50 Jahre Heimatverein Leutershausen

50 Jahre Heimatverein Leutershausen

Heimatverein Leutershausen und Umgebung e.V. in Nürnberg 1. Vorsitzender 2. Vorsitzender Mitglieder: Karl Mohr 1955 - 1969 Hans Rothmund 19611955 10...

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Heimatverein Leutershausen und Umgebung e.V. in Nürnberg 1. Vorsitzender 2. Vorsitzender Mitglieder:

Karl Mohr 1955 - 1969 Hans Rothmund 19611955 107 --- 1961 400

Der Heimatverein ehemaliger Leutershäuser in Nürnberg, Gunzenhausen und Heiligenstadt wurde 1902 gegründet, um die Verbindung zu ehemaligen Mitbürgern in der Fremde aufrechtzuerhalten. Ein großes Foto aus dem Jahr 1927 mit den damaligen Mitgliedern ist heute noch vorhanden. 1935 besuchten fast 200 Auswärtige ihre frühere Heimatstadt, ebenso 1938. Durch den Zweiten Weltkrieg waren die Aktivitäten des Vereins aber eingeschlafen. Im Februar 1954 wurde dieser wieder neu gegründet und vom hiesigen Stadtrat „weitgehendst" unterstützt, z.B. durch Beschaffung von zehn Wirtshausquartieren auf Stadtkosten und 100 DM Zuschuss bei der Durchführung eines eigenen Heimatabends im nächsten Jahr hier in der Stadt. Karl Mohr, der erste Vorsitzende der „Nürnberger", kam öfters nach Leutershausen, z.B. 1956 bei einer Wiedersehensfeier mit Heimatabend im Schillersaal. Schon damals wurde der Bau eines „Wochenendhauses" in Leutershausen angestrebt, um ehemaligen Mitbürgern eine Unterkunft zu verschaffen, die keine Verwandten mehr hier am Ort besaßen. Viele Mitglieder dieses Vereins besuchten jedes Jahr die hiesige Kirchweih. Später kamen die offiziellen Vertreter nur noch alle zwei Jahre nach Leutershausen und erhielten dann für ihre entstehenden Unkosten insgesamt einen Zuschuss über 200 DM. Umgekehrt besuchten Abordnungen des hiesigen Heimatvereins Veranstaltungen in Nürnberg, besonders die dortige 55-Jahrfeier im Jahr 1957, zu der die Stadt Leutershausen einen Zuschuss von 100 DM leistete. An dieser Feier nahmen auch der Zitherclub und die hiesige Landjugend teil. Für das neue Kriegerehrenmal in Leutershausen spendete der Verein 200 DM. 1958 ließ man in Nürnberg Briefumschläge mit dem Oberen Turm in Leutershausen drucken, wofür der hiesige Verein 15 DM und die Stadt Leutershausen 35 DM als Zuschuss bezahlten. In den nächsten Jahren wurden in Leutershausen für den Nürnberger Verein Heimatabende veranstaltet. An den Kirchweihen begrüßte die Stadtkapelle die ehemaligen Mitbürger mit Musik auf dem Bahnhof in Wiedersbach, wenn sie dort aus den Personenzügen stiegen. Die Stadt Leutershausen überließ schließlich dem Nürnberger Verein ein Grundstück am Galgenbuck mit einem Erbbaurecht auf 99 Jahre. Der Verein musste dafür jährlich den symbolischen Betrag von 1 Pfennig pro Quadratmeter bezahlen. Das vereinseigene „Haus der Heimat" Nürnberger Str. 10 wurde daraufhin ab 1961 in mehr als 16 000 Arbeitsstunden durch den freiwilligen Arbeitseinsatz der vielen Mitglieder, aber auch unterstützt von vielen einheimischen Bürgern und Firmen in idealer Lage über dem Altmühlgrund erbaut. Die Erträge der „Leutershäuser Zeitung" und eines „Heimatbriefs", beide von Hans Simon in Nürnberg redigiert, flossen als Spenden in Höhe von 12 000 DM (davon 500 DM von der Stadt Leutershausen) ebenfalls in den Bau. Als geeignete Materialquelle diente das alte RAD-Blockhaus, welches damals gerade abgerissen wurde, um an ihrer Stelle den Bau der heutigen alten Turnhalle zu ermöglichen. Auch noch brauchbare Einrichtungsgegenstände aus dem ehemaligen Städtischen Krankenhaus wurden kostenlos zur Verfügung gestellt. Das Haus der Heimat konnte am 21. September 1963 endlich eingeweiht werden. Der Arbeitskreis der Nürnberger Heimatvereine veranstaltete 1964 ein Frühlingsfest vor dem fertigen Haus, das mit seinen geschmackvollen Gemeinschaftsräumen, den freundlichen Gästezimmern und den Schlafräumen für Jugendliche im Dachgeschoss in seiner Art in ganz Bayern einmalig war. Es sollte 22 ehemaligen Leutershäusern eine Ferienwohnung und etwa 30 Jugendlichen Herbergsquartiere bieten. In der Folgezeit wurde es von den Mitgliedern des Nürnberger Heimatvereins, aber auch von denen des Frankenbundes eifrig besucht. 1965 nahm der Sing- und Volkstanzkreis von Leutershausen an der Bergstraße hier sein Quartier. Leider hatte niemand beim Bau an die Rentabilität gedacht. Die Bewirtschaftung und Verwaltung von Nürnberg aus war sehr ungünstig und bereitete große Schwierigkeiten. Ab 1967 wurde das Gebäude an die Evangelische Landjugend in Bayern vermietet, um die finanzielle Situation zu verbessern. Weil die Darlehenszinsen und die Kommunalabgaben aber immer noch höher als die Einnahmen blieben, wurde das Haus 1969 an den bestehenden Mieter für 146 000 DM verkauft. Später baute man es zu einer Tagungsstätte um, die heute noch besteht. Der Nürnberger Heimatverein löste sich daraufhin auf.

Heimatverein Leutershausen 1.Vorsitzender

Michael Zeinz Gottfried Mohr Ernst Engelhard Ernst Engelhard

1955 1955 - 1957 1957 - 1962 1962 - 1964

geschäftsführender Vorstand

Egon Erzum Friedrich Ziegler

1964 - 1965 (1. Bürgermeister) 1965 - 1966

geschäftsführender Vorstand

Ernst Engelhardt

1966 - 1967

geschäftsführender Vorstand

Ernst Engelhardt Wilhelm Henninger

1967 - 1968 1968 - 1985

(2. und 3. Bürgermeister)

2.Vorsitzender

Kassier(in)

Schriftführer(in)

Mitgliederzahl:

Hermann Betscher Gottfried Mohr Willi Kießling Ernst Engelhardt Friedrich Ziegler Willi May Armin Görcke Werner Stenzel Hermann Wachmeier Hans Strätz Willi Kießling Egon Erzum Georg Albrecht Harro Werner Erna Guttendörfer Stefanie Heide Hans Seierlein Rudolf Zellhöfer Herbert Wüst Christel Biedermann Rudolf Zellhöfer Willi Klein Marianne Heidenfelder Stefanie Heide Emmi Postulka 1955 157 --- 2005 165

1985 1955 1955 - 1957 1957 1957 - 1968 1968 - 1971 1978 - 1993 1993 - 1997 1997 1955 - 1956 1956 - 1960 1960 - 1964 (1. Bürgermeister) 1964 - 1971 1978 -1987 1987 - 2000 2000 1955 - 1957 1957 1957 1958 - 1962 1964 - 1971 1978 - 1985 1985 - 1993 1993 - 2001 2001 -

Nachdem bereits vor dem Zweiten Weltkrieg in Leutershausen ein Altertumsverein bestanden hatte, dessen Wirkung damals von großer kultureller Bedeutung war (siehe Museum im Unteren Turm), beschloss man 1954 nach einigen Vorbesprechungen unter der Führung des damaligen Bürgermeisters Fritz Schultheiß, erneut einen Heimatverein zu bilden. Die Gründungsversammlung erfolgte auf Einladung des Stadtrates am 5. Januar 1955, wobei 23 interessierte Personen dem neuen Verein beitraten. Von den im Gründungsjahr beigetretenen Mitgliedern leben heute noch: Konrad Bickert, Anna Früh, Helmut Majer sen., Ludwig Oswald und Heinz Wellhöffer (Gründungsmitglied). Als Hauptaufgaben des Vereins wurden schon damals festgelegt: Die Geschichte von Leutershausen und Umgebung weiter zu erforschen, der Bevölkerung diese Forschungsergebnisse durch Vorträge und Lichtbilder näher zu bringen, die Pflege alter Bräuche zu

fördern, zur Verschönerung des Stadtbildes durch eigene Bemühungen und entsprechende Anregungen beim Stadtrat beizutragen (der 1. und 2. Bürgermeister wurden jeweils zu den Sitzungen eingeladen), für den Ausbau des Musiklebens in Verbindung mit dem Heimatgedanken zu sorgen und mit dem Heimatverein Leutershausen in Nürnberg eng zusammenzuarbeiten. Der Mitgliedsbeitrag betrug damals 4 DM im Jahr. Eine Abordnung des hiesigen Heimatvereins besuchte daraufhin schon 1955 einen kulturellen Nachmittag in Nürnberg mit einem Referat von Frau Johanna Wild über das Thema „Alt-Leutershausen". Zusammen mit der Stadt Leutershausen, dem Militärverein und dem VdK wurde ein Denkmalausschuss gegründet, welcher sich um ein würdiges Denkmal (zwei Jahre später am Volkstrauertag eingeweiht) für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges kümmerte. Der Heimatverein spendete 200 DM dafür. Eine weitere Spende von 100 DM ging an den hiesigen Kindergarten. Den damals schon durch den Obst- und Gartenbauverein veranstalteten Blumenschmuckwettbewerb unterstützte der Verein durch einen Zuschuss (bis 1961 jeweils 50 DM). Der erste eigene Heimatabend fand am 18.2.1955 im Lutherhaus statt und wurde zusammen mit dem Gesangverein und dem Volksbildungswerk veranstaltet. Dabei zeigte der bekannte Schriftsteller Harro Schaeff-Scheefen, welcher der Stadt schon ein Jahr zuvor verschiedene Vorschläge zur Fremdenverkehrswerbung gemacht hatte, seinen Lichtbildervortrag „Leutershausen in Wort und Bild". An der diesjährigen Kirchweih betrieb der Verein gemeinsam mit dem VdK eine Glücksbude mit Losverkauf, wofür 30 DM Platzgeld bezahlt wurde. Am Ende dieses Jahres begann Heimatfreund Willy May auf Anregung des Heimatvereins seine ehrenamtliche Tätigkeit als „Pelzmärtel" beim traditionellen Christkindlesherunterläuten auf dem Oberen Turm, die er über 30 Jahre lang ausübte. 1956 beteiligte sich eine kleine Trachtengruppe aus Leutershausen am 4. Rangautag in Heilsbronn und zeigte dort ihre schönen Trachten. Der Heimatverein bat die Stadt um neue Ruhebänke und um die Beseitigung wilder Plakate. Darüber hinaus ließ er ein Bierzelt auf dem jetzigen Kirchweihplatz (vorher fanden die Kirchweihen auf dem "Plärrer" in der Oberen Vorstadt statt) aufstellen, wobei zwei hiesige Gastwirte gemeinsam den Betrieb des Bierzeltes übernahmen. Die Stadt Leutershausen beteiligte sich an den Kosten eines ersten Fremdenverkehrsprospektes mit 450 DM. Im gleichen Jahr trat der Heimatverein dem Gebietsausschuss Rangau —Franken bei und nahm in der Folgezeit durch seine jeweiligen Vorsitzenden an dessen Tagungen teil. Der Heimatverein spendete dem hiesigen Kindergarten Spielsachen für 216 DM. 1957 erhielt der Verein einen Schaukasten am Unteren Turm, um seine Aktivitäten der Bevölkerung besser bekannt geben zu können. Es fand auch eine gemeinsame Fahrt interessierter Mitglieder zum 55. Jubiläum des Brudervereins in Nürnberg statt. Für das Buch „Fränkische Novellen" von Johanna Wild wurde eine Garantie für den Absatz von 100 Exemplaren übernommen Die Landjugendgruppe unter Fritz Leidenberger aus Sachsen erhielt 150 DM als Zuschuss für neue Trachten. In diesem Jahr wurde auch die Aktion "Kein Fenster ohne Blumen" gestartet. Die 13 Besitzer der schönsten Vorgärten erhielten beim Blumenschmuckwettbewerb vom Verein Gutscheine in Höhe von je 5 DM, welche bei den hiesigen Gärtnereien eingelöst werden konnten (aber nicht immer wurden). Die Ausgabe der Gutscheine weitete sich in den folgenden Jahren immer mehr aus. Der Heimatverein veranstaltete erstmals einen Bunten Abend. 1958 erhielt der Heimatverein vom Kreisausschuss des Landkreises Ansbach eine Spende über 150 DM und gab diese zu je einem Drittel an den hiesigen Gesangverein, die Landjugendgruppe und die Zithergruppe für ihr schon wiederholtes Mitwirken bei den eigenen Heimatabenden weiter. Der Verein beteiligte sich auch an der Fränkisch-Hohenlohischen Landesausstellung in Ansbach, wofür die Stadt Leutershausen 210 DM Zuschuss gab. Am 1. Mai dieses Jahres fand eine Wanderung zur Kreuzeiche und zum Naturfreundehaus unter der Leitung von Ernst Engelhardt statt. Im gleichen Jahr wurde von ihm Eberhard Freiherr von Eyb aus Rammersdorf gebeten, eine Chronik seiner freiherrlichen Familie zu schreiben, was später auch wirklich geschah. Damals besuchten die Heimatfreunde von Leutershausen an der Bergstraße zum ersten Mal unser Altmühlstädtchen mit etwa 150 Personen und wurden hier sehr gastfreundlich aufgenommen. Das Zwölfuhrläuten des Bayerischen Rundfunks übertrug das Glockengeläut der Peterskirche an der Kirchweih. 1960 organisierte man anlässlich desselben Festes erstmals einen Umzug, der an der Hohen Brücke begann und auf dem Kirchweihplatz endete.

Bei der Stadt wurde angeregt, beide Tortürme zur Kirchweih anzustrahlen und das Standbild von Stadtvogt Schreyer zu renovieren. Der Heimatverein veranstaltete 1962 zusammen mit der Stadtkapelle erstmalig einen Ball bzw. Faschingsabend im Schillersaal. Er übernahm im Auftrag der Stadt Leutershausen die Betreuung der Fränkisch-Hohenlohischen Landesausstellung in Ansbach. Die beiden Stadttore wurden durch Ernst Engelhardt mit Selbstklimmern bepflanzt. Beim Christkindlesherunterläuten 1963 drehte der Bayerischen Rundfunk Fernsehaufnahmen (ein Jahr vorher war es schon einmal geplant gewesen) und machte diesen einheimischen Brauch gleichzeitig in ganz Bayern bekannt. 1965 verstärkte der Heimatverein seine Bemühungen um die Stadtverschönerung, nahm gemeinsame Besichtigungen mit dem Stadtrat vor und regte viele Verbesserungen des damaligen Stadtbildes an. Man übersandte z.B. den Anwohnern der Sonnenstraße für die liebevolle Bepflanzung ihrer vorher so trist wirkenden Böschungen Anerkennungsschreiben. Von nun an organisierte man jährliche Faschingsumzüge für Kinder. Diese bewegten sich auf der Strecke Kirchweihplatz —Hans-Wagner-Straße - Hans-Schreyer-Straße - Oberes Tor - Unteres Tor und endeten beim Gasthaus „Neue Post" am Mühlweg. Auf Initiative von Valentin Fürstenhöfer vom Gebietsausschuss Rangau-Franken wurde in diesem Jahr eine Fremdenverkehrsgruppe im Heimatverein gegründet, für die zuerst Georg Stöckert zuständig war. Sie sorgte für eine nur allmählich zunehmende Mitarbeit bei den Gastwirten und eine steigende Anzahl von Fremdenbetten in Privathäusern der Stadt. Der Sing- und Volkstanzkreis aus Leutershausen an der Bergstraße zeigte auf dem Marktplatz sein Können. Auf der Fränkisch-Hohenlohischen Ausstellung in Ansbach konnte 1966 zum ersten Mal für die Gastronomie in Leutershausen mit einem eigenen Prospekt geworben werden, woran sich sieben einheimische Gaststätten beteiligten. Ab 1967 wurde das Osterfeuer nur noch auf einem Platz abgebrannt. Das vorher übliche, ungeordnete private Verbrennen durch mehrere Bubengruppen, die sich gegenseitig Konkurrenz machten und die Feuer ihrer „Gegner" schon Tage vorher anzündeten, hörte auf. In diesem Jahr konnten neue Grünanlagen an der Hohen Brücke, an der Straße nach Jochsberg, im Zwinger und am Kriegerhain in Zusammenarbeit mit dem Stadtrat angeregt werden. 1968 drehte ein Team aus der DDR hier in der Stadt einen Schwarzweißfilm mit dem Titel „Kirchweih in Deutschland". Der Verein wurde Mitglied im Gebietsausschuss Rangau-Franken im Fremdenverkehrsverband Nordbayern e.V. Von diesem Jahr an übernahm der Verein selbst die Organisation der Blumenschmuckwettbewerbe und auch die Ehrung von Bürgern, welche sich bei der Verschönerung ihrer Anwesen besondere Mühe gegeben hatten. Dies geschah im Rahmen eines eigenen Heimatabends (erstmals am 30. November 1968 im Kronensaal), wobei die Untergruppen des Vereins den Abend mitgestalteten. Die Bewertung wurde vorher zusammen mit dem Obst- und Gartenbauverein vorgenommen. In manchen Jahren waren es bis zu 350 besichtigte Anwesen, deren Blumenschmuck die Vorübergehenden erfreute. Die Zuschüsse der Stadt Leutershausen für diese Aktion erhöhten sich dabei von jährlich 200 DM allmählich auf 600 DM. Die Zuschüsse des Obst- und Gartenbauvereins an den Heimatverein für diese Veranstaltung betrugen zuerst 50 DM, später ebenfalls 600 DM. Um die gefährdeten Zeiger der Turmuhr zu schonen, ließ der "Pelzmärtel" Willy May ein Gestell mit Rolle fertigen, das zum gefahrlosen Herablassen des Christbaums am Heiligen Abend diente. Eine Sammlung zur Beschaffung von Ruhebänken in den Grün- und Parkanlagen von Leutershausen ergab 1969 einen Betrag von 2870 DM, von dem 24 Bänke gekauft werden konnten. Zusätzlich wurden 14 Bänke gestiftet. Ernst Engelhardt hielt den Diavortrag "Geschichte von Leutershausen - Schätze im Verborgenen" im Rahmen des hiesigen Volksbildungswerks. In diesem Jahr berichtete eine Sendung des UKW-Senders Nürnberg über das Christkindlesherunterläuten in Leutershausen. Ab 1970 produzierte Hermann Betscher zusammen mit seinem Sohn Hans etwa 20 Heimatfilme, die er in den 70er bis 90er Jahren in Form von Vorträgen im Gebiet zwischen Leutershausen, Rothenburg o.d.T., Roth bei Nürnberg und Gunzenhausen zeigte. Besonders hervorzuheben ist der mit der Trachtengruppe gedrehte Film „Das Altmühltal". Auch in der Volkshochschule wurden diese Vorträge gezeigt. Nach 1971 beschränkten sich nach dem Tod des Schriftführers und Kassiers Georg Albrecht die Aktivitäten des Heimatvereins im Wesentlichen auf die drei Untergruppen und stagnierten in den folgenden Jahren deutlich.

Das änderte sich erst, als der damalige Rektor Armin Görcke 1978 ein neues, breit angelegtes Aktionsprogramm vorschlug und Stadtrat, Heimatverein und Schule zum ersten Mal wieder an einen Tisch brachte. Er regte dabei wichtige Tätigkeitsfelder zur Bearbeitung an, z.B. kulturelle Aufgaben, Museumspflege, Hebung des Fremdenverkehrs und wissenschaftliche Arbeiten. In einem Aufruf im Mitteilungsblatt wurden die Einwohner gebeten, alte Postkarten und Fotos aus Leutershausen und Umgebung der Stadt für ein Bildarchiv zur Verfügung zu stellen. Bei dieser Aufgabe engagierte sich vor allem Verwaltungsoberamtsrat Konrad Bickert sehr stark, der bis jetzt über 130 Ordner mit wertvollem Material sammelte und im linken Rathausschaukasten bis heute unermüdlich wechselnde Ausstellungen vornimmt. Ab 1979 beteiligen sich bei den Faschingsumzügen auch Erwachsene (meist unter einem bestimmten Motto). Die Umzüge bewegen sich nun zusätzlich durch die Sonnen- und Rothenburger Straße. Im Durchschnitt nehmen immer ca. 200 maskierte bzw. kostümierte Personen an diesen Faschingsumzügen teil. Der Heimatverein organisierte in diesem Jahr einen Ausflug zur Burgruine Leonrod und zur Andreaskirche sowie dem Judenhaus in Dietenhofen. Er beteiligte sich auch an der Aktion „Freizeitspaß" der Stadt Leutershausen. Der bekannte Familienforscher Pfarrer Georg Kuhr hielt einen Vortrag über „Österreichische Exulanten in Leutershausen und Umgebung", von denen viele der jetzigen Einwohner abstammen. Besonders wichtig war die Gründung der Zeitschrift „Die Brücke", welche in diesem Jahr aus der Taufe gehoben wurde. Das Bild der „Hohe Brücke" an der Altmühl symbolisiert als ein eigenes Logo seither den Heimatverein, der mit dieser Zeitschrift die Verbindung zu den Mitgliedern und zwischen den Bewohnern der Ortsteile verstärken will. Der Entwurf der sehr einprägsamen Silhouette stammt von Hannelore Bickert, die es von einem Foto ihres Vaters übernommen hat. Dasselbe Brückenmotiv verwendet der Heimatverein auch für seinen Briefkopf. Die eben erwähnte Zeitschrift erschien zuerst viermal, später zweimal im Jahr. Ihre Schriftleitung übernahm über zwanzig Jahre lang Armin Görcke. Seither wurden in der „Brücke" viele heimatkundliche Beiträge über Geschichte (oft von Kreisheimatpfleger Claus Broser), Brauchtum und Landschaft, sowie Mundartgedichte und Buchbesprechungen veröffentlicht. Sie berichtete auch über die Arbeit des Heimatvereins. 1980 wurde der Heimatverein als gemeinnütziger Verein anerkannt, was alle drei Jahre vom Finanzamt überprüft wird, und gab sich eine neue Satzung, deren wichtigster Passus nun lautete: „Zweck des Vereins ist die Pflege und Erhaltung des kulturellen Erbes und der ökologischen Gegebenheiten im Raum Leutershausen — Erforschung der Vergangenheit sowie die wissenschaftliche Förderung über dieses Gebiet. Der Satzungszweck wird verwirklicht insbesondere durch Sammlung von Museumsgut, Einrichtung und Erhaltung des Museums, Veröffentlichung heimatlicher Aufsätze und Literatur, Brauchtum und Volkstumspflege, Forschungsarbeit und Vortragsabende." Über diese Anliegen des Heimatvereins hielt Armin Görcke einen Kurzvortrag bei der jährlichen Blumenschmuckpreis-Verleihung. Der Mitgliedsbeitrag stieg auf 12 DM im Jahr. Ebenso konnte wieder ein Informationsprospekt „Leutershausen von A — Z mit Wanderkarte" in Zusammenarbeit mit der Stadt herausgebracht werden. Gleichzeitig wurden acht Rundwanderwege mit den Emblemen des Naturparks Frankenhöhe (schwarze Zeichen auf gelbem Grund) und zwar mit den Bildern von Milan, Fuchs, Feuersalamander, Bachstelze, Storch und Eiche markiert. Dabei machte sich Hans Rummel sehr verdient, der den Fremdenverkehrsausschuss leitete. In diesem Jahr begannen auch die Führungen durch die Altstadt, welche meist von Ernst Engelhardt, Dieter Gundel, Hermann Betscher, Werner Stenzel oder Claus Broser vorgenommen wurden, später auch von Hermann Wachmeier und Reinhold Postulka. Claus Broser übernahm auch die Formulierung der historischen Texte für die Straßenschilder in der Stadt. Das 25jährige Jubiläum des Heimatvereins und das 15jährige der Trachtengruppe wurden 1980 mit einem Heimatabend im Kronensaal gefeiert, an welchem alle Untergruppen mitwirkten. Dabei konnten 41 Mitglieder für 25jährige Treue geehrt werden, darunter 9 Gründungsmitglieder. Im Jahr 1981 entstand die erste Wanderkarte, auch für Radler und Reiter. Wilhelm Henninger erhielt die Bürgermedaille der Stadt Leutershausen für seine langjährigen Verdienste überreicht. Armin Görcke veranstaltete eine Ausstellung über das Thema „Die Schule unserer Großeltern" im Rahmen eines Tages der offenen Tür in der hiesigen Volksschule. Ein Teil der Exponate stammte aus den früher selbständigen (ab 1967 und 1974 aufgelösten) Dorfschulen und wanderte später ins Heimatmuseum.

Die Mitgliederversammlung 1982 fand in Anwesenheit des Ehrenbürgers William O'Dwyer statt, der wegen der Einweihung des ersten Weißkopfdenkmals neben der alten Turnhalle nach Leutershausen gekommen war. Für die türkischen Mitbürger führte Hermann Betscher 1983 in der Volksschule zwei heimatgebundene Filme vor, nämlich den „Vorsitz" und „Das Osterfeuer". Auf dem Kirchweihplatz wurde eine Orientierungstafel mit dem Netz der eingerichteten Rundwanderwege aufgestellt. Leutershausen erschien erstmalig im Gastgeberverzeichnis „Zu Gast in Bayrisch Franken an der Romantischen Straße und im Rangau". 1984 konnte man während der jährlichen Mitgliederversammlung gleich vier Kurzfilme von Hermann Betscher sehen, nämlich „Ostereiersuchen", „Was tut der Heimatverein?", „Trachtengruppe und Fremdenverkehr" und „Die altersschwache Haslachlinde". Bei einem Heimatabend zeigte er noch den Kurzfilm „Unser Kirchweihbaam". Wegen der engeren Zusammenarbeit mit der Flughistorischen Forschungsgemeinschaft Gustav Weißkopf (FFGW) erschienen von nun an in der „Brücke" viele Artikel über Gustav Weißkopf und die Forschungsgemeinschaft. Anlässlich einer Tagung der UNESCO-Kommission über Denkmalschutz stellte Claus Broser eine Denkschrift über die kulturelle Vergangenheit Leutershausens zusammen, welche er den Mitgliedern der Kommission überreichte. Das 30jährige Jubiläum des Heimatvereins und das 20jährige des Trachtenvereins wurde 1985 erstmals mit einem Beitrag der fränkischen Mundartdichterin Hilde Eberlein aus Erlbach begangen. In diesem Jahr fanden zwei Informationsfahrten zum Hermann-Oberth-Museum in Feucht und zum Bauernund Handwerkermuseum in der Kirchenburg Mönchsontheim statt. Eine Ausstellung steinzeitlicher Geräte aus unserer Gegend durch den Archäologen Peter Sessler konnte leider nicht mehr realisiert werden, weil dieser plötzlich verstarb. Eine wegen der Stimmrechte der Untergruppen (jetzt Aktivgruppen) leicht geänderte Satzung wurde 1986 verabschiedet. Der Heimatverein und die Volksmusikgruppe unterstützte die Stadt Leutershausen bei der Ausstellung „Freizeit und Garten" in Nürnberg auf dem Messegelände. In diesem Jahr zeigte Willy May bei der Blumenschmuckpreisverleihung den Diavortrag „Leutershausen und Umgebung — einst und jetzt". Außerdem fanden gleich drei wichtige Veranstaltungen statt: „Musikanten spiel'n auf' als volkstümlicher Nachmittag im Rahmen des „Fränkischen Sommers" beim Altstadtfest auf der neu hergestellten Bühne vor dem Rathaus, eine Gemäldeausstellung mit dem Thema „Leutershausen und seine Ortsteile" im gleichen Gebäude und die Herausgabe von 1000 Heimatschallplatten bzw. Kassetten „Musikalische Grüße aus Leutershausen", welche in der alten Turnhalle in Zusammenarbeit mit Gesangverein, Kirchenchor, Stadtkapelle und der Volksmusikgruppe im Rahmen des Heimatabends „Leutershausen, eine Stadt mit musikalischer Tradition" vorgestellt wurden. Sowohl die Stadt Leutershausen und die Gewerbebank Leutershausen traten als korporatives Mitglied mit Stimmrecht dem Heimatverein bei. Heimatfreund Willi Urban erhielt die Bürgermedaille der Stadt Leutershausen wegen seiner langjährigen Verdienste überreicht. Wolfgang Riess übernahm von nun an das Amt des „Pelzmärtels" beim Christkindlesherunterläuten von Willy May. 1987 trat die Volksbank Leutershausen als korporatives Mitglied dem Heimatverein bei. Bei einem Filmabend zeigte Hermann Betscher nach dreijähriger Drehzeit auf dem Gebiet unserer Stadt seinen Farbtonfilm: „Bauer, ein vielseitiger Beruf". Urlaubsgäste, die schon mehrere Jahre in Leutershausen ihren Urlaub verbracht hatten, wurden mit der neu geschaffenen Urkunde „Dank und Anerkennung für langjährige Freundschaft" für ihre Treue geehrt. Am Ende dieses Jahres brachte Konrad Bickert seinen ersten Bildband „Alt-Leutershausen und seine Ortsteile" heraus. Die evangelische Kirchengemeinde wurde gebeten, die alten Grabsteine im Lutherhauspark zu sichern, damit sie nicht weiter verwitterten. Der Ehrenziegel des Heimatvereins wurde als besondere Auszeichnung für hervorragende Verdienste in der Ortsverschönerung neu geschaffen und erstmals bei der Blumenschmuckpreisverleihung an die Familie Wagner/Lebender vergeben (spätere Verleihungen siehe Anhang 1). Die Stadt Leutershausen erlaubte dem Heimatverein dabei, das Stadtwappen auf dem Ehrenziegel zu verwenden. Zum gleichen Anlass zeigte Willi Klein 1988 zwei Diavorträge des erkrankten Willy May „Unsere Siedlung" und „Rund um den Büchelberg". Zur Gewerbeschau des Gewerberings Leutershausen an der Kirchweih wurde von Hermann Betscher der Film „Was macht der Heimatverein" gedreht und Claus Broser veranstaltete einen Quiz über das gleiche Thema.

Das amerikanische Musikkorps „Old Ironsides Band" der 1. US-Panzerdivision in Ansbach (die beste Militärband in Europa) gab durch die Vermittlung von Matthias Lechner ein großes Benefizkonzert in der alten Turnhalle, von dessen Erlös zwei historische Zinnkrüge des einheimischen Zinngießers Gundermann angeschafft werden konnten. Ernst Engelhardt und Wilhelm Henninger wurden wegen ihrer großen Verdienste die ersten Ehrenmitglieder des Heimatvereins (spätere Ehrenmitgliedschaften siehe Anhang 1). Bei der Blumenschmuckpreisverleihung 1989 zeigte Willy May den Diavortrag „Leutershausen in den vier Jahreszeiten". Die Stadt Leutershausen wurde 1990 gebeten, sich Gedanken über die Verschönerung der wilden Durchbrüche an der Stadtmauer durch Anlieger (z.B. Fensterkreuze und Blumenschmuck) zu machen. Der Bayerische Rundfunk sendete am 26. Januar 1992 etwa 30 Minuten lang ein Live-Interview über Leutershausen und Gustav Weißkopf mit Dieter Gundel und Hermann Betscher als Gesprächspartner. Beim diesjährigen Blumenschmuckwettbewerb erhielt das Pfarramt Jochsberg einen Sonderpreis für die Renovierung des dortigen Pfarrhauses. Ein Fotoalbum des Heimatvereins wurde angelegt, um die Aktivitäten des Vereins außerhalb der Aktivgruppen zu dokumentieren. Der Heimatverein unternahm 1993 einen Fahrradausflug zum Motorradmuseum in Hetzweiler. Oberhalb des Thomasweihers wurde auf Initiative von Willy May auf der neu hergerichteten Zimmermannswiese am 8. August 1993 zum ersten Mal ein Sommerfest („Zimmerplatzfest") mit Vorführungen alter Handwerkskunst gefeiert, bei dem besonders die Trachten- und Volksmusikgruppe die Organisation übernahmen. Aus der Bevölkerung wurden Torten und Kuchen gespendet. Schon damals und auch in der Folgezeit nahm der Auracher Nachbarverein daran teil. Eine neue Wanderkarte konnte in diesem Jahr unter der Leitung von Hans Rummel herausgegeben werden, der zusammen mit Hermann Betscher auch die Markierung auf den Wanderwegen vornahm. Ebenso konnte ein neuer Werbeprospekt herausgebracht werden. Der Heimatverein besuchte 1994 die Sonderausstellung über Backmodeln „Liebesfreud — Liebesleid" im Ansbacher Markgrafenmuseum und unternahm auch eine Radtour nach Colmberg, bei der das Privatmuseum von Hans Kleinschroth besichtigt wurde. Hilde Eberlein brachte ihren Mundart-Gedichtband „Waast's no Babbett ?" heraus. Der Heimatverein und seine Untergruppen stellten sich und ihre Arbeit im Mitteilungsblatt der Stadt Leutershausen vor. In diesem Jahr begann Hermann Betscher mit der Sammlung von (bis heute 400) Anekdoten und lustigen Geschichten, zu denen vor allem Fritz Leidenberger und Heinz Wellhöffer beitrugen. Alle Gastwirte, die durch Biergärten in der Stadt zur Steigerung des Fremdenverkehrs beigetragen hatten, wurden 1995 besonders geehrt. Zur 50jährigen Wiederkehr des Kriegsendes veröffentlichten Augenzeugen ihre persönlichen Berichte aus dieser schlimmen Zeit in der „Brücke". Aus dem gleichen Anlass zeigte Konrad Bickert in einem Diavortrag Stadtansichten vor und nach den Kriegszerstörungen. Das Zimmerplatzfest dieses Jahres wurde durch ein Unwetter leider vollständig verregnet. Am Tag des offenen Denkmals konnte auf Vorschlag von Claus Broser der Obere Turm zur öffentlichen Besichtigung freigegeben werden, wobei auch Mitglieder des Heimatvereins die einzelnen Führungen übernahmen. Der in diesem Jahr gegründete Kunst- und Kulturverein Aug' und Ohr Leutershausen konnte leider nicht in den Heimatverein eingebunden werden. Eine Puppenausstellung mit fränkischen Trachten wurde 1996 im Rathaus organisiert. Das Zimmerplatzfest fand endlich wieder unter normalen Umständen statt. Am Tag des offenen Denkmals wurde Schloss Rammersdorf von 600 Besuchern in 26 Gruppen besichtigt, denen Claus Broser vorher jeweils die historischen Zusammenhänge schilderte. Altbürgermeister Heinz Wellhöffer erhielt für seine großen Verdienste erstmalig die in Zinn gegossene „Ehrenmedaille des Heimatvereins" verliehen (spätere Verleihungen siehe Anhang 1). Beim Blumenschmuckwettbewerb 1997 führte Willy May seinen Diavortrag „Leutershausen im Spiegel der vier Jahreszeiten" vor. Der Prospekt „Stadtrundgang durch Leutershausen" konnte von Werner Stenzel erstellt werden. Die evangelische Kirchengemeinde wurde noch einmal gebeten, die alten Grabsteine im Lutherhauspark zu sichern, damit sie nicht weiter verwitterten oder dem Vandalismus zum Opfer fallen könnten. Leider erfolgte darauf keine Resonanz. Das Zimmerplatzfest musste wieder wegen des schlechten Wetters ausfallen. Am Tag des offenen Denkmals wurde die Kirche St. Wenzeslaus in Weißenkirchberg von mehreren hundert Mitbürgern besichtigt, wofür Claus Broser einen Kirchenführer schrieb. 1998 schlug der Heimatverein der Stadt vor, die beiden Wahrzeichen der Stadt, das Obere und das Untere Tor, während der Kirchweih nachts anzustrahlen, was damals leider abgelehnt wurde.

Dasselbe geschah mit dem Vorschlag, die Stadt Leutershausen im Internet darzustellen. Beim Altstadtfest wurde vom Heimatverein im Rathaus die Ausstellung „Fränkische Trachtenpuppen" gezeigt. Konrad Bickert brachte seinen zweiten Bildband „Alt-Leutershausen und seine Ortsteile" heraus. Für das jahrzehntelange und unermüdliche Engagement für die Heimat wurde Hermann Betscher 1999 von der Stadt Leutershausen mit der Bürgermedaille ausgezeichnet. Er übernahm zum Jahresende selbst die Schriftleitung der „Brücke" von Armin Görcke, wobei die zukünftige Gestaltung Heinz Archut anvertraut wurde. Nach jahrelangen Vorbereitungen konnte im Jahr 2000 die 1000-Jahrfeier der Stadt Leutershausen unter maßgeblicher Mitwirkung des Heimatvereins würdig begangen werden. Schon um Mitternacht des 1. Januars gab es auf dem Kirchweihplatz eine Verlosung. Der Bayerische Rundfunk brachte am 23. Januar aus der alten Turnhalle die Live-Sendung „Musikalische Grüße aus Leutershausen". Mit einem Festakt feierte man am 29. Februar endlich die schon längst vorgeschlagene Erstellung einer Internetseite der Stadt Leutershausen, durch welche auch der Heimatverein erreichbar wurde. Am 7. März fand der Faschingsumzug wie in jedem Jahr statt, diesmal aber unter Beteiligung des Stadtrates, der sich mit mittelalterlichen Ratsgewändern kostümiert hatte. Konrad Bickert führte am 10. März zur Blumenschmuckpreisverleihung seinen Diavortrag „AltLeutershausen" vor. Am 30. April wurde eine Ausstellung von vorher noch nie gezeigten alten Landkarten und Gemälden im Rathaus eröffnet, welche von Claus Broser und Konrad Bickert veranstaltet wurde. Am 2. und 3. September konnte die Bevölkerung zur Kirchweih erstmals einen sehr vielseitigen Handwerker- und Bauernmarkt bewundern, bei dem z.B. vom Heimatverein ein Jubiläumsziegel hergestellt wurde. Damals traten die „Leitersheiser Bänkelsänger" zum ersten Mal auf. Am 10. September, dem Tag des offenen Denkmals, fanden Führungen durch den Unteren Turm mit einem Stadtmauerrundgang und auch durch die Stadtkirche St. Peter statt, wo Claus Broser mit Friederike Gollwitzer ein Konzert für Orgel und Drehleier bzw. Klarinette veranstaltete. Im Herbst konnten zusammen mit der Kirchengemeinde vier historische Vorträge organisiert werden. Dr. Kurt Rieder behandelte „Die Ackerbürger und Bauern von Leutershausen unter dem Markgrafen ". Hermann Betscher, Leonhard Hanel und Herbert Hausner schilderten gemeinsam „Die Vertreibung der Flüchtlinge und ihre Integration nach dem Zweiten Weltkrieg". Armin Görcke sprach über „Die Neubesiedlung unseres Gebietes durch österreichische Exulanten". Claus Broser beschloss die historische Vortragsreihe mit seinen Ausführungen über „Die Geschichte der Pfarrei und des Dekanats Leutershausen". Am 2. Oktober gab es ein Volksliedersingen, verbunden mit einer Brautmodenschau in der Neuen Post. Zum Weihnachtsmarkt wurden im Rathaus Gemälde des bekannten Heimatmalers Gottfried Scheer ausgestellt. Auch konnte der erste Band der „Leitersheiser Gschichdli" von Hermann Betscher der Bevölkerung angeboten werden, dem schon ein Jahr später der zweite Band folgte. Gerade noch rechtzeitig zum Abschluss des Jubiläumsjahres kam der dritte Bildband von Konrad Bickert, wiederum tatkräftig unterstützt von seiner Ehefrau Erika, heraus — diesmal in Farbe und mit dem Titel „1000 Jahre Leutershausen —Bilder der Heimat". Am Tag der Regionen 2001 wurden die Ersten Leutershäuser Mosttage unter der Mitwirkung des Heimatvereins begangen. Ein Aquarell des Kunstmalers Ekkehardt Hofmann mit einer Abbildung des Christkindlesherunterläuten in Leutershausen war in einem Prospekt zu sehen, der überregional für alle Weihnachtsmärkte im Fremdenverkehrsbereich „Romantisches Franken" warb. Anfang 2002 stellte man den Mitgliedsbeitrag auf die neue Eurowährung um. Einzelne Mitglieder bezahlten von nun an 7 €, korporative 30 € im Jahr. Statt des üblichen Zimmerplatzfestes wurde am 4. Juli 2004 auf dem Plan vor dem Heimatmuseum zu dessen 20jährigem Jubiläum zum ersten Mal ein Museumsfest gefeiert. Am Tag des offenen Denkmals besichtigten etwa 500 Besucher in 16 Gruppen Schloss Rammersdorf, wobei Claus Broser ihnen vorher jeweils die historischen Zusammenhänge schilderte. Hermann Betscher wurde für seine überragenden Leistungen in der Heimatpflege in Leutershausen als Vorstand des Heimatvereins und der Flughistorischen Forschungsgemeinschaft Gustav Weißkopf mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet, Der Weihnachtsmarkt fand in diesem Jahr erstmals auf dem Plan unter Mitwirkung aller Aktivgruppen des Heimatvereins statt.

Fotogruppe im Heimatverein Leutershausen 1. Vorsitzender 2. Vorsitzender Kassier: Schriftführer/in:

Mitgliederzahl:

Willi Klein 1956 - 1974 Heinz Kaysser 1974 - 1979 Joachim Redlin 1979 Erich Blank 1958 - 1964 Horst Zettlmeissl 1964 - 1979 Anton Kohl 1956 - 1966 Fritz Höfling 1966 - 1972 Wolfgang Weigel 1972 - 1979 Helga Schmidt (später Seierlein) 1956 - 1958 Christian Hofmann 1958 - 1974 Heinz Zapp 1974 - 1976 Gerd Einfalt 1976- 1979 1956 15 --- 1978 45

Schon 1955 wurde Gustav Käfer und ein Jahr später Willi Klein als „Fotoreferent" damit beauftragt, ein Bildarchiv auf Kosten des Vereins anzulegen. Dies erfolgte in Form eines Fotoalbums, das zwei Jahre später fertiggestellt werden konnte und 345 DM an Kosten verursachte, wofür die Stadt Leutershausen 100 DM als Zuschuss gab. Die Fotogruppe wurde am 29. November 1956 im Gasthaus zum Schützen (Pinsenschaum bzw. Wöhl) unter der Leitung des damaligen Heimatvereinsvorsitzenden Gottfried Mohr gegründet. Ihre Initiatoren waren der eben genannte Referent für Heimatfotografie Willi Klein und Christian Hofmann, der spätere Technische Leiter. In der konstituierenden Versammlung, die zwanzig Anwesende zählte, bekannte man sich laut Protokoll zu folgenden Zielen: „Die Fotogruppe will alle Freunde des Fotosports in Leutershausen und Umgebung zusammenfassen, um durch gegenseitige Anregungen befruchtend auf die bisherigen Erfahrungen zu wirken. Allen Anfängern will sie Freund und Helfer sein. Der weiteren Unterrichtung dient ein gutes Einvernehmen mit anderen Fotogruppen und schließlich der Beitritt zum Verband der Amateurfotografen. Durch gute und interessante Aufnahmen will die Fotogruppe bei der Bewältigung der fotografischen Vorstellungen des Heimatvereins mithelfen. Erwünscht sind lebensnahe Bilder aus unserer Stadt und deren Umgebung." Das den Ansichtskarten ähnliche Städte- und Landschaftsbild, das romantische Porträt und das sorgfältig aufgebaute Stilleben waren zu dieser Zeit nicht mehr gefragt. Deshalb brauchten die an der Fotografie interessierten Bürger eine neue Orientierung. Der Mitgliedsbeitrag wurde auf 12 DM pro Jahr festgelegt. Jugendliche waren beitragsfrei. Mitgliedsabende fanden zuerst immer am 1. und 3. Dienstag im Monat im Gasthaus zum Schützen statt, während im Landgericht schon im nächsten Jahr eine vereinseigene Dunkelkammer eingerichtet werden konnte. Für deren Ausgestaltung gaben die Regierung von Mittelfranken 150 DM und der Landkreis Ansbach 30 DM Zuschuss. Seit der Aufnahme in den Amateurverband am 1. Januar 1957 führte die Fotogruppe noch die Zusatzbezeichnungen VDAV (Verband der deutschen Amateurfotografen-Vereine e.V.) sowie FIAP (Federation Internationale de la Photographie). Für die drei besten Bilder der Mitglieder setzte der Heimatverein Preise in Höhe von je 10 DM aus. Den ersten Preis gewann damals Herbert Schüßler. Bei der Hauptversammlung des Heimatvereins im gleichen Jahr führte die Fotogruppe bereits einen Farblichtbildervortrag über ihre eigene Arbeit vor. Die Beiträge an den VDAV übernahm der Heimatverein und unterstützte die Aktivitäten der Gruppe mit einem einmaligen Zuschuss von 50 DM für Lehrmittel und mit 100 DM für die Anschaffung eines gebrauchten Vergrößerungsapparats mit Zubehör. Die Stadt stiftete für den gleichen Zweck 50 DM. 1958 fertigte die Fotogruppe Dias von der Umgebung von Leutershausen an, wofür sie für die Gemeinden Jochsberg und Sachsen vom Heimatverein einen Zuschuss von je 30 DM erhielt. Im gleichen Jahr veranstaltete sie eine Fotoausstellung. Mehrere Mitglieder konnten schon an der Gauausstellung in Amberg mit eigenen Arbeiten teilnehmen. Zusammen mit den Fotogruppen von Rothenburg, Ansbach und Gunzenhausen wurde eine eigene Bezirksgruppe gegründet. Als ein Reporter der „Süddeutschen Zeitung" aus München in der Sylvesterausgabe von 1958 „Die Leute von Leutershausen" in recht einseitiger Weise als rückständige und weltfremde Spießbürger darstellte, gab es äußerst starke und sehr sarkastische Proteste der hiesigen Bürger (vor allem durch Leserbriefe). Deshalb sah sich die Redaktion der eben genannten Zeitung gezwungen, am 30. April 1959 einen „Gang nach Canossa" zu unternehmen und lernte dabei Leutershausen von ganz anderen Seiten kennen als im

ursprünglichen Artikel beschrieben. Dazu trug auch ein Vortrag von Willi Urban bei, der mit eigenen Dias unsere Heimatstadt in gebührender Weise vorstellte und die Besucher damit eines Besseren belehrte. Schon 1959 glaubte der Klub soweit zu sein, um mit anderen Vereinen in Wettstreit treten zu können. Deshalb bewarb er sich um den Dritten Mittelfränkischen Bezirkstag, verbunden mit einer Fotoausstellung, bei der 120 Bilder im Schillersaal (heute Neue Post) dargeboten wurden. Dazu gab die Stadt Leutershausen einen Zuschuss von 100 DM. Der Auftakt zu dieser Schau war eine große Enttäuschung. Neunzig Prozent der eingereichten Bilder wurden wegen technischer und gestalterischer Mängel durch das Beratungsgericht abgelehnt. Immerhin konnte je ein Bild von Christian und Ekkehardt Hofmann ausgezeichnet werden. Trotz allem nahm der Landesverband zu einem bei diesem Anlass dargebotenen Diavortrag folgendermaßen Stellung: „Dass ein Lichtbildervortrag nicht langweilig zu sein braucht, das haben die Fotofreunde aus Leutershausen bewiesen. >Unsere kleine Stadt an der Altmühl< hieß diese kleine Diareihe, die in einer so humorvollen Art von den Mitgliedern vorgetragen wurde, dass alle hellauf begeistert waren." In diesem Jahr wurden mehrere Arbeiten des jungen Ekkehardt Hofmann in Ottobrunn und Gunzenhausen prämiiert. Darüber hinaus erhielt er das Jugendleistungsabzeichen des VDAV in Bronze und Silber. Von nun an wurden regelmäßig Ausstellungen in ganz Bayern mit Arbeiten der einzelnen Mitglieder beschickt. 1961 wählte man Willi Klein als einen der Juroren bei der Bezirkstagsausstellung in Bad Windsheim, aus welchem Anlass Christian Hofmann die Silbermedaille des Gaues Bayern überreicht erhielt. Bei der Fränkisch-Hohenloheschen Landesausstellung in Ansbach gestaltete die Fotogruppe 1962 eine Wandfläche von 13 qm Ausdehnung ausschließlich mit eigenen Arbeiten. Von Ihren später in Heilsbronn angebotenen Arbeiten wurden nicht weniger als 85 % angenommen. Sie erzielte damit den höchsten Prozentsatz unter allen anderen Vereinen, was für die Qualität der ausgestellten Bilder sprach. In diesem Jahr wurde auch wieder der Herbstbezirkstag in Leutershausen abgehalten. Bei den Zusammenkünften im Cafe Becker (jetzt Schlecker) hielt damals abwechselnd jeweils ein Mitglied einen Demonstrationsvortrag über die Technik des Fotografierens und informierte über neue Trends. Ab 1964 bot Willi Klein im Rahmen des Volksbildungswerks für die hiesige Bevölkerung regelmäßig Lehrgänge an, z.B. „Richtig Fotografieren". In diesem Jahr erhielt der Verein von der Stadt Leutershausen einen Zuschuss von 100 DM für Unterrichtsmaterial aus den Mitteln des „Notgroschens", ein Jahr später aus derselben Quelle noch einmal 50 DM. 1965 nahm ein Bild von Christian Hofmann in Braunschweig erstmals an der Bundesfotoschau teil. Angeregt durch den Nürnberger Kaufmann Hans Schwemmer setzte sich der Fotoclub nun das Ziel, vertonte Diareihen zu erstellen und erzielte dabei große Erfolge. Für die richtige Akustik je nach Anzahl der Besucher und Größe des Vortragsraumes sorgte dabei in uneigennütziger Weise Horst Zettlmeissl. Zu ihrem zehnjährigen Jubiläum stellte die Fotogruppe 1967 nicht weniger als 150 Großaufnahmen im Rathaus aus. Joachim Redlin zeigte den vertonten Farbdiavortrag „Leutershausen einmal anders" (der in den nächsten Jahren nicht weniger als achtundfünfzigmal vorgeführt werden konnte). Bei einem bayernweit ausgeschriebenen Wettbewerb der Wandermappen belegte der hiesige Fotoclub den sechsten Platz. In diesem Jahr fand wieder eine Bezirksfotoschau in Leutershausen statt. Für ihre großartige Arbeit erhielt die Fotogruppe von der Stadt Leutershausen einen Zuschuss über 225 DM und für die Anschaffung eines Stereotonbandes zur Vertonung und Vorführung von Tonbildschauen einen Zuschuss von 500 DM vom Heimatverein. Willi Klein wurde mit der silbernen Ehrennadel des VDAV ausgezeichnet. Die Fotogruppe wirkte von nun an auch an den Blumenschmuckwettbewerben des Heimatvereins mit eigenen Diavorträgen mit. Ein spektakulärer Erfolg war die Verleihung der Goldmedaille für Foto-Grafik auf dem 6. Internationalen Fotosalon in Nationalchina an Christian Hofmann 1968. Die Fotogruppe stellte 1969 einen stereovertonten Diavortrag über das Heimatmuseum Leutershausen unter dem Titel „Verborgene Schätze" zusammen. Dieser von mehreren Mitgliedern gemeinsam erarbeitete Vortrag war an die ganze Bevölkerung gerichtet, vor allem aber an die Schulen. Im gleichen Jahr entstand der stereovertonte Farbdiavortrag „Magie der Farbe und Technik", der mit Hilfe der Firma Hausner (heute TVU) von Joachim Redlin fertiggestellt und sogar in Textilschulen gezeigt wurde. Durch diese außergewöhnlichen Aktivitäten wurde die hiesige Fotogruppe im Landesverband Bayern richtungsweisend in der Technik der vertonten Bildreihen — auch im Überblendverfahren. Sie stellte in der Folgezeit im Bezirk, auf Landes-und sogar auf Bundesfotoschauen aus. Klubmitglieder arbeiteten in den nächsten Jahren gerne im Volksbildungswerk Leutershausen (später Volkshochschule) des Landkreises Ansbach (u.a. in Colmberg) mit oder betreuten Schülerjubiläen oder hiesige Feriengäste bzw. Ausländer (meist Amerikaner), vor allem Herbert Schüßler und Joachim Redlin. Zu den wichtigen Aktivitäten gehörte aber auch die fotografische Dokumentation der Weißkopf - Forschung in Amerika, was Helmut Majer sen. übernahm.

Besondere Veranstaltungen, Feste und Feiern in Leutershausen wurden regelmäßig in Form von Diareihen, später durch Filme und Videos dokumentiert. 1970 erhielt die Fotogruppe zur Anschaffung eines automatischen Projektors 300 DM vom Heimatverein und 50 DM von der Trachtengruppe als Zuschuss. Joachim Redlin drehte zusammen mit Willi Klein 1971 den Film „Kleine Schlosschronik" über die Burg Colmberg, in dem auch historische Gegenstände zu sehen waren, die später einem Einbruchsdiebstahl zum Opfer fielen. Der Erstgenannte dokumentierte den Straßenbau der Innerortsstraße in der Altstadt von Leutershausen auf die gleiche Weise. In diesem Jahr zog die Fotogruppe aus dem Café Becker in das Gasthaus Alte Post um. Der Empfang im Rathaus zur Entstehung der Großgemeinde Leutershausen wurde im Auftrag der Stadt Leutershausen 1972 gefilmt. Zur Anschaffung einer Projektionswand für Saalvorführungen spendete der Auftraggeber daraufhin 1000 DM. Die Fotogruppe sorgte ab 1973 für passendes Bildmaterial über die neue Großgemeinde, das nachher im Heimatbuch Leutershausen zur Ausschmückung diente. 1974 erhielt das jüngste Mitglied der Fotogruppe, Peter Redlin, beim Bundesjugendwettbewerb „Herausforderung Farbe" einen weiteren Preis. Seine Arbeiten wurden auch in Luxemburg und in der Schweiz ausgestellt. Für die Landjugend Leutershausen konnte ein Beratungsabend über das Fotografieren abgehalten werden. Im Rahmen der Volkshochschule zeigte Willi Urban 1976 den Farblichtbildvortrag "Wie werde ich Kunstmaler? Wie entsteht ein Bild?" Peter Redlin errang bei dem Wettbewerb „Junge Fotografen zeigen Europa" eine Urkunde und außerdem beim Foto-Forum der 8. FIAP Jeunesse ein Diplom. Beim Blumenschmuckwettbewerb 1977 zeigte Willi Urban die Tonbildschau „Weißt Du, wie schön Deine Heimatstadt Leutershausen ist?" Die Bezirksdiaschau wurde wieder in Leutershausen ausgerichtet, wobei Wolfgang Weigel eine Medaille und Peter Redlin zwei Urkunden und einen Sonderpreis erhielten. 1978 konnte die Fotogruppe ihr 20jähriges Jubiläum durch eine Multivisionsschau mit vier Projektoren und insgesamt 400 Dias im Kronensaal würdig feiern. Die Bevölkerung wurde zu einem Diawettbewerb aufgefordert, den Dieter Lippert gewann. In diesem Jahr erhielt die Fotogruppe zum Ankauf eines Vergrößerungsgeräts zwei Zuschüsse von je 250 DM von der Stadt und vom Schulverband Leutershausen. Von nun an konnte sie die Dunkelkammer in der Volksschule mitbenutzen und war nicht mehr auf das Landgericht angewiesen. Willi Klein zeigte je zwei Diavorträge bei der Silbernen und Goldenen Konfirmation und bei der Blumenschmuckpreisverleihung Lichtbilder der Neubausiedlung. Christian Hofmann führte 1979 beim gleichen Anlass eine vertonte Diareihe mit dem Thema „Obst aus dem eigenen Garten" vor. Die Fotogruppe war von Anfang an eine selbständige Untergruppe mit eigenen Zielen, die sich aber nicht immer mit denen des Heimatvereins deckten. Weil der Anteil der auswärtigen Mitglieder (z.B. aus Rothenburg, Colmberg, Ansbach und Herrieden) im Lauf der Zeit deutlich zunahm, die nicht gleichzeitig Mitglied im hiesigen Heimatverein sein wollten, schwächte sich die früher so starke Verbindung immer mehr ab. Deshalb trat die Fotogruppe am 23. Juli 1979 aus dem Heimatverein aus, was man dort sehr bedauerte, und wurde völlig selbständig. Es blieb einzelnen einheimischen Mitgliedern aber überlassen, weiterhin aktiv im Heimatverein mitzuwirken. Auch nach dem Austritt gestalteten diese Heimatfreunde (meistens Willy May, Wolfgang Weigel oder Konrad Bickert) Blumenschmuckwettbewerbe und andere Veranstaltungen durch Diavorträge mit. Hermann Betscher versuchte 1988 noch einmal, die Fotogruppe für einen Wiedereintritt in den Heimatverein zu gewinnen, was aber leider keinen Erfolg hatte. Die Gruppe wollte sich nicht so fest binden und befürchtete, zu sehr für die Ziele des Heimatvereins eingespannt zu werden.

Stadtkapelle im Heimatverein Leutershausen Stadtkapellmeister: Stellvertreter: Mitgliederzahl:

Rudolf Ratka 1958 - 1970 Paul Berndt 1970 Heinz Berndt 1979 1958 26 --- 2005 12

Für die musikalischen Vorhaben des Heimatvereins war ab 1955 Georg Ringler unentgeltlich mit seinem Zitherclub zuständig, die unter dem Motto "Heimat, du bist mir so traut" auftrat. Die Zithergruppe übte zuerst im Gasthaus „Alte Post", welches dafür monatlich 3 DM erhielt. Die erforderlichen Noten bezahlte der Heimatverein. Weil Georg Ringler damals gleichzeitig Dirigent des Posaunenchors war, lebte der alte Brauch wieder auf, vom Oberen Turm herunter (später davor) an Weihnachten zum Christkindlesherunterläuten und an Sylvester Choräle zu blasen. Ab 1957 übte die Zithergruppe im Lutherhaus, wobei der Heimatverein einen Teil der Heizungskosten übernahm. Mehrere Heimatabende fanden in den nächsten Jahren unter Mitwirkung der Zithergruppe statt. Georg Meyer versuchte mit einigen Musikanten aus den früher bestehenden Kapellen, wie z.B. Leonhard Heinold, eine Stadtkapelle ins Leben zu rufen. Als Jungmusiker wurden Hermann Betscher und Fritz Aumann gewonnen. Nach dem ersten Auftritt in Wiedersbach zerschlug sich allerdings dieser Versuch wieder. Am 8. Juli 1958 entstand auf die Initiative von Ernst Engelhardt als Untergruppe des Heimatvereins die Stadtkapelle unter Rudolf Ratka, einem Berufsmusiker aus dem Sudetenland. Mit unermüdlichem Eifer hielt er Interessenten bei der Stange und übte mit ihnen Stücke ein, zuerst in der jetzigen Grundschule, wo auch die ersten „Gehversuche mit Marschmusik" (Schritte einüben, Ton und Takt halten) im Wandelgang stattfanden. Etwas später wurde dann dasselbe im Freien auf den Feldwegen im „Kay", auf dem Sportplatz und auf dem Holzmühlweg geübt. Wegen der Überbelegung der Schule musste später eine neue Probenstätte gesucht werden. In dankenswerter Weise stellten die Färberei Hausner und auch die Kartonagenfabrik Majer dafür Räume zur Verfügung. Danach wurde viele Jahre lang im Kellergeschoss des Wiedersbacher Schulhauses geübt, worauf sich eine Übungsgelegenheit im Aufenthaltsraum der Firma Biedermann zur Nutzung anbot. Mit großem Idealismus schaffte man die nötigen Instrumente an; wobei die Stadt hierzu Zuschüsse (1962 und 1964 jeweils 300 DM, 1971, 1972 und 1979 jeweils 2000 DM sowie 1977 und 1978 jeweils 2500 DM) gab. Besonders lobenswert waren die freiwilligen Geld- und Sachspenden der Bürger. Bei den 1958 mit Zustimmung der Regierung von Mittelfranken erfolgten Haussammlungen, die 3085 DM erbrachten, bewährte sich vor allem Friedrich Ziegler. Die Instrumente sollten im Eigentum des Vereins bleiben und die Musiker für die Benutzung jährlich eine Leihgebühr von 4 DM bezahlen. Ein Teil der Instrumente, die damals etwa 5000 DM kosteten, musste aber trotz der Spenden mit einem zu verzinsenden Kredit, für den die Stadt Leutershausen Bürgschaft leistete, gekauft werden. Auch der Heimatverein belastete sich in den ersten drei Jahre finanziell sehr stark In der Zwischenzeit wurde es mehrfach erforderlich, musikalische Unterhaltung anzubieten. Bis die eigentliche Stadtkapelle richtig eingeübt war, griff man auf Initiative von Ernst Engelhardt auf die Tanzkapelle Ratka zurück, die aus vier Jugendlichen bestand. Schon 1958 gestaltete diese schnell „Kapelle des Heimatvereins" benannte provisorische Musikgruppe zwei bunte Abende, davon einen für den Heimatverein von Leutershausen an der Bergstraße zusammen mit der Landjugend unter Fritz Leidenberger, welche Volkstänze darbot. 1959 spielte dann die wirkliche Stadtkapelle schon bei der Hauptversammlung des Heimatvereins. Im gleichen Jahr spendete der Krieger- und Militärverein 50 DM für Notenmaterial, insbesondere zur Anschaffung eines Trauermarsches für den Totensonntag. Es wurde auch eine Versicherung für vorhandene und neu angeschaffte Instrumente im Werte von 10 000 DM abgeschlossen, deren Police der Heimatverein bezahlte. Der erste Gerätewart war Hermann Betscher, der sich auch um die geschäftlichen Belange kümmerte. Die Stadtkapelle spielte zum ersten Mal öffentlich im Bierzelt bei der Kirchweih, das sie damals noch nicht selbst bewirtschaftete, und erhielt dafür 200 DM Zuschuss vom Stadtrat. Sie sorgte auch für die Unterhaltung der Bürgermeister und Kreisräte des Landkreises Ansbach, als diese ihren jährlichen Ausflug hier in unserem Altmühlstädtchen beendeten. Im Advent hielt sie zu ihrem einjährigen Bestehen einen ersten Konzertabend ab. Die Stadt schaffte 20 Stühle für die notwendigen Proben an. 1960 erfolgte der erste auswärtige Großeinsatz bei der Stadterhebung von Schillingsfürst. Im gleichen Jahr wurde ein Heimatabend für die Nürnberger veranstaltet. Der Turnverein spendete für die Marschmusik beim Maikränzchen 50 DM. Die Konzerte der Stadtkapelle wurden vom Landratsamt Ansbach als „volksbildend besonders wertvoll" anerkannt.

Man schaffte rote Westen mit langer Knopfreihe für die Mitglieder an, welche in Leutershausen bei den Firmen Huber und Heinold hergestellt wurden, wofür die Stadt einen Zuschuss von 1000 DM gab. Die Stadtkapelle brachte nach der Stadtratswahl vor dem Haus der Neugewählten ein Ständchen dar. Sie begrüßte auch die Nürnberger Heimatvereinsmitglieder in Wiedersbach bei ihrer Ankunft auf dem Bahnhof. Von nun an wurde jährlich mindestens ein Konzert veranstaltet, dessen Einnahmen auch zur Deckung der Schulden für die angeschafften Instrumente dienen sollte. An Kirchweihen wurde die Kapelle zur „musikalischen Eskorte" beim Aufstellen des Kirchweihbaumes. Ebenso entstand die jahrzehntelange Tradition des musikalischen Weckrufes am Morgen des Kirchweihmontags. Unter Rudolf Ratka als Dirigent übte die Stadtkapelle mehr die klassischen Stücke ein und trat mit zu dieser Musik passenden Konzerten auf, z.B.1962 bei einem Weihnachtskonzert in der Turnhalle. Als der Windsbacher Komponist Ernst Steinbauer 1964 den „Altmühlmarsch der Leutershäuser“ komponiert hatte, spendierte der damalige Bürgermeister Egon Erzum ein Fass Bier für die Mitglieder, damit sie das neue Musikstück beim Frühlingsfest auf der Terrasse vor dem neu erbauten „Haus der Heimat" spielten. Wegen des Wegzugs von Rudolf Ratka übernahm Paul Berndt 1970 die Leitung der Stadtkapelle. Das Noten-Repertoire wurde zeitgemäß modifiziert und angepasst. In diesem Jahr erhielten die Mitglieder eine neue Tracht, bestehend aus Hose, Weste und Jacke im modernen „fränkischen Trachtenlook", wobei die Stadt Leutershausen einen Zuschuss von 500 DM gab. Die Stadtkapelle wirkte seither bei den meisten öffentlichen Veranstaltungen, Festen und Jubiläen in Leutershausen, aber auch in der näheren und weiteren Umgebung mit, z.B. bei Heimatabenden (seit 1966), Faschingsumzügen (seit 1970) und bei allen größeren Veranstaltungen des Heimatvereins, z.B. bei den Blumenschmuckpreisverleihungen (seit 1968). Die Musikfreunde halfen auch spontan - ohne sich mit fremden Federn zu schmücken - als „DragonerMusiker" zusammen mit den Ansbacher Dragonern acht Tage lang im fernen Baskenland (Frankreich) aus. Prompt erhielt die Stadtkapelle 1977 einen Freundschaftsbesuch der „Banda des Genets", der mit einem großen gemeinsamen Standkonzert am Röhrenbrunnen und Rathaus in Leutershausen mit entsprechendem völkerverständigendem Beisammensein ausklang. In diesem Jahr wurde auch der Fuß/Radweg von Leutershausen nach Wiedersbach unter Vorantritt der Stadtkapelle eingeweiht. Bei der 1100Jahrfeier in Leutershausen an der Bergstraße wirkte sie ebenfalls mit. 1979 war sie bei der 1200-Jahrfeier von Großsachsen in der Gemeinde Hirschberg wieder in der gleichen Gegend tätig. Dort besaß die Stadtkapelle einen lieben Freund und Gönner, Helmut Teutsch, dessen runde Geburtstage jedes Mal von den Mitgliedern musikalisch umrahmt wurden. Im Rahmen der 110-Jahrfeier der Freiwilligen Feuerwehr Leutershausen sowie des 20jährigen Bestehens der Stadtkapelle veranstaltete diese im gleichen Jahr zum ersten Mal ein sogenanntes „Altstadtfest", bei der sie die musikalische Ausgestaltung, die Werbung und den Bierausschank übernahm. Dieses Altstadtfest wurde seither zu einem festen Bestandteil des Veranstaltungskalenders der Stadt und wegen seiner romantischen Kulisse bei den Besuchern von nah und fern immer beliebter und sehr gut besucht. Seit den 70er Jahren trat die Stadtkapelle in unterschiedlichen Besetzungen auf, sei es als Bigband, Tanzund Blasorchester oder in bewährter Marschformation bei diversen Festumzügen — wie bei der Fürther Michaeliskirchweih, Mooswiesenfestzug, Ansbacher Heimatfest, Nürnberger Fastnacht etc. Viele Vereinsfeste, Jubiläen und Konzerte im Raum Ansbach, Feuchtwangen, Gunzenhausen, im Ries und bis nach Graslice in Tschechien hinein wurden von der Stadtkapelle mitgestaltet. Ehemalige Mitglieder der Stadtkapelle wirken heute als Berufsmusiker in namhaften Orchestern und Kapellen mit, z.B. bei den Bamberger Symphonikern. Auch haben sich in all den Jahren des Zusammenspielens mehrere kleinere „Musikformationen" gebildet, welche solo, aber auch als Duo, Trio oder Quartett zu hören sind. Die vielen Jahre des Miteinanders haben auch schmerzliche Spuren hinterlassen. So sind bis heute 21 aktive Mitglieder gestorben. Berufliche Veränderung und Wegzug von Leutershausen, persönliche und familiäre Gründe, Kostenfaktoren sowie der Trend zur „Konserve CD-Elektronik" taten ein Weiteres hinzu. Obwohl der Kapellmeister Paul Berndt aus beruflichen Gründen 1979 nach Mertingen bei Augsburg zog, scheute er seither weder Zeit noch Mühe, ungeachtet der Entfernung von über 100 km die Musikproben hier in der Stadt zu organisieren und die Auftritte der Stadtkapelle — mit Hilfe seines Bruders Heinz Berndt - zu leiten. Gegenseitiges Verstehen, Zusammengehörigkeit, Freundschaft und der Spaß am Hobby Musik verpflichtet diese kleine Gemeinschaft auch weiterhin, für die Allgemeinheit tätig zu sein.

Trachtengruppe im Heimatverein Leutershausen 1.Vorsitzender:

Gerhard Thun Hans Saemann Günter Seebauer

1965 - 1966 1966 - 1984 1984 -

2.Vorsitzender:

Werner Schuler Wilma Stenzel Günther Seebauer Rosi Seebauer

1965 - 1968 1968 - 1974 1974 - 1984 1973 -

Kassier:

Heinrich Bauer Michael Saemann Rosi Seebauer

1965 - 1968 1968 - 1973 1973 -

Schriftführer:

Elfriede Dürr Werner Schuler Heinz Archut

1965 - 1967 1967 - 1978 1978 -

Die Trachtengruppe wurde am 25. Oktober 1965 gegründet. Anlass dazu gab ein Kirchweihumzug im September desselben Jahres, bei dem auf Initiative von Willy May und Georg Stöckert mehrere Bürger ihre alten Trachten vorführten. Weil sie damit unter der Leutershausener Bevölkerung große Begeisterung hervorriefen, beschlossen einige Mitglieder des Heimatvereins die Gründung einer eigenen Trachtengruppe. Bald fanden sich 25 junge Leute zusammen, die sich zur Aufgabe setzten, das mittelfränkische Volksgut, insbesondere Volkstänze und Volkslieder, zu pflegen. Die Trachtengruppe schloss sich am 5. November 1965 dem Heimatverein an. Im nächsten Jahr erfolgte der Beitritt zur „Vereinigung bayerischer Trachtenvereine links der Donau". Die Richtlinien dieser Vereinigung spiegeln sich zum Teil in den Satzungen der Gruppe wieder. Die Leutershausener Dachorganisation bildete stets der Heimatverein, der aber das Leben der Gruppe kaum beeinflusst. Diese lebt nur von Spenden und Mitgliedsbeiträgen und wird niemals für irgendwelche Auftritte bezahlt. Am 21. März 1966 veranstaltete die Trachtengruppe einen eigenen Heimatabend in der alten Turnhalle. Bei der Kirchweih organisierte die Trachtengruppe im gleichen Jahr zum ersten Mal das Schmücken und Aufrichten des Kirchweihbaumes, den die Stadt zur Verfügung stellte. Man wählte eine hohe Fichte, deren Astwerk bis auf die Krone abgeschnitten und deren Stamm abgeschält wurde. Ziemlich weit oben befestigte man einen Kranz aus Eichenlaub. Im Zug marschierten die Trachtler, den Baum in ihrer Mitte, durch die Altstadt zum Kirchweihplatz. Dort wurden den Zuschauern nach dem Aufrichten Volkstänze dargeboten. Nachdem der Heimatverein die Blumenschmuckpreisverleihung 1968 selbst übernommen hatte, beteiligte sich die Volkstanzgruppe an dieser Veranstaltung von nun an ebenfalls. Im gleichen Jahr bekamen die Trachtler einen erfreulichen Zuwachs. Damals wurde eine Gruppe mit 37 Kindern im Alter von 4 bis 14 Jahren gegründet, die sich an jeden Samstagnachmittag traf und schon beim zweiten Heimatabend der Trachtengruppe am 27. April 1968 in der alten Turnhalle auftrat. Damals wurde der erste Luftballonwettbewerb veranstaltet und 1969 gab es erstmalig ein Ostereiersuchen für diese Gruppe. Sie nahm schon im gleichen Jahr an einer Blumenschmuckpreisverleihung teil und übte ab 1970 in der alten Schießhalle am Steinweg. Um die hohen Anschaffungskosten der erforderlichen Trachten für diesen Nachwuchs zu sparen, beschlossen die Frauen, bis auf Lederhose und Dreispitz sämtliche anderen Trachtenstücke selbst zu nähen. Während die weiblichen Mitglieder unter der Leitung von Trachtenmutter Hilde Saemann schneiderten, strickten und Trachten ausbesserten, vertrieben sich die Männer die Zeit mit Spielen, Karteln, Musizieren und Singen. Daraus entstanden die „Roggerstuben" des Trachtenvereins, die an die alte Tradition der nachbarlichen Spinnstuben der fränkischen Bäuerinnen anknüpfte. In jedem Sommer wurde eine Freizeitwoche abgehalten, meist ein Zeltlager in der Nähe von Leutershausen. 1971 fand es im Silberwald statt. Ab 1972 erlaubte die Stadt Leutershausen die Benutzung der sogenannten Trachtenwiese mit den Wetterfichten im Langen First oberhalb von Lenzersdorf, wobei der sonst dort weidende Schäfer in der Zeit zwischen dem 30.6. und 30.8. in jedem Jahr auf sein Weiderecht verzichtete. Von hier aus unternahmen die Mitglieder Wanderungen in die umliegenden Wälder, organisierten Spiele und geselliges Beisammensein mit Musik und Gesang. Das Lagerfeuer erregte bei der Jugend verständlicherweise die größte Begeisterung. Das Holz für das Feuer sammelten

die Kinder selbst bei ausgedehnten Spaziergängen durch Wald und Flur. Für die Verpflegung sorgten die Vereinsfrauen. Die Teilnehmer mussten nur einen kleinen Unkostenbeitrag beisteuern. Jedes Jahr um die Weihnachtszeit gab es ein Fest für die großen und kleinen Mitglieder der Gruppe. Am Nachmittag bekamen die Kinder Kaffee und Kuchen und Plätzchen, welche die Vereinsfrauen selber gebacken hatten. Nach dem Tod von Willy May, dem die Jugendarbeit immer sehr am Herzen gelegen war, wurde die Kinderjugendgruppe von Claudia Splettstoesser noch einige Jahre weitergeführt. Sie löste sich kurz vor der Jahrtausendwende leider endgültig auf. 1971 wurde ein eigener Theaterabend in der (alten) Turnhalle veranstaltet. Zuerst traf sich die Trachtengruppe, an jedem Freitag im Nebenzimmer des Gasthauses „Alte Post", ab 1977 in der ehemaligen Jugendherberge, Rothenburger Str. 9 („Häusla"), für die mit der Stadt Leutershausen ein Pachtvertrag abgeschlossen wurde. Die Mitglieder besprachen hier ihre Vereinsangelegenheiten, übten Volkstänze und Volkslieder (mit Willy May) ein und ließen auch das gesellige Beisammensein nicht zu kurz kommen. Sie veranstalteten Faschingsbälle und Schlafwandlerbälle bzw. Kappenabende. Zum Standardprogramm der Gruppe gehörten die Sternpolka, Kreuzpolka, auch „fränkisch", Kikeriki, „is' Bauernmadla", der Obere Altmühltaler Volkstanz und „Sechs setta Buam". Hannelore Bickert schrieb 1973 eine soziologische Untersuchung im Dienst volkskundlicher Studien über die Trachtengruppe Leutershausen, aus der hier mehrfach zitiert wurde. Die Trachtengruppe dankte ihr dafür mit der Ernennung zum Ehrenmitglied. 1974 kamen 160 Vorsitzende, Vortänzer und Vortänzerinnen aus 22 Volkstrachtenvereinen nach Leutershausen, um unter der Leitung des 1. Vortänzers im Bezirk Mittelfranken, Walter Polster aus Ansbach, gemeinsam Volkstänze einzustudieren. Zum 10jährigen Jubiläum der Trachtengruppe fand in der „Neuen Post" 1975 ein fränkisch-bayerischer Heimatabend statt. Ab 1976 wurden „Vorsitzabende" in den Außenorten der Stadt, aber auch in anderen Gemeinden veranstaltet. Die Mitglieder lernten vor allem von dem „Vereinsmusiker" Willy May viele Volkslieder, der den Gesang (ohne Noten!) auf dem Akkordeon begleitete. Diese sehr aktive und einmalige Persönlichkeit sorgte auch immer beim Einüben und Vorführen der Tänze und bei jedem gesellschaftlichem Beisammensein der Gruppe für Musik. Die Trachtengruppe trat jährlich an mehreren Trachtenfesten auf oder marschierte in Festzügen mit. Dabei wurde den Mitgliedern bei ihren öffentlichen Auftritten ein Stander vorangetragen, den Georg Wagner geschnitzt hatte. Er zeigte auf der Vorderseite den Oberen Turm, das Wahrzeichen unserer Stadt, sowie links und rechts darüber das brandenburgische und das bayerische Wappen. Für die Trachtler bedeutete dieser Stander eine Botschaft an die Zuschauer über ihre Heimat, für die sie in erster Linie auftraten. Die Tanzgruppe war in der Vergangenheit mehrfach im Fernsehen zu sehen und dabei auch zu Aufnahmen beim Zweiten Deutschen Fernsehen ins Studio nach Wiesbaden eingeladen. Der Ehrenbürger der Stadt Leutershausen, der Amerikaner William O'Dwyer, wurde 1976 bei einem fränkischen Familienabend zum Ehrenmitglied der Trachtengruppe ernannt und mit einem bemalten Holzkrug beschenkt. 1978 konnte der mittelfränkische Bezirksjugendtag in Leutershausen mit 350 jungen Trachtlern aus 14 Vereinen in Leutershausen gefeiert werden. Ein Jahr später gestaltete die Trachtengruppe mit der Volksmusikgruppe einen bunten Abend für 30 amerikanische Schüler und zwei Lehrer der Berufsschule Trumbull/Bridgeport, die mit William O'Dwyer unsere Stadt besuchten. Die Arbeitsgemeinschaft Fränkischer Volksmusik, Bezirk Mittelfranken, die Willy May mit gegründet hatte und zu deren Vorstand er gehörte, veranstaltete 1980 im Kronensaal mit der hiesigen Volkstanzgruppe einen Tanzabend unter dem Motto „Jeder macht mit". Dieselbe Arbeitsgemeinschaft hielt 1982 am gleichen Ort ihren dritten Volkstanzabend ab. Bei der Erstellung eines amerikanischen Films über Leutershausen wirkte die Trachtengruppe 1983 erfolgreich mit. Im gleichen Jahr schuf Hans Saemann das Heimatgedicht „Ich stehe auf der Altmühlbrück", das von Lehrer Ludwig Krönert vertont wurde. Beim 150jährigen Jubiläum des Gesangvereins gestaltete die Trachtengruppe 1986 einen Festzugswagen zum Thema „Fränkischer Vorsitz". Ein Jahr später wurde der Stadtrat um Mithilfe für das Vorhaben gebeten, das Vereinsheim zu erweitern. Die ehemalige Jugendherberge war zwar schon längst gemütlich hergerichtet, der verfügbare Raum aber zum Üben und Einstudieren der Volkstänze nicht ausreichend. Bei Tanzabenden musste das Mobiliar immer beiseite geräumt und teilweise sehr umständlich nach außen geschleppt werden. Eine geplante

Vergrößerung des Vereinsheims auf der Rückseite um zwei Meter war geplant, wurde aber aus finanziellen Gründen nicht ausgeführt. Der Bayerische Rundfunk filmte 1989 im „Häusla" Trachten-und Volksmusikgruppe für eine Sendung unter dem Thema „Heimat" zum 40jährigen Bestehen der Bundesrepublik Deutschland. 1993 konnte in den Pfingstferien für die Jugendgruppe im Bayerischen Wald ein Zeltlager abgehalten werden. Die Trachtengruppe nahm an der Sendung „Lustige Musikanten" des ZDF teil, welche im Bergwaldtheater in Weißenburg aufgenommen wurde. Sie übernahm von diesem Jahr an auch die Ausgestaltung des Zimmermannsfests am Thomasweiher. Im Vereinsheim der Trachtengruppe fand 1994 die Jahreshauptversammlung des Heimatvereins statt. Anlässlich der 1000-Jahrfeier der Stadt Leutershausen wurde bei der Kirchweih im Jahr 2000 eine „Rockenstube" gezeigt. Die Volkstanzprobe des Gauverbandes Mittelfranken fand 2003 im Gasthof Neue Post statt. 2004 konnte zum ersten Mal auf Initiative von Richard Vogel der Röhrenbrunnen am Marktplatz als Osterbrunnen von Mitgliedern der Trachtengruppe und des Heimatvereins mit viel Einsatz geschmückt werden. Am Anfang bestand die Gruppe fast ausschließlich aus jungen Leuten, die in der verflossenen Zeit zum größten Teil dem Verein treu geblieben sind. Doch die nächste Generation rückt nicht im gewünschten Maß nach. Leider begeistert in der heutigen Zeit die Liebe zur Heimat nicht mehr viele. Deshalb kann der Verein seit einigen Jahren an auswärtigen Umzügen nicht mehr teilnehmen, weil meistens wenigstens 20 Festabzeichen abgenommen werden müssen. Die wöchentlichen Vereinsabende laufen Gefahr, zu einem Stammtisch zu werden. Es bleibt deshalb nur zu hoffen, dass die Trachtengruppe auch in Zukunft ihr ursprüngliches Werk fortführen und weiterhin Leutershausener Bürger jeden Alters zur aktiven Mitwirkung anregen kann.

Volksmusikgruppe im Trachtenverein Leiter:

Willy May Gerhard Reichert

1968 - 1997 1998 -

Der bekannte Volksmusiker Willy May war schon vor dem Zweiten Weltkrieg Trommler bei der „WagnerKapelle", Mitglied der 1946 von Heinz Wellhöffer gegründeten Tanzkapelle „Jumbo Leutershausen" und späteren „MHK". Er gehörte auch dem hiesigen Gesangverein an, war einer der „Lustigen Zwei" und ein vielseitiger Alleinunterhalter. Von 1954 bis 1960 übte er das Amt des Türmers aus, spielte 35 Jahre lang zusammen mit einer seiner Töchter als Christkind den „Pelzmärtel" beim Christkindlesherunterläuten und war von 1966 bis 1972 Mitglied des Stadtrates. Er sorgte schon immer in der Trachtengruppe beim Einüben und Vorführen der Tänze und bei jedem gesellschaftlichem Beisammensein der Gruppe mit Gitarre oder Akkordeon für Musik und Spaß. 1968 gründete er mit seiner Tochter Claudia und Josef Wutz auch die Volksmusikgruppe. Die Stadt Leutershausen bewilligte ein Jahr später einen Zuschuss von 450 DM zur Anschaffung von Musikinstrumenten. In den nächsten Jahren schlossen sich der Volksmusikgruppe noch Christoph Wutz, Luise Geiselsöder, Karoline Lang (später verheiratete Leis), Erwin Bischoff, Lore Arnold und Rudi Bogner an; kurzfristig dabei war auch Glenda Wolf. 1986 kam Gerhard Reichert hinzu. Helmut Bach und Ina Schönamsgruber folgten ihm 1998 nach. Willy May trat zusammen mit seiner Tochter Claudia mit einem Alpenglockenspiel zum ersten Mal 1973 bei einem Folkloreabend in der Turnhalle auf. Die Stadt Leutershausen bewilligte 1973 weitere 450 DM und 1974 700 DM zur Anschaffung von Instrumenten, 1977 zum Kauf eines Verstärkers 3500 DM, 1979 und 1984 zur allgemeinen Instrumentenanschaffung je 2000 DM. Die Volksmusikgruppe trat an vielen Orten in der Form einer „Stubenmusik" mit Gesang und Glockenspiel auf und wurde vom Bayerischen Rundfunk ins Studio nach Nürnberg zu Tonaufnahmen gebeten. Auch auf überregionalen Messen z. B. in Nürnberg warb die Gruppe für unser Heimatstädtchen. Sie wurde durch Heimatabende und Konzerte weit über die Grenzen des Heimatkreises bekannt und beliebt. Besonders wurde geschätzt, dass sie unter der Leitung von Willy May die Welle der unechten, volkstümelnden Musik mit billigen Show-Effekten nicht mitmachte, sondern immer die ursprüngliche, unverfälschte fränkische Volksmusik darbot. 1978 trat das Glockenspielduo Claudia May und Karoline Lang (auch mit Gesang) zum ersten Mal bei einem Blumenschmuckwettbewerb des Heimatvereins in Leutershausen auf. Willy May wurde 1979 als Gründungsmitglied in den Vorstand der „Arbeitsgemeinschaft Fränkische Volksmusik, Bezirk Mittelfranken e.V." in Nürnberg gewählt, wonach er den südlichen Teil Mittelfrankens betreute, und erhielt 1980 von der Stadt Leutershausen für seine langjährigen Verdienste die Bürgermedaille verliehen. In diesem Jahr nahm die Volksmusikgruppe erstmals an den Ansbacher Rokokospielen teil. Dasselbe geschah 1981 bei einem Volksmusikabend im Rahmen des „Fränkischen Sommers" in Wassertrüdingen. Beim Nordbayerischen Volksmusikwettbewerb um den Wanderpreis des Arzberger Bergkristalls in Kulmbach konnte 1985 ein beachtlicher Dritter Preis unter 25 Gruppen erzielt werden. Anlässlich eines fränkischen Heimatabends zeigte Willy May zusammen mit Hermann Betscher im gleichen Jahr die Diareihe „Musikalische Tradition in Leutershausen". Ab 1987 wirkte auch die Fränkische Mundartdichterin Hilde Eberlein aus Erlbach an den Heimatabenden und anderen Veranstaltungen mit. Das 20jährige Jubiläum feierte man 1988 in der alten Turnhalle, wobei die Willy May die goldene Ehrennadel des Heimatvereins für seine Verdienste verliehen wurde. Von nun an erhielt die Volksmusikgruppe von der Stadt Leutershausen einen jährlichen Zuschuss von 150 DM. Ab 1989 trat die Volksmusikgruppe bei der Ausstellung „Freizeit, Garten und Touristik" mehrmals in Nürnberg auf. Im gleichen Jahr erhielt sie einen Zuschuss in Höhe von 1000 DM vom Heimatverein zur Anschaffung von Lederhosen, Westen und schwarzen Jacken. Bei den Ersten Bayerischen Tagen der Dorfkultur in Leuchtenberg/Oberpfalz sorgte die Volksmusikgruppe 1990 für eine ehrenvolle Darstellung der musikalischen Fähigkeiten in Leutershausen, wobei sich der bayerische Staatsminister Gustl Lang mit Handschlag bei Willy May bedankte. Die Volksmusikgruppe veranstaltete das erste „Sänger- und Volksmusiktreffen" am 7. September 1991 in Leutershausen. Auf Schloss Banz wurde sie 1992 im Kaisersaal bei den 4. Banzer Volksmusiktagen durch den bayerischen Staatsminister a.D. Fritz Pirkl mit dem ehrenvollen und nur einmalig zu verleihenden „Bayerischen Volksmusikpreis" (Förderpreis der Hanns-Seidel-Stiftung) für ihre herausragende Stellung unter den bayerischen Volksmusikgruppen besonders geehrt. Der Bayerische Musikrat, dessen Schirmherr der ehemalige bayerische Ministerpräsident Max Streibl war, verlieh der Volksmusikgruppe 1993 eine Dankurkunde für ihre Teilnahme am „Europatag der Musik".

Die Gruppe beteiligte sich auch an der Abschlussveranstaltung des „Fränkischen Sommers", die am 9. Oktober 1993 im Lutherhauspark stattfand. 1994 warb die Volksmusikgruppe bei der Jugend erfolgreich um Nachwuchs. Die Proben fanden zuerst im Nebenzimmer der Krone statt. Die neue Volksmusik-Kassette „So klingt's fränkisch" wurde bei einem Heimatabend am 22. Oktober 1994 zusammen mit einem Gedichtband von Hilde Eberlein vorgestellt. Zugleich traten die neue Flötengruppe unter der Leitung von Hannelore Schönamsgruber und die Stubenmusik zum ersten Mal öffentlich auf, ebenso das Duo May — Postulka (mit Gesang und Bandoneon-Begleitung). Beim Frühlingskonzert 1995 waren mit dem „Weißdornquartett" erstmals drei Generationen der Musikerfamilien May/ Splettstoesser zu hören. Als Dank für die Erlaubnis, im Gemeindezentrum mit der Jugendgruppe proben zu dürfen, wurde im Advent erstmals eine „Fränkische Weihnacht" in der Peterskirche veranstaltet. 1996 fand ein „Fränkischer Abend" mit großem Erfolg statt, an dem sich drei Generationen der Familien Bickert/Schönamsgruber und zwei der Familie Bach aktiv mit Instrumenten und Gesang beteiligten. Die Volksmusikgruppe wurde im gleichen Jahr mit dem „Georg-Ehnes-Gedächtnispreis", einem Geldpreis in Höhe von 1500 DM, ausgezeichnet. Nach wie vor übernahm die beliebte Gruppe Auftritte bei Sänger- und Musikantentreffen, Veranstaltungen von „Fränkisch gredd" (Autorenlesungen und Buchvorstellungen der Firma Fritz Majer & Sohn), Volkstanzabenden, Brauchtums- und Volksmusiktreffen sowie die musikalische Vertretung der Stadt Leutershausen oder des Landkreises Ansbach auf Messen und Ausstellungen in Nürnberg/Ansbach bzw. eigene Kassettenbespielungen sowie Studioaufnahmen des Bayerischen Rundfunks in Nürnberg. Schwerpunkte bildeten zwischenzeitlich jedoch das traditionelle Frühjahrs- bzw. Herbstkonzert (auch das Weiherfest am Zimmererplatz) sowie viele Advents- und Weihnachtsfeiern mit kulturellen Vereinen, aber auch die beliebte „Fränkische Weihnacht" in wechselnden Ortskirchen und Altenheimen. Beim Frühlingskonzert 1997 gaben die einzelnen Abteilungen der Volksmusikgruppe wieder einmal einen Einblick in ihr Können. Leider fehlten Willy Mays Basshorn und seine vertraute Bassstimme wegen einer plötzlichen Erkrankung. Am Ende dieses Jahre trat der von allen gefürchtete, furchtbare Schicksalsschlag ein. Willy May, ihr „Grundstein, Motor, musikalische Seele und Leiter" starb nach kurzer Krankheit am 14. Dezember 1997 und wurde unter sehr großer Anteilnahme der Bevölkerung auf dem hiesigen Friedhof beerdigt. Deshalb fand im nächsten Jahr das 30jährige Jubiläum der Volksmusikgruppe als „Fränkisches Sänger- und Musikantentreffen" unter recht traurigen Umständen statt. Beim Festabend am 9. Mai 1998, der von der Arbeitsgemeinschaft Fränkische Volksmusik, Bezirk Mittelfranken e.V. veranstaltet und vom Bayerischen Rundfunkstudio Nürnberg aufgenommen wurde, war auf der Bühne ein großes Bild von Willy May zu sehen. Bürgermeister Dieter Gundel verlieh dabei der Gruppe den Titel „Botschafter der Stadt Leutershausen". Zum Glück fand sich hierfür in Gerd Reichert, Mays langjährigem Musikfreund und Stadtkapellengründungsmitglied, ein Wunschnachfolger bereit. Er konnte die jährlich wiederkehrenden und traditionellen Aktivitäten der Volksmusikgruppe weiterführen, z.B. bei einer „Fränkischen Weihnacht" 1998 in Nürnberg, bei eigenen Konzerten und anlässlich der 1000-Jahrfeier der Stadt Leutershausen im Jahr 2000, oder am „Tag der Volksmusik" in Bad Windsheim und beim Musikantentreffen der ARGE in Zirndorf. . Unter neuer Leitung musizierte nun die Stammbesetzung mit zwei Sängerinnen, begleitet von Zither, Akkordeon. Klarinette und Gitarre. Nachdem Claudia Splettstoesser ihres Vaters Basshorn erlernte, konnte auch die früher schon praktizierte fränkische Blasmusik wieder neu belebt werden. Dieses „Klarinettenquartett" ist sehr beliebt und bildet ein zweites musikalisches Standbein. Auch die Jugendmusikgruppe wurde zum Glück weitergeführt und trat unter der Leitung von Hannelore Schönamsgruber und Claudia Splettstoesser ab 1998 mehrere Jahre lang zusammen mit der Volksmusikgruppe öffentlich auf. 2001 hörte man wieder die „Bänkelsänger" (Luise Fritsch und Annemarie Zettlmeissl, begleitet von Reinhold Postulka auf dem Bandoneon) bei einem Herbstkonzert. 2004 konnte ein Frühlingskonzert unter Teilnahme aller musikalischer Gruppen des Heimatvereins veranstaltet werden, das ganz im Zeichen der Leutershäuser Musikgeschichte stand. Dabei wurden von den „Bänkelsängern" Couplets aus den 20er und 30er Jahren von Peter Wagner vorgetragen, welche Reinhold Postulka in der Musikantenabteilung des Heimatmuseums ausgegraben und durch Übertragung in die heutige Schrift „les- und singbar" gemacht hatte. Auch die Stadtkapelle spielte historische Stücke von Georg Binder, die für die heutige Instrumentenbesetzung von Hans Auer umgeschrieben worden waren. Neu trat der Heimatdichter Horst Götzl auf.

Museum im Unteren Turm Am 26. November 1907 beschloss der Stadtrat die „Errichtung eines Lokalmuseums", wofür als Standort das frühere königlich bayerische Landgericht (seit 1880 aufgelöst und im Besitz der Stadt) vorgesehen war. Das im Unteren Tor untergebrachte und vom Ansbacher Bezirksamtmann (heute Landrat) Rudolf Reubold 1908 gegründete „Altertumsmuseum" (später „Heimatmuseum") bestand aus zwei Teilen. Das Volkskundemuseum stellte das Erdgeschoss eines kleinen Bauernhauses mit darüber liegendem Dachboden dar. Das historische Museum wurde auf der rechten Seite des Turms in zwei Zimmern dargeboten. Betreut wurde die Einrichtung von einem „Altertumsverein", der 1913 nicht weniger als 73 Mitglieder besaß, und Dr. Heinrich Mayer zum Vorsitzenden sowie Hauptlehrer Hans Wild zum Kassier hatte. Die Führungen übernahm mehr als 30 Jahre lang Marie Blank. Zum Glück traf den Unteren Turm 1945 nicht das Schicksal des Oberen Turms, sonst wären diese Sammlungen heute nicht mehr vorhanden. Als das Ende des Zweiten Weltkriegs durch die Zerstörungen in der Stadt (121 Gebäude) eine große Wohnungsnot über die Bevölkerung brachte, lagerte man die Exponate des Museums wahllos auf einem Dachboden des Landgerichts aus, um die Räume im Unteren Turm als Notunterkunft für ausgebombte Bürger nützen zu können. Dazu kamen noch einige Stiftungen an den Bruderverein in Nürnberg, der diese Gegenstände nirgendwo anders als in Leutershausen unterbringen konnte. Schon 1953 schlug der Kinobesitzer und Stadtrat Forster vor, die historischen Sammlungen des Altertumsmuseums wieder in einem geeigneten Raum unterzubringen. Das war aber zu dieser Zeit in Leutershausen nirgends möglich. Nach dem Auszug der letzten Flüchtlingsfamilie beschloss der Stadtrat 1964, die dortigen Räume nicht mehr zu vermieten, sondern wie früher als Museum zu nutzen. Nun wurden die ungeordneten Ausstellungsstücke auf Initiative und unter der Leitung von Ernst Engelhardt aus dem Landgericht geholt und wieder am alten Platz aufgebaut. Dabei stellte sich 1965 anhand eines neu gefertigten Inventars heraus, dass manches fehlte. Kreisarchivpfleger Karl Hannakam legte im gleichen Jahr ein Verzeichnis der Bücher und Archivalien im Heimatmuseum an (Bibeln, religiöse Bücher, Zunftordnungen und Zunftakten). 1967 konnte das Heimatmuseum auch mit Hilfe des Kreisheimatpflegers Adolf Traunfelder wieder professionell aufgebaut und neu eröffnet werden. Es zeigte wieder die alten Möbel, Bilder, Waffen und Zunftfahnen. Die Stadt Leutershausen als Träger des Heimatmuseums übertrug die Betreuung desselben dem Heimatverein, damals speziell der Trachtengruppe unter Hans Saemann. Die Führungen in den nächsten Jahren übernahm Klara Wilkowsky, die gleich im Nachbarhaus wohnte. 1970 wurde am Unteren Turm durch die Stadt eine Generalinstandsetzung durchgeführt, bei welcher der Dachstuhl - auch der des Torhauses - komplett erneuert werden musste. Daraus entstand die Notwendigkeit, alle Exponate des Heimatmuseums noch einmal ins Landgericht auszulagern. Das Museum wurde unter der Leitung von Ernst Engelhardt zum zweiten Mal neu eingerichtet und am 25.August 1973 wieder eröffnet. Durch den Ausbau des Dachbodens war zusätzlicher Platz gewonnen worden, der für landwirtschaftliche Geräte genutzt werden konnte. Spätere Zugänge passten aber oft thematisch nicht mehr dazu und verschleierten die ursprünglich vorgesehene Ordnung. Eine Besichtigung im Jahr 1979 ergab, „dass die Fülle verwirrt, die Anordnung verbessert werden sollte und manches Museumsgut unbedingt restauriert werden muss, wenn es erhalten werden soll." Damals wurde beschlossen, im Unteren Turm neben der Küche und dem Schlafraum noch eine vollständige bäuerliche Wohnung einzurichten. Schützenscheiben, Waffen und alte Feuerwehrgeräte wurden anschließend in den Oberen Turm neben das Gustav-Weißkopf-Zimmer verbracht, die Bücher und Zunftakten ins Stadtarchiv im Rathaus. 1986 restaurierte Ekkehardt Hofmann die alten Bauernmöbel im Unteren Turm und machte sie wieder ansehnlich. Die schon bestehenden Sammlungen konnten durch gespendete landwirtschaftliche Geräte der Bevölkerung weiter ausgebaut werden. Zwei Modegeschäfte in Ansbach stifteten 1988 gebrauchte Schneiderpuppen, womit nun die vorhandenen wertvollen alten Trachten ohne Faltung geeigneter präsentiert werden konnten. Das Museum im Unteren Turm wurde am 29. Juli 1989 nach thematischer Trennung mit den Abteilungen „Bäuerliches Wohnen, Trachten und landwirtschaftliche Geräte" offiziell wieder eröffnet. Gleichzeitig fand dort eine Ausstellung mit Aquarellen von Ekkehardt Hofmann und Hubert Rieß statt. Die Führungen übernahm von nun an Wilhelm Henninger. Der Freundeskreis der Deutschen Meisterschule für Mode besuchte 1991 den Unteren Turm. Im gleichen Jahr wurde zum Altstadtfest und zur Kirchweih das Modell „Seckendorffschloss Jochsberg" von Hermann Diezinger ausgestellt. Es kam später als Leihgabe ins Heimatmuseum im Landgericht. Zur Kirchweih 1992 gab es eine Sonderausstellung „Bäuerliches Basteln" im Unteren Turm, die nahezu 1000 Besucher anlockte. Die Trachten-Fachgruppe von Nordbayern besichtigte 1993 hier die einschlägigen Exponate.

Eine Sonderausstellung der Fotogruppe zum Thema „Leutershausen einst und jetzt" wurde zum Altstadtfest am gleichen Ort gezeigt. Viktor Maicher veranstaltete 1994 eine Holzschnitz- und Bildhauerausstellung. Am Altstadtfest und an der Kirchweih 1995 fand eine Ausstellung über historische Uhren statt, 1996 eine über Trachten der nach dem Zweiten Weltkrieg hier angesiedelten Volksgruppen und 1997 eine über Intarsien. Zur 1000-Jahrfeier der Stadt Leutershausen wurden 2000 zur Kirchweih fränkische Fachwerkmodelle gezeigt. Am Tag des offenen Denkmals fanden Führungen durch den Unteren Turm statt. Beim Leutershäuser Altstadtradrennen 2004 wurde ein „Candle-Light-Dinner" als Preis angeboten, das dann als festliche und stilvolle Veranstaltung in den historischen Räumen mit Hilfe von Frau Helga Raab auch wirklich stattfand.

Museen im ehemaligen Landgericht Nach dem Aufschwung des Heimatvereins im Jahre 1978 stellte sich heraus, dass von der Bevölkerung neu gestiftete Exponate nicht mehr im Unteren Turm untergebracht werden konnten, weil dort der Platz beschränkt war. Verstärkt wurde das Problem durch die Absicht, auch neue Sachgebiete (Haushalt, Handwerk und Landwirtschaft) zu sammeln und auszustellen. Dazu bot sich, wie vom damaligen Sprecher des Arbeitskreises Museum und Forschung, Rektor Armin Görcke angeregt, das ehemalige Landgericht als größtes Gebäude in der Altstadt an. (Schon 1907 hatte der Stadtrat beschlossen, dort ein Heimatmuseum einzurichten!) Die stabile Bauweise dieses Gebäudes aus Eichenbalken bot die notwendige Tragfähigkeit auch für schwerere Exponate. Das Dach war schon 1955 instandgesetzt worden. Im Jahr 1979 beschloss der Stadtrat, darin freiwerdende Wohnungen nicht mehr zu vermieten sowie Vereinen und anderen Gruppen keine neuen Räume mehr zur Verfügung zu stellen. Ein Jahr vorher war auch die Fotogruppe dort ausgezogen. Damals befanden sich aber noch einzelne Mieter in diesem Gebäude. Im Erdgeschoss wurden Räume von der Reservistenkameradschaft und von der Landjugendgruppe genutzt, außerdem befand sich im 2. Stock eine Slot-Car-Rennbahn. Bis alle diese Räume frei wurden, musste sich der Heimatverein auf das Mögliche beschränken. Ein Gesamtkonzept konnte zu dieser Zeit nicht erarbeitet werden, weil es nicht einmal einen Plan von dem großen Gebäude gab. Es war aber das Ziel des Heimatvereins, kein herkömmliches Heimatmuseum zu schaffen, sondern ein Museum mit übersichtlichen „Spezial-Abteilungen", nach bestimmten Themen geordnet. Diese Absicht konnte in der Folgezeit mit großen Mühen und noch größerem Zeitaufwand unter der Leitung von Hermann Betscher konsequent ausgeführt werden. Die von sehr vielen Bürgern (die hier leider gar nicht alle erwähnt werden können) neu gestifteten, oft sehr wertvollen Gegenstände wurden zuerst in der städtischen Scheune am Fischbuck untergebracht, bis sie ausgestellt werden konnten. Oft kamen so viele Exponate aus der Bevölkerung, dass der Heimatverein gar nicht mehr wusste, wo er sie zeitweise unterbringen sollte. Sie wurden aber immer dankbar angenommen, weil sie sonst anderweitig veräußert worden wären. Mehrmals holte man auch den Rat des Bayerischen Nationalmuseums, Abteilung Nichtstaatliche Museen, ein. Ab 1982 begann man damit, handwerkliche Gegenstände aus dem Unteren Turm und aus der städtischen Scheune hierher zu verbringen. In der Folgezeit bemühte man sich auf Initiative von Ernst Engelhardt erfolgreich bei der hiesigen Bevölkerung darum, Bestände von möglichst allen hier früher vorhandenen alten Handwerken zu erwerben. Die Spender wurden stets lobend in der „Brücke" oder im Mitteilungsblatt der Stadt Leutershausen genannt. Wenn die Exponate nicht mehr ganz taufrisch waren, restaurierten sie Oskar Probst, Hans Groh, Ekkehardt Hofmann, vor allem aber Hans und Leonhard Hassel in vorbildlicher Weise. 1983 wurden die ersten Vitrinen unter der Beteiligung der Stadt angeschafft und die alten Schulmöbel aus der hiesigen Volksschule ins Landgericht transportiert. Von jetzt an gab es einen ständigen Haushaltstitel „Heimatmuseum" im Haushalt der Stadt (damals 5000 DM). Auf Vorschlag von Armin Görcke trat Leutershausen dem „Arbeitskreis Mittelfränkischer Museen" bei, wodurch man in Zukunft in dessen Gemeinschaftsprospekten überregional Werbung betreiben konnte. Die Einträge mussten wegen der dauernden Vergrößerung des Heimatmuseum aber immer wieder geändert und auf den neuesten Stand gebracht werden. Dasselbe galt auch für die in eigener Zuständigkeit hergestellten Broschüren. Die Gegenstände aus dem Oberen Turm (Schützenscheiben, Waffen und alte Feuerwehrgeräte) wurden 1984 ins Landgericht gebracht, ebenso alle Exponate des Zunftwesens aus dem Unteren Turm. Damals bildete sich das sogenannte „Museumsteam", das mit dem „erweiterten Museumsteam" auf über 25 Personen anwuchs und sich große Verdienste um das Museumswesen in der Stadt Leutershausen erwarb (Liste siehe Anhang 2). Es arbeitete völlig kostenlos und bewältigte eine Fülle von notwendigen Arbeiten, die sonst nie hätten geleistet werden können. Das Schulzimmer wurde z.B. im Stil der Jahre um 1940 eingerichtet. Die Eröffnungsfeier des neuen Heimatmuseums mit den Abteilungen Schützenwesen, Schul- und Zunftbzw. Handwerkermuseum fand am 26.Mai 1984 statt. Als Betreuer der zukünftigen Museumsbesucher fungierten von nun an jahrelang Josef (+ 1989) und Emma Offinger (bis 1999). Als Kreisheimatpfleger Claus Broser eine historische Stadtansicht von 1840 in einem Katalog entdeckte, kaufte sie 1985 Bürgermeister Dieter Gundel selbst für 3680 DM und schenkte sie dem Heimatverein für das Museum. Von diesem Jahr an wurden die jährlichen Besucherzahlen an das Bayerische Nationalmuseum, Abteilung Nichtstaatliche Museen, gemeldet.

1986 zog das Weißkopfmuseum aus einem Nebenraum im Obergeschoss des Rathauses (vorher in der Badgasse) ins Landgericht um. Es wurde durch viele Ausstellungsgegenstände (meistens aus den USA) erweitert, für die jetzt endlich genügend Platz vorhanden war. Vor allem Matthias Lechner drängte darauf, alle Ausstellungsstücke zweisprachig (deutsch und englisch) zu beschriften, was sich in der Folgezeit wegen der vielen ausländischen Besucher aus aller Welt als sehr nützlich erwies. Helmut Majer sen. stellte einen Videofilm über das Leben Gustav Weißkopfs zusammen, der später als Einführungsfilm unzählige Male den Besuchern gezeigt wurde. Das Weißkopf-Museum konnte am 24. April 1987 eröffnet werden. Das Zinngeschirr und die Keramikgegenstände aus dem Unteren Turm konnten im gleichen Jahr ins Heimatmuseum gebracht werden und wurden in Vitrinen untergebracht. Damals stellte Claus Broser einen Kurzführer über die bestehenden Museen in Leutershausen zusammen, den alle Schulen im Landkreis Ansbach über das Staatliche Schulamt zugestellt erhielten. Es erschien auch ein Museumsführer durch die mittelfränkischen Museen, herausgegeben vom Bezirk Mittelfranken. Der Stadtrat setzte die Eintrittspreise für alle drei Museen einheitlich fest: Erwachsene bezahlten 2 DM, Kinder und Mitglieder einer Besuchergruppe je 1 DM. Schulklassen waren eintrittsfrei. In diesem Jahr besuchten 2500 Personen die Museen. Das erste Museumsplakat entstand 1988 und wurde in der ganzen Umgebung zur Werbung genutzt. Der Heimatverein bat von nun an regelmäßig im Mitteilungsblatt der Stadt Leutershausen gezielt um Materialspenden aus der Bevölkerung zu ganz bestimmten Themen, um neu geplante Museumsgruppen besser ausstatten zu können. Auch auswärtige Heimatfreunde halfen mit Gegenständen und Geldbeträgen aus. Anlässlich der Rangautagung in Leutershausen konnten die interessierten Gäste im Museum herumgeführt werden. In diesem Jahr besuchten 2600 Personen die Museen. Der Nachlass des verstorbenen Heimatfreundes Ministerialrat Dr. Otto Rohn, eines gebürtigen Leutershäusers, konnte über Pfarrer Georg Kuhr 1989 für das Heimatarchiv gesichert werden. Ein Zinnkrug des einheimischen Zinngießers Gundermann wurde 1990 für 1200 DM von Hans Kleinschroth aus Colmberg erworben. Mit dem Sammeln von Akten, Zeitungsartikeln etc. für das schon lange gewünschte Heimatarchiv konnte 1991 begonnen werden, wozu auch die Mithilfe der Bevölkerung erbeten wurde. Es sollte im Unterschied zum Stadtarchiv im Rathaus für die Bevölkerung jederzeit zugänglich sein. Um eine Übersicht über das gesammelte Material zu bekommen, wurden ein Computer und ein Drucker angeschafft. Mit Unterstützung seiner Gattin Erika brachte Konrad Bickert in der Folgezeit Ordnung in die gesammelten Akten und Bestände, zu denen auch Kreisheimatpfleger Claus Broser seine Bestände über Leutershausen beisteuerte. Seitdem wird das Archiv von Emmi Postulka vorbildlich geführt und betreut. Der Arbeitskreis Westmittelfränkischer Museen e.V. hielt 1992 seine Mitgliederversammlung in Leutershausen ab, wobei nach einer Stadtführung die Stadtmuseen besichtigt wurden. Der Heimatverein wandte sich im Mitteilungsblatt der Stadt Leutershausen an die Bürger um Hilfe und wünschte sich eine Scheune für die gespendeten Museumsgegenstände, die noch nicht endgültig untergebracht werden konnten. Für das Weißkopf-Museum fertigte Helmut Majer sen. einen neuen Einführungsfilm. In diesem Jahr besuchten 3000 Personen die Museen. Der Friedenskreis Rothenburg verlangte 1993, dass die Flugzeugmodell-Ausstellung im Weißkopfmuseum entfernt werden müsste, weil sie eine Erinnerung an Kriegsgerät sei. Dieser Forderung wurde nicht nachgegeben, „weil man sonst eines Tages nichts mehr zum Vorzeigen hätte". Ab 1994 zog das Weißkopf-Museum in den 2. Stock um. Der Flugzeugnachbau Nr. 21 B von Ingenieur Fritz Bruder aus Ansbach sollte hier später ebenfalls untergebracht werden. Dafür wurde schon ein Wanddurchbruch zum ehemaligen Wehrgang geschaffen, damit das Heck des Flugzeugs Platz bekam und die Flügel nicht gefaltet zu werden brauchten. Auf dem Fußboden sah man schon die Konturen des Flugzeugs aufgemalt. Ein eigener Museumsführer konnte von Matthias Lechner erstellt und im nächsten Jahr herausgebracht werden. Die Museen wurden von 3300 Personen besucht. 1995 wurden von einem Nürnberger Kaufhaus sieben Vitrinen gestiftet. Bei den Arbeiten im zweiten Stock wurde eine Handvoll alter Getreidekörner gefunden, die noch aus der Zeit stammten, wo das Landgericht als Getreidekasten für den Zehnten genutzt wurde. Entgegen dem Trend in allen mittelfränkischen Museen - auch wegen des ersten „Museumstages" steigerte sich die jährliche Besucherzahl in allen Museen auf 3500 Personen. Das Schützenzimmer, für das der Schützenverein 2000 DM gespendet hatte, konnte im 1. Stock am 7. April 1996 neu eröffnet werden. Im jetzt endgültig fertigen Weißkopf-Museum stellten die Künstler Angelika Kandler-Seegy und Norbert Ditt Gemälde zum Thema „Traum vom Fliegen" aus.

Insgesamt neun Vitrinen wurden gestiftet und gleich verwendet. Die Eintrittspreise mussten leicht erhöht werden. Einzelpersonen bezahlten in Zukunft 3 DM, Gruppen 2 DM, Schüler bzw. Jugendliche 1,50 DM. Schulklassen waren immer noch eintrittsfrei. Die Museen wurden von 4000 Personen besucht. Ein neuer Museumsprospekt und 40 000 Briefaufkleber wurden 1997 fertig. Die Museen der Stadt erschienen erstmalig im Internet unter „Museen in Bayern" und „Spezialmuseen in Deutschland." Am 15. April 1997 konnte das in der Zwischenzeit erweiterte Schulmuseum neu eröffnet werden. In ihm wurden in der Folgezeit für Schulklassen oder interessierten Besuchergruppen „historische Schulstunden", meist von Konrektorin Renate Wißmeier, abgehalten. Andere Museen in der Region baten in der Folgezeit öfters darum, einzelne Schulmöbel aus Leutershausen kurze Zeit lang für eigene Veranstaltungen auszuleihen, was auch stets gestattet wurde. Dasselbe galt für Schulen in der Umgebung, welche diese historischen Gegenstände bei Schulfesten ausstellten. Der Bayerische Rundfunk berichtete an zwei Tagen über das erweiterte Museum. Um Restaurierungen von gestifteten Exponaten und Neuanfertigungen von Schränken und Truhen für die Museumsgruppen besser bewältigen zu können, wurde eine kleine Reparaturwerkstatt im Zwischengeschoss eingerichtet. 1998 wurde das Modell 21 B von Gustav Weißkopf nach jahrelangen gründlichen Tests (erfolgreicher Flug am 14. September 1997 in Manching), Demo-Flüge vor den Medien am 18. Februar 1998 sowie auswärtigen Ausstellungen, mit Hilfe eines Krans glücklich an seinen endgültigen Platz gebracht. In diesem Jahr konnte das Schulmuseum zum ersten Mal im Rahmen des Ferienspaßprogramms eingesetzt werden. Alle Museen zusammen hatten damals 4300 Besucher. Dieser hohe Stand konnte in den nächsten Jahren wegen der stärker werdenden Konkurrenz umliegender, auch neu gegründeter Museen nicht immer erreicht werden. Er war aber im Verhältnis immer viel höher als in vergleichbaren Museumsorten, weil es bei uns eigene Führungen gab. Ein aus Leutershausen gespendetes, seltenes Hammerklavier des Nürnberger Orgel- und Klavierbauers Bodechtel von 1802 wurde 1999 ins dortige Germanische Nationalmuseum zur Begutachtung, Dokumentation und Überholung geschickt. Es bildete den Grundstock zur Einrichtung einer neuen Museumsabteilung, für welche die Bevölkerung zu Spenden von Musikinstrumenten früherer einheimischer Musikanten aufgerufen wurde. Man begann auch damit, einheimische Zeitzeugen zu interviewen und ihre Aussagen auf 25 Kassetten zu sammeln. Besucher befragte man systematisch darüber, wie sie auf unsere Museen aufmerksam wurden. Das Heimatarchiv konnte am 28. April 2000 im Rahmen der 1000-Jahrfeier der Stadt eröffnet werden. In den Museen gab es 3800 Besucher, die von jetzt an Peter Nicklaus betreute. Im Jahr 2001 wurde im Weißkopf-Museum die Sonderausstellung „100 Jahre Motorflug Gustav Weißkopf" organisiert. Nicht weniger als 10 verschiedene Fernsehteams kamen zu Aufnahmen ins Museum, die mehrfach bis zu drei Tage dauerten. Außerdem gab es mehrere Rundfunksendungen zum gleichen Thema. Die Eintrittspreise setzte man auf 1,50 € für Erwachsene, 1,00 € für Gruppenmitglieder und 0,75 € für Kinder und Schüler neu fest. Das Schulmuseum wurde im „Mittelfränkischen Schulanzeiger" von der Regierung von Mittelfranken ausdrücklich zum Besuch empfohlen. Daraufhin besuchten in diesem Jahr nicht weniger als 27 Klassen das Schulmuseum, davon 19 „mit Unterricht" (s. o.). Eine Kunsthandlung aus Ansbach stiftete 250 Bilderrahmen mit Glas und Zubehör. Am 12. Mai 2002 wurde im Rahmen des Internationalen Museumstages mit einem Museumsfest das „Musikantenzimmer" mit zwei Räumen im Erdgeschoss eröffnet — mit vielen ausgestellten Instrumente und Noten. Die Fotoarbeiten dazu übernahm Konrad Bickert. Zwei Musiker konnten besonders gewürdigt werden, nämlich Willy May (s.o.) und Hans Auer, der z.B. den Leutershäuser Stadtmarsch zur 1000Jahrfeier komponiert hatte. Bei dem Museumsfest wurden von der Stadtkapelle historische Stücke des Kapellmeisters Binder und Couplets des Kapellmeisters Wagner von den „Leitersheiser Bänkelsängern" vorgetragen. Ab 2003 rief der Heimatverein zu Spenden für die Themen Volksfrömmigkeit, Stadt- und Vereinsgeschichte, Eisenbahn, Post, Christbaumschmuck und Vertriebene auf, um neue Abteilungen im Museum aufbauen zu können. Im 3. Stock war nämlich die vorletzte Wohnung im Landgericht freigeworden. Über zehnmal berichtete das Fernsehen über Weißkopf. Darüber hinaus wurden sowohl von seinem Museum wie auch vom Schulmuseum mehrere Sendungen im Rundfunk ausgestrahlt. In der RaiffeisenVolksbank Leutershausen und bei der AGIL in Herrieden gab es 2004 je eine Ausstellung über den Flugpionier Gustav Weißkopf. Dasselbe Thema bearbeitete das Haus der Bayerischen Geschichte in Nördlingen und in Rosenheim.

Am 4. Juli 2004 konnte anstelle des früheren Zimmerplatzfestes ein Museums-Planfest zum 20jährigen Jubiläum des Heimatmuseums veranstaltet werden. Beim Regionalfest in Herrieden wurde eine Wanderausstellung über Gustav Weißkopf gezeigt. Der Weihnachtsmarkt fand zum ersten Mal auf dem Plan vor dem Heimatmuseum statt, wobei 12 nach Süden blickende Fenster mit weihnachtlichen Bildern von Schülern der hiesigen Gustav-WeißkopfVolksschule geschmückt waren. In der Musikabteilung unterhielten Claus Broser und Hans-Martin Schreiber die Besucher mit Weihnachtsmusik auf einem historischen Instrument. Als nächste eigene Abteilungen werden im Heimatmuseum die Bereiche Stadt- und Vereinsgeschichte, Volksfrömmigkeit, Post- und Bahngeschichte, Militaria, Spielsachen und Heimatvertriebene neu eingerichtet. Alle Museen zusammen hatten 4150 Besucher. Seit 1985 zählten die vom Heimatverein und der "FFGW" betreuten Museen insgesamt 60 000 Besucher!

Anhang 1 Ehrenmitglieder des Heimatvereins 1988 Ernst Engelhardt Wilhelm Henninger 1993 Armin Görcke 1995 Willy May 2002 Heinz Wellhöffer 2004 Konrad Bickert

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Verleihung der „Ehrenmedaille des Heimatvereins" 1996 Heinz Wellhöffer 1999 Konrad Bickert Hilde Eberlein Hermann Betscher 2004 Reinhold Postulka 2005 Heinz Berndt Verleihung des „Ehrenziegels des Heimatvereins" 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2004

Familie Wagner aus Leutershausen Familie Völler aus Leutershausen Flurbereinigungsdirektion Ansbach Familie Hans Betscher aus Leutershausen Familie Weil aus Leutershausen (nicht verliehen) Stadt Leutershausen Kirchengemeinde Leutershausen Familie Gundel aus Leutershausen Familie Reindler aus Jochsberg Familie Wagner aus Oberramstadt Familie Eiber aus Eckartsweiler Familie Oechslen aus Leutershausen Familie Klein aus Clonsbach Familie Ballheim aus Leutershausen Familie Binder aus Atzenhofen Armin Görcke und Hermann Betscher Familie Kohr/Burkert aus Leutershausen

Anhang 2 Die Museen wurden 2004 betreut von: Museumsteam: Hermann Betscher Matthias Lechner (sen.) Martin Jendretzke Peter Nicklaus Emmi Postulka Reinhold Postulka Fritz Redlingshöfer Heinz Wellhöffer Gerdi Seyerlein (neues Mitglied) Erweitertes Museumsteam Renate Wißmeier Lina Assenbaum Erna Guttendörfer Christiane Hanel Leonhard Hanel Lina Jendretzke Stefanie Heide Frieda Nicklaus Emmy Lechner Kathi Zuckermandel Georg Habelt Hermann Wachmeier Restauration/Foto- und Filmarbeiten Konrad Bickert Hans Hassel Leonhard Hassel Gerhard Boch Helmut Majer sen.