40 Jahre - Interkulturelle Begegnungsstätte

40 Jahre - Interkulturelle Begegnungsstätte

Film: Viva Portugal 40 Jahre Nelkenrevolution Malte Rauch, Christiane Gerhards und Samuel Schirmbeck, POR/BRD 1975, 115 Minuten, vollständig restaurie...

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Film: Viva Portugal 40 Jahre Nelkenrevolution Malte Rauch, Christiane Gerhards und Samuel Schirmbeck, POR/BRD 1975, 115 Minuten, vollständig restaurierte deutsche Fassung

Veranstalter:

Haus der Kulturen, Projektgruppe Nelkenrevolution Alfred Hitz, Michael Rittendorf, Volker Schauer

40 Jahre

Nelkenrevolution in Portugal Ein Rückblick aus heutiger Sicht Mittwoch, 8. Oktober 2014, 19 - 21 Uhr Haus der Kulturen, Parade 12, Lübeck

Interkulturelle Begegnungsstätte. Von der UNESCO als interkulturelles Projekt anerkannt und ausgezeichnet.

Der Film Viva Portugal dokumentiert die ersten anderthalb Jahre der portugiesischen Revolution (25. April 1974). Er thematisiert die Not der Landarbeiter, die Macht einer antikommunistischen Kirche, die immer mit der Oberschicht verbunden war, das Scheitern des Gegenputsches vom März 1975, weil Soldaten die Befehle ihrer Offiziere verweigerten und sich gegenseitig verständigten. Der Film zeigt die verändernde Wirkung der Revolution auf die Menschen und zählt zu den wichtigsten filmischen Dokumenten aus dieser Zeit. Der LAIKA Verlag hat diesen Film, der in keiner vollständigen Fassung mehr vorlag und kaum noch vorführbar war, aus mehreren unvollständigen Kopien neu zusammensetzen und aufwendig restaurieren lassen. Er ist erst im Jahr 2012 fertig gestellt worden.

Parade 12, 23552 Lübeck Tel. 0451/75532 E-Mail: [email protected] Internet: www.hausderkulturen.eu

In Zusammenarbeit mit:

Heiligendammer Straße 15, 24106 Kiel Tel. 0431/9066-130 Fax 0431/9066-134 E-Mail: [email protected] Internet: http://www.boell-sh.de

Film „Viva Portugal“ Portugiesisches Essen und Getränke Vorträge und Diskussion Eintritt ist frei, Spenden erbeten

Die Nelkenrevolution

Der entscheidende Auslöser für die Nelkenrevolution im Jahr 1974 waren die blutigen Kriege in den damaligen portugiesischen Kolonien Angola, Guinea-Bissau und Mosambik in den Jahren in den 1960er Jahren. Während die übrigen imperialen Mächte ihre ehemaligen Kolonien in die formale Unabhängigkeit ließen, verweigerte sich Portugal der globalen Dekolonisationsbewegung. Allerdings besaß Portugal nicht die politischen, ökonomischen und militärischen Ressourcen, um die Rebellenbewegungen in seinen Kolonien niederzuschlagen, und spätestens Anfang der 1970er Jahre war es offensichtlich, dass diese Kriege nicht gewonnen werden konnten. Die Kriegskosten verschlangen etwa die Hälfte der staatlichen Ausgaben und die portugiesische Armee musste gegen die KämpferInnen der nationalen Unabhängigkeitsbewegungen schwere Verluste hinnehmen. Die Kriege führten zu einer wachsenden Unzufriedenheit mit dem Regime bei den einfachen Soldaten und den Unteroffizieren. Mit der Erkenntnis, dass für die Beendigung der

Kolonialkriege nichts weniger als der Sturz des Regimes notwendig war, wurde aus der Unzufriedenheit politische Opposition. Die oppositionellen Militärs sammelten sich Anfang der 1970er Jahre in der „Movimento das Forcas Amadas“ (Bewegung der Streitkräfte, MFA), eine geheime Organisation innerhalb der Armee, und entwickelten hier politisch-ideologisch eine eher linke Tendenz. Die MFA rekrutierte sich hauptsächlich aus den unteren Offiziersrängen und den Soldaten, die gegen die Fortführung der portugiesischen Kolonialkriege waren. Am 25. April 1974 putschte die MFA gegen das Regime und stürzte damit eine der längsten Diktaturen Europas. Die Aktion war gut vorbereitet und lief weitgehend wie geplant ab. Die MFA-Militärs besetzten die Schaltzentralen der politischen Macht, Knotenpunkte der Kommunikation und des Transports. Weder die Polizei noch die restliche Armee versuchten, das alte Regime zu verteidigen: sie verhielten sich entweder passiv oder liefen über. Der Putsch verlief weitgehend unblutig. Nach dem Putsch übergab die MFA die politische Führung des Landes an die „Junta de Salvao Nacionale“ (Junta der Nationalen Regierung), einem Komitee von höheren Offizieren. Die Junta setze sich aus

verschiedenen politischen Lagern zusammen und bestand nicht nur aus MFA-Mitgliedern. Das Komitee sollte als provisorische Regierung dazu dienen, die Ziele der MFA (Demokratisierung und Ende der Kolonialkriege) umzusetzen und anschließend die politische Macht an eine demokratisch gewählte Regierung zu übergeben. Die Bevölkerung, für die eher eine passive Rolle zugedacht war, verhielt sich jedoch anders, als es die Pläne der MFAMilitärs vorgesehen hatten. Dies zeichnete sich bereits am 25. April 1974 ab. Entgegen dem Aufruf der Putschisten strömten die Menschen auf die Straßen und beließen es nicht bei Solidaritätsbekundungen mit den aufständischen Soldaten. Die ZivilistInnen versammelten sich vor Polizeiwachen und Kasernen, um potentielle Unterstützer der Diktatur zurückzuhalten. Der MFA-Putsch entwickelte sich zu einer politischen Revolution und auch erste Ansätze einer sozialen Revolution ließen sich ausmachen. In den folgenden Wochen und Monaten besetzten ArbeiterInnen Fabriken und Ländereien und in den Stadtvierteln und Betrieben bildeten sich basisdemokratische Komitees und Räte. Anderswo streikten ArbeiterInnen für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen.