500 Jahre Pfarrkirche St. Stephan, Leuk-Stadt - + Pfarrei St. Stephan +

500 Jahre Pfarrkirche St. Stephan, Leuk-Stadt - + Pfarrei St. Stephan +

Foto: aebi druck 500 Jahre Kirche St. Stephan, Leuk-Stadt GESCHICHTE HÖREN, SYMOBLIK ERLEBEN, DEN RAUM ENTDECKEN Text: Pfarrer Thomas Michlig, Paul W...

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500 Jahre Kirche St. Stephan, Leuk-Stadt GESCHICHTE HÖREN, SYMOBLIK ERLEBEN, DEN RAUM ENTDECKEN Text: Pfarrer Thomas Michlig, Paul Weber, Sylvia Varonier, Peter Pfammatter, Roger Mathieu Fotos: Lothar Berchtold

Wer die Kirche durch das nördliche Portal betritt, sieht zuerst Christophorus auf der gegenüberliegenden Wand. Christophorus trägt das Kind. Ob von hier nach dort, oder von dort nach hier, von aussen nach innen oder von innen nach aussen, ist nicht wichtig. Wichtig ist einzig, dass er es trägt. Als Wegheiliger, sagt er allen Eintretenden: „Seid sicher und geborgen in diesem Raum“. Zu den Austretenden sagt er: Schafft füreinander Orte, an denen alle sicher und geborgen leben können. Die ursprünglich fast raumhohe Wandmalerei stammt aus dem Jahr 1496. Christophorus heisst der Christusträger. Heute lädt er uns ein, uns auf seine Schultern zu setzen und diesen Kirchenraum zu erleben, dessen Geburtstag wir feiern. Er lädt uns ein, von der Geschichte zu hören und uns von der Symbolik und von der Musik inspirieren zu lassen.

Die St. Stephanskirche darf auf eine lange Geschichte zurückblicken.

Wir finden römische und frühchristliche Spuren. Als Christoph Columbus 1492 Amerika entdeckte, wurde an dieser Kirche gebaut. Der Turm stand bereits bei der Entstehung und Gründung der Eidgenossenschaft 1291. Er hat erlebt, wie aus dem Bistum und der Grafschaft Wallis sich der zur Schweizerischen Eidgenossenschaft gehörende Kanton Wallis entwickelt hat. Wie viele Menschen haben durch all die Jahrhunderte hindurch in diesem Raum einen Ort gefunden: Menschen im Glück, bei Hochzeiten, Taufen, Erstkommunion, Firmung und vielen festlichen Feiern; Menschen mit Kummer und Sorgen, getroffen von schweren Schicksalsschlägen, bei Beerdigungen… Menschen, die inneren Frieden suchten, und auch solche, denen die Kirche das Leben schwer gemacht hat. All das sagt auch die Inschrift auf der Kirchenglocke aus dem Jahr 1378, die hinten rechts neben dem Eingang ausgestellt ist: „Ich lobe den wahren Gott, rufe das Volk, versammle den Klerus, beweine die Toten, verscheuche die Pest, verschönere die Feste.“ - Was aber meint das kleine Wörtchen „wahren“ Gott? – Nach frühchristlicher Tradition keine Reaktion gegen den Gott der Muslime oder der Juden. Es soll die Christen daran erinnern, dass der wahre Gott auf der Seite jener steht, denen man das Recht abspricht, menschlich leben zu dürfen, und auf der Seite jener, die sich dafür einsetzen, menschlich zu sein.

Paul Giger, Violine und Marie-Louise Dähler, Cembalo

So wie die verschiedenen Heiligen, die hier im Kirchenraum dargestellt sind, nicht immer ein einfaches Leben hatten, sondern auch Krisen durchmachen mussten und manchmal fast gescheitert sind, so verlief auch die Baugeschichte dieses Raums nicht nur gradlinig und einfach. 1415 war das Bischofsschloss in Leuk eingeäschert worden. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts bemühten sich Bischof Supersaxo und sein Nachfolger Jost von Silenen um den Wiederaufbau. Nach der Überlieferung sind die Bischöfe auch die Auftraggeber für den Bau der neuen Kirche gewesen. Es sollte eine Basilika, ein Abbild der Sittener Kathedrale errichtet werden mit einem hochstrebenden Mittelschiff und weiten Fenstern. Um 1480 setzten die Bauarbeiten ein. Nach alter Sitte wurde mit dem Chor im Osten begonnen, auch damit man die westlich stehende Vorgängerkirche möglichst lange weiterbenutzen konnte. Wie schon bei der romanischen Kirche wurde die Längsachse der heutigen Kirche nach Osten ausgerichtet. Der Sonnenaufgang gilt als Symbol der Auferstehung und bedeutet in Westeuropa auch die Ausrichtung zum himmlischen Jerusalem, dem Ort des Paradieses.

Der Chor war gebaut, und nach der Jahreszahl im vierten Joch 1497 waren die Arbeiten schon weit gediehen, bis zum Ansatz des Mittelschiffgewölbes. Auch der heilige Christophorus war schon gemalt, datiert 1496. Dann platzte der Traum von der hochstrebenden Basilika: Ein Hauptgrund war die Fehlkonstruktion der Seitenschiffdächer. Diese waren viel zu wenig geneigt. Beim ersten grossen Schneefall hätten die vom Mittelschiff herabfallenden Schneemassen die sehr flachen Pultdächer der Seitenschiffe eingedrückt. Die Pläne mussten abermals angepasst werden, eine neue Bauhütte wurde mit der Fortführung der Arbeiten beauftragt. In diese Zeit vielen auch Auseinandersetzungen zwischen Georg Supersaxo, Sohn des Bischof Supersaxo, und Bischof Jost von Silenen, in deren Verlauf der Bischof gestürzt wurde. Er musste auf das Bistum verzichten und das Land verlassen. Die grossen Wirren im Sittener Bistum um Macht und Einfluss bremsten die rege Bautätigkeit der Bischöfe. Sie legten auch die Bauarbeiten der Kirche von Leuk über ein Jahrzehnt lahm. Im Jahre 1513/14 oder bereits einige Jahre früher begann schliesslich Ulrich Ruffiner an der Kirche zu arbeiten, der damit beauftragt wurde, die Kirche fertigzustellen. Er führte den Bau durch den Neubau der Mittelgewölbe zu Ende. Die immer noch zu wenig geneigten Dächer der Seitenschiffe mussten abermals erhöht werden.

Die filigrane Deckenmalerei von Hans Rinischer am Gewölbe als Abschluss des heutigen Innenraums ist auf 1514 datiert, worauf sich die jetzige Stunde bezieht. Im Mittelalter, wo das einfache Volk weder lesen noch schreiben konnte, war die Symbolsprache von Pflanzen und Tieren sehr weit verbreitet. In den Kirchen findet man daher häufig die gleichen Blumen- und Pflanzenranken.

Die dargestellten Lilien sind als Motive bereits aus Ägypten, Vorderasien, Kreta und Mykene bekannt und symbolisieren im mittelalterlichen Christentum Königswürde, Frieden, Himmels- und Christusverbundenheit, auch versinnbildlicht die Lilie die Jungfrau Maria. Der Granatapfel ist lebensspendendes Zeichen der Auferstehung und ebenso Mariensymbol. Die Vielzahl seiner Fruchtkerne wird als Fülle der Barmherzigkeit gedeutet. Die Blumen- und Pflanzenmuster am Gewölbe als Gesamtes symbolisieren das ewige Leben in Frieden.

Vom Hauptgang aus hat man einen freien Blick in den Chorraum mit dem neugotischen Hochaltar mit dem Bild des heiligen Stephanus, dem ersten Märtyrer. 1896 beauftragte Domherr Ignaz Gsponer den Altarbauer Franz August Müller aus Wil mit dessen Ausarbeitung. Im September 1907 konnte der neue Altar aufgestellt werden und ziert den Chor seit über 100 Jahren. Nicht geplant, sondern zufällig fand man 1912 auf dem Estrich des alten Pfarrhauses teilweise verkohlte gotische Statuen und auf dem Kirchengewölbe zwei gotische Altarflügel aus dem frühen 16. Jahrhundert. Dargestellt ist die Geburt Christi und die Anbetung der Heiligen Drei Könige. Sie sind heute im Chor an der Nordwand des Glockenturms angebracht. Wann der gotische Altar entfernt und wohin er verkauft wurde, bleibt im Dunkeln. An der Nordseite des Chores zeigt eine mächtige Freske das „Jüngste Gericht“. Diese stiftete der Burger und ehemalige Meier von Leuk, Vinzenz Albertini, zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Von Engeln umgeben thront Christus als Weltenrichter über Maria, Johannes dem Täufer und den zwölf Aposteln. Engel mit Posaunen rufen die Toten aus ihren Gräbern. Sie, die Toten, befinden sich direkt in dem unter diesem Kirchenraum liegenden Beinhaus. Ob sie wohl den Ruf hören und aufstehen zum Gericht, und dann durch die Pforten des Himmels gehen oder im Schlund des Höllendrachen verschwinden? Und wenn Sie, liebe Besucherin, lieber Besucher, jetzt denken sollten, dann lasse ich mich lieber verbrennen, dann habe ich das Problem nicht, dann sagt uns die Symbolik des Bildes dazu: Was du tust, lässt sich nicht ungeschehen machen. Dem Engel, der Wesensgestalt der eigenen Person folgen, führt zu Frieden, während Entfremdung, Angst und Destruktion in den Schlund der Verzweiflung führen. Darum: Hier, in diesem Raum, unter den Blumen himmlischen Friedens am Gewölbe: Hört den Ruf der Posaune.

Der vordere Teil des linken Seitenschiffs wurde aus der vorbestehenden Michaelskapelle erstellt. Ein romanisches Fenster erzählt noch aus der frühren Zeit. Noch heute präsentiert sich dieser Teil wie ein eigener Kapellenraum in der Kirche mit Meschleraltar, Pieta, Kreuz und St. Michael. Das grosse Spitzbogenfenster und die Durchsicht durch die nördliche Chorwand zum Hochaltar gestalten den kapellenartigen Charakter und laden zum stillen Verweilen ein. Bewegt ist die Geschichte des Meschler-Altars. Diese qualitätsvolle, frühbarocke Walliser Arbeit wird aufgrund ihres dunklen Aussehens im Volksmund – „der schwarze Altar“ genannt. Laut Inschrift und Wappen wurde der Altar 1668 vom damaligen Grossmeier von Nendaz und Hérémence, Emanuel Meschler, und seiner Gattin Barbara Matter gestiftet. Die Geschichte des Altars, der im 19. Jahrhundert verkauft wurde, liest sich wie ein Krimi. Weshalb wurde er verkauft? Brauchten die Leuker Geld, oder wollte der Pfarrer sein Salär aufbessern oder hat jemand ein krummes Ding gedreht? Wir wissen es nicht. Klarer wird seine Geschichte erst, als der Berliner Kunstsammler Ludwig Silten, ein jüdischer, früherer Fabrikherr, diesen Altar von einem Berliner Trödler kaufte. Er stellte ihn in der Privatbibliothek seiner Gattin auf. Wie der Altar den Weg aus dem Wallis in die deutsche Reichshauptstadt gefunden hat, bleibt rätselhaft. Der Rückkauf durch Pfarrer Joseph Schaller kam zustande, obwohl unter anderem auch das Landesmuseum Zürich in Kaufverhandlungen verwickelt war. Die direkten Verhandlungen mit Ludwig Silten verliefen sehr günstig. Das letzte Angebot an das Landesmuseum lautete auf Fr. 7‘500.-. Für Leuk setzte er endlich den Preis auf Fr. 6‘500.- herab.

Begeben wir uns nur wenige Schritte weiter südlich zum mächtigen achteckigen Pfeiler ins nördlichen Seitenschiff hin. Im milden Schein der Opferkerzen erkennt man die aus Pappelholz geschnitzte Pieta aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Über mehrere Jahrhunderte ist diese Skulptur unter den Totengebeinen im Beinhaus aufbewahrt worden. Hier, inmitten der Toten geborgen, glaubte man sie als Heiligenstatue würdig aufbewahrt. Die Mutter Gottes sitzt auf einer einfachen Bank. Im rechten Arm hält sie den mit Wundmalen versehenen, kraftlosen Körper des toten Jesus. Augenfällig ist ihr ebenmässiges Haupt mit einem edlen, ausgewogenen Antlitz, dem man in weitem Umkreis kaum Ebenbürtiges wird an die Seite stellen können. Die Mutter Gottes weint hier nicht. Ganz still neigt sie leicht ihr Haupt, ihre Züge sind regungslos, die Augen offen. Ruhe. Es ist eine Andachtsskulptur. Was sagt Ihnen der Blick der Pieta? Die Pieta steht in die Nähe des Taufbrunnens. Vielleicht nicht zufällig. Im Ritual und Sakrament der Taufe verbergen sich viele symbolische Bedeutungen. Eine davon ist folgende: Gemäss der Lehre des Apostels Paulus erlebt der Täufling beim Eintauchen in das Taufwasser den Tod und das Begrabenwerden von Jesus mit. Das Wiederauftauchen symbolisiert die Teilhabe an der Auferstehung. - Die Taufe gilt auch als Symbol für die Lebensbejahung. Wurde vielleicht auch deshalb die Pieta mit der Thematik von Schmerz und Verlust in die Nähe des Taufbrunnens gestellt?

Der Taufstein hat einen zweigeschossigen Renaissance-Aufbau aus Holz. Er wurde 1638 vom Burger und Kastellan Nikolaus Gasner und seiner Gattin Maria Lergien gestiftet.

Das aus runden Stäben gefügte Kruzifix aus dem 3. Viertel des 14. Jh. stammt ebenfalls aus einer einheimischen Werkstatt. Mit seinen zurückhaltend artikulierten, rundlichen Formen vertritt das Kruzifix einen ganz andern Typ als die linearen Kreuzbildwerke aus verschiedenen Kirchen. Setzt man sich für einen Augenblick in die Kirchenbank und lässt den Raum auf sich wirken, dann überrascht die schmucke Gestalt des Erzengels Michael. Er wurde in einer Walliser Werkstatt am Ende des 13. Jahrhunderts geschaffen. Den besiegten Drachen zu seinen Füssen begrüsst er von der Stirn der nördlichen Chorwand jeden Besucher freundlich. Der Name Michael ist Hebräisch und heisst übersetzt: Wer ist wie Gott. Grüssen wir ihn freundlich, weil auch wir Ebenbilder Gottes sind. Es ist ein kleines Wunder, dass diese Kleinode aus dem 14. Jh., wie auch der heilige Mauritius im Seitenschiff, grösstenteils die Farbfassung original erhalten haben. Sogenannte Fassmaler (auch Staffiermaler) erstellten die Fassung dieser Skulpturen. Die mit aufwendigem Schnitzwerk geschmückte Kanzel stammt von 1679 und bildet das barocke Gegenstück zum Meschler-Altar. Gestiftet wurde sie von Meier Theodul Willa. Sein Wappen befindet sich am Schalldeckel. Johannes der Täufer, die vier Evangelisten zusammen mit den vier Kirchenvätern schmücken die Kanzel. Das könnte uns sagen: Obwohl auf der Kanzel in der Regel immer nur einer predigt, so ist auch das nur eine unter vielen Stimmen. Wir alle sind aufgerufen, mit unserer eigenen, unverkennbaren Stimme in diesem Chor der vielen Stimmen einzustimmen und das Lob Gottes durch die Art und Weise, wie wir leben, zu verkünden. Lob Gottes? Was bedeutet das? Der Kirchenvater hier vorne auf der Kanzel, der heilige Augustinus, lehrt es uns so: „Dilige, et quod vis fac“ - „Liebe, achte, und was du willst, das tue.“

Was aber wäre die Geschichte einer Kirche, ohne die Geschichten von Menschen, die hier gelebt haben und miteinander dem Auftrag Jesu gerecht werden wollten. Einige wenige Namen sind bekannt. Es sind Namen von Bischöfen, Priestern, von Adeligen, von Stiftern und Geldgebern. Von den weitaus meisten aber kennen wir den Namen nicht. Sie haben gelebt und gearbeitet, haben gehofft, geliebt und gefeiert. Sie haben um das Kommen des Reiches Gottes gebetet, haben Gottes Willen zu erfüllen gesucht und einander um die Vergebung der Schuld gebeten. Sie haben diesen Ort der Einkehr geschaffen. Seit 1514 haben hier dreiundvierzig Männer als Geistliche gewirkt. Brot und Wein wurde und wird geteilt in Erinnerung an Jesu Leben, Sterben und das Geheimnis der Auferstehung. Die Jünger hatten sich nach Jesu Tod wieder gesammelt. Dankbarkeit wandelte die Qual der Trauer nach dem Kreuz in Zuversicht und Freude. Gefeiert wird dies in der Eucharistie, was übersetzt heisst „Danke“.

Die tragende Figur des Christophorus hat uns am Anfang empfangen und zum Innehalten eingeladen. Der Besucher schreitet nach der Einkehr wieder hinaus in die Welt. Dieses Haus, die Kirche bleibt als Rückzugs- und Versammlungsort treu hier stehen. Der frühere Leuker Pfarrer Josef Sarbach hielt seine Erfahrung mit diesem heute gefeierten Kirchenraum so fest: „Wer die Stephanskirche zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten besucht..., wird sie immer wieder neu erleben und schliesslich den Winkel finden, von dem aus er in innigem Gesammeltsein sein Herz zu Gott erheben kann, ganz einfach deshalb, weil er, durchformt von der Wirkkraft des Raumes, immer mehr auch zur «Durch-Sicht» im Glauben kommt.“