bergverlag rother - Bider & Tanner

bergverlag rother - Bider & Tanner

BERGVERLAG ROTHER entnommen aus dem Rother Wanderführer Kreta von Rolf Goetz ISBN 978-3-7633-4442-0 www.rother.de 11 Nationalpark Samaria-Schlucht ...

NAN Sizes 0 Downloads 6 Views

Recommend Documents

bergverlag rother - Buch.de
140. Ausgangspunkt: Wanderparkplatz am. Bahnhof Porta Westfalica neben der B 482. Höhenunterschied: 280 m. Anforderung:

bergverlag rother - Martin Kuhnle
Blumberg, 699 m,. Parkplatz in Ortsmitte, Busanschluss. Endpunkt: Schattenmühle, 655 m, Park- platz gegenüber, Busansc

bergverlag rother - Buch.de
Ainsa. Taxis von und nach Bielsa: Taxi Cap- ra, Tel. +34 626 608 066, [email protected] dido.com, www.monteperdido.com/cap

bergverlag rother - Buch.de
Tipp: Freizeitpark Schloss Thurn (s. S. 21). Hausberg der ... liegende Gipfel, der Rodenstein, kann leider nicht mit den

bergverlag rother - Buch.de
des Oberreintals, machen am Königshaus am Schachen Station und können noch den Frauenalplkopf besteigen. Schachen und Fr

bergverlag rother - DAV-Shop
Burk. Hollersbach i. Pinzgau. Mühlbach. Bramberg a. Wildkogel. Neukirchen a. Großvenediger. 857. Wenns. Wald i. Pinzgau.

bergverlag rother - Buch.de
um 17.30 Uhr, nach Sougia/Paleochora auch um 17.30 Uhr (aktuelle Fahrpläne vor Ort und unter www.anendyk.gr). Letz- ter

bergverlag rother - Buch.de
Rosenheim nach Brannenburg, vom. Bahnhof links und am Kirchbach entlang zum Postheim, auf der Fahrstraße Rich- tung Sch

Inhaltsverzeichnis - Bider & Tanner
Königshaus am Schachen, 1866 m. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 86 · 5.45 Std. 33 · Ferchensee, Grünkopf, Ed

Die Verschollenen - Bider & Tanner
Aaron Allston: Operation Eiserne Faust (35142) • 7. Aaron Allston: Kom- mando Han Solo (35197) • 8. Michael Stackpol

BERGVERLAG ROTHER

entnommen aus dem Rother Wanderführer Kreta von Rolf Goetz ISBN 978-3-7633-4442-0

www.rother.de

11 Nationalpark Samaria-Schlucht

5.40 Std.

8C7

Paradetour durch eine der längsten Erosionsschluchten Europas Die Samaria-Schlucht muss man gemacht haben – so denken in der Hauptsaison bis zu 3000 Wanderer, pro Tag wohlgemerkt! Allzu viel Ruhe darf man von daher nicht erwarten. Von der Hochebene Omalos, 1200 m, im Zentrum der Weißen Berge führt ein anfangs steiler Steig durch ein als Nationalpark ausgewiesenes, unvergleichlich schönes Tal zum Libyschen Meer hinab. Auf der gut 16 km langen Strecke kommt man durch prächtige Kiefern- und Zypressenwälder, immer wieder laden mit Brunnen und WC ausgestattete Rastplätze zum Verweilen ein. Im Unterlauf des kretischen Grand Canyon wird mit den Eisernen Pforten die vielleicht spektakulärste Landschaft durchwandert, die Kreta zu bieten hat. In Agia Roumeli am Ausgang der Schlucht warten Linienschiffe, mit denen man zu den Ferienorten an der Südküste weiterkommt. Die angegebene Gehzeit ist mit 5.40 Stunden relativ großzügig bemessen, geübte Wanderer sind ohne längere Stopps bereits in knapp 5 Stunden am Fähranleger. Doch wer früh aufbricht, kann ohne Hast zum Meer absteigen, die erste Fähre von Agia Roumeli legt nicht vor 17 Uhr ab. Ausgangspunkt: Xyloskalo, 1230 m. Anfahrt mit dem Bus nach Omalos/Xyloskalo ab Chania (tgl. um 8.15 Uhr; Fahrzeit 1 Std.), Sougia (ab Mitte Juni tgl. 7 Uhr, Fahrzeit 1.30 Std.) und Paleochora (Mo–Sa 6.15 Uhr, Fahrzeit 1.30 Std.). Busverbindungen von Rethimno und Kissamos mit Umsteigen in Chania. Aktuelle Fahrpläne vor Ort und unter www.busservice-crete.com. Rückfahrt: Schiffe ab Agia Roumeli nach Loutro/Chora Sfakion von Mai bis Oktober um 17.30 Uhr, nach Sougia/Paleochora auch um 17.30 Uhr (aktuelle Fahrpläne vor Ort und unter www.anendyk. gr). Letzter Bus nach Chania ab Chora

84

Sfakion täglich um 18.30 Uhr (wartet auf die Ankunft der Fähre), ab Paleochora täglich um 18.15 Uhr, ab Sougia tgl. um 18.15 Uhr. Wanderer mit Standort Paleochora oder Sougia haben den Vorteil, ohne Bustransfer mit der Fähre direkt »nach Hause« zu kommen. Höhenunterschied: 1250 m im Abstieg. Anforderungen: Lange, Kondition erfordernde Schluchtwanderung auf gut ausgebautem Weg, die ersten 600 Höhenmeter auf relativ steilem Steig. Je nach Jahreszeit und Wasserstand muss auf mitunter rutschigen Steinen mehrfach das Schluchtbett gequert werden, auf gerölligen Abschnitten ist Trittsicherheit erforderlich. Aus Gründen des Naturschutzes darf der Hauptwanderweg nicht verlassen werden. Im Oberlauf viel Schatten, die letzte halbe Stunde zum Meer pralle Sonne und im Hochsommer brüten-

Frühgymnastik am Schluchteingang im Angesicht des Gingilos. de Hitze, die auf den Kreislauf schlagen kann, ausreichend Sonnenschutz nicht vergessen! Auf halbem Weg gibt es im ehemaligen Dorf Samaria eine Erste-Hilfe-Station. Kampieren und auch Baden in der Schlucht sind streng verboten, dennoch Badesachen für den schönen Kieselstrand in Agia Roumeli mitnehmen. Öffnungszeiten: Die Schlucht ist je nach Wasserstand in der Regel von Anfang Mai bis Ende Oktober täglich von 6–16 Uhr geöffnet (nach 16 Uhr ist ein Abstieg nur bis km 2 möglich; Übernachtung in der Schlucht ist nicht gestattet). Der Eintritt beträgt 5 €. Einkehr: Am Startpunkt Xyloskalo hat bereits ab 7 Uhr morgens eine Cafeteria

geöffnet, diverse (teure) Snackbars gibt es am Checkpoint am Schluchtausgang, zahlreiche Tavernen in Agia Roumeli. An den Rastplätzen unterwegs spenden auch im Hochsommer zahlreiche Brunnen frisches Bergquellwasser. Unterkunft: Auf dem 1050 m hohen Omalos-Plateau das Hotel Neos Omalos, Tel. +30-28210-67269, www.neos-omalos.gr; großes Zimmerangebot in Agia Roumeli am Schluchtausgang. Kombi-Tipp: Wer nicht am selben Tag in sein Ferienquartier zurückkehren will, übernachtet in Agia Roumeli. Tags darauf kann dann auf dem E4 entlang der Südküste nach Chora Sfakion gewandert werden (Tour 22).

Vom Parkplatz an der Cafeteria in Xyloskalo (1) genießen wir zunächst den Ausblick auf den Gingilos, der mit seiner 1000 m hohen schroffen Felswand wie ein Wächter über dem Eingang der Schlucht emporragt und der auch im ersten Teil des Abstiegs ein ständiger Begleiter sein wird. Nachdem wir am Kassenhäuschen eine Eintrittskarte (wird am Ausgang der Schlucht kontrolliert) gelöst haben, steigen wir auf dem von einem Geländer flankierten gestuften Weg abwärts. Im Zickzack verlieren wir schnell an Höhe, an etlichen 85

BERGVERLAG ROTHER

entnommen aus dem Rother Wanderführer Kreta von Rolf Goetz ISBN 978-3-7633-4442-0

www.rother.de

Im felsigen Oberlauf der Schlucht.

Passagen schützen Gitternetze, die zumindest kleinere Brocken abfangen können, vor Steinschlag. Der Pfad führt durch einen prächtigen Mischwald aus Bergzypressen, Kermeseichen und im Unterlauf Kalabrischen Kiefern, alle paar hundert Meter gibt es Löschwasserstellen, um im Bedarfsfall gegen Brände vorgehen zu können. An schattigen Stellen finden sich größere Bestände des Kretischen Alpenveilchens (Cyclamen creticum), auch Syrisches Gliedkraut (Sideritis syriaca) wächst hier, das in getrockneter Form als Kretischer Bergtee auch in Mitteleuropa angeboten wird. Nach einer Dreiviertelstunde lädt der Rastplatz Neroutsiko (2), 948 m, unter einer ausladenden Platane zu einer ersten Pause ein. Hier gibt es ein WC und an einem Brunnen können die Wasservorräte aufgefrischt werden. Gut 20 Minuten später erreichen wir im Oberlauf der Schlucht zum ersten Mal das felsige Bett, an dessen linkem Ufer der Weg zum Rastplatz Riza Sikias (3) mit weiterem Brunnen verläuft. Im zeitigen Frühjahr blüht hier das seltene Kretische Waldvögelein, zur Öffnung der Schlucht im Mai ist es allerdings bereits verblüht. Dafür machten hier Wanderer mit Hunderten von Steinmännchen der Schlucht ihre Aufwartung. Kurz nach Riza Sikias wird das Schluchtbett gequert (Dutzende von Seitenwechseln werden folgen), große rund polierte Steine füllen das Bett. Morgenländische Platanen begleiten uns beim nun nicht mehr allzu steilen Abstieg. Ein lauschiges Plätzchen findet sich an der Bruchsteinkapelle Agios Nikolaos (4), 654 m, die von bis zu 600 Jahre alten Zypressen überragt wird. Sie steht an der Stelle, an der es im 6. Jh. v. Chr. ein antikes Apollo-Heiligtum gegeben haben soll. Auf der Lichtung daneben blühen im Mai Pfingstrosen, Kretischer Aronstab und bis zu einem Meter hohe Exemplare der Drachenwurz – aus botanischer Sicht sicherlich einer der spektakulärsten Plätze in der Schlucht. Von der Kapelle geht es durch einen stattlichen Zypressen86

87

BERGVERLAG ROTHER

www.rother.de

entnommen aus dem Rother Wanderführer Kreta von Rolf Goetz ISBN 978-3-7633-4442-0

wald weiter zum Rastplatz Vrissi (5) und nach einem kurzen Gegenanstieg hinab nach Samaria (6), 362 m. Vor dem verlassenen Dorf wird auf einer Brücke das Schluchtbett gequert. In den teils wieder hergerichteten alten Steinhäusern gibt es einen Erste-Hilfe-Punkt und Toiletten, ein Dorfbrunnen fehlt ebenfalls nicht. Die Picknicktische unter den Feigen- und Maulbeerbäumen sind um die Mittagszeit meist voll belegt. Gut die Hälfte des Weges liegt nun hinter uns. Von Samaria gehen wir wieder über die Brücke und wandern weiter an der rechten Uferseite abwärts. Zwei Minuten später wird die Christos-Kapelle passiert, die sich Schutz suchend unter eine Felswand duckt. Auf der gegenüberliegenden Schluchtseite kann man zwischen Zypressen die Ossia-Maria-Kapelle (von ihr soll die Schlucht den Namen haben) und die Ruinen von Kato Samaria ausmachen. Der Weg wechselt über eine Brücke auf die andere Seite des hier gut 20 bis 30 m breiten Schluchtbettes – man kann sich gut vorstellen, wie hier nach den winterlichen Niederschlägen ein reißender Strom meerwärts rauscht. Nach dem Rastplatz Nero tis Perdikas (7), 311 m, zu Deutsch Rebhuhnquelle, beginnt die eigentliche Schlucht. Nun geht es direkt im steinigen Bachbett auf die erste Engstelle zu. Auf mitunter schlüpfrigen Steinen wird mehrfach der Wildbach gequert. Wir wandern unterhalb von schroffen Wänden und Schutthängen zu dem unter schattigen Kiefern gelegenen Rastplatz Christos (8), 170 m, ein paar Schritte oberhalb davon steht die namensgebende Kapelle. Es ist der letzte große Rastplatz auf dem Weg zum Meer. Ein paar Minuten darauf führt ein Bohlenweg durch Sideroportes, die »Eisernen Pforten«. Mit nur 3 m Abstand sind die 300 m senkrecht aufragenden und stellenweise überhängenden Wände das Nadelöhr des Canyons. Danach weitet sich die Schlucht. Auf Stegen und Brücken wird noch mehrere Male der Fluss gequert, bis wir schließlich an der Nationalparkgrenze den Checkpoint (9), 50 m, erreichen, an dem die Eintrittskarten entwertet werden. Eine Kiosk-Zeile hält Erfrischungen bereit. 3 km sind es von hier noch bis zur Fähre. Ein Pflasterweg führt bald an Olivenhainen und Johannisbrotbäumen entlang durch die von Mauern eingefassten verlassenen Häuser von Palea Agia Roumeli (10). Ein Hochwasser riss im Frühjahr 1952 einen Teil des Ortes mit sich, die Einwohner bauten daraufhin direkt am Meer ein neues Dorf. Am Ortsausgang geht es über eine Steinbrücke zur Kirche Agia Triada und dem Friedhof (für fußmüde Wanderer verkehrt ab hier in der Hauptsaison ein Shuttle-Bus zur Fähre). Ein betonierter Fahrweg bringt uns in 20 Minuten zum neuen Agia Roumeli (11). Am Ortseingang gehen wir an einer Gabelung geradeaus und drei Minuten darauf leicht rechts, bis wir schließlich im Ortszentrum kurz nach der Pension Sorbas das Ticket-Büro der Fährlinie erreichen, linkshaltend sind es von dort aus nur noch wenige Schritte zum Fähranleger (12). Mitunter wacklige Holzstege – hier vor den Eisernen Pforten – helfen über den Wildbach.

88

89