40 Jahre SENIOREN heute - Senioren Heute eV

40 Jahre SENIOREN heute - Senioren Heute eV

SENIOREN heute 3/2015  Titelbild der ersten Ausgabe unserer Zeitschrift vom 1. Dezember 1975 Ludwig Bötnagel, 1971 Initiator zur Gründung unseres Ve...

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SENIOREN heute 3/2015

 Titelbild der ersten Ausgabe unserer Zeitschrift vom 1. Dezember 1975 Ludwig Bötnagel, 1971 Initiator zur Gründung unseres Vereins, 1. Vorsitzender und 1975 Herausgeber unserer Zeitschrift „SENIOREN heute“

146 Ausgaben 1975 – 2015  Die Alte Wache von 1734, gebaut direkt an die St.-Fabianund Sebastian-Kapelle von 1350, ist heute die Altenbegegnungs­ stätte der Stadt Northeim und Vertriebszentrum von „Senioren heute“

40 Jahre SENIOREN heute

Northeimer Zeitschrift für Senioren

SENIOREN heute

3/2015

INHALT

Liebe Leserin, lieber Leser, liebe Leute von „Senioren heute”

Grußwort der Stadt Northeim

„Jeder, der sich die Fähigkeit erhält, Schönes zu entdecken, wird nie alt werden”, stellt Franz Kafka fest. Dazu dürfen wir von Senioren heute ergänzen: „Aktiv sein – aktiv bleiben”, so unser Motto im Verein, kann eine schöne Festigung der Fähigkeiten bewirken. Die Redaktion freut sich, Ihnen die 146. Ausgabe von „SENIOREN heute“ präsentieren zu dürfen. Genau seit 40 Jahren gibt es nun die Northeimer Zeitschrift für Senioren. Kein ganz großes Jubiläum – aber immerhin bemerkenswert. Unsere Zeitschrift ist damit auch eine der ältesten SeniorenZeitschriften der Republik. Darauf sind 670 Mitglieder stolz! Alle Einzelpersonen und Ehepaare über 60 Jahre im Gesamtbereich der Stadt Northeim erhalten kostenlos die Zeitschrift durch ehrenamtliche Zustellung frei Haus. Vor 40 Jahren, am 1. Dezember 1975, erschien die erste Ausgabe unserer Seniorenzeitschrift. Zunächst bedanken sich Vorstand und Redaktion ganz herzlich für die Grußworte bei Roswitha Voss, Geschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Nort­ heim, und bei Hans-Erich Tannhäuser, Bürgermeister der Stadt Nort­heim, für die Glückwünsche und anerkennenden Worte.

Das Titelbild „Alte Wache” fotografierte Erhard Neuhaus

Erscheinungstermine: Diese Ausgabe erschien am 30. November 2015 Ausgabe 1: 14. März 2016 Ausgabe 2:   8. August 2016 Ausgabe 3: 28. November 2016

In den zurückliegenden vier Jahrzehnten sind dem Herausgeber und der Redaktion in vielfältiger Weise Glückwünsche und Anerkennung ausgesprochen worden. Natürlich galt die Anerkennung auch den vielen Mitgliedern des Vereins, denn ohne die großzügige Mithilfe wäre das Projekt „Zeitschrift” nicht zu realisieren gewesen. Dabei kam immer wieder zum Ausdruck, die Leistung und die ehrenamtliche Arbeit zu würdigen, sei besonders im Inte­ resse aller Northeimer Seniorinnen und Senioren. Die Redaktion bedankt sich ganz herzlich bei allen ehrenamtlich tätigen Mitgliedern für die gute engagierte Zusammenarbeit im Verein, für die Beiträge bei den Autoren, den Anzeigenkunden und den Herren und Damen der Druckerei Heimert. Eine besondere Aufgabe für die Seniorinnen und Senioren wird es zukünftig sein, mitzuhelfen, das Verständnis der Völker und der Generationen untereinander zu fördern. Denn nur gemeinsam können die Generationen mit den Problemen fertig werden, vor denen wir alle in den kommenden Jahren stehen werden. Für die Adventszeit wünscht die Redaktion besinnliche Stunden, frohe Festtage und für das kommende Jahr 2016 Gesundheit und persönliches Wohlergehen.

Freude ist keine Gabe des Geistes, sie ist eine Gabe des Herzens.

Ludwig Börne

Herzliche Grüße Ihr Erhard Neuhaus

PS: Als Fußleiste sehen Sie in dieser Ausgabe – 40 Jahre „SENIOREN heute“ – auf den Seiten 2 bis 9 aus jedem Jahr ab 1975 eine der Titelseiten.

Grußwort des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Northeim So wünsche ich mir Weihnachten Vertrieb der „Senioren heute” „Senioren heute”, geboren zwischen industriellem u. digitalem Zeitalter Der Junge, dem ein Arm fehlte Bald nun ist Weihnachtszeit Winterlinde, Baum des Jahres 2016 Zum 200. Geburtstag des Reichsgründers und -kanzlers Ein Licht, das leuchten will Eulalia Der Gesang der Schranktür Geistig fit Hildegards Medizin für Menschen von heute Schachaufgabe Nr. 20 Die wichtigsten interkulturellen Feiertage O Tannenbaum Die Glockenstube der St.-MarienKirche in Höckelheim Theater der Nacht: Neue Spielzeit Ein ganzes Jahr im Rückblick Angebote des Vereins Besuch der Kleinstadt Dassel Einladung zur Weihnachtsfeier Ein abendlicher Besuch im Kloster Walkenried Radeln 2015 – Aber mit Helm! Angebot der Caritas: Trauer-Dialog Sänger feiern 25-jährige Freundschaft in Nordhausen Auch 2015 rief der Brocken die Wanderer Lösungen Busreise zum Wildpark mit Falk­ nerei in Neuhaus und nach Uslar Besuch in zwei Forschungs­ instituten in Göttingen Aufruf zur Neubesetzung Naturdenkmal Tongrube Willershausen Karstweg im Naturschutzgebiet Priorteich bei Walkenried Impressum

2 3 4 5 6 8 8 9 10 12 13 14 15 16 16 17 17 19 21 22 25 27 27 29 31 31 33 35 35 37 39 41 41 43 44

Jetzt die Zeitschrift „Senioren heute” direkt mit einer App erkennen und dem Link folgen:



40 Jahre Zeitschrift „Senioren heute”

3/2015

SENIOREN heute

Grußwort der Stadt Northeim 40 Jahre „Senioren heute” – das ist eine lange Zeit für eine Vereinszeitschrift. Dazu meinen herzlichen Glückwunsch. Aber „Senioren heute – Northeimer Zeit­schrift für Senioren” ist ja nicht nur eine Vereinszeitschrift, sondern hat den Anspruch, für die Generation der über 60-Jährigen ein Informationsorgan zu sein … für alle Northeimer Seniorinnen und Senioren. „Senioren heute” gelingt es in seiner Berichterstattung, sich kompetent der Themen der Generation 60Plus anzunehmen. Und das in der Zeitschrift veröffentlichte Veranstaltungsprogramm des Vereins zeigt Möglichkeiten auf, sich zu betätigen, teilzuhaben und etwas für sich zu tun – nach dem Motto: „Aktiv sein und aktiv bleiben”. Ludwig Bötnagel, erster Vorsitzender des Vereins Altenzentrum, hat 1975 mit der ersten Ausgabe von „Senioren heute” den Grundstein für ein beachtliches Projekt gelegt, das von seinen Nachfolgern gut gepflegt wurde und immer auf eine große Zahl ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer im Verein bauen konnte. Seit 2002 firmiert der Verein selbst auch unter dem Namen seiner Zeitschrift und heißt seitdem „Senioren heute”. Mein Amtsvorgänger, Bürgermeister Hermann Teuteberg, hat in seinem Grußwort zur ersten Ausgabe 1975 geschrieben, dass es Aufgabe sei, „den älteren Menschen ein sinnvolles Dasein zu ermöglichen, sie vor dem Gefühl der Vereinsamung zu schützen und sie aktiv am Umweltgeschehen zu beteiligen.” Dazu leiste „Senioren heute” seinen Beitrag. So richtig Teutebergs Worte waren und sind, man würde das heute aber etwas anders ausdrücken. Die ältere Generation wird heute nicht mehr als so passiv, sondern als aktiver Teil der Gesellschaft verstanden. Die Beiträge in „Senioren heute” und die vielen Aktivitäten, von denen dort zu lesen ist, zeigen den Wandel ganz deutlich. Und zu diesem Wandel hat auch „Senioren heute” und der gleichnamige Verein seinen Teil beigetragen. Ich danke allen sehr herzlich, die 40 Jahre „Senioren heute – Northeimer Zeitschrift für Senioren” bis heute getragen haben, den Autoren, der Redaktion und dem Vertrieb. „Senioren heute” und seine vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich um unsere Stadt verdient gemacht.

Stadt Northeim Hans-Erich Tannhäuser Im November 2015



SENIOREN heute

40 Jahre Zeitschrift „Senioren heute”

3/2015

Grußwort zum 40-jährigen Bestehen Auf diesem Wege beglückwünsche ich das Redaktionsteam von „Senioren heute” zu 40 Jahren aktiver Vereinsarbeit, denn ohne den Verein „Senioren heute e.V.” im Rücken gäbe es dieses für unsere Senioren wichtige Informationsmedium nicht. Ludwig Bötnagel, ehemaliger Geschäftsführer des Paritätischen Northeim, war Mitbegründer und verantwortlicher Redakteur von „Senioren heute” und legte damit den Grundstein für den regen Austausch zwischen den verschiedenen Institutionen und Seniorenbewegungen, deren Wirken in Northeim und darüber hinaus spürbar ist. Dieses Jubiläum steht für Engagement für die Seniorinnen und Senioren unserer Stadt; es zeigt, wie wichtig es ist, Netzwerke zu knüpfen, um ältere Menschen über Kontakt-, Freizeit- und Hilfsangebote zu informieren. Dem Team von „Senioren heute” wünsche ich für die Zukunft stets ein offenes Ohr für die Belange der Northeimer Senioren, viele Ideen für interessante, informative, unterhaltsame und wichtige Themen. Für mich persönlich ist es immer wieder bemerkenswert, wie abwechslungsreich die Ausgaben zusammengestellt sind und Termine, Veranstaltungen, Vereinsaktivitäten und interessante Berichte bearbeitet werden und hier ihren Platz finden. Bewahren Sie sich auch weiterhin den Idealismus und die Bereitschaft, sich für Ihre und unsere Zeitschrift „Senioren heute” zu engagieren.

Paritätischer Wohlfahrtsverband Northeim Roswitha Voss Northeim, im November 2015



Weihnachten

3/2015

SENIOREN heute

So wünsche ich mir Weihnachten 2015 „Was haben die Leute nur aus dem Weihnachtsfest gemacht?”, wundert sich meine Friseurin, während sie mir die Haare schneidet, „dieser furchtbare Rummel in der Adventszeit. Der schreckliche Drang, alles perfekt machen zu wollen: Ein Superessen an den Feiertagen, eine fantastisch sitzende Frisur, schicke neue Klamotten für den Heiligen Abend – alles soll hundertprozentig perfekt sein. Was mir meine Kundinnen vor Weihnachten so alles erzählen! Wie die gestresst sind!” „Vielleicht steckt bei manchen der Wunsch dahinter, der Familie damit etwas Gutes tun zu wollen, ihr ein rundum gelungenes Fest zu bieten”, antworte ich. „Aber erwartet die Familie das denn wirklich?”, kommt die Rückfrage, „und das um den Preis, dass die Hausfrau tagelang vorher unter einem Riesenstress steht und an den Feiertagen dann die Nerven blank liegen? Ist das noch Weihnachten?” Tja, was ist denn Weihnachten? Begonnen hat es mit einer Geburt in einem Stall. Da war nichts perfekt geplant, da war nur improvisieren angesagt: Schnell irgendwo im Dorf eine Hebamme auftreiben, aus zusammengesammeltem Reisig ein Feuer anzünden, einen Brunnen oder eine Wasserstelle suchen, sich irgendwo ein wenig Brot erbetteln und zusehen, dass für Maria und das Neugeborene noch eine warme Decke aufzutreiben war. Keine wochenlange Planung. Kein Merkzettel, von dem abgehakt wurde, was schon erledigt



war und was noch besorgt werden musste. Aber es gab Besuch: Als erstes Hirten aus der Nachbarschaft. Zusammensein, sich miteinander freuen, das Neugeborene bestaunen. Gott für das Wunder danken, dass wieder ein Menschenkind auf die Welt gekommen war, dass Mutter und Kind die Geburt heil überstanden hatten. Wie eine große Familie versammelten sich die Besucher um die Krippe – so

stelle ich es mir vor. Und niemand erwartete eine perfekt gedeckte Tafel mit einem vom Fernsehkoch empfohlenem Menü. Vielleicht gab es Mitbringsel, Milch, Käse, Brot. Das wurde geteilt. Auch Gesang war zu hören, zumindest von den Engeln. Die rauen Stimmen der Hirten mögen nicht sehr konzertreif geklungen haben, aber vielleicht haben sie dennoch in das Halleluja der Engel mit eingestimmt. So ähnlich wünsche ich mir auch in diesem Jahr das Weihnachtsfest: Zusammensein mit den Menschen, die mir wichtig sind. Vorbereitungen und Aufgaben verteilen: Der eine bringt eine Suppe mit, der andere einen Salat oder einen Kuchen und der nächste eine Flasche Wein. Gemeinsam erzählen und lachen.

Die Zeit spontan gestalten. Sich aneinander freuen. Der Dankbarkeit Raum geben. Das Herz singen lassen. Vielleicht sogar die Stimme. Als vor vierzig Jahren die Zeitschrift „Senioren heute” zum ersten Mal erschien, da wurde der Heilige Abend bei mir zu Hause mit Kartoffelsalat, Würstchen, Punsch und Rommé begangen. Vorher der Gang in die Kirche, nach dem Essen die Bescherung, dann gemeinsame Spiele. Es hat uns an nichts gefehlt. Für die Brüder und Schwestern im Osten unseres damals noch geteilten Landes stellte mein Vater in die Fenster Kerzen, als Symbol der Hoffnung, dass auch in der DDR eines Tages Freiheit herrschen möge. Nun haben wir alle die Freiheit – da wollen wir uns doch nicht in unsere festgefahrenen Vorstellungen eines perfekt geplanten Weihnachtsfestes einsperren lassen. Gott jedenfalls hat sich die Freiheit erlaubt, unsere Vorstellungen eines Erlösers über den Haufen zu werfen und ist in einem Kind auf die Erde gekommen. Vielleicht von langer Hand geplant, aber sicher nicht nach einem perfekten Timing. Ausgerechnet auf einer Wanderung, die dem Kaiser Augustus zu verdanken war, und dann noch in einem Stall. Zeitlich ziemlich ungünstig. Aber sein Hauptziel, mit uns Menschen zusammen zu sein, hat sich erfüllt. Das möchte ich auch in diesem Jahr wieder feiern, ganz ohne Stress, nur mit Dankbarkeit und Freude. Dorothea Speyer-Heise Pastorin i.R.

SENIOREN heute

3/2015

40 Jahre Zeitschrift „Senioren heute”

Eine wichtige und zugleich gewichtige Aufgabe Der Verein Senioren heute e.V. ist der Herausgeber der Zeitschrift „SENIOREN heute”, vertreten durch den jeweils ersten Vorsitzenden. Redaktion und Anzeigenleitung arbeiten, trotz der unterschiedlichen Schwerpunkte, oft zusammen. Die Redaktion stimmt mit den Autoren redaktionelle Texte und Inhalte ab. Der Anzeigenleiter hat den wichtigsten Job, denn aus dem Verkauf der Werbefläche finanziert sich zu einem Teil unsere Zeitschrift. Darum ist es im ureigensten Interesse, unsere Leser zu bitten, bei ihren Einkäufen unsere Inserenten zu berücksichtigen. Ergänzend sind wir aber auch weiter auf Spenden angewiesen. Nur so ist es uns möglich, ihnen eine kostenfreie Zeitschrift mit drei Ausgaben im Jahr ins Haus zu liefern. Wenn nun nach Korrektur und Druck am Erscheinungstermin ca. 750 kg Zeitschriften, das sind etwa 6900 Exemplare „Senioren heute”, in unserem Vertriebszen­ trum, der Alten Wache, angeliefert wurden, wird der Vertriebsleiter mit seiner ehrenamtlichen Mannschaft aktiv. Fast 90% der Zeitschriften werden adressiert, nach Straßen sortiert in Kartons verpackt oder gebündelt, die dann im gesamten Stadtgebiet nach einer geplanten Route den Auslieferern zugestellt werden. Im Stadtgebiet gibt es 23 Bezirke, in denen insgesamt ca. 4.200 Zeitungen verteilt werden. Zusätzlich werden 16 Ortschaften mit insgesamt ca. 2.000 Zeitungen beliefert. Außerdem erhalten die Ortschaften Hardegsen und Morin-

(V. l.) Dieter Rittinghaus, H. Dinter, Irmgard Bost, Gerhard Bednarzik, Renate Blumenberg, Hans-Jürgen Lemanczik, Christoph Münstermann, Irmgard Siebrecht, Christa Wenzel, Ottilie Giesecke, Hanna Sonnenberg, Waltraud Ernst, Heinrich Zwirner, Hannelore Windisch, Heidemarie Zwirner, Holger Duwensee. Auf dem Bild fehlen: Ehrenfried Albrecht, Ruth Grote, Edeltraud Messing, Elisabeth Seifert, Hannelore Weiß. gen einen kleinen Handbestand zum Auslegen in den Gemeindebüros. Unser Büro erhält ebenfalls einen Handbestand. Weitere 60 Exemplare werden im Büro für Mitglieder außerhalb Northeims postfertig gemacht. Oft sind auch noch Pros­pekte in die Zeitschriften einzulegen. An dieser Stelle noch einmal Dank an unsere Inserenten und an unsere ehrenamtlich tätigen Mitglieder für ihre Unterstützung. Der Zeitpunkt „40 Jahre SENIOREN heute” ist auch Verpflichtung und Dank zugleich, die Verdienste derer zu würdigen, die mit dem „Projekt” Zeitschrift vor der aktuellen „Mannschaft”, u. a. in doppelten Ämtern, tätig waren:

Redakteure: 1975-Ausgabe 1 Manfred Weitzel, 1976-3 Hartmut Kölling, 1977-2 H. Kölling u. B. Thalacker, 1977-3 Bernhard Thalacker, 1990-2 Rolf Hasenkrüger bis 2012-1. Den Vertrieb organisierten: 1975 – Ausgabe 1 Werner Voll­ brecht, 1976-1 Heinrich Fischer, 1990-4 Gerhard Grote, 1999-1 Reinhold Arnemann, 2004-2 Horst Zinnecker bis 2012-3. Die Anzeigenleitung hatte: 1975 – Ausgabe 1 Ludwig Bötnagel, 1976-1 Werner Schreiber bis 1986-2. Die Dienstzeiten der zzt. Aktiven schließen sich jeweils unmittelbar an, Sie finden die Namen im Impressum auf Seite 44. Erhard Neuhaus



40 Jahre Zeitschrift „Senioren heute”

3/2015

SENIOREN heute

„Senioren heute” – geboren zwischen dem industriellen und digitalen Zeitalter Wie sich die Text-, Bild- und Druckproduktion veränderte Gutenberg wurde um die Jahr- schriften setzte der Handsetzer Die Technik wandelte sich

tausendwende zum Mann des 2. Jahrtausends gewählt. Mit seiner Erfindung der beweglichen Letter veränderte er Mitte des 15. Jahrhunderts die Welt. Über 500 Jahre wurde seine Erfindung für die Verbreitung von Wissen eingesetzt. Erst die Erfindung des Computers – 1936 baute der Berliner Konrad Zuse in einer Berliner Altbauwohnung den ersten Rechner — schaffte eine weitere entscheidende Wende. In den 1980ern entstanden die Heimcomputer (Commodore, Atari, Amiga) und Bill Gates schuf Microsoft und das Betriebssystem MS-DOS und Steve Jobs den Macintosh.

im Winkelhaken zusammen. Mit der Abzugpresse wurden die Spalten auf sogenannten Fahnen ausgedruckt. Aber wie entstanden die ganzen Seiten? Das Redaktionsteam vom Altenzentrum Northeim e.V. traf sich dazu in der „Alten Wache” und schnippelte die Berichte zurecht und platzierte sie mit Klebestiften auf Layoutblättern. Die Plätze für die Bilder wurden frei gelassen. Zurück in der Druckerei wurden davon Filme erstellt, pa­rallel die Bilder in der Repro-

Der Fotosatz löste Anfang der 80er-Jahre den Bleisatz ab. Die Textfahnen wurden direkt auf Papier belichtet. Die Belichtung der Buchstaben erfolgt optisch oder fotoelektronisch bei einer Belichtungsleistung bis zu 250.000 Buchstaben in der Stunde. Die andere Druckvorstufe und der Druck blieben unverändert.

Die Digitalisierung begann

Als Rolf Hasenkrüger 1990 den Verein als Vorsitzender übernommen hatte, übernahm er auch die Redaktion der Zeitschrift. Die Druckerei Kassebeer war geschlossen. Er entschied sich für meine Firma Rotte-Druck in Nort­ In der Druckbranche wurden der heim. Bleisatz und die BleisetzmaschiDas war für uns und vor allem nen von Fotosatzanlagen abgeauch für Rolf Hasenkrüger eine löst, die die Buchstaben optisch Umstellung. Wir setzten damals oder fotoelektronisch auf Fotopaden Apple Macintosh SE ein, eipier oder Film produzierten. Ende nen der ersten „Macs”. Die Foder 80er-Jahre jedoch läutete der tosatzanlagen-Hersteller lächelMacintosh in der Druckbranche Rolf Hasenkrüger und Karl-Hermann ten damals nur über den kleinen 2007 beim Seitenaufbau am Bildeine neue Ära ein. Die Buchsta- Rotte Computer, aber innerhalb kurzer schirm. ben wurden digitalisiert. Die ComZeit hatte sich der „Mac” durchputer erobern die Welt in Ämtern, kamera aufgenommen und ge- gesetzt. (Heute ist „Apple” das Betrieben und Wohnstuben und rastert, damit sie druckfähig sind, größte Unternehmen der Welt.) natürlich auch in den Druckerei- anschließend auf Folien zusam- Der Mac hatte einen 9”-Bilden. Anfang der 90er wurde auch men montiert. Diese Montagen schirm, 128-RAM-Speicher, eine wurden anschließend auf die Off- 40-MB-Festplatte und ein 31/2”das Internet populär. set-Druckplatten belichtet. Zoll-Disketten-Laufwerk. Im Ge„Senioren heute” Gedruckt wurde von Anfang an gensatz zu den Computern, die in Blei gegossen im Offset, Umschlag 5-farbig und damals auf dem Markt waren Die ersten Ausgaben wurden in der Inhalt einfarbig schwarz. Mit (Commodore, Atari, Schneider) der Druckerei Kassebeer in Nort­ der Broschurverarbeitung – Fal- hatte der Mac die „Seitenbeheim gedruckt. Karl-Heinz Hil- zen – Zusammentragen – Heften schreibungssprache”, teilte die ke (er korrigiert heute noch die – Schneiden – endete der Herstel- Seite nicht mehr in Zeichen ein, Textseiten der „Senioren heute”) lungsprozess und das Austragen sondern in Pixel. Es spielte keine machte den Maschinensatz und über Mitglieder des Vereins an die Rolle mehr, was dargestellt wird, ob Bild, Text oder Grafik. schuf damit Bleizeilen. Die Über- Seniorenhaushalte begann.

Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte. Achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen. Achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheit. Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter. Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal. Quelle: Die englische Fassung nach Charls Reade geht auf ein chinesisches Sprichwort zurück 

SENIOREN heute

3/2015

40 Jahre Zeitschrift „Senioren heute”

weil wir den Text am Bildschirm komplett in fertigen Seiten gestalten konnten. Also setzte sich Herr Hasenkrüger zu den beiden – damals hießen sie noch Schriftsetzer – Karl-Heinz Hilke und Wolfram Modernste Technik für qualitativ hochwertige Marx an den BildDruckprodukte. schirm und umbraMit diesem System begann statt chen die Seiten. der im vorhergehenden Fotosatz Nur die Rechenleistung der Macs Zusammenbelichtung von Buch- reichte nicht aus, auch die Bilder staben die Seitenbeschreibungs- gleich mit zu bearbeiten, die erst sprache. Die Schrift wird nicht einmal weiter mit der Reprokamehr als Buchstabe belichtet. mera aufgenommen und später Die Seite besteht nur noch aus in der Filmmontage zusammenschwarzen oder weißen Pixeln, geführt wurden. Aber das war egal, ob es Text, Bild oder Grafik nur eine Frage der Zeit. Die Rechner wurden immer leistungsfähiist. Alles wird digitalisiert. Aber Gestaltung an einem 9- ger und die Bildbearbeitung, ob Zoll-Bildschirm? Da musste ein Schwarzweiß oder Farbe, war großer Bildschirm angeschlossen dann auch kein Problem mehr. werden. Wir hatten zwei Rechner. Also konnten wir ganze Filme beAlso mussten zwei 20”-Schwarz- lichten, entwickeln und dann daweiß-Bildschirme (Farbe gab es mit Offsetplatten belichten. noch nicht) dazu angeschafft Die Entwicklung werden. Einer kostete damals ca. macht nicht Halt 12.000 DM. Heute bekommt man 2006 steigt Dennis Heimert, als einen 23-Zoll-Bildschirm in Farbe Auszubildender in der Firma anund höherer Auflösung für unter gefangen und inzwischen Indus200 Euro. triemeister Druck, in die Firma ein Die kleine Rückschau zeigt kurz und übernimmt sie später ganz. die Anfänge auf, die wir inzwischen schon fast vergessen Mit diesem Generationswechhaben, weil uns heute Laptop, sel schreitet die Modernisierung Smartphone, Mac, Windows, Microsoft bei Leistungen im Mega- und Giga-Bereich selbstverständlich sind. Text-, Bild- und Grafikbearbeitung in Farbe sind heute Standard.

Aber wie begann die Arbeit mit Rolf Hasenkrüger? Die Mühe, Textfahnen herzustellen, hielten wir für zu umständlich,

Volautomatisch wird zusammengetragen, gefalzt und geheftet.

Die Druckbogen stehen bereit für den Sammelhefter.

weiter fort. Die erste VierfarbMaschine wird angeschafft. Aber auch in der Druckvorstufe wird eine neue Zeit eingeläutet. Während schon längst im Satzbereich die neuesten Macs im Einsatz sind, verschwindet der Film ganz aus der Produktion. Vom Rechner aus wird direkt auf die Druckplatte passgenau belichtet.

Die „Senioren heute” erschien von Anfang an mit einem hochwertigen farbigen Umschlag, der Innenteil blieb Schwarz-Weiß. Durch die technische Entwicklung und Investition wurde es nun 2006 auch technisch und kostenmäßig möglich, den Innenteil in Farbe zu drucken.

Und wie geht es weiter im Druck? In der Vierfarb-Druckmaschine werden die Druckplatten inzwischen automatisch eingezogen, der Passer der Farben und auch die Farbmengen werden am Steu(Forts. auf der nächsten Seite)



40 Jahre Zeitschrift „Senioren heute”

3/2015

Der Junge, dem ein Arm fehlte Es war einmal ein Junge. Er war mit nur einem Arm auf die Welt gekommen, der linke fehlte ihm. Nun war es so, dass sich der Junge für den Kampfsport interessierte. Er bat seine Eltern so lange darum, Unterricht in Judo nehmen zu können, bis sie nachFortsetzung von Seite 7 erpult eingestellt und überwacht. Die Zonenschrauben, mit denen vorher manuell die Farbmengen eingestellt wurden, gibt es nicht mehr. So entstand auch diese Ausgabe in der Druckerei „Heimert Print GmbH”, die wie bisher pünktlich um 8.00 Uhr in der „Alten Wache” zum weiteren Vertrieb angeliefert wurde.

Umweltbewusste nachhaltige Druckfertigung Einige renommierte Kunden der Druckerei legen Wert auf nachhaltige Produktion, so unter anderem auch der Verein „Senioren heute e.V.”, von dem Erhard Neuhaus, der seit 2012 als Nachfolger von Rolf Hasenkrüger für diese Zeitschrift redaktionell verantwortlich zeichnet, diesen Wunsch äußerte. Dennis Heimert, Industriemeister Druck und Geschäftsführer, versichert, dass er größten Wert auf das Thema Umweltschutz legt. Deshalb setzte er auf ressourcenschonende Produktionsverfahren, bewusste Papierwahl und umweltfreundliche Druckfarben. Seit 2007 werden sämtliche Druckplatten 100% chemiefrei angewendet. Durch optimierte Produktionsabläufe wird die Makulatur und der Papierabfall minimiert. Karl-Hermann Rotte



SENIOREN heute

Der Meister aber bestand auf dem Kampf. Im Moment einer Unachtsamkeit seines Gegners gelang es dem Jungen, seinen einzigen Griff anzuwenden – und mit diesem gewann er zum Erstaunen aller. Auf dem Heimweg sprachen der Meister und der Junge über den Kampf. Der Junge fragte: „Wie war es möglich, dass ich mit nur einem einzigen Griff das Turnier gewinnen konnte?”.

gaben, obwohl sie wenig Sinn daran sahen, dass er mit seiner Behinderung diesen Sport wählte. Der Meister, bei dem der Junge lernte, brachte ihm einen einzigen Griff bei und den sollte der Junge wieder und wieder trainieren. Nach einigen Wochen fragte der Junge: „Sag, Meister, sollte ich nicht mehrere Griffe lernen?”. Sein Lehrer antwortete: „Das ist der einzige Griff, denn du beherrschen Bald nun ist Weihnachtszeit, fröhliche Zeit; musst.” Nun ist der Weihnachtsmann gar nimmer weit! Obwohl der Junge die AntHorch nur, der Alte klopft draußen ans Tor! wort nicht verMit seinem Schimmelchen steht er davor. stand, fügte er sich und traiLeg ich dem Schimmelchen Heu vor das Haus, nierte weiter. Packt gleich der Ruprecht den großen Sack aus. Irgendwann kam das ersPfeffernüss, Äpfelchen, Mandeln, Korinth, te Turnier, an dem der JunAlles das bringt er dem artigen Kind. ge teilnahm. Und zu seiner Karola Wilke Verblüffung gewann er die ersten Kämpfe „Das hat zwei Gründe: Der Griff, mühelos. Mit den Runden stei- den du beherrschst, ist einer der gerte sich auch die Fähigkeit sei- schwierigsten und besten Griffe ner Gegner, aber er schaffte es im Judo. Darüber hinaus kann bis zum Finale. man sich gegen ihn nur verteiDort stand er einem Jungen ge- digen, indem man den linken genüber, der sehr viel größer, äl- Arm des Gegners zu fassen beter und kräftiger war als er. Auch kommt.” hatte der viel mehr Erfahrungen. Und da wurde dem Jungen klar, Einige regten an, diesen unglei- dass seine größte Schwäche chen Kampf abzusagen – und auch seine größte Stärke war. auch der Junge zweifelte einen Verfasser/Autor: unbekannt – geMoment, dass er eine Chance funden auf www.lichtkreis.de. haben würde. E.N.

Bald nun ist Weihnachtszeit

SENIOREN heute

Natur und Umwelt

3/2015

„Beliebte Königin der Liebe” – Baum des Jahres 2016 Pflanzenporträt Winterlinde „Zur Linde” – in fast jedem Ort gibt es ein Gasthaus, das auf des Deutschen Lieblingsbaum hinweist. Diese innige Beziehung reicht bis zu den Germanen zurück, denen die Linde der Liebesgöttin Freya heilig war. Diese Gottheit galt als Sinnbild der Fruchtbarkeit, Güte, Mütterlichkeit, Herzlichkeit und des immerwährenden Lebens.

den köstlichen Lindenblütenhonig. Bei Grippe und Erkältungen stehen Lindenblüten seit dem Mittelalter als Schweiß treibendes und Schlaf förderndes Mittel hoch im Kurs. Für den Tee benötigt man ein bis zwei Gramm getrocknete Blüten auf 100 ml Wasser. Davon trinkt man zwei bis drei Tassen am Tag.

Jedes Dorf besaß als Mittelpunkt eine Linde. Unter den mächtigen Bäumen wurden Versammlungen abgehalten, Trauungen vorgenommen und überhaupt Feste jeder Art gefeiert. Weniger fröhlich ging es vermutlich unter den Gerichtslinden zu, denn dort wurde Recht gesprochen.

Die Blüten werden in dünnen Schichten an einem schattigen, luftigen Ort getrocknet und in Gefäßen aus Glas oder Porzellan luftdicht aufbewahrt.

Hoflinden standen früher auf jedem bäuerlichen Grundstück. Sie gehörten einfach dazu wie die Miste und der Hahn. In ihrem Schatten wuchsen die Kinder heran, ruhte man sich nach einem langen Arbeitstag aus. Die Menschen wussten seit jeher, was sie von der Linde hatten. Fällt man sie, treibt sie aus dem Stock kräftig aus und liefert nach einigen Jahren gutes Brennholz. Meisterwerke der Holzschnitzkunst, z. B. von Tilmann Riemenschneider, wurden aus dem hellen, gleichmäßigen Holz der Linde gefertigt. Das nordgermanische Wort „linda” bedeutet „Binde” und verweist auf die vielseitige Verwendung des Lindenbasts zu Bindearbeiten. Doch auch die Blüten haben es in sich: Mit ihrem süßen Duft versetzen sie nicht nur uns Menschen in sommerliche Stimmung, sondern locken zahlreiche Insekten an. Fleißige Bienen bescheren uns

Ob man die Blüten der Sommerlinde (Tilia platyphyllus) oder die der Winterlinde (Tilia cordata) sammelt, ist eine Frage der Zeit: Die Sommerlinde blüht bereits Mitte bis Ende Juni, die Winterlinde trägt ab Anfang Juli ihre Blüten. In ihrer Wirksamkeit unterscheiden sie sich nicht. Bleiben noch die Lindenblätter. Eines davon ist durch die Nibelungensage berühmt geworden. Es fiel Siegfried auf den Rücken, als er in Drachenblut badete und dadurch unverwundbar werden sollte. So besaß der Held eine verwundbare Stelle mit den für ihn bekanntlich fatalen Folgen. Auf der Unterseite der Lindenblätter finden sich in den Winkeln größerer Adern Haarbüschel, die mit der Blattfläche je einen Hohlraum bilden. Er wird von kleinen Milben bewohnt. Wenn es dunkel wird, kommen die Tierchen aus diesen „Milbenhäuschen” hervor und ernähren sich von den Stoffen, die als Staub an den Blättern haften. Winterlinden erweisen sich als recht robust gegenüber Autoabga-

sen und Streusalz. Darum werden sie häufig als Straßenbegleitgrün eingesetzt, nicht immer zur Freude der Autofahrer, die ihren darunter geparkten Wagen in der Sommerzeit von einer klebrigen Schicht besprenkelt vorfinden. Sie stammt von Blattläusen, die die Leitungsbahnen der Pflanze anzapfen und kleine zuckerhaltige Tröpfchen ausscheiden, den so genannten „Honigtau”. 15 Jahre nach der Sommerlinde wird nunmehr der Winterlinde eine besondere Ehre zuteil: Sie ist der Baum des Jahres 2016. Das Kuratorium „Baum des Jahres” bezeichnet sie als „beliebte Königin der Liebe” und verbindet mit der Wahl die Hoffnung, dass nicht nur im nächsten Jahr mehr Winterlinden gepflanzt, geschützt und beachtet werden. Bei einem so beliebten Baum dürfte das leicht fallen! Ingrid Müller Kreisnaturschutzbeauftragte des Landkreises Northeim



Lesen – Lesen – Lesen

3/2015

SENIOREN heute

Sechs Fragen zu Otto von Bismarck

Zum 200. Geburtstag des Reichsgründers und -kanzlers

Woher stammt Bismarck, und was macht er bis 1862? Am 1. April 1815 wird Otto Eduard Leopold von Bismarck-Schönhausen als viertes von sechs Kindern des Grundbesitzers Ferdinand von Bismarck und seiner Frau Wilhelmine Luise, geb. Mencken, in Schönhausen (Altmark) geboren. Die Bismarcks gehören seit 500 Jahren zum Landadel. Gut und Dorf Schönhausen sind seit 250 Jahren im Familienbesitz. Bismarck besucht Schulen in Berlin und studiert nach dem Abitur Jura an den Universitäten Göttingen und Berlin. Später arbeitet er als Gerichts- und Regierungsreferendar in Berlin, Aachen und Potsdam und bewirtschaftet nach dem Tode der Eltern ab 1846 das Gut Schönhausen. Im Jahr darauf heiratet er Johanna von Puttkamer. Aus der Ehe gehen drei Kinder hervor: Marie, spätere Gräfin von Rantzau, Herbert, künftiger Staatssekretär des Äußeren und Mitglied des Reichstages, und Wilhelm („Bill”), Regierungs- und Oberpräsident in Hannover und von Ostpreußen. 1847 wendet sich Bismarck der Politik zu. Er wird als Nachrücker Abgeordneter im Vereinigten Preußischen Landtag und bringt bereits feste politische Vorstellungen mit: Durchsetzung und erneute Erweiterung der monarchischen Herrschaft, Kampf gegen revolutionäre Veränderungen, liberale Prinzipien und demokratische Verfassungsziele und für Preußen Festigung und Ausdehnung der Macht und Geltung in Deutschland und Europa. Während der März-Revolution 1848 rät er zur gewaltsamen Unterdrückung der Bewegung. Der konservative König Friedrich Wilhelm IV. sympathisiert zwar mit diesen Vorstellungen, wählt aber lieber den gewaltlosen Weg der Auseinandersetzung und notiert zu dem Abgeordneten aus Schönhausen: „Nur zu gebrauchen, wenn das Bajonett schrankenlos waltet”. Ab 1851 wechselt Bismarck in den diplomatischen Dienst, zuerst als preußischer Gesandter beim Deutschen Bundestag in Frankfurt, dann in St. Petersburg und in Paris. Ein bisschen Privates: 1862 hat er eine Liebesaffäre in Biarritz mit der Fürstin Katharina Orlewa, der Ehefrau des russischen Kollegen in Belgien. Johanna nimmt diese, nach allem, was man weiß, letzte private Kurz-

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Otto und Johanna von Bismarck 1851. In „Geo-Epoche” Nr. 52 Hamburg 2011 (Gruner & Jahr), S. 42.

Eskapade ihres „Ottochen” mit vornehmer Gelassenheit hin.

Wie konstruiert der preußische Junker das neue Deutschland? Als 1862 König Wilhelm I., Bruder und Nachfolger Friedrich Wilhelms IV., eine Heeresreform beginnen will, die ihm die Mehrheit des Abgeordnetenhauses, der Zweiten Kammer des Preußischen Landtages, aber nicht genehmigt, erinnert er sich der Aussprüche Otto von Bismarcks und beruft ihn zum Preußischen Ministerpräsidenten. Der neue Kabinettschef ermöglicht die Pläne des Königs und regiert bis 1866 einfach mit ungenehmigten Finanzhaushalten, aus denen auch die strittige Reform bezahlt wird. Vor der Budgetkommission macht er deutlich, warum er so handelt: „Nicht durch Reden und Majoritätsbeschlüsse werden die großen Fragen der Zeit entschieden — das ist der große Fehler von 1848 und 1849 gewesen —, sondern durch Eisen und Blut!” Bismarck hält dafür, dass Preußen als Großmacht nur weiter bestehen kann, wenn es die Führung im Deutschen Bund oder — besser noch — in einem nationalstaatlich geeinten Deutschland bekommt. Dazu muss Österreich-Ungarn aus seiner Hegemonie im Bund verdrängt werden — notfalls auch mit kriegerischen Mitteln. 1864 führen und gewinnen die beiden Konkurrenzmächte im Auftrag des Bundes den Krieg gegen Dänemark, das sich das deutsche Herzogtum Schleswig aneignen will, und geraten anschließend in eine Situation ständig wachsender Gegensätze, die 1866 schließlich zum Krieg führen, in dem Preußen den Sieg davon­ trägt. Es erreicht die Auflösung des

Deutschen Bundes, annektiert das Königreich Hannover, Kurhessen, Nassau und die Freie Stadt Frankfurt, die auf der Seite Österreichs gekämpft haben, und veranlasst 1867 die Bildung eines Norddeutschen Bundes unter seiner Führung. Bismarck, der im Mai 1866 ein Pistolenattentat unverletzt überstanden hat, sieht sich durchaus als den eigentlichen politischen und militärischen Rundum-Sieger des ganzen Geschehens und wird von seinem König auch entsprechend belohnt: Schon 1865 hat er den Grafentitel bekommen, und jetzt folgt noch eine Dotation in Höhe von 400 000 Talern, für die er das Rittergut Varzin in Pommern erwirbt. Der Norddeutsche Bund besteht aus 22 Staaten. Der König von Preußen hat das Amt des Bundespräsidenten inne und ist damit Staatsoberhaupt. Er allein ernennt den Bundeskanzler, der natürlich Bismarck heißt, vertritt den Bund völkerrechtlich, übt die Kommandogewalt über das Bundesheer aus, kann über Krieg und Frieden optieren, überprüft die parlamentarisch diskutierten und beschlossenen Gesetze und entscheidet, ob sie in Kraft gesetzt werden. Der Bundesrat, in dem die Bundesstaaten vertreten sind, und das Parlament, schon mal „Reichstag” genannt, das aus allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wah­ len hervorgeht, haben das Recht der Gesetzesberatung und der Dekretierung, der Haushaltbewilligung sowie der Diskussion der politischen Lage mit entsprechenden Beschlussfassungen, allerdings eben ohne direkte verfassungsrechtliche Folgen. Mit den süddeutschen Staaten, die sich bisher aus Rücksicht auf Österreich und Frankreich von den norddeutschen Entwicklungen ferngehalten haben, kommt es erstmal zur Wirtschafts- und Zollunion. Das alles bleibt nicht ohne Wirkungen auf die europäische Nachbarschaft. Frankreich sieht sich durch die neue aktive Großmacht nebenan schon ziemlich unter Druck gesetzt. Das verstärkt sich noch, als 1870 dem Erbprinzen von Hohenzollern-Sigmaringen, aus der süddeutschen Verwandtschaft des preußischen Herrscherhauses, die spanische Königskrone angeboten wird. Der französische Kaiser Napoleon III., der sein Land schon deutsch eingekreist sieht, protestiert heftig und

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18. Januar 1871 im Spiegelsaal zu Versailles. In „Geo-Epoche” Nr. 52, Hamburg 2011 (Gruner & Jahr), S. 88.

verlangt, obwohl der Prinz die Kandidatur inzwischen zurückgezogen hat, von Wilhelm I. eine generelle Garantie, dass so etwas künftig nie wieder eintreten wird. Darüber führt der französische Botschafter Benedetti ein Gespräch mit dem König auf der Kurpromenade in Bad Ems, der eine solche Zukunftsverpflichtung (auch unter Hinweis auf sein Alter) höflich aber bestimmt als unzumutbar ablehnt und Bismarck per Depesche von dem Vorfall berichtet. Und dem kommt so ein Event gerade recht. Er will‘s nun endlich wissen, auch wenn es möglicherweise mal wieder den Frieden kosten sollte. Dass Österreich sich im Kriegsfall heraushalten wird, ist für Bismarck sicher. Dafür wird schon das Zarenreich sorgen, mit dem augenblicklich ein gutes Verhältnis besteht. Aus der harmlosen „Emser Depesche” wird vom Kanzler eine aggressive Pressenachricht gemacht, die auch prompt am 19. Juli 1870 die Kriegserklärung Frankreichs an Preußen und damit den Norddeutschen Bund zur Folge hat. Frankreich verliert den Krieg. Napoleon gerät bei Sedan in Gefangenschaft, wird in Kassel interniert („Ab nach Kassel!”), und sein Land erklärt sich endgültig zur Republik. Im Frieden zu Frankfurt muss es ElsassLoth­ringen abtreten und fünf Milliarden Francs Kriegsentschädigung zahlen. Bismarck nutzt die patriotisch-nationale Begeisterung in Deutschland, um jetzt den lange angepeilten deut-

schen Nationalstaat zu schaffen, dem sich nun auch die süddeutschen Staaten anschließen wollen. Am 18. Januar 1871 ist er am Ziel. Im Spiegelsaal des Schlosses von Versailles, das noch unter deutscher Besatzung steht, wird das Deutsche Reich proklamiert und unter anderem die „Zivilehe” eingeführt und Wilhelm I. zu seinem ersten Kaiser ausgerufen. Der erlebt das Ganze in diesem Augenblick eher melancholisch und vielleicht sogar ein wenig ahnungsvoll. Am Abend vorher soll er unter Tränen geäußert haben: „Morgen tragen wir das alte Preußen zu Grabe!” Der erfolgreiche Reichskonstrukteur bekommt natürlich trotzdem seine Belohnung, wird in den erblichen Fürstenstand erhoben und erhält den Sachsenwald mit Friedrichsruh im Herzogtum Lauenburg übereignet. Hier verbringt er ab jetzt, wenn er nicht gerade in Berlin unabkömmlich ist, die meiste Zeit. Die Verfassung des neuen Deutschen Reiches entspricht im Wesentlichen der des Norddeutschen Bundes. Bismarck wird der erste Reichskanzler. Innenpolitisch geht es ihm — entsprechend seiner unveränderten Grundauffassung über die politische Machtverteilung — darum, die Parteien im Reichstag entweder auf seine Linie zu verpflichten oder ihre Wirkungsmöglichkeiten auf Null zu bringen. Für seine Politik stimmen meist die Konservativen und die Nationalliberalen, nicht dafür in der Regel die liberale Deutsche

Fortschrittspartei, die katholische Zentrumspartei, gegen die er den jahrelangen „Kulturkampf” führt, sowie die Sozialisten, die er mit dem „Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie” und mit der Erfindung des Sozialstaates bekämpft, dem kaiserlichen Versprechen nämlich, dass sich das Reich künftig, und zwar gesetzlich fixiert, um das Wohl der arbeitenden Klassen kümmern wird. In diesen Auseinandersetzungen sind Bismarck im übrigen alle Mittel recht. So macht er Zentrums­anhänger für das Attentat auf ihn selbst 1874 in Kissingen und die Sozialisten für die beiden Anschläge gegen Wilhelm 1878 verantwortlich, von denen der zweite den Kaiser schwer verletzt hat. Wichtiger noch als die Machtspiele im Inneren ist für Bismarck aber die Außenpolitik. Um das zu erwartende Revanchebestreben Frankreichs schon im Vorfeld abzuwehren, versucht er, das Deutsche Reich, das sich für „saturiert” erklärt, durch Ausgleich und Mäßigung der europaweiten Spannungen und durch Defensivbündnisse zu sichern. Dabei wird Frankreich konsequent isoliert und von antideutschen Bündnissen abgehalten. Von 1872 an verbindet der Kanzler vor allem Deutschland, Österreich, Russland, Italien, die Türkei und teilweise England durch eine Serie von Abkommen so

Kaiser Wilhelm I. und Bismarck im Gespräch. In „Stern” Nr. 13/2015, S. 67.

kunstvoll miteinander, dass ohne Beteiligung Deutschlands für lange Zeit in Europa keine Machtverschiebung möglich ist. Damit werden die gro­ßen Euro-Probleme, z.B. auf dem Balkan, im Mittelmeerraum und in der Kolonialpolitik zwar nicht in den Hintergrund gedrängt oder gar gelöst, aber für das Reich doch etwas aus der Gefahrenzone gedrängt. Alles ist weiterhin im Fluss, und dem Kanzler ist es nach 1880 gar nicht recht, dass ihn seine gesundheit-

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lichen Probleme gerade jetzt aus dem Kanzlerpalais nach Friedrichsruh verbannen. Kaiser Wilhelm I. ist so eine Pause im Augenblick ganz angenehm. Mehrmals hat er schon hinter vorgehaltener Hand geäußert: „Was glaubt ihr denn, wie schwer das ist, unter einem solchen Kanzler Kaiser zu sein!”

Welche Folgen hat ein solcher Lebensweg für den Eisernen Otto? Die physische und psychische Belastung Bismarcks durch seine exponierte politische Tätigkeit und Verantwortung ist enorm. Der „Eiserne Kanzler”, als den er sich gern abbilden und beschreiben lässt, ist in Wirklichkeit ein körperlich und seelisch hoch empfindsamer und chronisch gefährdeter Mensch. Seine Frau Johanna kennt ihn so genau wie niemand sonst und ist in steter Sorge um ihn. Bismarcks „Therapie” gegen die immer zahlreicheren dienstlichen Überlastungen, „Pessimismusanfälle” und Polit-Probleme: Hemmungslose Völlerei (schon zum Frühstück Hummer, „Bismarck-Heringe”, Gänsebrust, Sprotten, Rauchfleisch, Hasenbraten, Eierkuchen, dazu Kaffee, Kakao, flaschenweise Wein, Sekt, Starkbier, Cognac und Korn). Die Folgen: der 1,90 m große Kanzler ist stark übergewichtig, er leidet unter chronischer Schlaflosigkeit, Nerven- und Gesichtsschmerzen mit Migräne, massiven rheumatischen und Ischiasbeschwerden, Fettsucht, Kreislaufproblemen mit Atemnot, Gürtelrose und rezidivierenden gastrischen Störungen. Dagegen nimmt er immer höhere Dosen Morphium ein, die abhängig machen und nicht wirklich helfen. 1880 wird der Professor für Innere Medizin an der Universität Berlin, Dr. Frerichs, konsultiert, der bei dem Patienten Magen- und Leberkrebs vermutet und ihm noch maximal zwölf Monate Lebenserwartung zugesteht. In dieser bedrohlichen Situation bringt Fürstin Johanna den bay­ erischen Arzt Dr. Ernst Schweninger ins Spiel, der vor kurzem den 28jährigen Bismarck-Sohn Wilhelm („Bill”) wegen ähnlicher Beschwerden erfolgreich behandelt hat und der jetzt zu dessen Vater nach Varzin eingeladen wird. Der Reichskanzler, der es nicht gewohnt ist, irgendwelche Autoritäten über sich zu dulden, mag die eindringlichen diagnostischen Erhebungen des Doktors gar nicht und verbittet sich schroff die vielen Fragen persönlichster Art. Der ant-

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Professor Schweninger in Friedrichsruh. Originalzeichnung von E. Limmer. In Reihe „Deutsche Geschichte” 1/1999, Berg 3 (Türmer-Verlag), S. 49.

wortet lakonisch: „Wenn Sie einen Arzt haben wollen, der keine Fragen stellt, konsultieren Sie besser einen Viehdoktor!” Langsam beginnt Bismarck die Gradlinigkeit Schweningers zu schätzen und gewöhnt sich an sie. Der 35-Jährige wird als Leibarzt engagiert, zum Professor ernannt und Direktor der Berliner Universitäts-Hautklinik, später des neuen Krankenhauses Groß-Lichterfelde. Seine diagnostischen und therapeutischen Heilverfahren stammen vor allem aus der Naturheilkunde. Die Krebsdiagnose der Schulmediziner — Schweninger nennt sie „Schablonenärzte” — lehnt er rundheraus ab. Bismarcks Krankheitserscheinungen behandelt er diätetisch mit strengen Essensvorschriften, verbunden mit einer präzisen Bewegungstherapie, Schlaftraining und Entzug des Morphium und anderer nebenwirkungsreicher Arzneien. Bismarck macht eine schwere Zeit durch und versucht auch, sich gelegentlich dem therapeutischen System zu ent-

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ziehen. Einmal bringt er seine Frau dazu, sich mit einem Frühstück der alten Art nachts über den Flur in sein Zimmer zu schleichen. Schweninger erwischt sie jedoch, entreißt ihr das Tablett und schleudert es samt allem, was darauf ist, durchs Fenster auf den Hof. Ein zweiter Versuch, die Therapie zu umgehen, endet nicht so harmlos. Bismarck trinkt vier Gläser Buttermilch mit reichlich Cognac darin, erkrankt an Gelbsucht mit Gallenkoliken und muss nach der Akutbehandlung Kuren in Bad Kissingen und Bad Gastein wahrnehmen. Nach insgesamt zehn Monaten zeigen sich dann doch deutliche Therapieerfolge. Er kann seine Amtsgeschäfte wieder in vollem Umfang aufnehmen, allerdings mit Vorsicht und unter Schwenningers strenger ärztlicher Aufsicht, dessen Kontrollautorität inzwischen voll akzeptiert wird. „Ohne Schwenninger kann ich nicht gesund bleiben und das erledigen, was in Deutschland noch getan werden muss”, sagt der Kanzler jedem, der ihn darauf anspricht, und fügt augenzwinkernd hinzu: „Wenn der bayerische Grobian mal wirklich wieder nach Süden auskneift, muss ich ihm folgen und — obwohl bekennender Preuße — nach München ziehen!” Lutz Städtler In der nächsten Ausgabe unserer Zeitschrift lesen Sie die folgenden drei Kapitel: • Wie verlaufen Bismarcks letzte Regierungsjahre? • Womit verbringt ein Kanzler a.D. seine Zeit? • Was bleibt vom Polit-Profi O.v.B.?

Ein Licht, das leuchten will  

Ein Licht, das leuchten will, muss sich verzehren. Trost, Licht und Wärme spendend, stirbt es still. Ein Licht, das leuchten will, kann nichts begehren, als dort zu stehen, wo‘s der Meister will. Ein Licht, das leuchten will, dem muss genügen, dass man das Licht nicht achtet, nur den Schein. Ein Licht, das leuchten will, muss sich drein fügen, für andre Kraft und für sich nichts zu sein. Ein Licht, das leuchten will, darf auch nicht fragen, ob‘s vielen leuchtet oder einem nur. Ein Licht, das leuchten will, muss Strahlen tragen, wo man es braucht, da lässt es seine Spur. Ein Licht, das leuchten will in Meisters Händen, es ist ja nichts, als nur ein Widerschein; des ew‘gen Lichtes Glanz darf es uns spenden, ein Licht, das leuchten will für Gott allein.

Hedwig von Redern

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Oksboel, an der Westküste Jütlands, Dänemark, 1945–1948

Eulalia

Meine erste Puppe hieß Eulalia. Eulalia Semmelkloß. Ich kann mich nicht erinnern, wie sie zu diesem skurrilen Namen kam, vielleicht haben sich die Erwachsenen bei der Namenssuche einen Spaß mit mir gemacht. Auch könnte ihr Äußeres die Assoziation Semmelkloß bewirkt haben. Wie dem auch sei, ich liebte meine Puppe sehr und verteidigte sie gegen jede Preisgabe der Lächerlichkeit. Eulalias weicher Körper bestand aus einem weißen Baumwollstrumpf, Arme und Beine waren mit einem Faden abgebunden und so wie der Leib mit Wollresten gefüllt. Das machte Eulalia warm und kuschelig. Genau genommen war meine Puppe dänische Staatsbürgerin. Von Ostpreußen aus waren wir im März 1945 nach Dänemark geflüchtet. Mit einem Schiff über die Ostsee. Wir wurden einem Lager in der Nähe der Stadt Oksboel, unweit der dänischen Westküste, zugeteilt. Eine junge Lehrerin, die mit uns und vielen anderen Flüchtlingen in einer Baracke lebte, hatte Eulalia für mich genäht, zum Trost, als ich einmal sehr krank war. Damals war ich drei Jahre alt. Eulalia hatte wunderbare Augen, aus blauem Perlgarn gestickt, und einen knallroten lachenden Mund. Ihr fröhliches Gesicht sollte mich aufheitern. Aber die grobe Sticknadel hatte Löcher gestochen, daraus wurden Laufmaschen, die aussahen wie Tränen. Tränen liefen aus Eulalias wunderbaren blauen Perlaugen bis hinunter zu dem roten Mund. Also lächelte sie ständig unter Tränen und entsprach so meiner kindlichen Gemütsverfassung. Einerseits war ich glücklich, mit meiner Familie einer mir unerklärlichen Bedrohung, die den Namen Krieg hatte, entkommen zu sein. Andererseits war das Leben in dem Lager für ein Kind mit neuen Ängsten verbunden. Mutter und Großmutter waren oft fort, mussten in der Wäscherei, der Krankenstation, der Küche helfen. Wir Kinder waren strengen Ordnungen unterworfen, standen gehorsam und diszipliniert Schlange beim morgendlichen Waschen, beim Essen holen, beim Entlau-

sen oder der unausweichlichen Zuteilung des täglichen Löffel Lebertrans, der schrecklich ölig im Hals würgte und nach altem Fisch schmeckte. Nur das Zuhalten der Nase half ein wenig, diese Prozedur zu überstehen. Abends auf der Strohmatratze auf dem kalten Fußboden der muffigen Baracke hielt ich meine Eulalia fest an mich gedrückt und erzählte ihr, was mich beschäftigte. Von den Männern in den Uniformen, mit den schwarzen Stiefeln, vor denen ich mich schrecklich fürchtete. Von dem Stacheldraht, an dem die kleinen Ausflüge mit meinen Geschwistern endeten, und von meinen Träumen, einmal die Welt dahinter zu sehen. Aber niemand durfte hinaus aus diesem Lager. Meine Mutter sagte, die Leute auf der anderen Seite des Zaunes hätten Angst vor uns. Meine übergroße Liebe, meine zärtlich drückenden Hände, ließen Eulalias weißen Körper grau und grauer werden. Die nette Lehrerin versuchte, sie vorsichtig mit etwas Kernseife zu waschen. Aber das mochte Eulalia überhaupt nicht, was ich sehr gut verstand. Ihr flachsblondes Wollhaar verfilzte und musste zu einem Bubikopf geschnitten werden. Ein neues Kleid aus einem gepunkteten Stoffrest machte diesen kleinen äußerlichen Mangel wieder wett. Die Sommer im Lager waren

schön. Zwischen den Baracken liefen weiße Sandwege, auf denen wir Kinder bis hin zu den kleinen Hügeln mit Strandhafer und dunklen Kiefern barfuß laufen konnten. Dort sammelten wir Zapfen und Kleinholz zum Heizen des Barackenofens im Winter. Im September blühte die Heide. Bäuchlings lagen wir Kinder auf diesem dunkelroten duftenden Teppich und beobachteten Käfer und Hummeln. Eulalia war immer dabei. Doch die Heide verblühte viel zu schnell, und der Winter kam. Für uns Kinder war das eine dunkle, traurige Zeit. Über zwanzig Personen lebten eng nebeneinander in den Baracken. Oft kam es zwischen den Erwachsenen zu lauten Streitereien. Wir Kinder wurden immer wieder ermahnt, leise zu sein, aus Rücksicht auf die Alten und Kranken. Aber das Schlimmste war die Kälte. Für jede Baracke gab es nur einen Eimer Torf täglich. Meist lagen wir, mit allem Verfügbaren zugedeckt, auf der Strohmatratze. Die nette Lehrerin hatte mir das Häkeln beigebracht, und so war Eulalia im Besitz eines langen, warmen Schals aus bunten Wollresten. Wir waren beide sehr stolz darauf. Der Schal wurde zu warm, als der Frühling kam, und wieder ein Sommer. Die Zeit verging. Irgendwann kam Unruhe unter die Menschen, und dann sahen Eulalia und ich zu, wie die ersten Familien aus unserer Baracke ihre

Drei Puppenmuttis 1952. Links sitze ich mit meiner neuen Puppe Bärbel, einer echten Schildkrötpuppe. Zeitgut-Verlag/Privatbesitz des Verfassers.

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Lesen – Lesen – Lesen paar Habseligkeiten zusammenpackten. „Sie dürfen ausreisen”, sagte meine Mutter. „Wohin?” „Nach Deutschland.” „Und wir?” Ich bekam keine Antwort. In dieser Nacht versprach ich Eulalia, niemals ohne sie auszureisen. „Wir bleiben immer zusammen”, flüsterte ich in ihr Wollhaar. Als es dann im Oktober 1947 für uns so weit war, hielt ich dieses Versprechen. Eulalia fest an mich gedrückt, fuhr ich mit einem Zug nach Deutschland, wo immer das auch sein mochte. Ich hatte davon keine Vorstellung. Die Lehrerin hatte meiner Puppe zum Abschied ein neues Kleidchen genäht. Hellblau, passend zu ihren Augen. Auch waren die schlimmsten Laufmaschen gestopft, und so

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Als wir Räuber und Gendarm spielten Erinnerungen von Kindern an ihre Spiele 1930–1968. Band 29 | Reihe Zeitgut Geschichten und Berichte von Zeitzeugen. 256 Seiten, mit vielen Abbildungen, Ortsregister. Zeitgut Verlag, Berlin. Bestellen unter: Tel. 030 70 20 93 0 [email protected], www.zeitgut.de Broschur, ISBN: 3-86614-226-8, EURO 10,90

sah Eulalia doch recht manierlich aus, als wir über die Grenze in eine neue Heimat fuhren. Der Weihnachtsmann hat Eulalia übrigens am Heiligen Abend im Jahr darauf mitgenommen. Er hat mir dafür Bärbel gebracht. Sie war eine echte Schildkröt-Puppe mit sehr schönen Kleidern. Trotzdem dauerte es seine Zeit, bis ich mich ihr gegenüber auf meine Puppenmutterpflichten besann. Meine Eulalia werde ich nie vergessen. Eva Goslar

Der Gesang der Schranktür Hauptperson dieses Romans ist Elisabeth, eine junge Frau, die versucht, sich von dem zu lösen, was ihre frühe Kindheit geprägt hat: Die Traumatisierung ihrer Eltern durch den 2. Weltkrieg, die finanzielle Not der ersten Nachkriegsjahre, die Zwanghaftigkeit ihres Vaters, seine autoritäre Erziehung und seine Unfähigkeit, Liebe und Wärme zu zeigen. Auch die Enttäuschung ihrer Eltern über das Scheitern ihrer eigenen Jugendpläne, die ihnen durch den Krieg verwehrt wurden, steht nach wie vor im Raum. Elisabeth fühlt sich betrogen um eine unbefangene Kindheit und sieht sich als Opfer des Schicksals ihrer Eltern. Ängste und Schuldgefühle den Eltern gegenüber belasten sie und lassen sie früh reifen. Geborgenheit findet sie dagegen bei ihrer älteren Schwester, bei Großeltern und anderen Verwandten. Auf zwei Zeitebenen, zum einen während Elisabeths früher Kindheit in der beengten Dienstwohnung des Vaters und zum anderen während ihrer Studienzeit, werden Ereignisse, Erlebnisse und Gespräche geschildert, die Elisabeth einerseits geformt haben und andererseits zu ihrer Weiterentwicklung beitragen. In Gesprächen mit einem Psycho14

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logen, ihrer Schwester sowie Studienfreunden gelingt es ihr, die Schatten ihrer Kindheit hinter sich zu lassen und eine unbelastete Beziehung zu ihren Eltern zu gewinnen. Sie entdeckt für sich, dass bei dem, was sie lange Zeit als Last empfunden hatte, die ihre Eltern ihre aufgebürdet hatten, auch liebevolle Ermutigungen vorhanden waren. Mit Hilfe ihres Therapeuten gewinnt sie zunehmend mehr Verständnis für ihre Eltern und lernt, sich mit ihrer Kindheit auszusöhnen. Außerdem arbeitet sie sich in die Geschichte der deutschen Justiz

während des Dritten Reiches ein und empört sich darüber, dass viele Juristen der NS-Zeit auch nach dem Krieg wieder in öffentliche Positionen kommen konnten. Später entdeckt sie, dass die Beschäftigung mit diesem Thema für sie in erster Linie ihr Versuch ist, persönliche Erfahrungen aufzuarbeiten, und dass ihre Empörung im Grunde ihrem eigenen Schicksal gilt. Eine Rahmenhandlung zu Beginn und am Ende des Romans sowie zwischen den Kapiteln erzählt von einer lebensbedrohlichen Krankheit des Vaters, in deren Verlauf Elisabeth entdeckt, wie sehr sie an ihrem anfänglich so verhassten Vater hängt und dass sie sich eine gemeinsame Zukunft mit ihm erhofft. Zugleich entwirft der Roman ein zeitgeschichtliches Bild der Nachkriegsjahre bis in den Beginn der 50er-Jahre hinein. Der Titel „Der Gesang der Schranktür” nimmt die Fantasiewelt der kleinen Elisabeth auf, die das Quietschen einer Kleiderschranktür für sich als Gesang deutet, der unterschiedliche Stimmungen aufnehmen kann, je nachdem, wie sie selbst gerade die Atmosphäre in der Familie empfindet. Eine ausführliche Rezension des Buches findet sich unter www.literturmarkt.info (unter dem Stichwort Romane, Autorenspiegel). Eine kurze Buchbesprechung ist zu finden unter www.lesefreunde24.npage. de/allgemeine-literatur/historische Romane. Eine Lesung von Dorothea Speyer-Heise aus ihrem Buch ist zu sehen unter www. Deutsches-Literaturfernsehen.de. Ein Roman von Dorothea Speyer-Heise über eine Kindheit im Nachkriegsdeutschland, erschienen 2014 im August von-Goethe-Literaturverlag Frankfurt, ISBN 978-3-8372-1414-7

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Geistig fit

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Übungsschwerpunkt: Kombinationsfähigkeit, Ausdauer

Geheim-Schrift Entschlüsseln Sie die sechs Wörter in Geheimschrift und tragen Sie die richtigen Buchstaben über den Symbolen ein. Gleiche Zeichen sind gleiche Buchstaben.

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Wo stehen die Begriffe

NATUR - TORTE - ANTON - ASTER - TONNE -

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Lösung auf Seite 35

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Ende des Heftes

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Lösung

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Das sechste Wort finden Sie durch Kombinieren ganz bestimmt auch noch. Geben Sie nicht zu schnell auf und schauen Sie auf keinen Fall sofort nach der Lösung. Probieren Sie es lieber später nochmal. Übungen für die grauen Zellen

GEISTIG FIT Aufgabensammlung 2015 Seite 79 Um den Geist fit zu halten, genügt eine kurze tägliche Aktivierung. Die GEISTIG FIT Aufgabensammlung 2014 bietet eine Auswahl an geprüften Übungen zum gezielten Training der grundlegenden mentalen Funktionen. 160 Seiten abwechslungsreiche Übungen mit dem Gütesiegel der Gesellschaft für Gehirntraining e.V. Mehr Informationen zum Mentalen Aktivierungs-Training und zur Zeitschrift GEISTIG FIT unter www.gfg-online.de.

Friederike Sturm: GEISTIG FIT Aufgabensammlung 2014 160 Seiten; ISBN: 978-3-88562-115-7, 16,95 Euro, Vless Verlag 2013, 85552 Ebersberg www.gehirnjoggerzentrale.de 15

Gesundheit und Ernährung

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Hildegards Medizin für Menschen von heute In unserer Northeimer Zeitschrift für Senioren stellte die Autorin Elenore Dehnerdt in der Sommerausgabe 2/2015 Hildegard von Bingen vor, eine Meisterin der ganzheitlichen Medizin, deren überlieferten Erkenntnisse von vor mehr als 900 Jahren in ihrem ganzheitlichen Ansatz heute aktueller denn je sind. Die Hildegard-Forschung hat weltweite Bedeutung gewonnen. In Deutschland, eigentlich in ganz Europa, befassen sich viele Diplomarbeiten und Forschungsgruppen mit den Schriften und dem Wirken der Hildegard von Bingen. Neben Originalrezepten und Tipps zum Umgang mit Heilkräutern enthält das Buch auch viele Ratschläge. Heute beschreibt Elenore Dehnerdt aus dem Ratgeber der Hildegard das Thema „Alter”. Sh/EN

Das Alter beschließt den Lebenszyklus eines Menschen. Es ist die Zeit der Reife und Erkenntnis sowie eine große Herausforderung, mit nachlassenden Kräften gut umzugehen und nicht bitter zu werden. Nicht nur der Körper braucht teilweise Unterstützung und Entlastung, auch die Seele bedarf des Trostes. Spätestens wenn mehrere Generationen zusammenwohnen oder -arbeiten, gilt laut Hildegard: „Du hast viel Einsicht in dir, es wird aber auch viel Verständnis von dir verlangt werden.” Der Wert des Lebens erschließt sich einem nicht, indem man sich auf einem gewissen Alter ausruht oder es verherrlicht. Dazu sagt Hildegard: „Das wahre Leben wirkt nicht in seiner Jugendschönheit und erschöpft sich nicht im Alter.” Vielmehr sollten wir täglich neu Chancen erkennen und ergreifen.

Alterserscheinungen Erkennbar an nachlassender Sehkraft, lückenhaftem Erinnerungsvermögen und abnehmender Energie. Zunahme von Herz- und Kreislaufschwäche, Gelenk- und Knochenbeschwerden. Bei Frauen kommen häufig auch Unterleibssenkungen und Blasenschwäche hinzu. Ich gehe hier nicht auf die einzelnen Beschwerden ein, die immer einen Arzt erfordern. Vielmehr möchte ich auf die stärkenden Mittel hinweisen, die Hildegard zur Rekonvaleszenz empfiehlt. So regt Hildegard zu warmen Zypressenbädern an. Sie schreibt dazu: Wenn jemand krank ist oder sonst 16

wie am ganzen Körper von Kräften gekommen ist, der koche die Zweige der Zypresse samt den Nadeln in Wasser und bade mit dem Wasser und wenn er es oft macht, wird er geheilt werden und zu Kräften kommen. Der Zusatz zu einem Zypressenbad ist für alle, die keine Zypresse vor dem Haus stehen haben, in der Apotheke zu besorgen. Der Duft und die Heilkraft der Zypresse sind einzigartig. Einfacher und kostengünstiger ist es, an die Produkte der heimischen Kiefer zu kommen, die Hildegard besonders bei der Salbenherstellung preist. Wer sich an seine Großeltern erinnert, dem fallen bestimmt auch die Flaschen Latschenkieferbad und Franzbranntwein ein, die im Bad ihren festen Platz hatten. Hildegard beschreibt auch die Herstellung eines stärkenden Pulvers: Nimm eine gleiche Gewichtsmenge Aloe und Myrrhe und vom Kampfer etwas weniger als eines der beiden wiegt. Das lasse zusammen in einer Pfanne zerlaufen. Dann füge etwas Waldlattich hinzu und mache aus diesem Gemisch unter Zusatz von Feinmehl (Weizen oder Dinkel) Kekse und trockne sie über einem vom Feuer heiß gemachten Stein oder in der Sonne. Wenn sie trocken sind, zerreibe sie zu Pulver. Von diesem Pulver nimm oft nüchtern etwas in warmer Honigwürze ein. Wenn du gesund und kräftig bist, wirst du erstaunlicher Weise noch gesünder und kräftiger, und deine Kräfte werden auf diese Weise gefestigt. Und wenn du krank bist, richtet es dich auf wunderbare Weise auf und macht dich stark,

wie wenn die Sonne an einem Tag durchbricht. Dazu haben Dr. Hertzka und Dr. Strehlow ein Pulver/Rezept entwickelt, das man sich in der Apotheke kaufen oder mischen lassen kann: Pulvis Lactucae cp. (H) Pulvis Aloe verae 10 g Pulvis Myrrhae 10 g Pulvis Camphorae officinalis 7 g Herba Prenauthis purpurea L. 10 g ad Farina Speltae 100 g Es wird empfohlen, zweimal täglich vor den Mahlzeiten ein bis zwei Messerspitzen des Pulvers in warmem Fencheltee zu trinken. Es gibt auch eine ähnliche Mischung in Tropfenform in der Apotheke unter dem Namen „Bittergold” zu kaufen. Hildegard rät außerdem, sich bei Unsicherheiten im Gehen und im Alter einen Gehstock aus Kasta­ nienholz zu schnitzen. Es geht hier nicht um ein Fertigprodukt. Für Hildegard ist es nicht allein das Produkt, der Stock, der unterstützend wirkt, sondern ebenso seine Herstellung, die Bearbeitung des Holzes und die damit verbundene Auseinandersetzung mit dem Baum und den Lebenszyklen. Ich stelle mir vor, dass diese Tätigkeit zu einer seelischen Tiefe und zur Versöhnung mit dem Altern führen kann. Elenore Dehnerdt Dipl.-Sozialpädagogin, Autorin

Schachaufgabe Nr. 20: 8 7 6 5 4 3 2 1

A B C D E F G H Partie: Zimina – Schöne Mitropa-Cup, Olbia 2008 Weiß ist am Zug! Auflösung S. 35

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Interkultureller Kalender

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Die wichtigsten interkulturellen Feiertage (Fortsetzung)

In der Osterausgabe 2015 unserer Zeitschrift „Senioren heute” war auf den Seiten 16 und 17 der interkulturelle Jahreskalender 2015 abgedruckt. In der Ausgabe 2-2015 im August folgten die wichtigsten jährlichen Feiertage mit Hinweis auf die Bedeutung bestimmter Wochentage und die interkulturellen Feiertage entsprechend dem Kalenderlauf für die Monate August bis November 2015. In dieser Ausgabe folgen die Feiertage im Kalenderlauf von Dezember 2015 bis März 2016. In der Osterausgabe 2016 schließt sich dann der Jahreskreis mit der Auflistung der Feiertage für die Monate April bis Juli 2016. Diese Übersicht lässt sich dann für die folgenden Monate/Jahre leicht wieder aktualisieren. Kirchen, die sich nach *demOrthodoxe alten (julianischen) Kalender richten, feiern diese Feste 13 Tage später; in Deutschland betrifft dies im Wesentlichen die russische, georgische und die serbische Orthodoxe Kirche. Noch ein weiterer Hinweis: Die Feste der genannten Religionen richten sich nach dem Mondkalender (Judentum, Christentum, Islam, Alevitentum, Buddhismus) oder dem Sonnenkalender (Christentum, Bahá’í). Festund Feiertage beginnen in der Regel am Vorabend des jeweiligen Tages. Im Islam fangen die religiösen Feste nach dem Festgebet am Morgen an. Feiertage, die sich nach dem Mondkalender richten, können je nach regionaler Tradition geringfügig abweichen.

Interkulturelle Feiertage DEZEMBER 2015 06.12.2015/19.12.2015*: Heiliger Nikolaus – Katholisch/Orthodox An diesem Tag werden in Erinnerung an den Bischof Nikolaus von Myra (heutige Türkei) die Kinder beschenkt. Der „Nikolaus” besucht am Vorabend die Kinder und verteilt Süßigkeiten und Stutenkerle in die Stiefel und Schuhe. So feiert man einen Heiligen, der durch seine vielen überlieferten Wohltaten die unendliche Liebe Gottes für die Menschen erahnen lässt. Auch in der Orthodoxen Kirche ist der Heilige Nikolaus einer der hochverehrten Heiligen. 07.-14.12.2015 Chanuka (Lichterfest) – Jüdisch Als die Hellenisten Israel eroberten, den Tempel entweihten und somit die Ausübung des Tempeldienstes durch die Juden unmöglich machten, stand eine kleine Gruppe von Juden (Makkabäer) gegen die Unterdrücker

auf und besiegte sie schließlich im Jahre 165 vor der christlichen Zeitrechnung. Um die Heiligkeit des Tempels wieder herstellen zu können, bedurfte es eines speziellen Olivenöls, dessen Herstellung acht Tage dauert, um die Menora (den siebenarmigen Tempelleuchter) zu entzünden. Als man ein Kännchen Öl fand, das eigentlich nur für einen Tag gereicht hätte, geschah das Wunder, und es brannte acht Tage lang. In dieser Zeit konnte neues koscheres Olivenöl gewonnen werden. Bis heute zündet man daher beginnend am 25. Kislew acht Tage lang die Chanuka an. Dieser Leuchter hat insgesamt neun Flammen. Jeden Tag wird eine Kerze mehr angezündet, bis am achten Tag alle Kerzen brennen. Die neunte Kerze ist der so genannte Schamasch – der Diener, der die acht Flammen entzündet. 22.12.2015 Geburtstag des Propheten Mohammad (Fsmi) (Mevlid) – Islamisch (Siehe weitere Erläuterungen 02.01.2015) 24.12.2015 Heiligabend – Evangelisch/Katholisch Am Vorabend von Weihnachten brennen die Kerzen des Weihnachtsbaumes zum ersten Mal. In den Familien und unter Freunden werden Geschenke verteilt und Armen und Bedürftigen wird gespendet. Die meisten Christen besuchen den Gottesdienst an diesem Abend, in dem sie feiern, dass Gott Mensch wurde. So erhalten nach christlicher Überzeugung auch die Menschen Anteil an Gott.

25./26.12.2015/07.01.2016* Weihnachten (1. Weihnachtstag und 2. Weihnachtstag) – Evangelisch/Katholisch/Orthodox Zwei Tage lang feiern die Christen die Geburt Jesu Christi in Bethlehem. Das Fest wird seit 336 n.Chr. an dem Tag der Wintersonnenwende (auf der Nordhalbkugel der Erde) anstelle des römischen Festes des Sonnengottes (Sol Invictus) gefeiert. So wird deutlich: In Christus wird die „Sonne der Barmherzigkeit” und das wahre „Licht der Welt” gefeiert. 31.12.2015 Silvester/Altjahrs­ abend – Katholisch/Evangelisch Silvester, der 31. Dezember, ist seit der gregorianischen Kalenderreform 1582 der letzte Tag des Jahres. Der Name erinnert an Papst Silvester, der am 31. Dezember 335 starb. In Gottesdiensten reflektieren die Christen die Ereignisse des zu Ende gehenden Jahres und bitten um Gottes Segen für das neue Jahr. Termine: Stand bei Redaktionsschluss. Alle Angaben ohne Gewähr. Für die Unterstützung herzlichen Dank an das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NordrheinWestfalen. Sh/EN (Fortsetzung in der nächsten Ausgabe)

O Tannenbaum O Tannenbaum, o Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter! Du grünst nicht nur zur Sommerszeit, nein, auch im Winter, wenn es schneit. O Tannenbaum, o Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter! O Tannenbaum, o Tannenbaum, du kannst mir sehr gefallen. Wie oft hat nicht zur Weihnachtszeit ein Baum von dir mich hoch erfreut! O Tannenbaum, o Tannenbaum, du kannst mir sehr gefallen! O Tannenbaum, o Tannenbaum, dein Kleid will mich was lehren: Die Hoffnung und Beständigkeit gibt Trost und Kraft zu jeder Zeit. O Tannenbaum, o Tannenbaum, dein Kleid will mich was lehren. Volkslied 17

SENIOREN heute

Unsere Heimat

3/2015

Die Glockenstube der St.-Marien-Kirche in Höckelheim In Northeim und Umgebung ertönen zu unterschiedlichen Tageszeiten und Anlässen die Glocken der Northeimer Kirchen und Kapellen. Wir kennen alle die Gebäude – aber wie sieht es in der Glockenstube aus? Diese Frage soll eine kleine Serie in unserer Zeitschrift beantworten.

St.-Marien-Kirche in Höckelheim.

Die Glocken der St.-Marien-Kirche



Höckelheim hat eine bewegte Geschichte durchlaufen: Erste urkundliche Erwähnung lt. Wikipedia 1016 in einer Schenkungsurkunde von Kaiser Heinrich II. an das Erzbistum Paderborn. Weiter sind zu nennen: 1247 wurde in dem Ort das Kloster Höckelheim gegründet. 1534 schloss sich Dietrich III. von der Plesse der Reformation an. 1545 fand in der Gegend von Höckelheim die Schlacht zwischen Truppen des Schmalkaldischen Bundes und kaiserlichen Truppen statt. 1571 stirbt die Linie der Herren von Plesse aus und das Kloster und der Ort Höckelheim gehen an den Landgrafen zu Hessen. Um 1585 werden große Teile der Klosteranlage durch Brände vernichtet, auch die Klosterkirche wird stark beschädigt. 1779 wird das Kirchengebäude als baufällig bezeichnet und abgerissen. 15 Jahre später, also 1794, entsteht die heutige Dorfkirche. 1963/64 wird durch einen Anbau der Chorraum vergrößert und damit erlangt die Kirche das heutige Aussehen. Ein annähernd quadratischer Bau, errichtet aus Bruchsteinwänden mit einem Eingangsportal an der Westseite. Das Zeltdach mit einer Fledermausgaube oberhalb des Eingangs trägt im Firstpunkt einen quadratischen Dachreiter mit einer Wetterfahne mit der Jahreszahl 1871. Die direkt im Dach verbauten Balken unter dem Dachreiter waren zum Ausbau einer kleinen Glockenstube vorgesehen.

In diesen relativ klein erscheinenden Dachreiter mit den Schallluken und dem großen Zifferblatt der „ Kirchturmuhr” dürfte bereits um 1800 eine Glocke montiert worden sein, denn die Chronik vermerkt, dass 1854 die Glocke umgegossen werden musste, weil sie „gesprungen” war. Die Ersatzglocke hat ein Gewicht von ca. 125 kg bei einem Durchmesser von 64 cm, die Glocke hat den Schlagton d” und trägt die Inschrift:

Teil der Inschrift der älteren Glocke

„I.H. Bartels in Hildesheim 1854. Auf Kosten der Königl. Kloster Cammer umgegossen.” Die Aufhängung dieser Glocke wurde in den folgenden Jahrzehnten um 90° gedreht, um den kritischen Aufschlagpunkt des Klöppels zu verändern, um so einer Rissbildung in der Glocke vorzubeugen. Während des Ersten Weltkrieges wurden Kirchenglocken aus Bronze zwangsweise konfisziert, um für die Rüstungsindustrie eingeschmolzen zu werden. Dies konnte 1917 in Höckelheim verhindert werden. Wahrscheinlich weil die Gemeinde nur diese Glocke hatte. 1957 konnte aufgrund einer Sammlung in der Gemeinde und einem Zuschuss der Klosterkammer eine zweite Glocke für 1900,– DM von der Firma F. W. Schilling, Heidelberg, angeschafft werden: 94 kg, Durchmesser 56 cm, Schlagton e”. Die Inschrift lautet: „O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort.”

Blick in die enge Glockenstube.

„Gegossen im Jahre des Herrn 1957 aus Spenden der Gemeinde.” 1964 konnte in der kleinen Glockenstube noch eine dritte Glocke untergebracht werden: 80 kg, mit einem Durchmesser von 55,5 cm, „Schlagton f”. Ebenfalls gegossen von der Firma Schilling, Heidelberg. Die Inschrift lautet: „Herr Gott, dich loben wir – gestiftet von der politischen Gemeinde Höckelheim, 1964.” Alle drei Glocken sind in einer Stahlkonstruktion aufgehängt. Auch die Joche zur Aufnahme der Glockenkrone sind ebenfalls aus Metall gefertigt. Die Glocken werden elektrisch betrieben. Hans Zernickel herzlichen Dank für die wichtigsten Daten aus der Chronik der Gemeinde. E.N.

Die Glocken der St.-Osswaldi-Kirche in Bühle Nachtrag zu dem Beitrag über die Glocken in unserer Zeitschrift Senioren heute – Sommerausgabe 2/2015, S. 17. Als „Metallspende des deutschen Volkes” wurden Sammlungen von Rohstoffen und Einschmelzungen von Gegenständen aus Metall im Ersten Weltkrieg bezeichnet. Auch St. Oswaldi musste 1917 zwei Glocken abliefern. Die Ersatzbeschaffung erfolgte 1925. Gegossen wurden die Glocken in der Gießerei Gebr. Radler Hildesheim u. Lauingen. Für diese Information herzlichen Dank an Frau Wüstenbecker-Nißlein. Sh/EN 19

SENIOREN heute

Unser Northeim

3/2015

Neue Spielzeit im Theater der Nacht:

1. Halbjahr 2016 „Händels Hamster”

Die Tiere, die in früheren Generationen unseren Alltag mitbestimmt haben, leben in Geschichten und Träumen weiter. Auch in einigen Inszenierungen des Theaters der Nacht sind sie wichtige Helfer. In „Die Zwickmühle” hilft ein Straßenkater der Lehrerin Frau Zwickel mächtig auf die Sprünge. Däumelinchen trifft eine Schwalbe, die ihr letztendlich den Mut verleiht, ihren eigenen Weg zu entdecken. Ein naiver Kater und ein pessimistischer Rabe schaffen es, in Michael Endes Wunschpunsch die bösartigen Absichten von zwei übermächtigen Zauberern zu vereiteln. Eine Schildkröte rettet Momo vor den Zeitdieben. Und auch in der neuen Insze-

zum großen Helden der Musikgeschichte. Premiere für das neue Stück ist am 22. April 2016. Vorher gibt es aber schon einige Highlights zu bestaunen. Am 18.2. „Punch & Judy in Afghanistan” von dem international renommierten Meister des Puppenspiels, Neville Tranter, mit seinem Stuffed Puppet Theatre im Rahmen der 31. Göttinger Figurentheatertage. Im März steht für Experimentierfreu-

Puppenauflauf.

dige und solche, die einen besonderen Spaß erleben wollen, wieder eine Staffel „Improvisationstheater im Puppenspiel” auf dem Programm: Die Comedy-Company Göttingen ist mit ihrer legendären „Kuscheltier-Impro” dabei, Andy Clapp & Christoph Buchfink mit „Puppenauflauf” für Erwachsene und „Wie im Märchen” für Kinder ab 4 Jahren. Kennzeichen all dieser Vorstellungen ist, dass Händels Hamster.

nierung „Händels Hamster”, die das Motto der neuen Spielzeit abgibt und die im Auftrag der Internationalen Händel-Festspiele Göttingen erarbeitet wurde, wird ein kleiner unschuldiger Hamster

das Publikum den Lauf der Dinge mitbestimmen kann. Für den 30. April, „Die Walpurgisnacht”, empfiehlt es sich, rechtzeitig Karten zu besorgen. Diesmal spielt Tatyana Khodorenko aus Göttingen „Die Froschprinzessin” und anschließend gibt es ein Konzert mit „figelin” mit wilden Fiddeln, erdigen Grooves, drei Geigen und drei Stimmen. Wie immer zu Walpurgis werden dazu Leckereien aus der Hexenküche gereicht. „figelin” geben auch am 1. Mai noch mal ein volles Konzert. Als weitere „Lange Nacht” ist noch „Die Nacht der Flausen” im Angebot, mit dem Stück „Das Ei”, kulinarischen Genüssen und Musik der „Schrägen Vögel”, der Hausband des The­ater der Nacht (21.5.). Und nicht nur „Händels Hamster” hat Premiere im 1. Halbjahr 2016. Das Theaterprojekt „Fluchtwege” mit Flüchtlingen und Deutschen in Kooperation mit dem Café Di­alog ebenso (5.6.) wie die Jugendtheatergruppe mit dem Stück „Frühlingserwachen” nach Wedekind und der Kinderclub des Theaters (28.4.) unter der Leitung von Katrin Richter. So viel Neues, aber auch Bewährtes hält der Spielplan bereit. Kinder, Jugendliche und Erwachsene können sich in verschiedenen Disziplinen erproben: Stabfigurenbau, Filzfigurenbau, Tischfigurenbau- und -spiel stehen auf dem Programm. Besonders für AnfängerInnen sind die Trommelkurse von Kathrin Bogislav gedacht (16. und 23.2. / 3. und 4. 6). Darüber hinaus gibt es auch in dieser Spielzeit regelmäßig einmal im Monat Theaterführungen, den Musikerstammtisch und das Literaturcafé. Theater der Nacht, Obere Str. 1, 37154 Northeim, Tel. 05551 / 1414.

Punch & Judy in Afghanistan.

figilin.

Alle Termine und Karten: [email protected], www.theater-der-nacht.de 21

Rückblick

3/2015

SENIOREN heute

Verein Senioren heute: 2015 – ein ganzes Jahr im Rückblick Mit diesen Seiten möchte die 15. April Redaktion erinnern – aber auch Interesse wecken für die Veranstaltungen unseres Vereins: 22. Januar

13. Mai

Wanderung im Hochsolling von Hellental nach Silberborn und zurück durch das Hochmoor. Bericht in der Sommerausgabe.

Tageswanderung auf dem Europa-Wanderweg E 11 auf dem Hils. Start in Grünenplan. Siehe auch Beitrag in der Sommerausgabe.

16. April

29.–31. Mai

Besuch im VW-Werk Kassel-Baunatal und Schifffahrt auf Weser und Fulda, Beitrag in 2-2015.

Drei-Tage-Fahrt nach Heidelberg.

Grünkohlessen im Jugendgästehaus in Northeim. 9. Februar

29. April

25. Juni

„Kappenfest 2015” in der Alten Wache. Beitrag in der Osterausgabe. 26. und 27. März

Besuch des Bundestages in Berlin. 23. April

Besuch in Dassel mit Stadtführung und Besichtigung der Blankschmiede Neimke (siehe Bericht). 22

Mitgliederversammlung in der Stiemerling Senioren-Residenz Northeim, Bericht in der Sommerausgabe. 7. Mai

Fahrt zum Spargelessen und Betriebsbesichtigung in Kirchdorf.

Tagesfahrt zum Europa-Rosarium, Sangerhausen, siehe Beitrag in der Sommerausgabe. 2. Juli

Besuch der Tongrube Willershausen.

SENIOREN heute

Rückblick

3/2015

Verein Senioren heute: 2015 – ein ganzes Jahr im Rückblick 17. Juli

19. August

Tageswanderung in 3 Bundesländern: Herstelle, Skywalk, Bad Karlshafen, Hugenottenturm.

Tageswanderung auf den Gro­ßen Knollen. Wanderbericht in der Sommerausgabe. 22. Juli

Harzwanderung auf dem Grünen Band im Bereich Benneckenstein mit Besuch einer Ziegenalm und einer Brauerei. Beitrag in der Sommerausgabe, Seite 31.

21. Oktober

Karstwanderung im Bereich von Walkenried. 15. Oktober

3. September Besuch des Serengetiparks in Hodenhagen. 17. September

Laienreanimations-Schulung in der HELIOS Albert-SchweitzerKlinik Northeim für Vereinsmitglieder und Gäste. 30. September

Geführter Rundgang im Wildpark Neuhaus mit Falknerei. 5. November

Abendführung durch das Kloster Walkenried mit anschließendem Kniesteressen. 25. November

23. Juli

Wanderung von Oderbrück auf den Brocken. Foto CC SA 1.0 Stadtschloss; Wikipedia.

24. September

Rhönfahrt – Fulda und Wasserkuppe.

Tageswanderung nach Suterode zum Gänseessen.

6. August

9. Dezember Weihnachtsfeier in der Stadthalle Northeim

Schifffahrt auf der Weser von Kloster Corvey bis Karlshafen.

Führung im Primatenzentrum und Kurzbesuch des MPI für Sonnensystemforschung. 23

SENIOREN heute

Unser Verein

3/2015

Angebote des Vereins „Senioren heute e.V.” www.seniorenheute-northeim.de e-Mail: [email protected]

37154 Northeim

Breite Str. 49 Tel. 05551-1589 Gesch.-Zeiten: Mo+Fr 8–11 h

Angebotsgruppen Fitness im Alter

Gruppe 1: Mo 15.00–16.00 Ltg.: Irmtraud Lohmann Gruppe 2: Mo 16.00–17.00 Ltg.: Renate Blumenberg Übungsl. 1–2 Elisabeth Scholz Gruppe 3: Do 16.00–17.00 Ltg.: N.N. Übungsleiterin: Margret Berner Gruppen 1–3 Sporthalle Schuhwall

Stuhlgymnastik

Kegeln

Gruppe „Lustige Neun” Mo 14.30–16.30 – Dt. Eiche Ltg.: Alfred Rohde Gruppe „Kegel-Freunde” Di 15.00–17.00 (14-tg.) Dt. Eiche Ltg.: Heide Storm

Wandergruppen

Heimatwanderer Mi 9.00 Ecke Wieterstr./Markt Ltg.: Erh. Neuhaus, Helmut Fichtner, Uli Brönnecke Dienstagswanderer Di 9.30 – Alte Wache Wanderzeit 1–1½ Std. Ltg.: Emmi Schirmann, Renate Blumenberg

Alte Wache Gruppe 1: Fr 9.15–10.15 Ltg.: Lydia Wenzek Gruppe 2: Fr 10.30–11.30 Ltg. Walentine Bartsch Übungsleiterin: Renate Baseler Gruppe 3: Mo 10.00–11.00 Ltg. Maria-Luise Koch Übungsleiterin: Ursula Erkel

Di 9.30 – LBS, Rückingsallee Ltg.: Peter Merkel, Tel. 3638

Wassergymnastik

Tanzgruppe

Hallenbad, Arentsschildtstraße Damen Fr 13.15–13.45 Ltg.: Gertrud Glositzki Damen und Herren Fr 14.00–14.30 Ltg.: S. Helbig Übungsleiterin: Gerda Mickan

Radwandern – (3 Gruppen)

Saison April–Oktober Gr. 1: Mo 8.30, ab Münsterpl. Lange Strecken Ltg.: A. Holzapfel, R. Golibrzuch Gr. 2: Mo 9.00, ab Münsterpl. Geringe Anforderungen, ca. 3 Std. Ltg.: F. Schirmann Gr. 3: Mi 8.30, ab Münsterpl. Lange Strecken/erhöhte Anford. Ltg.: Werner Mackowiak

Bridge (2 Gruppen) Mi u. Fr 14.30–17.00 Jeweils Alte Wache Ltg.: Dr. v. Prondzynski Tel.: 0551/799-2814 Skat Mo + Do 13.00–16.00 Breite Str. 49 Ltg.: N.N.

Spiele zum Gehirntraining

15.00 – Alte Wache Jeweils 3. Mo im Monat Ltg.: H.-G. Kasper, Tel. 952 333 Kniffeln Fr 13.30, 14-tägig, Alte Wache Ltg.: N.N.

Instrumentalgruppe

Wandern – Anfahrt mit Pkw, April–Okt. 1-mal monatl., siehe Presse, Internet u. Schaukästen Ltg.: E. Neuhaus, Uli Brönnecke

Übungen nach Vereinbarung Weitere Musiker sind herzlich willkommen Ltg.: Elfriede Schröder, Tel. 909 95 42

Nordic Walking

Literarische Runde

Fr. 14.30 Alte Wache Ltg.: Hilde Peter, Tel. 3647

Mitmachtanzen

Alte Wache, 1-mal monatlich, siehe Presse, Internet u. Schaukästen Ltg.: Hilde Peter, Tel. 3647

Singen

Di 14.30 Breite Str. 49 Ltg.: E. Kindervater, Tel. 516 14

Handarbeiten

Mo 14.30 Alte Wache Ltg.: A. Freitag, Tel. 406 95 81

Kartenspiele

Canasta Mo 14.00 Alte Wache Ltg.: Ursel Minde, Tel. 988 47 33

Fr 15.00, 14-tägig Breite Str. 49

Internet des Vereins

Thomas Appel, Tel. 4593 Alte Wache – Altenbegegnungsstätte der Stadt Northeim Tel. 913425, Öffnungszeiten: Mo–Fr 9.00–12.00 Uhr 14.00–17.00 Uhr Betreuung: Mo u. Fr ganztägig und am Di von 9.00–12.00 durch Senioren heute e.V. Ltg.: Christa Wittwer, Carola Liebig Betreuung an den anderen Tagen durch die Damen vom DRK bzw. von der AWO Stand: 1. November 2015

Weitere Informationen erhalten Sie in der Geschäftsstelle – oder besser noch, Sie besuchen direkt die Gruppen. „Schnuppern” erwünscht. BürgerStiftung im Landkreis Northeim, SF „Altenzentrum Northeim” Bankverbindung: IBAN DE07 2625 0001 0172 0053 08 – BIC: NOLADE21NOM (Kreis-Sparkasse Northeim)

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Unser Verein

3/2015

Besuch der Kleinstadt Dassel und Besichtigung der Blankschmiede Neimke Bei sonnigem Wetter waren Mitglieder unseres Vereins am 23.April d.J. in der Stadt Dassel zu Gast. Der urkundlich bereits im Frühmittelalter erwähnte Ort wurde um 1100 zum Namensgeber eines Grafengeschlechts, das Rainald von Dassel, Kanzler des Kaisers Barbarossa und Erzbischof von Köln (1159–1167), europaweit bekannt machte. Der sachkundige Stadtführer erklärte uns den geschichtlichen Verlauf dieser Stadt von der ersten Erwähnung aus der Zeit Karls des Großen bis zur Gegenwart. Im Stadtkern selbst befinden sich heute noch sehr schöne Fachwerkhäuser, ein Teil der Stadtmauer und Steinbauten aus früherer Zeit. Während des Rundganges besichtigten unsere Mitglieder die

Foto: Laurentius-Kirche, Dassel. CC BY 3.0 Wikipedia.

St.-Laurentius-Kirche, die auf den ersten Blick wie eine ganz normale Hallenkirche erscheint. Und doch gibt es einige Besonderheiten, die diese Kirche zu einem durchaus bemerkenswerten Bauwerk werden lassen! Erwähnenswert sind vor allem im Hauptschiff und im südlichen Seitenschiff die einzigartigen protestantischen Renaissancemalereien wie „Das Jüngste Gericht”, welche im Jahr 1577 auf den noch feuchten Putz aufgetragen wurden (Secco-Malereien). Weiter stand auf dem Plan die Besichtigung der Blankschmiede Neimke, direkt neben dem Museum in Dassel. Von 1727 bis 1985, also rund 260 Jahre, wurde die Schmiede in acht Generationen vererbt. Mit Hilfe der Wasserkraft als Energieträger wurden zwei

… bei der Stadtführung.

Foto: F.Fischer

große Eisenhämmer betrieben. Vorwiegend wurden seinerzeit Schneidemesser, Beile, Zimmermannsäxte, Schlachtbeile, Spaten und ähnliche „Gebrauchsgegenstände” mit gezielten Hammerschlägen produziert. Die Vorführung eines „Hammers unter Betrieb” beendete die Besichtigung.

Danach erfolgte eine fachliche Führung durch das Museum Grafschaft Dassel mit diversen Exponaten aus Dassel und Umgebung. Abgerundet wurde die Exkursion im Museum mit Kaffee und selbstgebackenem Kuchen von Mitgliedern des Fördervereins. F.K.F.

EINLADUNG ZUR

Weihnachtsfeier des Vereins SENIOREN heute

in der Stadthalle Northeim am Mittwoch, dem 9. Dezember 2015. Es wirken u. a. mit: Jugendliche Tänzer des Tanzstudios Baufeldt sowie der MGV Niedersachsen Northeim Einlass: 14.00 Uhr Beginn: 14.30 Uhr

Eintritt Vorverkauf: 5,00 € An der Tageskasse: 6,00 €

Kartenvorverkauf ab sofort:

• im Büro Senioren heute, Breite Str. 49 • bei Papierus (ehem. Spannaus) • in der Alten Wache (montags und freitags) 27

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3/2015

Unser Verein

Die Leute von Senioren heute unterwegs:

Ein abendlicher Besuch im Kloster Walkenried

Teil des UNESCO-Weltkulturerbes Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft Ein besonderes Erlebnis für 75 Mitglieder unseres Vereins war mit Einbruch der Dämmerung der geführte Rundgang im Schein von etwa 350 Kerzen durch Kreuzgang, Brunnenhaus und Brüdersaal des Klosters Walkenried. Während der Führung erfuhren wir viel Spannendes über die tiefgläubigen Gottesmänner, wie sie damals ein Leben des Gebets, der Lesung und der Arbeit führten, ohne miteinander zu sprechen, und welche Strukturen aufgebaut waren. Ein zisterziensisches Kloster beherbergte zwei verschiedene, organisatorisch deutlich voneinander getrennte Brüdergemeinschaften: die Gruppe der Chormönche und die Gruppe der Laienbrüder. Vor etwa 900 Jahren, lt. der Chronik im Jahr 1129, wurde das Kloster Walkenried als drittes Zisterzienser-Kloster auf deutschem Boden gegründet. In den folgenden Jahrhunderten wurde das Kloster aufgrund seiner wirtschaftlichen Aktivitäten zu einem der reichsten und politisch bedeutendsten Klöster des Reformordens der Zisterzienser, mit bis zu insgesamt 350 Mönchen und Laienbrüdern. 1525 wird das Kloster im Bauernkrieg geplündert und stark beschädigt und 1546 schließen sich Der abendliche Doppelkreuzgang. die letzten Mönche der ReformaBraunschweig und Lüneburg. Ei- sen. Die TeilnehmerInnen dieser tion an. gentümerin des Klosters ist heute Reise wurden in vier Gruppen 1578 wurde die Verwaltung des die Stiftung Braunschweigischer durch das Kloster geführt. Eine Klosters von den Grafen von Kulturbesitz. der Gruppen konnte, nachdem Hohnstein übernommen, 1593 fiel Mit seiner vollständig erhaltenen, die anderen Gruppen bereits Walkenried an die Herzöge von weitläufigen Klausur aus dem 13. im Kloster-Café waren, die StilJahrhundert, mit dem berühmten le und Abgeschiedenheit des doppelten Kreuzgang und der Kreuzganges bei einem zweiten Ruine der mächtigen Klosterkir- Rundgang, ohne miteinander zu che zählt das Kloster Walkenried sprechen, selbst erfahren – ein zu den bedeutendsten Zeugnis- beeindruckendes Erlebnis. sen klösterlicher Baukunst in Eu- Das gemeinsame „Kniesteresropa. „Die Zisterziensermönche sen”, ein altes Essen aus dem als Manager des Mittelalters, als Südharz mit Kniesterkartoffeln, clevere Geschäftsleute und knall- Fisch und Wurst- und Käseplatte harte Arbeitgeber, stellten bereits im Refektorium, dem ehemaligen zu ihrer Zeit eigenständig die Speisesaal des Klosters, bilwirtschaftliche Basis. Heute wür- dete für uns im Oktober 2015 am de man sagen, es war ein „Weißer Abend den außergewöhnlichen Konzern”. Abschluss im Kloster Walkenried. Die Anreise erfolgte mit zwei BusE. Neuhaus Nur von Kerzen erleuchtet.ö 29

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Unser Verein

3/2015

Radeln 2015 – Aber mit Helm! 37.636 km haben alle Radler der 1. Montaggruppe und der Mittwochgruppe auf die Straße gebracht. Zusammen mit der 2. Montagsgruppe ist das locker einmal um die Erde herum. Ist das nicht mal eine positive Statistik? Aber leider gilt das zufriedene „Unfallfrei” von 2014 für diese abgelaufene Saison nicht. Zweimal, einmal in der Montagsgruppe und einmal in der Mittwochsgruppe, gab es solche Stürze, dass jedes Mal ein Rettungswagen her musste. Nicht wirklich schlimm, aber alle Blessuren sind selbst jetzt im Spätherbst noch nicht verheilt. Vor Schlimmerem haben die Helme bewahrt, weil es in unseren Gruppen längst eine stillschweigende Verpflichtung gibt, nicht ohne Helm zu fahren. Anders als jener Leserbriefschreiber in der HNA, der sich – 78-jährig – rühmte, 17.000 km mit seinem Pedelec ohne Helm und ohne Blessur gefahren zu sein. Dem haben wir geantwortet: Widerspruch, Herr Weymann! Ich werde zwar erst 77 und fahre Pedelec erst seit einem halben Jahr und bin keineswegs so unfrei wie Sie. Aber eines weiß ich: Ihr Ausrufezei-chen hinter der Nichtnutzung eines Helmes verdient energischen

Bei drei Radlern hängen die Helme am Rad.

Widerspruch. Ich kann seit 6 Wochen nicht mehr auf ein Rad steigen, weil ein Sturz mich arg lädiert hat. Der Helm hat dabei Schlimmeres verhütet. Die Kratzer am Helm wollte ich nicht an meinem Kopf haben. … Seien Sie dankbar, dass Ihnen Ähnliches bisher erspart geblieben ist. Aber protzen Sie nicht noch damit! Natürlich war das Helmtragen nicht der Mittelpunkt unseres Radelinteresses, sondern wie immer stand die Freude an der

Neues Angebot der Caritas:

„Trauer-Dialog”

Sonntags, wenn Familien am Mittagstisch sitzen, wenn Freunde Ausflüge machen, oder sich zu Aktivitäten treffen, sind viele Menschen mit ihrer Trauer allein. Deswegen haben wir den „Trauer-Dialog” ins Leben gerufen. Zuhören und Gefühle zulassen, das ist unsere Devise. Jeden zweiten Sonntag im Monat von 14.00 bis 15.30 Uhr bieten wir im Rahmen des „Trauer-Dialogs” die Möglichkeit zum Austausch und zum Loslassen. Die eigene Trauer zuzulassen soll den Betroffenen helfen, mit der Trauer und dem Schmerz umzugehen. Dabei wollen wir nicht therapieren sondern begleiten. Der Grund der Trauer ebenso wie die Nationalität oder konfessi­ onelle Orientierung spielen dabei keine Rolle. Da der „Trauer-Dialog” noch im Aufbau ist, finden die sonntäglichen Zusammenkünfte in kleinem Rahmen bzw. in Einzelgesprächen statt. Sie finden uns im Caritas-Familienbüro, Breiter Weg 2, in 37154 Northeim. Kontakt: Tel. 05551-911770, Email: [email protected]

Foto: E.N.

Bewegung in unserer schönen Landschaft mit gleichgesinnten Freunden im Mittelpunkt. Wie in den Jahren zuvor haben wir auch in diesem Jahr von Eschwege bis Hildesheim vielerlei Radwege und Straßen befahren, haben uns über gutes Wetter gefreut und uns weggeduckt, wenn der Regen peitschte und haben aber auch dreimal passen müssen, weil das Wetter schon am Morgen zu schlecht war. In der Mittwochsgruppe waren im Schnitt immer etwa zehn Radlerinnen und Radler dabei, einmal sogar 25. Und die Anzahl der Pedelecs nimmt zu: Oft sind es schon mehr als die Hälfte, die sich der Hilfe eines Elektromotors bedienen. Da spielt sich – wieder stillschweigend – eine neue Regel ein: Die Frau oder der Mann an der Spitze muss immer jemand sein, die / der sich ausschließlich auf die Kraft seiner Waden verlässt. Bis jetzt klappt das widerspruchslos. Das wird in den anderen Gruppen auch ähnlich praktiziert. Die Montagsgruppe – Start 8:30 Uhr – konnte von 28 geplanten Fahrten 25 durchführen. Mit einem Teilnehmerschnitt von 12 Radlern wurden Strecken von ca. 30–70 km zurückgelegt. Die zweite Radwandergruppe am Montag – Start 9 Uhr, unter (Fortsetzung auf Seite 35) 31

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Unser Verein

3/2015

der Leitung von Fred Schirmann, startete im Schnitt mit jeweils 10–15 Radfahrern. Die stärkste Gruppe war mit 23 Teilnehmern unterwegs. Vier Termine mussten wegen der Wetterlage abgesagt werden. Gefahren wurde in der Saison vom 13.4. bis 12.10.2015. Gänseessen liegt hinter uns, Ehrungen sind ausgesprochen und der Blick geht nach vorn: Ende Februar 2016 wird die neue Saison durch den Tourenplan eingeläutet und am 6. April 2016 wird es dann real wieder losgehen, hoffentlich nicht wie 2015 mit einem Aussetzer, weil der Regen uns am Starttag 2015 waagerecht ins Gesicht geblasen worden wäre. U.B.

Sänger feiern 25-jährige Freundschaft in Nordhausen Die „Singers der Senioren” trafen sich am 25. August 2015 mit der Singgruppe „Die Hummeln” unseres Vereins Senioren heute, um 25 Jahre „Sängerfreundschaft” zu feiern. Nach einem gemeinsamen Mittagessen im „Zuckerstübchen” in Nordhausen ergänzten die von den Gruppen vorbereiteten Programme die Feierstunde. Gespräche und Lieder erinnerten

an die vielen Treffen in den zurückliegenden Jahren seit 1990 in Nordhausen und Northeim. Der Vorsitzende der Volkssolidarität Nordhausen e.V., H. Müller, sowie Hans Munsch, Vorsitzender des Vereins Senioren heute, überbrachten zu diesem Jubiläum den Sängerinnen und Sängern herzliche Grüße. Ilse Jungfer/erg/Red.

SENIOREN heute Unsere Geschäftsstelle bleibt in der Zeit vom 21. 12. 2015 bis einschl. 4. 1. 2016 geschlossen.

Der Vorstand

Treffen der Sängerfreundschaft in Nordhausen.

Ein fröhliches Weihnachtsfest, gute Gesundheit und Lebensfreude 2016 wünschen wir allen unseren Mitgliedern, Mitarbeitern, Lesern und Inserenten. Vorstand des Vereins „Senioren heute” Hans Munsch Erhard Neuhaus Guido Mönnecke Emmi Kindervater Christa Wittwer Ralf Thalacker, Anzeigen Christoph Münstermann, Vertrieb Karl-Heinz Hilke, Korrektor 33

Frohe Weihnachten, Gesundheit und Glück für 2016

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Auch 2015 rief der Brocken die Wanderer „Auf die Berge will ich steigen, wo die frommen Hütten stehen, wo die Brust sich frei erschließet, und die freien Lüfte wehen”. … sagt Heinrich Heine in einem Prolog in „Harzreise”. Und genau das machen die Wanderer von Senioren heute traditionsgemäß im September seit vielen Jahren. Wegen einer amtlichen Unwetterwarnung musste der vorgesehene Termin vom 16. auf den 30. September verschoben werden. Und das war gut so, denn nun verwöhnte uns bestes Wanderwetter mit Sonnenschein. Der Ablauf der Wanderung ist kurz beschrieben: Anfahrt mit Pkw von Northeim zum Parkplatz Oderbrück-Süd, dem Startpunkt unserer Wanderung. Zunächst bis zur Schutzhütte am „Dreieckigen Pfahl”. Hier verlief die Grenze zwischen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland. Heute verläuft hier die Grenze zwischen SachsenAnhalt und Niedersachsen. Nach einer Rast ging die Wanderung vorbei am Bodesprung weiter auf dem neuen Goetheweg bis zum Ende an der Brockenstraße. Hier weiter durch die Knochenbrecherkurve zum Brockenplateau. Mittagspause im „Touristensaal”, Museum, Gipfelrundweg, Brockengarten, Brockenuhr mit Felsengruppe oder Aussichtsplattform sind Anlaufpunkte, die die Zeit auf dem Gipfel schnell dahinrinnen lassen. Und natürlich bei so einem Wetter die Fernsicht zu genießen, ist Pflicht. Bei unserem Aufenthalt konnten

Fototermin mit „Brocken-Benno”.

Rast der Wandergruppe von Senioren heute am Dreieckigen Pfahl.

wir Fachleute beobachten, die einen neuen dauerhaften Messpunkt einrichteten: in ein ca. 2 m tief in den Fels gebohrtes Loch wurde ein V2A-Rundstahl eingebracht, als dauerhafter Messpunkt für neue geplante Messungen. Auch Gauß hatte vom Brocken Anfang des 19. Jahrhunderts „auf Sicht” Messungen zum Hohen Hagen und zum Inselsberg „zur Bestimmung der Erdgestalt” gemacht, so steht es auf einer Bronzetafel im Gipfelbereich. Gemeint sind damit die Messungen zur Landesaufnahme, die sich auf die Gebiete beschränkte, die 1815 nach dem Wiener Kongress zum Königreich Hannover kamen. Übrigens können sich ab Mai 2011 Brautpaare auf dem Brocken trauen lassen und zwar in der verglasten Aussichtsplattform des Brockenhotels in 1175 Meter Höhe. Der berühmte „RekordBrockenbezwinger” Benno Schmidt



aus Wernigerode war auch an diesem Tag wieder unterwegs, wie das Foto beweist. An diesem Tag, also am 30. 9. 2015, war er zum 7.679-mal auf dem Brocken, dies entspricht einer Gesamtwanderstrecke von ca. 102.500 km! Bei unserem Treff am 17. 9. 2014, vor einem Jahr also, hatte „Brocken-Benno” 7.248-mal den Brocken bestiegen. Damit hat er im zurückliegenden Jahr den Aufstieg 251-mal gemacht. Der einzige „Siebentausender im Harz” ist „Brocken-Benno” (83 Jahre, geboren 1932). Der Abstieg zum Parkplatz verlief planmäßig zügig. Vor der Rückfahrt nach Northeim verwöhnte eine Kaffeepause in der „Hütte am Achtermann” uns Wanderer. Die Brockenwanderung ist bereits wieder für das nächste Jahr eingeplant – am Mittwoch, dem 14. September 2016.

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Leute von Senioren heute unterwegs:

Eine gemütliche Busreise zum Wildpark Neuhaus mit Falknerei und in die Sollingstadt Uslar

Der erste Stopp dieser kleinen Erlebnisreise war am Solling-Besucherzentrum des Niedersächsischen Landesforstamtes Neuhaus am Wildparkhaus. Schon in der interaktiven Erlebnisausstellung im Eingangsbereich stellte sich unsere Führerin als Waldpädagogin vor und hier begann dann auch der Rundgang. Es hatte sich an diesem 15. Oktober „Regenschirmwetter” eingestellt. Die heimischen Wildarten verzogen sich nicht in die

hinteren Bereiche ihrer Gehege, sondern man hatte den Eindruck, sie seien neugierig wegen der Typen mit den zwei Beinen und den Körpern mit den sich bewegenden Schirmen. Die Informationen über Wölfe, Wildkatzen, Dachse, Rothirsche, Rehwild, Schwarzes Rehwild,

Wildschweine, Muffelwild oder Damwild sind von einem pädagogisch versierten Fachmann, in unserem Fall von einer Frau, vorgetragen, besonders spannend und sehr informativ. Als Flugwetter für die Greifvögel in dem Bereich der Falknerei war „unser” Wetter nicht sehr geeignet. Die Falkner holten daher die Tiere, auf der Hand sitzend, zu unserem Unterstand, um sie uns vorzustellen. Das wurde für die wenigen, die dem Wetter getrotzt hatten (ein Teil der Gruppe war schon vorgegangen, um in das warme Café zu kommen) zu dem besonderen Höhepunkt des Tages. Auge in Auge mit den stolzen Tieren und dazu die Besonderheiten der Greifvögel. Turmfalke, Uhu und Schleiereule wurden etwas unruhig, als der WeißkopfSeeadler vorgestellt wurde. Das Wappentier der Amerikaner, mit einer Spannweite bis zu 2 Meter, hatte zu seiner Falknerin eine gewisse Bindung hergestellt. Beide kuschelten mit den Köpfen aneinander, er ließ sich streicheln – nur seine Fänge durfte seine „Partnerin” nicht anfassen, das löste nämlich spontane Aktionen seines Schnabels aus. Diese Präsentation in ummittelbarer Nähe war beeindruckend. Und fotogen waren alle Tiere ohnehin. Die Luchse hatten sich in ihrem großen Gehege in den hinteren Bereich zurückgezogen,

waren aber gut auszumachen. Der Wildpark Neuhaus ist Kooperationspartner des Luchsprojektes Harz. Der Rundgang, insgesamt etwa 3 km, endete im Café-Bistro „Rotwild” am Wildpark mit einem brennenden Kamin zur Mittagspause. Gutbürgerliche Küche und ein Glühwein mobilisierten wieder alle Kräfte. Danach erfolgte die Weiterfahrt nach Uslar zu einer Führung „Rund um das historische Alte Rathaus” mit Marktplatz, Spenneweihbrunnen, Johanniskirche und zur Ruine des früheren Jagdschlosses Freudenthal. Vor der Rückfahrt nach Northeim verwöhnte ein Besuch im Land Café in Kammerborn die Leute von Senioren heute und rundete E.N. damit den Tag ab. 37

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Leute von Senioren heute unterwegs:

Besuch in zwei Forschungsinstituten in Göttingen

– Deutsches Primatenzentrum GmbH und Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung – Nach einer freundlichen Begrü- schung, die Freilandforschung Im Anschluss an den sehr interßung begann die Führung im und zur Verbesserung der Haltung essanten Vortrag gab es GeleDeutschen Primatenzentrum von Primaten in Menschenobhut genheit Fragen zu verschiedenen (DPZ) zunächst mit einem aus- die Beratung und Weiterbildung Themenbereichen zu stellen. Beführlichen Einführungsvortrag im der Mitarbeiter, auch aus ver- sonders die Themen Haltung und Tierversuche standen im Fokus. neuen Hörsaal des Hauptgebäu- schiedenen Einrichtungen. Im DPZ in Göttingen arbeiten und Die sich anschließende Tour im des. Das DPZ, gegründet 1977, ist eine forschen etwa 400 Mitarbeiter aus DPZ führte durch die Außenan22 Nationen in lagen der Primatenhaltung mit den Bereichen den Kolonien der Tiere. Hier gab es umfassende Informationen Infektionsforschung, Neuro- z.B. über die Arbeit mit Primaten, wissenschaften Gruppen, Futter, Haltungsbeund Primatenbi- reiche, Schutzkleidung, Größe ologie. Das Ins- und Sauberhaltung der Gehetitut führt natur- ge, Beschäftigungsmaterial usw. Auch die notwendige gegenseiwissenschaftliche und bio- tige Fellpflege der Tiere für den Erhalt und Aufbau von sozialen medizinische Forschung über Beziehungen innerhalb der Grupund mit Pri- pe wurde erläutert. maten durch. Mit ganz herzlichem Dank haben der 89 Forschungs- und Infra- Das Institut kann wichtige For- wir uns von dem Koloniemanastruktureinrichtungen der Leibniz- schungsergebnisse vorweisen. ger des Primatenzentrums verGemeinschaft. Damit gehört das In der Primatenhaltung werden abschiedet und waren mit weniInstitut zur Forschungslandschaft zurzeit etwa Deutschlands, in der neben den 1350 Tiere geprivaten Instituten und der Indus- halten, die trie mit z. T. staatlich geförderter sieben verForschung folgende Einrichtun­ schiedenen gen außerhalb der Universitäten Primatenarten zu nennen sind: Max-Planck-Ge- angehören. In sellschaft, Helmholtz-Gemein- diesem Bereich schaft, Fraunhofer-Gesellschaft gehören Halund, wie schon erwähnt, die tung und Zucht Leibniz-Gemeinschaft. Deren ei- zu den wesentgenständige Forschungsinstitute lichen Aufgaben und Serviceeinrichtungen für die der Tierpfleger Forschung werden aufgrund ih- und Tierärzte. rer gesamtstaatlichen Bedeutung Forschungsstavon Bund und Ländern gemein- tionen des Inssam gefördert. tituts befinden Die Aufgaben und Ziele des DPZ sich in Thailand, auf Madagaskar, gen Schritten (ca. 10 m) auf dem sind die Bereitstellung von Pri- im Senegal und im Amazonasge- Gelände des Max-Planck-Instimaten für die staatliche Wissen- biet von Peru. tuts für Sonnensystemforschung schaft, die biomedizinische For- Gelernt haben wir auch, was Pri- (MPS), dem nächsten Ziel unserer maten sind: Af- Aktion am Nachmittag. fen, Lemuren, Der Name ist selbsterklärend: Die Menschenaffen Forscher haben die kosmische und auch wir Nachbarschaft der Erde im FoMenschen ge- kus. Dazu gehören die Hauptarhören zu den beitsgebiete: Physik der Planeten Primaten, zu den und Kometen, Physik des Inneren der Sonne und sonnenähnlicher nichthumanen Primaten zählen Sterne und als drittes die Physik alle Primaten der Sonne und der Heliosphäre. mit Ausnahme Das MPS ist 2014 von Lindau des Menschen. nach Göttingen in einen höchst 39

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imposanten Neubau umgezogen. Lindau ist uns noch in guter Erinnerung, konnten doch unsere Radler in der Kantine oft gut eine Frühstückspause einlegen. Wir hatten die Möglichkeit, in der riesigen Eingangshalle die dort aufgestellten Exponate zu besichtigen. Besonders aktuell präsentiert ist im Maßstab 1:1500 ein Teil der ESA-Mission ROSETTA, an der das MPS maßgeblich beteiligt ist. ROSETTA umkreist seit August 2013 den Kometen „67P/CHURYMOV-GERASIMENKO” und hat am 12. November 2014 eine Landesonde auf dem Kometen abgesetzt. Damit gelang erstmals in der Geschichte der Weltraumforschung eine Landung auf einem Kometen. Soweit die Information an den Exponaten. Auf dem Modell des Kometen 67P kann man die nicht geplanten Sprünge der Landesonde nachvollziehen. Ein interessante Möglichkeit, das vorher in der Presse gelesene sich vorstellen zu können. Im nächsten Jahr möchten wir bei einem weiteren Besuch des MPS in Göttingen über die Forschung weitere „Laieninformationen” erhalten. Mit so vielen neuen Eindrücken hatten wir uns am Spätnachmittag eine Kaffeepause im Hotel

Aufruf

Liebe Leserinnen und Leser, die Redaktion und die Vertriebsleitung der Zeitung „Senioren heute” bitten Sie um tatkräftige Unterstützung! Der Verein „Senioren heute e.V.” produziert dreimal im Jahr eigenverantwortlich die Zeitung. Die Auflage dieser beliebten und niveauvollen Publikation beträgt ca. 7000 Stück und wird allen Senioren im Stadtgebiet und in den eingemeindeten Ortschaften kostenlos ins „Haus getragen”. Diese Aufgabe übernimmt ein Team von Zustellern. Das Stadtgebiet ist in 23 Zustellbezirke aufgeteilt. Davon müssen für 2016 zwei Bezirke (siehe Übersicht) neu „besetzt” werden. Dies sind die Bezirke 2a und b (so unsere interne Bezeichnung): Bereich 2a – Anschriften im Bereich Galgenberg und weiter westlich bis zur Heinrich-Schütz-Straße. Von hier schließt sich westlich der Bezirk 2b an. Der Zustellbereich liegt hier im Bereich Christoph-Friese-Str., Brunkelskamp, AdolfGalland-Weg, Einbecker Landstraße (Haus Nr. 1/2 bis 47/44), Georg-Friedrich-Händel-Str. und Richard-Wagner-Straße. Die zu verteilenden Zeitungen sind mit Adressaufklebern versehen, nach Straßen sortiert und werden zu einem rechtzeitig angekün­ digten Termin (in 2016 am 14.03., 08.08. und 28.11.) beim Zusteller angeliefert. Dieser hat sie dann in den darauffolgenden Tagen adressatengerecht zuzustellen. Für diese Arbeit erhält er in bar eine Aufwandsentschädigung von 0,13 Euro pro Zeitung. Interessenten melden sich bitte bei dem Vertriebsleiter der Zeitung Christoph Münstermann, Tel. 05551–62108 oder in der Geschäftsstelle des Vereins. Vielen Dank! „Freizeit In” in Göttingen verdient und wurden dort auch fürstlich bewirtet. – Rückkehr in Northeim E. N. ca. 17 Uhr.

„Naturdenkmal Tongrube Willershausen” – eine Fossillagerstätte von Weltrang Seit 2012 Teil vom Geopark Harz – Braunschweiger Land – Ostfalen In einer Nachmittagsexkursion tergründe zur Entstehung und besichtigten am 2. Juli d. J. Mit- Erfassungsgeschichte dieser beglieder unseres Vereins das „Na- deutenden Ausnahmefundstelturdenkmal Tongrube Willershau- le und konnten sich umfassend sen” und mit örtlicher Führung die über die Pflanzen- und Tierwelt 1750 geweihte und im barocken Stil erbaute ev. luth. Alexanderkirche. Die Anreise erfolgte mit Pkw-Fahrgemeinschaften. Im hiesigen Fossilienzimmer (Ortsmitte) werden Fundstücke aus der in Fachkreisen weltbekannten Tongrube gezeigt. Hier erfuhren die Besucher die Hin- Fund aus der Tongrube

Südniedersachsens im Pliozäns informieren. Vor ungefähr 3 Mio. Jahren befand sich an der Stelle der Tongrube ein kleiner See, auf dessen Grund sich über ca. 300 Jahre Überreste von Pflanzen und Kleintieren sammelten. Da hier besonders gute Erhaltungsbedingungen vorliegen, konnten bereits über 50.000 Fossilien von 500 Arten geborgen werden. Mit einem Führer des Heimatvereins Willershausen e.V. erfolgte bei sengender Hitze die Besichtigung der Tongrube. Der Tonabbau für die hiesige Ziegelei wurde 1977 eingestellt und danach vom Landkreis Northeim als Naturdenkmal unter Schutz gestellt. Im Anschluss gab es eine Kaffeetafel, ausgerichtet vom Förderververein. F.K.F. Foto: F. Fischer 41

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Leute von Senioren heute auf dem Karstweg im Naturschutzgebiet Priorteich bei Walkenried Tageswanderung am 21. Oktober 2005 Mit unseren PKW fuhren wir in Fahrgemeinschaften nach Walkenried zum Parkplatz des Klosters, dem Startpunkt unserer Tour. Bei gutem Wanderwetter führte der Weg vom Kloster zunächst zum Röseteich und dann auf dem Karstweg vorbei an der Sachsen-Eiche zur Helbing Hütte. Hier war die Vesper aus dem eigenen Rucksack angesagt. Vorbei an der „Zwergen- Kirche”, der „Schmiede” und weiteren Erdfällen erreichten wir nach Überquerung der Bahnstrecke Walkenried – Northeim die Burgruine Sachsenstein. Hier hatten wir einen besonderen Ausblick auf die Abbruchkanten der Karstlandschaft. Durch das Naturschutzgebiet Priorteich erreichten wir am frühen

Nachmittag wieder das KlosterCafé in Walkenried. Wegweiser und Schildertafeln informierten ausführlich über das Besondere dieser Landschaft rund um Walkenried. Quellungshöhlen, im Volksmund „Zwergenlöcher” genannt, kommen mehrfach in der Umgebung vor. Das ist ein fortlaufender Prozess: Anhydritgestein nimmt Regenwasser auf. Die Oberfläche beginnt sich in Gips umzuwandeln – dadurch vergrößert sich das Volumen und es bilden sich kleine Höhlen während parallel der Untergrund abbaut. Der Sachsenstein gehört zu den 8 Burgen, die König Heinrich IV. um den Harz errichten ließ. Die Harzburg gehörte als Residenzburg zu dem Burgensystem.

versorgt werden). Dazu wurden über 100 Karpfenteiche in einem technisch ausgereiften System angelegt. Das war eine Entwicklung, die heute als kulturhistorisch eingestuft wurde. Bereits ab 1750 ist die Gipsherstellung in Walkenried nachgewiesen. 1979 stellte die Walkenrieder Gipsfabrik die Produktion ein. Eine interessante Tour über circa 11 km. Mit diesem Wandervorschlag hatte unser Wanderführer Uli Brönnecke uns gut auf die abendliche Führung am 5. November 2015 im Kloster Walkenried eingestimmt, hatten wir doch nun schon bei dieser Tour gesehen, was uns bei der Klosterführung über das Wirken der Mönche erzählt werden würde. E.N.

Das einstige Sumpfgebiet wurde vor über 800 Jahren von den ZisterzienserMönchen urbar gemacht. Sie legten Ackerland an, bauten Dämme und schufen eine Vielzahl von Teichen für die Fischzucht zur Versorgung der Mönche (in der Blütezeitzeit des Ordens mussten bis zu An der fast 900-jährigen Sachsen-Eiche. 350 Mönche Abbruchkante des Karstgebiets.

Zwergen-Kirche.

Ganz entspannt am Priorteich.

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IMPRESSUM „SENIOREN HEUTE” – Northeimer Zeitschrift für Senioren/Innen Herausgeber: Senioren heute e.V. vertreten durch den Vorstand 37154 Northeim, Breite Straße 49 Tel. 05551 - 1589 [email protected] www.seniorenheute-northeim.de VR Amtsgericht Göttingen 130001 Zeitschriften-Bezug: Die Zeitschrift ist eine Vereinszeitschrift und im Handel nicht zu erwerben. Vertrieb über ehrenamtliche Zustellung. Bei Jahresbezug durch die Post betragen die Bear­ beitungs- und Versandkosten für 3 Ausgaben 10,- € Leiter des Redaktionsteams: (presserechtlich verantwortlich f. d. Inhalt) Erhard Neuhaus 37154 Northeim, Richard-Wagner-Straße 7 Tel. 05551 / 51266 [email protected]

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Anzeigenleitung: Ralf Thalacker Georg-Friedr.-Händel-Straße 17 37154 Northeim Tel.: 0151 23300465 Fax: 03212 1085656 [email protected] Vertriebsleitung: Christoph Münstermann Böcklerstraße 15 37154 Northeim Tel. 05551-62108 Gesamtherstellung: Heimert Print GmbH 37154 Northeim, Hirschberger Straße 12 Tel.: 05551 / 9731-0 Fax: 05551 / 9731-20 [email protected] www.werbungmitweitblick.de

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