Caritas – Anwalt für Menschen - Caritas Wien

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Jahresbericht 2003 Caritas – Anwalt für Menschen 103976_JRWien03_cover2.idd 1 05.07.2004, 14:49 Uhr Inhalt Vorwort 3 Überblick 5 Caritas in ...

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Jahresbericht 2003

Caritas – Anwalt für Menschen

103976_JRWien03_cover2.idd

1

05.07.2004, 14:49 Uhr

Inhalt Vorwort

3

Überblick

5

Caritas in Zahlen

8

Pressesplitter

11

Pfarren leben Caritas

Pflege

Story: „Christen leisten Lebenshilfe“

12

Story: „Lebensqualität im Alter“

38

Zahlen und Fakten: Pfarr-Caritas

13

Zahlen und Fakten: Pflege

39

Caritas – Anwalt für Menschen: Thema Pflege & Hospiz

41

Wohnungslos Story: „Wohnungslos – nicht hoffnungslos“

16

Zahlen und Fakten: Wohnungslos

17

Caritas – Anwalt für Menschen: Thema Wohnungslosigkeit

19

Arbeitslos

Ehrenamt Story: „Ehrenamt im Trend“

42

Zahlen und Fakten: Ehrenamt

43

Hilfe im Ausland

Story: „Arbeit schafft Selbstwert“

20

Story: „Hilfe ist grenzenlos“

44

Zahlen und Fakten: Arbeitslos

21

Zahlen und Fakten: Hilfe im Ausland

45

Caritas – Anwalt für Menschen: Thema Arbeitslosigkeit

23

Notizen aus Chisinau: Aus dem Tagebuch von Caritasdirektor Michael Landau

47

Beratung und Familie

Katastrophenhilfe

Story: „Hilfe für Familien hat viele Gesichter“ 24

Story: „Erdbeben, Krieg und Hunger“

48

Zahlen und Fakten: Beratung, Familienhilfe und Psychotherapie

25

Caritas – Anwalt für Menschen: Thema Hilfe im Ausland

49

Caritas – Anwalt für Menschen: Thema Beratung, Hilfe und Psychotherapie

27

Asyl Story: „Menschenrecht Asyl“

28

Zahlen und Fakten: Asyl

29

Caritas – Anwalt für Menschen: Thema Asyl 31

Migration Story: „Herausforderung Migration“

32

Zahlen und Fakten: Migration

33

Caritas – Anwalt für Menschen: Thema Migration

35

Ausbildung Story: „Berufe mit Inhalt und Zukunft“

50

Caritas – Ausbildung

51

Menschen mit Behinderungen Story: „Barrieren sehen und abbauen“

52

Zahlen und Fakten: Menschen mit Behinderungen

53

Caritas – Anwalt für Menschen: Thema Behindert

55

Service Adressen

Hospiz

2

Publikationen/Caritas hilft Story: „Hospiz bedeutet Leben“

36

Zahlen und Fakten: Hospiz

37

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www.caritas-wien.at

Vorwort „Danke“ – das soll diesmal das erste Wort sein, das ich an Sie richten möchte. Danke, dass Sie sich für die Arbeit der Caritas der Erzdiözese Wien interessieren, diese Arbeit vielleicht auch schon finanziell unterstützen. „Danke“, Ihnen, den Spenderinnen und Spendern. Ein „Danke“, für das ich nur Botschafter sein kann, denn es ist ein „Danke“, das uns Frauen, Männer und Kinder sagen, wenn wir als Caritas, dank Ihrer Spende, Unterstützung geben können und dürfen. Immer wieder bitten uns Frauen und Männer, unseren Spenderinnen Michael Landau und Spendern zu danken, die tausende Kilometer – oder auch nur wenige Häuserblocks – entfernt an sie denken und ihnen mit konkreter Hilfe beistehen. Seien Sie dessen gewiss: Ihre Hilfe kommt an, Ihre Hilfe bringt Hoffnung und konkrete Unterstützung, und Ihre Hilfe löst große Freude und große Dankbarkeit aus. Etwa im südlichen Afrika, in Malawi. Dort müssen Bewässerungsformen gefunden werden, um in Zukunft Dürre-Katastrophen wie der im vergangenen Jahr vorzubeugen. Ein System von Tretpumpen, ursprünglich in Indien entwickelt, die das Wasser von den Wasserlöchern auf die Felder transportieren, wird von der Caritas Malawi mit Hilfe aus Österreich installiert. Eine Pumpe versorgt fünf Familien, die eine Fläche von 2,5 bis 3 Hektar bewirtschaften. Und eine gute Ernte ist der erste Schritt, um wieder für sich selbst sorgen zu können. 100 Euro kostet eine Pumpe, wie wir sie im vergangenen Jahr beim Auftakt zur Augustsammlung auf dem Stephansplatz gezeigt haben. Doch, Sie werden es wissen, der Großteil der Mittel wird von der Caritas in Österreich eingesetzt. Für die stille, alltägliche Hilfe, etwa für Familien in Not, für Menschen mit Behinderungen, für obdachlose und von Obdachlosigkeit bedrohte Menschen – z.B. im ersten Tageszentrum speziell für obdachlose Frauen –, für Menschen, die alt und pflegebedürftig geworden sind, in der Hospizarbeit. Arm sein in einem reichen Land bedeutet auch heute noch allzu oft, kein Geld für Essen am Monatsende zu haben. Und unsere tägliche Arbeit zeigt: Kinderarmut folgt der Elternarmut. Wer die Eltern unterstützt, hilft auch den Kindern. 46 Prozent der Menschen, die in die Sozialberatungsstellen der Caritas kommen, haben Kinder. Die Caritas berät, tröstet, assistiert, vermittelt und hilft: Denn nur wenn die Eltern es schaffen aus der Armut wieder herauszukommen, haben auch die Kinder eine Chance. Armut muss nicht vererbbar sein. Wir können mit Ihrer Hilfe etwas dagegen tun – um der Eltern und um der Kinder willen. Mit Ihrer Hilfe haben wir 2003 umfangreiche Bauvorhaben in unseren Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen vorantreiben können. Nur durch Spenden war und ist es uns möglich, etwa den Umbau des Turmhofs in Retz oder Neubauten für Wohngemeinschaften von Menschen mit Behinderungen umzusetzen. Unser Ansatz – Selbstbestimmung, Normalisierung und Integration – braucht ideelle und finanzielle Unterstützung. Nur dann können wir weitergehen in eine Welt, in der es „normal ist, verschieden zu sein“. Auch dort, wo Leben und Tod so nahe beieinander liegen, sind wir auf Ihre Spende angewiesen. Das große Anliegen der Caritas-Hospiz-Bewegung ist es, Begleitung in einem Lebensabschnitt anzubieten, der oft von Angst und Unsicherheit

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geprägt ist. Wenn Gedanken über Tod und Abschied vielleicht in besonderer Weise Aktualität erlangen, ist der verständnisvolle Beistand und Trost eines Menschen besonders wichtig. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Mobilen Caritas-Hospizes bemühen sich, schwer kranken Menschen und ihren Angehörigen professionelle und liebevolle Betreuung in ihrer vertrauten Umgebung anzubieten und so ein menschenwürdiges Leben bis zuletzt zu ermöglichen. Gerade für einen schwer kranken Menschen, der weiß, dass ihm oder ihr nicht mehr viel Zeit bleibt, ist die behutsame Nähe und Hilfe eines anderen Menschen besonders tröstlich. Als Caritas sagen wir: Menschen sollen an der Hand eines anderen Menschen sterben und nicht durch die Hand eines anderen Menschen. Ihre Spende macht diese menschliche Begleitung am Ende des Lebens möglich. Zugleich ist sie aber auch ein Zeichen des Mit-Leidens, der Aufmerksamkeit und Nähe, und auch dafür möchte ich Ihnen ganz besonders danken. Im Jahr 2003 haben wir, um ein letztes Beispiel aus der täglichen Arbeit zu erwähnen, mehr als 2500 Menschen aus über 70 Nationen in den fünf Flüchtlingshäusern der Caritas der Erzdiözese Wien betreut. Flüchtlinge, die nicht in die Bundesbetreuung aufgenommen worden waren, wären auf der Straße gestanden, wenn es den Einrichtungen der Caritas oder anderer Hilfsorganisationen nicht gelungen wäre, diese Männer, Frauen und Kinder unterzubringen. Auch wenn nun seit 1. Mai 2004 neue gesetzliche Rahmenbedingungen die Versorgung sichern sollen, die Erfahrungen im Jahr 2003 waren oft mehr als schwierig. Mittellosen, asylsuchenden Menschen während ihres Asylverfahrens Unterkunft, Verpflegung und Betreuung zu geben, darum haben wir uns bemüht. Wenn es kälter wurde, waren unsere Unterbringungsmöglichkeiten regelmäßig überfüllt. Da waren es wieder unzählige Menschen, die mit ihren Geldspenden, aber auch mit Sachspenden – Lebensmitteln, Reis, Teigwaren u. ä. – dazu beigetragen haben, dass wir diesen Menschen nicht nur eine Schlafstelle, sondern auch Essen anbieten konnten. Oft ist es nicht viel, was wir tun können, aber diese kleine Hilfe macht für die Menschen einen großen Unterschied. Und es sind da wie dort oft die Schwächsten, die ohne Hilfe einmal mehr auf der Strecke zu bleiben drohen. Caritas ist eine Lebenshaltung. Eine Lebenshaltung, die keine Angst hat zu teilen. Wenn Sie bereit sind zu teilen, dann leisten Sie einen wesentlichen Beitrag für eine bessere Welt für uns alle: Geld zu spenden oder Toiletteartikel für einen obdachlosen Menschen in der „Gruft“, Kinderspielzeug für das Familienzentrum oder das MutterKind-Haus, oder auch Zeit zu spenden in ehrenamtlicher Tätigkeit etwa für alte Menschen in einem Seniorenhaus – auch der kleinste Beitrag zählt, der kleinste Schritt bewegt in die richtige Richtung. Viele machen mit, und gottlob werden es Tag für Tag mehr. Danke für Ihr Mit-Tun – denn: Ohne Ihre Hilfe sind wir hilflos! Ihr

Michael Landau Caritasdirektor Erzdiözese Wien

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Caritas im Überblick 2003

3 Betreuen und Pflegen Zuhause 991 hauptamtliche MitarbeiterInnen geben Kunden und Angehörigen Sicherheit, wenn es um kompetente Betreuung und Pflege zu Hause geht. Von der Heimhelferin, die bei der Arbeit im Haushalt unterstützt, über die Heimpflegerin bis zur Diplom-Gesundheitsund Krankenschwester, ihr Ziel ist, solange es geht, die Lebensqualität älterer Menschen in den eigenen vier Wänden zu sichern.

Asyl

Migration

Die Caritas setzt sich dafür ein, dass jene Menschen, die in Österreich einen Asylantrag stellen und damit erklären, Flüchtlinge im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention zu sein, ein faires Verfahren und im Falle der Hilfsbedürftigkeit eine grundlegende Versorgung erhalten.

Damit ausländische MitbürgerInnen eine Chance auf Integration haben, sind vor allem drei Grundvoraussetzungen zu erfüllen: volle Harmonisierung von Aufenthalts- und Beschäftigungsrecht, Recht auf ein Familienleben, Recht auf soziale Absicherung.

Für Menschen 7 mit Behinderungen Im Europäischen Jahr für Menschen mit Behinderungen setzte die Caritas österreichweit Aktionen, um auf Chancen und Grenzen für Menschen mit Behinderungen hinzuweisen. „Behindert ist, wer behindert wird“, machte die Caritas deutlich. Abbau von Barrieren ist kein Gnadenakt der Gesellschaft. Es geht um Rechte, nicht um Mitleid.

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3 Arbeitslos Mit der Zahl der arbeitslosen steigt auch die Zahl der langzeitarbeitslosen Frauen und Männer in Österreich. In mittlerweile sieben Beschäftigungsprojekten der Caritas – drei sind 2003 neu hinzugekommen – bekommen langzeitarbeitslose Menschen Arbeit für ein bis zwei Jahre und eine gute Chance auf Wiedereinstieg in den freien Arbeitsmarkt. Die Begleitung durch SozialarbeiterInnen wirkt stabilisierend, hilft bei der Bewältigung von psychisch belastenden Situationen, bei Entschuldung oder der Bewältigung von sozialen Problemen.

Senioren- und Pflegehäuser

7

Alt werden in Würde – entweder wohnen in einem Appartement (mit oder ohne Pflege und Betreuung) oder betreut in einer Pflegestation – die elf Seniorenhäuser bieten beides. Zwei Tageszentren sind ein zusätzliches Angebot für mehr Lebensqualität im Alter.

3 Beratung und Therapie Menschen in Krisensituationen begleiten, unterstützen, Hilfe zur Selbsthilfe ermöglichen. Das ist die Aufgabe des umfangreichen Beratungsangebotes der Caritas. Besonders Familien, Erwachsene und Kinder finden hier ein differenziertes Angebot vor. Die soziale Ausgrenzung von Kindern und Jugendlichen ist in vielen Fällen durch die Armut der Eltern bedingt. Von daher zählt die Familienarbeit zu den wichtigsten Aufgaben der Caritas und bedeutet gleichzeitig eine unbezahlbare Investition in die Zukunft junger Menschen.

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Auslandshilfe

3 Wohnungslos Qualität und Kontinuität sind die Leitfäden der Caritas-Wohnungslosenhilfe. Etliche schon traditionsreiche Einrichtungen bewähren sich seit Jahrzehnten. Daneben werden ständig neue Projekte entwickelt und ausgebaut, die den aktuellen sozialen und gesellschaftlichen Bedürfnissen entsprechen. Rund 6000 Menschen sind in einer der Caritaseinrichtungen für Wohnungslose beraten, betreut oder beherbergt worden.

Pfarr-Caritas

Ehrenamt

„Das Leben der Christen ist nur in Verbindung von Spiritualität und Solidarität möglich. Wer in Gott eintaucht und mit Gott neben den Armen auftaucht, lernt von Gott zunächst das Hinschauen“ (Lainzer Markierungen). Über 6000 ehrenamtliche MitarbeiterInnen in den Pfarren der Erzdiözese Wien zeigen: Caritas ist eine Haltung, die zum Leben der Christen gehört.

Das Internationale Jahr der Freiwilligen 2001 hat bei der Caritas einen „Ehrenamt-Boom“ ausgelöst. Die Anfragen haben sich verdoppelt. 750 Frauen und Männer waren 2003 tätig. 300 Erstgespräche wurden geführt. 126 „Neulinge“ waren zum Jahresende tätig.

Ausbildung In sozialen Berufen wie Familienhilfe, Altenpflege, Behindertenbetreuung und -pädagogik tätig zu sein, verlangt eine hohe Qualifikation. Die Caritasschulen bieten an vier Standorten in Wien und Wiener Neustadt hohe Qualität.

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Hospiz Wer Sterbehilfe nicht will, muss für optimale Sterbebegleitung sorgen. Die Caritas bekennt sich zu einer „Kultur des Lebens“, zu der eine Kultur des Sterbens, eine Kultur der Solidarität mit den Sterbenden, untrennbar dazugehört.

Hilfe im Ausland Der Auftrag der Caritas Menschen in Not zu helfen endet nicht an der österreichischen Staatsgrenze. Die Caritas der Erzdiözese Wien setzt dabei besondere Akzente in der Hilfe für Kinder und alte Menschen in Ost- und Südosteuropa. In der Katastrophenhilfe waren Erdbeben in Algerien und im Iran, der Krieg im Irak und der Hunger in Afrika Herausforderungen.

Caritas in Zahlen Schnellstmögliche Unterstützung von Menschen in Not, darum geht es der Caritas. Dabei legt die Caritas Wert auf größtmögliche Sparsamkeit, besonders im zentralen Verwaltungsbereich. Insgesamt beträgt der Anteil der Zentralen Verwaltungskosten im Bereich der Caritas der Erzdiözese Wien 4,3 Prozent.

In der Internationalen Arbeit kann die Caritas als Teil eines internationalen Netzwerkes generell die Kosten gering halten, da es in fast allen Ländern eine Caritas gibt. Die Caritas der Erzdiözese Wien hat in folgenden Staaten, Ländern und Regionen eigene Projekte laufen: Albanien, Bosnien, Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Moldawien, Serbien, Ukraine. Darüber hinaus werden Projekte über die Österreichische Caritas auch in Afrika, Asien und Amerika unterstützt. Dabei setzt die Caritas sich gerade dort für Menschen ein, wo andere Hilfsorganisationen sich zurückgezogen haben. Katastrophenhilfe (z. B. nach Naturkatastrophen) wird auch über die Österreichische Caritas abgewickelt.

Aufwendungen Wohnungslosenhilfe

3 5.856.466,–

AusländerInnenhilfe

3 7.742.901,–

Arbeitslosenhilfe

3 5.880.869,–

Beratung und Familie

3 3.993.809,–

Senioren- und Pflegehäuser

3 36.644.189,–

Behinderteneinrichtungen

3 24.690.851,–

Betreuen und Pflegen

3 26.950.930,– 3 1.445.325,–

Ausbildungszentren Pfarr-Caritas

3 335.308,–

Ausland

3 3.116.736,–

Gesamt

3 116.657.389,–

Gesamtbudget 55 %

öffentliche Kostenersätze

15 % Spenden 1% 23 %

private Kostenersätze

kirchliche Beiträge

Subventionen

8

6%

www.caritas-wien.at

So wird die Arbeit der Caritas finanziert Wohnungslosenhilfe

Arbeitslosenhilfe 47 %

25 % Spenden

öffentliche Kostenersätze 4%

private Kostenersätze 20 %

50 % Verkaufserlöse carla + INIGO

kirchliche Beiträge

1%

7,5 %

Subventionen

Beratung und Familie

14 % Spenden

AusländerInnen 32 %

46 % Spenden

32 %

öffentliche Kostenersätze

27 % Spenden

private Kostenersätze 5%

5%

21 % 16 %

12 % 3%

kirchliche Beiträge

Subventionen

Hilfe im Ausland

33 %

Pfarr-Caritas

89 % Spenden

100 % Spenden

11 %

kirchliche Beiträge

Die Caritas leistet kompetente und engagierte Arbeit. Dem wird auch durch Subventionen und öffentliche Kostenersätze Rechnung getragen. Je nach Bereich und persönlichen Umständen sind auch private Kostenersätze notwendige Voraussetzung für die Inanspruchnahme der Caritas-Leistung.

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9

Senioren- und Pflegehäuser 54 %

4 % Spenden

Ausbildungszentren öffentliche Kostenersätze

0,3 % Spenden

private Kostenersätze

41 % 1%

1%

95 %

kirchliche Beiträge 3%

Subventionen

Betreuen und Pflegen Zuhause 69 %

9 % Spenden

Behinderteneinrichtungen 81 %

öffentliche Kostenersätze

4 % Spenden 5%

private Kostenersätze

19 %

kirchliche Beiträge

1%

1%

1%

6%

Subventionen

Mitarbeiter/innen Angestellte

Zivildiener

Sonstige*

Ehrenamtliche

Betreuen und Pflegen/Hospiz

991

41

1

153

Wohnungslosenhilfe

120

17

0

225

AusländerInnenhilfe

120

15

0

76

carla und Arbeitslosenhilfe

89

5

0

9

Senioren- und Pflegehäuser

653

20

1

158

Behinderteneinrichtungen

574

31

3

114

Beratung, Therapie und Familie

119

0

0

18

Ausbildungszentren

18

0

162 **

6

Pfarr-Caritas

10

1

0

10

3

0

0

0

74

1

2

6

2,771

131

169

775

Ausland Allgemein Gesamt

10

*Sonstige: Junge Menschen, die als JesuitVolunteers (JEV) oder im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) in der Caritas für einen begrenzten Zeitraum (10 bis 12 Monate) mitarbeiten, sowie Ordensangehörige **LehrerInnen in den Ausbildungszentren und Schulen, die aus Mitteln von Bund und Land finanziert werden

www.caritas-wien.at

Pressesplitter Der Standard, 25. 3. 2003

Caritas für Diskussion über Arbeitslose Arbeitslosigkeit und Armut müssen zu einem der wichtigsten Themen des Landes gemacht werden, forderte der Wiener Caritas-Direktor Michael Landau am Montag. In einem Sozialstaat wie Österreich, in dem sozialer Schutz in erster Linie an Erwerbsarbeit gebunden sei, zähle Arbeitslosigkeit zur Armutsursache Nummer eins, stellte Landau fest. (...) Landau forderte das Ende der „Aufmerksamkeitsverweigerung“ von staatlicher Seite, ein existenzsicherndes Mindestarbeitslosengeld sowie die Mindesthöhe der Notstandshilfe. Die Presse, 26. 6. 2003

Jede Sechste bekommt keinen Kindesunterhalt Alleinerzieher – besonders Mütter – haben es in Österreich nicht leicht: (...) „Ein Viertel der Personen, die bei uns um Unterstützung ansuchen, sind Ein-Eltern-Familien. Sie müssen mit sechs Euro pro Tag für Essen, Kleidung oder Möbel auskommen“, berichtet Michael Landau, Direktor der Caritas Wien. (...) „Armut ist weiblich, erblich und macht krank“, mahnt Landau. (...) Als wichtigsten Reformpunkt nennt Landau die Novellierung des sogenannten „Unterhaltsvorschusses“ vom Staat. Dieser werde nämlich nur dann gewährt, wenn auch die Aussicht besteht, dass der säumige Elternteil das Geld irgendwann zurückzahlen kann. „Das muss man endlich entkoppeln“, fordert Landau. (...) Kurier, 28. 8. 2003

Neues Heim für behinderte Menschen Für 74 Bewohner des Caritas-Heimes in Retz beginnt am Samstag ein neuer Lebensabschnitt. Denn die behinderten Menschen ziehen in die Einzelzimmer des neuen Hauses. Mit der Besiedlung von 2500 Quadratmetern Wohnfläche ist die erste Etappe des Bauvorhabens abgeschlossen. Zwei Drittel der Zimmer sind fertig. (...) „Wir haben großen Wert auf die individuellen Wohnwünsche unserer Bewohner gelegt“, sagt Hannes Ziselsberger von der Caritas. Sie

ALLE ADRESSEN AUF SEITE 56–59

Mehr Aufmerksamkeit für die Bedürfnisse alter Menschen forderte die Caritas am 18. September 2003 auf dem Stephansplatz konnten sich Wandfarbe und Möbel auswählen, über ihren künftigen Lebensmittelpunkt selbstständig entscheiden. (...) Neues Volksblatt, 18. 4. 2003

Mehr Förderung für Hospizarbeit Der Wiener Caritas-Chef Michael Landau verlangt mehr Förderung der Hospizarbeit. Die „gute Entscheidung“ zur verstärkten Förderung der Hospizdienste dürfe „nicht in der Schublade verschwinden“ (...) Erneut forderte Landau zur Sicherstellung der Finanzierung einen Hospizplan auf Bundes- und Länderebene. Neue Kronenzeitung, 19. 9. 2003

Immer mehr Alzheimer-Kranke „Wir müssen uns entscheiden, was uns alte und verwirrte Menschen jetzt und in der Zukunft wert sind“, so CaritasDirektor Landau angesichts der steigenden Zahl an Alzheimer-Kranken. Seine dringende Forderung: ein nationaler Aktionsplan für die Pflege! 100.000 Menschen sind derzeit in Österreich an Demenz erkrankt, aber auch die Angehörigen leiden unter der für sie oft unerträglichen Situation. „Sie brauchen eine flächendeckende Beratung, psychosoziale Entlastung sowie auch eine rechtliche Absicherung“, betont Caritas-Direktor Michael Landau. (...)

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Pfarren leben Caritas

Christen leisten Lebensh Das Netz der 653 Pfarren der Erzdiözese Wien trägt entscheidend die Arbeit der Caritas. Für Wien und Niederösterreich sichert es den „Grundwasserspiegel der gelebten Nächstenliebe und der Solidarität“.

ls im Frühjahr 2003 Kardinal Christoph Schönborn das „Haus Allerheiligen“, ein neues Caritas-Haus für ältere ehemals wohnungslose Menschen im 20. Wiener Gemeindebezirk, segnet, ist das die Krönung eines langjährigen Engagements der Pfarrgemeinde Allerheiligen-Zwischenbrücken. Die Pfarre hat ihre Obdachlosenhilfe vor mehr als 20 Jahren mit der Verteilung von Schmalzbroten und einem monatlichen Abendessen mit Gesprächsmöglichkeit begonnen. Für Kardinal

A

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Christoph Schönborn ist dieses Projekt eine „Ermutigung zu gelebter Nächstenliebe“. Der Kardinal betonte, dass die konkret geübte Nächstenliebe zu den Grundaufträgen einer Pfarrgemeinde gehört. „Verkündigung und Liturgie werden erst in Einheit mit diesem Dienst am Nächsten lebendig“, so der Kardinal wörtlich. Dass hier der Einsatz einer Pfarrgemeinde für Menschen am Rande der Gesellschaft zur Idee und letztlich Umsetzung dieses neuen „Seniorenwohnhauses“ geführt hat, solle ermutigen. Schönborn: „Es soll uns ermutigen zum weiteren Engagement für Notleidende, aber auch zur Zusammenarbeit, wie sie hier vorbildlich verwirklicht wurde.“ Das Haus wurde auf dem Grund der Pfarre Allerheiligen-Zwischenbrücken, an der Rückseite der Kirche errichtet. Die Caritas führt das Haus, die Finanzierung des Betriebes erfolgt aus Mitteln

www.caritas-wien.at

Die Pfarre Allerheiligen hat es ermöglicht, dass ältere ehemals obdachlose Menschen ein Zuhause finden. Pfarrer Franz Koren (3. v. li) bei der Haussegnung mit Kardinal Christoph Schönborn

Zahlen & Fakten: Pfarr-Caritas Rund zehn Prozent Spenden für die Caritas der Erzdiözese Wien werden über das Netz der Pfarrgemeinden aufgebracht – insgesamt waren das im Jahr 2003 885.410 Euro

ilfe

Sammelaktionen Inlandskampagne, Osteuropahilfe und Augustsammlung: insgesamt 609.390 Euro

der Stadt Wien. Während der Woche wird im Pfarrsaal auch weiterhin von ehrenamtlichen HelferInnen ein warmes Mittagessen für obdachlose Menschen zubereitet.

Sammelaktionen für Erdbebenopfer im Iran und die Kriegsopfer im Irak: 24.159 Euro

Kultur des Hinschauens lernen In einem Grundsatztext der Kirche von Wien, in den so genannten „Lainzer Markierungen“ ist zu lesen: „Das Leben der Christen ist nur in Verbindung von Spiritualität und Solidarität möglich. Wer in Gott eintaucht und mit Gott neben den Armen auftaucht, lernt von Gott zunächst das Hinschauen. Das ist in einer Kultur des ängstlichen Wegschauens vom bedrohlichen Leid anderer ein besonderes Geschenk der Glaubenden an die Stadt, zum Wohl der Stadt. ‚Ich kenne ihr Leid‘ – könnte das nicht als Überschrift über allen Gemeinschaften und Gemeinden Wiens stehen?“

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Im niederösterreichischen Anteil der Erzdiözese Wien ist außerdem die Haussammlung ein Zeichen der Bereitschaft zu teilen, 165.472 Euro wurden von Frauen und Männern gesammelt, die in ihren Pfarren über die Anliegen der Caritas informiert und um Spenden gebeten haben

>>

Sonstige Pfarrkollekten für Obdachlosenarbeit, Hospiz, Auslandshilfe etc. erbrachten weitere 86.389 Euro

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Die Pfarren tragen mit den Sammelaktionen wesentlich zur Hilfe bei, die die Caritas leisten kann

Pfarren geben Sicherheit und Zukunft

>>

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Zwei Initiativen müssen in diesem Zusammenhang besonders herausgestrichen werden. Die „Aktion Mobiles Notquartier“ und „Pfarren helfen Arbeitslosen“. Im Rahmen der Aktion Mobiles Notquartier übernehmen Pfarren zwischen November und Mai für vierzehn Tage die Beherbergung und Versorgung von Asylwerbern. In Pfarrsälen werden Matratzenkojen aufgebaut, ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Pfarre übernehmen es Frühstück und Abendessen vorzubereiten. Über diese Aktion konnten zwischen November 2002 und Mai 2003 109 obdachlose Asylwerber in insgesamt 54 evangelischen und katholischen Pfarren über den Winter gebracht werden. „jobStart_pfarren – Pfarren helfen Arbeitslosen“ ist das Projekt, in dem seit 1999 kirchliche Institutionen und 65 Pfarren 170 Menschen einen Arbeitsplatz gegeben haben. Das Ziel des Projektes ist schnell umrissen: Langzeitarbeitslo-

se Menschen finden für zwölf Monate eine befristete Anstellung in einer Pfarre. Zwei Drittel der Lohnkosten werden vom Arbeitsmarktservice (AMS) übernommen, ein Drittel trägt die Pfarre. Die MitarbeiterInnen der Caritas besorgen alle dienstrechtlichen Angelegenheiten und begleiten die angestellten Frauen und Männer auch sozialarbeiterisch. Die Erfolgsquote beträgt über 60 Prozent! Beeindruckend auch der Erfolg der Sachspendensammelaktion „Alles was bewegt“. 50 Tonnen Hilfsgüter – Kinder-, Sportbekleidung, Rollschuhe, Eislaufschuhe, Schi, Fahrräder, Tischtennistische u. v. m. sind von über 240 Pfarren und Schulen gesammelt worden. Zahlreiche Waisen und Heimkinder, viele davon ehemalige Straßenkinder in der Ukraine haben durch dieses Engagement Sportartikel und Spielsachen erhalten, von denen sie ohne Hilfe nur träumen hätten können.

Tag für Tag gelebte Nächstenliebe „Doch beeindruckend ist auch die tätige Caritas in den Pfarrgemeinden“, berichtet Rainald

www.caritas-wien.at

Tippow, der Leiter des Referates Pfarr-Caritas. Von Besuchsdiensten, der Sorge um obdachlose Menschen, der Sorge um Menschen in Krisensituationen, Familien, die unterstützt werden, Mindestrentnerinnen und -rentner, die ohne die regelmäßigen finanziellen und emotionellen Zuwendungen von Pfarren ihr Leben nicht gestalten könnten, wissen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Referat zu berichten. Das Referat Pfarr Caritas ist aber auch die Drehscheibe, wenn es um Aktionen mit Schulen geht. Lehrerinnen und Lehrer, die mit ihren Klassen Caritas-Einrichtungen besuchen oder sich über die verschiedenen sozialen Brennpunkte informieren wollen, finden hier ihre Ansprechpartnerinnen und -partner. So ist 2003 unter dem Titel „Jugend-Caritas“ ein umfangreiches Serviceangebot entwickelt worden. Ziel ist es, das Engagement von Jugendgruppen, aber auch von LehrerInnen und SchülerInnen besser zu stützen. Beispielhaft ist etwa das Projekt „Compassion“ wie es im Jänner 2003 vom Ordensgymnasium St. Ursula durchgeführt wurde. Rund 50 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums St. Ursula in Wien-Mauer absolvierten in verschiedenen Sozialeinrichtungen im Großraum Wien ein Sozialpraktikum. Das Praktikum war der Höhepunkt des Schulprojektes „Compassion – Soziale Verantwortung lernen“. Das Projekt für Schülerinnen und Schüler der 7. Klassen wird vom Referat Pfarr-Caritas unterstützt. Jungen Menschen soll geholfen werden, ihre Persönlichkeit zu entfalten und soziale Kompetenz zu erwerben. Während des gesamten Schuljahres wird fächerübergreifend „Soziales Lernen“ zum Thema gemacht, um die Schüler darauf vorzubereiten, wie man beispielsweise mit Behinderung und Krankheit umgeht. Die Praxisplätze für das Praktikum in Kindergärten, Behinderteneinrichtungen, Seniorenheimen und Spitälern sowie in der Flüchtlingsbetreuung wurden teilweise von den Schülern selbst gewählt, teils auch durch die Schule und die Caritas vermittelt. Unter Anleitung von geschultem Personal lernen die Schülerinnen und Schüler die verschiedenen Einrichtungen kennen und arbeiten auch selbst aktiv mit.

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Begegnung wird groß geschrieben – Mobiles Notquartier

Überwältigender Erfolg der Sachspendensammlung „Alles was bewegt“ für Menschen in Osteuropa (v. l. n. r.: Tippow, Landau, Bogner, Trampusch)

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Wohnungslos

Wohnungslos – nicht ho Qualität, Ausdauer und Innovation prägen auch die Arbeit der Caritas für wohnungslose Menschen in Wien. 2003 wurden mehrere Jubiläen gefeiert und neue Initiativen gestartet, wie z. B. das erste Tageszentrum für wohnungslose Frauen in Wien.

eit 20 Jahren bekommen wohnungslose Menschen im Tageszentrum in der Lacknergasse viel mehr als eine warme Mahlzeit und können Frauen und Männer im Wohnbereich wieder in eigenen vier Wänden leben. Im Haus St. Josef setzt die Caritas auf Vielfalt in der Unterstützung obdachloser Menschen. In der Tagesheimstätte gibt es Duschgelegenheit, frische Kleidung, Essen und vor allem die Möglichkeit,

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auszuruhen und neu Fuß zu fassen. Der darüber gelegene Wohnbereich bietet rund 40 Bewohnerinnen und Bewohnern Platz, die hier nach eigener Entscheidung einen Lebensabschnitt oder auch ihren Lebensabend verbringen. Zehn Jahre alt ist der sozialmedizinische Betreuungsbus „Louise“, die mobile ärztliche Versorgung für PatientInnen ohne Krankenschein mit Stützpunkt in St. Josef. Von Montag bis Freitag versorgt ein Team aus Ärztinnen und Ärzten und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern PatientInnen an Bahnhöfen und öffentlichen Plätzen.

Frauen in psychischen und sozialen Krisen – Haus Miriam Das Haus Miriam – das 2003 sein 15-jähriges Bestehen feierte – bietet allein stehenden Frauen in akuten Lebenskrisen einen Wohnplatz für eine

www.caritas-wien.at

Medizinische Versorgung ohne Krankenschein bringt der Louise-Bus

Zahlen & Fakten: Wohnungslos 614 Beherbergungsplätze und Notunterkünfte in neun Einrichtungen Ca. 6000 Personen, die 2003 in einer der Caritaseinrichtungen für Wohnungslose beraten, betreut oder beherbergt wurden Davon 63 Prozent neue KlientInnen (keine Weiterbetreuung aus dem Vorjahr)

ffnungslos

Das Durchschnittsalter der Betreuten betrug 38 Jahre (50 Prozent der Betroffenen waren unter 37 Jahre) 27.513 Nächtigungen verzeichnete allein die „Gruft“

begrenzte Zeit von ein bis eineinhalb Jahren. Ihre Probleme sind vielfältig: Neben wirtschaftlichen Schwierigkeiten, Verlust der Wohnung bei Trennung oder Scheidung haben sie oftmals Gewalt oder sexuellen Missbrauch erfahren. Probleme wie Sucht, Alkohol, Psychopharmaka, Drogen, psychische Probleme, nicht gesicherter Aufenthaltsstatus oder HIV kommen häufig dazu. Intensive Einzelbetreuung sichert die notwendige Unterstützung.

Neben der Verpflegung der BewohnerInnen wurden weitere rund 170.000 warme Mahlzeiten ausgegeben (Canisi- und Francescobus, „Gruft“, Tageszentrum St. Josef etc.) Rund 2500 Personen erhielten beim Louise-Bus medizinische Betreuung, ca. 7500 Behandlungen wurden durchgeführt

Frauen und Wohnungslosigkeit Die Caritas der Erzdiözese Wien führt seit Sommer 2003 das FrauenWohnzimmer, das erste Tageszentrum für wohnungslose Frauen bzw. Frauen, die von Wohnungslosigkeit bedroht sind, in Wien. Obdachlosigkeit von Frauen ist eine extreme Ausprägung von Frauenarmut, die von der Ge-

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Im „P7“ wurden 16.976 KlientInnenkontakte mit 4162 Personen gezählt, täglich suchen 35 bis 40 Personen das „Wiener Service für Wohnungslose“ auf, rund 2100 Personen konnten in Quartiere vermittelt werden

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>> Auch ehemals obdachlose Menschen haben ein Recht auf altern in Würde

sellschaft gerne übersehen wird. Im besseren Fall kommen Frauen bei befreundeten Personen oder Verwandten unter – im schlechteren gehen sie Zweckbeziehungen mit Männern ein, die aber leider sehr häufig von extremer Abhängigkeit und auch sexueller wie physischer Gewalt geprägt sind. Frauen, die von versteckter Wohnungslosigkeit betroffen sind, bezahlen in solchen Beziehungen also für das Dach über dem Kopf mit ihrer psychischen wie physischen Gesundheit und mit dem Verlust ihrer Würde. Die Erfahrung der Caritas-Sozialarbeiterinnen zeigt, wie wesentlich neue frauenspezifische Zugänge in der Wohnungslosenhilfe sind.

Ein Zentrum gibt Lebensraum und Lebensmut

Im Tageszentrum für wohnungslose Frauen setzt die Caritas neue Akzente für frauenspezifische Angebote

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In das „FrauenWohnzimmer“ kommen Frauen, die keine Wohnung haben, von Obdachlosigkeit bedroht sind – den Boden unter den Füßen verloren haben. Hier sind sie vor Witterung und Kälte geschützt, können duschen, essen, ihre Wäsche waschen und vor allem unter sich sein. Diplomierte Sozialarbeiterinnen bieten professio-

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nelle, auf Wunsch auch anonyme Beratung und zeigen Auswege aus den vielfältigen Krisen.

Neues Seniorenhaus für ehemals Obdachlose Das Haus Allerheiligen, das im Frühjahr 2003 bezogen werden konnte, ist ein neues Caritasprojekt für wohnungslose Menschen in fortgeschrittenem Alter. Ziel ist es, den BewohnerInnen ein größtmöglich frei gestaltbares Leben zu ermöglichen. Sie sollen die Möglichkeit haben, in diesem Haus ihren letzten Lebensabschnitt zu verbringen, sofern nicht eine Erkrankung auftritt, die einen zu intensiven Pflegeaufwand erfordern würde. Die knapp 50 Bewohner (der Schwerpunkt liegt bei Männern, einige Zimmer sind für Paare vorgesehen) sind vormals wohnungslose Menschen, die auf Grund langjähriger Alkoholkrankheit und/oder eines mehrjährigen Lebens auf der Straße psychische und physische Unterstützung benötigen. Das Haus bietet älteren ehemals wohnungslosen Menschen eine adäquate Wohnform. Ein weitgehend eigenständiges Leben in einem zeitgemäßen Wohnstandard wird durch individuelle Unterstützung ermöglicht.

Neues „Wiener Service für Wohnungslose“ Das „P7“ – nach der Adresse Pazmanitengasse 7 in Wien Leopoldstadt benannt – ist seit 2003 die Drehscheibe der Unterstützung für wohnungslose Menschen in Wien. Die Stadt Wien hat der Caritas die Aufgabe übertragen – in der Nachfolge des Bahnhofsozialdienstes am Westbahnhof – diese Anlaufstelle für alle Menschen, die sich in einer akuten Notsituation befinden, zu führen. Die meisten Vorsprachen betreffen Probleme von Frauen und Männern in Wohnungsnot. Diplomierte SozialarbeiterInnen bieten Krisenintervention, Beratung, Information und die Abdeckung primärer Lebensbedürfnisse wie z.B. die Vermittlung von Schlafplätzen, Verpflegung und finanzielle Aushilfen an.

Caritas – Anwalt für Menschen

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Thema: Wohnungslosigkeit In der Arbeit mit obdachlosen Menschen in Wien setzt die Caritas – in enger Kooperation mit der Stadt Wien – auf eine gestufte Angebotspalette. Denn nur eine gut vernetzte und zugleich differenzierte bzw. auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmte Versorgung kann sinnvoll und letztlich erfolgbringend sein. Niederschwellige Einrichtungen wie die 24-Stunden-Einrichtung „Gruft“, das neue „FrauenWohnzimmer“ und das „Wiener Service für Wohnungslose – P7“, begleitend dazu Nachtstreetwork, Essensbusse und der medizinische Betreuungsbus „Louise“ bieten Grundversorgung und setzen erste Veränderungen in Gang. Übergangswohnheime für Jugendliche, Frauen, Männer, Mütter mit Kindern geben den Bewohnerinnen und Bewohnern Zeit, mit sozialtherapeutischer Begleitung wieder auf die eigenen Beine zu gelangen. Ältere ehemals obdachlose Menschen können in einem eigenen Haus auch ihren Lebensabend verbringen. Startwohnungen schließlich bilden die Brücke zum wieder selbstständigen Leben. Qualität und Kontinuität sind die Leitfäden der Caritas-Wohnungslosenhilfe. Etliche schon traditionsreiche Häuser und Einrichtungen bewähren sich seit Jahrzehnten. Daneben werden ständig neue Projekte entwickelt und ausgebaut, die den aktuellen sozialen und gesellschaftlichen Bedürfnissen entsprechen.

Die Caritas fordert Mehr frauenspezifische Angebote: Frauen haben ein bedeutend höheres Armutsrisiko als Männer. Zugleich ist die Wohnungslosigkeit von Frauen oft nicht sichtbar, weil in Zweckpartnerschaften versteckt. Explizit frauengerechte Antworten und Modelle sind daher im Bereich der Wohnungslosenhilfe wesentlich. Ausbau der Delogierungsprävention auf das gesamte Bundesgebiet. Die Folgekosten aus einem Wohnplatzverlust (z. B. Arbeitslosigkeit) sind auch für die öffentliche Hand erheblich. Wohnplätze erhalten ist daher nicht nur sozial, sondern auch wirtschaftlicher als die Reintegration obdachloser Menschen. Vermehrt Angebote für psychisch kranke obdachlose Menschen: In allen Caritas-Einrichtungen steigt die Anzahl der psychisch Erkrankten – zugleich ist Armut ein bedeutender „Krankmacher“.

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Arbeitslos

Arbeit schafft Selbstwer Mit der Zahl der arbeitslosen steigt auch die Zahl der langzeitarbeitslosen Frauen und Männer in Österreich. In mittlerweile sieben Beschäftigungsprojekten der Caritas – drei sind 2003 neu hinzugekommen – bekommen langzeitarbeitslose Menschen Arbeit für ein bis zwei Jahre und eine gute Chance auf Wiedereingliederung in den freien Arbeitsmarkt.

ls „Transitarbeitskräfte“ mit regulärem Dienstverhältnis in Pfarren, in den Caritas-Spendenlagern oder im Stadtbeisl Inigo erfahren Menschen, dass ihre Kompetenzen gefragt sind – entgegen eigenen oft langjährigen Erfahrungen auf der Suche nach einem Arbeits-

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platz. „Arbeit ist mehr als Erwerbstätigkeit“, weiß Andreas Thienel, verantwortlich für den Bereich der „Sozialökonomischen Projekte“. „Arbeit ist die Basis für Selbstwertgefühl, für ein selbstständig gestaltetes Leben im Verbund mit einem persönlichen Netz von sozialen Kontakten.“ Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter unterstützen die Transitarbeitskräfte bei der Beseitigung von „Vermittlungshindernissen“ wie Schulden, sozialen und persönlichen Problemen oder Defiziten im sozialen Kontakt um die Voraussetzungen für einen Folgearbeitsplatz zu schaffen. Partner der Caritas bei der Finanzierung der Projekte sind das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit, das AMS Wien, das AMS NÖ, der WAFF, die Gemeinde Wien und der Europäische Sozialfonds.

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Endlich wieder Arbeit – in einem Arbeitsprojekt der Caritas

„Zupacken“, das wollen die Menschen in den LangzeitarbeitslosenProjekten der Caritas

Zahlen & Fakten: Arbeitslos

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Im Rahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik bietet die Caritas in sieben Projekten zwischen 175 und 187 befristete Arbeitsplätze für langzeitarbeitslose Frauen und Männer

Beeindruckende Erfolgsbilanz Die Erfolgsquote liegt in einzelnen Projekten bei bis zu 80 Prozent. Durchschnittlich können zwei von drei Transitarbeitskräften aus den Caritasprojekten nach der befristeten Anstellung auf einen Arbeitsplatz vermittelt werden oder sind zumindest „jobready“, also durch das AMS wiedervermittelbar. Die Ergebnisse belegen: Langzeitarbeitslosen Menschen mangelt es nicht an Arbeitswilligkeit. „Aber wer mit komplexen Problemen behaftet ist (Verschuldung, schlechte Qualifikation, psychische Erkrankungen, nicht selten hervorgerufen durch die lange Arbeitslosigkeit), ist für ArbeitgeberInnen auf dem ersten Arbeitsmarkt einfach nicht attraktiv. Hier schafft die sozialarbeiterische Betreuung und Unterstützung über einen längeren Zeitraum einfach positive Veränderungen“, berichtet Thienel. Untauglich ist daher auch der Ansatz, Sozialleistungen

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Neben Vollzeitbeschäftigung werden auch Teilzeit- und geringfügige Beschäftigung angeboten 366 Personen konnten 2003 in einem der Sozialökonomischen Projekte beschäftigt werden Die Erfolgsquote (anschließendes Dienstverhältnis, vom AMS wiedervermittelbar, Beginn einer Therapie oder einer längerfristigen Ausbildung) liegt in den einzelnen Projekten bei bis zu 80 Prozent

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In den carlas wurden 2003 27.000 Kleiderpakete – das sind 405 Tonnen Kleidung – gratis an mittellose Menschen ausgegeben

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>> Wie einen Bissen Brot suchen Menschen Arbeit – die Caritas unterstützt

für langzeitarbeitslose Menschen zu kürzen, um damit „Anreize“ zu schaffen, wieder Erwerbsarbeit aufzunehmen. Ebenso warnt die Caritas vor der im Regierungsprogramm angekündigten Streichung der Versicherungsleistung Notstandshilfe und Eingliederung in die Fürsorgeleistung Sozialhilfe. Die politische Herausforderung muss darin liegen, SozialhilfeempfängerInnen wieder in Arbeitsmarkt und Gesellschaft zu integrieren, nicht die Empfänger von Sozialleistungen allgemein aus der Gesellschaft „hinauszusteuern“.

Neue Zielgruppe SozialhilfeempfängerInnen Eine beispielhafte Kooperation von Caritas, Heilsarmee, Volkshilfe und Gemeinde Wien (MA15) stellt sich dieser Herausforderung. „Ways to Work“ ermöglicht seit vergangenem Jahr Arbeit auch für SozialhilfeempfängerInnen, Menschen, die bisher kaum Chancen auf einen Zugang zum Arbeitsmarkt hatten. Das EU-geförderte Projekt will „Aktivieren statt Aussteuern“, so Caritasdirektor Michael Landau bei der Präsentation im September 2003. Von der geringfügigen Beschäftigung in der Tischlerwerkstätte „holzfabrik“ bis zur Trennung von Sperrmüll im Rahmen des Teilprojekts „profare“ und Arbeitstrainingsplätzen des Teilprojekts work_train bei Wr. Feuerwehr, MA48 (Straßenreinigung) und Wr. Friedhöfe reicht die Palette der Arbeitsplätze. „Man muss bei den Fähigkeiten und Möglichkeiten von SozialhilfeempfängerInnen ansetzen, auch wenn diese oft verschüttet und nicht sofort sichtbar sind.“ Es hat dramatische Folgen, wenn

Die Menschen wollen arbeiten – wie zum Beispiel hier im carla mittersteig

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nicht auf die auf Freiwilligkeit basierende Aktivierung gesetzt wird. „Menschen werden zu Verzichtbaren für den Arbeitsmarkt“, machte Landau deutlich. „Dann wandern sie auf das Abstellgleis im arbeitsmarktpolitischen Niemandsland mit der Punze ‚unvermittelbar‘.“ Ways to Work zeigt: Mit den geeigneten Rahmenbedingungen gibt es Wege aus der „Sackgasse Sozialhilfe.“

Armut bekämpfen, nicht verstecken Arbeitslosigkeit geht mit Armut Hand in Hand. Das Caritas-Spendenlager (carla) am Mittersteig zeigte im Frühjahr 2003 (in Kooperation mit dem Historischen Museum Wien) die Ausstellung „Armut“, eine Schau, die sich mit der historischen Dimension von Armut im Laufe der Jahrhunderte auseinandersetzte. Anlässlich der Ausstellungseröffnung erneuerte Caritasdirektor Landau seine Forderung nach einem existenzsichernden Mindestarbeitslosengeld bzw. nach einer Mindesthöhe der Notstandshilfe. „Mehr als 60 Prozent der Menschen, die in der Caritas-Sozialberatung Unterstützung suchen, sind von Erwerbslosigkeit betroffen. Ihnen bleibt nach Abzug der Fixkosten im Schnitt ein Betrag von 7 Euro 50 pro Tag für Essen, Kleidung u. ä. Dass bei einer solchen Einkommenssituation der Ausfall einer Heizung einer mittleren Katastrophe gleichkommt, liegt auf der Hand.“ Die drei Caritas-Spendenlager (carla nord, carla mittersteig und carla süd) geben arbeitsund wohnungslosen Menschen Zukunft. Sie beschäftigen langzeitarbeitslose Frauen und Männer, z. B. bei der Spendenübernahme, beim Verkauf gebrauchter Kinderbekleidung, bei Möbeltransporten oder in der Werkstatt und sie unterstützen mit den Verkaufserlösen Projekte für langzeitarbeitslose und wohnungslose Menschen. Zugleich bieten die carlas Einkaufserlebnis pur: Antiquitäten zum Bestpreis, geschichtsträchtige Möbel und Musikinstrumente, Bücherschätze, ausgesuchte Textilien usw. In regelmäßigen Aktionswochen (zu Schulschluss, vor Weihnachten ...) gibt es Sonderschnäppchen. Höhepunkt 2003 war die Umbaueröffnung des carla nord. Das Spendenlager in Wien Floridsdorf präsentierte im Herbst ein neues Kinderland, eine neue Textil- und eine neue Antiquitätenhalle.

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Caritas – Anwalt für Menschen

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Thema: Arbeitslosigkeit Haushalte von langzeiterwerbslosen Menschen haben in Österreich ein dreimal so hohes Armutsgefährdungsrisiko und ein viermal so hohes Risiko, von akuter Armut betroffen zu werden. Sie sind die Gruppe mit dem höchsten Armutsrisiko in Österreich. Langzeitstudien, aber auch die Erfahrungen der Caritas wie auch anderer NGOs zeigen eindeutig: Langzeitarbeitslose Menschen wollen arbeiten – es geht nicht um das „Wollen“, sondern um das „Können“. Die Menschen wollen arbeiten. Viele von ihnen suchen Arbeit wie einen Bissen Brot. Es bewerben sich mehr erwerbslose Menschen um eine Teilnahme bei den bestehenden Projekten als aufgenommen werden können. Erwerbsarbeit ist nicht nur Quelle von Einkommen, sondern auch von Sinnstiftung, Selbstwertgefühl und sozialer Integration. Erwerbslosigkeit führt langfristig auch ins gesellschaftliche Abseits, zieht eine Reihe von psychischen, physischen und sozialen Problemen nach sich: Körperliche und gesundheitliche Beeinträchtigungen nehmen nachweislich zu, mangelndes Selbstwertgefühl und fehlende Lebensperspektiven bedingen zunehmende soziale Isolation, psychische Erkrankungen und erhöhte Suchtanfälligkeit.

Die Caritas fordert Wenn wir nicht riskieren wollen, dass Menschen dauerhaft an den Rand der Gesellschaft gestellt werden, braucht es mehr Mut, bedürfnis- und potenzialorientierte Beschäftigungsmaßnahmen für jene zu entwickeln, die mit dem Tempo am regulären Arbeitsmarkt nicht mithalten können. Wir brauchen einen erweiterten Arbeitsmarkt mit gestuften, differenzierten und durchlässigen Angeboten und Projekten für jene, die auf Dauer den Zugang zum ersten Arbeitsmarkt nicht bewältigen können. Denn dort, wo der Staat die Pflicht zur Arbeit zur Voraussetzung für den Erhalt sozialer Rechte macht, ist auch der Staat verpflichtet. Die Pflichten der Arbeitslosen implizieren die Pflicht des Staates, für ein entsprechendes Angebot an Arbeitsplätzen Sorge zu tragen.

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Beratung und Familie

Für viele Alleinerziehende ist der Schritt zur Caritasberatung der erste Schritt aus einer Krisensituation heraus – damit Lachen wieder möglich ist

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Hilfe für Familien hat viele Gesichter Menschen in Krisensituationen begleiten, unterstützen, Hilfe zur Selbsthilfe ermöglichen. Das ist Aufgabe des umfangreichen Beratungsangebotes der Caritas. Besonders Familien, Erwachsene und Kinder finden hier ein differenziertes Angebot vor.

Sozialberatung

m Jahr 2003 hat die Caritas Wien ihre Arbeit für Familien in psychosozialer Not im neuen Teilbereich „Beratung, Familienhilfe und Psychotherapie“ zusammengefasst. „Damit bündeln wir unsere Erfahrungen aus mehreren Tätigkeitsfeldern und fördern auch die Vernetzung nach innen und nach außen“, so Inge Pröstler, die neue Teilbereichsleiterin.

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4333 persönliche Beratungsgespräche wurden in den Sozialberatungsstellen geführt, dazu kamen 2981 telefonische Gespräche Familienzentren In den Familienzentren wurden 20.661 Stunden Beratung und Psychotherapie angeboten

Familienhilfe mit Plus In den Wiener Caritas-Familienzentren sind 2003 neue Projekte entstanden, z.B. die Familienhilfe PLus. Dieses neue Angebot unterstützt Familien in Krisensituationen nachhaltig. Es kombiniert praktische Lebensunterstützung („PLus“) mit sozialtherapeutischer Begleitung und schafft tragfähige Strukturen, wo die Familien im Alltag überfordert sind. Die „Familienhilfe PLus“ greift verändernd in die Tagesgestaltung und alltägliche Aufgabenerledigung ihrer KlientInnen ein. Gemeinsam mit MitarbeiterInnen des Jugendamtes, das die KlientInnen zuweist, und den Betreuten selbst wird ein konkretes und individuelles Betreuungsziel im Vorfeld abgesteckt. Dafür steht ein Zeitrahmen von bis zu sechs Monaten zur Verfügung. „Rund die Hälfte unserer Klientinnen sind Alleinerzieherinnen mit wenig bis gar keiner Ausbildung“, so Inge Pröstler, „und alle haben

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Zahlen & Fakten: Beratung, Familienhilfe und Psychotherapie

886 KlientInnen wurden in der GENEA-Beratungsstelle für Schwangere und Eltern beraten, 295 Familien erhielten Kleidung für ihre Babys und Kinder Im Rahmen der Familienintensivbetreuung konnten 155 KlientInnen in 1939 Stunden betreut werden Familienhilfe

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In der Familienhilfe konnten 492 Familien (das sind 40.668,5 geleistete Einsatzstunden) und damit 1401 Kinder in familiären Krisen unterstützt werden. 37.814 Einsatzstunden in Wien und Niederösterreich entfielen dabei auf die klassische Familienhilfe, 2854,5 wurden im Rahmen des Projektes Familienhilfe PLus geleistet

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Therapeutische Unterstützung für Kinder beginnt oft mit spielerischer Aufarbeitung der Krisensituation

Zwölf Familienhelferinnen der Caritas bringen Struktur und Normalität in die Haushalte. Das spüren zuerst die Kinder: Sie werden in deren Gegenwart ruhiger, freuen sich, wenn ihnen Aufmerksamkeit geschenkt wird, beim Spielen wie bei der Erledigung der Hausaufgaben. Familienhelferinnen leiten Mütter an, mit ihren Kindern zu lernen, ihnen Lob ebenso zu spenden wie Kritik und nach und nach alleine mit der Alltagssituation zurechtzukommen.

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Zeit nehmen, Probleme besprechen, Lösungen erarbeiten

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mit materieller Not und Schulden zu kämpfen. Viele sind trotz Ehemann auf sich allein gestellt, weil die Väter ihre Verantwortung nicht wahrnehmen. Unter diesem Druck bleibt meist wenig Zeit und Energie für eine Auseinandersetzung mit den Kindern, von Förderung ganz zu schweigen.“ Häufig fließt das knappe Geld in Prestigeobjekte, die Playstation steht auf einem einsturzgefährdeten Bretterverschlag. Von den Familienhelferinnen lernen Mütter, entwicklungsfördernde Prioritäten in der Kindererziehung und Haushaltsführung zu setzen.

„Zu Beginn betreuen wir intensiver, allmählich sporadischer – im Sinne einer Verselbstständigung der Familienmitglieder“, sagt Pröstler und umschreibt das Besondere der Familienhilfe PLus im Vergleich mit klassischer Familienhilfe: „In beiden Fällen stehen wir vor einem Bügelberg. In der Familienhilfe PLus aber geht es nicht darum, dass unsere Familienhelferinnen den Berg wegbügeln, sondern darum, dass sie der Familie zeigen, wie die Bügelarbeit optimal zu erledigen ist.“

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Armut ist kein Einzelschicksal Immer mehr Menschen in Österreich – Alleinstehende und Familien mit Kindern – sehen sich in ihrer Lebensführung eingeschränkt. Soziale Ausgrenzung und Armut sind kein Einzelschicksal, sie werden vielmehr durch steigende Arbeitslosigkeit und mangelnde Existenzsicherung zunehmend sichtbar – oft begleitet von Umständen wie Trennung, Verschuldung und Krankheit. Die drei Sozialberatungsstellen der Caritas Wien unterstützen in sozialen und finanziellen Notlagen, beraten, helfen bei der Lebens- und Finanzplanung und bei der Durchsetzung von gesetzlichen Ansprüchen. „Zu uns kommen immer häufiger Menschen – vor allem Frauen –, die trotz Erwerbstätigkeit den Lebensbedarf nicht decken können und bei denen oft auch sozialstaatliche Angebote nicht ausreichend oder rechtzeitig wirken“, berichtet Martin Litschauer, der Leiter der Sozialberatung. Zudem verzeichnen die Caritas-Einrichtungen bei ihren Klientinnen und Klienten allgemein eine Zunahme psychischer und psychosomatischer Erkrankungen, die die Lebensführung der betroffenen Menschen erheblich einschränken. Viele leiden an Depressionen, an Panikattacken, an Schlaflosigkeit.

Psychotherapie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene In den Familienzentren Wr. Neustadt/Baden bieten Therapeutinnen und Therapeuten verschiedener methodischer Richtungen Psychotherapie und Beratung für Familien, Erwachsene, Jugendliche und Kinder an. Die auf Kinder spezialisierten Familienzentren stehen grundsätzlich allen Menschen mit psychischen oder psychosomatischen Problemen bzw. in schwierigen Lebenssituationen (nach dem Tod eines Angehörigen, bei Krisen in der Beziehung, am Arbeitsplatz etc.) offen. KundInnen zahlen einen Kostenbeitrag nach Maßgabe eigener finanzieller Möglichkeiten, die Hauptkosten decken Caritas und Förderungen des Sozialministeriums und des Landes NÖ.

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Thema: Beratung, Familienhilfe und Psychotherapie Die tägliche Caritasarbeit in den Familienzentren, der Familienhilfe und den Sozialberatungsstellen zeigt: Armut ist erblich, Armut ist weiblich und Armut macht (physisch und psychisch) krank. Speziell Familien mit mehreren Kindern und Alleinerzieherinnen sind massiv von Armutssituationen betroffen. Armut ist das Entwicklungsrisiko Nummer eins für Kinder. Die soziale Ausgrenzung von Kindern und Jugendlichen ist in vielen Fällen durch die Armut der Eltern bedingt. Von daher zählt die Familienarbeit zu den wichtigsten Aufgaben der Caritas und bedeutet gleichzeitig eine unbezahlbare Investition in die Zukunft junger Menschen. Der Bedarf an Psychotherapie gerade auch für Kinder und Jugendliche steigt. In den Familienzentren der Caritas wird auch für sozial schache Familien leistbare Psychotherapie angeboten. Diese Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist nicht zuletzt als präventive Maßnahme zu verstehen. Die Sozialberatungsstellen der Caritas orten verstärkten existenziellen Druck auf Menschen am Rande unserer Gesellschaft. War früher beispielsweise kein Geld für einen Schulschikurs da, so können heute viele Caritas-KlientInnen ihren alltäglichen Lebensbedarf nicht mehr finanzieren. Häufig ist die Befriedigung grundlegender Bedürfnisse nicht mehr möglich, obwohl die Betroffenen Sozialleistungen beziehen.

Die Caritas fordert Die Beibehaltung der Notstandshilfe als Sozialunterstützung mit Rechtsanspruch – entgegen der Ankündigung im Regierungsprogramm. Einführung eines existenzsichernden Mindestarbeitslosengeldes bzw. einer Mindesthöhe der Notstandshilfe. Sozialverträglichkeitsprüfungen für Gesetze und Verordnungen als Präventivmaßnahme in der Armutsbekämpfung. Ein bundeseinheitliches und dem Soforthilfe-Grundsatz gerecht werdendes Sozialhilfesystem. Verbesserten sozialrechtlichen Schutz für Frauen und Männer, die Familienarbeit leisten, bzw. mehr Anreize für Männer, Familienarbeit zu übernehmen. Unterhaltsvorschuss auch dort, wo mit einer Rückforderung vom Kindsvater nicht gerechnet werden kann.

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Asyl

Menschenrecht Asyl Die Errichtung eines Notquartiers für 64 Menschen (60 Männer, vier Frauen) in der Konzilsgedächtniskirche Lainz hat im Oktober 2003 großes Aufsehen erregt. Es war ein „sichtbarer Aufschrei“ der Caritas mit einer langen Vorgeschichte.

Zu diesem Zeitpunkt sieht sich die Caritas mit der Situation konfrontiert, dass das Bundesministerium für Inneres trotz zweier klarer Entscheidungen des OGH seine Verpflichtung, nämlich die Grundversorgung von Flüchtlingen (Unterbringung, Verpflegung, medizinische Betreuung), nicht wahrnimmt, sondern diese weiter auf die Kirchen und Hilfsorganisationen abschiebt.

Matratzenlager im Keller n den vergangenen Jahren sah sich die Caritas der Erzdiözese Wien immer stärker verpflichtet, für obdachlose, mittellose Flüchtlinge in Österreich nicht nur einzutreten, sondern sie auch mit dem Notwendigsten zu versorgen. Im Herbst 2003 werden mehr als 600 Menschen, darunter etwas mehr als 100 Kinder, in fünf Flüchtlingshäusern der Caritas der Erzdiözese Wien versorgt.

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Seit August 2003 hat die Caritas – wie mit dem Innenministerium vereinbart – aus der Asylberatungsstelle Tag für Tag Listen von obdachlosen AsylwerberInnen an das Ministerium geschickt. Am 13. Oktober sind es 415 Namen von Menschen, die in der Regel beim Bundesasylamt ihren Asylantrag gestellt haben, dort aber weggeschickt worden und zur Caritas gekommen sind und um Hilfe und Unterstützung gebeten haben.

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Kirchennotquartier für Asylwerber in der Konzilsgedächtniskirche Wien Lainz, Oktober 2003

Zahlen & Fakten: Asyl Beratung Im Asylzentrum wurden 2003 rund 26.850 persönliche Beratungen durchgeführt Der Sozial Dienst am Flughafen Wien Schwechat verzeichnete 4228 persönliche Beratungen

Die Caritas-Flüchtlingshäuser wurden weiter aufgefüllt, damit die Menschen nicht unversorgt auf der Straße landen. Die letzten fensterlosen Keller wurden mit Matratzen ausgelegt. Angesichts dieser Situation fiel die Entscheidung zur Errichtung des Notquartieres in der Lainzer Kirche. In einem Brief an die Pfarren der Erzdiözese Wien schreibt Caritasdirektor Michael Landau im Oktober 2003: „Als Caritas haben wir uns mehrfach darum bemüht, dass es in Österreich schnelle und dem Rechtsstaat entsprechende Asylverfahren geben soll. Die Erfahrung aus der konkreten Praxis unserer Flüchtlingshäuser – in denen im Jahr 2002 etwa 2600 Menschen übernachtet haben – und aus der Beratungsstelle Kompass mit rund 25.000 Beratungsgesprächen mit Asylwerberinnen und Asylwerbern lässt uns nicht naiv und blauäugig durch die Welt gehen.

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Insgesamt 409 Personen sind über die Rückkehrhilfe in ihr Heimatland oder in einen aufnahmebereiten Drittstaat gereist, das sind rund 130 Prozent der mit dem BMI vereinbarten „Sollzahl“ von 320 Personen. Durchschnittlich sind also pro Monat 34 Personen heimgereist Die regionale Flüchtlingsbetreuung NÖ-Süd (mobile Beratung und Betreuung von AsylwerberInnen in den Bundesbetreuungsunterkünften) betreute 2003 rund 400 AsylwerberInnen in neun Pensionen

Unterbringung Die fünf Flüchtlingshäuser ermöglichten mit 700 Schlafplätzen ca. 260.000 Nächtigungen

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Im Jänner 2003 wurde ein Wohnprojekt für rund 30 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Haus Bernardgasse gestartet

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>> Essen gehört zur Grundversorgung – für viele Asylwerber war das 2003 nicht selbstverständlich

Wir wissen, dass nur ein Teil dieser Menschen in Österreich Asyl bekommen wird. Nicht jeder hat Recht auf Asyl (laut Genfer Flüchtlingskonvention), aber jeder hat ein Recht auf ein faires, rechtsstaatliches und den Menschenrechten entsprechendes Asylverfahren. Zu diesem Verfahren gehört auch die Grundversorgung während des Verfahrens. Denn die Parkbank ist keine Zustelladresse für den Asylbescheid.“

Caritas setzt trotzdem auf Partnerschaft

Einen Reisepass haben, wieder dorthin gehen können, wohin man möchte – für Flüchtlinge ein Traum

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Doch die Caritas setzt nicht auf Konfrontation und Opposition mit dem Innenministerium. In mehreren Projekten ist sie direkter Partner, im Einsatz als Hilfsorganisation mit Kompetenz und Erfahrung. So ist etwa das Aufgabengebiet des seit 14 Jahren bestehenden Caritas-Sozialdienstes am Flughafen Wien Schwechat erweitert worden. Seit 1. Jänner 2003 zählt zum Arbeitsgebiet auch das neue „Sondertransitheim“, das sich über zwei Stockwerke im neu errichteten „Objekt 800“ am Flughafengelände erstreckt. In diesem

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Gebäude können 53 Personen, Männer, Frauen und Familien, untergebracht werden. Während drei Polizeibeamte für die Sicherheit sorgen, kümmern sich die MitarbeiterInnen der Caritas um die Betreuung der AsylwerberInnen, bis das Flughafenverfahren abgeschlossen ist. Es sind Flüchtlinge, die in Österreich Schutz suchen, AusländerInnen ohne gültige Reisepapiere, ÖsterreicherInnen ohne Geld, Durchreisende … Karin Knogl, die Leiterin: „Wir begleiten Personen zur Grenzpolizei, helfen bei der Asylantragstellung, stehen in ständigem Kontakt zu den Behörden, organisieren Verpflegung, ermöglichen Kontakte zu Familienangehörigen und Vertretungsbehörden, vermitteln medizinische Betreuung, stellen Hygieneartikel, Kleidung und Spielsachen zur Verfügung, leisten finanzielle Unterstützung – und hören einfach zu.“

Minderjährige auf der Flucht Ein weiteres Projekt, das auch vom Bundesministerium für Inneres finanziert wird, widmet sich der Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. 30 junge Menschen betreut die Caritas seit Jänner 2003 in zwei Wohngemeinschaften im Caritas-Flüchtlingshaus Bernardgasse. Es sind Jugendliche, die 14 bis 17 Jahre alt sind, ohne Eltern oder Begleitperson, entweder weil sie auf eigene Faust aus ihrer Heimat geflohen sind, oder weil sie ihre Eltern auf der Flucht verloren haben. Entscheidend ist, dass sie Flüchtlinge sind, Menschen, die ihr Heimatland, ihre gewohnte Umgebung, ihre Familie und ihr soziales Umfeld verlassen haben. Nun leben sie in einer fremden Kultur, mit fremden Gewohnheiten und einer fremden Sprache, sind jeden Tag mit Vorurteilen, Missverständnissen und Verständigungsproblemen konfrontiert. Die Kompetenz der Caritas sichert Begleitung und Unterstützung auch in dieser schwierigen Lebensphase.

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Thema: Asyl Die Caritas setzt sich dafür ein, dass jene Menschen, die in Österreich einen Asylantrag stellen und damit erklären, Flüchtlinge im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention zu sein, ein faires Verfahren und im Falle der Hilfsbedürftigkeit eine grundlegende Versorgung erhalten. Zu einem fairen Verfahren gehören u.a. eine rechts- und sachkundige Prüfung der Behauptung der Schutzsuchenden durch entsprechend geschulte Beamte, ein Einbeziehen von externen Sachverständigen und ein effizienter Rechtsschutz, durch den die erstinstanzliche Entscheidung überprüft werden kann. Für die meist mittellosen AsylwerberInnen gehört dazu auch eine existenzsichernde Versorgung (Unterbringung, Verpflegung, medizinische Versorgung). Die Caritas behauptet nicht, dass alle Menschen, die einen Asylantrag gestellt haben, auch tatsächlich Flüchtlinge im Sinne der Genfer Konvention sind. Das ist zu prüfen. Diese Prüfung ist die Aufgabe der Asylbehörden, die – entsprechend der menschenrechtlich sensiblen Materie – ein qualitativ hochwertiges Verfahren durchführen sollen. Im Sinne aller Beteiligten soll dieses Verfahren nicht zu lange dauern.

Die Caritas fordert Wesentliche Voraussetzung für ein faires, rechtsstaatliches und menschenwürdiges Verfahren ist die Absicherung der Grundbedürfnisse der AsylwerberInnen für die Dauer des Verfahrens. Die gemäß Art. 15a B-VG zwischen Bund und Ländern abgeschlossene „Grundversorgungsvereinbarung“, die seit 1. Mai 2004 gilt, stellt einen wichtigen Schritt in Richtung der finanziellen Sicherung der Versorgung der Betroffenen dar. Notwendig und europarechtlich gefordert sind allerdings noch weitere Schritte (Einrichten eines Rechtsanspruches, ...). Wir brauchen innerösterreichische Solidarität nicht nur bei der Einrichtung von Quartieren für AsylwerberInnen, sondern auch hinsichtlich der Installierung von Anlaufstellen für AsylwerberInnen in den anderen Bundesländern. Wir brauchen europäische Solidarität. Für Flucht- und andere Migrationsbewegungen müssen die europäischen Staaten gemeinsam Lösungen finden, die menschenrechtlichen und rechtsstaatlichen Grundsätzen entsprechen.

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Migration

Herausforderung Migrati Während in der öffentlichen Diskussion oft Asylthemen und Migration miteinander unzulässig vermischt werden, setzt die Caritas auf differenzierte Angebote für hilfesuchende AusländerInnen.

as Jahr 2003 brachte einen weiteren Qualitätssprung im Einsatz für hilfesuchende AusländerInnen. Mit 1.1.2003 wurde die Beratungsstelle „Kompass“ aufgelöst und in ein „MigrantInnenzentrum“ und ein „Asylzentrum“ geteilt. Steigende KlientInnenzahlen, Platzmangel und unterschiedliche Anforderungen in der Beratungstätigkeit haben die Teilung erforderlich gemacht. Für das Asylzentrum wurden neue Büro-

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räume im neunten Bezirk, Mariannengasse 11, angemietet. Da die Umbauarbeiten dort doch mehr Zeit als geplant in Anspruch nahmen, konnten die MitarbeiterInnen des Asylzentrums erst Anfang November ausziehen. Auch wenn das MigrantInnenzentrum in den gleichen Räumlichkeiten (Lienfeldergasse 75–79, 1160 Wien) geblieben ist, so gab es doch Veränderungen für die KlientInnen. MigrantInnen müssen nicht mehr um 7.00 Uhr früh anwesend sein um ein Clearinggespräch zu führen. Die vier MitarbeiterInnen des Clearingteams kümmern sich in solchen Erstgesprächen Montag von 10.00–12.00 und 13.00–17.00 Uhr, Dienstag, Donnerstag von 8.00–12.00 und 13.00–15.30, Freitag von 8.00–13.00 Uhr um die Ratsuchenden, klären ab und vereinbaren Termine.

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In der neuen Heimat Österreich das eigene Leben in die Hand nehmen dürfen

Ein Zuhause haben, eine Wohnung, Arbeit – Startwohnungen der Caritas sind oft ein erster Anfang

3777 Mal haben sich Menschen mit unterschiedlichsten Fragen, Sorgen und Nöten an die Beratungsstelle für MigrantInnen gewandt. Diese Zahl hat sich im Vergleich zu 2002 (2881 KlientInnenkontakte) deutlich verändert

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5075 Personen sind von den Schwierigkeiten, Schicksalen und Problemen mitbetroffen, da sie (Ehe-)PartnerInnen, Kinder, Eltern oder andere Verwandte unserer KlientInnen sind

Rechtlich brachte die mit 1.1.2003 in Kraft getretene Novellierung des Fremdengesetzes Veränderungen für MigrantInnen. In der Praxis stellten bisher die medial breit dargestellten verpflichtenden Deutschkurse eine geringere Hürde dar als das für NeuzuwanderInnen eingeführte Gesundheitszeugnis. Auch EhepartnerInnen und minderjährige Kinder von in Österreich lebenden MigrantInnen müssen seit 1.1.2003 für die Familienzusammenführung ein Gesundheitszeugnis im Heimatland ausstellen lassen. Die diesbezüglichen Bestimmungen änderten sich im Laufe des Jahres 2003 immer wieder.

@home-Startwohnungen – ein Dorf mit 320 Wohnsitzen und 924 Einwohnern Seit 1991 haben 4980 Personen in 1548 @home-Startwohnungen für AusländerInnen der Caritas Wien gewohnt 104 Wohnungen wurden 2003 neu bezogen 255 Menschen haben 2003 eine neue Bleibe gefunden

Hilfe auf vielen Ebenen Eine positive Neuerung der FremdengesetzNovellierung ist der Niederlassungsnachweis, eine in Scheckkartenformat ausgestellte unbefris-

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Zahlen & Fakten: Migration

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Die MieterInnen kommen aus 44 Staaten. Die meisten von ihnen aus Bosnien (214), Kosovo (140), ehemaliges Jugoslawien (60), Afghanistan (54), Russland bzw. ehemalige Sowjetstaaten (72)

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>> Kinder und Familien unterstützen – ein besonders vorrangiger Auftrag für die Caritas – auch im Engagement für MigrantInnen

Integrationsarbeit bedeutet Beziehungsarbeit – es geht um Respekt und Verständnis für die konkrete Lebensgeschichte

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tete Arbeits- und Niederlassungsberechtigung. Für KlientInnen, die aktuell ihre Arbeit verloren oder Lücken im Aufenthaltsrecht hatten, konnte und kann es aber trotzdem Probleme geben den Niederlassungsnachweis zu erhalten. Viele Fragen und Beratungen betrafen dieses Thema. Im Mai 2003 wurden auch geringfügige Veränderungen beim Bezug von Sozialhilfe für MigrantInnen eingeführt. In Wien gibt es für MigrantInnen nach wie vor keinen Rechtsanspruch auf Sozialhilfe; Sozialhilfe wird nur in bestimmten Härtefällen gewährt. – Im MigrantInnenzentrum der Caritas konnten im Jahr 2003 insgesamt 939 Mal Überbrückungshilfen in finanziellen Notlagen geleistet werden. Mit 1. November konnte das Projekt Arbeitsmarktzugang, das schon lange zur MigrantInnenberatung gehört – auf Grund von Platzmangel aber leider immer auswärts untergebracht war – auch örtlich an der Stelle angesiedelt werden. Dies ist sowohl für die MitarbeiterInnen als auch für die KlientInnen eine Erleichterung. Ca. 130 Menschen nahmen das Angebot in Anspruch, die Mitarbeiterin führte 300 Beratungsgespräche.

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Thema: Migration Damit ausländische MitbürgerInnen eine Chance auf Integration haben, sind vor allem drei Grundvoraussetzungen zu erfüllen:

@home-Startwohnungen: Ein Dorf mit 320 Wohnsitzen und 924 Einwohnern Die @home-Startwohnungen für AusländerInnen der Caritas Wien gibt es seit 1991. Seither haben 4980 Personen in 1548 Wohnungen gewohnt. Die Anzahl der Menschen entspricht der Bevölkerung eines kleinen Dorfes. Aber es ist kein gewöhnliches Dorf. Die BewohnerInnen bleiben durchschnittlich nur drei Jahre. Das Projekt soll den Menschen den Start und die Integration im neuen Land erleichtern. Dafür mietet die Caritas von verschiedenen Hausverwaltungen Wohnungen an und organisiert die Instandsetzung. Außerdem gibt es eine ausgeklügelte Infrastruktur für Organisation und Betreuung der „GemeindebürgerInnen“. Elisabeth Stocker, die verantwortliche Leiterin: „Ein lebendiges, funktionierendes ‚Dorfleben‘ erfordert von allen Beteiligten, den MieterInnen, NachbarInnen, Hausverwaltungen und BetreuerInnen viel Verständnis, Respekt und Beziehungsarbeit. Diesem Anspruch versuchen wir gerecht zu werden – Integrationsarbeit bedeutet für uns Beziehungsarbeit.“

Wohnen ist ein Grundrecht 90 Wohnungen mussten den Hausverwaltungen wegen Sanierungsbeginn oder Vertragsende zurückgegeben werden. Viele der 282 BewohnerInnen haben Finalwohnungen gefunden. Eine große Hilfe für die KlientInnen ist der Zugang zu Notfallswohnungen der Gemeinde Wien. Für Familien, die sich durch Tod, Krankheit oder Behinderung eines Angehörigen in einer schwierigen sozialen Situation befinden, werden Anschlusswohnungen oder eine weitere Startwohnung gesucht. Als gesellschaftspolitischer Seismograph ist die Caritas einmal mehr dort unterwegs, wo Menschen in Österreich mit Notlagen konfrontiert sind, und bietet Kompetenz und Menschlichkeit.

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1. Volle Harmonisierung von Aufenthalts- und Beschäftigungsrecht – denn wer zur Niederlassung in diesem Land berechtigt ist, muss auch arbeiten dürfen, damit er seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. 2. Recht auf ein Familienleben – denn gerade für entwurzelte Menschen, die einen Neuanfang suchen, ist der Zusammenhalt in der Familie besonders wichtig: Es muss ein rasches (quotenfreies) Nachholen von Angehörigen über ein transparentes und überprüfbares Verfahren möglich sein. 3. Recht auf soziale Absicherung – denn obwohl nicht-österreichische MitbürgerInnen zum Beitrag in die Systeme der sozialen Sicherheit gleich verpflichtet sind, sind sie nicht gleichberechtigt beim Bezug von Leistungen aus diesen Systemen. AusländerInnen tragen nach gleichem Maßstab und nach denselben rechtlichen Grundsätzen wie InländerInnen zum Steueraufkommen bei, das für Mietbeihilfen, Wohnbeihilfen, geförderte Wohnungen und Sozialhilfe verwendet wird. Daher sollten sie auch im selben Maßstab Rechte erhalten. Grundsätzlich sollten daher rechtmäßig Niedergelassene im sozialen System mit ÖsterreicherInnen gleichgestellt werden.

Die Caritas fordert Da eine Reihe von Ministerien, aber auch Gebietskörperschaften und Sozialpartner mit der Querschnittsmaterie Integration konfrontiert ist, ist eine Schnittstelle zwischen allen Beteiligten zweckmäßig. Zur Konzeptionierung und Koordinierung der entsprechenden Politik wird die Installation eines Integrationsbeauftragten der Bundesregierung gewünscht. Wer von politischen Entscheidungen betroffen ist, soll auch an deren Zustandekommen beteiligt sein. Nur wer mitgestalten kann, wird sich auch zu Hause fühlen. Daher soll allen in Österreich niedergelassenen Menschen das aktive und passive Wahlrecht ohne Wartezeit auf kommunaler Ebene eingeräumt werden. Ab Eintritt der Aufenthaltsverfestigung sollen ausländische BürgerInnen österreichischen BürgerInnen bei Wahlen auf Landesebene gleichgestellt werden. Auf inner- und überbetrieblicher Ebene ist die Verankerung des passiven Wahlrechts zum Betriebsrat und zu den Interessensvertretungen von ArbeitnehmerInnen unerlässliche Grundlage für Integration.

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Hospiz

Hospiz bedeutet Leben Zwei Modelle der Hospizarbeit verwirklicht die Caritas der Erzdiözese Wien. In der Stadt Wien mit einem Kernteam von hauptamtlichen Ärzten, Pflegepersonal und Seelsorgern. In Niederösterreich mit sieben hauptamtlichen Koordinatorinnen und einem großen Team von ehrenamtlichen MitarbeiterInnen.

2003 hat die Caritas die Hospizangebote in Niederösterreich weiter ausgebaut. In Wien wird jeder zweite Hospizpatient von der Caritas betreut. „Hospiz bedeutet leben bis zuletzt, als gemeinsamer Weg“, so Poli Sofaly, die Koordinatorin vom Mobilen Hospiz Niederösterreich der Caritas. Für sie ist klar: „Es muss für viel mehr Menschen möglich sein, zu Hause zu bleiben.“

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Um dieses „Leben bis zuletzt“ in vertrauter Umgebung nun auch im Norden Niederösterreichs noch stärker zu verankern wurde eine zusätzliche – sechste – Region „Hollabrunn“ geschaffen.

HospizmitarbeiterInnen geben Sicherheit Gute Sterbebegleitung – zuhause oder in Heimen – braucht Zusammenarbeit. Die CaritasmitarbeiterInnen setzen auf diese Zusammenarbeit und die gegenseitige Ergänzung von Krankenhaus, Pflegeheimen, Hausärzten, Hauskrankenpflege und anderen mobilen Diensten, Seelsorge und Hospizdiensten. Das Mobile Hospiz Niederösterreich der Caritas arbeitet – im Unterschied zum Mobilen Hospiz in Wien – zum überwiegenden Teil mit ausgebildeten ehrenamtlichen MitarbeiterInnen. Diese sind unterstützt von der

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hauptamtlichen Koordinatorin „für das Leben unterwegs und schenken Zeit fürs Leben“.

Zusammenarbeit schafft dem Leben Raum Poli Sofaly: „Wir sind Vermittler, Übersetzer, Brücke zwischen Betroffenen – Angehörigen, Patienten, ÄrztInnen, Pflegenden, Seelsorgern“, denn die Hilflosigkeit im Umgang mit einer unheilbaren Erkrankung und dem möglicherweise nahenden Ende des Lebens ist groß, wissen die HospizmitarbeiterInnen. Sie kommen ins Haus, vermitteln entlastende Angebote, etwa Heimhilfen oder Familienhelferinnen. „Oft trägt auch ein vermitteltes Gespräch mit einem unserer in Palliativmedizin, d. h. lindernder Medizin, geschulten Ärzte dazu bei mehr Sicherheit in Bezug auf schmerzlindernde Maßnahmen zu geben,“ berichtet Sofaly. „Wir sind ein verlässlicher Partner mit Know-how.“ Denn die MitarbeiterInnen sind geschult auch auf die kleinen Signale zu achten, dazu gehört, notwendige Erleichterungen in der Gestaltung des Alltags genauso wahrzunehmen wie auch vermittelnd zwischen den Familienmitgliedern zu wirken. Damit bekommt auch das Zusammenleben einer Familie in dieser Phase des Lebens oft eine besonders intensive, lebensbejahende Qualität.

Zahlen & Fakten: Hospiz Mobiles Hospiz Wien Interdisziplinäre Teams bestehend aus zwölf Pflegepersonen, sechs ÄrztInnen, Seelsorgern und 58 ehrenamtlichen MitarbeiterInnen betreuen schwerst kranke Menschen und deren Angehörige in ganz Wien 647 PatientInnen wurden 2003 betreut Die durchschnittliche Betreuungsdauer betrug 52 Tage, die häufigste Betreuungsdauer lag zwischen zehn und 30 Tagen Tageshospiz 155 Tagesbesucher sind 2003 ins Tageshospiz gekommen Mobiles Hospiz NÖ

Kompetenz im Umgang mit den „letzten Fragen“ Doch die CaritasmitarbeiterInnen wissen auch, „menschenwürdig das Leben zu vollenden verlangt nach Achtung und Respekt. Hospiz setzt deshalb auf helfende Nähe und heilsame Distanz.“ Poli Sofaly beschreibt die Position gegenüber den Hospizpatienten mit dem Satz: „Du gehst deinen Weg, ich gehe mit.“ Wie die Eltern ihre Kinder in das Leben begleiten, so dürfen Kinder ihre Eltern aus dem Leben begleiten. Dafür setzt sich das Mobile Hospiz Niederösterreich der Caritas ein und unterstützt und entlastet dabei die Angehörigen. „Wir reden vom Sterben, weil es ein Teil des Lebens ist“, so Sofaly, die aus der konkreten Arbeit weiß: „Darüber reden tut gut!“ Die HospizmitarbeiterInnen sind auf diese Situation vorbereitet. Denn es geht darum, nicht dem Leben mehr Zeit, sondern der Zeit mehr Leben zu geben.

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Das Mobile Hospiz NÖ ist in sechs Regionen Niederösterreichs vertreten. Die regionalen Koordinatorinnen bieten folgende Dienste an Koordination der Betreuung durch die ehrenamtlichen MitarbeiterInnen Vernetzung von Hauskrankenpflege und Hospizbetreuung Vernetzung und Zusammenarbeit mit allen Diensten Vernetzung und Zusammenarbeit mit Einrichtungen und Gemeinden in der jeweiligen Region, die an Hospizarbeit interessiert sind und sie unterstützen wollen 2003 betreuten die fünf Regionalkoordinatorinnen zusammen mit 86 ausgebildeten ehrenamtlichen HospizbegleiterInnen in 6976 Stunden 255 PatientInnen

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Pflege

Lebensqualität im Alter Die Caritas pflegt alte Menschen nach dem Grundsatz „So viel stationär wie nötig, so viel mobil wie möglich.“ Das Leben in der vertrauten Umgebung zuhause und die Selbstständigkeit der Betreuten sollen so lange wie möglich erhalten bleiben.

fährdeten Menschen Sicherheit, ohne sie in ihrer autonomen Lebensführung in den eigenen vier Wänden zu beschränken. Im Ernstfall ist Hilfe auf Knopfdruck garantiert und eine Zeitverzögerung bis zum Ergreifen von Hilfsmaßnahmen, die medizinische Komplikationen bewirken könnte, ausgeschlossen. Ein Beispiel:

Medizinische Hilfe auf Knopfdruck uf Knopfdruck sicher: Mit einem umfangreichen Angebot von der Heimhilfe bis zur Hauskrankenpflege, von Seniorenund Pflegehäusern über das Notruftelefon bis zum Mobilen Hospiz gehört die Caritas der Erzdiözese Wien zu den wesentlichen Pfeilern im Einsatz für ein Leben in Würde auch im Alter. Das Notruftelefon der Caritas gibt allein lebenden älteren oder gesundheitlich besonders ge-

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Herr V. aus Wien lebt alleine und entscheidet sich nach einem Schlaganfall für das Caritas-Notruftelefon, ein Zusatzgerät zum eigenen Telefon inklusive wasserdichtem Sender, der als Armband oder Halskette getragen wird. Ende November 2003 stürzt Herr V. in seiner Wohnung und zieht sich eine Verletzung im Beckenbereich zu. Auf dem Boden liegend drückt er auf den Sender seines Caritas-Notruftelefons und stellt dadurch automatisch eine telefonische Verbindung zur

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Begegnung und Lebensfreude in einem Seniorenhaus der Caritas

Das Notruftelefon – der Sender am Handgelenk gibt Sicherheit

Caritas-Notrufzentrale her. Nach kurzer Abklärung der Notrufursache über die eingebaute Freisprecheinrichtung wird die Wiener Rettung verständigt. Ein Schlüssel zur Wohnung ist im Schlüsselsafe neben der Wohnungstür deponiert. Die Notrufzentrale teilt der Rettungsmannschaft den Code mit und Herr V. kann umgehend medizinisch versorgt werden. Rund 830 Menschen haben das Angebot des Caritas-Notruftelefons 2003 genutzt. Ein Großteil von ihnen ist hochbetagt (über 85) und könnte ein Leben zuhause ohne die Krisenhilfe Notruftelefon schwer aufrecht erhalten. Alle in einem Notfall wichtigen Daten (Krankheiten, Medikamente, Angehörige usw.) sind in der Zentrale gespeichert, damit rasche und richtige Hilfe gewährleistet werden kann. Um den Rettungsleuten im Ernstfall Zutritt zur Wohnung zu verschaffen, haben Kunden die Möglichkeit, den Schlüssel

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Zahlen & Fakten: Pflege 806.570 Einsatzstunden bei Rund 2600 betreuten Kundinnen und Kunden im Bereich Betreuen und Pflegen Zuhause Elf Senioren- und Pflegehäuser 285 Plätze für Senioren (inkl. Betreutes Wohnen) 860 Pflegeplätze In den Häusern 108.048 geleistete Tage in der Seniorenbetreuung und 318.893 geleistete Tage in der Pflege

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bei in der Nähe wohnenden Kontaktpersonen, im Schlüsselsafe vor der Wohnungstür oder im Caritas-Schlüsseldepot zu hinterlegen.

Entlastung und Anwaltschaft für pflegende Angehörige

Begegnung der Generationen beim Fest im Seniorenhaus

Das Notruftelefon ist auch ein Beitrag zur Entlastung der Angehörigen, die 80 Prozent der Pflege zuhause leisten. Die Caritas versteht sich als Partner pflegender Angehöriger und bietet seit 2003 kostenlose Pflegeanleitung: Diplomierte Caritas-MitarbeiterInnen üben direkt vor Ort in der konkreten Pflegesituation mit den betreuenden Angehörigen Pflegetechniken und zeigen einfache Handgriffe, die die Pflege erleichtern und das Wohlbefinden des Pflegebedürftigen steigern. Immer mehr Menschen vertrauen in Wien und in Niederösterreich auf die Caritas, wenn es um die Pflege von älteren und kranken Menschen geht. Über 800.000 Einsatzstunden der MitarbeiterInnen von Betreuen und Pflegen Zuhause, dem mobilen Angebot, zeigt die

Lebensqualität individuell gestalten mit der Sicherheit, die ein Seniorenhaus gibt

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eindrucksvolle Bilanz. Die Caritas will darüber hinaus helfen, über das „Tabu Pflege“ zu sprechen. Mit dem Aktionstag „UNFREI_WILLIG dement“ auf dem Stephansplatz hat die Caritas im September 2003 ein von Politik und Medien noch immer kaum beachtetes Thema ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. 100.000 Menschen sind in Österreich an Demenz erkrankt und viermal so viele Angehörige sind betroffen. Die optimale Versorgung Demenzkranker und die Unterstützung der Angehörigen zählen für die Caritas zu den wichtigsten gesellschaftspolitischen Herausforderungen der Zukunft.

Im Zentrum steht der Mensch Angehörige sind der wichtigste Pflegedienst in Österreich. Doch sie brauchen mehr Unterstützung. Die Caritas trägt diesem Umstand Rechnung. So wurden 2003 neue Serviceangebote zur Entlastung entwickelt, wie etwa das Angehörigentelefon: Eine Entlastung für pflegende Angehörige, auch für jene, deren Mutter oder Vater in ein Pflegeheim übersiedelt ist. Denn oft werden dadurch neue Sorgen wach, melden sich Schuldgefühle. Das Angehörigentelefon ist jeden Mittwoch zwischen 10.00 und 13.00 Uhr für Angehörige – ob pflegend oder nicht (mehr) pflegend offen. Elisabeth Rothenthal berät unter 01/87812550 Angehörige, die ausgebrannt sind, sich allein gelassen fühlen, in ihrer Trauer Hilfe brauchen. Erste Erfahrungen belegen den Bedarf: „Gerade Angehörige, die Demenzkranke pflegen – und insbesondere schon über längere Zeit –, sind irgendwann am Ende ihrer physischen und psychischen Kräfte.“ Im Gespräch wird eine Klärung der Situation versucht. „Immer geht es um die Subjektivität der/des Anrufenden und darum, was sie oder er selbst verändern kann, um eine Verbesserung herbeizuführen.“ Ein weiterer „Draht“ auch für BewohnerInnen der Senioren- und Pflegehäuser ist das „Offene Ohr“. Gleichfalls mittwochs, von 10.00 bis 11.00 Uhr sind alle Heimleiterinnen und Heimleiter und die Bereichsleiterin unter der jeweiligen Haus-Telefonnummer für Anregungen, Wünsche oder Beschwerden erreichbar.

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Caritas – Anwalt für Menschen

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Thema: Pflege und Hospiz Die Caritas betreut und pflegt alte und kranke Menschen nach dem Grundsatz „so viel stationär wie nötig, so viel mobil wie möglich.“ Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege achten darauf, die Selbstständigkeit der/des Pflegebedürftigen zu befördern bzw. möglichst lange zu erhalten. 80 Prozent der Pflege zuhause leisten in Österreich nach wie vor Angehörige. Die Caritas schätzt die Kompetenz pflegender Angehöriger und entlastet sie – auch kurzfristig – mit Möglichkeiten der Kurzzeitpflege, bietet persönliche Beratung und kostenlose Pflegeanleitung. Wer Sterbehilfe nicht will, muss für optimale Sterbebegleitung sorgen. Die Caritas bekennt sich zu einer „Kultur des Lebens“, zu der eine Kultur des Sterbens, eine Kultur der Solidarität mit den Sterbenden, untrennbar dazugehört.

Die Caritas fordert Existentielle Entlastung für pflegende Angehörige: Pflegezeiten sollten – nach dem Modell der Kinderbetreuungszeiten – bei der Berechnung der Pension berücksichtigt werden. Die jährliche Valorisierung des Pflegegeldes, Einstufungsmodi, die weniger auf die medizinisch-pflegerischen Gesichtspunkte fokussieren (Stichwort Demenz) und einen beschleunigten Zugang zum Pflegegeld. Im Sinne einer gesamtgesellschaftlichen Solidarität sind auch verstärkt alternative Modelle im miteinander Leben von alten und jungen Menschen zu verwirklichen. Einen Nationalen Hospizplan: Die Hospizbetreuung muss in die Regelfinanzierung des Gesundheitswesens aufgenommen werden.

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Ehrenamt

Ehrenamt im Trend Die Seniorenhäuser der Caritas Wien sind Vorreiter in der Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

as Internationale Jahr der Freiwilligen 2001 hat auch bei der Caritas der Erzdiözese Wien einen „Ehrenamt-Boom“ ausgelöst. „In den vergangenen zwei Jahren haben sich die Anfragen verdoppelt“, berichtet Erika Delarich, Koordinatorin der Ehrenamtlichen Mitarbeit in der Caritas Wien. 2003 waren rund 750 Frauen und Männer ehrenamtlich in der Behindertenbetreuung, der Flüchtlingsbetreuung, der Wohnungslosenbetreuung, in Seniorenhäusern, im Hospizbereich tätig. 300 Erstgespräche wurden persönlich oder am Telefon ge-

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führt, 126 „Neulinge“ waren zum Jahresende in 27 Einrichtungen tätig. „Studien belegen, dass das Potenzial noch viel höher ist.“ Etwa zeitgleich mit dem Internationalen Jahr erfolgte auch der Homepage-Auftritt des CaritasEhrenamtes, ein zusätzlicher „Boom-Faktor“: „Rund zwei Drittel der Leute rufen mich an, nachdem sie sich auf der Homepage vorinformiert haben.“ Ein anderer großer Teil bietet der Caritas auf gut Glück seine Dienste an: „Die Caritas hat einen hohen Bekanntheitsgrad und genießt das Vertrauen weiter Bevölkerungskreise.“

Rücksicht auf individuelle Fähigkeiten Im Laufe des Kontaktgesprächs werden Tätigkeitsvorlieben und -eignungen abgeklärt, wird der Zeitrahmen abgesteckt und in die entsprechende Einrichtung weitervermittelt. „Grund-

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Vom Canisibus, der täglich Essen zu den obdachlosen Menschen bringt, bis zum Besuchsdienst im Seniorenhaus – Arbeit für Freiwillige gibt es genug

sätzlich sollte die Mitarbeit wöchentlich zwei bis fünf Stunden lang erfolgen und nicht über weniger als drei Monate andauern“, um die nötige Kontinuität zu sichern. Vor allem in der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen ist Beständigkeit wesentlich. Im Seniorenhaus, im Flüchtlingshaus, in der Behinderteneinrichtung etc. wird die Arbeit theoretisch und praktisch vorgestellt. „Schnuppereinsatz heißt z. B. einmal mit einem Essensbus mitfahren oder einmal mit den Mädchen und Buben vom Heim für geistig behinderte Kinder ‚Am Himmel’ schwimmen gehen.“ Daran schließt sich die etwa 4-wöchige Probezeit, in Folge wird die „Vereinbarung für ehrenamtliche Mitarbeit“ getroffen. Rund die Hälfte der MitarbeiterInnen zählt zum Kreis der über 50-Jährigen. Ihm gehören nicht nur PensionistInnen an, sondern auch zunehmend Menschen, die aus dem Arbeitsprozess vorzeitig herausgefallen sind. 10 bis 15 Prozent sind StudentInnen. Sie suchen Berufsorientierung oder ein Pendant zum Studium. Rund 10 Prozent betätigen sich als Gegengewicht zum Job ehrenamtlich bei der Caritas. Zwei Drittel bis drei Viertel aller Ehrenamtlichen sind Frauen.

Weiterbildung für Ehrenamtliche „Was ein Hauptamtlicher an Bezahlung bekommt, benötigt der Ehrenamtliche an zusätzlicher Wertschätzung und Dankbarkeit“, trägt Verantwortliche Erika Delarich dem EhrenamtBoom mit einem neu entwickelten Betreuungskonzept Rechung. „In Teamsitzungen zumindest zweimal pro Jahr wird die ehrenamtliche Mithilfe reflektiert, können Wünsche geäußert und Ziele angesprochen werden. Ein Fortbildungskurs aus dem Caritas-Programm (z. B. Validation für SeniorenbetreuerInnen) soll jährlich kostenlos besucht werden können, auch im Sinne der Qualitätssicherung des Ehrenamtes.“ Und die forcierte Begleitung der Ehrenamtlichen zahlt sich aus: 24 Frauen und Männer sind 2003 z. B. zur Mitarbeit ins Seniorenhaus St. Barbara gekommen – und geblieben.

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Zeit für interessante Gespräche, für die Vorbereitung von Festen im Haus u. v. m. – die ehrenamtliche Arbeit im Seniorenhaus bereichert

Zahlen & Fakten: Ehrenamt 747 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren 2003 ehrenamtlich in Caritas-Einrichtungen tätig 29 davon haben sich in zwei Einrichtungen zugleich engagiert 143 Personen haben 2003 eine ehrenamtliche Mitarbeit in 34 Einrichtungen begonnen, das ist eine Steigerung von 90 Prozent gegenüber dem Vorjahr 126 davon waren am Ende des Jahres noch in 27 Einrichtungen aktiv

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Hilfe im Ausland

Hilfe ist grenze Der Auftrag der Caritas Menschen in Not zu helfen endet nicht an der österreichischen Staatsgrenze. Die Caritas der Erzdiözese Wien setzt dabei besondere Akzente in der Hilfe für Ost- und Südosteuropa.

ie Tagesstätte und Notschlafstelle „Aspern“ für schutzbedürftige Kinder in der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist geprägt von großer Offenheit. Die studierte Sozialpädagogin und Leiterin des Hauses Vera Koshil und ihr Betreuerteam helfen den 50 bis 70 Kindern, die täglich kommen, flexibel, direkt und unbürokratisch. „Wir kümmern uns um Kinder, die schon ein Jahr und länger auf der Straße leben.

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An uns wenden sich aber auch Kinder aus zerrütteten Familien, die zuhause große Probleme haben.“ Namensgeberin des Hauses ist die Wiener Pfarre Aspern, die das Projekt mit großem Engagement mitunterstützt und seit Jahren begleitet. Auf Grund der anhaltend schlechten Wirtschaftslage leben etwa 80 Prozent der ukrainischen Bevölkerung in einer akuten Notsituation. Oft beginnt der Zerfall von Familien mit dem Verlust des Arbeitsplatzes. Eltern verzweifeln und kümmern sich nicht mehr um ihre Kinder. Nach offiziellen Zahlen gibt es in Kiew 3.000 Straßenkinder. Die Dunkelziffer liegt sicher jenseits der 10.000, weil die Hauptstadt große Anziehungskraft für sie besitzt. Hier leben sie in Abbruchhäusern, in Kellern oder in den Wartungsschächten der Fernwärme. Die meisten sind unterernährt und leiden an Hautkrankheiten.

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Alte Menschen in Moldawien und der Ukraine brauchen Hilfe

Die Auslandshilfe der Caritas Wien konzentriert sich auf Projekte am Balkan und in der Ukraine

Straßenkinder dürfen hoffen Eine der wichtigsten Aufgaben, die sich die Mitarbeiter im Haus „Aspern“ gestellt haben, ist deshalb die Grundversorgung. Pro Tag werden im Zentrum bis zu 100 warme Mahlzeiten ausgegeben. Nach dem Duschen erhalten die Kinder saubere Kleidung aus Hilfslieferungen. Ein Arzt versorgt Wunden und leichte Erkrankungen. Im medizinischen Bereich gibt es seit 2003 eine entscheidende Verbesserung. Zwei Krankenzimmer wurden eingerichtet, wo die kleinen Patienten ohne Ansteckungsgefahr für die anderen behandelt werden können. Außerdem gibt es 24 Schlafplätze für diejenigen, die abends nicht wissen, wo sie schlafen sollen. Viele Kinder sind vom Leben auf der Straße traumatisiert und erhalten psychologische Betreuung. Wichtig sind aber auch die Zukunftsperspektiven. Ein Team von Pädagoginnen be-

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Zahlen & Fakten: Hilfe im Ausland 2003 konnten 46 Projekte am Balkan unterstützt werden, die meisten in Serbien und Montenegro (15) und im Kosovo (12) Als einzige Diözese Österreichs ist die Caritas Wien seit 2003 auch in Moldawien tätig – mit verschiedenen Projekten und Projektpartnern: z. B. Suppenküche Tiraspol für 70 Kinder, Schulartikel zu Schulbeginn für 1005 Schüler, Computerkurse für 308 Frauen In der Ukraine ermöglichte die Caritas 19 Projekte

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Der Schwerpunkt liegt hier auf der Arbeit mit Kindern (11 Projekte)

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Tageszentrum Aspern in Kiew – mit Spenden aus Österreich gelingt das Lachen

Essen, Schlafen, Ausbildung – Hilfe ist notwendig

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treut die Kinder individuell und in Kleingruppen, sodass sie später wieder in normale Schulen wechseln können. Mit einer Keramikwerkstatt mit eigenem Brennofen, einer kleinen Schneiderei und einer Bastelwerkstatt für die Buben fördert das Haus „Aspern“ nun auch die Kreativität der Kinder.

Moldawien – das „neue“ Armenhaus Europas 2003 hat die Caritas Wien mit der Umsetzung von Hilfsprojekten in Moldawien begonnen. Nach dem Wegfall des großen sowjetischen Marktes, dem Zerfall der Kolchosen und mehreren Währungsumstellungen mit starken Einkommensverlusten sind die Menschen in Moldawien die ärmsten in ganz Europa. Von 4,3 Millionen EinwohnerInnen ist 1 Million im arbeitsfähigen Alter entweder legal oder illegal im Ausland tätig. Da das Durchschnittseinkommen im eigenen Land circa 20 Euro monatlich beträgt, die Lebenshaltungskosten aber doppelt so hoch sind, sind die Menschen gezwungen, ihre Eltern, die im Durchschnitt kaum zehn Euro Pension pro Monat haben, und ihre eigenen Kinder im Land zurückzulassen. Sie suchen dann in anderen Staaten Arbeit und Zukunft.

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80 Prozent der MoldawierInnen leben unter der Armutsgrenze. Die ehemalige Sowjetrepublik ist auch innerlich zerrissen: 65 Prozent der Bevölkerung sind rumänischer Herkunft, die restlichen 35 Prozent Russen, Ukrainer, Bulgaren und Gagausen, ein Turkvolk im Südwesten.

Nachhaltige Unterstützung Projektpartnerin der Caritas Wien ist die lokale Caritas mit elf Zweigstellen in Pfarren landesweit. Die Pfarr-Caritas-Stützpunkte betreiben Armenküchen für Kinder und alte Menschen, Hauskrankenpflege, Sozialstationen, Kindergärten. In der Suppenküche der Pfarre Tiraspol – „Hauptstadt“ der Anfang der 90er-Jahre proklamierten und nicht anerkannten „Republik Transnistrien“ jenseits des Dnjestr – werden täglich 70 Kinder als „Sozialwaisen“ versorgt. Viele jener Kinder, deren Eltern im Ausland arbeiten und leben und die bei ihren meist überforderten Großeltern untergebracht sind, landen auf der Straße – offizielle Zahlen gibt es nicht. Im Sinne einer nachhaltigen Unterstützung des Landes und seiner Bevölkerung ist Bildung ein wichtiger Faktor. Zu Schulbeginn haben 1005 Schülerinnen und Schüler in allen Pfarren des Landes Schulbücher und -artikel bekommen. Für Mädchen und (arbeitslose) junge Frauen organisierte eine lokale Frauenorganisation mit finanzieller Hilfe der Caritas Computerkurse – sie sollen helfen, der explodierenden Migrationsbewegung entgegenzuwirken sowie Perspektiven in der Heimat eröffnen. Das erste Frauenhaus Moldawiens in der Hauptstadt Chisinau hat die Caritas 2003 mit 6.500 Euro möglich gemacht: 28 Notbetten nehmen Frauen und Kinder auf, die Opfer von Gewalt geworden sind. Daneben führt das Frauenhaus Familien- und Rechtsberatung durch.

Notizen aus Chisinau

Aus dem Tagebuch von Caritasdirektor Michael Landau Chisinau, kaum zwei Flugstunden von Wien entfernt, näher als London – und doch Lichtjahre entfernt, die Hauptstadt Moldawiens. Am Vormittag wollen wir uns näher über die Situation alter und pflegebedürftiger Menschen informieren. Was wir zu sehen bekommen, verschlägt uns die Sprache. Menschen, die sich durch zwei Jahre und länger nicht mehr richtig waschen konnten, weil sie alleine zu Hause waren, ohne Wasser, ohne Angehörige, ohne Geld, ohne die Möglichkeit, für sich selbst zu sorgen, zum Teil völlig wundgelegen. Eine Wohnung, in der zwei Frauen leben, Mutter und Tochter. Die Mutter hat die Wohnung schon seit Jahren nicht mehr verlassen können, liegt still in einem Bett. Die Tochter war bis vor kurzem auch in so schlechter Verfassung, dass sie nur im Bett liegen konnte. Weitere Verwandte gibt es nicht. Manchmal hat ein Nachbar nach den beiden Frauen geschaut. Gemeinsam haben sie zehn Dollar – pro Monat. Die Caritas Moldawien hat – vor etwa vier Jahren – als erste Organisation mit Hauskrankenhilfe begonnen. Heute kümmert sie sich um diese beiden Frauen. Die Tochter kann mittlerweile schon wieder zeitweise ihr Bett verlassen. Doch im Moment droht den beiden Frauen die Delogierung, weil sie die Kosten für Strom und Heizung schon lange nicht mehr bezahlen können. Die angehäuften Schulden liegen bei über hundert Dollar. Unfinanzierbar ohne Hilfe von außen. Es geht weiter in die Wohnung eines alten Arztehepaares, die noch ein wenig vom bescheidenen Glanz besserer Jahre ausstrahlt. Die beiden sind seit 54 Jahren verheiratet. In den 90er-Jahren haben sie alles an Ersparnissen verloren. Der Mann ist schwer krank. Seit Tagen hat er nicht mehr gegessen. Eigentlich sollte er dringend in ein Spital. Seine Frau hat um ihn Angst. Immer wieder kämpft sie mit den Tränen. Die Schwestern und die ehrenamtlichen Helferinnen der Hauskrankenpflege können ein wenig trösten. Aber wie es weitergehen wird, das steht wohl in Gottes Hand.

Bedrückende Momentaufnahmen einer Winterreise durch Moldawien ALLE ADRESSEN AUF SEITE 56-59

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Katastrophenhilfe

Erdbeben, Krieg und Hunger Erdbeben in Algerien und im Iran, Krieg im Irak, Hunger in Afrika – Herausforderungen für die internationale Hilfe der Caritas.

eben der Katastrophenhilfe werden aber auch Projekte mit Nachhaltigkeit etwa in den Bereichen Gesundheit und Bildung aus Spendenmitteln finanziert. Das Beben im Dezember 2003 im Iran zeigt, dass alle politischen Divergenzen zurückstehen müssen, wenn es um Hilfe für verzweifelte Menschen geht. Die Globalisierung der Nächstenliebe kann dazu beitragen, das Leid zu mildern. Katastrophenhilfe war schon immer globalisiert.

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Erdbeben verlangen schnelle Hilfe Im Iran waren in den Monaten nach dem Beben rund 200.000 Menschen zu versorgen. Zelte,

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Decken, Heizgeräte, aber auch Babynahrung und Medikamente mussten zur Verfügung gestellt werden. Die Österreichische Caritas half aber auch im Verbund mit der Internationalen Caritas in Algerien nach dem Erdbeben im Mai 2003. Bei dem schweren Beben vom 21. Mai kamen mehr als 2.200 Menschen ums Leben, 10.200 Menschen wurden verletzt. Hunderte Gebäude in der Region um Algier stürzten ein.

Geldspenden sind sinnvoller als Sachspenden Überall geht es in erster Linie darum mit Geldspenden in den jeweiligen Katastrophenregionen die notwendigen Hilfsgüter anzukaufen. Die Caritas kann hier mit dem internationalen Caritasnetzwerk auf Know-how und konkrete Partner in der ganzen Welt setzen. Als sich die Kriegssituation im Irak immer mehr zuspitzt, sind auch Helfer aus Österreich in der Krisenregion um sich für Flüchtlinge und deren Versorgung zu engagieren.

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Caritas – Anwalt für Menschen

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Thema: Hilfe im Ausland Katastrophenhilfe: Ziel der Katastrophenhilfe ist es, Menschen zu helfen, die Folgen von Katastrophen zu überwinden. Konkret geht es darum, Überleben zu sichern, die größte Not zu lindern sowie zum Wiederaufbau überzuleiten. Das heißt: zuerst Katastrophenhilfe, dann Soforthilfe, danach Wiederaufbauhilfe. Wiederaufbau: Unter Wiederaufbau verstehen wir nicht die Wiederherstellung eines Zustandes vor der Katastrophe, sondern Hilfsmaßnahmen, die die Selbstständigkeit des Menschen und sein soziales Umfeld wiederherstellen. Wiederaufbau schafft die Grundlagen für eine langfristige soziale und wirtschaftliche Entwicklung.

Sie haben alles verloren – internationale Hilfe ermöglicht wieder Zukunft

Mit der traditionsreichen Augustsammlung macht die Caritas im Sommer auf den Hunger in Afrika aufmerksam. Wir können etwas in dieser Welt zum Besseren bewegen, wenn wir uns bewegen. So eine der Botschaften der Caritas zum Beginn der Afrika-Kampagne, die am 1. August auf dem Stephansplatz kraftvoll startete. Vor einer Afrika-Landkarte forderte eine afrikanische Tretpumpe zur bewegten und bewegenden Solidarität mit Frauen, Männern und Kindern in Äthiopien und anderen von Dürre und Hunger geplagten Teilen Afrikas heraus. Caritas-Präsident Franz Küberl, Michael Landau, Caritasdirektor der Erzdiözese Wien, Prominente und „probierfreudige“ Passanten versorgten den Kontinent symbolisch mit Wasser. Gebiete in Äthiopien erlebten 2003 bereits das fünfte Jahr in Serie mit wenig bis gar keinen Regenfällen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezifferte die auf Hilfe angewiesenen Menschen im März 2003 mit 11,3 Millionen – vier Mal so viele wie in „normalen“ Trockenjahren.

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Entwicklungszusammenarbeit: Wir bekennen uns zu nachhaltiger Hilfe und engagieren uns daher in der Entwicklungszusammenarbeit. Hier gilt vor allem der Grundsatz Hilfe zur Selbsthilfe: Indem wir die Hilfsbedürftigen nicht als Almosenempfänger betrachten, sondern eine Eigenleistung zur Verbesserung ihrer Lebenssituation erwarten, fördern wir Initiative und Verantwortung. Anwaltschaft: Darunter verstehen wir die aktive Mitgestaltung des gesellschaftlichen und politischen Lebens. Unser gesellschaftspolitisches Engagement steht in direktem Zusammenhang mit unserer täglichen Arbeit und ist mit unseren Partnern abgestimmt. Wir sehen uns veranlasst, die Ursachen von Not aufzuzeigen, Vorschläge zur Beseitigung dieser Ursachen einzubringen und an konkreten Veränderungen mitzuarbeiten – auch dann, wenn wir auf Widerstand stoßen.

Die Caritas fordert Es muss mehr dafür getan werden, dass in den armen Regionen der Welt den Menschen direkt geholfen wird. Solidarität ist auf zwei Ebenen notwendig: Es geht um individuelle Solidarität, aber auch um strukturelle Solidarität. Das heißt: „Ja“ zum Prinzip der Freiwilligkeit, aber auch „Ja“ zur Forderung nach strukturellen und politischen Spielregeln. So hält die Caritas eine sofortige Verdoppelung der Mittel für die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit für ein Gebot der Stunde. Von der österreichischen Regierung erwartet die Caritas ein Stufenkonzept, um bis 2010 zu den paktierten 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für die Entwicklungszusammenarbeit zu kommen.

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Ausbildung

Berufe mit Inhalt und Zu Der große Bereich der Pflege ist schon jetzt eine „Zukunftsbranche“: Die Caritas bietet in ihren Schulen die Basis für ein erfüllendes Berufsleben.

sene der Einstieg in den Sozialbereich. Am Standort Wiener Neustadt werden zwei berufsvorbereitende Schulen (nach der 8. Schulstufe) und zwei berufsbildende Schulen (mit höherem Einstiegsalter) geführt.

Berufsvorbereitende Schulen as Ausbildungszentrum in der Seegasse in Wien 9 bietet insgesamt fünf Ausbildungsmöglichkeiten an (siehe Kasten). Die Lehranstalt für Heilpädagogische Berufe (LHB) in Wien 3 ist „die erste Adresse“ in Österreich für junge Menschen, die ihre berufliche Zukunft in der Arbeit mit und für Menschen mit Behinderungen sehen. Die Kardinal-König-Akademie ist aus der Zusammenarbeit zwischen dem Kardinal-König-Haus und der Caritas Wien entstanden und bietet hoch spezialisierte Ausbildungsmodule u.a. für den Bereich Hospiz und Pflege an. Die Fachschule für Sozialberufe in Wiener Neustadt ist für Jugendliche und Erwach-

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Die beiden Schulformen (dreijährige Fachschule für Sozialberufe und zweijährige Schule für Sozialdienste – beide nach der 8. Schulstufe) vermitteln Allgemeinbildung und eine Vorbereitung auf verschiedene Sozial- und Pflegeberufe, die ein höheres Lebensalter und eine größere Reife voraussetzen, z. B. Gesundheits- und Krankenpflegeberufe, Familienhilfe, Altendienste und Pflegehilfe, Behindertenarbeit etc. Sie bieten Orientierungshilfe bei der Klärung der persönlichen Begabung und Eignung für einen Sozialberuf und liefern einen Beitrag zur persönlichen Entwicklung und Förderung der sozialen Fähigkeiten.

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Sinnvolle Lebensgestaltung in der Betreuung und Pflege alter Menschen

Qualifikation und Kompetenz – Lernen bei der Caritas

Caritas – Ausbildung

kunft

Caritas-Ausbildungszentrum Seegasse Wien Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe,

Weiterführende Schulen sind u. a. Schulen für allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege, Schulen für den medizinisch-technischen Fachdienst, Schulen für Pflegehilfe, Fachschulen für Altendienste und Pflegehilfe.

Ausbildungszweig Sozialmanagement. Fünfjährige berufsbildende Schule mit Maturaabschluss. Gute Allgemeinbildung, fundierte soziale Ausbildung gepaart mit wirtschaftlicher Bildung.

Berufsbildende Schulen

Dreijährige berufsbildende mittlere Schule

In Wr. Neustadt werden auch die zweijährige Fachschule für Altendienste und Pflegehilfe und der einjährige Lehrgang für Heimhilfe für Berufstätige in einer Abendform angeboten.

für 14-17-Jährige als Vorbereitung auf verschiedene Ausbildungen im Sozial- und Pflegebereich.

Bildungsziele und Inhalte Diese Schulformen bieten neben Allgemeinbildung intensive ein- oder mehrjährige Berufsausbildungen. Es werden Kenntnisse und Fähigkeiten für eine zeitgemäße Hilfeleistung und Betreuung von alten und pflegebedürftigen Menschen vermittelt. Berufliche Möglichkeiten: u. a. als Alten-, Familien- oder Heimhelfer.

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Zweieinhalbjährige Fachschule mit Abschluss als FamilienhelferIn und Möglichkeit zur Pflegehelferprüfung. Die FamilienhelferInnen vertreten Mütter bei Erkrankung oder unterstützen sie bei Arbeitsüberlastung. Zweijährige Fachschule. Alten- und PflegehelferInnen

verrichten ihren Dienst als qualifizierte Fachkräfte im Angestelltenverhältnis mit entsprechender Entlohnung bei kirchlichen, privaten oder öffentlichen Institutionen. Der einjährige Lehrgang für Heimhilfe ist eine

Ausbildung für Erwachsene, die in Heimen oder in Wohnungen für alte, kranke, behinderte Menschen tätig werden wollen.

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Menschen mit Behinderungen

Barrieren sehen und abb 2003 – im Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderungen – setzte die Caritas österreichweit Aktionen, um auf die Chancen und Grenzen für Menschen mit Behinderungen hinzuweisen. „Behindert ist, wer behindert wird“, machte die Caritas deutlich – Grenzen und Hemmnisse existieren vielfach in den Köpfen der so genannten „nicht behinderten“ Menschen.

in Arbeitsplatz, Integration, Selbstbestimmung, das ist auch für Menschen mit Lernbehinderungen möglich. „Wo das gelingt, ist es bereichernd, für ArbeitnehmerIn, ArbeitgeberIn und KollegInnen!“, so Michael Landau, der Caritasdirektor der Erzdiözese Wien, anlässlich der Präsentation des Projektes „Externe integrative Tagesstätte“ im Landes-Pensionisten- und Pflegeheim „Schlosspark Vösendorf“. „Es geht darum Menschen mit Behinderung in ihren Fähigkeiten und Stärken zu erleben

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und nicht die Beeinträchtigung in den Mittelpunkt der Betrachtungsweise zu stellen!“, formulierte Landau eine Grundvoraussetzung für gelungene Integration. Mit der Präsentation des modellhaften Projektes im Jänner 2003 war der programmatische Auftakt für das Jahr gegeben. Fünf Frauen und Männer aus den Caritas-Behinderteneinrichtungen Lanzendorf wurden im Landes-Pensionisten- und Pflegeheim „Schlosspark Vösendorf“ gezielt auf einen zukünftigen Arbeitsplatz vorbereitet. Die behinderten Menschen ent-

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Frau Karin Kirchknopf hat durch die Arbeit im Seniorenhaus Selbstbestätigung und Selbstbewusstsein gewonnen

Zahlen & Fakten: Behindert 561 BewohnerInnen in den Häusern und Wohngemeinschaften

auen

484 KlientInnen in Werkstätten 18 KlientInnen in Qualifizierungsprojekten 26 Job Coaching-Begleitungen am Arbeitsplatz

scheiden selbst, in welcher Arbeitsgruppe (z. B. Wäscherei, Gartengruppe, Küche, Büro …) sie tätig sein wollen. In der Behinderteneinrichtung Lanzendorf werden die notwendigen Arbeitsschritte trainiert. Fördern, Fordern und Rückmeldung prägt hier die Haltung der BetreuerInnen. Anschließend wird das Erlernte im niederösterreichischen Pflegeheim ausgeübt. Ein Modell, das möglichst bald in vielen anderen Behinderteneinrichtungen in Niederösterreich umgesetzt werden soll, so Landeshauptmann-Stv. Liese Prokop bei der Präsentation in Vösendorf.

266 KlientInnen in sozialpsychiatrischen Einrichtungen Clearing 159 Beratungsgespräche mit KlientInnen wurden geführt 129 KlientInnen beendeten Clearing Arbeitsassistenz

Arbeit ohne Barrieren

214 ProjektkundInnen

Die Caritas der Erzdiözese Wien hat sich gerade in den Einrichtungen in Niederösterreich seit vielen Jahren das Ziel gesetzt, Angebote zu entwickeln, Menschen eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt zu eröffnen. Geboten wird Ar-

134 ProjektkundInnen aus Sonderschulen

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101 erlangte Erwerbstätigkeiten

>>

666 fallbezogene Betriebsbesuche

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>> Lebensfreude und Spaß bei Festen in den Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen

beitsassistenz für Menschen mit Lernbehinderung, in Beschäftigungstherapien und in eigens auf Qualifizierung ausgerichteten Projekten wird auf den ersten Arbeitsmarkt vorbereitet. Langjährige Kontakte zu Wirtschaftstreibenden haben bewiesen, dass Integration auf den ersten Arbeitsmarkt möglich ist, wenn entsprechende Aufklärungsarbeit geleistet und Begleitung angeboten wird. Jobcoaching, Clearing, mehrere Qualifizierungsprojekte – die Palette ist breit und die tägliche Erfahrung bestätigt den richtigen Weg.

25-Jahr-Feier Barrieren abbauen, damit Menschen mit Behinderungen sich frei bewegen können und z. B. Rollstühle keine Fremdkörper sind

In Wien hat im Jahr 2003 das Sozialpsychiatrische Zentrum der Caritas in Wien 5 sein 25jähriges Bestehen gefeiert. Das Sozialpsychiatrische Zentrum ist eine ambulante Beratungsstelle, spezialisiert auf Beratung und Begleitung von Menschen mit einer psychotischen Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis. Das Angebot richtet sich hauptsächlich an Personen, die auch an den sozialen Formen der Erkrankung

Patricia Steiner – hier mit Caritasdirektor Landau –, eine von vielen, die von der Caritas gezielte Assistenz geleistet bekommen

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leiden. Ziel der Betreuung ist die (Wieder-) Erlangung von Lebensqualität und ein selbstbestimmtes Leben trotz Erkrankung.

Recht, nicht Mitleid wird gefordert „Barrieren behindern Leben“, unter diesem Motto wiesen die Caritas der Erzdiözese Wien und die beiden Behindertenselbstvertretungsvereine „Bizeps“ und „Blickkontakt“ im November darauf hin, dass Österreich ein wirkungsvolles Gleichstellungsgesetz braucht. Menschen mit Behinderung haben das Recht, an allen Bereichen der Gesellschaft teilhaben zu können, und der Gesetzgeber hat die Pflicht, auf dieses Recht hinzuweisen und diesem Recht zur Durchsetzung zu verhelfen.

Barrieren beseitigen – eine Forderung, die in vielen Bereichen Konsequenzen verlangt Die Liste der notwendigen Veränderungen ist lang. Der abendliche Lokalbesuch mit Freunden wird zu einem oft unlösbaren Abenteuer, wenn er nicht gut geplant wird, da die meisten Lokale für Rollstuhlfahrer nicht zugänglich sind. Das Gleiche gilt für den samstäglichen Einkaufsbummel. Arztbesuche sind nur in wenigen Praxen barrierefrei möglich. Und es ist heute keineswegs so, dass bei allen Neu- und Umbauten die Ö=Normen zur behindertengerechten Bauweise verpflichtend angewandt werden müssen. Zugfahrten müssen lange genug vorbereitet werden, da kaum Rollstuhlplätze vorhanden sind. Öffentliche Vorträge können gehörlose Menschen in aller Regel nur dann besuchen, wenn es um behinderungsspezifische Themen geht, da kaum je Gebärdendolmetsche anwesend sind. Fehlende Leitsysteme und „nette Stadtmöblierungen“ machen Wege für blinde Menschen zu Hindernisparcours. Gesetzliche Vorgaben und gesellschaftliche Vorurteile erschweren den Einstieg ins Berufsleben. Noch immer ist es möglich, dass eine blinde Frau nicht Richterin oder ein Rollstuhlfahrer nicht Lehrer werden darf. Für die Caritas ist die rasche Verwirklichung eines Behindertengleichstellungsgesetzes in Österreich eine dringende Forderung.

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Caritas – Anwalt für Menschen

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Thema: Behindert Es geht darum, Menschen mit Behinderung in ihren Fähigkeiten und Stärken zu erleben und nicht die Beeinträchtigung in den Mittelpunkt der Betrachtungsweise zu stellen. Selbstbestimmung, Integration und Normalisierung sind möglich und, wo sie gelingen, für beide Seiten bereichernd. Denn es ist normal, verschieden zu sein. Der Ausschluss aus der Gemeinschaft ist gerade für Menschen mit Behinderung immer wieder schmerzhafte Realität. Entscheidend ist, dass die Stimme der betroffenen Menschen Gehör findet, dass sie uns sagen, die Betroffenen uns sagen, wie eine barrierefreie Gesellschaft aussehen soll. Sie sind – und das ist eine grundlegende Denkweise, die Nichtbehinderte erlernen müssen – Expertinnen und Experten ihrer selbst. Sie sind die Expertinnen und Experten im Aufzeigen von Barrieren. Menschen mit Behinderung sind Bürgerinnen und Bürger dieses Landes mit den gleichen Rechten und den gleichen Pflichten wie alle anderen Bürgerinnen und Bürger auch. Abbau von Barrieren, das ist kein Gnadenakt der Gesellschaft, ist keine großzügige Tat, sondern es ist Pflicht! Es geht um Rechte, nicht um Mitleid!

Die Caritas fordert Ein Behindertengleichstellungsgesetz in Österreich. Die Umsetzung dieser Forderung ist ein politischer Echtheitstest auch dafür, wie ernst das Anliegen ist, Barrieren abzubauen, die vorhandene Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen zu beseitigen und Integration zu fördern. Um Menschen mit Behinderungen die Lebens- und Arbeitsmöglichkeiten zu öffnen, die ihnen zustehen und die für sie wichtig sind, müssen Angebote der Beschäftigungstherapie weiterentwickelt werden. Den Ansprüchen der Integration ist auch hier noch mehr als bisher Rechnung zu tragen. Im Sinne der Rollenerweiterung soll aber auch daran gedacht werden, geringfügige Beschäftigungsverhältnisse am ersten Arbeitsmarkt als Zusatz zum Angebot in der Beschäftigungstherapie für Personen anzubieten, für die reguläre Dienstverhältnisse überfordernd wären.

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Adressen CARITAS ZENTRALE LEOPOLD UNGAR HAUS 1160 Wien, Albrechtskreithgasse 19-21, Tel. 01/878 12-0 www.caritas-wien.at E-Mail: [email protected]

Wohngemeinschaft Battiggasse: 1100 Wien, Battiggasse 29-33, Tel. 01/689 79 30

Direktor: DDr. Michael Landau Dw 200 Generalsekretär: Dr. Raimund Badelt Dw 212

Regionalleitung Süd/West 1160 Wien, Albrechtskreithg. 19-21, Tel. 01/878 12 Dw 336

Bereichsleitungen: Behinderteneinrichtungen: Dw 330 Mobile Dienste: Dw 350 Soziale Arbeit: Dw 301 Senioren- und Pflegehäuser: Dw 340 Referat Pfarr-Caritas: Tel. 01/51 552 Dw 3678 Stabstellen: Bauwesen: Dw 281 Betriebsorganisation: Dw 295 Buchhaltung: Dw 261 Controlling: Dw 291 EDV: Dw 711 Fundraising: Dw 225 Grundlagenarbeit: – für Sozialpolitik Dw 298 – für AusländerInnenhilfe Dw 813 – für Hospiz- und Altenarbeit Dw 353 Innenrevision: Dw 294 Presseabteilung: Dw 221 Marketing: Dw 231 Personalbüro: Dw 243 Personalentwicklung: Dw 247 Personalwesen: Dw 241 Spenderinformation: Dw 701 Auslands- und Katastrophenhilfe: Balkanprojekte: Dw 311 Ukraineprojekte: Dw 312 Betriebsrat: Angestelltenbetriebsrat GesmbH: Dw 115 Angestelltenbetriebsrat Caritasverband: Dw 116 BEHINDERTENEINRICHTUNGEN

Wohngemeinschaft Ikarus: 1110 Wien, Rosa-Jochmann-Ring 3/6/3, Tel. 01/767 43 55

Regionalleitung Wien Nord/Ost 1220 Wien, Hartriegelgasse 17, Tel. 01/734 58 25 Dw 54 Haus „Franciscus“: 1220 Wien, Hartriegelgasse 17, Tel. 01/734 58 25 Wohngemeinschaft Albatros: 1220 Wien, Langobardenstr. 126/2/15, Tel. 01/285 51 54

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Tagesheimstätte: 2700 Wiener Neustadt, Wienerstr. 62, Tel. 02622/275 18 BERATUNGSSTELLEN

Wohngemeinschaft Phönix: 1238 Wien, Endresstraße 64/1/5, Tel. 01/888 49 49 Tageszentrum Süd: 1238 Wien, Endresstraße 64/1/1, Tel. 01/888 60 85 Behinderteneinrichtungen NÖ „Johannes-Haus“: 2020 Hollabrunn, Reucklstraße 1, Tel. 02952/207 25 mit „Haus Leopold“ (Tagesheimstätte): 3473 Mühlbach Nr. 4, Tel. 02957/522 Retz „Turmhof“: 2070 Retz, Fladnitzerstraße 44-46, Tel. 02942/23 40 mit angeschlossenem Wohnhaus: 2051 Zellerndorf, Bahnstraße 244 Tel. 02945/25 30 Bauernhof Unternalb: 2070 Unternalb bei Retz, Unternalb 25, Tel. 02942/32 70 Lanzendorf: 2326 Lanzendorf, Obere Hauptstr. 35-37, Tel. 02235/477 31 mit angeschlossenen Wohngemeinschaften: 1110 Wien, Karl Dreschergasse 6, Tel. 01/769 23 14 2320 Schwechat, Sendnergasse 10, Tel. 01/707 98 77 SOZIALPSYCHIATRISCHE EINRICHTUNGEN

Behinderteneinrichtungen Wien Kinderheim „Am Himmel“: 1190 Wien, Gspöttgraben 5, Tel. 01/369 76 80

2700 Wiener Neustadt, Grazer Str. 52, Tel. 02622/287 88 Öffnungszeiten: Mo 8.30-16.00 Uhr, Di u. Do 8.30-14.00 Uhr, Mi 8.30-15.00 Uhr, Fr 8.30–13.30 Uhr

Arbeitsassistenz: (Beratung und Hilfe bei Einstellung von ArbeitnehmerInnen mit Behinderung) für die Bezirke Bruck/Leitha, Schwechat, Gänserndorf, Hollabrunn, Korneuburg, Mistelbach, Wien Umgebung: 2020 Hollabrunn, Reucklstraße 1, Tel. 02952/207 25 Dw 18 Clearing: (Abklärung beruflicher Entwicklungsmöglichkeiten für Jugendliche mit Behinderung) für die Bezirke Gänserndorf, Hollabrunn, Korneuburg, Mistelbach: 2020 Hollabrunn, Reucklstraße 1, Tel. 02952/207 25 Dw 35 BERUFSAUSBILDUNGSPROJEKTE für SchulabgängerInnen aus Sonderschulen für Schwerbehinderte und aus Behinderten-Integrationsklassen Modul BEQUA: (= betriebsnahe Qualifikation) 2122 Ulrichskirchen, Gärtnerei vor dem Tennisplatz, Tel. 02245/202 13 Modul PLAQUA: (= platzierungsnahe Qualifikation) 2120 Wolkersdorf, Julius Bittnerplatz 2/1/G7, Tel. 02245/202 19

Sozialpsychiatrisches Zentrum: Sozialmedizinische Beratung und Begleitung psychisch Kranker 1050 Wien, Wiedner Hauptstraße 105, Tel. 01/544 44 79 Ambulanzzeiten: Mo u. Di 9.00 bis 14.00 Uhr, Mi 15.00 bis 19.00 Uhr, Do 9.00 bis 13.00 Uhr, Fr 9.00 bis 12.00 Uhr, tel. Terminvereinbarung notwendig!

MOBILE DIENSTE BETREUEN UND PFLEGEN ZUHAUSE Angebote wie Heimhilfe, Hauskrankenpflege etc. 1160 Wien, Albrechtskreithgasse 19-21, Tel. 01/878 12 Dw 360

Psychosoziales Zentrum Wiener Neustadt: Club-Betrieb, Beschäftigungstherapie und Beratung für psychisch Kranke

Zentrale Pflegedienstleitung: Tel. 01/878 12 Dw 363

Verrechung: Tel. 01/878 12 Dw 370

www.caritas-wien.at

Einsatzstellen Wien Süd/Ost

NOTRUFTELEFON

Ehrenamtliche Mitarbeit

Referatsleitung Wien Süd/Ost: Tel. 01/878 12 Dw 357 Bezirke: 1,2,3,4,5,6,7,8,9,10,11,12,23

1160 Wien, Römergasse 64-66, Tel.: 01/878 12 Dw 650

1210 Wien, Steinheilgasse 3/1 Tel. 01/259 20 49

HOSPIZ

Jugend-Caritas

Mobiles Hospiz Wien

1040 Wien, Mommsengasse 4/2 Tel. 0664/825 22 60

Pflegedienstleitung Wien Süd/Ost: Tel. 01/878 12 Dw 354 Einsatzstellen Wien Nord/West Referatsleitung Wien Nord/West: Tel. 01/878 12 Dw 356 Bezirke: 13,14,15,16,17,18,19,20,21,22 Pflegedienstleitung Wien Nord/West: Tel. 01/878 12 Dw 355 Einsatzstellen Niederösterreich

Bürozeiten: Mo–Do 8.00–14.00 Uhr, Fr 8.00–12.00 Uhr 1230 Wien, Erlaaer Platz 4, Tel. 01/865 28 60 Tageshospiz Öffnungszeit: Do 9.30–15.00 Uhr 1230 Wien, Erlaaer Platz 4, Tel. 01/865 28 60 Mobiles Hospiz NÖ

Bürozeiten Regionalbüros: Mo–Fr 9.00–13.00 Uhr

NÖ-Nord

Bürozeiten Sozialstationen: Mo–Fr 10.00–12.00 Uhr

Region Gänserndorf/Marchfeld: 2230 Gänserndorf, Wiesengasse 5, Tel. 0664/829 44 71

Pflegedienstleitung NÖ-Weinviertel: 2100 Korneuburg, Hans-Kudlich-Straße 27, Tel. 0664/526 80 76

Region Korneuburg/Stockerau: 2000 Stockerau, Kirchenplatz 3, Tel. 0664/829 44 75

Pflegedienstleitung NÖ-Industrieviertel: 2700 Wiener Neustadt, Grazer Str. 52, Tel. 0664/526 82 42 Regionalbüro Mödling 2340 Mödling, Gabrielerstraße 171/6/5 Tel. 02236/247 08 Regionalbüro Bruck/Leitha – Schwechat 2340 Mödling, Gabrielerstraße 171/6/5 Tel. 02236/247 08 Regionalbüro Gänserndorf 2230 Gänserndorf, Teichgasse 9, Tel. 02282/41 68 Dw 11 Regionalbüro Baden 2340 Mödling, Gabrielerstraße 171/6/5 Tel. 02236/247 08 Regionalbüro Hollabrunn – Korneuburg 2100 Korneuburg, Hans-KudlichStraße 27, Tel. 02262/629 99 Dw 11 Regionalbüro Mistelbach 2130 Mistelbach, Roseggerstr. 48/8, Tel. 02572/325 01 Regionalbüro Bucklige Welt 2700 Wr. Neustadt, Grazer Str. 52, Tel. 02622/295 36 Dw 11

ALLE ADRESSEN AUF SEITE 56–59

Region Hollabrunn: 2020 Hollabrunn, Kirchenplatz 5 Tel. 0664-829 44 76 Region Mistelbach/Wolkersdorf: 2120 Wolkersdorf, Alleegasse 23, Tel. 0664/829 44 74 NÖ-Süd

SCHULEN UND LEHRGÄNGE Ausbildungszentrum Seegasse: 1090 Wien, Seegasse 30, Tel. 01/317 21 06-0 Fachschule für Sozialberufe Wr. Neustadt: 2700 Wiener Neustadt, Grazer Str. 52, Tel. 02622/238 47 Kardinal König Akademie: Akademie für Sozialmanagement/ Akademie für Palliativ Care 1130 Wien, Lainzer Straße 138 Tel. 01/803 98 68 Lehranstalt für heilpädagogische Berufe: Ausbildung f. Behindertenarbeit 1030 Wien, Mechelgasse 7, Tel. 01/214 25 80 SENIOREN- UND PFLEGEHÄUSER (* Häuser mit Pflegestation) Beratung: auch in der Caritas-Zentrale Tel. 01/878 12 Dw 342 Zentrale Pflegedienstleitung: Tel. 01/878 12 Dw 343

Region Bruck/Hainburg/Schwechat: 2460 Bruck/Leitha, Hauptplatz 5, Tel. 0664/829 44 73

Haus Josef Macho*: 1020 Wien, Laufbergergasse 12, Tel. 01/72 702

Region Wr. Neustadt/Neunkirchen: 2700 Wr. Neustadt, Grazer Str. 52, Tel. 0664/829 44 72

Haus Schönbrunn*: 1120 Wien, Schönbrunner Straße 295, Tel. 01/812 39 38

REFERAT PFARR-CARITAS

Haus St. Klemens*: 1140 Wien, Edenstraße 21, Tel. 01/914 05 15

Anlaufstelle für pfarrliche Caritasarbeit 1010 Wien, Stephansplatz 6/5/23, Tel. 01/515 52 Dw 3678 Vikariatsbüros Vikariat Wien/Stadt: 1010 Wien, Stephansplatz 6/5/23, Tel: 01/51 552 Dw 3678 Vikariat Nord: 2114 Großrussbach, Schlossbergstr. 8, Tel: 02263/25 27 Vikariat Süd: 2860 Kirchschlag, Passionsspielstr. 3 Tel: 02646/34 13

Haus Franz Borgia*: 1190 Wien, Hameaustraße 45-47, Tel. 01/440 23 76 Haus St. Elisabeth*: 1190 Wien, Nusswaldgasse 10-12, Tel. 01/36 92 453 Haus St. Martin: 1210 Wien, Anton-Bosch-Gasse 22, Tel. 01/272 83 24 Haus St. Antonius: 1210 Wien, Hermann-Bahr-Straße 16, Tel. 01/278 63 31

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Haus St. Barbara*: mit Tageszentrum und Tageshospiz 1230 Wien, Erlaaer Platz 4, Tel. 01/866 11 Haus Breitenfurt*: 2384 Breitenfurt, Franz Leharg. 46, Tel. 02239/23 06

Social Service am Flughafen Wien: Flughafen Wien-Schwechat, A-1300 Wien, Postfach 152, Tel. 01/7007 Dw 32421

Haus Baden: 2500 Baden, Renngasse 11a, Tel. 02252/483 18

Psychosoziale Servicestelle: 1160 Wien, Brunnengasse 22/4, Tel. 01/492 52 80/11

Haus Klosterneuburg* (Kurzzeitpflege möglich): Tageszentrum 3411 Klosterneuburg-Weidling, Brandmayerstr. 50, Tel. 02243/358 11 Dw 430

Notunterkünfte

SOZIALE ARBEIT In- und AusländerInnenhilfe AUSLÄNDER/INNEN/HILFE Leitung Teilbereich AusländerInnenhilfe: 1160 Wien, Albrechtskreithg. 19-21, Tel. 01/878 12 Dw 801 Asylzentrum: Beratungsstelle für Flüchtlinge und Servicestelle der Landesleitstelle Grundversorgung 1090 Wien, Mariannengasse 11, Tel. 01/427 88 Beratungszeiten: Mo, Di, Do, Fr 8.00–12.00 Uhr Mo–Fr 13.00–16.30 Uhr MigrantInnenzentrum: Integration von AusländerInnen (Beratungsstelle für MigrantInnen) 1160 Wien, Lienfeldergasse 75-79, Tel. 01/310 98 08 Mo 10.00–12.00 u. 13.00–17.00 Uhr, Di u. Do 8.00–12.00 Uhr und 13.00–15.30 Uhr, Fr 8.00–13.00 Uhr, Startwohnungen für AusländerInnen: 1160 Wien, Albrechtskreithg. 19-21, Tel. 01/878 12 Dw 304 Projekt Arbeitsmarktzugang: 1160 Wien, Lienfeldergasse 75-79, Tel. 01/310 98 08 AusländerInnenberatung Wr. Neustadt: 2700 Wiener Neustadt, Wiener Str. 62, Tel. 02622/227 39-30, Di 14.00–18.00 Uhr RückkehrHilfe: 1090 Wien, Mariannengasse 11, Tel. 01/427 88

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Mobile Perspektivenabklärung: 1090 Wien, Mariannengasse 11, Tel. 01/897 52 21

Zuweisung über Asylzentrum Karwan-Haus: 1080 Wien, Blindengasse 44, Tel. 01/409 23 31 Dw 10 (mit Notschlafstelle für Kurzzeitunterbringung) Haus Robert Hamerlinggasse: 1150 Wien, Robert Hamerlinggasse 7, Tel. 01/894 02 80-0 Haus St. Gabriel: 2344 Maria Enzersdorf, Gabrielerstraße 171/2, Tel. 02236/444 84 Haus Neudörfl: 7201 Neudörfl, Hauptstraße 154, Tel. 02622/779 80 Haus Bernardgasse: 1070 Wien, Bernardgasse 27, Tel. 01/526 49 04 mit angeschlossenem Haus Lassallestraße: 1020 Wien, Lassallestraße 2/4, Tel. 01/729 43 97 BERATUNGSSTELLEN Sozialberatung Beratung und Hilfe. Nach Ausschöpfung aller öffentlichen Mittel sind auch finanzielle Aushilfen möglich. Leitung: 1050 Wien, Wiedner Hauptstraße 105, Tel. 01/54 54 503 Regionalstelle Wien: Beratung in Not geratener, in Wien gemeldeter österreichischer StaatsbürgerInnen. 1050 Wien, Wiedner Hauptstraße 105, Tel. 01/54 54 502, 01/54 54 503 Mo, Di, Do, Fr 8.15–14.00 Uhr, Mi 14.00–17.30 Uhr, Fr 8.00–14.00 Uhr, unbedingt telefonische oder persönliche Terminvereinbarung

Regionalstelle NÖ Nord: (Weinviertel und Marchfeld) Beratung oder Hausbesuch nach Voranmeldung 1210 Wien, Steinheilgasse 3, Tel. 01/257 56 11 Regionalstelle NÖ Süd: (Industrieviertel, Bucklige Welt) 2700 Wiener Neustadt, Wiener Straße 62, Tel. 02622/227 39-0 Familienhilfe Einsätze in Familien, in denen die Mutter für eine bestimmte Zeit ausfällt. 1160 Wien, Albrechtskreithg. 19-21, Tel. 01/878 12 Dw 390 Familienzentrum Wien 1160 Wien, Lienfeldergasse 75-79, Tel. 01/481 54 81 Dw 500 Alle angeschlossenen Einrichtungen ersuchen um telefonische Voranmeldung. GENEA: Beratungsstelle für Schwangere und Eltern: Betreuung Schwangerer und Eltern mit Kindern bis zum zweiten Lebensjahr Familienhilfe PLus: Längerfristige Einsätze in Familien mit sozialtherapeutischer Begleitung Sozialtherapeutische Arbeit mit Flüchtlingen (StAF): Beratung und Betreuung für traumatisierte Flüchtlinge Familienintensivbetreuung Mistelbach: 2130 Mistelbach, Hauptplatz 3, Tel. 02572/3190 Familienberatung und Psychotherapie: Beratung und Therapie für Familien, Paare, Jugendliche und Einzelpersonen Familienzentrum Wr. Neustadt Familienberatung und Psychotherapie Beratung und Therapie für Familien, Paare, Jugendliche und Einzelpersonen 2700 Wiener Neustadt, Baumkirchner Ring 7, Tel. 02622/280 85 Tel. Anmeldung: Mo bis Fr 9.00 bis 12.00 Uhr Familienzentrum Baden 2500 Baden, Wassergasse 16, Tel. 02252/25 93 22 Tel. Anmeldung: Mo–Fr 9.00–11.00 Uhr

www.caritas-wien.at

CARLA – SACHSPENDEN Wiederverwendbare Textilien, Möbel und Waren aller Art Leitung Teilbereich carla 1050 Wien, Mittersteig 10, Tel. 01/505 96 37 carla mittersteig: 1050 Wien, Mittersteig 10, Tel. 01/505 96 37 mit Gratis-Kleiderausgabe carla nord: 1210 Wien, Steinheilgasse 3, Tel. 01/259 85 77 carla servicecenter: Möbelabholungen, Räumungen Tel. 01/256 98 98, Mo–Fr 10.00–16.00 Uhr carla süd: 2700 Wr. Neustadt, Wienerstr. 62, Tel. 02622/271 18 Dw 11 mit Gratis-Kleiderausgabe carla kleidersammlung: Kleidercontainer in Wien und NÖ 1210 Wien, Steinheilgasse 3, Tel. 01/258 03 24 Dw 50 WOHNUNGSLOSENHILFE Leitung Teilbereich Wohnungslosenhilfe: 1200 Wien, Vorgartenstr. 90, Tür 20 Tel. 01/330 28 10 Dw 10 Wiener Service für Wohnungslose P7: Anlaufstelle bei akuten Problemen, vor allem für Obdachlose. Notversorgung und Vermittlung an zuständige Stellen täglich: 8.00–23.00 Uhr 1020 Wien, Pazmanitengasse 7, Tel. 01/892 33 89 Servicestelle für Obdachlose – Südbahnhof: Projekt mit ehrenamtlichen MitarbeiterInnen 1100 Wien, Wiedner Gürtel 1B, Tel. 01/504 64 73 Mo–Sa 9.00–12.00 Uhr

Gruft: Betreuungszentrum für Obdachlose mit Nachtstreetwork 1060 Wien, Barnabitengasse 14, Tel. 01/587 87 54 FrauenWohnzimmer: Tageszentrum für Frauen 1060 Wien, Eggerthgasse 3 Tel. 01/971 80 07 Mo 11.00–22.00 Uhr, Di u. Fr 11.00–16.00 Uhr

Betreutes Wohnen – Startwohnungen: Vermittlung und Betreuung von Startwohnungen für wohnungslose Menschen 1050 Wien, Wiedner Hauptstraße 105, Tel. 01/545 36 06, Mo–Fr 8.30–13.00 Uhr SOZIALÖKONOMISCHE PROJEKTE Projekte für Langzeitarbeitslose

Haus Immanuel: Haus für Mutter und Kind 1200 Wien, Vorgartenstraße 90, Tel. 01/332 78 29-0

Leitung Teilbereich Sozialökonomische Projekte: 1050 Wien, Mittersteig 10 Tel. 01/585 60 54

JUCA-Jugendhaus: Übergangswohnhaus für junge, volljährige Menschen 1160 Wien, Römergasse 64-66, Tel. 01/485 27 27 Dw 600 mit Canisibus und Francescobus (mobile Essensausgabe)

jobStart_carla: Arbeitsprojekte in den carlas 1050 Wien, Mittersteig 10, Tel. 01/587 59 10

Haus Miriam: Übergangswohnhaus für Frauen in Krisensituationen 1180 Wien, Schopenhauerstraße 10, Tel. 01/408 60 45 Vinzenzhaus: Übergangswohnhaus für Männer 1060 Wien, Gfrornergasse 12, Tel. 01/597 16 00 Rupert-Mayer-Haus: Wohnhaus für ältere Menschen 1160 Wien, Kirchstetterngasse 26-28, Tel. 01/495 96 25-0 Haus St. Josef: Tageszentrum und Wohnhaus 1180 Wien, Lacknergasse 98, Tel. 01/479 23 94 mit Louisebus (medizinischer Betreuungsbus) Haus Allerheiligen: Wohnhaus für ältere Menschen 1200 Wien, Salzachstraße 3 Tel. 01/334 34 50/32

jobStart_pfarren: Arbeitsprojekte in Pfarren 1050 Wien, Mittersteig 10, Tel. 01/587 59 10 Inigo (Stadtbeisl): 1010 Wien, Bäckerstraße 18, Tel. 01/512 74 51 Öffnungszeiten: Mo–Sa 10.30–24.00 Uhr So u. Fei 10.00–16.00 Uhr Arbeit und Umwelt: 1050 Wien, Mittersteig 10 Tel. 01/587 59 10 benefit_work: 1220 Wien, Dr.-Otto-Neurath-G. 1 Tel. 01/285 82 80 Equal-Projekte niederschwellige Projekte für Langzeitarbeitslose first_step: 1050 Wien, Mittersteig 10, Tel. 01/585 60 54 work_train: 1050 Wien, Mittersteig 10, Tel. 01/585 68 42

Impressum: Caritas-Informationszeitschrift Nr. 182; Medieninhaber, Herausgeber, Verleger: Caritas; Redaktion: Abteilung Kommunikation, Peter Wesely, Barbara Morawetz; 1160 Wien, Albrechtskreithgasse 19-21, Tel. 01/878 12-221, Fax 01/878 12-9100, E-Mail: [email protected]; Fotos: Caritas, Wilke (3), Pawloff (5, 6, 7, 16, 38, 39, 40, 50), Riedler (6, 7, 24), Schäffer (6), Rupprecht (15 (2), 22(2), 28, 30), Bodingbauer (18), ORF/Schwabeneder (47), Getty Images/photodisc (Cover), Layout: EGGER & LERCH, 1070 Wien. Druck: Medienfabrik Graz, P.b.b./Erscheinungsort Wien. Verlagspostamt 1160 Wien. 02Z032953M

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Publikationen, die kostenlos zu beziehen sind:

Caritas hilft:

Spenderinformation

Betreuen und Pflegen Zuhause, Hauskrankenhilfe, Besuchsdienste, Reinigungsdienste, Notruftelefon

10 x jährlich, informiert über Caritasprojekte in Österreich und im Ausland

Auf & Ab 4 x jährlich, Zeitung über die Caritasarbeit für obdachlose Frauen und Männer im Raum Wien

Hin & Her 4 x jährlich, Berichte über die Betreuungsarbeit von Flüchtlingen im Raum Wien

Senioren- und Pflegehäuser Tel.: 01/878 12-342

Wien, Tel.: 01/878 12-360, NÖ, Tel.: 01/878 12-361

Familienhilfe wenn die Eltern ausfallen Tel.: 01/878 12-390

Mobiles Caritas-Hospiz Betreuung schwerst Kranker und ihrer Angehörigen Tel.: 01/865 28 60

Caritas aktiv 5 x jährlich, Informationen über die Caritasarbeit in den Pfarren der Erzdiözese Wien

Alt werden mitten im Leben Das Betreuungsangebot der Caritas für kranke und alte Menschen zuhause

Caritas Zum Thema 4x jährlich, Informationen zu Schwerpunktthemen. Bisher erschienen: Menschen mit Behinderung, Auslandshilfe, Kinderarmut, Asyl, Aids. Herbst 2004: Pflege

Jahresberichte der Caritas der Erzdiözese Wien 2002 + 2003

Behinderteneinrichtungen Tel.: 01/878 12-330

Hilfe für Menschen mit sozialpsychiatrischen Problemen Tel.: 01/544 44 79

Sozialberatung Wien, Tel.: 01/54 54 503 NÖ/Industrieviertel, Tel.: 02622/227 39 NÖ/Weinviertel, Tel.: 01/257 56 11

Familienzentrum Beratung für Schwangere und Eltern, Familien- und Paarberatung, Familienintensivberatung Wien, Tel.: 01/481 54 81-500 NÖ, Tel.: 02622/280 85

Beratung für AsylwerberInnen Tel.: 01/42788

Rufen Sie uns an oder schicken Sie uns ein Fax: Tel.: 01/878 12-225 Fax: 01/878 12-9225 E-Mail: [email protected] www.caritas-wien.at

Beratung für AusländerInnen Tel.: 01/310 98 08

Hilfe für obdachlose Menschen Beratung, Schlafplatzvermittlung Wiener Service für Wohnungslose – P7 1020 Wien, Pazmanitengasse 7 Tel.: 01/892 33 89, Mo-So 8.00 - 23.00

Carla Servicecenter (Möbelabholungen, Räumungen) 1210 Wien, Steinheilgasse 3 Tel. 01/256 98 98, Mo-Fr 10.00 - 16.00