Botschaften im Tal des Friedens - Kantonales Pfarreiblatt Luzern

Botschaften im Tal des Friedens - Kantonales Pfarreiblatt Luzern

9/2017  1. bis 15. Mai  Zentralredaktion Vor 100 Jahren erschien Maria den Hirtenkindern von Fátima Botschaften im Tal des Friedens 2  Thema Annä...

1MB Sizes 0 Downloads 8 Views

Recommend Documents

Botschaften im Tal des Friedens - Pfarrei Littau
17.05.2017 - günstigeren Eintrittspreis besuchen, wie die Museen und die römische. Gemelli-Klinik mitteilten. Wer in e

Botschaften im Tal des Friedens - Katholische Kirchgemeinde Horw
12.05.2017 - günstigeren Eintrittspreis besuchen, wie die Museen und die römische. GemelliKlinik mitteilten. Wer in ei

Pfarreiblatt Stadt Luzern 12 15 - Katholische Kirche Stadt Luzern
St. Anton • St. Michael – St. Johannes – Der MaiHof • St. Josef – St. Karl – St. Leodegar im Hof ... drei Fa

Pfarreiblatt Stadt Luzern 14 2013 - Katholische Kirche Stadt Luzern
St. Anton • St. Michael – St. Johannes – St. Josef-Maihof – St. Karl – St. ..... 9.00 Eucharistiefeier, Kapell

Pfarreiblatt Stadt Luzern 22 2013 - Katholische Kirche Stadt Luzern
01.11.2013 - St. Anton • St. Michael – St. Johannes – St. Josef-Maihof – St. Karl – St. .... Lea Bosshard, Mar

Pfarreiblatt Stadt Luzern 10 2016 - Katholische Kirche Stadt Luzern
St. Anton • St. Michael – St. Johannes – Der MaiHof • St. Josef – St. Karl – St. Leodegar im Hof – St. Mar

Pfarreiblatt Stadt Luzern 14 2016 - Katholische Kirche Stadt Luzern
In der Einfachheit einer Markthalle. Die Kirchen von ... Pius X. (1903–1914) ist in der. Geschichte bekannt für ....

Pfarreiblatt Stadt Luzern 08 2013 - Katholische Kirche Stadt Luzern
Sonntag ins Ministrantenlager nach Segnas (GR). Während dieser Woche wird sie das Lagerthema «an unexpected Journey»

Das Evangelium des Friedens
Überlieferung der Erfahrung der Essener-Bruderschaft vom Toten Meer. Der .... wer die Gesetze des Lebens erfüllt und n

9/2017  1. bis 15. Mai  Zentralredaktion

Vor 100 Jahren erschien Maria den Hirtenkindern von Fátima

Botschaften im Tal des Friedens

2  Thema

Annäherung an Fátima, den Ort der Marienerscheinungen

Lichtüberflutet unterm Kreuz Zum 100. Jahrestag der Marienerscheinungen besucht Papst Franziskus Fátima. Wie wirkt dieser Ort im Vorfeld, welche Atmosphäre hat er, welche Botschaft geht von ihm aus? Zwei Männer um die 50 sitzen am Rand der Stufen, die zur Basilika Unserer Lieben Frau hinaufführen. Näherkommend höre ich, wie sie gemeinsam auf Englisch den Rosenkranz beten. Es beeindruckt mich – wie andere vielleicht Mittagspause machen, sind sie da und beten. Gewiss, die Weite des Platzes, sicher einer der grössten und schönsten in Europa, das helle Licht, reflektiert vom weissen Stein, ringsum überall niedere Mauern und Bänke, alles lädt zum geistlichen Verweilen ein, lässt die Anwesenheit Jesu spüren, die Nähe Marias.

Drei Prophezeiungen Der Platz strahlt aus, was sein Name sagt: «Cova da Iria», das «Tal des Friedens», wie katholisch.de den Ortsnamen übersetzt. Hier war es, vor 100 Jahren, dass Maria den knapp zehnjährigen Hirtenkindern Lucia, Jacinta und Francisco erschien und ihnen drei Prophezeiungen anvertraute: die eines weiteren grossen Krieges, der Bekehrung des kommunistischen Russlands und eines weissen Bischofs, der, von Kugeln getroffen, zusammenbricht. Tatsächlich wurde Papst Johannes Paul II. am 13. Mai 1981, dem Jahrestag der ersten Erscheinung, lebensgefährlich angeschossen. Seine Rettung schrieb er der Gottesmutter zu und pilgerte als Dank ein Jahr später nach Fátima. Dort traf er Lucia, die als einziges der Hirtenkinder noch lebte. Lucia starb 2005, knapp 98-jährig, im selben Jahr

Ein riesiges, dunkles Kreuz empfängt die Pilgernden, die das Heiligtum von Fátima aus südwestlicher Richtung betreten. Der hell besonnte, strahlend weisse Platz umfängt die Besucher mit grünen Bäumen und weiten Arkaden. Bilder: aw

Erscheinungsort Fátima – es geschah an einem 13. Sonntag, 13. Mai 1917: Drei Hirtenkindern, Lucia, Francisco und Jacinta, erscheint nahe ihres Dorfes Fátima bei einer Steineiche die Gottesmutter Maria. Auch in den folgenden Monaten sehen sie die Kinder, insgesamt sechs Mal. Die weiss gekleidete Frau weist die Kinder an, den Rosenkranz für den Frieden der Welt zu beten, und übergibt ihnen Botschaften. Das Ganze zieht Kreise, am 13. Oktober 1917 erleben Zehntausende ein Sonnenwunder. Die Erscheinungen wurden 1930 kirchlich anerkannt.

Thema  3   der halboffenen Erscheinungskapelle nähern, nutzt eine Gruppe junger Erwachsener den strahlenden Tag zu einigen Schnappschüssen. Voll Freude springen sie in die Luft, vielleicht am Gnadenort etwas zu extrovertiert. Von rechts taucht ein Ordner auf und spricht mit den jungen Leuten. Es ist Pedro, selber jung, 19 Jahre alt. Für ihn ist der ganze Platz ein Heiligtum. Seine Arbeit im Auftrag des Bistums Leiria-Fátima begreift er als Mission. Es sei der schönste Ort der Welt, um zu arbeiten. «Ich schätze mich glücklich, hier zu sein. Es ist eine Ehre, die Gottesmutter zu beschützen. Sie beschützt ja auch uns.» Pedro möchte, dass sich alle Pilger hier willkommen fühlen. Manchmal müsse er Leute dezent ansprechen, damit andere in Frieden beten könnten. Er freue sich riesig auf den Besuch des Papstes, einen der grössten Anlässe in Fátima in den letzten Jahren. «Es wird überwältigend sein, wenn so viele Menschen hier gemeinsam mit dem Papst zur selben Zeit beten.»

Gekrümmte Kerzen

Ob kniend zur Kapelle, betend auf der Mauer oder übermütig – Pedro, der junge Ordner, hat alle im Blick. wie der polnische Papst. Jacinta und Francisco, mit deren Heiligsprechung jetzt im Mai beim Besuch von Papst Franziskus in Fátima gerechnet wird, waren schon jung gestorben.

Der schönste Arbeitsplatz Zurück auf den Platz: Während auf der polierten Steinbahn von oben herab immer wieder Pilger sich kniend

Ich gehe hinüber zur Erscheinungskapelle. Wieder sehe ich eine Frau, die auf Knien die Kapelle umrundet. Eine Gruppe vietnamesischer Gläu­ biger bereitet sich mit ihrem Priester auf den Gottesdienst vor. Bald schon hallen ihre Gesänge und Gebete sanft hinaus auf den Platz. Jetzt fällt mir auf, dass es auf dem ganzen Platz, der Cova da Iria, keinen Souvenirstand gibt, keinen Kitsch und Kommerz, äusserst angenehm. Nur ein einziger Stand, leicht im Schatten, verkauft Kerzen. Dicke, dünne, auch meterlange, sehr günstig, teils unter einem Euro. Zehn Meter weiter können sie entzündet werden. Aber der Anblick gibt kein frohes Bild. Ein grosser Teil der Kerzen hängt schräg auf den Ständern, teils aufgeplatzt oder jäh gekrümmt. Liegt es am Material oder an der starken Hitze? Vielleicht stehen die abgeknickten Kerzen sinn-

Was mir Fátima bedeutet:

«

Wir hatten das Gefühl, die liebe Gottesmutter sei uns näher in Fátima als irgendwo anders. Es herrschte eine unbeschreibliche spirituelle Stimmung, als Tausende gläubige Menschen in ihrer Sprache den Rosenkranz beteten. Rita und Theo Huber-Christen, Kriens

»

«

Unsere Liebe Frau von Fátima ist ‹fruchtbarer Segen› für die Kirche und die Welt. Ihre Botschaft des Friedens und der Liebe fliesst auch heute, 100 Jahre später, noch weiter. Sie ist eine Gabe und eine Einladung zu einer persönlichen und gemeinschaftlichen Erfahrung.

»

Don Aloisio Araujo, Portugiesenmissionar, Luzern

«

Maria hat mit ihrer Botschaft in Fátima Weltgeschichte geschrieben. Seit 27 Jahren begleite ich Pilger an diesen Gnadenort, wo wir neuen Mut, neue Hoffnung, mehr Liebe und tiefen Frieden auftanken dürfen. Die Mutter bringt orientierungslose Seelen zurück zu ihrem Sohn Jesus. Ihr unbeflecktes, geordnetes Herz wird zur Heimat für viele. Das gefällt mir so an Fátima.

»

Béatrice Lüscher, Mitglied Fátima-Verein Deutschschweiz

bildlich für etwas, das mir an diesem wunderbaren, lichtüberfluteten Ort wie zu kurz kommt: die Freude an der Auferstehung, das befreite Erlöstsein. Vielleicht geriet das Kreuz oben am Platz zu gross, vielleicht braucht das Wort Jesu «Folge mir nach!» bei aller beeindruckenden knienden Demut auch den aufrechten Gang der Gläubigen. Andreas Wissmiller

4  Veranstaltungen

Treffpunkte

Gottedienst für Krebs-Betroffene

«Immer der Muschel nach – In einem Tag auf dem Jakobsweg durch die Schweiz»: Unter diesem Titel lädt der Dachverband Jakobsweg Schweiz alle Pilge­ rinnen und Pilger und Personen, die das Pilgern einmal ausprobieren wollen, am 20. Mai zu einem Pilgerwandertag  in der Schweiz ein. Ziel ist, Menschen zum Pilgern einzuladen und an einem Tag den Hauptweg von Bregenz – Rorschach bis Genf in 28 Etappen und Gruppen zu begehen. Die 18 Zubringerwege bilden weitere Etappen. Die Wanderungen werden von ausgebildeten Pilgerbegleitern und -begleiterinnen geleitet. Sie informieren im Vorfeld über den Weg, nach Eingang der Anmeldung über den Treffpunkt. Der Luzerner Abschnitt führt von Kriens nach Werthenstein.

Unter dem Thema «Trotzdem Ja» findet am 5. Mai in Luzern wieder ein ökumenischer Gottesdienst von Krebs-Betroffenen für Krebs-Betroffene und ihr Umfeld statt. Getragen wird dieser Gottesdienst von der Frauenkirche Zentralschweiz und der Krebsliga Zentralschweiz.

Ein Tag auf dem Jakobsweg

Sursee und Horw

Maiandachten mit der Behindertenseelsorge Die Behindertenseelsorge der Landeskirche lädt im Marienmonat alle Interessierten zu zwei Maiandachten ein. Sie finden statt am 3. Mai im Alterszentrum Sursee mit Bewohnerinnen und Bewohnern des Wohnhauses Brändi und am 17. Mai in der Blindenheim-Kapelle in Horw. Frauen und Männer des Wohnhauses Stöckli helfen bei der Vorbereitung. Mi, 3.5., 19.00, Kapelle Alterszentrum Sursee; Mi, 17.5., 14.30, Kapelle Blindenheim Horw

Fátima-Wallfahrten 2017

«Damit Christus geboren wird» Auch zur 100-Jahr-Feier der Erscheinungen Mariens in Fátima bieten BAM-Pilgerreisen, die aus dem Fá­ tima-Verein Deutschschweiz hervorgegangen sind, Wallfahrten nach Fá­tima an. 2017 heisst es in der Ausschreibung: Maria «möchte Königin werden über die erkalteten Menschenherzen, damit Christus auch in uns geboren werden kann». Pilgerreisen nach Fátima 2017: Angebot 1: 11.5.–16.5. Kurzwallfahrt mit Teilnahme an der Papstmesse Angebot 2: 11.10.–16.10. Kurzwallfahrt zu den Abschlussfeierlichkeiten Angebot 3: 10.10.–16.10. Verlängerte Kurzwallfahrt mit einem Tag in Lissabon Information: BAM-Pilgerreisen, Postfach 483, 3422 Kirchberg, 034 445 64 73, www.bam-ch.com

Pilgergottesdienst in Fátima.

Von Kriens nach Werthenstein

Bild: zvg

Pilgerbegleiter für Luzern: Robert Strässle, Kriens, 041 320 32 74, [email protected] bluewin.ch, Anmeldung zwischen 3. und 15. Mai erbeten. www.jakobsweg-dachverband.ch

Otto-Karrer-Vorlesung 2017

Wie geht Wiedergutmachung? Wiedergutmachung ist sowohl für das individuelle wie das gesellschaftliche Leben ein grundlegender Aspekt. Unter dem Titel «Wiedergutmachung – auch ein Thema der Ethik» spricht bei der öffentlichen Otto-Karrer-Vorlesung 2017 Guido Fluri aus Cham. Er ist Initiator der sogenannten «Verdingkinderinitiative». Diese hat als Ziel, eine Wiedergutmachung für Verdingkinder und Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen zu erwirken. Zugleich betreibt diese Initiative eine wissenschaftliche Aufarbeitung der Vorfälle. Do, 11.5., 18.15 Uhr, Jesuitenkirche, Bahnhofstr. 11a, Luzern, Veranstalter: Ökumenisches Institut der Universität Luzern, Anmeldung an: [email protected]

Zwischen Bangen und Hoffen

Fr, 5.5., 19 Uhr, Matthäuskirche Luzern. Die Feier gestalten Anita Bättig (Medizinische Sekretärin), Ingrid Bruderhofer (Theologin), Kurt Furrer (Mathematiker) und Silke Thomsen (Kunst- und Ausdruckstherapeutin). Musik: Beat Heimgartner (Piano) und Reto Holderegger (Waldhorn).

Treffpunkt Buch

Mit Maria fängt alles an «An Maria, der Muttergottes, scheiden sich die Geister», so eröffnet Andrea Schwarz, pastorale Mitarbeiterin im Bistum Osnabrück und bekannte christliche Autorin, ihr erfrischendes Buch «Eigentlich ist Maria ganz anders». Schwarz findet entlang der Marienfeste neue Zugänge zur einzigartigen Heiligen – jenseits gelangweilter Ablehnung oder persönlicher Inbesitznahme. Immer geht es Andrea Schwarz um die individuelle Vertiefung des Glaubens. So fragt sie die Lesenden bei «Mariä Geburt», welche Idee Gottes mit ihnen zur Welt kommen möchte, und bei der Kräutersegnung am 15. August, welcher Duft Gottes von ihnen ausgehe. Klar ist für Andrea Schwarz: Die Jesusgeschichte beginnt mit Maria, da fängt alles an. Andrea Schwarz, Eigentlich ist Maria ganz anders, Herder Verlag, Freiburg i. Br., 2016, 143 S.

Luzern – Schweiz – Welt   5

Aus der Kirche

International Philippinischer Kardinal

Luzern

Die neue SKF-Präsidentin Daniela Merkel (rechts) und ihre Vorgängerin Bild: pd Agnes Hodel-Wyss.

Migration als Chance sehen Kardinal Tagle, Präsident von Caritas Internationalis und Erzbischof von Manila, hat dafür plädiert, Migration als Chance zu begreifen. Zu einer ganzheitlichen menschlichen Entwicklung gehörten der Respekt gegenüber anderen Kulturen und Solidarität mit Migranten und Flüchtlingen, unterstrich der philippinische Kardinal auf einem Kongress des Vatikans zum 50-Jahr-Jubiläum der Enzyklika Papst Pauls VI. «Populorum progressio» («Der Fortschritt der Völker»). Russische Bischofskonferenz

SKF-Kantonalverband

Daniela Merkel folgt auf Agnes Hodel-Wyss als Präsidentin Der Kantonalverband des Schweizerischen Katholischen Frauenbunds (SKF) hat eine neue Präsidentin. Daniela Merkel aus Luzern löst die Willisauerin Agnes Hodel-Wyss ab. Diese war fünf Jahre im Amt. Daniela Merkel (54) wurde an der Delegiertenversammlung des SKF am 29. März in Willisau von den 122 Stimmberechtigten aus dem ganzen Kanton einstimmig gewählt. Die neue Präsidentin lebt mit ihren beiden Teenagern in Luzern und ar­ beitet als Kundenberaterin bei einer Bank. Sie wirkt bereits seit 2014 im SKF-Kantonalvorstand mit, bisher im Ressort Politik.

Ein Deutscher als Vorsitzender Bischof Clemens Pickel ist neuer Vorsitzender der katholischen Bischofskonferenz Russlands. Dies berichtet «Radio Vatikan» unter Berufung auf die italienische Nachrichtenagentur Sir. Die russischen Bischöfe wählten den gebürtigen Deutschen bei ihrer  Vollversammlung Mitte März in Sotschi. Pickel ist Bischof der Diözese  St. Clemens in Saratow. Er folgt auf Bischof Paolo Pezzi, der für zwei Amtsperioden den Vorsitz innehatte. Neuer Vizevorsitzender ist der deutschstämmige Bischof Joseph Werth von Novosibirsk.

So ein Witz! Ein Mann braucht eine Frau, weil ja doch irgendwann einmal etwas passiert, für das er keinen Politiker verantwortlich machen kann. Humortafel auf dem Blattner Liebesweg

Bischof Clemens Pickel, der neue Vorsitzende der russischen BischofsBild: kirche-in-not konferenz.

Der Stephansdom in Wien.

Bild: pixabay

Wiener Stephansdom

Grösste Orgel Österreichs soll wieder erklingen Die «Riesenorgel» des Wiener Stephansdoms wird wieder instand gesetzt und spielbar gemacht. Die seit 1991 stillgelegte grösste Orgel Österreichs werde in den kommenden drei Jahren von Grund auf erneuert, kündigte der Wiener Domkapellmeister Markus Landerer im April gegenüber Kathpress an. Am Ostersonntag 2020 soll die neue Riesenorgel auf der Westempore des Doms wieder eingeweiht werden, auf den Tag genau 75 Jahre nach dem grossen Dombrand am Ende des Zweiten Weltkriegs. Auftrag von Johannes Paul II.

Diözesen Görlitz und Legnica intensivieren Nachbarschaft Das Bistum Görlitz will seine Kontakte nach Polen intensivieren. «Wir werden alles tun, um dem Auftrag von Papst Johannes Paul II. gerecht zu werden, Brückenbauer zu sein», erklärte der Görlitzer Bischof Wolfgang Ipolt laut katholischer Nachrichtenagentur kna nach einem Besuch im polnischen Nachbarbistum Legnica (Liegnitz). Dort hatte er an den Feiern zum 25-jährigen Bestehen des Bistums teilgenommen. Der polnische Papst Johannes Paul II. (1978– 2005) hatte dem Bistum Görlitz bei dessen Gründung vor 23 Jahren auf­ gegeben, die Kontakte zum Nachbarland Polen in besonderem Masse zu pflegen.

6   Luzern – Schweiz – Welt

Schweiz

Farbenprächtiger Hindu-Tempel im Berner Haus der Religionen. Bild: aw Schweizer Hindus

Mit vereinter Stimme auftreten In der Schweiz gibt es 50 000 Hindus,  organisiert in unterschiedlichsten Vereinen und Gruppierungen. Anfang April haben sich diese unter dem «Schweizerischen Dachverband für Hinduismus» vereinigt. Mit dem neuen Dachverband haben die Hindus «einen gerechten, offiziellen Platz in der multireligiösen Schweiz» – und damit «endlich eine gemein­ same Stimme» erhalten, so die Medienmitteilung zur Gründung. Neues Bildungshaus in Flüeli-Ranft

Start soll im August erfolgen

In Flüeli-Ranft soll unter dem Namen «Zentrum Ranft» ein spirituelles Bildungshaus entstehen. Eine neue Trägerschaft hat dazu das DorotheaHaus erworben, wie der Verein «Zen­ trum Ranft» Ende März mitteilte. «Flüeli braucht ein spirituelles Haus», sagte Ursula Bründler Stadler, Präsidentin des neuen Vereins, zu kath.ch. Sie nannte drei Schwerpunkte, welche der Verein neben dem Kursan­ gebot setzen will: Langzeitgäste, eine betreute Wohngruppe für Jugendliche sowie der Aufbau einer spirituellen Lebensgemeinschaft vor Ort. www.zentrumranft.ch

Kompositionswettbewerb

Lied für Bruder Klaus gesucht Einen Hymnus für Bruder Klaus komponieren, der in Pfarreien gesungen werden kann: Das ist das Ziel eines Wettbewerbs, den das Liturgische Institut der deutschsprachigen Schweiz in Verbindung mit der Bruder-Klausen-Stiftung Sachseln und dem Trägerverein «600 Jahre Niklaus von Flüe» Ende März ausgeschrieben hat. Den Komponisten stehen fünf Texte zur Verfügung, die von zeitgenössischen Autoren stammen. Neben dem berühmten «Mein Herr und mein Gott» (KG 546), dessen Text Niklaus von Flüe zugeschrieben wird, kennt das Kirchengesangbuch nur ein weiteres Lied über den hei­ ligen Eremiten, dessen Text von Silja Walter stammt (KG 791). Gesucht werden nun Alternativen zu diesen beiden Liedern.

Bruder-Klaus-Kirche in Urdorf: Wo überall wird das neue Lied für Niklaus von Flüe erklingen? Bild: cc/3.0, Charly Bernasconi  Dritte Auflage erschienen

«Nahe sein bis zuletzt»

International Vatikanische Museen

Blutspende verbilligt Eintritt Auch 2017 können Blutspender die Vatikanischen Museen zu einem günstigeren Eintrittspreis besuchen, wie die Museen und die römische Gemelli-Klinik mitteilten. Wer in einem der Zentren der Gemelli-Klinik Blut spendet, erhält eine Ermässigung von vier Euro und darf überdies die Warteschlange am Einlass der Vatikanischen Museen überholen. Erzbistum Chicago

Kardinal startet Sozialinitiative gegen mörderische Gewalt Kardinal Blase Joseph Cupich, der Erzbischof von Chicago, hat für seine Stadt eine Initiative gegen die grassierende Gewalt gestartet. Er kündigte Anfang April bei einer Pressekonferenz an, die Kirche werde ihr soziales  Engagement mit Förderprogrammen gegen Gewalt, Rassismus und Armut deutlich verstärken. Wie Radio  Vatikan unter Berufung auf die «Chicago Tribune» berichtete, kamen allein im vergangenen Jahr 783 Menschen durch Mord ums Leben, die höchste Rate seit 1996. Die Gewalt­ exzesse setzten sich zu Beginn des Jahres 2017 noch stärker fort. Kardinal Cupich war 2014 von Papst Franziskus zum Erzbischof von Chicago, einem der grössten und einflussreichsten Bistümer in den USA und weltweit, ernannt worden.

Der Ratgeber «Nahe sein bis zuletzt», herausgegeben von der ökumenischen Fachstelle «Begleitung in der letzten Lebensphase», ist kürzlich in dritter Auflage erschienen. 15 000 Bücher wurden seit der Veröffentlichung im August 2016 verteilt. Das Buch mit vielen praktischen Tipps für pflegende Angehörige und Freunde kann kostenlos bezogen werden. www.nahesein.ch

Bild: cc-by-2.0, Goat_Girl, flickr.com/photos/ [email protected]/16527074323/

Aus der Kirche

Kardinal Cupich von Chicago.

Thema  7

Käthy Wirz aus Horw begleitet Menschen mit einer Behinderung

Herzlichkeit, die ihr ans Herz geht Vergangenes Jahr erhielten Begleiterinnen und Begleiter von Menschen mit einer Behinderung den dritten «Dank dir!»-Preis. Eine dieser Freiwilligen ist Käthy Wirz aus Horw. Ihr Tun erlebt sie als Bereicherung: «Es ist mehr ein Nehmen als ein Geben.» Käthy Wirz liebt Herausforderungen. Sie betreute einen Kinderhort, war 40 Jahre technische Leiterin im Turnverein, nahm Ferienkinder aus schwie­ rigen Verhältnissen auf, macht seit 24 Jahren Fahrdienst fürs Altersheim und ist vierfaches Grosi. «Öppis muss ich immer machen», sagt die tatkräf­ tige Rentnerin. Dabei zögerte sie, als sie 2006 im Pfarreiblatt den Hinweis las, die Behindertenseelsorge der Landeskirche suche für ihre Ferienund Besinnungskurse in Delsberg Hilfe. «Ob da auch ältere Frauen noch gefragt sind?», dachte sie sich – und lacht heute darüber. Denn Käthy Wirz gehört seither sozusagen zum Inventar im Delsberger Lager für Menschen mit einer geistigen Behinderung. Für die Mithilfe hatte sie sich damals zu ihrem 60. Geburtstag gemeldet. Und war sich schon nach dem ersten Mal gewiss: «Das Beste, was ich mir je schenken konnte.» Die Woche ist für sie «eine grosse Bereicherung. Sie holt mich einmal im Jahr auf den Boden zurück.»

Menschen, die «jetzt leben» Weil Menschen mit einer geistigen Behinderung – Käthy Wirz spricht lieber von Beeinträchtigung – «jetzt leben», wie sie immer wieder feststellt. «Sie studieren nicht, was gestern war und morgen sein könnte. Das fasziniert mich.» So ganz in der Gegenwart zu sein, sei für sie schwierig. «Aber es tut mir gut.»

Käthy Wirz mit zwei Gästen im Ferien- und Besinnungskurs für Menschen mit einer geistigen Behinderung in Delsberg 2015. Bild: Gregor Gander

In allen Bereichen mitzuhelfen – etwa auch in der Körperpflege –, habe sie freilich anfänglich Überwindung gekostet. «Aber die Arbeit ist wertvoll. Und ich werde nie so oft und überschwänglich begrüsst am Morgen wie in Delsberg.» Überhaupt, diese Herz-

«Dank Dir!»-Preis erhalten Die Begleiterinnen und Begleiter von Menschen mit einer Behinderung haben vergangenes Jahr den dritten «Dank dir!»-Preis der katholischen Kirche im Kanton Luzern erhalten. Die Auszeichnung wurde stellvertretend den Betreuerinnen und Betreuern im Delsberger Ferien- und Besinnungskurs der Landeskirche am 26. Mai übergeben. Der Preis soll sichtbar machen, was an Freiwilligenarbeit in diesem Bereich geschieht. Der vierte «Dank dir!»Preis wird wiederum um Pfingsten übergeben.  do

lichkeit: «Diese Spontaneität und Dankbarkeit, das muss man selbst erleben», erzählt Käthy Wirz. Diese Menschen seien «wirklich echt». Ihr Umgang untereinander, in der Freude wie in der Trauer – «das kann man gar nicht beschreiben». Die Lager­ wochen seien für sie auf jeden Fall «mehr ein Nehmen als ein Geben».

«Eine grosse Anerkennung» Dass die Landeskirche und der Seelsorgerat Menschen wie sie vergan­ genes Jahr mit dem «Dank dir!»-Preis ausgezeichnet haben (siehe Kasten), freut sie. «Das ist eine grosse Anerkennung.» Ob sie dieses Jahr wieder als Betreuerin in Delsberg dabei sein wird, liess Käthy Wirz lange Zeit offen. Jetzt sei sie schon elf Mal dabei gewesen, fand sie, und nun schon 70. Doch das Dutzend soll voll werden, Käthy Wirz hat sich angemeldet. Sie schmunzelt: «Ich würde die Woche wohl vermissen …» do Infos: www.lukath.ch/behindertenseelsorge, 041 419 48 43

8  Thema

Luzerner Religionsgemeinschaften – zum Beispiel die Bahai

Die Welt ein Stück besser machen Der Bahai-Glaube ist die jüngste Weltreligion. In der Schweiz ist die Gemeinschaft mit 1000 Gläubigen klein. Eine von ihnen ist die Luzernerin Shiva Stucki-Sabeti. Der Dialog mit anderen Religionen ist für sie «essenziell». Wie leben Sie Ihren Glauben? Shiva Stucki-Sabeti: Nebst Gebet, Meditation, Studium der BahaiSchriften und Teilnahme am Gemeindeleben versuche ich vor allem, die Bahai-Prinzipien umzusetzen. Das oberste Ziel ist die Einheit der Menschheit. Die Bahai möchten eine Welt aufbauen, in der alle Menschen, unabhängig von Nationalität, Rasse, Geschlecht und Religion, friedlich zusammenleben. Alle weiteren Prinzipien dienen dazu, dieses Ziel zu erreichen. Dabei liegen mir das Prinzip der Gleichwertigkeit von Frau und Mann und dasjenige der Harmonie zwischen Religion und Wissenschaft besonders am Herzen. Die Bahai-Gemeinde ist klein. Wie wird sie wahrgenommen? Meiner Erfahrung nach in der Regel positiv. Ihre wichtigsten Prinzipien

Viele Menschen haben noch nie von uns gehört. Das löst manchmal Un­ sicherheiten und Befürchtungen aus. Gleichzeitig finde ich es manchmal anstrengend, von Grund auf erklären zu müssen, was Bahaismus ist. Ge­ nerell ist es ja heute eher uncool, sich in einer Religionsgemeinschaft zu engagieren. So wünschte ich mir bisweilen, mehr dazuzugehören und weniger anders zu sein.

Die Luzernerin Shiva Stucki-Sabeti gehört zur Gemeinschaft der Bahai. pd scheinen nachvollziehbar und werden geschätzt. Besonders ihre Friedensbemühungen finden gemeinhin Anerkennung. So hat die Bahai-Gemeinde bei der UNO seit 1948 beratenden Status. Wie reagieren Ihre Mitmenschen, wenn Sie hören, dass Sie eine Bahai sind?

Welchen Stellenwert hat für Sie als Bahai der interreligiöse Dialog? Er ist für mich auf Grund der BahaiPrinzipien «Einheit der Religionen» und «Einheit der Menschheit» essenziell. Dabei geht es um mehr als um Toleranz. Es geht um Austausch, echtes Interesse und Zuhören, es geht darum, voneinander und miteinander zu lernen. Ich möchte den Fokus auf die zahlreichen Gemeinsamkeiten aller Religionen legen, ohne Negieren der bestehenden Unterschiede. Wenn diese Art von interreligiösem Dialog gelingt, entsteht ein Gefühl echter Verbundenheit, das sich nicht nur wunderbar anfühlt, sondern die Welt ein Stück besser macht. Interview: Urban Schwegler

Religionen laden «Unter einem Dach» ein

Die Bahai weltweit: 6 Millionen Menschen

Die Bahai sind eine von vielen Religionsgemeinschaften in Luzern, die am 10. Mai unter dem Titel «Unter einem Dach» zur Begegnung einladen. Der Anlass findet zum dritten Mal statt, wiederum in der Kornschütte im Luzerner Rathaus. Grussworte von Stadtrat  Martin Merki und Kantonsratspräsident Andreas Hofer, Konzert des Chors der Nationen, Informationsstände, kulinarische Spezialitäten, gemeinsames Intermezzo.

Die Bahai-Religion ist die jüngste Weltreligion. Sie wurde von Baha’ullah (1817–1892) gegründet. Das grund­ legendste Prinzip ist die Einheit Gottes, der Religionen und der Menschheit. Ziel ist, weltweit die Einheit der Menschheit in ihrer ganzen Vielfalt zu verwirklichen. Die Gemeindeordnung der Bahai kennt keinen Klerus. Sie beruht auf demokratisch gewählten Institutionen. Sitz des obersten Rates ist Haifa in Israel. Weltweit gehören etwa 6 Millionen Menschen in rund 200 Ländern dem Bahai-Glauben an. us

Mi, 10.5., 18.30–21.30 Uhr, Kornschütte im Rathaus Luzern, Eintritt frei; 13.45–16.15 Uhr Programm für Schulklassen. www.luzerner-religionsgemeinschaften.ch

www.bahai.ch

Thema  9

Mai-Aktion des KAB-Hilfswerks «Brücke – Le pont»

Gerechtigkeit für Frauen wie Selma Was bedeutet Gerechtigkeit? Wann ist etwas ungerecht? Habe ich den Mut, für die Rechte anderer mit Wort und Tat einzustehen? Diesem komplexen, aber sehr grundsätzlichen Thema widmet sich heuer die Mai-Aktion von «Brücke – Le pont». Nach dem Heiligen Jahr der Barmherzigkeit setzen wir uns auch mit der Unbarmherzigkeit auseinander. Auch wenn es «auf Erden» nie vollkommene Gerechtigkeit geben wird, so ist es doch unsere Aufgabe als Christen, uns zugunsten der betrogenen und gedemütigten Menschen für mehr Gerechtigkeit einzusetzen.

David gegen Goliath Für Selma ist Ungerechtigkeit nicht einfach ein leeres Schlagwort. Selma lebt in Honduras und kann sich mit ihrer Arbeit in einer Textilfabrik nur knapp über Wasser halten. Die 20-Jährige ist hochschwanger. Als sie sich bei der Ärztin der Firma mit Schwellungen und Ausschlägen meldet, meint diese: «Es ist nicht schlimm, gehen Sie wieder zur Arbeit!» Als Selma kurz darauf in Ohnmacht fällt, ruft der Assistent die Ambulanz. Sie wird ins Spital gebracht und kann dort ihr Kind gebären. Aber sie hat Nierenversagen, und zwar so anhaltend, dass sie seither und für den Rest ihres Lebens drei Mal pro Woche zur Dialyse gehen muss. Untersuchungen zeigen, dass die Arbeit Schuld an ihrer Erkrankung ist. Die Firma hat Selma entlassen und will von allem nichts wissen.

Miserable Löhne Die Partnerorganisation von «Brücke – Le pont» hat sich des Falls angenommen, berät Selma und hat das Unter-

Die Arbeitsbedingungen von Fabrikarbeiterinnen in Zentralamerika sind oft Bild: Brücke – Le Pont miserabel. nehmen auf Schadenersatz verklagt. Noch ist der Fall hängig. Wie Selma ergeht es Tausenden von Arbeiterinnen in Zentralamerika. Sie schuften in Textilfabriken oder in Heimarbeit,

Mai-Aktion 2017 «Brücke – Le pont», das Hilfswerk der Katholischen Arbeitnehmer­ bewegung KAB Schweiz, unterstützt in seiner Mai-Aktion Frauenorganisationen in Honduras und El Salvador, welche sich für die Rechte von Arbeitnehmerinnen einsetzen. Das Motto der Aktion 2017 lautet: «Schaffen wir Gerechtigkeit!» Alle katholischen Pfarreien der Deutsch- und Westschweiz haben zur Aktion Gottesdiensthilfen erhalten. «Brücke – Le pont», Rue St-Pierre 12, 1700 Freiburg, www.bruecke-lepont.ch/aktionen/ mai-aktion, [email protected]

doch die Arbeitsbedingungen und der Lohn sind in sehr vielen Fällen miserabel. In manchen Fabriken beträgt die Essenszeit nur zehn Minuten. Während der Arbeit dürfen die Arbeiterinnen nicht trinken, weil sie dann zur Toilette gehen müssten.

Arbeiten im Maschinentakt Der Produktionsprozess funktioniert wie ein Förderband: Gerät eine Frau in Rückstand, kommt sie unter Druck durch die Arbeiterinnen vor und hinter ihr. Das belastet sie nicht nur körperlich, sondern auch psychisch. Denn die Frauen wollen nicht schuld sein, wenn die Produktion dem strengen Rhythmus nicht folgen kann und alle bestraft werden. Kommt hinzu, dass die Frauen auch zu zwei Schichten zu je zehn Stunden hintereinander gezwungen werden können. Wer sich widersetzt, verliert die Stelle. Andreas Jahn/«Brücke – Le pont»

Worte auf den Weg

Bild: Andreas Wissmiller, Strassenszene in Porto

W

ir pflegen eine Kultur der Gastfreundschaft, der Offenheit und der Aufmerksamkeit. Menschen in allen Glaubens- und Lebenssituationen, aus unterschiedlichen Milieus und ungeachtet der Intensität ihrer Beziehung zur Kirche sollen offene Ohren und Räume finden. «Den Glauben ins Spiel bringen», Pastoraler Entwicklungsplan des Bistums Basel, Kap. 3.3.1