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Donnerstag, 11.08.2005

Auf Safttüten wird Hoffnung begründet Sie sind knallig bunt und sie sind im Trend. Dabei waren die Aktentaschen und Rucksäcke, die so mancher Teenie stolz durch die Schule trägt, einst nur noch Müll. Zusammengeschneidert wurden die sogenannten "Juicy Bags" auf den Philippinen - aus weggeworfenen Fruchtsafttüten bevorzugt der Marke "Magnolia", aber auch von anderen Saftherstellern. Hauptsache schön bunt. Als schräge Mode-Accessoires wie Rucksäcke, Portmonees oder Einkaufstaschen werden sie anschließend auch in Deutschland verkauft. So macht man aus Wohlstandsmüll ein Geschäft. Mode-Trend mit gutem Zweck: Dr. Jochen Diekmann und Ulrike Diekmann engagieren sich bei Justice F durch den Vertrieb von "Safttaschen" für benachteiligte Menschen auf den Philippinen.

Wer gleichzeitig etwas für den Aufbau nachhaltiger Entwicklungsförderung auf den Philippinen tun will, der achtet auf aufgedruckte Verfallsdaten. Nicht, dass die irgendeine Rolle spielen würden. Schließlich ist der Saft längst getrunken. Doch die Daten verraten, dass die Tüte einst das war, was sie vorgibt zu sein: Ein Behälter für Saft, der irgendwann auf einer Müllkippe gelandet ist.

Keine Tüte, die nie Saft gesehen hat und direkt von der Rolle nach China geliefert wurde. Groß-Unternehmen dort haben erkannt, dass mit vernähten Tüten Geld zu machen ist und stellen die Produkte industriell zu Schleuderpreisen her. Mit Entwicklungsförderung hat das nichts zu tun. Dabei war das der ursprüngliche Sinn bei der Entwicklung der extravaganten Müll-Mode. An dieser Stelle kommt die Oberhausener Entwicklungsförderungs-Organisation Justice F ins Spiel. Die nämlich lässt die chicken Fruchtsafttüten auf der südostasiatischen Inselgruppe recyclen. In der Millionenstadt Cebu. Dort hat die Organisation 54 Häuser für ehemalige Fischer errichtet, die wegen Landgewinnungsmaßnahmen oder dem Verkauf ihrer Grundstücke an Investoren plötzlich auf dem Trockenen saßen. Neue Jobs mussten her und die haben die Großfamilien in der Müll-Veredelung erhalten. Sieben Nähmaschinen hat Justice F zur Verfügung gestellt. Der "Rohstoff" Fruchtsafttüte wird zu fairen Preisen von "Scavengers" aufgekauft, was auf Deutsch Aasgeier heißt. Scavengers leben auf Müllkippen und verdienen ihren Lebensunterhalt mit dem Weitervertrieb dessen, was andere weggeworfen haben. Eben auch Fruchtsafttüten, die gereinigt und sortiert an die Fischer-Kooperative gehen, die sie dann verarbeitet. "Der Marktpreis liegt bei ein bis zwei Dollar, wir kaufen die Tüten für vier bis sechs Dollar auf und verkaufen sie hier je nach Modell für zehn bis 20 Euro", erklärt Dr. Christoph Diekmann, Vorstand von

12.08.2005 15:39

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Justice F. Der Erlös gehe vollständig zurück auf die Philippinen - in ein weiteres Projekt. Das heißt "Step by Step" und ist ein Stipendien-Programm für die Kinder der Fischer. Denn: Nur Bildung bewahrt langfristig vor Armut. "Unsere Aufgabe liegt darin, einen Absatzmarkt für die Produkte der Fischer zu schaffen und die Hilfsprojekte vor Ort zu betreuen", umreißt Diekmann die Aufgaben von Justice F. Mit Erfolg: 580 Juicy Bags wurden mittlerweile verkauft, in der Cubus-Kunsthalle neben dem Duisburger Lehmbruckmuseum, auf dem Weihnachtsbasar der Herz-Jesu-Gemeinde in Sterkrade und bei einem Schulprojekt der Postwegschule. Freilich ist das nicht die einzige Aufgabe der selbstständigen Stiftung, die sich "Projekte der Gerechtigkeit" unter den Organisationsnamen geschrieben hat. "Bildung, Ausbildung und dann Beschäftigung. Das ist unser Motto", sagt Diekmann. Vom Stiftungssitz an der Sterkrader Oskarstraße wird unter anderem ein Projekt zur Herstellung hochwertiger Lederwaren in Kamerun organisiert, ein Ausbildungsprojekt für Elektriker im Senegal unterstützt und die Ausstattung der Müllhaldenbewohner mit Recycling-Werkzeugen vorangetrieben: Dies soll eine Abfallverwertung schon vor der Ankunft auf der Halde und damit ein Leben fernab der Müllhalde ermöglichen. Für Christoph Diekmann steht fest, dass er sich auch in den kommenden Jahren - wie auch alle anderen Mitglieder - ehrenamtlich für Benachteiligte aus schwach entwickelten Ländern einsetzen wird. "Wer einmal die Situation vor Ort gesehen hat, der bleibt dabei." Das Argument, dass die Hilfe nur ein Tropfen auf den heißen Stein sei, demotiviert ihn nicht. "Wir haben alle die Hoffnung, dass sich diese Tropfen zu etwas Großem multiplizieren." Die bisher verkauften 580 Taschen sind ein Anfang.

11.08.2005

Von Christian Duyf WAZ-Bild: Tom Thöne Bilder (2): Justice F

Zeitungsverlagsgesellschaft E. Brost und J. Funke GmbH & Co

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