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Bundeswehr wirbt um Cyber-Start-ups - SPIEGEL ONLINE

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Verteidigung

Bundeswehr wirbt um Cyber-Start-ups Ein neues Team von Techies und Start-up-Unternehmern soll dafür sorgen, dass die Bundeswehr beim Cyber-Wettrüsten mithalten kann. Doch passen die Digitalszene und die schwerfällige Truppe überhaupt zusammen?

 Dominik Butzmann/ DER SPIEGEL

Hauptmann Nicolas Heyer (graue Uniform), Fregattenkapitän Marcel Yon (mit dunkler Uniform) und Jan Andresen

Von Konstantin von Hammerstein



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Samstag, 18.03.2017 12:13 Uhr



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Wieherndes Gelächter. Was für eine absurde Frage. Ob man als Start-upUnternehmer Geschäfte mit dem Staat machen würde? Fünf Jahre warten, bis sich eine Behörde endlich durchgerungen hat? Nee, stöhnen die drei Männer, never ever, totale Zeitverschwendung.

Mehr dazu im SPIEGEL Heft 12/2017

Die Formel für ein gesundes Leben  Wissenschaft: Besser essen, einfach essen Digitale Ausgabe | Gedruckte Ausgaben | Apps | Abo

"Bevor ein Start-up einen Euro Umsatz mit der Öffentlichen Hand gemacht hat", sagt Marcel Yon, "schafft es woanders zehn Euro." Jan Andresen und Nicolas http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundeswehr-wirbt-um-cyber-start-ups-a-1139323.html

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Heyer nicken. Fünf Jahre sind unendlich lang, wenn man in einer Welt lebt, die in Hundejahren tickt und alles siebenmal so schnell ist. So wie ihre Welt. Yon und Andresen sind Cyber-Unternehmer. Sie gründen, bauen auf, verkaufen. Dann geht es wieder von vorne los. Andresen hat seine erste Firma für Computerspiele mit drei Freunden in der elften Klasse gegründet, seine letzte verkaufte er 2014 an den Bertelsmann-Konzern. Bundeswehr startet "Cyber Innovation Hub" Heyer war Hubschrauberpilot bei der Bundeswehr, arbeitete bei einem Start-up und sechs Jahre lang für Google. Gerade gründete er sein eigenes Unternehmen, doch jetzt hat er als Hauptmann der Reserve mit Yon und Andresen ausgerechnet bei einer Institution angeheuert, gegen die ein Großtanker so beweglich erscheint wie eine Springmaus. Die drei Männer bilden den Kern einer neuen Truppe, die dafür sorgen soll, dass die Streitkräfte technologisch nicht abgehängt werden. "Cyber Innovation Hub" heißt die Einrichtung, die in diesen Tagen starten soll. Serienunternehmer Yon ist die treibende Kraft hinter der neuen Innovationsagentur der Bundeswehr. Der frühere Investmentbanker, der mit dem Verkauf seiner Firmen Millionen gemacht haben dürfte, trägt inzwischen Uniform. Als Fregattenkapitän der Reserve hat er um sich Techies, CyberSpezialisten und Start-Up-Unternehmer versammelt, die demnächst standesgemäß in ein Loft in der Nähe der Berliner TU ziehen werden. Das Projekt ist erst einmal auf drei Jahre begrenzt und soll in der Endstufe auf 30 Männer und Frauen anwachsen. 12,6 Millionen Euro lässt sich die Bundeswehr den Unterhalt ihres Innovationsteams kosten, weitere 15 Millionen stehen für Projekte zur Verfügung. 80 Prozent der militärischen Neuentwicklungen finden im Cyberbereich statt Yon und seine Leute sollen das machen, wozu die Bundeswehr nicht in der Lage ist. Nach interessanten Innovationen fahnden, "Studien, Pilotprojekte, Ideenwettbewerbe etc. zur Validierung von Technologien durchführen", wie es in einem internen Ministeriumspapier heißt und selbst als "Initiator oder Auftraggeber für die (Weiter-)Entwicklung disruptiver Technologien wirken". Es geht nicht darum, Cyber-Offensivwaffen zu entwickeln, sondern zivile Erfindungen für das Militär nutzbar zu machen. Yon nennt zwei Beispiele: Software, die Künstliche Intelligenz dazu nutzt, riesige Datenmengen nach unentdeckten Viren abzusuchen. Oder die Frage, ob sich die "Blockchain"Technologie der manipulationssicheren Transaktionen auch militärisch nutzen lässt. Die schwierigste Aufgabe wird sein, die Neuerungen in den Moloch Bundeswehr einzuführen. In den sechs Jahrzehnten ihres Bestehens hat sich die Truppe einen soliden Spitzenrang in der Gruppe der schwerfälligsten Institutionen gesichert. Das ging so lange gut, wie die neueste Glattrohrkanone oder Panzerung über Sieg oder Niederlage im Rüstungswettlauf entschied. Innovationszyklen wurden in Dekaden und nicht in Jahren bemessen. Doch die Zeiten haben sich geändert. Bis zu 80 Prozent der militärisch relevanten Neuentwicklungen finden heute im Cyberbereich statt, schätzt man im Berliner Verteidigungsministerium. Damit muss die Bundeswehr in einer Umgebung operieren, in der sie keine Peilung hat. Die Welt der Hundejahre ist ihr fremd. Blick in die USA und nach Israel Digitale Innovationen haben ein extrem hohes Tempo, es geht um Monate und nicht um Jahrzehnte. Die Entwicklung findet nicht linear, sondern exponentiell http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundeswehr-wirbt-um-cyber-start-ups-a-1139323.html

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statt, weil jede Innovation die Geschwindigkeit noch steigert. Schnell zu scheitern gilt nicht als Niederlage, sondern als Gewinn, bevor man sich in aussichtslosen Projekten verzettelt. Auch die Akteure verändern sich. Kleine Start-up-Unternehmen, zu denen die Bundeswehr keinen Zugang hat, werden wichtiger, die Bedeutung der großen Anbieter schrumpft. Seit Monaten reisen Abgesandte des Ministeriums nach Washington, Kalifornien und nach Israel, um Ideen zu bekommen, wie sich das Dilemma lösen lässt. Amerikaner und Israelis pflegen schon lange den Austausch zwischen Militär und Gründerszene. Das Pentagon unterhält im Silicon Valley eine eigene Innovationsagentur, in Israel gibt es ein dichtes Geflecht von Armee, Hochschulen und Ex-Militärs mit ihren Start-ups. Der "Cyber Innovation Hub" der Bundeswehr ist der Versuch, aus den Erfahrungen der anderen zu lernen. "Ach", sagt Multi-Unternehmer Andresen, "ich habe 23 Jahre lang gehört: Das funktioniert bestimmt nicht. Dabei fängt der Spaß doch damit überhaupt erst an."

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SirTurbo 18.03.2017



ironcock_mcsteele 18.03.2017



crowzero 18.03.2017 3. Cyber? Ich bin seit über 25 Jahren in der IT Branche. Was soll ich mir eigentlich unter dem Cyber vorstellen? Laut Wikipedia: "Bestandteil des Club-Geschehens der Schwarzen Szene" [...]



BenWellesley 18.03.2017 4. Es ist natürlich ein leichtes zu behaupten es läge an der "schwerfälligen Truppe". Womit dann natürlich auch noch wunderbar suggeriert werden kann "die dummen Soldaten" .... Ich kenne im Raum München einige Ex-Soldaten die im [...]



Sumerer 18.03.2017 5. Ich bin schon rund 10 Jahre länger in der IT-Branche unterwegs. Der Duden bezeichnet "Cyber" abgeleitet aus dem englischen "cybernetics" - als Präfix. Insofern ist der verwendete Präfix [...]

1. Eigentlich... hätte ich ja getippt daß Leute die in IT gut sind Besseres zu tun haben als ausgerechnet mit DIESEM Staat zusammenzuarbeiten. Da ist üblicherweise die Moral davor. Wenn ich dann aber von Leuten lese die Firmen am [...]

2. DIESER Staat ist ein demokratischer und friedlicher Rechtsstaat. Moralische Hürden gibt es nur, wenn das Weltbild ohnehin eine Schieflage hat. Aber das ist dann ein persönliches Probelm. Die Verflechtung von ex-Militärs, [...]



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