Arbeitsblatt: Ebola – Gefahr für Frieden und Sicherheit?

Arbeitsblatt: Ebola – Gefahr für Frieden und Sicherheit?

Arbeitsblatt (Sekundarstufe II) FRIEDEN & SICHERHEIT Fächer: Politik, Geschichte, Erdkunde, Sozial- und Gemeinschaftskunde · Jahrgangsstufen: 9 bis ...

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Arbeitsblatt (Sekundarstufe II)

FRIEDEN & SICHERHEIT

Fächer: Politik, Geschichte, Erdkunde, Sozial- und Gemeinschaftskunde · Jahrgangsstufen: 9 bis 12/13

Ebola – Gefahr für Frieden und Sicherheit? Erstmals seit Bestehen der Vereinten Nationen hat sich im September 2014 der Sicherheitsrat in einer Krisensitzung mit einem Thema wie Ebola beschäftigen müssen. Seit Bekanntwerden des Ebola-Aufbruchs Anfang des Jahres hat sich die bislang schlimmste Epidemie entwickelt, „die größte Herausforderung in Friedenszeiten, der sich die Vereinten Nationen je haben stellen müssen“, so die Leiterin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Margaret Chan.

Das Virus Erstmals wurde das Virus 1976 in Yambuku (Zaire – heute Demokratische Republik Kongo) und im Sudan entdeckt. Infizierte leiden an Fieber, Muskelschmerzen, Durchfall bis zu inneren Blutungen und Organversagen. Oftmals werden die ersten Symptome mit einer Malariaerkrankung verwechselt. Der Hauptwirt des Virus ist bislang nicht zweifelsfrei gefunden worden. Eine Übertragung der Ebola-Viren von Mensch zu Mensch geschieht durch Kontakt mit Blut, Organen oder anderen Körperflüssigkeiten infizierter Personen. Die Inkubationszeit beträgt zwischen zwei und 21 Tagen, meist bricht die Krankheit nach acht bis zehn Tagen aus. Die Letalität, d. h. die Sterberate, liegt im Durchschnitt bei etwa 60 Prozent. Bisher konnte noch kein Wirkstoff gefunden werden, der nachweislich gegen das Virus wirkt.

Chronologie der Ereignisse Dezember 2013: Vermutlich Ebola-Fälle im westafrikanischen Guinea zurückgehend auf ein erlegtes Tier +++ 23. März 2014: In Guinea 60 Tote, 100 Infizierte. +++ 25. März: Ebola wird in Liberia nachgewiesen, mindestens fünf Tote. +++ 26. Mai: Nach Angaben der WHO sterben fünf Menschen in Sierra Leone. +++ 23. Juni: Experten warnen, die Epidemie sei außer Kontrolle. +++ 20. Juli: In Nigeria bricht ein Berater Liberias zusammen und stirbt wenig später an Ebola. +++ 29. Juli: In einer Klinik Sierra Leones stirbt der Arzt Sheik Umar Khan. +++ 31. Juli: Sierra Leone erklärt nationalen Notstand. +++ 4. August: Ebola breitet sich in Nigeria aus. +++ 5. August: Experten reagieren zurückhaltend auf den Einsatz des experimentellen Mittels „ZMapp“ bei zwei infizierten US-Helfern, die in die USA geflogen wurden. +++ 6. August: Liberia verhängt dreimonatigen Ausnahmezustand. +++ 7. August: Ein Ebola-Infizierter wird nach Spanien gebracht. +++ 8. August: Die WHO stuft die Epidemie als Internationalen Gesundheitsnotfall ein. Nigeria ruft nationalen Notstand aus. +++ 12. August: Ebola-Patient in Spanien stirbt. Zahl der Todesopfer ist auf über 1.000 gestiegen. +++ 13. August: Das Auswärtige Amt fordert Deutsche zur Ausreise aus Guinea, Sierra Leone und Liberia auf, medizinisches Personal ausgenommen. +++ 21. August: Die US-Helfer werden gesund aus der Klinik entlassen. +++ 26. August: Bislang haben sich mehr als 240 Ärzte, Pfleger und andere Helfer angesteckt, 120 von ihnen sind gestorben. +++ 27. August: Ein Ebola-Patient wird im Universitätsklinikum HamburgEppendorf behandelt. +++ 28. August: WHO befürchtet in den kommenden sechs bis neun Monaten mehr als 20.000 Infizierte. +++ 29. August: Ebola im Senegal. Ein Student aus Guinea wird in Dakar behandelt. +++ 5. September: Mindestens 2.000 Menschen sind an Ebola gestorben, doppelt so viele erkrankt. WHO räumt ein, die Epidemie unterschätzt zu haben. +++ 17. September: US-Präsident Obama schickt 3.000 Soldaten in betroffene Gebiete, um Lazarette und medizinisches Personal zu schützen. +++ 18. September: UN-Generalsekretär Ban appelliert an Staaten, sämtliche Ressourcen im Kampf gegen das Virus zu aktivieren, um die Epidemie in den Griff zu bekommen. +++ 30. September: Erstmals ist ein Patient außerhalb Afrikas mit Ebola diagnostiziert worden – in den USA. nach: dpa/jus: „Ebola breitet sich aus“, www.3sat.de > Themen >„Ebola breitet sich aus“ > „Chronologie über die Ebola 2014“, 07.10.2014

Plenum: Stellen Sie die Entwicklungen auf einem Zeitstrahl dar und kennzeichnen Sie die Ereignisse, z. B. farbig, nach Zahlen, Staaten und Maßnahmen. Führen Sie diesen Zeitstrahl mithilfe von Tageszeitungen und Nachrichtensendungen in den kommenden Wochen weiter.

Folgen der Ebola Epidemie „Mit dramatischen Worten warnte Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon vor einer weiteren Ausbreitung von Ebola. […] Die Generaldirektorin der WHO, Margaret Chan, mahnte, das exponentielle Wachstum der Fallzahlen drohe die betroffenen Staaten an den Rand des Zusammenbruchs zu bringen. Ähnlich äußerte sich auch der amerikanische Präsident [Barack Obama ] […]. Keine Frage, die Weltgemeinschaft ist aufgewacht. Aber rechtzeitig genug? […] Selbst die jetzt anlaufenden Hilfen dürften kaum ausreichen, um die Epidemie einzudämmen. „Unsere bestmögliche Schätzung ist, dass wir die Anstrengungen verzwanzigfachen müssen“, sagt Ban Ki Moon. Doch zu viele Staaten […] begnügten sich zu lange damit, Finanzmittel, Feldbetten oder Gummihandschuhe in die Seuchenregionen zu schicken. Ein Mangel an Geld oder Material ist aber nicht das Hauptproblem. Im Kampf gegen die Seuche fehlt vor allem eines: geschultes Personal. Die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat derzeit mehr als 2.000 Mitarbeiter vor Ort im Einsatz. […] In Liberia oder Sierra Leone geht es vorrangig nicht mehr darum, einzelne Infizierte zu retten, sondern darum, weitere Ansteckungen zu verhindern und einen Kollaps der Staaten abzuwenden. […] Es ist erst ein Jahrzehnt her, dass in dem geschundenen Land [Liberia] ein jahrelanger Bürgerkrieg zu Ende ging. Nun verlassen wieder Geschäftsleute, qualifizierte Fachkräfte und Entwicklungsexperten die Krisenregion. Der Finanzminister musste die Wachstumsprognosen für sein Land drastisch nach unten korrigieren. In einigen Regionen Westafrikas drohen Hungersnöte. […] Schon jetzt ist der Preis für Reis – ein Grundnahrungsmittel – drastisch gestiegen. Dies hat in der Vergangenheit in Liberia schon zu Unruhen geführt. In Sierra Leone wurde [bereits] eine dreitägige Ausgangssperre verhängt. Die Bauern konnten nicht mehr auf ihre Felder […]. Viele sind geflüchtet. In den Städten und größeren Orten werden Lebensmittel knapp. Auch der Tourismus, auf den das Land große Hoffnungen gesetzt hat, steht vor dem Aus. […]“ Quelle: Katrin Egeler, Bartholomäus Grill, Johann Grolle u. a.: „Gefahr für den Weltfrieden“, in: Der Spiegel Nr. 39/2014, S. 130 ff.

Einzelarbeit/Plenum: Geben Sie in eigenen Worten wieder, welche konkreten Folgen sich kurz- und mittelfristig aus der Epidemie ergeben. Beurteilen Sie die Einschätzung des Sicherheitsrates, dass die Epidemie Frieden und Sicherheit gefährde. Vergleichen Sie Ihre Ergebnisse im Plenum.

Hindernisse bei der Bekämpfung • Unkenntnis von Betroffenen über Krankheit, Krankheitsverlauf und Verhaltensmaßnahmen • Infizierte suchen oft keine medizinische Hilfe • Hohe Analphabetenquote in der Bevölkerung • Schwach ausgeprägtes Gesundheitssystem und überfüllte Krankenhäuser • Unübersichtliche Lage in den ländlichen Gegenden Westafrikas • Mangel an gut ausgebildeten und ausgerüsteten Ärzten, Pflegern und Krankenschwestern • Hohe Geschwindigkeit der Ausbreitung • ......................................................... Vgl. dazu: Christina Hucklenbroich, „Warum sich Ebola so rasend schnell verbreitet“, in: www.faz.net > Wissen, 25.09.2014

Partnerarbeit/Plenum: Überlegen Sie zu zweit, was die einzelnen Hindernisse für die Bekämpfung der Epidemie bedeuten. Ergänzen Sie die Auflistung durch eigene Überlegungen. Stellen Sie in einer Prioritätenliste zusammen, was kurzund auch mittelfristig getan werden muss, um die Epidemie zu stoppen und diskutieren Sie die Ergebnisse im Plenum.

© Stiftung Jugend und Bildung (Stand: Oktober 2014) · Aktuelle Arbeitsblätter: www.jugend-und-bildung.de · Mehr zu „Frieden & Sicherheit“: www.frieden-und-sicherheit.de