Alte mit den Jungen loben den Namen des HERRN! - Christliche

Alte mit den Jungen loben den Namen des HERRN! - Christliche

e r h a J 150 h c a b r e d n a M g n u l m m a s r e V e h Christlic n e g n u J n e d Alte mit n e m a N n e d n lobe ! N R R E H des Festschrift...

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e r h a J 150

h c a b r e d n a M g n u l m m a s r e V e h Christlic

n e g n u J n e d Alte mit n e m a N n e d n lobe ! N R R E H des

Festschrift hem Artikel

ic ng mit geschichtl rüderbewegu B r e d e g n fä n über die A Manderbach in rs e d n o s e b , im Dillkreis

Inhaltsverzeichnis 150 Jahre Christliche Versammlung Manderbach (Brüdergemeinde)

4

Grußwort der Evangelischen Gemeinschaft

5

Grußwort der Evangelischen Kirchengemeinde

6

Grußwort der Stadt Dillenburg

7

Die Christliche Versammlung stellt sich vor: Was uns kennzeichnet

8

Wie wir unseren Glauben praktizieren

9

Was wir glauben und was uns sehr wichtig ist

10

Glaube, der lebt!

3

10

Wie sich Leben in der Gemeinde entfaltet

12

Unser Verhältnis zu Mission und Diakonie (im In- und Ausland)

18

Ein Leben für den Herrn Jesus und die Versammlung: Oskar Braas

19

150 Jahre Geschichte der Christlichen Versammlung Manderbach im Überblick

20

Die Anfänge der Brüderbewegung im Dillkreis, besonders in Manderbach

24

IMPRESSUM

2

Herausgeber: Christliche Versammlung Manderbach Redaktion: Dieter Braas, Lothar Jung Layout: PR-Service Werbeagentur GmbH, Haiger Druck: Dönges Druck GmbH, Dillenburg

150 Jahre Christliche Versammlung Manderbach (Brüdergemeinde)

Grußwort der Evang. Gemeinschaft

Denn gut ist der HERR. Seine Gnade ist ewig und seine Treue von Geschlecht zu Geschlecht. (Psalm 100, 5)

einigen hundert Menschen die frohe Botschaft gesagt

Liebe Geschwister,

als Gemeinde zu versammeln, aber auch allen Menschen

150 Jahre Brüdergemeinde in Manderbach, da habt Ihr

verantwortlichen Geschwistern in Ephesus mit auf den

Nicht uns, HERR, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre wegen deiner Gnade, wegen deiner Treue. (Psalm 115,1)

unseres Ortes mit Gottes gutem Wort zu dienen.

allen Grund zum Danken, zum Loben, Freuen und zum

Weg gab: Habt acht auf Euch selbst und auf die ganze

Feiern!

euch anvertraute Gemeinde Gottes; bleibet nahe beim

Liebe Leser dieser Festschrift!

Jesu Christi vor Ort, Euch zurufen, was Paulus den

werden. Diese Freiheit wollen wir weiterhin nutzen, um uns

Herrn und orientiert Euch in allen Dingen auch weiterhin

Wie dieser Dienst im Einzelnen aussieht, können Sie dieser Festschrift entnehmen. Wir stellen uns hier als Gemeinde

Bei der großen Zeitspanne von 150 Jahren drängt sich

an seinem Wort (Apg 20,28)! Dann steht dem Ziel die

vor, bezeugen, was wir glauben und erzählen, wie wir di-

das Wort der „Tradition“ in unserem Ort auf, welche

„Tradition“ nicht im Wege.

esen Glauben praktizieren. In den Berichten aus den

entschieden gerade auch durch Eure Gemeinde mit

einzelnen Gruppen können Sie erfahren, wie unsere

geprägt wurde.

In diesem Sinne grüßen Euch die Geschwister aus dem

Wir dürfen auf eine 150-jährige

Gemeinde lebt und wo es für Jung und Alt Möglichkeiten

Geschichte unserer Versamm-

gibt, sich zu treffen, um über Gott und sein Wort

Wir leben heute in einer sehr schnelllebigen und

Frieden untereinander und lebt in der Liebe, mit der

lung zurück blicken. Das ist

nachzudenken.

oberflächlichen Gesellschaft. Werte, zumal christliche,

Christus Euch auch liebt.

Grund für uns, die Gnade Gottes

Vereinshaus und wünschen Euch: Seid eines Sinnes, haltet

haben einen geringen Stellenwert. Auf der anderen Seite

und seine große Treue zu rüh-

Im letzten Teil der Festschrift finden Sie den historisch

benötigt die jetzt heranwachsende Generation junger

Die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes

men und zu preisen. Er allein

interessanten Artikel „Die Anfänge der Brüderbewegung

Menschen nichts dringlicher als feste Orientierungspunkte

und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit Euch

ist es, der den Beginn geschenkt

im Dillkreis, besonders in Manderbach“. August Jung, ein

im Leben, um den kommenden Herausforderungen

allen!

hat und auch durch die 150 Jahre

ehemaliger Manderbacher, hat durch seine intensiven

begegnen zu können und um nicht am Ziel vorbei zu

hindurch geführt hat. Er hat seine

Recherchen historische Fakten ans Licht gebracht, die

leben. Ihr wisst um diese Werte, insbesondere den größten

Karsten Dannehl (Leiter der Evangelischen Gemeinschaft Manderbach)

Gemeinde gebaut und bewahrt. Da bleibt

lange Zeit verschüttet waren. Diese alten Dokumente

Schatz, den es zu entdecken und in Besitz zu nehmen gilt

für uns kein Rühmen, sondern wir können nur mit dem

machen sichtbar, wie schlichte aber gottesfürchtige

– die Gemeinschaft mit Gott, dem Vater durch seinen Sohn

Psalmdichter sagen: „... deinem Namen gib Ehre“. Und das

Menschen vor mehr als 150 Jahren ihren Glauben an Gott

Jesus Christus!

wollen wir auch mit dieser Festschrift tun: Unseren großen

lebendig und konsequent ausgelebt haben. Erstaunlich,

Gott und Vater ehren und in tiefer Dankbarkeit bezeugen,

was Gott aus diesen kleinen Anfängen gemacht hat. Wir

Wir, im frommen Dillkreis, im behüteten Manderbach

was er an und mit uns getan hat.

sehen das Glaubensvorbild unserer geistlichen Väter und

haben noch eine sehr gute Ausgangsbasis – auch und

Mütter als Verpflichtung an, mit allem Einsatz für unseren

gerade wegen unserer Prägung, die wesentlich in den

Die Brüdergemeinden sind durch schwierige Zeiten

HERRN zu wirken, bis er – gemäß seiner Verheißung –

letzten 150 Jahren durch bibeltreue Geschwister erfolgte.

gegangen. Die Entstehungsjahre brachten viele Aus-

wiederkommt und unser Dienst hier erfüllt sein wird.

Da steht Ihr in guter Tradition. Weiter so! „Tradition“ (im

einandersetzungen mit sich. Es gab noch keine

4

Vor diesem Hintergrund möchten wir, als Mit-Gemeinde

Sinne von: das haben wir schon immer so gemacht!) hat

Versammlungsfreiheit wie heute. Die NS-Zeit brachte

In diesem Sinne wünsche ich allen Menschen, die zu

aber die Gefahr, den Sinn zu verlieren, zu verdecken und

1937 sogar das vorübergehende Verbot der „Christlichen

unserer Gemeinde kommen, dass sie auch weiterhin den

sogar ein Handeln in das Gegenteil des Beabsichtigten zu

Versammlung“. Um so dankbarer sind wir, dass wir

Segen erfahren, den Gott uns bisher geschenkt hat: „Alte

verkehren. Dieser Gefahr sind nicht nur die Pharisäer und

uns heute in aller Freiheit versammeln dürfen und das

samt den Jungen loben den Namen des HERRN!“

Schriftgelehrten in der Zeit unseres Herrn Jesus erlegen,

Evangelium ungehindert verkündigen können. Mit Dankbarkeit erinnern wir uns an die Zeltevangelisation im Juni diesen Jahres. An 10 Tagen konnte jeden Abend

dieser Gefahr erliegen auch die Kirchen und Gemeinden Dieter Braas

unserer Zeit.

5

Grußwort der Evang. Kirchengemeinde

Grußwort der Stadt Dillenburg

So seid nun Gottes Nachahmer als seine geliebten

Liebe Manderbacherinnen und Manderbacher,

Kinder und lebt in der Liebe, wie auch Christus uns

liebe Mitglieder der Brüdergemeinde Manderbach,

geliebt hat und sich selbst für uns gegeben hat als

sehr geehrte Damen und Herren,

Gabe und Opfer. (Epheser 5, 1+2) die „Brüdergemeinde Manderbach“ ist nunmehr 150 Jahre alt geworden. „Als geliebte Kinder“ sollen wir lieben. Nur so, als geliebte

Liebe Geschwister,

7

Kinder, in der Beziehung zum himmlischen Vater stehend,

Dieses Jubiläum berechtigt zur Freude, denn es war ein

mit diesen Versen möchte ich Sie ganz herzlich grüßen

können wir lieben. Jesu Handeln ermöglicht unser Handeln

langer und schwieriger Weg von der ersten Haus-

zu Ihrem Jubiläum – 150 Jahre Christliche Versammlung

in Liebe. Ihn, unseren Herrn, sollen wir nachahmen. In

versammlung am 23.01.1853 in Manderbach bis zu der

(Brüdergemeinde) in Manderbach.

seiner Liebe können wir anderen mit Barmherzigkeit und

Brüdergemeinde, wie sie sich heute darstellt. Generationen

Vergebung begegnen, wissend, dass wir selber täglich auf

haben an der Entwicklung der Christlichen Versammlung

Die Brüdergemeinde Manderbach findet in ihrem

solche Güte angewiesen sind.

in Manderbach mitgewirkt.

christlichen Glauben ihren Lebenssinn. Und das zeigt,

Aus diesem Bibelwort und mit diesem Bibelwort leben Sie, leben wir als Christen.

dass die Fragen, um die es in der christlichen Religion

Aus diesem Wort, weil es einen Zu-

„Jesu Liebe“ – so sagt es Dietrich Bonhoeffer – „ist Liebe,

Entscheidende Veränderungen im Verlauf von Historie auf

geht, nach wie vor aktuell sind. Von daher bemüht sich

spruch enthält, weil es beschreibt,

die das Kreuz auf sich nimmt. Jesu Liebe scheut nichts,

politischem, wirtschaftlichem, sozialem und kulturellem

die heutige Brüdergemeinde Manderbach wie auch ihre

was Jesus für uns getan hat. Er hat

wenn es nur dem anderen hilft“. Wer an den Herrn Jesus

Gebiet sind auch an der Brüdergemeinde Manderbach

Glaubensbrüder und -schwestern früherer Jahrzehnte

sein Leben für uns gegeben – als

glaubt, der ist solcher Liebe verpflichtet. Seht, was es ihn

nicht spurlos vorübergegangen.

darum, ihre Gemeinschaft zu pflegen und gut zu erhalten.

Gabe und Opfer. Aus Liebe zu

gekostet hat. Denken wir daran. Und: Danken wir dafür. Ein

uns verlorenen Menschen ist er

Leben aus Dankbarkeit aber ist ein Leben aus Liebe.

am Kreuz gestorben, hat sein

Gegründet in schweren Zeiten, wo es für freikirchliche

Jubiläum feiern, zu dem auch ich persönlich und im

Kreise noch keine allgemeine Versammlungsfreiheit gab,

Namen der Stadt Dillenburg herzlich gratuliere.

Leben für uns dahin gegeben.

In den vergangenen 150 Jahren ist von der Brüder-

beherbergt sie auch heute noch lebendige Gemeinde.

Durch Jesus ist uns Vergebung ge-

gemeinde in Manderbach viel Segen ausgegangen.

Von einer kleinen Hausversammlung hat sie sich zu

Ich wünsche der Brüdergemeinde Manderbach alles Gute

schenkt, haben wir ein neues Verhält-

Frauen und Männer aus der Versammlung haben sich

einer Gemeinde mit über 200 Erwachsenen und Kindern

für die Zukunft und Gottes Segen.

nis zu Gott. Wer an Jesus glaubt, der hat

von Jesus Christus gebrauchen lassen, haben ihn in seiner

entwickelt, von der eine Menge Aktivitäten ausgehen.

Liebe nachgeahmt.

Weil sich Älteste und Gemeindemitglieder untereinander

– gemeinsam mit Jesus – Gott zum Vater. Wir sind Gottes geliebte Kinder.

6

Dank dieses Einsatzes kann sie heute dieses runde

Ihr

stark engagieren und sich auch mit der Evangelischen

Michael Lotz

Das wünsche ich Ihnen auch heute, dass Sie sich

Gemeinschaft und der Evangelischen Kirchengemeinde

(Bürgermeister)

Mit diesem Bibelwort leben Sie, leben wir Christen. Denn

gebrauchen lassen und ihn nachahmen, damit seine Liebe

verbunden fühlen, werden Gruppenstunden, Vorträge und

mit diesem Zuspruch ist ein enormer Anspruch gestellt:

zu den Menschen kommt. Dazu erbitte ich für Sie Gottes

Konzerte auch von Außenstehenden gerne besucht.

Lebt in der Liebe. Es ist ein Anspruch, den wir nicht aus

Segen und grüße Sie sehr herzlich.

eigener Kraft erfüllen können, zu dessen Erfüllung wir immer wieder Gott um seine Gaben bitten müssen und

Paul-Ulrich Rabe

dürfen.

(Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Manderbach)

Die Christliche Versammlung Manderbach stellt sich vor

Wie wir unseren Glauben praktizieren Wer bekennt, dass er sein Leben mit Jesus Christus leben möchte und den Wunsch hat getauft zu werden, den taufen wir durch Untertauchen (Glaubenstaufe Mt 28, 19;

Hallo! Wir sind ca. 150 Erwachsene plus 100 Kinder,

Wir sehen die Bibel, das Wort Gottes, als alleinige

Teenager und Jugendliche. Bürger/innen (meist) aus

Grundlage für unser Christen- und Gemeindeleben an.

Manderbach. Alles Leute, die ihr Leben bewusst mit Jesus

Sie ist uneingeschränkt wahr und ewig gültig. Sie allein

Weil uns der letzte Wunsch Jesu sehr wichtig ist, feiern

Christus leben möchten.

dient uns als Maßstab und Orientierung (2. Tim 3, 16).

wir jeden Sonntag das „Mahl des Herrn“ (Abendmahl) und beten Gott, den Vater und seinen Sohn Jesus

Wir wissen, dass sich kein Mensch durch Gutes tun den

Was uns kennzeichnet:

Wir verstehen Gemeinde als eine „geistliche Baustelle“,

Christus an (Lk 22,19-20; 1. Kor 11, 23ff ). Alle wieder-

Himmel verdienen kann. Aber jeder, der Gewissheit

Wir sind eine eigenständige, freikirchliche Gemeinde.

auf der intensiv für Gott gearbeitet wird (1. Kor 3, 9).

geborenen Christen lädt Jesus Christus ein, zu seinem

hat, einmal bei Gott im Himmel zu sein, der wird seinen

Zu unserer Gemeinde gehört, wer sich persönlich für

Deswegen ist es uns wichtig, dass möglichst alle Ge-

Gedächtnis an seinem Mahl teilzunehmen.

Glauben durch Gutes tun zum Ausdruck bringen! Weil

ein Leben mit Jesus Christus entschieden hat und

meindeglieder – Männer und Frauen – mitarbeiten und

sich verbindlich der Gemeinde anschließt. Juristisch

Aufgaben übernehmen. Alte und (besonders) auch Junge

Indem wir uns mit der Bibel beschäftigen (Predigt,

dafür öffnet, besonders in Ländern, in denen es viel Armut

gesehen sind wir ein eingetragener Verein, der vom

ermutigen wir dazu, ihre Kraft, Zeit und Begabung für Gott

biblische Lehre), stärken wir die Gläubigen für ihr Leben

und Not gibt (Hebr 13, 16).

Finanzamt als gemeinnützig anerkannt ist.

einzusetzen. Die Bibel sieht jeden Gläubigen als einen

im Alltag. Unsere persönliche Beziehung zu Gott pflegen

Priester an, der berufen ist, um Gott zu dienen (1. Petr 2, 9).

wir im Gebet. Wir sehen es als ein Vorrecht an, Gott

Evangelium ist frohe Botschaft. Jeder soll wissen, dass Jesus

Es macht Freude, Gott zu dienen (Ps 100, 2).

alles sagen zu können, was uns bewegt.

In Gebets-

Christus als der Retter gekommen ist. Deswegen sagen wir

gemeinschaften nehmen wir Anteil aneinander und beten

das Evangelium in unserem Ort und der Umgegend weiter.

füreinander (Apg 2, 42).

Wir unterstützen Werke und Projekte, die das Ziel haben,

Wir freuen uns, dass es in Manderbach noch viele weitere Christen gibt. Mit der Evangelischen Gemeinschaft und der Evangelischen Kirchengemeinde pflegen wir eine gute

Wir glauben an Gott als den dreieinigen Gott: Vater, Sohn

örtliche Zusammenarbeit.

und Heiliger Geist. Gott ist der Schöpfer und Erhalter aller Dinge (Kol 1,16-17).

Wir sind eine Brüdergemeinde.

das so ist, versuchen wir zu helfen, wo uns Gott die Augen

die gute Nachricht in unserem Land bekannt zu machen. Wir versuchen eine Gemeinschaft zu praktizieren, in der

Jesus hat gesagt, dass das Evangelium bis an die Enden der

jeder, der Gott sucht und ihm dienen möchte, ein Zuhause

Erde getragen werden soll, deswegen nehmen wir regen Anteil an Weltmission und unterstützen sie (Mk 16, 16).

Brüdergemeinden entstanden um 1830 in Großbritannien.

Unsere Gemeinde wird von Ältesten geleitet. Das

finden kann. Wir verstehen Gemeinde als einen geistlichen

Dort wurden sie „Bretheren“ (Brüder) genannt, weil sie sich

sind von Gott berufene Männer, mit dem Auftrag die

Körper. Die Bibel sagt: Geht es einem Glied gut, dann

untereinander „Brüder“ nannten. Leitung wurde bruder-

Gemeinde zu leiten und sich um die Gemeindeglieder

freuen sich alle mit. Geht es einem schlecht, so leiden alle

Es ist Jesu Wunsch: Lasst die Kinder zu mir kommen (Mk 10,

schaftlich verstanden, ohne einen Unterschied zwischen

zu kümmern. Sie machen diese Arbeit nebenberuflich

mit (1. Kor 12, 26). So nehmen wir aneinander Anteil und

14). Er wollte, dass besonders junge Leute die Liebe Gottes

„Laien“ und „Geistlichen“ zu machen, ganz gemäß dem

und ehrenamtlich (Tit 1,5-9). Zum Leitungskreis gehören:

helfen einander.

erfahren. Aus diesem Grund ist uns die Arbeit mit Kindern

Jesus-Wort: „Einer ist euer Lehrer, ihr alle seid Brüder!“

Dieter Braas, Volker Braas, Lothar Jung, Helmut Klein,

(Mt 23, 8). Brüdergemeinden sind eine internationale

Reimund Kloft und Norbert Weber.

Bewegung, es gibt sie in mehr als 100 Ländern dieser

8

Röm 6, 1-6).

und Jugendlichen ein besonderes Anliegen, in die wir viel Weil Gott will, dass seine Gemeinde heilig lebt (1. Thess 4, 3), erinnern wir uns immer wieder daran, dass wir täglich

Erde. Ziel war und ist es, Gemeinde Jesu nach neu-

Wir finanzieren alle Aktivitäten der Gemeinde aus-

Buße und Vergebung brauchen. Gott will nicht, dass Sünde

testamentlichem Vorbild zu verwirklichen.

schließlich über freiwillige Spenden (2. Kor 9, 7).

in der Gemeinde geduldet wird. So praktizieren wir, wenn

fen derzeit of e j r i w d e sin zlich ein, r Für Gäst e h e i S und laden u lernen. z n e n n e uns k

nötig, auch biblische Gemeindezucht. Ziel ist es, dass solche, die bewusst in Sünde leben, wieder mit Gott klar kommen (Mt 18, 15-17).

Zeit und Kraft investieren.

9

Glaube, der lebt! Was wir glauben und was uns sehr wichtig ist

Nenne 3 Dinge, was du an / in der Versammlung Manderbach besonders gut findest:

Hier finden Sie persönliche Antworten auf wichtige Fragen:

Sie gestaltet Gottesdienste flexibel. Sie fördert junge

Manderbach zu gehören?

Geschwister und ermutigt sie. Sie pflegt Gemeinschaft mit anderen Christen (z. B. denen in der ev. Gemeinschaft und

Was bedeutet dir dein Glaube an Jesus Christus?

Für mich ist die Versammlung Heimat. Ich freue mich, mit

der ev. Kirche, etc.)

(Ingrid K., 43 J.)

allen zusammen zu sein und eine gemeinsame Grundlage

Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen Sohn für uns Menschen gab, um uns zu erretten (Joh 3,16).

Weshalb ist es dir wichtig, zur Versammlung in

Große Freude, ewiges Heil, Orientierung in allen Fragen des Leben.

zu haben.

(Annegret W., 56 J.)

schaft. Es zählen weder materielle, noch geistige, noch

(Waltraud B., 61 J.) Weil ich hinter ihren Zielen und Grundsätzen stehe und

Wir Menschen brauchen Erlösung. Zu Beginn lebten Adam

Gute Jugendarbeit. Eine auf Harmonie bedachte Leitergeistliche Vorzüge.

(Michael M., 48 J.)

und Eva in einer ungeteilten Gemeinschaft mit Gott (Garten

Jesus Christus hat mein Leben total verändert und ist mir

dort viele Leute kenne, denen es wirklich wichtig ist, nach

Eden). Doch durch ihren Ungehorsam (Sünde) wurde diese

tägliche Zielrichtung in meiner Verantwortung vor Ihm

der Bibel zu leben und sich nicht jedem Trend anzupassen.

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten in der Gemeinde

Gemeinschaft zerstört. Seitdem ist der Mensch von Geburt

und Jedermann.

(Sara W., 20 J.)

mitzuarbeiten. Viele evangelistische Veranstaltungen. Tolle

(Walter M., 86 J.)

Jugendarbeit.

an Sünder und nicht mehr in Gemeinschaft mit Gott. Gott ist heilig, deswegen muss er Sünde richten. Das

Jesus Christus ist Sinn und Ziel meines Lebens. Ich freue

Ich fühle mich da sehr wohl und weiß dass es die

mich, einmal bei ihm zu sein.

Gemeinde ist, wo Gott mich im Moment haben möchte,

(Simon D., 39 J.)

Weshalb ist es für dich wichtig, dass Gott der Schöpfer

dem kann ich dort viel lernen von anderen Men-

Deren Toleranz, von der wir als Jüngere lernen können.

der Welt ist?

schen und von Gott. Ich merke, hier steht Gott und

(Michael M., 48 J.)

sein Wort im Mittelpunkt, das ist sehr wichtig und sehr

Der heilige Gott ist aber auch ein gnädiger Gott. Damit kein Mensch ewig verdammt werden muss, sandte Gott seinen

Ich weiß, dass ich keinem Zufall ausgesetzt bin, sondern

Sohn Jesus Christus auf die Erde. Jesus starb am Kreuz für

dass Gott alles in seiner Hand hält.

schön.

(Achim J., 23 J.)

Durch seine Macht, die in dem gesprochenen Wort liegt,

Ich schätze deren Erfahrung und die langjährige Treue, die sie im Glauben bewiesen haben und noch weiter zeigen.

(Gisela K., 66 J.)

die Sünden aller Menschen und trug damit das gerechte Gericht Gottes stellvertretend für uns Menschen.

Was findest du an unseren alten Geschwistern gut?

wo er mir wunderbare Aufgaben gegeben hat. Außer-

bedeutet, dass Gott jeden Menschen, der nicht gerecht vor ihm ist, zur ewigen Verdammnis verurteilen muss.

(Katrin B., 15 J.)

Was bedeutet dir die Gemeinschaft mit deinen

Das sind echte Beispiele gelebten Glaubens und der

Glaubensgeschwistern in der Versammlung?

Nachfolge im Evangelium.

Die Gemeinschaft mit den Geschwistern gibt mir Kraft,

Dass sie für uns Jugendliche beten und uns damit unter-

Mut und Geborgenheit. Ich bin froh, dass ich viele

stützen.

(Jens W., 33 J.)

hat Gott in sechs Tagen die ganze Welt erschaffen, und ich Jesus Christus ist nicht im Tod geblieben, sondern leiblich

darf Teil seines großartigen Planes sein.

(Jens W., 33 J.)

auferstanden und zum Himmel gefahren. Er allein ist Mittler zwischen Mensch und Gott, und niemand kann

Weil ich deshalb nur die Augen aufmachen muss, um

zu Gott kommen, als nur durch ihn. Wer an ihn glaubt und

Gottes Herrlichkeit und Macht zu sehen.

Was hat die Liebe Gottes in deinem Leben verändert? Sie gibt mir innere Zufriedenheit, auch wenn manchmal schwierige Lebensumstände da sind.

sondern sich mit anderen Christen zu treffen, um Gott zu

Sie wollen dem Herrn treu nachfolgen und baten die Alten,

loben, aus seinem Wort zu hören und sich darüber auszu-

sie im Gebet zu unterstützen. Das will ich gerne tun.

(Anja K., 30 J.)

(Waltraud B., 61 J.)

Das gemeinsame Lob unseres Herrn und die gegenseitige

Ihre Treue zum Herrn und zu den Gemeindestunden.

tauschen.

(Ingrid K., 43 J.)

alle Ewigkeit zu sich in den Himmel zu holen (Entrückung).

10

Was findest du an den jungen Leuten gut? Es ist wichtig, als Christ nicht allein für sich zu leben,

gemacht. Jesus Christus wird kommen, um alle, die an ihn glauben, für

(Simon D., 39 J.)

(Katrin B., 15 J.)

die Vergebung der Sünden als unverdientes Geschenk annimmt, der wird errettet werden und von Gott gerecht

Glaubensgeschwister haben darf.

(Sara W., 20 J.)

Das ist Erlösung! Jesus Christus wird wieder auf diese Erde

Sie hat meine Sichtweise für wesentliche und unwesent-

kommen, um sein Reich aufzurichten und in Gerechtigkeit

liche Dinge grundlegend verschoben. (Michael M., 48 J.)

Anteilnahme in Freude und Leid.

(Annegret W., 56 J.)

(Michael M., 48 J.)

Dass sie das Evangelium weitersagen, dass sie sich Zeit

zu regieren. Er ist der Herr! Sie hat aus mir, einem verlorenen Sünder, ein Kind Gottes gemacht.

(Simon D., 39 J.)

nehmen für Gottes Wort.

(Simon D., 39 J.)

11

Sonntagschule

Jungschar

Bibelunterricht

Sonntags in die Schule? Nein danke! Keine Angst,

Es ist Freitagnachmittag. 20 bis 25 Jungen und Mädchen im

Mit jungen Leuten auf Entdeckungstour zu gehen ist

Sonntagschule ist keine normale Schule. Hier treffen sich

Alter von 9 bis 13 Jahren begeben sich mit ihren Fahrrädern,

immer eine spannende Sache. Die Bibel ist ein Buch, in

Kinder im Alter zwischen 3 und 12 Jahren in zwei Gruppen.

Cityrollern oder zu Fuß zum Gemeindehaus. Dort warten

dem es sehr viel zu entdecken gibt. Im Bibelunterricht

Wir singen und spielen zusammen, manchmal basteln

3 bis 4 Mitarbeiter mit einem interessanten Programm.

steht das Entdecken und Erkunden der Bibel im

wir und vor allem hören wir jede Menge Geschichten.

Nach der Begrüßung und einigen schwungvollen Liedern

Mittelpunkt. Innerhalb eines zweijährigen Kurses erfahren

Geschichten aus der Bibel oder von Leuten, die viel in

folgt die biblische Geschichte.

die Teilnehmer (12 bis 14 Jahre), welche zentralen Aspekte

ihrem Leben mit Gott erlebt haben.

Der Prophet Elia steht zurzeit im Mittelpunkt. Er hat in einer

die Bibel beinhaltet. Im jährlichen Wechsel werden das

Wir freuen uns über rege Lebenszeichen in der Gemeinde

Zeit des Götzendienstes in Israel sich zu dem lebendigen

Alte Testament und das Neue Testament in Augenschein

und im Gemeindehaus:

Gott gehalten und das Volk zu Gott zurückgeführt. Gerne

genommen. Ein Bibelkurs ist die Grundlage für die Arbeit

wollen wir den Kindern vermitteln, dass es sich auch heute

in dem Unterricht; aktuelle Themen und Fragestellungen

noch lohnt, diesem Gott zu vertrauen, der auch uns in

ergänzen die Inhalte.

dieser schwierigen Zeit helfen kann. Wir wollen Zeit für die

Die Teenies lernen in den Unterrichtsstunden, die

Kinder haben und Ansprechpersonen sein bei Fragen und

sonntags um 09:30 Uhr im Gemeindehaus stattfinden, die

Nöten.

Zusammenhänge biblischer Lehre und ihre Wahrheiten

Wie sich Leben in unserer Gemeinde entfaltet Gemeinde ist, wo Menschen gemeinsam mit Jesus leben.

Gemeinde Jede Woche treffen wir uns mit Alt und Jung zur

12

Wortverkündigung (Gottesdienst) und Wortbetrachtung,

Neben unseren wöchentlichen Treffen gibt es auch

Mit Spielen, Basteln und Rätseln wird nun der Bibeltext

kennen. Methodisch abwechslungsreich wird ein diffe-

zum Gebet und zum Brotbrechen (Abendmahl), um

besondere Anlässe, wo die Sonntagschule vertreten ist.

vertieft und verschiedene Elemente daraus wiederholt. Ein

renziertes Angebot realisiert. Die Gruppengröße ist mit bis

auf das zu hören, was Gott in seinem Wort sagt, um mit

So führen wir immer in der Weihnachtszeit ein Musical

besonderer Höhepunkt ist der Jungschartag, der jährlich

zu zehn Kindern optimal und bietet Möglichkeiten zum

ihm zu reden und ihn anzubeten. Wir freuen uns darauf,

oder Anspiel auf, das wir vorher eingeübt haben. Oder wir

im Juni in Frohnhausen stattfindet. In diesem Jahr fand

intensiven Gesprächsaustausch innerhalb der Gruppe.

Gemeinschaft miteinander zu pflegen.

machen Ausflüge.

auch ein bundesweiter Bibelquizwettbewerb statt, den wir,

Somit bietet der Bibelunterricht eine wichtige Grundlage

Darüber hinaus ist immer wieder was Besonderes bei uns

Warum machen wir das? Gott hat uns bereits in der Bibel

zur Freude aller Kinder, sogar gewonnen haben. Außerdem

für die Auseinandersetzung mit der Bibel, und die jungen

los: Bibeltage, Gemeindeseminare, Konzerte, Fachvorträge,

den Auftrag gegeben, besonders den Kindern sein Wort

fand ein Jungscharzeltlager am Waldrand in der Nähe

Leute erfahren einen lebensnahen Umgang mit dem Buch

Evangelisationen, gemeinsames Mittagessen oder Kaffee-

weiter zu geben: Nur hüte dich und hüte deine Seele sehr,

einer Schutzhütte statt. Im nächsten Jahr ist wieder ein

der Bücher.

trinken, Ausflüge oder Gemeindefreizeiten. Immer unter

dass du die Dinge nicht vergisst, die deine Augen gesehen

Jungscharprojekt geplant, diesmal in Thailand, das wir

dem Blickwinkel, dass für jeden das Richtige dabei ist.

haben, und dass sie nicht aus deinem Herzen schwinden

auch unterstützen wollen.

Das alles ist nur möglich durch eine starke Mannschaft von

alle Tage deines Lebens! Und tue sie deinen Kindern und

Um Kinder unseres Ortes mit dem Evangelium zu

einsatzfreudigen Leuten. Die treffen sich in verschiedenen

deinen Kindeskindern kund (5. Mo 4, 9).

erreichen, führen wir von Zeit zu Zeit Kinder- oder

Mitarbeiterrunden: Leitungskreis, Brüderstunde, Arbeits-

Wir sehen unseren Auftrag darin, in einfacher und

Jungscharwochen durch, und ermutigen die Jungschar-

kreise, Mitarbeiterkreise und ein jährliches Gesamttreffen

kindlicher Weise die biblischen Geschichten zu erklären

kinder Klassenkameraden und Freunde zur Jungschar

aller Mitarbeiter/innen. Das gemeinsame Ziel Gott zu

und bei den Kindern Grundlagen für das weitere Leben

mitzubringen.

dienen treibt uns an. Unser Gebet ist es, dass Gott

zu legen. Wir wollen ihnen helfen, ein Leben mit Jesus zu

Bist du im Alter von 9 bis 13 Jahren und gehst noch nicht in

durch unseren bescheidenen Dienst seine Gemeinde

führen.

eine Jungschar? Dann komm doch mal vorbei. Haben Sie

wachsen lässt und sein Reich baut.

Jeden Sonntag sind wir zwischen 30 und 40 Kinder, die sich

Kinder oder Enkelkinder in diesem Alter? Dann schicken

um 09:30 Uhr im Gemeindehaus treffen. Hast du Lust dabei

Sie die Kinder doch mal zu uns. Wenn’s gefällt, kann daraus

zu sein? Dann komm vorbei, wir freuen uns auf dich.

eine gute Gewohnheit werden. Wir würden uns sehr freuen.

Samuel Kloft Reimund Kloft

Marc Petri

13

Stand up (Teenagerkreis)

Jugendstunde „Christsein ist sowieso nur was für alte Leute und Kinder!“ Na dann. Wenn das so ist, dann wollen wir völlig „unnormalen“ Jugendlichen uns hier mal näher vorstellen: Wir sind die Jugendstunde. Das sind bis zu 40 junge Leute von 16 bis 25 Jahren. Wir treffen uns jeden Donnerstag um 19:30 Uhr. „Kein normaler Jugendlicher interessiert sich heute noch für

15

einen, den die Römer vor vielen Jahren gekreuzigt haben!“ Wir interessieren uns nicht nur ein wenig für diese Person, Der „Stand up“, das ist der Teenkreis unserer Gemeinde.

die vor 2000 Jahren gekreuzigt wurde. Wir wollen sogar

im Monat zu Jugendhauskreisen. Hier sind wir mit ca. 60

Dort treffen sich montags um 18:30 Uhr ungefähr 20 Teens

mit ihm leben. Weil uns das so wichtig ist, gestalten wir

Jugendlichen in vier Gruppen reihum bei Jugendlichen zu

im Alter zwischen 13 und 16 Jahren. Auf dem Programm

regelmäßig Abende, zu denen wir andere Jugendliche

Hause. Da lesen wir in der Bibel und diskutieren darüber.

stehen Sachen wie Sport, Bistroabende, Workshops oder

einladen, um ihnen Hilfen zu geben, mehr über Jesus zu

auch interessante Themen. Dieses Jahr haben die Jungs

erfahren. Das sind unsere „Doschtlöscher-Abende“ (für

„Christen hören sowieso nur langweilige alte Musik und

aus unserem Teenkreis bei der Fußball-Dorfmeisterschaft

junge Christen) und „Limo-Abende“ (evangelistisch).

sind völlig unsportlich!“ Da wir gerne Musik hören, die uns

den 2. Platz in der Passiv-Gruppe belegt – eine superstarke

gefällt, aber auch Texte hat, die wir gerne singen, machen „Christen übernehmen nur Meinungen anderer, wenn

wir Musik oft selbst. So gibt es zwei Jugendbands, die an

sie ihren Glauben leben!“ Wir sind daran interessiert zu

den Jugendabenden zu hören sind. Aber auch die Lieder,

Doch im Mittelpunkt unserer Arbeit steht Gott, und so

verstehen, was wir glauben, deshalb ist es uns wichtig, in

die wir zusammen singen, sind aktuell und werden von

ist es uns wichtig, immer wieder die Bibel aufzuschlagen

Gottes Wort zu lesen. Und weil es uns nicht reicht, jede

uns selbst begleitet. Und wer Sport mag, kann gerne mit

und nachzusehen, was er uns sagen will. Wir tauschen uns

Woche Andachten und Gedanken über Themen und

uns Fußball, Volleyball, Indiaka oder andere Sportarten

darüber aus und erleben dabei, wie aktuell und lebensnah

Texte zu hören, treffen wir uns jeweils am 2. Donnerstag

ausüben. Das machen wir nicht nur für uns. Wir nehmen

Leistung.

die Bibel ist. Es ist einfach schön zu sehen, wie sehr Gott

auch an vielen Turnieren in unserem Dorf oder bei anderen

uns liebt und was für wunderbare Pläne er mit uns hat.

Jugendgruppen teil.

Für uns als Mitarbeiter ist es ganz wichtig für die Teens da zu sein, wenn Fragen auftauchen oder wenn sie Sorgen

„Christen haben keinen Spaß und alles ist unpersönlich!“

haben. Wir wollen gerne etwas von dem weitergeben, was

Tja, wie sollen wir dir beweisen, dass das nicht so ist?

Gott uns geschenkt hat.

Komm doch einfach vorbei! Wir sind offen für jeden, der jemanden zum Reden braucht oder einfach nur dabei sein

Das Motto des „Stand up“ ist ein Vers aus dem Buch

will! Lass dich blicken!

Esra 10, 4:„Und nun steh auf und nimm die Angelegenheit

14

selbst in die Hand! Wir werden dich dabei unterstützen. Sei mutig und entschlossen!“ Achim Jung

Samuel Kloft

Frauen-Frühstück

Frauenstunde

Mandolinenchor

„Habt ihr es immer so schön hier? Dann komme ich öfter.“

Ding dong. „Schön, dass du da bist!“, so werde ich

So sagte neulich jemand zu mir. Ja, es ist uns wichtig,

empfangen. Gerade werden die Mandolinen gestimmt.

eine gute Atmosphäre zu schaffen, wenn wir nach einem

Jemand stellt die Notenständer auf und holt die

arbeitsreichen Tag in einen nett geschmückten Raum

Liedmappen herbei. Jetzt kann es losgehen. Rosina

kommen, um uns bei einer Tasse Tee oder einem kalten

Depner erzählt uns, dass sie einer Frau im Altenheim

„Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen...!“

Getränk über Gott uns sein Wort auszutauschen.

versprochen hat, dass wir zu ihr kommen und ihr ein paar

Willkommen in einer Übungsstunde. Ma, ma, ma, ma, die

Lieder vorspielen wollen. Also üben wir dafür. Es ist schön,

Sonne, die Sonne, dinge dong dong dong, ta ta ta, puuuh

Einmal im Jahr – immer im Frühjahr – möchten wir es

„Da steckt aber eine Menge Vorarbeit drin.“ Stimmt. Aber

dass wir mit unseren Instrumenten Gott loben können.

usw. So klingt es während des Einsingens. Zunächst singen

den Frauen in Manderbach mal so richtig gemütlich

wir haben fleißige Frauen mit vielseitigen Begabungen.

Deshalb geben wir, das sind 8 Leute, unser Bestes.

wir ein Lied, das wir gut kennen. Dann wagen wir uns an

machen. Wir richten den Raum schön her, decken den

Oft bereiten wir zu zweit eine Stunde vor. Da kann die eine

Tisch und verwöhnen sie bei einem Frühstück. Die Kinder

im kreativen und die andere im geistlichen Bereich etwas

Es gab schon manche Gelegenheiten, an denen wir spielen

noch zaghaft, aber schon bald gewöhnt man sich an die

werden betreut und so kann jede Frau einmal entspannt

vorbereiten. Mir gefällt es, wenn die Deko zum Thema des

konnten, wie z. B. Frauenabende, Taufen, Singabende,

neue Melodie. Bis zur nächsten Stunde lassen wir dann das

frühstücken, ohne auf ein zappelndes oder kleckerndes

Abends passt oder ein kleines Geschenk an den Inhalt des

Sonntagnachmittage,

Lied reifen. So lernen wir Stück für Stück neue Lieder.

Kind achten zu müssen. Nachdem der Magen gefüllt ist

Abend erinnert. Es ist schön zu sehen, dass sich immer

Weihnachten, ....

nehmen wir uns dann noch Zeit, um auf ein interessantes

mehr Frauen daran beteiligen, die Abende zu gestalten.

Thema zu hören, das zum Nachdenken anregen möchte.

ein neues Lied. Beim ersten gemeinsamen Singen klingt es

Geburtstage,

Adventskonzerte,

Ich freue mich, dass wir mit dem Chor bei so vielen Besonders freuen wir uns auf die Besuche im Altenheim

Veranstaltungen mitwirken können, wie z. B. Hoch-

Ob es nun darum geht, „Mauern im Leben“ zu überwinden

„Worüber redet ihr denn so?“ Es gibt Frauen, die eine

in Lützeln. Dort gestalten wir seit ein paar Jahren die

zeiten, Taufen, Entlassung aus dem Biblischen Unterricht,

oder zu einem gesunden Selbstwert zu finden – Antworten

besondere Art haben, das Leben von Menschen so

Bewohnerweihnachtsfeier mit. In den vergangenen Jahren

Evangelisationen, Bibelwochen, Altenheim, Sonntagnach-

gibt uns die Bibel. Wir haben erfahren, dass wir in Jesus

interessant weiterzugeben, dass man Lust bekommt, das

haben wir Potpourris aus bekannten Weihnachtsliedern

mittage, Adventskonzerte, Weihnachten, Silvester, Ostern,

Christus ganz praktisch Hilfe für unseren „Frauen-Alltag“

ganze nachzulesen. So haben wir Personen der Neuzeit

gespielt. Die Bewohner sangen voll Freude mit.

Goldene Hochzeiten, runde Geburtstage, Jubiläen,...

finden. Weil das uns – dem Vorbereitungsteam – so wichtig

kennen gelernt (Hudson Taylor, Corrie ten Boom u. a.), aber

geworden ist, möchten wir es allen weitersagen.

auch biblische Lebensbilder. Wir beschäftigen uns mit

Es ist schön, dass 20 bis 26 Sänger/innen zur Übungsstunde

Reiseberichten (z. B. auf den Spuren der Apostel Paulus),

kommen. Gott schenkt uns immer wieder viel Freude.

Aber nicht nur einen Vortrag gibt es, sondern wir laden

laden Missionarinnen ein oder erarbeiten interessante

z. B. jemanden ein, der aus seinem Leben erzählt, oder

Themen mit Lebensbezug: Vom Mut „nur“ Hausfrau zu

es gibt ein kleines Theaterstück zu sehen. Der ganze

sein, Gebet für meinen Ehemann, In Angst geborgen, etc.

Eva Kloft

Vormittag wird musikalisch umrahmt. Über 100 Frauen durften wir jedes Mal an einem solchen Treffen begrüßen.

„Gibt es noch etwas zu euch zu sagen?“ Ja, wir singen

Jede darf dann hören, wie sehr Gott sie liebt.

gern und nehmen uns Zeit zum Gebet. Wir pflegen frohe Gemeinschaft und feiern gern (z. B. bei Quiz, Basteln,

Dietlinde Jung

einem gemeinsamen Eisessen oder einer Adventsfeier). Wir sind ca. 20 Frauen im Alter zwischen 30 und 60 Jahren.

16

Gemischter Chor

Interessierte Frauen sind herzlich eingeladen, mal bei uns

Ein Höhepunkt in diesem Jahr war das Konzert „Lieder zur

hereinzuschauen. Wir treffen uns jeden ersten Mittwoch

Passion“ am Karfreitag. Zusammen mit dem gemischten

im Monat um 20:00 Uhr.

Chor spielten wir die Mandolinen und ergänzten sie durch weitere Instrumentalisten: Gitarren, Flöte, Oboe, Querflöte

Seit einigen Jahren besteht auch ein Frauen-Gebetskreis,

und Klavier. Es hat viel Freude gemacht, weil alle mit

der sich jeden Freitagabend um 20:30 Uhr trifft. Wir erleben

großem Eifer dabei waren.

immer wieder Gebetserhörungen. Das macht viel Mut. Eva Kloft

Eva Kloft

17

Unser Verhältnis zu Mission und Diakonie (im In- und Ausland)

Wilhelm und Magda Kunz

Ein Leben für den Herrn Jesus und die Versammlung Viele, so auch ich, nan-

Auch überörtlich war er aktiv. Er gehörte zu den Gründern

nten ihn nur liebevoll

der „Stiftung Christliches Altenheim Lützeln,“ die 1964

Mit einer ganzen Reihe von Werken sind wir (teils seit

Zusammen mit 30

„Onkel

Über

– im Vertrauen auf Gott – eine diakonische Einrichtung für

Jahrzehnten) eng verbunden:

weiteren Gemein-

Jahrzehnte prägte er die

alte Menschen in Burbach-Lützeln errichteten, in der über

den aus dem Dill-

Versammlung

Mander-

100 alte Menschen eine wohnliche und geistliche Heimat

• Barmer Zeltmission

kreis und Hinter-

bach. Wer ihn kannte,

haben dürfen. An den Revisionsarbeiten der „Elberfelder

• Bibel- und Missionshilfe Ost e.V.

land haben wir

vergisst

Bibel“ war er ebenfalls beteiligt.

• Christliche Jugendpflege e.V.

1957 Wilhelm Kunz aus Hartenrod als Missionar (in

Freundlichkeit. Er strahlte

• Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg

Zusammenarbeit mit dem Missionshaus Bibelschule

die Liebe Gottes aus.

In Hebr 13, 7 steht: Gedenkt eurer Führer, die das Wort

• Deutsche Inland Mission (DIM)

Wiedenest) nach Tansania ausgesandt (einige Monate

Immer hatte er für uns

Gottes zu euch geredet haben! Schaut den Ausgang

• Missionswerk Heukelbach

später folgte ihm seine Frau Magda). Im Lauf der folgen-

(damals) junge Leute ein

ihres Wandels an, und ahmt ihren Glauben nach!

• Stiftung Christliches Altenheim Lützeln

den Jahre kamen andere Missionare hinzu. Seit dieser Zeit

• Stiftung der Brüdergemeinden in Deutschland

nehmen wir aktiv an Weltmission Anteil.

• Zentralafrika-Mission (ZAM)

Oskar Braas (1903 – 1982)

Oskar“.

nicht

seine

19

ermutigendes Wort. Onkel Oskar war jemand, dessen Glauben wir nachahmen

Er war ein Mann des Friedens und der Ausgewogenheit.

dürfen.

Unserer Gemeinde hat er ein wichtiges Erbe hinterlassen: Wir unterstützen ihre Arbeiten im Gebet, finanziell und

Zusammen zu halten und zusammen zu bleiben, trotz

persönlich. Dankbar dürfen wir aber auch sagen, dass wir

1997 sandten wir die ersten Geschwister aus unseren

durch die Verantwortlichen und Mitarbeiter dieser Werke

eigenen Reihen ins Ausland. Heinz und Petra Gräbe wurden

schon viel Segen erfahren haben.

von Gott zum Aufbau und zur Leitung eines Kinderheimes

Rund 50 Jahre, von 1931 bis 1980, war er Vorsitzender des

nach Mosna in Rumänien berufen. Mittlerweile haben 29

„Christlichen Vereins Gemeinwohl Manderbach e.V..“ Von

Kinder zwischen 1 und 8 Jahren (alles Sozialwaisen) ein

1929 bis in die 50er Jahre leitete er die Sonntagschule

Zuhause im „Haus der Hoffnung“ gefunden.

(mit teilweise bis zu 150 Kindern). Nach dem Krieg war er

Lothar Jung

Unterschiedlichkeit.

viele Jahre Leiter des gemischten Chores und ebenfalls Leiter der Jugendstunde. Von jungen Jahren an hat er viele Verkündigungsdienste in unserer Versammlung getan, ebenso auch in umliegenden Versammlungen. Über viele Jahrzehnte war er der „Motor“ der Christlichen Versammlung Manderbach. Er liebte die Geschwister

Volker Braas, Lothar Jung, Markus Wäsch, Wenke Peter

in unseren Versammlungen, aber auch die in anderen Drei Jugendmissionare sind in unserer Gemeinde zu Hause,

Kreisen, in denen er manchen Predigtdienst getan hat.

die bundesweit Jugendevangelisationen, Jugendtage,

Sonntagschule 1931 mit Oskar Braas (rechts) und Ernst Schlemper (links)

Seminare, Freizeiten und Missionseinsätze durchführen:

18

Volker Braas (seit 1979), Lothar Jung (seit 1989) und Markus Wäsch (seit 1998). Sie arbeiten im Rahmen der Christlichen Jugendpflege e.V. (Jugendwerk der Brüdergemeinden in Deutschland), die ein Regionalbüro in der Kirchstr. 4 (ehemaliges Versammlungsgebäude) unterhält. Hier arbeitet auch Wenke Peter seit 2001 als Mitarbeiterin für Verwaltungsaufgaben u.v.a.m.

Familie Gräbe

150 Jahre Geschichte der Christlichen Versammlung Manderbach im Überblick 1852 Pfarrer Anthes aus Frohnhausen berichtet erstmals

Sonntagsschule in der Kirchstr. 4

1950 Mit Schreiben vom 28.02.1950, erklären die

Bauzeichnung Kirchstr. 4

von einer Hausversammlung am 28. November

Brüder rückwirkend zum 01.01.1950 den Austritt

1852 in Manderbach, welche von Karl Richter

1911 Im Febr. 1911 stellt Joh. Hch. Lückhof 3. einen

aus Dillenburg gehalten wurde. Er teilt seinem

Bauantrag für die Errichtung eines Versamm-

Zusammenschluss des BfC mit dem Bund der

Dekan am 03.12.1852 mit, dass „Karl Richter

lungsgebäudes auf seinem Grundstück. Die Bau-

Baptisten 1941), mit folgenden Worten: „Wir

aus Dillenburg baptistische Konventikel (priv. relig.

genehmigung wird am 25.03.1911 erteilt.

Am

Versammlung) in Manderbach halte“. Und das nicht

1912 Am 24.02.1912 Abschluss eines Gesellschafts-

nur einmal, sondern schon mehrere Male.

aus dem „Bund ev. freik. Gemeinden“

20.05.1937

wird

zu gehen und wollen uns das

Verfügung

schmalem Pfad bewahren.“

Geheimen

Staatspolizei

vom

weite Herz auf

vertrages vor dem Königlichen Notar Blitz durch

03.06.1937 muss der Verein aufgelöst werden,

1853 Auf Verlangen von Pfarrer Anthes verfasst

die Brüder: 1. Buchdrucker Ludwig Walter, 2. Rotten-

welches durch Beschluss der Mitgliederversamm-

1950 Am 19.11.1950 Neufassung einer Satzung mit

Bürgermeister Braas (Manderbach) am 25.01.1853

führer Wilh. Lückhof 3., 3. Landwirt Heinrich

lung am 08.07.1937 geschieht. Zwischenzeitlich

erneuter Gründung eines Vereins unter dem

ein Dokument über eine solche Hausversammlung,

Fiedler 2., 4. Schmied Karl Wege, 5. Schreiner Richard

wird der von der Regierung gefordert „Bund

früheren Namen „Christlicher Verein Gemeinwohl

welche am 23.01.1853 im Haus des Peter Held

Schlemper.

freikirchlicher Christen (BfC)“ gegründet. Diesem

Manderbach e.V.“. Nachtrag zu dieser Satzung am

stattgefunden hatte.

§1

Bund

Manderbach

23.05.1951. Eintragung ins Vereinsregister am

unbegrenzten Anzahl von Personen die Möglichkeit

mit Schreiben vom 11.06.1937 bei. Als erster

15.10.1951. Vorsitzender Oskar Braas, Stellvertreter

1853 Ostern findet die erste Taufe in der Dill statt.

zu bieten, sich in religiöser Hinsicht nach den

Ortsbeauftragter wird Karl Kloft benannt. Laut

Rudolf Lückhof.

Peter Held und Christina Blicker sind die Ersten aus

Gedanken Gottes, das heißt auf biblischer Grund-

Auflistung hat die Versammlung zu dieser Zeit

Manderbach, die sich der Glaubenstaufeunterziehen.

lage

34

Der

Zweck

der

Gesellschaft

ist,

einer

tritt

die

Versammlung

Jugendliche).

1953 Schreiben an den BefG vom 31.10.1953 mit

Gesellschaftszweckes soll von Joh. Hch. Lückhof 3.

Mit Schreiben vom 23.06.1937 an die Ortspolizei-

der Bitte um Übertragung des Versammlungs-

1880 Die Versammlung Manderbach wird bereits - neben

ein Gebäudegrundstück erworben werden, in wel-

behörde wird die Aufhebung der Beschlagnahme

Grundstücks auf den neu gegründeten Verein.

anderen deutschen Gemeinden- in einem englischen

chem die religiösen Versammlungen abgehal-

und Rückgabe des Schlüssels gefordert, welche

Am 15.03.1954 wird der entsprechende Vertrag

internationalen Verzeichnis der Brüdergemeinden

ten werden sollen.

dann auch erfolgt, so dass die Geschwister

vor dem Notar abgeschlossen.

zu

versammeln. Zur

Erreichung

dieses

aufgeführt. Zusammenkünfte finden im Hause des

Glieder

(ohne

Kinder

und

sich wieder versammeln können.

Johannes Heinrich Lückhof 3. in der Neustr. 18 statt.

1931 Gründung des Vereins „Christlicher Verein Gemein-

Im dörflichen Sprachgebrauch nannte man dieses

wohl Manderbach e.V.“. Am 16.09.1931 wird dieser

1945 Am 17.10.1945 wird das Versammlungshaus von

Haus: „Huck`s Haus“, deshalb auch viele Jahrzehnte

Verein als Rechtsnachfolger für die vorgenannte

Bürgermeister Diehl für Wohnzwecke beschlag-

im Dorf die Formulierung „Huck`s Versammlung“.

Gesellschaft gegründet. Vorsitzender wird Kultur-

nahmt und der Türschlüssel eingezogen. Aufgrund

baumeister Oskar Braas und sein Stellvertreter

eines Schreibens vom 19.10.1945 an die Militärr-

der Landwirt Rudolf Lückhof.

egierung wird die Beschlagnahme aufgehoben.

1881 Über 1/12 der 550 Einwohner von Manderbach (lt. Aufzeichnungen von Pfarrer Spieß).

Bauliche Maßnahmen und Veränderungen am Versammlungshaus, Kirchstr. 4 1955 Vergrößerung des Eingangsvorbaues mit Küche 1966 Deckenaufhängung eingebaut (Säulen im Saal entfallen)

sind inzwischen aus der Kirche ausgetreten

1932 Auflösung des Gesellschaftsvertrages und Übertragung des Vermögens am 27.12.1932 auf den

20

beabsichtigen den Weg der freien Brüdergruppe

das Versammlungshaus

beschlagnahmt und der Schlüssel eingezogen. Laut der

(BefG-

neuen Verein.

1937 Verbot

der

„Christlichen

Versammlung“

am

13.04.1937 durch Heinrich Himmler, den Leiter der Geheimen Staatspolizei des NS-Regimes.

„Hucks-Haus“ heute (im Hintergrund das alte Versammlungsgebäude)

Erste Dienste nach dem Krieg in unserem Haus 1946 Evangelisation mit Albert Werkshage 1947 Evangelisation mit Heinz Hoyer 1947 Bezirks-Jugendtreffen in Manderbach, Thema: „Jesus in der Mitte“

1948 Evangelisation mit Josef Kausemann 1948 Evangelisation mit Fritz Fehl

1968 1977 1979 1981

Anbau einer neuen Toilettenanlage Dachausbau für Jugendraum und Küche Einbau eines Taufbeckens Teilweise Erneuerung der Zwischendecke

21

Erster Gemeindeausflug 1958

Altes Versammlungshaus Kirchstr. 4

1958 Erster Gemeindeausflug 1958 nach Bad Münster/a. Stein und Niederwalddenkmal/a. Rhein

1965 Zeltevangelisation mit Josef Kausemann und Rudolf Hohage

1981 Zeltevangelisation mit Manfred Paul vom Missionswerk Heukelbach

1983 Durch starkes Wachstum unserer Gemeinde wird unser Versammlungshaus in der Kirchstraße 4

1993 Abgabe des Bauantrages im August. Daraufhin

2000 Ab Juni 2000 Beginn einer Teenagerarbeit

muss der Bebauungsplan geändert werden und eine Fläche „Für religiöse Zwecke“ ausgewiesen

2000 Im August erstmals ein jugendmissionarischer

werden, da sonst ein solch großes Gebäude

Einsatz mit dem Young-MobiTreff der „Barmer

nicht gebaut werden darf.

Zeltmission“

zu klein.

1972 Erste Jugendevangelisation: Referent Erwin Schwarzwälder

1994 15.06.1994 Baugenehmigung bei der Bauaufsicht 1984 Die Brüderstunde beschließt am 23.11.1984 eine

abgeholt.16.06.1994 Baubeginn

„Doschtlöscher“ (für junge Christen) und „Limo“

Baurücklage für eine Erweiterung oder einen Neubau

1974 Zeltevangelisation mit Adolf Wüster

(evangelistisch)

zu bilden. Am 20.03.1985 Beschluss, an jedem

2002 Zweiter Einsatz mit dem Young-Mobi Treff

2. Sonntag eine Sondersammlung für Bauzwecke

1974-1980

2001 Beginn der regelmäßigen Jugendgottesdienste

durchzuführen.

der „Barmer Zeltmission“

Initiiert durch Jochen Lagemann, Leiter der Deutschen Inland Mission, beginnt die Jugend

1984 Zeltevangelisation mit Joachim Schnell

2002 Vortrag von August Jung am 17.11.2002 über

missionarische Einsätze in der Eifel. Über 6 Jahre

seine Recherchen über „die Entstehung der Ver-

fahren sie jeden Samstag nach Gemünd, um

1985 Jugendevangelistischer Einsatz mit dem neuen

sammlungen im hiesigen Raum – speziell Versamm-

in der Fußgängerzone dieser katholischen Klein-

„Mobilen Treffpunkt“ der Barmer Zeltmission

lung Manderbach 1853“, gemäß Unterlagen aus

stadt Traktate zu verteilen, missionarische Bücher anzubieten, Jungscharstunden durchzuführen und zu Gesprächen in einer Teestuben einzuladen.

dem Archiv der Evangelischen Kirche Hessen-

1987 Wegen der Enge im großen Saal muss der

Nassau in Darmstadt

Jugendraum im Dachgeschoss für Versammlungs-

2003 Zeltevangelisation mit Prof. Dr. Werner Gitt und

stunden mit genutzt werden.

1976 Auf Initiative der Versammlung Manderbach: Stadt-

Markus Wäsch. Gemeinsame Arbeit mit der

weite Evangelisation in der Stadthalle Dillen-

1988 Antrag an die Stadt Dillenburg auf Ausweisung

1995 08.10.1995: Nach 15 Monaten Bauzeit versammelt

burg mit Hans-Dieter Schäfer vom Missions-

eines Baugeländes „Im Bitzen“. Angebotenes Ge-

sich die Gemeinde zum ersten Mal im neuen

schenkt uns eine hervorragende Zusammenarbeit.

werk Neues Leben

lände nicht akzeptiert.

Haus. Am 12.11. erfolgt dann die offizielle Ein-

Ergänzend zur Zeltevangelisation: Ausstellung über

weihung

„Weltreligionen.“

1979 Stadtweite Evangelisation in der Stadthalle Dillenburg mit Hans-Jürgen Zimmermann vom

1991 Erneuter Antrag am 19.11.1991 auf Baufläche im neuen Baugebiet „Fauleborn“

JEW (Jugend-Evangelisations-Werk), ebenfalls auf unsere Initiative

22

„Jugend für Christus“

weiteren

Veranstaltungen

hat unsere Gemeinde etwa 200 Glieder inkl.

1992 Zusage der Stadt Dillenburg, dass ein Baubeginn 1998 Beginn einer Jungschararbeit ab 23.10.1998 1999 Vom 31.10.-07.11.: Große Bibelausstellung (von Alexander Schick, Westerland)

1992 Erste Gemeindefreizeit vom 23.-25.10.1992 in Daun/Eifel

2003 19.10.2003: Heute dürfen wir in Dankbarkeit auf 150 Jahre Gnade und Treue Gottes mit unserer Gemeinde zurückschauen. IHM sei die Ehre!

da alle Versorgungsleitungen bis zu unserem Bauplatz vorhanden sind

im

Gott

Rahmen dieser Einweihung. Zu diesem Zeitpunkt Kinder und Jugendlichen.

vor Erschließung des Baugebietes möglich ist,

1981 Jugendevangelisation mit dem Tee-Mobil von

mit

Evangelischen Gemeinschaft Manderbach.

23

Die Anfänge der Brüderbewegung im Dillkreis, besonders in Manderbach I. Erweckliche Aufbrüche in der Evangelischen Kirche

eine kirchliche Richtung hatten, indem sie erbauliche Schriften

Denn von Siegen her brach ein anderer Pietismus sich

an die Sakramente und sogar an das Kirchengebäude. Ihre

miteinander lasen, eine Vorbereitung auf die öffentlichen

Bahn, ein missionarisch-aggressiver Pietismus, der Buße

Separatismuskritik ging manchmal so weit, dass sie diese

Gottesdienste und eine Nachfeier derselben suchten, sich

und Bekehrung verkündigte und das kirchliche Amt

»Pietisten« all der hässlichen Dinge verdächtigten, die der

»Es war nur ein kleines Häuflein gläubiger Seelen, das

im Leben nicht eigentlich absonderten, die fleißigsten

nicht sonderlich achtete. Diese Bewegung ist verbunden

Apostel Paulus in seinem Lasterkatalog Römer 1, 18 ff. den

sich anfangs der 20er Jahre [des 19. Jahrhunderts] in

Kirchgänger waren, zwar an weltlichen Lustbarkeiten nicht

mit dem Namen des Schuhmachers Heinrich Weisgerber

Heiden vorwirft. Kein Wunder, dass die also Kritisierten

Herborn im Hause der Familie Reichard zur Betrachtung

Theil nahmen, sie aber nicht verdammten, sie auch nicht den

(1798-1868) aus Siegen-Eisern. Er war einer der Väter der

sich immer mehr separierten und sich Gottes Wort in ihren

des göttlichen Wortes sammelte«. Diese knappe Notiz von

jüngeren Gliedern ihrer Familien untersagten«.

Siegerländer Erweckungsbewegung. In den 30er Jahren

Konventikel gegenseitig zusprachen.

Ludwig Tiesmeyer aus dem Jahr 1902 war das einzige, das

24

des 19. Jahrhunderts kam er öfter in unsere nassauischen

25

man bisher von dem Beginn der Erweckungsbewegung

Und Pfarrer Christian Friedrich Lex (1811- ?) in Herborn

Dörfer

begriffenen

Für unsere Heimat wurde – neben dem gerade erwähnten

im Dillgebiet wusste. Neuerdings können wir mehr

(1841-1853), auch Lehrer am Seminar, sagt weiter über sie:

erwecklichen Kreisen einen kräftigen Aufschwung. 1831

Weisgerber – der Schuhmacher Jakob Schramm aus

berichten: Nach einer Mitteilung von Seminardirektor Dr.

»Es waren still und harmlos lebende Pietisten, d. h. beschaulich

predigte er einem kleinen Kreis Erweckter in Haiger.

Dillenburg zum Vater geistlicher Aufbrüche. 1842 kehrte

Wilhelm Otto (1800-1871) in Herborn, der den Pietisten

und ernst mit Christo Umgehende«. Diese fast Tersteegensche

Doch die Kirchenbehörde in Wiesbaden sah darin (1833)

er aus Frankfurt zurück, wo er das Schuhmacherhandwerk

wohlgesonnen war, bestand dieser Kreis »schon, soweit ich

Beschaulichkeit in häuslichen Andachten änderte sich bald

eine Gefahr für die Kirche und den Staat. Was unser

erlernt und eine Weile ausgeübt hatte. Dort hatte er

mich erinnere - und das ist seit 1818«. In den Dekanatsakten

mit dem verständlichen Bedürfnis nach Gemeinschaft mit

Kirchspiel Frohnhausen betrifft, so findet sich im Blick auf

in einem spenerschen Kreis (Ph. J. Spener, 1635-1705,

schreibt er weiter: »Die sogenannten Pietisten haben bisher

Gleichgesinnten andernorts. So ergaben sich Kontakte mit

Weisgerber in den Frohnhäuser »Kirchspiel-Nachrichten«

Begründer des Pietismus) zum persönlichen Glauben

erbauliche Zusammenkünfte gehalten, von denen nicht

ähnlich ausgerichteten Kreisen in Herborns Nachbarschaft.

eine hochwichtige Notiz aus der Feder von Pfarrer Georg

an Jesus Christus gefunden. Hier in seinem Heimatort

bekannt geworden ist, dass etwas Ungehöriges darin

Diese Weiterung erregte den Verdacht der Wiesbadener

August Kreidel (? -1847) in Frohnhausen (1833-1841)

gewann er zunächst seine beiden Brüder Karl und Heinrich

vorkommt. Sie besuchen den öffentlichen Gottesdienst,

Regierung, die im Jahr 1828 anordnet, eine »sich bildende

aus dem Jahr 1834. Er schreibt dort: »Der Pietismus, der

für Christus. Sodann auch seine Nachbarn, den Schreiner

nehmen an der Feier des heiligen Abendmahls theil, zählen

Separatisten-Parthei in Dillenburg, Niederscheld und Eibach,

da und dort, aus dem Siegenschen angeregt, aufflammte,

Philipp Richter (1816-1914) - jener entscheidende Mann für

achtungswerthe Hausmütter und Hausväter unter sich und

sowie ihre Anhänger und deren Treiben im Stillen durch die

wurde durch ein schnelles und kräftiges Einschreiten der

die Brüderbewegung – und dessen Zwillingsbruder Karl.

unterscheiden sich von ihren Mitbürgern nur durch den Drang

herzöglichen Schultheisen beobachten zu lassen«, sowie in

Polizei und Bestrafung derjenigen, welche an einer durch

Letztere waren es auch, die bereits 1847 die Genehmigung

nach öfterer gemeinsamer Erbauung über den Familienkreis

deren Konventikeln (private religiöse Versammlungen)

den Muckerapostel Weisgerber aus Siegen bei einem hiesigen

für Hausversammlungen beantragten - noch abgelehnt!

hinaus, als die kirchlichen Einrichtungen es gewähren.«

außer den Familienangehörigen keine Auswärtigen

Schuster [Johannes Waldschmidt, 1777-1859] gehaltenen

Doch ein Jahr später (1848) genehmigte Herzog Adolf

und Ausländer (etwa Preußen), geschweige denn deren

Versammlung am 2. Weihnachtstage 1834 theilgenommen

von Nassau diesen Männern einen »Missionshülfsverein«,

Auf wessen Initiative hin sie im Hause Reichard

Leitungs- und Verkündigungsdienste zu dulden. Der

hatten, im Entstehen unterdrückt. Die Matadoren werden

kirchlich-unabhängig, was die Geistlichen erheblich

zusammenkamen, ist nicht bekannt. Zu erwägen ist

geistliche Spielraum der Erweckten war demnach ziemlich

freilich bleiben, was sie sind – aber solange die Conventikel

verärgerte, hatten sie doch seit Jahren ähnliches für

immerhin, ob das Theologische Landesseminar mit seinen

eng, doch wurde das noch nicht als Nachteil empfunden;

nicht zu Stande kommen, ist für die vernünftige Lehre nichts

kirchliche Verhältnisse vergeblich erbeten. Jetzt durften

Professoren und Kandidaten hier einen gewissen Einfluss

lebten sie doch bewusst in amtskirchlichem Rahmen. Das

zu fürchten«.

die Pietisten in ihrem »Verein« sich nach Recht und Gesetz

ausgeübt hat. Pfarrer Wilhelm Bauer (1810-1861) in

sollte sich bald ändern.

und

gab

den

im

Entstehen

versammeln, singen, beten und Gottes Wort betrachten

Herborn (1835-1861), seit 1835 selber Lektor am Seminar,

Pfarrer Kreidel war nur einer unter vielen, der sich über

und vor allem den Missionssinn wecken. Wie die folgende

verweist auf diesen Kreis als auf »schon seit langem

den Vormarsch der Pietisten ärgerte. Sie, die Pietisten,

Auflistung zeigt, sammelte der Missionsverein die besten

bestehende Zusammenkünfte, deren Theilnehmer unter dem

verkündigten nämlich Buße, Bekehrung, Heiligung und

missionarischen Kräfte in sich.

Namen ‚die Frommen` bezeichnet wurden, die aber durchaus

in ihren häuslichen Zirkeln pflegten sie die Bruderschaft der Glaubenden. Viele Pfarrer dagegen banden in ihrer orthodoxen Grundhaltung alles Heil an das kirchliche Amt,

Philipp Richter 1816-1914

Zum Vorstand gehörten: Schuhmacher Jakob Schramm,

Und das gilt nun für das ganze obere Dillgebiet. In Eibach,

und einige einzelne Personen aus hiesiger Stadt dieser

Philipp Richter in Dillenburg, einer

sodann sein Bruder Karl Schramm, ein Schreiner, auch

Donsbach, Sechshelden, Manderbach, Frohnhausen und

Gemeinschaft angehören«. Dass Herborn neben Dillenburg

der missionarisch angriffigen Wort-

Schreiner Philipp Richter, Lithograph Adolf Richter,

anderswo erstarken die pietistischen Zirkel, denen es

zu einem weiteren Zentrum der Erweckten wurde, mag

führer, wurde wegen der kirchlichen

alle aus Dillenburg, Buchbinder Philipp Baumann und

schwer fällt, sich an die von oben verordnete Beschränkung

damit zusammenhängen, dass dort im Jahr 1849 noch

Dauerkritik ärgerlich und nannte

Bierwirt Ludwig Wissenbach aus Herborn, Landwirt

auf 12 bis 15 Personen zu halten. Darüber wird nun der

ein zweites Missionsfest gefeiert wurde, wobei auch

Dekan Keim einen »Baalspfaffen«

Johann Hofman aus Oberroßbach, Lehrer Hoeser aus

überaus orthodoxe Dekan Carl Keim (1794-1868) aus

diesmal der erweckte Pfarrer Johann Christian Wallmann

und dieser jenen einen »Wahn-

Offdilln, Gerber Jakob Rußwurm aus Haiger, der oben

Dillenburg (1835-1861) fürchterlich erbost. So ab 1851,

(1811-1865) aus Barmen, Inspektor der Rheinischen

sinnigen«. Verständlicherweise begannen diese dauernd

bereits genannte Schuster Johannes Waldschmidt aus

nachdem er den jungen Pfarrer August Bode (1824-1897)

Mission von 1848-1857, Buße und Bekehrung predigte.

gemaßregelten Brüder, sich nach anderen Möglichkeiten

Frohnhausen und schließlich auch Lehrer Wilhelm Türk aus

von Dillenburg (1847-1851) nach Schönborn bei Weilburg

So erwähnt der Herborner Pfarrer Lex im Jahr 1852, dass

von Kirchesein umzusehen, was kirchengeschichtliche

Manderbach. Diese ehrenwerten Männer hielten natürlich

versetzt hatte - Bode verursachte eine kleine Erweckung -,

der Pietismus in seinem »ländlichen Kirchspiel zu Amdorf

Konsequenzen hatte. Denn die mit der Gründung

in ihren Heimatdörfern Versammlungen ab und breiteten

schreibt er einen Brief nach dem anderen an kirchliche und

mehrere Anhänger hat, wenige auch zu Uckersdorf und

des

die Erweckung im oberen Dillgebiet aus.

staatliche Behörden und fordert polizeiliche Maßnahmen

Burg; Neigung dazu findet sich auch in Hörbach und

weckungsbewegung ging zum großen Teil an der Kirche

gegen »diesen unlauteren Pietismus«, der doch nichts

Hirschberg, wozu sehr oft welche aus Herborn, Dillenburg,

vorbei, im Unterschied zu der Siegerländer, die durch

In Dillenburg trafen die Missionsfreunde sich in Richters

weiter sei »als eine Demokratie auf kirchlichem Gebiet«.

Sechshelden, Donsbach und Manderbach gesellen; ja, es

Tillmann Siebels Einfluss in der Kirche verblieb. Die

Haus, wie auch bei Philipp Thielmann in der Marbach

Man spürt es Keims Worten ab, um was es im Grunde

hat auch nicht an Candidaten unseres Seminars gefehlt«.

Richters hingegen lösten sich zunehmend von ihrer Kirche,

und im elterlichen Haus des Jakob Schramm. Ihre

geht: Es ist der Kampf des Amtes gegen das Allgemeine

Versammlungen verblieben zwar noch im kirchlichen

Priestertum, das sich, nach seiner Meinung, all zuviel

Genauso hat auch Pfarrer Hatzfeld in Breitscheid seine

gläubiger Pfarrer bis hin nach Burbach (Pfr. Rumpäus)

Rahmen, wie auch jene im Siegerland, zu denen eine

geistliche Rechte anmaßt: Diese ungelehrten Männer

liebe Not mit den Pietisten, die seiner Meinung nach von

und wurden ihrerseits zu Predigern des Evangeliums.

rege Verbindung bestand, aber sie hatten doch ihren

predigen, evangelisieren, legen die Bibel aus usw., was

Siegen und Wuppertal aus »geleitet und bestärkt« werden:

Sie gingen – buchstäblich »gingen«, es gab noch keine

anfänglichen beschaulich-erbaulichen Charakter zu einem

doch allein den Pfarrern zusteht! Letztere argumentieren

»In Medenbach halten sie wöchentlich zweimal (Donnerstags

Autobahn, noch keine Eisenbahn, die Trasse Dillenburg,

missionarisch-aggressiven hin verändert. So berichtet

gegen Erstere – unter denen ja buchstäblich einige

und Sonntags) Versammlungen zur Privaterbauung ab und

Haiger, Siegen wurde erst 1915 gebaut – bis in das

Schramm seinem Freund Tillmann Siebel (1804-1873)

Schuhmacher sind – mit dem Sprichwort: ne sutor ultra

zwar im Haus des Schuhmachers Nicodemus. Die Zahl der

preußische Siegerland, das ja kürzlich erst (1815) aus

in Freudenberg, dem anderen Vater der Siegerländer

crepidam (Schuster bleib bei deinem Leisten)!

Theilnehmer besteht aus ohngefähr Vierzig, verschiedenen

dem

Alters und Geschlechts. Ihre Versammlung wird gewöhnlich

war und erfuhren dort ein noch viel lebendigeres

Erweckungsbewegung, am 09.02.1849 folgendes: »In

Missionshilfsvereins

beginnende

Nassauer

Er-

orientierten sich nach draußen, besuchten die Predigten

Herzogtum

Nassau

ausgegliedert

worden

meiner Wohnung haben wir den Winter über Donnerstags-

Auch einige Herborner Bürger waren im Vorstand des

von Auswärtigen benachbarter Orte Donsbach, Amdorf,

Gemeinschaftsleben. Sie wurden zu begehrten Stun-

und Sonntagsabends Versammlung, und diese ist bis jetzt

Missionsvereins. Sie betrachteten – so Pfarrer Bauer - ihren

Uckersdorf besucht. Sie gehen eifrig auf Gewinnung neuer

denhaltern. Ihre evangelistische Gabe sprach sich im

oft nahe an 100 Personen etliche mal wohl darüber gewesen.

örtlichen Konventikel als »eine Fortsetzung der schon

Genossen aus durch Verbreitung von Missionsschriften und

Land herum. Sogar im Evangelischen Brüderverein im

Es wundert mich oft, wie die Leute sich trotz dem sehr engen

seit langem bestehenden Zusammenkünfte« im Hause

Traktätchen, welche sie meistens aus dem Wupperthale

fernen Elberfeld wurde man 1851 auf sie aufmerksam und

Raum doch immer wieder einfinden. Es scheint überhaupt mit

Reichard, die neuerdings (1852) »Sonntags und Donnerstags

beziehen sollen. Auch suchen sie durch Einladen, durch

überlegte dort, ob man sie nicht zu Vereinsboten berufen

Dillenburg eine andere Wendung zu nehmen. Eine geistliche

regelmäßig von 7 bis 10 Uhr im Haus des Buchbinders

Zureden zur Bekehrung, durch Besuche in umliegenden Orten,

solle. Immerhin wurden sie von dorther mit den oben

Gährung und Bewegung ist ziemlich sichtbar«.

Baumann gehalten« werden, wo denn auch der Bierbrauer

wo noch keine Conventikel bestehen, diese daselbst ins Leben

genannten »Traktätchen« versorgt.

Wissenbach und der Schreiner H. Weyel das Wort ergreifen.

zu rufen. Namentlich sollen Dillenburger und Herborner

Auch, so Bauer weiter, kommen dauernd auswärtige

Pietisten in dieser weiteren Ausbreitung ihrer Parthei sehr

Reiseprediger von Dillenburg und Siegen hierher. »Im

thätig sein... Sie stehen offenbar mit Gleichgesinnten aus der

Ganzen mögen ungefähr fünfzehn bis zwanzig Familien

Gegend von Siegen, Barmen etc. in Verbindung und werden

26

von dort aus geleitet und bestärkt«.

Haus Richter in Dillenburg, Kirchberg

27

II. Weichenstellung zum Baptismus Im

Kasseler

Kurhessen

wurde

schon

1840

eine

Vömel (1828-1899) in Oberroßbach (1852) seinem Dekan

Baptistengemeinde gegründet. Deren Prediger, der

meldet, »dass in Manderbach Kirchspiel Frohnhausen ein

Schreiner Jakob Becker (1819-1876) aus Fronhausen/Lahn,

Kolporteur einer aus der ev. Kirche ausgetretenen Baptisten-

erfuhr von dem geistlichen Leben im Siegerland und

Gesellschaft kirchenfeindliche und moralisch bedenkliche

besuchte im Winter 1851/1852 die mennonitische Familie

Lehren verbreite«.

Heinemann auf dem Hofgut Langenau bei Weidenau. Zwei

28

Ende September 1852 kam Wilhelm Alberts (1823-1865)

ihrem Vereinsaustritt am 11.12.1852 - das sei im Vorgriff

der Töchter (die Anna und die Maria, 21 und 23 Jahre alt)

Als Reaktion suchte Dekan Keim nun keineswegs das

zum ersten Mal als Bote des Brüdervereins ins Nassauische

gesagt - ließen »Brockhaus, Alberts nebst sieben anderen«

wurden dermaßen stark für die Glaubenstaufe gewonnen,

Gespräch mit seinen Kirchspielkindern, sondern stellte sich

und hielt Versammlung in Dillenburg. Danach predigte er

sich taufen. Alberts seinerseits wurde im Bergischen Land

dass sie bei der erstbesten Möglichkeit elterlicher

feindlich gegen sie und trieb sie dadurch aus der Kirche. Im

in Eibach, wohin Polizisten ihm nachjagten und über die

sogar zum bekannten Täufer. Und die Brüder Richter

Abwesenheit (Sonntag, dem 1. Februar 1852) ihre Kleider

Sommer 1852 ließen die Gebrüder Richter sich zu Boten

Kalteiche ins preußische Siegerland zurückschafften. Er

waren an dieser baptistischen Weichenstellung wesentlich

packten und abhauten (Zitat: »denn schon oftmals war

des Brüdervereins gewinnen – bei halbtäglicher Tätigkeit.

hatte nämlich in Richters Stube 45 Personen versammelt;

beteiligt.

ihnen gesagt, ließen sie sich taufen, so müssten sie aus dem

Wie das Protokollbuch des Brüdervereins ausweist, waren

bekanntlich waren nur 15 erlaubt. Vorher konnte er jedoch

Hause«), um sich von Prediger Becker in Fronhausen/Lahn

sie dort bereits gut bekannt. So notiert Carl Brockhaus,

noch einige Versammlungen in Haiger halten, wo sogar

Das führt zurück zu dem Brüdervereins-Protokoll

taufen zu lassen. Doch die Eltern entdeckten am nächsten

der Schriftführer, den Bericht über ihre zurückliegende

sein Zuhörer Pfarrer Emil Ohly (1830-1888) in Haiger (1852-

vom Herbst 1852, wonach die Richters »sich der

Morgen die Flucht und ließen die Töchter wieder zurückholen.

Tätigkeit und ihre gegenwärtigen Pläne folgendermaßen:

1877) ihm nach geendeter Predigt bescheinigte: »Ein solch

Baptistengemeinde anzuschließen« gedenken. Doch wie

In den folgenden Tagen kamen führende Brüder, u. a. auch

»Gebrüder Carl und Philipp Richter aus Dillenburg

kräftiges Wort kann uns nur willkommen sein und ich freue

ist das zu verstehen? In ganz Nassau gab es zu dieser

Tillmann Siebel zu ihnen, um ihnen die Glaubenstaufe

berichteten über die Regung im Siegenschen durch die

mich, einen solchen Mitarbeiter zu haben«.

Zeit noch keine Baptistengemeinde! Außerkirchliche

auszureden. Zitat: »Wir aber bleiben bei Gottes Wort«.

Wirksamkeit unseres Vereins..., über ihre Wirksamkeit und

Versammlungen waren streng verboten. Doch drüben

Verfolgung im Nassauischen, über den Hass der Welt, über

Bei dieser ersten nassauischen Reise kam es zur

im Kurhessischen, in Fronhausen/Lahn, gab es seit 12

Diese verhinderte Taufe wurde in den dörflichen

unsere Handblätter, über ihren Streit mit der Regierung

Freundschaft zwischen Alberts und den Richters, wie

Jahren eine Baptistengemeinde, wiewohl sie von den

Verhältnissen des Siegerlandes zum Tagesgespräch und

und den dortigen Predigern [Pfarrern], über den Wunsch

auch zu einer näheren Begegnung mit der unlängst (am

Kasseler Behörden unsäglich verfolgt wurde. Deren

in ihrem Für und Wider heftig diskutiert. Auch Philipp

mehrer Brüder aus der Landeskirche auszuscheiden und

10.8.1852) getauften Maria Heinemann aus Langenau; sie

Prediger Becker war von Johann Gerhard Oncken

Richter, der mit Tillmann Siebel und Carl Brockhaus an

sich der Baptistengemeinde anzuschließen.«

begleitete Alberts nämlich auf dieser Reise. Einen Monat

(1800-1884), dem Begründer des deutschsprachigen

einer Konferenz zur Gründung des Reisepredigervereins

später predigten sie (Richter, Alberts und Brockhaus)

Baptismus, ordiniert worden. Wegen seines Zeugnisses

im April 1852 teilnahm, erfuhr bei dieser Gelegenheit

anlässlich einer Brüdervereins-Konferenz in Siegen, »wozu

wurde er von den Behörden wie ein Verbrecher behandelt

davon und öffnete sich für baptistische Gedanken,

selbst mehrere Gläubige 10 Stunden weit hergekommen

– seiner Güter beraubt und öfter ins Gefängnis geworfen.

denn schon längst bot ihm und seinesgleichen seine

waren«. Doch ihre innere Verbindung zum Brüderverein

Über das Frühjahr und den Sommer hin (1852) hatte

heimatliche Kirche keine Heimat mehr. So muss man sich

gaben sie allmählich auf, indem sie die Gläubigen in

er das Nassauische besucht und die Richters von der

nicht wundern, dass, wie Dekan Keim zu berichten weiß:

Privatkreise sammelten. So sagt der vorerwähnte Tillmann

Glaubenstaufe überzeugt.

»schon um Pfingsten 1852 [31.Mai] baptistische Emissäre

Siebel gelegentlich der kritischen Mitgliederversammlung

(Abgesandte) mit ihm Umgang pflegten«. Einige Wochen

des Brüdervereins am 11.12.1852, »daß Alberts allerdings

später, im Juni 1852, führt der Weg dieser »baptistischen

in jener Gegend [im Siegerland] Propaganda für den

Emissäre« auch nach Manderbach, worüber Vikar Ernst

Separatismus unter den jungen Erweckten gemacht, die nachher kaum ihn [Siebel] und andere Gläubige noch als Brüder angesehen.«

Familien Kloft u. Wege

29

Und dann geschieht Mitte November 1852 das bis dahin

an das Bischöfliche Kommissariat nach Wiesbaden und

Erstaunlich, dass selbst der bekehrte Pfarrer Anthes

völlig Unbekannte, Vergessene oder Verschwiegene,

legen ein »Glaubensbekenntnis« ihrer neugegründeten

– diese »Nachtigall des Dietzhölztales« – noch in dem

wie auch immer, nämlich: Drei Männer, Karl und Philipp

»Getauften Christengemeinde« in Dillenburg bei. Dieses

alten cyprianischen Denken aus dem 3.

Richter und Philip Thielmann reisen eineinhalb Tage in

Glaubensbekenntnis (siehe Seite 38) – wohl kaum von

befangen ist, nach dem »extra ecclesiam non salus est«,

der Postkutsche mit Übernachtung in Gladenbach nach

theologischen Laien verfasst – ist formal und inhaltlich ein

d. h., »außerhalb der Kirche gibt es kein Heil«, was von ihm

Fronhausen, um sich von Prediger Becker in der Lahn

wahres Kleinod. Es bekennt, was ohnehin allen Christen

und seinen Amtsbrüdern offensichtlich dahin verstanden

taufen zu lassen. Die Kunde von diesem Ereignis läuft

gemein ist. Taufe und Abendmahl sind, über jeden Streit

Baptisten in Dillenburg eine nicht geringe Zahl Gläubiger

natürlich von Ort zu Ort - man denke: die ersten baptistisch

erhaben, eine dauernde »göttliche Einsetzung«.

in Verwirrung gebracht haben und in Sechshelden und

Getauften im Herzogtum Nassau! Dekan Keim ist entsetzt

wurde: Außerhalb der Kirchenmauern gibt es kein Heil!

31

Manderbach sollen auch etliche bereits gewonnen sein...

Über die genannte Manderbacher Hausversammlung

und schreibt Ende November: »Die drei Partheihäupter der

Eben dieses Bekenntnis – das sei im Vorgriff gesagt - nahm

Mit polizeilichen Maaßregeln wird man freilich dem Uebel

bei Peter Held, diesen Anfänger freikirchlichen Lebens in

hiesigen sogenannten Pietistenparthei haben sich vor 14

Carl Brockhaus 3 Monate später (11.02.1853) und legte

nicht begegnen, es nur vergrößern«.

Manderbach, gibt es ein wichtiges Dokument, verfasst von

Tagen bei Marburg taufen lassen und suchen ihre Lehren

es zum Zweck seiner ersten »exklusiven« Gründung in

mit dem Baptismus besonders eigenen Fanatismus zu

Breckerfeld wortwörtlich dem Königlichen Kreis-Gericht

Gerade aber diesem weisen Rat widersetzt sich der

verbreiten«.

in Hagen vor. Oder darf man vermuten, dass Brockhaus

streitbare Dekan Keim und schreibt 6 Tage später nach

»Herrn Pfarrer Anthes zu Frohnhausen.

selbst es war, der es vorab für die Dillenburger Brüder

Oberroßbach zurück (09.12.1852): »Sollten sich baptistische

Auf Ihr Verlangen begab ich mich gestern in die Wohnung

Johannes

verfasst und gelegentlich seines Urlaubs nach dort

Prediger in Ihrem Kirchspiel zeigen, so laßen Sie dieselben

des Peter Held, um mich um die Versammlung, welche

Waldschmidt bekehrte Pfarrer Heinrich Anthes (1821-

gebracht hatte (Brüdervereins-Protokoll vom 27.11.1852:

von den Bürgermeistern austreiben, nöthigenfalls verhaften

am 23. ds. M. in deßen Wohnung stattgefunden hatte, zu

1857) in Frohnhausen/Dill (1851-1857), zu dessen

»Bruder Carl Brockhaus wünschte auf 6 Tage beurlaubt zu

und an das herzögliche Kreisamt [in Herborn] abliefern. Die

erkundigen. Ich fragte den Peter Held, ob der Carl Richter

erwecklichen Gottesdiensten Hunderte von Gläubigen

werden, wogegen keins der Mitglieder etwas einzuwenden

Verantwortung wird von hier aus geleistet werden«.

von Dillenburg lehrend in der Versammlung gewesen wäre,

von weither kommen, dass, »am 28. November [1852]

hatte«)? Fortan benutzten die »Elberfelder« es lange Zeit

Karl Richter von Dillenburg nach Manderbach kam,

als lehrmäßige Grundlage den Behörden gegenüber. Für

Wie man sieht, maßt der Dekan sich polizeiliche Rechte an,

darauf zur Antwort, Richter habe ein Capitel aus der Bibel

einige meiner Kirchspielleute um sich versammelte und

das gemeindliche Innenleben hatte es keine Bedeutung.

was - so hat ja Pfarrer Stuckicht recht - »das Uebel nur noch

aus der Apostelgeschichte vorgelesen, aber keine Erklärung

vergrößert«. Außerdem bringt Keim am 17.12.1852 eine

darüber gethan, weiter darauf gebetet und darnach noch

Sodann

berichtet

der

kürzlich

durch

eine Erbauungsstunde mit ihnen hielt. Er las und erklärte

30

Jahrhundert

Bürgermeister Braas vom 25.01.1853:

und worüber weiter verhandelt worden sey. Er gab mir

in dieser Versammlung einige Kapitel aus der Bibel und

In Manderbach war indessen die baptistische Entwicklung

Kanzelabkündigung betreffs »Wiedertaufe« und Austritts

zusammen gesungen; und seine Frau, welche nicht mit ihres

sprach ein Gebet. Da nun Karl Richter, wie ich höre, zum

fortgeschritten. Der

Anthes

der drei »Parteihäupter« und schließt: »Nachdem wir der

Mannes Glaubenssachen übereinstimmend ist, erklärte mir,

Baptismus übergetreten ist, da sich ferner bei einigen meiner

aus Frohnhausen berichtet am 03.12.1852 seinem

Gemeinde dieses hiermit bekannt machen, warnen wir vor

es habe ihr an diesem Abend sehr gut gefallen. Weiter fragte

Kirchspielkinder in Manderbach baptistische Gelüste regen,

Dekan, »dass Karl Richter von Dillenburg baptistische

den Irrlehren jener Leute«. Ob die Warnung Erfolg hatte? Nur

ich denselben, welche Personen dem beigewohnt hätten. Er

so kann und darf ich es durchaus nicht zugeben, daß Richter

Konventikel in Manderbach halte«. Und das nicht nur

5 Wochen später - mitten im kalten Winter - am 23. Januar

erwiderte: Heinrich Thielmann zu Dillenburg, Johann Heinrich

dort Conventikel hält«.

einmal, sondern schon mehrere Male. Selbigen Tages

1853, findet nachweislich, schwarz auf weiß, die erste

Walter, die Ehefrau des Johann August Heuser und Christina

(03.12.1852) meldet der neue Pfarrer Wilhelm Stuckicht

Baptistenversammlung durch Karl Richter und Heinrich

Blicker, sämtlich von hier. Noch bemerke ich, daß Peter

Und so nimmt der hierzulande völlig vergessene Baptismus

(1825-1890) in Oberroßbach (1852-1861) - anscheinend

Thielmann in Manderbach statt und zwar »im Hause des

Held sich erklärte und sagte, er habe den Richter u. Heinrich

seinen Lauf; nämlich 2 Tage später, am 30. November

wurden damals die Schneisen durch den Hochwald

Peter Held«. So meldet der Frohnhäuser Pfarrer Anthes

Thielmann zum Besuch einmal eingeladen. Held versicherte,

1852, schicken die drei Getauften ein Austrittsschreiben

noch öfter benutzt als heute, - dem Dekanat, dass »die

seinem vorgesetzten Dekan und bittet »veranlassen zu

daß diese Erklärung, die er mir darüber gemacht hätte, die

wollen, daß Richter wegen Abhaltung obiger Versammlung

Wahrheit sey. Weiter habe ich nichts endecken können.

zuständige

Ortspfarrer

zur Untersuchung und Bestrafung gezogen werde«. Freundschaftliche Grüße Bürgermeister Braas«.

Was nun Karl Richters verdächtige Veranstaltung in

zivilen Beamten getraut werden, ein Akt, der bis dahin allein

Es musste erst die Angliederung an Preußen 1866

Manderbach betrifft, so konnte Bürgermeister Braas

dem Geistlichen Amt zustand! Auf diesem Hintergrund

kommen, bis auch im ehemaligen Nassau freikirchliche

keinen Gesetzesverstoß feststellen: etwa Überschreitung

meldet Dekan Keim bestürzt seinem Konsistorium

Christen in rechtlich-geordnete Eheverhältnisse – ohne

der Besucherzahl, Anwesenheit von Kindern usw. Doch die

(oberste Verwaltungsbehörde der Landeskirche), »daß

pfarramtlichen Segen – eintreten konnten. Nebenbei sei

kirchliche Überwachungsbehörde blieb Richter auf den

Johannes Frank von Sechshelden und Christina Blicker aus

noch erwähnt, dass in solchen Fällen Philipp Richter die

Fersen. Hatte er, der bloße Schreiner, nicht Sonntagschule

Manderbach durch einen bürgerlichen Beamten getraut

Ehewilligen in einer feierlichen Zeremonie getraut haben

gehalten, was nur dem ordinierten Lehramt zusteht? So

werden wollen«.

soll, was natürlich keinerlei Rechtskraft hatte.

verklagt Dekan Keim ihn selbigen Tages (23.02.1853) vor

33

der Kreisbehörde in Herborn wegen folgendem Vergehen:

Die Sache geht weiter zum Innenminister. Derselbe kann nicht anders, als nach Recht und Gesetz handeln und

»Nach einer Anzeige des hiesigen Lehrers Schmidt hat Karl

Jugend 1929

schreibt dem zuständigen Kreisamt nach Herborn:

des Schlossers Heidfeld u. Buchdruckers Weidenbach – in

»Die beabsichtigte Täuferei [zu Ostern] in der Dill ist von

»Vorläufig werden die Religionsgesellschaften von Baptisten

seinem Hause versammelt und religiöse Gespräche mit ihnen

einem Emissär der Baptisten aus Kurhessen an einigen

die staatliche Anerkennung nicht finden, und ebenso wenig

geführt«.

Männern von Dillenburg, Manderbach und Sechshelden und

werden ihre Ehen, wenn die Trauungen nicht nach dem

an einer Frau vollzogen worden. Hiernach ist vom Datum an

Ritus der beiden Confeßionen von ordinierten Geistlichen

Doch in all dem geht es nach der biblischen Regel, wie

der Schreiner Philipp Richter dahier zum Täufer für die hiesige

vollzogen werden, nicht als gültig betrachtet, und nicht in

damals in Ägypten: »Aber je mehr sie das Volk bedrückten,

Gegend ernannt worden und hat sein Geschäft mit der

die Civilstandsregister eingetragen werden. Welche weiteren

desto stärker mehrte es sich und breitete sich aus« (2. Mo

Um- und Wiedertäuferei bei zwei Burschen und sechs

Bestimmungen zu treffen seyen, wenn die Sekte der Baptisten

1,12). Denn wiederum einen Monat später, am 26.03.1853,

Mädchen von Eibach begonnen«.

dort Bestand gewinnen sollte, muß vorbehalten bleiben.

Richter an Sonntagen Schulkinder – u. a. namentlich die

unterzeichnen 10 Personen ihren Austritt aus der Kirche

Wiesbaden 2. Mai 1853«.

und schließen sich der »Gemeinde getaufter Christen«

Es würde zu weit führen, jetzt die zahlreichen Taufen

an. Unter diesen ist auch »Peter Held, Landmann aus

in der damals noch wasserreichen Dill und Schelde

Schließlich mussten die beiden doch nachgeben. 1854

Manderbach«. Doch damit nicht genug: Er, dieser Peter

aufzuzählen, die von den beiden Richter-Brüdern aus-

ließen sie sich von einem Pfarrer trauen. Doch ihr Anliegen

Held aus Manderbach - und auch Christina Blicker - lassen

geführt wurden. Immerhin bestätigen sie das eine, dass

blieb auf der politischen Tagesordnung. 1862 heißt es im

sich zu Ostern 1853 (also am 27. März) in der Dill taufen,

die »Richterversammlung« in Dillenburg noch keine

»Missionsblatt« der Baptisten: »Die Baptisten in Dillenburg,

wie Dekan Keim mitteilt:

Brüderversammlung in späteren Sinne war, sondern noch

welche aus der evangelischen Landeskirche ausgetreten, von

eine richtige Baptistengemeinde als Tochtergemeinde

der Regierung aber nicht als Glaubensgemeinde anerkannt

derer von Fronhausen/Lahn.

werden, haben an die zweite Kammer eine Petition um Einführung der Civilehe eingereicht, weil die Regierung ihre

Doch zurück zu Christina Blicker aus Manderbach, die durch ihr staatsbürgerliches Aufbegehren ein bisschen

32

Geschichte gemacht hat. Sie begehrte nämlich den mit ihr getauften Sechsheldener Johannes Konrad Frank zu heiraten – oder umgekehrt: Er begehrte sie zu heiraten. Gleichviel: Sie weigern sich, von einem Pfarrer getraut zu werden. Revolutionär! Sie wollen von einem bürgerlichen,

kirchliche Ehe als solche nicht anerkenne«.

Jugend 1930

III. Kurskorrektur Richtung Brüderbewegung Und wie kam es, dass diese Baptisten zur Brüderbewegung

Weiter schreibt Brockhaus, dass die recht wacker

In eben dieser Zeit – so zwischen 1853 und 1857 –

Die Herrnhuter, die Evangelische Gesellschaft, der

kamen? Diese Fragestellung gab es bisher noch nicht,

stehenden Dillenburger Brüder ihm erzählt hatten, »daß

begannen die Dillenburger und Manderbacher und

Siegerländer

insofern die eben geschilderten baptistischen Hintergründe

sie nicht länger mit den Baptisten in Verbindung bleiben

Frohnhäuser und Eibacher und Sechsheldener Baptisten

Brüderverein, die Methodisten, die 1867 ihre Kapelle

noch nicht bekannt waren. Brüdergeschichtsautoren

könnten, weil deren unrichtiger und ungesunder kirchlicher

immer stärker die Lehransichten Darbys anzunehmen

bauten und seit den 70er Jahren auch die Freien

gingen bisher wie selbstverständlich davon aus, dass

Standpunkt ihnen immer mehr einleuchte. Wie die Stellung

und in die Gemeinschaft der von Brockhaus angeführten

evangelischen Gemeinden. Sie alle finden tatsächlich

die Richters von 1852/1853 nach der Weise der »Brüder«

der nassauer Brüder überhaupt ist, werde ich, so der Herr will,

»Elberfelder Versammlungen« hineinzuwachsen. Für den

»offene Türen«. Es ist Erweckungszeit. An der Kirche zieht

das Brot gebrochen« hätten. So hatten die Väter es ihnen

am Sonntag erfahren, weil wir dann eine Zusammenkunft

Baptismus war das eine schmerzliche Erfahrung, denn

sie vorbei.

ja erzählt! Tatsächlich aber wurden sie aus Baptisten so

mit ihnen in einem Walde zwischen hier und Dillenburg

bis heute konnte er in unserer Gegend nicht wieder

nach und nach zu »Brüdern«. Und das weist zurück nach

haben werden.«

Fuß fassen. Indes blieb die Bezeichnung »Baptisten«

Am meisten profitieren die immer deutlicher sich

vorläufig noch bestehen. Philipp Richter selbst, als er

profilierenden Brüderversammlungen von der Erweckung.

Vermutlich haben viele Gläubige, auch die Manderbacher,

gelegentlich der Anmeldung der Geburt seines Sohnes

In der Frohnhäuser Kirchenchronik werden von Mal zu

Am 11. Dezember 1852, wenige Tage nachdem die

an diesem Treffen teilgenommen und bleibende Ver-

vom Standesbeamten nach seiner Konfession gefragt

Mal die Ausgetretenen genannt, die sich den »Darbysten«

Richters aus Dillenburg die Kirche verlassen und eine

bindungen mit Brockhaus geknüpft – die eigentliche Ge-

wurde, bekannte sich als »Baptist«. Im Geburtsregister

anschließen. Zur Zeit von Pfarrer Wagner begannen die

Baptistengemeinde

burtsstunde der Brüderbewegung im oberen Dillgebiet.

Dillenburg ist zu lesen: »Joh. Philipp Richter, Sohn 25.03.1854,

Austritte, nämlich am 17.06.1860 Jakob Heinrich Konrad

Baptist, Kind blieb ungetauft«. Da Brockhaus aber seinen

und Johann Heinrich Lang aus Manderbach und aus

Elberfeld.

gegründet

hatten,

traten

Carl

Brockhaus und 6 weitere Brüder aus dem Brüderverein

Reisepredigerverein,

der

Evangelische

35

aus. Diese hintergründigen Querverbindungen lassen

Im Grunde waren durch den Brockhausbesuch im

Versammlungen aus Prinzip keinen Namen gab, nannte

Frohnhausen: Johann Heinrich Bastian, Johann Friedrich

vermuten, dass das Wissen um offene Türen im Siegener

Sommer 1853 die Weichen gestellt. Die Verbindung mit

der Volksmund sie nach wie vor mit der anfänglichen

Wilhelm Schlappig und Philipp Heinrich Greeb. Sie

und Dillenburger Raum ihnen die Trennung vom

den Baptisten in Fronhausen/Lahn, die nach Dekan Keim

Bezeichnung

eingerichtete

mehrten sich unter Pfarrer Georg Bender (1830-1904)

Brüderverein erleichtert haben mag. So besuchten sie, die

»eine sehr rege« war, kam zum Erliegen. So bildete sich um

Versammlung in der Presberstraße in Dillenburg, die

in Frohnhausen (1864-1871) und erreichten ihre Spitze

»Elberfelder Brüder«, immer öfter die Richter-Versammlung.

die Richters ein neues Zentrum. Und in dem Maß, wie die

eindeutig den Exklusiven zugehört, galt lange Zeit im

unter dem ziemlich amtsbewussten Pfarrer Eduard Spieß

Im Blick auf seinen ersten bekannt gewordenen

»Elberfelder Brüder« ihnen Darbys Lehren brachten - die

heimatlichen Sprachgebrauch als die Versammlung der

(1835-1904) in Frohnhausen (1871-1883). Nachdem

Besuch in Dillenburg schreibt Brockhaus in einem

Lehren vom Verfall, von der Absonderung, vom Tisch des

»Baptisten«. In Frohnhausen und anderen Orten nennt

am 14.05.1873 ein neues Gesetz zum erleichterten

Brief vom 10.06.1853 aus Laasphe an seine Frau über

Herrn, von der Stellung und dem Zustand des Gläubigen,

man die »alte Versammlung« immer noch »die Baptisten«.

Kirchenaustritt in Kraft getreten war, schlägt sich das

eine – wohlgemerkt – Baptistenversammlung!, bei der man

von der indirekten Vollkommenheit und direkten

Die Geschichte ist also sehr nachtragend!

nieder in dem Kreissynodalbericht von 1874:

ihn bat, auch noch ein Wort zu sagen: »Am nächsten Abend

Unvollkommenheit -, in eben dem Maß lockerten sie deren

gegen sieben Uhr kamen wir in Dillenburg an bei den lieben

Verhältnis zu den kurhessischen Baptisten. Diese wiederum

Die Pfarrer, die natürlich diese Kurskorrektur zur

»Bedeutsam... bleibt in unserem Kreis die separatistische

Geschwistern Richter, die sich sehr freuten. Gegen neunzehn

gaben den Nassauern zu verstehen, dass sie ihrerseits die

Brüderbewegung mitbekamen, taten sich schwer, das in

Bewegung, welche vorzugsweise die methodistischen und

Uhr nahmen wir an einer Versammlung teil (die Gebrüder

Gemeinschaft aufkündigen. Im Mitgliederverzeichnis

ihre kirchlichen Vorstellungen einzuordnen. Sie nannten

darbystischen Gemeinschaften angeht. Dieselbe hat sich in

Richter stehen wie du weißt, noch in Verbindung mit den

der Baptistengemeinde Fronhausen/Lahn steht die

die Richter-Versammlung alternativ bald Baptisten,

diesem Jahr besonders durch die zahlreichen gerichtlichen

Baptisten), die in einem anderen Hause stattfand«.

bemerkenswerte Notiz: »Karl Richter ausgeschlossen, Philipp

bald Darbysten. Noch drei Jahre nach Einrichtung der

Austrittserklärungen bemerkbar gemacht. Ausgetreten sind

Richter ausgeschlossen«. Dieser »Ausschluss« ist der beste

Versammlung in Dillenburg (1857) nennt der wirklich

in Breitscheid 4, Dillenburg 16, Eibach 32, Oberscheld 13,

fromme

Tringenstein 28, Frohnhausen 23, Manderbach 18,... usw«.

»Baptisten«.

Pfarrer

Wilhelm

Die

1857

Wagner

(1822-1882)

in

Frohnhausen (1857-1864) sie Baptisten, wiewohl er sie kenntnisreich nach Darbys besonderen Grundsätzen beschreibt. Zusätzlich fühlt die Pfarrerschaft sich dadurch verunsichert, dass neben diesen »Elberfeldern« noch andere Gruppierungen ins Ländchen dringen:

Säuglingskurs im Versammlungssaal

In der Kirchenchronik Frohnhausen muss Pfarrer Spieß

während die meisten anderen Gemeinschaften zu Freien

»Die sektirerische Bewegung hat in der letzten Zeit wieder

zwei Jahre später, 1876, 12 Austritte in Manderbach

evangelischen Gemeinden wurden. Die Kirche sah in dem

Fortschritte gemacht; es sind aus Frohnhausen 13 Personen

verzeichnen und schreibt: »Das kirchliche Leben in dem

Aufkommen der »Brüdervereinler« und »Darbysten« in dem

aus der Kirche ausgetreten, und in Manderbach halten sich

hiesigen Kirchspiel, das früher ein sehr reges war, hat durch

kleinen Dorf Manderbach mit seinen ca. 530 Einwohnern

2 Familien, 2 Weiber und 3 junge Leute zur darbystischen

die Umtriebe der Darbysten und Independenten des s.g.

im Jahre 1876 eine ernsthafte Konkurrenz. So klagt Pfarrer

Versammlung«.

Brüdervereins stark gelitten. Es sind zur Zeit (1876) als

Spieß im Jahr 1878: »Am Anfang des Jahres nahmen die

ausgetreten aus der evangelischen Kirche angemeldet und

sektirerischen Bewegungen in den hiesigen Orten einen neuen

Und Lehrer Menges hält in der Schulchronik 1881 fest:

zur Gemeinschaft der s. g. Christen (Darbysten) übergetreten:

Anlauf; darbystische Reiseprediger erschienen Woche für

»Gegenwärtig sind in hiesiger Schule 13 Darbystenkinder,

Johannes Heinrich Blicker, Heinrich Wilhelm Blicker, Johannes

Woche, machten Hausbesuche und hielten Versammlungen...

wovon viele ungetauft sind. Selbstverständlich lassen sich

Heinrich Lückhof der 2., Johannes Heinrich Lückhof der 3.,

Auch von Seiten des Brüdervereins wurden erneute Versuche

die jungen Ehepaare dieser Vereinigung nur civilrechtlich

Wilhelm Friedrich Lückhof, Johannes Jost Ebert der 2. (Wwr.),

gemacht, sich hier festzusetzen«.

trauen. Der erste in hiesiger Gemeinde civil-rechtlich Getraute

Elise Ebert (jetzt verehl. Held), Heinrich Wilhelm Gustav Kloft

ist Johann Heinrich Schlemper, gebürtig in Oberroßbach mit

und Katharina., geb. Lückhof, Johannes Wilhelm Braas,

Lehrer

August Daniel, Friedrich August Lückhof, Johannes Heinrich

preußischer Staatsbeamter natürlich der Staatskirche

Karl Braas. Das Kirchspiel wird fortwährend von Sendboten

verpflichtet war, schreibt sodann 1879 in der Schulchronik

Und in demselben Jahr 1881 ist die Brüderversammlung

Über den Autor:

der Darbysten und Independenten bereist..., die ersteren sind

Manderbach: »Gegenwärtig gibt es 40 Darbysten hier, ihre

in Manderbach international schon so bekannt, dass

August Jung wurde 1927 in Manderbach

namentlich bei Kranken sehr eifrig zur Hand, um sie noch vor

Kinder sind ohne Taufe, deren 9 eben die Schule besuchen. Die

sie in einem englischen »Wegweiser« folgendermaßen

geboren. Von 1951 an war er Pastor im Bund

ihrem Ende zu ihrer Gemeinschaft zu bekehren«.

Trauung wird nur civilrechtlich vollzogen, und die Beerdigung

aufgelistet ist: »Manderbach, near Dillenburg, Joh. Heinr.

Freier evangelischer Gemeinden.

ganz nach jüdischer Weise. Sie tragen ihre Todten hinaus und

Lückhof«.

Menges

(1878-1883),

der

als

mittlerweile

Lina Heimann gebürtig – und beide wohnhaft dahier«.

Die vorab genannten »Independenten« waren die so

scharren sie zu... Von dem Lehrer verlangen sie, ihre Kinder mit

genannten »Brüdervereinler«, wie Lehrer Menges sie in der

der Lehre von den Sakramenten zu verschonen«.

Noch ein knappes Schlusswort: Es bedurfte eines langen,

Manderbacher Schulchronik nennt. Sie waren etwa ebenso

Besonders Johann Heinrich Lückhof, der Schuhmacher aus

mühsamen Weges, wo alle Freikirchler als Sektierer gelten

zahlreich wie die Brüderversammlung. Aber sie traten,

der Kirchstraße 6 (heute: Neustraße 18), dem sogenannten

mussten – die Brüderversammlung, die Methodisten, die

anders als die »Brüder«, nicht aus der Kirche aus; sie feierten

Hucks-Haus, verlangte solches. Schließlich fühlte Pfarrer

Freigemeindler –, ehe die Kirche uns zugestand, dass man

lediglich das Abendmahl unter sich. Übrigens waren die

Spieß sich so bedrängt, dass er 1881 eine sehr lesenswerte

auch außerhalb der verfassten Kirche »Kirche Jesu Christi«

Manderbacher »Brüdervereinler« mit den »Gemeinschaften

Schrift herausbrachte »Die Irrthümer des Darbysmus«.

sein kann.

im Kreis Dillenburg (Nanzenbach, Eibach, Wissenbach,

1881 hatte Manderbach 550 Einwohner, von denen Pfarrer

Manderbach, Rothenbach, Steinbach, Donsbach, Allendorf,

Spieß sagt, dass über 1/12 aus der Kirche ausgetreten sind

Breitscheid, Dresselndorf)« zur Gründung des Bundes Freier

und fährt fort:

evangelischen Gemeinden 1874 mit in Elberfeld vertreten; sie blieben jedoch weiterhin der Kirche verbunden, wenn auch mitunter in kritischer Distanz und entwickelten

36

37

sich so nach und nach zum kirchlichen »Vereinshaus«,

August Jung

Heute ist er im Ruhestand.

Glaubensbekenntnis der „Gemeinde getaufter Christen“ in Dillenburg vom 30.11.1852 §1

Wir glauben die göttliche Eingebung und das

göttliche Ansehen der Heiligen Schrift in allen ihren Teilen,

§6

§ 10

Wir glauben die Erwählung zur Seligkeit in Christo

Jesu vor Grundlegung der Welt.

sowohl Alten als Neuen Testaments (die Apokryphen ausgenommen) und erkennen in ihr die einzige und

§7

Wir glauben die Annahme und Errettung eines

unfehlbare Richtschnur unseres Glaubens und Lebens.

jeden Sünders, der sich mit aufrichtigem Herzen zu Gott in

§2

Wir glauben die Einheit des göttlichen Wesens

§ 12

Wir erkennen die mancherlei Gnadengaben,

in Christo Jesu unsere Brüder und Schwestern, und weil

Bedienungen und Wirkungen, die der Eine Geist, Herr und

wir alle durch einen Geist belebt und also Glieder eines

Gott wirkt, für erforderlich zur Zurichtung der Heiligen

Leibens sind, so sind wir auch bereit, soviel an uns ist,

zum Werke des Dienstes und zur Erbauung des Leibes

mit denselben in der innigsten Gemeinschaft zu leben

Christi und halten uns verpflichtet, für die Erhaltung und

und durch die Liebe Christi gedrungen, auch äußerlich

Zunahme derselben anhaltend im Glauben zu bitten und

füreinander nach Kräften zu sorgen. Nur das Band des

dieselben, so weit sie vorhanden sind, mit herzlichem Dank

Geistes und der Liebe Gottes verbindet und hält uns

gegen Gott anzuerkennen.

zusammen. § 13

Wir glauben die göttliche Stiftung der Ehe.

Priestertum bilden und als solche ermahnt sind, sich

§ 14

Wir erkennen die Notwendigkeit und die Pflicht,

§ 11

Christo Jesu naht.

Wir erkennen in allen Gläubigen und Heiligen

Wir bekennen, dass die Gläubigen das allgemeine

und die Dreieinigkeit der Personen: Gott Vater, Gott Sohn

§8

Wir glauben das Vorrecht und die Pflicht eines

selbst zu einem Gott wohlgefälligen Opfer in Christo Jesu

unsere Kinder in der Zucht und Vermahnung zum Herrn zu

und Gott Heiliger Geist.

jeden Kindes Gottes, das Heil in Christo Jesu allen

darzubringen, sich oft zur gegenseitigen Erbauung und

erziehen.

Menschen zu verkündigen.

zum Wachstum in aller Erkenntnis zu versammeln, das Wort Gottes reichlich untereinander wohnen zu lassen,

§ 15

sich immerdar untereinander in aller Liebe und Demut zu

keit zum Schutze der Rechtlichen und zur Bestrafung der

lehren und zu vermahnen und die Gemeinde nach Gottes

Übeltäter und erkennen die Pflicht, um des Herrn willen

Wort so zu ordnen, dass in derselben alle Glieder in der

ihr die gebührende Ehre und Steuer zu geben, so wie in

Wir glauben die Menschwerdung des Sohnes

Wahrheit erbaut und die mannigfachen Gaben erweckt

allen ihren Anordnungen, sofern diese nicht der göttlichen

Gottes, sein Erlösungswerk für die verlorene Menschheit,

und gepflegt werden, und endlich solche Glieder, die nach

Ordnung zuwider laufen, Gehorsam zu leisten und für sie

sein Mittleramt als Hoherpriester, seine Wiederkunft in

hinreichender Ermahnung im Ungehorsam verharren, bis

zu beten.

§3

Wir glauben die gänzliche Verderbtheit und

Ohnmacht

der

menschlichen

Natur

infolge

des

Sündenfalls. §4

§9

Wir glauben die göttliche Einsetzung und die

Dauer der heiligen Taufe und des heiligen Abendmahls.

Original des Glaubensbekenntnisses

Wir glauben die göttliche Verordnung der Obrig-

zur wirklichen Umkehr von der brüderlichen Gemeinschaft auszuschließen.

und das jüngste Gericht. §5

Literatur-Empfehlungen:



150 Jahre Brüderbewegung in Deutschland Herausgeber: Gerhard Jordy, CV-Dillenburg



Die Brüderbewegung in Deutschland Band 1-3, Gerhard Jordy, Brockhaus-Verlag

• uns zu bleiben.



Was uns die Bibel lehrt? Biblische Standpunkte von Brüdergemeinden CV-Dillenburg

Als die Väter noch Freunde waren August Jung, Brockhaus-Verlag

38





Beiträge zur Geschichte der Brüderbewegung

Gründervater der Brüderversammlungen:

vor 150 Jahren im Raum Dillenburg

Julius Anton von Poseck

Eugen Kunz, Verbreitung der Heiligen Schrift,

August Jung, Brockhaus-Verlag

Eschenburg

39

Unsere regelmäßigen Veranstaltungen So.

09:30 Uhr Sonntagschule

So.

09:30 Uhr Bibelunterricht

So.

10:45 Uhr Mahlfeier (Abendmahl)

Christliche Versammlung Manderbach

So.

14:30 Uhr Wortverkündigung

Kontakt: Dieter Braas

So.

20:00 Uhr Wortbetrachtung (1. u. 3. So. im Monat)

Dillenburger Str. 11

Mo.

18:30 Uhr Stand up (Teen-Treff )

35685 Dillenburg

Mo.

20:00 Uhr Gemischter Chor

Telefon: 0 27 71 / 31 9 65

Di.

20:00 Uhr Gebetsstunde

Email: [email protected]

Mi.

20:00 Uhr Frauenstunde (1. Mi. im Monat)

Internet: www.cv-manderbach.de

Do.

19:30 Uhr Jugendstunde

Fr.

16:30 Uhr Jungschar

Fr.

20:30 Uhr Frauengebetskreis

Termine für Sonderveranstaltungen finden Sie unter www.cv-manderbach.de