Caritas für Caritas - Caritas international

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Caritas für Caritas Newsletter für Caritas-Mitarbeitende Katastrophenhilfe | Welt für Alte und Kranke | Welt für Kinder | Welt für behinderte Menschen

Vor Ort: Begegnungen in der Ukraine Zu Besuch: Gäste von der Caritas Bolivien Laufend Gutes tun: Lauter tolle Zahlen

Auf einen Blick Ausstellung „Symbiosis“ in Karlsruhe

Inhalt

Waffen zu Kunstwerken

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❱❱

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Motiviert Mit Herz und Fernweh

4-5

Solidarisch „Kein Mensch muss perfekt sein“

6-7

Vor Ort Stolz, für Caritas zu arbeiten

8-9

Zu Besuch Deutschland – gar nicht kalt

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Nachruf Wir trauern um Alfred Hovestädt

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Engagiert Das Glücksgefühl des Gebens

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Laufend Gutes tun Lauter tolle Zahlen

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Mit einem ungewöhnlichen Projekt unterstützt der Frankfurter Konzeptkünstler Peter Zizka die Friedensarbeit von Caritas international in Burundi. Er hat dafür Waffen aus dem afrikanischen Bürgerkriegsland nach Deutschland geholt und sie in Kunstobjekte verwandelt. Die Ausstellung „Symbiosis I 1.5 Tonnen globale Verwicklung“, eine Kooperation Zizkas mit Caritas international, ist bis zum 11. März 2012 auf dem Museumsbalkon des Karlsruher Zentrums für Kunst und Medientechnologie (ZKM) zu sehen. Der Künstler will mit seinem Projekt auf die negativen Auswirkungen einer Rüstungsindustrie aufmerksam machen, deren Geschäft mit den Waffen ganze Regionen destabilisiert. In Ländern wie Burundi, in denen Konflikte zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen immer wieder aufflammen, stellt der bisweilen unerschöpflich wirkende Vorrat an Waffen eine anhaltende Gefahr dar. Diesen Gefahren, so Caritas-Präsident Peter Neher bei der Ausstellungseröffnung, sind auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Caritas, die in vielen ehemaligen Bürgerkriegsländern im Einsatz sind, tagtäglich ausgesetzt. Es sei zwar einfach zu sagen, kein deutsches Rüstungsunternehmen dürfe in Bürgerkriegsländer wie Burundi liefern, so Neher. Beispiele zeigten aber,

Foto: Thomas Hahn

Ausstellung Waffen zu Kunstwerken

von Andrea Edler

Am Lauf zusammengeschweißt, ergeben je zwei Gewehre ein Kunstobjekt.

dass jene „globalen Verwicklungen“, auf die der Titel der Ausstellung verweist, längst enger seien als das Netz an Kontrollen. Die Arbeit am Frieden in kriegsversehrten Ländern wie Burundi sei nicht damit beendet, dass Waffen unschädlich gemacht werden, sagte Neher. Dies sei aber eine Voraussetzung für den Frieden. Der Künstler Peter Zizka hat einige hundert Waffen nach Deutschland gebracht, in Kunstwerke verwandelt und damit für immer aus dem Verkehr gezogen. Mit dem Erlös aus dem Verkauf der Exponate wird Caritas international dafür sorgen, dass die Arbeit für Frieden in Burundi weiter geht. Weitere Informationen im Internet unter www.caritas-international.de/70020.html

Verbunden Viele helfende Hände

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Zusammenhalten. Zusammen helfen „Diese Kinder haben uns gerührt“

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Interaktiv Via Blog live dabei Fotos: Jan Greune, Thomas Hahn, Christine Decker, Caritasverband für das Erzbistum Paderborn/Jürgen Sauer, Petra Merkle, Inga Pilling, DiCV Köln, Caritas international, Magdalena Copeland, privat (Pauline Haunschild)

2

Impressum Deutscher Caritasverband e.V. Caritas international Postfach 420 79004 Freiburg i.Br. Telefon 0761 / 200 - 288 Telefax 0761 / 200 - 730 [email protected] www.caritas-international.de www.caritas-fuer-caritas.de

Redaktion: Michael Brücker (verantw.), Christine Decker, Ulrike Schnellbach, Stefan Teplan Gestaltung / Litho: Peer Mucks, Freiburg Titelbild: Jan Greune Druck: Peter Reincke Dialog GmbH, Aschaffenburg © Caritas international, 2011 Nach Rücksprache mit der Redaktion können Sie gerne unsere Inhalte mit den entsprechenden Quellenangaben weiter veröffentlichen.

Caritas für Caritas

Motiviert Die Designerin und Pädagogin Petra Merkle ist Botschafterin für Caritas international

Mit Herz und Fernweh eine viel beachtete Werbekampagne für die Senioren-Bewegung Graue Panther. Das brachte ihr neben einer Auszeichnung Zwei Wesenszüge sind Petra Merkle mit Note 1 auch ein Stipendium der Stadt in die Wiege gelegt: Ein „Caritas-Herz“ Mainz ein. „Schon damals“, erzählt sie, für die sozial Schwachen und ein Hang „dachte ich mir: Etwas für den sozialen Bezum Internationalen – mit einer großen Portion Fernweh und enormer Lust reich zu machen, ist wirklich etwas Sinnvolles. Und wenn ich als Designerin und Graam Reisen. Kein Wunder, dass sie bei fikerin mein künstlerisches Talent beruflich Caritas international gelandet ist: Seit einsetze, dann will ich auch etwas Sinnvoleinem Jahr engagiert sich die Gruples damit machen.“ penleiterin einer Caritas-BehindertenNicht in allen Agenturen, in denen sie werkstätte in München als Botschaftearbeitete, konnte sie dies verwirklichen. Sie rin für das Hilfswerk. arbeitete in Wiesbaden, München und Ravensburg, ihr Fernweh trieb sie nach Frankreich, Kalifornien und Dubai, wo sie anderthalb Jahre lang als Art Director für die große US-Agentur Ammirati Puris Lintas Werbekampagnen gestaltete. Petra Merkle machte Karriere, aber ihr soziales Herz lehnte sich währenddessen auf: „Mit der Werbung schafft man nur künstliche Bedürfnisse. Das konnte mich auf Dauer nicht zufrieden stellen“, sagt sie. In Dubai verstieß es auch gegen ihren Gerechtigkeitssinn zu erleben, wie frauenfeindlich die Gesellschaft dort ist und dass es weder Pressefreiheit noch Grundrechte gibt. „In so einem System wollte ich nicht länger leben.“ In Dubai wollte sie wegen der Menschenrechtsverletzungen nicht länger leben. Vor sieben Jahren fasste sich Petra Nun arbeitet sie in München mit MenMerkle ein Herz und sattelte um: Sie ließ schen mit Behinderung: Petra Merkle sich zur Erzieherin ausbilden, arbeitete zunächst in einem Hauptschulhort und leitet Weil sie – auch das wurde ihr in die Wiege seit 2010 eine Gruppe einer Werkstätte für gelegt – schon als Kind großes Talent beim Menschen mit Behinderung der Caritas in Malen und Zeichnen München. Und engabewiesen und sogar Etwas für den sozia- gierte sich, sobald sie einen Malwettbewerb len Bereich zu machen, ist wirk- von dieser Möglichgewonnen hatte, stukeit erfuhr, als Botlich etwas Sinnvolles. dierte die Karlsruheschafterin für Caritas rin zunächst Grafikdesign in Mainz. In der international. Eine Reise mit BotschafterAuswahl ihrer Diplomarbeit fand sie einen Kolleg(inn)en im vergangenen Sommer in Weg, künstlerische und soziale Neigungen die Ukraine hat sie tief beeindruckt (siehe miteinander zu verbinden: Sie gestaltete Interview Seite 7) und weiter motiviert. von Stefan Teplan

Foto: Stefan Teplan

❱❱

2/2011

Mitmachen Können Sie sich vorstellen, Botschafter/in zu werden? Dann wenden Sie sich bitte an Christine Decker, Telefon 0761/200-620, [email protected]

„Nun möchte ich in meinem Betrieb einen Vortrag über die Arbeit der Caritas Ukraine halten. Außerdem habe ich bereits angefragt, ob Praktikant(inn)en aus der Ukraine in unserem Betrieb aufgenommen werden können.“ Auch sonst will Petra Merkle ihre Kolleginnen und Kollegen in München für internationale Caritas-Projekte begeistern: „Beim nächsten großen Betriebsfest werde ich auf jeden Fall eine Coffee to help-Aktion schottenhammer_60_110_S 14.11.11 11:36 Seite 1 starten.“

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Auf Ihren Besuch freut sich Elisabeth Schottenhammer mit Team Am Brunnenforum 1 · 93333 Bad Gögging Tel. 0 94 45 / 2 14 62 Bewirtung der Badegäste im Wintergarten und auch in der Badehalle

3

Solidarisch „Eine Million Sterne“ setzten in 71 Städten Zeichen der Hoffnung

„Kein Mensch muss perfekt sein“ von Inga Pilling und Ulrike Schnellbach

200 Bürgerinnen und Bürger der Stadt Dachau erlebten mit, wie am 12. November um 16.30 Uhr auf dem Ernst-Reuter-Platz die erste Kerze angezündet wurde. Unter ihnen, als Ehrengäste gewissermaßen, Ofelia Bustillos und Enrique Castaños von der Caritas in Bolivien. Für ihre Arbeit mit Menschen mit Behinderung sammelte Caritas international bei der diesjährigen Aktion „Eine Million Sterne“, die an 71 Orten in ganz Deutschland öffentliche Plätze in Lichtermeere verwandelte. Die Gäste aus Lateinamerika waren gerührt von der Anteilnahme der Anwesenden und von der Solidarität der deutschen Caritas. Mit den Spenden möchten sie Hilfsmittel für die Förderung der Menschen mit Behinderung anschaffen und das Netzwerk der Freiwilligen in Bolivien weiter ausbauen, um mehr Familien mit behinderten Kindern zu erreichen.

lenken“, sagte der Leiter von Caritas international, Oliver Müller. In Bolivien hätten Menschen mit Behinderung kaum Zugang zu Gesundheitsversorgung, Förderung, Bildung oder gesellschaftlicher Teilhabe. „Aber wir schauen auch auf die Menschen, die hier in Deutschland im Schatten stehen.“ Als „sichtbares Zeichen, dass diese Menschen nicht vergessen sind“, bezeichnete Domvikar Klaus Winterkamp, Vorsitzender des Diözesancaritasverbandes Münster, die Kerzen, die in zwölf Städten der Diözese Münster angezündet wurden. Die Illuminationen zogen tausende Men-

schen an, denen stimmungsvolle abendliche Bilder und Rahmenprogramme mit Musik und Gottesdiensten geboten wurden. Zum ersten Mal beteiligte sich der Caritasverband Tecklenburger Land an der Lichteraktion. Auf dem Vorplatz des Caritas-Altenwohnhauses in Ibbenbüren zeichneten die Kerzen die Umrisse von Südamerika und darin die Boliviens nach. Dazu flackerte der Schriftzug „Bolivien“, und auf dem Rasen daneben leuchteten Kerzen, in Linien zusammengestellt, wie Lichtstrahlen. Einige hundert Kerzen flackerten auch im Schatten der Kirche St. Peter in Foto: Jan Greune

❱❱

Sichtbare Zeichen gegen das Vergessen Auf dem Stuttgarter Schlossplatz leuchteten mehr als 3000 Kerzen in Form einer Sonnenblume mit dem Caritas-Flammenkreuz und lockten tausende Passanten an. Eine Kindergruppe trommelte und ein Behindertenchor trug Lieder vor. In diesem Jahr war die Aktion an die Jahreskampagne „Kein Mensch ist perfekt“ gekoppelt, mit der die Caritas für ein besseres Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung wirbt. „Jeder Mensch ist ein Licht in dieser Welt“, sagte Caritas-Präsident Peter Neher, „kein Mensch muss perfekt sein“. In Freiburg hielten bei schönstem Spätherbstwetter zahlreiche Zuschauer inne, als der Rathausplatz um 17 Uhr im Licht von 2000 Kerzen erstrahlte und die Kirchenband Kairos moderne Songs anstimmte. „Wir wollen mit dieser Aktion den Blick auf eines der ärmsten Länder Lateinamerikas

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In Dachau: Ofelia Bustillos, Stefanie Schulz, Stefan Teplan und Thilo Wimmer (v. l.)

Caritas für Caritas

Foto: Oliver Hanser

...Konstanz

„Eine Million Sterne“ leuchteten in: Alsfeld, Bad Pyrmont, Biberach, Blieskastel-Lautzkirchen, Böblingen, Borken, Bruchsal, Dachau, Datteln, Dieburg, Dinslaken, Duisburg, Elisabethfehn, Erding, Freiburg, Friesoythe, Fulda, Gelnhausen, Greven, Haltern am See, Hamm, Heidesheim, Hürth, Ibbenbüren, Iserlohn-Lemathe, Koblenz, Köln, Konstanz, Lahnstein, Lauf a. d. Pegnitz, Lichtenfels, Lingen, Lörrach, Lorsch, Lübeck, Lüdinghausen, Mainz, Mannheim, Merzig, Miltenberg, MünchenNeuperlach, Münster, Neubrandenburg, Nürnberg, Oberhausen, Oberried, Offenbach, Paderborn, Papenburg, Passau, Pforzheim, Ravensburg, Recklinghausen, Regensburg, Reutlingen, Roding, Schöneiche bei Berlin, Schramberg, Singen, St. Blasien, Stadtlohn, Stuttgart, Weilburg/Lahn, Wesel, Winterberg, Witten, Worms, Wuppertal, Würselen, Xanten, Zühr.

...Würselen

Foto: DiCv Münster/Harald Westbeld

Foto: Michael Vogl

Kerzensterne leuchteten am 12. November auch in Alsfeld...

Foto: Esther Tulodetzki

Foto: CV Gießen / Christine Streich-Karas

Recklinghausen im Wind. In Form einer Spirale aufgestellt zogen sie buchstäblich Kreise und setzten ein hoffnungsfrohes Zeichen. Im Gottesdienst in St. Peter gab es für viele, die gekommen waren, nur noch Stehplätze. „Eine Million Sterne“ ist eine Kooperation von Caritas international mit deutschen Caritasverbänden, Einrichtungen und Pfarreien. Die Aktion fand bereits zum fünften Mal statt. Jedes Jahr beteiligen sich mehr Organisationen an der schönen Lichteraktion, und immer mehr Menschen werden dadurch aufmerksam auf den Einsatz der Caritas für Menschen in Not.

...Münster

2/2011

...Regensburg – und an vielen weiteren Orten landauf, landab.

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Vor Ort Eine Woche zum Erfahrungsaustausch in der West-Ukraine

„Es macht mich stolz, für Caritas zu arbeiten“ von Michael Bader

Foto: Michael Bader

❱❱

Vom 5. bis 10. September 2011 nahmen fünf Botschafterinnen und Botschafter von Caritas international an einer Projektreise nach Lemberg (Lviv) in der West-Ukraine teil. Die Botschafter(innen) besuchten verschiedene Hilfsprojekte der Caritas Ukraine, darunter die Häusliche Alten- und Krankenpflege, ein Kinder- und Jugendzentrum, drei Tageszentren für Menschen mit Behinderung in Lemberg, Drohobych und Striy sowie ein Rehabilitationszentrum für Suchtkranke.

Foto: Christine Decker

Die häusliche Krankenpflege der Caritas gibt es in 13 ukrainischen Städten. Ihre Aufgaben reichen von der Körperhygiene, ankleiden, Bettwäsche wechseln über kleine medizinische Hilfen bis hin zu Beratung und Unterstützung beim Schriftverkehr mit Behörden. Schwester Olga, eine ambulante Krankenpflegerin, nimmt uns mit zu ihrem wöchentlichen Hausbesuch bei Anatoly. Er wohnt in einem Plattenbau in einem tristen Vorstadtbezirk von Lemberg. Es dauert, bis er die Wohnungstüre öffnet, denn er ist auf Gehhilfen angewiesen. Aber dann hat er es geschafft und ruft auf Deutsch: „Herein!

Austausch unter Kolleginnen: Natalya Horinska (l.) und Petra Merkle (r.) mit einem Klienten im Caritas-Zentrum in Drohobych

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Anatolys Fenster zur Welt: zwei uralte Computer mit Internetanschluss. Seine Wohnung kann er nur mit fremder Hilfe verlassen.

Herein!“ Besuch ist für Anatoly wie Ostern betreut und begleitet. Es sind Minderjähriund Weihnachten an einem Tag. ge in Krisensituationen und bei AngehöriBis zum Fall der Berliner Mauer arbeite- gen zurückgelassene Kinder von Arbeitste er als Ingenieur für Medizintechnik bei der migranten. Ihnen mangelt es vor allem an Sowjetarmee in Ost-Berlin. Ein schwerer Au- Zuwendung, Liebe und Geborgenheit. Vom tounfall setzte seiner Heimfahrt in die Ukrai- Erstkontakt an bemühen sich die Caritasne ein tragisches Ende. Seither ist er auf Hil- Kolleg(inn)en um psychologisch und emofe angewiesen und wird seit dem Tod seiner tional belastbare Beziehungen. Die Kinder Mutter von der Caritas betreut. Sein Fenster kommen hierher zum Essen, zu Hausaufgabenbetreuung und zur Welt besteht aus zwei uralten CompuVieles ist so viel besser Nachhilfe oder zu tern mit Internetangeworden, seit Caritas sich um Computer- und Englischkursen. Es gibt schluss. Auf Googdie Familie kümmert. Film-Nachmittage, le-Maps zeigt er uns Sport und Spiel, Ausflüge, Exkursionen, das Grab seiner Mutter auf dem nahe geleTheater- und Kinobesuche. genen Friedhof. Über Skype telefoniere er Wir begleiten den Caritas-Arzt und regelmäßig mit seinem Bruder in Sibirien, Psychologen Yaroslav beim Hausbesuch. erzählt er. Am nächsten Tag besuchen wir das Ca- Schüchtern begrüßt uns die 14-jährige Jelena*. Das 15 Quadratmeter große Zimmer ritas Kinder- und Jugendzentrum in Lemim dritten Stock eines ehemaligen Arbeiterberg. Hier werden rund 80 Kinder und Jugendliche im Alter von drei bis 18 Jahren wohnheims, das sie mit ihrer Mutter und

Caritas für Caritas

ihrem kleinen Bruder bewohnt, erlaubt keine Privatsphäre, keinen Rückzug. Es gibt hier nur Gemeinschaftsküchen und EtagenToiletten. Trotz der beengten Verhältnisse ist vieles so viel besser geworden in den letzten drei Jahren, seit das Jugendamt die Caritas auf die Familie aufmerksam machte. Damals lebten sie hier zu sechst. Jelenas Mutter und ihr Lebensgefährte waren arbeitslos und alkoholkrank. Die vier Kinder, darunter der heute 17-jährige geistig behinderte Dimitriy* und der fünfjährige Vasiliy*, machten einen völlig verwahrlosten Eindruck. Das Team der Caritas kümmerte sich intensiv um die Familie. Jelenas ältere Schwester ist inzwischen ausgezogen. Dimitriy lebt in einem Heim und kommt am Wochenende zu Besuch. Jelena und Vasiliy gehen jeden Tag ins Caritas-Zentrum, das wochentags von 8 bis 20 Uhr geöffnet hat. Jelena nimmt an der Hausaufgabenhilfe und den Computerkursen teil. Und Jelenas Mutter ist stolz, dass es ihr gelungen ist, ihr Leben in den Griff zu bekommen und eine feste Arbeit zu finden. In ihrer wenigen Freizeit hilft sie gerne im Caritas-Zentrum mit. Denn, meint sie lächelnd, sie sei hier „erzogen worden“. *Namen geändert Der Autor Michael Bader ist DiplomSozialpädagoge beim Berufsbildungswerk St. Zeno in Kirchseeon und Botschafter für Caritas international.

2/2011

Die Pädagogin Petra Merkle engagiert sich seit 2010 als Botschafterin von Caritas international und reiste im September 2011 mit in die Ukraine. Was hat Dich in den Tagen in der Ukraine am meisten beeindruckt? Merkle: Die Arbeit der Caritas Ukraine, die Fachkompetenz und das Engagement der Mitarbeitenden, haben mich überzeugt. Es waren sehr intensive Tage mit vielen interessanten Begegnungen. Wieder zurück in München schossen mir in der S-Bahn plötzlich Tränen in die Augen. Befremdend empfand ich es, wieder in unserem satten, sauberen Deutschland angekommen zu sein. Die Bilder der sterbenden Kinder im staatlichen Internat für geistig behinderte Jugendliche gingen mir nicht aus dem Kopf. Hätte es mich genauso berührt, wenn ich sie hier im Krankenhaus hätte sterben sehen? Hätte ich hier nicht wenigstens geglaubt, dass das Bestmögliche für sie getan wird? Wie siehst Du die Arbeit, die die ukrainische Caritas in ihren Tagesstätten für Menschen mit Behinderung leistet? Merkle: Unser Besuch in dem staatlichen Internat war deprimierend. Ich denke, wir erhielten dort einen Eindruck, was staatliche Behindertenhilfe in der Ukraine heute leisten kann. Viel zu wenige Schwestern sind hier für viel zu viele betreuungsbedürftige Kinder zuständig. Es fehlte an Beschäftigungsmaterialien (Büchern, Puzzeln, Spielen). Die einzige Privatsphäre der Kinder und Jugendlichen war wohl ihr eigenes Bett. Manche "Insassen" zeigten Zeichen von Hospitalismus, in dem sie unablässig monotone Bewegungen machten. So etwas hatte ich vorher noch nie gesehen. Schockiert hat uns der Anblick von zehn körperlich schwerstkranken Jungen. Teilnahmslos lagen sie in ihren Kinderbettchen. Durchschnittlich sterben hier zwei bis drei Kinder im Jahr, meinten die beiden diensthabenden Krankenschwestern. Demgegenüber war ich sehr erstaunt über die hohe Professionalität, die ich bei den Caritas-Mitarbeitenden der Behindertenwerkstätten in Lviv, Drohobych und Striy gesehen habe. Auffällig waren ihre Warmherzigkeit und

Foto: Stefan Teplan

Foto: Petra Merkle

Jelenas Mutter hat Halt gefunden. Sie sorgt für sich und ihre beiden jüngsten Kinder. Die Caritas begleitet die drei.

Nachgefragt: „Das hat mich überzeugt.”

Empathie: Schlüsselkompetenzen bei der Arbeit im sozialen Bereich. Ich denke, die Caritas Tagesstätten für behinderte Menschen in der West-Ukraine sind auf einem guten Weg. Im Werkstatt-Bereich fehlt ihnen für die Vermarktung ihrer Produkte die Anbindung an die Industrie. Dies ist durch die schwierige wirtschaftliche Situation im Land bedingt, aber auch durch die derzeitige Gesetzgebung, die für Wohltätigkeitsorganisationen wie die Caritas in dieser Hinsicht sehr restriktiv ist. Am Ende unserer Reise hast Du spontan gesagt: „Ich bin stolz, bei der Caritas zu arbeiten“, warum? Merkle: Die Arbeit der Caritas Ukraine hat mich überzeugt. Sie hilft, die sozialen Verhältnisse für die Ärmsten in diesem bitterarmen Land zu verbessern. Besonders beeindruckt hat mich, dass sie über so viel qualifiziertes, fachkompetentes Personal verfügt, welches voller Würde, Engagement und Fachkompetenz den Sozialsektor des Landes mit auf- und ausbaut. Die qualitativen Arbeitsstandards sind meiner Meinung nach durchaus mit unseren westeuropäischen vergleichbar, trotz der mangelhaften staatlichen Unterstützung. Es ist klasse, dass Caritas international uns ermöglicht hat, an einer so gut organisierten und interessanten Projektreise teilzunehmen. Interview: Christine Decker

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Zu Besuch Zwei Caritas-Mitarbeitende aus Bolivien auf Spurensuche in Bayern

Deutschland im Spätherbst – gar nicht kalt von Stefan Teplan

Zwei Wochen lang haben Ofelia Bustillos und Enrique Castaños von der Caritas Bolivien Einrichtungen der Behindertenarbeit in Bayern besucht und sich mit Kolleginnen und Kollegen ausgetauscht. Im Mittelpunkt der Gespräche stand das Thema „Inklusion“. Als Ofelia Bustillos und Enrique Castaños, zwei Fachkräfte aus der Behindertenhilfe der Caritas Bolivien, am Allerheiligentag 2011 nach Deutschland reisten, hatten sie nicht nur eine hypermoderne interaktive Präsentation, sondern auch eine Menge Vorurteile im Gepäck. In Deutschland, so hatten sie gehört, seien die Menschen kühl und distanziert. Deshalb sei es auch kein Wunder, dass man dort – in einem wohlhabenden Land mit einem „perfekten“ sozialen System – Menschen mit Behinderung in ebenso teure wie lieblose Heime abschiebe, anstatt sie in ihre Familien und die Gesellschaft zu integrieren. Die Präsentation über die Behindertenarbeit der Caritas Bolivien, die Frau Bustillos und Herr Castaños u.a. vor Kolleginnen und Kollegen des Deutschen Caritasverbands und des Regens-Wagner-Werks hielten, war technisch so modern, dass manche der ansonsten bestens ausgestatteten Institutionen sie nicht mit der Software auf ihren Computern abspielen konnten. Sie mussten erst einige zusätzliche Plugins herunterladen. Das konnte schon mal zehn Minuten dauern. Mehrere Tage dauerte es indes, bis die Vorurteile abgebaut waren. So leicht war Ofelia Bustillos von Führung und Ausstattung aufwändiger Wohnheime, Behinderten-Werkstätten oder Förderschulen mit schicken Snoozle-Räumen, modernen Turnhallen und teuren Fertigungsanlagen nicht zu beeindrucken. „Wie ist gesichert, dass die Menschen mit

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Behinderung in ihrer Institution nicht isoliert leben?“, erkundigte sie sich bei solchen Besichtigungen immer wieder. Frau Bustillos hatte viele weitere Fragen: Wie integriert sind Menschen mit Behinderung in die Gesellschaft? Wie arbeiten Tagesstätten oder Förderschulen mit Eltern, Geschwistern und Nachbarn ihrer Klientel zusammen? Haben die in Wohnheimen Lebenden noch viel Kontakt mit ihren Familien oder bleiben sie in die Heime abgeschoben? Wie kümmert man sich zu Hause um Menschen mit Behinderung, die nicht in einem Heim, sondern in Tageseinrichtungen untergebracht sind und nachmittags ihre Schulen oder Werkstätten verlassen?

kein Ausschluss der Menschen mit Behinderung möglich ist. Ist der gemeinwesenorientierte Ansatz also das Alpha und Omega der Behindertenarbeit? Schließlich kommt man auch in Deutschland mehr und mehr darauf zurück, nicht zuletzt weil den Trägern Geld gekürzt wird. Aber auch, um die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen umzusetzen, nach der diese Menschen gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben sollen. Foto: Inga Pilling

❱❱

In Bolivien wird das Umfeld eingebunden Inklusion war der Angelpunkt, um den sich die Gespräche bei der zweiwöchigen „CariOfelia Bustillos, Enrique Castaños und Stefanie Schulz (v. l.) holen tas für Caritas“-Besich Anregungen in einer Behindertenwerkstatt in Freiburg. gegnungsreise drehten. Ofelia Bustillos Ist unsere einst so hoch gepriesene instituund Enrique Castaños arbeiten in Bolivien gemeinwesenorientiert, das heißt sie binden tionelle Hilfe also out? Vor solchem Schwarz-Weiß-Denken Eltern, Geschwister, Nachbarn, Lehrer und weitere Akteure aus dem sozialen Umfeld in warnte Werner Pangerl, Sonderschulrektor der Konrad-von-Parzham-Schule des Cadie Förderung der Menschen mit Behinderitasverbands Altötting, und gab Bustillos rung ein. Das Personal der Caritas Boliviund Castaños einige Denkanstöße: „Phyen fungiert weitgehend als Anleiter zur Försisches Beisammensein allein heißt noch derung, damit diese durch das Umfeld und nicht integriert sein! Man kann auch in einicht nur durch Fachkräfte geschieht. ner Regelschulklasse desintegriert sein, inEinrichtungen gibt es mangels eines dem man als Außenseiter ausgelacht wird, funktionierenden Sozialsystems in Boliviweil man der Langsamste oder der Einzien kaum. Das muss, zumindest in der Bege ist, der keine Noten kriegt.“ Eine Befreihindertenhilfe, nicht unbedingt ein Nachteil sein. Inklusion geschieht sozusagen von ung von der Benotung sei im Grunde auch diskriminierend, denn das Kind spüre ja: selbst überall dort, wo die Caritas Bolivien „Die anderen können es besser als ich.“ arbeitet, weil bei diesem Arbeitsansatz gar

Caritas für Caritas

Verbunden mit dem roten Band der Solidarität

Fotostrecke: Inga Pilling

unseren, sie geschieht nur unter anderen Voraussetzungen. Dieser Ansatz ist der richtige Weg, nur haben sie in Bolivien weniger Mittel. Das bietet aber auch Chancen bei der Inklusion: Die Menschen mit Behinderung sind da aufgehoben, wo sie leben,

Liebe betreut werden.“ Viel Herz entdeckten sie nicht nur im Fachlichen, sondern auch persönlich: Sie waren begeistert, dass sich etwa in Altötting der Caritas-Geschäftsführer für sie einen kompletten Tag lang Zeit nahm – vom

Stefan Teplan von Caritas international, Willi Käser vom RegensWagner-Werk und Enrique Castaños (v. l.) besichtigen ein Wohnheim.

kann und nicht erlebt, ständig der Letzte zu sein oder der Langsamste oder Begriffsstutzigste.“ Parallelen zur Offenen Behindertenarbeit Besonders bei den Caritasverbänden in Regensburg, Dachau und Fürstenfeldbruck erfuhren Bustillos und Castaños auch von der Offenen Behindertenarbeit in Deutschland, die, wie Castaños feststellte, den bolivianischen Ansätzen „schon sehr ähnlich ist“. Thilo Wimmer, Leiter der Caritas-Kontaktstelle der Offenen Behindertenarbeit in Dachau und Fürstenfeldbruck, konnte ihn darin nur bestätigen: „Ihre Arbeit gleicht der

2/2011

Foto: Stefan Teplan

Foto: Inga Pilling

Pangerl wandte sich direkt an die Gäste aus Bolivien: „Sie haben in unserer Schule und Tagesstätte den Unterricht, die Arbeit in den Werkräumen, die psychomotorischen Übungen in der Turnhalle kennen gelernt. Und ich denke, sie konnten dabei erfahren, dass die Kinder mit Behinderungen sich hier wohlfühlen. Dass sie ein Ambiente vorfinden, das ihnen entgegenkommt und Entfaltungsmöglichkeiten bietet. Der Mensch mit Behinderung braucht auch einen Schutzund Schonraum, in dem er sich entfalten

Ofelia Bustillos und Enrique Castaños besuchten das Regens-Wagner-Werk in Hohenwart sowie Caritasverbände und Einrichtungen in Altötting, Dachau, Freiburg, Fürstenfeldbruck und München. Caritas international dankt allen, die diese Fachbesuche ermöglicht haben.

Stefan Salger (l.) von der Süddeutschen Zeitung begleitet die Gäste durch eine Werkstatt in Fürstenfeldbruck.

und müssen nicht in Wohnheimen oder anderen Institutionen unterkommen.“ Wenn es eine Erkenntnis bei dieser Begegnungsreise gab, so war es eine Absage an das Entweder-Oder in der Frage gemeinwesenorientierte Arbeit oder institutionelle Hilfe. Man sollte, so wurde diskutiert, das eine tun, ohne das andere zu lassen. Bustillos und Castaños fassten am Ende ihre Eindrücke so zusammen: „Wir waren überrascht zu sehen, dass in Deutschland mehr für die Inklusion getan wird, als wir annahmen. Und wir haben erfahren, dass in den Einrichtungen die Menschen mit Behinderung nicht kalt und lieblos abgeschoben, sondern vom Personal mit viel Herz und

bayerischen Weißwurst-Frühstück bis zum geselligen Beisammensein spät in die Nacht hinein. Oder dass sie in Fürstenfeldbruck von Caritas-Kreisgeschäftsführerin Claudia Ramminger zu einem bis Mitternacht andauernden Abendessen bei ihrer Familie eingeladen wurden, bei dem viel gelacht wurde und so gar nichts von „deutscher Kühle“ zu spüren war. Als Ofelia Bustillos und Enrique Castaños nach zwei Wochen am Flughafen München für die Rückreise eincheckten, war ihr Gepäck wegen zahlreicher Geschenke zwar um einige Kilo schwerer. Aber dafür um eine ganze Menge Vorurteile leichter.

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Nachruf

Am 1. November 2011 ist unser Kollege und Caritas international-Botschafter Alfred Hovestädt im Alter von nur 53 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben. Alfred Hovestädt leitete seit dem 1. September 2001 die Stabsabteilung Information und Kommunikation im Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln e.V. Wir verlieren mit ihm einen Kollegen und Freund, der sich weit über seinen Wirkungsbereich hinaus für die Nöte der Menschen in aller Welt interessierte und mit großem Engagement einsetzte. Als Botschafter von Caritas international begleitete er im Oktober 2010 eine Delegation nach Armenien und berichtete für uns darüber. Immer wieder war er Brückenbauer für Caritas international und Sprachrohr für Menschen in Not in aller Welt. Als die in der Kinder- und Jugendhilfe tätigen

Foto: DiCV Köln

Wir trauern um Alfred Hovestädt

Kolleg(inn)en aus Armenien zum Gegenbesuch nach Deutschland kamen, lud Alfred Hovestädt sie in das von ihm initiierte

Anti-Gewalt-Musical „Streetlight“ ein. Ein Musical, das gefährdete und delinquente Kinder und Jugendliche zusammenführt und ihnen die Chance bietet, ihre Kreativität zu entdecken und sich in der Gruppe erfolgreich für ein gemeinsames Ziel einzusetzen. Caritas, die tätige Nächstenliebe, war für Alfred Hovestädt mehr als nur Programm. Er lebte sie. Fest verankert im katholischen Glauben hat er die Anliegen von Armen und Ausgegrenzten, Schwachen und Benachteiligten mit hohem persönlichen Einsatz in der Öffentlichkeit zur Sprache gebracht. Alfred Hovestädt war für uns mehr als ein guter Kollege, er war ein Freund. Er hat uns den Auftrag hinterlassen, das gemeinsame Caritas-Werk weiter zu gestalten. Unser besonderes Mitgefühl gilt seiner Familie.

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Caritas für Caritas

Engagiert Eine Coffee to help-Geburtstagsparty

„Es fühlt sich gut an zu geben“ ❱❱

von Lina Macholl

Meine erste Aktion als Botschafterin für Caritas international war eine Coffee to help-Geburtstagsparty für meinen Mann Klaus – eine gute Sache für alle Beteiligten. Ich finde es klasse, was Caritas international leistet. Und ich möchte dabei sein. Deshalb Foto: Caritas international

bin ich ehrenamtliche Botschafterin geworden. Am Anfang wusste ich gar nicht, was ich tun sollte. Erst brauchte ich eine gute Idee. Und das brauchte wahrscheinlich etwas Zeit. Und den richtigen Zeitpunkt. Es kam der passende Zeitpunkt – und mit ihm die Idee. wünsche. Aber ihm fiel nicht so wirklich etwas

mitzubringen, ohne langes Suchen, ohne

Mannes Klaus näherte. Seine Freunde fragten

Das war, als sich der Geburtstag meines

ein, was er gebrauchen könnte. Na gut, er

Einpacken, ohne Schlepperei. Und ich glaube,

mich heimlich, was sie ihm denn als Geschenk

wünschte sich, seine Freunde an diesem Tag

sie kennen das Gefühl, wenn man jemandem

mitbringen könnten. Daraufhin fragte ich vor-

zu sehen. Und eine große Schüssel Tiramisu

etwas von ganzem Herzen schenkt: Es fühlt

sichtig Klaus, was er sich zum Geburtstag

nur für sich alleine. Da keimte in mir ein Ge-

sich sehr gut an, das Schenken, das Geben.

Foto: privat

danke auf, und ich sprach ihn aus: „Wie wäre

Nun haben wir 170 Euro an das Projekt für Kindersoldaten im

es, wenn die Freunde dir einen Geldbetrag schenken würden, den du für einen guten

Als die Idee stand, war die Ausführung einfach nur schön.

Zweck weiterleitest?“ Klaus fand die Idee gut. Ich zeigte ihm den Ordner von Caritas international mit Informationen über verschiedene Hilfsprojekte in al-

Kongo an Caritas international weitergeleitet und sind sicher, dass es dort auch an-

kommt und für diese Kinder mit schrecklichen Erfahrungen etwas Gutes bewirken wird. Die Autorin Lina Macholl, gebürtige Li-

ler Welt, den ich als Botschafterin Anfang des

tauerin, arbeitet bei der Frauenhilfe der Caritas

Jahres erhalten hatte. Klaus wählte ein Projekt

Wiesbaden und engagiert sich seit 2011 als

im Kongo aus, das Kindersoldaten die Rück-

Botschafterin für Caritas international.

kehr in ein normales Leben ermöglicht. Als die Idee stand, war die Ausführung einfach nur schön. Ich glaube, dass das die beste Lösung für alle Beteiligten war. Mein Mann als Geburtstagskind hat bekommen, was er sich gewünscht hatte: von mir eine Schüssel Tiramisu nur für sich alleine und dazu eine schöne Geburtstagsfeier mit seinen Eine Schüssel Tiramisu für ihren Mann und eine Party für den guten Zweck: Lina Macholl

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vielen Freunden. Die Gäste haben mit Sicherheit das Ge-

Mitmachen Auf der Webseite www.caritas-fuer-caritas.de gibt es eine Anleitung, und Sie können Tassen und Zubehör bestellen. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Christine Decker, Telefon 0761/200-620, [email protected]

fühl gehabt, das richtige Geschenk für Klaus

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Laufend Gutes tun Jörg Panter schafft den „Ironman“ in Hawaii und sammelt damit Spenden für Ostafrika

Lauter tolle Zahlen von Ulrike Schnellbach

Es war furchtbar heiß an diesem 8. Oktober, heiß, windig und wellig. Selbst für einen Extremsportler wie Jörg Panter eine Herausforderung. Aber er hat es wieder geschafft: Für seinen zweiten „Ironman“-Triathlon in Hawaii brauchte der 45-jährige Sozialarbeiter des Caritasverbandes Neunkirchen genau 9 Stunden 53 Minuten – für 3,86 Kilometer schwimmen, 180,2 Kilometer Rad fahren und 42,195 Kilometer laufen. Zahlen, die sportlich beeindruckend sind. Nebenbei hat sich Jörg Panter für eine andere Zahl interessiert, und die lautete am Ende 5100 – nicht Kilometer, sondern Euro. Soviel Geld kam zusammen, indem sich der Triathlet sponsern ließ.

Laufend Gutes tun – was lag näher für den passionierten Ausdauersportler Jörg Panter. Mit Hilfe von Caritas international bastelte er sich eine Spendensammelseite im Internet und schickte den Link an Freunde, Bekannte und Kollegen. Eine eigens angelegte Facebook-Seite tat ein Übriges.

hinzuweisen“, findet er. Triathlon habe viel zu tun mit Überwindung, Disziplin, Hürden – genau wie das echte Leben. „An den Schwierigkeiten verzweifeln viele Menschen“, weiß der Sozialarbeiter, und deshalb gilt sein Motto nicht nur für den Sport: „Immer einmal mehr aufstehen als hinfallen“. Foto: privat

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Das Geld hätte Jörg Panter gut selbst brauchen können, denn er nahm seine Frau nach Hawaii mit, die zehnjährige Tochter 180,2 Kilometer Rad fahren, 3,86 Kilometer schwimmen, 42,195 Kilometer laufen: und den siebenjährigen Sohn. Sie verbanJörg Panter vom Caritasverband Neunkirchen beim „Ironman“-Triathlon in Hawaii den das sportliche Ereignis mit einem zweiwöchigen Familienurlaub. „Das sprengt eigentlich das Budget eines Caritas-AngePresse und Rundfunk wurden aufmerksam Von seiner erfolgreichen Aktion beflügelt, will stellten“, sagt Panter. Trotzdem sammelund veröffentlichten Interviews mit dem enPanter sein soziales Engagement künftig als te er das Geld nicht für sich ein, sondern für gagierten Sportler, und so war das Ziel von Botschafter für Caritas international ausweieinen guten Zweck. 2000 Euro, das Panter angepeilt hatte, ten. Sportlich will er im nächsten Jahr „kürDas kam so: Während er sich mit seischnell erreicht. Allein die Katholische Akazer treten“, sagt er. Was in seinem Fall bener Frau auf dem Laptop durch die diversen demie Trier sammelte an einem Abend mehr deutet, an der 70.3-Europameisterschaft in Hotels auf Hawaii klickte, lief im Fernsehen als 2000 Euro für die Aktion ein. Wiesbaden teilzunehmen – die entspricht zuein Bericht über die Hungersnot in OstafriDass es insgesamt stolze 5100 wurden, mindest nur der halben „Ironman“-Distanz. ka. „Mein Gott, haben wir Probleme“, dach- hat den Initiator dennoch überrascht. „Es ten sich die beiden war schön zu sehen, ob ihrer Hotelsuche, Der Triathlon-Sport bie- wie viele Menschen und seine Frau sagtet sich dafür an, auf soziale Miss- sich dafür begeistert Wollen auch Sie Laufend Gutes tun? Auf der Seite http://www.caritas-international. te: „Da müssen wir haben“, sagt Panter, stände hinzuweisen. de/laufendgutestun finden Sie eine Anleiunbedingt spenden!“ „und wie das sportlitung. Oder informieren Sie sich direkt bei Panter schaute auf der Webseite von Cariche und das soziale Interesse eine WechselDiana Schwarz, wirkung eingegangen sind.“ tas international nach und landete nicht Telefon 0761/200-161, nur bei der Ostafrika-Hilfe, sondern auch Für Panter gehören beide Bereiche [email protected] bei der Spendensammelaktion „Laufend ohnehin zusammen. „Der Triathlon-Sport Gutes tun“. bietet sich dafür an, auf soziale Missstände

Mitmachen

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Caritas für Caritas

Verbunden Kinder und Jugendliche sammeln für Ostafrika und Japan

„Alle haben ihren Beitrag geleistet“

So haben beispielsweise 450 Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsschule in Brakel 1000 Euro eingesammelt, nachdem sie im Unterricht über die Hungersnot in Ostafrika gesprochen hatten. „Wir haben gesagt, jeder greift in die Tasche und gibt zwei Euro und das Geld leiten wir dann ganz schnell weiter“, erzählte Laura Rox (15). „Sogar die Schüler, die sonst eher knapp mit Geld sind, haben ihren Beitrag geleistet“, ergänzte Klassensprecherin Ann-Marie Wilk (13). Schulleiter Hans-Hermann Fenske übergab das Geld an Pfarrer Wilhelm Koch, der es zusammen mit weiteren 7000 Euro, die die Michaelsgemeinde gesammelt hatte, an Caritas international weiterleitete. „Es ist nicht selbstverständlich, dass sich Jugendliche in diesem Alter für die Not in der Welt engagieren“, konstatierte der Pfarrer gerührt. In Friedberg haben Kinder einer Kindertagesstätte zusammen mit ihren Erzieherinnen Pflaumen, Mirabellen, Birnen und Äpfel geerntet und daraus Marmelade und Apfelsaft gekocht. Beides wurde in der Kita, aber auch beim Erntedankgottesdienst in der St. Jakobuskirche zum Verkauf angeboten und fand viele Abnehmer und Spender. Alles in allem brachte der Fleiß der Kinder 465 Euro für Not leidende Kinder in Ostafrika ein. Einen Tag der offenen Tür widmete das Jugendzentrum in Gronau-Epe der

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Foto: Magdalena Copeland

Die katastrophale Hungersnot am Horn von Afrika lässt die Menschen in Deutschland genauso wenig kalt wie die Umweltkatastrophe in Japan. Nicht nur Caritasverbände und Einrichtungen, Kirchengemeinden und Bistümer haben Spenden für die Caritashilfe vor Ort zusammengetragen. Auch viele Kinder und Jugendliche haben landauf, landab mit einfallsreichen Aktionen Geld für die Opfer gesammelt.

5555 Euro für die Caritas-Japanhilfe hat der Austauschschüler Wataru Saeki mit viel Unterstützung eingesammelt. Hinten (v.l.n.r.): Caritasdirektor Stefan Hohmann, RotaryclubPräsident Dr. Oliver Harzer, Schulleiter Helmut Schmid und Robert Mildenberger, Lehrer am Theresianum; vorne: Schüler des Theresianum mit Wataru Saeki (Mitte)

Aufklärung über die Hungersnot. Spielerisch lernten die Kinder und Jugendlichen einiges über Ursachen der Hungersnot und über Lösungsansätze. Sie erfuhren, wie Kinder in Afrika ihre Freizeit verbringen, bastelten afrikanischen Schmuck und Rasseln. Der Erlös aus Tombola und Spenden ging ebenfalls an die Afrikahilfe von Caritas international. Hilfe für die Heimat Als der japanische Austauschschüler Wataru Saeki, der ab August 2010 für ein Jahr das Gymnasium Theresianum in Mainz besuchte, von der Atomkatastrophe in Fukushima erfuhr, wollte er unbedingt Spenden für sein Heimatland sammeln. Gemeinsam mit seinen Klassenkameraden und Lehrern trug Wataru über 3000 Euro zusammen. Der Rotaryclub Mainz Rheinhessen, der den Schüleraustausch betreut, stockte den Betrag auf 5555 Euro auf. Die Spende ging an Caritas international für ihre Japanhilfe. Caritasdirektor Stefan Hohmann nahm das

Geld entgegen und versicherte dem jungen Japaner, dass es direkt in Japan ankommt. Dort helfe es alten, kranken und behinderten Menschen, Waisen und anderen Randgruppen, die auch in einem hoch entwickelten Land durchs soziale Netz fallen. Bei einer weiteren Spendenaktion bastelten Schülerinnen und Schüler des Mainzer Theresianum Papierkraniche, die sie zugunsten der Opfer in Japan verkauften. Der Erlös von gut 500 Euro wurde im Rahmen eines Gottesdienstes im Mainzer Dom für Caritas Japan übergeben. Auch anderswo in Rheinland-Pfalz wurden Jugendliche für die Opfer der japanischen Natur- und Umweltkatastrophe aktiv: In Hargesheim arbeiteten 160 Schülerinnen und Schüler der Alfred-Delp-Schule auf Anregung der Schülervertretung einen Tag lang in Betrieben mit und verdienten dabei zusammen 25.000 Euro. Sie spendeten die komplette Summe für die Japanhilfe von Caritas international.

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Zusammenhalten. Zusammen helfen Ein ganzes Dorf engagiert sich für russische Straßenkinder

„Diese Kinder haben uns gerührt“ ❱❱

von Stefan Teplan

Foto: privat

Bad Gögging ist ein 1800-Seelen-Ort in Niederbayern. Wegen seiner Thermalquelle und einer Reihe von WellnessHotels ist man dort Besuch von außen das ganze Jahr über gewohnt. Doch bis heute unvergessen sind jene drei Wochen im Dezember 2000, die alles andere als alltäglich waren: In dieser Zeit war jeder Zehnte im Ort ein hilfsbedürftiges russisches Kind. Und bis heute vergessen die Bürgerinnen und Bürger nicht, die Not von Kindern in Russland mit tatkräftigem Engagement zu lindern.

Elend der Jungen und Mädchen sah, wusste ich: Hier müssen wir mehr helfen“, erzählt sie. Binnen weniger Monate mobilisierten sie und der aus der Gemeindecaritas hervorgegangene Caritas-Arbeitskreis für russische Waisen- und Straßenkinder und sozial Benachteiligte den gesamten Ort. Gemeinsam ermöglichten sie 180 russischen Mädchen und Jungen, viele von ihnen Waisen und Kinder mit einer Behinderung, einen „Kurlaub“ in Bad Gögging. Wer von den Kindern an Hautkrankheiten litt, durfte umsonst die Schwefelbäder der Therme nutzen, Ärzte und Zahnärzte behandelten die Kinder kostenlos, Hotels und Pensionen gewährten ihnen freie

Tagesstätte für Straßenkinder und gefährdete Jugendliche der Caritas in Luga bei St. Petersburg: Pauline Haunschild und Josef Kronauer mit „ihren“ Kindern

Pauline Haunschild, die in Bad Gögging ein Hotel betreibt, hatte den Stein ins Rollen gebracht. Betroffen von Schilderungen über das Elend von Straßenkindern in St. Petersburg durch ihren Bekannten Martin Ott reiste sie im Jahr 1999 in die russische Großstadt. Ott setzte sich bereits seit vielen Jahren für Not leidende Kinder in Russland ein, und Pauline Haunschild wollte sein Engagement unterstützen und sich ein eigenes Bild von der Situation machen. „Als ich das

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Unterkunft, und Busse wurden organisiert, mit denen sie Ausflüge machen konnten. Eine Regionalzeitung brachte nach den drei Wochen die Stimmung auf den Punkt: „Wir werden das fröhliche Lachen unserer russischen Kinder vermissen.“ Und den Initiatoren war klar, dass das Engagement weitergehen sollte. Geschäftsinhaber und andere Bürger hatten dem Caritas-Arbeitskreis so viel Geld für seine Aktivitäten gespendet, dass nach dem Besuch der russischen

Kinder noch 240.000 D-Mark übrig waren. Dieses Geld bildete die Grundlage für die Unterstützung eines BehindertenErholungsheims in St. Petersburg. Weitere Spenden, die der Arbeitskreis unter anderem durch regelmäßige Benefiz-Konzerte im Kurhaus Bad Gögging generiert, gehen in die Obdachlosenhilfe und in die Unterstützung der Hilfe für Straßenkinder in Luga bei St. Petersburg in Kooperation mit der dortigen Caritas. „Diese Kinder lebten in alten Datschas ohne Heizung und ohne fließendes Wasser“, berichtet Haunschild. „Im Winter mussten sie bei minus 20 Grad barfuß in den Stiefeln herumlaufen und kamen in die dortige katholische St. Nikolaikirche, um sich aufzuwärmen. Der Pfarrer nahm sich der Kinder an. Er kochte in der Sakristei warmes Essen, und es kamen immer mehr Straßenkinder – liebesbedürftige kleine Menschen, die sich nach Geborgenheit sehnten. Diese Kinder rührten uns.“ Daraufhin kaufte die Caritas St. Petersburg ein angrenzendes Haus und baute es als Tagesstätte für Straßenkinder aus. Der Caritas-Arbeitskreis aus Bad Gögging finanzierte ein Stockwerk und zahlt für die Kinder die Hausaufgabenbetreuung und eine Floristin. Sie hilft den Kindern, durch Basteln und Verkauf von Gestecken ein kleines Einkommen zu erwirtschaften. Mehrere der russischen Mädchen seien inzwischen schwanger geworden, berichtet Haunschild, aber keine habe abgetrieben. Die jungen Mütter können ihre Kinder tagsüber in der Caritas-Tagesstätte in Luga abgeben um zu arbeiten. „Alle unsere Mädchen gehen einer geregelten Arbeit nach und kümmern sich um ihre Kinder.“ Damit sie alle eine Zukunft haben und einen Sinn im Leben finden, dafür wollen Pauline Haunschild und ihr Arbeitskreis in Bad Gögging gerne auch die nächsten zehn Jahre unermüdlich arbeiten.

Caritas für Caritas

Interaktiv Caritas-Mitarbeitende berichten in einem neuen Blog aus aller Welt

Live dabei in Haiti und am Hindukusch von Inga Pilling

Foto: privat

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Mitarbeitende von Caritas international und ausländischen Caritasverbänden bloggen seit April über die Projekte, ihre Arbeit und ihre Erlebnisse. Seitdem wurden schon 73 Beiträge aus unterschiedlichen Weltregionen online gestellt. Unter dem Motto „Menschen helfen. Weltweit. Lies und schreib mit“ ging im April 2011 der Blog von Caritas international an den Start. Lebendig und anschaulich geben Caritas-Mitarbeiter(innen) persönliche Einblicke in ihre Arbeit und nehmen die Leser mit auf eine Reise um die Welt. In die verschneiten und eisigen Höhen des Hindukuschs, um Winternothilfe zu leisten, zu Alten und Kranken in eine Sozialstation in Tadschikistan oder zu indischen und pakistanischen Kindern in die Steinbrüche. Via Blog erfahren die Leser aus erster Hand auch von den Hilfsmaßnahmen für die Hungernden am Horn von Afrika. Unlängst konnten sie Ofelia Bustillos und Enrique Castaños von der Caritas Bolivien virtuell auf ihrer „Caritas für Caritas“-Begegnungsreise durch Bayern begleiten (siehe auch Seite 8-9).

Inga Pilling, Praktikantin bei Caritas international, betreut den Blog und ist für Sie auf der Suche nach spannenden Geschichten, interessanten Persönlichkeiten und fernen (Arbeits-)Welten.

Das Schöne an Blogs ist, dass die Leserinnen und Leser sich aktiv beteiligen können. Die Kommentarfunktion ermöglicht es ihnen, zu den Beiträgen Stellung zu nehmen und sich mit anderen darüber auszutauschen. Erst dieser Meinungs- und Gedankenaustausch macht einen Blog so richtig lebendig. Ob Lob, Kritik oder weitere Aspekte: angeregte Diskussionen eröffnen neue Blickwinkel.

Caritas Credit Card

Die Mitarbeiter(innen) von Caritas international und den ausländischen Caritasverbänden wollen auch weiterhin ihre Erlebnisse mit interessierten Leserinnen und Lesern teilen. Ab Dezember können Sie zum Beispiel den Wiederaufbau des Asyls für alte Menschen mit Behinderung in Léogâne in Haiti mitverfolgen. Doris Wasmeier, die als Bauberaterin für Caritas international in Haiti arbeitet, und ihr Team werden den Wiederaufbau bis zur Inbetriebnahme des Gebäudes begleiten – auch via Blog. Ida Delhysa nimmt Sie derweil mit in den Kosovo, wo sie für die Caritas Prizren in der Förderung von Kleinkindern arbeitet. Sie wird im Blog nicht nur Hintergrundinformationen zu dem Projekt liefern, sondern auch erzählen, wie sie mit den Kindern und deren Familien zusammenarbeitet. Die Blogeinträge sind mit Bildern illustriert und enthalten Links zu weiterführenden Informationen über die beschriebenen Projekte auf der Caritas international-Webseite (www.caritas-international.de). Wir wünschen viel Spaß beim Eintauchen in Welten, die den meisten von uns ansonsten verschlossen blieben. Den Caritas-Blog finden Sie im Internet auf http://blog.caritas-international.de

Die Kreditkarte mit Engagement.

Sie sind Mitarbeiter der Caritas oder einer kirchlichen Einrichtung? Dann bezahlen Sie mit der Caritas Credit Card und tun Sie Gutes!* Sprechen Sie mit uns. LIGA Bank eG ▪ www.ligabank.de ▪ [email protected] * Unsere Überschüsse aus der Karte stellen wir in voller Höhe für Kinderhilfsprojekte der Caritas zur Verfügung.

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