Über Fossilfunde im Rhät und im unteren Lias bei Altdorf in - Zobodat

Über Fossilfunde im Rhät und im unteren Lias bei Altdorf in - Zobodat

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Über

Fossilfunde

im Rhät und im unteren Lias bei Altdorf

in

Mittelfranken

von

Dr.

ERNST STROMER-München

1

© Biodiversity Heritage Library, http://www.biodiversitylibrary.org/; www.biologiezentrum.at

I

;

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9

73

Über Fossilfunde im Rhät und im unteren Lias bei Altdorf

in

Mittelfranken

von Dr.

Ernst Stromer, München.

Die obere Trias und der untere Lias daß

ist in

Mittelfranken so fossilarm,

Funde zu erörtern, die ich im Laufe vieler Jahre in der Altdorfer Gegend machte und die ich der paläontologischen Staatssammlung in München schenkte. Auch bei Altdorf ist das Hangende und es sich lohnt, einige +

Liegende des Rhät, der unterste Lias und der Tote Zanclodonletten, fast

Es gelang mir nur, in der Breccie des letzteren bei Birnthon

fossilleer.

vor zwanzig Jahren ein Bruchstück eines großen Saurierknochens, wohl eines Beckenteiles eines Dinosauriers,

des höchstens 2^/2

m

zu finden und in den obersten Lagen

mächtigen Liassandsteines an mehreren Orten Gry-

phaea arcuata und unbestimmbare rostig verwitterte Belemnitenreste, sowie einmal unterhalb Schwarzenbachs eine Rhynchonella zu sammeln. Es

damit die marine Natur des dickbankigen, infolge seines Eisengehaltes bräunlich verwitternden Sandsteines, der infolge seiner Härte vielist

fach als Terrassenrand

geschlossen

ist,

und

als

oberste Stufe an kleinen Wasserfällen auf-

auch für die Altdorfer Gegend bestätigt.

f^hätsandstein, der gegen ihn in

nahm, ziemlich scharf Fossilien finden,

all

absetzt, ließ

Der gelblichweiße

den zahlreichen Profilen, die ich aufmich nur an zwei Orten bestimmbare

vor allem Pflanzen, die Herr Professor

P

n

1

1

^

in

Berlin I^ 1 j

t

zu bestimmen die Güte hatte und einen Schabenflügel, den Herr Prof. h p e t z in München zuerst erkannte und den Herr Dr. H a n d1

r s c

h im Folgenden beschreibt.

L)ie

und

Fundplätze liegen

des gleichfalls

am

Oberende der Teufelskirche

schluchtartigen

Teiles

bei

Grünsberg

des Teufelsgrabens

zwischen

Pretalmühle und Rasch; jedesmal dort,

wo

steinrand des unteren Lias herabstürzt

und wo wohl auf Schwefelkies oder

Kohlen Stollen angelegt

sind,

die

der kleine Bach über den Sand-

Lang

stadt Altdorf als viele Jahrhunderte alt

in seiner Geschichte der

und auch B

graphia norica, Altdorf 1758 Seite 94,

als

a

i

e r in seiner

Land-

Orycto-

aufgegeben erwähnt. i

I

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74 In der Teufelskirche folgt unter

dem vorspringenden Rande

des harten

,

braunen Liassandsteines: Sandstein oben gelb, unten weiß mit gelben Rostflecken, leicht

1.

verwitternd, 0,27—0,35 m. r

2.

Sandstein hellbraun, mittelgrob, leicht verwitternd, 0,15 m.

3.

Sandstein weiß und hellgelb mit gelben Streifen, unten gröber,

mit Pyritknollen und verkohlten wagrecht liegenden Baumstämmen,

ganz unten

zirka,

cm, etwas

weich und mit kohligen Teilchen.

m

etwa 0,18

Wasserfall bis

Sandsteins mit

Kohlenresten und

zum Hauptund nur

mächtig, rechts davon aber ausgekeilt

feinkörnigen

Streifen

am

mehr sandig;

Pflanzenhäcksel, unten

stollen

schiefrig,

Schiefer sandigmergelig, dunkel mit weißen Glimmerschüppchen,

4.

voll

5

m

2,5

als

Pyritkugeln an-

r

gedeutet.

Sandstein hellgelb bis weiß, grobkörnig,

5.

verwitternd,

Teil weich

und

leicht

mit Pyritknollen und wagrecht liegenden

dickbankig,

Baumstämmen,

kohlten

zum

2,5

m

zirka.

In

ihm zwei horizontale

ver-

Stollen,

der rechte nur wenige Meter lang, der linke mit Seitenstollen versehene

m

noch 27

ni.

Mergel weißgrau, sandig, in eckige Brocken verwitternd, mindestens

7.

m

des Schachtes (Silberloch) gangbar.

Sandstein gelb und gelbbraun, grob, leicht verwitternd, 0,6

6.

0,30

Mündung

weit bis zur

mächtig.

In Schicht 4 befanden sich an kleinen bestimmbaren Pflanzenresten:

Brachyphyllum Münsteri Schenk ( ? Taxodineae) und Laccopteris Münsteri Schenk (? Marsiliaceae) nicht selten, Laccopteris Göpperti Schenk und Andriana baruthina Braun

(Filices) in je

einem, Eqüisetum Münsteri Stern-

berg (Equisetaceae) in drei Stück.

Im

im Bach

Teufelsgraben befindet sich oben als Terrassenrand

weit

vorspringend brauner, sehr harter Liassandstein, feinkörnig, unten grob, 0,50

m

und darunter zurückweichend: Sandstein weiß, feinkörnig, ganz unten gelb, grobkörniger und

1.

leichter

1,6

verwitternd, mit wagrecht liegenden, verkohlten

m.

Unten

in.

ihm

ein niederer horizontaler

Baumstämmen,

Stollen. 4

2.

und

hier

Mergel grau, glatt, dünnschieferig, unten graubraun und rauh

mit weißen

0,30 m, links 3.

Glimmerblättchen,

und wohl auch

voll

Pflanzenreste,

verkohlter

rechts nach wenigen Metern auskeilend.

Sandstein, gelblich, mittelkörnig, i,5

m

mindestens, an der Sohle

der Schlucht. L r

Die Pflanzenreste der Schicht 2 sind selten schön erhalten, lösen sich größtenteils leicht

her untersuchen.

vom

Gestein ab und lassen sich so von beiden Seiten

Leider zerfällt aber der von Feuchtigkeit durchtränkte

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75 Schiefer meistens fast

beim Austrocknen

in ziemlich kleine

größere zusammenhängende

nie

Reste

Stücke, sodaß ich

erhielt.

Gut bestimmbar sind Brachyphyllum Münster! Schenk massenhaft und, :

wohl

Frucht dazu gehörend, Cheirolepis Schenk häufig, Palyssia Brauni Endt. ein Stück (Taxodineae) ; Zamites distans Schenk nicht selten, Podoals

zamites distans Pressl. var. longifolia mehrere, Nilssonia polymorpha Schenk mehrere, N. acuminata Göppert, Pterophyllum Münster! Schenk und Pt.

Schenk wenige Reste (Cycadeae); Thinnfeldia rhomboidalis Ettingh.

Blas!!

nicht selten, Th. decurrens Schenk, Sagenopteris rhoifolia rhoifolia var.

Schenk und

elongata wenige Reste, Acrostychites princeps

Folia filicum circinnatum

Schenk

je ein

Stück

(Filices),

S.

Schenk und

Equisetum Münster!

Sternberg mehrere (Equisetaceae), Calamites Gümbeli Schenk zwei Stück (Calamariae),

Laccopteris

sowie endlich der scharfe

mer!

Münster!

Abdruck

Schenk

ein

Stück (?

Marsüiaceae),

eines Schabenflügels Pedinoblatta Stro-

Handlirsch.

Den

Pflanzenschiefer

fand

ich,

allerdings

auch in einem alten Bausandsteinbruche tales

westlich des

führt,

etwa 2

m

am

ohne brauchbare Reste,

Südhange des Schwarzach-

Schwarzachsteges, der von Grünsberg nach Westhaid

unter

dem braunen

Daß

Liassandstein lokal anstehend.

der Rhätsandstein der Gegend, dessen Charakter übrigens auf kurze Strecken wechselt,

indem

er z. B. lokal teilweise durch Mergel oder

eine ausgesprochene

Süßwasserbildung

Obwohl

Schichtung oder Kiesstreifen, wie ich

ich falsche

ist,

Ton

ersetzt

ist,

dürfte nicht zu bezweifeln sein. sie in

ihm

bei

Taxöldern im Bodenwöhrer Becken fand, hier nirgends sah, hat er sich wohl in fließendem Wasser abgelagert, das Treibholzstämme mitbrachte, die als

schwarze Braunkohle mit sehr deutlicher Holzfaserstruktur erhalten sind, und in dem sich, wo lokal die Strömung schwach war, in ganz seichten Lachen feiner Schlamm absetzte. In ihm konnten sich Reste der offenbar

zum

Teil in nächster

Nähe

einst

vorhandenen Vegetation erhalten.

Liasmeer brachte aber dann ganz andere Verhältnisse, ziemlich flache Landschaft

von Südwesten vordrang;

als es in die

Das wohl

erst in seinen jüngsten

Ablagerungen finden wir wieder verkohlte Treibholzstämme. Ganz ähnlich war es offenbar in den gleichalterigen, schon länger bekannten Pflanzenfundorten des Rhät bestellt, am Azelsberg bei Erlangen, an der Wolfshöhe bei Schnaittach und der Jägersburg bei Forchheim und den berühmteren oberfränkischen Fundpunkten. Die Vegetation war im ganzen anscheinend nicht arm und ziemlich gleichartig, nur das Verhältnis der Häufigkeit der einzelnen Formen wechselt natüilich ziemlich. Hier herrscht

weitaus das zierliche

Brachyphyllum

vor,

auch Cycadeen und

P^rne sind nicht selten. Sumnfbewohner wie Schachtelhalme und Marsi-

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im Teufelsgraben im Gegensatz zur Teufelskirche sehr Das Klima war wohl warm und nicht trocken, und wir sollten

liaceae aber treten

zurück.

erwarten, entsprechend der einst reichlich vorhandenen Pflanzennahrung, eine nicht allzu

Leider

ist

arme Fauna vor allem von Jnsekten nachweisen zu können.

dem

nicht so, denn

Braun

beschrieb

1860 aus Ober-

franken nur wenige dürftige Reste: eine Muschel, die zwei von Dr.

iirsch im also

H

a n d-

folgenden besprochenen Insektenreste und einen Limulus, der

damals im Gegensatz zu seinen jetzigen nahen Verwandten im Süß-

wasser lebte, und ich konnte trotz eifrigen Suchens nur den einen Schabenflügel in Schicht 2 des Teufelsgrabens finden.

das Süßwasser- und es

Bei

dem großen

Jnteresse,

landbewohnende Tiere der Trias verdienen, und da

noch keineswegs gelungen

ist,

durch glückliche Funde zusammenhängen-

der Reste, die auch Fortpflanzungsorgane zeigen, die systematische Stellung aller

obigen, sonst so trefflich erhaltenen Pflanzen einwandfrei festzustellen,

dürfte es sich wohl verlohnen, mit größeren Mitteln die genannten Fundorte auszubeuten.