Berufliche Bildung in Bayern - VLB Bayern

Berufliche Bildung in Bayern - VLB Bayern

06 / 2012 / 21. Jahrgang / ISSN Nr. 1867-9161 vlb-akzente Berufliche Bildung in Bayern Beruf und Lebenswelt schöpferisch gestalten Verband der Lehr...

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06 / 2012 / 21. Jahrgang / ISSN Nr. 1867-9161

vlb-akzente Berufliche Bildung in Bayern

Beruf und Lebenswelt schöpferisch gestalten

Verband der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern e.V.

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INHALTSVERZEICHNIS

UNSERE THEMEN

THEMA DES TAGES 03

Duales System der Berufsausbildung – Ein Vorbild für die Berufsbildungspolitik?

04

Erklärung zum Religionsunterricht an Berufsschulen

06

Der VLB im bildungspolitischen Dialog

10

Wolfgang Lambl: „Müssen Lehrer Beamte sein?“ „Dürfen verbeamtete Lehrkräfte streiken?“

BILDUNGSPOLITIK 04 06 10 10 11 11 13

K. Niobutow/M. Tregner: Das Duale System der Berufsausbildung – ein Vorbild für die Bildungspolitik Hans Preißl: Religionsunterricht an Berufsschulen – Beruf und Lebenswelt schöpferisch gestalten Wolfgang Lambl: VLB im bildungspolitischen Dialog mit SPD und Grünen Manfred Greubel: abl bekennt sich zum differenzierten Schulsystem Günther Schuster: Bildungsexpansion darf an beruflicher Bildung nicht vorbeigehen Andreas Müller: Zur Diskussion gestellt: Schülerrückgang – Plädoyer für die Fläche VLB-Telegramme

PÄDAGOGIK UND UNTERRICHT 14 Ilona Pollack: Besserer Wissenstransfer durch modernes Lernen 15 PM/KM: 10 Jahre medienpädagogisch-informationstechnische Beratungslehrkräfte

Schulentwicklung

Universitätsschulen aus Mentorensicht

16

Bundesverdienstkreuz für langjährigen VLB-Vorstand Armin Ulbrich

32

16 22

Dr. Thomas Beutl u. a.: Universitätsschulen aus Mentorensicht Ewald Blum: i. s. i. – Preis für berufliche Schulen

Schulpartnerschaften 19 20 21

R. Sander/W. Schwarzenberger: Basis- und Schlüsselqualifikationen durch europäisches Berufspraktika Helmut Martin: Duale Ausbildung auf Englisch Andreas Tergemann: Betriebliches Auslandspraktikum in Portugal

VLB – online 23 23

Fraunhofer-Studie kritisiert Sicherheit von Cloud-Speicher-Diensten Für die Schulhomepage – der Weg zum guten Webtext

AUS DEM VERBANDSLEBEN 24

Landesverband

26

Bezirks- und Kreisverbände

29 Fachgruppen 30 Referendare 31

Senioren

32

Personalien

34

Termine

36 Veranstaltungshinweis

Redaktionsschluss für Heft 07/2012: 18. 06. 2012  |  Heft 08-09/2012: 16. 07. 2012

Titelfoto: Hans Preißl

THEMA DES TAGES

vlb-akzente 06/2012

„Müssen Lehrer Beamte sein?“ „Dürfen verbeamtete Lehrkräfte streiken?“ Immer wieder wird die Frage aufgeworfen, ob Lehrer wirklich Beamte sein müssen. Dabei werden der „sichere Arbeitsplatz“ und die „lukrative Besoldung“ durch Medien und einigen Politikern immer wieder als Begründung angeführt. Beamtenstatus für Lehrkräfte in der politischen Diskussion Dazu gibt es von unseren bayerischen Politikern unterschiedliche Haltungen und Meinungen. Während Ministerpräsident Seehofer meint, dass Lehrer nicht unbedingt im Beamtenstatus beschäftigt werden müssen, führt Kultusminister Dr. Spaenle an, dass sich das „Berufsbeamtentum für Lehrer bewährt“ hat. Die FDP-Bildungsexpertin Renate Will (FDP) propagiert die eigenverantwortliche Schule, die sich selbst um das passende Personal bemüht. Und auch die Lehrer könnten sich je nach Interesse an der richtigen Schule bewerben. Das schaffe Motivation. „Die Schullandschaft muss sich bewegen“, sagt Will und dafür sei ein anderes Berufsbild notwendig. Auch für Thomas Gehring, den bildungspolitischen Sprecher von B’90/DIE GRÜNEN, muss ein Lehrer nicht unbedingt ein Beamter sein: Es könne sich sogar positiv auf die Qualität des Unterrichts auswirken, wenn bei der Einstellung nicht nur die Noten im Staatsexamen zählten, sondern auch andere Qualifikationen. Modernisierungsvereinbarung 2007 mit Leben erfüllen „Qualifikation und Motivation der Beschäftigten sind entscheidende Voraussetzungen für eine leistungsfähige öffentliche Verwaltung, die den Herausforderungen der Zukunft gerecht wird. Sie sind durch eine moderne Personalentwicklung zu fördern,“ postuliert die Modernisierungsvereinbarung der Staatsregierung mit dem BBB aus dem Jahre 2007. Für tarifbeschäftigte Lehrkräfte im beruflichen Schulwesen wurden die Modernisierungsvereinbarungen von 2007 in vielfacher Hinsicht nicht ausreichend beachtet. Es ist daher dringend erforderlich, die tarifbeschäftigten Lehrkräfte in folgenden Punkten zu fördern: > Qualifikationsangebote für unbefristet Beschäftigte bei teilweise fehlenden beamtenrechtlichen Voraussetzungen und damit auch moderne Personalentwicklung > Weiterqualifizierung aus Qualifikationsebene Q3 nach Q4 auch für tarifbeschäftigte Lehrkräfte > Weiterbildungsangebote für den Erwerb pädagogischer Qualifikationen (vgl. Trainee) > Angebote für den Erwerb von „Zweitfächern“ durch Erweiterungsprüfungen > Anerkennung von qualifizierten Befähigungen (Promotion,

jahrelange Berufserfahrung für Unterrichtsfächer) – vgl. auch allg. Öfftl. Dienst – Master/Promovierte = E 13. > Transparenz für Tarifbeschäftigte hinsichtlich möglicher Qualifikationen und Höhergruppierungen > Transparente und zeitgemäße „Entfristungsverfahren“ > Nach Feststellung der Eignung und Befähigung: Übernahme der befristet Beschäftigten in unbefristete Beschäftigungsverhältnisse. „Grundgesetz höherrangiger als Entscheidung des EGMR!“ Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster entschied kürzlich in seinem Urteil (3d A 317/11.O), dass ein Streikverbot auch nach den gegenteiligen Regelungen der Europäischen Menschenrechtskonventionen für deutsche Beamte weiter gilt. Demnach müssen alle Beamte, die trotz des Verbotes an Streikaktionen teilnehmen, mit Strafen rechnen, die in ihrem Grad im Ermessen des Dienstherrn liegen. Hintergrund für das Urteil der Richter war eine klagende Lehrerin, die an Warnstreiks im Jahre 2009 aktiv teilgenommen hatte. Daraufhin hatte ihr Dienstherr, in dem Fall das Land Nordrhein-Westfalen, ihr ein Bußgeld von 1.500 Euro auferlegt, gegen welches sie anschließend Klage einreichte. Das OVG entschied jedoch zugunsten des Landes, obwohl die Lehrerin in erster Instanz vor dem Verwaltungsgericht gewann. Das Verwaltungsgericht stützte sich auf zwei Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR), die in den Jahren 2008 und 2009 getroffen wurden. In diesen Entscheidungen wurde beschlossen, dass das Streikverbot nicht für alle Gruppen von Beamten, sondern nur für bestimmte Beamtengruppen gelten dürfe. Dazu gehören unter anderen Soldaten und Polizeibeamte. Das Oberverwaltungsgericht hingegen urteilte anders. Das Gericht teilte als Begründung mit, dass die Regelungen des EGMR in Deutschland lediglich die Stellung eines einfachen Bundesgesetzes haben. Somit muss eine Regelung des EGMR mit einem höherrangigen Grundgesetz gemessen werden. Nach den „hergebrachten Grundgesetzen des Berufsbeamtentums“ wird den Beamten kein Streikrecht eingeräumt, auch wenn es den Beamten teilweise in den Regelungen des EGMR eingeräumt wird. Da aber das Grundgesetz über den Regelungen des EGMR stehe, ist das Grundgesetz anzuwenden. „Redet doch einfach mal mit den Fröschen!“

Die Landtagsabgeordneten sind herzlich zu einer Personalversammlung an einer beruflichen Schule eingeladen, um sich über die Beschäftigungsbedingungen der verbeamteten und tarifbeschäftigten Lehrkräfte zu informieren und mit den Lehrkräften zu diskutieren. Alles Gute und herzliche Grüße Ihr Wolfgang Lambl

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BILDUNGSPOLITIK

vlb-akzente 06/2012

Podiumsdiskussion:

Das Duale System der Berufsausbildung – ein Vorbild für die Bildungspolitik KONSTANTIN NIOBUTOW / MICHAEL TREGNER

Unter dem Motto „5 Jahre Städtisches Berufliches Schulzentrum an der Astrid-Lindgren-Straße in München“ fand in der Zeit vom 23.04. bis 27.04.2012 eine Festwoche mit zahlreichen Aktionen und Fachvorträgen für Schüler/innen, Lehrer/-innen und interessierten Besucher/innen statt. Die Landeshauptstadt München investierte vor 5 Jahren an diesem Standort 50 Millionen Euro in den Bereich der beruflichen Bildung und schuf ein in Deutschland und Europa nahezu einzigartiges, funktionales und schönes Bildungszentrum. Dr. Karl Wilhelm, Schulleiter der Städtischen Berufsschule für Finanz- und Immobilienwirtschaft, betonte, dass dieses Schulzentrum den Stellenwert der beruflichen Bildung in der Landeshauptstadt München zum Ausdruck bringt. Podiumsdiskussion Im Rahmen dieser Festwoche zum 5-jährigen Bestehen des beruflichen Schulzentrums am Standort an der Astrid-Lindgren-Str. in Riem fand am 25.04.12 eine Podiumsdiskussion zum Thema „Das duale System der Berufsausbildung – ein Vorbild für die Bildungspolitik“ statt. Neun Referentinnen und Referenten aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung diskutierten angeregt und teilweise hitzig, aber immer sachlich, über die verschiedensten Facetten der beruflichen Bildung. Einen zentralen Punkt der Diskussion bildete die Fragestellung: Warum wird die Arbeit der Berufsschulen von den Partnern der Dualen Ausbildung und der Politik stets gelobt, stößt aber in der öffentlichen Wahrnehmung und in den Medien nur auf eine schwache Resonanz? Ein Vorbild für die Bildungspolitik Dabei betonte Dr. Thomas Roth, Schulleiter der Städtischen Berufsschule für

Rechts- und Verwaltungsberufe, dass die Berufsschulen in vielen Bereichen Vorreiter für allgemein bildende Schulen sind. Nicht erst seit dem Jahr 2002, als die Politik den Ausbau der Ganztagsschulen forcierte, bieten Berufsschulen einen ganztägigen Unterricht an. Des weiteren setzten die Berufsschulen schon früh auf ein Qualitätsmanagement, das sich historisch bedingt, durch die Zusammenarbeit der verschiedenen Partner der dualen Ausbildung ergibt. Handlungsorientierter Unterricht, der ganzheitliches und schüleraktives Unterrichten erfordert und konkrete Handlungsprodukte schafft, ist schon lange eine Selbstverständlichkeit der Berufsschulen. So konnten „konkrete Handlungsprodukte“ von Schülerinnen und Schülern an diesem Abend live erlebt werden. In Kooperation mit der Städtischen Berufsschule für Medientechnik organisierten vier Schüler und ein Lehrer den technischen Rahmen der Veranstaltung. Die Dekoration der Aula wurde farbenfroh von Schülerinnen und Schülern der Städtischen Berufsschule für Gartenbau, Floristik und Vermessungstechnik gestaltet und fand großes Lob der Gäste. Professionelle Photos der Veranstaltung wurden von einem Schüler der Städtischen Berufsschule für Buchbindetechnik und Fotografie angefertigt. Berufliche Bildung vor neuen Herausforderungen Die Betriebe und Kammern als Partner der dualen Ausbildung stellen an die Berufsschulen vielschichtige und hohe Erwartungen. Zum einen soll der theoretische Unterricht praxisnah und den aktuellen Erfordernissen der Wirtschaft und Verwaltung entsprechen, daneben gehören neue Anforderungen, wie der Erwerb von Handlungskompetenzen, zu den Erwartungen an die Berufsschulen. Dies bestätigte Herr Krampe, zuständig für den Bereich der Ausbildung bei der Stadtsparkasse München. Der Be-

Die beiden Schulleiter, Dr. Thomas Roth und Dr. Karl Wilhelm bei der Einführung.

ruf des Bankkaufmanns/der Bankkauffrau, der sich in der Vergangenheit durch umfangreiches Fachwissen kennzeichnete, wandle sich zunehmend. So reiche, laut Herrn Krampe, reines Fachwissen heute nicht mehr aus, um erfolgreich am Markt bestehen zu können. Persönliche Kompetenzen der Mitarbeiter bilden einen immer wichtigeren Aspekt im Wettbewerb. Die Vertreter der Ausbildungsbetriebe und Kammern waren sich einig bei den sich abzeichnenden neuen Herausforderungen an die berufliche Bildung, dem drohenden Fachkräftemangel und dem daraus resultierenden Wettbewerb um künftige Auszubildende. Elisabeth Schwärzer, Geschäftsführerin der Rechtsanwaltskammer München, sieht dies als eine ernstzunehmende Problematik in der nahen Zukunft. Nicht alleine der demographische Wandel fällt hierunter, auch die zunehmende Einstellung vieler Schüler/-innen die berufliche Ausbildung als Parkposition vor einem Studium anzusehen und die teilwei-

BILDUNGSPOLITIK

vlb-akzente 06/2012

Die Podiumsteilnehmer/innen (von links): MdL Simone Tolle, Hermann Brem, MdL Martin Güll, Stadtschulrat Rainer Schweppe, VLB-Stv. Landesvorsitzender Wolfgang Lambl, Daniela Ruhdorfer-Ritt, MdL Renate Will, Andreas Krampe, MdL Markus Blume, Elisabeth Schwärzer.

se mangelnde Ausbildungsfähigkeit vieler Schüler/-innen sind ernstzunehmende Probleme, die sich Schulen und Betriebe gegenüberstehen sehen. Aber wie kann der Wettbewerb um die zukünftigen Auszubildenden erfolgreich gestaltet werden? Ein Ansatz ist es die berufliche Ausbildung und die vielschichtigen Möglichkeiten einer betrieblichen Ausbildung bekannter zu machen. Im Rahmen einer Kooperation zwischen der Städtischen Berufsschule für Rechts- und Verwaltungsberufe und der Rechtsanwaltskammer München wurde beispielsweise erfolgreich eine Imagekampagne gestartet, um den Ausbildungsberuf der Rechtsanwaltsfachanstellten bekannter zu machen. Hermann Brem, Kanzleileiter der Kanzlei SKW Schwarz, betonte die Möglichkeit einen Teil der Ausbildung im europäischen Ausland im Rahmen des Leonardo-Programms zu absolvieren. Er kritisierte die allerdings hohen bürokratischen Hürden und sieht den teilweise geringen Mehrwert für die Kanzleien als große Hemmnisse dieser Möglichkeiten, da die Ausbildung

zum Rechtsanwaltsfachangestellten in Deutschland stark national ausgerichtet sei. Daniela Ruhdorfer-Ritt, Leiterin für Aus- und Fortbildung bei der Landeshauptstadt München, betonte für zukünftige Auszubildende müsse die Ausbildung durch zusätzliche Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote attraktiver gestaltet werden. Berufliche Bildung – Stiefkind der Politik? Die Berufsschule steht seit Beginn der dualen Ausbildung vor der Herausforderung, vom Hauptschüler über den Abiturienten bis zum Absolventen einer Erstausbildung, alle Auszubildenden an dieselben Kompetenzziele heranzuführen. Trotzdem wird in der öffentlichen Wahrnehmung, insbesondere bei den Eltern, der berufliche Bildungsweg nicht als Alternative zum Abitur wahrgenommen. Martin Güll, MdL der SPD, führt dies auf einen zu frühen Zeitpunkt der Entscheidungsfindung zwischen Ausbildung und Studium zurück. So sei es für Eltern in der dritten Klasse zu früh ei-

ne Entscheidung für den weiteren Bildungsweg ihrer Kinder zu treffen. Herr Güll plädierte für ein längeres gemeinsames Lernen aller Schülerinnen und Schüler. Renate Will, MdL der FDP, stellte fest, dass es der Politik noch nicht ausreichend gelungen sei, den Eltern zu vermitteln, dass die berufliche Bildung keineswegs eine Einbahnstraße darstellt, sondern geprägt ist von einer hohen Durchlässigkeit zu anderen Schultypen. Das „Stiefkindimage“ zeigt sich auch in der medialen Aufmerksamkeit der beruflichen Schulen, die kaum vorhanden ist. Simone Tolle, MdL der Bündnis 90/Die Grünen, verdeutlichte dies mit dem Beispiel des Unterrichtsausfalls. So seien laut Simone Tolle im vergangenen Jahr rund 7.000 Stunden im beruflichen Bereich ausgefallen, ohne dass dies von der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde. Dies liegt ihrer Meinung nach an einer fehlenden Lobby der beruflichen Schulen. Auf die Frage des hervorragenden Moderators, Herrn Wolfang Lambl, warum zwar die Leistungen der Berufs-

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BILDUNGSPOLITIK

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schulen, wie die Einführung eines Qualitätsmanagements, das Vorantreiben der Schulentwicklung und Führungskultur, vom Kultusministerium in höchsten Tönen gelobt werden, aber die Zuwendungen durch das Ministerium, wie zusätzliche Planstellen und eine bessere Sachausstattung, nicht berücksichtigt werden, antwortete Markus Blume, MdL der CSU, dass es im Bereich der Bildung in Bayern in der Vergangenheit größere „Baustellen“ gab. Herr Blume lobte die Arbeit der Berufsschulen und versicherte, dass in der Zukunft sich das Augenmerk wieder verstärkt auf die berufliche Bildung richten werde. Bildung als Standortfaktor Stadtschulrat Reiner Schweppe betonte, dass die Landeshauptstadt München bereits erkannt hat, dass die berufliche Bildung in Zukunft einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil darstellt. So sind die 48.000 Schülerinnen und Schüler an 80 beruflichen Schulen ein Faktor, der München als Standort für Betriebe auch in Zukunft sehr interessant machen wird. Das berufliche Schulsystem in der Landeshauptstadt zeichnet sich, laut Herrn Schweppe, durch kurze Wege, eine enge Verzahnung zwischen den Partnern der Ausbildung und eine sehr gute räumliche, sachliche und personelle Ausstattung in Berufsschulen aus, die auf der Höhe der Zeit ist. Zustimmung zeigte Herr Schweppe in der mangelnden Wahrnehmung der Chancen, welche die beruflichen Bildung biete. So absolvierten beispielsweise im letzten Jahr 3.300 Schülerinnen und Schüler die Abiturprüfungen an beruflichen Schulen im Vergleich zu 3.600 an Gymnasien. Wolfgang Lambl, die Podiumsteilnehmerinnen und -teilnehmer sowie die zahlreichen Besucher zeigten sich am Ende der Diskussion alle zufrieden mit dem fruchtbaren Austausch von verschiedenen Argumenten, um die berufliche Bildung in der öffentlichen Wahrnehmung stärker zu verankern. ❚

Erklärung zum Religionsunterricht an Berufsschulen:

Ein Pakt für die Jugend: Beruf und Lebenswelt schöpferisch gestalten HANS PREISSL

Eine Allianz aus Kirchen, Handwerkskammern und Gewerkschaften bekennt sich zum Religionsunterricht als wesentlichem Bestandteil der beruflichen Bildung. An dem Bündnis beteiligen sich der Vorsitzende der Freisinger Bischofskonferenz, der Münchner Erzbischof Reinhard Kardinal Marx, der evangelische Landesbischof Heinrich BedfordStrohm, der Präsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) Prof. Randolf Rodenstock, der Präsident des Bayerischen Handwerkstages (BHT), Heinrich Traublinger und der bayerische Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Matthias Jena. In einem feierlichen Festakt unterzeichneten sie in den Räumen der Handwerkskammer für München und Oberbayern eine „Erklärung für den Religionsunterricht an Berufsschulen“. Damit wollen die christlichen Kirchen, die Wirtschaft und die Gewerkschaft die Bedeutung des Religionsunterrichts an Berufsschulen akzentuieren.

Die Unterschriften besiegeln den Pakt für die Jugend.

BILDUNGSPOLITIK

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Die Unterzeichner der gemeinsamen Erklärung: (v.l.) Der bayerische Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Matthias Jena, der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, der Vorsitzende der Freisinger Bischofskonferenz Reinhard Kardinal Marx, der Präsident des Bayerischen Handwerkstages (BHT) Heinrich Traublinger und der Präsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) Prof. Randolf Rodenstock Bild rechts: Schülerinnen und Schüler der Städtischen Rainer-Werner-Fassbinder-Fachoberschule München haben das Titelbild der gemeinsamen Erklärung gestaltet.

Vor zwanzig Jahren hatten Wirtschaft, Gewerkschaft und Kirchen schon einmal eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht. Mittlerweile stellen sich dem komplexen System der beruflichen Bildung aber neue Aufgaben und Herausforderungen. Der Kopenhagen-Prozess Die Kopenhagen-Erklärung hat einen Prozess eingeleitet, welcher der beruflichen Bildung innerhalb der Europäischen Union einen neuen Stellenwert verleiht. Berufliche Bildung ist damit zu einem Schlüsselthema der europäischen Einigungspolitik geworden. Das hat erhebliche Dynamik in das System der beruflichen Bildung gebracht, weil der „Lernraum Europa“ die Zusammenarbeit der Bildungsakteure stark forciert. Die Kompetenzorientierung der beruflichen Bildung Gleichzeitig haben neue berufspädagogische Konzepte eine Wende in der Anbahnung beruflicher Fähigkeiten eingeleitet. Berufsfähigkeit soll über eine rein fachliche Qualifikation hinausgehen. Die Qualifizierung für die Ausübung eines Berufes soll nämlich einhergehen mit der Förderung der Persönlichkeitsentwicklung und der Befähigung zur Übernahme von Verantwortung im gesellschaftlichen Kontext.

Das Lernfeldkonzept Das Lernfeldkonzept verändert das didaktische Design von Lernumgebungen. Die Gestaltung von Lernaufgaben muss den Erwerb unterschiedlicher berufs-, lebens-, und gesellschaftsbedeutsamer Handlungskompetenzen anbahnen. Diese mehrdimensionalen Handlungsfelder verknüpfen also die berufliche, die individuelle und die gesellschaftliche Dimension. Diese berufspädagogische Wende justiert die Koordinaten für die Rolle des Religionsunterrichts im Berufsbildungssystem neu. Gegen einen eindimensionalen Bildungsbegriff Bildung läuft im europäischen Kontext bisweilen Gefahr, eindimensional instrumentalisiert zu werden. Bildungsprozesse scheinen gelegentlich zu sehr auf den Wettbewerbsgedanken fokussiert zu sein. Deshalb ist es verdienstvoll, dass die „gemeinsame Erklärung“ einer utilitaristischen Engführung des Kompetenzbegriffs gegensteuert. Der Bildungsauftrag berufsbildender Schulen darf nicht so verengt werden, dass er nur am Markt gefragte Qualifikationen vermitteln. Vielmehr muss er auch die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Erwachsenen in den Blick nehmen.

Für einen umfassenden Kompetenzbegriff Deshalb formuliert die Erklärung Kernelemente einer umfassenden Kompetenzentwicklung: Berufsschulen sollen junge Menschen anleiten > zu Selbständigkeit im Beruf, indem sie ihre produktiven Einstellungen, Werthaltungen und Ideale entwickeln, > zur Zusammenarbeit mit Menschen verschiedener Kulturen und Religionen, indem sie ihre Fähigkeit zu Toleranz, Kooperation und Kommunikation vertiefen, > zu schöpferischer Tätigkeit, indem sie in den Erwerb fachlichen und methodischen Wissens und Könnens einführen. Das gemeinsame Dokument von Wirtschaftsverbänden und Kirchen widersetzt sich auch einem Menschenbild, das den Arbeitnehmer auf einen reinen Produktionsfaktor reduziert. „Berufsschulen unterstützen die Entwicklung von multiperspektivischem Denken und Flexibilität sowie Verständnis für ethische, soziale und ökologische Zusammenhänge.“ Dazu steht auch der Präsident des Bayerischen Handwerkstages (BHT), Heinrich Traublinger: „Wir brauchen nicht nur hochspezialisier-

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BILDUNGSPOLITIK

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Berufsschulen (2012)

Gleichwertigkeit sieht anders aus: zweistellige Ausfallquoten an beruflichen Schulen..

Religionsunterricht und fachlicher Unterricht entwickeln komplementär die Kompetenzen junger Menschen.

te Facharbeiter, wir brauchen auch die Betriebsübernehmer von morgen. Dazu bedarf es des notwendigen Wertedenkens. Gerade das Fach Religion vermittelt Werte wie Verantwortungsbewusstsein, Respekt und Toleranz und darf deshalb nicht vernachlässigt werden“, forderte er in seinem Begrüßungsstatement. Auch Bayerns DGB-Chef Matthias Jena warnte davor, die Schulbildung allein unter dem Aspekt der wirtschaftlichen Verwertbarkeit zu betrachten. Auch Sozial- und ethische Kompetenz seien für die Berufslaufbahn entscheidend Die bayerische Verfassung verlange, dass Herz und Charakter gebildet würden. Der spezifische Beitrag des Religionsunterrichts Im Kontext der neuen berufspädagogischen Leitbegriffe Kompetenz-, Handlungs- und Lernfeldorientierung for-

muliert die gemeinsame Erklärung den spezifischen Beitrag des Religionsunterrichts. Sie sieht Religionsunterricht und fachliche Bildung komplementär. Diese Untrennbarkeit drückt sich auch aus in ihrem Leitmotiv: „manches gehört einfach zusammen“. Die Erklärung knüpft an die KMK-Handreichungen zur Erarbeitung von Rahmenlehrplänen an. Diese Handreichungen bieten tatsächlich zahlreiche „Andock-Gelegenheiten“. Die Spannbreite der beruflichen Bildung ist dort außerordentlich groß angelegt. Die obige Darstellung gibt eine exemplarische Übersicht, wie fachlicher Unterricht und Religionsunterricht Kompetenzen komplementär entwickeln Auf der Grundlage des Vertrauens Lebenswissen aufbauen Junge Erwachsene befinden sich in einer Lebensphase, die richtungsweisende

Fragen aufwirft. In dieser Phase brauchen sie Gesprächsräume und kundige Begleiter. Dialogisch ausgerichtete Lernprozesse initiieren sinnstiftende Erfahrungen, die Berufsschülerinnen und Berufsschüler befähigen, kompetentes Lebenswissen zu entwickeln. Sie können dies auf dem Boden einer Botschaft, die sie von Angst, Mutlosigkeit und oft quälenden Alltagssorgen befreien will. Dazu brauchen sie ein Lernumfeld, das Vertrauen erlebbar macht. In existentiellen Lebensfragen ist es nicht Aufgabe des Religionsunterrichts fertige Antworten parat zu haben. Reinhard Kardinal Marx will die jungen Menschen vielmehr dazu befähigen, „die richtigen Fragen zu stellen“. Im verantwortlichen Umgang mit diesen Fragen entwickeln Auszubildende Kompetenzen, die ihnen „Einsichten in komplexe Lebenszusammenhänge und eigene Gestaltungsspielräume“ eröffnen, wie es die Erklärung formuliert. Damit der RU die Schüler aus Ressourcen schöpfen lassen kann, die bei der Bewältigung von Herausforderungen und Rückschlägen unverzichtbar sind, will Landesbischof Heinrich BedfordStrohm, dass der Religionsunterricht auch Partei ergreift. „Er hilft Potenzia-

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le zu entfalten, wenn es um Ungerechtigkeit am Arbeitsplatz oder Orientierung in Konfliktsituationen geht. Gerade die schwächsten Glieder brauchen hier Förderung.“ Das sieht auch vbw-Präsident Randolf Rodenstock ähnlich. „Besonders junge Menschen, die frisch im Beruf sind, brauchen Orientierung und sehen sich mit vielen Fragen konfrontiert“, betonte er in seinem Statement. Massiver Ausfall von Religionsunterricht «Der Religionsunterricht darf im Konzert der Fächer nicht minderwertig behandelt werden», forderte Marx mit sorgenvollem Blick auf die Ausfallstatistik. Je nach Schultyp müssen bis zu 28 Prozent des Religionsunterrichts an den Berufsschulen, Fachoberschulen und Berufsoberschulen ersatzlos entfallen. Damit fällt an den Schulen, die von mehr als 70 Prozent der jungen Menschen besucht werden, der mit Abstand meiste Unterricht aus. Es müsse deshalb dringend etwas getan werden, um den Religionsunterricht an Berufsschulen, etwa durch hinreichende Haushaltsmittel, zu sichern, forderte der Kardinal. Wie dramatisch der Personalengpass an den beruflichen Schulen ist, kann der stv. VLB-Landesvorsitzende und Hauptpersonalrat Wolfgang Lambl mit erschreckenden Zahlen belegen: „1.200 Unterrichtsstunden im Fach Religion entfallen an den beruflichen Schulen ersatzlos, weil die Personaldecke hinten und vorne zu kurz ist.“ Die Ausfallquote betrage an den Berufsschulen fast 13 Prozent, an den Berufsoberschulen sogar deutlich über 25 Prozent. Das hält Lambl für nicht hinnehmbar Lehrermangel treibt Schulen in Dilemmasituationen Der VLB-Landesvorsitzende Jürgen Wunderlich kritisiert die generell ungenügende Personalausstattung an den beruflichen Schulen. Seiner Meinung nach treibt der Lehrermangel viele Schulen in unlösbare Dilemmasituationen. „Wegen der Personalknappheit kann der Unterricht im beruflichen Erstfach oft nur mit Mühe abgedeckt werden. Die Lehrkräfte werden dann mit vollem Deputat im fachlichen Unterricht eingesetzt.“

Die knappen Personalressourcen bereiten dem Kardinal und den Verbandsvertretern Sorge. (v.l. Hauptpersonalrat Wolfgang Lambl, Reinhard Kardinal Marx und VLB-Vorsitzender Jürgen Wunderlich).

Bei der Notwendigkeit, Unterricht zu kürzen, hätten Nicht-Prüfungsfächer wie Religion das Nachsehen. Das führe zu besorgniserregenden Ausfallquoten. Wunderlich kündigte deshalb an: „Der VLB wird mit Argusaugen darüber wachen, dass das Kultusministerium seine Zusage einhält, über den Nachtragshaushalt genügend Mittel bereitzustellen.“ Kultusminister signalisiert Bereitschaft zur Verbesserung der Unterrichtssituation Kultusminister Ludwig Spaenle hat prompt auf die Unterzeichnung der Erklärung reagiert und für „die Problemanzeige der Kirchen und der Wirtschaftsverbände Verständnis“ signalisiert. Seine Pressestelle ließ er mitteilen: „Der konfessionelle Religionsunterricht und das Fach Ethik sind ein unverzichtbares und zentrales Element in der Vermittlung von Werten an Berufsanfänger und damit einer ganzheitlichen Bildung – auch an beruflichen Schulen.“ Hoffnungsvoll stimmt seine Ankündigung, er wolle auf der Basis des Nachtragshaushalts die Unterrichtsversorgung im neuen Schuljahr verbessern. Da die Situation regional recht unterschiedlich ausfällt, lässt das Ministerium die Schuldaten zur Unterrichtsversorgung in den Fächern Religion und Ethik an Berufsschulen überprüfen. Man will ein „präzises Bild von der Situation in den einzelnen Regierungsbezirken ge-

winnen“, erklärte das KM in einer Pressemitteilung. Herausforderung: Lehrernachwuchs sicherstellen Der Erklärung geht es aber nicht ausschließlich um die Schaffung solider Rahmenbedingungen durch genügend Haushaltsmittel für die Einstellung von Lehrkräften. Gemeinsam mit den Bildungsverantwortlichen wollen die Unterzeichner nach Möglichkeiten suchen, damit sich genügend Studierende für das Unterrichtsfach entscheiden und so ausreichend Nachwuchs sicherstellen. Beide Kirchenvertreter sprechen sich zudem auch ausdrücklich für einen muslimischen Religionsunterricht aus. Es sei aber wünschenswert, dass man auch andere Religionen, wie das Christentum im Islamunterricht kennenlerne, und dass die im Christentum etablierte Selbstreflexion auch in die muslimischen Lerninhalte einfließe, sagte Marx. „Religionsunterricht muss dialogfähig machen.“ Dem Pakt Leben einhauchen Die Erklärung zum Religionsunterricht hat ein wichtiges Zeichen gesetzt. Jetzt gilt es zu verhindern, dass das Dokument zu einem geduldigen Papier ohne Handlungskonsequenz verkommt. Deshalb ist dem Appell von BHT-Präsident Heinrich Traublinger vorbehaltlos zuzustimmen: „Lasst uns dem Pakt Leben einhauchen!“ ❚

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BILDUNGSPOLITIK

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Verbandsarbeit:

Klausursitzung:

Der VLB im bildungspolitischen Dialog mit SPD und Grünen

abl bekennt sich zum differenzierten Schulsystem

WOLFGANG LAMBL

Der VLB steht in einem intensiven Dialog mit der Bildungspolitik. Ziel ist es dabei stets, bildungspolitische Positionen für die Beruflichen Schulen zu vertreten. So geschehen etwa bei der SPD zum Thema „Inklusion“. Nach den Worten von MdL Martin Güll sei das Ziel, die Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention im bayerischen Schulwesen zu erfüllen, nur zu erreichen, wenn die Aus-, Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte an den Schulen den Herausforderungen angeglichen werde. Eine Sichtwei-

se, die der VLB sehr begrüßt. MdL Simone Tolle von den Grünen erarbeitete ein Grundsatzpapier zur beruflichen Bildung in Bayern. Nach ihren Worten fristen die Berufsschulen trotz aller gegenteiligen Beteuerungen in Bayern ein Schattendasein. Obwohl gerade angesichts des drohenden Fachkräftemangels die Attraktivität und Qualität der Berufsausbildung gestärkt werden müsste, sei der Alltag an den Berufsschulen vielmehr geprägt von Unterrichtsausfall, Lehrermangel und vielen weiteren strukturellen Defiziten. Auch dieser Sichtweise stimmt der VLB uneingeschränkt zu. ❚ Stv. VLB-Landesvorsitzender Wolfgang Lambl mit MdL Martin Güll und MdL Margit Wild.

Stv. VLB-Landesvorsitzender Wolfgang Lambl mit MdL Simone Tolle und MdL Dr. Martin Runge.

MANFRED GREUBEL

Bei der Klausursitzung am 20. April 2012 in Nürnberg stand die Diskussion um ein anforderungsgerechtes und einem am Leistungsgedanken orientierten Schulwesen im Mittelpunkt. Die Vertreter der beteiligten Verbände waren sich darin einig, dass das differenzierte Schulsystem in Bayern mit seinem vielfältigen Angebot es den Schülerinnen und Schüler mit ihren unterschiedlichen Talenten und Interessen am besten ermöglicht, sich Wissen und Kompetenzen anzueignen. Damit wird dem Gemeinschaftsschulkonzept eine klare Absage erteilt. In der Diskussion arbeitete man aber auch die Schwachpunkte (z. B. zu geringe Kooperation der Subsysteme, zu wenig Intensivierungsstunden, unzureichende Unterrichtsversorgung, zu wenig Fortbildungsmittel etc.) heraus und erhob entsprechende Forderungen gegenüber den Bildungsverantwortlichen. Man erkannte auch klar, dass die im “Chancenspiegel“ der Bertelsmann-Stiftung in der Studie „Bildung in Deutschland“ aufgezeigten Probleme dringend abgebaut werden müssen. So darf in Zukunft die Herkunft (bildungsferne Elternhäuser oder Migrationshintergrund) die Bildungschancen der Schülerinnen und Schüler nicht mehr signifikant bestimmen. Einig war man sich auch darüber, dass die Vorzüge des differenzierten Schulsystems besser kommuniziert werden müssen. Dies gilt vor allem den Eltern gegenüber, die über die vielfältigen Bildungswege aufzuklären sind. Bei sehr vielen besteht immer noch die Vorstellung, dass der Weg zur Hochschule nur über das Gymnasium führt. Von den behandelten Tagesordnungspunkten sollen noch zwei dargestellt werden. Zu einen die Lehrerbildung und zum anderen die „Eigenverantwortliche Schule“. Hinsichtlich der Lehrerbildung gab es ein klares Bekenntnis zu der bis-

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herigen Struktur. So soll an einer schulartbezogenen Lehrerbildung mit den Phasen I und II ohne zeitliche Änderung festgehalten werden. Denn dies hat sich für das bestehende Schulsystem bestens bewährt. Es soll auch keine Zugangsbeschränkung erfolgen. Allen Berechtigten soll der Weg zum Referendariat offen sein. Die sich auf gutem Niveau befindliche Praxisorientierung soll jedoch ausgebaut werden. Inhaltlich ist die Ausbildung mit den Themen Diagnostik, Medienerziehung, Inklusion und Migration anzureichern. Grundsätzlich ist jedoch darauf zu achten, dass das Studium nicht mit zu vielen Themen überfrachtet wird, denn es kann nicht für alle zukünftigen Bedarfe ausgebildet werden. Da sich Inhalte im Laufe der Zeit ändern und neue hinzukommen, ist es zwingend erforder-

lich, ausreichend Mittel für eine zielgerichtete Lehrerfortbildung bereitzustellen. Zum Thema eigenverantwortliche Schulen stellte Wolfgang Lambl die Forderungen des VLB vor. Er bat die Vertreter der beteiligten Verbände, ein gemeinsames Positionspapier zu erarbeiten. Dieser Bitte wurde entsprochen und es wird ein abl-Forderungskatalog aus den bisher bei den Verbänden vorliegenden Unterlagen erstellt. Abschließend bedankte sich die ablPräsidentin für die sehr konstruktive Zusammenarbeit bei den Verbandsvertretern und wünschte allen ein weiterhin erfolgreiches Arbeiten. Für den VLB nahmen Wolfgang Lambl, Alexander Liebel, Johannes Sommerer und Manfred Greubel teil. ❚

VLB begrüßt Erklärung des BIBB:

„Bildungsexpansion darf an beruflicher Bildung nicht vorbeigehen“ GÜNTHER SCHUSTER

Der VLB begrüßt die die Aussagen des Bundesinstituts für Berufsbildung zur Entwicklung der beruflichen Bildung. Zum „Tag des Ausbildungsplatzes“ am 7. Mai appellierte der Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), Friedrich Hubert Esser, an die Betriebe, in ihren Ausbildungsanstrengungen nicht nachzulassen. „Bedingt durch die demografische Entwicklung und den anhaltenden Trend zu mehr höheren Schul- und akademischen Abschlüssen droht die berufliche Bildung ins Abseits zu geraten. Die sich spürbar entwickelnde Bildungsexpansion darf an betriebsnaher Qualifizierung nicht vorbeigehen“, warnt Esser. Jüngste Modellrechnungen des BIBB hätten gezeigt, dass langfristig insbesondere bei Fachkräften mit abgeschlossener Berufsausbildung mit zum Teil gravierenden Engpässen zu rechnen sei. „Daher sind gerade jetzt die Betriebe gut beraten, in die berufliche Bildung zu investieren und ein offensives Ausbildungsmarketing zu betreiben. Aufbauend auf der Erstausbil-

dung bietet die berufliche Weiterbildung anspruchsvolle und attraktive Aufstiegsfortbildungsangebote, über die hochschuladäquate Abschlüsse erreicht werden können. Berufliche Aus- und Fortbildung sind deshalb nicht nur die beste Versicherung gegen den drohenden Fachkräftemangel, sondern eröffnen den Qualifizierten gleichermaßen attraktive Karriereperspektiven im In- und Ausland.“ Sorge bereiten dem BIBB-Präsidenten Hinweise aus einer aktuellen repräsentativen Betriebsbefragung des BIBB, wonach 12 % der Unternehmen beabsichtigen, die Zahl ihrer derzeitigen Ausbildungsplatzangebote zu reduzieren oder die betriebliche Ausbildung einzustellen. Als Grund wird die Schwierigkeit angeführt, Nachwuchs zu finden. „Genau dies aber wäre das falsche Signal“, betont Esser. „Betriebe, die ihren zukünftigen Fachkräftebedarf sichern wollen, müssen ihre Anstrengungen darauf richten, alle Potenziale für Qualifizierung und Beschäftigung erschließen zu wollen. Dabei stehen ihnen die Bildungszentren der Wirtschaft sowie die beruflichen Schulen zur Seite.“

Als „nach wie vor erfreulich“ bezeichnet Esser die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. „Traditionell folgt der Ausbildungsstellenmarkt dem Arbeitsmarkt“, so der BIBB-Präsident. „Die sinkende Arbeitslosigkeit und die im Vorjahresvergleich gestiegene Zahl der momentan bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen lassen aus Sicht der Jugendlichen auf einen sich weiter entspannenden Ausbildungsstellenmarkt im Herbst dieses Jahres hoffen.“ ❚

Zu den Auswirkungen der demografischen Entwicklung an beruflichen Schulen erhielt die Redaktion einen Diskussionsbeitrag von Andreas Müller, in dem er sein „Plädoyer für die Fläche“ darstellt. Der Schülerrückgang verändert die berufliche Bildung:

Plädoyer für die Fläche ANDREAS MÜLLER

Die Statistiken lassen keine Zweifel aufkommen: Auch an beruflichen Schulen werden die Schülerzahlen in den nächsten Jahren in einem Umfang einbrechen, der sich nur durch die häufig überstrapazierte Phrase „dramatisch“ beschreiben lässt. Nicht nur im Kultusministerium macht man sich deshalb darüber Gedanken, wie es langfristig mit der beruflichen Bildung weitergehen soll. Bei der Erarbeitung von Lösungsansätzen darf es, so finde ich, keine Denkverbote geben. Ein vernünftiges berufliches Bildungswesen ist dafür einfach zu wichtig. Es geht um langfristige Strategien, um einen Blick in die fernere Zukunft. Unter diesem Aspekt bittet der Autor die Leser vorsorglich darum, ihm einige möglicherweise zu gewagte Schlussfolgerungen nachzusehen. Kompetenzzentren: Risiken und Nebenwirkungen Einige Fachbereiche der Berufsschulen schrumpfen bereits seit längerer Zeit

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BILDUNGSPOLITIK

kontinuierlich. Die Bautechnik beispielsweise. Man reagierte darauf bislang durch die Bildung so genannter „Kompetenzzentren“. Welche Vorteile man sich berechtigterweise von einer Neuordnung der Schulstandorte versprach, braucht an dieser Stelle nicht noch einmal erläutert zu werden. Allerdings brachte die Entwicklung auch „Risiken“ mit sich, die man bei bildungspolitischen Diskussionen geflissentlich verschweigt. Zum Beispiel die Tatsache, dass angehende Maurer oder Bäckereifachverkäuferinnen zum Besuch der Berufsschule immer weiter fahren müssen. Einige sind täglich bis zu drei Stunden unterwegs. Das sei „zumutbar“ heißt es. Einige haben so lange Anfahrtswege, dass eine „Unterbringung“ am Schulort notwendig wird. Jugendliche zwischen 15 und 18 werden dann in örtliche Heime oder Pensionen einquartiert. Kostengünstig, versteht sich. Man kann sich gut vorstellen, wie vor allem die männlichen Schüler unter solchen Rahmenbedingungen ihre Freizeit gestalten: Sie treiben Sport, achten auf gesunde Ernährung und bereiten sich ansonsten auf den Unterricht vor. Sicherlich. Jeder, der Einblick in die tatsächliche Lebenssituation dieser Schüler hat, weiß von „Zwischenfällen“ zu berichten, die nicht selten aktenkundig werden: Alkohol, Prügeleien, Ruhestörung. Wir waren alle einmal jung! Und natürlich sind es gerade die schwächeren Schüler, bei denen die beschriebenen Folgen der grassierenden „Schülerverschickung“ am deutlichsten zutage treten. Dass Jugendliche in der Regel am besten bei ihren Eltern aufgehoben sind, ist eine Binsenweisheit. Aber auch eine andere „Nebenwirkung“ muss offen angesprochen werden: Durch die Neuordnung traten die Standorte untereinander in „Konkurrenz“. Das war durchaus gewollt; erhoffte man sich dadurch doch eine Steigerung der Unterrichtsqualität. In der Praxis verselbständigte sich der Konkurrenzgedanke jedoch rasch. Der „Erfolg“ einer Schule wird heute in erster Linie daran gemessen, inwieweit es ihr gelingt, möglichst viele Fachsprengel an sich zu ziehen. Schließlich geht es nicht zuletzt um Geld. Es geht um Zuschüsse und Übernachtungszahlen; es geht um Gastschul-

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beiträge und Planstellen. Jeder Schulleiter denkt verständlicherweise in derartigen Kategorien. Nicht mehr das Wohl der Schüler vor Ort, sondern der „Erfolg“ der örtlichen Schule, rückt so in den Focus der Bemühungen. Das ist ein Unterschied! Denn der „Erfolg“ wird in Schülerzahlen gemessen. Der „Blick für das Ganze“ geht dabei leicht verloren, was zu bizarren Konstellationen führen kann. Es kann sich beispielsweise ergeben, dass aufgrund „politischer Entscheidungen“ ein Industriestandort seine Lehrlinge zum Berufsschulbesuch an die „Provinz“ abgeben muss, obwohl dort eine vom mittelständischen Handwerk dominierte Ausbildungslandschaft vorherrscht. Im Gegenzug werden dann Maler oder Verkäuferinnen, also die Mehrheit der ländlichen Auszubildenden, zum Schulbesuch in andere Landkreise gekarrt. Das ganze wird als „Erfolg“ verbucht. Ein Erfolg für wen? Lösungsansätze Wenn die Phantasie der Verantwortlichen sich künftig darin erschöpft, bei der Bildung von „Kompetenzzentren“ eine KO.-Runde nach der anderen einzuläuten, dürfte das den „Knockout“ für die Fläche besiegeln. Es besteht dann die Gefahr, dass sich in ländlichen Regionen nur noch „künstliche Standorte“ halten, also solche, in denen Berufe beschult werden, die dort „lokal“ kaum vorkommen. Trotz rückläufiger Schülerzahlen sollte es aber doch wohl auch morgen noch in jedem Landkreis mindestens eine Berufsschule geben, an der ein möglichst breites Spektrum der örtlichen Ausbildungsberufe abgebildet wird. Im Hinblick auf die Jugendlichen wäre das die beste, wenn auch vielleicht nicht die billigste Lösung. An alternativen Ansätzen mangelt es nicht: Die Lehrpläne von morgen könnten „modular“ gestaltet werden. Schreiner, Industriemechaniker und viele andere Berufe nutzen beispielsweise längst standardisierte CADund CNC-Technik. Warum nicht Lehrlinge in diesen Bereichen gemeinsam unterrichten? Teure Maschinen lassen sich durch Simulations-Software ersetzen. Die Berufsschule von Morgen sollte in erster Linie eine tragfähige Grundlage vermitteln, die zu einer fachspezifischen

Weiterbildung im Betrieb befähigt. Das sieht die Wirtschaft übrigens genauso. Wenn sich eine Tischlerei heute einen neuen CNC-Automaten anschafft, werden die Mitarbeiter ohnehin vom Hersteller geschult. Und decken sich die Lerninhalte von Büro- und Industriekaufleuten nicht weitgehend? Und die von Verputzern und Maurern nicht zumindest teilweise? Das gilt nicht nur für die allgemeinbildenden Fächer! Warum überhaupt so viele verschiedene Ausbildungsberufe? Warum anstatt zwanzig verschiedener Spezialberufe künftig nicht einen „Baufacharbeiter“? Während in Bayern Politiker aller Couleur die Diversifikation der Ausbildungsberufe seit Jahrzehnten gebetsmühlenhaft anprangern, gelang es unserem EU-Nachbarn Österreich längst, deren Zahl auf rund 100 zu drücken. Man muss nur wollen! Plädoyer für die Fläche Durch die Nutzung möglicher Synergieeffekte sollten auch Landberufsschulen künftig in der Lage sein, überlebensfähige Klassen zu bilden. Denn auch im Jahr 2050 werden auf dem Land Häuser gebaut, Haare geschnitten und Brötchen verkauft. Natürlich wird aber keine noch so intelligente Lösung verhindern, dass die Schülerzahlen dort weiter zurückgehen. Wenn es morgen noch eine Berufsschule in der Fläche geben soll, wird sie mit weniger Schülern und weniger Lehrern auskommen müssen. Zugegeben: Viele Probleme, die sich daraus ergeben, wurden hier noch gar nicht angesprochen. Trotzdem: Ein klares Plädoyer für die Fläche an dieser Stelle! Kleine Schulen bergen große Chancen. Eine höhere Unterrichtsqualität an den Bildungszentren der Großstädte ist durch keine Studie belegt. Junge Menschen im ländlichen Raum haben es verdient, dass man sie zumindest vor den eingangs geschilderten „Risiken“ bewahrt. Oberstes Ziel sollte deshalb sein, möglichst vielen Schülern den heimatnahen Besuch der Berufsschule zu ermöglichen. Allerdings stellt sich die Frage, ob man das auch will. ❚

BILDUNGSPOLITIK

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VLB TELEGRAMM 01. Mai 2012

VLB: Ausgaben für Schüler an beruflichen Schulen in Bayern zu gering „In Bayern wird für Schüler der beruflichen Schulen weniger Geld ausgegeben als im Bundesdurchschnitt“, so der Verband der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern (VLB). Die am 26. April 2012 veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes (DESTATIS) lassen deutlich erkennen, dass in Bayern im Haushaltsjahr 2009 für die beruflichen Schulen insgesamt für jede Schülerin und jeden Schüler weniger ausgegeben wurde als im Bundesdurchschnitt. Berufliche Schulen insgesamt Während in Bayern nur 3.600 Euro für jede Schülerin und Schüler ausgegeben wurde, lag der Bundesdurchschnitt bei 3.800 Euro. An der Spitze der Skala stehen bei den Ausgaben je Schüler an den beruflichen Schulen Hamburg und Thüringen mit 4.600 Euro, Baden-Württemberg mit 4.500 Euro. Es folgt Hessen mit 4.300 Euro und Berlin mit 4.200 Euro. Weniger als Bayern geben MecklenburgVorpommern mit 2.800 Euro oder Brandenburg mit 3.100 Euro je Schüler aus. Berufsschulen im dualen System Etwas besser schaut die Situation aus, wenn man die Berufsschulen im dualen System vergleicht: hier liegt Bayern mit 2.500 Euro je Schüler etwas über dem Bundesdurchschnitt, der bei 2.400 Euro liegt. Mehr haben Hamburg mit 3.100 Euro, Thüringen mit 3.000 Euro, Hessen mit 2.900 Euro und Berlin, Brandenburg und Sachsen mit 2.600 Euro ausgegeben. Weniger als Bayern haben

nur Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz und das Saarland in die Schülerinnen und Schüler der teilzeitberufsschule investiert. Wichtige Investitionen in die Zukunft „Betrachtet man die Wirtschaftskraft der einzelnen Bundesländer, so ist für den VLB ganz deutlich zu erkennen, dass Bayern mit seiner guten wirtschaftlichen Lage viel zu wenig für seine berufliche Bildung ausgibt. Das ist umso bedauerlicher, weil die Fachkräfte, die dazu beitragen und beigetragen haben, hauptsächlich in den beruflichen Schulen ausgebildet wurden und werden. Hier besteht dringender Handlungsbedarf!“, so der VLB. „Die Investitionen in die Schülerinnen und Schüler an den beruflichen Schulen lohnen sich und die muss in Bayern höher sein als im gesamten Bundesdurchschnitt! Nur damit kann die hervorragende Wirtschaftskraft Bayerns erhalten und gestärkt werden!“ Dafür steht auch der VLB. ❚

04. Mai 2012

Scansoftware für Schulen kommt nicht: VLB begrüsst Verhandlungsergebnis der Länder mit den Bildungsverlagen Der VLB begrüsst, dass die Ländervertreter sich mit den Schulbuchverlagen darauf verständigt haben, dass eine Scansoftware für Schulen nicht kommen

wird. „Damit ist die Forderung des Verbandes der Lehrer an beruflichen Schulen umgesetzt, dass die unter dem Begriff „Schultrojaner“ angekündigte Software nicht auf den Schulrechnern installiert wird“, stellt der Stellv. Landesvorsitzende des VLB, Wolfgang Lambl zufrieden fest. Gesetzliche Grundlage an die „digitale Welt“ in der Schule anpassen „Unsere Lehrkräfte respektieren und beachten das Recht der Urheber und Verlage in ihrem geistigen Eigentum, werden aber durch die Vorgaben der Regelungen im Urheberrechtsgesetz an einem zeitgemäßen Einsatz der digitalen Unterrichtswerke und – materialien gehindert“, kritisiert Lambl. „Es kommt darauf an, die rechtlichen Rahmenbedingungen auszuloten und zu Lösungen zu kommen, die der Bildungsund Lebenswirklichkeit im 21. Jahrhundert entsprechen“, stellt auch das Bayerische Kultusministerium in seiner Pressemitteilung vom 04.05.2012 fest. „Abschreiben wäre in diesem Falle erlaubt“! „Der Gesetzgeber soll doch einfach die gesetzlichen Regelungen für die Schulen und Universitäten bei den unseren Nachbarn in Österreich oder in der Schweiz ab – das wäre in diesem Falle ausdrücklich erlaubt“, weist der VLBVize auf zeitgemäße Vorgaben hin. ❚

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PÄDAGOGIK UND UNTERRICHT

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Besserer Wissenstransfer durch modernes Lernen:

Keine Osterhasenpädagogik – auch nicht im Frühling ILONA POLLACK

Lehren und Lernen wird heute von großem Engagement an unseren landwirtschaftlichen Berufsschulen getragen. In der Agrarwirtschaft haben sich wissenschaftliche Innovationen fest etabliert. Die beschäftigten Fachkräfte meistern die ihnen gestellten Anforderungen. Daran haben die Berufsschullehrer erheblichen Anteil. Insider wissen, dass diese Leistungen unter zum Teil schwierigen Rahmenbedingungen erbracht wurden und immer noch werden. In der Öffentlichkeit allerdings ist noch immer, lange nach Gerhard Schröder und seinem Vergleich der Lehrer mit „faulen Säcken“, ein Hang zum unreflektierten Nörgeln und Mitschwimmen im Mainstream zu beobachten. Selbst in Zeitschriften des Berufsstandes der Bauern wird die Arbeit an Schulen mit „Methoden unserer Ahnen“ verglichen. Die rasante Geschwindigkeit, mit der wissenschaftlich-technische Erkenntnisse die Agrarwirtschaft beeinflussen, stellt die Berufsausbildung vor enorme Herausforderungen. Kernproblem ist der erfolgreiche Wissenstransfer in die berufliche Praxis. Berufseinsteigern muss es besser gelingen, die in der Ausbildung erworbenen Kompetenzen im Berufsalltag anzuwenden. Lernforscher haben sich intensiv mit dem Transferproblem beschäftigt und innovative Lernkonzepte entwickelt. Die Ergebnisse wurden in den neuen agrarwirtschaftlichen Rahmenplänen, z. B. in den Berufen Tierpfleger, Pferdewirt und Fachkraft Agrarservice bereits berücksichtigt. Die Kritik am Lerngebiets- bzw. Fächerunterricht, begründet sich u. a. am fehlenden konkreten Praxisbezug und an den Schwierigkeiten der Auszubildenden, das in den verschiedenen Lerngebieten bzw. Fächern erworbene Einzelwissen in der jeweiligen beruflichen Anforderungssituation auch erfolgreich zu kombinieren und damit anzuwenden. Hinzu kommt die relativ passive Lernerrolle, die die für die Praxis so

wichtige Umsetzungskompetenz zu wenig fördert. Nachdem auch noch der Lehrervortrag allgemein als lehrerzentrierter Frontalunterricht in die Kritik geraten war, fiel die Wahl vieler Pädagogen auf das fragend entwickelnde Unterrichtsgespräch. Dieses kann allenfalls zu Beginn geplant verlaufen, wird genau genommen auch von der Lehrkraft dominiert und zunehmend vom Tempo und den Beiträgen aktiver Schüler getragen. Individuelle Lerntempi und Vorkenntnisse können nur unzureichend berücksichtigt werden. Im Lernprozess sollen darüber hinaus von den Auszubildenden relativ häufig Antworten auf Fragen gefunden werden, die sie sich selbst zuvor nicht gestellt haben, die ihnen möglicherweise gar nicht bedeutsam erscheinen. Hinzu kommt die insgesamt künstliche Situation, die von Elisabeth Stern als „Osterhasenpädagogik“ bezeichnet wird. Die Schüler sollen das vom Lehrer sorgfältig im fragend entwickelnden Unterricht versteckte Wissen finden, was an österliche Bräuche erinnert. Die so wichtige Phase der subjektiven Auseinandersetzung im individuellen Lerntempo fehlt häufig. Dieses Vorgehen sollte jedoch weitgehend Geschichte sein. Im modernen Unterricht beginnt das Lernen in der Regel mit einer kurzen thematischen und lernstrategischen Orientierung je nach Bedarf der Lerner. Diese darf durchaus in einem gut strukturierten, zeitlich knapp gehaltenen Lehrervortag erfolgen. Gleich darauf folgt die zeitlich längere Phase der individuellen Auseinandersetzung im Rahmen berufstypischer Lernsituationen. Die Auszubildenden entwickeln aktiv Fragestellungen und Lösungsvarianten gemeinsam mit ihren Mitschülern, sie wählen zwischen verschiedenen Alternativen aus und evaluieren am Ende, ob und in wie weit die von ihnen favorisierte Lösung zielführend war. Sie dürfen sich dabei schadlos ausprobieren und haben das ausdrückliche Recht, Fehler zu machen, aber eben auch die Chance aus diesen zu

lernen. Am Ende der individuellen Einzel- bzw. Gruppenarbeitsphase finden in einer kollektiven Phase exemplarische Präsentationen statt. Je nach Bedarf der Lerner können nochmals Systematisierungen erfolgen. Begegnen die Auszubildenden dann einer ähnlichen Situation in ihrer betrieblichen Wirklichkeit, haben sie diese gedanklich schon einmal durchlebt und können aus den gewonnenen Erfahrungen schöpfen. Natürlich kann die jeweilige praktische Erfahrung auch zeitlich vor dem Behandeln in der Schule liegen. Entscheidend ist, dass die Lernenden neue Verknüpfungen zu ihren Vorkenntnissen herstellen können. Vorkenntnisse stellen mit Abstand den wichtigsten individuellen Einflussfaktor für den Lernerfolg dar. Diese Erkenntnis wird seit Klauer (vgl. Klauer, 1993) als „Matthäus – Effekt“ bezeichnet. In Matthäus 13, Vers 12 heißt es: „Denn wer da hat, dem wird gegeben, ... wer aber nicht hat, von dem wird auch das genommen was er hat.“ (Luther Bibel, 1912). Diese Metapher zielt auf die Bedeutung der Vorkenntnisse. Verfügt der Lernende über ein gut strukturiertes Gefüge entsprechender Vorkenntnisse, können neue Kenntnisse an verschiedenen Stellen anknüpfen und verarbeitet werden. Es entwickeln sich mehrdimensionale Netzwerke. Ganz anders wirken sich dagegen unzureichende Vorkenntnisse aus. Neues Wissen findet nur teilweise Anknüpfungspunkte und läuft somit Gefahr, sich nur unzureichend zu verfestigen. Manchmal geht es einfach verloren. Mit der Zeit werden auch die einst vorhandenen Vorkenntnisse aus Mangel an Verwendungsmöglichkeiten abgebaut. Vorkenntnisse bringen die Auszubildenden in differenzierter Weise mit in die Berufsausbildung. Ausbilder und Lehrkräfte müssen die individuellen Lernvoraussetzungen kontinuierlich analysieren. Sie leiten daraus ab, welche lernstrategischen und fachsystematischen Orientierungen nötig sind, um allen Lernenden die erfolgreiche Realisie-

PÄDAGOGIK UND UNTERRICHT

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rung der Phase der individuellen Auseinandersetzung überhaupt erst zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang entwickeln die Lehrkräfte darüber hinaus differenzierte Aufgabenstellungen. Die besondere Relevanz der Phase der individuellen Auseinandersetzung begründet sich aus den durch wissenschaftliche Untersuchungen belegten extremen Lerntempounterschieden (bis zu einem Faktor von 9) bei heterogenen Lerngruppen, wie sie in der beruflichen Bildung auftreten. Durchgängig kollektives Lernen erscheint deshalb für diese Zielgruppe ungeeignet. Noch ein Grund für ein notwendiges Umdenken in der Berufsbildung. Das Transferproblem der Überführung in der Schule erworbener Kompetenzen in die berufliche Wirklichkeit kann im modernen Unterrichterfolgreicher gelöst werden. Differenzierte Lernbedürfnisse werden besser berücksichtigt. In der modernen Lehr-Lern-Psychologie wird das „Dazwischenklemmen“ möglichst umfangreicher Phasen des aktiven und selbstgesteuerten Lernens zwischen möglichst kurzen informativen kollektiven Lernphasen zur lernstrategischen und thematischen Orientierung als Sandwich-Prinzip bezeichnet (vgl. Wahl, 2006). Dieses Prinzip wird u. a. im Lernfeldkonzept verwirklicht. Wie jedes Konzept bedarf auch dieses der kontinuierlichen Weiterentwicklung. Doch zuvor muss es erst einmal richtig bei allen Beteiligten angekommen sein. Dazu gehören viele Einflussfaktoren. In erster Linie sind es jedoch die Ausbilder und Lehrkräfte, die in vorderster Reihe stehen und somit größtmögliche Unterstützung benötigen. Das Schulmanagement muss der Einführung und Verstetigung des Lernfeldkonzepts deshalb besondere Aufmerksamkeit widmen, alle Voraussetzungen innerhalb der Schule schaffen, eine intensive Fortbildung der Lehrkräfte ermöglichen und eng mit den Ausbildern zusammenarbeiten. Die Gestaltung einer wirksamen Lernortkooperation erhält im Lernfeldkonzept eine neue Dimension. Denn die Schnittstelle zwischen Ausbildern und Lehrkräften zur gemeinsamen Auswahl berufsrelevanter Anforderungssituatio-

nen fördert sowohl einen praxisbezogenen Unterricht und damit das Anknüpfen an Erfahrungen als auch die gegenseitige Kenntnis der inhaltlichen Vorgehensweise der dualen Partner. Auf diese neue Herausforderung müssen Ausbilder und Lehrkräfte vorbereitet werden. Sie sollten dazu die Philosophie des Lernfeldkonzepts kennen lernen und die „didaktische Kette“ der Kompetenzentwicklung (vgl. Brauer, 2010) nachvollziehen können. Die Lehrkräfte müssen darüber hinaus deren Umsetzung im Unterricht beherrschen. Fazit Das Kerngeschäft moderner Berufsschulen zielt auf den bestmöglichen Transfer des in der Schule Gelernten in den beruflichen Alltag. Handlungsorientierte Lernkonzepte sind deshalb besonders gefragt. Die neuen KMK-Rahmenpläne sind handlungsorientiert und bieten zugleich regional und schulorganisatorisch erforderliche Umsetzungsspielräume. Ihre Potentiale können durch ein professionelles Schulmanagement besser ausgeschöpft werden. Ehe innovative Bildungskonzepte jedoch ihre volle Wirksamkeit entfalten können, bedarf es neben engagierten

Ausbildern und Lehrkräften vor allem Ausdauer und Geduld. Wohl jeder Pädagoge kennt dieses Gefühl der Ungeduld, wenn es um das Sichtbarwerden der Anstrengungen seiner täglichen Arbeit geht. Deshalb ist die zuweilen geäußerte Sorge, ob unser Bildungssystem denn schnell und umfassend genug auf die neuen Anforderungen reagieren kann, gut nachvollziehbar. In unseren Berufsschulen wird jedoch engagiert gearbeitet. Es kommt deshalb heute besonders darauf an, herauszufinden, wie bereits erfolgreich agierende Schulen durch gezielte Schwerpunktsetzung und das Aufspüren von Entlastungspotentialen noch bessere Ergebnisse erreichen können.  ❚

Literatur Bräuer, M. (2010): Lernfeldkonzept im Agrarbereich – veränderte Kompetenzanforderungen und fachdidaktische Konsequenzen. In: Die berufsbildende Schule 62 Klauer, K. J. (1993): Denktraining für Jugendliche, Hogrefe, Göttingen Wahl, D. (2006): Lernumgebungen erfolgreich gestalten, Julius Klinkhardt Verlag Bad Heilbronn Luther Bibel: Matthäus 13 Vers 12

Netz medienpädagogisch-informationstechnischer Beratungslehrkräfte vor 10 Jahren aufgebaut:

MIB – wichtige Säule für eine effiziente medienpädagogische Arbeit DR. LUDWIG UNGER / SABINE HERDE

MiB – diese drei Buchstaben stehen für Medienpädagogischinformationstechnische Beratungslehrkräfte. An Bayerns Schulen gibt es derzeit 120 dieser Experten, die die Schulen in der Medienerziehung aktiv unterstützen. Vor zehn Jahren hatte das Kultusministerium ein Netz solcher Experten für die Schulen aufgebaut. Bayerns Kultusstaatssekretär Bernd Sibler sieht in den MIB eine „wichtige Säule für eine effiziente medienpädago-

gische Arbeit vor Ort“. „Wenn wir die MiB nicht hätten, müssten wir sie glatt erfinden“, verweist er auf die Bedeutung der MiB. „Sie unterstützen unsere Schüler dabei Medienkompetenz zu erwerben und sich gegen Gefahren der Medienwelt möglichst gut zu wappnen“. Aber er macht auch bewusst: „Die Schule und die MIB allein können Medienerziehung nicht leisten. Es geht um ein enges Miteinander von Elternhaus und Schule.“ Die MIB spielen in der schulischen Praxis eine Schlüsselrolle in der Medienerziehung. Sie

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SCHULENTWICKLUNG

> bieten Lehrerfortbildungen in Medienerziehung, -didaktik sowie dem Medienrecht an; > richten Informationsabende für Eltern und Schüler aus und beraten diese in medienerzieherischen Fragen; > beraten die Schulleitungen bei der Beschaffung und dem Einsatz von Hard- und Software; > beteiligen sich an dem Projekt „Medienführerschein Bayern“, in dem Schüler ab der Jahrgangsstufe 3 im Laufe mehrerer Jahre erweiterte Kompetenzen in der Kommunikationspädagogik erwerben und sich positiv kritisch mit Medienentwicklungen auseinanderzusetzen lernen; > engagieren sich in dem Projekt „Referenzschulen für Medienbildung“ sowie dem „Digitales Lernen 2.0“. Aktuell bringen sich die 120 MiB auch in das Jahresprojekt „Chancen und Gefahren im Web 2.0“ ein. Sie bieten dazu Informationsveranstaltungen zu Problemfeldern wie Cybermobbing, Datenschutz und Computersucht an. Besonders aktuell sind gegenwärtig Fortbildungs- und Informationsveranstaltungen zu den social media, insbesondere Facebook, so Johannes Philipp. Er ist an der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung Dillingen für die Aus- und Fortbildung der Medienpädagogisch-informationstechnischen Beratungslehrkräfte zuständig. Ausbildung der MiB über Universitäten und die Akademie in Dillingen Ausgebildet werden die MiB z. B. über die Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung Dillingen. Lehrkräfte mit erstem und zweitem Staatsexamen unterziehen sich einem Erweiterungsstudium im Fach Medienpädagogik, das mit einem ersten Staatsexamen abgeschlossen wird. Berufsbegleitend dauert dieser Weg ca. zweieinhalb Jahre. Allein in Dillingen haben 200 Lehrerinnen und Lehrer diese Zusatzausbildung erfolgreich abgeschlossen, die Prüfungen selbst werden von Hochschullehrern abgenommen. Darüber hinaus bieten drei bayerische Universitäten, nämlich die LMU München, die Universität Regensburg sowie die Universität Erlangen-Nürnberg im Erweiterungsfach Medienpädagogik an.

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Persönliches Interesse und Spaß an der aktiven Medienarbeit gehört für Johannes Philipp zu den Grundvoraussetzungen, wenn man MIB werden will. Formell werden die Stellen über die jeweilige Regierung bzw. das Ministerium ausgeschrieben und in einem entsprechenden Verfahren vergeben. Die Akademie in Dillingen betreut die MIBs kontinuierlich. Sie lädt zu Fortbildungen ein und trägt so auch zur Vernetzung der MiB bei. Das Aufgabenfeld in der Praxis ist sehr vielfältig und wird von den Praktikern auch unterschiedlich geschildert. e-learning-Angebote erstellen und Hilfestellung im Umgang mit der Medienlandschaft geben Cornelia Stenschke von der Beruflichen Oberschule Neusäß ist MiB bei der MB-Dienststelle Südbayern. Sie sieht es als ihren Schwerpunkt im Rahmen von Fortbildungen mit Lehrkräften deren Medienkompetenz zu stärken, „näher am Schüler zu sein, abwechslungsreicheren, moderneren Unterricht zu gestalten und verschiedenste e-Learning-Angebote zu erstellen“.

„Neben der aktiven Medienarbeit erfordert der ständige Wandel der Medienlandschaft ein schnelles Handeln bei der Präsentation von neuen Fortbildungsschwerpunkten wie z. B. Facebook und Cybermobbing“, ergänzt Thomas Klement, für die Volksschulen im Schulamtsbezirk Ingolstadt zuständiger MIB. Und: „Auch das Thema Medienrecht in der Schule ist ständig präsent. Ziel muss es sein, Schülern, Lehrern und Eltern Hilfestellungen im Umgang mit der modernen Medienlandschaft zu geben.“ Sabine Zoebeley als MIB für die niederbayerischen Förderzentren hält die CoTeaching-Angebote ihrer Schulart für am effektivsten, „da die Kollegen hier genau die Hilfestellungen für gelingenden Medieneinsatz vor Ort erhalten, die sie individuell benötigen“. Weitere Informationen zu den Medienpädagogisch-informationstechnischen Beratungslehrkräften (MIB) über www. mib-bayern.de  ❚

Universitätsschulen – ihre Bedeutung aus Mentorensicht:

Die mittelfränkischen Universitätsschulen BETTINA KNOLL / BARBARA SAUTER / DR. THOMAS BEUTL / DANIEL MÜLLER / ET.AL.

Im März 2009 schuf der Bayerische Staatsminister für Unterricht und Kultus, Dr. Ludwig Spaenle, mit seiner Regierungserklärung die Basis für die Entstehung von Universitätsschulen. In dieser Erklärung ist unter anderem zu lesen, dass „Hochschule und Schulwirklichkeit eine produktive Verbindung“ eingehen müssen. Mit der Schaffung von Universitätsschulen soll „eine optimale Vernetzung von Studium und Schule, Theorie und Praxis [...]“ erreicht werden.

Start und Interaktionsprozess der Universitätsschulen Diese Regierungserklärung, die als Startpunkt für die Idee der Universitätsschulen gesehen werden muss, liegt inzwischen drei Jahre zurück. Die damals gebotene Chance, auf der einen Seite die Ausbildung der Studentinnen und Studenten der Wirtschaftspädagogik praxisnäher zu gestalten, auf der anderen Seite wissenschaftliche Forschungen zu betreiben, die sich mit einer zukunftsfähigen Ausbildung der Wirtschaftspädagogen befassen, hat Prof. Dr. Karl Wilbers (Inhaber des Lehrstuhls für Wirt-

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schaftspädagogik und Personalentwicklung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) in enger Kooperation mit den Schulleitungen und den Seminarlehrkräften der Universitätsschulen ergriffen. Das daraus entstandene Konzept wird seither, auch durch die Mithilfe der Mentorinnen und Mentoren, konsequent weiterentwickelt und konkretisiert. Durch den sehr engen Interaktionsprozess der Universitätsschulen und dem Lehrstuhl von Prof. Wilbers ist ein für alle Beteiligten arbeitsintensives, ausgewogenes und anwendbares „Produkt“ aus Forschung/Lehre und schulischer Praxis geworden. Die beteiligten Universitätsschulen Zu den anfangs drei kaufmännischen Universitätsschulen, namentlich Berufliche Schule 4 der Stadt Nürnberg, Berufliche Schule 6 der Stadt Nürnberg, Ludwig-Erhard-Schule Fürth, ist seit Oktober 2010 die Berufsschule Erlangen (hier der Bereich Elektrotechnik/Metalltechnik) dazugekommen. Zeit für eine Zwischenbilanz Nach drei Jahren ist es an der Zeit, eine Zwischenbilanz zu ziehen. Wie sehen wir Mentorinnen und Mentoren „das Produkt Unischule“ in der täglichen Praxis? Lesen Sie im Folgenden, nach Schulen gegliedert und in unterschiedlicher Form dargestellt, unsere Statements. Anmerkungen der Städtischen Berufsschule 4, Nürnberg: Statement Mentor Frank Fleischmann UniSchule bedeutet für mich: Dass ich mich immer wieder neu mit dem eigenen Unterricht beschäftigen darf um zu überprüfen, ob dieser noch zeitgemäß ist. Außerdem die Bereitschaft zu haben, neue Erkenntnisse der Wissenschaft umzusetzen aber auch kritisch zu hinterfragen. Des Weiteren ermöglicht die UniSchule jungen Nachwuchslehrkräften einen Einblick in den Alltag einer Lehrkraft zu bekommen und ihnen damit die Entscheidung pro oder contra Lehrtätigkeit ein Stück weit zu erleichtern. Uni-

Gemeinsame Seminarveranstaltung von an der Städtischen Berufsschule 4 eingesetzten Referendaren und Studenten.

Schule ist für mich mehr, als nur das Soll zu erfüllen! Statement Mentorin Petra Angermeier UniSchule bedeutet für mich eine sinnvolle und gelungene Verknüpfung von Theorie und Praxis: Die Studenten erhalten schon frühzeitig einen aktiven Einblick in ein mögliches späteres Betätigungsfeld. Sie lernen das „Lehrersein“ in kleinen Etappen kennen – angefangen von der Analyse, über Unterrichtseinstiege, zu Unterrichtsgespräch und Sicherung. Durch intensive Besprechungen wird sowohl das studentische als auch das eigene Wirken reflektiert. Die Mentoren andererseits frischen ihre theoretischen Kenntnisse wieder auf und bleiben auf dem neuesten Stand. Zudem ist die Zusammenarbeit mit den Studenten interessant und bereichernd. Statement Mentor Christian Traub UniSchule ist für mich: ein Schwimmbecken, in dem sich die Studierenden an die Wassertemperatur gewöhnen dürfen, in dem sie tauchen dürfen und in dem sie das Schwimmen lernen dürfen. Und es ist ein Schwimmbecken, in dem die Mentoren ihren bisherigen Schwimmstil verbessern und neue Schwimmstile lernen dürfen.

Statement Mentor Dr. Thomas Beutl UniSchule bedeutet für mich: die richtige systemische und wissenschaftliche Antwort auf die sich immer schneller ändernden Rahmenbedingungen des beruflichen Schulwesens. Die kommende LehrerInnengeneration ist methodischdidaktisch auf aktuellem Stand, sie ist gewohnt hart und strukturiert zu arbeiten. Darüber hinaus haben sie im Rahmen der Unischule hautnah kennenund spüren gelernt, was es tatsächlich heißt, Lehrer zu sein. Für mich als Mentor ist es wertvoll, diese jungen Leute auf ihrem Weg zu begleiten und diesen etwas einzuebnen, gleichermaßen wie mein pädagogisches Wirken durch sie bereichert wird. Fazit: Unischule – gefällt mir! Statement Mentor Jürgen Mehrlich Die Universitätsschule ermöglicht nach meiner Einschätzung die frühe Verknüpfung zwischen Theorie und Praxis in der Lehrerausbildung. Sie richtet damit den Studiengang stärker auf das Berufsbild Lehrer aus und bereitet schon während des Studiums gezielt darauf vor. Dies kann helfen Fehlentscheidungen in der beruflichen Ausrichtung zu minimieren, Praxisschocks nach dem Studium zu verhindern und den Studenten neben ihrer betriebswirtschaftlichen Ausbildung einen pädagogisch-didaktischen Werk-

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SCHULENTWICKLUNG

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Anmerkungen („Zitate-Steinbruch“) der Ludwig-ErhardSchule, Fürth Sammlung der Statements der Mentorinnen und Mentoren Martina Neusser, Martin Fochtner, Birte Köbberling, Ute Jacob, Reinhard Singer, Jörg Schirmer, Daniel Müller: > „Durch die Universitätsschule können sich die Studenten frühzeitig mit dem Unterrichtsalltag vertraut machen, damit ein möglicher späterer „Praxis-Schock“ ausbleibt.“ > „Die Studenten werden nicht ins kalte Wasser geworfen werden, sondern Schritt für Schritt an Planung und Umsetzung von Unterricht herangeführt.“ > „Mittels Universitätsschule bleibe ich auf dem laufenden Stand der „Unterrichtswissenschaft“ und mir werden somit Chancen geboten, mich und meinen Unterricht zu hinterfragen und weiterzuentwickeln.“ > „Die Studenten bekommen einen realistischen Einblick in den Schul- und Lehreralltag.“ > „Studenten können Unterricht ausprobieren.“ > „Ich habe die Möglichkeit, Studenten für den Lehrerberuf zu begeistern.“ Anmerkungen der Berufsschule Erlangen: Verbildlichtes Statement der Berufsschule 6.

zeugkasten an die Hand geben der im späteren Berufsalltag von unschätzbarem Wert sein wird. Statement Mentor Jürgen Klose UniSchule bedeutet für mich: die Möglichkeit, angehende Lehrer auf ihrem Weg an die Schule zu begleiten und zu unterstützen und gleichzeitig mein Wirken als Lehrkraft kritisch zu reflektieren. Dies bietet mir die Chance, mich weiter zu entwickeln und zu verbessern. Statement Mentor Kai Hegmann UniSchule ist für mich: eine gelebte Lerngemeinschaft, in der ich neue Er-

fahrungen sammle und meine Erfahrungen einbringe, in der ich Veränderungsprozesse miterlebe und sie mitgestalte, in der ich zusammen mit meinen Lernpartnern über mein Handeln reflektiere und Reflexionen anstoße. Anmerkungen der Städtischen Berufsschule 6, Nürnberg: Verbildlichtes Statement der Mentorinnen und Mentoren Sabine Dietlmeier, Hartmut Garreis, Claudia Holz, Michael Paß, Barbara Sauter und Yvonne Steigmann

Statement Mentor Hermann Suchy UniSchule bedeutet für mich in Stichworten: > neue Einblicke in die Lehrerbildung > Berufspädagogik mal anders (meiner Meinung nach besser) als ich es an der UNI erfahren habe > „Refreshing“, Erneuerung meines Wissens > Spaß am Umgang und Austausch mit anderer Zielgruppe, nämlich Studenten statt Schülern > Informationen zur aktuellen Lehrerbildung > Infos zum Stand der aktuellen Forschung zur Berufs- und Wirtschaftspädagogik > Netzwerken, neue Kontakte UNI

SCHULPARTNERSCHAFTEN

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> ja und macht echt Spaß, der Umgang mit den Studenten!

meinen Unterricht und meine zusätzlichen Aufgaben neben dem Unterricht.

Statement Mentorin Bettina Knoll Universitätsschule, insbesondere das Mentoring stellt für mich eine WinWin-Situation dar. Alle Beteiligten profitieren von der allwöchentlichen Zusammenkunft. Einerseits wird den Studenten ein realistischer Einblick in den Schulalltag und die Tätigkeit einer Lehrkraft gegeben. Der Lehrerberuf wird dadurch definitiv transparenter und griffiger für angehende Lehrer und Lehrerinnen. Andererseits bekomme ich als Mentorin immer wieder Anregungen und Denkanstöße aufgrund der Inhalte in den Lerneinheiten und der Studentenrückmeldungen für

Fazit und Ausblick Wie die unterschiedlichen Statements zeigen, wird das „Produkt UniSchule“ von den Mentorinnen und Mentoren getragen und positiv bewertet. Wir hoffen, dass nun, wo die ersten „Absolventen“ der Uni-Schule in ihr Referendariat gehen, die oben beschriebenen, zahlreichen positiven Effekte für die jungen Kolleginnen und Kollegen Bestand haben und sie noch lange von ihrem erarbeiteten Wissen und den erworbenen Fähigkeiten profitieren. Der Lehrstuhl Prof. Wilbers und wir freuen uns deshalb auf die zukünftige Lehrergeneration.  ❚

Internationale Basis- und Schlüsselqualifikationen durch europäische Berufspraktika:

Portfolio Leonardo da Vinci am Beruflichen Schulzentrum I Coburg ROLF SANDER / WOLFGANG SCHWARZENBERGER

Ein interessantes internationales Portfolio zeigt die Freiherr-von-Rast-Schule in Coburg. Das Coburger Berufsschulzentrum stieg im Jahr 2009 in ein Leonardoda-Vinci-Partnerschaftsprojekt mit dem Titel „Partners Pro Internship (PPI)“ mit Belgien und Schweden ein. Als Projektergebnis entstand ein „Training Course for supervisors of internship projects“, eine hilfreiche Grundlage für Ausbilder aber auch Koordinatoren für die Vorbereitung und Durchführung von Mobilitäts- und Partnerschaftsprojekten. Hieraus entwickelte sich 2 Jahre später das erste Mobilitätsprojekt mit Auslandspraktika für Auszubildende zum Mechatroniker und zum Holzmechaniker. Im Projekt „Internationale Basisund Schlüsselqualifikationen durch europäische Berufspraktika“ erlernen die oberfränkischen Auszubildenden nicht nur fachliche Inhalte, sondern organi-

sieren auch eigenverantwortlich den Lebensalltag im Nachbarland Belgien und überwinden dabei Sprachbarrieren.

Das Team Leonardo da Vinci vom BSZ I Coburg.

„Alle Beteiligten werteten den 3-wöchigen Aufenthalt nicht nur als wertvollen Beitrag zum beruflichen Lernen, sondern auch als Chance den europäischen Einheitsgedanken zu stärken. Als Nachweis ihrer Zusatzqualifikation bekommen die Absolventen dieses Auslandsaufenthaltes den europass Mobilität ausgestellt“, so Rolf Sander, stellvertretender Schulleiter des BSZ I Coburg. Die ausgewählten Coburger Auszubildenden sehen im Leonardo-geförderten dreiwöchigen Betriebspraktikum in Belgien eine Möglichkeit, ihre beruflichen Chancen zu steigern. Die Fördermittel für 8 weitere Auszubildende für das Jahr 2012 sind bereits von der NA-BiBB bereitgestellt worden. Gleichzeitig mit dem Start der Partnerschaft 2009 erhielten belgische Schüler die Möglichkeit, Betriebspraktika in Coburger Firmen zu absolvieren. Die jungen Leute, die dort im Rahmen einer fast rein schulischen Ausbildung lediglich zwei Wochen praktische Tätigkeiten in Betrieben absolvieren, interessierten sich für alles, was mit pneumatischen Anlagen und Robotik zusammenhängt. „In beiden Projekten wurde deutlich, wie beeindruckt die europäischen Partner vom dualen System und der Qualifizierung der deutschen Ausbilder und Lehrlinge sind“, so Alexandra Stolle vom Coburger EU-Team. „Umgekehrt

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SCHULPARTNERSCHAFTEN

erhielten wir interessante Einblicke in die Fachkräftequalifizierung in der Lean Learning Academy bei Volvo Cars in Gent.“ Ein weiteres Mobilitätsprojekt 2012 – 2014 wurde zum Jahresanfang bei der NA-BiBB beantragt. Insgesamt soll 44 Auszubildende aus den Ausbildungsberufen der Metall-Fertigungstechnik die Möglichkeit gegeben werden, in vier europäischen Ländern Betriebspraktika zu absolvieren. In vorbereitenden Besuchen wurden bereits Kontakte über die Höhere Technische Lehranstalt in Vöckla-

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bruck, Österreich (HTL) und über das Technische Gymnasium in Göteborg, Schweden (GTG) zu den jeweils dort ansässigen Firmen geknüpft. „Ziel des Programms Leonardo da Vinci ist es, Berufspraktika im europäischen Ausland zu ermöglichen und die Wettbewerbsfähigkeit der jungen Leute auf dem internationalen Arbeitsmarkt zu stärken. Dabei stehen die Vernetzung, das Kennenlernen anderer Arbeitswelten und Kulturen sowie der Gebrauch einer anderen Sprache im Vordergrund“ so das Coburger EU-Team. ❚

Duale Ausbildung auf Englisch:

Koffer packen und auf nach London HELMUT MARTIN

Vom 11. bis 31. März 2012 hieß es für 20 Auszubildende des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums Neusäß Koffer packen und auf nach London. Im Rahmen des so genannten „Leonardo-Projekts“ hatten 13 Industriekaufleute, 5 Bürokauffrauen und 2 Großhandelskaufleute die Möglichkeit, am ADC-College im Londoner Stadtteil Harrow eine Art „Duales Ausbildungssystem“ bei unserem europäischen Nachbarn zu erleben. Untergebracht bei Gastfamilien konnten die Schülerinnen und Schüler zudem den englischen „way of life“ hautnah erleben. In der ersten Woche standen am College ausschließlich Englischkurse auf

dem Programm. Die Schüler wurden in zwei Gruppen geteilt, um ein optimales Sprachtraining zu gewährleisten. „Business talks“ nahmen dabei den größten Raum ein, wobei die Sprechübungen zu „Leisure“ aber nicht zu kurz kamen. Beide Dozenten der Gruppen wurden dabei von allen Teilnehmern sehr geschätzt, verstanden sie es doch auch auf individuelle Wünsche gezielt einzugehen. Nach dieser ersten überstandenen Woche absolvierten alle ein 8-tägiges Praktikum in Londoner Unternehmen. Im Vorfeld hatte das ADCCollege durch gezielte Auswahl passgenaue Firmen für jeden Ausbildungsberuf der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gefunden. Diese waren quer über London verteilt, so dass schon das fehlerfreie

Westminster Abbey beeindruckte die Neusässer Auszubildenden.

Benutzen der „Tube“ eine Herausforderung war. An den letzten beiden Unterrichtstagen standen dann als Abschluss die Präsentationen an. Die Teilnehmer mussten den Dozenten und den verantwortlichen Lehrern des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums Neusäß Rede und Antwort über die Aufbau- und Ablauforganisation ihrer Praktikumsbetriebe stehen, selbstverständlich in Englisch. Eine Hausarbeit darüber musste schriftlich eingereicht werden und diente als Grundlage für die Erteilung eines Zertifikates, das für die Schülerinnen und Schüler ein wertvoller Beleg für ihre Motivation ist, sich ständig europaweit weiterzubilden. Natürlich durfte auch die Freizeit nicht zu kurz kommen. Einige der vielen Höhepunkte waren dabei die Musicalbesuche „The Lion King“ und „We will rock you“ sowie der Besuch der bereits fertig gestellten Wettkampfstätten für die Olympischen Spiele London 2012. Madame Tussauds, Westminster Abbey und das London Eye waren ebenfalls herausragende Momente des Aufenthaltes in Britanniens Kapitale. Glücklich und hochzufrieden landete die Gruppe um die Delegationsleiter Edwin Haslach und Bernd Zimmermann wieder sicher in München. Ein unvergessliches Erlebnis, da waren sich alle einig, ging zu Ende, welches noch lange in den Erinnerungen der Schülerinnen und Schüler bleiben dürfte. ❚

Büroarbeit ist überall gleich.

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SCHULPARTNERSCHAFTEN

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Europässe für Lehrkräfte und Auszubildende:

Betriebliches Auslandspraktikum in Portugal ANDREAS TERGEMAN

23 Auszubildende und 4 Lehrkräfte erhielten in einer Feierstunde für die im Auslandspraktikum in Portugal neu erworbenen Kompetenzen die Europässe überreicht. Landrat Thomas Schiebel, Maria Walter (Regierung von Unterfranken), Bernd Büttner (Schulleiter), Fernando Branco Rodrigues (Firma CenfimTrofa, Portugal) und Andreas Tergeman (Leonardo-Projektkoordinator) gratulierten den Lehrlingen und den Lehrkräften. Der Europass dokumentiert die im Praktikum ausgeführten Tätigkeiten und beschreibt genau die im Ausland erworbenen berufsfachlichen Kompetenzen, die organisatorischen, sprachlichen, informationstechnischen und sozialen Kompetenzen. In seiner Begrüßung dankte Schulleiter Büttner den Teilnehmern für ihren Mut, nach Portugal zu gehen, um dort Lern- und Arbeitserfahrungen zu machen: „Die Barrieren für das Leben und Arbeiten in Europa werden durch solche Aufenthalte abgebaut. Durch die zunehmende Sozialkompetenz, kulturelle Kompetenz und sprachliche Handlungskompetenz wird das eigene Selbstbewusstsein gefördert. Die Zunahme an Berufs- und Lebenserfahrung wird nach Ihrer Rückkehr von Ihren Ausbildern in den Betrieben und Ihren Lehrern in der Schule gleichermaßen deutlich wahrgenommen. Das ist in Zeiten der Globalisierung ein entscheidender Zugewinn und später einmal bei einer Bewerbung ein wichtiges Plus.“ Ein besonderes Dankeschön richtete der Schulleiter an Andreas Tergeman für sein Engagement, seine Umsicht und seine Kompetenz bei der Leitung der Projekte. Die Berufsschule ist seit 2009 mit Auszubildenden- und Lehrerpraktika beim portugiesischen Partner, der Firma Cenfim verortet. Die modular aufgebauten Inhalte der Auslandsaufenthalte sind Arbeitsverfahren in der Pneumatik, Hydraulik und in der Zerspanungstechnik (Drehen, Fräsen, CNC). Weiterhin werden Schweißverfahren (MIG/

Europass-Verleihung am 19.01.2012 in Karlstadt.

Praktikum in Portugal.

MAG, Elektrode) sowie Tätigkeiten in der Elektrotechnik vermittelt. Neben diesen fachlichen Inhalten erlangen die Auszubildenden der Elektronik, Mechatronik, KFZ-Mechatronik und des Metallbaus (Konstruktionstechnik) wichtige „Soft Skills“ weiß Projektbetreuer Tergeman: „Selbstständigkeit, Verantwortung, Überwindung von Sprachbarrieren, Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl sowie die Kommunikation im Gastland in der Brückensprache Englisch ge-

hören dazu.“ Die Berufsschule MainSpessart konnte in den vergangenen Jahren erfolgreich 9 Lehrkräfte und 48 Auszubildende zu Leonardo-Aufenthalten nach Portugal entsenden. Weitere Praktika – auch gemeinsam für Lehrkräfte und Ausbilder – werden beantragt. Wir wünschen dafür die Bewilligung und ein gutes Gelingen. Weitere Informationen unter: www.bs-msp.de



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SCHULENTWICKLUNG

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Berufliche Schulen werden mit dem Schulentwicklungspreis 2011/12 ausgezeichnet:

i.s.i. klingt wie „easy“, ist aber keineswegs leicht zu gewinnen EWALD BLUM

Die Berufliche Oberschule, Staatliche Fach- und Berufsoberschule Bad Neustadt a. d. Saale und das Staatliche Berufliche Schulzentrum Regensburger Land wurden Ende April von Kultusstaatssekretär Bernd Sibler und Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw, jeweils mit dem 1. Platz des i.s.i. - Innere Schulentwicklung Innovationspreis 2011/12 ausgezeichnet. „i.s.i. klingt wie „easy“, ist aber keineswegs leicht zu gewinnen. Die Preisträger können deshalb besonders stolz sein, denn der i.s.i. – Innere Schulentwicklungspreis 2011/12 ist eine hochkarätige Auszeichnung für bayerische Schulen“, betont Kultusstaatssekretär Bernd Sibler. Die drei Buchstaben „i.s.i.“ fassen zusammen, worum es bei diesem Wettbewerb geht: Schulen in Bayern sollen ihre internen Schulentwicklungsprozesse systematisieren, um innovative Konzepte zur Verbesserung von Unterricht und Erziehung dauerhaft umsetzen zu können. Kultusstaatssekretär Sibler und vbwHauptgeschäftsführer Bertram Brossardt, haben den i.s.i. – Innere Schulentwicklung Innovationspreis 2011/12 an acht Schulen (darunter zwei berufliche Schulen) aus ganz Bayern verliehen. Je Schulkategorie wurden diesmal drei Schulen von den Jurys nominiert. Die Berufliche Oberschule Bad Neustadt erhielt den ersten Preis in der Kategorie der beruflichen Vollzeitschulen und das Staatliche Berufliche Schulzentrum Regensburger Land ging als Sieger in der Kategorie der Berufsschulen hervor. Der Preis ist jeweils mit 5.000 Euro dotiert. Darüber hinaus wurden die ebenfalls nominierten Schulen (Berufsoberschule Erding, Staatliches Berufsschule und Berufsfachschule für Kinderpflege Freising; Berufliche Schule 2, Nürnberg und die Staatliche Berufsschule Ostallgäu, Marktoberdorf ) mit jeweils 1.000 Euro Preisgeld belohnt.

isi-Preisträger 2011/2012 (Kategorie Berufliche Vollzeitschulen) Berufliche Oberschule, Staatl. Fach- und Berufsoberschule Neustadt a. d. Saale bei der Auszeichnung im Münchner Literaturhaus, wo Kultusstaatssekretär Bernd Sibler (recht) und vbm-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt (links) gratulierten.

„Die innere Schulentwicklung ist ein zentraler Baustein für Schulqualität. Ihre Förderung ist uns daher ein besonderes Anliegen“, betont der Staatssekretär. Er begrüßt sehr, dass die Stiftung Bildungspakt Bayern den i.s.i. im Schuljahr 2011/12 zum achten Mal ausgelobt

hat und damit auch langfristig angelegte Entwicklungsprozesse an den Schulen würdigt. Dass diese Auszeichnung bei den Schulen begehrt ist, belegt die Zahl der bei der Stiftung Bildungspakt Bayern eingegangenen Bewerbungen: 76 Schu-

isi-Preisträger 2011/2012 ((Kategorie Berufsschulen) Staatl. BSZ Regensburger Land bei der Auszeichnung im Münchner Literaturhaus, wo Kultusstaatssekretär Bernd Sibler (rechts) und vbm-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt (links) gratulierten.

VLB-ONLINE

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len stellten sich dem Wettbewerb um den i.s.i. – Innere Schulentwicklung Innovationspreis. Hinzu kamen 60 Bewerbungen für den i.s.i. – Sonderpreis Werteorientierung, der eine Schule würdigt, die außergewöhnliche Wege im Bereich einer nachhaltigen Werteerziehung beschreitet. „Mit dem i.s.i – Innere Schulentwicklung Innovationspreis wollen wir das große Engagement von Schulleitungen, Lehrkräften, Eltern sowie den externen Partnern würdigen, die sich gemeinsam in vorbildlicher Weise um die Verbesserung der Qualität von Unterricht und Erziehung verdient gemacht haben. Schulentwicklung ist die Basis für ein leistungsfähiges Bildungssystem und wichtig für den wirtschaftlichen Erfolg unseres Landes“, so Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw. Die Mitglieder der Hauptjurys hatten sich vor Ort von den systematischen Prozessen und einfallsreichen Konzepten dieser ausgewählten Schulen überzeugt. Dabei konnten sich diese unter anderem in den Bereichen > Unterricht und Erziehung > Schulleitung und Schulmanagement > Einbeziehung von Schülerinnen und Schülern > Kooperation mit Eltern, anderen Schulen und externen Partnern > Mitarbeit in regionalen Bildungsund Erziehungsnetzwerken und/oder für den Sonderpreis im Bereich der Werteorientierung profilieren. Leicht sei die Wahl nicht gefallen, zumal alle nominierten Schulen gleichsam Plätze in der höchsten Liga einnähmen, erklärte ein erfahrenes Jurymitglied. Eine sachgerechte Entscheidung garantierten die hochkarätig besetzten Jurys sowie die differenzierten Auswahlkriterien, erklärte der Geschäftsführer der Stiftung Bildungspakt Bayern, Ralf Kaulfuß. Quelle: http://www.km.bayern.de/allgemein/meldung/1231.html ❚

Aus aktuellem Anlass:

Fraunhofer-Studie kritisiert Sicherheit von Cloud-Speicher-Diensten Die Sicherheit von Cloud-Speicherdiensten ist oft mangelhaft. Das ist das Ergebnis einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie, das verschiedene Anbieter getestet hat. Fazit: Keiner der getesteten Anbieter konnte die Sicherheitsanforderungen vollständig erfüllen, teilweise fehlte eine ordentliche Verschlüsselung. Neben technischen Mängeln fanden die Tester auch Schwächen in der Benutzerführung. Letzteres kann dazu führen, dass vertrauliche Daten sich mithilfe von Suchmaschinen finden lassen. „Für manche private Nutzung mag der eine oder andere Dienst ausreichen“, sagt Institutsleiter Michael Waidner. „Bei sensiblen Unternehmensdaten sollte man aber lieber genau überlegen, ob die Sicherheitsvorkehrungen ausreichen.“ Die vollständige Studie kann man kostenlos unter www. sit.fraunhofer.de herunterladen. Neben Marktführer Dropbox prüfte Fraunhofer SIT die Sicherheit sechs weiterer Cloud-Speicherdienste, dazu gehörten CloudMe, CrashPlan, Mozy, TeamDrive, Ubuntu Oneund der schweizer Anbieter Wuala. Die Tester konzentrierten sich insbesondere auf die Verschlüsselung der Daten sowie auf die Absicherung der Kommunikation. Jeder Anbie-

ter wies Sicherheitsmängel auf, und selbst die grundsätzlichen Sicherheitsanforderungen konnte kein Dienst vollständig erfüllen: So verwenden manche Anbieter bei der Absicherung der Datenübertragung in die Cloud keines der sicheren Standard-Protokolle. Abwertungen gab es auch, wenn Daten unverschlüsselt in die Cloud wanderten. „Dropbox und andere verschlüsseln die Daten erst, wenn sie in der Cloud sind“, sagt Michael Waidner. „Der Anbieter bekommt die Daten also im Klartext, und der Nutzer muss dann darauf vertrauen, dass vertrauliche Daten auch vertraulich bleiben.“ Bei einigen Diensten glaubten die Nutzer fälschlicherweise, dass ihre sensiblen Informationen nur wenigen Personen zugänglich sind, während sie in Wahrheit unbemerkt von jedermann eingesehen werden können. Kritisch ist dieses Filesharing auch, wenn die Daten verschlüsselt sind. „Für gruppentaugliche Verschlüsselung fehlt es noch an überzeugenden Konzepten, um das Ideal einer sicheren Speicherung von Daten in einer Umgebung, die man als unsicher betrachtet, auch tatsächlich zu erreichen“, so Michael Waidner. Fraunhofer SIT hat die Anbieter vor Veröffentlichung der Studie über die Ergebnisse informiert.PM Fraunhofer SIT

Für die Schulhomepage:

Der Weg zum guten Webtext führt direkt durch die Mitte Die einen sagen, es gebe keinen Unterschied zwischen Print- und Onlinetexten. Andere behaupten, fürs Internet zu schreiben, erfordere eine komplett neue Ausbildung. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Fünf Regeln für Onlinetexte, die viele Leser finden. 1. Stellen Sie nur interessante Texte ins Internet Die Texte auf Ihrem Portal sollten für

möglichst viele User relevant sein. Hört sich banal an, ist aber auf den Websites vieler Schulen eher die Ausnahme. Oft steht dort ein Nischenthema neben dem nächsten. 2. Texten Sie glasklare Überschriften und Teaser User scannen die Überschriften und Teaser auf Ihrer Website, um sich über Ihr Angebot zu orientieren. Sie nehmen sich

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AUS DEM VERBANDSLEBEN

nur wenige Sekunden, um zu entscheiden, ob sie sich einen Beitrag näher ansehen. Ersparen Sie ihnen abstrakte, kryptische Zeilen! Sagen Sie klipp und klar, worum es in Ihrem Text geht und warum es sich lohnt, ihn zu lesen. Nicht: „Todesfalle Gartenteich“, sondern: „Zweijähriger ertrinkt im Gartenteich seiner Eltern“. 3. Portionieren Sie jeden Webtext Am Bildschirm zu lesen, ist mühsam. Servieren Sie Ihren Onlinetext deshalb häppchenweise. Wenn die Printfassung drei Absätze hat, verträgt die Onlineversion locker fünf. Gliedern Sie den Text so, dass der Leser das für ihn Wichtigste zuerst erfährt. Machen Sie die Gliederung im Layout sichtbar: Zwischentitel und/oder Fettungen ermöglichen es dem Anwender, sich schnell zurechtzufinden – vorausgesetzt, auch sie sind konkret und aussagekräftig. 4. Formulieren Sie Texte fürs Internet einfach, sachlich und konkret Je einfacher Sie schreiben, desto leichter hat es der User. Verwenden Sie gewöhnliche Wörter und bauen Sie einfache, kurze Sätze. Sagen Sie einfach, was zu sagen ist. Auf heiße Luft reagieren User noch allergischer als Leser. 5. Achten Sie auf die Suchmaschinenoptimierung Der schönste Webtext ist für die Katz, wenn Google ihn nicht findet. Überlegen Sie, welche ein bis drei Suchbegriffe (Keywords) die User verwenden, um nach Ihrem Thema zu suchen. InternetTools wie Google Adwords und Google Insights for Search helfen Ihnen dabei. Platzieren Sie die Suchbegriffe in Überschriften, Teasern, Zwischenüberschriften, Links, Bildunterschriften und Fettungen. Die Keyword-Dichte im Fließtext sollte zwischen 2,5 und 4,5 Prozent liegen. Auf keyworddensity.de können Sie das überprüfen. Verlinken Sie auf andere Beiträge Ihrer Website – und darüber hinaus! Vernetzen Sie Facebook, Google+ und Twitter mit Ihrem redaktionellen Angebot. Je mehr in den sozialen Netzwerken über Ihre Inhalte diskutiert wird, desto eher landen Sie mit Ihren Beiträgen oben auf der Ergebnisliste von Google. rf

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Aktuelles aus dem GV

Liebe Kolleginnen und Kollegen, jetzt haben wir es schriftlich! „Länder mit dualer Ausbildung federn den Übergang von der Schule in die Arbeitswelt ab (…) Stark schulbasierte Bildungssysteme dagegen erschweren diesen Übergang“, so äußerte sich der Sozialwissenschaftler Hans Dietrich vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), der zurzeit die Jugendarbeitslosigkeit in Europa untersucht, in einem Interview mit den Nürnberger Nachrichten. Damit wird die Bedeutung des Standortfaktors Berufliche Bildung zum wiederholten Male wissenschaftlich untermauert. Das ist nicht wirklich neu, wird aber immer wieder mal vergessen. Die beruflichen Schulen brauchen deshalb auf allen politischen Ebenen Unterstützung, wenn diese Bedeutung auch für die Zukunft erhalten bleiben soll. Die kommunale Ebene ist gefordert hinsichtlich der Sachausstattung unserer Schulen. Zweitbeste Lösungen helfen uns dabei nicht. Unsere Schülerinnen und Schüler werden in ihren Ausbildungsbetrieben mit dem jeweiligen Stand der Technik konfrontiert und erwarten – berechtigterweise – in den Berufsschulen eine entsprechende Sachausstattung. Dabei geht es nicht nur um die professionelle Erstausstattung von Schulen, sondern auch um die konsequente Modernisierung der vorhandenen Ausstattungen.

Die Länderebene ist u. a. verantwortlich für die Gewinnung des qualifizierten Lehrkräftenachwuchses in ausreichender Zahl sowie für eine zukunftsorientierte Fort- und Weiterbildung der „etablierten“ Lehrkräfte. Gerade an beruflichen Schulen spielt neben der pädagogischen Fortbildung die fachliche Fortbildung eine enorm wichtige Rolle. Insbesondere diese Art der Fortbildung kann oftmals nicht zentral organisiert werden, sondern muss „vor Ort laufen“. Die Budgets der Schulen für schulinterne Fortbildungen stehen in krassem Widerspruch zu dem Innovationsdruck der auf jedem einzelnen Kollegen lastet. Das kann so nicht Bestand haben. Unabhängig davon existiert an den bayerischen Berufsschulen durchaus zusätzlicher Finanzbedarf, wie die Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Haushaltsjahr 2009) erkennen lassen. Bei diesen bundesrepublikanischen Vergleichszahlen liegt Bayern (2.500 € Ausgaben pro Schüler/Jahr) nur knapp über dem Bundesdurchschnitt (2.400 €). Nimmt man alle beruflichen Schulen als Vergleichsmaßstab, liegen wir sogar unter dem Durchschnitt aller Bundesländer! Auf Bundesebene müssen endlich die Herausforderungen durch die Demografie und die grundsätzliche Veränderung der Arbeitswelt in Angriff genommen werden. 320 plus X-Ausbildungsberufe sind nicht mehr vernünftig! Sie sind inhaltlich nicht mehr vernünftig und auch beschulungsmäßig nicht mehr vernünftig organisierbar. Man weiß das in der Wirtschaft, kann – oder will – aber nicht die entsprechenden Entscheidungen fällen, weil Particularinteressen keinen entscheidenden Durchbruch erlauben. Die genannten „Baustellen“ decken natürlich nicht annähernd das gesamte Spektrum ab, das bearbeitet werden muss, will man die überragende Rolle des dualen Systems für die Zukunft erhalten. Dabei geht es beileibe nicht nur um abstrakte wirtschaftliche Interessen, sondern wie dargestellt um konkrete Lebensperspektiven junger Menschen! Der VLB wird nicht nachlassen, vehement immer wieder die berechtigten Interessen der beruflichen Schulen gegenüber den politischen Entscheidungsträgerinnen und -trägern einzufordern!

AUS DEM VERBANDSLEBEN

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VLB begrüßt die Klarstellung des Ministeriums zum Thema Zweitfach vlb-akzente sind in mehreren Beiträgen ausführlich auf die Verunsicherung unserer Studierenden und Referendare hinsichtlich einer angeblichen Einschränkung der Lehrbefähigungen im Unterrichtsfach (Zweitfach) eingegangen. In einem kultusministeriellen Schreiben vom April 2012 wurde jetzt eindeutig festgestellt: „Absolventen der Studiengänge Berufs- und Wirtschaftspädagogik erhalten, nachdem sie das Studium einer beruflichen Fachrichtung und des Unterrichtsfaches sowie den Vorbereitungsdienst für das Lehramt an beruflichen Schulen erfolgreich abgeschlossen haben, die jeweilige Lehrbefähigungen. Diese befähigen zum Unterricht an allen beruflichen Schulen. (…) Daher möchte ich ausdrücklich betonen, dass ein nicht vertieft studiertes Zweitfach auch in Zukunft kein Einstellungshindernis für Berufs- und Wirtschaftspädagogen darstellen wird. (…) Darüber hinaus begrüßt das Staatsministerium, wenn Studierende ihre Bachelor- oder Masterarbeiten im Unterrichtsfach ablegen, da diese für die unterrichtliche Tätigkeit in diesem Fach als hilfreich erachtet wird (….)“. Der VLB begrüßt die Klarstellung durch Ministerialdirigent German Denneborg. Das Engagement des Verbandes hat sich damit sowohl im Sinne unserer angehenden Kolleginnen und Kollegen als auch im Sinne der beruflichen Schulen gelohnt. Auch hier wird der VLB weiter „am Ball bleiben“ und wachsam sein.

„Jede Medaille hat zwei Seiten“ Sie werden sich fragen, was soll an dieser Stelle solch eine Binsenweisheit? Ganz einfach: Weil dieser Satz auch dann stimmt, wenn eine Medaille auf den ersten Blick nur positive Seiten hat, wie der Geschäftsführende Vorstand ab und an erfahren muss! Und das kommt so: Einer der vielen Vorteile einer Mitgliedschaft im VLB liegt im Rechtsschutz, der den Mitgliedern „…für solche Fälle gewährt (wird), die im Zusammenhang mit der derzeitigen oder früheren beruflichen oder gewerkschaftlichen Tätigkeit eines Einzelmitglieds im öffentlichen Dienst oder im privaten Dienstleistungssektor stehen“ (Rechtsschutzordnung des VLB, Stand 01.01.2011). Jetzt kann es natürlich passieren, dass sich ein Mitglied des VLB durch ein anderes Mitglied des VLB – in welcher Form auch immer – benachteiligt, beeinträchtigt, geschädigt etc. fühlt. Wenn dies eintritt, kommt unsere oben genannte Binsenweisheit zum Zuge. Der Verband steckt dann in einem Dilemma. Da gilt der alte Grundsatz „Der Blick ins Gesetzbuch – bzw. in unserem Fall in die Rechtsschutzordnung des VLB – fördert die Rechtssicherheit“. In der Tat erläutert Paragraf 4 unserer Rechtsschutzordnung detailliert die Voraussetzungen der Gewährung von Rechtsschutz. Neben rein formalen Voraussetzungen (Antrag muss vorliegen, Rechtsschutzfall darf erst nach Erwerb der Mitgliedschaft aufgetreten sein, vorrangig müssen die Rechtsschutzgewährungen

durch Dritte in Anspruch genommen werden) sind folgende Punkte relevant: > „Verfahrensrechtsschutz soll nur gewährt werden, wenn die beabsichtigte Rechtsverfolgung hinreichend Aussicht auf Erfolg bietet. > Rechtsschutz wird nicht gewährt, wenn die Rechtsverfolgung oder Rechtsverteidigung den gewerkschaftlichen Belangen des VLB zuwiderläuft.“ Das bedeutet, unter den genannten Bedingungen hat der VLB entsprechend seiner juristischen Rahmenbedingungen Rechtsschutz zu gewähren. Dann kann es leider sein, dass wir für eine im Grundsatz gute Sache „Prügel beziehen“. Aus diesem Dilemma kommen wir nicht raus. Wir bitten um Verständnis! In diesem Sinne einen herzlichen Dank für Ihr persönliches Engagement in unserer Solidargemeinschaft! Ihr

Alexander Liebel

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AUS DEM VERBANDSLEBEN

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Bezirks- und Kreisverbände BV Oberpfalz

Jahreshauptversammlung und Neuwahlen Der Bezirksverband Oberpfalz hatte Anfang Mai zur diesjährigen Jahreshauptversammlung nach Roding eingeladen. Schwerpunkte der Versammlung waren zum einen der Vortrag zum Thema „Haftung in der Schule“ sowie die Neuwahlen der Bezirksvorstandschaft. Nach Kassenbericht, Kassenprüfungsbericht und dem Bericht über die aktuelle Verbandsarbeit referierte Martin Stumpf, Regierung von Mittelfranken, über das Thema „Haftung in der Schule“ und begeisterte mit seinem nicht nur sehr informativen, sondern auch sehr lebendigen Vortrag und vielen anschaulichen Fallbeispielen die oberpfälzer Mitglieder. Bei den Neuwahlen wurde der bisherige Bezirksvorstand komplett und einstimmig wiedergewählt: Bezirksvorsitzende: Sophia Altenthan, BSZ Regensburg Stellvertreterin: Susanne Lieck, FOS/BOS Cham Stellvertreter: Robert Kölbl, BSZ Amberg Schatzmeisterin: Monika Wöhrl, BS III Regensburg Schriftführer: Daniel Hagn, BSZ Amberg Bei den Wahlen in den Kreisverbänden traten nicht mehr alle Vorsitzenden erneut zur Wahl an. Als neue Vorsitzende wurden gewählt: Kreisverband Amberg-Sulzbach: Horst Pongratz, BSZ Amberg, Uni Nürnberg-Erlangen Kreisverband Cham: Hans Bräu, WS Waldmünchen Kreisverband Neumarkt/Opf: Hermann Kraus, BS Neumarkt/Opf. Kreisverband Oberpfalz Nord: Hier konnte niemand für den Kreisvorsitz gewonnen werden. Dr. Gerhard Kellner, BS Weiden, Anton Dobmayer,

Der neue Bezirksvorstand des VLB Oberpfalz, von links nach rechts: Daniel Hagn, Susanne Lieck, Sophia Altenthan, Robert Kölbl, Monika Wöhrl.

Bezirksvorsitzende Sophia Altenthan mit dem Referenten Martin Stumpf, Regierung von Mittelfranken.

BSZ Neustadt/Waldnaab, Robert Tietz, BS Weiden, und Eduard Bauer, WS Weiden, werden als gleichberechtigte stellvertretende Kreisvorsitzende den Kreisverband im nächsten Jahr gemeinschaftlich führen und versuchen, in absehbarer Zeit das Amt des Kreisvorsitzenden nachzubesetzen. Kreisverband Regensburg: Resi Weiß, BS III Regensburg Kreisverband Schwandorf: Ralf Bormann, BSZ Schwandorf Dass es immer schwieriger wird, Mitglieder zu finden, die sich für ein Ehrenamt im Verband zur Verfügung stel-

len, ist sicherlich auch ein Zeichen dafür, dass viele unserer Kolleginnen und Kollegen die Grenze ihrer Belastbarkeit erreicht haben. Ich danke daher allen ganz besonders, die sich trotzdem wieder bereit erklärt haben, eine Aufgabe im Bezirksverband oder in den Kreisverbänden zu übernehmen und sich weiterhin für die Interessen der Lehrkräfte an beruflichen Schulen in der Oberpfalz einzusetzen. All jenen, die nicht mehr zur Wahl angetreten sind, möchte ich für Ihr Engagement danken und hoffe, dass sie unserem Verband weiterhin verbunden bleiben und ihr Erfahrungswissen auch weiterhin einbringen. Sophia Altenthan

AUS DEM VERBANDSLEBEN

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KV Main/Rhön

Mitgliederversammlung mit Neuwahlen Der Kreisvorsitzende Helmut Mundel stellte in seiner positiven Bilanz der abgelaufenen Jahre die geleistete Arbeit und die Erfolge des VLB im Allgemeinen kurz vor. Der Kreisverband MainRhön hat die Zahl der Mitglieder um 31 auf 374 erhöhen können – ein Mitgliederzuwachs um fast 10 %. Aber auch die Probleme des demografischen Wandels für die Schulen wurden vom Kreisvorsitzenden Mundel angerissen, zu denen flexible Lösungen in Verhandlungen mit der Regierung erarbeitet werden. Der Bezirksvorsitzende Rudolf Hoffmann nahm die Einladung zur Mitgliederversammlung gerne an, um einen Einblick in die Planungssituation des Berufsbildungskongresses in Bad Kissingen zu geben. Das fränkische Flair ist Leitmotiv für die Gestaltung aller Aktivitäten an diesem Kongress. Bei den anschließenden Neuwahlen des Vorstandes ergaben die Auszählungen einstimmige Ergebnisse, nachdem die Vorstandschaft von den anwesenden Mitgliedern entlastet wurde. Als neue im Team der Vorstandschaft begrüßt Helmut Mundel Karin Pohl als weitere Stellvertreterin – die übrigen Mitglieder wurden in ihrem Amt bestätigt.

Am Ende bedankte sich der wieder gewählte Kreisvorsitzende Helmut Mundel bei der ausrichtenden Berufsschule III in Schweinfurt für die exzellente Ausrichtung der Mitgliederversammlung. KV Nordostoberfranken

Kreisvorstand unter neuer Führung Da der dienstälteste Kreisvorsitzende des VLB, Alfred Ernst, nicht mehr zur Wahl zur Verfügung stand, wurde es notwendig eine neue Vorstandschaft zu wählen. Als neuer Kreisvorsitzender wurde mit großer Mehrheit Hermann Rupprecht (BS Hof ) gewählt. Seine Stellvertreter sind Michael Forst (BS Hof ) und Michael Schittenhelm (FOS/BOS Hof ). Als Schatzmeister wurde Harald Wees (BS Hof ), als Schriftführer Alexander Held (BS Hof ) gewählt. Sonja Fischer und Daniel Bitterwolf fungieren erneut als Kassenprüfer. Der scheidende Vorsitzende blickte auf die wichtigen Stationen seiner 20jährigen Tätigkeit zurück. Die Wichtigkeit des Meister-Bafögs wurde dem damaligen Finanzminister Georg von Waldenfels in einer Kreisversammlung deutlich gemacht und von ihm anschließend durchgesetzt. Alfred Ernst zeigte in einem Gespräch mit der damaligen Kultusministerin Monika Hohlmeier die Notwendigkeit auf, für die Ausbil-

Von links: Stellvertreterinnen Heide Adler und Karin Pohl, Kreisvorsitzender Helmut Mundel, Schatzmeisterin Ingeborg Eirich und Schriftführer Uwe Sagstetter.

dung der Lehrer an beruflichen Schulen an den Universitätsstandorten Bayreuth (Metall) und Bamberg (Wirtschaft) zu sorgen, damit der Lehrermangel in Nordbayern einigermaßen behoben werden konnte. Als wichtigste Arbeit für den VLB sieht Ernst den vorrangigen Einsatz für die Lehrer, der sich durch die Zusammenarbeit mit den Schulleitern ergibt. Nicht außer acht gelassen werden kann dabei allerdings, dass die Interessen der Lehrer und Schulleiter nicht immer übereinstimmen und deshalb eine erhöhte Präsenz der Lehrer in den Vorständen notwendig ist. Eine seiner wichtigsten Forderungen ist nach wie vor, die 23-Stunden Woche, die uns von dem damaligen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber verbindlich zugesagt wurde, sobald es die finanzielle Lage zulasse. Für die langjährige Tätigkeit würdigte der neue Vorsitzende Alfred Ernst und überreicht ihm einen Präsentkorb, damit seine gewonnene Freizeit mit gepflegten fränkischen Speisen genießen kann. Geehrt wurden für langjährige Mitgliedschaft: Willi Miller (60 Jahre), 50 Jahre: Ludwig Rauh, Horst Dolling, Hedwig Böhmer; 25 Jahre: Karl-Heinz Watzlawick, Herbert Ritter, Ingrid Klug, Reinmar Fischer und Karl-Dieter Zapf. Erfolgreich wurde auch in diesem Jahr wieder die oberfränkische Volleyballmeisterschaft in diesem Jahr in Hof durchgeführt, bei der die Berufsschule Rehau Sieger wurde.

Von links: Michael Schittenhelm, (Stellverteter), Alfred Ernst (scheidender Vorsitzender), Hermann Rupprecht (Vorsitzender), Alexander Held (Schriftführer), Michael Forst (Stellvertreter), Harald Weese (Schatzmeister).

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KV Allgäu

Neuwahlen, Ehrungen und aktuelle Informationen Eine erfreulich große Zahl an aktiven, wie auch im Ruhestand befindlicher Kollegen des Kreisverbandes Allgäu nahm die Einladung zur Mitgliederversammlung nach Kempten/Betzigau zum Anlass, sich über aktuelle Verbandsthemen zu informieren und sich im Kreise der Berufskollegen auszutauschen. Nach der Begrüßung durch den Bezirksvorsitzenden von Schwaben, Klaus Hlawatsch, und dessen Bericht von den Veranstaltungen im Bezirksverband, legte die Kreisvorsitzende Astrid Geiger ihren umfangreichen Rechenschaftsbericht vor. Die angesprochenen Themen reichten vom Kontaktkollegentreffen in Neusäß über Berichte von den Sitzungen der Vorstandschaft bis zur Vorausschau auf den Berufsbildungskongress in Bad Kissingen. Abschießend wurden von den Anwesenden zwei Anträge an die Vertreterversammlung zu den Themenbereichen Arbeitssicherheit und Anrechnungsstunden für Fachlehrer in Führungspositionen ausformuliert. Besonders stolz ist der Kreisverband Allgäu auf seinen äußerst aktiven Seniorenvertreter Alois Kornes. In seinem Jahresrückblick konnte er von sehr gut besuchten Seniorenveranstaltungen berichten und Appetit auf die geplanten Aktionen im kommenden Jahr machen. Ein von allen Anwesenden erwarteter Höhepunkt der Veranstaltung war das angekündigte Fachreferat zum Thema Beurteilung. Hauptpersonalrat Wolfgang Lambl verstand es sehr anschaulich auf die Feinheiten der anstehenden Lehrerbeurteilungsrunde einzugehen. Schwerpunkte seiner Ausführungen waren der erweiterte Kreis der zu Beurteilenden und die neuen Formblätter zur Eröffnung der Beurteilung. Zentraler Tagesordnungspunkt auf der diesjährigen Mitgliederversammlung war die Neuwahl sämtlicher Vorstandsposten. Mit der Wahl von Astrid Geiger als Kreisvorsitzende und Josef Kraft

Hauptpersonalrat, Bezirks- und die Kreisvorsitzende freuen sich mit den Geehrten über deren langjährige Mitgliedschaft im VLB.

Bezirksvorsitzender von Schwaben Klaus Hlawatsch (links) und Hauptpersonalrat Wolfgang Lambl (rechts) gratulieren der neu gewählten Vorstandschaft im KV Allgäu: Astrid Geiger, Ursula Seidel, Josef Kraft und Joachim Kampf (von links).

als deren Stellvertreter bleibt der KV Allgäu für eine weitere Legislaturperiode in bewährten Händen. Joachim Kampf als Schatzmeister und Ursula Seidel als Schriftführerin wurden mit viel Applaus einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Mit der traditionellen Ehrung langjähriger und treuer Verbandsmitglieder mit einem Präsent wurde die sehr harmonisch verkaufende Mitgliederversammlung des Kreisverband Allgäu abgeschlossen.  Josef Kraft Geehrt wurden: > für 60-jährige Mitgliedschaft Hermann Durst. > für 55-jährige Mitgliedschaft Brigitte

Zobel, Heinz Frank, Adolf Lehnberger, Wolfgang Eberle, Herta Huber. > für 40-jährige Mitgliedschaft Karl Weiß. > für 30-jährige Mitgliedschaft Reinhard Vetter, Dr. Josef Fröhlich, Ekkehard Boldt, Eurosia Deseive, Andreas Rößle, Dr. Jutta Bhatti, Wilhelm Vachenauer, Klaus Hlawatsch, Rupert Wittmann. > Für 25-jährige Mitgliedschaft EvaMaria Klein, Heide Frank, KarlHeinz Gaschler, Georg Fleschutz, Josef Fröhlich, Gottfried Göppel, Herbert Tradt, Anna Maria Götzfried, Ingeborg Fritsch, Sonnhild Lindner, Hans-Dieter Heußler, Johanna Blank.

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Bundestagsabgeordneter in der Schülerrolle an der Berufsschule Stephan Stracke ist seit 2009 für die CSU im Deutschen Bundestag. Per Mail an alle Schulen seines Wahlbezirkes gab er zu verstehen, dass er gerne bereit wäre, mit Schülern politische Themen zu diskutieren. Die Berufsschule Mindelheim mit den Außenstellen Bad Wörishofen und Memmingen ist die größte Schule seines Wahlbezirkes Ostallgäu. Der Personalrat lud den Abgeordneten an den Standort Mindelheim ein. MdB Stracke sagte zu und nahm sich einen ganzen Vormittag Zeit. Er wurde zu Beginn durch die Schulleitung über die Berufsschule Mindelheim mit ihren Standorten Bad Wörishofen und Memmingen allgemein informiert. Anschließend führte der Personalrat ihn durch das bereits renovierte Gebäude. Als Höhepunkt standen Unterrichtsbesuche in verschiedenen Klassen mit anschließenden Schülerdiskussionen auf dem Programm. So besuchte er eine 10. Klasse Einzelhandelskaufleute im Fach Steuerung und Kontrolle, eine 12. Klasse Nutzfahrzeugmechatroniker während des Englischunterrichts, eine 11. Klasse Berufskraftfahrer im Fach Fahrzeugtechnik und eine 12. Klasse der Landmaschinenmechaniker im Fach Religion. Den Abschluss des Vormittages bildete eine rege Diskussion mit den Lehrkräften. Zur Sprache kamen Probleme wie große Klassen im ständig wachsenden Berufskraftfahrerbereich, die durch die gestiegene Schülerzahl zunehmende Gewalt, welche die unterschiedlichsten Ursachen hat. Die Forderung der Lehrkräfte zu verstärkter sozialpädagogischen Unterstützung wurde dabei hervorgehoben. Auch sind die Eingangsvoraussetzungen der Auszubildenden sehr unterschiedlich und Großteils sehr schwach, das Ausbildungsziel wird immer schwerer erreicht. Die Kollegen gaben MdB Stracke mit auf den Weg, dass man bereits in den Grundschule ansetzen müsse, um das Bildungsniveau wieder zu er-

höhen. Außerdem wurde befürwortet, verstärkt niederqualifizierende 2-jährige Berufsausbildungen anzubieten. Weiter ging es auch um die Besoldung der Lehrkräfte, z. B. Stundenerhöhung ohne Besoldungserhöhung, Nullrunden bei der Besoldung und die Absenkung der Eingangsbesoldung. Zur Sprache kam auch, dass die Belastung des Lehrers durch ständig erweiterte Aufgaben stark gestiegen ist. Die Erhaltung einer guten Lehrergesundheit bis zum Eintritt in die Ruhephase, erhöht auf 67 Jahre, wird immer schwieriger.

MdB Stephan Stracke nahm die Probleme und Lösungsansätze des Lehrerkollegiums sehr interessiert auf und sagte zu, die angesprochenen Themenfelder an den richtigen Stellen zur Sprache zu bringen. Der Abgeordnete bedankte sich herzlich für den lehrreichen und interessanten Vormittag, welcher ihm tiefe Einblicke in das Berufsschulleben der Schüler und Lehrer gegeben hätte. Solch eine Einladung war für ihn bisher einmalig.  Ursula Seidel

Fachgruppen FG Fremdsprachen

Angelika Veelken wurde zur Vorsitzenden gewählt Gratulation an Kollegin Angelika Veelken! Am 31. März d. J. wurde sie im Rahmen einer Tagung der Fachgruppe Fremdsprachen in Nürnberg zur neuen Vorsitzenden gewählt. Sie unterrichtet seit 1993 an der Ludwig-Erhard-Schule in Fürth und betreut das Fach Englisch. Darüber hinaus ist sie u. a. als Lehrbeauftragte am Sprachenzentrum Nürnberg der Friedrich-Alexander Universität Erlangen Nürnberg tätig sowie als Autorin und Moderatorin von Moodle-Onlineseminaren für Englisch-Lehrkräfte. Um die Kommunikation unter Fachgruppenmitgliedern – unabhängig von Fachgruppensitzungen – zu stärken, soll geprüft werden, ob die Schaffung einer digitalen Kommunikationsstruktur auf Akzeptanz unter den Fachgruppenmitgliedern stößt. Die nächsten Sitzungen sind bereits geplant für den 5./6. Oktober in Augsburg (im Rahmen der bayerischen Tagung des Gesamtverbandes Moderne Fremdsprachen) und im November beim VLB Berufsbildungskongresses in Bad Kissingen. Angelika Veelken wird

künftig in vlb-akzente über die Arbeit der Fachgruppe berichten. Der Geschäftsführende Vorstand wünscht der Vorsitzenden eine glückliche Hand und gemeinsam mit den Fachgruppenmitgliedern eine erfolgreiche Arbeit für die berufliche Schulen!  Alexander Liebel

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Referendare und Studenten

Einladung zum VLB-Symposium 2012 für Studenten, Studien-Referendare und Junge Pädagogen Der Verband der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern e.V. (VLB) veranstaltet im Jahr 2012 wiederein Symposium für Junge Pädagogen, Studienreferendare und Studenten des Lehramtes an beruflichen Schulen. Wir wollen Ihnen die Gelegenheit geben, neueste Informationen über die berufliche Bildung und die Lehrerbildung zu erfahren und zusammen mit der Verbandsspitze des VLB, mit dem zuständigen Referenten im Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus sowie mit Vertretern der Studienseminare zu diskutieren. Termin: Freitag, 29.06. und Samstag, 30.06.2012 Tagungsort: Staatliche Berufs- und Berufsfachschule für Kinderpflege Wippenhauser Str. 57 85354 Freising www.berufsschule-freising.de Übernachtung: Deula Bayern GmbH Wippenhauser Straße 65 D-85354 Freising www.deula-bayern.de Programm Freitag, 29.06.2012: Bis 16:00 Uhr Anreise & Begrüssung, gemeinsames Kennenlernen bei Kaffee & Kuchen 16:30 Uhr „Vorstellung der staatlichen Berufs- und Berufsfachschule“ in Freising 16:45 Uhr Fachgruppentreffen Studenten / Referendare / Junge Pädagogen: Themen der jeweiligen Fachgruppen 18:30 Uhr Der VLB lädt ein zum gemeinsamen Abendessen Danach: Freising by Night

Samstag, 30.06.2012 08:30 Uhr Frühstück 09:30 Uhr Begrüssung durch die Vertretungen der Studenten, Referendare und Junge Pädagogen des VLB 09:30 Uhr Fachgruppentreffen Studenten / Referendare / Junge Pädagogen: Themen der jeweiligen Fachgruppen 10:30 Uhr Podiumsdiskussion MR Claus Pommer, Kultusministerium Wolfgang Lambl, Hauptpersonalrat / Stell. Landesvorsitzender VLB Maria Sommerer, Referat Lehrerbildung VLB Henrik Hösch, Seminarvorstand Studienseminar Nordbayern ca. 12:15 Uhr Mittagessen 13:15 Uhr Reiner Roggan, Münchner Verein: „Wissenswertes über Versicherungen im Lehrerberuf“ 14:00 Uhr Uhr Hauptpersonalrat des VLB: Informationen über die aktuelle Verbandsarbeit 15:00 Uhr Abschluss & gemeinsames Fazit Bitte melden Sie sich umgehend schriftlich oder per E-Mail unter [email protected] bei der VLB-Geschäftsstelle, Dachauer Straße 4, 80335 München, Fax 0 89/5 50 44 43 an. Letzter Anmeldetermin (= Eingang der Anmeldung beim VLB) ist der 20. Juni 2012! Wir wünschen Ihnen eine gute Anreise

und bitten Sie, pünktlich zum Tagungsbeginn anwesend zu sein. Teilnehmerbegrenzung: Aus organisatorischen Gründen muss die Teilnehmerzahl auf 70 Personen begrenzt werden (50 Übernachtungsplätze in 3-Bett-Zimmern). Übersteigt die Zahl der Anmeldungen die der verfügbaren Plätze, so entscheidet das Eingangsdatum der Anmeldung über die Teilnahme. Sollten Sie nicht berücksichtigt werden können, so erhalten Sie eine schriftliche Benachrichtigung. Eine ausdrückliche Anmeldebestätigung erfolgt nicht. Kostenübernahme: Alle Kosten für Verpflegung und Anreise (Deutsche Bahn AG, 2. Klasse bzw. Bayern-Ticket) der Teilnehmer werden vom VLB übernommen. Die angemeldete Übernachtung ist ebenfalls kostenlos. Für selbstständig organisierte Übernachtungsarrangements werden die Kosten nicht aufgekommen. Hinweise: Sollten Sie mit dem Pkw anreisen, so bitten wir Sie dringend, Fahrgemeinschaften zu bilden. Für jeden mitgenommenen Teilnehmer im Pkw wird dem Fahrer ein zusätzlicher Fahrtkostenbetrag gewährt. Wichtig: Falls Sie eine Bahncard besitzen, verwenden Sie aus Kostengründen bitte diese und rechnen dann mit dem Beleg ab. Nennen Sie beim Fahrkartenkauf die Kundennummer des DBB (200 000 2). Sie erhalten dann evtl. nochmals 5 % Nachlass.

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Senioren

Achtung Neu-Ruheständler Betroffener Personenkreis: Beamte, die > nach dem 01. Januar 2011 in den Ruhestand getreten sind und > am 31. Januar 1991 (bereits) Beamte waren und > deren Mindeststudiendauer für Ausbildung und Prüfung drei Jahre überstieg Der Anlass / der Sachverhalt: Das seit dem 01. Januar 2011 gültige „Neue Dienstrecht in Bayern“ lässt die Anrechnung für die „vorgeschriebene Ausbildung“ nur noch „bis zu drei Jahren“ zu (Art. 20 Bayerisches Beamten Versorgungsgesetz): Art. 20 Ausbildungszeiten (1) Die Mindestzeit 1. der vorgeschriebenen Ausbildung (insbesondere Fachschul-, Hochschul- und praktische Ausbildung, Vorbereitungsdienst, übliche Prüfungszeit), 2. einer praktischen hauptberuflichen Tätigkeit, die für die Übernahme in das Beamtenverhältnis vorgeschrieben ist, kann als ruhegehaltfähige Dienstzeit berücksichtigt werden, die Regelstudienzeit einer Fachschul- oder Hochschulausbildung einschließlich der Prüfungszeit bis zu drei Jahren.“ Vorher kam die „Regelstudienzeit des jeweiligen Studiengangs einschließlich Prüfungszeit“ zur Anrechnung. Diese wer häufig länger als drei Jahre. Die Übergangsregelungen – insbesondere die des Art. 103 (8ayßeamtVG), die die Wirksamkeit dieser begrenzten Ausbildungszeit auf den 01. Januar 2011 festsetzten, haben nun den seit dem 01. Januar 2011 in den Ruhestand Getretenen mit einer längeren als dreijährigen Ausbildung erhebliche Nachteile bei der Höhe des Ruhegehalts gebracht.

Erfolgreiche Bemühungen um Schadensbegrenzung Der Bayerische Beamtenbund hat auch mit Unterstützung unseres Verbandes bereits im Rahmen der Beteiligung zum Gesetzgebungsverfahren des Neuen Dienstrechts gegen die die anstehenden „Pensionäre“ benachteiligenden Neuregelungen votiert – allerdings vergebens. Der Vertrauensschutz scheint immer weniger zu zählen! Übrigens, eine logische Begründung für die Verschlechterung steht bis heute aus. „Die Anpassung an das Rentenrecht“ (seit 01. Juli 1997) reicht den verantwortlichen Politikern als hinreichende Erklärung! Immerhin haben der Druck von Beamtenbund und betroffener Kolleginnen und Kollegen und auch eigene Einsicht maßgebender Politikerinnen und Politiker nun zu einer Lösung geführt, die wenigstens die Altbeamtinnen und -beamten in ihre „erworbenen Rechte“ wieder einsetzt: In seiner Sitzung am 08. März 2012 hat der Landtagsausschuss für Fragen des öffentlichen Dienstes unter tatkräftiger Leitung ihrer Vorsitzenden Ingrid Heckner einem Änderungsantrag von CSU und FDP zur Art. 103 BayBeamtVg zugestimmt, der im Ergebnis die Kolleginnen und Kollegen, die bereits am 31. Dezember 1991 Beamte waren, vor Kürzungen ihrer Versorgungsbezüge durch „Aberkennung“ von Ausbildungszeiten bewahrt. Was ist von den Betroffenen zu tun? > Für Beamtinnen/Beamte, die März 2012 in den Ruhestand versetzt werden, wird die begünstigende Gesetzesänderung automatisch von Amts wegen berücksichtigt. > Für die oben definierte Personengruppe gilt:

Sofort Einspruch mit der Begründung „Gesetzesänderung vom 06. Juli 2012“ einlegen. Frist: Innerhalb von drei Monaten nach Bekanntgabe der Gesetzesänderung. Der BBB ist bemüht, für diesen Personenkreis eine möglichst unbürokratische Lösung mit dem Finanzministerium herbeizuführen. Der Rat, vorsorglich Einspruch einzulegen, hängt such damit zusammen, dass die Anrechnung von Ausbildungszeiten ein KannTatbestand ist, d. h. grundsätzlich ein „Antrags-Delikt“ ist. Berthold Schulter

Termine

Erinnerung – Start der Initiative Lehrergesundheit Bayern Das Individuelle Gesundheits-Management (IGM) zur Früherkennung, Vermeidung und Selbstbehandlung von Herz-Kreislauf-, Stoffwechsel- und Stressfolgeerkrankungen startet nun in diesem Monat. Für die ersten 1.000 Teilnehmer ist Teilnahme kostenfrei. Interessierte sollten sich jetzt an Ihren Berufsverband wenden. Siehe auch akzente-spezial Heft 05/2012.

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Personalien Langjähriges ehrenamtliches Engagement von Armin Ulbrich gewürdigt

Bundesverdienstkreuz für unseren ehemaligen stellvertretenden VLB-Landesvorsitzenden „Mein Vater war Handwerksmeister, deshalb fühle ich mich der beruflichen Bildung besonders verbunden“, betonte Dr. Markus Söder, bayerischer Finanzminister, im Rahmen einer Feierstunde zu Ehren von Armin Ulbrich, unserem langjährigen stellvertretenden Landesvorsitzenden. Oberstudiendirektor a. D. Armin Ulbrich setzt sich seit drei Jahrzehnten mit Herzblut ehrenamtlich für die berufliche Bildung in Bayern und darüber hinaus auf Bundesebene ein. Minister Söder stellte in seiner Laudatio die Verdienste von Armin Ulbrich heraus, der sich über sein großes berufliches Engagement als Seminarlehrer, Fachbetreuer und Schulleiter hinaus stets um unsere Solidargemeinschaft verdient gemacht hat.

Sein Engagement im VLB begann als Kontaktkollege, wurde weitergeführt als stellvertretender Bezirksvorsitzender in Mittelfranken (1991 bis 2000) und fand den Höhepunkt als stellvertretender Landesvorsitzender in Bayern (1999 bis 2004). Als Mitglied im Hauptvorstand des Bundesverbandes für Lehrerinnen und Lehrer an Wirtschaftsschulen (VWL) hat er die bayerischen Interessen mit Geschick, Nachdruck und Durchhaltevermögen vertreten (1999 bis 2005), wobei er stets für das bayerische Erfolgsmodell geworben hat. „Ein besonderes und zukunftsorientiertes Anliegen war für ihn“, so Finanzminister Söder, „der kontinuierliche Ausbau der Auslandskontakte, wobei er über die europäischen Grenzen hinaus dachte und einen intensiven Austausch mit Südafrika pflegte“. Seit einigen Jahren leitet er die Regionalgeschäftsstelle Bayern der Stiftung Wirtschaft und Erziehung, für die ein besonderes Anliegen die Verknüpfung von Forschung und Lehre mit den schulischen Belangen darstellt. Armin Ulbrich war und ist aber nicht nur im Bereich der beruflichen Bildung ehrenamtlich tätig. Er engagiert sich als Gründungsmitglied der Ludwig-Ehr-

hard-Initiative e.V. Fürth, ist Mitglied im Stadtseniorenbeirat der Stadt Nürnberg und dort insbesondere tätig als Arbeitskreissprecher für Öffentlichkeitsarbeit für den sehr erfolgreich agierenden „Treffpunkt Theater 50plus“. Sein ehrenamtliches Engagement im kulturellen Bereich bewies er unter anderem auch über viele Jahre als Schatzmeister in der Chorgemeinschaft St. Franziskus Nürnberg. Dr. Söder nutzte die Feierstunde, um am Beispiel des Engagements von Armin Ulbrich auf die hohe gesellschaftliche Bedeutung des Ehrenamtes und dessen Vorbildfunktion hinzuweisen. „Jeder fragt heute, wenn es was zu tun gibt, was bekomme ich dafür. Ein Verdienstorden würdigt die ehrenamtliche Tätigkeit, auch wenn diese, wie bei Ihnen, sehr geehrter Herr Ulbrich, weiterhin ausgeübt wird. Herzlichen Dank für Ihr langjähriges und ehrenamtliches Engagement“. Wir hoffen, Armin Ulbrich nimmt sich die Worte zu Herzen und ist für uns auch weiterhin (zurzeit als Seniorenbeauftragter in Mittelfranken) ehrenamtlich tätig. Der Verband der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern freut sich gemeinsam mit Armin Ulbrich über die Würdigung und gratuliert von ganzem Herzen zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes!  Alexander Liebel

Wir gratulieren im Juni … … zum 100. Geburtstag Meier, Babette, 09.07. 87600 Kaufbeuren KV Allgäu

… zum 96. Geburtstag Karrasch, Rudolf, 17.07. 80689 München, BV München

… zum 91. Geburtstag Hannemann, Kurt, 09.07. 96317 Kronach, KV Oberfranken-Nordwest

… zum 89. Geburtstag Staatsminister Dr. Markus Söder überreicht Armin Ulbrich das Bundesverdienstkreuz. Mit dem Geehrten freute sich seine Frau.

Fraas, Gertraud, 28.07. 95028 Hof, KV Oberfranken-Nordost

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… zum 88. Geburtstag Rottegger, Anna, 27.07. 84036 Landshut, KV Landshut Löwer, Kurt, 27.07. 90491 Nürnberg, KV Nürnberg

… zum 87. Geburtstag Fuchs, Heinz, 05.07. 87509 Immenstadt, KV Allgäu Förster, Erna, 27.07. 93077 Bad Abbach, KV Regensburg

… zum 86. Geburtstag Gulden, Erika, 15.07. 95030 Hof, KV Oberfranken-Nordost Schubert, Ottmar, 18.07. 91717 Wassertrüdingen, KV Mittelfranken-Süd

… zum 85. Geburtstag Vogl, Heinrich, 30.07. 94315 Straubing, KV Donau-Wald

… zum 84. Geburtstag Rösel, Dr. Wolf-Heinz, 14.07. 84036 Landshut, KV Landshut Stöhr, Werner, 28.07. 97209 Veitshöchheim, KV Würzburg Krapp, Dr. Alfons, 30.07. 90419 Nürnberg, KV Nürnberg

Helfrich, Margot, 14.07. 97422 Schweinfurt, KV Main-Rhön Christ, Josef, 21.07. 92237 Sulzbach-Rosenberg, KV Amberg-Sulzbach Naujoks, Hartmut, 23.07. 97525 Schwebheim, KV Main-Rhön

… zum 80. Geburtstag Schnabel, Siegfried, 01.07. 90489 Nürnberg, KV Nürnberg Streng, Willi, 12.07. 91463 Dietersheim, KV Mittelfranken-Nord Wolf, Karoline, 02.07. 92660 Neustadt, KV Schwandorf

… zum 75. Geburtstag Graßl, Gerhard, 26.07. 94469 Deggendorf, KV Donau-Wald Göttfert, Irma, 09.07. 91550 Dinkelsbühl, KV Mittelfranken-Süd Lucas, Walter, 14.07. 91056 Erlangen, KV Mittelfranken-Nord Röder, Elke, 08.07. 84032 Altdorf, KV Landshut Schuester, Karlheinz, 19.07.37 87439 Kempten, KV Allgäu Seitz, Horst, 23.07. 90480 Nürnberg, KV Nürnberg

… zum 70. Geburtstag … zum 83. Geburtstag Haider, Alfons, 10.07. 85435 Erding, KV Oberbayern-Nordwest Kunzfeld, Ingeborg, 11.07. 84048 Mainburg, KV Landshut Wendler, Helmut, 14.07. 90542 Eckental, KV Bamberg-Forchheim

… zum 82. Geburtstag Hergert, Gerhard Wolfgang, 01.07. 90547 Stein, KV Nürnberg Heilmann, Ludwig, 09.07. 97078 Würzburg, KV Würzburg Lenz, Ernst, 12.07. 97753 Karlstadt, KV Würzburg Häuser, Herbert, 24.07. 93055 Regensburg, KV Regensburg Erras, Erwin, 26.07. 91126 Schwabach, KV Mittelfranken-Süd Lösch, Dr. Friedemann, 30.07. 81549 München, KV Rosenheim-Miesbach

… zum 81. Geburtstag Castner, Rochus, 10.07. 90419 Nürnberg, KV Nürnberg

Bernhard, Wendelin, 23.07. 82343 Pöcking, KV Oberbayern-Südwest Müller, Ursula, 26.07. 97084 Würzburg, KV Würzburg Rattler, Wolfgang, 13.07. 91077 Neunkirchen/Brand, KV Nürnberg Steffen, Udo, 04.07. 90607 Rückersdorf, KV Mittelfranken-Nord Weidgans, Maximilian, 18.07. 94036 Passau, KV Niederbayern-Ost

Kreilinger, Heidelies, 09.07. 94469 Deggendorf, KV Donau-Wald Metzger, Konrad, 29.07. 86643 Steinhöring, KV Oberbayern-Nordwest Reichenbach, Werner, 22.07. 90480 Nürnberg, KV Nürnberg Schneller, Werner, 22.07. 95100 Selb, KV Oberfranken-Nordost Sommer, Ursula, 27.07. 92721 Störnstein, KV Oberpfalz-Nord

… zum 65. Geburtstag Bernshausen, Jochen, 12.07. 83236 Übersee, KV Rosenheim-Miesbach Brunner, Peter, 20.07. 96364 Marktrodach, KV Oberfranken-Nordwest Crampen, Helmuth, 09.07. 97723 Oberthulba, KV Main-Rhön Gevatter, Reinhard, 28.07. 92715 Püchersreuth, KV Oberpfalz-Nord Hieke, Werner, 25.07. 86529 Schrobenhausen, KV Oberbayern-Nordwest Kieslich, Gertraud, 11.07. 97702 Münnerstadt, KV Main-Rhön

… zum 60. Geburtstag Arnds, Albert, 05.07. 92331 Parsberg, KV Neumarkt Breu, Anneliese, 06.07. 93426 Roding, KV Schwandorf Eirich, Gustav, 03.07. 97502 Euerbach, KV Würzburg Gisser, Bartholomaeus, 28.07. 84508 Burgkirchen, KV Altötting-Mühldorf Greck, Elmar, 21.07. 89420 Höchstädt, KV Nordschwaben Kiesecker, Wolfgang, 26.07. 89284 Pfaffenhofen, KV Nordschwaben

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HERAUSGEBER Verband der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern e.V. (VLB) im VLB Verlag e.V. Dachauer Straße 4, 80335 München Telefon: 0 89/59 52 70 Telefax: 0 89/5 50 44 43 Internet: www.vlb-bayern.de E-Mail: [email protected] REDAKTION Martin Ruf Nussbaumweg 9 97084 Würzburg E-mail: [email protected] Tel.: 09 31/66 14 15 Fax: 09 31/6 60 72 91 Günther Schuster Remigius-Vollmann-Str. 4 b 89257 Illertissen E-Mail: [email protected] Tel.: 0 73 03/91 90 25 Fax: 0 73 03/91 90 26 ANZEIGENVERWALTUNG Andrea Götzke Telefon: 0 89/59 52 70 Telefax: 0 89/5 50 44 43 E-Mail: [email protected] Geschäftsstelle des VLB Verlages e.V. Dachauer Straße 4, 80335 München DRUCK Schleunungdruck GmbH Eltertstraße 27, 97828 Marktheidenfeld Telefon: 0 93 91/6 00 50 ERSCHEINUNGSWEISE / BEZUGSPREIS „VLB akzente“ erscheint 10 x jährlich Jahresabonnement 30,– Euro zzgl. Versand KÜNDIGUNG Die Kündigung kann bis drei Monate vor Ablauf eines Jahres beim Verlag erfolgen. COPYRIGHT Die veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung der Redaktion. MANUSKRIPTE UND BEITRÄGE Manuskripte gelten erst nach Bestätigung durch die Redaktion als angenommen. Für unverlangt eingesandte Manuskripte übernehmen wir keine Haftung. Namentlich gezeichnete Beiträge, insbesondere Leserbriefe, müssen sich nicht mit der Meinung des Herausgebers und der Redaktion decken. „vlb-akzente“ wird laufend im Dokumentationsdienst der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder, im Dokumentationsdienst der DEUTSCHEN BIBLIOTHEK und im Dokumentationsring DOPAED bibliographisch nachgewiesen. ISSN Nr. 1867-9161

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das deutsche erwachsenen-bildungswerk sucht zum Schuljahr 2012/2013 für seine berufsfachschulen für ergotherapie, Massage und podologie in plattling einen/eine

Lehrer/in (Voll- oder TeilzeiT) an berufLichen schuLen

Fachrichtung geSundheitS- und pFlegewiSSenSchaFt, ZweitFach SoZialkunde nähere informationen und weitere Stellenangebote finden Sie auf – www.deb.de ihre aussagekräftigen unterlagen senden Sie – gerne per e-Mail (max. 5 Mb) – an: deutsches erwachsenen-bildungswerk | personalreferat . pödeldorfer Straße 81 . 96052 bamberg Tel 09 51|9 15 55-0 . e-Mail [email protected] Wir bilden erfolg ǀ die deb-gruppe

Küspert, Karl-Heinz, 23.07. 95028 Hof, KV Oberfranken-Nordost Leitmeyr, Philipp, 21.07. 93309 Kelheim, KV Landshut Linnenkohl, Eckhard, 20.07. 94032 Passau, KV Traunstein-Berchtesgadener Land Mayer, Edith, 28.07. 86399 Bobingen, KV Augsburg Mayr, Karl-Otto, 02.07. 86169 Augsburg, KV Augsburg Reitz, Jakob, 05.07. 92694 Etzenricht, KV Oberpfalz-Nord Schlosser, Waltraud, 31.07. 86356 Neusäß KV Nordschwaben Simon, Charlotte, 13.07. 86637 Wertingen, KV Nordschwaben Trapp, Walter, 11.07. 97440 Werneck-Fassbühl, KV Main-Rhön Tungl, Heribert, 07.07. 93055 Regensburg, KV Regensburg Winter, Gerlinde, 15.07. 87700 Memmingen, KV Allgäu Wurzer, Doris, 21.07. 97688 Bad Kissingen, KV Main-Rhön

In den Ruhestand sind gegangen ... Gevatter, Reinhard, KV Oberpfalz-Nord Merdian, Dr. Franz, KV Bamberg-Forchheim Metzger, Konrad, KV Oberbayern-Nordwest

Wir trauern um ... Haase, Kurt, (89), KV Oberbayern-Südwest Kuhla, Peter, (70), KV Donau-Wald Noichl, Julianne, (83), KV Traunstein-Berchtesgadener Land Porsche, Heinz, (66), KV Donau-Wald Schüßler, Hermann, (73), KV Würzburg

Südkärntner Seen Baden-Wandern-Segeln-Heidelb.Pilze. Ausfl. nach Venedig & Verona. Alleinstehendes Einfamilienhaus, herrliche und sehr ruhige Lage nahe Presseggersee, Telefon 0 73 03/62 07, E-Mail: [email protected]

vlb-akzente 06/2012

AUS DEM VERBANDSLEBEN

Autorenverzeichnis Dr. Beutl, T. u. a. BS, Schönweißstr. 7, 90461 Nürnberg, Tel.: (0911) 231-3948 Blum, Ewald FOS, Otto-Hahn-Str. 36, 97616 Bad Neustadt, Tel.: (09771) 994972 Greubel, Manfred VLB-Referent Bildungspolitik Händelstr. 25, 90751 Schwaig, Tel.: (0911) 500041 Martin, Helmut BS, Landrat-Dr.-Frey-Straße 2, 86356 Neusäß, Tel.: (0821) 454402-0 Müller, Andreas BS, Poststr. 31, 97616 Bad Neustadt, Tel.: (09771) 63638 - 0 Niobutow, K./Tregner M. BS, Astrid-Lindgren-Str. 1, 81829 München, Tel.: (089) 23341850 Lambl, Wolfgang stellvertr. VLB-Landesvorsitzender und VLB-Hauptpersonalrat Gramschatzer Ring 6, 97222 Rimpar, Tel.: (09363) 5278 Liebel, Alexander stellvertr. VLB-Landesvorsitzender BS, Schönweißstr. 7, 90461 Nürnberg, Tel.: (0911) 231-3948 Pollack Ilona Am Gutshof 7, 14550 Groß Kreutz, Tel.: (033207) 5677-0 Preißl, Hans BS, Am Fernsehturm 1, 94036 Passau, Tel.: (0851) 9591300

Die Broschüre

„Der Vorbereitungsdienst für das Lehramt an beruflichen Schulen in Bayern“ liegt nunmehr vor und kann von „VLB-Mitgliedern im Referendariat“ kostenlos angefordert werden (sonst gegen Schutzgebühr).

Sander, R./Schwarzenberger, W. BS, Plattenäcker 30, 96450 Coburg, Tel.: (09561) 895000 Schulter, Berthold VLB-Seniorenbeauftragter Weitlstr. 66, 80935 München, Tel.: (089) 38584084 Tergemann, Andreas BS, Baggertsweg 15, 97753 Karlstadt, Tel.: (09353) 564

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VLB Verlag e.V. · Dachauer Straße 4 · 80335 München B 05130, Postvertriebsstück, DPAG, Entgelt bezahlt

Schon mal zum Vormerken:

11. VLB-Berufsbildungskongress Vorsprung durch berufliche Bildung – VLB. Mit:

Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle

Termin: Ort:

16. / 17. November 2012 Bad Kissingen

Wichtig:

Anträge der Kreis- und Bezirksverbände an die Vertreterversammlung müssen bis zum 15. Juni 2012 in der Geschäftsstelle eingegangen sein