40 Jahre - TelefonSeelsorge Graz

40 Jahre - TelefonSeelsorge Graz

Gebraucht – verbraucht – allein? 40 Jahre Telefon Seelsorge Graz 40 Jahre Telefonseelsorge Graz 2 Impressum: F.d.I.v.: Mag. Gerhard Baldauf MSc,...

1MB Sizes 0 Downloads 0 Views

Recommend Documents

40 JAHRE BILDUNGSWERK
Kraftsbuch • Kronach • Landorf • Langenmosen • Langensteinach • Lauter • Lengenwang • Lenggries • Leucht

EDAG 40 Jahre Chronik
... über 4.500 qm große Werkshalle, um dort fahr- und testfähige. Prototypen herzustellen. Für den MPV-auftrag von V

Chronik 40 Jahre AKIK
28.10.2015 - Kinderabteilung St. Hedwig im St. Josefs Krankenhaus. AKIK – Landesverband ... Chronistin: Rita Bernhard

40 Jahre Arbeitsgemeinschaft Amras
19.11.2004 - dem Rad über Spiegelhütte bis nach. Buchenau, wo wieder zwei Gruppen gebildet wurden. Die erste Gruppe mus-

40 Jahre - Hochschule München
Deine StuVe. 4 ... 14 chauer Straße. Lothstraße. Lothstraße henburgerstraße. 17. H eßstraße e ttstraße. Erzgießereistraß

40 Jahre svt - IndustryStock
Rathaus-Galerie in Leverkusen svt-Schachtverfüllung .... wurde die Hamburger Traditionsgalerie. 1970. .... ne Essensger

40 Jahre - TSC Dorsten
Paul Berg. Karl—Heinz Zintha. Berthold Janowitz und Friedheim Potthoff. Die ersten TSC-Aktiven rekrutierten sich aus j

40 Jahre AGCK - forumKirche
21.08.2011 - Alle Christen sind aufgerufen, sich gemeinsam ... dass die römisch-katholische Kirche sich im. Bereich der

40 Jahre Weindorf - VVS
Liebe VVS-Fahrgäste, der Sommer zieht ins .... Stuttgart drei neue Express-Buslinien. Un- ter dem ..... ters und per Te

linos ensemble 40 Jahre
Johann Strauß. Kaiserwalzer (7). Francis Poulenc. Sextett (6). Ludwig van Beethoven. Klavierquintett op. 16 (5) … in

Gebraucht – verbraucht – allein?

40 Jahre

Telefon Seelsorge Graz

40 Jahre Telefonseelsorge Graz

2

Impressum: F.d.I.v.: Mag. Gerhard Baldauf MSc, TelefonSeelsorge Graz – Notruf 142 Postadresse: 8010 Graz, Bischofplatz 4 Titelbild: Doug Wertman, flickr.com; Bilder: flickr.com, Jungwirth, Fischer, Freisinger Layout: Werbeagentur punktGenau, Graz-Weinitzen Druck: Reha-Druck, Graz

Gebraucht – verbraucht – allein? Wir hören hin – seit 40 Jahren

5

Grußwort 6 Herzlichen Glückwunsch zum 40. Geburtstag

8

„Wie wichtig ist es, zuhören zu können!“

10

Zuhören als Zeichen der Menschlichkeit

12

Es gibt so Tage ...

14

Resonanz finden

16

Fachliche Beiträge zum Motto „Gebraucht – verbraucht – allein?“

18

Ehrenamtliche MitarbeiterInnen kommen zu Wort

24

Buchstabenflut 26 IFOTES-Projekt 28 Verein 30 Aktueller Bericht über das Jahr 2014

33

Ein Blick auf die Telefonseelsorge Österreich

35

40 Jahre

36

Dank …

38

40 Jahre Telefonseelsorge Graz

Inhaltsverzeichnis

3

40 Jahre Telefonseelsorge Graz

4

Gebraucht – verbraucht – allein? Liebe Leserinnen, liebe Leser! Das 40-jährige Bestehen der Telefoneelsorge Graz – Notruf 142 und damit diese Festschrift stehen unter dem Motto Gebraucht – verbraucht – allein? Wir hören hin – seit 40 Jahren In unserer Arbeit zeigt sich, dass hinter Problemstellungen Anrufender oft die Sehnsucht nach „Angenommensein“ und damit der tieferen Wertschätzung im Sinne von „Ich habe Interesse an Dir, an Deinem Leben“ steht. Das bestätigt auch die Auswertung der Jahresstatistik 2014, in der das Thema Einsamkeit / Isolation und die daraus resultierenden Probleme mit der Alltagsbewältigung an erster Stelle liegen. Oftmals schildern Anrufende aus ihrem Leid heraus die Erfahrung, dass sie niemand mehr „braucht“, dass sie „zum alten Eisen“ geworden sind, weggeworfen und als nutzlos erklärt. Mögen sie sich zum Teil selbst diesen Stempel aufdrücken, die innere Not und die damit beginnende (soziale) Isolation lassen die Spirale noch tiefer drehen. Hand aufs Herz: Wer will sich nicht gebraucht und damit auch geliebt fühlen? Die Frage ist nur, ob mein Wert sich fremdgesteuert abhängig

machen muss von Erfüllungen diverser Verhaltensweisen oder von Erfolgen. Und es stellt sich die Frage, ob die Selbstliebe so stark ist, dass sie auch aus widerwärtigen Situationen einigermaßen gesund herausführen kann. Der Medizinsoziologe Aaron Antonovsky prägte dafür den Begriff der „Salutogenese“, dass es immer etwas geben kann, das im Leben HEIL und damit GESUND ist. Dafür braucht es die Erfahrung, ­ dass der Mensch erwarten darf, dass sein Leben für ihn selbst einigermaßen verstehbar ist bzw. verständlich werden kann, gepaart mit dem Zutrauen, schwierige Situationen zu meistern. Wichtig dafür ist auch die tiefe Überzeugung, dass Herausforderungen für das Leben letztlich lohnend sind im Sinne von Entwicklung. Dies erfordert aber eine stabile Balance zwischen kognitiven und gefühlshaften Leistungen. Doch nicht jede und jeder ist „im Lot“, mit sich im Einklang. Viele beschreiben krisenhafte Situationen damit, dass der Boden unter ihnen schwankend geworden ist. Und sie sehnen sich nach jemandem, der sie stützt und hilft, aus der für sie belastenden Situation herauszukommen. Wer kann, mobilisiert noch die letzten Kräfte, um sich die Krise nicht anmerken zu lassen – gilt man dann doch als schwach und zu nichts mehr zu gebrauchen. Diese Erfahrung kann uns alle treffen:

• ob in schwierigen Beziehungen, in denen sich jemand einsam und unverstanden fühlt, • ob als arbeitsloser Mensch, der sich als „Schmarotzer der Gesellschaft“ fühlt, • ob als Mensch mit einer psychischen Erkrankung, der aufgrund seiner Verhaltensweisen für sein Umfeld irritierend erscheint und damit abgelehnt wird, oder • ob als alter Mensch, der – durch seine „Unproduktivität“ – als Belastung erlebt wird. In dieser Festschrift geben nicht nur einige ehrenamtliche MitarbeiterInnen einen kleinen Einblick in ihre Tätigkeit als TelefonseelsorgerInnen, sondern auch Fachleute nehmen zu diesem Motto aus ihrer Sicht Stellung. Wir als Telefonseelsorge können nicht die Welt retten. Aber wir können den Menschen so begegnen, dass sie erleben: Hier werde ich als Person mit unbedingter Akzeptanz und dem unwiderruflich einmaligen Wert eines Individuums gesehen – vielleicht ein passender Impuls für unser aller Wachstum



meint Ihr Gerhard Baldauf

40 Jahre Telefonseelsorge Graz

Wir hören hin – seit 40 Jahren

5

40 Jahre Telefonseelsorge Graz

6

Grußwort … für die Festschrift der Telefonseelsorge ­anlässlich ihres 40-jährigen Bestehens

Die Telefonseelsorge Steiermark wirkt nun schon seit 40 Jahren. Damals haben sich der Priester und Schriftsteller Martin Gutl (gest. 1994) und der Theologe und Psychotherapeut Franz Weritsch (gest. 2014) der von England ausgehenden und sich rasch über Europa verbreitenden Idee angenommen, eine telefonische Betreuung in Entscheidungs- und Problemsituationen einzurichten, und haben dies in Graz verwirklicht. Dieser psychosoziale Notrufdienst leiht vielen Menschen sozusagen sein Ohr und tut dies unpathetisch, aber mit viel Herzkraft. Die Telefonseelsorge ist daher ein wichtiges Element im Leben von Kirche und Gesellschaft in der Steiermark geworden.

7

Im dankbaren Rückblick auf 40 Jahre des Bestehens eines so wichtigen und engagierten Dienstes wünsche ich der Telefonseelsorge Steiermark auch in Zukunft ein gesegnetes Wirken.

Dr. Egon Kapellari Emeritierter Bischof von Graz-Seckau

40 Jahre Telefonseelsorge Graz

Als emeritierter Bischof von Graz-Seckau danke ich den vielen meist ehrenamtlich tätigen Frauen und Männern aus allen christlichen Kirchen für ihren Dienst, der Menschen horchend und verstehend helfen will, den eigenen Weg besser zu erkennen und weitere Schritte zu tun. Dieser Dienst der Telefonseelsorge ist für die Öffentlichkeit meist verborgen. Er wird unaufdringlich und leise getan. Aber das Leise bewirkt oft viel mehr als laut Getanes.

40 Jahre Telefonseelsorge Graz

8

Herzlichen Glückwunsch zum 40. Geburtstag Vergleichsweise klein und bescheiden hat es vor vierzig Jahren begonnen. Aber mit einem enormen Pioniergeist und Engagement – in der festen Überzeugung, dass eine solche Einrichtung dringend notwendig sei und endlich verwirklicht werden müsse. Anonym sollten sich Menschen auf kurzem Weg jederzeit kostenlos und ohne jegliche Vorbedingungen mit allen ihren Sorgen und Nöten an einen Seelsorger oder eine Seelsorgerin wenden können. Seither hat sich die Telefonseelsorge kontinuierlich weiterentwickelt: in Bezug auf Technik, Angebot, Konzeption und Professionalisierung… Sie ist inzwischen zu einer „Institution“ geworden, die aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken ist. Während sie 1975 aber noch allein auf weiter Flur agierte, gibt es inzwischen bereits eine ganze Reihe ähnlicher Hotlines, ohne dass auch nur eine von ihnen an einem Mangel an Anrufen leiden würde. Im Gegenteil: Der Bedarf ist weiterhin steigend. Weil Menschen unserer Tage trotz einer Fülle von modernsten Kommunikationsmitteln mit ih-

9

Stimme und Ohr. Was gelegentlich ein Nachteil sein mag, hat auch seine positiven Seiten. Ähnlich wie Blinde entwickeln Telefonseelsorger/ innen im Lauf der Zeit eine enorme Sensibilität für die verschiedensten akustischen Signale ihrer KlientInnen und lernen so auch auf das zu hören, was zwischen den Worten „gesagt“ wird. Danke allen – zumeist ehrenamtlich – Mitarbeitenden. Und die besten Wünsche für eine weiterhin segensreiche Zukunft – zum Wohle der Menschen!

M.Mag. Hermann Miklas, Superintendent der Evangelischen Diözese Steiermark und Vorsitzender des Ökumenischen Forums christlicher Kirchen in der Steiermark

40 Jahre Telefonseelsorge Graz

ren existenziellen Fragen letztlich doch oft allein sind. Meist brauchen sie keine guten „Ratschläge“, sondern „nur“ Menschen, die ihnen aktiv zuhören, ihnen an neuralgischen Stellen gezielte Rückfragen stellen und ihnen auf diese Weise helfen, ihre eigenen Gedanken und Gefühle besser zu ordnen. Die Telefonseelsorge ist ökumenisch, d.h. von allen Konfessionen mitgetragen, aber selbstverständlich auch offen für Nicht-Glaubende oder für Menschen aus anderen Religionen. Ihr christliches Profil besteht nicht darin, dass sie die Anrufenden in irgendeiner Weise indoktrinieren möchte, sondern insbesondere darin, dass sie bereit ist, sich gemeinsam mit den Anrufenden über den konkreten Anlassfall hinaus ggf. auch den ganz grundsätzlichen, oftmals bedrängenden Fragen nach dem Sinn von Lebenssituationen zu stellen. Die Anrufenden und ihre Gesprächspartner kennen einander in der Regel nicht und können einander auch nicht sehen. Die Kommunikation konzentriert sich also auf die beiden Organe

40 Jahre Telefonseelsorge Graz

10

„Wie wichtig ist es, zuhören zu können!“ Diese Twitter-Meldung ging im Advent 2014 um die Welt und erreichte über zehn Millionen Followers. Der Twitter war niemand Geringerer als Papst Franziskus, ein Mensch, der nicht nur zum Zuhören aufruft, sondern auch selbst anderen Menschen gut zuhört und dafür geschätzt wird. Immer wieder greift er selbst zum Telefon, um sich von Menschen in Herausforderungen und Krisen erzählen zu lassen. Der Papst lebt darin beispielhaft, was er als einen der drei Anforderungen an einen Hirten formuliert, wenn dieser dazu bestimmt ist, inmitten seiner Herde menschliche Nähe zu vermitteln. Jemanden zu wissen, der zuhört, oder jemanden zu finden, der Anteil nimmt, kann ein erster Schritt aus einer ausweglos erscheinenden Lebenssituation sein. Seit 40 Jahren sind viele in der Telefonseelsorge Graz Menschen nahe und leisten in hoher Kompetenz und Sensibilität den Dienst des Zuhörens und der Anteilnahme. Als Leiter des Pastoralamtes, dem die Telefonseelsorge in der Steiermark zugeordnet ist, freue ich mich darüber und danke allen, die die Telefonseelsorge aufgebaut, weiterentwickelt und begleitet ha-

11

Den vielen Männern und Frauen, die hochmotiviert, gut ausgebildet und kompetent als ehrenamtliche Telefonseelsorger und Telefonseelsorgerinnen für Menschen in Not da sind, gilt meine Anerkennung und mein Respekt. Der Telefonseelsorge in der Steiermark wünsche ich auch in Zukunft ein segensreiches Wirken und weiterhin die Gabe, zuhören zu können.

Mag. Johannes Freitag MBA, Pastoralamtsleiter der Diözese Graz-Seckau

40 Jahre Telefonseelsorge Graz

ben. Diese Leistung ist in vorliegender Broschüre dokumentiert und gibt im Blick auf 40 Jahre des Wirkens für Menschen in unserem Land Grund zu Dankbarkeit.

40 Jahre Telefonseelsorge Graz

12

Zuhören als Zeichen der Menschlichkeit Vor allem Menschlichkeit, Toleranz und Solidarität sind es, die unsere Gemeinschaft zusammenhalten und das Fundament unserer Gesellschaft darstellen. Diese Werte dürfen jedoch nicht an der Tür des Nachbarn enden, sondern sollten vielmehr auch dort ihren Anfang­ nehmen. Wenn es uns – aus welchen Gründen auch immer – nicht gut geht, kann vor allem ein Gespräch, bei dem man sich die Sorgen von der Seele redet, viel Positives bewirken. Daher freut es mich besonders, dass die Telefonseelsorge Graz ihr mittlerweile 40-jähriges Bestehen feiert. Diese Einrichtung wurde unter Bischof Johann Weber vom Priester und Literaten Martin Gutl sowie Pastoralassistenten Franz Weritsch mit 29 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ins Leben gerufen. Unabhängig von politischen, religiösen und weltanschaulichen Ansichten können sich die Menschen Tag und Nacht mit ihren Themen oder Problemen an diese besondere Hotline wenden. Großer Wert

13

Mit den besten Wünschen für die Zukunft und herzlichen Grüßen,

Mag. Franz Voves Landeshauptmann der Steiermark

40 Jahre Telefonseelsorge Graz

wird darauf gelegt, dass die einzelnen Gespräche „auf Augenhöhe“ stattfinden; Gesprächs„Partnerschaft“ und Wertschätzung gegenüber jedem Menschen stehen stets im Vordergrund der Kommunikation. Somit gratuliere ich zum 40-jährigen Jubiläum und möchte mich an dieser Stelle vor allem bei den vielen Ehrenamtlichen bedanken, die mit ihrer Arbeit bei der Telefonseelsorge Graz einen unverzichtbaren Beitrag für die Mitmenschlichkeit leisten.

40 Jahre Telefonseelsorge Graz

14

Es gibt so Tage ... … da würde man gerne mit jemandem reden!“ Seit 40 Jahren ermöglicht die Telefonseelsorge Menschen, die offene, kompetente und verschwiegene GesprächspartnerInnen suchen, ihr Angebot. Unser Leben hat sich rasant beschleunigt. Die immer schnelleren Veränderungen in der globalisierten Welt fordern: laufende Effizienzsteigerung, lebenslanges Lernen, schnelleres und fehlerfreieres Arbeiten, Einstellen auf immer neue Situationen, die ständige Erreichbarkeit über E-Mail, Handy und die Notwendigkeit, darauf zu reagieren, die Arbeit auf möglichst wenig MitarbeiterInnen aufzuteilen. Auch auf die Freizeit hat sich dieser Druck ausgebreitet. Aktiv sein, Reisen, Shoppen und das möglichst alles zugleich. Für Ruhe und Entspannung bleibt keine Zeit. Mit dem Ergebnis, dass 69,7% der ÖsterreicherInnen unter Verspannungen leiden, 43,8% unter nervösen Unruhezuständen, 41,5% Durchschlafstörungen haben, 38,9% Erschöpfungszustände verspüren, 38,6% unter ständigem Zeitdruck leiden.

15

Die Telefonseelsorge hilft erfolgreich dort, wo es der/dem Einzelnen nicht so leicht fällt, sich aus eigener Kraft diese Häuser zu bauen. Ein ganz großes Dankeschön, vor allem an alle Ehrenamtlichen!

Herzlichst Ihr

Mag. Siegfried Nagl Bürgermeister der Landeshauptstadt Graz

40 Jahre Telefonseelsorge Graz

Es gibt die benediktinische Weisheit: „ora et labora“. Der Mensch braucht Arbeit, er braucht aber auch die Ruhe und (es ist ein altmodisches Wort) die Einkehr. Moderner drückt das der amerikanische Philosoph Ralph Waldo Emerson aus: „Jeder Geist baut sich selbst ein Haus und jenseits dieses Hauses eine Welt und jenseits dieser Welt einen Himmel.“

40 Jahre Telefonseelsorge Graz

16

Resonanz finden Der späte Abend eines ganz normalen Wochentages. Endlich schlafen die Kinder! Frau M. sitzt am Küchentisch und schlägt die Zeitung auf. Eigentlich hat sie ja gar keine Lust zum Lesen, aber irgendwie muss sie sich einfach ablenken. Der ganze Tag war so voll, der Halbtagsjob, die Sorgen mit der kleinen Tochter, der Ärger mit der Schule und dann noch all diese Arbeit im Haushalt. Es ist so selbstverständlich, dass sie für alles zuständig ist! Wie gerne würde sie jetzt jemandem erzählen, wie es ihr geht, wie sich das so anfühlt am Ende eines ganz normalen Tages. Es sind meist die vielen Kleinigkeiten, die uns zermürben, an denen wir uns Tag für Tag aufreiben. Wie heilsam sind Menschen, die sich diese Alltagsgeschichten anhören, die hinhören und so zuhören können, dass wir Resonanz bekommen. Seit 40 Jahren macht es sich die TelefonSeelsorge Graz – Notruf 142 zur Aufgabe, jenen Menschen Resonanz zu geben, die zum Hörer greifen und unsere Nummer wählen. Ein Gesprächsangebot, das rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr, kostenlos und vertraulich genutzt werden kann. Das Gegenüber am Telefon sind Frauen und Männer aus unterschiedlichen gesellschaftlichen

17

Welche Menschen sind es, die bei uns anrufen und Resonanz auf ihre aktuelle Lebenssituation suchen? Frauen und Männer, Kinder und Jugendliche, aus allen Altersgruppen und aus den unterschiedlichsten Lebenssituationen. Wie berührend ist es immer wieder, Einblick in Lebensgeschichten zu bekommen – Lebensgeschichten, die oft so ganz anders verlaufen, als im eigenen sozialen Umfeld. Telefonseelsorge ist im europäischen Raum entstanden als Angebot für Menschen, die einen Suizid in Erwägung ziehen. So gehört es zu unseren Wurzeln und auch zu unserem Dienst, dass wir mit akuten Krisen konfrontiert sind. Gerade dann brauchen unsere Anrufenden einen Mitmenschen, der sich auf ihre innere Situation

einlässt. Dieses Beziehungsangebot – über das Gespräch am Telefon – ist oft die wichtigste erste Hilfe, um dann weitere Hilfsmöglichkeiten annehmen zu können. In akuten Krisen kann diese Resonanz – wenn sie gelingt – auch lebensrettend sein. Resonanz zu finden, ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Die Resonanz, die Kinder von ihren Bezugspersonen bekommen, ist unver­ zichtbar für ihre menschliche Entwicklung. Unser derzeitiges gesellschaftliches Umfeld ist geprägt von immer größer werdenden Widersprüchen: von scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten für den Einzelnen und immer mehr Menschen, die nicht mithalten können. Von Kommunikationsmöglichkeiten rund um den Globus, rund um die Uhr und zunehmender Vereinsamung. Von immer höherem Tempo und trotzdem immer weniger Zeit füreinander. Telefonseelsorge bietet Resonanz, wenn Menschen sie in ihrem eigenen Umfeld nicht, oder gerade jetzt nicht finden. Telefonseelsorge wird es auch die nächsten 40 Jahre brauchen.

Eva Steinbichler

40 Jahre Telefonseelsorge Graz

Kontexten, unterschiedlichen Alters und aus vielen verschiedenen Berufen. Sie bringen ihre persönliche Lebenserfahrung mit, haben sich in einer einjährigen Ausbildung für ihre Aufgabe qualifiziert und sind bereit, sich in Weiterbildungen und Supervisionen weiterzuentwickeln. Und sie schenken den Anrufenden ein sehr kostbares Gut – ihre Zeit! Telefonseelsorger und Telefonseelsorgerinnen arbeiten ehrenamtlich und setzen damit ein sichtbares Zeichen für Solidarität und Miteinander in unserer Gesellschaft.

40 Jahre Telefonseelsorge Graz

18

Fachliche Beiträge zum Motto  „Gebraucht Beziehung 1. Welche Ursachen können in Beziehungen (Paarbeziehungen, Beziehungen zw. Eltern und Kindern etc.) dazu führen, dass sich Einzelne in einer Beziehung als „verbraucht“ und/oder „alleingelassen“ erleben? Was können Betroffene der Erfahrung des „Allein-Gelassenseins“ in Beziehungen entgegensetzen? Die Ursache kann in der Person selbst liegen. Es gibt Persönlichkeitsstrukturen, die nur geben und dienen. Solche bleiben in dieser Rolle verhaftet. Sie reflektieren nicht und nehmen nicht wahr, wie sie mit sich selbst umgehen, wenn sie immer nur für andere da sind. Andererseits können sie sich alleingelassen fühlen, wenn der/die Partner/in nicht das emotionale Gespür aufbringt, mehr Zuwendung und Nähe zu geben. Es fehlt die Rückmeldung bzw. die so wichtige Äußerung des eigenen Bedürfnisses. Solche Persönlichkeiten münden oft in eine Depression. Auch die Aufmerksamkeit des/der Partners/in ist gefordert, indem er/ sie die Wahrnehmung, dass sich der/die andere

verausgabt, anspricht. Meist ist das zuwenig. Der/die Betroffene kann oft Hilfe nicht annehmen. Da ist dann trotzdem professionelle Hilfe notwendig. 2. Was leistet aus Ihrer Sicht die TelefonSeelsorge Graz – Notruf 142 (kurz TS Graz) für Menschen in Beziehungskrisen? Die Telefonseelsorge ist in der Notsituation rund um die Uhr erreichbar; genau zu dem Zeitpunkt, wo Betroffene es nötig haben. Oft wird durch die Möglichkeit des Ansprechens der Leidensdruck enorm verringert und neue Sichtweisen tun sich auf. Nur durch die empathische und akzeptierende Haltung im Zuhören passiert Linderung in ihrer Krise. Wo es notwendig ist, verweisen die TelefonseelsorgerInnen auf professionelle Hilfe. Mag. Winfried Pabst Leiter des Instituts für Familienberatung und Psychotherapie (IFP) der Diözese Graz-Seckau

19

„Arbeits-los“ 1. Du hast beruflich mit vielen Menschen, die arbeitslos sind, zu tun. Was würden Menschen, die ihre Arbeit verloren haben, aus ihrer Erfahrung zu „gebraucht – verbraucht – allein?“ sagen? Mit welchen Belastungen kämpfen Menschen ohne Arbeit? Arbeit zu haben, ist mehr als Geld zu verdienen. Arbeit zu haben, bedeutet, für eine bestimmte Aufgabe, für eine spezielle Tätigkeit gebraucht zu werden. Arbeit strukturiert den Tag und über die Arbeit haben wir auch viele soziale Kontakte, die sich aus dem Arbeitskontext sozusagen von selbst ergeben. In unserer Gesellschaft definieren wir unseren Wert vielfach über die Erwerbsarbeit: Wie viel verdiene ich/kann ich mir leisten? Arbeite ich bei einer angesehenen Firma? Bei arbeitslosen Menschen heißt das dann im Umkehrschluss: Sie werden nicht gebraucht, sie erfahren Ablehnung durch die Absagen auf ihre Bewerbungen (sofern man überhaupt eine Absage erhält). Arbeitsuchende wollen zur Er-

werbsgesellschaft dazugehören, man lässt sie aber nicht. Die sich von selbst ergebenden Sozialkontakte in der Arbeitsstelle fallen weg. Wenn es in anderen Begegnungen um die Frage geht „Wo arbeitest du?“, möchte man nicht sagen müssen, dass man keine Arbeit hat, und so zieht man sich immer mehr zurück. 2. Was kann aus deiner Sicht die TelefonSeelsorge Graz – Notruf 142 für Menschen ohne Arbeit leisten? In der Arbeitslosenfonds-Beratungsstelle machen wir oft die Erfahrung, wie wichtig es ist – neben allen fachlichen Unterstützungen – den Menschen zuzuhören, sie wertzuschätzen und sich ihnen einfach zu widmen. Das war mir zunächst nicht bewusst, bis sich eine Dame herzlich für unsere Unterstützung bedankte. Auf den Hinweis, dass wir ja nur geredet hätten und der entscheidende Tipp für ihre neue Arbeitsstelle von woanders herkam, sagte sie: „Ja, aber Sie waren in dieser schweren Zeit für mich da, bei Ihnen fühlte ich mich verstanden und als Mensch angenommen, das hat mir geholfen, nicht aufzugeben.“

40 Jahre Telefonseelsorge Graz

– verbraucht – allein?“

40 Jahre Telefonseelsorge Graz

20

Wahrscheinlich gibt es in der TS viele solcher Erfahrungen. Seid euch bewusst, dass ihr euren Anrufern sehr viel an Stärkung, Ermutigung und Wertschätzung gebt! Das ist zwar nicht leicht mess-, darstell- oder evaluierbar. Betroffenen bedeutet das aber sehr viel. In diesem Sinne gratuliere ich der Telefonseelsorge vonseiten des Arbeitslosenfonds – übrigens beides Gründungen von Bischof Johann Weber – sehr herzlich. Ich wünsche euch weiterhin viel segensreiches Wirken! Mag. Bernhard Schwarzenegger Geschäftsführer des Arbeitslosenfonds der ­Diözese Graz-Seckau

Menschen mit psychischen Erkrankungen 1. Was treibt Menschen mit einer diagnostizierten psychischen Erkrankung in eine Vereinsamung? Worunter leiden psychisch Erkrankte in unserer heutigen Gesellschaft besonders? Die diagnostizierten psychischen Erkrankungen umfassen eine sehr große Spannbreite. Hier möchte ich mich auf jene Erkrankungen beziehen, die umgreifend und langfristig und oftmals unheilbar in das Leben von Menschen eingreifen und es verändern. Gefühlssicherheit, reale Erlebnis- und Wahrnehmungsfähigkeit sind wesentliche Bestandteile für die Beziehung, die wir zu uns selbst haben und dafür, wie sich unser Kontakt und unsere Verbindung zur Umwelt und anderen Menschen gestaltet. Bei vielen psychischen Erkrankungen sind gerade diese Voraussetzungen in Mitleidenschaft gezogen. Psychisch Kranke wirken

21

2. Was leistet die TS Graz für Menschen mit einer psychischen Erkrankung? In den vielen Jahren meiner Tätigkeit als Supervisorin habe ich die TS auch als Anlaufstelle für eine ganz stark vereinsamte und isolierte Gruppe von Menschen schätzen und kennengelernt. Es handelt sich um jene psychisch kranken Menschen, denen durch Therapie und Medikamente nicht mehr geholfen werden kann.

Es gibt psychische Störungen, die es Mitmenschen sehr schwierig machen, mit den betroffenen Erkrankten in Kontakt zu sein, weil psychische Störungen manchmal Verhaltensweisen entwickeln, die für andere mühsam, irritierend, verletzend und dadurch sehr belastend sind, oft bis zur Unerträglichkeit. In unserer Gesellschaft gibt es auch wenig Information für Angehörige und für das Umfeld von psychisch kranken Menschen darüber, wie diese Krankheiten das Verhalten von Menschen verändern. Das alles sind Gründe, weswegen es eine Gruppe von Menschen gibt, die kaum noch persönliche Kontakte hat. In den vergangenen Jahren konnte ich immer wieder erleben, dass die TS Graz für eine erhebliche Anzahl von psychisch schwer erkrankten Menschen im weitesten Sinne so etwas darstellt wie eine Familie: Es ist jemand da, wenn es sonst gar keinen Kontakt mehr gibt, jemand, der bereit ist, wertschätzend zuzuhören und dem Menschen Wichtigkeit zu geben,

40 Jahre Telefonseelsorge Graz

manchmal befremdend auf ihre Mitmenschen und sind in ihren Reaktionen und Äußerungen oftmals nicht verstehbar für ihr Umfeld. Mit anderen Worten: Psychische Erkrankungen verhindern oder erschweren die soziale Integration. Oftmals sind die Betroffenen nicht in der Lage, ihre Einschränkungen zu reflektieren, sehen ihr Verhalten als persönliches Versagen an und reagieren unkontrolliert auf Reaktionen ihrer Umgebung. Dadurch ist das Nachgehen einer beruflichen Tätigkeit oftmals erschwert oder gar unmöglich. Somit ist die gesellschaftliche Isolation, die mit dem Krankheitsverlauf einhergeht, nicht aufzuhalten.

40 Jahre Telefonseelsorge Graz

22

jemand, der nicht verändern will, was man nicht verändern kann, jemand, der einfach da ist. Vermutlich ist die Telefonseelsorge für viele Betroffene die einzig übrig gebliebene Quelle für Kontakt und Beziehung, um diese unsere innerste menschliche Notwendigkeit zu stillen, irgendwo dazuzugehören, ein Mensch unter Menschen zu sein. Mag. Lissa Kamenschek Psychotherapeutin und Supervisorin in eigener Praxis

Ältere / alte Menschen 1. Wir wissen, dass der Anteil an älteren Menschen in unserer Gesellschaft stark zunimmt, nicht jedoch immer die Wertschätzung für den älteren und alt gewordenen Menschen. Warum sagen ältere / alte Menschen oft, dass sie sich „verbraucht“ und „alleingelassen“ fühlen? Was wird Ihrer Meinung nach in Bezug auf die immer älter werdende Gesellschaft auf uns zukommen? In meiner langjährigen Gruppenerfahrung mit älteren Menschen kam immer wieder zur Sprache, dass die Zwischenkriegs-, Kriegs- und Nachkriegsgeneration (zu Recht?) das Gefühl hat, unter widrigsten Bedingungen ein Land aufgebaut und Kinder ins Leben begleitet zu haben, und nun – was als zutiefst ungerecht empfunden wird – vermittelt bekommen, dass kein Platz für sie mehr da ist, sie nur Kosten verursachen und letztlich nur ein Heimplatz mit all den negativen Assoziationen übrig bleibt. Das alles verursacht existentielle Ängste! Allein das Wort „Überalte-

23

2. Was kann aus Ihrer Sicht die TelefonSeelsorge Graz – Notruf 142 für ältere / altgewordene Menschen leisten? Die Telefonseelsorge trägt dazu bei, ein Gefühl von „Geborgenheit“ zu vermitteln („Ich kann immer anrufen, wenn ich in Not bin“) und kann dabei unterstützen, die notwendigen Hilfen in die Wege zu leiten. Gerade bei älteren Menschen, die dieses Gefühl aufgrund der widrigen Zeiten in ihrer Kindheit nie gekannt haben, kann

das eine Art „Wieder-gut-Machung“ darstellen und ihnen „etwas zurückgeben“. In jedem Fall trägt es dazu bei, Ängste zu nehmen. Dr. Alexis Matzawrakos Facharzt für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin, Schwerpunkt Alterspsychiatrie Leitung GPZ – Gerontopsychiatrisches Zentrum und SOPHA Graz der GFSG (Gesellschaft zur Förderung seelischer Gesundheit)

40 Jahre Telefonseelsorge Graz

rung“ ist schon stigmatisierend, abwertend und ausschließend. Die Gesellschaft ist daher gefordert, unseren älteren Mitmenschen ein Gefühl von „Gebraucht-werden“ und ein Gefühl von „Geborgenheit“ zu vermitteln, ihnen Selbstbestimmung, Selbstverantwortung und Selbstverwirklichung zu ermöglichen und ihnen auch die Chance zu geben, die (sicherlich schrittweise notwendig werdenden) Hilfen selbst mitbestimmen zu können. Nur wenn all das gewährleistet ist, ist „gutes Altern“ möglich und eine gewisse Gerechtigkeit wieder hergestellt!

40 Jahre Telefonseelsorge Graz

24

Ehrenamtliche MitarbeiterInnen kommen zu Wort „Mein Beweggrund, mich in der TS Graz zu engagieren …“ Am Ende unserer Ausbildung erhielten alle Teilnehmer ein kleines Büchlein mit Aphorismen. Ich blätterte und stieß auf folgendes Zitat, das mir sofort gefiel: „Wenn alles seinen richtigen Platz in unserem Geist hat, können wir mit dem Rest im Einklang sein.“ (Henri-Frédéric Amiel) Oft bedarf es nur der Möglichkeit, mit einem anderen Menschen, der einem achtsam gegenübertritt, seine Probleme zu besprechen, und viel Schweres findet seinen richtigen Platz in unserem Geist. Es ist ein Geschenk für mich, ein achtsames Gegenüber am Telefon sein zu dürfen und durch meine Begleitung ein Stück zur Bewältigung schwieriger Lebenssituationen beizutragen. TS-C., seit 2009 in der TS Graz; Geschäftsführerin eines Wirtschaftsunternehmens

„Es gibt diese Gespräche, die mir zu Ohr und zu Herzen gehen …“ Im vergangenen Jahr hatte ich bei einem Abenddienst gerade in einen Keks gebissen, als das Telefon läutete. „Ich hätte gern mit jemandem geredet“, begann eine Frau. In den ersten Sätzen liegt für mich oft viel, was sich dann entfaltet. Da war eine Frau mitten im Leben, mit immer mehr Arbeit und dem Gefühl, dass ihr alles zu viel sei; eine Frau, die auf andere wie „ein Fels in der Brandung“ wirkt und die selber Angst hat. „Mir fehlt der Mut, mich zuzumuten“, sagte sie mir. Das ist mir nah gegangen. Sich verletzlich anzuvertrauen in einer Welt, in der sich so vieles um Erfolg dreht, braucht Mut. TS-M., seit 14 Jahren in der TS Graz hörend, sonst als Hochschullehrerin tätig

„Besonders spannende Erfahrungen in meinen Nachtdiensten ...“ Das „Ernstnehmen“ aller Anliegen; mit Respekt, Empathie und Kompetenz für Menschen mit persönlichen Krisen und Anliegen da zu sein, ist immer wieder spannend. Hier ist mir eine gute Ausbildung und laufende Fort- und Wei-

25

TS-V., seit 2007 in der TS Graz; Biobauer, Dipl. Lebens- und Sozialberater

„Meine bisherigen Erfahrungen als Teilnehmerin in der derzeitig stattfindenden TS-Ausbildung …“ Anfang 2014 las ich im „Megaphon“, dass die Telefonseelsorge in Graz neue ehrenamtliche MitarbeiterInnen sucht. Es war für mich eine große Freude, nach einem Vorstellungsgespräch im Oktober mit 15 anderen Bewerbern (11 Frauen, 4 Männern) die Ausbildung beginnen zu können. Die Zusammensetzung unserer Gruppe ist sehr gut gewählt und spiegelt große Teile der Be-

völkerung wider. Rasch haben wir Vertrauen zueinander gefunden, unsere Fortbildungseinheiten sind von Offenheit und Empathie geprägt. Es ist für mich in jeder Hinsicht ein Gewinn, diese fundierte und abwechslungsreiche Ausbildung mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Vortragenden zu absolvieren. C.W.; Ärztin, Psychotherapeutin

40 Jahre Telefonseelsorge Graz

terbildung eine gute Grundlage. Die Arbeit ist sehr vielfältig. Es geht um beratende, seelsorgliche Gespräche, die gerade in den Nachtstunden einer hohen Aufmerksamkeit bedürfen. Unter „spannend“ verstehe ich die Herausforderungen. Dies sind immer wieder akute Krisensituationen wie Todesfälle, Beendigung oder Krisen in einer Beziehung, Probleme mit Kindern, Umgang mit schweren Krankheiten, Selbstzweifel, die Sinnfragen des Lebens und vor allem Suizid­ ankündigungen.

40 Jahre Telefonseelsorge Graz

26

Buchstabenflut Vor Kurzem fand ich in meinem Mail-Postfach der Onlineberatung die Mitteilung einer Schreiberin. Sie bezeichnete diese als Buchstabenflut und entschuldigte sich, mir diese zuzumuten. Mit der festen Überzeugung, dass alles, was ist, gut ist, stehe ich der Schreiberin als Gegenüber zur Verfügung – gleichzeitig bekomme auch ich ein Gegenüber. Noch ist es mir unbekannt, fremd ... Fragen tun sich auf ... Ich bin gespannt auf das, was ich kennenlernen darf ... Etwas Neues beginnt. Im gegenseitigen Annäherungsprozess führen Monologe zu Dialogen und lassen aus der Buchstabenflut Worte und Sätze werden, die Gedanken, Gefühle, Erfahrungen und Sachinhalte zum Ausdruck bringen. Unzählige schmerzhafte Eindrücke und Verletzungen haben den schriftlichen Ausdruck gefunden, ihn „not-wendig“ gemacht. Im regelmäßigen und verlässlichen Austausch können

27

Wann die Schreiberin und ich uns von einander verabschieden werden, steht nicht fest. Unser Abschied wird sich ergeben, wenn es Zeit dafür ist.

TS-Agnes

Agnes ist seit 22 Jahren ehrenamtliche Mitarbeiterin der Telefonseelsorge. Seit Beginn der Mail-Beratung der Telefonseelsorge Steiermark vor 15 Jahren ist sie Mitglied des Beratungsteams, Internauten genannt, das sich 2012 dem Team der Onlineberatung der Telefonseelsorge Österreich angeschlossen hat.

40 Jahre Telefonseelsorge Graz

sinnvolle Inhalte und Botschaften durch Verschriftlichung bewusst und klar werden. Zwischenmenschliche Begegnung wird spürbar, die persönliches Wachstum und Vertrauen fördert, Vertrauen auf die eigenen Stärken und die Kraft, die uns allen geschenkt ist.

40 Jahre Telefonseelsorge Graz

28

IFOTES-Projekt Was bringt uns dazu, am Telefon zu arbeiten? Und dann auch dabeizubleiben? Diese Fragen waren der Ausgangspunkt eines Projekts mit dem sperrigen Namen TESVOLSAT, das von der Telefonseelsorge der deutschsprachigen Minderheit in Belgien bei der EU eingereicht wurde. Telefon Emergency Services Volunteers Satisfaction ist die Lösung des Kürzels – alles klar? In Brüssel war man/ frau der Meinung, es handle sich um etwas Wichtiges und Interessantes – das Projekt wurde angenommen! Beteiligt sind Belgien, Italien, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Spanien, Ungarn. Die Diskussionen in der Projektgruppe, die einen Fragebogen erstellen sollte, fingen bei ganz einfachen Dingen an. Am Anfang eines solchen „Questionnaires“ wird unter anderem gefragt: Geschlecht – männlich oder weiblich?

29

die Technik macht’s möglich. Bei uns kann man sich das vorerst noch kaum vorstellen. Die Liste ließe sich noch verlängern – es ist jedenfalls wunderbar, diesen internationalen Austausch über längere Zeit zu erleben und dabei ein Netz von Beziehungen zu knüpfen! Zum Zeitpunkt des Erscheinens dieses Berichts findet die Auswertung des inzwischen von vielen ausgefüllten Fragebogens statt; es wird ein englischer Report erstellt, der dann wieder in die einzelnen Sprachen rückübersetzt werden muss. Viele sind schon gespannt auf die Ergebnisse.

TS-Menina, seit 2009 in der TS Graz tätig

40 Jahre Telefonseelsorge Graz

Für die Spanier war klar, dass das genügt, für die Holländerin und die NorwegerInnen ebenso klar, dass wir eine dritte Kategorie brauchen. „Aber wieso denn, es gibt nur Mann oder Frau!“ Da half schließlich der Hinweis auf die gerade in die Schlagzeilen gekommene Conchita – ein dritter Kasten „anderes“ kam dazu. Was brauchen Ehrenamtliche, um sich wohl zu fühlen? In Österreich vielleicht unter anderem spirituelle Angebote – für manche Länder ein eher fremdartiger Gedanke. Anderswo geht es mehr um die Unterstützung durch Hauptamtliche oder auch um die Ausstattung der Arbeitsstellen. Zur Arbeitsweise in den einzelnen Ländern: In Norwegen darf nie eine Person allein in der Telefonstelle sein, sie arbeiten nur zu zweit. Schutz der MitarbeiterInnen oder auch Kon­ trolle? In Italien wird die Telefonseelsorge fast überall komplett von ehrenamtlicher Arbeit getragen, ohne jegliche hauptamtliche Unterstützung. Da entsteht Bewunderung und Dankbarkeit über die viel bessere Lage in Österreich! In den Niederlanden arbeiten in manchen Stellen die MitarbeiterInnen von zuhause aus,

40 Jahre Telefonseelsorge Graz

30

Verein Komitee zur Unterstützung der TelefonSeelsorge Graz – Notruf 142 Warum braucht es das Komitee und wie kam es zur Gründung? In einer Zeit der Vereinsamung des Einzelnen in der Gesellschaft hat sich der Delegiertenrat in den letzten Jahren immer wieder Gedanken gemacht, wie die Telefonseelsorge als gesellschaftspolitisch so wichtige Einrichtung in der Öffentlichkeit stärker und besser verankert werden könnte. Zudem wurde nach Möglichkeiten gesucht, um die Telefonseelsorge auch finanziell durch eine zusätzliche und unabhängige Finanzstruktur zu unterstützen. Was ist die Zielsetzung dieses Vereins? Mit diesem Komitee, welches als Verein registriert ist, wollen wir die Tätigkeit der TelefonSeelsorge Graz – Notruf 142 in der Steiermark besser bekannt machen und dadurch auch die Bedeutung dieser niederschwelligen Beratungseinrichtung weiter steigern.

31

Wie funktioniert dieser Verein? Die operativen Geschäfte werden vom Vereinsvorstand geleitet, dem auch der hauptamtliche Leiter der TelefonSeelsorge Graz – Notruf 142 angehört. Zusätzlich sind zwei Vorstandsmitglieder des Vereins auch kooptierte Mitglieder des Delegiertenrates. Dadurch will der Verein eine enge Verzahnung mit der Leitung der Telefonseelsorge und ein gemeinsames konzertiertes Vorgehen bei diversen Aktivitäten garantieren. Wie kann man mitarbeiten? Die Mitarbeit innerhalb des Vereins ist durch mehrere Aktivitäten möglich: • Durch die große Anzahl der ehrenamtlichen MitarbeiterInnen und durch die Ausnutzung derer Kontakte erhoffen wir einen breiteren Zugang zu SympathisantInnen der Telefon-

seelsorge zu schaffen, die durch den Verein die Möglichkeit haben, die Telefonseelsorge auch finanziell durch Spenden zu unter­ stützen. • Man kann beim Verein auch selbst Mitglied werden. Mit einem jährlichen Mitgliedsbeitrag von 14,20 Euro (wir haben dafür die Rufnummer der Telefonseelsorge als Referenzzahl benutzt) kann man jederzeit Mitglied werden und hat somit auch die Möglichkeit, an allen Aktivitäten des Vereins teilzunehmen. Die Kontonummer des Komitees: Steiermärkische Sparkasse AT78 2081 5000 4000 8419 BIC STSPAT2GXXX Wir bedanken uns bei allen SpenderInnen ganz herzlich, die bereits gespendet haben.

Martin Hauszer, für den Vereinsvorstand Lisbeth Behm Gerda Zach

40 Jahre Telefonseelsorge Graz

Zusätzlich wollen wir durch die Gewinnung von Sponsoren und finanziellen Partnern diverse Aus- und Weiterbildungsaktivitäten der Telefonseelsorge unterstützen, weil wir davon überzeugt sind, dass nur eine kontinuierliche Fortbildung die erforderlichen Qualitätsstandards nachhaltig absichern kann.

Aktueller Bericht über das Zahlen zu den eingehenden Anrufen:

349.142

2008

336.116

2005

322.368

229.008

177.795 2000

308.505

1995

295.277

1990

281.710

1985

139.115

1980

100.681

1975

68.410

37.128

Entwicklung der Gespräche seit der Gründung 1975 bis 31.12. 2014

268.270

Geführte Gespräche (ab 30 Sekunden) im Jahr 2014: 13.026 Dauer der geführten Gespräche: 3.843 Stunden

4.482

40 Jahre Telefonseelsorge Graz

32

2009

2010

2011

2012

2013

2014

Inhalte: Ranking der sieben häufigsten Themen in den Gesprächen am Notruf- und Krisentelefon 25,5 %

Einsamkeit und Isolation sowie Probleme mit der Alltagsbewältigung

20,7 %

Themen aus dem Bereich Beziehungen wie Ehe-, Partnerschafts- und Familienprobleme, Scheidung und Trennung, Generationskonflikte, …

17,2 %

Psychische Erkrankungen (vor allem bei Depression, anderen psychischen Erkrankungen und Sorge um psychisch kranke Angehörige)

14,0 %

Informationen und Fachauskünfte (Weitervermittlung) sowie Rückmeldungen, Dank, … (als „Sonstige Themen“)

7,5 %

Probleme mit (unheilbaren) körperlichen Erkrankungen, bei Schmerzen, Sorge bei der Betreuung kranker Angehöriger …

5,5 %

Themen, die mit aktuellen gesellschaftlichen, politischen, kulturellen Ereignissen zu tun haben …

3,4 %

(akute) Krisen und Thema Suizid (0,6 %)

Onlineberatung: 295 Mailkontakte Die sieben häufigsten Themen in der Onlineberatung: 20,3 %

Lebensumbrüche: Schicksalsschläge, Tod, Trauer, Sinn und Glaubensfragen

15,5 %

Anderes / Anlass nicht einzuordnen

11,9 %

Beziehungsprobleme

10,8 %

Suizid

5,4 %

Psychische Krankheit: Ängste / Zwänge / sonstige psychische Erkrankungen

3,9 %

Arbeitswelt (Ausbildung / Beruf)

3,1 %

Sexualität / Schwangerschaft

Stand der ehrenamtlichen MitarbeiterInnen Mit dem Stichtag 31.12.2014 sind 100 ehrenamtliche MitarbeiterInnen am Notrufund Krisentelefon tätig, darunter 83 Frauen und 17 Männer. 16 Personen (12 Frauen und 4 Männer) befinden sich zurzeit in Ausbildung und werden diese mit Ende November 2015 abgeschlossen haben.

Aus- und Weiterbildungen sowie Supervision Die Begleitung, Aus- und Weiterbildung der ehrenamtlichen MitarbeiterInnen ist eine der wichtigsten Tätigkeiten, denn Ehrenamtliche sind „als Personen das eigentliche Werkzeug am Telefon“. Die Übersicht auf der folgenden Seite gibt einen Einblick in das rege Tun innerhalb der Telefonseelsorge Graz. Zusätzlich zu den 33 Veranstaltungen, die von insgesamt 384 Ehrenamtlichen besucht wurden, kamen noch 43 Supervisionstermine sowie 3 Termine der Ausbildungsgruppe (Startabend, ein Wochenende „Selbsterfahrung“ und ein Wochenende „Grundlagen der Beratung …“).

40 Jahre Telefonseelsorge Graz

Jahr 2014 der Telefonseelsorge Graz

33

40 Jahre Telefonseelsorge Graz

34

Termin

Inhalt und ReferentInnen

Jänner – Februar Refresher (Krisenintervention) 2014 (9x) Leitung: Mag. Gerhard Baldauf MSc, Mag. Eva Steinbichler ganzjährig (5x)

Raum für Spiritualität, Leitung: Mag. Eva Steinbichler

Februar 2014

„Die Heilkraft der Ermutigung“ Referentin: Mag. Dr. Soheyla Warnung, Leiterin des Rudolf-Dreikurs-Institutes in Österreich

ganzjährig (6x)

Treffen TS-Delegiertenrat

April 2014 halbtägig

Workshop „Trauergespräche am Telefon“ Leitung: Mag. Eva Steinbichler

April 2014

„Praktikantinnentreffen“ Leitung: Mag. Gerhard Baldauf MSc

Mai 2014

Zum Thema Sucht „Spiritus contra spiritum: Wie arbeiten die anonymen Alkoholiker AA und Al-Anon?” Leitung: Univ.-Prof. Dr. Martin Kurz (Primarius LSF), Team AA

März und Mai 2014 (2x)

Meditativer Tanz Leitung: Maria Schwarzl

Mai 2014 ganztägig

„Einführung in die Gesprächsführung nach C. Rogers“ für PraktikantInnen und als Refresher für TS-MitarbeiterInnen Leitung: Dr. Herta Scheucher, Mag. Gerhard Baldauf MSc

Juni 2014

Ausklang des Arbeitsjahres

September 2014 Wochenende

TSÖ-Tagung in Brixen „Grenzen spüren. Wege öffnen“

Oktober 2014 ganztägig

MitarbeiterInnen-Tag der TS Graz „Die Telefonseelsorge Graz im Wandel der Zeit“ Referent: Univ.-Prof. Dr. Leopold Neuhold (UNI Graz)

November 2014

Erfahrungsbericht „Bilder von Uganda und Rwanda“ Referent: TS-Mitarbeiter H. berichtet von seinem sechsmonatigen Aufenthalt in Uganda

November 2014 halbtägig

Workshop „Worte für die Seele – Einführung in die Gewaltfreie Kommunikation“ Referentin: Irmgard Barta, Kommunikationsberaterin für Unternehmen, Expertin für Gewaltfreie Kommunikation

Dezember 2014

Adventbesinnung im Marianum der Caritas Steiermark „Für wen schlägt dein Herz?“ Begleitung: Caritas-Seelsorger Günther Zgubic

2016 wird die Telefonseelsorge Österreich ihr 50-jähriges Bestehen feiern! Deshalb einige österreichweite Zahlen aus dem Jahr 2014: Geführte Gespräche (ab 30 Sekunden) im Jahr 2014: 138.272 Dauer der geführten Gespräche: 28.412 Stunden Inhalte der Gespräche: Ranking der sieben häufigsten Themen österreichweit in den Gesprächen an den Notruf- und Krisentelefonen: 25,8 %

Psychische Erkrankungen (vor allem bei Depression, anderen psychischen Erkrankungen und Sorge um psychisch kranke Angehörige)

21,5 %

Einsamkeit und Isolation sowie Probleme mit der Alltagsbewältigung

16,2 %

Themen aus dem Bereich Beziehungen wie Ehe-, Partnerschaftsund Familienprobleme, Scheidung und Trennung, Generationskonflikte, …

11,6 %

Informationen und Fachauskünfte (Weitervermittlung) sowie Rückmeldungen, Dank, … (als „Sonstige Themen“)

5,6 %

Probleme mit (unheilbaren) körperlichen Erkrankungen, bei Schmerzen, Sorge bei der Betreuung kranker Angehöriger …

3,1 %

(akute) Krisen und Thema Suizid (0,8 %)

3,0 %

Thema Sucht und Abhängigkeit

Onlineberatung österreichweit: 1.967 Mailkontakte Die sieben häufigsten Themen in der Onlineberatung österreichweit: 18,8 %

Beziehungsprobleme

11,6 %

Einsamkeit / Isolation / Alltagsbewältigung

9,4 %

Psychische Krankheit: Ängste / Zwänge / sonstige psychische Erkrankungen

9,3 %

Lebensumbrüche: Schicksalsschläge, Tod, Trauer, Sinn und Glaubensfragen

7,4 %

Suizid

4,4 %

Krankheit / physisches Leiden

4,1 %

Arbeitswelt (Ausbildung / Beruf)

Stand der ehrenamtlichen MitarbeiterInnen Mit dem Stichtag 31.12.2014 sind es 670 ehrenamtliche MitarbeiterInnen (davon 543 Frauen und 127 Männer), die österreichweit an den Notruf- und Krisentelefonen unter der Nummer 142 für Menschen rund um die Uhr, kostenfrei und verschwiegen da sind. Und 88 Personen (74 Frauen und 14 Männer) befinden sich zurzeit in ganz Österreich in Ausbildung zur Telefonseelsorgerin / zum Telefonseelsorger.

40 Jahre Telefonseelsorge Graz

Ein Blick auf die Telefonseelsorge Österreich

35

40 Jahre

40 Jahre Telefonseelsorge Graz

36

Stationen der TelefonSeelsorge Graz – Notruf 142 1975

2002

Unter der Leitung von Seelsorger Martin Gutl und des Theologen Franz Weritsch startet am 15. März 1975 die TS Graz mit 29 ehrenamtlichen MitarbeiterInnen in einer Grazer Innenstadtwohnung.

Mag. Gerhard Baldauf übernimmt im September die Agenden der Ausbildungsleitung von der im Frühjahr ausgeschiedenen Mag. Birgit Posch.

2004

Nach einer Unterschriftenaktion Einführung eines landesweiten Ortstarifs für die bereits bestehende, bundesweit einheitliche Telefonnummer

Im Dezember geht der Leiter der TS Graz, Franz Weritsch, in den Ruhestand. Seine Position übernimmt Mag. Gerhard Baldauf. Ihm zur Seite stehen halbtags Mag. Eva Steinbichler und Mag. Monika Tieber Dornegger.

1994

2005

Übersiedlung der Telefonseelsorge ins Paulinum, einem Haus der Caritas

Im Minoritensaal Graz wird das 30-jährige Jubiläum der TS Graz gefeiert.

1995

2006

– 20-jähriges Jubiläum der TS Graz – Überreichung des Goldenen Ehrenzeichens der Steiermark an den Leiter der Telefonseelsorge Graz, Franz Weritsch, und sein Team

– Revitalisierung der TS-Räumlichkeiten. Frau Ilse Nagy beginnt, im Sekretariat mitzuarbeiten. – Planung einer Krisenseelsorge im Sinn von Synergienbildung durch Telefonseelsorge, öku­ mentische Notfallseelsorge und und diözesaninternes Krisenmanagement. – Im Herbst findet die jährliche dreitägige TSÖTagung zum Thema „Trauma – Trauer – Neubeginn“ in der Steiermark, im Bildungs- und Kongresszentrum Schloss Seggau, statt.

1992

1997 – IFOTES-Kongress in Lindau am Bodensee – Zuerkennung der Notrufnummer 142 an die Telefonseelsorge österreichweit durch das damalige Verkehrs- und Technologieministerium

37

2012

– Jugendprojekt „Mittendrin – Jugendliche am Telefon für Jugendliche“ der TS Graz mit Caritas und dem Amt Junge Kirche als Kooperationspartner – Die TS Graz wird Steirer des Tages.

Start mit der österreichweiten Onlineberatung der Telefonseelsorge Österreich

2010

2015

– 35-Jahr-Jubiläum der TS Graz mit Empfang bei Landeshauptmann Mag. Franz Voves sowie einem DANKE-Tag für alle MitarbeiterInnen in der Südweststeiermark mit Schauspieler und Schriftsteller August Schmölzer – IFOTES-Kongress in Wien

40-Jahr-Jubiläum der TS Graz am 14. März im Minoritensaal Graz

2011 – Im Rahmen der Suizidprävention Plakataktion „Es gibt viele Gründe, das Leben zu lieben“ der TS Graz gemeinsam mit WEIL (Volker-Paul-Goditsch-Stiftung „Weiter im Leben“), der Agentur Wunderman sowie dem Public Health Center der MedUni Wien und der Wiener Werkstätte für Suizidforschung – Bezug des neuen Standortes der TS Graz

2013 IFOTES-Kongress in Göteborg (Schweden)

Für die Zusammenfassung TS-Uli, seit 2000 in der TS Graz tätig

40 Jahre Telefonseelsorge Graz

2007

Dank …

40 Jahre Telefonseelsorge Graz

38

Zum Abschluss sei hier allen gedankt, die sowohl beim Erstellen dieser Festschrift als auch durch regelmäßige oder einmalige Unterstützungen gerade in finanzieller Art zeigen, dass die TelefonSeelsorge Graz – Notruf 142 wichtig ist: • Für die finanzielle Unterstützung sowie für die Übernahme des Buffets beim Festakt am 14. März 2015 dem Bürgermeister der Stadt Graz, Mag Siegfried Nagl. • Für laufende Unterstützungen dem Sozialamt des Landes Steiermark und dem Ökumenischen Forum christlicher Kirchen in der Steiermark sowie der Evangelischen Kirche Steiermark. • Für das dankbare Wohlwollen und treue Unterstützen Altbischof Dr. Johann Weber. • All jenen, die uns immer wieder durch ihre Spenden ihre Wertschätzung zeigen, sei ebenfalls unser Dank ausgesprochen. • Gedankt sei auch jenen, die durch ihre ideelle Unterstützung, durch Wissen, Kontakte zu Medien oder aber durch ihr Gebet unser Wirken begleiten.

• Danken möchte ich jenen MitarbeiterInnen, die tatkräftig beim Erstellen dieser Festschrift beigetragen haben: TS-Christa, TS-Felicia, TS-Uli und Eva Steinbichler. Damit ist auch der Dank an jene verbunden, die mit ihren geistigen Beiträgen wesentlich zum Entstehen dieser Festschrift beigetragen haben – so auch unser Grafiker und Meister des Layouts, Hr. Martin Druschkowitsch von der Agentur „punktGenau“, der sich mit seiner Geduld und dem so wichtigen Hinhören vor dem grafischen Tun mit der Kultur der TS Graz kompatibel zeigt. • Danken möchte ich jenen, die sich mit viel Kreativität und Elan der Gestaltung des Festaktes am 14. März 2015 der TelefonSeelsorge Graz – Notruf 142 annahmen, allen voran Daniela Bauer MBA, TS-Franziska, TS-Isi und TSSelma, sowie den Mitgliedern vom Delegiertenrat der TS Graz, TS-Anna, TS-Gerda, TSEdith, TS-Lisbeth, TS-MaHau und TS-Menina. • Gedankt werden soll hier aber allen MitarbeiterInnen und Praktikantinnen, die mit ihrer Beständigkeit und Verlässlichkeit in aller Stille Tag für Tag und Nacht für Nacht ihre Dienste für die Menschen in unserer Gesellschaft leisten. Sie bringen für viele Menschen ein bisschen mehr Menschlichkeit in das oft so kalte und triste Nachtgesicht unserer Gesellschaft.

Gerhard Baldauf Leitung

INSERAT

Ein Mensch wird gesucht, einer unter drei Milliarden: Größe und Aussehen unwichtig, Bankkonto und Wagentype nebensächlich. Geboten wird eine interessante Tätigkeit. Gefordert wird unmenschlich viel: Mehr hören als reden, mehr verstehen als richten, mehr helfen als klagen. Ein Mensch wird gesucht. Für Dankbarkeit wird keine Garantie übernommen. Sollten Sie sich der Arbeit gewachsen fühlen, melden Sie sich bitte so bald wie möglich beim Nächstbesten! Martin Gutl (Aus: Martin Gutl, In vielen Herzen verankert. Ausgewählte Texte, Verlag Styria 2014)

Martin Gutl, † 1994, ist einer der Gründerväter der Telefonseelsorge in der Steiermark. Sein unermüdlicher Einsatz für andere ist unvergessen, seine Liebe zum Menschen ist uns ein Vermächtnis, dem wir uns auch in Zukunft verpflichtet wissen.

     …  

   

39

40

Wenn’s um 100 % Sicherheit geht, ist nur eine Bank meine Bank. www.raiffeisen.at/steiermark

Raiffeisen_Sujet-Sicherheit_210x148.indd 1

17.11.14 12:27

Mobilität für die Weststeiermark

Graz-Köflacher Bahn und Busbetrieb GmbH, A-8020 Graz, www.gkb.at

Akademie der Steirischen Gesellschaft für Lebens-

und Sozialberatung|Psychosoziale Beratung|SteiGLS

Zertzifizierter Diplom-Lehrgang für Lebensund Sozialberatung Psychosoziale Beratung

Tätigkeitsfelder der Lebensund SozialberaterInnen

Lebens- und Sozialberatung ist psychosoziale Beratung von Menschen in Entscheidungs- und Problemsituationen mit dem Ziel, belastende oder schwer zu bewältigende Situationen zu erleichtern, zu verändern und einer Lösung zuzuführen. LSB üben ihre Tätigkeit selbstständig in eigener Praxis aus oder als MitarbeiterInnen in psychosozialen Einrichtungen.

Psychologische Beratung zur Selbstfindung, Problemlösung, Kreativitätsförderung, Persönlichkeitsförderung alter Menschen, Trauerbegleitung, Selbsterfahrung, Beratung bei psychosozialen Krisen 

Die SteiGLS-Akademie bildet seit nunmehr 18 Jahren diplomierte Lebens- und SozialberaterInnen aus. Eckdaten des Diplom-Lehrgangs für Lebensberatung: staatlich anerkannt Fachrichtung Integrative Gestaltberatung berufsbegleitend  6 Semester ca. ein WE pro Monat Abschluss mit Diplom  Masterupgrade möglich Voraussetzungen: Mindestalter 24 Jahre, abgeschlossene Berufsausbildung oder Matura oder Berufstätigkeit im psychosozialen Bereich sowie ausreichende personale und soziale Kompetenz. Für Personen mit entsprechenden Ausbildungs- und Berufshintergründen bieten wir als Weiterbildung ein dreisemestriges KompaktCurriculum in Systemischer (Familien)Beratung an, das auch für die Gewerbeberechtigung für LSB anrechenbar ist.

Dr. Günther Bitzer-Gavornik

„Lebens- und Sozialberatung in Österreich“ Sekretariat: Barbara Baumann ♦ Schillerstraße 6, 8010 Graz

Tel. 0316/38 68 73 ♦ [email protected] ♦ www.steigls.org

Marketing-Lösungen Individualisierte Kalender One-to-One-Marketing Cross-Media-Lösungen

• Partnerschafts- und Familienberatung Beratung zur Vertiefung von Liebesbeziehungen, Lösung von familiären Konflikten, Scheidungsberatung, Mediation, Konfliktmanagement, Sexualberatung ... • Erziehungsberatung Aufgrund fundierter psychologischer Ausund Weiterbildung haben sich manche LebensberaterInnen auf die Beratung von Kindern und Jugendlichen und ihren Eltern spezialisiert  • Sozialberatung Für jene, die in Gruppen gut auskommen wollen, Kommunikationsberatung, Konfliktberatung, Teamberatung  • Berufsberatung

Akademieleiter und Herausgeber des Fachbuches

Print-Lösungen Transaktionsdruck Web-to-Print Book-on-Demand

• Persönlichkeitsberatung

Beratung über die den persönlichen Neigungen entsprechende Berufswahl, Beratung bei beruflichen Problemen, Persönlichkeitscoaching, Karriereentwicklung, Supervision 

Für mehr Erfolgsdruck!

Branchen-Lösungen Direct Mailing Lettershop Selfmailer Digitaldruck Logistik Endverarbeitung

DATA+MAIL Schinnerl GmbH Reininghausstrasse 1 – 7 A-8020 Graz Tel: +43 316 577 888 Fax: DW 88 [email protected] www.dmsworld.at

41

42

55 Jahre Pflasterei

... wir pflastern mit

Fachmarkt

Betonwerk

8200 Gleisdorf · Schubertgasse 11 · Tel. 03112/2417 Fax Dw 4 · [email protected] · www.schmerda.at

43

Medizintechnik im Zeichen der Ergonomie Medizintechnik Elektrotechnik Betriebsorganisation Medizingasanlagen Sicherheitstechnik

Basierend auf uns erer 35-j ähri gen E rf ahrung bri ngen wi r für A uftraggeber und P l a n un gs p art n e r u ns e r Wi s s en i m K r ank e n ha us b au ei n. A l s f i r m en u na b h än g i g es Planungs - und Berat ungst eam s ehen wir unsere V erantwortung auch dari n, den Fort s c hri t t der Medi z i nt ec hni k i m K rank enhaus mi t z ut rage n un d R aum und Mö gl i c hk ei t en für diese Entwicklungen zu schaffen. Nach dem Motto: „Anziehen der Räume von innen nach außen“ richten wir besonderes Augenmerk auf ergonomische Aspekt e der A rbeits pl atzgestalt ung. Durch k ons equent e Analys e der Arbeitsabläuf e streben wi r sowohl bei ei nfac hen Räumen als auch bei Räume n m i t k o m pl ex e r m e di z i nt ec h ni s c he r A us s t at t u ng s ow i e a uf w ä n di ge n hy g i en i s c h e n oder sic herheits t ec hni sc hen A nf orderungen nac h der opt imal en Lös ung.

Zivilingenieurbüro Dipl.-Ing. Karl K. Zach | Nibelungengasse 54 | A-8010 Graz Tel +43 316 38 18 42 | Fax +43 316 38 18 42-31 | Mail: [email protected] | Web: www.zt-zach.at

ENTSPANNT, DIE RICHTIGE VERBINDUNG ZÄHLT

NTS ist der zuverlässige Partner für die Errichtung, den Betrieb und die Wartung von IT- und Kommunikationssystemen.

GRAZ WIEN LINZ INNSBRUCK DORNBIRN BOZEN

RELAX, WE CARE www.nts.eu

[email protected]