Das Bürzeldrüsensekret der Dreizehenmöwe (Rissa tridactyla)

Das Bürzeldrüsensekret der Dreizehenmöwe (Rissa tridactyla)

DAS BÜRZELDRÜSENSEKRET DER DREIZEHENMÖWE Das Bürzeldrüsensekret der Dreizehenmöwe (Rissa The Uropygial Gland W a x f r o m the Kittiwake (Rissa 69...

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DAS BÜRZELDRÜSENSEKRET DER DREIZEHENMÖWE

Das Bürzeldrüsensekret der Dreizehenmöwe

(Rissa

The Uropygial Gland W a x f r o m the Kittiwake (Rissa

691

tridactyla)

tridactyla)

J . JACOB Universität Hamburg und A.

ZEMAN

Unilever-Forschungsgesellschaft mbH, Hamburg (Z. Naturforsch. 27 b, 691 - 6 9 5 [1972] ; eingegangen am 6. März 1972, revidiert am 30. März 1972)

The uropygial gland fat from the kittiwake is a complex mixture of ester waxes. As acidic components mainly n-octanoic acid and 2-methyl-substituted fatty acids are found. Besides 2,6-, 2,3and 2,10-dimethyl-substituted fatty acids could be detected. Among the alcoholic components n-, 2-methyl-, 2,6-, 2,8-, 2,10- and 2,12-dimethyl-substituted primary alkanols were observed. Chemotaxonomically the kittiwake should be placed between the puffin and the limicoles.

Die

Untersuchungen

von

Bürzeldrüsensekreten

Untersuchungsobjekt standen uns zwei

Exemplare

haben einen Zusammenhang dieses Sekretes und der

der im Nordatlantikraum

Dreizehen-

Stellung

möve (Rissa tridactyla)

der einzelnen

Vögel

in

der

natürlichen

Systematik erkennen lassen. Dies hat zur Verwen-

verbreiteten

zur Verfügung, deren Bür-

zeldrüsensekrete untersucht wurden.

dung der Bürzellipide als charakteristisches Artmerkmal und damit zu einer Chemotaxonomie der V ö g e l

Material und Methode

geführt. Alle bislang untersuchten Bürzellipide haben sich als mehr oder minder kompliziert konstituierte Esterwachse erwiesen, die sich entweder innerhalb der

sauren oder

der alkoholischen

Komponenten

von Ordnung zu Ordnung qualitativ und in ein und der gleichen Ordnung quantitativ signifikant ver-

Material

Die Bürzeldrüse einer männlichen (Vestmannaeyar, Island) und einer weiblichen (Mykines, Färör-Inseln) Dreizehenmöwe wurden präpariert und in je 30 ml CHCI3/CH3OH (2 : 1) homogenisiert.

schieden zusammensetzen. So ist z. B. für die Hühnervögel (18. Ordnung, Galliformes) das V o r k o m -

Aufarbeitung

men von n-^lkan-2.3-diolen

Nach Zugabe von Wasser (10 ml) wurde die organische Phase im Vakuum (20 mm) bei 30° Badtemperatur eingedampft. Der Rohlipidrückstand (324,3 mg bzw. 385,1 mg) wurde dünnschichtchromatographisch untersucht und erwies sich im System CC14/CHC13 (1 : 1) an Kieselgelfertigplatten (E. Merck) überwiegend als Esterwachs (Rf = 0,8). Ein kürzerlaufender Fleck (Rf = 0,3) erwies sich als Triglycerid, das, wie sich gaschromatographisch zeigte, als Verunreinigung aus dem Depotfett infolge unsauberer Präparation anzusehen ist. Je 200 mg des Rohlipids wurden an Kieselgelsäulen (5 g, Kieselgel Merck, CHCl3-gewaschen, Korngröße 0,16 mm) gereinigt. Mit Cyclohexan + 15% Benzol (60 ml) wurden die Wachse (141 mg bzw. 156 mg), mit CHC1 3 /CH 3 0H (2 : 1, 60 ml) der Rest eluiert. Die Gaschromatographie der Wachse sowie ihrer Bestandteile nach Umesterung mit 5-proz. methanolischer HCl zeigte, daß es sich bei beiden Tieren um identische Lipidzusammensetzungen handelte. Die Auftrennung der Fettsäuremethylester und der Alkohole nach Methanolyse wurde früher beschrieben 12 . Alle Fraktionen wurden dünnschichtchromatographisch auf ihre Einheitlichkeit geprüft. Die Oxida-

1_4,

für einige nahe ver-

wandte Spezies der Sperlingsvögel Passeriformes)

(32. Ordnung,

das Auftreten von 3-methyl-substi-

tuierten Fettsäuren 5 ' 6

und für die

Röhrennasen-

vögel (11. Ordnung, Procellariiformes) die Beteiligung

von

3.7-dimethyl-substituierten

Fettsäuren 7

am Aufbau der Bürzelwachse spezifisch. Die 20. Ordnung

(Laro-limicolae, Möwen-

und

Schnepfenvögel) der natürlichen Systematik der V ö gel, vgl. I . e . 8 ) , die eine Sammelordnung von Arten mit recht dilferenten anatomischen und ethologischen Eigenschaften darstellt, wurde erst an zwei Spezies untersucht (Haematopus ostralegus arctica10),

9

und

Fratercula

die sich in der Zusammensetzung ihrer

Bürzellipide sehr unterscheiden. Innerhalb der 2 0 . Ordnung nimmt die Familie der Möwen (9. Familie, Laridae) mit 89 Arten einen breiten Raum ein. Als Sonderdruckanforderungen an Dr. JÜRGEN JACOB, D-2000 Hamburg-66, Kakenhaner Weg 14.

Dieses Werk wurde im Jahr 2013 vom Verlag Zeitschrift für Naturforschung in Zusammenarbeit mit der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V. digitalisiert und unter folgender Lizenz veröffentlicht: Creative Commons Namensnennung 4.0 Lizenz.

This work has been digitalized and published in 2013 by Verlag Zeitschrift für Naturforschung in cooperation with the Max Planck Society for the Advancement of Science under a Creative Commons Attribution 4.0 International License.

J. JACOB UND A. ZEMAN

692

tion der Alkohole zu den entsprechenden Fettsäuren mit Cr0 3 in tert. Butanol und Eisessig haben wir ebenfalls früher beschrieben 5 .

A b b . 1 wiedergegeben ist, erwiesen sich hauptsäch-

Gaschromatographie

2-methyl-substituierter Fettsäuren; dageben konnten

(GLC)

Die GLC der Wachse, Fettsäuremethylester und Alkohole wurde früher beschrieben 5> 10> n . Massenspektrometrie

wurden. Die Fettsäuremethylester, lich

als

Caprylsäuremethylester

deren GLC

und

in

Methylester

homologe Reihen von 2.6-, 2.8- und 2.10-dimethylsubstituierter Fettsäuren nachgewiesen werden. Die gaschromatographisch ermittelte quantitative

(MS)

Zusammensetzung der Wachsfettsäuren ist in Tab. 1

Für die GLC-MS-Kombination wurde eine 50 m-Kapillarsäule mit Apiezon L-Imprägnierung (Perkin-Elmer Typ l l G l / 2 ) als stationäre Phase benutzt, die über einen einstufigen B i e m a n n - Separator an ein einfach-fokussierendes Massenspektrometer (Varian CH 7) angekoppelt war. Die Wachsfettsäuremethylester wurden im Temperaturprogramm von 75 — 225° mit 10°/Min., die aus den Alkoholen durch Cr0 3 -0xidation und anschließende Veresterung resultierenden Methylester im Temperaturgrogramm von 75 — 240° und 10°/ Min. gaschromatographiert (Trägergasstrom 1,9 ml Helium/Min.). Die Injektionstemperatur betrug 350°, die Separatortemperatur 290°. Die Registrierung erfolgte durch Messung des Totalionenstroms an den Monitorblenden.

wiedergegeben. Die

Wachsalkohole

zeigen

ebenfalls

mehrere

homologe Reihen. Hauptbestandteile sind n-Alkanole und 2-methyl-substituierte Alkanole. Daneben konnten homologe Reihen von 2.6-, 2.8-, 2.10- und 2.12dimethyl-substituierten primären Alkoholen nachgewiesen werden. Die Tab. 2 zeigt die gaschromatographisch ermittelte quantitative Zusammensetzung der

Wachsalkohole,

deren

Oxidationsprodukte

in

A b b . 2 wiedergegeben sind ( G L C ) . Die Ergebnisse der unabhängig voneinander an zwei

verschiedgeschlechtlichen

Tieren

durchge-

führten Untersuchungen waren sowohl bezüglich der Wachse wie auch ihrer Wachskomponenten qualitativ

Ergebnisse und Diskussion

und quantitativ identisch, so daß eine Geschlechts-

Die GLC des Bürzelwachses deutet auf eine sehr Die Methanolyse mit 5-proz. methanolischer HCl und anschließende säulenchromatographische Trennung

der Methylester von den Alkoholen

dünnschiditdiromatographisch nen,

die

einheitliche

gaschromatographisch

abhängigkeit des Bürzeldrüsensekretes entfällt, ähnlich wie wir dies für den Haussperling beobachtet

komplizierte Zusammensetzung.

weiter

liefert Fraktio-

untersucht

A b b . 1. Gaschromatogramm der Wachsfettsäuremethylester der Dreizehenmöve (9m-Glassäule, stationäre Phase O V 101, 3% an Gaschrom Q, 1 0 0 - 1 2 0 mesh, Säulentemp. 180°, Injektionstemp. 2 4 0 ° , Trägergasstrom 28 ml N , / M i n . ) .

haben 5 . In den Massenspektren der Peaks 1, 3, 6, 10, 16, 23, 32, 39 und 4 6 (aus A b b . 1) werden die Molekülionen bei MZ

158, 172, 186, 2 0 0 , 2 1 4 , 228,

2 4 2 , 2 5 6 und 2 7 0 entsprechend einem C 8 -, C 9 - . . .

DAS BÜRZELDRÜSENSEKRET DER DREIZEHENMÖWE

P e a k in Abb. 1

Fettsäure

Flächen-

%

1 2 3 4 5 6 9

2 - Met h y 1 -heptansäure Caprylsäure 2-Methyl-octansäure Pelargonsäure 2.6-Dimethyl-octansäure 2-Methyl-nonansäure 2 . 6 - D i m e t h y l - n o n a n s ä u r e und Capronsäure 10 2 - M e t h y l -decansäure 13 2.6-Dimethyldecansäure 14 2.8-Dimethyldecansäure 16 2-Methyl-undecansäure 19 2.6-Dimethyl-undecansäure 20 2 . 8 - D i m e t h y l -undecansäure 23 2-Methyl-dodecansäure 26 2.6-Dimethyl-dodecansäure 27 2 . 8 - D i m e t h y l -dodecansäure 29 2 . 1 0 - D i m e t h y l -dodecansäure 32 2-Methyl-tridecansäure 33 2.6-Dimethyl-tridecansäure 34 2.8-Dimethyl-tridecansäure 35 2 . 1 0 - D i m e t h y l -tridecansäure 36 Myristinsäure 39 2 - M e t h y l - tetradecansäure 41 2.6-Dimethyl-tetradecansäure 42 2 . 8 - D i m e t h y l -tetradecansäure 43 2.10-Dimethyl-tetradecansäure 46 2 - M e t h y l -pentadecansäure 47 2.6-Dimethyl-pentadecansäure 48 2 . 8 - D i m e t h y l -pentadecansäure 7, 8 , 1 1 . nicht identifiziert 12,15,17,

0,1 7,7 5,2 0,1 1,6 3.1 0,5 0,6 17,3 4,0 2,8 6,1 1,2 1,3 13,3 4,1 3,2 4,2 0,9 0,5 0,3 1.5 0,1 0,1 1,4 1,8 3,0 0,5 0,5 0,5 12,5

(2) CH 3 Durch Vergleich mit den in der Literatur beschriebenen Ester

McLaf•

f e r t y - Ion MZ 88, d. h. es liegen 2-methyl-substi(1. c . 1 2 ) . Es ergeben sich

keine Hinweise für das Vorliegen weiterer Verzweigungen und durch Vergleich mit den bereits publizierten Massenspektren der Wachsfettsäure-methylsind

damit die Komponenten der obigen Peaks als 2-Methyl-heptan-

(Peak 1 ) , 2-Methyl-octan-

2-Methyl-nonan-

(Peak

(Peak 6 ) , 2-Methyl-decan-

3),

(Peak

1 0 ) , 2-Methyl-undecan- (Peak 1 6 ) , 2-Methyl-dodecan- (Peak 2 3 ) , 2-Methyl-tridecan- (Peak 3 2 ) , 2-Me thyl-tetradecan-

(Peak

39)

und

2-Methyl-penta-

decansäure-methylester (Peak 4 6 ) identifiziert.

5),

der

-nonan-

(Peak 4 7 ) sichergestellt.

tierung dieser Ester ist untereinander sehr ähnlich.

11

(Peak

decan- (Peak 4 1 ) und -pentadecansäure-methylester

C 16 -Fettsäure-methylesters beobachtet. Die Fragmen-

ester des Austernfischers 9 und der Saatkrähe

wurde die Struktur

(Peak 9 ) , -decan- (Peak 1 3 ) , -undecan- (Peak 1 9 ) ,

Gaschromatographisch ermittelte Zusammensetzung der Wachsfettsäuren in Flächen-%.

tuierte Methylester vor

Massenspektren 1 3

als 2.6-Dimethyl-octan-

-dodecan- (Peak 2 6 ) , -tridecan- (Peak 3 3 ) , -tetra-

18,21,22,

Hauptfragment ist in allen Fällen das

Die Massenspektren der Peaks 5, 9, 13, 19, 26, 33, 4 1 und 4 7 (in A b b . 1) zeigen die für 2.6-dimethyl-substituierte Fettsäure-methylester charakteristische Fragmentierungen I . e . 1 2 ) : M c L a f f e r t y Ion MZ 8 8 und M-90 (M- (CH 3 OH + CH = C H O H ) ) .

24, 25, 28, 30, 31, 37, 38,40,44, 45 Tab. 1.

693

P e a k in Abb. 2

Alkohol

2 4 5 6 7 9 10 11 12 13 14 15

2-Methyl-nonanol 2-Methyl-decanol 2.6-Dimethyl-decanol 2.8-Dimethyl-decanol 2-Methyl-undecanol 2.6-Dimethyl-undecanol 2.8-Dimethyl-undecanol 2-Methyl-dodecanol 2.6- u n d 2 . 8 - D i m e t h y l - d o d e c a n o l 2.10-Dimethyl-dodecanol 2-Methyl-tridecanol 2 . 6 - D i m e t h y l - t r i d e c a n o l und 2.8- D i m e t h y l -tridecanol 2.10-Dimethyl-tridecanol Tetradecanol 2-Methyl-tetradecanol 2.6- u n d 2 . 8 - D i m e t h y l - t e t r a d e c a n o l 2.10-Dimethyl-tetradecanol 2.12-Dimethyl-tetradecanol Pentadecanol 2 -Methyl -pentadecanol 2.6- u n d 2 . 8 - D i m e t h y l - p e n t a d e c a n o l 2.10-Dimethyl-pentadecanol 2.12-Dimethyl-pentadecanol Hexadecanol 2-Methyl-hexadecanol 2.6- u n d 2 . 8 - D i m e t h v l - h e x a d e c a n o l 2.10-Dimethyl-hexadecanol 2.12-Dimethyl-hexadecanol Heptadecanol 2 - M e t h y l -heptadecanol 2.6-Dimethyl-heptadecanol 2.8-Dimethyl-heptadecanol 2.10-Dimethyl-heptadecanol 2.12 - D i m e t h y l - h e p t a d e c a n o l Octadecanol 2-Methyloctadecanol n i c h t identifiziert

16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 35 36 37 38 39 40 41 1, 3, 8, 2 1 a , 33, 34, 42 Tab. 2.

Flächen-

%

Spur Spur Spur Spur 0,2 Spur Spur 3,7 0,7 0,1 2,7 0,5 0,4 0,7 10,4 1,9 2,2 1,5 2,0 3,3 0.7 0,5 0.4 33,6 11,8 1,7 1,6 1,9 0,9 2.1 0,3 0.2 0,1 0.2 9,1 0,5 4,1

Gaschromatographisch ermittelte Zusammensetzung der Wachsalkohole in Flächen-%.

J. JACOB UND A. ZEMAN

694

A b b . 2. Gaschromatogramm der Wachsalkohole der Dreizehenmöwe (Bedingungen der G L C wie in A b b . 1 ) .

31 29

I

I

I

I

I

I

I

I

L 20

18

J

I

H

16

I

12

Die Spektren der Peaks 14, 20, 27, 34, 4 2 und 48

(in A b b . 1) lassen sich ebenfalls einer homo-

logen

Reihe

zuordnen.

Das

M c L a f f e r t y - Ion

I

L

^—A—\

Alkoholfraktion eine homologe Reihe 2.12-dimethylsubstituierter Alkanole identifiziert werden

(Peak

21, 26, 31 und 3 9 ) . Charakteristisch für die 2.12-

MZ 8 8 und die Fragment-Ionen aus dem Zerfall

Substitution ist das M c L a f f e r t y - Ion MZ 8 8 zu-

M-(C„H

sammen mit den Ionen MZ 241

2 R E

+ 1

+

C H

3

O H )

und

M-

(C

W

H

2 B + 1

+

C H

3

O H

+ HoO) bei Peak 14 z . B . M Z 153 und MZ 135 beweisen das Vorliegen von 2.8-Dimethyl-decan- (Peak

M Z

chromatographisch

decan-

n-Fettsäure-methylester

34),

-tetradecan-

(Peak

42)

und

-pentadecansäure-methylester (Peak 4 8 ) .

MZ 2 0 9

Die Peaks 17, 2 2 , 27, 32 und 4 0 wurden gas-

1 4 ) , -undecan- (Peak 2 0 ) , -dodecan- (Peak 2 7 ) , tri(Peak

rCH»°S.

191

und

massenspektrometrisch der

Kettenlänge

als

C14 — C18

identifiziert. In geringer Menge ließen sich anhand

Hinweise auf eine weitere homologe Reihe erhält

ihrer massenspektrometrischen

Fragmentierung

4-

man aus den Spektren der Peak-Serie 29, 35 und 4 3 .

und 6-Methyl-tridecan- und -tetradecansäuremethyl-

Das

ester nachweisen.

M c L a f f e r t y -Ion

MZ 2 1 3

H ^ H

MZ 8 8

M Z 181

und

die

Ionen

MZ 163

zu-

Das Bürzeldrüsensekret der Dreizehenmöwe ist ein

sammen mit den Molekülionen M = 242, 2 5 6 und

kompliziertes

2 7 0 identifizieren diese Verbindungen als 2.10-Di-

zweigten, mono- und dimethyl-verzweigten Fettsäu-

methyl-dodecanund

(Peak 2 9 ) , -tridecan- (Peak

-tetradecansäure-methylester

(Peak

43).

Esterwachsgemisch,

das

aus

aufgebaut ist. Obwohl

unver-

35)

ren und Alkoholen

Die

Ähnlichkeit in der Struktur der beiden am Wachs-

große

Massenspektren stehen in Ubereinstimmung mit den

aufbau beteiligten Komponenten besteht, liegen ihre

von

Kettenlängen-Maxima

KARLSSON9

für

2.10-dimethyl-substituierte

bei

verschiedenen

C-Zahlen

(bei den Fettsäuren C 1 0 — C 1 2 , bei den Alkoholen

Fettsäuremethylester mitgeteilten. Die Peaks 2, 4 und 36 konnten als n-Fettsäure-

C 1 6 — C 1 8 ) . Da sich in anderen Bürzellipiden keine

methylester identifiziert werden, die sich als Neben-

unmittelbaren Relationen zwischen den Fettsäuren

komponenten auch in den Peaks 9 und 2 0

und Alkoholen

Die

massenspektrometrische

finden.

Untersuchung

der

Alkohole wurde an ihren Cr0 3 -0xidationsprodukten (als Fettsäuremethylester) durchgeführt (vgl. A b b . 2 ) . Hier wurden ebenfalls homologe Reihen

von

haben nachweisen lassen, nehmen

wir auch im vorliegenden Fall eine voneinander unabhängige Biosynthese der Komponenten an. Die vorliegenden Befunde zeigen, daß die Dreizehenmöwe

als zuerst

untersuchter

Vertreter

der

2-methyl-, 2.6-, 2.8- und 2.10-dimethyl-substituier-

9. Familie innerhalb der 20. Ordnung der Systema-

ten Alkoholen nachgewiesen. Zusätzlich konnte in der

tik chemotaxonomisch zwischen dem Papageientau-

DAS BÜRZELDRÜSENSEKRET DER TRAUERENTE eher

(10. Familie), der nur unverzweigte Bürzel-

wachsbestandteile fischer

besitzt 1 0 ,

und

dem

695

der 2 0 . Ordnung deuten in die gleiche Richtung

14.

Austern-

Gewisse Ähnlichkeit zeigt diese Ordnung am ehesten

(6. Familie), der mono- und dimethyl-ver-

noch mit der 17. Ordnung (Anseriformes), bei der

zweigte, aber keine unverzweigten Fettsäuren und

im Fall der Stockente (Anas platyrrhynchos)

unverzweigte sowie verzweigte Alkohole

unverzweigten noch mono-methyl-verzweigten

Fett-

säuren mit Kettenlängen von C 6 — C 8 auftreten

15.

aufweist,

einzuordnen ist. Weitere Untersuchungen an Vögeln 1

E. 0 .

A.

H A A H T I U. H .

M.

FALES, J . L i p i d

Res.

8.

8

131

[19671. 2

I . A . H A N S E N , B . K . T A N G U. E . E D K I N S , J . L i p i d R e s .

10,

267 [1969].

N

neben

IL-A. FREYE, in: Das Tierreich, Bd. VII, 5 ,Vögel'. W. de Gruyter, Berlin 1960. H . KARLSSON u. G . ODHAM, A r k . K e m i 3 1 , 1 4 3

[1969].

10

J . J A C O B U. G . G R I M M E R , Z . N a t u r f o r s c h . 2 5 b , 5 4

3

J . JACOB U. G . GRIMMER, Z . N a t u r f o r s c h . 2 5 b , 5 7 7

[1970].

11

J . J A C O B U. A . G L A S E R , Z . N a t u r f o r s c h . 2 5 b , 1 4 3 5

4

J . J A C O B U. G . GRIMMER, Z . N a t u r f o r s c h . 2 5 b , 6 8 9

[1970],

12

J . J A C O B U. A . Z E M A N , Z . N a t u r f o r s c h . 2 5 B . 1 4 3 8

5

J . JACOB U. A . Z E M A N , Z . N a t u r f o r s c h . 2 5 b , 9 8 4

6

J . JACOB U. A . Z E M A N , Z . N a t u r f o r s c h . 2 6 b , 1 3 5 2

[1970].

7

J . J A C O B U. A . Z E M A N , Z . N a t u r f o r s c h . 2 6 b , 3 3

[1971].

[1971].

13

G. ODHAM, A r k . K e m i 2 7 , 2 6 3

14

J . J A C O B U. A . Z E M A N , i n V o r b e r e i t u n g .

15

G. ODHAM, Ark. K e m i 27, 289

Das Bürzeldrüsensekret der Trauerente

[1970]. [1970]. [1970].

[1967]. [1967].

(Melanitta

nigra)

The Uropygial Gland Wax f r o m the C o m m o n Scoter (Melanitta

nigra)

J. JACOB * Universität Hamburg und A . ZEMAN * * Unilever-Forschungsgesellschaft mbH, Hamburg (Z. Naturforsch. 27 b, 695—698 [1972] ; eingegangen am 6. März 1972, revidiert am 30. März 1972)

The uropygial gland fat from the common scoter (Melanitta nigra) is a mixture of ester waxes of which 2,4,6-trimethyl-octanoic and 2,4,6-trimethyl-nonanoic acid are shown to be the main compounds within the acidic components. Besides traces of 2,4-dimethyl-heptanoic and 4,6-dimethyloctanoic acid could be detected. The alcoholic components of the waxes are more complex and consist of ra-alkanols (77,6%) with chain-length from C 1 4 — C 1 8 and of monomethyl-substituted primary alcohols with the same chain-length and branches in 2-, 4-, 8-, 12- and 14-position. Chemotaxonomically the common scoter differs from other birds of this tribe but has some relationship to the barnacle goose and to the red-breasted merganser.

V o n den bislang untersuchten Bürzellipiden liegen

lieh stark methyl-verzweigte Fettsäuren in den Bür-

die weitaus meisten Ergebnisse aus der 17. Ord-

zelwachsen

nung

kürzlich das Bürzelwachs der Reiherente

(Anseriformes, Gänseartige)

der natürlichen

Systematik vor, was zum Teil an der relativ leichten Zugänglichkeit ihrer

gut

der

Tiere

ausgebildeten

sowie

andererseits

Bürzeldrüse

liegt,

fuligula)

nachzuweisen 5 ~ 1 2 .

Wir

selbst

haben (Aythya

untersucht 13 , dessen Zusammensetzung der

an

der Eiderente

die

vergleichsweise umfangreiche Material läßt bereits

(Somateria mollissima)

100 — 3 0 0 mg Sekret bei der Aufarbeitung liefert.

gewisse

Nachdem von WEITZEL et a l . 1 - 4

schen den einzelnen Gattungen erkennen; so scheinen

drüsensekreten

der

Hausgans

und

in den BürzelHausente

das

Vorkommen von polymethyl-substituierten Fettsäuren

Branta moschata

chemotaxonomische

ähnelt. Das

leueopsis

(Weiß wangengans)

(Moschusente)

10

und

10,

Mergus

zwi-

Cairina serrator

erkannt worden war, gelang es ODHAM bei systemati-

(Mittelsäger)

schen Untersuchungen der 17. Ordnung unterschied-

den Zoologen vermutet wurde. Mit der Trauerente

Sonderdruckanforderungen

an

Dr.

JÜRGEN

JACOB,

chemisches Institut f. Umweltcarcinogene, D-2070 burg/Holst., Sieker Landstraße 19.

Bio-

Ahrens-

10 ,

Zusammenhänge

näher verwandt zu sein, als von

* Dr. JÜRGEN JACOB, Biochem. Inst. f. Umweltcarcinogene, 207 Ahrensburg/Holst., Sieker Landstr. 19. * * D r . ALFRED ZEMAN, U n i l e v e r - F o r s c h u n g s g e s e l l s c h a f t

2 Hamburg-50, Behringstraße 154.

mbH,