50 Jahre - Malteser Bad Honnef

50 Jahre - Malteser Bad Honnef

1965 - 2015 50 Jahre Malteser Hilfsdienst e.V. Bad Honnef Vorwort des Stadtbeauftragten Liebe Freunde, Förderer und Kollegen, liebe Mitmalteser, „...

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1965 - 2015

50 Jahre

Malteser Hilfsdienst e.V. Bad Honnef

Vorwort des Stadtbeauftragten Liebe Freunde, Förderer und Kollegen, liebe Mitmalteser, „Tradition heißt nicht, die Asche anzubeten, sondern die Flamme weiterzugeben.“ Wenn wir heute das 50-jährige Bestehen des Malteser Hilfsdienstes e.V. in Bad Honnef feiern, dann auch, weil das hier über Generationen von Aktiven gelungen ist. Wir Honnefer blicken nicht ohne Stolz zurück, fürchten aber auch nicht den Blick nach vorne, denn wir sind für die Zukunft gut aufgestellt. Und damit meine ich weniger die 2009 eröffnete Unterkunft oder die zum Teil brandneuen Einsatzfahrzeuge unserer Einsatzeinheit. Es ist vor allem die gute Gemeinschaft, die wir hier in Bad Honnef pflegen, und an der wir andere teilhaben lassen. Eine Malteser-Gliederung ist nur so stark wie die Menschen, die sich in ihr engagieren. Es ist sicher ein wesentliches Merkmal der Erfolgsgeschichte, dass man bei den Honnefer Maltesern schnell Anschluss findet, gefördert und gefordert wird. Ich selbst durfte das vor über 30 Jahren als Mitglied der ersten Jugendgruppe erleben. Früh durften wir Verantwortung übernehmen wie die „Großen“. Das hat uns begeistert und geprägt. Es ist sicher kein Zufall, dass viele „Jungs der ersten Stunde“ noch immer bei den Maltesern aktiv sind. Ich glaube, was uns in Honnef ebenfalls prägt, ist die Überzeugung, Teil einer Wertegemeinschaft mit über 900 Jahren Tradition zu sein. Den Maltesern ist es gelungen, den Leitsatz des Ordens „Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen“ über die Jahrhunderte in immer neuer, immer zeitgemäßer Form umzusetzen. In Bad Honnef ist seit den Anfängen im Jahr 1965 viel passiert. Einiges davon haben wir in dieser Festschrift aufgeschrieben. Schließen möchte ich mit einem herzlichen Vergeltsgott an die Hunderte von Aktiven, die sich hier über fünf Jahrzehnte engagiert haben. Dr. Andreas Archut Stadtbeauftragter | Seite 3

Grußwort der Regierungspräsidentin Sehr geehrte Damen und Herren, liebe ehrenamtlich Tätigen der Malteser in Bad Honnef, „Verantwortung entsteht dadurch, dass man nicht rechtzeitig Nein sagt.“ Dies stellte bereits Leo Trotzki bereits im 19. Jahrhundert fest. Sie fragen sich jetzt sicher, was ein russischer Revolutionär mit dem 50jährigen Bestehen der Malteser in Bad Honnef zu tun hat. Eine ganze Menge, wie ich finde! Dadurch, dass Sie in den vergangenen 50 Jahren nicht weggesehen haben, sondern immer da waren, wenn man Sie gebraucht hat, sind Sie ein verlässlicher Partner in der Region geworden, wenn es um die Bewältigung von Großschadensereignissen geht. Aber auch in den Bereichen Sanitätsdienst, Erste-Hilfe-Ausbildung, Pflege und Betreuung und Jugendarbeit sind Sie mit einer großen Zahl hoch qualifizierter Kräfte tätig. Aus dieser professionellen Arbeit resultiert eine große Verantwortung, die jeder einzelne Ehrenamtler in Ihrer Organisation für die Gesellschaft übernimmt. Wir brauchen in Nordrhein-Westfalen genau diesen persönlichen Einsatz, um vor Ort für die Menschen da zu sein, auf Ihre Bedürfnisse einzugehen und sie vor Großschadensereignissen zu schützen. Dafür danke ich Ihnen und verbleibe mit den besten Wünschen für Ihre Festveranstaltung zum 50jähirgen Bestehen!e viel Freude und Energie für ihren ehrenamtlichen Einsatz haben und viele Menschen ihrem Beispiel folgen. Gisela Walsken Regierungspräsidentin Köln

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Grußwort des Landrats des Rhein-Sieg-Kreises Der Malteser Hilfsdienst e.V. Bad Honnef feiert in diesen Tagen sein 50-jähriges Bestehen. Zu diesem Geburtstag gratuliere ich dem Verein und allen seinen Mitgliedern sehr herzlich. 50 Jahre Malteser in Bad Honnef stehen für 50 Jahre organisierte Hilfe für die Menschen der Region und 50 Jahre Zusammenhalt, gute Zusammenarbeit und gegenseitiges Verständnis, sowohl zwischen dem Vorstand und den Helferinnen und Helfern als auch untereinander. Gerade dieser Zusammenhalt ist eine wichtige Voraussetzung, denn er bildet die Grundlage, die den Bestand und die weitere Entwicklung des Vereins sichert. Die Mitglieder der Malteser Bad Honnef bekennen sich zu einem aktiven Miteinander. Als ehrenamtliche Helferinnen und Helfer engagieren sie sich im Katastrophenschutz und Sanitätsdienst, in der Erste-Hilfe-Ausbildung oder in den ehrenamtlichen Sozialdiensten und der Jugendarbeit. Zum Wohle unserer Bürgerinnen und Bürger verzichten sie auf Freizeit und stellen ihre privaten Interessen zurück. Seit 50 Jahren steht der christliche Dienst am Nächsten im Mittelpunkt der Arbeit des Malteser Hilfsdienstes in Bad Honnef! Daher gilt mein Dank denen, die dafür Zeit und Kraft einsetzen und es durch ihre ehrenamtliche Arbeit schaffen, das Angebot des Vereins zu erhalten und fortzuentwickeln. Im Namen des Rhein-Sieg-Kreises wünsche ich den Bad Honnefer Maltesern sowie allen Förderern, Freunden und Mitgliedern des Vereins weiterhin viel Erfolg und alles Gute auch für die nächsten 50 Jahre! Sebastian Schuster Landrat

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Grußwort des Bürgermeisters Die Bad Honnefer Malteser bestehen seit einem halben Jahrhundert und gebührend und selbstbewusst feiern sie das Jubiläum. Sie haben gute Gründe dazu, denn ihr selbstloser Einsatz und der Dienst am Nächsten verdienen höchstes Lob und Anerkennung. Ich gratuliere ganz herzlich zum Jubiläum: Seit 50 Jahren zeigen die Mitglieder Präsenz in unserer Stadt und 50 Jahre lang leisten sie ehrenamtliche Hilfe auf höchstem Niveau. Neben Deutschem Roten Kreuz und Technischem Hilfswerk hat der Malteser Hilfsdienst in der als „Rettungsmeile“ bezeichneten Quellenstraße ihr Quartier, das aus Spenden finanziert wurde. Bad Honnef kann stolz sein, dass für eine Stadt ihrer Größe sich eine so gut funktionierende Kette der Hilfsorganisationen entwickelt hat, darunter die Malteser. Notfallvorsorge, Sanitätsdienst und Erste-Hilfe-Ausbildung sind die Kernaufgaben der Malteser. In Bad Honnef mit ihrem großen Anteil etwas älterer Bevölkerung ist der Besuchs- und Betreuungsdienst eine unverzichtbare Leistung, die zunehmend wichtiger wird. Positiv ist, dass das Interesse der Jugend, der Hilfsorganisation beizutreten, anhält: Hier sind sie auch bestens aufgehoben, die Jugendarbeit der Malteser ist dementsprechend vorbildlich. Im Ernstfall nach einem Schadensereignis zu helfen, für die physisch und psychisch verletzten Menschen da zu sein, die richtigen und effizienten Maßnahmen einzuleiten, verdient großen Respekt. Zur Vorbereitung trainieren die Malteser immer und immer wieder, so dass im Ernstfall jeder Handgriff sitzt. Auch das ist Zeit, die sie im Dienst an der Gesellschaft, für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Bad Honnef aufbringen. Wir können uns glücklich schätzen, dass die Mitglieder engagiert und zuverlässig für jeden von uns da sind, wenn wir uns in einer ernsten und bedrohlichen Situation befinden. Ich bedanke mich ganz herzlich für das Engagement der Malteser, für ihren Dienst an der Allgemeinheit. Ich wünsche mir für die Stadt Bad Honnef, dass die Mitglieder der Malteser noch lange viel Freude und Energie für ihren ehrenamtlichen Einsatz haben und viele Menschen ihrem Beispiel folgen. Otto Neuhoff Bürgermeister von Bad Honnef Seite 6 |

Grußwort des Diözesanleiters In fünf Jahrzehnten hat sich der Standort Bad Honnef zu einer bekannten Größe bei den Maltesern entwickelt, mit einer Strahlkraft weit über die Grenzen der Kölner Bucht hinaus. Wir haben viele großartige Malteser-Gliederungen in unserer Erzdiözese, aber die Bad Honnefer sind schon ein besonderes Völkchen. Nicht nur sind sie eine sehr aktive ehrenamtliche Malteser-Gliederung mit einer für die Größe der Stadt bemerkenswerten Zahl von Aktiven, sie zeichnen sich auch durch Zielstrebigkeit, Hilfsbereitschaft und Liebenswürdigkeit aus. Wie zielstrebig sie bisweilen sind, haben sie nicht zuletzt mit ihrer neuen Unterkunft, dem Malteser Quartier, bewiesen. Ihre Professionalität, liebe Honnefer Malteser, ist Grundlage für Ihren Erfolg! Hilfsbereitschaft: mit ihren rund 200 Aktiven, insbesondere den 50 Jugendlichen, fallen die Honnefer Malteser auf. Ob im Katastrophenschutz, in der Erste-HilfeAusbildung oder in der Jugendarbeit – auf allen Gebieten, denen sie sich widmen, leisten sie Vorbildliches. Es passt zu ihrer Mentalität, dass sie kein großes Aufhebens darum machen. Sie versehen ihren Dienst immer im Malteser-Auftrag: Wahrung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen! Ihr Tun, liebe Honnefer Malteser, ist ganz nah bei den uns Anvertrauten! Liebenswürdigkeit: Die Begeisterung der Honnefer Malteser ist ansteckend. Es ist sicher kein Zufall, dass der Malteser-interne Organisationsentwicklungsprozess „Philermos“ mit einem Gruppenfoto der Honnefer Malteser wirbt. Es zeigt eindrücklich: Helfen macht Spaß. Wer einmal in Honnef dabei ist, der bleibt es auch lange, manche Jahrzehnte lang. Ihre Fröhlichkeit, liebe Honnefer Malteser, steckt auch mich immer wieder an! Die Malteser in Bad Honnef sind ein unverzichtbarer Teil der großen MalteserGemeinde im Erzbistum Köln. Ich gratuliere Ihnen herzlich zum ersten halben Jahrhundert! Albrecht Prinz von Croy Diözesanleiter | Seite 7

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Foto: Ralf Klodt

Wir danken unseren Unterstützern

Steuerberatungsgesellschaft mbH

Artusrunde

Malteser Bad Honnef Wir bedanken uns bei allen Spendern, passiven Mitgliedern und Fördermitgliedern sowie den Mitgliedern der „Artus-Runde“, die uns anlässlich unseres Jubiläums durch ihre Spenden unterstützt haben.

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50 Jahre Dienst am Nächsten - eine Chronik Die Geschichte der Honnefer Malteser ist geprägt von kontinuierlicher Entwicklung, durchläuft aber auch immer wieder Phasen der „Häutung“, in denen sich der Charakter der Gruppe und die Schwerpunktsetzung ihrer Aufgaben verändert. Die Geschichte beginnt Mitte der 60-er Jahre in einer Zeit des Aufbruchs und des gesellschaftlichen Wandels. Eine Gruppe junger Leute, zumeist Mitglieder der katholischen Pfarrgemeinde, will sich in der Krankenpflege engagieren. Im katholischen Krankenhaus droht nach dem Weggang der Ordensschwestern ein Pflegenotstand. Ein erster Erste-Hilfe-Kurs bringt die entscheidende Initialzündung: Die jungen Leute wollen eine eigene MalteserGruppe gründen. Mit Johannes Wenning als erstem Stadtbeauftragten ist es im Herbst 1965 soweit:

Die Ortsgliederung Bad Honnef des Malteser Hilfsdienstes wird gegründet. Anfangs erhält die kleine Gruppe Unterstützung aus dem benachbarten Hennef, wo bereits seit längerem eine Malteser-Gliederung besteht. Die Anfänge sind bescheiden, auch was die Ausrüstung angeht: Eine Handvoll Sanitätstaschen bilden die Keimzelle einer Malteser-Erfolgsgeschichte im Bereich der Notfallvorsorge. Auch die Erste-Hilfe-Ausbildung bleibt in den Folgejahren prägend für die junge Gliederung. Die Schulung der Bevölkerung in Erster Hilfe wird dabei immer wichtiger. 1966 findet der erste öffentliche Kurs statt. Das Angebot stößt auf wachsendes Interesse.

Käthemarie Gundelach und Hans Michael Höller zu Gast beim Alt-Bundespräsidenten Heinemann.

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Im Jahr 1974 übernehmen die Honnefer Malteser einen Katastrophen-Sanitätszug.

Schließlich werden Ausbildungszahlen von mehr als tausend Kursteilnehmer im Jahr erreicht – eine Zahl, die erst viele Jahre später wieder überschritten werden wird. 1967 wird neben der Breitenausbildung die Häusliche Pflege als Dienst in die Gliederung integriert und in den Folgejahren ausgebaut. Bald findet der erste Schwesternhelferinnen-Lehrgang statt. Über vier Jahrzehnte wird dieses regelmäßige Kursangebot aufrechterhalten werden.

Aufschwung für die „Blaulichtdienste“ In den frühen 70-er Jahren verschieben sich die Schwerpunkte der Gliederungsarbeit hin zur Notfallvorsorge, die im Wesentlichen Sanitätsdienst und Katastrophenschutz umfasst. Diese „Blaulichtdienste“ erfordern erste wirklich große Investitionen und eine deutliche Ausweitung der logistischen Erfordernisse. Ihr erstes richtiges Blaulicht

bekommen die Honnefer Malteser 1972, als sie einen Behelfskrankenwagen anschaffen. Mit seiner Hilfe lösen Sanitätsdienste bei Veranstaltungen - neben der Breitenausbildung - die Krankenpflege als Schwerpunktaufgabe der Gliederung ab. Die einschneidendste Veränderung hin zur „Blaulichtfraktion“ findet 1974 statt, als der Innenminister von Nordrhein-Westfalen der Honnefer Malteser-Gliederung einen Katastrophen-Sanitätszug mit mehreren Fahrzeugen und mit reichlich Einsatzmaterial übergibt. Auf einen Schlag vergrößert sich der Fuhrpark der Honnefer Malteser um vier Behelfskrankenwagen, einen Kastenwagen für technisches Gerät und ein Motorrad für Meldezwecke. Mit der neuen Aufgabe wachsen auch die Anforderungen an die personelle Stärke und Schlagkraft der Gruppe. 28 Plätze gilt es mit qualifizierten Helfern zu besetzen. | Seite 11

Zur Hilfe kommt den Maltesern dabei der Umstand, dass junge Männer die Möglichkeit bekommen, durch eine Verpflichtung zur Mitwirkung im Katastrophenschutz um den Wehrdienst herumzukommen. Anfangs beträgt die Mindestverpflichtungsdauer zehn Jahre, was aber viele Interessenten nicht abschreckt. Die Gliederung wächst weiter, die Einsätze werden zahlreicher. Im Jahr 1975 können die Bad Honnefer dann ihren ersten, nach „DIN“ ausgestatteten Krankenwagen in Dienst stellen. Mehrere Ärzte können für die Mitarbeit im Katastrophenschutz gewonnen werden. Ein erster Rettungssanitäter-Lehrgang im Mai 1975 bringt hervorragend qualifizierte Helfer hervor. In der zweiten Hälfte der 70-er Jahre brummt die Erste-Hilfe-Ausbildung. Der Boom wird 1977 durch die Einrichtung des Ausbildungsraums im neuen Pfarrheim von St. Johann Baptist hinter der Pfarrkirche beflügelt. Im Jahr 1979 wird Hans Michael Höller nach Heinz Rüddel und Käthemarie Gundelach vierter Stadtbeauftragter der Honnefer Malteser. Er soll es für über dreißig Jahre bleiben und die Ortsgliederung in dieser Zeit entscheidend prägen. Zwischenzeitlich ist die Unterkunft in einer Mietgarage in Rhöndorf zu eng geworden und die Suche nach Alternativen beginnt. Fündig wird man in unmittelbarer Nähe der Pfarrkirche: Das ehemalige Gebäude einer Bauunternehmung in der Rommersdorfer Straße wird 1982 angemietet. Es soll für rund 25 Jahre das Zuhause der Malteser werden. Fotos: Schon in ihrer Frühphase nutzen die Malteser die Hilfe örtlicher Gönner und Förderer, um ihre Ausrüstung zu verbessern. Die Stadtsparkasse gehört immer zum Kreis der Unterstützer (oben). Rechts: Ein Behelfskrankenwagen im Übungsgeschehen.

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Gründung der Malteser-Jugend Mit der Gründung der ersten Malteser-Jugendgruppe schlagen die Bad Honnefer Malteser 1983 ein neues Kapitel auf. Die Jugendarbeit wird die Ortsgliederung fortan entscheidend prägen und sie wird sich in Sachen Nachwuchsgewinnung als Segen erweisen. Mit dem Stadtbeauftragten Dr. Andreas Archut und Stadtarzt André Schmitz sind heute zwei Gründungsmitglieder der Malteser Jugend Mitglieder des Stadtführungskreises, und auch die aktuellen Zug- und Zugtruppführer kamen über die Jugendgruppe zu den Maltesern. Schon früh knüpfen die Bad Honnefer Jugendlichen überörtliche Kontakte. Bereits im Gründungsjahr nehmen sie am 2. Bundeszeltlager der Malteser Jugend in Lohne bei Vechta teil. In den Folgejahren gehören „die Honnefer“ zum Inventar des jährlichen Ereignisses. Auch die ursprünglich als Gruppenzeitschrift ins Leben gerufene Zeitung „Junior Express“ erregt überörtlich Aufmerksamkeit und mitunter auch die Gemüter der Führungskräfte auf Orts-, Diözesan- und Bundesebene. Als Treffpunkt dient zunächst der Ausbildungsraum der Malteser im Pfarrheim. Später richten die Malteser eine ehemalige Wohnung in ihrer Unterkunft als Jugendräume her. In den 80-er Jahren treten mehrere prägende Persönlichkeiten bei den Honnefer Maltesern auf den Plan: 1983 gründet Susanne Schmitz die erste Jugendgruppe. Sie wird die Malteser Jugend bis ins neue Jahrtausend hinein leiten und zu einer der aktivsten Jugendabteilungen weit und breit ausbauen. Generationen von „Gruppenkindern“ gehen durch ihre Schule, die davon geprägt ist, die jungen Menschen früh zu verantwortungsbewussten Persönlichkeiten heranzubilden. Fotos: Beliebt sind Fahrten ins Pfingstzeltlager (oben) und ins Salvatorianerkloster Steinfeld (Mitte) . Unten: 2014 kocht sie sich auf den 3. Platz des Wettbewerbs „Essen mit Köpfchen“ .

Malteser und Kirche Schon seit ihrer Gründung sind die Bad Honnefer Malteser mit der katholischen Kirche verbunden, sie bilden satzungsgemäß sogar eine Pfarrgruppe der örtlichen Pfarrgemeinde. Im Jahr 1985 wird Dr. Herbert Breuer zum Präses der Bad Honnefer Malteser ernannt. Im Jubiläumsjahr 2015 vollendet er drei Jahrzehnte in dieser Funktion. Die Honnefer Malteser, so sagt er einmal, seien für den Seelsorger eher „pflegeleicht“ – sie könnten ihn ruhig öfters in Anspruch nehmen. Während die Helferschaft eigene spirituelle Handlungen im „Malteser-Alltag“ auf das Wesentliche beschränkt, entwickeln sie sich über die Jahre zu einem wichtigen Ermöglicher von religiösem Miteinander in Bad Honnef und der Region. Die Malteser Jugend übernimmt beispielsweise für

viele Jahre die Patenschaft über die jährliche Sternsingeraktion, einschließlich einer Vorbereitungsfahrt der Sternsinger ins Kloster Steinfeld in der Eifel. Bei praktisch allen Prozessionen der Pfarrgemeinde Sankt Johann Baptist packen die Malteser mit an. Sie schieben Rollstühle, bieten einen Fahrdienst an, sorgen für den Sanitätsdienst und bei der jährlichen Servatius-Prozession sorgen sie auch für Verpflegung und den Transport der Messutensilien. Besonders hervorzuheben ist das Honnefer Engagement im Rahmen der seit über 30 Jahren jährlich durchgeführten Kevelaer-Wallfahrt der Malteser in der Erzdiözese Köln. Gut ein Zehntel der über 1.000 Pilger jedes Jahr kommt dank Dutzender Honnefer Helfer aus dem Siebengebirgsraum. Ihre Hinwendung zur Kirche in jüngerer Zeit verdan-

ken sie auch der Überzeugungskraft und dem Engagement einer herausgehobenen Persönlichkeit: Im Jahr 1988 wird Katharina Beschoner Geschäftsführerin der Bad Honnefer Malteser. Sie stellt sich schon bald als Glücksfall für die Ortsgliederung heraus, vereint sie doch Managerqualitäten und Organisationstalent mit Mütterlichkeit, Einfühlungsvermögen und hoher sozialer Intelligenz. Auf diese Weise wird sie – neben dem Stadtbeauftragten Dr. Höller – in Bad Honnef schnell zu „dem Gesicht“ der Malteser in der Stadt. Besonders ihre Fähigkeit, Hilfsbereite und Hilfsbedürftige zusammenzubringen, ist legendär.

Malteser sind bei kirchlichen Festen immer dabei, etwa an Sankt Martin (linke Seite oben) oder bei Prozessionen (linke Seite unten). Und wenn die Malteser feiern, etwa die Eröffnung der neuen Unterkunft 2009 (unten), dann immer mit himmlischer Unterstützung.

Echter Üben mit „Bloody Malti“ Auch, wenn sich die Ortsgliederung Anfang der 90-er Jahre weitgehend ausdifferenziert hat, ist es eine Zeit der Experimente und der neuen Herausforderungen. Eine solche Herausforderung ist die Betreuung der „Spätaussiedler“ und DDR-Flüchtlinge, die in den Monaten vor der „Wende“ zahlreich in Bad Honnef untergebracht wird. Im Jahr 1992 betritt eine neue Gruppe die Bad Honnefer Malteser-Bühne: die Verletztendarstellergruppe „Bloody Malti“. Die Gruppe geht aus der Jugendarbeit hervor, ist aber der Ausbildung zugeordnet. Inspiriert von der niederländischen „Lotus“-Gruppe üben und praktizieren die Jugendlichen die täuschend echte Imitation medizinischer Notfallsituationen. Statt auf Ketchup und roter Kreide setzt die Gruppe früh auf selbst entwickelte Rezepturen für die Darstellung von Wunden und Brandblasen und trainiert die Darstellung von Bewusstlosigkeit, Herzinfarkt und anderen Notfällen. Damit wird die Gruppe schon früh auch als Dienstleister für Katastrophenschutz-Übungen und Notarztfortbildungen bekannt.

Fotos: Die Bilder auf dieser Doppelseite entstanden beim MalteserBundesleistungswettbewerb der Schulsanitäter 2010 in Trier, den Bloody Malti gestaltete. Oben: Brandwunden aus Haargel sind eine „Spezialität“ der Gruppe. Rechte Seite: Aus Salzteig wird künstliche Haut in form gebracht und mit „Wunden“ versehen, dann folgt ein „Finish“ mit reichlich Theaterblut.

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Die Bloody-Malti-Gruppe besteht bis heute und hat sich kontinuierlich weiterentwickelt. Heute ist die Gruppe für realistische Unfall- und Notfalldarstellung unter der Leitung von Rainer Stens zu einem gefragten Partner für Übungen von Feuerwehren und Rettungsdiensten in weitem Umkreis avanciert, auch bei Notarztfortbildungen und Seminaren der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) in Ahrweiler ist die Gruppe gerne gesehen. Besonders gefragt sind heute personal- und materialschonende Übungen mit dem Kartensystem DPS, das Bloody Malti schon früh in sein Portfolio aufgenommen hat.

Reform des Katastrophenschutzes

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Ende der 90-er Jahre wird der Katastrophenschutz umstrukturiert – eine Folge des Endes des Kalten Krieges und der damit veränderten Sicherheitslage. Die Einheiten werden reduziert, aber dafür mit besserem Material ausgestattet. Zugführer Michael Palm managt diesen Wandel in vorbildlicher Weise. Die neue Honnefer „Schnelleinsatzgruppe“ (SEG) erhält 1999 einen Einsatzleitwagen (ELW). Im neuen Jahrtausend verändert sich die Jugendarbeit. Die „klassische“ Jugendarbeit mit einzelnen Jugendgruppen und -leitern wird durch neue Zugangswege für den Malteser-Nachwuchs immer mehr abgelöst. Eine

zentrale Rolle spielen dabei die Schulsanitätsdienste, die sich in dieser Zeit nach und nach in den Schulen rund um das Siebengebirge bilden und die von den Honnefer Maltesern durch Ausbildung, Beratung und Betreuung unterstützt werden. Um dem gewachsenen Schulungsbedarf Rechnung zu tragen, findet 2006 der „1. Schulsanitätstag im Siebengebirge“ statt, bei dem Fachreferenten die Schüler in verschiedenen Themen der Notfallmedizin schulen. Anschließend tragen die vertretenden Gruppen einen Wettbewerb der Schulsanitätsdienste an und messen in Theorie und Praxis ihr Können miteinander.

Neubau an der „Rettungsmeile“

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Im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends kämpft die Stadtleitung der Honnefer Malteser um die Zukunftssicherung der Gliederung. Diese steht und fällt mit einer neuen Lösung für deren Unterbringung. Die alte Unterkunft in der Rommersdorfer Straße erfüllt nicht mehr die neuen Anforderungen des Katastrophenschutzes – schon weil nicht mehr alle Fahrzeuge in die vorhandene Halle passen. Auf der Suche nach Alternativen werden Pläne für einen Neubau konkret. Der ursprüngliche Plan, das im Zuge des Projekts „Zukunft heute“ aufgegebene Jugendheim zu übernehmen, scheitert, weil das Vorhaben finanziell nicht tragbar ist und zwei Standorte für den Katastrophenschutz nicht sinnvoll erscheinen. Zwischenzeitlich hat die Stadt Bad Honnef den Maltesern ein Grundstück in Erbpacht an der Quellenstraße angeboten. Hier kann ein Neubau für die „Blaulichtdienste“ und ein großer Ausbildungsraum entstehen, der den gestiegenen Anforderungen z.B. der Berufsgenossenschaften genügt. Zur Finanzierung des Bauprojekts werben die Honnefer Malteser zahlreiche Spenden aus der Bevölkerung ein. Weit über einhundert „Bausteine“ werden dafür gespendet. Nach langer verbandsinterner Überzeugungsarbeit erhält das Projekt kurz vor Weihnachten 2007 das ersehnte „Grüne Licht“ aus Köln. Im Frühjahr 2008 findet der Erste Spatenstich für das „Malteser Quartier“ statt, ein Jahr später, im März 2009, folgt die feierliche Eröffnung. MalteserPräsident Dr. Constantin von Brandenstein-Zeppelin ist persönlich angereist, um das Ereignis mit den Honnefer Maltesern zu begehen. In ihm hat die Honnefer Gruppe an herausgehobener Stelle einen wichtigen Fürsprecher für das ambitionierte Vorhaben. Fotos: Erster Spatenstich für die neue Unterkunft im April 2008 (oben). Unten: Die neue Fahrzeughalle mit den neuen Fahrzeugen.

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Mit dem Einzug in die neue Unterkunft ist auch eine räumliche Konzentration verbunden, um den genehmigten Kostenrahmen nicht zu überschreiten. Die alte Unterkunft wird aufgegeben, jedoch ist im neuen Quartier kein eigener Jugendraum für die Jugendarbeit vorhanden. Darum wird der Ausbildungsraum im Pfarrheim für die Jugendarbeit umgewidmet und „wohnlich“ ausgebaut. Die Einweihung des Malteser Quartiers markiert auch einen weiteren Wendepunkt der Entwicklung der Honnefer Ortsgliederung: Die Umstrukturierung des Katastrophenschutzes ist abgeschlossen. Sie wäre den Honnefern beinahe zum Verhängnis geworden, denn die Landesregierung hat beschlossen, die landesweite Zahl der Einheiten etwa um die Hälfte zu reduzieren und die Verbleibenden besser mit Fahrzeugen, Material und Schulungsmitteln auszustatten. Die Malteser im Rhein-Sieg-Kreis müssen im Zuge dieser Entwicklung eine von zwei Einheiten aufgeben. Sie entscheiden sich aufgrund der besseren Ausstattung für den Erhalt der Einsatzeinheit in Bornheim; die Bad Honnefer Einheit ist damit faktisch „abgeschrieben“. Durch einen glücklichen Umstand erhalten die Honnefer Sanitäter jedoch noch einmal eine zweite Chance: Beim Verteilen der verbleibenden Komponenten auf die Standorte bleiben landesweit vier Einheiten übrig. Sie werden vom Land als so genannte „Weiße Bereitschaften“ den vier Bezirksregierungen zugeordnet. So wird aus der Honnefer Malteser-SEG die neue Einsatzeinheit „BRK06“. Die Führungs- und Sanitätskomponente stellt Bad Honnef, die weiteren Komponenten der Einsatzeinheit kommen aus Hennef, Meckenheim und Siegburg. Sie umfasst insgesamt rund 30 Sanitäter, einen Arzt und einen Zugführer, die alle ehrenamtlich tätig sind. | Seite 21

Bewährungsprobe bei der „Loveparade“ Eine ganz große Bewährungsprobe bewältigen die Mitglieder der Einsatzeinheit im Sommer 2010, als sie bei der „Loveparade“ in Duisburg als Reserveeinheit beim Sanitätsdienst eingesetzt werden. Das 35-köpfige Kontingent (Foto rechte Seite oben) wird als eine der ersten Einheiten zur Unfallstelle geschickt, als es im Zugangstunnel des Festgeländes zur Katastrophe kommt. Der Einsatz dauert mehrere Stunden, in denen die Honnefer Sanitäter um das Leben zahlreicher Verletzter kämpfen, Leichtverletzte versorgen und unverletzte Notfallbetroffene betreuen. Für ihren Einsatz werden sie später vom Bundespräsidenten mit Ehrenurkunden ausgezeichnet, die von Regierungspräsidentin Gisela Walsken überreicht werden (Foto rechte Seite unten). Die Loveparade-Katastrophe stellt auch eine Veränderung im Anforderungsprofil des Katastrophenschutzes dar: Die fachlich und von der Ausstattung her schlagkräftigen Einheiten werden stärker gefordert, die Einsatzschwelle deutlich abgesenkt. Die Einsatzeinheit – oder auch einzelne ihrer Komponenten – werden inzwischen mehrfach im Jahr alarmiert, um die Kräfte des Regelrettungsdienstes oder die Feuerwehr bei Großeinsätzen zu unterstützen.

Hilfsorganisationen rücken enger zusammen Überhaupt rücken die verschiedenen Einsatzkräfte über Organisationsgrenzen hinweg enger zusammen. Über allem steht die Einsicht, dass niemand den modernen Anforderungen alleine gerecht werden kann. Um nicht erst an der Einsatzstelle aufeinander zu treffen, verabreden sie immer öfter gemeinsame Übungen und Ausbildungsabende. Auch das „Rettungsmeilenfest“ 2010 Seite 22 |

ist ein Ausdruck dieser neuen Gemeinschaftlichkeit. Den Spitznamen „Rettungsmeile“ hat die Quellenstraße erhalten, weil dort in unmittelbarer Nachbarschaft und kurzer zeitlicher Abfolge Malteser, Technisches Hilfswerk und Deutsches Rotes Kreuz ihre Unterkünfte errichtet haben. Zu Beginn des neuen Jahrzehnts kommen die Bad Honnefer Malteser auch in Sachen Fahrzeugen im 21. Jahrhundert an. Als Ausstattung ihrer Einsatzeinheit erhalten sie von Bund und Land zwei hochmoderne Notfallkrankenwagen und einen Gerätewagen Sanitätsdienst. Außerdem wird ein spendenfinanziertes Mehrzweckfahrzeug in Dienst gestellt, das für den Katastrophenschutz, aber auch Sanitätsdienste und die Jugendarbeit genutzt werden kann.

Wechsel in der Stadtleitung Im Jahr 2010 kommt es auch in der Stadtleitung zu einem Stabwechsel: Dr. Hans Michael Höller übergibt nach über drei Jahrzehnten im Amt die Ortsgliederung an Dr. Andreas Archut, der zuvor mehr als zehn Jahre sein Stellvertreter gewesen war. Gleichzeitig bleibt Höller dem Stadtführungskreis als einer von zwei Stellvertretern des Stadtbeauftragten erhalten. Als neuen stellvertretenden Stadtbeauftragten gewinnen die Malteser den bekannten Honnefer Rechtsanwalt Günter W. Raths, der in den Folgejahren vor allem durch die Einwerbung von Spenden und die Gründung des Fördererkreises „Artus-Runde“ für eine solide finanzielle Grundlage des Malteser-Ehrenamts sorgt. Im Juni 2015 feiern die Bad Honnefer Malteser ihr 50-jähriges Bestehen im Rahmen des gemeinsamen Patronatsfests mit der Pfarrgemeinde Sankt Johann Baptist und mit einem Festakt im Kurhaus der Stadt.

Die Honnefer Malteser heute – Zahlen & Fakten Mitglieder Aktive Mitglieder davon Malteser Jugend (bis 28 J.) Passive Mitglieder

Notfallvorsorge 194 96 212

Dienststunden Jugendarbeit 4.000 Notfallvorsorge, Helferaus- und Fortbildungen 3.300 Erste-Hilfe-Ausbildung 3.200 Sanitätsdienste 2.600 Eigene Veranstaltungen 2.000 Verwaltung etc. 1.800 Bloody Malti 750 Besuchs- und Betreuungsdienst 550 Insgesamt: 18.200

• 8 Alarmierungen, darunter Evakuierungen nach Bombenfunden in Köln, Einrichtung einer Notunterkunft nach dem Brand im Haus Hohenhonnef • 2 große Übungen im Herbst • 60 Sanitätseinsätze Erste-Hilfe-Ausbildung • 122 Kurse mit 1.584 Kursteilnehmern • 1.010 Teilnehmer in Erste-Hilfe-Kursen • 274 Teilnehmer in Lebensrettenden Sofortmaßnahmen • 226 Teilnehmer an Erste-Hilfe-Trainings • 57 Teilnehmer in Sanitäts- und Notfallhelferkursen Stand: 01.01.2015

Fotos: Das neue Mehrzweckfahrzeug „Artus“ erlaubt auch den Transport von bis zu vier Rollstühlen. Foto: Ralf Klodt

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Neue Erste-Hilfe-Ausbildung Zum 1. April 2015 haben die Malteser ihre neue ErsteHilfe-Ausbildung gestartet. Helfen lernen ist nun noch praxisnäher, einfacher und noch kompakter. Künftig dauert der Erste-Hilfe-Kurs nur noch einen Tag, und praktische Übungen gibt es schon in der ersten Stunde. Der Ausbildungsleiter der Honnefer Malteser, Burghardt Schuldt, führte die ersten Lehrgänge nach neuem Muster persönlich durch. Elemente des Lehrgangs, die die Teilnehmer dabei unterstützen, praktische Fähigkeiten zu erwerben, wurden ausgebaut. Gleichzeitig wurde theoretischer „Ballast“ abgelassen und komplizierte Abläufe vereinfacht. Inhaltlich ist die Erste-Hilfe-Ausbildung auf dem neuesten Stand, den die ausbildenden Organisationen vereinbart haben. Auch in pädagogischer Hinsicht haben die Malteser ihre Kurse modernisiert. Rollenspiele helfen dabei, sich in Notfallsituationen hineinzudenken und darin zu bestehen. Durch Stationsausbildung nutzen sie Übungszeiten optimal und die Teilnehmer haben bei Übungen keinen Leerlauf mehr. So verkürzt sich die Schulungsdauer des Grundlehrgangs auf neun Unterrichtseinheiten, die an einem Tag absolviert werden können. Die ehrenamtlich aktiven Honnefer Malteser-Ausbilder haben sich durch Fortbildungen gründlich auf den Neustart der Erste-Hilfe-Breitenausbildung vorbereitet. Für die vermehrte Praxis wurden neue Übungspuppen für die Herz-Lungen-Wiederbelebung angeschafft. Fotos: Ausbildungsleiter Burghardt Schuldt (unten links) zeigt das Anlegen eines Druckverbands. Oben: Der Defibrillator ist bei der Wiederbelebung Thema in jedem Kurs. Fotos: Volker Lannert

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Was kosten Malteser-Helfer? Helm 170 Euro

Einsatzjacke 160 Euro

Polohemd 15 Euro

Fleecejacke 50 Euro

Handschuhe 15 Euro

Defibrillator 1.500 Euro

Funkgerät 1.200 Euro Hose 60 Euro Stiefel 200 Euro

Helfergrundausbildung: 120 Euro Technikhelfer-Schulung: 200 Euro Großer Führerschein: 800 Euro Rettungssanitäter-Ausbildung: 850 Euro

Ehrenamtliches Engagement: Einfach unbezahlbar!

Fotos: Frank Homann

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50 Jahre für Bad Honnef: Jetzt an morgen denken In fünf Jahrzehnten hat sich unsere Gruppe zu einer der aktivsten, rein ehrenamtlich operierenden Ortsgliederungen des Malteser Hilfsdienstes im Rhein-Sieg-Kreis und in der Erzdiözese Köln entwickelt. Diese Aktivität gilt es über das Jubiläum hinaus zu bewahren. Darum wollen wir nicht nur zurückschauen auf fünf Jahrzehnte des Aufbaus und der Ausweitung unserer Arbeit. Wir wollen auch vorausschauen und uns fit machen für die Jahre, die vor uns liegen.

Hier setzt die Jubiläumskampagne an. Ziel ist dabei nicht ein einzelnes Projekt, sondern ein Bündel von Maßnahmen, die den einzelnen Diensten unmittelbar nützlich sind, etwa • die Ausbildung von neuen Erste-Hilfe-Ausbildern • die Ausbildung von Nachwuchskräften • eine Modernisierung des Ausbildungsmaterials • Stärkung der Schulsanitätsdienste • Modernisierung der Ausrüstung für den Sanitätsdienst

Helfen Sie uns helfen Damit ehrenamtliche Malteser sich für andere einsetzen können, braucht es vor allem Motivation. Diese ist – nicht zuletzt dank der starken Honnefer Malteser-Gemeinschaft – reichlich vorhanden. Aber es braucht auch Ausbildung, Material und Fahrzeuge, damit diese Energie sinnvoll und möglichst hilfreich eingesetzt werden kann.

Vorschläge für die dringlichsten Maßnahmen können alle aktiven Mitglieder machen. Was sich verwirklichen lässt, hängt letztlich von der Spendenbereitschaft unserer Freunde und Förderer ab. Darum bitten wir Sie heute um Ihre Spende.

Fit für den Start in das nächste halbe Jahrhundert

Unsere Bankverbindung:

Dank unserer vielfältigen Aktivitäten wie Sanitätsdienste und Kurse, sowie dank der Mitgliedsbeiträge unserer passiven Mitglieder können wir Honnefer Malteser unsere „laufenden Kosten“ gut stemmen. Für Investitionen sind jedoch zusätzliche Spenden und Sponsoring unerlässlich.

Stadtsparkasse Bad Honnef Konto: 122 655 BLZ: 380 512 90 IBAN: DE19 3805 1290 0000 1226 55 Stichwort: „50 Jahre“

Impressum Festschrift 50 Jahre Malteser Hilfsdienst Bad Honnef Redaktion und Texte: Dr. Andreas Archut Fotos: Dr. Andreas Archut, Ralf Klodt, Volker Lannert, Kevin Hauser, Frank Homann, Archiv

Malteser Hilfsdienst e.V., Stadtgeschäftsstelle Bad Honnef Reichenberger Str. 39, 53604 Bad Honnef Telefon: 02224/75906, Telefax: 02242/941706 [email protected], www.malteser-bad-honnef.de

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50 Jahre in Bad Honnef für Bad Honnef

Malteser Hilfsdienst e.V. Dienststelle Bad Honnef Reichenberger Straße 39 53604 Bad Honnef Telefon: 02224/75906 E-Mail: [email protected] Internet: www.malteser-bad-honnef.de