Anonym: Staats- und Kriegs-Schau-Bühne Des Königreich - Theatrum

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Anonym: Staats- und Kriegs-Schau-Bühne Des Königreichs Pohlen © Google ebooks 2008 Titel Historische Staats- und Kriegs-Schau-Bühne Des Königreichs P...

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Anonym: Staats- und Kriegs-Schau-Bühne Des Königreichs Pohlen

© Google ebooks 2008 Titel Historische Staats- und Kriegs-Schau-Bühne Des Königreichs Pohlen, In einem kurtz gefasten Zusammenhang Derer heutigen Polnischen Kriegs-Troublen nebst beygefügten Journal von Belagerung der Stadt Dantzig wie auch accuraten Abrissen derer Städte Warschau, Cracau und Dantzig nicht weniger denen Bildnissen des Stanislai und Primatis eröffnet; Franckfurt und Leipzig Auf Kosten derer BuchHändler Anno 1734. Kurztitel Historische Staats- und Kriegs-Schau-Bühne Des Königreichs Pohlen Formale Beschreibung Titelseite (Kupfertafel), 327 pag. S., 8°.

1

Standorte des Erstdrucks Biblioteka Jagiellońska Kraków, Sign. Du 415 Bibliothèque nationale de France Paris, Sign. M - 17230 Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, Sign. M: Go 139 Kungliga Biblioteket Stockholm, Sign. 125 B 17 a University Libraries Oxford, Sign. Lib.Polon. A 250 Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, Sign. 8 H POLON 160/13 Stifts- och landsbiblioteket i Skara, Sign. FO 1700 Ej hemlån Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt Halle, Sign. AB 120564 Verfasser Der Verfasser des anonym erschienenen Werks ist bisher nicht ermittelt. Publikation Erstdruck Erschienen 1734 in Frankfurt und Leipzig. Weitere Ausgaben - Digitale Ausgabe Google ebooks 2008 . Vorlage: Exemplar der Oxford University Libraries, Sign. Lib.Polon. A 250. Inhalt Die Historische Staats- und Kriegs-Schau-Bühne Des Königreichs Pohlen zeichnet in großer Ausführlichkeit ‒ immerhin 327 eng bedruckte Seiten mit durchgängigem, auch enumerativem Fließtext ‒ einen kurtz gefasten Zusammenhang über die Konfliktsituation der polnischen Adelsrepublik kurz vor, während und nach den polnischen Thronfolgestreitigkeiten, die der Tod Königs August des Starken am 1. Februar 1733 bedingte. Der Darstellungszeitraum reicht von Oktober 1732 bis Anfang Juli 1734. Anders als es der medientypisch ausführliche Titel ankündigt, enthält die hier als Vorlage dienende Ausgabe der Historischen Staats- und Kriegs-Schau-Bühne Des Königreichs Pohlen keine Abrisse, Bildnisse oder sonstigen Visualisierungen; lediglich eine kleine Kartusche auf Seite 1 und minimale florale Bordürenelemente im oberen Leistenrand auf den anderen Seiten bzw. unter dem Schlusswort ganz hinten zieren den schmucklosen Langtext. In einem knappen, vom zunächst nahtlosen Prosafluss kaum abgesetzten, ersten Absatz bekommt der Leser eine Auskunft über den Hintergrund des textdominanten Werks: Jüngst werde intensiv über die „gegenwärtigen Troublen in dem Königreich 2

Polen“ (unpag. [S. 1]) diskutiert, die einen mittelbaren Grund für die zeitgenössischen größeren Kriegsereignisse in ganz Europa bildeten. „Weilen zumal die wöchentl. Zeitungs-Bogen, sowol als die Hauffen-weise roulirende, und nach der Partialität derer Verfasser eingerichtete geschriebene Avisen, eine allzu unterbrochene, offtmals nur ungewisse und sich selbst widersprechende Nachricht davon mittheilen“, habe man sich entschlossen, einen „gründlichen historischen Zusammenhang[]“ (ebd.) zu liefern. Den inhaltlichen Auftakt bildet die Nacherzählung der prekären staatspolitischen Lage innerhalb des polnischen Reiches, die sich über einen langen Zeitraum aufgrund des geltenden liberum veto ergeben hatte: Gemeint ist das für die Zeit präzedenzlose polenspezifische Wahl- und Vetorecht, dank dessen jedes klein- wie großadlige Sejmmitglied (Sejm: neben dem Senat eine der beiden Kammer des polnischen Parlaments) entsprechend partikularer Privatinteressen reichsweite Gesetzesbeschlüsse verhindern konnte, die Krone im Gegenzug aber auch nicht stark genug war, Entschlüsse dank souveräner Entscheidungsgewalt durchzusetzen. Auf dem Reichstag im Oktober 1732 spitzte sich die Lage zu, weil einige Abgeordnete übergangen werden sollten, sie daraufhin protestierten, wodurch sich eine Blockadesituation im Sejm ergab, die August II. auch nicht aufzulösen vermochte (August der Starke war als sächsischer Kurfürst ab 1697 mit einer Unterbrechung bis zu seinem Tod zugleich König von Polen). Durch das Ableben des Königs Anfang Februar 1733 verschärfte sich die innenpolitische Lage in Polen. En passant sei auf einen Abschnitt verwiesen, in dem berichtet wird, dass der König aufgrund eines verletzten und sich immer mehr entzündeten Schenkels wohl an Wundfieber verstarb (entsprechende Andeutungen auf S. 4). Die Verletzung war ihm widerfahren, als dienende Heiducken ihn aus seiner Reisekutsche heben wollten. So schickte „Ihro Majest.[…] nachdem Sie nicht völlig das 63ste Jahr ihres Alters erreichet, Dero heldenmüthigen Geist zu denen Sternen“ (S. 4). Im Anschluss werden Epigramme und Trauergedichte zum Ruhme des Verstorbenen zitiert sowie ein Bericht über die Funeralfestlichkeiten offeriert. Danach findet der Verfasser zurück zum politischen (Tages-)Geschehen und zeichnet die landesinternen Querelen zwischen den polnisch-litauischen Adelsfraktionen, Magnaten und Wojwoden nach, die aufgrund der bevorstehenden neuen Königswahl mit noch größerem Furor fortbestand; der Blick zu den erhitzten Großmächten, die bereits in Lauerstellung lagen, vervollständigt das Bild. Was folgt, ist ein prosanarratives Dickicht an Detailinformation, das zu durchdringen wohl selbst zur damaligen Zeit nur ein Polonist mit Spezialisierung Landes- und Außenpolitik, zzgl. europäischer Hegemonialkunde vermochte ‒ vorausgesetzt eine solche Wissen(schafts)kompetenz hätte es schon gegeben: Eine Plethora an polnischen Namen, inländischen wie ausländischen Kräften, Bündnissen und Gegnerschaften, allen voran die Hauptmächte Frankreich, Russland, Schweden und Österreich, Preußen, Kursachsen und der Papst werden erwähnt und ihre Einsätze in den Monaten nach Augusts Tod bei der Bestimmung des neuen Thronkandidaten 3

offengelegt. Aufnahme in die Darstellung finden Protestnoten, Grundsatzerklärungen, Reden und gemahnende Rundschreiben, zum Teil mehrere Seiten lang, wie die des „Theodorus Potocky, von Gottes Gnaden und des Apostolischen Stuhls Gnaden, Ertz-bischoff von Gnesen […]“, der sich anschickt, „das allgemeine Leidwesen, und die dadurch der Republic zugleich anscheinende gefährliche Zeiten bekandt [zu] machen […]. Wir haben Ursache, in Sorgen und auf unserer Huth zu stehen, damit einige nicht wohlgeneigte Nachbarn, bey diesen unglückseligen Zeiten, nicht etwas wider das hauptlose Königreich zu unternehmen sich erkühnen“ (S. 12f.). Das Konzert an Verlautbarungen vermittelt ein Bild vom turbulenten Interregnum, während dessen die Polen umstellenden Großmächte sich ihren Machtanteil am neu zu besetzenden polnischen Thron zu sichern versuchten, ein Teil der polnischen Führungsschicht dagegen vor der Einflussnahme der fremden Mächte in die internen Angelegenheiten Polens warnte. Knappe, aber auch ausführliche Schilderungen der Lobbyaktivitäten unterschiedlicher in- und ausländischer Kräfte, ihre Taktiken, Verhandlungsstrategien und militärischen Androhungen in dem Prozess, einen passablen Thronnachfolger zu finden, werden eingespielt. Hinzu kommt, dass die aufgrund ihrer Textfülle eigentlich als LeseBühne zu bezeichnende Historische Staats- und Kriegs-Schau-Bühne Des Königreichs Pohlen Depeschen, Nachrichten aus Gazetten, Reden, Reiserapports, Brevia, Verträge und Einreisebestimmungen nach Polen, Dekrete, Schwüre und andere Meldungen in die Wahrnehmung führt, manche auch auf Lateinisch. Eigenartigerweise weist der gesamte Text nur vereinzelte polnische Wörter auf, so Akklamationen wie ‚Zgoda‘ [‚Einverstanden‘] und ‚Vivat Król!‘ [Es lebe der König!‘]. Selbst ein Disput unter dem ‚gemeinen Volk‘ in einer Branntweinschenke oder die Ansichten eines Räuberbandenmitglieds bezüglich der bevorstehenden Königswahl in Warschau werden wiedergegeben (S. 54), und es wird der Blick auf Krakau als prospektiven Krönungsort gelenkt, so dass sich insgesamt ein Bild ergibt, das die polnischen wie nichtpolnischen Aspiranten mit ihren machtpolitischen Investitionen, Überredungsund Verführungsversuchen, Drohgebärden und Schmiergeldzahlungen, kurz: mit diversen Kunstgriffen im Vorfeld der Königswahl auf die Bühne des Geschehens, der Vorstellungen wie des Wunschdenkens hebt. Das Werk schreitet im kurzen Zeitrhythmus weiter und schildert das Ringen der Fraktionen, die die beiden hauptsächlichen Thronanwärter unterstützen, nämlich Stanislaus Leszczyński zum einen und Friedrich August II., den Sohn Augusts des Starken, zum anderen. Eingeschoben wird der ausführliche Bericht der Überführung des toten August von Warschau nach Krakau im August 1734 (S. 74), bis schließlich die Wahl des von Frankreich protegierten Stanislaus Leszczyński zum König unter Führung des weiter oben schon erwähnten Kardinalprimas Theodorus Potocky Thema ist (ab S. 78, wo mit der Eröffnung des „Wahl-Reichs-Tags, den 25. Augusti“ über das Prozedere berichtet wird, bis zur Verkündigung, S. 88). Der Bericht füllt die verbleibenden 220 Seiten mit der minutiösen Schilderung der sich unmittelbar an die Wahl 4

anknüpfenden Spannungen und Verunsicherung in Warschau wie im gesamten Land („da alles in richtigster Confusion [war,] und wusste kein Mensch wessen Freund oder Feind er sey“, S. 89). Er thematisiert die einsetzenden Scharmützel zwischen den verfeindeten Parteien, die Krönung des Kursachsen Friedrich August II. zum Gegenkönig August III. (ab S. 175) sowie die Belagerung und Kapitulation der Stadt Danzig im Juli 1734, in die sich der neugewählte König samt Anhängerschaft aufgrund übermächtiger Bedrängung flüchtet. Den Abschluss bildet auf den letzten knapp 50 Seiten ein kommentierter Nachtrag, der die Kapitulations- und Übergabebedingungen der Stadt enthält. Kontext und Klassifizierung Der historische Kontext der Historischen Staats- und Kriegs-Schau-Bühne Des Königreichs Pohlen steht grundsätzlich im langen Nachgang zu den Ergebnissen des Großen Nordischen Krieges (1700-1721); er lässt sich wie folgt umreißen: Die polnisch-litauische Adelsrepublik mit dem kursächsischen Wettiner August als ihrem gewählten Königsoberhaupt (erstmals 1697, Wiederwahl nach zwischenzeitlichem Thronverlust 1709) geriet nach einer insgesamt schlechten militärischen Performanz, vor allem der Niederlage gegen Schweden, zunehmend unter die Hegemonie Russlands. Ein wichtiger Grund für die umfassende Schwäche Polens spielte zudem das erwähnte liberum veto-Recht, das es den ohnehin uneinigen polnisch-litauischen Adelsfaktionen ermöglichte, Reichsentscheidungen im Sejm zu blockieren, auch gegen das absolutistische Machtmonopol des Souveräns. Dadurch geriet das Land auch im Inneren zunehmend in eine instabile, von Zerwürfnissen geprägte Lage. Eine Seite der polnischen Magnaten unterstützte August den Starken, der die nötige Durchsetzungskraft eines absolutistischen Machtinhabers auszuspielen nicht in der Lage war, während die andere für seinen Vorgänger, Stanislaus Leszczyński, eintrat. Besonders prekär wurde die Lage nach dem Tod des Wettiners August, als landesintern um die Nachfolge gestritten wurde und sich die Nachbarmächte Russland, Österreich und Preußen sowie Schweden und Frankreich vehement in diese Auseinandersetzung einmischten. Nachdem zunächst im September 1733 dem früheren König Stanislaus Leszczyński die Krone zugesprochen wurde, musste dieser binnen kurzer Zeit, nach militärischer Intervention seitens des Dreierbündnisses Russland, Österreich und Kursachsen, die Flucht antreten und seinem Gegenspieler, Friedrich August II., dem Sohn August des Starken und späteren polnischen König August III., den Thron überlassen. Der Machtkampf hatte einen mehrjährigen Thronfolgekrieg zur Folge, in dessen Verlauf beispielsweise Danzig, wohin Leszczyński geflohen war, von russischen und sächsischen Truppen belagert und Mitte 1734 erobert wurde. Das vorliegende Werk begibt sich mit seiner Darstellung mitten in die geschichtlichen Ereignisse ab Oktober 1732 hinein. Die Historische Staats- und Kriegs-Schau-Bühne Des Königreichs Pohlen liefert eine narrativ auserzählte Chronik, die auf eine detaillierte Darstellung der staatspolitisch 5

bedeutsamen Ereignisse in Polen abzielt, die im Zusammenhang mit dem Tod August des Starken und des sich anschließenden Machtkampfes stattfanden. Der in deutscher Sprache verfertigte, unter deutschen Pressen gedruckte Bericht bemüht sich um eine relativ objektive Wiedergabe der in Polen für reichlich Zerknirschung, Ängste, konfliktreiche Auseinandersetzungen und letzten Endes die nationale und staatliche Auflösung sorgenden Vorkommnisse. Damit ist nicht gesagt, dass der kurtz gefaste Zusammenhang der Historischen Staats- und Kriegs-Schau-Bühne Des Königreichs Pohlen die massive Einmischung in die polnischen Angelegenheiten und die fremdherrschaftlichen Ansprüche auf Polen kritisch reflektierte. Inwieweit polnischnationale Perspektiven vom vermutlich deutschstämmigen Verfasser aufgenommen bzw. berücksichtigt sind, lässt sich nicht sagen, weil das Werk darüber keine Auskunft gibt. Die Landesgeschichte Polens im Berichtzeitraum gerät aufgrund der brisanten und prekären Situation jedenfalls zu einer Geschichte von Kontingenz, nationaler Schwäche und Beeinflussung. Setzt sich das Werk anfangs von der Tagespresse, d.h. den Konkurrenzmedien Zeitung und Avise ab, so lässt sich ansonsten keine kritische Verlautbarung gegen die in den Erzähltextfluss integrierten Medien wie Sendschreiben, Gazettenausschnitte, abgedruckte Reden und andere Fremdstimmen/Wortmeldungen konstatieren (grundsätzlich hierzu der Abschnitt „Kontext und Klassifizierung“ im Repertoriumsbeitrag zu Caspar von Ceumerns Theatridium Livonicum von Nikola Roßbach, der eine staatspolitische Geschichte Livlands zum Thema hat und aufgrund der Verfasstheit als Schaubühne eines Staatswesens, das in landesgeographisch-politischer Nachbarschaft zu Polen-Litauen liegt, Anknüpfungspunkte aufweist). Rezeption In wie vielen Exemplaren die Historische Staats- und Kriegs-Schau-Bühne Des Königreichs Pohlen von 1734 überhaupt gedruckt wurde, auf uns gekommen ist oder sich in Archiven, Sammlungen und Bibliotheken erhalten hat, ist nicht bekannt. Es kann daher nur gemutmaßt werden, dass der Verfasser eines so umfangreichen, in einer anspruchsvollen Prosa ausformulierten Werkes, in das unzählige zeitgenössische Stimmen und Nachrichten aufgenommen wurden, auf ein realexistentes Lese- und Kaufinteresse schließen konnte. Am Anfang setzt er sich von der schnelllebigen und (vorgeblich) entweder unzureichend tiefschürfenden oder nicht ausreichend objektiv berichtenden Tagespresse (insonderheit: den Konkurrenzmedien Zeitung und Avise) ab, um daraufhin zu unterstellen, das Werk werde dem Publikum „keinen unangenehmen Dienst leisten“ (unpag. [S. 1]). Einen Dienst aber bietet man an, wo es eine Nachfrage gibt. Insofern ist davon auszugehen, dass das Werk ‒ auch eingedenk der stark erregten Gemüter und erhitzten Diskussionen zur Causa Polonia ‒ eine zumindest quantitativ nennenswerte Rezeption erfuhr. 6

Bibliographische Nachweise und Forschungsliteratur Vergleichsrelevante historische Darstellungen: [Anonym]: Gespräche Im Reiche derer Todten, Zwischen Zweyen grossen Königen unserer Zeit, Nehmlich Dem Könige von Pohlen, und Chur-Fürsten zu Sachsen, Friedrich August, Und Dem Könige von Sardinien, und Hertzoge von Savoyen, Victor Amadeo; Darinnen Beyder Herren. Lebens-Geschichte und Helden-Thaten. vollständig beschrieben werden. O.O. 1733; [Anonym]: Der fälschlich-vermeinte König in Pohlen und Groß-Brittanien, Oder Curieuses Gespräch im Reiche der Lebendigen zwischen Stanislao Leszinsky aus Pohlen ... und dem Welt-bekandten Praetendenten von Engelland oder Ritter von Sanct George, Theil 1: Darinnen diese beyde Personen einander ihre sonderbahre Lebens-Geschichte, Glück- und Unglücks-Fälle aufrichtig und unpartheyisch erzehlen; Nebst denen Neuesten Nachrichten, so zu dieser Historia gehören (insg. 4 Teile). Köln: Pierre Marteau [fingierter Verlag], ca. 1734; [Anonym]: Pohlnische Krönungs-Geschichte Ihro Königl. Majestät Augusti des III. Chur-Fürsten zu Sachsen, etc. und dero Allerdurchlauchtigsten Frau Gemahlin, Mariae Josephae, Kayserl. Printzessin aus dem Ertz-Hertzogl. Hause Osterreich, wie solche den 17. Januar 1734 in Cracau mit ungemeiner Pracht geschehen und was vor-, bey und nach derselbigen vorgegangen, mit vielen Uhrkunden erläutert und beschrieben. Dresden, Leipzig, bei Hilscher, ca. 1734; David Fassmann: Entrevue Oder Gespräche Jn dem Reiche derer Todten, Zwischen Sr. Königl. Maj. in Pohlen und Churf. Durchl. zu Sachsen Friderico Augusto, Und Sr. Kön. Maj. von Engeland und Churfl. Durchl. zu Hannover Georgio I. […]. Frankfurt 1733; Samuel Friedrich Lauterbach: Pohlnische Chronicke, oder, Historische Nachricht von dem Leben und Thaten aller Hertzöge und Könige in Pohlen, von Lecho an bis auf ... Augustum II. Frankfurt/Main, bey G.M. Knochen 1727; Gottfried Lengnich: Geschichte der Preußischen Lande Königlich-Polnischen Antheils unter der Regierung Jo. Casimiri. Danzig 1734. Sonstiges: Karl Czok: Karl August der Starke und seine Zeit. Kurfürst von Sachsen, König in Polen. Leipzig 1997; Katja Doubek: August der Starke. Reinbek 2007; Marian Füssel: Theatrum Belli. Der Krieg als Inszenierung und Wissensschauplatz im 17. und 18. Jahrhundert, in: Flemming Schock, Oswald Bauer, Ariane Koller und metaphorik.de (Hg.): Dimensionen der Theatrum-Metapher in der Frühen Neuzeit. Ordnung und Repräsentation von Wissen. Hannover 2008, S. 205-230, zugleich in: metaphorik.de 14 (2008) ; Charlotte Glück-Christmann, Stadtmuseum Zweibrücken (Hg.): Stanislaus Leszczynski – Ein König im Exil (Anlässlich der Sonderausstellung zur Wiedereröffnung des Stadtmuseums im Petrihaus „Stanislaus Leszczynski – Ein König im Exil“, vom 21. März bis 2. Juli 2006). Zweibrücken 2006; Bernhard von Poten (Hg.): Handwörterbuch der gesamten Militärwissenschaften. Bd. 8: Polnischer Thronfolgekrieg bis Siena. Bielefeld [u.a.] 1880. Jörn Münkner 7