Appenzeller-Verein Basel und Umgebung

Appenzeller-Verein Basel und Umgebung

September 2015 / Nr. 88 Appenzeller-Verein Basel und Umgebung DIE NÄCHSTEN ANLÄSSE Oss de Redaktionsstobe . . . Freitag, 23. Oktober 2015 JUBILAREN...

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September 2015 / Nr. 88

Appenzeller-Verein Basel und Umgebung

DIE NÄCHSTEN ANLÄSSE Oss de Redaktionsstobe . . . Freitag, 23. Oktober 2015 JUBILARENANLASS im Lettenstübli Jubilarinnen und Jubilare werden persönlich eingeladen

Sonntag, 22. November 2015 DER KULTURELLE ANLASS: MATINÉE MIT PETER EGGENBERGER Einladung liegt bei Sonntag, 13. Dezember 2015 WEIHNACHTSFEIER im Hotel «Merian am Rhein / Café Spitz Einladung folgt Freitag, 15. Januar 2016 NEUJAHRSAPÉRO 2016 Im «Silberbergsaal» vom AZ Lamm Einladung folgt 2

Sehr geschätzte Mitglieder, Gleich zwei Karten finden Sie in dieser «Appezeller Poscht». Einmal eine von der Ausstellung im Appenzeller Volkskundemuseum in Stein AR: »Grets Silvesterchläuse« »en Wüeschte ond en Schöne« (gemeint sind natürlich die von Gret Zellweger). Die mannshohen »Rolli« und »Schelli« vor dem Museum bekommen dabei Gesellschaft von Blechskulpturen und -mobilés, Bildern und Holzschnitten von Silvesterchläusen. Gleichzeitig findet auch eine Ausstellung mit Werken von Birgit Widmer real and imagined - mit ihren feinsinnigen Zeichnungen und modellhaften Skulpturen statt. Sie selber sagt: «Worüber man nicht sprechen kann, darüber soll man zeichnen.» Ein Besuch lohnt sich. Die zweite Karte stammt von Sabrina Haefeli. Nicht dass sie die Bauernmalerei erfunden hätte. Neu interpretiert hat sie diese aber schon. Ihre Kühe sind Autos. Sie ziehen nicht hoch zur Alp, sie brausen die Strasse entlang geradeaus. Für ihre Bachelorarbeit an der Zürcher Hochschule der Künste hat sie, ihre Bauern, deren Häuser und Tiere so weit reduziert, dass sie zu Symbolen einer Welt werden, die gerade wegen des Symbolhaften und der Farbigkeit so heil wirkt. «Tar me da?», könnte der traditionsbewusste Appenzeller mit Internetanschluss jetzt fragen. Ja, sofern man die Kritik nicht scheut. Sabrina Haefelis Autos lärmen genau so wenig, wie die Kühe der Appenzeller Bauernmaler nach Mist stinken.

Schreiben Sie uns, was sie von der naiven Malerei Sabrina Haefelis halten. So können wir mit der Künstlerin in Kontakt bleiben.

APPEZELLER POSCHT SEPTEMBER 2015

Liebe Mitglieder des Appenzeller-Vereins Basel u.U. Geschätzte Leserinnen und Leser

26. JAHRGANG

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NR. 88

Inhaltsverzeichnis Unsere nächsten Anlässe und «oss de Redaktionsstobe»

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Die Kantonalvereine (KVB-scb)

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A qui de faire le boulot?,

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Berichte Jubilarenanlass

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von Edgar Sütterlin

Besuch im Museum für Musikautomaten

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von Marianne Bodenmann und Verena Braun

Bericht zum Sommerhock

11 - 12

von Erwin Frei unprosaisch aber - oho!

Marchè-Concours in Saignelégier 15 - 19 Der Bericht von Willi Schläpfer

Sommerwanderung

20 - 22

von Edgar Sütterlin

Begegnungstag CHAV

30 - 33

von Willi Schläpfer

Themen Zum Wachstum der Ställe - über eine Bildersammlung

24 - 26

Tod eines Wunderheilers

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ein Buch von Peter Eggenberger

Unsere Rubriken E paar Witz

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Innerrhoden

8, 28, 29

Ausserrhoden

14, 29

Sie sagen alles (und halt doch nicht) die (sprach) - grenzüberschreitenden Bezeichnungen für die in Basel beheimateten Kantonalvereine. Früher war es die Landsmannschaftliche Vereinigung (LMV); im Jahre 1900 wurde sie gegründet. Hochs aber nicht minder auch Tiefs hatte oder hat diese Organisation zu überstehen. In neuerer Zeit wurde in kurzen Abständen zweimal darüber abgestimmt, ob sie weiterhin existieren soll - und, wie die Delegierten befunden haben: Sie soll. Vereine, die sich zur Zusammengehörigkeit bekennen, gibt es nicht allzu viele. Zur Zeit sind es: Zwei BernerVereine, der Bündnerverein, die ProTicino, der Urner- und der Unterwaldner-Verein, vorläufig auch noch der Walliserverein und seit Anbeginn natürlich auch der Appenzeller-Verein Basel. Nach längerem Unterbruch hat sich unser Verein entschlossen, vielleicht (oder gerade) dem Zeitgeist zum Trotz, aktiv mitzuhelfen, Gefühle der Zusammengehörigkeit zu wecken und wach zu halten. Schweizersinn und Schweizergeist, aber auch Freundschaften zu fördern und zu pflegen.

News - oss em Vorderland

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Hans Hürlemann über ...

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Sie werden wieder von uns hören.

Ein Appenzeller namens . . .

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Who's who im Appenzellerverein

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JUBILARENANLASS im Frühjahr 2015

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Am 29. Mai lud unser Appenzellerverein seine Mitglieder mit runden oder halbrunden Geburtstagen über 50 zu einem gemütlichen Anlass bereits zum dritten Mal ins „Lettenstübli“ in Oberwil ein. Wanderlustige trafen sich vorgängig an der BLT Station in Bottmingen und spazierten gemütlich um’s Bottminger Wasserschloss herum, durch den alten Dorfkern und dem „Chänelbächli“ entlang zu den Naturschutzweihern auf dem

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Bruderholz. Faustgrosse junge Entlein – kaum dem Ei entsprungen – tollten sich mit ihren buntgefiederten Eltern in den ruhigen Gewässern der mit verschiedensten Schilfen umwachsenen Tümpel. Seltene Vogelarten unterbrachen zuweilen mit ihrem Gezwitscher die wohltuende Stille, Libellen beeindruckten mit ihren Flugkünsten und Wildbienen suchten Unterschlupf in den von Naturschützern aufgestellten „Bienenhotels“.

JUBILARENANLASS im Frühjahr 2015 Unser Wanderleiter Edgar Sütterlin unterhielt uns nicht nur mit Wissenswertem über das alte Bauerndorf, das einmalige Wasserschloss, Wald und Natur, sondern erklärte auch den Sinn umfangreicher Tiefbauten: alte Hochspannungsleitungen werden in der ganzen Umgebung nach und nach in den Boden verlegt und der alte Zustand der Landschaft im Interesse des Naturschutzes wieder hergestellt.

Auf die Minute genau trafen die Wanderer beim „Lettenstübli“ ein, wo sie zu den übrigen direkt Angereisten stiessen. Und schon wartete wieder eine Erfrischung! Was hätte besser zum lauen Frühjahrswetter gepasst als die herrlich mundende Waldmeisterbowle von Doris Sütterlin, welche uns im Vorgarten serviert wurde. Mit meist mehr als einem Gläschen wurde auf das Wohl der Jubilare angestossen, welche an dem Jubelanlass teilnehmen konnten: Bruno Dörig und Hansruedi RuschDegen (beide 65), Therese GoldenerSigner, Christine Aschwanden-Stalder und Roger Bartram-Sturzenegger (70), Marlen Alder-Munz, Anni Schmid-Langenegger und ihr Ehemann Werner, sowie Carlo Bischofberger (75), Yvolette Bühler (85) und unser Senior Karl Locher, der bei bester Gesundheit seinen 90. feiern durfte.

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Doch auch für das leibliche Wohl war gesorgt! Edgar nutzte den Zwischenhalt, um uns mit einem kühlen Schluck Weisswein für die letzte Wegstrecke zu ermuntern.

Ein feines Mittagessen, zubereitet von Angelo, dem Ehemann unserer Gastgeberin Nadja Bassi, erwartete uns nun in der gemütlichen Stube des Familiengarten-Vereins Letten. Die Tische waren liebevoll von Marianne Bodenmann und Verena Braun dekoriert und Präsident Willi Schläpfer begrüsste die Jubilare und ihre Angehörigen mit „träfen“ Worten. Auch der Sketsch von Lorenz Kaiser über 5

JUBILARENANLASS im Frühjahr 2015

dicht, vorgetragen von Marianne und Verena, bedankten sich die aufmerksamen Zuhörer mit grossem Applaus. Fehlte nicht noch ein heimatliches „Zäuerli“ ? Natürlich liessen sich das Marianne und Verena von unserem „Chörli“ nicht nehmen und manch einer der Zuhörer bekam vor Rührung Gänsehaut und begleitete die fesselnden Ur-Klänge mit leisem Mitsummen. Und als plötzlich noch zwei Schwyzerörgeli-Spieler sich zu uns setzten und uns mit vielen altbekannten Melodien erfreuten, waren wir auf dem Höhepunkt der Feier angelangt. Allen die mitgeholfen haben, unseren Jubilaren zu einer unvergesslichen Geburtstagsfeier zu verhelfen, sei herzlich gedankt. Vor allem auch den beiden Musikanten Fritz Jutzi und Bernard Eichenberger.

die „Appen“ das Urvolk aus der hintersten Ecke der Alpen, die heute, weil sie immer noch an der Landsgemeinde die Stimmen der „Appen“ zählen müssen, zu Appen-Zählern geworden sind, auf Neudeutsch „Appenzeller“ genannt ! Dem feinen Süppchen aus dem Glas folgten der gemischte Salat, als Hauptgang ein wunderbarer Braten mit Kartoffelstock und Gemüsegarnitur und zum Schluss ein köstliches Dessert. Begleitet wurde das reichliche Essen von einem Weisswein von Epesses am Genfersee und einem kräftigen Rotwein aus dem sonnigen Süden Italiens, aus Apulien. Auch ein Kaffee durfte natürlich nicht fehlen. Doch auch für geistige Nahrung wurde gesorgt. Für ein erheiterndes Ge-



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EIN BESUCH IM MUSEUM FÜR MUSIKAUTOMATEN

Der Bericht von Marianne Bodenmann und Verena Braun

Ein sonniger Freitag-Nachmittag, es war der 12. Juni 2015, lockte 22 Personen nach Seewen zur Führung durchs Museum für Musikautomaten. Mit Frau R. Sanvito durften wir eine Reise in die Vergangenheit unternehmen. Während rund einer Stunde wurden wir in die Geschichte der mechanischen Musik entführt und es gelang ihr sehr gut, diese Reise spannend zu gestalten. Beim Gang durch drei thematisch gegliederte Säle, den Werkstattsaal, den Salon Bleu und den Tanzsaal, entdeckten wir die faszinierende Welt der Musikautomaten, erfuhren vielseitige Details zu Schweizer Musikdosen und Plattenspieldosen, Orchestrien, Figurenautomaten und selbstspielenden Tasteninstrumenten, und erlebten sie alle in Aktion. Mit einem gemütlichen Zusammensein im Restaurant des Museums, ging ein interessanter Nachmittag zu Ende. Das Museum wurde 1979 von Herrn Dr. h.c. Heinrich Weiss-Stauffacher gegründet und ist eine der grössten Sammlungen weltweit. Seit 1990 ist es ein Bundesmuseum.

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INNERRHODEN +  

Innerrhoder Geschichtsfreund

Der Historische Verein Appenzell hat in Zusammenarbeit mit dem Projekt retro.seals.ch der ETH-Bibliothek Zürich den Innerrhoder Geschichtsfreund vollständig retrodigitalisieren und im Internet publizieren lassen. Mit dieser elektronischen Version soll zum einen die historische Forschung im und zum Kanton Appenzell Innerrhoden einem grösseren Publikum zugänglich gemacht werden. Zum andern können die Hefte nun im Volltext nach beliebigen Wörtern durchsucht werden. Das Projekt retro.seals.ch bietet uns eine Plattform für retrodigitalisierte Schweizer Zeitschriften aus den Bereichen Wissenschaft und Kultur bis in die Anfänge des 18. Jahrhunderts zurück. Alle Zeitschriften sind für die Nutzer frei zugänglich und können im Volltext durchsucht werden. Im weiteren können die Bestände von retro.seals.ch im nationalen Bibliothekskatalog swissbib.ch recherchiert werden. Derzeit umfasst das Angebot 333 Zeitschriften mit rund 3,9 Millionen Seiten, darunter aus unserer Region auch die Appenzeller Kalender sowie die Appenzeller Jahrbücher. ⊥& >    /    /∋    

      

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Peter Eggenberger

hat nicht nur das auf der gegenüberliegenden Seite vorgestellte Buch «Tod eines Wunderheilers» geschrieben, nein. Er versorgt auch uns immer wieder mit Nachrichten aus dem Appenzeller Vorderland. So zum Beispiel hat er auch einen Bericht über die Neuzuzüger-Begrüssung in Wolfhalden verfasst. Da konnte der Gemeindepräsident Gino Pauletti erfreut feststellen, dass sich innert Jahresfrist 153(!) neue Einwohnerinnen und Einwohner in Wolfhalden angemeldet haben. Der überdurchschnittliche Anstieg auf 1751 Einwohner sei unter anderem der guten Belegung der neuen Miet- und Eigentumswohnungen in fünf Mehrfamilienhäusern in nächster Nähe des Dorfkerns zuzuschreiben. Wie ich aus gut informierter Quelle in Erfahrung bringen konnte, sei der Zuwachs nicht auf den Wunderheiler Jack Elsener, Romanfigur von Peter Eggenberger, zurückzuführen. Und schauen Sie jetzt unsere Einladung zur kulturellen Veranstaltung am 22. November 2015 im Löwenzorn genau an: Kein geringerer als der Autor dieses auf der gegenüberliegenden Seite vorgestellten Buches wird unser Gast-Referent sein.

Peter Eggenberger Inhalt: Das verschlafene Wolfhausen im Appenzellerland (Wolfhalden /Walzenhausen) erlebt dank Jack Elsener einen ungeahnten Aufschwung. Seit der umtriebige Doktor das heruntergekommene Gasthaus "Sonne" in die Klinik "Helios" verwandelt hat, sorgen Wunderheilungen für Aufsehen und Schlagzeilen. Gewerbe und Tourismus blühen, und die Stammtischrunde in der Dorfbeiz kommt aus dem Staunen nicht heraus. Doch wer erfolgreich ist, hat auch Neider, und schon bald ist die Gemeinde in zwei Lager gespalten. Als Elsener einen neuen Coup landet und das Wasser der stillgelegten Heilquelle Schönbühl für ein Wellnesszenter nutzen will, ist er plötzlich verschwunden. Tage später wird der Heiler ermordet aufgefunden . . . Rückblick: Nachdem der Appenzeller Verlag, Herisau, das Buch anfänglich als zu kritisch gegenüber den Naturärzten einstufte, wurde es im Verlag Appenzeller Volksfreund, Appenzell, dreimal nachgedruckt. Jetzt ist es vom neupositionierten Appenzeller Verlag, Schwellbrunn, überarbeitet und neu herausgegeben worden. «Tod eines Wunderheilers», Appenzeller Verlag, USBN 978-3-85882-720-3, 180 Seiten, Fr. 32.--, erhältlich beim Verlag, im Buchhandel und beim Autor, www.peter-eggeberger.ch 9

E PAAR WITZ oss «Der Appenzeller Witz.» von Alfred Tobler (1909)  

An einer Tagsatzung der 13 alten Orte fragte der Präsident den Gesandten Appenzells mit sichtbarer Geringschätzung: "Wa s tünkt Euch gut?" "Hung ond Chüechli!" (Leibspeise der Appenzeller) antwortete er. Auf die erhaltene Zurechtweisung hin antwortete er: "Ehr hättid mi halt söle frooge, wan i för recht haalti, nüd, was mi guett tunki."

* Nationalrat Eisenhut in Gais (18231890) sagte einmal dem sogenannten "chlynne Wili", der den Botendienst zwischen Gais und Bühler heute noch versieht (1909): "Wili! J geb-i en Fööflyber, wenn-''r mit-'m Lüller (Schlozer) im Muul vo Gääs in Büehler abilaufid". "Ond y Eu zwee, Herr Nationalrood!"

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Der Hauptmann einer der kleinsten Gemeinden des Landes wurde von einem Hauptmann einer grösseren aber ärmeren Gemeinde spöttisch gefragt: "Herr Hoppme Bänziger? Wievill Seele händ-'r e n Aard i euere Gmäänd?" "Nüd as vyl das ehr Bettler, Herr Hoppme Stoorzenegger!"

* Der blinde Bischofberger schlug einem andern Blinden zum Zeitvertreib das Würfelspiel vor. Dieser aber sagte: "Du Narr, mer gsiend jo nütz!" "Defryli, gsiemm-m'r nütz; aber m'r wend denand gad d Zahle säge ond-'s denn denand globe." "Guett so, Bischofberger! - I ha zwölf?" "ond y drizeni." "Jää, d' Würfel händ jo gad zwölf Pünkt!" "Scho recht, Jokeb, aber mer händ jo abgmacht, mer wellids denand gad globe. (1829)

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HANS HÜRLEMANN ÜBER . . .

Suwetter ond Hungregeli Unfreundliches Regenwetter kommt immer wieder vor in der Gegend am Alpstein, denn da stauen sich die Wolken und entladen sich oft ziemlich ausdauernd. Dann spricht man von „Suwetter“, vor allem wenn es heftig regnet. Das sagt man allgemein schweizerdeutsch, wenn es schiffet oder seicht, dass Gott erbarm. Wir haben noch zusätzliche Möglichkeiten: es „strääzt“ oder „pläderet“. Ein „Pläderi“ ist übrigens kein Landregen, sondern ein Schwätzer oder Laferi. „Los emol, wie s tächelet“ beschreibt, dass heftiger Regen auf das Hausdach trommelt. Der Regenschirm heisst bei uns übrigens ganz einfach „Tach“, und wenn einer Arme hat wie „Tachstäbli“, dann wird er wohl nie ein Kranzchwinger. Wenn das Wasser liegenbleibt, dann ist das auf Hochdeutsch eine Pfütze, bei uns „en Gompe“, e Gonte, e Göntli oder e Pläder“. Die „Zörchersmöli Gonte“, eine ansehnliche Wasserfläche der Urnäsch im Furth, war bis 1963 ein beliebtes Strandbad. Normalerweise empfindet man das Regenwetter als unangenehm und sagt drum auch, es sei „dreckruch“. Manchmal gibt es aber auch sehr trockene Wetterperioden, die den Menschen, Tieren und Pflanzen zusetzen. Dann wäre man froh um einen sanften, nicht allzu stürmischen Regen. Dafür gibt es einen wunderbaren Ausdruck, der an die Vorliebe der Appenzeller für Honig und andere Süssigkeiten erinnert: „Jetz wär s doch leiig, wenn so e richtigs Hungregeli chäm.“

       

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AUSSERRHODEN

Landammann Matthias Weishaupt

Zur Fünferregierung: Der Landammann zieht nach dem Start eine positive Bilanz A.Z. Seit Anfang Juni gehören dem Ausserrhoder Regierungsrat nur mehr fünf statt sieben Mitglieder an. Landammann Matthias Weishaupts erste Bilanz fällt positiv aus: «Wir hatten einen Start nach Mass», sagt er. Schon jetzt sei der Effizienzgewinn spürbar, da die Schnittstellen reduziert worden seien. Mit Jakob Brunnschweiler, Rolf Degen und Jürg Wernli sind drei langjährige Regierungsratsmitglieder Ende Mai ausgeschieden und mit Alfred Stricker ein neues hinzugekommen. Dadurch sei eine völlig neue Gruppendynamik entstanden, sagt Weishaupt. Zurzeit läuft auch die Reorganisation der Verwaltung. Ab dem 1. Januar 2016 wird es nur noch fünf Departemente geben. Weishaupt dazu: «Es wird zwar noch eine Weile dauern, bis alles ineinander greift. Ich bin aber überzeugt, dass sich die Reorganisation lohnt.» 14

MAGNIFIQUE APPENZELL

Belle. Rebelle. Appenzell.

Was Bundesrat Didier Burkhalter letztes Jahr gesagt hat, stimmt erst recht für den 112. Marché-Concours national de chevaux, der übers erste August-Wochenende in Saignelégier stattgefunden hat: „Une fête belle et rebelle!“. So ein schönes und rebellisches Fest war ganz gewiss, dem schlechten Sonntagswetter zum Trotz, auch der heurige „Pferdemarkt“, sicher nicht zuletzt dank und wegen der Beteiligung des Landes Appenzell („Le pays d’Appenzell“) mit mehr als 500 Landsleuten und 80 Pferden. Für zwei nicht unbedingt Ross-affine Kantone eine stattliche Herde. Wunderbar war’s, „choge schö“, „magnifique“, auch dass die angereisten Mitglieder des Appenzeller-Vereins Basel und Umgebung 1‰ der 45’000 Besucherinnen und Besucher aus-

machten. Niemand hat den Weg in die Freiberge bereut. „Bien au contraire.“ Belle. Schön waren sicher die Silvesterchläuse, schöne halt, vom Urnäscher Grondschuppel und das Hierig-Pärchen aus Eggerstanden, Maria und Sepp Fuster. Schön, das wusste man zwar schon, auch Rebekka Dörig als „Conférencière“ am Samstagabend in der Halle-Cantine und erst noch im schönsten Französisch, übrigens dem besten, weil wie Didier Burkhalter aus Neuchâtel. Wie gewohnt schräg und schön witzig der Hannes vo Wald, auf Stelzen, nicht gestelzt, und „ase schö“ die Klänge der Heimat: Die Hackbrettsoli vom 14-jährigen Joshua Broger  (www.joshuabroger.ch), 15

MAGNIFIQUE APPENZELL das Chrobergchörli mit Rugguse(r)li und Liedern, Schelleschötte und Talerschwingen, die Oberegger Stegreifler und die schön Freund-lich verstärkte Streichmusik Alder aus Urnäsch. Diese „Soirée appenzelloise“, dieser Galaabend, so Michel Thentz, Präsident der Regierung der République et Canton du Jura, sei mit Abstand der schönste von allen vorausgegangenen (Wirklich allen 111?) gewesen: Ambiance, Charme, Musik, Vielfalt und alles herzhaft gewürzt mit Appenzeller Witz. Sogar die „Romands“ haben den einfach verstehen müssen. Schön, genau das zeichnet m. E. das Verhält-

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nis der Appenzeller zu ihrer Volkskultur aus, dass nicht bloss auf der „Show“-Bühne, sondern vom Freitagabend bis weit in den Sonntagnachmittag hinein, als die ersten Pferde verladen und wieder auf dem Weg heim in Stall waren, überall auf dem Festgelände gesungen und musiziert wurde. Spontan. Einfach so. Eigentlich für sich, aber so auch den anderen zur Freude. Rebelle. Die Geschichte des Juras ist bekannt, auch dass ihr stets ein freiheitsstrebendes Element innewohnt. Als der Ausserrhoder Landammann, Dr. Matthias Weishaupt, in seiner 

MANIFIQUE APPENZELL Kurzansprache en français “wie alle anderen auch, die „Autonomie“ erwähnt hat, die Selbstbestimmtheit, war das schon Balsam für die jurassische Seele. Beiden Kantonen ist genau dies ein zentrales Anliegen. Eine Herzensangelegenheit! Wir haben sie, die Autonomie, uns seit Vögelinsegg 1403 so nach und nach erkämpft. Und der Jura? „Qui vivra, verra.“ Rebellisch, kämpferisch und sehr politisch war sicher auch die scharfe Kritik des jurassischen Regierungspräsidenten Michel Thentz an der Bundespolitik im Zusammenhang mit dem Export des Freiberger Pferdes. Die Zucht der „Franches-Montagnes“ ist mehr als bloss ein MarketingVehikel („Herzige Rösslein auf saftig grünen Weiden mit dunklen Tannen!“), sondern ein bedeutsamer Zweig der jurassischen Landwirtschaft und ein kulturelles Erbe noch dazu. Frau Bundesrätin Eveline WidmerSchlumpf führt dagegen ins Feld, das Nationalgestüt sei doch inzwischen eine Bundesangelegenheit („Agroscope“), dessen Zukunft also gesichert und übrigens leiste die Eidgenossenschaft bereits seit 1960 massive Zahlungen zu Gunsten der einzigen Schweizer Pferderasse. Wie unsere Finanzministerin und alle rund 900 Gäste in der Eisbahn, die zum „Bankettsaal“ umfunktioniert worden ist, erheben wir uns ebenfalls, reichen dem Nachbarn, der Nachbarin die Hände und singen, begleitet von

der Musikgesellschaft Oberegg, das alte, 1947 von Roland Béguelin mit einem neuen Text versehene jurassische Kampflied „La (Nouvelle) Rauracienne“: „Unissez-vous, fils de la Rauracie, et donnez-vous la main!.“ Dieses Lied aus der Feder von Xavier Stockmar ist 1830 entstanden, etwa zeitgleich mit der „Appenzeller Zeitung“, beide waren der Idee einer brüderlichen, liberalen, solidarischen Demokratie verpflichtet. Unsere „Zeitung“, das vielleicht bedeutendste Sprachrohr der Regeneration in der Schweiz, wurde z. B. in der Stadt Basel verboten, nicht zuletzt des aufmüpfisch-rebellischen Geistes wegen. Und so kam es dann halt zur Trennung! Das Landsgemeindelied und die Landeshymne sangen wir selbstredend auch, bevor es so langsam Zeit wurde für den grossen Umzug, den „Cortège folklorique“. Appenzell. Im Zentrum des MarchéConcours steht das (Freiberger) Pferd. Drum soll auch der 3. Teil meines Berichts damit beginnen, und zwar mit Franz Koster, einem FM-Züchter aus Gais. Sein am 18. Hornung 2015 geborenes Hengstfohlen Cavado ist mit 9,5 Punkten benotet worden. Eine hohe Punktzahl, das erst noch im Land des Pferdes, „au pays du cheval.“ Ungestüm und spektakulär war das Offroad-Kjöring-Quartett, elegant die Fahrer und Reiterinnen aus Appenzell, Teufen und vom Vorder-  17

MAGNIFIQUE APPENZELL land. Nicht nur weil Sabrina Locher, ein Grosskind unserer ehemaligen Präsidentin Beatrice Geering-Inauen, mit ritt, auch nicht weil Sara Saladin, die das Ganze choreografiert, einstudiert und in der Starkenmühle ein halbes Jahr lang jeden Samstag mit ihren 17 Mädchen und 1 Reiter geübt hat, in Grellingen heimatberechtigt und somit - historisch gesehen - eine Jurassierin ist, sondern ganz einfach, weil mich ihre 16er-Quadrille amazonisch, musikalisch und optisch extrem überzeugt hat, soll dieser Truppe ein besonderes Kränzchen gewunden werden. Die Pferde haben mehr als ein Leckerli verdient. Und dann der Umzug! Sage und schreibe 28 Nummern. Ein Riesenauftritt. Leider war das Wetter so garstig, dass die Herisauer Mädchen, die mit ihren „Tafeln“ jedes einzelne Sujet ankün-

digten, ihre schöne braune Werktagstracht unter Plastikpelerinen verstecken mussten. Und was gab es da nicht alles: Saumtiere, Zügelwagen, Trachtengruppen „à discrétion“ und Jodelchöre „en masse“, Bläss & Co., Botzerössli mit Tambouren, der Herisauer Bloch mit grossem Tross hoch zu Ross und Bär, Brauereigespann, Lediwagen, Musikverein Herisau, der 18

seine Vereinsreise extra in die Freiberge unternommen hat, der Urnäscher „Grondschuppel“, alle Kantons-, Bezirks- und Gemeindefahnen AR & AI, die Musikgesellschaft Oberegg, angeführt und abgerundet von zwei jungen Reiterinnen der 16erQuadrille mit den Standarten der beiden Appenzell. Von A bis Z eine äusserst gelungene Präsentation, der leider nur die Sonne gefehlt hat … Nach dem Appenzeller Auftritt kamen wie jedes Jahr die traditionellen SujetWagen aus dem Jura. Sie wurden auch schon genauer betrachtet und estimiert als heuer; selbst die ländlichen Rennen haben mich in früheren Jahren mehr gepackt und interessiert. „Ma foi!“ Ond do? Bevor man sich aus den jurassischen Freibergen, dem Land der weiten Himmel mit dem eigenwilligen Menschenschlag, ich wüsste allerdings im Appenzellerland auch noch so ein Dorf, verabschiedet, verweilt man noch einen Moment beim Appenzeller Stand in der „Allée marchande". Man geniesst das Zauern allenthalben. Man führt ein paar 

MAGNIFIQUE APPENZELL gute Gespräche mit Landsleuten von daheim, so beispielsweise auch mit Landeshauptmann Stefan Müller und Landammann Dr. Matthias Weishaupt über das Land, die Kirche und das Goldachtal. „Networking“ könnte man dem sagen, auch wenn es nie so gemeint und viel mehr war. Und ganz heimlich freut sich der „Rebell“ in mir, dass – ungeachtet des Verbots durch einen langjährigen Hauptsponsor („Feldschlösschen“) – schliesslich doch noch „Appenzeller Bier“ in Flaschen ausgeschenkt worden ist. Eigentlich wurde ja ursprünglich verfügt, selbiges nur zu Degustationszwecken in homöopathischen Portiönchen anzubieten. Fast eine Schlusspointe: Unser Ehrenpräsident Jakob Bodenmann, wie jeder echte Appenzeller grundsätzlich allen Privilegien abhold, fragt kurz vor dem Heimfahrt eher rhetorisch: „Ist es denn nicht ein Privileg, Willi, dass man eine solche Heimat haben darf?“ Recht hat er. Gesagt ist damit alles. Bleibt noch zu danken: Gerhard Frey und dem paritätisch zusammengesetzten, 15-köpfigen Organisationskomitee sowie nicht minder den zahlreichen Appenzellerinnen und Appenzellern, Pferden und Hunden, die es – meist benevol – 2015 möglich gemacht haben: „Une fête belle et rebelle!“ „Merci infiniment, c’était vraiment magnifique!“ Willi Schläpfer, von Wald AR 19

SOMMERWANDERUNG 2015 DER BERICHT VON EDGAR SÜTTERLIN

Seit Jahrzehnten erlebten wir noch nie einen derart heissen, ja tropenhaften Sommer! Folglich plante Edgar Sütterlin, der Organisator unserer Sommerwanderung, eine Route durch schattenspendende Wälder und ohne schweisstreibende, steile Anstiege. Doch trotz langfristig angesagtem Sonnenschein kündigte die Wettervorhersage unerwartete regnerische Störungen an. Doch dessen ungeachtet meldeten sich volle vierzig unverzagte Wanderer zu diesem sommerlichen Anlass an. Eine Rekordbeteiligung! An der Endstation der Strassenbahn in „Aesch bigott“ – wie die Alteingesessenen, das schon zur Römerzeit vor 2000 Jahren bewohnte Dorf nennen – traf man sich wohl

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ausgerüstet mit Regenschirm und Regenjacken. Der anfangs unumgängliche Anstieg brachte trotz gemütlichem Tempo manch einen zum Schwitzen. Und zum Ausgleich kam auch gleich eine respektable Menge Wasser von aussen: der erst auf den Abend angesagte Regen begann schon eine halbe Stunde nach Beginn unserer Wanderung. Während einer kleinen Pause zum Ueberziehen des Regenschutzes und Aufspannen der Regenschirme, machte uns Edgar auf das tief unter uns die Talenge dominierende Schloss Angenstein und den daran angebauten als Lustpavillon getarnten Bunker aus dem zweiten Weltkrieg aufmerksam. 

SOMMERWANDERUNG 2015

Was unser Wanderleiter nicht alles weiss!

Wer Lust hatte – und es waren nicht wenige - konnte auf schmalem, steilem Fusspfad etwa 150 Meter zu den Resten einer wohl im Jahre 1622 während des 30-jährigen Krieges gegen die einfallenden Schweden errichteten Schanze hinaufsteigen. Beim Schlossgut Pfeffingen, einem schlossähnlichen 1898 erbauten Herrschaftssitz reicher Basler Industriellenfamilien, heute Waldschule für besondere Betreuung bedürftige Schüler des Kantons Basel-Stadt, traf man wieder zusammen und erklomm die letzten paar hundert Meter bis zur mächtigen Ruine des Pfeffinger Schlosses.

. . . da staunen gar die Gänse.

Wegen Bauarbeiten zur Erhaltung des Mauerwerkes und minuziöser archeologischer Untersuchungen war nur der äussere Burghof zugänglich, der uns aber beste Sicht über die riesige einstige Schlossanlage bot. Dort angelangt öffneten sich plötzlich die Wolken und wir konnten nicht nur die in Form eines Bechers Weissweines konzentrierte Sonne aus des Wanderleiters Rucksack, sondern auch erwärmende Sonnenstrahlen aus heiterem Himmel geniessen. Auch hier verwies uns Edgar wieder auf die allgegenwärtige Geschichte der Region. Neueste dendrologische Untersuchungen, Altersbestimmung vom im Mauerwerk stecken gebliebenen Holzreste des einstigen Baugerüstes, ergaben, dass die riesige, über 30 m hohe Turmruine zwischen 1385 und 1390 in nur sechs Jahren erbaut wurde. Die heutigen Bauarbeiten allein zur Erhaltung der Ruine dauern ebenfalls sechs Jahre und kosten sieben Millionen Franken. Nun bot sich auch beste Sicht auf die Umgebung, wo in einem Umkreis von drei Kilometern noch Reste weiterer neun Burgen zu besichtigen sind wie auch die Schalberghöhle, wo Werkzeug- und Knochenfunde auf eine Besiedlung der Gegend 50‘000 bis 1‘200 vor Christus hinweisen. Auf dem Weg nach Nenzlingen stiessen wir noch ein letztes Mal auf Spuren der Vergangenheit. Beim „Glögglifelsen“ befestigten die Truppen des Bischofs von Basel im Jahre 1444 ein natürliches Fel 21

SOMMERWANDERUNG 2015

FORTSETZUNG

sentor der damaligen bedeutenden Handelsstrasse durch den Jura gegen die herannahenden Armagnaken. Nach dreieinviertelstündigem Spaziergang mit den zum Teil erwähnten Zwischenhalten mit wissenswerten Erläuterungen über die äusserst geschichtsträchtige Gegend gelangten wir pünktlich in der „Linde“ in Nenzlingen an, wo wir zu den per Auto angereisten Vereinsmitgliedern stiessen. Speis und Trank hatten die Wanderer wohl verdient und genossen dies auch reichlich in der gemütlichen „Landbeiz“ und - mangels genügender Sitzplätze im Innern - noch auf dem gedeckten Gartensitzplatz, was besonders die Raucher zu schätzen wussten ! Die grosse Teilnehmerzahl bestätigt scheinbar das Bedürfnis nach einer Wanderung mit kulturellen Einlagen und gutem Essen. So können sich die Teilnehmer auch nächstes Jahr auf einen Anlass in ähnlichem Rahmen freuen. Und wegen erwarteter neuer Rekordbeteiligung werden wir auch noch um genügend grosse Räumlichkeiten bei gutem und weniger gutem Wetter besorgt sein!

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Edgar Sütterlin 



    

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140 JAHRE RORSCHACH-HEIDEN-BERGBAHN  ⊥       :      Ζ !""#,#%  σ  : ' (#) !" %  !  

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APPENZELLERLAND

...

Das Wachstum der Ställe In über 100 Bildern dokumentiert Fotograf Mäddel Fuchs Stallbauten im Appenzellerland. Ein Basler Ehepaar1 (und nicht irgend eines) hat die Bildersammlung in Auftrag gegeben. Sie soll künftigen Generationen helfen, sich zu erinnern.

A.Z. Die Zahl der Bauernbetriebe sinkt unaufhaltsam, die verbleibenden Höfe werden jedoch immer grösser. Sichtbares Zeichen dieses Strukturwandels sind auch im Appenzellerland die Stallneubauten, die in den vergangenen Jahrzehnten entstanden sind. Vor knapp zwei Jahren beauftragte das Basler Ehepaar1 den Fotografen Mäddel Fuchs, in beiden Appenzell die bestehenden Stallbauten in einer Fotodokumentation festzuhalten. "Vielleicht interessiert es jeman-

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den in 20 bis 30 Jahren, wie es 2014 aussah", sagte Oliver Wackernagel anlässlich der Vorstellung im Gasthaus Leimensteig in Haslen. Seit über 30 Jahren verbringen die Wackernagels ihre Ferien im Appenzellerland und traten schon öfters als Förderer auf. In dieser Zeit verfolgten sie auch den Wandel des hiesigen Landschaftsbildes. Die Fotodokumentation soll nun als wertfreies Arbeitsinstrument künftigen Generationen die 

APPENZELLERLAND

Das Wachstum der Ställe

Bild: Adelino Wentzel Dazwischen: Die grösste Schweizerfahne der Welt - am Säntis. (Welch ein Bild - stellen sie sich vor - es wäre in Farbe!)

Erinnerung erleichtern. "Zuerst braucht es eine Dokumentation, keine kritische Auseinandersetzung", sagte der pensionierte Jurist Oiver Wackernagel. In über 100 hochwertigen Schwarzweissaufnahmen hielt Mäddel Fuchs das Aussehen von Ställen und Landschaften in den Jahren 2013 und 2014 fest. Nach der Fertigstellung der Dokumentation dürften die Fotos natürlich bewertet werden, so Wackernagel. Er wolle dies jedoch den Betrachtern überlassen. Bei allem Ringen um Objektivität wurde bei der Vorstellung auch klar: Der Trend zu immer grösseren Stallbauten bereitet

den Anwesenden Sorgen. Mitverantwortlich für diese Entwicklung sind die Agrarpolitik und die neuen Tierhaltungsvorschriften. Ein Blick in die Statistiken zeigt, dass im Zeitraum von 1905 bis 2014 in Appenzell Innerrhoden nur ein Drittel der Bauernbetriebe überlebt haben - in Appenzell Ausserrhoden sind es sogar nur ein Fünftel. Auf der andern Seite hat sich der Bestand an Rindvieh und Kühen im selben Zeitraum kaum verändert. Um überleben zu können, müssen die Bauern immer effizienter und in immer grösseren Einheiten produzieren.  25

APPENZELLERLAND

Das Wachstum der Ställe Bilder werden digitalisiert

Mitte August übergaben Wackernagels und Mäddel Fuchs je ein Exemplar der Fotodokumentation an den Innerrhoder Landammann Roland Inauen und seinen Ausserrhoder Kollegen Matthias Weishaupt. In Appenzell Innerrhoden werden die Bilder im Museum Appenzell zugänglich gemacht, in Ausserrhoden übernimmt die Fachstelle Denkmalpflege diese Aufgabe. Laut Matthias Weishaupt sollen die Fotografien bald digitalisiert und online zugänglich gemacht werden. Die Nutzung der Bilder ist kostenlos.

1

Das Basler Ehepaar Wackernagel, Bea und Oliver. ist den Appenzellern, die in der Region Basel wohnhaft sind, wohl bekannt. Bea kennen wir als talentierte Hackbrettspielerin. Vor einigen Jahren noch trat sie mit ihrem «Echo vom Heuberg», einer Streichmusikformation, die mit Musikantinnen und Musikanten aus der Region bestückt war, regelmässig auf. Und nicht nur das, Bea ist langjähriges Mitglied des Appenzeller-Vereins Basel und Umgebung. Heute tritt sie auch immer wieder als Solistin im Verein oder bei Privatanlässen unserer Mitglieder auf. Wackernagels verbringen ihre Ferien seit manchem Jahr auf der «Wissegg» ob Bühler. Sie mit ihrer Familie und Freunden in der ehemaligen Wirtschaft «zur frohen Aussicht» beherbergen zu dürfen, freut uns ganz besonders.

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A QUI DE FAIRE LE BOULOT? Vous vous souvenez: In der vorletzten Ausgabe waren es vier Personen:

Zuerst waren es Le Chacun, le Quelqu'un, un N'importe qui et Personne dann folgten, in der letzten Ausgabe Everybody, Somebody, Anybody and Nobody

Der Wunsch, eine einigermassen akzeptable deutsche Fassung zu erarbeiten blieb auf der Strecke, bis wir, der Präsidentin Susanne Guntli vom Appenzellerverein Sarganserland sei dank, in den Besitz eines Textes kamen, der mit den Worten begleitet war, dass dieser Spruch an der Tür zu ihrem Arbeitsplatz hing und viele Kunden darüber gelacht hätten:

Und so bestätigt sich wieder einmal: «Nüd loggloo gwönnt» oder: Wie eine arme Seele (J.B) zu ihrer Ruhe gefunden hat. (Übrigens: Unser Mitglied Christine Zimmermann war ganz nahe dran!)

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INNERRHODEN

Die Melodie der Appenzeller Landwirtschaft und musiziert in seiner Freizeit.

A.V. Stefan Müller, der neue Landeshauptmann, hielt zum 1. August eine eindrückliche Rede mit feinen Zwischentönen. Er zog Parallelen zwischen der Bevölkerung Innerrhodens und den Eigenarten der heimischen Musik. Dabei war er nicht nur auf Schönklang und perfekte Harmonie aus. Wir leben in einem friedlichen, reichen Land mit fantastischer Natur, genug Wasser und Nahrung, funktionierendem Sozial- und Bildungssystem, vielfältiger Kultur und prosperierender Wirtschaft. Er suchte und fand Parallelen zwischen den Eigenarten der Appenzeller Musik und dem Wesen der Innerrhoder. Seit drei Monaten ist er Landeshauptmann und damit Vorsteher des Land- und Forstwirtschaftdepartements. Er hielt, wegen unsicherer Wetterlage in der Aula Gringel, seine Ansprache an mehrere hundert Menschen. Der gebürtige Schwendener, betreibt in Lehmen eine 28

Erste und zweite Geigen Seine Ansprache gliederte er in die typischen Teile deines Rugguusseli. Der Appenzeller bemühe sich, freundlich, anständig, zurückhaltend und bescheiden zu sein. Dies, so meinte Stefan Müller, könne sich auch nachteilig auswirken, zum Beispiel bei der mühsamen Suche nach Kandidaten für ein öffentliches Amt. Davon können die Gruppierungen Innerrhodens ein Lied singen. Zu oft zeige sich eine übertriebene Bescheidenheit. Hinter der Zurückhaltung vermute er die zu geringe Bereitschaft private Bedürfnisse hintanzustellen, wenn es um ein Engagement für das Gemeinwohl geht. Er sei überzeugt, der Appenzeller habe Talent für die richtige Phrasierung, Punktierung und Tonalität. Das zeigten über den Kanton hinaus - die in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft die erste Geige spielen. Gleichzeitig brauche es diejenigen die die zweite Geige spielen, jene die zuhören und im Hintergrund wirken, sagte er mit Blick auf etliche aktuelle Themen der Innerrhoder Politik. Es brauche sowohl die Kreativität und Ideenvielfalt als auch die Ausgewogenheit und Bodenhaftung. Und den Bass, der das Fundament baue. Seine verankernde Qualität verglich Stefan Müller mit unserem höchsten Gut, der (preisgekrönten) Landschaft. Wir können es uns nicht leisten aufgrund von Bodenspekulationen und hohen Gewinnerwartungen unser Land in Gefahr zu bringen. 

INNERRHODEN Melancholie und Lebensfreude Die melancholischen Töne der Appenzeller Musik verknüpfte er mit dem Hang der Appenzeller zur «Verkapselung». Die Appenzeller litten an mangelnder Problembewältigung, sagte er. Wir seien in allen Lebenslagen gefordert, Probleme offen anzugehen, zu diskutieren und gemeinsam Lösungen zu suchen. Ein Rugguusseli schliesst mit einem lüpfigen Tänzli - Ausdruck für die Festfreude des Appenzellers. Blicke man auf die vergangenen Grossanlässe, wisse man auch um den Zusammenhalt in der Bevölkerung. Er, Stefan Müller wünsche sich, dass auf politischer Ebene nicht um alles ein «Riesentanz» veranstaltet werde, sondern pragmatische Lösungen erarbeitet würden. Den typischen Geigenschluss der Appenzeller Musik

bezeichnete er als perfekte Abrundung und als Aufforderung, zwar eigene Töne einzubringen aber das grosse Ganze in den Vordergrund zu stellen.

Jungmusikanten, Stegreifler und eine Volksmusikformation spielten an der Bundesfeier des Bezirks Appenzell auf. Bild und Text: Monica Dörig

APPENZELLERLAND Umzug abgschlossen

Erfolgreicher Zusammenschluss

A.Z. Seit gut einem halben Jahr ist das einstige Appenzeller Medienhaus die neue Heimat der Appenzeller Druckerei AG. Diese ist am 1. April gegründet worden und aus dem Zusammenschluss der Akzidenzdruckbereiche mehrerer Traditionshäuser entstanden - aus der 1875 gegründeten Druckerei Appenzeller Volksfreund (dav) in Appenzell und dem seit 1837 bestehenden Appenzeller Medienhaus in Herisau sowie der KunzDruck & Co. AG in Teufen, die 2009 zur dav stiess. Eigentümerin ist die Genossenschaft Druckerei Appenzeller Volksfreund (Appenzell).

Innerhalb von wenigen Wochen ist eine der modernsten Druckereien im Land entstanden. Drei Millionen Franken investierte das Unternehmen in ein «neues Paradepferd», eine 8-Farben-Druckmaschine. Ausserdem wurden eine 6Farben Druckmaschine von Appenzell nach Herisau gezügelt und der Digitaldruck-Bereich aufgerüstet. Geschäftsführer Markus Rusch sagt, ein wichtiger Meilenstein sei erreicht und der Zusammenschluss habe sehr gut funktioniert. Alle gesteckten terminlichen Ziele seien erreicht worden. 29

BEGEGNUNGSTAG 2015 IN GOLDACH

„KULTUR ∆?≅ΠΓ< “

Ein herzliches "Willkomm" von der Präsidentin des Appenzellervereins Goldach

Anfangs September begegnen sich die Mitglieder der schweizerischen Appenzeller-Vereine stets irgendwo im „Exil“, wohin Landsleute ausgewandert sind, und schauen sich dort ein wenig um. Am Sonntag, 6. September 2015, hat der Appenzellerverein bzw. Jodelklub Goldach eingeladen. Da leider kein „Frisco“Wetter herrschte, fiel der geplante Spaziergang der Goldach entlang zum Bodensee buchstäblich ins Wasser. Umso mehr genossen die rund 80 Anwesenden drum, wie es auf den Klebern („Stickers“) an den Eiskästen im Goldacher Oberstufenzentrum heisst, „KULTUR ∆ ?≅ ΠΓ<“. Und das nicht zu knapp; es hat sich gelohnt! 30

Nach dem von der Gemeinde Goldach grossherzig offerierten Apéro begrüsste uns der JK Goldach mit „Grüess Gott“ vom Finster-„Wäldler“ Ruedi Bieri, einem traditionellen Zäuerli von daheim und grad nochmals einem Lied des äusserst produktiven und begabten Entlebuchers, quasi das Motto für den Begegnungstag, „Dini Seel ä chli la bambälä la“. Die Vereinspräsidentin Ruth Rutz hiess uns herzlich willkommen und der Goldacher Gemeindepräsident Thomas Würth stellte uns das ehemalige Bauern-, Mühle- und Sägedorf am Unterlauf des18½ km langen Flusses vor. Beredt, launig, informativ: 9’100 Einwohner, davon 22% 

BEGEGNUNGSTAG 2015 IN GOLDACH ausländische, 4’000 Arbeitsplätze, noch immer eine grosse Mühle, daneben „Frisco“-Glacé und NespressoKapseln, 14 Wegstunden vom SäntisGipfel entfernt gelegen, vom Gemeindepräsidenten schon abgewandert, aber leider (noch?) ohne eigene Autobahneinfahrt und die geplante Fusion mit Rorschach und Rorschacherberg ist, man kennt das auch anderswo, ist nur in der Stadt angenommen worden. Am Kollegium St. Antonius in Appenzell hat Thomas Würth die Matura gemacht. Zusammen mit seiner Frau Irene genoss er in der Aula das herrliche Mittagessen, bevor ihn die Pflicht dann nachmittags ins Toggenburg rief. Sandra Gräfin Bernadotte, eine weitere reizende Goldacherin, konnte leider nicht kommen … Vor dem feinen Fürstenländer Rauchbraten und dem mit Dörrzwetschgen gespickten Schwedenbraten (Lässt etwa so die Insel Mainau grüssen?) erfreute uns der Jodelklub nochmals mit einem Zäuerli samt Talerschwin-

gen und Fred Kaufmanns „Öse Jodel“. Appenzeller Musik! Zwar keinen kulinarischen, einen anderen besonderen Leckerbissen servierten uns die Gastgeber als Dessert vor dem Dessert: Zu Drafi Deutschers Ohrwurm „Marmor, Stein und Eisen bricht“ zeigten sie auf der Bühne den „Strumpfhosentanz“: Damdam, Cancan, die Beine so herrlich witzig verrenkt, zwei linke sind schon wieder Kunst. Applaus! Da capo! Zugabe! Das Wetter war nicht besser geworden, das Kuchenbüffet noch nicht aufgebaut. Zeit genug also zum geselligen Plaudern „ond Höckle“, auch zum Rauchen draussen an der frischen Goldacher Luft, oder man bewunderte die schmucken Trachten bzw. schäkerte ein wenig mit den hübschen Trägerinnen. So wurde man ganz nebenbei inne, dass es sich beim jungen Mädchen in der St. Galler Werktagstracht, beim Kaffee- und Bierausschank, um Irene Reichmuth aus Untereggen handelt. 

Gemeindepräsident Thomas Würth

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BEGEGNUNGSTAG 2015 IN GOLDACH Zusammen mit ihren Brüdern Fabian und René ist sie „Diä Gächä“. Im Dezember 2014 haben die drei fröhlichen, aufgestellten Geschwister den „Kleinen Prix Walo“ gewonnen; bei „Potzmusik“ waren sie auch schon. Cool, lässig oder eben einfach – „gäch“. Nach Kaffee und (selbstgemachten) Kuchen ehrte Hans Höhener, der Obmann des Ausschusses aller schweizerischen Appenzeller-Vereine, Ernst Meier für sein langjähriges Mittun.

Dank an Ernst Meier

Ursula Friedrich vom organisierenden Verein überreichte dem Flawiler Präsidenten eine gute Flasche. Selbstverständlich dankte Hans Höhener den Goldachern aufrichtig für den Begegnungstag 2015. Er freute sich schon einmal prophylaktisch, wenn sich auch fürs 2016 ein Verein bereit erklärte, diesen traditionellen, für den Zusammenhalt schon sehr wichtigen Anlass durchzuführen. Man wird sehen. In der Not frisst der Teufel Fliegen und so müsste halt, falls sich niemand melden sollte, erneut der Aus32

schuss einspringen! Das Licht kommt aus dem Osten, sagt man, und am späteren Nachmittag kam die Sonne dann auch im Osten, Goldach, an. Nur eben viel zu spät, um noch hinunter an den See zu gehen. Drum nochmals: „KULTUR ΛΓΗ ∃ΞΟ∆“. Mit „We d Schwälbeli i Süde zieh“ vom Oberhofener Adolf Stähli erinnerte der Jodelklub Goldach schon einmal an den sich nähernden Aufbruch, danach, um keine Trübsal aufkommen zu lassen, die „Füdlibürger“ von Ruedi Bieri, bevor sich alle im Saal anwesenden Jodlerinnen und Jodler, mehrheitlich aus Basel und aus Winterthur, auf die Bühne begaben. Die „Vereinigten Chöre“ gaben, zwar ungeprobt, aber dank ihrer trainierten Stimmen trotzdem wunderschön, den „Steimanndli Jutz“ von André von Moos aus Sachseln zum Besten und beschlossen so den „offziellen Kultur-Teil“.

Das Strumpfhosen-Ballett in Aktion

Zu Recht besonders verdankt wurde anschliessend der riesige Einsatz von Ernst „Aschi“ Röthlisberger („Organisation“), Pia Löpfe („Musik“) und Lydia Reichmuth („Kulinarik“).

BEGEGNUNGSTAG 2015 IN GOLDACH Marianne Bodenmann und Verena Preisig von den Basler „Appezeller Singfründe“ leiteten mit Dölf Mettlers „Öses Lendli“ über zu einer „Jam Session à l’appenzelloise“. Mir gefällt das einfach am besten, das freie Singen und Zauern. Und wenn dann grad noch „Mer hend e schös Ländli“ und „Öber s Älpli“ erklingen … Weissgott, es kann nichts Schöneres geben! So oder so. Es wurde Zeit zum „Öberifaare“ bzw. zur Heimfahrt in den Aargau, ins Wallis, ins Oberengadin, ins Toggenburg und ins Turgi, hinab ins Züribiet und auch auf Basel. In Wil, es hatte aufgeklart, sahen wir jetzt endlich den Säntis

(14 Wegstunden ab Goldach!). Kurz vor acht Uhr fuhr ich über die Wettsteinbrücke ins Kleinbasel. Dort sagen wir dem Rhein manchmal so wie der Goldach im Oberlauf. Vom Ruppenpass her fliesst das junge Gewässer an Trogen und Wald vorbei und heisst noch ganz simpel „Bach“. So schliesst sich für mich der „Goldacher“ Kreis mit Fluss, Dorf, Aula und diesem speziellen Begegnungstag. Es bleiben viele gute Erinnerungen und eben auch die Pflicht, einen Bericht zu verfassen. Willi Schläpfer, von Wald/AR Appenzeller-Verein Basel und Umgebung

Der Jodelklub Goldach

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«FREISPIEL» von Eugen Auer

Ein Appenzeller… Ein Appenzeller namens Welter las jüngst, die Menschheit werde älter, es drohe bei der AHV demnächst ein Finanzierungsstau, weshalb die Bundesratsparteien vereint am Überlegen seien, wie weit sich, um das Loch zu schliessen, die Steuern noch erhöhen liessen. Doch Welter war ein heller Kopf, der alte Griff zum Steuertopf schien ihm nicht originell zu sein. Rasch fiel ihm eine Lösung ein. Jüngst kaufte doch der Staat St.Gallen ein gutes Dutzend Radarfallen, um Autofahrer abzuzocken und die Erträge aufzustocken. Erwürbe man davon noch mehr, beschränkte darauf den Verkehr im ganzen Lande auf nur dreissig und büsste weiterhin so fleissig, dann wär die Kasse aus dem Schneider. Mit diesem Vorschlag stiess er leider am Stammtisch auf kein offnes Ohr. Ein Spinner sei er und ein Tor, so hiess es, was ja richtig ist, doch wenn man seinen Vorschlag misst am Massstab der Finanzverwaltung, so ist am Ende Welters Haltung, und dies erscheint dem Autor wichtig, folgerichtig.

Eine Auswahl der Glossen von Eugen Auer ist in Buchform erschienen.

«Ein Appenzeller namens . . .» Band 1 bis Band 3 sowie eine CD, sind im Buchhandel oder unter www.appenzellerverlag.ch erhältlich.

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APPENZELLER-VEREIN BASEL UND UMGEBUNG Der Vorstand:





Willi

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4058 Basel P 061 601 56 59 e-mail: [email protected]

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Präsident:

Schläpfer Vizepräsidentin:

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e-mail: [email protected] Kassier:

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Ernst

Morgentalstr. 10

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Frei-Schefer

Magdalena Surbaumstr. 2

4153 Reinach

P

061 711 41 89

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Thommen-Weder

Margrit

Wintersingerstr. 15

4464 Maisprach

P

061 841 20 22

e-mail: [email protected] Vorstandsmitglied:

Braun-Rusch

Verena

Sennheimerstr. 25

4054 Basel

P

061 263 18 15

e-mail: [email protected] Vorstandsmitglied

Sütterlin

Edgar

Benkenstr. 91

4102 Binningen

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Jakob

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