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Die IAKS wird 50 Jahre alt Dr. Stephan J. Holthoff-Pförtner Präsident der IAKS

Liebe Mitglieder der IAKS, liebe Leser,

am 28.5.1965 trafen sich in Düsseldorf 18 europäische Sportstättenbau-Experten, nämlich acht Deutsche, drei Schweizer, drei Österreicher, zwei Niederländer, ein Finne und ein Schwede. Am Ende einer vierstündigen ­Sitzung beschlossen sie die Gründung des „Internationalen Arbeitskreises Sportstättenbau“ e.V., kurz IAKS genannt. Die mit vielen handschriftlichen Änderungen versehene Urschrift der Satzung, die an diesem Tage beschlossen wurde, lässt darauf schließen, dass mit großer Leidenschaft diskutiert wurde. Zum ersten Präsidenten wurde der nordrhein-westfälische Innenminister Willi Weyer gewählt, der als Präsident des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen entscheidenden Anteil an der Gründung des IAKS hatte. Der zweite „geistige Vater“ des IAKS war Frieder Roskam aus Köln. Er leitete an der dortigen Sporthochschule das Institut für Sportstättenbau und war lange Jahre IAKS-Generalsekretär. In den ersten Jahren seines Bestehens entwickelte sich der IAKS aus bescheidenen Anfängen mit einem Jahresbudget von 27.500 Mark schnell zu einem weltweiten Netzwerk für Planung und Bau von Sportstätten und Freizeitanlagen. Bereits Ende der 1960er Jahre konnte der junge IAKS sein angestrebtes Ziel, einen umfassenden internationalen Erfahrungsaustausch zu verwirklichen, mit seinen mittler­weile 720 Mitgliedern aus 42 verschiedenen Ländern immer besser erreichen. Einen wesentlichen Anteil daran hatte die 1967 gegründete Fachzeitschrift „sb“, die von Beginn an in mehreren Sprachen erschien. Als 1968 das Internationale Olympische Komitee Mitglied im IAKS wurde, wuchs seine Bedeutung in der Öffentlichkeit schlagartig, und seine Arbeitsergebnisse fanden Verbreitung in aller Welt. Hatte man sich anfangs noch vorwiegend mit den kommunalen „Kernsportstätten“ wie Sportplätzen, Sporthallen und Schwimmbädern befasst, kamen schnell weitere Anlagen wie Kunsteisbahnen und Skipisten hinzu. 1969, im zarten Alter von nur vier Jahren, stemmte der IAKS seine erste Großveranstaltung. Gemeinsam mit der Kölner Messegesellschaft führte er den ersten „Internationalen Kon-

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gress Sportstättenbau und Bäderanlagen“ mit der begleitenden Fachmesse „s+b“ durch. Diese Partnerschaft dauert bis heute erfolgreich an. Deutschland hatte nach dem zweiten Weltkrieg mit dem „Goldenen Plan für den Sportstättenbau“ ein umfangreiches staatliches Förderprogramm zur Schaffung kommunaler Sportstätten aufgelegt, das der deutschen Bauindustrie eine führende Position im Bereich der Sportbauprodukte ermöglichte. Mit den Olympischen Sommerspielen 1972 in München erhielt der Sport einen enormen Popularitätszuwachs, weitere Investitionen in Sportstätten folgten. Der IAKS reagierte auf diesen Bedarf mit der Gründung zahlreicher Arbeitsgruppen. Die dort erarbeiteten Richtlinien, Planungshinweise und Baunormen wurden publiziert und oft in mehrere Sprachen übersetzt. Die technisch häufig sehr anspruchsvollen Qualitätsstandards prägten das Bild des IAKS bis weit in die 1980er Jahre hinein, auch wenn Aspekte der Wirtschaftlichkeit – bedingt durch die Ölkrise in den 1970er und Rezession in den frühen 1980er Jahren – stärker in den Vordergrund rückten. Ende der 1980er Jahre begann mit der Gründung von IAKSSektionen in verschiedenen Ländern eine Ära des internationalen Mitglieder­wachstums. Von 1986 bis 1994 entstanden nationale IAKS-Sektionen in Norwegen, Japan, UdSSR, Schweiz, Spanien, Kanada, Peru und Frankreich. Manche von ihnen existierten nur wenige Jahre, einige gibt es noch heute. Das wachsende globale Netzwerk führte 1993 zu einer Namensänderung: aus dem internationalen Arbeitskreis wurde die „Internationale Vereinigung Sport- und Freizeiteinrichtungen“. Ein wichtiger Meilenstein in der IAKS-Geschichte war im Jahr 1987 die Schaffung des internationalen „IAKSAward“. Dieser Architekturpreis prämiert seitdem alle zwei Jahre beispielhafte Sport- und Freizeitanlagen, die sportliche Funktionalität und außergewöhnliche Architektur in Einklang bringen.

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1998 erhielt die IAKS vom IOC den Status einer „Recognized Organisation“, seit 1999 wird der IAKS-Award gemeinsam von IOC und IAKS vergeben. Dieser wird seit 2005 durch die mit dem Internationalen Paralympischen Komitee verliehene IPC/IAKS Auszeichnung für barrierefreie Sport- und Freizeitanlagen ergänzt.

Auf den folgenden Seiten werden die wichtigsten Begebenheiten der fünfzig Jahre IAKS dargestellt. Gleichzeitig richtet sich der Blick auf die Entwicklungen innerhalb der Sportstättenbaubranche, auf Ereignisse, die zum Umdenken zwangen, oder auch auf Entdeckungen von Mitgliedern und Unternehmern.

In den 1990er Jahren brachen schwere Zeiten für die IAKS an. Die von Kommunen und Ländern bereitgestellten Investitionen für Sport- und Freizeitinfrastruktur waren insbesondere in Mitteleuropa rückläufig. Die zunehmende Digitalisierung von Arbeits- und Kommunikationsprozessen beschleunigte Innovations­zyklen und stellte neue Anforderungen an erfolgreiche Geschäftsmodelle. Neue Medien mit schnellen Informationsflüssen eroberten sich ihren Platz auf Kosten tradierter, publikationsbasierter Wissensvermittlung. Die IAKS und ihre bautechnischen Standards, die sich nur sehr langsam anpassen ließen, waren auf einmal nicht mehr gefragt. Die Mitgliederzahlen sanken rapide, und auch die neu gegründeten Sektionen konnten diesen Trend nicht aufhalten.

Im Rückblick sehen wir heute, dass die Anpassungsfähigkeit der IAKS an sich verändernde gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedingungen immer wieder wichtig war, um als Organisation attraktiv zu bleiben. Auch in Zukunft wird sich die IAKS hieran messen lassen. Möglich machen dies – früher wie heute – ihre vielen engagierten Mitglieder, Mitarbeiter, Unterstützer und Weggefährten. Jeder und jedem einzelnen von ihnen möchte ich im Namen der IAKS für ihren oder seinen Beitrag danken.

Kurz nach der Jahrtausendwende hielt jüngeres Denken Einzug in die Führungsstrukturen der IAKS. Neue Mitgliederservices entwickelten sich vor allem über internetbasierte Kommunikation, traditionsreiche Aktivitäten wurden modernisiert und professionalisiert. Das Profil der IAKS wurde über neue Veranstaltungsthemen attraktiver und die Außendarstellung von Jahr zu Jahr globaler. Die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern wurde intensiviert, unter anderem durch die neu geschaffene Nachwuchsinitiative des „IOC/IPC/IAKS Architecture and Design Award for Students and Young Professionals”.

Lassen Sie sich beim Durchblättern der folgenden Seiten an Ihre eigenen, persönlichen IAKS-Momente erinnern! Über manches werden wir uns aus heutiger Sicht wundern oder auch darüber schmunzeln. Und lassen Sie uns die Erinnerungen und Gespräche am 27.10.2015 auf der 50-Jahres-Feier der IAKS in Köln fortsetzen. Seien Sie herzlich ­eingeladen!

Dr. Stephan J. Holthoff-Pförtner Präsident der IAKS

Viele Entwicklungen der letzten Jahre geschahen in enger Kooperation mit der Koelnmesse, wo die heutige „FSB“ zur weltweiten Leitmesse für die Branche der Sport- und Freizeitanlagen und der Schwimmbäder wuchs. Und auch viele andere internationale Organisationen schätzen die IAKS heute als zuverlässigen Partner, der vor allem eines ist: Die interaktive Zentrale eines internationalen Netzwerks von Spezialisten.

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Die Gründer Willi Weyer Frieder Roskam

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rster Präsident der IAKS von 1965 bis 1984 war Willi Weyer, deutscher Politiker und Sportfunktionär. Willi Weyer wurde am 16. Februar 1917 in Hagen geboren. In Bonn studierte er Rechtswissenschaft mit zweitem Staatsexamen. Sein Weg führte in die Politik und zum Sport. In Nordrhein-Westfalen bekleidete er verschiedene politische Ämter. In der Nachkriegszeit war er von 1954 bis 1956 Minister für Wiederaufbau, im Anschluss daran zwei Jahre lang Finanzminister. Als stellvertretender Ministerpräsident war er zweimal tätig, von 1956 bis 1958 und von 1962 bis 1975. Das Amt des Innenministers bekleidete er von 1962 bis zu seinem Austritt aus der Landesregierung 1975. Von 1957 bis 1987 war Weyer Präsident des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen. Der begeisterte Wasserballer war 1972 Mitglied des Organisationskomitees für die Olympischen Sommerspiele in München. Während seiner Zeit als P­ räsident des Deutschen Sportbundes von 1974 bis 1986 stieg die Mitgliederzahl von 13 auf 19 Millionen. Der als Pragmatiker bekannte Weyer förderte den Breitensport. Er forcierte die Kampagne „Trimm-Dich“, die Millionen Menschen zu Bewegung und Sport brachte. Ihm war es ein großes Anliegen, die Sportbeziehungen mit der DDR und der Sowjetunion zu intensivieren und den organisierten Sport stärker zusammen zu bringen. In der Führung der Amtsgeschäfte zeigte sich, dass er sich für die Unabhängigkeit des Sports von finanziellen Zuschüssen einsetzte.

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Am 30. Juni 1973 wurde Weyer die Ehrendoktorwürde der Deutschen Sporthochschule in Köln verliehen. Im gleichen Jahr bekam er das Große Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband der Bundesrepublik Deutschland. Nach Weyer sind die „Willi-Weyer-Sportschule“ des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen in Hachen, die „Willi-Weyer-Akademie“ des Deutschen Sportbundes in Berlin, das „Willi-Weyer-Bad“ in Hagen und Straßen in verschiedenen Orten Nordrhein-Westfalens benannt. 2008 wurde Willi Weyer in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen. Die Initiative der Stiftung Deutsche Sporthilfe lobt ihn als „Gestalter und Denker“, der „den Stellenwert und die gesellschaftliche Akzeptanz des Sports stärkte“. Willi Weyer war einer der Initiatoren des Goldenen Plans und der Richtlinien und Planungsgrundlagen im Sportstättenbau. Am 25.08.1987 verstarb Willi Weyer auf der Nordseeinsel Juist.

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Willi Weyer

F

rieder Roskam wurde am 18. September 1929 geboren. Nach einem Praktikum im Bauwesen studierte er von 1950 bis 1955 an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Dort widmete er sich bereits als Student schwerpunktmäßig dem Sportstättenbau. Seine Diplomarbeit erstellte er zum Thema „Spielplatz- und Übungsstättenbau als Forderung der Einwohner einer mittelgroßen Industriestadt“. Der damalige Rektor Prof. Dr. Carl Diem beauftragte Frieder Roskam am 1. Juni 1953 mit dem Aufbau der Übungsstättenberatungsstelle der Hochschule, in dessen Rahmen der Deutsche Sportbund ihn am 1. November 1954 in seinen Dienst übernahm. Als logische Konsequenz für seine große Leidenschaft absolvierte Roskam ein zweites Studium. Von 1955 bis 1960 studierte er Architektur an der Technischen Hochschule Aachen. 1957 heiratete er die Diplom-Sportlehrerin Gunde Meyer. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor.

Frieder Roskam

stättenbau 1971 als Abteilung für Sport- und Freizeitanlagen in das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) übernommen wurde, leitete Frieder Roskam diese Abteilung bis zum Eintritt in den Ruhestand 1993. Ab dem Wintersemester 1955/56 war Roskam Lehrbeauftragter für den Sportstättenbau an der Deutschen Sporthochschule Köln und seit 1989 dort Honorarprofessor. Daneben nahm er Lehraufträge an der Ruhruniversität Bochum und eine Gast­ dozentur an der Technischen Universität Berlin wahr. Frieder Roskam war Autor bzw. Mitautor zahlreicher Bücher und veröffentlichte über 500 Beiträge in Fachzeitschriften. Er führte 20 eigene Planungen/Bauten von Sportanlagen im Inund Ausland durch, beteiligte sich an zahlreichen Forschungsvorhaben und nahm als Preisrichter an mehr als 50 ArchitekturWettbewerben teil, darunter dem Wettbewerb für die Bauten für die Olympischen Spiele 1972 in München.

Frieder Roskam trug seit 1953 ganz wesentlich zur Entwicklung der „Richtlinien für Erholungs-, Spiel- und Sportanlagen“ der Deutschen Olympischen Gesellschaft bei. Diese bildeten die Grundlage für den „Goldenen Plan“ zum Sportstättenbau in der Bundesrepublik. Nach der Wiedervereinigung war er ebenso entscheidend am sogenannten „Goldenen Plan Ost“ beteiligt.

Auch im „Unruhestand“ war sein fachlicher Rat im deutschen und im internationalen Sport nach wie vor gefragt; so zuletzt bei der 3. Weltkonferenz des IOC über Sport und Entwicklung im Oktober 1999 in Rio de Janeiro/Brasilien, wo er zu den drei deutschen Teilnehmern zählte.

1965 initiierte Frieder Roskam die Gründung des Internationalen Arbeitskreises Sportstättenbau, dessen ehrenamtlicher Generalsekretär und Vorstandsmitglied er von Beginn an war und den er zu einer weltweit anerkannten Expertenvereinigung ausbaute. Als das bisherige DSB-Institut für den Sport-

Eine seiner letzten Arbeiten galt der Olympiabewerbung der Rhein-Ruhr-Region für 2012. Hierfür hatte er den Teilsektor Sportstättenbau konzipiert. Am 30. April 2002 erhielt Frieder Roskam die Pierre-de-Coubertin-Medaille für sein bahnbrechendes Wirken für den Sportstättenbau. Frieder Roskam verstarb am 2. Juli 2002 in Köln.

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Vorgeschichte

Am 15. Mai 1920 wird in Berlin die Deutsche Hochschule für Leibesübungen gegründet. Für Carl Diem, den geistigen Vater des jungen Institutes, ist es eine Selbstverständlichkeit, dass die Studierenden nicht nur in die in der Turnlehrerausbildung schon übliche Gerätekunde eingeführt, sondern auch mit dem Übungsstättenbau vertraut gemacht werden müssen. Er richtet eine Übungsstätten-Beratungsstelle an der 1947 neu gegründeten Sporthochschule in Köln/Deutschland ein.

1965 - 1974

Die Gründerjahre

A

m 28. Mai 1965 wird der „Internationale Arbeitskreis Sportstättenbau e.V.“ (IAKS) in Düsseldorf/Deutschland gegründet. Satzungsgemäße Zielsetzung des Vereins ist der „Austausch der Erfahrungen im Sport, im Bauwesen, in der Pädagogik, in der Medizin, im Betrieb und in der Instandhaltung, soweit man sich auf diesen Gebieten mit Anlagen für Leibeserziehung, Sport, Spiel und Erholung befasst; Öffentlichkeitsarbeit, Presse, Film, Fernsehen, Ausstellungen; Veranstaltungen von Fachtagungen und Lehrgängen, sowie Beratung von Planungsrichtlinien und Einzelobjekten“. Der Gründungsvorstand des IAKS besteht aus folgenden Persönlichkeiten: • Präsident: Willy Weyer, Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen und Präsident des Landessportbundes NRW • Vizepräsidenten: Henri Cettour, Simon van Gelderen • Beisitzer: Ernst Hirt, Eskil Tidén, Prof. Dr. Walter Künzel, Esko Palmio, Dr. Günther Weber, Rüdiger E. Weitzdörfer • Schatzmeister: Ernst Baumann • Schriftführer: Frieder Roskam Mitglieder der ersten Stunde sind (in alphabetischer Reihenfolge): • Architekt BDA Ernst Baumann, Stuttgart/Deutschland • Dipl.-Ing. Ruedi Burgherr, Magglingen/Biel/Schweiz • Fritz Fankhauser, Präsident Eidgenössischer Turnverein, Bern/Schweiz • Simon van Gelderen, ’s-Gravenhage/Niederlande • Prof. Goetz, Universität Graz/Österreich • Jürg Handloser, Bern/Schweiz • Dipl.-Ing. Rolf Klaas, Köln/Deutschland • Prof. Dr. Walter Künzel, Institut für Schul- und Sportstättenbau, Wien/Österreich • Dr. Franz Loicht, Institut für Schul-und Sportstättenbau, Wien/Österreich • Esko Palmio, Sportdirektor, Helsinki/Finnland • Dipl.-Ing. Architekt Frieder Roskam, Leiter des Instituts für Sportstättenbau, Köln/ Deutschland • Ing. G. J. Ruychaver, Nederlandse Sport-Federatie, ’s-Gravenhage/Niederlande • Bernd Schneider, Oberbürgermeister Gießen/Deutschland • Roswitha Thibes, Insitut für Sportstättenbau, Köln/Deutschland • Eskil Tidén, Generalsekretär Riksidrottsförhundets Idrottsplatskommitté, Stockholm/Schweden • Rüdiger E. Weitzdörfer, Sportdirektor, Sportamt Essen/Deutschland • Willi Weyer, Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf/Deutschland • Dipl.-Ing. Horst Wöhle, Essen/Deutschland

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©IAKS

Sportstättenentwicklung in Deutschland

Mit dem von der Deutschen Olympischen Gesellschaft (DOG) erarbeiteten und als „Goldener Plan“ bezeichneten Vorschlag zur Planung und Finanzierung von Sportstätten für die Zeit von 1961 bis 1975, dessen Mitautor ­Frieder Roskam war, werden insgesamt 17,4 Mrd. DM für die Verbesserung der Sportstätteninfrastruktur aufgebracht. Von 1976 bis 1992 werden noch einmal rund 20 Mrd. DM in den Sportstättenbau investiert. In Folge dieser Investitionen entsteht eine im internationalen Vergleich einmalige Dichte

©IAKS

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meingültiger Richtlinien für den Bau von Turnhallen, Spielplätzen, Sportanlagen und Bädern. 1957 bilden rund 30 europäische Fachleute einen zunächst lockeren Zusammenschluss, den „Arbeitskreis Sportbau“. Aus diesem geht Mitte der 1960er Jahre der „Inter­ nationale Arbeitskreis für Sportstättenbau“ hervor. Ziel dieses Zusammenschlusses ist der Erfahrungsaustausch auf breitester internationaler Grundlage unter Einbeziehung aller Gebiete des Sportstättenbaus.





Am 01.10.1954 geht diese Beratungsstelle in die Obhut des Deutschen Sportbundes über; Diplom-Sportlehrer Frieder Roskam wird ihr fachlicher Leiter. Im Jahr 1964 wird sie zum „Institut für Sportstättenbau“. Die Sammlung und Auswertung des schon vorhandenen Materials über den Bau von Übungs- und Wettkampfstätten bilden den Anfang; die Erfahrungen der neuen Bauten und ihre Auswertung den Schwerpunkt. Aus der Vielzahl gleicher und ähnlich gelagerter Fälle ergibt sich die Aufstellung allge-

1965

Im Astrodome von Houston/ Texas wird Mitte der 1960er Jahre das

an öffentlichen Sportstätten, was sich insbesondere in einem hohen Angebot an Bädern und sportorientierten Schwimmbädern zeigt.

erste Kunstrasenspielfeld, bekannt als ­AstroTurf, eingebaut. Der Dome ist schon bei seiner Eröffnung ein Jahr zuvor ein Superlativ im Bereich der überdachten Sportstätten: multifunktional nutzbar für Football, Baseball und Konzerte, 55.000 Zuschauerplätze, mobile Tribünen, 25.000 Parkplätze und die ersten Logenplätze.

©IAKS

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Auch die Zahl der Sportarten wächst enorm. Sportarten wie Tennis, Reiten, Golf und Fechten werden populärer. Es entsteht der „Breitensport“. Von dieser Entwicklung profitiert neben der Sportartikelindustrie natürlich auch der Sportstättenbau.

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©Bill and Mavis

1968 wird das Internationale Olympische Komitee Mitglied

des IAKS und stärkt damit die Arbeit und die Bedeutung des IAKS. IOC General­ sekretär Johann W. Westerhoff und der IAKS vereinbaren, dass alle Nationalen Olympischen Komitees über die Entwicklung im Sportstättenbau durch die Zeitschrift „sb“ als Medium informiert werden.

Im selben Jahr fasst der Vorstand

des IAKS den Beschluss, dass die nach den Statuten einzuberufende Mitgliederversammlung mit der Veranstaltung eines internationalen Kongresses und einer zeitgleich zu veranstaltenden Fachmesse verbunden werden soll. Im Mai 1969 veranstaltet der IAKS in den Kölner Messehallen seinen ersten „Internationalen Kongress Sportstättenbau und Bäderanlagen“. Er steht unter dem Motto „Der Sportstättenbau unter soziologischer und sozialhygienischer Sicht, seine Einbeziehung in die Raumordnung“.





▲ Im Jahr 1967 wird die Zeitschrift „sportstättenbau + bäder-

anlagen“, kurz „sb“ gegründet. Von Beginn an erscheint das Magazin dreisprachig in Deutsch, Englisch und Französisch (oder Spanisch) und wird schon mit dem ersten Jahrgang zu einem internationalen Informationsund Kommunikationsmedium für die gesamte Branche. Auf mehr als 600 Seiten im Jahr bietet die „sb“ Fachinformationen, Grundsatzbeiträge und Berichte über geplante oder fertig gestellte Sportanlagen. Der IAKS hat nach nur zwei Jahren bereits 720 Mitglieder aus 42 Ländern.

▲ ©DOSB

©IAKS

Der Deutsche Sportbund unter Willi Weyer startet „Trimm Dich“

mit dem Ziel der Gesundheitsvorsorge. Der "Sport für alle" ist der Traum, den Willi Weyer beim DSB, beim IAKS und beim LSB NRW realisieren will. Die Trimmbewegung wird sein größter Erfolg: Schon bei den Olympischen Spielen 1972 kennen 94 Prozent der Bevölkerung und sogar 99 Prozent aller Jugendlichen die Aktion und „Trimmy“, ihr Maskottchen. In zahlreichen Städten und Gemeinden werden Trimm-dich-Pfade (in der Schweiz: Vita-Parcours) eingerichtet. In den 1980er Jahren werden in Deutschland 1.500 solcher Anlagen gebaut, zahlreiche Kommunen werden vor Ort vom IAKS bera-

ten. Für den Siegeszug des Breitensports ist die Bewegung von immenser Bedeutung, auch wenn das Joggen als Breitensport die Trimm-dich-Bewegung später verdrängt.

Im Jahr 1969 wird erstmalig Edelstahl für den Bau eines kom-

munalen Schwimmbeckens verwendet. Pioniere dieser Entwicklung sind die Gründer der heutigen hsb austria GmbH. Die in Pfarrwerfen in Österreich realisierte Beckenanlage wird auch heute noch betrieben und stellt einen Meilenstein in der Entwicklung des internationalen Bäderbaus dar.



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1970

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©hsb

Bereits am zweiten IAKS ­Kongress im Jahr 1971 nehmen 850 Besucher aus 35 Ländern und 320 Aussteller teil. Diese Entwicklung zeigt, wie wichtig es ist, den Sportstätten- und Bäderbau professionell zu fördern und Standards zu setzen.

©IAKS

Thematisch widmen sich die Kongresse dieser Dekade dem kommunalen Sportstättenbau. Dabei reicht die Bandbreite von sehr praxisorientierten Themen wie „Synthetische Bodenbeläge für Außenanlagen“ zu eher betriebswirtschaftlichen Handreichungen wie „Auswirkungen des Managements auf Planung und Betrieb von Sport- und Freizeitzentren“.

Der IAKS etabliert sich schnell

und ist für die Planungen des Sportanlagenbaus der Olympischen Sommerspiele in München 1972 beratend tätig. Im selben Jahr kann der IAKS sein 1.000 Mitglied begrüßen. Beachtung findet auch die zweitägige Tagung „Olympiabauten München“ mit 370 Teilnehmern aus 12 Ländern.



Die parallel zum Kongress stattfindende Fachmesse „s+b“ findet schnell internationale

Beachtung. IAKS und Kölner Messegesellschaft vereinbaren die bis heute andauernde Partnerschaft zur Durchführung internationaler Fachmessen für die Sportstättenbranche. Fortan finden die Fachmesse und der parallel stattfindende Kongress alle zwei Jahre statt.

Dr. Willi Weyer

Bundesinnneminister Hans-Dietrich Genscher

▲ 1968 wird für die O ­ lympi­­schen Sommerspiele in Mexiko die erste



©Sergio Rodriguez



Kunststofflaufbahn („Tartan­bahn“) gebaut, zudem wird die Zeitmessung in Hundertstelsekunden eingeführt. Die olympischen Leichtathletikwettbewerbe, bei denen 17 Weltrekorde aufgestellt werden, markieren einen Höhepunkt der Spiele. Herausragend ist dabei vor allem Bob Beamons Weitsprung-Weltrekord (8,90 m), der als „Sprung ins nächste Jahrhundert“ bezeichnet wird. Die erste Tartanbahn in Europa entsteht im selben Jahr im Stadion Letzigrund in Zürich.

▲ 1970 wird in Köln das Bundesinstitut für Sportwissenschaften (BISp) gegründet. Es

übernimmt die Übungsstätten-Beratungsstelle von der Sporthochschule als neue Abteilung Sportanlagen und Sportgeräte. BISp und IAKS stehen in den folgenden Jahrzehnten im steten Austausch.

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©Youtube/Olympics

In Inzell findet 1968 erstmals

die „Tagung Kunsteisbahnen“ statt, die sich in den Jahren mehr und mehr zum festen Repertoire des IAKS entwickelt. Mit dem Thema ‚‚Kunsteisbahnen“ gelingt ein Auftakt zu einer ganzen Reihe von Fachseminaren mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten, die bis heute zum festen Angebot der IAKS gehören.



©IAKS

1970 überträgt die Deutsche Olympische Gesellschaft dem

IAKS die Bearbeitung eines Forschungsauftrags zum Thema „Räume für Spiel und Sport in Wohnungen und Siedlungen“. Die Arbeiten beziehen sich auf die Bereiche Kinderspielzimmer, Hobbyraum, Trainingsraum, Sauna und Schwimmanlage.



Am 12. April 1973 wird die Sektion Deutschland des IAKS gegründet, um nationale

Belange des Verbandes mit allen Beteiligten besser diskutieren zu können. 1. Vorsitzender wird Staatssekretär Dr. Horst Mittelstaedt, Kultusministerium Nordrhein-Westfalen/Düsseldorf/ Deutschland.

©IAKS

1973 wird der IAKS Mitglied in der GAISF, dem globalen Dach-

Erstmals in Deutschland wird auch eine Rasenheizung eingebaut. Bei den Olympischen Spielen baut die Firma Hamberger den weltweit ersten mobilen Sportboden.



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verband aller internationalen Sportfachverbände.

©IAKS

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entsteht mit dem Olympiastadion und dem gesamten Olympiapark ein architektonisches Gesamtkunstwerk, das noch Jahrzehnte später beeindruckt. Die Architektengruppe Olympiapark, bestehend aus Günter Behnisch, Fritz Auer, Carlo Weber, Eberhard Tränkner (rechts, später langjähriger Chairman beim IOC/IAKS Award) und Winfried Büxel entwirft zusammen mit Frei Otto ein Erdstadion, das in die Landschaft eingebettet ist wie kaum ein zweites. Die weltberühmte Zeltdachkonstruktion von Frei Otto und dem Stuttgarter Bauingenieur Jörg Schlaich aus dem Ingenieurbüro von Fritz Leonhardt verbindet das Stadion mit den Zugangswegen und dem Olympiapark.



Für die Olympischen Sommerspiele 1972 in München



©Deaq



Ein tragisches Unglück in Schottland bewirkt ein Umdenken in Sicherheitsfragen. 1971 sterben im Glasgower Ibrox Park beim Derby Celtic - Rangers 66 Menschen. Die Treppen waren falsch dimensioniert, da es keine verbindlichen Richtlinien gab. Zwei Jahre später legt eine Kommission den „Guide to safety at sports ground“ vor. Von nun an müssen britische Stadien im Besitz eines „valid safety certificate“ sein, um offizielle Spiele vor Publikum austragen zu dürfen. Damit werden die Sportstätten anderen öffentlichen Gebäuden im Hinblick auf einzuhaltende Standards gleichgestellt.

©Archibald99

©IAKS

Nicht zuletzt wegen seines großen Engagements im Rahmen

seiner Tätigkeit für den IAKS und dem damit verbundenen Engagement für den Sport wird Willi Weyer am 30. Juni 1973 die Ehrendoktorwürde der Deutschen Sporthochschule in Köln verliehen.



Im gleichen Jahr erhält er das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.

1974 wird die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland ausgetragen. In

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©VegaAtoo









©Lokomotive74

vielen Stadien werden die Gegengeraden in Sitzplatzbereiche umgewandelt und damit die Zuschauerbereiche segmentiert. Stehplatzbereiche bleiben im Wesentlichen hinter den Toren – die „Fankurven“ entstehen. Gleichzeitig werden Zäune zum Spielfeld zur Vorschrift. Die Neubauten sind fast ausschließlich Leichtathletikstadien, z.B. das Rheinstadion in Düsseldorf (links), das Parkstadion in Gelsenkirchen (re., darüber die Veltins Arena) und das Volksparkstaion in Hamburg (unten). In England etabliert sich dagegen der Typus des „reinen“ Fußballstadions (z.B. Goodison Park in Everton, rechts unten).

©Marco Kahlund

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©IAKS

Der IAKS hat Beraterstatus für die Vereinten Nationen

1975 - 1984

und greift 1979 den Appell der UN auf, im „Jahr des Kindes“ einen fachlichen Beitrag zum Thema „Kind und Umgebung“ zu veröffentlichen. Die Materialsammlung „Spielplatzplanung – Spielplatzbau“ nennt die Voraussetzungen für Spiele und untersucht die verschiedenen Spielformen, Spielplätze und -geräte.



planungsgrundlagen und Normung In dieser Dekade widmet sich der IAKS in seinen Arbeitskreisen intensiv der Erarbeitung von Planungsgrundlagen, so z.B. für ­Sporthallen (1975), Radsportanlagen (1980), Bäder (1980) und Tennisanlagen (1982). Die ausgesprochenen Empfehlungen ­bezwecken, für Wettkampfstätten auf nationaler und internationaler Ebene vergleichbare Bedingungen zu schaffen. Der Erfahrungsaustausch findet organisationsübergreifend statt. An der Erstellung der ­Planungsgrundlagen für Radsportanlagen beispielsweise wirken mit: Union Cycliste ­Internationale (UCI), Fédération Internationale Amateur de Cyclisme (FIAC) und Fédération Internationale du ­Cyclisme Professionnel (FICP). Der Bau von Sportanlagen erhält durch die Olympischen Sommerspiele 1972 in München/Deutschland in Normungskreisen die Beachtung, die der IAKS stets einfordert. Mitte der 1970er Jahre entwickelt das Deutsche Institut für Normung DIN zahlreiche Standards für den Sportstättenbau. Regelmäßig tauschen Fachleute des IAKS ihre Erfahrungen mit Mitgliedern und beteiligten Organisationen aus; sie stellen Regelwerke für den Bau von Sportanlagen auf. Die Ergebnisse dieser Arbeitskreise werden in zahlreichen Publikationen veröffentlicht. Große Reputation erlangen beispielsweise die IAKS-Ringbücher „­W intersportanlagen“, die in mehreren Auflagen und insgesamt elf Kapiteln sämtliche Anlagen für den Ski- und Eissport behandeln.

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©IAKS

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Zur Eröffnung des 4. Inter­ nationalen IAKS-Kongresses im Jahre 1975 spricht Präsi-





dent Dr. Willi Weyer unter dem Motto „Sind unsere Sportanlagen freizeitgerecht?“ erstmals über eine multifunktionale Nutzung von Sportanlagen und auch über die aufkommende Kritik, dass „der Träger nur an das Bauen, nicht aber an die Erhaltung der Anlagen gedacht hat.“

©IAKS

Die „Planungsgrundlagen für Bäderbau“, die 1979 erscheinen, ent-

halten Empfehlungen und Regeln für die Planung von Hallenbädern, Freibädern und Hallenfreibädern. Sie dienen als Basis für die Entwicklung von verbindlichen Planungsrichtlinien in Ländern, die noch nicht über eigene Bäderbau-Richtlinien verfügen. Der IAKS möchte eine weitgehende Anpassung von Planungsgrundlagen auf internationaler Ebene einleiten.



Der IAKS und die ­Internationale ­Architekten Union (UIA) sind enge Part-



ner. Gemeinsam organisieren beide das Seminar „Sport und Freizeit“ im August 1977 in Aulanko (Finnland). Heiner ­Pätzold, Geschäftsführer der IAKS-Sektion Bundesrepublik Deutschland, ist an der Veranstaltung als Referent beteiligt.

Dr. Willi Weyer

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©IAKS

Prof. Frieder Roskam

Dieter Ebert

Günther Thiele

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Die IAKS Kongresse als Impuls­geber für den Sportstättenbau widmen sich in dieser

Zeit ganz klar dem Thema der Bedarfsgerechtigkeit. Besonderes Augenmerk gilt den „Kindern, Betagten und Behinderten“. Experten geben Einblick, wie sich Sportanlagen, Schulbauten und Gemeinschaftszentren integrieren lassen.





Es entwickelt sich ein Bewusstsein, das hinterfragt, ob die Sportanlagen freizeitgerecht sind. Energieeinsparungen durch bauliche Änderungen und Ergänzungsbauten rücken in den Vordergrund. Die Fachwelt fragt sich zum IAKS-Kongress 1977: „Steht der Sportstättenbau vor einem Wendepunkt?“.

©IAKS



©Taxiarchos 228



Roger Taillibert plant für die Olympischen Sommerspiele 1976 in Montreal/ Kanada ein Stadion mit einem 175 Meter hohen schrägen Turm, an dem 26 Seile hängen, die das auffahrbare Dach aus Kevlarfasern tragen. Der Turm und das Dach werden allerdings wegen technischer Probleme erst später fertig. Taillibert plant auch das Olympische Dorf (links). Mit dem Olympischen Hockey-Turnier im kanadischen Stade Percival-Molson wird erstmals ein Hockeyturnier auf Kunstrasen ausgetragen. Es ebnet den Weg für den Siegeszug des Kunstrasens als Standardbelag für den Hockeysport. ©Gustavo Palicca

In Schweden finden 1976 die ersten Paralympischen Winterspiele statt. Etwa 250 Athleten

aus 16 Nationen nehmen in Örnsköldsvik an 52 Wettbewerben in den zwei Sportarten Ski Alpin und Skilanglauf teil. Außerdem gibt es eine Demonstrations-Veranstaltung über Schlitten-Eisschnelllauf.

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©Xantener

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Bundesinnenminister Gerhart Baum

Auch auf nationaler Ebene deckt der IAKS den Informationsbedarf zu bedarfsgerechten Bauten. IAKS und Landessportbund Nordrhein-Westfalen veranstalten 1981 eine Fachtagung zum Thema „behindertengerechte Sport- und Freizeitanlagen“. Die rund 300 Teilnehmer der Veranstaltung kommen aus Kommunen, Politik, Sport und aus dem Bereich der Planer und A ­ rchitekten. Die Referenten bieten vielfältige Anregungen für Planung und Bau von Sport- und Freizeitanlagen für die gemeinsame sportliche Betätigung von Behinderten und Nichtbehinderten. Die Ergebnisse der Tagung werden in der Publikation „Behindertengerechte Sport- und Freizeitanlagen“ kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Dieter Ebert Prof. Dr. Takazumi Fukuoka



Hans Wilke

©IAKS

Pietro Mennea stellt 1979 in



Mexiko-Stadt einen neuen Weltrekord beim 200-m-Lauf auf einer Laufbahn von Mondo auf. Der Rekord von 19,72 Sekunden bestand 17 Jahre lang und ist noch heute Europarekord.

©Australian Paralympic Committee

©IAKS

Der Londoner Fußballclub Queens Park Rangers ersetzt 1981

sein Naturrasenspielfeld durch Kunstrasen, mehrere Vereine folgen diesem Beispiel. Jedoch erweist sich der Kunstrasen dieser Zeit den Anforderungen des Profifußballs als nicht gewachsen – sämtliche Clubs kehren zum Naturrasen zurück.



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©Charruss2481

In den 1980er Jahren ist die Sicherheit in Sporthallen ein wich-



tiger werdendes Thema, erste Prallwände mit Schutzfunktionen werden entwickelt. Ebenso rückt die Wirtschaftlichkeit in den Fokus – es entsteht die Mehrzweckhalle: Durch das Hinzufügen einer Gaststätte sowie durch Tribünen und weitere Einbauten für Veranstaltungen können zusätzliche Einnahmen erzielt werden.

©Valentin Wormbs

Bei den Thermalbädern vollzieht sich in den 1980er Jahren ein radikaler Wandel

©Pellikaan

©3268zauber

sind zentralistisch organisiert. Weitgehend wird auf bereits bestehende Wettkampfstätten zurückgegriffen, die erweitert oder renoviert werden. Dennoch sind auch Neubauten erforderlich, die mehr als die Hälfte der Gesamtausgaben von 862,7 Millionen Rubel verursachen. Anders als bei vorangegangenen Olympischen Spielen fließt ein großer Teil der Gelder in die Infra­ struktur, vor allem für den Verkehr. Der Olympiapark Luschniki ist das Herz der Spiele von Moskau, sein Zentrum ist das Zentrale Leninstadion mit einer

Kapazität von 103.000 Zuschauerplätzen. Das Stadion wurde 1956 eröffnet und für die Spiele 1980 ausgebaut. Hier finden neben der Eröffnungs- und Schlussfeier auch die Wettbewerbe in der Leichtathletik, das Finalspiel des Fußballturniers und die Einzelkonkurrenz im Springreiten statt.

©U.S. Air Force



Die Olympischen Sommerspiele 1980 in Moskau/UdSSR





von der krankenkassenfinanzierten Rehabilitation hin zu selbstfinanzierter Prävention – später kommen Wellnessangebote hinzu. In dieser Entwicklung spielt die 1985 eröffnete Caracalla Therme in Baden-Baden/Deutschland eine Vorreiterrolle. Der Slogan lautet „Gesundes Baden, das Freude macht“.

Die Olympischen Spiele 1984 von Los Angeles/USA markieren

einen Wendepunkt im Hinblick auf ihre Finanzierung und Kommerzialisierung. Sie sind privat finanziert und zeigen, dass die Olympische Bewegung nicht nur einen sportlichen oder ideellen, sondern auch einen wirtschaftlichen Wert hat. Das Organisationskomitee begibt sich wegen fehlender öffentlicher Mittel auch beim Bau neuer Sportstätten in die Abhängigkeit von Sponsoren. Der Etat liegt bei 470 Millionen Dollar, während die Sommerspiele 1980 in Moskau umgerechnet neun Milliarden Dollar kosteten und Montreal sich 1976 sb 4/2015

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©Felix Maschek

©Tomisti

Jane Fonda macht 1982 als

Im Olympiastadion Helsinki

Werbeikone Aerobic populär, zunächst besonders bei jungen Frauen. Daraus entstehen viele weitere Formen des Gruppen(fitness)trainings mit Elementen aus Yoga, Pilates und Tai Chi – und letztlich die Fitnesscenter, die inzwischen dem individualisierten Sportgeschehen den baulichen Rahmen geben.





finden 1983 die ersten ­LeichtathletikWeltmeisterschaften statt. Das Stadion war bereits Austragungsort der Olympischen Sommerspiele 1952. Sein Wahrzeichen ist der 72,71 Meter hohe Turm, dessen Höhe genau der Siegesweite des finnischen Speerwurf-Olympiasiegers von 1932, Matti Järvinen, entspricht. Trotz seines Alters und dank verschiedener Sanierungs- und Umbauphasen ist der funktionalistische Bau nach wie vor einer der begehrtesten Orte für große Leichtathletik-Events.

1984 ist das Geburtsjahr von „La Ola“. Vor internationalem Publi-

▲ ©Martin Fisch

kum wird die Welle zum ersten Mal am 8. August 1984 bei den Olympischen Sommerspielen in den USA gezeigt, und zwar von 80.000 Menschen beim Fußballspiel zwischen Brasilien und Italien im Stanford Stadium. Mexiko reklamiert die Entstehung von La Ola allerdings für sich, und zwar ins Estadio Universitario des Jahres 1984. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Mexiko zwei Jahre später wird „La Ola“ weltweit bekannt. ©U.S. Air Force

▲ bei Ausgaben von 1,5 Milliarden Dollar schwer verschuldete. In Los Angeles werden größtenteils bestehende Wettkampfanlagen genutzt, es gibt lediglich drei Neubauten. Zentrales Areal der Spiele ist der Exposition Park mit dem Los Angeles Memorial Coliseum von 1923. Dieses wird renoviert, es gibt Logen, eine computergesteuerte Anzeigentafel und eine neue Laufbahn.



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©NASA

©IAKS

▲ Dr. Günter Heidecke wird 1985 Präsident des IAKS.

1985 - 1994

Der promovierte Jurist arbeitete als Richter am Amtsgericht und am Landgericht. Von 1955 bis 1967 war er Leiter der Schulverwaltung der Stadt Köln, ab 1965 zudem Beigeordneter für Personal und Organisation. 1967 wurde er zum Regierungspräsidenten in Köln ernannt. Der Landtag wählte ihn 1978 zum Präsidenten des Landesrechnungshofs Nordrhein-Westfalen.

Internationalisierung Das Netzwerk des IAKS weitet sich immer weiter auf internationaler Ebene aus. Die Dekade ist geprägt von internationalem Wissenstransfer und intensiver überregionaler Zusammenarbeit. Der IAKS bildet zahlreiche Sektionen: Norwegen (1986), Japan (1988), UdSSR (1988), Schweiz (1989), Spanien (1990), Kanada (1992) und Peru (1994). Für die immer globaler werdende Ausrichtung des IAKS ist auch der internationale Wettbewerb „Beispielhafte, funktionsgerechte Sportund Freizeitbauten“, heute bekannt als IOC/IAKS Award, von riesiger Bedeutung. Die Mitglieder der allerersten Jury sind: • Allan Bennett, Vancouver/Kanada • Takazumi Fukuoka, Tokio/Japan • Francesco Gnecchi-Ruscone, Mailand/Italien • Martin Henriksen, Oslo/Norwegen • Geraint John, London/Großbritannien • Istvan Kiss, Budapest/Ungarn • Heiner Pätzold, Osnabrück/Deutschland • Christoph Parade, Düsseldorf/ Deutschland • Frieder Roskam, Köln/ Deutschland • Carlos Vera Guardia, Maracaibo/Venezuela

©Chris Eason

„sb“ 1/86 berichtet über „Auswahlkriterien für ­Kunststoffrasen und besandete Kunststoffrasen“.

In Montreal/Kanada veranstalten die Canadian Parks and Recreation Association und der IAKS einen gemeinsamen Kongress, der von 850 Teilnehmern und 60 Ausstellern besucht wird.

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Stadien zu baulichen und betrieblichen Maßnahmen. Am 29. Mai 1985 sterben im Brüsseler Heysel-Stadion nach Fan-Krawallen 39 Menschen, 454 werden verletzt. Bei der Katastrophe im Hillsborough-Stadion in Sheffield/Großbritannien bricht 1989 unter den Fans eine Panik aus. 96 Menschen verlieren ihr Leben, 730 werden verletzt. Der Taylor Report kommt zu der Erkenntnis, dass die Tragödien und aggressiven Verhaltensweisen, die sich abspielten, in kausalem Zusammenhang zum durchweg mangelhaften Zustand der Stadien stehen, vor

allem in Bezug auf Komfort und die „Käfighaltung“ der Zuschauer. In vielen großen Stadien finden daraufhin bauliche Veränderungen statt. So verschwinden die Zäune zum Spielfeld, vor allem dürfen bei internationalen Spielen nur noch Sitzplätze angeboten werden. Somit wird der zentralen Forderung des Taylor Reports Rechnung getragen. Ab sofort sollen Gewalt und Aggression in den Stadien durch Komfort für die Zuschauer begegnet werden.



Wieder zwingen tragische ­Unglücke Bauherren und Betreiber von

▲ In der Zeitschrift „sb“ etabliert sich 1985 die „Info-Börse Sportstättenbau“ (IBS). Ihr Ziel ist die

Beratung von Planern und Bauherren „bei der Bau- und Betriebskostenreduzierung, bei der Steigerung der Attraktivität der Anlagen.“

©Andy Nugent

Ab 1987 finden die 1968 in loser Reihenfolge begonnenen Seminare für Eismeister

Boris Becker gewinnt 1985 völlig überraschend in ­Wimbledon, zwei Jahre später gewinnt Steffi Graf die French Open. Beide gemein-

im regelmäßigen Jahreswechsel mit den Managementtagungen Kunsteisbahnen statt. Die IAKS-Eismeister-Seminare vermitteln praktische Entscheidungshilfen für Technik und Betrieb, z.B. Kältetechnik, Raum- und Elektroakustik, Betreiberkonzepte.





sam lösen über Deutschland hinaus einen Tennisboom aus, der nicht nur zu enormer medialer Präsenz, sondern auch zum Bau vieler Tennishallen führt. IAKS und Deutscher Tennis Bund liefern mit dem 1991 erschienenen „Handbuch Tennisanlagen“ die Planungsgrundlagen.

©IAKS



In Melbourne/Australien wird 1988 die Rod Laver Arena eröffnet. Als eine der ersten Multifunktions­

arenen bietet sie 14.820 Sitzplätze und wird jährlich von rund 1,5 Millionen Zuschauern besucht. Die Bandbreite an Veranstaltungen reicht neben den Australian Open im Tennis über Motocross-Events bis hin zu Musikkonzerten und Turn-Weltmeisterschaften. Die Rod Laver Arena verfügt über ein flexibles Dach, das bei Regen oder starker Hitze innerhalb von 25 Minuten geschlossen werden kann.



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©apre



©IAKS



Wie sehen die Sportstätten der Zukunft aus? Antworten auf diese

1987 lobt der IAKS erstmalig den Wettbewerb „Beispielhafte, funktionsgerechte Sport- und Freizeitbauten“ aus. Mit diesem Architekturpreis

soll der Öffentlichkeit die besondere Bedeutung der Qualität von Sportanlagen bewusst gemacht werden. Beurteilt wird die Gestaltung der Gesamtanlage und der Anlagenteile; die Einbindung der Bauten in die Umgebung; die Funktionstüchtigkeit sowie das Verhältnis von Baukosten, Betriebskosten und Nutzung der Anlagen. Die Jury vergibt 23 Preise, unter anderem

Prof. Frieder Roskam Prof. Dr. Takazumi Fukuoka

Frage liefern die IAKS Kongresse. Sie thematisieren in diesem Zusammenhang Kommunikation, Gesundheit und Lebensqualität. Was ist relevant für Modernisierung, Sanierung und Neubau? In welchem Verhältnis stehen Sportanlagen und Umweltbelange? Wie gelingt der rationelle Energieeinsatz in Sportanlagen?

Dr. Norbert Burger Staatssekretär Horst Waffenschmidt Dr. Erich Schumann

Namhafte Architekten berichten, wie sich gestalterische Maßnahmen auf die Qualität der Sportstätte auswirken. Sportanlagen und insbesondere Arenen werden immer mehr erlebnisorientiert konzipiert; der Freizeitwert steht im Vordergrund.



Am 16. September 1989 wird die Sektion Schweiz des IAKS gegründet. 13 der 65 Gründungs-

mitglieder sind bereits vor der Gründung der Schweizer Sektion Mitglied beim IAKS International. Gründungspräsident der IAKS Sektion Schweiz ist Urs Baumgartner. Er war Chef Jugendund Erwachsenensport der Eidgenössischen Turn- und Sportschule (ETS) und später Vizedirektor des Bundesamtes für Sport (BASPO).

Alice Däppen

©IAKS

Theo Fleischmann

Der IAKS kann zu seinem 25. Geburtstag im Jahr 1990

1990 wird Dr. Erich ­Schumann in Malaga/Spanien

auf 14.000 Seiten „sb“ und auf 52 Veröffentlichungen zurückblicken. ­Außerdem erscheinen regelmäßig die „Biblio­graphie Sport- und Freizeitanlagen“ und die Detail-Serie „Arbeitsblätter für den Planer“.

zum Nachfolger des zurückgetretenen IAKS-Präsidenten Dr. Günter Heidecke gewählt. Schumann studierte Rechtswissenschaften und Betriebswirtschaft in Erlangen, Bonn, Paris und New York und baute in Bonn eine eigene Anwaltskanzlei auf. Er war Miteigentümer und von 1978 bis zuletzt einer der beiden Geschäftsführer der Essener Mediengruppe WAZ. Für sein Lebenswerk wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.



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an die Sprungschanze am Holmenkollen in Oslo/Norwegen und die Rennstrecke am Nürburgring/Deutschland. Der Wettbewerb wird im ZweijahresRhythmus durchgeführt. Die Ergebnisse werden im Rahmen des Internationalen IAKS Kongresses in Verbindung mit der Messe (s+b) der Öffentlichkeit vorgestellt und dokumentiert.



©IAKS

Prof. Heiner Pätzold Geraint John

Ab 1989 heißt die internationale Fachmesse in Köln „fsb“

– Internationale Fachmesse für Freizeit-, Sport- und Bäderanlagen“.

©IAKS

Die IAKS veranstaltet gemein­sam mit dem Fürsten­ tum Monaco und der GAISF in

Die Mitgliederversammlung beschließt am 26.10.1993 die Umbenennung vom „Internati-

Prof. Frieder Roskam

Die Bäderanlagen der 1980er Jahre wandeln sich von sport- zu

freizeitorientierten Becken. Dieser Trend zeigt sich auch bei den durch die Jury prämierten Objekten im IOC/IAKS Award dieser Zeit. 1989 baut Hinke das erste frei geformte Edelstahlbecken und ermöglicht neue Konzepte im Bäderbau.



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onalen Arbeitskreis Sport- und Freizeiteinrichtungen“ in „Internationale Vereinigung Sport- und Freizeiteinrichtungen“. Der Schriftzug im Logo bleibt bestehen; fortan heißt es „die“ IAKS anstatt „der“ IAKS.

©IAKS





Monte Carlo die Internationale Konferenz „Sportarenen“ mit einer begleitenden Fachausstellung, der „Sportec“.

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Durch die steigenden Energie­kosten wird die Nachhaltigkeit auch im Sporthallenbau

immer mehr zum Thema. Einsparungsverordnungen werden erlassen, regenerative Energien werden erforscht. „sb“ 1/85 berichtet auf 50 Seiten über die „Anforderungen an Sportböden“, denn gefragt sind unter anderem immer dünnere Konstruktionen, um mehr Aufbauhöhe für die wichtiger werdende Wärmedämmung zu gewinnen.

▲ ©IAKS

©IAKS

Bei den Olympischen Sommer-



spielen 1988 in Seoul/Südkorea können 21 bereits existierende Wettkampfstätten genutzt werden, nur 13 müssen neu errichtet werden. Der Seoul Sports Complex mit dem Olympiastadion für 100.000 Zuschauer bildet das Zentrum der Spiele. Erstmals finden die Paralympischen Spiele am selben Ort wie die Olympischen Spiele statt.



Der Vorstand der IAKS nutzt die Gelegenheit, um seine neu gegründete Sektion Japan in Tokio zu besuchen und ein internationales Fachseminar zu veranstalten, das von Prinz Takeda, Ehrenmitglied von IOC und IAKS sowie Enkel des Kaisers Meiji, eröffnet wird. Der Deutsche Sportbund ­verabschiedet 1992 unter Mit-

wirkung von Frieder Roskam den Goldenen Plan Ost für die ostdeutschen Bundesländer, ein 15-Jahres-Programm zur Modernisierung der Sportstätten. Gefördert werden der Neubau, die Erweiterung und der Umbau von Sportstätten, einschließlich der Erstausstattung mit Sportgeräten.

▲ Kaum eine Gastgeberstadt profitiert so sehr von der Aus-

richtung der Olympischen Spiele wie Barcelona/Spanien im Jahr 1992. Vor allem die Umstrukturierung eines Stadtteils am Meer vom Industriegebiet zu einer attraktiven Wohngegend mit Strand gibt der Stadtentwicklung großen Auftrieb. Die Sportstätten konzentrieren sich auf den Montjuïc, den Hausberg von Barcelona, und die Stadtteile Vall d’Hebron sowie Diagonal. Von den 43 Sportanlagen müssen nur 15 neu erbaut werden.

Das Olympiastadion wird von Vittorio Gregotti völlig entkernt und das Spielfeld um elf Meter abgesenkt. Nur die historische neoklassizistische Fassade bleibt erhalten. Das Hallenstadion Palau Sant Jordi mit dem markanten Kuppeldach und einer Kapazität von 15.000 Zuschauerplätzen wird von Arata Isozaki errichtet. Daneben steht der futuristische 136 Meter hohe Fernmeldeturm von Santiago Calatrava.



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©Diliff

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Am 09. November 1989

Das Fachseminar „Sportplatzpflege – Voraussetzung für Bestandserhaltung“ findet

informieren sich Fachbesucher im Rahmen des IAKS Kongresses zum Thema „Der Entwurf von Arenen“. Wenige Stunden später wird mit dem Fall der Berliner Mauer das Ende der Teilung Deutschlands in Ost und West eingeleitet.

ab 1994 regelmäßig bundesweit an verschiedenen Sportschulen statt. Ursprünglich ein Lehrgang im Rahmen der Kongresse 1987 und 1989, initiiert durch das BISp, bietet das Fachseminar praxisorientierte Informationen zur Sportplatzpflege, insbesondere von Rasenflächen.



©Lear 21



©Bbruno

Die multifunktionalen ­Sporthallen mit Zuschaueranlagen ent-

wickeln sich immer mehr zum gesellschaftlichen Zentrum ihrer Stadt. Die großen Arenen wie der Palau Sant Jordi in Barcelona bemühen sich um architektonische Identität, während die Bewohner in den kleineren Städten eine nicht ganz so konsumorientierte Einstellung zu ihren kleineren Hallen haben: Ihre Teams sind nicht ganz so professionell, dafür sind die Eintrittspreise niedriger, die Loyalität zum Club ist größer. Die VIP-Bereiche in den großen Arenen werden zu immer wichtigeren Einnahmequellen für Verein und Betreiber, ihre Gäste werden anspruchsvoller.

©Dan Heap



sowohl architektonisch als auch typologisch von großer Bedeutung. Das Guiseppe Meazza Stadion in Mailand und das Stadion Luigi Ferraris in Genua werden auf historischem Grundriss neu errichtet und sind Meilensteine in der Entwicklung des „reinen“ Fußballstadions. Weitere phantastische Bauten wie das Stadio San Nicola von Renzo Piano oder das Stadio delle Alpi in Turin sind dagegen Kombi­ stadien, die jeweils nur ein einziges Mal für Leichtathletik­events genutzt wurden und aufgrund fehlender Alltagstauglichkeit für den Hauptnutzer Fußball inzwischen ersetzt wurden oder verfallen.



Die Stadien der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 in Italien sind

Bei der Fußballweltmeisterschaft 1994 in den USA finden im

P­ ontiac S­ ilverdome erstmals Gruppenspiele in einem geschlossenen Stadion statt. Statt des im Stadion vorhandenen Kunstrasens wird temporär Naturrasen verlegt.



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1995: Die Sektion Frankreich der IAKS wird gegründet. Prä-

sident ist Edouard Landrin, stellvertretender Bürgermeister von Ancenis/ Frankeich.

1997: IAKS wird Mitglied bei der Conference of Non Governmental Organizations

1995 - 2004

(CoNGO) und hat beratenden Status bei den Vereinten Nationen (UN).

Neuausrichtung

In den 1990er Jahren muss die IAKS ihre Ausrichtung überdenken. Die Wirtschaftslage zeigt Auswirkungen; insbesondere in Mitteleuropa investieren Kommunen und Länder nur rückläufig in Sport- und Freizeitinfrastruktur. Ein Bereich, dem die IAKS sich bis dahin mit großem Engagement gewidmet hatte, verändert sich ebenfalls: die Bereitstellung von Informationen zu bautechnischen Standards. Die in den Arbeitskreisen der IAKS erstellten Publikationen lassen sich aufgrund zunehmender Digitalisierung und beschleunigter Innovationszyklen nicht schnell genug anpassen. Der Abwärtstrend zeigt sich in sinkenden Mitgliederzahlen. Kurz nach der Jahrtausendwende entwickelt die IAKS neue Geschäftsmodelle. Sie stellt attraktive internetbasierte Leistungen für ihre Mitglieder bereit und baut den Veranstaltungsbereich aus. Die Kommunikation innerhalb der Vereinigung rückt stärker in den Vordergrund und auch die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern wird intensiviert.

Zur Fußballweltmeisterschaft 1998 in Frankreich wird das

Stade de France in Paris gebaut. Mithilfe ausziehbarer Tribünen kann das 81.000 Zuschauer fassende Stadion auch für Leichtathletik-Veranstaltungen genutzt werden, dabei verringert sich die Kapazität auf 75.000 Zuschauer. Die wichtigsten regelmäßigen Veranstaltungen sind Heimspiele der französischen Fußballnationalmannschaft und der französischen Rugby-Union-Nationalmannschaft sowie Pokalfinalspiele, außerdem finden hier regelmäßig Konzerte und Freilichtshows statt. Eine regelmäßige Nutzung durch einen Club gibt es jedoch nicht.



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1995 erscheint die erste Auflage des Handbuchs „IAAF Track and Field Facilities“,

Dr. Stephan J. Holthoff-Pförtner



herausgegeben vom Internationalen Leichtathletikverband und der IAKS. Auch an den drei nächsten Auflagen wirkt die IAKS mit (2008: 4. Auflage).

©IAKS

Die Olympischen Sommerspiele 1996 in Atlanta/USA – die „Coca Cola Games“ – werden für ihre Kommerzialisierung kritisiert. Herzstück der Spiele ist der Olympische Ring, eine Drei-MeilenZone im Zentrum Atlantas, in dem sich auch das Olympiastadion befindet. Das 85.000 Zuschauer fassende Centennial Olympic Stadium ist Schauplatz der Eröffnungs- und Schlussfeier sowie der Leichtathletikwettbewerbe. Wegen der späteren Nutzung als Baseballstadion wird der Innenraum von vornherein nicht oval, sondern dem Baseballfeld entsprechend mit einer Ecke erbaut. Nur zwei Tage nach Ende der anschließenden Paralympischen Spiele beginnt der Umbau.

1998 geht die erste Homepage der IAKS online, und zwar im

Rahmen des Internetauftritts des Allgemeinen Verbandes internationaler Sportverbände (GAISF, heute Sportaccord). Die IAKS sorgt für die Aufbereitung und Bereitstellung von Informationen über Sportanlagen für das Internet, beispielsweise für eine Datenbank zur weltweiten Recherche nach geeigneten Wettkampfstätten.



▲ ©Alf van Beem

Mit der Eröffnung der Amsterdam Arena wird im August 1996 eine neue Epoche der Fußballstadien in Europa eingeleitet. Zur Vergrößerung der Einnahmen werden Business-Seats, Logen und ein Restaurant eingebaut. Auf Laufbahnen wird verzichtet, um die Zuschauer möglichst nah ans Spielfeld heran zu lassen. Die erste mobile Dachkonstruktion in einem europäischen Stadion verwandelt das Stadion innerhalb kurzer Zeit in eine Halle. Um die Arena auch an sportfreien Tagen nutzen zu können, kann sie schnell in eine Konzerthalle umgebaut werden. Durch diese Vielseitigkeit soll sichergestellt werden, dass die Arena eine hohe Auslastung und damit eine hohe Rentabilität besitzt.



wird 1997 Präsident der IAKS. Er ist Rechtsanwalt (seit 1980) und Notar (seit 1990) mit eigener Sozietät in Essen/ Deutschland sowie Gesellschafter und Verleger der Funke Mediengruppe. Seit 1988 ist er Gesellschafter der HOPF Holding GmbH & Co. KG. Holthoff-Pförtner ist in Kontrollgremien, Aufsichtsrätenund Ausschüssen vertreten und bekleidet zahlreiche Ehrenämter in Wissenschaft und Gesellschaftspolitik, Sport, Kultur und im caritativen Bereich.

©CfDCaP

Mit drei Schulungsterminen startet 1998 die Schulungsreihe „IAKS/

VDEM Kälteanlagenseminare“. In Zusammenarbeit mit dem Verein der Eismeister (VDEM) organisiert die IAKS die seitens des Bundesimmissionsschutzgesetzes geforderten Unterweisungen für Beschäftigte an Kälteanlagen in Kunsteisbahnen. Die Seminarreihe dauert bis heute an; die Schulungen finden jährlich an fünf bis sieben Standorten bundesweit statt.

©555-Nase



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©IAKS

IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch und IAKS-Präsident Dr.

©IAKS

1998 wird die IAKS Sektion Lateinamerika und Karibik LAC anlässlich eines Internationalen

Henri Cettour

Prof. Carlos Vera Guardia

Die nationale Sportstätten­ statistik, die 2002 in Deutschland

erscheint, zeigt, dass fast jede zweite Sportanlage sanierungsbedürftig ist, in den ostdeutschen Bundesländern sind es sogar knapp 70 Prozent. Diese Statistik ermöglicht erstmals seit der deutschen Wiedervereinigung einen Überblick über den Bestand an Sport­ infrastruktur.



Seminars für Sportarchitektur in Maracaibo/Venezuela als Nachfolgeorganisation der Sektion Peru gegründet.

Im Jahr 2000 wird der IAKS Mitglied bei ICSSPE (Internatio-



Stephan J. Holthoff-Pförtner unterzeichnen am 15.12.1998 eine Kooperationsvereinbarung zur Intensivierung der Zusammenarbeit. Das IOC beteiligt sich künftig unter anderem am IAKSAward, der 1999 erstmals als gemeinsamer IOC/IAKS Award für beispielhafte Sport- und Freizeitbauten ausgelobt wird.

nal Council of Sport Science and Physical Education) und informiert die beteiligten Organisationen über zukünftige Veranstaltungen und Publikationen.

1998 kommt der erste Rasenmähroboter auf den Markt. Er mäht

nicht nur die zu bearbeitende Fläche selbständig, sondern bewegt sich auch automatisch wieder in eine Ladestation, um seine Akkus aufzuladen.





©Holger Casselmann

Die Sportböden beginnen, die Architektur der Sportanlagen zu beeinflussen. Die Oberflächengestaltung wird zu einem bestimmenden Element des Stadions und auch der Sporthalle. Das dem klassischen Tennenbelag nachempfundene Rotbraun der Leichtathletikkampfbahn weicht anderen, oft mehrfarbigen Oberflächengliederungen.

©IAKS

Bei den Sporthallen wird die

Wirtschaftlichkeit immer wichtiger. Seit Beginn des Jahrhunderts werden zusätzliche Nutzungsangebote wie Sauna, Fitness, Kurse oder Bäder entwickelt. Auch neue Betreiber- und Finanzierungsmodelle wie die PPP-Verfahren (Public Private Partnership) werden ausprobiert. Ausgangspunkt aller Überlegungen ist, dass die Baukosten über die gesamte Lebenszeit einer Immobilie betrachtet nur 20% der Gesamtkosten ausmachen. Die restlichen 80% sind Betriebskosten und für den Erfolg der Anlage viel entscheidender. sb 4/2015

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©IAKS

Im Olympiastadion Luschniki in

Moskau/Russland, in dem Spartak Moskau seine Heimspiele austrägt, wird 2002 ein Kunstrasenplatz installiert. Dort erlebt dieser Belag in der Saison 2006/2007 seine Premiere in der UEFA Champions League. In der internationalen Stadionarchitektur finden vorgespannte Membrandächer immer mehr Beachtung, zum Beispiel in Kuala Lumpur/Malaysia, Hamburg/Deutschland und Busan/Südkorea.





©Chivista

Mit der Herausgabe der Broschüre “Sport braucht Sportanlagen“ präsentiert die IAKS im

Siegfried Hoymann folgt 2001 auf Prof. Frieder Roskam in

Jahr 2000 eine umfassende Publikation über die vielfältigen Facetten der Sportund Freizeitanlagen und die Angebote und Leistungsfähigkeit der in der IAKS zusammengeschlossenen Unternehmen.



seiner Funktion als Generalsekretär. Er ist der IAKS seit rund drei Jahrzehnten in verschiedenen Funktionen verbunden. Der Verwaltungsmann und Politiker bringt seine Kenntnisse und Erfahrungen in zahlreichen Gremien der IAKS ein.

©IAKS

©IAKS



Auch bei den Schwimm­ bädern beginnt um 2000 eine neue

Entwicklung: Die verschiedenen Angebote Bad, Fitness, Sauna, Therapie, Schönheit und zum Teil auch Hotel werden in eine Anlage integriert. Diese Anlagen können als Wellness-Mall oder Therme bezeichnet werden, wobei man sich damit auf den Spuren der hochentwickelten Caracalla Thermen des antiken Rom/Italien befindet. Expertentipps bietet die Publikation „Planungsgrundlagen Freizeitorientierte Bäder“ der IAKS. sb 4/2015

Das Hauptstadion von Bligh Lobb Sports Architects verfügt bei Olympia über eine Kapazität für 110.000 Zuschauer, nach den Spielen wird diese für Australian Football und Cricket auf 81.500 Plätze reduziert, indem die beiden Hintertortribünen im Oberrang abgerissen und die Kurven überdacht werden. Beim IOC/IAKS Award 2003 gewinnt das Stadion eine Goldmedaille. Die Jury zeigte sich „von der Leichtigkeit, mit der das Olympiastadion von Sydney die größte Zuschauerkapazität in der Geschichte Olympischer Spiele (110.000 Besucher) bewältigt, äußerst beeindruckt. Insbesondere prägen die temporären Tribünenflügel an den Stirnseiten mit insgesamt 45.000 Zuschauerplätzen das imposante Erscheinungsbild des Stadions und versinnbildlichen gleichzeitig die Nachhaltigkeit des Konzepts.“

©Gavin Anderson



Australien bildet der Olympic Park im Gebiet um Homebush Bay. Nach den Olympischen und Paralympischen Spielen dient der Park als Naherholungsgebiet und Veranstaltungsort von größeren sportlichen und kulturellen Ereignissen. In Sydney sind erstmals alle Sportstätten nicht nur für Olympia und den kommerziellen Erfolg, sondern vor allem mit Blick auf ihre nach­ olympische Nutzung konzipiert.



Das Herz der Olympischen ­Sommerspiele 2000 in Sydney/

27 Pracey ©Brian

Das IOC zeichnet Professor ­Frieder Roskam für sein bahn-

brechendes Wirken für den Sportstättenbau bei einem Festakt am 30. April 2002 in Köln mit der Pierre-de-Coubertin-Medaille aus. Kurz darauf stirbt Prof. Frieder Roskam, einer der Gründer und geistigen Väter der IAKS. Klaus Meinel wird zum hauptamtlichen Geschäftsführer berufen. Er folgt auf die langjährige Geschäftsführerin Roswitha Thibes.



Dr. Michael Vesper

Prof. Frieder Roskam

Dr. Thomas Bach

©IAKS

Experten der IAKS erstellen das

Sportstättenkonzept für die Olympia­ bewerbung Düsseldorf-Rhein-Ruhr 2012. In den Jahren 2001 bis 2003 überprüfen sie die Olympiatauglichkeit von 60 Wettkampfsportstätten in der RheinRuhr-Region und liefern dadurch der Landesregierung Nordrhein-Westfalen Entscheidungshilfen für die Unterstützung der Bewerbungsaktivitäten.





©IAKS

Die IAKS Kongresse in dieser Dekade widmen sich der Frage-

stellung, inwiefern gestalterische Elemente den wirtschaftlichen Betrieb einer Sportstätte beeinflussen. „Wie gelingt die Anpassung der Sport-und Freizeitanlagen an heutige und zukünftige Anforderungen“ fragt sich 1995 die Fachwelt. 1997 steht der IAKS Kongress unter dem Motto „Optimierung in Sportanlagenbau und -betrieb: Planung, Realisierung, Management“. Der IAKS Kongress 1999 behandelt „Sportanlagen für zukünftige Generationen“. Schließlich fordern Experten 2001: „Alle brauchen Sportanlagen! Attraktiv, umweltfreundlich, wirtschaftlich“.

©IAKS

findet in Thessaloniki der Kongress „Sport Science Through the Ages: Challenges in the New Millennium“ statt. Die IAKS richtet im Rahmen des Kongresses eine Sonderveranstaltung unter dem Titel „Sports Facility Architects Meet Sports Scientists“ aus.

Beim ersten „Asia Sports Summit and Expo“ im September

2004 in Bangkok/Thailand organisiert und moderiert die IAKS den Themenblock „Sportinfrastruktur und Sportan28 lagen“.

©IAKS



Ab 2003 bietet der IAKS Kongress umfangreiche Informationen für Planung, Bau, Modernisierung und Management von Sport- und Freizeitanlagen. Im gleichen Jahr findet die FSB erstmals im Verbund mit der neu gegründeten Veranstaltung „aquanale – Internationale Fachmesse für Sauna, Pool und Ambiente“ sowie der seit 1999 in Köln durchgeführten „SOLARIA – Internationale Fachmesse für Sonnenlicht-Systeme“ statt.

Im Vorfeld der Olympischen Sommerspiele in Athen 2004

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2003 mit einer viersprachigen Homepage. Dort stehen u.a. zwei Datenbanken für Recherche bereit: die Mitglieder der IAKS präsentieren sich in den Bereichen „Sportstättenindustrie“ und „Planer“ mit ihren Kontaktdaten und Tätigkeitsschwerpunkten.



Spiele in zehn Stadien in zehn verschiedenen Städten ausgetragen. Nie zuvor gibt es bei einer Fußball-Weltmeisterschaft derartig viele Spielorte, die durchweg über modernste Stadien und Verkehrsanbindungen verfügen. Ein außerordentlich vielseitiger Spielort ist der Sapporo Dome, ein fest überdachtes Stadion in Sapporo/Japan mit 41.484 Plätzen. Als Besonderheit besitzt das Stadion ein herausfahrbares Naturrasenspielfeld, das durch ein Baseballfeld mit Kunstrasen ausgetauscht oder als Freifläche genutzt werden kann. Um den Fußballplatz herausfahren zu können, werden Tribünen verschoben, der Rasen gedreht und der Länge nach ins Freie gefahren. Das Stadion ist Vorbild ähnlicher europäischer „Schubladensysteme“, zum Beispiel in Arnheim/Niederlande und auf Schalke in Gelsenkirchen/ Deutschland. Das WM-Stadion in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul fasst 66.806 Zuschauer, darunter 806 VIP-Sitze, 754 Plätze auf der Pressetribüne sowie 75 Logen – eine enorme Ausdifferenzierung der Zuschauerbereiche. Das Dach überspannt 90 Prozent der Tribünenplätze, im und um das Stadion stehen 3.600 Parkplätze zur Verfügung. Diese Infrastruktur ist ausschlaggebend dafür, dass sich das Stadion nach der WM zu einem erfolgreichen Sport-, Kultur- und Einkaufskomplex entwickelt. Das Seoul World Cup Stadium wird 2007 mit dem IOC/IAKS AWARD 2007 für beispielhafte Sport- und Freizeitanlagen in Bronze ausgezeichnet. Die Jury urteilt: „Die Multifunktionalität erweist sich als Schlüssel zum wirtschaftlichen Erfolg des Stadions: es ist voll ausgelastet und erwirtschaftet ein positives Ergebnis. Die Standortwahl ist sehr geglückt, da hier die Umgestaltung eines unterentwickelten Stadtteils in einen wunderschönen Sportpark mit einem sehr positiven Image erreicht wurde.“

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Prof. Carlos Vera Guardia



Im Internet zeigt sich die IAKS ab

Bei der Fußball-WM 2002 in Japan und Südkorea werden die

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„sb“ erfährt zu Beginn des Jahres 2003 einen grundlegenden Relaunch. Mit einem neuen Layout und einer neuen Struktur verbessert sich die Lesbarkeit. Mehr großformatige Bilder tragen zum modernen Erscheinungsbild bei.

Bei den Olympischen Sommerspielen 2004 in Athen besteht der

Olympiakomplex vor allem aus fünf verschiedenen Wettkampfstätten des spanischen Architekten Santiago Calatrava. Das Olympiastadion aus dem Jahr 1982 wird modernisiert und bekommt ein neues, 17.000 Tonnen schweres Dach aus Polykarbonatscheiben. Die Bögen der Dachkon­ struktion haben eine Länge von jeweils 304 Metern sowie an ihrer Mitte eine Maximalhöhe von 72 Metern. Zahlreiche olympische Wettkampfstätten in Athen werden anschließend mangels Betreiberkonzept geschlossen und sind bereits nach wenigen Jahren in schlechtem Zustand.



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Die Jury des IOC/IAKS Award 2003

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Prof. Dr. Walter Tokarski Dr. Stephan J. Holthoff-Pförtner

▲ Die Deutsche Sporthochschule Köln und die IAKS

unterzeichnen am 28. April 2005 eine Kooperationsvereinbarung. Die beiden Institutionen bestätigen durch diese Vereinbarung die Zusammenarbeit insbesondere im Centrum für Nachhaltige Sportentwicklung (CENA) – einem der vier Kompetenzzentren der Sporthochschule.

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starke partner weltweit In diesem Jahrzehnt intensiviert die IAKS ihre internationale Ausrichtung und die Zusammenarbeit mit ihren wichtigsten Partnern, vor allem dem Internationalen Olympischen Komitee und der Koelnmesse – und gewinnt mit dem Internationalen Paralympischen Komitee (IPC) einen weiteren dazu. Beim IOC/IAKS Award im Jahr 2005 werden sieben der eingereichten Projekte darüber hinaus mit der erstmalig von IAKS und IPC gemeinsam vergebenen „IPC/IAKS Auszeichnung für barrierefreie Sport- und Freizeitanlagen“ prämiert. „sb“ 2/2008 publiziert eine Zusammenfassung des technischen Handbuchs des IPC zu „Barrierefreiheit in Sport- und Freizeitanlagen“. Zu den Paralympischen Sommerspielen 2008 in Peking/China ermöglicht das IPC einer IAKS-Delegation die Teilnahme am IPC Observers‘ Program. Diese außergewöhnliche Schulung mit „Blick hinter die Kulissen“ wird seitdem bei allen paralympischen Sommer- und Winterspielen angeboten. Anlässlich des Internationalen Paralympischen Tages am 11. Juli 2009 unterzeichnen IPC Präsident Sir Philip Craven und IAKS Präsident Dr. Stephan J. Holthoff-Pförtner in Anwesenheit des deutschen Bundespräsidenten Horst Köhler eine Kooperationsvereinbarung, die die Beziehung zwischen beiden Institutionen intensiviert und die Förderung von international anerkannten Standards der Barrierefreiheit fortführt.



Ergänzend schließen der Deutsche Behindertensportverband (DBS) und die IAKS im Jahr 2010 einen Kooperationsvertrag, der das Engagement der IAKS für die Belange des paralympischen Sports in Deutschland fortsetzt.

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Beim IAKS Kongress 2005 steht die FIFA Fußball-WM 2006 in Deutschland mit Themen wie

„Stadioninfrastruktur“, „Das Spielfeld der Zukunft“ oder „Fußball als Breitensport“ im Vordergrund. Gemeinsam mit dem Bundesverband Schwimmbad und Wellness (bsw) veranstaltet die IAKS zusätzlich das „1. Kölner Schwimmbadund Wellnessforum“ für die schwimmbadinteressierten Besucher von FSB und aquanale. Das Forum findet fortan alle zwei Jahre statt.



Wolfgang Overath

Pelé

Reiner Calmund



Seit Anfang der 2000er Jahre etablieren sich Kunststoffrasen der sog. „dritten Generation“. Kunststoffrasenteppiche werden mit Sand und Gummigranulat verfüllt. Sie bieten für das Fußballspiel eine robuste und spielerisch-technisch attraktive Alternative zu herkömmlichen Rasenspielfeldern.

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ball-Bund (DFB) gibt die IAKS in 2006 Empfehlungen für Kunststoffrasenplätze heraus. „In den Empfehlungen werden die Eigenschaften der verschiedenen Kunststoffrasensysteme dargestellt und Anforderungsprofile aus bautechnischer und fußballerischer Sicht formuliert“, so DFB Präsident Dr. Theo Zwanziger.



Gemeinsam mit dem Deutschen Fuß-

Bereits im November 2005 findet das erste IAKS-Seminar „Kunststoffrasen“ statt,

dem aufgrund der großen Resonanz viele weitere folgen werden. Ab 2010 wird die Seminarreihe durch Informationen zu Kunststoffbelägen und Fallschutzböden ergänzt. Zudem bietet die IAKS mit dem Seminar „Freisportanlagen“ Informationen zu Gestaltungsmöglichkeiten für bestehende Leichtathletikanlagen, die vermehrt multifunktional genutzt werden.

▲ dem Stadionbau einen enormen Innovationsschub und bedeutende Arenen. Die Allianz Arena in München ist die Ikone dieser Ära: Hier vereinigt die klare und dabei so bildhafte Architektur die Ansprüche des Profifußballs mit der Emotion dieses einfachen Spiels. Die charakteristische Fassade besteht aus 2.760 Folienkissen aus ETFE (Ethylen-Tetrafluorethylen), von denen 1.056 Kissen beleuchtet werden können, zum Beispiel in Rot, der Farbe des deutschen sb 4/2015 Rekordmeisters FC Bayern München.



Die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland verleiht

©Nicola Giorgone

Die Arena auf Schalke setzt dagegen neue Maßstäbe der multifunktionalen Nutzung. Sie ist komplett überdacht, das Dach über dem Spielfeld kann für Fußballspiele geöffnet werden. Neben Fußball und ­Konzerten finden hier viele andere Veranstaltungen statt, zum Beispiel Biathlon und Eishockey. Dann wird der Rasen auf Schienen aus der Arena hinausgefahren, um ihn zu s­ chonen. In der Mitte des Stadions hängt ein 29 Tonnen schwerer Videowürfel mit vier je 36 m² großen Bildschirmen.

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2007 gründet die IAKS

Zum IAKS Kongress 2007

zusammen mit dem Landes­sportbund und dem Innen- und Sportministerium Nordrhein-Westfalen die Beratungsstelle Sportstätten. Sie unterstützt Vereine und Kommunen bei Sportstättenbauvorhaben und bei der kommunalen Sportentwicklungsplanung.

Dr. Johannes Eulering



Walter Schneeloch

▲ Für die Olympischen Sommer­spiele 2008 in Peking

Dr. Ingo Wolf Annemarie Erlenwein

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kommen mit Dr. Thomas Bach als IOC Vizepräsident, Sir Philip Craven als Präsident des IPC und Patrick Baumann als Generalsekretär des Internationalen Basketballverbands gleich drei IOC-Mitglieder. Zur feierlichen Preisverleihung der IOC/IPC/IAKS Awards im „Theater am Tanzbrunnen“ erscheinen mehr als 400 Gäste. Die herausragenden Bauten des Wettbewerbes sind das Olympiastadion Berlin/Deutschland und das Oval Lingotto in Turin/italien: Beide gewinnen sowohl eine Goldmedaille im IOC/ IAKS Award als auch die IPC/IAKS Auszeichnung. Die Jury ist von der heraus­ ragenden Qualität des Stadionumbaus in Berlin tief beeindruckt: „Indem das Dach auf der Seite des Marathontors nicht geschlossen wurde, kreierte der Architekt eine weltweit einzigartige Dachform.“ In Berlin wird auch erstmals eine blaue Kunststofflaufbahn in ein Stadion eingebaut, sie stammt von BSW, Mitglied der IAKS seit der ersten Stunde. Über das Oval Lingotto urteilt die Jury: „Die elegante Dachkonstruktion, die ein großes Volumen überspannt, wurde mit einer gut durchdachten Gebäudestruktur und einer architektonisch interessanten Fassadengestaltung kombiniert.“ Die Jury lobte insbesondere die Tatsache, dass „die nacholympische Nutzung von Beginn an Teil der Planung war.“

Den „Watercube“ bedenkt die Jury mit den Worten: „Der Watercube zeigt, wie die Materialauswahl für ein bestimmtes Design durch Technologie beeinflusst werden kann. Ein wahrhaft herausragendes und einzigartiges Gebäude“.

investiert China 40 Milliarden Dollar in Sportstätten und Infrastrukturprojekte. Das olympische Dorf wird am nördlichen Ende einer Achse angesiedelt, die in Nord-Süd-Richtung durch Peking verläuft und an der unter anderem der Tian’anmen-Platz und die Verbotene Stadt liegen. Für weltweites Aufsehen sorgt die spektakuläre Architektur von Nationalstadion (Vogelnest) und Schwimmzentrum (Watercube) – beide gewinnen Goldmedaillen beim IOC/ IAKS Award 2009.

Über das Olympiastadion von Peking urteilt die Jury: „Das ‚Bird’s Nest‘ bildet einen Meilenstein der Stadionarchitektur. Es stellt eines der besten Beispiele für die Integra­ tion von Funktionalität und architektonischer Gestaltung im Stadionbau dar und hat den Olympischen Spielen 2008 in Peking durch sein außergewöhnliches Design besonderen Glanz verliehen.“



Der Centre Court in ­Wimbledon/Großbritannien

bekommt 2009 ein schließbares Dach. Damit entfallen die Regenpausen auf einem der Plätze beim traditionsreichsten und wichtigsten Tennisturnier der Welt.

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▲ Preisverleihung „Basketball Arena im Jahr 2020“



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Der IAKS Kongress 2009 setzt Maßstäbe als größter Sportstättenkongress der Welt: 550 Besucher aus über 40 Ländern, 48 Referenten aus 16 Nationen und die FSB als weltweit größte Messe der Branche. Zu den Mitwirkenden gehören Dr. Thomas Bach, Vizepräsident des IOC, Professor Walther Tröger, Vorsitzender der IOC-Kommission „Sport for All“, Sir Philip Craven, Präsident des IPC, und Dr. Michael Vesper, Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes. Neben den IOC/ IAKS Awards und den IPC/IAKS Auszeichnungen wird von FIBA und IAKS mit der „Basketball Arena im Jahr 2020“ erstmals ein studentischer Architekturwettbewerb durchgeführt.





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Im Dezember 2007 reist eine Delegation der IAKS zur Pflege



des internationalen IAKS Netzwerks nach Peking und Tokio. Zunächst beteiligt sich die IAKS als Mitveranstalter und Aussteller an der International Sports Facilities Expo (ISFE China) in Peking. Im Anschluss reist die Delegation nach Tokio, wo intensive Gespräche mit dem Vorstand der IAKS Sektion Japan auf dem Programm stehen.

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Taizo Hasegawa

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Prof. Dr. Takazumi Fukuoka

Die Stadien der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika in Johannesburg, Kapstadt und Port Eliza­ beth sind auch beim IOC/IAKS Award 2011 erfolgreich. Zum ersten Mal in der Geschichte der WM wird in den Stadien in Nelspruit und Polokwane auf einem Hybrid-Naturrasenbelag gespielt, dem Desso GrassMaster-System.



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Klare Strukturen, mehr Interaktion, umfassende ­Informationen

und Aktuelles bietet die Website der IAKS, deren Auftritt 2013 rundum erneuert wird. In gewohnter Qualität können sich Interessenten über alles, was die Welt der Sport- und Freizeitbauten an Neuigkeiten, Expertenwissen und Veranstaltungen bereithält, informieren. Neu ist die Gestaltung der Expertendatenbank, in der sich IAKS Mitglieder mit ihren Geschäftsaktivitäten präsentieren, ihr Profil verwalten und Nachrichten verfassen. Die Fachzeitschrift „sb“ kann ab Erscheinungsdatum online gelesen und in acht Sprachen übersetzt werden.

Über das Cape Town Stadium (rechts) urteilt die Jury: „Die ovale Form und das ­annähernd flache Dach sind im Einklang sowohl mit dem Charakter der bestehenden Stätte als auch dem berühmten Tafelberg. Das Design des ­Stadions spie-



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2015: Siegfried Hoymann übergibt das Amt des IAKS Gene-

ralsekretärs an Klaus Meinel, der bereits seit 2003 als Geschäftsführer der IAKS verantwortlich war.



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▲ Nachhaltigkeitsaspekte werden



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©Matt Lancashire

bereits bei der Wahl des Areals für die Olympischen Spiele 2012 in London/Großbritannien berücksichtigt: Der Olympiapark entsteht durch die vollständige Umgestaltung einer Industriebrache. Um die Folgekosten der Wettkampfstätten gering zu halten, werden neu errichtete Anlagen nach den Spielen in ihren Dimensionen reduziert. Alle temporären Anlagen werden wieder abgebaut. Das Olympiastadion bietet zu den Olympischen Spielen 80.000 Zuschauern Platz und wird anschließend zu einem Fußballstadion mit 54.000 Plätzen umgebaut. Das London Aquatics Centre wird nach den Spielen durch den Abbau seiner beiden „Flügel“ von 17.500 auf 2.500 Zuschauer verkleinert.

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Am Nelson Mandela Bay Stadium (links) gefällt der Jury auch die Dachkonstruktion: „Sie bietet nicht nur Schutz vor der Sonne, sondern dient als ‚Wind-WellenBrecher‘. Dies gelingt durch die wundervoll gespannte Membran, die das nahe gelegene Meer mit den Wolken von Port Elizabeth verbindet“.



gelt beides dezent und elegant wider.“ Die Jury schätzt am Soccer City Stadium (unten) „den Umgang mit den sehr komplexen Themenbereichen Zugänglichkeit und Mobilität für Zuschauer, Sportler, VIP und Menschen mit einer Behinderung.“

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©George Groutas



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Pelé

©David Campbel

Dr. Stephan J. Holthoff-Pförtner



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über 10 Mrd. Euro in den Um- und Neubau der zwölf Stadien sowie in Flughäfen, Hotels und sonstige Infrastruktur. Aus architektonischer Sicht entstehen einige beispielhafte neue Stadien an alter Stätte, die der Bedeutung ihrer jeweiligen Standorte und der Bedeutung des Fußballs in Brasilien auf wunderbare Art und Weise gerecht werden, so zum Beispiel das Mineirão in Belo Horizonte, das Estádio Nacional de Brasília, das Estádio Beira-Rio in Porto Alegre, die Arena Fonte Nova in Salvador oder das Endspielstadion Estádio do Maracanã in Rio de Janeiro – hier wird Deutschland Weltmeister. Es gibt allerdings auch Stadien, deren Nachnutzung ungewiss ist.



Brasilien investiert zur WM 2014

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Die Vorstände der IAKS von 1965 bis heute Adolfo Esteban Asuncion Beisitzer 1975 - 1981 Aldo Barbieri Sektionsvorstand 2001 - 2009 Ernst Baumann Schatzmeister 1972 - 1975 Urs Baumgartner Beisitzer 1985 – 1989, Sektionsvorstand 1989 - 1993 Conrad Boychuk Beisitzer 1997 - heute Jesús del Barrio Díez Sektionsvorstand 2013 - heute Horst Delp Sektionsvorstand 2013 - heute Jorge Ehlers Sektionsvorstand 2009 - heute Dr. Johannes Eulering Sektionsvorstand 2001 - 2009 Francesc Fàbregas i Bosch Sektionsvorstand 2001 - 2005 Dr. Markus Fischer Schatzmeister 2013 - heute Prof. Dr. Takazumi Fukuoka Beisitzer 1981 – 1985, Vizepräsident 1985 - heute Peter Gattermann Beisitzer 2001 - 2008 Jan Gulbrandsen Beisitzer 1981 - 1985 Taizo Hasegawa Sektionsvorstand 2003 - 2013 Dr. Günter Heidecke Präsident 1984 - 1990 Prof. Martin Henriksen Beisitzer 1985 – 1989, Sektionsvorstand 1989 – 1993, Vizepräsident 1993 - 2001 Sten Hörngren Beisitzer 1975 - 1981 Dr. Stephan J. Holthoff-Pförtner Präsident 1997 - heute Siegfried Hoymann Generalsekretär 2001 - 2015 Horst Huber Unternehmerkreis 2001 – 2005, Vizepräsident 2005 - heute Ferdinand Imesch Beisitzer 1972 – 1975, Vizepräsident 1977 - 1993 Philippe Joye Sektionsvorstand 2002 - 2009 Dr. Stefan Kannewischer Sektionsvorstand 2009 - heute Rudolf Killias Sektionsvorstand 2001 - 2005 Zbiegniew Klonowski Sektionsvorstand 2013 - heute Andrzej Krasnicki Sektionsvorstand 2009 - 2013 Werner Krems Beisitzer 1993 - 1997 36

Prof. Dr. Walter Künzel Beisitzer 1972- 1975, Vizepräsident 1975 - 1985 Elizabeth Leduc Sektionsvorstand 1989 - 1993 Prof. Perez Madrid Beisitzer 1972 – 1975 und 1977 - 1981 William L. McEwen Beisitzer 1977 -1997 Klaus Meinel Geschäftsführer 2003 – 2015, Generalsekretär 2015 -heute Rolf Meyer Schatzmeister 1975 - 1985 Denis David Molyneux Vizepräsident 1972 – 1977, Beisitzer 1977 - 1989 Prof. Frieder Roskam Generalsekretär 1972 – 2001 Prof. Dr. Ralf Roth Beisitzer 2005 - 2009 Hans-Jörg Rußland Unternehmerkreis 2005 – 2013, Sektionsvorstand 2013 Georg Ruychaver Beisitzer 1975 - 1981 Yohei Sasakawa Sektionsvorstand 1989 - 1993 Erich Schumann Präsident 1990 - 1997 Karin Schwarz-Viechtbauer Beisitzerin 2009 - heute Dr. Theodor Schwefer Schatzmeister 1985 - 2001 Prof. Dr. Mitsuru Senda Sektionsvorstand 2013 -heute Thorsten Sundström Beisitzer 1972 - 1975 Roswitha Thibes Geschäftsführerin 1975 - 2003 Günter Thiele Sektionsvorstand 1989 - 1993 Inaki Mujika Usobiaga Sektionsvorstand 2005 Simon v. Gelderen Vizepräsident 1972 - 1975 George Vassiliou Beisitzer 1993 - 1997 Dr. Carlos Vera Guardia Beisitzer 1993 -heute Hans Westerhoff Beisitzer 1972 - 1975 Dr. Willi Weyer Präsident 1972 - 1984 Dr. Winfried Wortmann Schatzmeister 2001 - 2013 Dr. Leonid Zhestyannikov Sektionsvorstand 2009 – heute Dr. Pino Zoppini UIA 2001 - heute sb 4/2015