50 Jahre Opel Bochum und Tschüss. 50 Jahre Opel Bochum 40 Jahre

50 Jahre Opel Bochum und Tschüss. 50 Jahre Opel Bochum 40 Jahre

Gegenwehr ohne Grenzen GoG Info Lasst Euch nicht vergauckeln, vor allem nicht von den GM-Bossen! die GoG ist eine parteiunabhängige Gruppe bei GM/Op...

1MB Sizes 0 Downloads 8 Views

Gegenwehr ohne Grenzen

GoG Info Lasst Euch nicht vergauckeln, vor allem nicht von den GM-Bossen!

die GoG ist eine parteiunabhängige Gruppe bei GM/Opel in Bochum die adresse für ungehorsame: www.labournet.de

Nr. 66 - April 2012

50 Jahre Opel Bochum sind genug sagen die GM-Bosse, und Tschüss. 50 Jahre Arbeit - Beschäftigung - Lohn - Brot 50 Jahre Ausbeutung - Erniedrigung - Entwürdigung, zum glorreichen Abschluss noch ein Verzicht? 50 Jahre Opel Bochum waren auch 50 Jahre Kampf, früher um Verbesserungen zu erreichen, später um die Verbesserungen zu erhalten, dann nur noch um die Zugeständnisse gering zu halten.

50 Jahre Opel Bochum waren auch 40 Jahre GOG. GOG stand für Gruppe oppositioneller Gewerkschafter und später für Gegenwehr ohne Grenzen. Wir haben 40 Jahre versucht betriebs- und gewerkschaftspolitische Aufklärungsarbeit in der Bochumer Belegschaft zu leisten und die Kämpfe zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen zu begleiten.

Wir feiern !

Einige Stationen 1970: erfolgreicher Kampf für 100 % Weihnachtsgeld, leider wurde diese Errungenschaft, ab den zahllosen Standortsicherungs- und Zukunftsverträgen, auch zum Sinnbild der Erpressung und des permanenten Verzichts seit 1993.

1984: 6 Wochen Aussperrung im Kampf für die 35-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich. In zahlreichen Versammlungen, Aktionen und Aufklärungsarbeit beteiligte sich die Belegschaft.

1996: im Oktober blieben 1200 Astras halbfertig auf den Bändern stehen. 7500 Opelaner standen lieber draußen auf dem Parkplatz und demonstrierten erfolgreich für den Erhalt der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

1998: Belegschaft fordert 300 Neueinstellungen. Erreicht wird zeitliche Entfristung von Zeitverträgen und kurzfristige Einstellung von Studenten. 1999: Belegschaft streikt erfolgreich für eine Prämie.

2000:

Ein Betrieb Eine Belegschaft!

war das Motto des im wesentlichen erfolgreichen Kampfes gegen Auslagerungen im Zuge der Allianz von GM mit Fiat. Legendär der Marsch der Werk 2 und Werk 3 Kolleginnen und Kollegen nach Werk 1 und ihr Empfang durch die streikende Werk 1 Belegschaft.

2004: Opel-Werke: „Die Hütte brennt“ titelt die WAZ im Oktober. In einem kaum dagewesenen, selbstorganisierten Streik, der bundesweit auf enorme Zustimmung und Solidarität stieß, kämpfte die Belegschaft gegen die Vernichtung von 12000 Arbeitsplätzen in Europa. davon 4100 in Bochum. Es gelang letztlich nicht den Streik zum gemeinsamen europäischen Kampf aller Opel- Belegschaften zu entwickeln. Dennoch war es für alle eine bedeutende Erfahrung im Arbeitsleben.

Das waren nur wesentliche Kämpfe in den 50 Jahren. Viele sind nicht erfasst wie z.B. die Fremdvergabe der Polsterei, Auslagerungen im Auspuff, Kämpfe gegen Arbeitshetze und die vielen, täglichen Auseinandersetzungen die nötig sind um seine Würde nicht zu verlieren. Bezeichnend ist dennoch, dass wir in den Kämpfen meistens erfolgreich waren, und wenn mal nicht, sind wir dennoch erhobenen Hauptes wieder an die Arbeit gegangen um es beim nächsten mal besser zu machen.

Hut oder Schuh - das ist hier die Frage! Vor Kurzem hieß es noch: beim neuen Astra müssen die Bochumer den Hut in den Ring werfen. Inzwischen müssen wir wohl eine ganze Hut-Kollektion werfen um die Jobs zu retten. Nur was soll in den Hüten drin sein? Sind wir mit diesen Spielchen in den letzten zwei Jahrzehnten nicht schon genug ausgetrickst und verarscht worden? „Die Bochumer“ können nicht „zuschlagen“, um eine bestimmte Produktion oder Investition nach Bochum zu holen oder gar um den Standort zu retten. Fritz, Klaus und Willi vom Bockband entscheiden nicht, wo GM was und wieviel produzieren lässt. Auch kein Betriebsrat kann Produktion nach Bochum holen. Das ist dummes Zeug! Die GM-Manager entscheiden im Interesse größtmöglichen Profits über Standorte, Verlagerungen usw. Für nichts anderes kriegen sie ihre Mammut-Gehälter. Wir, die Beschäftigten, sind für die Bosse beides: nötig zur Profitproduktion und immer auch „Personalkosten“. Diese sind aber nie allein entscheidend dafür, wo produziert wird. Sonst hätte GM schon längst die gesamte Produktion in Länder verlegt, wo die Leute 10 Dollar am Tag kriegen! Da kommen wir sowieso nicht mit, selbst wenn wir verzichten und uns erniedrigen bis zum Gehtnichtmehr…. Sicher gibt es eine wirkliche Konkurrenz zwischen GM/Opel und VW und Ford etc. Es gibt aber keine wirkliche Konkurrenz zwischen den Standorten eines Konzerns! Diese vorgegaukelte Konkurrenz ist Strategie der Manager, um durch Ausspielerei der einen Belegschaft gegen die andere die Personalkosten überall zu senken! Blubbern wir nicht deren Sprache nach! Wo die GM-Bosse was und wieviel produzieren lassen, entscheiden sie nicht allein anhand der Arbeitszeiten, Löhnen, also der Personalkosten. Da geht es um Stand der Technologie, Lage im globalen Produktionsverbung, um Zuliefernähe, Verkehrsanbindung, Händlernetz, Marktsituation, Währung, Steuertricks und und und….

vergebens! den wolf zu streicheln ändert nichts an seinem appetit

Bloß den Betriebsräten gegenüber tun sie immer so, als wenn die Personalkosten das einzig Entscheidende wären! All zu oft, aber oft nicht uneigennützig, machen Betriebsräte diese Masche mit. Die Manager spielen dieses Spiel selbst dann noch, wenn die Produktionsentscheidungen längst getroffen sind. Was sie der einen Belegschaft abpressen, legen sie als Forderung gleich der anderen auf den Tisch, um dort noch mehr Verzicht abzupressen. Die Firma garantiert uns nur eines: dass es uns bei jedem Verzicht schlechter geht, und wir alle weitertraben in der Abwärtsspirale! SONST NICHTS! Wir müssen nicht den Verzichts-Hut in den Ring werfen, sondern unsere Sicherheitsschuhe bestimmten Leuten an die Köpfe donnern!

Die GOG trifft sich jeden Dienstag um 17.00 Uhr im Kulurbahnhof Langendreer, Raum 4

visdp: W.Hajek, co: soz.-kult. Zentrum, Wallbaumweg 108