Chronik - Deutsche Kautschuk Gesellschaft

Chronik - Deutsche Kautschuk Gesellschaft

75 J AHRE EIN RÜCKBLICK AUF SPRINGLEBENDIG 75 JAHRE DEUTSCHE K AUTSCHUK-GESELLSCHAFT 2 1830 1831 1832 1833 1834 1835 1836 1837 1838 183...

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Vorwort

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Die Chronik Vor der Gründung 1926 – 1944 Vor der Wiedereröffnung 1951 bis heute Ausblick

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Anhang 1 Die DKG: Vorstand und Geschäftsführung Die DKG-Bezirksgruppen • Leitung der Bezirksgruppen • Abgrenzung der Bezirksgruppen Die DKG-Forschungsförderung • DKG-Forschungsbeirat • DKG-Forschungs-Förderungs-Katalog • DKG-Forschungsprojekte Die DKG-Homepage Das DKG-Fachorgan

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Anhang 2 Die DKG-Ehrungen • Ehrenvorsitzende • Ehrenmitglieder • Carl-Dietrich-Harries-Medaille • Erich-Konrad-Medaille • DKG-Verdienstplakette Die DKG-Tagungen • Deutsche / Internationale Kautschuk-Tagungen • DKG-Fachtagungen • Deutsch-Französische Kautschuk-Symposien • Kautschuk-Symposien der Donauländer • Grenzüberschreitende Bezirksgruppen-Tagungen Impressum

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Am 25. September 2001 besteht die Deutsche Kautschuk-Gesellschaft e.V. 75 Jahre, in der heutigen schnelllebigen Zeit ein langer Zeitraum. Gerade deshalb ist es wichtig, einmal zurückzublicken in die Anfänge, an die sich von den Mitgliedern nur noch einige erinnern können und an denen keines von ihnen noch aktiv teilgenommen hat. 75 Jahre lang hat die Deutsche Kautschuk-Gesellschaft das technisch-wissenschaftliche Leben in Deutschland begleitet, mitgestaltet und gefördert. Sie hat dazu beigetragen, dass die deutsche Kautschukindustrie zu der technologisch führenden der Welt geworden ist. Sie beschränkte sich nicht darauf, nur den deutschen Raum zu betrachten sondern war von Beginn an bestrebt, internationale Kontakte aufzubauen und zu pflegen. Wichtig war von Anfang an der Erfahrungsaustausch, auch über die Grenzen hinweg. Sicher, zu Beginn war die DKG ein „Club der Chemiker“ und in manchen Köpfen ist dies heute noch so fest verankert, dass mancher Ingenieur sich nicht zu einer Mitgliedschaft in unserer Vereinigung entschließen kann. Doch die Zeiten haben sich wie in der Industrie auch in der KautschukGesellschaft geändert. Wie wir heute in den Unternehmen den interdisziplinären Gedankenaustausch pflegen, so spiegelt sich dies auch in der Zusammensetzung der Mitglieder der DKG, in den Vortragsprogrammen und in der Forschungsförderung wider. Es waren nicht immer leichte Zeiten, die die Deutsche Kautschuk-Gesellschaft erlebt hat. Doch sie hat sich allen Anforderungen gestellt und sich nicht gegen den Wandel gesträubt. Sie wollte eine lebendige Vereinigung sein und sie ist es bis heute. Die Deutsche Kautschuk-Gesellschaft ist international anerkannt. Ihre Veranstaltungen, ob national oder international ausgerichtet, haben immer einen hohen Anteil an ausländischen Teilnehmern. Die Deutschen und Internationalen Kautschuk-Tagungen der DKG sind nach den Treffen der Rubber Division der American Chemical Society, die am stärksten frequentierten der Welt.

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Die DKG hat drei bewährte Säulen auf denen sie steht: • Das ist zum einen der kollegiale Erfahrungsaustausch, der in Zeiten knapper Arbeitskräfte und starker beruflicher Beanspruchung nicht zu kurz kommen darf. • Das sind die Vortragstagungen der DKG und ihrer Bezirksgruppen, die nicht nur unter dem Gesichtspunkt gesehen werden dürfen, dass allein neueste Erkenntnisse vorgetragen werden müssen. Ausbildung junger Nachwuchskräfte und die Weiterbildung der seit längerem in der Industrie tätigen Kolleginnen und Kollegen sowie die Förderung von firmenübergreifender Kommunikation und der Gedankenaustausch stehen hier im Mittelpunkt. Das zeigt auch das große Interesse an den Educational Symposia, die die DKG seit einigen Jahren anbietet und die nicht nur von Berufsanfängern oder -einsteigern besucht werden sondern auch von „alten Hasen“. • Und das ist die Forschungsförderung, die von der DKG erfolgreich betrieben wird und die auch in Zukunft eine Kernaktivität darstellt. Am wichtigsten für die Deutsche Kautschuk-Gesellschaft aber sind ihre Mitglieder. Das sind einmal die Firmen, die sich mit den Zielen der DKG identifizieren und die Gesellschaft auch finanziell unterstützen. Die erkennen, dass die Arbeit der DKG für das Unternehmen nutzbringend ist. Zum anderen sind es die vielen persönlichen Mitglieder, die in der DKG, auch wenn der Begriff nicht unbedingt positiv belegt ist, eine Art „Großfamilie“ sehen, bei der man einfach Mitglied sein muss. Das sind die Mitglieder, die in den Ausschüssen der DKG mitarbeiten, das sind die Mitglieder, die sich mit großem Einsatz und unter Bereitstellung ihrer Freizeit in den Bezirksgruppen engagieren, das sind die Mitglieder, die ihre Erfahrung und ihr Wissen in den Vorstandsrat und in den Vorstand der DKG einbringen, um ihre Gesellschaft weiter voranzubringen und attraktiv für neue Mitglieder zu gestalten. An dieser Stelle möchte der Vorstand der DKG die Gelegenheit nutzen, all diesen unermüdlichen Helfern, ohne die eine solche Organisation wie die DKG nicht

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leben kann, für Einsatz und Arbeit in den vergangenen Jahren zu danken und mit dieser Unterstützung die nächsten 25 Jahre der Gesellschaft freudig einzuleiten.

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Ein Jubiläum zwingt zum Rückblick. Vor diesen Hintergrund ist auch diese Broschüre entstanden. Sie soll die Entwicklung der Deutschen KautschukGesellschaft als Vereinigung von Wissenschaftlern und Praktikern aufzeigen. Sie möchte darstellen, wie die DKG sich in 75 Jahren entwickelt und umgestaltet hat. Sie will und kann nicht den technologischen Fortschritt in der Kautschukindustrie darstellen. Sie erhebt auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit, zumal es im Archiv einige Lücken gibt. Und wir bitten alle, die sich in dieser Broschüre nicht wiederfinden um Verständnis dafür, dass wir nur einige wenige Personen direkt genannt haben, von denen wir glauben, dass sie die Arbeit und Ausrichtung der DKG maßgeblich geprägt haben. In all diesen 75 Jahren hat sich gezeigt, dass die DKG nur vorankommt, wenn sie die Zukunft im Auge hat. Das soll sich auch in keiner Weise ändern. Wir wollen die Zukunft gewinnen, die Zukunft für den Kautschuk, auch die Zukunft mit dem Kautschuk, die Zukunft für die DKG und die Zukunft für ihre Mitglieder mit der DKG. Ein hoher Anspruch – wir werden gemeinsam alles tun, um ihm gerecht zu werden. Ihr

Prof. Dr. Ullrich Masberg Vorsitzender

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DIE CHRONIK DER DEUTSCHEN K AUTSCHUK-GESELLSCHAFT VOR DER GRÜNDUNG Anfang des 20. Jahrhunderts war die Kautschukwelt in vielfacher Hinsicht in Bewegung geraten. Vom inhomogenen Wildkautschuk wechselte man zum Plantagenkautschuk, der deutlich homogener und von relativ konstanter Qualität war. Daneben trat der Synthesekautschuk immer mehr in das Blickfeld des Interesses, weil man sich von ihm eine Reduzierung der Verarbeitungsprobleme, die beim Naturkautschuk aufgrund schwankender Qualitäten immer wieder auftraten, erhoffte. Aufgrund eines Überangebots an Naturkautschuk und der damit verbundenen Preisentwicklung nahm in der Folge die Attraktivität des Synthesekautschuks dann wieder deutlich ab, was jedoch wiederum auch nur eine vorübergehende Erscheinung sein sollte. Beim Umgang mit Umwandlungsprodukten aus Naturkautschuk, z. B. Hydro-Kautschuk, Cyclo-Kautschuk u. a., stellte man bald fest, dass eine größere technische Bedeutung nicht zu erwarten war. Ebenfalls ohne technische Relevanz blieben Verdampfungs- und elektrophoretische Verfahren zur Kautschukaufbereitung. Mit größerem Erfolg stellte man dagegen Latex-Konzentrate her, die eine wirtschaftlich attraktive, direkte Verarbeitung zuließen. In den zwanziger Jahren widmete man sich neben praxisnahen Entwicklungen verstärkt der Grundlagenforschung, die bedeutende Erkenntnisse für die Zukunft hervorbrachte. Dies ist vor allen Dingen vor dem Hintergrund zu sehen, dass damals die meisten der für uns heute geläufigen Untersuchungsmethoden auf dem Gebiet der Physik und Chemie der hochmolekularen Stoffe noch nicht bekannt waren. Eine neue Zeit war angebrochen, große Entwicklungen zeichneten sich ab, man stand am Beginn einer Wende in der Technologie, der Physik und der Chemie des Kautschuks. Überall gab es Fragen, die unter den Kautschuk-Chemikern und -Ingenieuren den Wunsch laut werden ließ, sich untereinander auszutauschen. Standen doch fast alle von ihnen allein an ihrem Arbeitsplatz und wurden von anderen Mitarbeitern nur wenig verstanden, denn Empirie und Erfahrung bestimmten zu dieser Zeit im wesentlichen Forschung, Produktion und Verarbeitung.

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Aufruf zur Gründungsversammlung, erschienen in der noch jungen Zeitschrift KAUTSCHUK im September 1926

Deshalb veröffentlichten 38 Kautschuk-Techniker und -Forscher im September 1926 in der damals noch ganz jungen Zeitschrift KAUTSCHUK, deren Gründer und Herausgeber Alfred Dominikus, ein Kenner auch der Plantagenwirtschaft, war, einen Aufruf zur Gründung einer wissenschaftlichen Vereinigung. So notwendig die Gründung einer Vereinigung schien, gab es durchaus auch Stimmen, die der DKG nur eine kurze Lebensdauer vorhersagten. Zitiert sei hier Dr. Max Clouth, der als damaliger Vorsitzender der DKG 1930, also vier

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Jahre später, auf der Frankfurter Tagung folgendes sagte: „Ich kann Ihnen mitteilen, dass damals (1926) eine ganze Anzahl Stimmen auftauchte, auch aus der Industrie, die mir klar zu machen versuchten, dass eine Gesellschaft wie die Deutsche Kautschuk-Gesellschaft als die wissenschaftliche Vereinigung der Kautschuk-Chemiker und -Ingenieure nicht lebensfähig sei, weil die Interessen zu weit auseinander gingen. Man würde ein oder höchstens zwei Jahre lang Zusammenkünfte haben, dann würde das Interesse allmählich abflauen und die Gesellschaft in sich versacken”.

1926 Allen mahnenden Stimmen zum Trotz treffen sich am Samstag, dem 25. September 1926, in der Hirschwaldschen Buchhandlung auf dem Gelände der Gesolei (Ausstellung für Gesundheit, Soziale Ausbildung und Leibesübung) in Düsseldorf 46 Herren, um in einer Gründungsversammlung eine wissenschaftliche Vereinigung der Kautschuk-Chemiker und -Ingenieure, die heutige Deutsche Kautschuk-Gesellschaft, aus der Taufe zu heben. Versammlungsleiter ist Dr. Lothar Hock. Und Gründungsteilnehmer wie Dr. Rudolf Derenbach, Prof. Erich Kindscher, Dr. Ernst A. Hauser, Dr. Max Clouth und Prof. Hermann Staudinger machen deutlich, dass in allen Bereichen der Kautschukwelt Interesse an einer solchen Vereinigung vorhanden ist. Es wird über die Gründe für den Zusammenschluss und über seine Form nachgedacht und diskutiert, es werden die anstehenden Aufgaben besprochen und schließlich wird dem gemeinsamen Willen zur Gründung der Gesellschaft Ausdruck verliehen, deren Name DEUTSCHE KAUTSCHUK-GESELLSCHAFT sein sollte. Man entscheidet sich für Hannover als juristischen Sitz der Vereinigung und siedelt die Geschäftsstelle in Frankfurt am Main an, wo das erste Geschäftsführende Vorstandsmitglied der Deutschen Kautschuk-Gesellschaft, Prof. Dr. Ernst A. Hauser, tätig ist. Ein Gründungsvorstand wird gewählt und die Zeitschrift KAUTSCHUK, herausgegeben vom Industrieverlag von Hernhaussen, zum offiziellen Publikationsorgan bestimmt.

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Prof. Dr. Lothar Hock, Leiter der Gründungsversammlung der wissenschaftlichen Vereinigung der Kautschuk-Chemiker und -Ingenieure

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Dr. Max Clouth, 1. Vorsitzender

Dir. Dr. Rudolf Derenbach 2. Vorsitzender

Dir. Alfred Gottschalk, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied

Prof. Dr. Erich Kindscher, Stellv. Geschäftsführendes Vorstandsmitglied

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Schon einen Monat später wird auf einer Vorstandssitzung die Satzung aufgestellt und verabschiedet. Man beschließt die Gründung von Bezirksgruppen und eine jährliche Hauptversammlung. Der Mitgliedsbeitrag wird auf vier Goldmark festgelegt. Im November 1926 zählt man 63 Mitglieder, im Dezember sind es bereits 120.

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Teilnehmer der 1. Hauptversammlung der Deutschen KautschukGesellschaft 1927 in Essen

1927 – 1930 In rascher Folge werden jetzt die Bezirksgruppen Hamburg (1927), Berlin (1927), Rheinland-Westfalen (1928) und Südwestdeutschland (1930) gegründet. Am 8. Februar 1928 wird die DKG unter der Nr. 940 als Deutsche KautschukGesellschaft, Wissenschaftliche Vereinigung der Kautschuk-Chemiker und -Ingenieure e.V. in das später durch Kriegseinwirkung vernichtete Vereinsregister beim Amtsgericht Hannover eingetragen. Im gleichen Jahr wird eine Hauptversammlung in Hamburg und im Jahr 1929 eine weitere in Hannover abgehalten.

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Teilnehmer der 2. Hauptversammlung der Deutschen KautschukGesellschaft 1928 in Hamburg

Im Juni 1930 findet bei der Metallgesellschaft in Frankfurt die nächste Hauptversammlung statt. Hier wird zum ersten Mal von einer internationalen Tagung gesprochen. Vorträge hielten u.a. P. Bary, Paris, A. H. Smith, Akron, A. van Rossem, Delft und E. Grenquist, USA. Außerdem stehen erstmals „Preprints“ zur Verfügung. Zum Jahresende 1930 ist die Mitgliederzahl auf 400 angewachsen.

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1931 – 1944 In den Jahren vor Ausbruch des Krieges konsolidiert sich die Vereinigung. Alfred Gottschalk wurde zum Geschäftsführenden Vorstandsmitglied gewählt und die Geschäftsstelle von Frankfurt nach Berlin verlegt. Die Vortragsveranstaltungen anlässlich der jährlichen Mitgliederversammlungen werden mehr und mehr zur bedeutenden Plattform für die Diskussion nationaler und internationaler wissenschaftlicher Beiträge. So beschäftigen die kontroversen Standpunkte, die R. Pummerer und H. Staudinger über die physikalisch-chemische Struktur des Kautschuks auf diesen Veranstaltungen vertreten, die Kautschuk-Wissenschaftler weltweit und jahrelang, bis sich der von Staudinger entwickelte Begriff der makromolekularen Chemie des Kautschuks letztendlich durchsetzt. Auch der in Deutschland entwickelte synthetische Kautschuk BUNA – eigentlich ein Handelsname, zeitweise aber auch als Synonym für Synthesekautschuk verwendet – rückt mehr und mehr ins Gesichtsfeld des Interesses. Dr. Erich Konrad macht ihn auf der Hauptversammlung 1936 zum ersten Mal einem größeren Kreis von Fachleuten bekannt. Es werden die neuen Wege bei der Mischungsherstellung vorgestellt: Hinwendung zum organischen Vulkanisationsbeschleuniger sowie verbesserte mechanische Eigenschaften durch Gasruße. Doch nicht nur wissenschaftlich war der Synthesekautschuk interessant. Seine großtechnische Produktion erlangt im Zuge der Autarkiebestrebungen der deutschen Regierung immer mehr strategische Bedeutung.

Verdienst-Plakette der DKG 1931

Aus politischer Sicht stellt sich die Zeit zunehmend brisant dar: Im Jahre 1932 entfällt die Hauptversammlung wegen der „ungünstigen nationalen und internationalen Wirtschaftssituation”. Dennoch bemüht sich die Gesellschaft, ein normales Leben zu führen. Sie initiiert erfolgreich ein Preisausschreiben, auf das von Dr. G. K. Hübner eine wirtschaftsgeographische Monografie mit dem Titel „Kautschuk” eingereicht wird, die unter Mitwirkung der DKG in Buchform erscheint. Diese Preisausschreiben, dotiert mit 300 bzw. 500 Reichsmark, werden noch bis 1938 ausgelobt.

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Dem „Führerprinzip” entsprechend müssen 1933 die Statuten der DKG auf die „Richtlinien des Neuen Reiches” umgestellt werden, was bedeutet, dass die Hauptversammlung ab jetzt nur noch den Vorsitzenden wählt, „der allein die volle Verantwortung für die Tätigkeit der Gesellschaft übernimmt und seine Mitarbeiter bestimmt”.

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Im gleichen Jahr und damit zehn Jahre nach seinem Tod stiftet die Witwe von Geh. Rat Prof. Dr. Carl-Dietrich Harries die gleichnamige Medaille für „hervorragende wissenschaftliche Leistungen”, deren erste Empfänger Prof. Dr. Fritz Frank, Berlin, Prof. Dr. Ernst A. Hauser, Wimpassing, Dr. Ferdinand Kirchhof, Harburg, und Dr. R. Weil, Hannover, waren. Prof. Dr. Harries war einer der hervorragendsten Pioniere auf dem Gebiet der Kautschuk-Forschung, dem die erste wissenschaftliche Synthese des Kautschuks zu verdanken ist. Mit seinen Arbeiten über die Einwirkung des Ozons auf organischen Verbindungen klärte er die Konstitution des Naturkautschuks auf. An Studenten und Assistenten vergibt man fünf Stipendien, dotiert mit jeweils 300,- RM, zum Besuch der Hauptversammlung 1936. Auch versteht man es in jener Zeit wohl noch zu feiern. Verschiedene Quellen berichten von gesellschaftlichen Programmen und Damenveranstaltungen, die damals großen Anklang fanden. Carl-Dietrich-HarriesMedaille der DKG 1934

Allerdings mehren sich, wenn auch von vielen unbemerkt, die negativen Anzeichen. Hatte man 1930 noch neunzehn Vorträge anzubieten, davon elf ausländische, wird aus dem Jahr 1935 berichtet, dass lediglich zehn Vorträge auf dem Programm standen, allerdings ohne ausländische Beteiligung. Im Jahr 1939 will man die für den September geplante Hauptversammlung in Weimar oder Jena stattfinden lassen, aber dazu kommt es nicht mehr: der Krieg bricht aus und damit ist auch die offizielle Tätigkeit der DKG zu Ende. Nur die Berliner Bezirksgruppe hält während des Krieges noch ein paar Vortragsabende ab und 1944 stellt schließlich auch das Organ KAUTSCHUK sein Erscheinen ein.

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VOR DER WIEDERERÖFFNUNG DER DKG Von der Zeitschrift KAUTSCHUK und GUMMI ist auch nach Beendigung des Krieges als erstes wieder zu berichten. Sie erscheint bereits 1948 unter diesem neuen Namen. Nach der Währungsreform beginnt die Wirtschaft sich zu erholen. Deutschland geht mit Riesenschritten, aber auch unter enormen Anstrengungen, auf das „Wirtschaftswunder” zu. Die Probleme der Kautschukindustrie sind nicht kleiner geworden, und so bleibt der Wunsch nach einer Neugründung der DKG nicht aus. Dr. Erich Konrad, der letzte Vorsitzende der Gesellschaft vor dem Krieg, ruft deshalb 1951 zur Wiedereröffnung der DKG auf.

Dr. Dr. e.h. Erich Konrad

1951 Somit beschreitet man im fünfundzwanzigsten Jahr des Bestehens der Vereinigung 1951 den Weg zu deren Neugründung. Die DKG ist wiederbelebt und erhält sofort internationale Anerkennung. Eine Reihe von Grußadressen erreicht sie zur Wiederaufnahme ihrer Tätigkeit. Eine Auswahl dieser ausländischen Grußadressen findet sich nachstehend: Massachusetts Institute of Technology Prof. Dr. Ernst A. Hauser, Cambridge, Mass./USA „... möchte ich mir als Wissenschaftler nur noch erlauben darauf hinzuweisen, daß grundlegende Forschung und ihre Ergebnisse immer international bleiben werden, solange Menschen das Recht behalten, frei zu denken. In dieser Zeit ist es aber auch unsere Pflicht als Wissenschaftler und Technologen, dazu beizutragen, daß uns diese Möglichkeit internationalen Gedankenaustausches nicht nur erhalten bleibt, sondern mehr und mehr verstärkt wird. Dies ist die beste Möglichkeit für ein endgültiges Verständnis zwischen allen Völkern und würde uns die beste Versicherung für eine friedliche Zukunft geben. Sie haben mit der Reaktivierung der DKG einen großen

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Schritt in dieser Richtung gemacht; möge Gott Ihnen den weiteren Weg zeigen. Wenn ich von dieser Seite des Atlantischen Ozeans irgendwie helfen kann, so können Sie auf mich rechnen!“

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The Research Association of British Rubber Manufacturers Dr. J. R. Scott, Director of Research, Croydon/England „... Der zukünftige Fortschritt in der Kautschukindustrie ist unabänderlich mit der Schaffung neuer Erkenntnisse und der Nutzung dieser Erkenntnisse als Grundlage verbesserter Verarbeitungsverfahren verbunden. Weiterhin gehört dazu ein Stab von Technologen, die nicht nur gründlichst in wohlbewährter Praxis ausgebildet sind, sondern auch in der Lage, das durch die Forschung neu Geschaffene anzuerkennen und zur Anwendung zu bringen. Eine Vereinigung wie die Deutsche Kautschuk-Gesellschaft kann bei Erfüllung dieser Aufgaben maßgeblich helfen ...“ The Institution of the Rubber lndustry Dr. H. Rogers (Präsident) und Dr. G. E. Holmes-Siedle (Sekretär), London „Das Präsidium der IRI begrüßt mit besten Glückwünschen die Deutsche Kautschuk-Gesellschaft zu ihrer Neugründung und entbietet den deutschen Kollegen auf dem Gebiete der Kautschuk-Chemie und -Technologie ein herzliches Willkommen.“ Rubber-Stichting Dr. R. Houwink, Generaldirektor, Delft/Niederlande „... Die Deutsche Kautschuk-Gesellschaft hat eine wissenschaftliche Dienstreputation, die weit über die Grenzen Deutschlands hinausgeht, und in dieser Beziehung kann man eine Parallele zwischen ihrer Tätigkeit und jener der Rubber-Stichting ziehen. Zusammenarbeit und Austausch auf hohem Niveau, nationaler und internationaler Kontakt aller derjenigen, die ihr Leben dem Kautschuk widmen, ist nützlich und notwendig, um ihre Tätigkeit völlig zu entfalten. Nur in dieser Weise kann man der Wissenschaft dienen, und mit dem Dienst an der Wissenschaft dient man der Menschheit. Als Leiter der Rubber-Stichting freut es mich außerordentlich zu wissen, daß jetzt die DKG neu ins Leben gerufen wird ...“

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Institut Francais Du Caoutchouc Prof. Dr. J. Le Bras, L’Inspecteur Général Scientifique, Paris „... Ich möchte jedoch nicht unterlassen, Ihnen zu sagen, wie sehr ich seit meinem Eintritt in das Institut ihre Gesellschaft und deren Vermittlerrolle zwischen Kautschuk-Wissenschaftlern und -Technologen geschätzt habe. Diese Funktion kann meiner Ansicht nach jetzt noch erheblich vergrößert werden und sich zu positiven Beziehungen zu den Forschungs-Instituten erweitern, die auf dem Kautschukgebiet in England, Holland und Frankreich gegründet worden sind.“ The University of Akron G. Stafford Whitby, Professor of Rubber Chemistry, Akron/USA “... Ich entbiete den Mitgliedern der Deutschen Kautschuk-Gesellschaft meine besten Grüße. Ich bin sicher, daß sie weiter wertvolle Arbeiten, vor allem auf dem Kunstkautschukgebiet, beisteuern werden, und ich möchte der Hoffnung Ausdruck geben, daß in Zukunft auch in Deutschland die Kautschukindustrie wie es in den USA geschehen ist - den Gemeinwert einer Praxis anerkennen wird, die mit wichtigen Ergebnissen der Kautschukforschung nicht zurückhaltend ist, sondern sie freimütig und schnell publiziert.“ In Anwesenheit von 300 Chemikern, Physikern und Ingenieuren aus dem Inund Ausland erfolgt am 11. Oktober 1951 im Kurhaus zu Bad Neuenahr die Wiedereröffnung der DKG. Die Mitglieder des Vorstandes, renommierte Personen aus Wissenschaft und Industrie, werden durch Akklamation einstimmig gewählt. Einstimmig angenommen wird auch die Satzung der DKG, die nun Frankfurt wiederum als Sitz der Geschäftsstelle und die Zeitschrift KAUTSCHUK und GUMMI als offizielles Fachorgan vorsieht. Erwähnenswert sind die Mitgliedsbeiträge: Einzelperson DM 6,-, Firmen DM 40,- und Studenten DM 1,-. Satzungsgemäß besteht die Leitung der DKG aus ehrenamtlich tätigem Vorstand und Vorstandsrat. Der Vorstand setzt sich aus dem Vorsitzenden und seinem Stellvertreter sowie dem Geschäftsführenden Vorstandsmitglied und dessen Stellvertreter zusammen. Daran soll sich bis 1968 nichts ändern.

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Zunächst wird die Neustrukturierung der Bezirksgruppen in Angriff genommen. Regionale Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen an Orten, an denen die kautschukerzeugende und -verarbeitende Industrie ihren Sitz haben, bieten hervorragende Möglichkeiten, unter Chemikern und Ingenieuren den rasanten Fortschritt in der Wissenschaft und dessen Internationalisierung zu besprechen. Zwar findet 1952 zunächst noch keine Mitgliederversammlung statt, dafür aber 1953 und diesmal in Goslar.

„Namensschild“ aus Kautschuk anlässlich der Kautschuk-Tagung 1953 in Goslar

Inzwischen zählt man schon wieder 217 persönliche und 62 Firmenmitglieder. Zur Hauptversammlung kommen immerhin 350 Teilnehmer, denen für einen Eintrittspreis von DM 10,- für Mitglieder und DM 20,- für Nichtmitglieder 32 Vorträge angeboten werden. Am 27. November 1953 wird die DKG unter der Nr. 81/989 erneut ins Vereinsregister beim Amtsgericht Hannover eingetragen, 1954 erfolgt die Wiederaufnahme der satzungsmäßigen Forschungs- und Wissenschaftsförderung. Von 1954 an, diesmal in München mit 500 Teilnehmern, davon 100 aus 14 Ländern außerhalb Deutschlands, werden die Hauptversammlungen der DKG nur noch alle zwei Jahre abgehalten. Kamen bislang die Teilnehmer nur aus dem wissenschaftlichen und technischen Bereich, so finden jetzt auch zunehmend Kaufleute Zugang zu diesem Forum.

1956 – 1959 Im dreißigsten Jahr des Bestehens der DKG treffen sich 600 Tagungsteilnehmer in Hamburg. An der Pressekonferenz nehmen 25 Journalisten teil. Erstmals zeigen im Rahmen einer DKG-Veranstaltung auf einer Ausstellungsfläche von 300 qm vierzehn Firmen ihre Produkte, u.a. auch Prüfmaschinen und -geräte.

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Kautschuktagung 1956 in Hamburg

Dotationen in Form von Preisausschreiben und Stipendien zur Forschungs- und Nachwuchsförderung leben jetzt wieder auf, und die Fachwelt bestätigt die Notwendigkeit, sich trotz erforderlicher Spezialisierung auch mit dem Gesamtkomplex Kautschuk befassen zu müssen.

1960 – 1964 Die Kongresshalle im damaligen West-Berlin ist Ausrichtungsort der Veranstaltung im Jahr 1960 und wird als die erste Großveranstaltung in die Geschichte der DKG eingehen.

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Sie ist eine Internationale Tagung und man spürt schon dort das Flair der DKG in folgendem Zitat, das bis weit in die 90-er Jahre Gültigkeit haben soll:

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„Außer dem interessanten und den Anwesenden neue Erkenntnisse und Anregungen bietenden Vortragsprogramm geben unsere Tagungen reichlich Gelegenheit zur Pflege und Anbahnung freundschaftlicher Beziehungen. Im Mittelpunkt der mit den Tagungen verbundenen gesellschaftlichen Veranstaltungen stehen Empfänge besonders für unsere ausländischen Gäste -, gemeinsame Abendessen mit anschließendem geselligen Beisammensein und Theatervorführungen.“ Die DKG setzt Akzente, die überwiegend noch heute gelten: Mitbegründer der DKG: Dr. M. Bögemann, Prof. Dr. Herrmann Staudinger, Prof. Dr. Lothar Hock (v. l.) auf dem Begrüßungsempfang in Freiburg 1962

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• Die von einem Redaktionsausschuss ausgewählten Vorträge werden in Deutsch und Englisch simultan übersetzt. • Das Vortragsprogramm (Plenar- und Fachvorträge) wird mit der Tagungseinladung bekannt gegeben und gleichzeitig in der Zeitschrift KAUTSCHUK und GUMMI veröffentlicht. • Vor Beginn der Tagung erhalten die Teilnehmer mit ihrer Teilnehmerkarte eine Kurzfassung der Fachvorträge. • Nach der Tagung werden die kompletten Vorträge im Fachorgan der DKG, „Kautschuk, Gummi, Kunststoffe (KGK)“ veröffentlicht.

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1965 – 1975 Der Erfolg der so genannten „Großveranstaltungen” ist nicht zu übersehen: Die internationale Tagung im Jahr 1965 in München geht als absoluter Höhepunkt der damaligen Zeit in die Annalen der DKG ein, denn sie ist die bisher größte Kautschuktagung auf europäischem Boden. Im Deutschen Museum werden den 1.400 Teilnehmern aus 33 Ländern sechzig Vorträge geboten. Es gibt einen Empfang durch den Bayerischen Wirtschaftsminister und eine Sonderveranstaltung des “Rosenkavalier” im Nationaltheater. In diesem Jahr zählt die DKG bereits 611 persönliche und 94 Firmenmitglieder. Für die Geschäftsführung der Deutschen Kautschuk-Gesellschaft bringt das Jahr 1968 eine Neuerung in der Satzung: Anstelle der Geschäftsführenden Vorstandsmitglieder wird nun ein hauptamtlicher und damit bezahlter Geschäftsführer bestellt.

Dr. Paul Kränzlein, Dr. Oskar Müller, Dipl.-Ing. Alfred Titze (v. l.), Kautschuk-Tagung 1965 in München

Unter Berücksichtigung des im Laufe der Jahre, auch aus der Zulieferindustrie, wesentlich erweiterten Interessentenkreises wird im Juni 1969 auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in Hannover eine Änderung des Vereinsnamens beschlossen: Deutsche Kautschuk-Gesellschaft, Vereinigung von Natur- und Ingenieur-Wissenschaftlern e. V.. Dieser Untertitel wird bereits 1971 in Wiesbaden revidiert und es kommt zu der Namensgebung, die bis zum heutigen Tag unverändert blieb: Deutsche Kautschuk-Gesellschaft e. V..

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Nach dem 50-jährigen Bestehen der DKG zeigt sich immer mehr, dass der Vereinigung für eine optimale Umsetzung ihres eigentlichen Satzungsauftrags, nämlich wissenschaftliche Erkenntnisse über die Herstellung und das chemische, physikalische und (damals noch) technologische Verhalten von Kautschuk und gummielastischen Stoffen zu fördern, nicht die erforderlichen finanziellen Mittel zur Verfügung stehen. „Verspätete“ Jubiläumsveranstaltung 1977 in Düsseldorf

Nachdem seit 1968 keine Veränderung bei den Mitgliedsbeiträgen mehr vorgenommen worden war und das gesamte Beitragsaufkommen des Jahres 1976 sich bei 979 Mitgliedern auf lediglich 50.700.- DM beläuft, sieht man sich gezwungen, den Beitrag der persönlichen Mitglieder von DM 20,- auf DM 25,zu erhöhen, Rentner und Studenten zahlen von nun an DM 5,- statt DM 3,-. Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation belässt man jedoch die Firmenbeiträge, versucht aber durch Spendenaufrufe an zusätzliches Kapital zu gelangen. Damit kann man die Forschungsförderung für die nächsten Jahre auf rund 70.000.- DM pro Jahr anheben. Doch das reicht nicht aus, und so nimmt die DKG 1977 erste Kontakte mit der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) in Köln auf, die im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft Forschungsförderungsmittel vergibt. Über eine Mitgliedschaft in der AiF will die DKG zusätzlich in den Genuss öffentlicher Fördermittel kommen. Dies kann aber erst Anfang der achtziger Jahre umgesetzt werden kann. Hinzu kommt jetzt eine weitere Aktivität, die die Zukunft der DKG einschneidend beeinflussen sollte: Im Laufe der Jahre haben sich, weil in der Satzung

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Überreichung der Verdienstplakette an Dr. Wilhelm Graulich in Düsseldorf 1977

nicht anders geregelt, in Vorstand und Vorstandsrat so genannte Erbhöfe gebildet. In zunehmendem Maße zeigte sich, dass diese überkommene Organisations- und Kompetenzstruktur nicht mehr ausreichte, um die Aufgaben und das Anliegen der DKG in Anpassung an das veränderte Umfeld überzeugend zu vertreten, sowie nach innen und außen eine erfolgreiche Verbandspolitik zu betreiben, die den Anforderungen der Zeit gerecht wird. Unter Federführung des Vorstandsmitglieds Dr. Heinz Gröne wird eine neue Organisationsform ausgearbeitet. Kernpunkt der neuen Organisation ist die angemessene Beteiligung aller Gruppen innerhalb der DKG im Vorstandsrat, sowohl der persönlichen Mitglieder als auch der Mitgliedsfirmen, wobei als zusätzliche Neuerung eine Begrenzung der

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Amtszeit eingeführt wird. Es wird erreicht, dass sich bis heute in Vorstand und Vorstandsrat der DKG diese Mitgliederstruktur widerspiegelt, d. h.

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• Verarbeiter und Zulieferer sind mit jeweils vier Mitgliedern vertreten, • ein Platz im Vorstandsrat ist für einen Vertreter der Hochschulen reserviert, • die Vorsitzenden der Bezirksgruppen sind auf Grund ihres Amtes Mitglied im Vorstandsrat. Weiterhin wird für ehemalige Mitglieder des Vorstandes der so genannte Ältestenrat gebildet, dessen Aufgabe es heute ist, den Vorstand und die Geschäftsführung in finanziellen Angelegenheiten zu beraten. Die bisherigen Amtsträger können sich diesem Vorschlag einer neuen Organisationsstruktur nicht verschließen, zumal sie in dem neu zu gründenden Ältestenrat einen Sitz erhalten und somit ihr Status innerhalb der DKG bewahrt bleibt. Diese Satzungsänderungen werden 1977 von der Mitgliederversammlung im Rahmen der Kautschuktagung in Düsseldorf mit großer Mehrheit beschlossen. Gleichzeitig feiert man, wenn auch etwas verspätet, im Rahmen dieser Kautschuk-Tagung das 50-jährige Bestehen der DKG. Themenschwerpunkte der Vortragsveranstaltung sind Naturkautschuk und Synthesekautschuk, Verarbeitungsfragen, Reifen und technische Artikel. Bereits ein Jahr vor den einschneidenden Satzungsänderungen hatte der Vorstand eine Festlegung der Grenzen der DKG-Bezirksgruppen vorgenommen, um die Wahlberechtigung der Mitglieder in ihrer Bezirksgruppe zu bestätigen. Auch macht das zunehmende Interesse von Kollegen aus dem angrenzenden Ausland an einer Mitgliedschaft in der DKG deren Zuordnung zu den jeweiligen Bezirksgruppen notwendig.

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1980 Der von der DKG angestrebte Zugriff auf öffentliche Forschungsförderungsgelder über die AiF macht eine weitere Satzungsänderung notwendig. Voraussetzung für die AiF-Förderung war die Einrichtung eines Forschungsbeirats, der auch in der Satzung verankert ist, was bisher nicht der Fall war. Dem wird durch Beschluss der Mitgliederversammlung 1980 in Nürnberg entsprochen. Gleichzeitig werden die bestehenden Auszeichnungen der DKG für verdiente Mitglieder überarbeitet und um die Erich-Konrad-Medaille für Verdienste und Leistungen besonderer Art auf dem Gebiet der Kautschuktechnologie ergänzt. Sie wird 1980 im Rahmen der Internationalen Kautschuk-Tagung (ikt ‘80) in Nürnberg erstmals verliehen, und zwar an Dr. Julius Peter und Wilhelm Heidemann für ihre bahnbrechenden Arbeiten bei der Entwicklung der Vulkametrie.

Internationale KautschukTagung 1980 in Nürnberg, Vorsitzender Dr. Heinz Gröne, Geschäftsführer Dipl.-Kfm. Klaus Bernhard

Von der Nürnberger Tagung wird wiederum viel Positives berichtet. Allerdings spricht man hier erstmals offen darüber, dass es aufgrund der unterschiedlichen Interessenlagen schwierig ist, technisch orientierte Fachpresse und wirtschaftlich ausgerichtete Tagespresse zu einer gemeinsamen Veranstaltung einzuladen und dann auch noch auf ausführliche Berichterstattung zu hoffen. So stehen im Anschluss an die Pressekonferenz Artikel über die wirtschaftliche Situation der Kautschukindustrie im Vordergrund, die eigentlichen Anliegen der DKG gehen eher unter. Später fällt dann der Beschluss, bei Kautschuk-Tagungen auf diese Pressekonferenzen ganz zu verzichten. Nachdem sich nach dem Krieg ein lockerer Verbund von sechs Staaten in der International Rubber Conference Organization (IRCO) zusammengefunden hat, dessen Gremium, das International Rubber Conference Committee (IRCC), Land und Termin für die offiziellen Internationalen Kautschuktagungen festlegt und die IRCO mittlerweile zehn wichtige Länder umfasst, ist eine Mitgliedschaft

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der DKG in dieser geradezu zwingend. Die Deutsche Kautschuk-Gesellschaft stellt den Antrag auf Mitgliedschaft und wird problemlos in die International Rubber Conference Organisation (IRCO) aufgenommen. Vorstand und Vorstandsrat fassen 1980 den Beschluss, dass – um die Kontinuität zu wahren – der Geschäftsführer ständiges und nach Möglichkeit der jeweilige Vorsitzende der Gesellschaft Mitglied im IRCC sein soll.

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1980 wird ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Kautschukindustrie mit Bedeutung für die DKG aufgestellt. Doch vorerst einmal zur Erinnerung:

Erich-Konrad-Medaille der DKG 1980

Seit 1951 leitete Professor Dr. Walter Scheele bereits das Kautschukinstitut an der Technischen Universität Hannover. Im Laufe der Jahre zeigte sich, dass das Forschungsprogramm in gewisser Weise einseitig ausgerichtet war und den Anforderungen der Industrie nicht gerecht werden wollte. Ende September 1972 trat Prof. Scheele in den Ruhestand und damit war auch das Schicksal des Kautschukinstituts besiegelt. Niemand hatte vorerst Interesse daran, dieses Institut wieder zu beleben. Zwar wurde zwischenzeitlich versucht, die Voraussetzungen für ein neues Kautschukinstitut zu schaffen, doch die gutgemeinten Bestrebungen schlugen fehl. Erst als die Niedersächsische Landesregierung in ihrer Regierungserklärung die Notwendigkeit einer technologischen Stärkung der niedersächsischen Industrie sowie entsprechender Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten hervorhebt, ergreift die Niedersächsische Wirtschaftsministerin Birgit Breuel die Initiative und bietet für geeignete Vorhaben finanzielle Beteiligung des Landes Niedersachsen an. Einer der Vorschläge, bei der Landesregierung eingereicht von der Continental Gummiwerke AG, ist die Gründung eines Instituts für Kautschuktechnologie, des späteren Deutschen Instituts für Kautschuktechnologie (DIK), Hannover. Zur Vorbereitung und Gründung dieses Instituts ruft die Landesregierung einen Ausschuss ins Leben, in dem die DKG durch Werner Eule, den damaligen Vorsitzenden, und Geschäftsführer Klaus Bernhard vertreten ist.

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1981 – 1985 In den achtziger Jahren gehen von der DKG sehr viele Initiativen aus, um als Gesellschaft weiterhin erfolgreich die Interessen der Kautschukindustrie vertreten zu können. Ein wesentlicher Punkt ist die Entwicklung an den Hochschulen. Die DKG hat ein Interesse daran, dass an den Hochschulen das gelehrt wird, was den Anforderungen der Praxis entspricht. So bilden Vorstand und Vorstandsrat 1981 den Ausschuss für Ausbildungsfragen, der unter Leitung von Dr. Walther Küttner steht. Seine Aufgabe ist es, den Kontakt zu Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen zu halten. Insbesondere soll dieses Gremium die in Frage kommenden Institutionen bei der Aufstellung und Überarbeitung von Lehr- und Ausbildungsplänen sowie bei der Ausrüstung von Labors und Arbeitsplätzen beraten. Weiterhin soll sich der Ausschuss bemühen, Praktikumsplätze für Studierende bzw. Abschlussarbeiten zu vermitteln. Auch auf internationalem Parkett ist die DKG wieder gefordert. Die International Rubber Conference Organisation, in der die DKG seit 1980 Mitglied ist, erfährt unerwarteten Zuspruch von vielen Kautschuk-Gesellschaften aus aller Welt und sieht sich nun gezwungen, Ordnung in die Organisationsstruktur zu bringen. Insbesondere „wilde“ International Rubber Conferences, überwiegend nur kommerziell ausgerichtet, schaden dem hohen wissenschaftlichen Anspruch der Vortragsveranstaltungen, die von Mitgliedsorganisationen der International Rubber Conference Organisation (IRCO) ausgerichtet werden. So werden im März 1981 in Prag, im Rahmen einer International Rubber Conference, Gespräche über die Formulierung von Statuten für die International Rubber Conference Organisation aufgenommen, die sich wider Erwarten viele Jahre hinziehen und erst 1992 ihren vorübergehenden Abschluss finden sollten. Doch auch „zu Hause“ tut sich einiges. Der Gründungsausschuss zur Errichtung des Deutschen Instituts für Kautschuktechnologie hat seine Arbeit unter der Mitwirkung einer Reihe von DKG-Mitgliedern erfolgreich beendet. Und so konnte

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Gründung des Deutschen Instituts für Kautschuktechnologie e. V. in Hannover 1981

am 14. Dezember 1981 das Deutsche Institut für Kautschuktechnologie e. V. in Hannover unter Anwesenheit von Frau Ministerin Birgit Breuel in einem Festakt offiziell gegründet und 1984 – eingezogen in die Räume in der Eupener Straße – schließlich eingeweiht werden. Die Mitgliederversammlung des DIK beschließt, dass die DKG einen ständigen Sitz im DIK-Kuratorium erhält. In diese gewisse „Aufbruchstimmung“, die sich in der DKG und ihren Gremien breit macht, gehört auch, dass sich die DKG zu Beginn des Jahres 1983 ein neues eigenes Logo gibt, um den Aufmerksamkeitswert zu erhöhen. Es besteht in dieser Form bis Ende 1995. Doch über all diesen Aktivitäten darf die „Tagesarbeit“ nicht vernachlässigt werden. Immerhin steht für 1983 die erste Kautschuk-Tagung der achtziger Jahre ins Haus, die in Wiesbaden stattfinden wird. Die Tatsache, dass immer mehr

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kleinere und insbesondere mittlere Unternehmen ihre eigene Mischerei aufgeben, bzw. in neue Mischanlagen nicht mehr investieren, lässt neue Anbieter, so genannte Compounder, auf den Markt kommen. Die DKG passt sich diesem Trend an und sieht forthin in den Mischungsherstellern Rohstofflieferanten, die als Aussteller bei den Kautschuk-Tagungen zugelassen werden. Eine weitere Neuerung ist für die Deutsche KautschukTagung 1983 - dkt ‘83 noch zu verzeichnen. Zum ersten Mal wird in Deutschland zur Erweiterung des wissenschaftlichen Teils der Tagung eine Poster-Session in das Programm aufgenommen. Sie soll als Ergänzung der Industrie- und Hochschulvorträgen dienen. Obwohl Poster-Sessions vor allen Dingen in den USA schon gang und gäbe sind, stehen die deutschen Autoren dieser Präsentationsform anfangs sehr kritisch gegenüber. Erst im Laufe der nächsten Jahre soll sich die Erkenntnis durchsetzen, dass es sich hier um eine Form der Präsentation handelt, die weit mehr Raum für eine intensive Diskussion bietet als ein halbstündiger Vortrag vor einem Auditorium.

Kautschuk-Tagung 1983 in Wiesbaden, Vorsitzender Dipl.-Ing. Werner Eule (1980 bis 1983), stellvertretender Vorsitzender Dr. Dietrich Rosahl (Vorsitzender der DKG von 1983 bis 1985)

Und ein weiteres Novum findet sich bei der dkt ‘83 in Wiesbaden. Die Vortragstagung wird mit einer Podiumsdiskussion abgeschlossen. Das Thema ist „Ausbildung zwischen Wunsch und Wirklichkeit“, der Moderator H. J. Bersch, Wissenschaftsredakteurs des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF). Die Kautschuk-Tagungen der DKG standen stets im Schatten der „K“, der Kunststoffund Kautschuk-Messen in Düsseldorf und so hatte die DKG immer darauf zu achten, dass sich beide Veranstaltungen terminlich nicht ins Gehege kommen. Der vierjährige K-Rhythmus und der dreijährige DKG-Rhythmus führten nur alle vier DKGTagungen, also alle 12 Jahre, zur Kollision. Als allerdings die K-Messe in der ersten Hälfte der achtziger Jahre ihren Veranstaltungsrhythmus von vier auf drei Jahre verkürzt, stellt sich für die DKG das Problem, dass K-Messe und DKG-Tagung in Zukunft immer im gleichen Jahr stattfinden werden.

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Um eine solche Dauerkollision mit den K-Messen in Düsseldorf zu vermeiden, wird mit der Internationalen Kautschuk-Tagung 1985, der ikt ‘85, der seit 1965 bestehende 3-Jahres-Rhythmus der Kautschuk-Tagungen in Deutschland einmalig unterbrochen.

Ernennungsurkunde für Dr. Heinz Gröne zum Ehrenvorsitzenden

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Entsprechend musste auch die Mitgliederversammlung der DKG um ein Jahr vorgezogen werden. Um den Vorschriften der Satzung, die eigentlich eine dreijährige Amtszeit von Vorstand und Vorstandsrat vorsieht, zu genügen, treten die Mitglieder dieser beiden Gremien geschlossen zurück und ebnen so den Weg für Neuwahlen im Rahmen der Außerordentlichen Mitgliederversammlung 1985. Seitdem finden Kautschuk-Tagungen immer im Jahr vor der „K“ statt. Veranstaltungsort für die Kautschuk-Tagung 1985 soll das neu erbaute Kongresszentrum auf dem Stuttgarter Killesberg sein. Nach zähen Verhandlungen mit dem International Rubber Conference Committee gelingt es, für diese Tagung den Titel “International” zu erhalten.

Verleihungsurkunde der Ehrenmitgliedschaft an Dipl.-Kfm. Klaus Bernhard, Geschäftsführer der DKG von 1968 bis 1981

Das International Rubber Conference Committee allerdings will 1985 nicht in Stuttgart tagen, sondern gibt Moskau den Vorzug, offizielle International Rubber Conference (IRC) zu sein. In Deutschland findet nur eine „recognized“ International Rubber Conference, eine so genannte RubberCon statt. Bei allen Bemühungen, auch der Internationalen Kautschuk-Tagung – ikt ‘85 – in Stuttgart insgesamt und nicht nur wissenschaftlich ein sehr hohes Niveau zu geben, zeigt der Blick auf die IRC ‘85 in Moskau für die DKG quantitativ Unerreichbares: 275 Vorträge, ein Chemieminister als Schirmherr und dann ein überschwängliches Rahmenprogramm – da kann und will die DKG nicht mithalten. Trotzdem kann sich die Tagung in Stuttgart sehen lassen: • Als Festredner kann die DKG Francois Michelin präsentieren. Es ist sein zweites öffentliches Auftreten außerhalb Frankreichs. • Insgesamt gibt es 85 Vortragsanmeldungen, von 16 Hochschulen sagen 13 einen Beitrag zu. • Erstmals verzichtet man auf einen getrennten „Hochschultag“ und gliedert

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die Beiträge der Hochschulen in das Vortragsprogramm ein, um eine engere Verzahnung zwischen Hochschule und Industrie zu erreichen. Die Hochschul-Referenten waren im Vorfeld darauf hingewiesen worden, dass etwa ein Drittel des Beitrags dazu zu verwenden sei, dem Auditorium den Bezug zur Praxis der Kautschukindustrie aufzuzeigen. • 109 Aussteller, davon 43 aus dem Ausland. Und die Themen locken weiterhin Interessierte aus Nah und Fern an: Leistungsgrenzen von Elastomeren, Qualität und Qualitätssicherung von Gummiteilen (ein Thema, das in der Folge noch eine ungeheuere Bedeutung für die Kautschukindustrie erlangen sollte), Elastomere und Kautschuk-Chemikalien, um nur einige zu nennen.

Festredner Francois Michelin, Kautschuk-Tagung 1985 in Stuttgart

Am Ende der Tagung steht wiederum eine Podiumsdiskussion, auch diesmal unter der Leitung von H. J. Bersch, ZDF. Das Thema: „Forschung und Forschungsförderung“. Prof. Dr. Rudolf Casper, Bayer AG, hat die Ergebnisse dieser Gesprächsrunde zusammengefasst. Zusammen mit den Forschungsthemenlisten von Prof. Dr. Hans W. Schnecko sowie Dr. Heinz-Günter Drössler und Dr. Nikolaus Schön bilden sie den Grundstock für den Forschungsthemenkatalog der DKG. Damit wird erstmals in Form einer Prioritätenliste eine Darstellung von Forschungsthemen in der Kautschukindustrie vorgelegt. Vorrangig zu fördernde Forschungsthemen sind Kautschuk-Netzwerke, Wechselwirkung Kautschuk/Füllstoff und Polymerverträglichkeit, Grenzflächenkräfte, Gummi-Metall-Haftung, Rheologie, Fertigungstechniken, Verarbeitungsverhalten, Nebenprodukte der Vulkanisation, nämlich die Nitrosamine. Dieser Forschungsthemen-Katalog, der allen Hochschulen zur Verfügung gestellt wird, dokumentiert auch den Stellenwert, den die DKG einer an den

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tatsächlichen Erfordernissen orientierten Forschung an den Hochschulen beimisst. Es ist unübersehbar, dass die Intensivierung von Forschung und Forschungsförderung für die DKG eine der Herausforderungen dieser Zeit ist und auch in Zukunft bleiben wird.

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Die Mitte der achtziger Jahre bringt noch eine weitere Neuerung: Die Mitglieder der DKG sollen in Zukunft zweimal im Jahr ein Mitgliederrundschreiben erhalten, in dem über besondere Ereignisse in der DKG, geplante Veranstaltungen, Veränderungen in den Gremien - kurz: über alles, was die Mitglieder interessieren könnte, berichtet wird. Auf wissenschaftlicher Ebene bestehen schon seit vielen Jahren enge Beziehungen insbesondere mit den auf dem Gebiet der Verstärkung tätigen Forschern in Frankreich. Der Gedanke einer gemeinsamen Tagung kommt auf und wird, wenn auch mit manchen Anlaufschwierigkeiten, in die Praxis umgesetzt. Im November 1985 findet in Obernai, Elsass, das erste Deutsch-Französische Kautschuk-Symposium statt. Themen der Tagung sind: Normen, Polymerisation und Eigenschaften, Prüfmethoden, Verstärkung, wirtschaftliche und technische Entwicklungen. Obwohl die Sprachbarriere nicht unerheblich ist, bleibt der Erfolg dieser Tagung mit ihren 219 Teilnehmern unbestritten, so dass umgehend eine Neuauflage, diesmal in Deutschland, verabredet wird.

1986 – 1990 Die Ergebnisse der Podiumsdiskussion der ikt ’85 zum Thema „Forschung und Forschungsförderung“ beschäftigen die DKG weiterhin: Zwar ist die Bedeutung von F+E als Zukunftssicherung der Kautschukindustrie erkannt und sind die wichtigsten Forschungsthemen herausgearbeitet, doch stellen sich zwei Probleme: zum einen ist man derMeinung, dass an den Universitäten ein erhebliches Defizit an praxisorientierter Grundlagenforschung besteht und zum anderen reichen die verfügbaren Forschungsförderungsmittel der DKG nicht aus, um anstehende Fragestellungen beforschen zu lassen.

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Das erste Problem versucht die DKG dadurch zu lösen, dass sie 1986 zum ersten DKG-Hochschullehrer-Dialog einlädt, mit dem Ziel, die Hochschulprofessoren über die Wünsche der DKG und damit der Praxis in Bezug auf Forschungsthemen direkt zu informieren, noch nicht beforschte Themenschwerpunkte der Praxis darzustellen und den Hochschullehrern Gelegenheit zu geben, Industrievertretern ihre eigene Forschungsarbeit nahe zu bringen. Insgesamt findet sich hierin ein guter Ansatz, Industrie und Hochschule einander näher zu bringen, um im gemeinsamen Dialog zu effizienteren Ergebnissen zu kommen, die der Kautschukindustrie Nutzen bringen. Das Problem der schwachen Finanzausstattung der Forschungsförderung soll dadurch gelöst werden, dass man die Vergabe von Fördermitteln auf Dissertationen beschränkt und Diplomarbeiten von der Förderung ausschließt. Neben diesem Ziel hat die DKG durchgängig das Bestreben, den Mitgliedern attraktive Angebote zu machen. Einen geeigneten Anlass hierzu stellt das 60-jährige Bestehen der Vereinigung im Jahr 1986 dar. Weil am Ort der Gründung der DKG, in Düsseldorf, keine Hotelkapazität zur Verfügung steht, weicht man nach Celle aus. Dort begeht man das Jubiläum vom 24. bis 26. September im Rahmen einer „Kleinen Kautschuk-Tagung“ mit dem Vortragsschwerpunkt “Qualitätssicherung”. Damit greift die DKG ein Thema auf, das die Abnehmer zunehmend zur Diskussion stellen und auf das Zulieferer wie Kautschukverarbeiter sehr sensibel reagieren. Der gute Zulauf von über 400 Teilnehmern zeigt, dass die DKG mit dieser Themenwahl am Puls der Zeit ist.

Vorsitzender Dipl.-Ing. Wolfhard Pflug (1985 bis 1988), Qualitätssicherungs-Tagung in Celle aus Anlass des 60jährigen Bestehens der DKG

Auf die kleine folgt 1988 wieder eine große Deutsche Kautschuk-Tagung, die dkt ‘88, die nach acht Jahren wieder einmal in Nürnberg stattfindet. 2.800 Tagungsteilnehmer aus 25 Ländern, davon 1.250, die sich die Vorträge anhören und zusätzlich die angeschlossene Fachausstellung besuchen, brin-

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Die Verdienstplakette der DKG für Prof. Dr. Hans W. Schnecko, Dr. HeinzGünter Drössler (v. l.)

Vorsitzender Dipl.-Ing. Wolfhard Pflug, Dr. Leonard Mullins (Carl-Dietrich-HarriesMedaille), Prof. Dr. Georg Menges (Erich- KonradMedaille), Geschäftsführer Dipl.-Volksw. Fritz Katzensteiner (v. l.)

gen, obwohl es sich nur um eine nationale Veranstaltung handelt, einen neuen Teilnehmerrekord. Das mag an den Themen liegen, die im Mittelpunkt stehen: Neues vom Reifen, Entwicklungstrends bei technischen Elastomer-Erzeugnissen, Maschinen und wirtschaftliche Fertigung, Qualimetrie, Messwertverteilung und statistische Verfahrensanwendungen, Gummielastizität. Alles Themen, die nicht nur von den Forschern bearbeitet werden, sondern auch den Praktiker interessieren. 161 Aussteller auf mehr als 8.000 qm stellen ebenfalls eine Rekordbeteiligung dar.

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Mitte der achtziger Jahre setzt sich immer mehr die Erkenntnis durch, dass „Europa kommt”. Als moderne und schon immer weltoffene Gesellschaft setzt die DKG auch hier Akzente: • Um die enge Anbindung an die Kautschukwirtschaft in Österreich zu unterstreichen, führt die Bezirksgruppe Süd- und Südwestdeutschland ihre Tagung 1987 in Wien durch. • Das 2. Deutsch-Französische Kautschuk-Symposium folgt im September 1989 in Freiburg, Breisgau. Im Mittelpunkt steht die Frage: „Müssen wir unsere Prüfphilosophie ändern?“ Dieser allgemeine Titel umschließt das große Umfeld des Bereichs Prüfungen, sowohl im Materialsektor als auch an Fertigteilen und Fragen der Produkthaftung. Gegenüber dem ersten Treffen sind die Kontakte wesentlich enger geworden, und man ist sich einig, in lockerer Reihe diese gemeinsamen Veranstaltungen weiterzuführen. • Im April 1990 schließt sich die Deutsch-Benelux-Tagung der Bezirksgruppe Rheinland-Westfalen in Maastricht an. • Anfang September 1990 folgte die Deutsch-Dänische Tagung der Bezirksgruppe Hamburg-Schleswig-Holstein in Flensburg. Was liegt näher, als in einem Grenzgebiet auch über Grenzthemen zu diskutieren: Grenzgebiete der Elastomere und Grenzgebiete für die Konstruktion mit Gummi. Eine Besonderheit unter den Tagungen der DKG und ihrer Bezirksgruppen soll eine für 1989 geplante gemeinsame Veranstaltung mit den Kolleginnen und Kollegen

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aus der Deutschen Demokratischen Republik werden. Der Gedanke einer Deutsch-Deutschen Tagung der Bezirksgruppe Niedersachsen fügte sich hervorragend in den internationalen Kontext ein. Doch die politische Entwicklung macht eine solche Veranstaltung vorerst unmöglich. Aber die Gespräche werden schon am 2. März 1990 in Ostberlin fortgesetzt. Nach eingehender Diskussion kommt man überein, dass die Gründung einer eigenständigen Kautschuk-Gesellschaft in den neuen Bundesländern wohl weniger Nutzen für die Mitglieder bringen würde als die Eingliederung in die bereits etablierte DKG. Und so erfolgt am 30. März 1990 die Gründung der Bezirksgruppe Ost in Leipzig. Am 17. Oktober 1990 startet die eigentliche Arbeit der Bezirksgruppe mit der Gründungstagung bei BUNA in Schkopau. Der Beginn ist erfreulich und vielversprechend. Innerhalb von zwei Monaten zählt die Bezirksgruppe Ost 70 Mitglieder. Aus der ersten „Fachtagung“, die aus Anlass des sechzigjährigen Bestehens der DKG 1986 veranstaltet worden war, soll sich eine Veranstaltungsreihe entwickeln. So folgt am 19. und 20. September 1990 in Bad Homburg die zweite, mit dem Titel: „Die Kautschukindustrie: Entwickler und Systemlieferant“. Ziel ist es, die Automobilindustrie als größten Abnehmer der Kautschukbranche direkt anzusprechen und ihr nachdrücklich aufzuzeigen, welches Potenzial in der Kautschukindustrie zur Verfügung steht. Aber auch Vertretern der Automobilindustrie wird Gelegenheit gegeben, ihre Vorstellungen von einer guten und engen partnerschaftlichen Zusammenarbeit darzustellen und zu präzisieren. Mit dieser Art „Fachtagungen“, die, ohne Rahmenprogramm, speziell Abnehmerbranchen, Produktgruppen oder Anwendungsmöglichkeiten in den Mittelpunkt stellen, hat die DKG eine neue bedarfsgerechte Tagungsrichtung gefunden. Zum Ende der achtziger Jahre, im September 1990, steht eine Außerordentliche Mitgliederversammlung an. Im wesentlichen geht es nur um einen Tagesordnungspunkt: Der Jahresbeitrag für persönliche Mitglieder soll von 25.- auf 100.DM und der für nicht mehr berufstätige Personen und Studenten von 5.- auf 15.DM angehoben werden. Die Anhebung der Mitgliedsbeiträge, für Firmen je nach

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Umsatz von 700.- auf 1.000.-, von 1.000.- auf 2.000.-, von 1.500.- auf 3.000.- und von 2.000.- auf 4.000.- DM. Die Beiträge waren für persönliche Mitglieder seit 1978 und für Firmen seit 1981 stabil gewesen.

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Was sind die Hintergründe, die zu einer so deutlichen Anhebung der Beitragszahlungen für die Mitglieder führen? • Die Anzahl der persönlichen Mitglieder hat sich im Verlauf der achtziger Jahre von unter 900 auf 1.600, die der Firmenmitglieder von 99 auf 134 erhöht. Entsprechend stieg und steigt auch der Verwaltungsaufwand und damit verbundene Folgekosten. Entstehende Fehlbeträge werden, allerdings zu Lasten der Ausgaben für die Forschungsförderung, aus Überschüssen der Kautschuk-Tagungen und aus Firmenspenden gedeckt. Dies aber sind Finanzmittel, deren Höhe sehr stark konjunkturabhängig ist und damit der DKG keine Planungssicherheit geben. • In den zurückliegenden Jahren war es gelungen, die Forschungsförderung an den Universitäten, deren Ergebnisse vorrangig den Mitgliedern zugute kommen, von einer eher sporadischen in eine längerfristige Förderung zu wandeln. Um diesen erfreulichen Zustand erhalten zu können, sind mehr Finanzmittel erforderlich. • Als Gründungsmitglied des Deutschen Instituts für Kautschuktechnologie e. V. (DIK), Hannover, mit ständigem Sitz im Kuratorium und stellvertretendem Kuratoriumsvorsitz, trägt die DKG eine erhebliche – auch finanzielle – Verantwortung für das DIK. Die vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Technologie und Verkehr angekündigte Streichung der Zuschüsse an das DIK kann nur durch mehr finanzielles Engagement der beteiligten Verbände und damit auch der DKG verhindert, verzögert oder eingeschränkt werden. • Die Geschäftsführung der DKG kann trotz der 1990 erfolgten Installation eines EDV-Terminals bei allen laufenden Aufgaben nicht mehr als reine Nebentätigkeit ausgeübt werden und erfordert damit einen höheren Personalkostenaufwand. • Die anstehenden Aufgaben, nämlich Ausweitung des Aus- und Fortbildungsangebots der DKG, rasche Eingliederung der Bezirksgruppe Ost, auch über reduzierte Mitgliedsbeiträge, Ausbau der Kontakte zu den Kautschuk-Gesellschaften anderer europäischer Länder, gemeinsame Veranstaltungen mit diesen – all das verursacht Kosten, die mit dem bisherigen Mitgliederbeitragsaufkommen nicht zu decken sind.

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Die Ankündigung der Beitragserhöhung führt schon im Vorfeld zu einer Reihe von Kündigungen der Mitgliedschaft, doch nach eingehender Diskussion der Sachverhalte wird die Beitragserhöhung mit 62 Stimmen bei 24 Gegenstimmen und 2 Enthaltungen angenommen. Immer das Ohr am Markt zu haben, ist eine wesentliche Aufgabe der DKG. Nur so kann sie schnell auf Veränderungen reagieren. So auch, als die K-Messe in Düsseldorf die Verarbeiter von Kunststoff und Kautschuk wegen Platzmangels, zurückzuführen auf eine hohe Nachfrage nach Ausstellungsfläche durch Maschinenlieferanten, von der „K“ ausschließen will. Die DKG stellt Überlegungen an, den Elastomerverarbeitern, die nun keine „Messe-Heimat“ mehr haben sollten, anzubieten, sich an der Ausstellung im Rahmen der International Rubber Conference – ikt ‘91 in Essen zu beteiligen. Man verspricht sich davon eine Erhöhung der Attraktivität der Kautschuk-Tagung für die Abnehmerbereiche der Kautschukindustrie, denn bisher kamen die Tagungsteilnehmer überwiegend aus dem Bereich der Zulieferunternehmen der Hersteller von Elastomer-Produkten, bzw. von den Kautschukverarbeitern selbst. Man verwirft die Idee aber nach der Fachtagung 1990 in Bad Homburg, da man der Auffassung ist, dass es nach dieser erfolgreichen Veranstaltung, vollkommen fokussiert auf die Automobilindustrie und über 300 Teilnehmer zählend, nicht gelingen wird, Vertreter der Abnehmer in großer Zahl nach Essen zur ikt ‘91 locken zu können. Eine Ausstellungsbeteiligung wäre für die kautschukverarbeitenden Unternehmen weder sinnvoll noch nutzbringend.

Gerd Silber-Bonz, Vorsitzender des Wirtschaftsverbandes der deutschen Kautschukindustrie e. V. (w.d.k.), Annette Jäger, Oberbürgermeisterin der Stadt Essen, Hartmut Krebs, Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalen, Vorsitzender Dr. Siegfried Wolff (1988 bis 1991) (v. l.)

Letztendlich beruhigt sich die Lage in Düsseldorf wieder. Die Kautschukverarbeiter bleiben bei der „K-Messe“, „Heimatlose“ gibt es also nicht.

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Verleihung der Verdienstplakette der DKG an Dr. Franz Sommer

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Die in 1990 beschlossene und ab 1991 wirksame Beitragserhöhung bleibt nicht ohne Folgen für die Mitgliederzahl. Auch die gesamtwirtschaftliche Lage hinterlässt hier ihre Spuren. Es kommt zu einer Reihe von Firmenkündigungen, die auf Unternehmensfusionen und Übernahmen oder die wirtschaftliche Situation des Mitgliedsunternehmens zurückzuführen sind. Die Folge sind Freisetzung von Mitarbeitern in welcher Form auch immer, und die Konsequenz ist in einer Reihe von Fällen die Kündigung der persönlichen DKG-Mitgliedschaft. Zudem gelingt es der DKG zu diesem Zeitpunkt nicht, in ausreichendem Maße junge Menschen als Mitglieder an sie heranzuführen. Der Rückgang der Zahl der Mitglieder, der 1991 begonnen hatte, setzt sich mit abnehmender Tendenz bis 1996 fort. Danach allerdings stabilisiert sich die Mitgliederzahl wieder. Zum einen bessert sich die wirtschaftliche Lage, zum anderen zeigt das erweiterte Leistungsangebot der DKG seine Wirkung. Was hat die DKG getan? • Intensivierung der Kontaktaufnahme mit Nichtmitgliedern auf Tagungen • Streichung der Aufnahmegebühr für neue Mitglieder • Schnuppermitgliedschaft zum halben Beitrag • Einjähriger kostenloser Bezug von KGK und GAK • Kostenloses zweitägiges Seminar für Berufseinsteiger • DKG-InfoNews – eine knapp gehaltene Mitgliederinformationsschrift • DKG-JobBörse als private Arbeitsvermittlung • Neues DKG-Logo, das die neue Dynamik der Vereinigung zum Ausdruck bringt • Eine DKG-Homepage im Internet. Trotz der sichtbaren Erfolge ist allen Beteiligten eines klar: Mitgliederwerbung – in welcher Form auch immer – ist eine „Never Ending Story“ für die DKG. • Nach jeder Tagung werden diejenigen Teilnehmer, Firmen oder Privatpersonen, die noch nicht Mitglied der DKG sind, angeschrieben und auf die Möglichkeit einer Mitgliedschaft in der DGK hingewiesen. • Den Teilnehmern am Educational Symposium der Deutschen Kautschuk-Tagung 2000, der DKT 2000, wird eine einjährige kostenlose Mitgliedschaft angeboten.

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• Vertreter der Mitgliedsfirmen werden gebeten, neue Mitarbeiter intensiv auf die Möglichkeit einer Mitgliedschaft in der DKG hinzuweisen. • Von der DKG geförderte Professoren werden gebeten, unter den Studenten für die DKG zu werben. • Die Bezirksgruppen informieren bei ihren Tagungen mit Overhead-Charts über die DKG. • Für die Teilnahme an Halbtages- und Tagesveranstaltungen der Bezirksgruppen werden Teilnahmezertifikate ausgestellt. Ein Reihe von Maßnahmen, die zwar nicht sofort, aber langfristig zum Erfolg führen werden. Zunehmende Verlagerungen der Unternehmen ins Ausland, anhaltende Rationalisierungsmaßnahmen in den Betrieben, Fusionen, Übernahmen und Stilllegungen von Firmen, sowie rückläufige Studentenzahlen in den naturund ingenieurwissenschaftlichen Disziplinen – das sind die Fakten, die es trotz aller Anstrengungen sehr schwer machen, den Mitgliederbestand auszuweiten. Dennoch hat die DKG 2001 so viele persönliche Mitglieder wie schon seit 1996 nicht mehr. Die Schwerpunkte der letzten 10 Jahre des vergangenen Jahrhunderts sind zum Teil Folge der bereits in den davorliegenden Jahren initiierten Aktivitäten, zum Teil ergeben sie sich aus den Anforderungen, die an die DKG von außen herangetragen werden, und letztlich sind sie die Umsetzung von Anforderungen der DKG an sich selbst. Sie hat den Anspruch, eine moderne Gesellschaft zu sein und will es auch zu bleiben. Im wesentlichen handelt es sich um die Kernbereiche Mitgliederwerbung, Forschungsförderung, Aus- und Weiterbildung, Tagungen und Ausstellungen und Förderung der Bezirksgruppenarbeit. Was die Tagungen und Ausstellungen betrifft, gilt es, das jetzt erreichte Niveau der großen Veranstaltungen zu halten und womöglich noch zu verbessern. Das scheint sich im Rückblick erfüllt zu haben. Bereits im Juni 1991 findet die Internationale Kautschuk-Tagung 1991 – ikt ‘91 auf dem Messegelände in Essen statt. Mit ihr wird ein neuer Rekord aufgestellt: mehr als 3.100 Tagungsteilnehmer aus über 30 Ländern, 2.000 Besucher der Fachausstellung, die sich mit 170 Ausstellern auf rd. 10.000 qm Fläche präsentiert.

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Dr. Hugo Vernaleken, Stellvertretender Vorsitzender 1994 bis 1997, Prof. Dr. Rudolf Casper, Vorsitzender 1997 bis 2000, Dr. Manfred Grothe, Vorsitzender 1991 bis 1994, Prof. Dr. Ullrich Masberg, Vorsitzender seit 2000, Dr. Burkhard Meister, Vorsitzender 1994 bis 1997 (v. l.)

1.100 Kongressteilnehmer können unter 52 Fachvorträgen und 46 Postern wählen. So groß war das Angebot bisher noch nie. Es reicht von Ökologie und Recycling über Technische Anforderungen der Endabnehmer an Elastomer-Produkte, Erfolge der Qualitätssicherung bis hin zu Zukunftstrends bei technischen und sonstigen Elastomer-Erzeugnissen. Ergänzt wird das Programm wie immer durch die „traditionellen“ Bereiche: Elastomere, Füllstoffe, Festigkeitsträger und Kautschukchemikalien. Die Eingliederung der Hochschulbeiträge in das Gesamtprogramm hat neben anderen positiven Auswirkungen auch zu vermehrten und verbesserten Kontakten zwischen Industrie und Hochschule geführt. Die dkt ‘94 in Stuttgart ist die 29. Veranstaltung der DKG dieser Art. Trotz des wirtschaftlich schwierigen Umfelds sind 2.250 Besucher zu verzeichnen, denen 54 Vorträge und 28 Posterbeiträge auf der einen und 149 Aussteller auf 9.000 qm Ausstellungsfläche auf der anderen Seite geboten werden.

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Die nächste Kautschuk-Tagung schmückt sich turnusmäßig wieder mit dem Begriff International. Sie findet im Juli 1997 in Nürnberg statt. Nürnberg soll auch für zukünftige Kautschuk-Tagungen Veranstaltungsort bleiben, gibt es doch kein anderes Messe- und Kongresszentrum auf deutschem Boden, das die Bedingungen für eine Tagung solchen Formats so optimal erfüllt. War schon bei den vergangenen Kautschuk-Tagungen ein deutlicher Aufwärtstrend hinsichtlich ausländischer Besucher zu sehen, auch oder gerade wenn es sich nur um eine „dkt“, also um eine „nationale“ Tagung handelte, so steigt die Teilnehmerzahl, verglichen mit der Stuttgarter Tagung, um 11,8 % und der Anteil ausländischer Besucher um stolze 31 %. Die letzte Tagung im Berichtszeitraum ist die Deutsche Kautschuk-Tagung 2000 – DKT 2000 – vom 4. bis 7. September 2000, die wiederum in Nürnberg stattfindet. Zum ersten Mal erhalten die Tagungsteilnehmer zusätzlich zur gedruckten Version der Kurzfassungen der Vorträge diese auch auf CD-ROM. Ein Angebot, das von vielen Seiten gerne angenommen wird, zumal über eine integrierte VolltextSuche das Auffinden von Informationen wesentlich erleichtert wird. Und eine weitere Neuerung findet sich bei der DKT 2000. Unter dem Titel „Kunst trifft Kautschuk“ wird das Tagungsprogramm durch eine kleine Ausstellung der Künstlerin Eva Ohlow ergänzt, die in sehr ansprechender Weise darstellt, dass Gummi nicht immer nur schwarz und technisch sein muss. Dem Titel nach ist die DKT 2000 zwar eine deutsche Tagung und doch hat sie wieder internationales Format. Von den knapp 900 Teilnehmern an der Vortragstagung und am Educational Symposium kommen 25 % aus dem Ausland. Von 170 ausstellenden Firmen hatten 59 ihren Firmensitz nicht in Deutschland. Insgesamt fast 3.000 Besucher der DKT 2000 sind ein stolzes Ergebnis. Dennoch lässt sich nicht übersehen, dass die Zahl der Teilnehmer an den Vorträgen tendenziell rückläufig ist. Dass ein insgesamt gutes Ergebnis erzielt wird, liegt zum einen an der Attraktivität der begleitenden Fachausstellung und zum anderen am Educational Symposium, das gegenüber 1997 eine Zunahme der Teilnehmer um mehr als 140 % zu verzeichnen hat.

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Doch das zeigt auch, wohin die Reise geht. Die Tatsache, dass es in der Kautschukindustrie nur noch bedingt „revolutionäre“ Neuerungen gibt, und wenn, diese dann nicht gleich der Öffentlichkeit vorgestellt werden, führt dazu, dass der Zulauf zu den rein wissenschaftlichen Vorträgen nachlässt. Viel interessanter sind für die Nachwuchskräfte Weiterbildungsmöglichkeiten, die sich mit den täglichen betrieblichen Problemen befassen. Hier findet die DKG mit den Educational Symposia die richtige Antwort.

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Ähnliches gilt auch für die Fachtagungen der DKG. Auch hier hat sich ein sichtbarer Wandel vollzogen. Waren sie ehedem Präsentationen neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse und technischer Weiterentwicklungen, so wenden sie sich jetzt zunehmend und nachdrücklich der Weiterbildung zu und versuchen jungen Berufseinsteigern zu vermitteln, dass Kautschuk nicht nur ein klebriger, sondern ein ebenso attraktiver und zukunftsträchtiger und darüber hinaus unverzichtbarer Werkstoff ist. Die Fachtagungen 1986 in Celle zum Thema „Qualitätssicherung“ und 1990 in Bad Homburg mit Ausrichtung auf die Automobilindustrie hatten positive Resonanz gefunden und stehen am Beginn einer Reihe weiterer Fachtagungen, die im Wechsel mit den Kautschuk-Tagungen abgehalten und wegen der guten Erreichbarkeit allesamt in Fulda stattfinden: 1992: Die Kautschukindustrie: Partner bei der Lösung fördertechnischer Aufgaben 1993: Die Kautschukindustrie: High-Tech in elastomeren Dichtsystemen 1995: Die Kautschukindustrie: Der Reifen im Spannungsfeld zwischen Ökologie und Ökonomie 1996: Die Kautschukindustrie: Flexible Kraftübertragung – Systeme, Technologien, Trends 1998: Die Kautschukindustrie: Partner für innovative Technologien. Vom Schlauch zum System 1999: Die Kautschukindustrie: Garant für Komfort löst vibrakustische Aufgaben Bezogen auf zum Teil recht enge Zielgruppen stellen Teilnehmerzahlen zwischen 120 und 200 durchaus einen Erfolg dar und bestätigen den Sinn dieser Veranstaltungsreihe und deren Fortsetzung.

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Aber auch die Kooperationen mit den anderen europäischen Kautschukgesellschaften finden ihre Fortsetzung. So verlegt die Bezirksgruppe Süd- und Südwestdeutschland im September 1991 ihre Tagung unter dem Motto „Gummi, ein High-Tech-Werkstoff mit Zukunft“ nach Luzern, und das 3. Deutsch-Französische Kautschuk-Symposium findet am 1. und 2. Oktober 1993 in Mulhouse statt. Im April 1995 veranstaltet die Bezirksgruppe Rheinland-Westfalen zusammen mit der niederländischen Vereinigung van Kunststof- en Rubber Technologien (VKRT) in Maastricht eine Zusammenkunft unter dem Titel „Keine Angst vor Innovationen“ und im November des darauf folgenden Jahres wird in Trier ein viertes Deutsch-Französisches Kautschuk-Symposium abgehalten. Eine weitere gemeinsame Veranstaltung der beiden Kautschuk-Gesellschaften ist für 2002 in Strassburg geplant. Und ein weiteres Mal geht die DKG mit der Entwicklung des Umfeldes einher. Die Verlagerung einer Reihe von Produktionen der deutschen Kautschukindustrie nach Osteuropa lässt die DKG den Blick den Donauländern zuwenden. So hat das von der DKG gemeinsam mit den Kollegen in Österreich veranstaltete erste Kautschuk-Symposium der Donauländer Ende April 1999 in Wien den Wunsch der osteuropäischen Kautschuk-Gesellschaften geweckt, diese Veranstaltung als Reihe „Kautschuk-Symposien der Donauländer“ fortzuführen. Ein überragender Erfolg ist mit knapp 200 Teilnehmern aus 16 Ländern, die allerdings nicht alle an der Donau liegen, das Donauländer-Symposium Ende April 2001 in Budapest. Dabei vernachlässigt die DKG aber keinesfalls ihren Heimmarkt, denn das Tagungsangebot der DKG wird seit 1994 durch die vom Deutschen Institut für Kautschuktechnologie unter Einbeziehung der DKG veranstalteten vielfältigen Workshops ergänzt. Hier wird in mehr als 25 Veranstaltungen das gesamte technische Spektrum der Kautschukverarbeitung abgedeckt. Eine der Maßnahmen, um die Attraktivität der DKG zu erhöhen und weitere Leistungen anzubieten, stellen die DKG-Berufseinsteiger-Seminare dar. Diese für DKG-Mitglieder kostenlosen zweitägigen Veranstaltungen vermitteln Grundlagen der Materialkenntnisse, Verfahrenstechnik und Produktanwendung. Das erste der DKG-Seminare dieser Art findet im Februar 1997 am Deutschen

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Teilnehmer eines DKG-BerufseinsteigerSeminars

Institut für Kautschuktechnologie (DIK) statt. Aufgrund der großen Nachfrage werden im April 1998 zwei weitere Seminare durchgeführt. Damit scheint die Nachfrage aufs erste befriedigt. Doch bereits im Frühjahr 2001 schließen sich aufgrund hoher Nachfrage aus der Industrie zwei weitere gut besuchte Veranstaltungen an. Auch hier ist die DKG auf dem besten Weg, eine internationale Vereinigung zu werden. Bei diesen beiden DKG-Berufseinsteiger-Seminaren des Jahres 2001 sind von vierzig Teilnehmern neun ausländischer Herkunft. Wir zählten eine Irin, eine Französin, eine Russin, einen Franzosen, einen Holländer, zwei Schweizer und zwei Türken. Und alle sind Mitglieder der DKG. Die Tatsache, dass nur DKG-Mitglieder an diesen Seminaren teilnehmen können, bringt der DKG fast sechzig neue Mitglieder. Interessant für die Teilnehmer an den Berufseinsteiger-Seminaren sind nicht nur die Vorträge, die einen ausgezeichneten Überblick über das weite Spektrum der Kautschukindustrie geben. Im Technikum des Deutschen Instituts für Kautschuk-

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technologie (DIK) wird die Arbeitsweise von Extruder, Kalander, Innenmischer und Walzwerk in der Praxis demonstriert. Den Abschluss dieser Veranstaltungen bildet jeweils die Besichtigung der Reifenfertigung der Continental AG. Eine weitere Veranstaltungsreihe stellen die Hochschulpräsentations-Tage dar. Sie stehen vor dem Hintergrund, festzustellen, ob die für die Forschung eingesetzten Gelder der Deutschen Kautschuk-Gesellschaft einer sinnvollen Verwendung zugeführt werden. Eine erste Antwort auf diese Frage gibt der Hochschulpräsentations-Tag im März 1993 in Fulda, auf dem die Bearbeiter von 14 von der DKG geförderten Projekten ihre Arbeit vorstellen, gleichzeitig aber auch die Chance erhalten, sich in ihren Präsentationstechniken zu überprüfen und ggf. zu verbessern. Mit 145 Tagungsteilnehmern übersteigt die Resonanz die Erwartungen bei weitem, zeigt aber auch, wie groß das Interesse der Mitglieder sowohl am Sinn und Zweck als auch am Ergebnis der Mittelvergabe ist. Deshalb beschließt man, diese Präsentationen im 3-Jahres-Turnus zu wiederholen. Sie finden jeweils im Frühjahr 1996 und 1999 statt. Ende der 90-er Jahre stellt sich der Industrie und damit auch der DKG ein neues Problem: Im Zuge des gesellschaftlichen Wandels ist es nicht mehr interessant, so genannte „harte“ Fächer zu studieren. Für diejenigen, die sich doch dazu entschlossen haben, macht die Deutsche Kautschuk-Gesellschaft einige Angebote: • Sie bietet den Hochschulen und ihren Studenten Exkursionen zu Zuliefer- und Verarbeitungsunternehmen an. • Sie vermittelt Praktikantenplätze. • Sie weist Firmen nach, die Diplomarbeiten vergeben wollen. • Sie ermittelt den Arbeitskräftebedarf der Kautschukindustrie und informiert die Hochschulen darüber. • Sie bietet Vorträge vor Studenten über die Kautschukindustrie, deren wirtschaftliche Bedeutung und ihre Produkte, über Verdienst- und Aufstiegsmöglichkeiten an.

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Diese Angebote können die bestehenden Probleme nicht kurzfristig lösen, wirken aber sicher in die richtige Richtung. Die DKG will einem Prozess entgegenwirken, der sich darin äußert, dass auf Grund zurückgehender Studentenzahlen immer weniger Diplomanden und Doktoranden zur Verfügung stehen und damit auch immer weniger Anträge auf Forschungsförderung bei der DKG eingereicht werden können. Es fehlen Mitte bis Ende der 90-er Jahre schlichtweg die Bearbeiter der Projekte.

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Dies veranlasst die DKG, im Frühjahr 1999 21 Hochschullehrer zu einem gemeinsamen Dialog nach Fulda einzuladen. Referenten aus der Kautschukindustrie zeigen Problemsituationen auf, mit dem Ziel, den Hochschulprofessoren zu vermitteln, dass Kautschuk ein äußerst interessanter und lohnenswerter Forschungsbereich ist. Das Ergebnis spricht für sich: nach Rückgängen der Anzahl der Forschungsförderungsanträge in den zurückliegenden Jahren, steigt sie nun deutlich von 5 auf 13 im Jahr 2001 an. Es zeichnet sich also schon ein schmaler Silberstreif am Horizont ab. Doch bedarf es noch erheblicher Anstrengungen, junge Menschen für Studiengänge zu interessieren, in denen Wissen für eine Tätigkeit in der Kautschukindustrie vermittelt wird. Ein Ansporn, allerdings nur als kleiner Mosaikstein, könnte der von der DKG aus Anlass des 75-jährigen Bestehens der Vereinigung gestiftete DKG-Förderpreis für herausragende Diplomarbeiten sein.

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AUSBLICK Vor 75 Jahren stand im Aufruf zur Gründung der DKG: „Als Zweck der Vereinigung ist vornehmlich ein Gedankenaustausch zum Nutzen der gesamten Kautschukindustrie gedacht.“ Heute steht in der Satzung der DKG: „Zweck des Vereins ist die Förderung und Verbreitung von wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Herstellung und das chemische, physikalische und technische Verhalten von Kautschuk und gummielastischen Stoffen.“ Beide Formulierungen beinhalten die Grundidee des Gedankenaustausches. Diese war und ist auch heute noch gut. Sie hat 75 Jahre Bestand gehabt und soll es auch weiter haben. Die Ziele der DKG haben sich in diesen 75 Jahren nicht verändert, wohl aber die Wege, mit und auf denen sie erreicht wurden. Es wird auch in Zukunft alles getan werden, was der gesamten Kautschukindustrie nutzt. Dazu gehören: • Die Intensivierung der Kommunikation untereinander, über nationale und, heute noch als solche gesehene, gummispezifische fachliche Grenzen hinaus. • Die Unterstützung der Forschung und damit auch der Hochschulen. • Die Förderung von Aus- und Weiterbildung und damit des Nachwuchses. • Es wird weiterhin Tagungen geben und Ausstellungen werden sie begleiten. • Die Bezirksgruppen werden ihre Veranstaltungen mit einem interessanten Programm anbieten. • Die Bemühungen um neue, insbesondere junge Mitglieder, werden nicht abreißen. • Das Angebots- und Leistungsspektrum der DKG wird angepasst und erweitert werden, wo es notwendig, sinnvoll und erfolgversprechend ist.

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Es wird also alles so bleiben, wie es bisher erfolgreich war. Alle zurückliegenden und auch die neuen Aktivitäten werden so verpackt sein, wie sie in die jeweils kommende „heutige Zeit“ passen. Denn nur so können sie von den Mitgliedern der DKG weiterhin mitgetragen und aktiv unterstützt werden.

DKG-Geschäftsführer, Dipl.-Volksw. Fritz Katzensteiner

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Ziel der zukünftigen Arbeit ist, denjenigen, die die Chronik zum hundertjährigen Bestehen der Deutschen Kautschuk-Gesellschaft um fünfundzwanzig Jahre ergänzen werden, die Gelegenheit zu geben, festhalten zu können, dass sich die DKG in den letzten 25 Jahren besser entwickelt hat als jemals zuvor.

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ANHANG 1 Die DKG: Vorstand und Geschäftsführung

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Jahr

Vorsitzender

Stellvertretender Vorsitzender

1926 1927 1928 1929 1930 1931 1932 1933 1934 1935 1936 1937 1938 1939 1940 1941 1942 I I 1951 1952 1953 1954 1955 1956 1957 1958 1959 1960 1961 1962 1963 1964 1965 1966 1967 1968 1969 1970 1971 1972 1973

Dr. Rudolf Derenbach, Köln Dr. Ing. e.h. Max Clouth Köln

Dr. Rudolf Derenbach Köln

Prof. Dr. Ernst A. Hauser Frankfurt/Main Dir. Paul Schlag Köln

Prof. Dr. Ernst A. Hauser, Frankfurt/Main Dir. Paul Schlag Köln

Geschäftsführendes Vorstandsmitglied

Stellvertretendes Geschäftsführendes Vorstandsmitglied

Prof. Dr. Ernst A. Hauser Frankfurt/Main

Prof. Dr.-Ing. Erich Kindscher Berlin

Dir. Alfred Gottschalk Berlin Prof. Dr.-Ing. Erich Kindscher Berlin

Dr. Dr. e.h. Erich Konrad Leverkusen

Dr.-Ing. Heinrich Pahl Düsseldorf

Dr. Otto Giese Fulda Dr. Otto Giese Fulda

Dr. Guido Fromandi Leverkusen

Dr. Guido Fromandi Leverkusen

Dipl.-Ing. Willy Kraemer Hanau

Dr. Oskar Müller Hannover

Dr. Paul Kränzlein Marl

Dipl.-Ing. Alfred Titze Frankfurt/Main

Dr. Detlev Schmidt Frankfurt/Main

Geschäftsführer Dipl. Kaufmann Klaus Bernhard Frankfurt/Main Dr. Paul Kränzlein Marl

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Dr. Wilhelm Hofferberth Hanau

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2014

Jahr

Vorsitzender

Stellvertretender Vorsitzender

1974 1975 1976 1977 1978 1979 1980 1981 1982

Dr. Wilhelm Hofferberth Hanau Dr. Heinz Gröne Marl

Dr. Hans-Joachim Jahn, Leverkusen Dr. Heinz Gröne Marl Dipl.-Ing. Werner Eule Köln

Dipl.-Ing. Werner Eule Köln

Dr. Dietrich Rosahl Leverkusen

1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001

2015

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Geschäftsführendes Vorstandsmitglied

Stellvertretendes Geschäftsführendes Vorstandsmitglied

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Geschäftsführer Dipl. Kaufmann Klaus Bernhard Frankfurt/Main

Geschäftsführer Dipl.-Volkswirt Fritz Katzensteiner, Frankfurt/Main Vorsitzender

1. Stellvertretender Vorsitzender

2. Stellvertretender Vorsitzender

Geschäftsführer

Dr. Dietrich Rosahl Leverkusen Dipl.-Ing. Wolfhard Pflug Waldkraiburg

Dipl.-Ing. Wolfhard Pflug Waldkraiburg Dipl.-Chem. Siegfried Wolff Wesseling

Dipl.-Ing. Werner Eule Köln Dr. Dietrich Rosahl Leverkusen

Dipl.-Volkswirt Fritz Katzensteiner Frankfurt/Main

Dr. Siegfried Wolff Wesseling

Dr. Manfred Grothe Hannover

Dipl.-Ing. Wolfhard Pflug Waldkraiburg

Dr. Manfred Grothe Hannover

Dr. Burkhard Meister Hamburg

Dr. Siegfried Wolff Wesseling

Dr. Burkhard Meister Hamburg

Dr. Hugo Vernaleken Leverkusen

Dr. Manfred Grothe Hannover

Prof. Dr. Rudolf Casper Leverkusen

Prof. Dr. Ullrich Masberg Landsberg

Dr. Burkhard Meister Hamburg

Prof. Dr. Ullrich Masberg Landsberg

Dr. Reinhard Stober Frankfurt/Main

Prof. Dr. Rudolf Casper Leverkusen

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2021

2022

2023

2024

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Die Leitung der DKG-Bezirksgruppen Die Leitung der Bezirksgruppen nach der Erstgründung (Gründungsjahr): Hamburg/Schleswig-Holstein (Oktober 1927): Dr. Ferdinand Kirchhof, Dr. Bünz, Dr. Max Deseniss Berlin (Dezember 1927): Prof. Dr. Erich Kindscher Rheinland-Westfalen (Januar 1928): Dr. Stefan Reiner, Dr.-Ing. Heinrich Pahl Süd- und Südwestdeutschland (Mai 1930): Prof. Dr. Ernst A. Hauser, Dr. Hermann Miedel Ost (März 1990): Dr. Rolf Sourisseau Die nebenstehenden Tabellen führen die Leitung der DKG-Bezirksgruppen seit 1952 auf.

2025

2026

2027

Jahr

1952 1953 1954 1955 1956 1957 1958 1959 1960 1961 1962 1963 1964 1965 1966 1967 1968 1969 1970 1971 1972 1973 1974 1975 1976 1977 1978 1979 1980 1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001

2028

Hamburg/Schleswig-Holstein 12. Dezember 1952 Leiter Schriftführer/in Dr. Walter Stegemann Hamburg

Dipl.-Ing. E. Rohde Hamburg

Leiter

Niedersachsen 28. Oktober 1952 Schriftführer/in

Dr. Hans Bickel Hannover

Dr. Horst Steeg Hamburg

Dipl.-Chem. Wilhelm Behr Hannover

Dr. K. Brünger Hannover Dr. K. H. Müller Hamburg

Dr. Kurt Vohwinkel Hamburg

Dr. Erika Alpers Hamburg Dr. Jörg-Peter Kelling Hamburg

Dr. Friedrich-Wilhelm Gräbner Hamburg

Dr. Jan Schiemann Hamburg

Dr. Jan Schiemann Hamburg

Dr. Klaus Wolfgang Jacobsen Hamburg

Hans-Jürgen Hedrich Hamburg

Hans-Jürgen Hedrich Hamburg Elke Zentner Hamburg

Dipl.-Chem. Wilhelm Behr Hannover

Dr. Wilfried Eckelmann Hannover

Dr. Heinz-Günter Drössler Hannover

Dipl.-Ing. Otto Kramm Hannover Dr. Klaus-Dieter Röker Hannover Dr. Horst Strothenk Hannover

Dr. Horst Strothenk Hannover

Dr. Günter Kaiser Hannover

Dr. Günter Kaiser Hannover

Dr. Fritz Röthemeyer Hannover

Dr. Fritz Röthemeyer Hannover

Dr. Wolfgang Kock Hannover

Dr. Wolfgang Kock Hannover

Dr. Willi Flamm Hannover Dr. Christian Thomas Dr. Thomas Alshuth Hannover

Dr. Christian Thomas Bockenem

2029

2030

2031

2032

2033

2034

Jahr

1952 1953 1954 1955 1956 1957 1958 1959 1960 1961 1962 1963 1964 1965 1966 1967 1968 1969 1970 1971 1972 1973 1974 1975 1976 1977 1978 1979 1980 1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001

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2036

Rheinland-Westfalen Jahr 26. September 1952 Leiter Schriftführer/in Dr. Heinrich Pahl Düsseldorf

Dr. W. Klein Marl

Dr. Wilhelm Graulich Dormagen

Dr. Hans-Joachim Jahn Leverkusen

Dr. Werner Hofmann Leverkusen Dr. Hans-Peter Wöss Münster

Dr. Nikolaus Schön Leverkusen

Dr. Gina Czybulka Köln

Dr. Rainer Panenka Hürth

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1952 Dr. H. Fredenhagen Düsseldorf 1953 1954 Dr. F. Anders 1955 Düsseldorf 1956 1957 1958 1959 1960 Dr. Otto Umminger1961 1962 Marl 1963 1964 1965 1966 1967 Dr. Werner Hofmann Leverkusen 1968 1969 1970 1971 1972 1973 1974 1975 Dr. Hans-Peter Wöss 1976 1977 Münster Dr. Nikolaus Schön 1978 Leverkusen 1979 1980 1981 Dr. G. P. Langner, Lev. 1982 Dr. Fritz Thurn 1983 Köln 1984 1985 Dr. Gina Czybulka1986 1987 Köln 1988 1989 Dr. Dieter Seeberger Düren 1990 1991 1992 1993 Dr. Rainer Panenka Hürth 1994 1995 Dr. Norbert Haberland Blankenheim 1996 1997 1998 1999 2000 2001

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Süd- und Südwestdeutschland 21. November 1952 Leiter Schriftführer/in Dr. Detlev Schmidt (kom.) Frankfurt/Main Dr. Hermann Miedel Bad Homburg

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Ost 30. März 1990 Leiter

Schriftführer/in

Dr. Rolf Sourisseau Waltershausen

Dr. Eberhard Schreiber Schkopau

Dipl.-Ing. Ilona Guth Merseburg

Dr. Günter Hühn Merseburg

Dr. Günter Hühn Merseburg

Dipl.-Ing. Sybill Ilisch Merseburg

Dr. Ewald Rabitsch Hanau

Dr. E. Klötzer Hanau

Dr. G. Krause Hanau

Dr. Horst-Eckart Toussaint Hanau

Dr. Horst-Eckart Toussaint Hanau Dipl.-Chem. Rudolf Lotz München

Dr. J. Vogt, Hanau Dipl.-Chem. Rudolf Lotz Hanau Dr. Hans-Georg Scharpenberg Bad Homburg

Dr. Walther Küttner Speyer

Dipl.-Ing. Wolfhard Pflug Waldkraiburg Dr. Franz Sommer Wimpassing Dipl.-Chem. Horst O. Schäfer Hanau

Dr. Franz Sommer Wimpassing

Dipl.-Chem. Horst O. Schäfer Wendlingen

Dipl.-Ing. Helmut von Kapff Stuttgart

Dr. Jürgen Borowitz Stuttgart Dr. Ernst Osen Weinheim

Dr. Jürgen Borowitz Berglen

Dr. Ernst Osen Weinheim

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Dr. Reimer Koch Bad Homburg

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Die DKG- Bezirksgruppen Ein wesentlicher Bestandteil, in gewisser Weise sogar die Basis der Deutschen Kautschuk-Gesellschaft, sind die einzelnen Bezirksgruppen mit der Aufgabe, die Mitglieder vor Ort zu betreuen. Kurz nach der Gründung der DKG werden sie ins Leben gerufen und ebenso schnell nehmen sie auch nach der Wiedereröffnung der DKG ihre Arbeit auf. Sie organisieren Abend-, Halbtages- und mehrtägige Veranstaltungen und stellen eine wertvolle Bereicherung des Angebots der DKG dar. So blicken die beiden Bezirksgruppen Hamburg/Schleswig-Holstein und Niedersachsen bereits auf mehr als 250 Abend-Veranstaltungen zurück, die nach der Wiedereröffnung der DKG stattgefunden haben. Und die Bezirksgruppen Rheinland-Westfalen und Süd- und Südwestdeutschland liegen mit der Anzahl ihren ganz- oder mehrtägigen Tagungen auch schon jenseits der 75.

„Vorstand und Geschäftsführer der Deutschen Kautschuk-Gesellschaft sind sich der Bedeutung der Bezirksgruppen und deren Leistung voll bewusst und unterstützen diese in ihren Aktivitäten soweit irgend möglich.“ Dies ist ein Satz aus der Präambel der „Leitlinie für die Bezirksgruppen“, in der die in unterschiedlichen Versionen für die einzelnen Gruppen bestehenden Leitlinien Anfang

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Die regionale Abgrenzung der Bezirksgruppen hat trotz einer Reihe von Anstößen zur Änderung seit 1976 Bestand gehabt. Lediglich die Wiedervereinigung brachte eine Änderung dergestalt, dass Berlin nun zur Bezirksgruppe Ost gehört. Letztendlich hat dies aber nur Bedeutung, wenn es um das aktive und passive Wahlrecht innerhalb der Bezirksgruppe geht. Ansonsten steht es den Mitgliedern frei, an den Veranstaltungen der anderen Bezirksgruppen teilzunehmen. Die aktuelle Abgrenzung der DKG-Bezirksgruppen:

Doch nicht die Anzahl der Veranstaltungen zählt, sondern die Qualität der Vorträge, die bei diesen Tagungen präsentiert werden. Hier ist allen Bezirksgruppen-Leitern, -Leiterinnen, -Schriftführern und -Schriftführerinnen uneingeschränkt Anerkennung auszusprechen für ihr Engagement und auch ihre Hartnäckigkeit, wenn es darum geht, attraktive Beiträge zu akquirieren.

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1996 zusammengefasst wurden. Damit ist den Aktiven in der Bezirksgruppe ein Werkzeug an die Hand gegeben, das ihnen helfen soll, ebenso im Rahmen der Satzung der DKG zu handeln wie Vorstand und Geschäftsführer der Gesellschaft.

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Bezirksgruppe Hamburg/SchleswigHolstein: Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen sowie ausländische Mitglieder mit Wohnbzw. Firmensitz in Skandinavien Bezirksgruppe Niedersachsen: Land Niedersachsen Bezirksgruppe Rheinland-Westfalen: Nordrhein-Westfalen sowie ausländische Mitglieder mit Wohn- oder Firmensitz in Belgien, Luxemburg, den Niederlanden und Frankreich Bezirksgruppe Süd- und Südwestdeutschland: Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland sowie ausländische Mitglieder mit Wohn- oder Firmensitz in Österreich, der Schweiz, Italien und den südosteuropäischen Ländern Bezirksgruppe Ost: Berlin, Brandenburg, MecklenburgVorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen

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Die DKG-Forschungsförderung Der in der Satzung der Deutschen Kautschuk-Gesellschaft festgehaltene Zweck der Vereinigung ist die Förderung und Verbreitung von wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Herstellung und das chemische, physikalische und technische Verhalten von Kautschuk und gummielastischen Stoffen. Kurz: die Forschungsförderung. Die finanzielle Unterstützung von Forschungsprojekten, die ausschließlich an Hochschulen bearbeitet werden, beruht auf zwei Quellen, die recht munter sprudeln. Die eine sind die Mitgliedsbeiträge und die Überschüsse aus den Kautschukund Fachtagungen, also die so genannten Eigenmittel der DKG. Das zweite sind die öffentlichen Gelder, die der DKG und damit den Forschungsinstituten, vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie über die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF), in der die DKG seit 1980 Mitglied ist, zufließen. So gelang es der DKG, von 1953 bis 2001 mehr als 11 Millionen DM für die Förderung von Forschungsprojekten zur Verfügung zu stellen. Erst 1982 begann mit den ersten Zuschüssen der AiF der Aufschwung. In den letzten 19 Jahren wurden 90 % der gesamten Fördermittel seit Bestehen der DKG ausgeschüttet. Erst ab Mitte der achtziger Jahre ist die DKG in der Lage, aus den Eigenmitteln heraus konsequent Forschungsförderung zu betreiben. Sie überschritten die „magische“ Grenze von DM 100.000,- und erhöhten sich nach und nach auf DM 250.000,- im Jubiläumsjahr. Eine Auswahl der im Auftrag der DKG beforschten Projekte (einschließlich AiF) findet sich in der Anlage.

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Die Mitglieder des DKG-Forschungsbeirats bis 1980 Prof. Dr. Hans W. Schnecko, Dunlop AG, Hanau Dr. Othmar Rosenthal, Bayer AG, Leverkusen Prof. Dr. Gerhard Wegner, Universität Freiburg 1980 – 1983 Prof. Dr. Hans W. Schnecko, Dunlop AG, Hanau Dipl.-Chem. Rudolf Lotz, Metzeler Kautschuk GmbH, München Dr. Othmar Rosenthal, Bayer AG, Leverkusen Prof. Dr. Gerhard Wegner, Universität Freiburg Prof. H. G. Zachmann, Universität Hamburg 1983 – 1985 Prof. Dr. Hans W. Schnecko, SP Reifenwerke GmbH, Hanau Dipl.-Chem. Rudolf Lotz, Metzeler Kautschuk GmbH, München Prof. Dr. Günther Rehage, TU Clausthal-Zellerfeld Dr. Othmar Rosenthal, Bayer AG, Leverkusen Prof. Dr. Gerhard Wegner, Universität Freiburg 1985 – 1988 Prof. Dr. Hans W. Schnecko, SP Reifenwerke GmbH, Hanau Prof. Dr. Rudolf Casper, Bayer AG, Leverkusen Prof. Dr. Claus D. Eisenbach, Universität Karlsruhe Prof. Dr. Hans-G. Kilian, Universität Ulm Dipl.-Chem. Rudolf Lotz, Metzeler Kautschuk GmbH, München Prof. Dr. Dieter Mewes, Universität Hannover

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1988 – 1991 Prof. Dr. Hans W. Schnecko, SP Reifenwerke GmbH, Hanau Prof. Dr. Rudolf Casper, Bayer AG, Leverkusen Prof. Dr. Dietmar Göritz, Universität Regensburg Prof. Dr. Wolfram Gronski, Universität Freiburg Dr. Jürgen Hempel, Carl Freudenberg, Weinheim Dipl.-Chem. Rudolf Lotz, Degussa AG, Hürth Prof. Dr. Dieter Mewes, Universität Hannover Dr. Karl-Heinz Nordsiek, Hüls AG, Marl

1997 – 2000 Prof. Dr. Uwe Weltin, TU Hamburg-Harburg Dr. Burkhard Freund, Degussa AG, Hürth Dr. Friedrich-Wilhelm Gräbner, Phoenix AG, Hamburg Prof. Dr. Edmund Haberstroh, IKV, Aachen Heinrich Huinink, Continental AG, Hannover Prof. Dr. Andreas Limper, Universität GH Paderborn Dr. Rolf Peter, Bayer AG, Leverkusen Prof. Dr. Robert H. Schuster, DIK e. V., Hannover

1991 – 1994 Prof. Dr. Hans W. Schnecko, Hanau Prof. Dr. Dietmar Göritz, Universität Regensburg Dr. Jürgen Hempel, Carl Freudenberg, Weinheim Dipl.-Chem. Rudolf Lotz, Degussa AG, Hürth Prof. Dr. Dieter Mewes, Universität Hannover Dr. Karl-Heinz Nordsiek, Hüls AG, Marl Prof. Dr. Oskar Nuyken, Universität Bayreuth

ab 2000 Dr. Michael Bruder, INTECH Thüringen GmbH, Waltershausen Dr. Burkhard Freund, Degussa AG, Hürth Prof. Dr. Edmund Haberstroh, IKV, Aachen Dr. Volker Härtel, Continental AG, Hannover Prof. Dr. Andreas Limper, Universität GH Paderborn Prof. Dr. Robert H. Schuster, DIK e. V., Hannover Dr. Zsolt Szentivanyi, Bayer AG, Leverkusen Dr. Wolffried Wenneis, Freudenberg FDS KG, Weinheim

1994 – 1997 Prof. Dr. Hans W. Schnecko, Hanau Dr. Udo Görl, Degussa AG, Hürth Dr. Heinz-Hermann Greve, Bayer AG, Leverkusen Prof. Dr. Wolfram Gronski, Universität Freiburg Prof. Dr. Dieter Mewes, Universität Hannover Prof. Dr. Walter Michaeli, IKV, Aachen Dr. Thorsten Reese, Continental AG, Hannover Dr. Robert H. Schuster, DIK e. V., Hannover

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Der DKG-Forschungs-FörderungsKatalog 2001 Forschungsthemen: A. Kautschuknetzwerke 1. Charakterisierung der (In) Homogenität von Netzwerken 2. Zusammenhang zwischen Vernetzungsart und dynamischen Dämpfungseigenschaften 3. Einfluss von Struktur und Verteilung von Schwefelbrücken auf die Eigenschaften 4. Zerstörungsfreie Prüfung von Elastomerbauteilen 5. Physikalisch vernetzte Systeme (TPE, PUR, reaktive Extrusion) B. Wechselwirkung Kautschuk/Füllstoff und Polymerverträglichkeit 1. Methoden zur Charakterisierung von Rohstoffen 2. Methoden zur Charakterisierung der Kautschuk-Füllstoff-Wechselwirkung 3. Physikalische und chemische Eigenschaften charakteristischer Typen von Kautschuk-Füllstoff-Wechselwirkungen 4. Ermüdungseigenschaften charakteristischer Typen von Kautschuk-FüllstoffWechselwirkungen 5. Verträglichkeit von Polymeren und Auswirkungen auf mechanische Eigenschaften C. Grenzflächenkräfte (unvulkanisiert, vulkanisiert) 1. Entwicklung von reproduzierbaren Prüfmethoden zur Charakterisierung der Konfektionsklebrigkeit 2. Analyse von Gummioberflächen 3. Haftung von Kautschuk an technischen Textilien 4. Analyse des Mechanismus der GummiMetall-Haftung 5. Reduktion der Oberflächenklebrigkeit von Elastomer-Fertigteilen 6. Mechanismus der Elastomer-Kunststoff-Haftung

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D. Verfahren zur Optimierung der Mischungsherstellung/Robuste und kontinuierliche Prozesse 1. Weiterentwicklungen von Mischaggregaten (u. a. zur Beschleunigung der Einstellung thermischer Gleichgewichte) 2. Optimierung von Prozessabläufen von Rohstofflagerung bis Mischprozess 3. Verbesserung der Reproduzierbarkeit des Mischprozesses durch kontinuierliche Fertigungsverfahren 4. Modellierung und Simulation von Mischprozessen E. Prozesssichere Elastomerverarbeitung und Bauteilfertigung 1. Methoden zur Beurteilung des Fließund Verarbeitungsverhaltens von Rohpolymeren und Mischungen 2. Untersuchung zur Beurteilung der Mikro- und Makrostruktur von Rohpolymeren und Mischungen auf das Fließ- und Verarbeitungsverhalten 3. Einfluss von Mischungskomponenten auf das Fließ- und Verarbeitungsverhalten 4. Berechnungsverfahren zur Quantifizierung des Quell- und Schrumpfverhaltens in Abhängigkeit der elastisch/ plastischen Kennwerte bei der Extrusion 5. Weiterentwicklung des Spritzgießens einschließlich der Sonderverfahren F. Lebensdauer von Elastomerbauteilen 1. Zusammenhang der Mikro- und Makrostruktur des Elastomers mit dem Ermüdungsverhalten dynamisch beanspruchter Elastomerbauteile 2. Ermüdung von Grenzflächen 3. Lebensdauer von Elastomerbauteilen G. Umweltschutz 1. Recycling/Wiederverwertung 2. Neue und verbesserte umweltverträgliche Produktions- und Recyclingverfahren

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DKG-geförderte Forschungsprojekte (eine Auswahl) DIK e.V., Hannover Beziehung zwischen der Vernetzungsreaktion und der Netzwerkstruktur bei peroxidischer Vernetzung von Kautschuken DIK e.V., Hannover Gesteuerter Naturkautschukabbau mit Hilfe eines Verarbeitungs- und Abbautests in einem Labor-Messkneter Prof. Dr. C. D. Eisenbach, Universität Karlsruhe Untersuchung von Struktur und Eigenschaften segmentierter PolyurethanElastomere mit molekulareinheitlichen Hartsegmenten ohne Wasserstoffbrückenbindung Prof. Dr. C. D. Eisenbach, Universität Bayreuth Einfluss der Wasserstoffbrückenbindung auf Morphologie und Eigenschaften von segmentierten Polyurethanelastomeren Dr. G. Pampus, DIK e.V., Hannover Abhängigkeit der Verarbeitungseigenschaften von den Mischungsbestandteilen bei Kautschuk-Mischungen Prof. Dr. N. Seitz, Prof. Dr. R. Schmidt, Fachhochschule München Einfluss des Typs der Haftmischung auf die Auszugsfestigkeit bei neuen und gelaufenen Stahlgürtelreifen unterschiedlicher Fabrikate DIK e.V., Hannover Der Einfluss des Wandgleitens auf das rheologische Verhalten von Kautschukmischungen Prof. Dr. O. Nuyken, Universität Mainz / Universität Bayreuth Synthese und Reaktionen azogruppenhaltiger Kautschuke

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Prof. Dr. D. Braun, Deutsches Kunststoff-Institut, Darmstadt Zusammenhang zwischen Struktur und mechanischen Eigenschaften von Elastomerblends Prof. Dr. D. Braun, Deutsches Kunststoff-Institut, Darmstadt Covulkanisation von Elastomerblends

Prof. Dr. E. Straube, TH Merseburg Theoretische Grundlagen der Deformationseigenschaften kautschukelastischer Netzwerke

Prof. Dr. D. Göritz, Universität Regensburg Gastransport in gefüllten Elastomeren

Prof. Dr. J. Fuhrmann, TU Clausthal-Zellerfeld Molekulare Untersuchungen zur Autohäsion, Tack und Deformationsverhalten von Elastomeren mittels Exoemission und Massenspektrometrie

Prof. Dr. W. Gronski, Universität Freiburg Aufklärung der Konstitution von Schwefelvulkanisation mittels kernresonanzspektroskopischer Methoden

Prof. Dr. R. H. Schuster, DIK e.V., Hannover Untersuchung des Bildungsmechanismus von N-Nitrosaminen in der Dampfphase und in Kautschukmischungen

Prof. Dr. W. Heitz, Universität Marburg Synthese neuer Kautschukmaterialien

Prof. Dr. J. Fuhrmann, TU Clausthal-Zellerfeld Mechanisch induzierte molekulare Versagensmechanismen an vernetzten und unvernetzten Elastomeren

Prof. Dr. D. Göritz, Universität Regensburg Verteilung der Netzstellendichte in Vulkanisaten Prof. Dr. W. Gronski, Universität Freiburg Untersuchung von Kautschuk/FüllstoffWechselwirkung mittels NMR-Spektroskopie Prof. Dr. W. Pechold, Universität Ulm Wechselwirkung Kautschuk/Füllstoff aus Temperatur- und Spannungsabhängigkeit der dynamischen Scherkomplianz Prof. Dr. D. Göritz, Universität Regensburg Mathematische Beschreibung der Deformation gefüllter Elastomere Dr. R. Badura, DIK e.V., Hannover Untersuchung des Bildungsmechanismus von N-Nitrosaminen in der Dampfphase und Kautschukmischungen

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Prof. Dr. K. Hummel, TU Graz Zusammenhänge der Struktur von Vernetzungsstellen, des Netzwerkaufbaus und der physikalischen Eigenschaften von Vulkanisaten

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Prof. Dr. M. Hallensleben, Universität Hannover Einfluss von Knäueldichte und Knäuelkonzentration auf die Vernetzung linearer Fadenmoleküle – Eine Grundsatzuntersuchung zum Aufbau neuartiger Netzwerke und Interpenetrating Networks (IPNs) Prof. Dr. J. Jentzsch, TU Chemnitz Ermüdung von Gummi

Prof. Dr. W. Gronski, Universität Freiburg Untersuchung Füllstoff/Kautschukwechselwirkungen mit atomar auflösender Kraftmikroskopie Prof. Dr. C. D. Eisenbach, Universität Bayreuth Elektronenmikroskopische Untersuchung der Morphologie von mehrphasigen und gefüllten Kautschuksystemen Prof. Dr. O. Nuyken, TU München Core-Shell-Polymere als polymere Verstärkungsmittel Prof. Dr. W. Michaeli, IKV Aachen Untersuchung analytischer Berechnungsverfahren zur Berücksichtigung des Schwellverhaltens bei der Auslegung von Profilwerkzeugen in der Kautschukextrusion

Prof. Dr. B. Blümich, Makromolekulare Chemie, Aachen Charakterisierung inhomogener Kautschuknetzwerke mit NMR-Spektroskopie und -Bildgebung

Prof. Dr. K. Hummel, TU Graz Aufklärung des Mechanismus der Gummi/Metall Haftung

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Prof. Dr. D. Göritz, Universität Regensburg Topologie von Kautschuknetzwerken und mechanische Verluste

Prof. Dr. R. Stadler, Universität Mainz Kautschukelastische Netzwerke mit kombinierter kovalenter und thermoreversibler Vernetzung

Prof. Dr. K.-G. Häusler, TH Leuna-Merseburg Untersuchung zur Konstitution von Kautschuknetzwerken mittels dynamischer und elektronenoptischer Methoden

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Prof. Dr. R. H. Schuster, DIK e.V., Hannover Untersuchung der Bildung von N-Nitrosaminen in der Gasphase und in Kautschukmischungen unter praxisnahen Bedingungen

Prof. Dr. W. Gronski, Universität Freiburg Polymermodifizierte Füllstoffe zur Entwicklung von Kautschukmischungen mit dete rminierten gummitechnischen Eigenschaften

Prof. Dr. T. Vilgis, MPI für Polymerforschung, Mainz Anwendungsorientierte Modelle der statisch und dynamisch mechanischen Eigenschaften heterogener und gefüllter Polymernetzwerke

Prof. Dr. R. H. Schuster, DIK e.V., Hannover Charakterisierung der Oberflächenaktivität verstärkender Füllstoffe

Prof. Dr. W. Gronski, Institut für Makromolekulare Chemie, Freiburg Herstellung und Eigenschaften kautschukelastischer Netzwerke mit definierter Heterogenität der Vernetzungsdichte Prof. Dr. H. Ritter, Bergische Universität, Wuppertal Nutzung der En-Reaktion zur Verbesserung der Oberflächenverträglichkeit von hellen Füllstoffen in Kautschuk Prof. Dr. D. Göritz, Universität Regensburg Analyse der Klebrigkeit von Kautschuksystemen Prof. Dr. H. Möhler, Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt Untersuchungen zur Eignung einer Thermowaage(TG)-FTIR-Kopplung zur qualitativen (und quantitativen) Analyse von gasförmigen Emissionen während der Vulkanisation Prof. Dr. R. H. Schuster, DIK e.V., Hannover Bestimmung der Grenzflächenspannung in Kautschukverschnitten Prof. Dr. D. Göritz, Universität Regensburg Erstellung eines Materialgesetzes für Gummi

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Prof. Dr. R. H. Schuster, DIK e.V., Hannover Entwicklung und Validierung eines hyperelastischen Materialmodells für FE-Simulationen der Spannungserweichung von verstärkten Elastomerwerkstoffen Prof. Dr. A. Limper, Universität GH Paderborn Untersuchung von Rotor-GeometrieEinflüssen auf die Strömungsverhältnisse von Kautschuk-Mischungen in Innenmischern

Prof. Dr. W. Gronski, Freiburger Materialforschungszentrum Dynamische Eigenschaften von Kautschuk/Schichtsilikat Materialien Prof. Dr. E. Haberstroh, IKV Aachen Rheologische Charakterisierung von Kautschukmischungen in Scherung und Dehnung Prof. Dr. R. H. Schuster, DIK e. V., Hannover Charakterisierung der Oberflächenaktivität von Kieselsäuren und Spezialrußen mittels statischer und dynamischer Gasadsorption Prof. Dr. R. H. Schuster, DIK e.V., Hannover Untersuchungen zur Wirkung der Interphase und des Phasennetzwerks in dynamisch belasteten Elastomerblends

Prof. Dr. U. Weltin, TU Hamburg-Harburg Lebensdauerrechnung und Lebensdauerprüfung dynamisch belasteter Elastomerbauteile Prof. Dr. E. Haberstroh, IKV Aachen Untersuchung der Anwendbarkeit und Übertragbarkeit der Methoden zur ZeitTemperatur-Verschiebung für Thermoplaste und Elastomere auf das mechanische Verhalten von thermoplastischen Elastomeren (TPE) Prof. Dr. A. Limper, Universität GH Paderborn (Anschubfinanzierung) Fehleranalyse bei der Kapillarrheometrie von Kautschukmischungen

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AiF-Projekte Prof. Dr. H.-G. Kilian, Universität Ulm Zeitprozesse während der Deformation von gefüllten Gummi-Systemen und deren Beschreibung Dr. R. Badura, Dr. R. H. Schuster, DIK e.V., Hannover Einfluss der Mischungsbestandteile auf die zeit- und temperaturabhängigen Verarbeitungseigenschaften von Kautschukmischungen Dr. R. Badura, Dr. R. H. Schuster, DIK e.V., Hannover Untersuchung der Wechselwirkung Kautschuk/Füllstoff in Abhängigkeit vom Mischungsprozess Dr. R. Badura, DIK e.V., Hannover Reproduzierbare Herstellung von Mischungen Prof. Dr. W. Pechold, Universität Ulm Konstitution von Kautschuknetzwerken unterschiedlicher Vernetzungsart aus dynamischer Scherkomplianz und Grenzeigenschaften Dr. R. Badura, DIK e.V., Hannover Erstellung eines Systems für die weitgehend automatische Regelung des Spritzgießverfahrens für Elastomerformteile Prof. Dr. B. Heimann, Dr. H. Günther, TU Chemnitz; Prof. Dr. O. Buxbaum, Dr. Flade, Fraunhofer-Institut, Darmstadt Entwicklung von Verfahren zu Auslegung der Elastomerbeschichtung von Walzen

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Dr. R. Badura, DIK e.V., Hannover Temperaturführung bei der KautschukExtrusion

Prof. Dr. E. Haberstroh, IKV Aachen Entwicklung von Modellen zur On-lineVorhersage von Mischungseigenschaften in einem Innenmischprozess mit Hilfe von Künstlichen Neuronalen Netzwerken (KNN)

Dr. R. H. Schuster, DIK e.V., Hannover Einfluss von Prozessparametern auf die Morphologie von Kautschukverschnitten

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Prof. Dr. A. Limper, Universität GH Paderborn Prozessanalyse des Plastifizierens von Kautschukmischungen mittels Zahnradpumpen

Dr. R. H. Schuster, DIK e.V., Hannover Untersuchung der Wirksamkeit nitrosaminfreier Beschleunigersysteme in Monopolymeren und Kautschukverschnitten unter Qualitätsgesichtspunkten

Prof. Dr. R. H. Schuster, DIK e.V., Hannover Neue ölbeständige thermoplastische Vulkanisate

Prof. Dr. E. Haberstroh, IKV Aachen Entwicklung einer berechnungsgestützten Vorgehensweise zur Abschätzung der Lebensdauer mechanisch-belasteter Elastomerbauteile Prof. Dr. D. Mewes, Universität Hannover Messen des Vernetzungsgrades von dünnen Gummischichten Prof. Dr. W. Michaeli, IKV Aachen; Prof. Dr. R. H. Schuster, DIK e.V., Hannover Entwicklung und Untersuchung von Methoden zur Charakterisierung von Elastomermischungen im Hinblick auf Verarbeitungsverhalten und erzielbare Produkteigenschaften von spritzgegossene Elastomerbauteilen Prof. Dr. G. Mennig, TU Chemnitz Rissausbreitung bei Gummiwerkstoffen in Abhängigkeit von Belastungs-Zeit-Verlauf und Mischungsaufbau

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Die DKG-Homepage

Das DKG-Fachorgan

Seit April 1999 ist die DKG mit einer eigenen Homepage im Internet präsent. Man findet sie unter:

Bereits seit 1925 gibt es eine Fachzeitschrift für die Kautschukindustrie. Gründer und Herausgeber war Alfred Dominikus, ein Kenner auch der Plantagenwirtschaft. Ihr Name war KAUTSCHUK und in ihr erschien auch 1926 der Aufruf zur Gründung der heutigen DKG.

www.rubber-dkg.de Die DKG nutzt dieses Medium zum einen zur Selbstdarstellung, aber auch zur Information der Mitglieder über anstehende nationale wie internationale Tagungstermine, laufende und abgeschlossene Forschungsvorhaben, ausgewählte Themen aus den DKG InfoNews.

Nach der Gründung der Vereinigung wurde die Zeitschrift KAUTSCHUK, herausgegeben vom Industrieverlag von Hernhaussen, zum offiziellen Publikationsorgan bestimmt, das alle Nachrichten der Vereinigung veröffentlicht. Nicht nur Ankündigungen von Veranstaltungen und Berichte über Tagungen, sondern auch Eintritte neuer Mitglieder.

Zusätzlich sind mehr als 23 Forschungsinstitute aufgeführt, die sich mit Elastomeren befassen. Von der DKG-Homepage gibt es Links zu den Web-Sites der Institute, die hierfür die Freigabe erteilt haben. Links gibt es selbstverständlich auch zu den Homepages der DKG-Firmenmitgliedern, sofern diese das zugelassen haben. Heute untergliedert sich die DKG-Homepage in folgende Seiten: • • • • • • • • • •

DKG-Intern DKG-Förderpreis 2001 Forschungskatalog Forschungsförderung Forschungsberichte DKG-InfoNews Veranstaltungen Forschungsinstitute Firmenmitglieder Mitgliedschaft in der DKG

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Die Inhalte gehen aber weit über das hinaus. Veröffentlicht werden auch Vorträge, die auf Tagungen gehalten wurden, die nicht von der DKG veranstaltet worden sind. Produktinformationen, Firmenberichte, Tagungshinweise und vieles mehr runden das Informationsangebot ab. In den fünfundsiebzig Jahren des Bestehens der Vereinigung haben die Fachzeitschriften KAUTSCHUK sowie „Kautschuk Gummi Kunststoffe“ ein Spiegelbild dessen gegeben, was auf dem Gebiet der Wissenschaft und Technologie des Kautschuks national und international erarbeitet worden ist.

Nach der Wiedereröffnung der Gesellschaft, also ab 1951, wurde die monatlich erscheinende, international ausgerichtete Fachzeitschrift „Kautschuk Gummi Kunststoffe“ mit ihrem Hauptteil „Wissenschaft und Technik“ das offizielle Fachorgan der DKG. Sie stand zuerst unter der Schriftleitung von Dr. Kurt Maier, dann folgten Dr. Suse Springer, Dipl.-Chem. Hildegard Dalesch, Dr. Ernst Prein, Prof. Dr. Hans W. Schnecko und heute ist der Herausgeber Prof. Dr. Robert H. Schuster. Alle haben sich auf ihre Weise für das Fachorgan verdient gemacht und ihm zu internationalem wissenschaftlichen Niveau verholfen. Die Publikationen beinhalten, was die DKG anbelangt u. a.

Auf der Homepage finden sich die kompletten Tagungsprogramme der DKG-Veranstaltungen und können zusammen mit den Anmeldeunterlagen heruntergeladen werden.

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• Veröffentlichungen von Vorträgen, die bei DKG-Veranstaltungen gehalten wurden.

• Vereinsnachrichten der DKG, also die Mitteilungen von Vorstand und Geschäftsführung, die Einladungen und Berichte über Mitgliederversammlungen und Kautschuk-Tagungen sowie die Mitteilungen der Bezirksgruppen

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ANHANG 2

Ehrenvorsitzende

Carl-Dietrich-Harries-Medaille

DIE DKG-EHRUNGEN

1954 Dr. Dr. e.h. Erich Konrad, Leverkusen

1933 Prof. Dr. Fritz Frank, Berlin Prof. Dr. Ernst A. Hauser, Wimpassing Dr. Ferdinand Kirchhof, Harburg Dr. R. Weil, Hannover

1983 Dr. Heinz Gröne, Marl

1952 Dr. Dr. e. h. Erich Konrad, Direktor der Farbenfabriken Bayer A.G., Leverkusen in Würdigung seiner umfassenden Arbeiten auf dem Gebiet der Polymerisation und Anwendungstechnik, die dem synthetischen Kautschuk zu seiner heutigen weltwirtschaftlichen Bedeutung verholfen haben.

Ehrenmitglieder 1931 Dr. Ing. e. h. Max Clouth, Köln 1935 Geh. Rat Prof. Dr. Carl Duisberg, Leverkusen 1968 Dr. Guido Fromandi, Leverkusen Dipl.-Ing. Alfred Titze, Hanau 1983 Dipl.-Kfm. Klaus Bernhard, Frankfurt/Main

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1954 Prof. Dr. Lothar Hock, apl. Professor am Phys.-Chem. Institut der Philipps-Universität in Marburg und Honorarprofessor am Phys.-Chem. Institut der Justus-Liebig-Hochschule in Gießen in Anerkennung seiner großen Verdienste um die Entwicklung der Polymerisationschemie des synthetischen Kautschuks. 1956 Dr. Wilhelm Becker, Leiter der Abteilung Chemie im Kautschuk-Zentrallabor der Farbenfabriken Bayer A. G. in Leverkusen W. Becker hat umfassende, grundlegende Arbeiten über die Aktivierung und Regelung der Polymerisation des Butadiens und seiner Gemische mit Vinylverbindungen durchgeführt. Die Regler-Arbeiten führten zu Buna S 3; mit der Auffindung der Redox-Aktivierung wurde der Grundstein zur Herstellung von Cold Rubber gelegt.

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Prof. lngénieur-Docteur Jean Le Bras, lnspecteur-General Scientifique de l’Institut Français du Caoutchouc et de l’Institut des Recherches sur le Caoutchouc en Indochine, in Paris Jean Le Bras hat über Kautschukderivate, über die Verstärkung des Kautschuks im Latex, über die Standardisierung und die Mastikation des Kautschuks wichtige Erkenntnisse erarbeitet. Seine gemeinsam mit Professor Charles Dufraisse durchgeführten, grundlegenden Arbeiten über die Oxydation des Kautschuks führten zur Entdeckung und Aufklärung des Desaktivator-Effektes. 1960 Prof. Dr. Dr. h.c. Paul Baumann, Vorsitzender des Vorstandes der Chemische Werke Hüls A. G. in Marl Paul Baumann hat durch seine wissenschaftlichen und technologischen Arbeiten auf dem Gebiet der Herstellung von Acetylen und Aethylen nach dem Lichtbogenverfahren einen neuen Weg zu den Vorprodukten für das Butadien-StyrolMischpolymerisat erschlossen. Darüber hinaus sind die Planung, Gründung und Inbetriebnahme der „Bunawerke Hüls GmbH“ in den Jahren 1955 bis 1958 vornehmlich seiner Initiative zu verdanken. Dr. Hermann Holzrichter, Mitglied des Vorstandes der Farbenfabriken Bayer A. G. in Leverkusen Hermann Holzrichter war an der Entwicklung der kontinuierlichen Polymerisation maßgeblich beteiligt und hat neue Wege zur Aufbereitung von synthetischem Kautschuk gewiesen. Auch zur Polymerisation mit Redoxkatalysatoren hat er durch das Aminverfahren einen Beitrag geleistet. Es ist im wesentlichen der Initiative von Hermann Holzrichter zu verdanken, wenn die Fabrikation von Sondertypen des synthetischen Kautschuks in Deutschland nach dem Kriege erneut aufgenommen werden konnte. An der Planung und Gründung der „Bunawerke Hüls GmbH“ war er ebenfalls wesentlich beteiligt.

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1966 Prof. Dr. Walter Scheele, Direktor des Kautschuk-Instituts an der Technischen Universität in Hannover Walter Scheele hat sich nach seinen umfangreichen rheologischen Arbeiten insbesondere mit der Erforschung der Kinetik und des Mechanismus der Vulkanisation des natürlichen und synthetischen Kautschuks befasst. Durch sorgfältig und beharrlich durchgeführte Untersuchungen hat Walter Scheele zu einem wesentlich besseren Verständnis der Vulkanisationsvorgänge beigetragen und die komplizierten Vernetzungsreaktionen einer exakten wissenschaftlichen Behandlung und Deutung zugänglich gemacht. Die Arbeiten haben in der Fachwelt ein weites, anerkennendes Echo gefunden und sind auch für die Kautschukindustrie von unmittelbar praktischer Bedeutung, weil sie die Zusammenhänge erkennen lassen und so aus der reinen Empirie herausragen.

ten von Hochpolymeren beitragen. Bei der Copolymerisation von Aethylen mit Propylen gelang es ihm erstmalig, Polymere mit kautschukähnlichen Eigenschaften zu erhalten, die in der Kautschukindustrie große Bedeutung erlangt haben.

1971 Prof. Dr. Karl Ziegler, Direktor des Instituts für Kohleforschung in Mülheim/Ruhr Karl Ziegler hat mit seinen bahnbrechenden Forschungsarbeiten, die über metallorganische Verbindungen zu den stereospezifischen Katalysatoren führten, neue Polymerisationsreaktionen ermöglicht und bedeutungsvollen technischen Prozessen den Weg gebahnt. Die Arbeiten führten zu der Entwicklung von neuen Synthesekautschuken, den Stereo-Kautschuken, die in der Kautschukindustrie eine große Bedeutung erlangt haben.

Dr. Erwin Müller, Abteilungsleiter im Wissenschaftlichen Hauptlaboratorium der Bayer A.G. in Leverkusen Erwin Müller hat als Mitarbeiter und Partner von Professor Otto Bayer auf dem Gebiet des Polyadditionsverfahrens zur Herstellung makromolekularer Verbindungen bedeutende Forschungsarbeiten durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Arbeiten führten zur Entwicklung von neuartigen Elastomeren, der Strukturen, die dem idealen Aufbau kautschukelastischer Stoffe nahe kommen, und die in der Kautschukindustrie große Bedeutung erlangt haben.

Prof. Giulio Natta, Instituto Chimica Industriale del Politecnico, Milano Giulio Natta hat gefunden, dass gewisse Typen von Ziegler-Katalysatoren Makromoleküle mit sterisch einheitlichem Bau ergeben und damit zu einem tieferen Verständnis des Zusammenhangs von chemischer Struktur und physikalischem Verhal-

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1974 Prof. Dr. Dr. h.c. Otto Bayer, Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrates der Bayer A. G. in Leverkusen Otto Bayer hat mit seinen bahnbrechenden Forschungsarbeiten, die zu dem Polyadditionsverfahren führten, neue Wege zum Aufbau hochmolekularer Verbindungen ermöglicht und bedeutungsvollen technischen Prozessen den Weg gebahnt. Die Arbeiten führten zu der Entwicklung von hochmolekularen Verbindungen beliebiger Gestalt, die zur Herstellung von Kunststoffen, Schaumstoffen, Chemiefasern, Lacken und Elastomeren in Industrie und Wirtschaft große Bedeutung erlangt haben.

1977 Prof. Dr. Werner Kern, Mainz Werner Kern war an den grundlegenden Untersuchungen, welche die Vorstellungen vom Bau der Moleküle begründeten, maßgebend beteiligt. Er befasste sich mit der Polymerisation verschiedener Mono-

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merer, so z. B. mit der Polymerisation von Chloropren und Butadien. Er erkannte den Mechanismus der Redox- und MetallRedox-Katalyse, auf deren Grundlage dann die Tieftemperatur-Polymerisation von Butadien-Styrol-Emulsionssystemen gefunden wurde. Auf den verschiedensten Gebieten der Synthese von Polymeren und der Reaktion an Makromolekülen hat er Untersuchungen von außerordentlicher Bedeutung durchgeführt. Prof. Dr. Paul J. Flory, University of Stanford Paul John Flory hat mit seinen bahnbrechenden Forschungsarbeiten über Polymerisationsmechanismen und Polymerstruktur/physikalische und mechanische Eigenschaften von Polymeren im festen Zustand, Lösungseigenschaften von Polymeren sowie Konformationsfragen von Makromolekülen die Grundlagen für eine Systematisierung der Polymer-Chemie geschaffen und damit zu einem tieferen Verständnis des Zusammenhangs von physikalischer Struktur und mechanischem Verhalten von Polymeren beigetragen. 1980 Prof. Dr. Günther Rehage, Universität Clausthal-Zellerfeld Günther Rehage hat mit seinen umfangreichen Arbeiten über amorphe Polymere und die Natur der glasigen Erstarrung entscheidende Anstöße für die Weiterentwicklung der theoretischen Vorstellung über die Struktur amorpher Polymere, polymerer Gläser und amorpher Netzwerke gegeben. Seine exakten und sorgfältig durchgeführten Experimente mit den daraus abgeleiteten klar und überzeugend formulierten theoretischen Überlegungen haben in hervorragender Weise dazu beigetragen, die Fundamente zum heutigen Verständnis des physikalisch-chemischen Verhaltens und technisch wichtiger Eigenschaften makromolekularer Stoffe zu legen.

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1983 Dr. Wilhelm Graulich, Bayer AG, Leverkusen Wilhelm Graulich hat sich nach seinen umfangreichen Untersuchungen über Verzweigungs- und Vernetzungsreaktionen bei der Copolymerisation von Butadien und Styrol mit einem breiten Spektrum von Problemen der Herstellung von Kautschuken und kautschuk-modifizierten Thermoplasten befasst. Seine einfallsreichen Arbeiten haben nicht nur zu einer großen Reihe allseits bekannter Produkte geführt, sondern auch hervorragende Beiträge geliefert zum Verständnis des Zusammenhangs von makromolekularer Struktur und technisch wichtigen Eigenschaften. 1985 Prof. Dr. Jean-Baptiste Donnet, Ecole Nationale Supérieure de Chimie, Mulhouse Jean-Baptiste Donnet hat sich in umfangreichen experimentellen Arbeiten mit dem physikalischen Verhalten von Kolloiden, der Morphologie und den Bildungsmechanismen von Rußen und Kieselsäuren sowie der Oberflächenchemie von feinteiligen Festkörpern und Fasern befasst. Seine experimentellen und theoretischen Beiträge zur Kolloid-Chemie waren oft Pionierleistungen, sind international anerkannt und haben insbesondere für das heutige Verständnis der Kautschuk/ Füllstoff-Wechselwirkung grundlegende Bedeutung erhalten. 1988 Dr. Leonard Mullins, Hertfordshire Leonard Mullins hat sich in mehr als 100 wissenschaftlichen und technischen Publikationen mit dem „stress-softening“Effekt (dem sog. „Mullins-Effekt“), dem dynamischen Verhalten gefüllter Vulkanisate, dem Temperaturverhalten von Copolymeren und Kautschukmischungen, der Theorie der Kautschukelastizität und

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den Verschleißphänomenen von Vulkanisaten befasst. Seine experimentellen Arbeiten und theoretischen Beiträge haben fundamentale Bedeutung erlangt und gehören zu den grundlegenden Erkenntnissen der modernen Kautschuk- und Kolloidphysik. 1991 Prof. Dr. Hanns-Georg Kilian, Universität Ulm Hanns-Georg Kilian hat durch Übertragung der van der Waals-Theorie auf reale Elastomernetzwerke völlig neue Gesichtspunkte in unser Fachgebiet eingebracht. Die Beschreibung zahlreicher Phänomene, auch bei gefüllten Systemen, hat wesentlich zur Erweiterung des Verständnisses der Kautschuk- und Kolloidphysik beigetragen. Die DKG ist ihm durch zahlreiche Vorträge, Veröffentlichungen und Forschungsvorhaben verbunden, die stets Theorie und Praxis in präziser Form miteinander verknüpfen. 1994 Dr. Nissim Calderon, The Goodyear Tire and Rubber Company, Akron, Ohio Nissim Calderon hat durch seine Pionierarbeit zur Aufklärung der Olefin Metathesis einen wesentlichen Beitrag auf dem Polymergebiet geleistet. Des weiteren war er die treibende Kraft bei der Entwicklung und Herstellung von neuen Elastomeren im Hinblick auf einen geringen Rollwiderstand. Seine zahlreichen wissenschaftlichen Veröffentlichungen finden weltweit Anerkennung. 1997 Prof. Dr. Robert H. Schuster, Deutsches Institut für Kautschuktechnologie e. V., Hannover Robert H. Schuster hat in Lehre und Forschung auf dem Gebiet der Elastomeren, bei der Erarbeitung von Struktureigenschaftsbeziehungen und in der Poly-

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meranalytik hohe Verdienste erworben. Dabei hat er es verstanden, die Fragestellungen der Elastomerchemie und der Elastomerphysik in idealer Weise zu verbinden. Die hohe Anerkennung des Deutschen Instituts für Kautschuktechnologie e. V., Hannover, und die internationale Reputation des Instituts als Forschungsstätte für Analytik, Elastomerchemie und Verfahrenstechnik ist eng mit dem Namen von Prof. Dr. Robert H. Schuster verknüpft. Die kautschukverarbeitende Industrie profitiert vom hohen Ausbildungsstand, dem Wissen und Können der DIK-Absolventen. 2000 Roland Rauline, Manufacture Michelin, Centre de Technologies Ladoux, Clermont-Ferrand Roland Rauline hat durch Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet neuer Werkstoffe einen wichtigen Beitrag für die Reifenindustrie geleistet. Die Entwicklung von Mischungen, in denen SSBR und Silica zusammen mit einem neuen Mischprozess zum Tragen kommen, führten zu einem bedeutsamen Technologiesprung. Die Verbesserung dieser Werkstoffe hinsichtlich Abrieb- und Rollwiderstand sowie Haftung haben die Entwicklung des „Grünen Reifens“ ermöglicht. Damit konnte die Sicherheit aller erhöht und Benzinverbrauch sowie Emissionen verringert werden. Wegen des Pioniercharakters ist das erteilte Patent über diese Werkstoffe durch Roland Rauline eine Referenz in der Reifenindustrie geworden.

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Erich-Konrad-Medaille 1980 Ing. Wilhelm Heidemann, Bayer AG, Leverkusen Wilhelm Heidemann hat es mit seinem technischen Einfühlungsvermögen und seinen konstruktiven Beiträgen ermöglicht, die von Julius Peter konzipierten Ideen zur Ermittlung des Vulkanisationsverhaltens kautschukartiger Stoffe experimentell zu realisieren. Das von ihm konstruierte Rheometer wird heute in verschiedenen Abwandlungen weltweit als Standardgerät zur Charakterisierung von Kautschuk eingesetzt. Dr. Julius Peter, Continental AG, Hannover Julius Peter hat mit seinen 1955 begonnen Arbeiten über die Vulkanisation einen entscheidenden Beitrag dafür geleistet, die Erfahrungen und Kenntnisse über die Vernetzung von kautschukartigen Stoffen auf eine wissenschaftliche Grundlage zu stellen. Seine von neuen Ideen und Vorstellungen ausgehenden Experimente führten, in Zusammenarbeit mit Wilhelm Heidemann, zur Entwicklung eines Vulkametrie-Verfahrens, das heute weltweit als Standard-Methode für die Charakterisierung von Kautschuk in Wissenschaft und Technik angewendet wird. 1983 Dipl.-Chem. Siegfried Wolff, Degussa AG, Wesseling Siegfried Wolff hat auf dem Gebiet der Verstärker-Füllstoffe für Kautschuk bedeutende Entwicklungsleistungen erbracht. Er hat neue Wege zur technologischen Charakterisierung von Rußen aufgefunden, die dem Verbraucher wertvolle Aussagen über die Gebrauchseigenschaften vermitteln. Seine Arbeiten zur Verbesserung der Kautschuk-Füllstoffe-Wechselwirkung haben den Einsatz heller Verstärker-Füllstoffe maßgeblich beeinflusst

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und gefördert. Darüber hinaus hat er sich auf seinem Fachgebiet durch intensive weltweite Informations-Tätigkeit einen Namen gemacht.

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1985 Dr. Engelbert Harms, Aachen Engelbert Harms hat auf dem Gebiet der Kaltextrusion von Kautschukmischungen bedeutende Entwicklungsleistungen erbracht. Mit dem Prinzip des kaltgefütterten Stiftzylinder-Extruder hat er einen neuen Weg zum Durchsatz größerer Mischungsmengen bei niedrigerer Temperatur und gleichbleibender Qualität aufgezeigt. Die arbeiten sind zukunftweisend für die Extrudertechnik und finden für Kautschuk-Mischungen weltweit Anerkennung 1988 Prof. Dr.-Ing. Georg Menges, IKV Aachen Georg Menges hat als Forscher, Hochschullehrer und Leiter des weltweit bekannten Instituts für Kunststoffverarbeitung (IKV) an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen hervorragende Leistungen auf dem Gebiete der Kautschuk-Technologie vollbracht. Unter seiner Führung und Leitung wurden am IKV grundlegende, praxisorientierte Arbeiten über dieses komplexe Gebiet von der Rohstoff-Aufbereitung bis zum Kautschuk-Fertigprodukt durchgeführt. 1991 Dr. Werner Kleemann, Bad Saarow Werner Kleemann war nahezu 40 Jahre in der Reifenindustrie tätig. In dieser Zeit hat er durch zahlreiche Publikationen und Patentschriften den Nachweis seiner andauernden Kreativität überzeugend erbracht. Als Autor des Fachbuches „Einführung in die Rezepturkunde der Gummiindustrie“

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trieller Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Kautschuktechnologie Ergebnisse erzielt und publiziert, die weltweit Anerkennung gefunden haben. Zu seinen besonderen Leistungen zählen die Beschreibung des Kautschuk-Extrusionsprozesses und der Extrusionswerkzeuge sowie die Automation im Mischsaal unter Systemaspekten mit Verbesserung der Misch-Technologie und Online-Qualitätskontrolle. Andreas Limper ist ein Beweis dafür, dass man auch in jungen Jahren Anerkennung und Erfolg erarbeiten kann. Er hat sich heute bereits um die Kautschuk-Technologie verdient gemacht.

hat er sich mit Tatkraft und Engagement für die Herausbildung von Fachkräften der elastomerverarbeitenden Industrie in besonderer Weise verdient gemacht. Viele der heute tätigen Mischungsentwickler in den neuen Bundesländern sind durch seine Schule gegangen. Dr. Frederick J. Kovac, The Goodyear Tire and Rubber Company, Akron, Ohio Frederick J. Kovac hat auf dem Gebiet der Reifentechnologie bedeutende Entwicklungsleistungen erbracht. Er hat vor allem neue Wege für den Einsatz von Synthese-Fasern als Festigkeitsträger in Reifen erschlossen, die zu maßgeblichen Verbesserungen geführt haben. Seine zahlreichen technischen Veröffentlichungen sind richtungsweisend für die Reifentechnologie der Zukunft. 1994 Dr. Karl-Heinz Nordsiek, Marl Karl Heinz Nordsiek hat sowohl zur Materialentwicklung als auch zu unserem Verständnis auf dem Elastomergebiet in den letzten 30 Jahren ganz wesentlich beigetragen. Die bedeutendsten neuen Polymere (Vinyl-BR und Lösungs-SBR, 3,4-Polyisopren, Cycloocten-Polymere und Integralkautschuk) verdanken wir ihm. Die Entwicklung des Pulverkautschuks ist sein Verdienst und noch in jüngster Zeit hat er neue, reversionsstabile Vernetzungssysteme entdeckt. Darüber hinaus hat er sehr früh die Bedeutung dynamischer Kenngrößen und ihre Beziehung zu praktischen Eigenschaften, besonders in bezug auf das Reifenverhalten, klar formuliert.

2000 Prof. Dr. Fritz Röthemeyer, Isernhagen Fritz Röthemeyer hat in seiner langen Berufstätigkeit in der Kautschukindustrie mit großem Erfolg ursprünglich weitgehend praxisfundierte Verarbeitungsverfahren ingenieurwissenschaftlich durchdrungen und erklärt. Er hat die Wissensgebiete Chemie, Physik und Maschinenbau mit praktischen Erfahrungen vorurteilsfrei verbunden und so Fragestellungen zu innovativen Lösungen geführt. In mehr als fünfzehnjähriger Dozentenzeit im Weiterbildungsstudium Kautschuktechnologie an der Universität Hannover und in einschlägigen Publikationen hat er sein kautschuktechnologisches Wissen und seine Erfahrung an den technischen und wissenschaftlichen Nachwuchs weitergegeben.

1997 Prof. Dr. Andreas Limper, Universität GH Paderborn Andreas Limper hat in sechs Jahren Grundlagenforschung und acht Jahren indus-

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DKG-Verdienstplakette 1931 Dr.-Ing. e.h. Max Clouth Geh. Rat Prof. Dr. Carl Duisberg, Leverkusen Dir. Alfred Gottschalk, Berlin Prof. Dr. Ernst A. Hauser, Wimpassing Prof. Dr. Lothar Hock, Gießen Prof. Dr. Fritz Hofmann, Breslau Prof. Dr. Erich Kindscher, Berlin Dr. Ferdinand Kirchhof, Harburg Dir. Walter Lindemann, Berlin Prof. Dr. Hermann Staudinger, Freiburg Gen. Dir. Willy Tischbein, Hannover 1933 Prof. Dr. A. van Rossem, Delft Dr. Stefan Reiner, Berlin 1935 Dr. Werner Esch, Hamburg Dir. Paul Schlag, Köln

1983 Dr. Berthold Daimler, Remscheid Dipl.-Ing. Otto Kramm, Hannover Dipl.-Chem. Rudolf Lotz, München Dr. Ewald Rabitsch, Wien Dr. Thies Timm, Hamburg

1954 Gen. Dir. Carl Rueger, München 1956 Dr. Harry Heering, Berlin Dr.-Ing. Heinrich Pahl, Düsseldorf

1988 Dr. Heinz-Günter Drössler, Hemmingen Prof. Dr. Hans W. Schnecko, Hanau

1958 Dr. Hans Bickel, Hannover Dr. Otto Giese, Fulda Dr. Hermann Miedel, Bad Homburg Dr. Walter Stegemann, Hamburg

1991 Dr. Franz Sommer, Wien Dr. Walther Küttner, Speyer Dr. Nikolaus Schön, Odenthal 1994 Dr. Günter Marwede, Leverkusen Prof. Dr. Gerhard Schönefeld, Würzburg Dr. Horst Strothenk, Hannover 1997 Dr. Friedrich W. Gräbner, Hamburg Dr. Heidger Haase, Marl Dr. Peter Hoffmann, Hürth

1971 Ass. Ruprecht Ecker, Leverkusen 1974 Dr. Oskar Müller, Hannover

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1980 Dipl.-Chem. Hildegard Dalesch, Berlin Dr. Willfried Eckelmann, Hannover Dr. Heinrich Fleige, Marl Dipl.-Ing. Hagen Kramer, Leverkusen Jan Willums, Overijse

1985 Dr. Theo Kempermann, Leverkusen Dr. Karl-Heinz Nordsiek, Marl Dr. Hans-Peter Wöss, Uxbridge

1968 Dr. Guido Fromandi, Leverkusen Dipl.-Ing. Willy Kraemer, Hanau Dipl.-Ing. Alfred Titze, Hanau

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1977 Dipl.-Chem. Wilhelm Behr, Hannover Dr. Wilhelm Graulich, Leverkusen Prof. Dr.-Ing. Theodor Schoon, Würzburg Dr. Dipl.-Chem. Horst Steeg, Hamburg Dr. phil. Paul Kränzlein, Marl

2000 Alistair Hill, Bockenem Heinrich Huinink, Hannover

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DIE DKG-TAGUNGEN

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Deutsche / Internationale Kautschuk-Tagungen

1958 7. bis 10. Mai, Köln

1926 25. September, Gründungsversammlung

1960 5. bis 8. Oktober, Berlin

1927 12. und 13. Juni, Essen

1962 3. bis 6. Oktober, Freiburg

1928 14. und 15. September, Hamburg

1965 8. bis 11. Juni, München

1929 12. bis 14. Mai, Hannover

1968 14. bis 17. Mai, Berlin

1930 15. bis 17. Juni, Frankfurt am Main

1971 16. bis 19. Mai, Wiesbaden

1931 14. bis 16. Mai, Eisenach

1974 2. bis 5. September, München

1933 27. und 28. Oktober, Berlin

1977 5. bis 8. September, Düsseldorf

1935 30. Mai bis 1. Juni, Dresden

1980 23. bis 26. September, Nürnberg

1936 8. bis 10. Juli, München

1983 13. bis 16. Juni, Wiesbaden

1937 5. bis 7. Juli, Frankfurt am Main

1985 24. bis 27. Juni, Stuttgart

1938 26. bis 28. September, Hamburg

1988 4. bis 7. Juli, Nürnberg

1951 11. bis 13. Oktober, Bad Neuenahr

1991 24. bis 27. Juni, Essen

1953 6. bis 9. Mai, Goslar

1994 27. bis 30. Juni, Stuttgart

1954 21. bis 23. Oktober, München

1997 30. Juni bis 3. Juli, Nürnberg

1956 6. bis 9. Juni, Hamburg

2000 4. bis 7. September, Nürnberg

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DKG-Fachtagungen 1990 Die Kautschukindustrie: Entwickler und Systemlieferant 1992 Die Kautschukindustrie: Partner bei der Lösung fördertechnischer Aufgaben 1993 Die Kautschukindustrie: HighTech in elastomeren Dichtsystemen 1995 Die Kautschukindustrie: Reifen im Spannungsfeld zwischen Ökologie und Ökonomie 1996 Die Kautschukindustrie: Flexible Kraftübertragung: Systeme, Technologien, Trends 1998 Die Kautschukindustrie: Partner für innovative Technologien – Vom Schlauch zum System

Deutsch-Französische Kautschuk-Symposien

Grenzüberschreitende Bezirksgruppen-Tagungen

1985 14. bis 16. November, Obernai

1987 17. Mai, Deutsch-Österreichische Tagung, Wien

1989 21. bis 23. September, Freiburg

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1990 19. bis 20. April, Deutsch-Niederländische Tagung, Maastrich

1993 1. und 2. Oktober, Mulhouse 1996 15. und 16. November, Trier

1990 6. bis 7. September, Deutsch-Dänische Tagung, Flensburg 1991 19. bis 20. September, Deutsch-Schweizerische Tagung, Luzern

Kautschuk-Symposien der Donauländer 1999 22. bis 24. April, Wien

1995 26. bis 27. April, Deutsch-Niederländische Tagung, Maastrich

2001 26. bis 28. April, Budapest

1999 Die Kautschukindustrie: Garant für Komfort löst vibrakustische Aufgaben

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Impressum Diese Broschüre entstand mit freundlicher Unterstützung der Bayer AG, Leverkusen und der Degusssa AG, Frankfurt/Main Gestaltung: Lang Konzeption, Köln Lithografie: Brockhaus & Conradi, Köln Druck: dM. druckerei MERKUR gmbh, Frankfurt/Main

Postanschrift: Deutsche Kautschuk-Gesellschaft e.V. Postfach 900360 60443 Frankfurt Zeppelinallee 69 60487 Frankfurt Tel.: 069–7936-153, -154 Fax: 069–7936-155 E-mail: [email protected] www.rubber-dkg.de

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Deutsche Kautschuk-Gesellschaft e.V. Postfach 900360 60443 Frankfurt www.rubber-dkg.de