des seit 2005 zertifizierten Bildungswerkes wurde im Herbst 2013 erfolgreich abgeschlossen. Ich war mit einem weiteren Kollegen als Gutachter für das Bildungswerk bestellt. Gerne möchte ich ein Feedback darüber geben, wie wir Gutachter das Bildungswerk erlebt haben. Besonders auffallend war die Struktur des Bildungswerkes. Auf der geographischen Ebene gibt es die Landes-, Bezirks- und Kreisebene sowie die Ortsebene, wodurch dem Bildungswerk ermöglicht wird, auch Angebote in Ortschaften mit nur 100 Einwohnern durchzuführen. Dadurch kann das Bildungswerk so tief zur Bevölkerung vordringen, wie kein anderer Anbieter! Auf der Ebene des Haupt- und Ehrenamtes ist zu

erkennen, dass die Bildungsarbeit ohne diese Ämter in dieser Art und Weise nicht möglich wäre. Dabei ist diese Form der Bildungsarbeit schon seit über 40 Jahren ein Erfolgsmodell. Das Bildungswerk hat zudem eine beeindruckende Größe: Mit 6.600 Veranstaltungen pro Jahr ist das Bildungswerk für eine Bevölkerung von 12 Millionen Menschen in Bayern da. Dabei kann das Bildungswerk 255.000 Personen zu seinen Teilnehmern zählen. Das Qualitätssicherungssystem LQW (Lerner­ orientierte Qualitätstestierung in der Weiterbildung) schreibt Standards fest und verlangt, alle Maßnahmen und Verfahren auf den Lernenden auszurichten und dies in einem Selbstreport auszuweisen. Das Bildungswerk wurde von zwei unabhängigen Prüfern

elai • Rodenzenreuth • Rohrbach • Rosenbach • Röthenbach • Rottenburg • Rudelstetten • Rumeltshausen •

begutachtet und hat alle Anforderungen erfüllt! Dies hat das Bildungswerk auf den ersten Anlauf geschafft, ohne eine einzige Auflage. Die Strukturen des Bildungswerkes machen es dabei erforderlich, alle Ebenen miteinzubinden, was hervorragend gelungen ist. Jede an der Qualitätsarbeit beteiligte Person hat ihren Beitrag zum Gesamtprozess geleistet. Besonderer Stellenwert kommt dabei der Landesgeschäftsstelle des BBVBildungswerkes in München zu sowie dem Mitwirken der Kollegen vor Ort. In der Vor-Ort-Begehung (Visitation) wurde das hohe Reflexionsvermögen des Bildungswerkes bestätigt. Das ist sicher eine weitere Stärke der Organisation. Perspektivenwechsel bedeutet auch, die eigene Organisation im Wechselspiel mit ihrer Umwelt zu betrachten und dadurch Rückschlüsse für die Zukunft zu ziehen. Die Qualitätstestierung so souverän abzuschließen, ist eine Leistung,

welche wir Gutachter besonders hervorheben und wertschätzen möchten. In den letzten fünf Jahren ist mir dabei keine vergleichbare Organisation untergekommen. „E pluribus unum“ – aus vielen eines. Viele kleine Teile bilden ein großes Ganzes. Das trifft auch auf das Bildungswerk zu. Unterschiedliche Ebenen, unterschiedliche Ämter und unterschiedliche Menschen bilden eine große funktionierende Einheit. Ich wünsche Ihnen alles Gute und bin überzeugt, dass auch in weiteren 40 Jahren das Bildungswerk noch immer ein wesentlicher Bestandteil der bayerischen Weiterbildungslandschaft ist. (Auszug aus der Rede des Erstgutachters Mag. Matthias Strasser zur Verleihung des Testats am 28. Oktober 2013)

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Saalenstein • Schaftlach • Schlaifhausen • Schleerieth • Schliersee • Schlüsselfeld • Schnaittach • Schonderfeld • S

ERWACHSENENBILDUNG IN BAYERN – ANSICHTEN AUS DEN LANDTAGSFRAKTIONEN DR. UTE EILING-HÜTIG, MDL (CSU) Das Bildungswerk des Bayerischen Bauernverbandes steht für vier Jahrzehnte erfolgreiche Erwachsenenbildung in Bayern und steht stellvertretend für die Stärke Bayerns als Bildungsland Nr. 1. Ständige Innovationen und Veränderungen machen keinen Halt vor dem ländlichen Raum und erhöhen die schon jetzt enormen Anforderungen an die Landwirtschaft ständig. Durch Fortschritte in Technik, veränderte ökologische Rahmenbedingungen, den Klimawandel oder neue Geschäftsfelder wie die Stromerzeugung durch erneuerbare Energien ist eine stetige Fort- und Weiterbildung unerlässlich. Die gesellschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft steigt in rasantem Tempo sowohl hinsichtlich einer erfolgreichen Umsetzung der Energiewende, als auch durch den seitens der Staatsregierung forcierten Ausbau der biologischen Nahrungsmittelproduktion. Für die ökologische und wirtschaftliche Entwicklung in Bayern ist es daher absolut notwendig, dass neue Erkenntnisse und Innovationen sowie der verantwortungsvolle Umgang damit auf höchstem fachlichen

Niveau der Landwirtschaft selbst sowie auch der breiten Bevölkerung zugänglich gemacht werden. Das Bildungswerk des Bayerischen Bauernverbandes nimmt daher eine wichtige Schlüsselrolle ein, die ich als Bildungs- und Gesundheitspolitikerin sowie Befürworterin einer verträglichen Energiewende wiederholt unterstreiche. Das Bildungswerk des Bayerischen Bauernverbandes als Einrichtung der allgemeinen Erwachsenenbildung für Menschen in Landwirtschaft und ländlichem Raum ist aus unserer bayerischen Bildungslandschaft nicht mehr wegzudenken. Dies wird allein schon durch die große Anzahl von über 6.000 Bildungsveranstaltungen mit rund 255.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern pro Jahr deutlich. Allen engagierten Frauen und Männern im BBV-Bildungswerk sowie allen ehrenamtlichen Mitstreitern möchte ich anlässlich des 40. Jubiläums meine herzlichsten Glückwünsche übermitteln und für diesen wertvollen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Beitrag sehr herzlich danken!

Schönficht • Schwarzenau • Schwarzenbach • Schwarzenfeld • Schweinfurt • Selb • Seublitz • Sichersreuth •

RUTH MÜLLER, MDL (SPD) Die Förderung der Erwachsenenbildung ist eng mit der Sozialdemokratie verbunden – während der Regierungszeit von Willy Brandt wurde in den 1970er Jahren das Erwachsenenbildungsförderungsgesetz auf den Weg gebracht. In der Tradition der Arbeiterbildungsvereine sollte jedem Interessierten die Möglichkeit gegeben werden, sich weiterzubilden, Wissen zu vertiefen und so am gesellschaftlichen Aufstieg teilzuhaben. Das Bildungswerk des Bayerischen Bauernverbandes setzt diesen Auftrag gerade in ländlichen Regionen hervorragend um und schafft es, mit seinen Angeboten passgenaue Fortbildungen wohnortnah und bedarfsorientiert zu platzieren. Ich habe selbst gerne an Weiterbildungen während meiner langjährigen Tätigkeit im Vorstand der KLJB im Landkreis

Landshut teilgenommen, habe VHS-Kurse besucht, bei der Friedrich-Ebert-Stiftung Kurse belegt und beim Christlichen Bildungswerk selbst Kurse abgehalten. Die Vielfalt des Angebots in der Erwachsenenbildung gilt es auf lange Sicht zu erhalten und die Finanzierung sicherzustellen, damit die Erwachsenenbildung auch weiterhin auf der Höhe der Zeit gesellschaftlich relevante Themen im Programm hat. Ich gratuliere dem BBV-Bildungswerk zu seinem 40jährigen Bestehen ganz herzlich und wünsche Ihnen, dass das Kursangebot auch in den nächsten Jahrzehnten dazu beiträgt, mit Ihren Bildungsangeboten das Land und die Leute zu bewegen.

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Sondermoning • Soyen • Speinshart • Stammham • Straubing-Alburg • Streifenau • Sugenheim • Sulzdorf • Taimerin

EVA GOTTSTEIN, MDL (FREIE WÄHLER) „Sobald jemand in einer Sache Meister geworden ist, sollte er in einer neuen Sache Schüler werden.“ Der Schriftsteller Gerhart Hauptmann beschreibt hier eine wesentliche Herausforderung der Erwachsenenbildung in Bayern: Unterschiedlichste Menschen befinden sich als Schüler in einem Seminar und wollen sich weiterbilden. Die staatlich anerkannten Erwachsenenbildungsträger bieten dabei für jeden seit 40 Jahren vielfältige Angebote für das Lebenslange Lernen an. Sie bringen das „Know-how“ mit und haben die entsprechend ausgebildeten Lehrkräfte und vor allem auch das notwendige Netzwerk vor Ort. Durch die vielfältigen Kontakte, die bestehenden Strukturen und die bayernweite Verankerung wissen die Träger am besten, welcher konkrete Bedarf vor Ort nachgefragt wird. Uns Freien Wählern ist besonders wichtig, dass in allen Regionen Bayerns gleichwertige Lebensbedingungen und Bildungschancen bestehen – eine bloße Ausrichtung auf ökonomische Notwendigkeiten würde der Erwachsenenbildung nicht gerecht werden. Ehrenamtliches Engagement muss dabei verstärkt gefördert und gewürdigt und die Rahmenbedingungen für den Einsatz von Ehrenamtlichen müssen so gestaltet werden,

dass deren Engagement auch künftig möglich sein wird. Wir Freie Wähler wollen, dass die Erwachsenenbildung auch denen eine zweite Chance eröffnet, die in der Schule ihr Potential nicht ausgeschöpft haben, sodass die Chancengerechtigkeit auch nach der Schule gewährleistet ist. Deshalb setzen wir uns seit Jahren dafür ein, dass die Erwachsenenbildung auch finanziell so ausgestattet ist, dass die Angebote mit hoher Qualität umgesetzt werden können. Wir sehen eine große Chance in den kommunalen Bildungslandschaften – hier kann es gelingen, dass alle Entscheidungsträger vor Ort an einem Tisch sitzen und sich vernetzen. Unsere Erwartungen für die Zukunft sind, dass die Angebote weiterhin eine hohe Qualität besitzen und für alle Bürgerinnen und Bürger offenstehen. Für Menschen mit Behinderung sind deshalb vermehrt barrierefreie Angebote zu schaffen. Für viele Menschen können auch E-Learning-Formate hilfreich sein. Deshalb ein großes „Dankeschön“ an das Bildungswerk des Bayerischen Bauernverbandes und Gratulation zum 40-Jährigen! Weiter so!

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ULLI LEINER, MDL (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) Zu 40 Jahren hervorragender Arbeit in der Erwachsenenbildung gratuliere ich dem Bildungswerk des Bayerischen Bauernverbandes auch im Namen unseres bildungspolitischen Sprechers Thomas Gehring und der Landtagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen recht herzlich. Vor vielen Jahren hatte ich persönlich die Gelegenheit, beim Bauernverband in den Genuss einer Weiterbildung zu kommen und habe dabei viele wichtige Informationen zur Direktvermarktung erhalten. In unserer Wissensgesellschaft nimmt die Bedeutung der Erwachsenenbildung ständig zu. Jeder Bürger/jede Bürgerin sollte in jeder Lebensphase die Möglichkeit haben, sich allgemein, beruflich, kulturell und politisch weiterzubilden.

Seit fast 40 Jahren wurde das Gesetz zur Förderung der Erwachsenenbildung (EbFöG) nicht mehr an die veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen angepasst. Es ist höchste Zeit für Korrekturen. Wir brauchen in der Erwachsenenbildung dringend mehr Freiheiten für die Maßnahmenträger und eine bessere finanzielle Ausstattung. Vor allem aber muss ein Recht auf Bildungsfreistellung gesetzlich festgeschrieben werden, das auch bei geringfügig Beschäftigten greift und ihnen Chancen für einen Aufstieg durch Bildung ermöglicht. Den Mitarbeitern des BBV-Bildungswerkes wünschen wir auch für die Zukunft alles Gute sowie viel Erfolg und Kraft bei der Bewältigung der anstehenden Herausforderungen.

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• Uttenhofen • Vilsbiburg • Vilsheim • Volkersberg • Vorderhainberg • Waischenfeld • Weibhausen • Weiden • Weidn

GRATULATION ZUM 40. GEBURTSTAG … UND BESTE WÜNSCHE FÜR DIE NÄCHSTEN 40 JAHRE DR. HANS JÜRGEN LUIBL VORSITZENDER DER ARBEITSGEMEINSCHAFT DER TRÄGER DER ERWACHSENENBILDUNG IN BAYERN Herzliche Gratulation zum 40. Geburtstag dem Bildungswerk des Bayerischen Bauernverbandes, das wünscht die AGEB, der Zusammenschluss der sieben staatlich anerkannten Träger der Erwachsenenbildung. Es grüßen also die sechs Geschwister in Sachen Bildung – und dies mit Stolz. Denn die Geschichte des Bildungswerkes des Bayerischen Bauernverbandes ist eine Erfolgsgeschichte der Bildungsarbeit, die nicht nur das Bildungswerk gestärkt und den Bauernverband auch in seiner Bildungsdimension profiliert hat, sie hat auch zur Weiterentwicklung der Gesellschaft beigetragen und ist damit ein unverzichtbarer Bestandteil der Erwachsenenbildung und unserer Arbeitsgemeinschaft geworden. Diese Erfolgsgeschichte hat ihre Wurzeln weit vor der eigentlichen Geburtsstunde des Bildungswerkes. Es liegt im Grundverständnis des Bauernverbandes, dass er Bildung als Motor der eigenen Entwicklung gesehen und verstanden hat. Und dies nicht

nur im engeren Verständnis der Weitergabe von Wissen und Kompetenzen im eigenen Verband und mit den eigenen Zielgruppen, sondern als Wissenstransfer in gesellschaftliche Prozesse, um Gesellschaft mitzugestalten. Landwirtschaft, um es einmal aus der Perspektive der Laien zu sagen, das ist ja nicht nur verbunden mit dem Wissen, wie man nachhaltig Land bewirtschaftet und Lebensmittel generiert. Damit sind auch Kompetenzen verbunden, wie man schonend mit der Natur umgeht, wie Nahrungsmittel zu wirklichen Lebens-Mitteln werden, wie zu kritischem Konsum und Verbraucherschutz verholfen werden kann, wie dadurch eine bessere Gesundheitsprophylaxe möglich wird. Und dies sind allesamt relevante Orientierungsfragen einer nachmodernen Gesellschaft. Und hier kommt das Bildungswerk ins Spiel. Die Grundausrichtung, aus der eigenen Arbeit und Verantwortung heraus gesellschaftsrelevantes Wissen zu generieren, das ist das eine. Aber das ist in Zeiten

nitz • Weismain • Weißenstadt, • Wernberg-Köblitz • Westheim • Wettenhausen • Wies • Wiesau • Wieselrieth •

differenzierter Bildungsprozesse auf Dauer zu wenig. Es braucht eine professionalisierte und institutionalisierte Bildungsarbeit, die den Standards des nachmodernen Wissenstransfers entspricht, kurz: ein hochqualifiziertes Bildungswerk, gut verortet in der Fläche und sehr gut verankert im eigenen Haus, dem Bauernverband. Zu dieser Professionalität gehört mittlerweile auch ein gewachsenes Verständnis für das neue Ehrenamt, der eigentlichen Personalressource, der eigentlichen Kraft vieler Träger der Erwachsenenbildung: professionelle und institutionalisierte Erwachsenenbildung bietet den Rahmen für das effiziente, engagierte Ehrenamt. In einem Satz: diesem Bildungswerk ist es gelungen, aus den eigenen Wurzeln und immer neu den Anforderungen der Zeit angemessen, Wissen zu ermitteln und zu vermitteln, in den Verband und die Gesellschaft hinein. Damit wurde auch der Verbund der Erwachsenen­ bildungsträger gestärkt. Nur durch das Zusammenspiel verschiedener Träger konnte die Pluralität gesellschaftlich relevanter Erwachsenenbildung gesichert werden, nur durch das Miteinander der Bildungseinrichtungen konnte es gelingen, flächendeckend in ganz Bayern Erwachsenenbildung anzubieten. Das Bildungswerk des Bayerischen Bauernverbandes hat damit die Erwachsenenbildung als Motor gesellschaftlicher Transformationsprozesse gestärkt.

Wenn man bedenkt, wie sehr diese Bildungsarbeit sich immer neu ausrichtet und kreativ auf neue Herausforderungen eingeht, und zugleich wahrnimmt, wie eng begrenzt die finanziellen und personellen Ressourcen sind, wird die Leistung des Bildungswerkes nicht hoch genug bewertet werden können. Der 40. Geburtstag ist damit ein Tag zur Gratulation, zur Freude über Erreichtes, wenn sich auch so manche dunklen Wolken am Bildungshimmel zusammenzuziehen drohen. Eigentlich ist das 40. Jahr ein Freudenjahr. Das Volk Israel musste 40 Jahre durch die Wüste wandern, um im Gelobten Land anzukommen, dort, wo Milch und Honig fließen – ein schönes Bild und ein guter Wunsch gerade für das Bildungswerk des Bayerischen Bauernverbandes. Doch sieht es derzeit leider etwas anders aus: Am Ende der Wegstrecke scheinen mehr die 40 Räuber zu liegen, die einen erfolgreichen Zug der pluralen Erwachsenenbildung durch die Zeit verhindern. Bleibt nur zu hoffen, dass die Räuber sich durch die mitgebrachten Erfahrungen und Erfolge eines Besseren besinnen. Und bleibt zu hoffen, dass die politisch Verantwortlichen sehen, wie wichtig der Wissenstransfer vom Bauernverband in die Gesellschaft ist und den Weg frei machen für die nächsten 40 Jahre. Wir jedenfalls, die Geschwister in der Erwachsenenbildung, freuen uns auf den gemeinsamen Weg.

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Willmersreuth • Winklarn • Wonsees • Workerszell • Wullenstetten • Zaubach • Zellingen • Zolling • Zorneding

Veranstaltungen KURSE, SEMINARE, VORTRÄGE UND MEHR … • Was die Alten noch wussten und die Jungen interessiert • Bauernregeln und Lostage im Jahreskreis • Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung – was Sie tun können, um richtig vorzusorgen • Die Kräfte der Heilkräuter – was die Natur uns bietet • Filzen für Anfänger • Frauen in der Lebensmitte – Wechseljahre als Chance • Der Aufstieg der Sozialen Netzwerke • Klimaänderung und Landwirtschaft • Homöopathie in der Tierhaltung • „Perfekt aber k.o.“ • Mama bleib cool – Wege aus dem Alltagsstress • „Helikopter-Eltern“ – Schluss mit Förderwahn und Verwöhnung • Einbruchsicherung in Haus und Hof • Aktuelles aus der Agrarpolitik • Antipasti und Tapas • Sicher surfen im Internet • Elternunterhalt – das Sozialamt bittet zur Kasse

• Alte Handarbeiten neu erlernen – die Kunst des Stoffdrucks • Greening in der europäischen Agrarpolitik • Das geniale Rezept: Bewegung • Bevor ich auf der Strecke bleibe – aus tiefen Quellen Kraft schöpfen • Erste Hilfe am Unfallort oder bei Unfällen im Haushalt • Ja, nein, vielleicht, aber doch ...? Wie treffe ich gute Entscheidungen? • Fit nach den 10 Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) • Mit sinnvoller und ausgewogener Ernährung die Gesundheit fördern und erhalten • Fußreflexzonenmassage • Klimaänderung und Landwirtschaft • Kalzium – lecker verpackt! • Internet-Banking: Möglichkeiten und Gefahren • Hardangerstickerei – eine besondere Art des Stickens • Progressive Muskelentspannung • Rückenschmerzen „eine Volkskrankheit“ • Das Säure-Basen-Gleichgewicht – wichtig für ein gesundes Leben • EDV-Kurs 50+: Internet und MS Outlook

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Unsere Bildungswerk-Geschäftsführer auf Bezirksebene: Walther Pittroff, Susanne Schreiner-Janning, Dieter Heberlein, Gerhard Lang, Thomas Zehnter, Gerhard Hallek.

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