Berlin 2030 - Flussbad Berlin

Berlin 2030 - Flussbad Berlin

Flussbad Berlin URBANE NUTZUNG & NATÜRLICHES SCHWIMMBAD IN BERLINS HISTORISCHER MITTE Projektdarstellung IMPRESSUM HERAUSGEBER AUTOREN DES FLUSSB...

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Flussbad Berlin

URBANE NUTZUNG & NATÜRLICHES SCHWIMMBAD IN BERLINS HISTORISCHER MITTE Projektdarstellung

IMPRESSUM

HERAUSGEBER

AUTOREN DES FLUSSBAD PROJEKTS

Flussbad Berlin Gemeinnütziger Förderverein Falckensteinstr. 48 10997 Berlin

Jan Edler & Tim Edler realities:united, studio for art and architecture Falckensteinstr. 48 10997 Berlin

Tel. +49. 30. 20 64 66 -32

Tel. +49. 30. 20 64 66 -30

[email protected] www.flussbad-berlin.de

[email protected] www.realities-united.de

Vorstand Jan Edler (Künstler & Architekt | 1. Vorsitzender) Charlotte Hopf (Architektin | 2. Vorsitzende) Kai Dolata (Architekt | Schatzmeister)

Berater Landschaftsarchitektur Man Made Land Anna Lundquist & Christian Bohne, Berlin Wasserbauingenieure Ingenieurgesellschaft Prof. Dr. Sieker Heiko Sieker, Hoppegarten

INHALT

EINLEITUNG

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ANLAGENBESCHREIBUNG

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ZIELE

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HINTERGRUND: WASSERQUALITÄT

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AUSZEICHNUNGEN

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PRESSESTIMMEN (AUSWAHL)

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MEDIENECHO (AUSWAHL)

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FÖRDERVEREIN FLUSSBAD BERLIN

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EINLEITUNG Berlin Mitte Spreekanal als Flussbad

Vor mehr als 100 Jahren verlor der Spreekanal im historischen Zentrum Berlins seine ursprüngliche Funktion. Das Projekt „Flussbad Berlin“ möchte diesen Flussabschnitt, der heute eine der größten innerstädtischen Funktionsbrachen ist, jetzt auf neue Weise nutzbar machen. Der Fluss soll sich in der Mitte des historischen Zentrums auf 750 Metern Länge in eines der größten und schönsten Schwimmbecken der Welt verwandeln. Im oberen Teil des insgesamt etwa 1,6 km langen Wasserlaufs entsteht außerdem eine einzigartige Biotoplandschaft und ein Schilfbecken zur natürlichen Reinigung des Flusswassers. Es entstehen neue Räume und ein grünes Band durch den historischen Kern Berlins. Und es geht um noch mehr: Das Projekt bedeutet eine grundlegende Neubewertung der Rolle des Flusses für die Stadt. Es erneuert die Beziehung zwischen der Stadt und dem Fluss, an dem und aus dem sie einst entstand und erzeugt damit ein richtungsweisendes Symbol. Das Projekt steht für eine nachhaltige, integrative und schonende Stadtentwicklung, für einen achtsamen und intelligenten Umgang mit natürlichen Ressourcen und für eine Verbindung zwischen historischer Stadt und einer lebendigen Gegenwart.

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Berlin Mitte Spreeinsel mit Flussbad

RENATURIERTER OBERLAUF “ALTARM“ FILTERBEREICH SCHWIMMBEREICH

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ANLAGENBESCHREIBUNG

Bode-Museum

SCHWIMMBEREICH (-> S.8) Zwischen Schlossplatz und Bode-Museum entsteht ein 750 Meter langes Freischwimmbecken. Zur Erschließung werden Teile der Ufermauern zu Freitreppen umgestaltet. Eine zentrale Umkleideanlage liegt unterhalb des zukünftigen Einheitsdenkmals.

Fischerinsel

FILTERBEREICH (-> S.10) Das Flusswasser im Schwimmbereich muss zuerst gefiltert werden. Dafür sorgt der mit Schilf bestandene Kanalabschnitt zwischen Gertraudenbrücke und Schleusenbrücke. Von dort fließt das gesäuberte Wasser in den tiefer gelegenen Schwimmbereich.

RENATURIERTER OBERLAUF “ALTARM“ (-> S.12) Der oberste Abschnitt des bisherigen Kanals wird in einen natürlicheren Zustand zurückverwandelt – bzw. „renaturiert”. Es entsteht ein Biotop mit Lebensräumen für gefährdete Tiere und Pflanzen als wesentliche Stütze der ökologischen Funktionsfähigkeit der Spree im Innenstadtbereich. Am künstlich geschaffenen „Altarm“ entsteht gleichzeitig eine neue innerstädtische Parklandschaft.

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Isometrische Darstellung des Schwimmbereichs

UFERTREPPEN

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HOLZSTEG

UMKLEIDEANLAGE IM DENKMALSOCKEL

ANLAGENBESCHREIBUNG Explosionsisometrie der Umkleideanlage im Denkmalsockel

SCHWIMMBEREICH Der Schwimmbereich ist der prägnanteste Teil des Projektes. In den warmen Monaten des Jahres werden hier, direkt unter den historischen Museen, Schwimmer in gereinigtem Spreewasser ihre lange Bahnen ziehen. Im Winter wird der gefrorene Flussarm zur Eislauffläche. Der Schwimmbereich beginnt an der alten Schleuse in Höhe des Außenministeriums und erstreckt sich von dort – vorbei an Humboldt-Forum, Freiheits- und Einheitsdenkmal, Lustgarten und den großen Museen – bis zum Bode-Museum an der nördlichen Inselspitze. Ein neues Abschlusswehr unter der Bodebrücke grenzt den Schwimmbereich gegen die Hauptspree ab.

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PODEST (EHEMALIGES KAISERDENKMAL) FREITREPPE ZUM KANAL DUSCHEN HOLZDECK WASSERZUGANG UMKLEIDERÄUME UND SCHLIESSFÄCHER ERSTE HILFE BÄDER LAGER

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Das längliche Becken ist mit einer Fläche von ca. 15.000 m² etwa so groß wie 12 Olympische Schwimmbecken und ist prinzipiell frei im Stadtraum zugänglich. Entlang des Lustgartens und des Schlossplatzes erschließen neu angelegte Freitreppen einen breiten Zugang zum Wasser. Auf der gegenüberliegenden Seite, entlang der westlichen Kanalmauer, führen vereinzelt kleinere Treppen hinunter auf Wasserniveau.

als Bootsanlegeplatz gedachte künstliche Grotte unterhalb des Denkmals ermöglicht es den Schwimmern im Sichtschutz des Bauwerks mit “wilhelminischer” Zurückhaltung ins Wasser zu gelangen. Aber auch für die anderen, die keine sportliche Betätigung suchen, entsteht durch dieses Projekt an der Museumsinsel ein ganz neuer innerstädtischer Ort. Auf den großzügigen Ufertreppen werden im Sommer Einheimische ebenso wie Besucher der Stadt ausruhen und die Abendsonne genießen. Einen Nebeneffekt bildet der auf Wasserniveau verlaufenden Holzsteg entlang der westlichen Ufermauer. Er macht den Kanalraum für Spaziergänger zugänglich und erlaubt nebenbei eine lärm- und stressarme Unterquerung der Straße „Unter den Linden“.

Schwimmer werden vor allem den Zugang über die Umkleideanlage nutzen, die in den Sockel des Freiheits- und Einheitsdenkmals eingebaut wird. Die ursprünglich

9

Schwimmbereich: Luftbilder des Spreekanals an der Museumsinsel zwischen Bodemuseum und Lustgarten

SCHWIMMBEREICH IM KUPFERGRABEN

10

LUSTGARTEN

DOM

HAUPTSPREE (WASSERSTRASSE)

ANLAGENBESCHREIBUNG

SCHWIMMBEREICH IM KUPFERGRABEN

ALTES MUSEUM

DOM

Fotos © Land Berlin, Presse- und Informationsamt des Landes Berlin und Berlin Partner GmbH

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Pflanzenarten im Filterbecken

TIEFWASSERZONE

FLACHWASSERZONE

SUMPFZONE

FEUCHTGEBIETSZONE

Wassertiefe: 40-100 cm Arten: Nuthar lutea, Nymphea alba, Persicaria amphibia

Wasertiefe: 20-40 cm Arten: Alisma plantago-aquatica, Phragmites australis, Typha beccabunga, Typha angustifolia, Schoenoplectus laucustris

Wassertiefe: 0-20 cm Arten: Carex acuta, Glyceria maxima, Iris pseudocorus, Mentha aquatica, Phalaris arundinacea

Wassertiefe: +/-0 cm Arten: Juncus conglomeratus, Juncus effusus, Myosotis scorpioides

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ANLAGENBESCHREIBUNG Isometrische Darstellung des Filterbereichs Funktionsdiagramm des Filterbeckens

FILTERBEREICH Ohne weitere Behandlung des Wassers ist das Schwimmen in der Spree heute gesundheitsgefährdend. Der Grund für die Wasserverschmutzung ist insbesondere das häufige „Überlaufen“ der Kanalisation im Berliner Innenstadtgebiet (-> S.28). Aus diesem Grund wird das Schwimmbecken ausschließlich mit gefiltertem Flusswasser versorgt. Außerdem wird in diesem Gebiet auch jeder unkontrollierte Überlauf des Kanalsystems unterbunden. Die Filteranlage nutzt ein erprobtes natürliches Prinzip. Auf etwa 300 Metern Länge sickert das Wasser von oben langsam durch eine 80cm starke

Schilf und andere Wasserpflanzen Pflanzenwurzeln (verhindern Verschmutzung des Filters)

Niveauunterschied

Wasserdeckung > 0-50cm

Schwimmbecken

Kiesschicht, die auf dem Kanalgrund zwischen Gertraudenbrücke (Leipziger Straße) und dem Wehr an der Schleusenbrücke eingebaut ist. Dabei wird das Wasser natürlich gereinigt. Unter der Kiespackung liegende Drainagerohre sammeln das gefilterte Wasser und leiten es in das Schwimmbecken. Die Kraft, um das Wasser durch den Filter zu pressen entsteht durch den Niveauunterschied der Wasserläufe, denn der Filterbereich liegt etwa eineinhalb Meter höher als der angrenzende Schwimmbereich. Kontinuierlich wird durch dieses allein mit Schwerkraft betriebene Filterwerk ein Zustrom von ca. 500 Litern Wasser pro Sekunde erzeugt. Diese Wassermenge reicht aus, um das gesamte Wasser im Schwimmbereich innerhalb eines Tages auszutauschen. Im Filterbereich wird der Kanalgrund bepflanzt, um zu verhindern, dass der Kies nicht durch Ablagerungen zugesetzt wird. Die Wurzeln der Pflanzen halten die Filteroberfläche frei von Ablagerungen. Die Pflanzen garantieren eine lange Lebensdauer der wartungsarmen Wasserfilteranlage und verleihen dem Kanal in diesem Bereich die charakteristische Erscheinung eines grünen Schilfbeckens.

Sandfilter >80cm Grober Kies in Drainageebene Abdeckung Altes Kanalbett Drainagerohr

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Isometrische Darstellung des Oberlaufs

FILTERBEREICH

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RÜCKBAU DER NÖRDLICHEN KANALMAUERN WEICHE UFERBÖSCHUNG

ANLAGENBESCHREIBUNG Fauna im Oberlauf

RENATURIERTER OBERLAUF “ALTARM” Durch den Einbau der natürlichen Filteranlage wird die durchfließende Wassermenge im Spreekanal auf etwa 0,5 Kubikmeter pro Sekunde reduziert. Dadurch sinkt die Strömungsgeschwindigkeit auf wenige Zentimeter pro Sekunde. Im Vergleich zu der als Schifffahrtsroute kanalisierten Hauptspree mit ihrer Fließgeschwindigkeit von bis zu 1,5 Metern pro Sekunde entsteht hier also ein sehr ruhiger Bereich. Dieser Abschnitt ist eher mit einem ruhigen Altarm, als mit einem Fließgewässer vergleichbar. Entsprechend werden entlang der Fischerinsel Teile der Kanalmauern entfernt, damit wieder eine natürlichere, d.h. weiche Uferböschung und Flusslandschaft entsteht.

überblendet sind, nähert sich dem Charakter der ursprünglichen Berliner Sumpflandschaft. Der entstehende Park ist ein großer Qualitätsgewinn für die direkte Wohnumgebung der Fischerinsel und der angrenzenden Umgebung südlich und westlich des Spreekanals.

Damit wird dieser besondere Bereich innerhalb der über Kilometer kanalisierten Innenstadtspree zu einer Art „Rastplatz“ für Tiere und Pflanzen. Solche Gebiete, als „Stepping Stone“ bezeichnet, unterstützen die Migration bzw. Ausbreitung von Tieren und Pflanzen und sind deshalb für die Wiederherstellung einer gesunden Flora und Fauna der Flüsse von besonderem ökologischen Wert. Der künstliche Altarm bietet auch eine besondere Möglichkeit für die Menschen in der Stadt, den Fluss mit den Sinnen zu erfassen. Diese Landschaftssituation, in der Wasser und Land unscharf

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Umkleideanlage Im Fundament des historischen Denkmalsockels entstehen auf Wasserniveau Schließfächer, Duschen und Umkleidekabinen. Zugang zum Wasser ist im Sichtschutz des Bauwerks möglich. (-> S.9)

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Abschlusswehr Das Abschlusswehr regelt den Ablauf des Schwimmbeckens in die ca. 3,0 cm tiefer liegende Hauptspree und verhindert den Rückstrom in das Schwimmbecken.

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4

Flutkanal (Bypass) und Rettungssteg Eventuell anfallende Überläufe des Mischabwassersystems im Projektgebiet werden über einen schmalen, abgetrennten Bypass Kanal von 2-3m Breite entlang der westlichen Ufermauer abgeleitet. Der Bypass mündet an der nördlichen Inselspitze in die Hauptspree. Die Oberseite des Bypass bildet ein Steg, der als Flanierpfad auf Flussniveau und als Rettungsweg dient. Im Bereich der Schlossbrücke soll der Steg aufgeweitet werden und zusammen mit zwei breiten Zugangstreppen auch als Unterführung der Straße „Unter den Linden“ dienen.

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Freitreppen Die Kanalwände am Lustgarten und Schlossplatz werden über 120m bzw. 75m Länge in Freitreppenanlagen verwandelt.

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Filterbecken Das Filterbecken enthält einen Kiesfilter von ca. 0,8m Stärke, bedeckt von einer Wasserschicht von etwa 0,5m. Der Filter hat eine Reinigungskapazität von ca. 0,5 m³ pro Sekunde. Der Filtervorgang wird allein von der Schwerkraft angetrieben. Das gefilterte Wasser wird in Drainagerohren unterhalb der Kiespackung gesammelt und fließt von dort in das tiefer liegende Schwimmbecken. Das Becken ist mit verschiedenen Sumpfzonen-, Flachwasser-, und Tiefwasser-Pflanzen bepflanzt. Ihr Wurzelwerk gewährleistet die Durchlässigkeit des Filters. (-> S.11)

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Schnitt durch den Schwimmbereich

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Schnitt AA Schwimmbereich

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CC

Diagramm Schnittführung

ANLAGENBESCHREIBUNG Schnitt durch das Filterbecken & durch den renaturierten Flussarm

Schnitt BB Filterbecken

Schnitt CC renaturierter Flussarm

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Schwimmbecken am Lustgarten mit abgetreppter Ufermauer

Illustrationen 2011

20

ANLAGENBESCHREIBUNG Filterbecken als auf Holzstegen begehbarer Wasserpark

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Berlin: Historischer Ablauf Spreelauf und Stadtentwicklung

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ZIELE Die Ziele des Projektes liegen auf unterschiedlichen Ebenen. Das Projekt Flussbad bietet die Chance, diese unterschiedlichen Zielebenen auf elegante Weise zu verbinden. Und das, obwohl diese Zielebenen häufig als voneinander getrennt oder sogar als gegensätzlich oder unvereinbar wahrgenommen werden. Das Projekt zielt auf die konkrete Nutzbarmachung des Flusswassers für die Menschen, die Wiederherstellung der ökologischen Funktionsfähigkeit der Spree, die Verbindung von städtischer Zentralität und Natürlichkeit, die Schaffung öffentlicher Räume für unterschiedliche Menschen und Belange, sowie auf die Intensivierung der Verbindung zwischen Gegenwart und Vergangenheit.

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Einzugsbereich Flussbad Berlin

Freibad Lübars Freibad Heiligensee Badestelle Sandhauser Str. Badestelle Reiherwerder

Badestelle Oberhavel/Bürgerablage be e

Freibad Tegeler See Badestelle Flughafensee Badestelle gegenüber er Reiswerder er Reisswerd Reisw Re rd

Badestelle gegenüber g ge Scharfenberg er er

Seebadeanstalt am Weißensee ßen ße en

Tegeler See, Saatwinkel kel ke kel Freibad Plötzensee see

Strandbad Orankesee ra ra Freibad Jungfernheide ng

Badestelle Teufelssee Badestelle Kleine ne e Badewiese B Badestelle Groß Glienicker See / nördlich Badestelle Groß Glienicker See Se / südlich

Badestelle Grunewaldturm Badestelle Lieper Bucht

Badestelle Breitehorn

Badestelle Radfahrerwiese Badestelle Krumme Lanke Badestelle Große Steinlake

Badestelle Schlachtensee Strandbad Wannsee Badestelle Alter Hof

Seebad Friedrichshagen Strandbad Müggelsee

430.000 Einwohner

Flussbad Gartenstrasse

Badestelle Kleiner Müggelsee

Freibad Grünau

Badestelle le e Dämeritzsee Freibad Wendenschloss Badestelle Bammelecke

Große Krampe (Zeltplatz)

Seddinsee ee e (Mitte) (M

Badestelle Schmöckwitz Sc

Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin

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ZIELE Nutzungskonzept: ressourcenschonend, bedarfsbezogen, traditionsbewusst

Das Projekt führt zu einem unmittelbaren Zuwachs an stadträumlichen Qualitäten in der historischen Mitte Berlins und zu einem konkreten Gewinn von teilweise überraschenden Nutzungsmöglichkeiten. All diese Qualitäten und Nutzungsangebote sind natürlich, elementar und für jeden offen. Nicht nur die Museumsbesucher können hier, mit einem Sprung ins kühle Nass, ihren Kulturmarathon zu einem multisensorischen Triathlon erweitern. Für mindestens eine halbe Million Einwohner der Stadt wird dieser Flussabschnitt das nächstgelegene natürliche Badegewässer sein. Das ist ein enorm willkommenes Angebot für die zentralen Stadtteile Berlins, die in den Jahren seit dem Mauerfall deutlich an Einwohnern gewonnen haben, dichter geworden sind und einen Großteil ihrer früheren Grünund Freiflächen verloren haben. Die neue Nutzung des Flusslaufes erzeugt also eine funktionale Verdichtung der Stadt, aber ohne dass durch Baumaßnahmen öffentliche Räume, Frei- oder Grünflächen verschwinden müssten. Im Gegenteil: Durch das Projekt entstehen sowohl neue, ökologisch wirksame Naturräume als auch Erholungsflächen für die Menschen der Stadt.

Das Schwimmbecken bietet dabei die mit Abstand auffälligste Nutzung die hier entsteht. Aber tatsächlich entstehen als grünes Band über die ganze Länge des Spreekanals ganz unterschiedliche neue Orte, Räume und Wege. Sie zusammen bilden eine neue Perspektive auf das historische Zentrum der Stadt, beziehungsweise wird durch sie eine der wichtigsten historischen Perspektiven auf die Stadt Berlin wieder hergestellt. Der Wasserlauf der Spree in seiner weiteren historischen Bedeutung als wesentliche Entstehungsgrundlage Berlins rückt in den Mittelpunkt und wird wieder wahrnehmbar. Die Neuinterpretation des Gewässers verbindet die Gegenwart mit der Vielfältigkeit und Kreativität in Gestaltung und Nutzung der Spree über die Jahrhunderte. Das Flussbad ist eine zeitgemäße Fortführung des historischen Landschaftsgestaltungskonzepts der Museumsinsel. Das Projekt ist eine programmatische und ästhetische Ergänzung der über die Jahrhunderte immer wieder neu interpretierten Mischung aus Nutzen und Schönheit, Zweck und Sinn. Und das Flussbad nimmt historisch konkret Bezug auf die letzte Nutzung, die im Spreekanal, vor der etwa 100 jährigen Betriebspause, noch neu angesiedelt wurde. 1899, fünf Jahre nachdem die Schifffahrt auf die größere Hauptspree umverlegt worden war, wurde hier die Flussbadeanstalt am Mühlengraben errichtet, damals die prächtigste Anlage Berlins. 25

Diagramm zur Erläuterung der direkten und indirekten Auswirkungen des Flussbad Projektes auf die Verbesserung der Wasserqualität und des ökologischen Zustands der Spree

WISSEN SCHAFT

INTERESSENGRUPPEN & NGOS

INFORMIEREN & DRUCK AUSÜBEN

ÖFFENTLICHE WAHRNEHMUNG

ERSTELLEN & VERBESSERN Die direkte Erfahrung von sauberem

REGIERUNG ÄMTER

Wasser & das Verständnis für die durch das veraltete Mischwassersystem verursachte Verunreinigung

FLUSSBAD

HANDELN & VERSTÄRKEN

PROJEKT Renaturierung des Oberlaufs von dem Flussarm

WEITERE PROJEKTE ERHOLUNGS

FLUSS RENATURIERUNG

Reinigung von ca. 16.0 Mio m3

ABWSSERBEHANDLUNG

Flusswasser jährlich

FLUSS ÖKOSYSTEM

ERMÖGLICHEN & INSPIRIEREN

REGENWASSER VERSICKERUNG & MISCHWASSER TRENNUNG

WASSER QUALITÄT

WIEDERHERSTELLEN & VERBESSERN

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ZIELE Ökologie: konkrete Verbesserung der Spree, Motivation für Gewässerschutz

Die europäische Wasserrahmenrichtlinie zwingt Nationalstaaten zur unverzüglichen Verbesserung der Wasserqualität ihrer Oberflächengewässer. Hier besteht für die Spree dringender Handlungsbedarf. In der kanalisierten Spree im Stadtgebiet Berlins haben Flussfauna und -flora kaum Chancen für eine natürliche Entwicklung und Ausbreitung. Mit der Einrichtung des künstlichen Altarms im Oberlauf des Spreekanals entsteht durch das Projekt Flussbad an strategischer Stelle eine Relaisstation für die Wanderung von Fischen und für die Ausbreitung von Arten - ein so genannter Stepping Stone. Die reduzierte Fließgeschwindigkeit und die differenzierte Topografie der Flusslandschaft schafft für Tiere und Pflanzen einen Ruheort am Rande der innerstädtischen Spree. Darüber hinaus ermöglicht das Aufbrechen der Ufermauern auf der Inselseite in diesem Bereich einen qualitätvollen Zugang zum Fluss.

sation verringert. Diese Überläufe sind das Kardinalproblem der Wasserverschmutzung überhaupt. Das Projekt Flussbad hat auch indirekt eine Auswirkung für die Verbesserung der Wasserqualität: Es führt den Wert eines intakten Flusses, sowie die dadurch erreichbare Lebensqualität den Menschen direkt vor Augen. Es ist ein Projekt, welches die allgemeine Bewußtseinsentwicklung beschleunigt, die als Basis für politische Entscheidungen zugunsten eines engagierteren Gewässerschutzes nötig ist. Denn gerade Maßnahmen des Gewässerschutzes, wie beispielsweise Anstrengungen zum Umbau des Mischabwassersystems in Berlin sind äußerst kostenintensiv und gleichzeitig hochabstrakt. Man sieht sie nicht, sie sind schwer zu verstehen und entsprechend anspruchsvoll ist es, die politische und finanzielle Grundlage für diese Maßnahmen zu organisieren.

Auch für das drängende Problem der Bekämpfung der Wasserverschmutzung leistet das Projekt einen konkreten Beitrag. Einerseits wird hier permanent ein Teil des Flusswassers gereinigt und andererseits werden im Projektgebiet die Schmutzwasserüberläufe aus der Kanali-

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Berichterstattung 2019

28

ZIELE Stadt und Gesellschaft: Die Stadt für alle. Symbol einer optimistischen Zukunft

Das Flussbad erzeugt ein elementares und für jeden zugängliches Nutzungsangebot im historischen Zentrum der Stadt. Auch wenn die Möglichkeit, die Füße ins Wasser baumeln zu lassen, von etlichen der ca. 3 Millionen Museumsbesucher pro Jahr genutzt werden dürfte, richtet sich dieses Angebot vor allem auch an die Wohnbevölkerung der Stadt. Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn in Berlin hat sich – wie in vielen vergleichbaren Städten der Welt – die historische Innenstadt zu einem Ort entwickelt, der überwiegend von Touristen und kaum noch von der eigenen Bevölkerung wahrgenommen und genutzt wird.

Das Flussbad verbindet entspannt die touristischen und repräsentativen Aspekte der Stadt mit einer schlichten und elementaren Alltäglichkeit. Das gibt der historisierenden Bildlandschaft der Museumsinsel mit dem bald wiedererrichteten Stadtschloss neue Bedeutungstiefe. Tatsächlich dürfte es vor allem die fein austarierte Provokation der ungewohnten Gleichzeitigkeit von Natur und Kultur, Körper und Geist sowie Gegenwärtigkeit und Vergangenheit sein, die das Flussbad Projekt zu einer Verkörperung einer tief verwurzelten und einer gleichzeitig sehr zukünftigen Identität der Stadt werden lässt. Ein neues Wahrzeichen Berlins.

Das Flussbad wirkt einem weiteren Fortschreiten dieser Funktionstrennung maßvoll entgegen. Es ist ein Ansatz um auch im denkmalgeschützten Zentrum eine größere Diversität von Nutzungen zu ermöglichen, die sich nicht gegenseitig ausschließen, sondern sich synergetisch mischen und überlagern. Als Symbol eines neuen und zivilisierten transformatorischen Wegs der Aneignung von öffentlichem Raum als lebendige „res publica“ soll dieses Projekt die Bewohner der Stadt zu einer engagierten Form einer demokratischen Teilhabe einladen.

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Übersichtsplan Berlin mit Darstellung des Bereichs mit Mischwasserkanalisation im Innenstadtgebiet

STADTGRENZE BEREICH DER MISCHWASSERKANALISATION KLÄRWERKE

Schönerlinde

5 km Wansdorf

Ruhleben

Münchehofe

Waßmannsdorf Stahnsdorf

30

HINTERGRUND: WASSERQUALITÄT Spreeinsel Berlin mit Darstellung der Überläufe der Mischwasserkanalisation

BESTEHENDE KANÄLE NEUER ABWASSERKANAL BESTEHENDE MISCHWASSERÜBERLÄUFE VERÄNDERTE MISCHWASSERÜBERLÄUFE

500m

Problem: Mischwasserkanalisation Auch im Projektbereich münden Auslässe des veralteten Berliner Mischkanalsystems in die Spree. Regelmäßig, etwa 30 Mal pro Jahr, kommt es dadurch zu Überläufen von ungefiltertem Abwasser – immer dann, wenn heftige Regenfälle für kurze Zeit das Fassungsvermögen der Kanalisation Berlins überlasten. Für die im Schwimmbeckenbereich liegenden Überläufe wird ein Bypass-Kanal, bzw. ein Rückhaltesystem gebaut. So wird verhindert, dass derartige Einleitungen im Beckenbereich auftreten können. Der Bypass befindet sich auf der Westseite des Kanals und ist durch einen öffentlich begehbaren, ggf. auch als Radweg nutzbaren Steg abgedeckt. Der Bypass kann ggf. zusätzlich zur Hochwasserregulierung genutzt werden.

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Festakt zur Preisverleihung des Holcim Award for Sustainable Construction für die Region Europa 2011 im Palazzo del Ghiaccio, Mailand, Italien

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AUSZEICHNUNGEN HOLCIM AWARDS HOLCIM FOR AWARDS SUSTAINABLE FOR SUSTAINABLE CONSTRUCTION CONSTRUCTION

Preisverleihung des globalen Holcim Award for Sustainable Construction 2012

realities:united wurde 2012 für den Entwurf des Flussbades mit dem mit 50.000,- US$ dotierten Bronzepreis in der zweiten weltweiten Wettbewerbsstufe des „Holcim Awards“ ausgezeichnet, nachdem das Projekt bereits im Herbst 2011 durch den mit 100.000,- US$ dotierten Goldpreis für die Region Europa ausgezeichnet worden war. Der Preis, der für nachhaltige Bau– und Infrastrukturvorhaben vergeben wird, zählt zu den am höchsten dotierten Architekurauszeichnungen der Welt, und wird auf Grund seiner thematischen Fokussierung in der Architekturszene auch als „Grüner Pritzker Preis“ bezeichnet. Lucy Musgrave, Jurymitglied des Holcim Award Europe 2011: „Das Projekt ist ein exzellentes Beispiel dafür, wie man solche innerstädtische Situationen weiterentwickelt, wo es ein hohes Maß an denkmalgeschützter Substanz gibt, und wo bisher aber die Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung übersehen wurden.“ Enrique Norten, Juryvorsitzender des Holcim World Award 2012: „Das Projekt zelebriert sowohl das urbane Leben in einer der schönsten Städte der Welt, als auch die Verbindung zu seinen Gewässern.“ Mario Botta, Jurymitglied des Holcim World Award 2012: „Das Projekt ist eine poetische Metamorphose eines bisher kaum definierten öffentlichen Raumes im Herzen des kulturell und geschichtlich aufgeladenem Zentrum Berlins.“

Oben Regula Lüscher, Senatsbaudirektorin von Berlin; unten Jurymitglied Mario Botta (links im Bild) und Projektautor Tim Edler (rechts im Bild), Berlin 2012

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Unter dem Asphalt liegt ganz bestimmt der Strand Die Berliner müssen ihn nur noch ausbuddeln Tobias Timm, Süddeutsche Zeitung

Das wäre ein anderer Impuls, als unter den Fernsehturm eine Körperwelten-Ausstellung zu knallen Klaus Overmeyer, Urban Catalyst Studio

Ideen, die anfangs tollkühn schienen, haben sich in Berlin seit jeher etabliert Christoph Spangenberg, Der Tagesspiegel

Die Edlers machen eigentlich nichts anderes als einst Baumeister Schinkel Nikolaus Bernau, Berliner Zeitung

Einfache Lösung mit komplexer Wirkung Eines der Beachtlichsten ist hinsichtlich dessen das Flussbad Berlin Eike Roswag, taz

Hat nicht nur Charme, sondern einen ernsten Hintergrund Rolf Lautenschläger, taz

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PRESSESTIMMEN

Ein kühner Plan Martin Klesmann, Berliner Zeitung

Hohe Symbolkraft Jens Sethmann, Scheinschlag

Eine einmalige Chance Laura Weißmüller, Süddeutsche Zeitung

Dieser famose Plan - eine Attraktion Markus Harmann, B.Z.

Berlin 2030 - Die Spree ist zum Flussbad geworden Es ist ein metropolitaner Ort, der die Offenheit Berlins symbolisiert Regula Lüscher, Senatsbaudirektorin von Berlin, Berliner Zeitung

Oben im Schloss wird Preußen nachgespielt, unten textilfrei der Sommer gefeiert [...] Jedenfalls wäre dieses Bild das beste aller denkbaren Einheitsdenkmäler Niklas Maak, Frankfurter Allgemeine Zeitung

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DIE HAUPTSTADT-CDU KÄMPFT FÜR PROJEKTE, DIE

3x Zukunft für Berlin

DIE STADT VORANBRINGEN SOLLEN

Von HILDBURG BRUNS

21.06.2014 - 00:14 Uhr

Berlin/München – Einmal München und zurück – mit 3x Zukunft im Gepäck. Die Berliner CDU-Fraktion(http://www.bild.de/themen/organisat ionen/cdu/politik-nachrichten-news-fotos-videos-

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ist übers Wochenende in Bayern. Sie berät

Projekte, die die Hauptstadt voranbringen

bei einer Fraktionsklausur

sollen.

Beispiele:  Baden in der Spree möglich machen! Wo? Im Kupfergraben, der seit 100 Jahren nicht mehr von Schiffen befahren wird. Ein Kiesfilter mit Schilf soll 500 Liter pro Sekunde filtern, die dann in die Schwimmzone zwischen Schlossplatz und Bodemuseum fließen. Dort kann man dann 750-Meter-Bahnen schwimmen. Entlang des Lustgartens sollen die Spundwände einer breiten Freitreppe Platz machen. Auch für Nichtschwimmer. Die CDU unterstützt als erste Partei diese „Initiative Flussbad“. Besiegelt wird der Beschluss Sonntag: „Die

Das Wasser filtert in Höhe des Auswärtigen Amtes ein Kiesbett mit Schilf Foto: Flussbad berlin e.v.

Berliner sollen näher an ihren Fluss kommen und verweilen können.“  Einheitsdenkmal schnell realisieren!

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MEDIENECHO Über das Flussbad wurde u.a. in den folgenden Medien berichtet: Tages- & Wochenzeitungen Bild, Berlin, 08.08.14 Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.08.14 Berliner Morgenpost, 30.07.14 Neues Deutschland, 28.07.14 Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.07.14 Berliner Woche, 07.07.14 TAZ, 05.07.14 Tagesspiegel, 05.07.14 Berliner Zeitung, 05.07.14 Berliner Morgenpost, 05.07.14 Neues Deutschland, 25.06.14 Der Tagesspiegel, 23.06.14 Berliner Morgenpost, 23.06.14 Bild, Berlin, 22.06.14 Berliner Zeitung, 22.06.14 Süddeutsche Zeitung, 21.05.14 Berliner Morgenpost, 21.05.14 Der Standard, AT, 24.04.14 Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.03.14 Frankfurter Allgemeine Sonntagsz., 23.03.14 Zitty, 19.03.14 Berliner Woche, 13.03.14 Der Tagesspiegel, 13.03.14 Der Tagesspiegel, 06.03.14 Berliner Morgenpost, 22.02.14 Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.11.13 Die Welt, 29.09.13 Strassenfeger, 14.07.13 Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.07.13 Frankfurter Allgemeine Sonntagsz., 02.05.13

Berner Zeitung, 16.01.13 Berliner Zeitung, 28.12.12 Der Tagesspiegel, 15.09.12 Berliner Woche, 22.08.12 TAZ, 17.08.12 Berliner Zeitung, 11.06.12 Der Tagesspiegel, 06.10.11 BZ, 05.10.11 Berliner Zeitung, 04.10.11 TAZ, 04.10.11 BZ, 29.09.11 Süddeutsche Zeitung, 29.09.11 Der Tagesspiegel, 27.06.03 Scheinschlag, 08.10.98

Magazine Deutsches Architektenblatt, 01.07.14 Pasajes Arquitectura, 03.02.14 Uncube Magazine, 03.09.13 NaturPools, 08/13 Deutsche BauZeitschrift, 01/13 Garten Landschaft, 11/12 Baunetzwoche, 08.08.12 Trend Update, 06/12 Deutsche Bauzeitung, 06/12 Berlin Friedrichstrasse, 02/12 Bauwelt, 01/12 Monitor, 01/12 Engine Magazine, 12/11 Progettare, 12/11 Monopol, 11/11 Bauwelt, 10/11 AV Proyectos, 2011

TV & Radio HR, Radio, 28.07.14 RBB Kulturradio, 18.07.14 ORF, Radio, 08.07.14 RBB Kulturradio, 08.07.14 ORF Fernsehen, 07.07.14 Star FM, 26.06.14 Deutsche Welle Frankreich, 17.04.14 Berliner Rundfunk 91.4, 15.05.14 TV Berlin, 08.04.14 Radio Eins RBB, 18.03.14 Fritz Radio RBB, 22.02.14 Radio Berlin 88,8, 21.02.14 Flux FM 100,6, 18.02.14 RBB Fernsehen, 06.10.13 Deutschlandradio Kultur, 23.06.13 National Radio New Zealand, 21.12.12 CJSW 90.0 FM (Calgary, Kanada), 05.12.12 Deutschlandradio Kultur, 17.01.06 RBB Fernsehen, 25.11.03 Radio Paradiso, n.a. Radio Spätkauf, n.a. Internet Deutsche Welle Online, Rumänien, 18.08.14 Deutsche Welle Online, Russland, 30.07.14 StyleMag.net, 30.07.14 Gizmodo Japan, 12.06.14 Gizmodo Indien, 03.06.14 German Architects, 02.04.14 Baunetz, 21.03.14 Berlin Online, 25.02.14 Hauptstadtstudio, 07.02.14 Baunetz, 30.11.12

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FÖRDERVEREIN FLUSSBAD BERLIN

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Gründungsmitglieder des Flussbad Berlin e.V.

Gründungsmitglieder (v.l.n.r.): Irmelin Beringer, Dr. Susanne Jaschko, Kai Dolata, Charlotte Hopf, Frank Hühnerkopf, Jeanette Kunsmann, Dr. Stefanie Bürkle, Tim Edler, Jan Edler, Dr. Andreas Harms, Uwe Kiefer, Barbara Schindler, Denise Dih, Anna Lundquist, Daniel Mock

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FÖRDERVEREIN FLUSSBAD BERLIN Wer wir sind Die Idee, in der Mitte Berlins schwimmen gehen zu können oder im Winter dort übers Eis zu gleiten, überrascht nicht nur. Sie leuchtet ein, sie begeistert, provoziert und regt die Sinne an. Deshalb haben wir Anfang November 2012 den gemeinnützigen Verein »Flussbad Berlin« gegründet. Der Reaktivierung des Kupfergrabens als Flussbad und als Eislaufplatz und einer damit zusammenhängenden Neuinterpretation des Flusses im Zentrum der Stadt ist die Arbeit des Vereins gewidmet. Er bringt Menschen aus Berlin und von woanders zusammen, die an der Idee und an der Realisierung des Projekts Flussbad mitwirken wollen. Im Flussbad Berlin e.V. kommen Menschen mit weitreichenden Talenten und unterschiedlichsten Meinungen zusammen. Sie alle machen sich auf vielfältige Art und Weise die Idee des Flussbades zueigen und fügen ihr neue Aspekte hinzu. Der Verein macht die Idee zu einem allgemeinen Anliegen. Für die Mitglieder und die Unterstützer gibt es genug zu tun. Sie helfen, fördern, beraten. Sie aktivieren, politisieren, publizieren. Dabei stehen sie nicht nur für die Idee des Flussbades, sondern sie verstehen sich als Teil einer gesellschaftlichen Bewegung, die den öffentlichen Raum

öffnen und bereichern will. Für sie ist die Stadt ein Ort der Teilhabe. Deshalb pflegen die Vereinsmitglieder einen intensiven Austausch mit anderen Initiativen in der Stadt, die ähnliche Anliegen verfolgen. Der Verein wirbt für das Flussbad als zeitgemäße Form eines in diesem Sinne zurückgewonnenen öffentlichen Raums.

Vereinsziele Es ist das erklärte Ziel des gemeinnützigen Vereins, den Entstehungsprozess des Flussbades bis zur Realisierung zu begleiten. Hierfür wird er in mehreren Etappen aktiv werden. Zum einen wird er die notwendige und vertiefende Ausarbeitung der Projektidee und die Fortsetzung der bisherigen Konzeptarbeit vorantreiben, Machbarkeitsstudien oder weitere Gutachten beauftragen. All das soll langfristig in einer zweiten Phase zur Realisierung des Projektes führen. Der Verein übernimmt außerdem die Vermittlungsarbeit für das FlussbadProjekt und unterstützt das Vorhaben in seiner Sichtbarkeit. Er sucht den Dialog zu allen Beteiligten, der breiten Öffentlichkeit, den jetzigen Anwohnern und den zukünftigen Nutzern. Auch eine aktive Zusammenarbeit mit der Berliner Senatsverwaltung und anderen Institutionen ist erwünscht, um in Form von Diskussionen, Anregungen und

Austausch möglichst transparent zum Ziel zu kommen. Der Verein ist der Träger und Initiator der unmittelbaren weiteren Projektarbeit. Wir freuen uns auf viele neue Mitglieder, die dabei mitwirken. Eine wichtige Aufgabe ist es, die Finanzierung der nächsten Schritte zu ermöglichen. Dafür sammelt der Verein Spenden und nimmt Fördermitglieder auf. Der Verein beantragt außerdem Fördergelder. Im Mittelpunkt steht, dass die Idee »Flussbad« in die Öffentlichkeit kommt und dass sie dann von dem Verein bzw. vielen Menschen differenziert und offen vertreten wird, dass sie diskutiert wird (sich ggf. auch dabei verändert) und damit ihre (demokratische) Legitimation erhält. Auf der Vereins-Webseite berichten wir umfassend und zeitnah über das Projekt Flussbad Berlin und die Aktivitäten des Vereins. Die vorhandenen Informationen, Machbarkeitsstudien und Zeitpläne werden dort öffentlich zur Verfügung gestellt. Die Pressearbeit begleitet das Projekt bis zu seiner Realisierung. Es ist das Selbstverständnis des Vereins, nicht nur das Projekt, sondern auch das eigene Handeln möglichst transparent darzustellen.

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Historische Flussbadeanstalt an der Schlossfreiheit mit Blick zur Schlossbrücke, um 1875, Quelle unbekannt, aus dem Ausstellungskatalog „Berlins Vergessene Mitte“, Stiftung Stadtmuseum Berlin, 2010

So etwas [das Flussbad ] wäre, von heute aus betrachtet, eine Sensation. (...) Der Entwurf von realities:united geht aber weit über einen intelligenten technischen Eingriff in die Stadtlandschaft hinaus, zeigt er doch, was eine Stadt sein kann, wenn soziale Intelligenz wirksam wird und die Gegebenheiten anders auswertet, als es für gewöhnlich der Fall ist. Denn hier geht es ja um Parameter wie Öffentlichkeit, Lebensqualität, Entschleunigung, soziale Phantasie und nicht um die zunehmend alt gewordenen Konzepte Verkehr, Transport, Eventkultur, Massentourismus. (...) Welzer, Harald: Baden, mal im Fluss. Wahre Geschichten aus der wünschenswerten Zukunft, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Feuilleton, 02.07.2013