Abensberg

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Klöster in Bayern: Seite 1 von 3 Abensberg BASISDATEN Klostername Abensberg Ortsname Abensberg Regierungsbezirk Niederbayern Landkreis Kelheim...

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Abensberg BASISDATEN Klostername

Abensberg

Ortsname

Abensberg

Regierungsbezirk

Niederbayern

Landkreis

Kelheim

Orden

Karmeliten

Diözese

Regensburg

Patrozinium

St. Maria (U.L.Frau)

Gründungszeit

um 1390

Gründer

Graf Johannes II.. von Abensberg und seine Gemahlin Agnes

Bewohner

1658 reformiert

Aufhebung

1802

Weiternutzung Die Bruderschaften wurden samt ihrem Vermögen der Stadtpfarrei einverleibt.

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GESCHICHTE Abensberg - Die "Weißen Brüder" und Aventinus

Johann II. von Abensberg und seine Gemahlin Agnes von Lichtenstein informierten im Jahr 1389 ihre Untertanen darüber, dass sie den "weißen Brüdern", so nannte man damals die Karmeliten, einen Bauplatz zur Errichtung eines Klosters überlassen hatten. Drei Jahre später wurde mit dem Bau der Klosterkirche begonnen, das Vorhaben aber erst Mitte des 15. Jahrhunderts abgeschlossen. Der Kreuzgang des Klosters wurde bereits im 14. Jahrhundert errichtet. Wie beim Straubinger Karmelitenkloster, mit dem der Abensberger Konvent in regem Kontakt stand, schließt er sich an den Chor der Klosterkirche an. Seine vier Flügel öffnen sich mit hohen Spitzbogenfenstern zum Kreuzgarten. 1468 verlegten die Grafen von Abensberg die Grablege ihrer Familie vom Kloster Rohr in die an der Südseite der Karmelitenkirche erbaute Antoniuskapelle. Hier fand auch der unglückliche Graf Nikolaus seine letzte Ruhestätte. Man hatte ihn 1485 als letzten seines Geschlechts ermordet. Die Lateinschule der Karmeliten besuchte zu jener Zeit der 1477 geborene Wirtssohn Hans Turmaier ? der spätere berühmte Geschichtsschreiber Aventinus. Das Grabmal seines Lehrers Pater Jodocus Berndorfer (gest. 1500) befindet sich neben dem Eingang zur Kapelle der Schmerzhaften Muttergottes in der Klosterkirche. Mit dem Aussterben der Grafen von Abensberg hatte das Kloster seine wichtigsten Förderer verloren. So mussten die Abensberger Karmeliten nun lange mit wirtschaftlichen und personellen Schwierigkeiten kämpfen. Eine Erweiterung der Klostergebäude nach Westen mit einem zweiten Hof erfolgte erst im frühen 17. Jahrhundert. In der Barockzeit wurde das Innere der Klosterkirche tiefgreifend umgestaltet. Dazu berief Prior Ambrosius 1710 seinen Bruder, den Baumeister Andreas Haisinger aus Straubing, und den Franziskaner Frater Philipp Blank, der damals gerade das Franziskaner-Kloster in Straubing baute. Nach dessen Plänen erhielt die Kirche zwischen 1710 und 1712 ihr heutiges Aussehen. Im Jahr 1802 wurde das Klostervermögen durch das Kurfürstentum Bayern beschlagnahmt. Der Konvent wurde aufgehoben und die Klostergebäude verkauft. Die Kirche diente 1809 als Kriegsgefangenenlager, später als Proviantmagazin und fiel 1839 an die Stadt. Die Bemühungen des Straubinger Priors Cyrill Knoll, in Abensberg wieder einen Karmel einzurichten, scheiterten in den Jahren 1853/54 an der ablehnenden Haltung des Regensburger Bischofs Valentin von Riedel. Seit 1939 ist die Kirche im Besitz der Kirchenstiftung Abensberg. Die Grabdenkmäler der Abensberger Grafen - hervorragende spätgotische Arbeiten - hat man später in den Nordflügel des Kreuzgangs übertragen. In den räumen über dem Kreuzgang, über die man Zugang zum einstigen oratorium der Mönche hinter dem Hochaltar der Kirche hat, befand sich das Aventinum-Museum. Dessen Bestände beherbergt nun das Abensberger Stadtmuseum im Herzogskasten, das 2006 eröffnet wurde.

(Christine Riedl-Valder)

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LITERATUR Literatur: Angrüner, Fritz: Abensberg im Bild der Jahrhunderte (2 Bde.), Bd. 1, Abensberg 1985, S. 39-45 Dehio, Georg: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Bayern II: Niederbayern, bearb. von Michael Brix, München 1988, S. 2-5 Kroiß, Georg: Karmelitenkloster Abensberg, in: Klueting, Edeltraud u.a. (Hg.): Monasticon Carmelitanum. Die Klöster des Karmelitenordens (O.Carm.) in Deutschland von den Anfängen bis zur Gegenwart, Münster 2012, S. 133-144 Mages, Emma: Abensberg, München 2015 (Historischer Atlas von Bayern. Teil Altbayern, Hf. 67), S. 1, 59, 145-153, 157, 203, 233, 325