Das Magazin für Freunde der Phaleristik - Deutsche Gesellschaft für

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69 12. Jahrgang OktOber 2010 ISSN 1438-3772 In diesem Heft Auszeichnungen für die Rettung von Menschen aus Lebensgefahr in Baden-Württemberg 1952–1...

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69 12. Jahrgang

OktOber 2010

ISSN 1438-3772

In diesem Heft Auszeichnungen für die Rettung von Menschen aus Lebensgefahr in Baden-Württemberg 1952–1955 Jahreszahlen beim Sächsisch Ernestinischen Hausorden des Herzogtums Sachsen-Altenburg Das Schwerterkreuz von Hessen-Homburg 1814–1815 Das Friedrich FranzAlexandra-Kreuz für Werke der Nächstenliebe Neues vom Stern von Malplaquet

Kupferabschlag der Rettungsmedaille Prägejahr 1953, Vorder- und Rückseite. Das Staatsministerium Baden-Württemberg übersandte die Abschläge am 27. Februar 1967 an das Hauptstaatsarchiv Stuttgart. Vorlage u. Aufnahme: Landesarchiv Baden-Württemberg, Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Best. J 290 Nr. 35. Im Unterdruck: Karte der staatlichen Gliederung Südwestdeutschlands 1945–1952 mit den Besatzungszonen bzw. Ländern. Vorlage: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg.

Das Magazin für Freunde der Phaleristik

Jürgen Lindner

Auszeichnungen für die Rettung von Menschen aus Lebensgefahr in BadenWürttemberg 1952–1955 (Teil 1) Vorbemerkung Das heutige Staatsgebiet von BadenWürttemberg umfasst im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts das Königreich Württemberg, das Großherzogtum Baden und die Fürstentümer Hohenzollern-Hechingen und Hohenzollern-Sigmaringen, die mit Verordnung vom 7. Januar 1852 zusammengelegt und als „Hohenzollernsche Lande“ (als selbstständiger Regierungsbezirk) dem Königreich Preußen angegliedert wurden. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurden Württemberg und Baden ein Freistaat (Republik), die Hohenzollerische Lande (neue Benennung ab 1928) blieben Bestandteil des nunmehrigen Freistaats Preußen. In der Zeit von 1933 bis 1945 bestand das Deutsche Reich in zentralistischer Struktur. Rettungstaten wurden fortan nicht mehr von den einzelnen Ländern, sondern durch das Reich belobt. Das Kriegsende im Mai 1945 führte zur Aufteilung des Reiches in vier Besatzungszonen und Abtrennung großer Gebietsteile. Der Südwesten Deutschlands wurde von den alliierten Besatzungsmächten in die Länder (Süd-)Baden mit Regierungssitz Freiburg und Württemberg-Hohenzollern mit Regierungssitz Tübingen/Bebenhausen als Teil der französischen Besatzungszone sowie dem Land Württemberg-Baden mit Regierungssitz Stuttgart (amerikanische Besatzungszone) aufgeteilt (Abb. 1). Als Einführung zu diesem ersten Teil des Artikels ist in gebotener Kürze auf die Auszeichnung von Lebensrettungstaten in den Staaten einzugehen, die heute Bestandteil des Landes BadenWürttemberg sind. Königreich Württemberg – Rettungsmedaille, verliehen 1897– 1918 (Abb. 2a/2b) Am 18. Juni 1897 stiftete König Wilhelm II. die erste württembergische Rettungsmedaille.1 Bis dahin wurden Lebensretter mit der silbernen oder

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goldenen Zivilverdienstmedaille bzw. ab 1892 mit der Verdienstmedaille des Kronordens ausgezeichnet. Die Rettungsmedaille wurde an einem Band von schwarzer Seide mit gelber Randeinfassung, das bei Frauen zu einer Schleife geknüpft war, auf der linken Brust getragen. Das Band durfte ohne die Medaille am Knopfloch getragen werden. Denjenigen, welchen früher die Verdienstmedaille des Kronordens bzw. die silberne Verdienstmedaille für eine Rettung verliehen worden war, behielten die betreffenden Dekorationen

bei, konnten aber auf Ansuchen beim Ordenskanzleramt das Band der neuen Medaille erhalten und dieses fortan an der Medaille tragen. Die einzige Rettungsmedaille in Gold erhielt 1908 der Seilermeister August Weidenbach aus Münster, Oberamt Cannstatt. Bei den silbernen Medaillen liegen unterschiedliche Zählungen vor. Das neuste Werk von KLEIN/RAFF2 geht von 220 vergebenen silbernen Rettungsmedaillen aus. Durch die Auswertung des Staatsanzeigers, in dem die Namen der Empfänger der Lebensrettungsmedaillen regelmä-

Abb. 1: Staatliche Gliederung Südwestdeutschlands 1945–1952. Die Karte zeigt die Besatzungszonen bzw. Länder im Südwesten Deutschlands. Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg.

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ßig veröffentlicht wurden, lassen sich die Verleihungszahlen präzisieren. Eine Zusammenzählung erbrachte 217 mit der silbernen Rettungsmedaille ausgezeichneten Personen, unter ihnen sechs Frauen. Volksstaat Württemberg – Lebensrettungsmedaille, verliehen 1925– 1934 (Abb. 3a/3b) In einer Sitzung am 16. September 1924 entschied das württembergische Staatsministerium, die Rettungsmedaille (in völlig neuer Gestaltung) an einem schwarz-roten Band weiter zu verleihen. Anträge auf Verleihung der Rettungsmedaille konnten für die gesamte zurückliegende Zeit seit der Staatsumwälzung im November 1918 nachgeholt werden. Vergeben wurden im gesamten Verleihungszeitraum eine goldene und 259 silberne Rettungsmedaillen.3 Großherzogtum Baden – Rettungsmedaille Großherzog Friedrich I., verliehen 1868–1908 (Abb. 4a/4b) Gestiftet wurde die Medaille am 30. September 1866 von Großherzog Friedrich I. für Rettung von Menschenleben und Eigentum durch mutvolles, opferwilliges Handeln. Vom ersten Modell (Verwendung 1866–1881), das auf der Vorderseite unter dem Halsabschnitt des Großherzogs die Signatur des Medailleurs Christian Schnitzspahn (1829–1877) zeigt, sollen vier kleine Gold-4 und 46 Silbermedaillen5 vergeben worden sein. Ein zweites Modell, jetzt ohne Signatur, wurde von 1882 bis 1908 verliehen. Hiervon wurden vier kleine goldene6 und 128 silberne Rettungsmedaillen7 ausgegeben. Eine große goldene Medaille, wie in den Statuten vorgesehen, wurde nicht verliehen. Der Durchmesser der Goldmedaille betrug etwa 32,5 mm, die der Silbermedaille etwa 40,5 mm. Getragen wurden die Medaillen an einem aus drei hochroten und zwei goldgelben Streifen bestehenden Band mit dünnen, goldgelben Seitenstreifen. Großherzogtum Baden – Rettungsmedaille Großherzog Friedrich II., verliehen 1908–1918 (Abb. 5a/5b) Nach dem Tod des Großherzogs übernahm sein Sohn Friedrich II. die Regentschaft. Es erfolgte keine Neustiftung, da lediglich die Medaillengestaltung verändert wurde. Im Verleihungszeitraum wurden 68 silberne Medaillen vergeben.8 Eine kleine oder gar große goldene Medaille kam hier nicht zur Verleihung.

Abb. 2a und 2b: Königreich Württemberg – Silberne Rettungsmedaille, Vorder- und Rückseite, Sammlung U. Bretzendorfer.

Abb. 3a und 3b: Volksstaat Württemberg – Lebensrettungsmedaille, Vorder- und Rückseite, Sammlung U. Bretzendorfer.

Abb. 4a und 4b: Großherzogtum Baden – Silberne Rettungsmedaille Großherzog Friedrich I., Vorder- und Rückseite, Sammlung U. Bretzendorfer. Die hier gezeigte Medaille wurde zeitgenössisch umgearbeitet, um sie an der Uhrenkette tragen zu können.

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Republik Baden – Rettungsmedaille, verliehen 1920–1934 (Abb. 6a/6b) Im Jahre 1919 stiftete die vorläufige Volksregierung des Freistaats Baden eine neue Rettungsmedaille. Diese völlig neue und zur damaligen Zeit hoch modern gestaltete Medaille des Karlsruher Bildhauers Heinrich Ehehalt wurde aus Bronze gegossen und an einem goldgelben Band mit drei (braun)roten Streifen getragen. Nach HESSENTHAL/ SCHREIBER sollen im Verleihungszeitraum 120 Exemplare hergestellt worden sein.9 Die genauen Verleihungszahlen sind nicht bekannt. Hohenzollern – Preußisches Verdienstehrenzeichen für Rettung aus Gefahr (Rettungsmedaille am Bande) und einer Erinnerungsmedaille für Rettung aus Gefahr, verliehen 1833–1918 In Hohenzollern konnten Lebensrettungen mit dem Verdienstehrenzeichen bzw. der Erinnerungsmedaille für Rettung aus Gefahr in den verschiedenen Prägungen verliehen werden. König Friedrich Wilhelm III. stiftete am 16. August 1833 diese Auszeichnung, die im Zeitraum von 1833 bis 1918 in vier unterschiedlichen Prägungen (Rettungsmedaille am Bande sowie die Erinnerungsmedaille) vergeben wurde. Hohenzollern – Republik Preußen – Rettungsmedaille, verliehen 1925–1934 Im Freistaat Preußen wurde nach 1919 zuerst eine „Dankesurkunde für Lebensrettung“ sowie eine „Öffentliche Belobigung“ vergeben. Am 9. Juni 1925 stiftete das Preußische Staatsministerium erneut eine Rettungsmedaille am Bande und gleichzeitig eine Erinnerungsmedaille für Rettung aus Gefahr, welche in zwei verschiedenen Ausführungen hergestellt wurden. 1933 stiftete der preußische Innenminister eine dritte Prägeausführung, die dann nur ein Jahr verliehen wurde (Rettungsmedaille am Bande sowie Erinnerungsmedaille).10 Deutsches Reich 1933–1945 Mit der „Verordnung des Reichspräsidenten über die Verleihung von Auszeichnungen für die Errettung von Menschen aus Lebensgefahr“ vom 22. Juni 1933, nach der künftig nur noch der Reichspräsident Rettungsmedaillen verleihen konnte, endete das Kapitel „Verleihung Rettungsmedaillen“ in Württemberg, Baden und Hohenzollern (Preußen). Den Landesregierungen wurde nur noch gestattet, „für diejeni-

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gen Rettungstaten, die vor dem 9. April 1933 vollbracht wurden, die bisher nach Landesrecht vorgesehenen Auszeichnungen bis zum 8. April 1934 selbst zu verleihen“.11 Nach Kriegsende 1945 Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden auf dem heutigen Staatsgebiet entsprechend des Potsdamer Abkommens vom 2. August 1945 – wie Eingangs bereits erwähnt – drei Besatzungszonen gebildet. Die amerikanische Besatzungsmacht bildete schon bald eine Verwaltungseinheit für Nordbaden und Nordwürttemberg. Die Amerikaner beauftragten Dr. Reinhold Maier (1889–1971) als Ministerpräsidenten des Landes Württemberg-Baden. Eine verfassungsgebende Landesversammlung wurde im Juni 1946 gewählt und im November des Jahres wurde die Landesverfassung beschlossen. Im französischen Besatzungsge-

biet entstanden die Länder (Süd-)Baden, in dem Leo Wohleb (1888–1955) am 24. Juni 1947 vom Badischen Landtag zum Staatspräsidenten gewählt wurde. Im November 1946 fand hier die Wahl zur Beratenden Landesversammlung statt. Ein Jahr später wurde das erste Landesparlament frei gewählt. Auch in (Süd-)Württemberg-Hohenzollern wurde im November 1946 eine Beratende Landesversammlung zugelassen, die eine Verfassung ausarbeitete, welche im Mai 1947 in Bebenhausen verkündet wurde. Erster Staatspräsident wurde Lorenz Bock (1883– 1948). Ihm folgte nach dessen Tod Dr. Gebhard Müller (1900–1990). Spätestens im ersten Halbjahr 1946 wurde in diesen Zonen eine Zivilverwaltung eingesetzt, Volksabstimmungen zur Landesverfassung und Wahlen zu den Länderparlamenten fanden etwa ein Jahr später statt. Jedoch war das öffentliche Leben weiter vom Besat-

Abb. 5a und 5b: Großherzogtum Baden – Rettungsmedaille Großherzog Friedrich II., Vorder- und Rückseite, Sammlung U. Bretzendorfer.

Abb. 6a und 6b: Republik Baden – Rettungsmedaille, Vorder- und Rückseite, Sammlung U. Bretzendorfer.

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zungsstatut bestimmt! Dies änderte sich erst mit Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Nach und nach erhielten die Länder und die Bundesrepublik ihre Souveränität zurück. Aber zurück zu der alliierten Gesetzgebung: „Gemäß Artikel IV des Kontrollratsgesetzes Nr. 8 vom 30. November 1945“12 war neben dem Tragen von zivilen Orden und Ehrenzeichen auch die Verleihung und die Annahme von zivilen Auszeichnungen, Ehrenzeichen oder Medaillen verboten! Dieser Artikel wurde erst durch Gesetz der Alliierten Hohen Kommission Nr. 7 vom 21. September 1949 aufgehoben.13 Da man sich aber bereits im Jahr 1947 wieder damit auseinander setzte, inwieweit der mutige Einsatz des eigenen Lebens zur Errettung von Menschenleben auch in der Jetztzeit Anerkennung verdient, wurde in Erwägung gezogen, diese Anerkennung in Form einer „Öffentlichen Belobigung“ und Übermittlung von Urkunden, bei entsprechend hervorragenden Taten im Bedürftigkeitsfalle unter gleichzeitiger Aushändigung eines Geldgeschenkes zum Ausdruck zu bringen.14 Exemplarisch sei dieses Vorgehen weiter am Land Baden näher erläutert. So hat sich die Badische Landesregierung auf ihrer 10. Sitzung vom 23. Oktober 1947 grundsätzlich einverstanden erklärt, eine Belobigung in Form einer Ehrenurkunde für die Errettung von Menschen aus Lebensgefahr auszusprechen. In Fällen, in denen sich der Lebensretter bei seiner Rettungstat in eigener Lebensgefahr befand, konnte mit der Belobigung auch die Aushändigung eines Geldgeschenkes verbunden werden. Dessen Bemessung betrug beim Vorliegen eigener Lebensgefahr 50 und bei erheblicher Lebensgefahr 100 Reichsmark (später gestaffelt: 25, 50 und 100 DM). Am 18. März 1948 erließ das Badische Innenministerium ein Rundschreiben an die Landratsämter und Polizeidirektionen, in dem sich die Landesregierung am 26. Februar einverstanden erklärt hat, dass künftig früherer Gepflogenheit entsprechend durch den Herrn Staatspräsidenten wieder Belobigungen für die Errettung von Menschen aus Lebensgefahr ausgesprochen werden können. Die früheste Rettungstat, welche 1948 durch den Staatspräsidenten von Baden öffentlich belobigt wurde, geschah am 2. September 1945.15 Ähnlich dürfte auch in den Ländern WürttembergHohenzollern und Württemberg-Baden16 verfahren worden sein. Erwähnenswert ist sicher auch, dass man sich im Land Baden seit Anfang

1951 sehr intensiv mit der Wiedereinführung einer badischen Rettungs- und Erinnerungsmedaille für Errettung aus Gefahr auseinandersetzte. Auf ihrer 110. Sitzung vom 4. Mai 1951 stimmte die Landesregierung diesem Ansinnen zu und beauftragte den Minister des Innern nach Fühlungsnahme mit der Münze in Karlsruhe einen Entwurf vorzubereiten! Die Badische Münzverwaltung legte mit Schreiben vom 23. September 1951 zwei Zeichnungen vor.17 Auch in Württemberg-Baden beschloss der Ministerrat in seiner 43. Sitzung am 19. November 1951, die Rettungsme-

daille wieder einzuführen. Dazu wurde am 28. Januar 1952 das Innenministerium veranlasst, dem Kabinett einen Entwurf eines Gesetzes über die Ehrung von Lebensrettungen vorzulegen.18 Über den Stand der Überlegungen zur Wiedereinführung einer Rettungsmedaille im Land WürttembergHohenzollern liegen bisher keine Erkenntnisse vor. Zu einer Realisierung dieser Vorhaben ist es jedoch im Verlauf der folgenden politischen Ereignisse nicht mehr gekommen. Ein Runderlass des Präsidenten des Landesbezirks Baden (Land Württemberg-

Abb. 7: Württemberg-Baden: Ehren-Urkunde für eine Lebensrettung unter Einsatz des eigenen Lebens, ausgestellt am 20. Dezember 1951 mit Unterschrift des Ministerpräsidenten Dr. Reinhold Maier. Privatbesitz. Der Sattlerlehrling Heinz Dold aus Entringen rettete am 26. Juni 1951 während eines Ausfluges mit seiner Berufsschule zu einer Lederfabrik in Backnang einem kleinen Mädchen im Alter von 56 Jahren das Leben. Sie war in einen Kanal gefallen und drohte zu ertrinken. Bei der Verleihung handelt es sich eigentlich um die an einen „Ausländer“, denn Entringen gehörte zu dieser Zeit zum Land Württemberg-Hohenzollern! Die „Öffentliche Belobigung erfolgte durch Veröffentlichung im Amtsblatt des Innenministeriums Nr. 1 vom 4. Februar 1952.

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Baden) vom 28. Juni 1951 soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. Hier wird ausgeführt: Gegen das Tragen der ordnungsgemäß verliehenen alten Rettungsmedaillen, die kein nationalsozialistisches Zeichen tragen, bestehen nach Auffassung des Staatsministeriums keine Bedenken. Ein Umtausch von Medaillen mit nationalsozialistischen Zeichen gegen neue Medaillen kommt jedoch nicht in Frage, weil zur Zeit keine verliehen werden.19 Angemerkt werden darf, dass das „Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen“ erst im Jahre 1957 erlassen wurde. Gründung des Landes BadenWürttemberg am 25. April 1952 An dieser Stelle erscheint es notwendig, dem interessierten Leser einige kurze Erläuterungen über die geschichtlichen Abläufe, die zur Gründung des Südweststaats „Baden-Württemberg“ führten, zu geben. Die Volksabstimmung sollte die Entscheidung über einen Zusammenschluss zu einem „Südweststaat“20 herbeiführen, fand in den einzelnen Ländern am 9. Dezember 1951 statt und brachte außer in Baden eine Mehrheit für den Zusammenschluss der drei Länder. Bei einer am 9. März 1952 stattgefundenen Wahl zur verfassungsgebenden Landesversammlung wurden endgültig die Weichen zu einem Zusammenschluss gestellt. Am 25. April 1952 fand die konstituierende Sitzung der verfassungsgebenden Landesversammlung statt. Dabei wurde dann Dr. Reinhold Maier zum ersten Ministerpräsidenten gewählt. Dieser präsentierte unmittelbar nach seiner Wahl eine vollständige Kabinettsliste und gab sodann die Erklärung ab, dass der Zusammenschluss der drei südwestdeutschen Länder zu einem Staat erfolgt sei. Dies war faktisch die „Geburtsstunde“ von Baden-Württemberg! Die provisorische Landesregierung konnte am 11. November 1953 die Landesverfassung verabschieden, die dann mit einem feierlichen Staatsakt am 19. November 1953 in Kraft trat. Zwar wurde im Artikel 24 der Verfassung die Landesfarben Schwarz-Gold bestimmt, das Landeswappen jedoch wurde erst durch Gesetz vom 3. Mai 1954 (Ges.Bl. S. 69) eingeführt. Es gab also bei der Schaffung der Rettungsmedaille im Jahre 1952/1953 noch kein Landeswappen, das die Rückseite der Rettungsmedaille schmücken konnte. Dieses wurde dann bei den Rettungsmedaillen der „Ausgabe 1955“ (Verleihungen nach dem März 1955) als Medaillenrückseite an-

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Abb. 8: Baden-Württemberg – (Ehren)-Urkunde für eine Lebensrettung unter Einsatz des eigenen Lebens, ausgestellt am 25. Juni 1952 (genau zwei Monate nach der Ausrufung des Landes Baden-Württemberg) mit der Unterschrift des Ministerpräsidenten Dr. Reinhold Maier. Privatbesitz. Wilhelm Eisele rettete am 3. April 1952, einem kalten Apriltag, einen kleinen Jungen vor dem Ertrinken im Neckar.

Abb. 8a: Prägesiegel des Staatsministeriums des Landes aus der Ehren-Urkunde (Abb. 7).

Abb. 8b: Dienstsiegel (Handstempel) des Landes Baden-Württemberg, Detail aus Abb. 8.

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statt des Schriftzuges Baden-Württemberg neu verwendet. Die Verleihung von Auszeichnungen für die Rettung von Menschen aus Lebensgefahr nach der Gründung von Baden-Württemberg Nach Gründung des Landes am 25. April 1952 erfuhren „Lebensrettungstaten“ weiterhin öffentlich eine Belobung in Form einer Ehrenurkunde, in welcher der Ministerpräsident den Retter „Lob und Anerkennung“ aussprach. Diese jetzt provisorisch gestalteten Urkunden wurden über einen recht kurzen Zeitraum, also nach April bis gegen Ende 1952 vergeben (Abb. 7 und 8). Es ist davon auszugehen, dass die Verleihungsgrundsätze für Rettungstaten weiter wie bisher in Württemberg-Baden angelegt wurden. Es ist hier aber im Vorab zu bemerken, dass die bis zu diesem Zeitpunkt ausgesprochenen „Öffentlichen Belobungen“ in keiner Weise mit denen im nachfolgenden Gesetz vom 10. März 1953 aufgeführten öffentlichen Belobungen gleichgesetzt werden dürfen. Nach diesem Gesetz konnten auf Antrag alle bis zu diesem Zeitpunkt „öffentlich belobten“ und mit einer (Ehren-)Urkunde Ausgezeichneten auf Beantragung im Nachhinein mit der Rettungsmedaille am Bande von Baden-Württemberg ausgezeichnet wer-

Abb. 9a und 9b: Land Baden-Württemberg – Rettungsmedaille am Band, Prägejahr 1953, Vorderund Rückseite, Sammlung U. Bretzendorfer. Dieses Exemplar wurde am 17. September 1953 an Herrn Anton Kurz verliehen. Die Veröffentlichung der Rettungstat erfolgte im GABl. Nr. 18 vom 23. Oktober 1953. den, sofern die Voraussetzungen dafür vorlagen (vgl. Verleihungsgrundsätze zur Stiftung der Rettungsmedaille Baden-Württemberg, hier Abs. 9). Zumindest der nach Mai 1952 mit einer Ehrenurkunde ausgezeichnete Lebensretter Dieter Althaus erhielt 1954 die Rettungsmedaille am Bande nachgereicht.21 Es ist jedoch davon auszugehen, dass abgesehen von denjenigen zum Zeitpunkt der Lebensrettung noch „jugendlichen“ Rettern, die nach neuerlicher Überprüfung von Amtswegen

nach Vollendung ihres 18. Lebensjahres die Rettungsmedaille am Bande nachgereicht bekamen, kaum einer der „stillen Helden“ von sich aus später die ihm mögliche Nachreichung der Rettungsmedaille beantragte. Ein Satz eines Lebensretters, der sich mir „eingeprägt hat“, bringt es verallgemeinert zum Ausdruck: Ich habe das Kind gerettet und den am Ufer stehenden Helfern übergeben, ich bin dann heimgegangen und habe mir was Trockenes angezogen. Danach bin ich wieder an

Abb. 10a–10c: Land Baden-Württemberg – drei Rettungsmedaillen am Band, Prägejahr 1953.

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meine Arbeit gegangen – wohlgemerkt eine Rettungstat bei eisigen Minustemperaturen! Ähnliches habe ich bei meiner Recherche öfters gehört. Diese Menschen taten ihre „Pflicht und Schuldigkeit“ nach ihren eigenen moralischen Maßstäben – deswegen und nicht wegen einer Ehrung oder einer Medaille! Man befasste sich nach Gründung des „Südweststaats“ von Seiten des Ministerrats sehr nachdrücklich mit der Ausarbeitung von gesetzlichen Regelungen, welche die „Wiedereinführung der Rettungsmedaille in Baden-Württemberg“ zum Gegenstand hatten. Auszug aus der Niederschrift über die 21. Sitzung des Ministerrats am 16. Sept. 1952, vorm. 9 Uhr. 8. Wiedereinführung der Rettungsmedaille Nach Vortrag des wesentlichen Inhalts des Schreibens des Innenministeriums Baden-Württemberg beschließt der Ministerrat, folgende Bekanntmachung des Staatsministeriums für die Wiedereinführung der Rettungsmedaille zu erlassen: (1) Für die Errettung von Menschen aus Lebensgefahr wird die Verleihung der Rettungsmedaille mit der Maßgabe wieder eingeführt, dass anstelle der Erinnerungsmedaille für Rettung aus Gefahr eine Ehrenurkunde für Lebensrettung ausgestellt wird. (2) Die Rettungsmedaille und die Ehrenurkunde für Lebensrettung werden vom Ministerpräsidenten auf Vorschlag des Innenministeriums verliehen. (3) In Fällen, in denen die Voraussetzungen für die Verleihung der Rettungsmedaille nicht gegeben sind, das Verhalten des Retters jedoch eine Auszeichnung verdient, wird ihm auf Vorschlag des Innenministeriums eine öffentliche Belobigung ausgesprochen. Neben der öffentlichen Belobigung kann dem Retter in geeigneten Fällen eine Geldbelohnung gewährt werden. (4) Die Durchführungsbestimmungen erlässt das Innenministerium Baden-Württemberg.“ Weiter wird beschlossen, dass für die Vorderseite der Rettungsmedaille das Muster des Reichs mit den Worten „Für Rettung aus Gefahr“ in einem Kranz und für die Rückseite das Landeswappen, bis zur Schaffung eines Landeswappens die Worte „Baden-Württemberg“, gewählt wird.22

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Jedoch dauerte es noch ein halbes Jahr bis es zur Wiedereinführung der Rettungsmedaille in Baden-Württemberg kam. Durch die nachstehend wiedergegebenen zwei „Bekanntmachungen“ aus dem Jahre 1953 wurde die Verleihung von Auszeichnungen für die Rettung von Menschen aus Lebensgefahr neu geregelt.23 Bekanntmachung des Staatsministeriums von Baden-Württemberg über die Verleihung von Auszeichnungen für die Rettung von Menschen aus Lebensgefahr vom 10.03.1953 Nach einem Beschluss der Vorläufigen Regierung wird der Ministerpräsident für die Rettung von Menschen aus Lebensgefahr die Rettungsmedaille wieder verleihen, Ehrenurkunden erteilen und öffentliche Belobungen aussprechen. Die Art der Ehrung richtet sich nach dem Grad der Gefährdung des Retters. Neben den Ehrungen kann dem Retter in geeigneten Fällen eine Geldbelohnung gewährt werden. Die Ausführungsbestimmungen erlässt das Innenministerium BadenWürttemberg. Dr. Reinhold Maier (erster Ministerpräsident von BadenWürttemberg). Bekanntmachung des Innenministeriums über die Verleihung von Auszeichnungen für die Rettung von Menschen aus Lebensgefahr vom 18. März 1953, Nr. I 2810/2. Nachstehend werden die Grundsätze über die Verleihung von Auszeichnungen für die Rettung von Menschen aus Lebensgefahr und die Durchführungsbestimmungen des Innenministeriums zu der Anordnung des Staatsministeriums über die Wiedereinführung der Rettungsmedaille vom 10. März 1953 bekanntgegeben: A. Verleihungsgrundsätze 1. Für eine unter Einsatz des eigenen Lebens im Land Baden-Württemberg durchgeführte Rettung aus Lebensgefahr wird dem Retter die Rettungsmedaille verliehen oder die Ehrenurkunde für Lebensrettung erteilt. 2. Die Rettungsmedaille wird verliehen, wenn sich der Retter bei dem Rettungswerk in ganz besonders erheblicher Lebensgefahr befunden hat. Sie wird demselben Retter nur einmal verliehen. Die Ehrenurkunde für Lebensrettung wird erteilt, wenn sich der Retter bei dem Rettungswerk in erheblicher Lebensgefahr befunden hat.

Abb. 11: Land Baden-Württemberg – Rettungsmedaille am Band, Prägejahr 1953, im geöffneten Etui. Alle bislang bekannten Medaillen befinden sich mit einer Ausnahme in einem derartigen Etui.

Bild 12: Land Baden-Württemberg – Rettungsmedaille am Band, Prägejahr 1953 im geöffneten Etui. Hier handelt es sich um ein abweichendes blaues Etui mit weinroter Inneneinlage und einem weißen Atlaskissen im Deckel. In diesem wohl zeitgenössischen Etui befand sich die am 20. April 1953 an Herrn Günter Rupp verliehene Medaille (vgl. GABl. Nr. 13 vom 4. Juni 1954). Nicht nachweisbar ist jedoch, ob das Etui so mit der Medaille ausgegeben wurde. Sammlung des Verfassers.

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3. Die Verleihung der Rettungsmedaille und die Erteilung der Ehrenurkunde für Lebensrettung setzen voraus, dass der Retter die Rettungstat im wesentlichen selbständig durchgeführt hat und dass er der Auszeichnung würdig ist. Bei jugendlichen Rettern wird die Verleihung der Rettungsmedaille bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres ausgesetzt. Sie werden zunächst öffentlich gelobt. 4. Wer das Leben anderer zu schützen hat, wird für die Rettung Schutzbefohlener in der Regel nach diesen Bestimmungen nur geehrt, wenn er bei dem Rettungswerk das Maß der üblichen Pflichterfüllung erheblich überschritten hat. 5. Verdient der Retter eine Ehrung, obgleich die Voraussetzungen für die Auszeichnung mit der Rettungsmedaille oder der Ehrenurkunde für Lebensrettung nicht vorliegen, wird eine öffentliche Belobung ausgesprochen. 6. Neben der Ehrung kann dem Retter in geeigneten Fällen eine Geldbelohnung bewilligt werden.

7. Über die Verleihung der Rettungsmedaille erhält der Beliehene eine Urkunde. 8. Auf die Auszeichnungen und die Geldbelohnung besteht kein Rechtsanspruch. 9. An Stelle der Ehrenurkunden, die seit 1945 für Lebensrettungen erteilt worden sind, kann die Rettungsmedaille nachträglich verliehen werden, wenn die Voraussetzungen hierfür vorliegen. B. Durchführungsbestimmungen 1. Die Ermittlungen über jede Rettungstat, für die eine Auszeichnung in Frage kommt, sind von dem für den Wohnsitz des Retters zuständigen Bürgermeisteramt unverzüglich von Amts wegen anzustellen. Hat der Retter seinen Wohnsitz außerhalb des Landes Baden-Württemberg, so ist für die Ermittlungen das Bürgermeisteramt des Rettungsorts zuständig. Eine Auszeichnung wird in diesen Fällen nur dann verliehen, wenn der Retter sie nicht in seinem Heimatland erhält. Ermittlungen sind nicht mehr anzustellen, wenn

Abb. 13: Land Baden-Württemberg – Verleihungsurkunde für eine unter Einsatz des eigenen Lebens durchgeführte Rettungstat, ausgestellt am 17. September 1953, mit der Unterschrift des Ministerpräsidenten Dr. Reinhold Maier, der kurze Zeit später, am 7. Oktober des Jahres, als Ministerpräsident zurücktrat. Sammlung U. Bretzendorfer.

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die Rettungstat länger als zwei Jahre zurückliegt. 2. Die Ermittlungen sind insbesondere darauf zu richten, ob alle Voraussetzungen für die Auszeichnung gegeben sind und in welchem Grad der Lebensgefahr sich der Retter befunden hat. Hierzu sind Retter und Gerettete sowie sonstige Zeugen der Rettungstat ausführlich zu hören. Den Vernehmungsniederschriften ist eine einfache Planskizze beizugeben, die den Ort und Hergang der Rettungstat veranschaulicht. Bei Rettung aus Wassergefahr sind auf der Planskizze die Entfernungen und Tiefen kenntlich zu machen. In diesen Fällen ist ein Gutachten des zuständigen Straßen- und Wasserbauamts in den Regierungsbezirken Nordwürttemberg und Südwürttemberg-Hohenzollern und des zuständigen Wasserwirtschaftsamts in den Regierungsbezirken Nordbaden und Südbaden beizufügen. Das Gutachten hat sich insbesondere über den Grad der Lebensgefahr des Retters auszusprechen.

Abb. 14: Land Baden-Württemberg – Verleihungsurkunde für eine unter Einsatz des eigenen Lebens durchgeführte Rettungstat, ausgestellt am 8. März 1955, mit der Unterschrift des Ministerpräsidenten Dr. Gebhard Müller. Hierbei handelt es sich um eine mit Vollendung des 18. Lebensjahres nachverliehene Rettungsmedaille am Band.

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3. Nach Abschluss der Ermittlungen übergeben die Bürgermeisterämter der kreisangehörigen Gemeinden, soweit sie nicht unmittelbare Kreisstädte sind, die Akten dem Landratsamt, das die Ermittlungen prüft. Die Landratsämter und die Bürgermeisterämter der kreisfreien Städte und der unmittelbaren Kreisstädte berichten in dreifacher Fertigung einzeln über jede Rettungstat unter Benutzung des nach stehend abgedruckten Formblatts über das Regierungspräsidium dem Innenministerium. Sammelberichte sind nicht zulässig. Der Bericht muss die Rettungstat klar und erschöpfend darstellen und einen bestimmten Auszeichnungsvorschlag enthalten. Die Begründung des Vorschlags muss sich aus der Darstellung der Rettungstat ergeben. Der Bericht muss ferner enthalten Vorund Zunamen, Tag und Ort der Geburt, Stand, Beruf oder Gewerbe, Wohnort und Wohnung des Retters, seine Staatsangehörigkeit, weiter den Tag und Ort der Rettungstat. Über Umstände, die für die Beurteilung der Persönlichkeit des Retters und seiner Würdigkeit von Bedeutung sind, ist ebenfalls zu berichten. Eine strafgerichtliche Verurteilung schließt die Ehrung dann nicht ohne weiteres aus, wenn die Straftat nicht besonders schwer und nicht Ausfluss einer ehrlosen Gesinnung gewesen ist oder wenn sie bereits längere Zeit zurückliegt und der Verurteilte sich seither einwandfrei geführt hat. Dem Bericht sind die Ermittlungsakten beizufügen. 4. Die Rettungsmedaille und die Ehrenurkunde für Lebensrettung werden den Rettern durch die Landräte (Oberbürgermeister) in würdiger Form, Schülern durch den Schulleiter ausgehändigt. Angehörigen des öffentlichen Dienstes wird die Auszeichnung vom Dienstvorgesetzten ausgehändigt. Diese Regelung gilt auch für die im Namen des Herrn Ministerpräsidenten auszusprechende öffentliche Belobung. 5. Sind bei einem jugendlichen Retter die Voraussetzungen für die Verleihung der Rettungsmedaille gegeben, so ist ihm mitzuteilen, dass er die Rettungsmedaille erhalten wird, wenn er das 18. Lebensjahr vollendet und sich bis dahin gut geführt hat. Hierüber ist spätestens drei Monate vor der Vollendung des 18. Le-

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Abb. 14a: Prägesiegel des Staatsministeriums Baden-Württemberg (Detail aus Abb. 13). Sammlung U. Bretzendorfer.

Abb. 14b: Neues Prägesiegel großes „Landeswappen Baden-Württemberg“ (Detail aus Abb. 14).

Abb. 15: Zeitungsbericht über die nachträgliche Verleihung der Rettungsmedaille am Band für Manfred Thom (nach Vollendung des 18. Lebensjahres, wobei die Lebensrettung bereits im Jahr 1950 erfolgte).

bensjahrs zu berichten. Die Rettungsmedaille soll dem jugendlichen Retter möglichst an seinem Geburtstag (Vollendung des 18. Lebensjahres) ausgehändigt werden. 6. Alle Ehrungen für Lebensrettungen sind im Staatsanzeiger, im Gemeinsamen Amtsblatt, und wenn der Retter in Baden-Württemberg wohnt, im Amtsblatt des Stadt- oder Landkreises seines Wohnorts bekanntzugeben. In Vertretung Dr. Fetzer Am 16. März 1953 unterzeichnete Ministerpräsident Dr. Reinhold Maier die ersten sieben Urkunden für Lebensrettungstaten, sechs Rettungsmedaillen am Bande und eine Ehrenurkunde für Lebensrettung wurden somit an diesem Tag verliehen.24

Die Rettungsmedaille am Bande Prägejahr 1953 – erstes Modell (Abb. 9a/9b) Am 23. September 1952 erteilte das Staatsministerium Baden-Württemberg der Staatlichen Münze Stuttgart einen Auftrag zur Herstellung von 30 Medaillen „Für Rettung aus Gefahr“. Zu dieser Zeit musste das Staatsministerium das benötigte Silber (900 fein) für die Ausprägung der Medaillen noch durch „Münzenankauf“ beschaffen und der „Münze“ für die Fertigung zur Verfügung stellen. Ende Januar 1953 wurden 30 Medaillen geliefert. Nachdem die Voraussetzungen für Verleihung ab dem 10. März 1953 gegeben waren, konnten am 16. März 1953 die ersten sechs neuen Rettungsmedaillen verliehen bzw. zu einem späteren Zeit-

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punkt den Rettern ausgehändigt werden.25 Im GABl. Nr. 13 vom 29. Juli 1953 erfolgte die Bekanntgabe einer weiteren Verleihung der Rettungsmedaille, das entsprechende Verleihungsdatum konnte nicht ermittelt werden, wird aber sicher zwischen Mitte Mai und Mitte Juni gelegen haben. Nach dieser Verleihung ergab sich dann ein Vorgang, der sich spekulativ, aber auch anhand verschiedener Fakten, ergibt. In einer Notiz der Staatlichen Münze befindet sich als Anlage 34 der Verweis, dass zur Herstellung einer Medaille (Muster) „Für Rettung aus Gefahr“ – die Staatliche Münze 17 Gramm Silber aus Münzankauf erhalten hat! Diese Bestätigung des Staatsministeriums datiert auf den 5. Mai 1953. Es stellt sich die Frage, warum nach Vergabe von sieben Rettungsmedaillen am Band nun auf einmal noch ein Musterstück von der Münze verlangt wurde? Und in der Anlage 62 vom 11. August 1953 bescheinigt das Staatsministerium den Empfang der 22 umgetauschten Rettungsmedaillen. Hinzu kam später noch eine weitere 23. Rettungsmedaille, die sich zu diesem Zeitpunkt aber noch zur Ansicht bei der Landesregierung in Schleswig Holstein befand und die nach deren Rücksendung ebenfalls umgetauscht werden sollte. So wurden also 23 Medaillen „Für Rettung aus Gefahr“ neu hergestellt und wenn man die zuvor verliehenen Medaillen mit berechnet, ergibt sich wieder die Anzahl von diesen 30 zuerst hergestellten Rettungsmedaillen, allerdings zusätzlich der 31. hergestellten Mustermedaille. Weitere Akten zu diesem Vorgang sind nicht mehr auffindbar. Grund hierfür ist, dass wohl im Jahre 1972 das Aktenzeichen 1139 (Rettungsmedaille, Allgemeines, 1947–1963) des Staatsministeriums Württemberg-Baden bzw. BadenWürttemberg vernichtet wurde.26 Mit Sicherheit haben sich die Medaillen im Stempelbild nicht unterschieden! Somit ergibt sich meiner Meinung nach nur noch eine plausible Erklärung für diesen Vorgang. Die 30 zuerst geprägten Medaillen müssen nach ihrer Herstellung in recht kurzer Zeit „oxidiert“ sein und kamen somit für eine Vergabe nicht mehr in Frage. Dies kann sehr wohl geschehen, z. B. durch einen höheren Schwefelanteil im Silber. So ein Vorgang ist mir persönlich von einem anderen Land, hier auch bei Rettungsmedaillen, bekannt geworden. Diese Medaillen wurden sehr schnell „schwarz“, selbst nach Aufarbeitung oxidierten diese wieder innerhalb kur-

Abb. 16: Land Baden-Württemberg – Ehren-Urkunde für die Rettung eines Menschen aus Lebensgefahr am 15. September 1953 in Linkenheim durch den Malerlehrling Winfried Mimietz. Diese am 23. Februar 1954 ausgestellte Urkunde ist von Hermann Veit, dem damaligen Wirtschaftsminister und stellvertretenden Ministerpräsident des Landes, unterzeichnet. Privatbesitz.

Abb. 17a und 17b: Kupferabschlag der Rettungsmedaille Prägejahr 1953, Vorder- und Rückseite. Vorlage und Aufnahme: Landesarchiv Baden-Württemberg, Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Best. J 290 Nr. 35.

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zer Zeit und wurden letztlich ausgesondert. Dies wäre dann sicherlich eine Erklärung für diesen Umtausch. Und dass es sehr wohl Unterschiede im Silber gegeben haben muss, ergibt sich auch bei der Beschreibung der Medaille. Alle mir bekannten Stücke sind in Prägequalität „Spiegelglanz“ ausgeführt. Im selben Jahr fanden noch Verleihungen am 17. September und am 19. November statt. Alle genannten Verleihungsdaten sind gesichert, da hierzu dem Autor die Urkunden vorgelegen haben. Die Bezeichnung „Prägejahr 1953“ für die erste Fassung der Medaille geht auf die damals gebräuchliche Bezeichnung des Staatsministeriums zurück. Die Medaillen mit einem geforderten Durchmesser von 32,5 mm wurden in Silber (900/000) ausgeprägt. Bei den Bestellungen musste, wie bereits erwähnt, das Silber für die Herstellung der Medaillen durch Münzankauf beschafft werden. Für eine Medaille wurde ein Bedarf von etwa 17 Gramm, für die Öse 0,66 Gramm Silber zugrunde gelegt. Die vorgelegenen und vermessenen Medaillen (mit Öse) haben ein Gewicht von 16,7 Gramm und einen Durchmesser von 33 mm. Auf etwa 13 Uhr ist im Rand der Silberstempel „900“ eingeschlagen. Auf der Vorderseite befindet sich die vierzeilige Inschrift FÜR / RETTUNG / AUS / GEFAHR, auf der Rückseite der dreizeilige Schriftzug BADEN / WÜRTTEM- / BERG. Konfektioniert ist die Medaille an einem 30 mm breiten gelben Band mit weißen Seitenstreifen (Abb. 10a–10c). Am 26. April 1954 erging ein weiterer Auftrag des Staatsministeriums zur Herstellung von weiteren zehn Rettungsmedaillen „Prägejahr 1953“, den die Staatliche Münze bereits am nächsten Tag erledigen konnte. Der Preis für 1 Gramm Silber betrug zu dieser Zeit 13 Pfennige! Am 16. März 1955 wurden nachmals drei Rettungsmedaillen „Prägejahr 1953“ bestellt. Gleichzeitig gab das Staatsministerium die ersten 50 Rettungsmedaillen „Ausgabe 1955“ mit dem Landeswappen auf der Rückseite zusammen mit einem kupfernen Probeabschlag in Auftrag. Somit prägte die Staatliche Münze Stuttgart insgesamt 44 Rettungsmedaillen „Prägejahr (PJ) 1953“ (erste Fassung). Es wurden in der Zeit vom 16. März 1953 (erste Verleihung) bis 8. März 1955 (letzte Verleihung) 38 Personen mit der Rettungsmedaille ausgezeichnet (davon zwei Frauen). Von den sechs nicht verliehenen Medaillen wurde zur damaligen Zeit ein Exemplar nachweislich an einen Fachbuchautor abgege-

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Abb. 18a und 18b: Bleiabschlag der Rettungsmedaille Prägejahr 1953 – Matrize, Vorder- und Rückseite. Vorlage und Aufnahme: Landesarchiv Baden-Württemberg, Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Best. J 290 Nr. 35.

Abb. 19a und 19b: Bleiabschlag der Rettungsmedaille Prägejahr 1953 – Patrize, Vorder- und Rückseite. Vorlage und Aufnahme: Landesarchiv Baden-Württemberg, Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Best. J 290 Nr. 35. ben. Das Stück ohne Etui ist bekannt und befindet sich heute im Besitz eines Sammlers. Ein Exemplar „PJ 1953“ im Etui wurde zusammen mit einem damals vorrätigen Exemplar (PJ 1955) am 27. Februar 1967 an das Münzkabinett in Stuttgart abgeben. Mit gleichem Datum übersandte das Staatsministerium dem Württembergischen Landesmuseum die wohl restlichen vorhandenen drei Rettungsmedaillen am Bande „PJ 1953“ im Etui (hier als „Erste Fassung“ bezeichnet), dazu einen Kupferabschlag27 (Abb. 17a und 17b) der Rettungsmedaille PJ 1953 sowie Bleiabschläge der Matrize28 (Abb. 18a und 18b) und der Patrize29 (Abb. 19a und 19b), jeweils von der Vorder- und Rückseite der Medaille „PJ 1953“. Somit ist der Verbleib der hergestellten Medaillen „PJ 1953“ bis auf ein einziges Stück nachgewiesen! Alle mir bekannt gewordenen Medaillen befinden sich mit einer Ausnahme (Abb. 12) in einem in der Oberflächenstruktur grobkörnigen, schwarzen (Holz-)Etui mit Druckknopf in den Maßen etwa 100 x 66 mm. In-

nen sind die Etuis dunkelblau ausgeschlagen (Abb. 11). Dies betrifft nicht nur die Einlage, sondern auch das „Atlaskissen“.30 Eine Auffälligkeit bei den von mir gesichteten zehn Medaillen „PJ 1953“ ist hier noch zu erwähnen: drei der Medaillen, hier: Verleihung Manfred Thom (März 1955), die im Bestand Münzkabinett Stuttgart befindliche und eine der drei Medaillen im Bestand Hauptstaatsarchiv Stuttgart sind im Gegensatz zu allen anderen Medaillen nicht angelaufen, wie es bei Silber üblich ist. Ihr Zustand ist quasi prägefrisch! Selbst im Findbuch des Hauptstaatsarchivs wurde dieser Umstand schon vor Jahrzehnten bemerkt und dokumentiert. Der Zustand hat sich bis heute nicht verändert. Eine Anmerkung zur Farbe des Medaillenbandes ist auch zu machen. In ordenskundlicher (auch zeitgenössischer) Literatur wird immer wieder von einem orangefarbenen Band gesprochen! Alle von mir in Augenschein genommenen original konfektionierten Rettungsmedaillen Baden-Württemberg

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tragen ein gelbes (leicht zitronengelbes) Band mit zwei weißen Streifen (Abb. 10a–10c). Auf eine Beschreibung der Urkunden kann verzichtet werden, da sie in diesem Artikel abgebildet werden. Die Urkundenvordrucke (Abb. 14 und 14b) von 1955 unterscheiden sich leicht von denen aus den Jahren 1953 (Abb. 13 und 14a) und 1954. Auch tragen diese Urkunden das neue Prägesiegel mit dem großen Landeswappen. Alle Urkunden sind auf dünnen, leicht cremefarbenen Papier im Format DIN A4 gedruckt. Anmerkung des Verfassers über die Fälschung dieser Medaille zum Schaden der Sammler: Die Seltenheit dieser Rettungsmedaille „Prägejahr 1953“ brachte es leider auch mit sich, dass es von dieser Ausführung inzwischen auch Fälschungen gibt. Dem aufmerksamen Leser des OuE-Magazins ist sicherlich der Hinweis in Heft 49 (Juni 2007, S. 36 f.) nicht entgangen, wo Uwe BRETZENDORFER in seinem Artikel „Die aktuelle Warnung – Baden Württemberg, Rettungsmedaille 1. Modell 1953–1954“ auf diese Fälschung eingeht. Diese geprägten Fälschungen wurden in den Jahren 2003 oder 2004 hergestellt und tauchten einige Zeit später im Internethandel auf. Die „Hintergründe“ dieser Nachprägung sind dem Autor bekannt! Die Ehren-Urkunde für Lebensrettung (Abb. 16) Die Ehrenurkunde für Lebensrettung wird erteilt, wenn sich der Retter bei dem Rettungswerk in erheblicher Lebensgefahr befunden hat. Im Namen der Landesregierung wird dem Retter durch diese Urkunde Lob und Anerkennung ausgesprochen. Eine (nichttragbare) Medaille, wie in anderen Ländern vorhanden (z. B. Schleswig-Holstein), wurde in Baden-Württemberg nicht eingeführt. Die erste Ehren-Urkunde datiert auf den 16. März 1953 und ist vom Ministerpräsidenten Dr. Reinhold Maier unterschrieben. Im unteren Teil der Urkunde befindet sich mittig das Prägesiegel (Durchmesser: 35 mm) des Landes mit dreizeiliger Inschrift BADEN- / WÜRTTEM / BERG. 1955 wurden die Urkundenvordrucke ebenso wie die der Rettungsmedaille geändert. Eine Zusammenzählung der Lebensretter, die der Ministerpräsident des Landes im vergleichbaren Zeitraum wie der Rettungsmedaille seine besondere Anerkennung ausgesprochen hat, ergibt eine Anzahl von 62 verliehenen EhrenUrkunden.

Die öffentliche Belobung Verdient der Retter eine Ehrung, obgleich die Voraussetzungen für die Auszeichnung mit der Rettungsmedaille oder der Ehrenurkunde für Lebensrettung nicht vorliegen, wird eine öffentliche Belobung ausgesprochen (vgl. Abs. 5 der Verleihungsgrundsätze). Diese „öffentliche Belobung“ wurde in den entsprechenden Amts- und Mitteilungsblättern bekannt gegeben. Ein Schreiben oder einen Nachweis (Urkunde), wie z. B. in Schleswig-Holstein, wurde dem Lebensretter dazu nicht ausgehändigt. Anmerkungen: 1 Zur Rettungsmedaille in Gold und Silber vgl. Nimmergut, Jörg: Deutsche Orden und Ehrenzeichen bis 1945. 5 Bde., München 1997–2004, hier Nr. 4235 und 4236, S. 1754 f. (zitiert: Nimmergut). 2 Klein, Ulrich/Raff, Albert: Die Württembergischen Medaillen. Bd. 12. 2010 (zitiert: Klein/Raff). 3 Nimmergut (wie Anm. 1), Nr. 4375 und 4376, S. 1804 f. 4 1. Modell: kleine goldene Medaille vgl. Volle, Henning: Badens Orden, Ehrenzeichen, Prämienmedaillen. Freiburg 1976. S. 109 (zitiert: Volle); Hessenthal/Schreiber: Die Tragbaren Ehrenzeichen des Deutschen Reiches. Berlin 1940. S. 141 (zitiert: HuS) und Nimmergut: Nr. 278, S. 98. 5 1. Modell: Silberne Medaille vgl. Volle: 108a; Nimmergut: Nr. 277, S. 98. 6 2. Modell: kleine goldene Medaille vgl. Volle: 111; HuS 134 und Nimmergut: Nr. 280, S. 98. 7 2. Modell: Silberne Medaille vgl. Volle: 110a, HuS 144 und Nimmergut: Nr. 279, S. 98. 8 Vgl. Volle: 113; HuS 148 und Nimmergut: Nr. 281, S. 98. 9 Vgl. HuS 149 und Nimmergut: Nr. 378, S. 125. Volle: 116a (Hier wird als Verleihungszeitraum 1919–1934 angegeben.). 10 Auf die Beschreibung und Abbildung der Rettungs- und Erinnerungsmedaillen des Königreichs Preußen und des Deutschen Reiches wird an dieser Stelle aus Platzgründen verzichtet (vgl. dazu Nimmergut und HuS). 11 Vgl. Lindner, Jürgen: Die staatlichen Anerkennungen von Rettungstaten in Schleswig-Holstein. In: OuE-Magazin 11. Jg., Heft 61 (Juni 2009), S. 123 f. 12 Vgl. ebenda, S. 128–130. 13 Vgl. ebenda, S. 134. 14 Vgl. Schreiben (Nr. 68 220) des Badischen Ministeriums des Innern vom 3. Oktober 1947 an den Staatspräsidenten des Landes Baden. Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Freiburg, Best. C 5/1 Nr. 2270. 15 Vgl. Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Freiburg, Best. C 5/1 Nr. 2270. 16 Trotz intensiver Recherche ist es nicht gelungen, Unterlagen über die Einführung von Belobigungen/Ehrungen für Errettung von Menschen aus Lebensgefahr in den Ländern Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern ausfindig zu

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machen. Dies liegt zum Teil auch daran, dass Teile der relevanten Überlieferung kassiert wurden. Vgl. wie Anm. 15. Vgl. Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe (GLAK) Best. 481/689 (1951). Amtsblatt des Landesbezirks Baden 6. Jg., 21. Juni 1951, Nr. 18, S. 185. Die Bezeichnung „Südweststaat“ ist zeitgenössisch und wurde oft für das zukünftige Staatsgebilde „Baden-Württemberg“ verwendet. Vgl. Amtsblatt des Innenministeriums Nr. 10, vom 29. September 1952 und GABl. Nr. 13, vom 4. Juni 1954, S. 282. GLAK Best. 481/689 (1951) bzw. Landesarchiv Baden-Württemberg, Hauptstaatsarchiv Stuttgart Best. EA 5/001 Bü 1375. Die Bekanntmachung erfolgte im Gemeinsamen Amtsblatt (GABl.) des Innenministeriums, des Landwirtschaftsministeriums, des Ministeriums für Heimatvertriebene und Kriegsgeschädigte und der Regierungspräsidien Nr. 6, vom 28. März 1953. GABl. Nr. 7, vom 25.04.1953, S. 131. Vgl. ebenda. Laut Mitteilung des Landesarchivs BadenWürttemberg, Hauptstaatsarchiv Stuttgart, vom 11. August 2010, unter Bezugnahme auf die Anfrage des Verfassers zu den Beständen. Laut Bestellung (Nr. 1301 B) des Staatsministeriums vom 18. März 1955 wurde ein Probeabschlag in Kupfer der Rettungsmedaille, Ausgabe 1955, bei der Staatlichen Münze in Stuttgart bestellt und wenig später auch geliefert (Rechnung vom 24. März). Das Exemplar ist jedoch ein Abschlag „Prägejahr 1953“ (erste Fassung) der Medaille. Vgl. Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart Best. J 290. Weitere Hinweise auf einen Kupferabschlag sind bislang nicht nachweisbar. Matrize: „Mutterstempel“, Stempel positiv. Mit der Matrize werden die eigentlichen Prägestempel (Negativform) hergestellt. Patrize: Prägestempel (Stempel negativ). Mit diesem Stempel werden die Medaillen geprägt. Atlaskissen: auf der Deckelinnenseite des Etuis angebrachtes mit Kunstseide bezogenes, unterfüttertes Kissen.

Danksagung: Dieser Aufsatz ist Frau Maria Schlögel, der Witwe von Herrn Remigius Schlögel, die am 1. September 2010 plötzlich und unerwartet verstorben ist, gewidmet. Mein Dank gilt Herrn Uwe Bretzendorfer für die zur Verfügungstellung von Abbildungen und Herrn Albert Raff für seine Unterstützung bei der Abfassung des Artikels. Zudem bedanke ich mich bei den Mitarbeitern des Landesarchivs Baden-Württemberg, hier insbesondere bei den Herren, Manfred Hennhöfer, Jochen Rees und Dr. Albrecht Ernst. Zu danken habe ich ebenfalls Herrn Dr. Matthias Ohm vom Münzkabinett des Landesmuseums Stuttgart, Dr. Ludger Syré von der Badischen Landesbibliothek sowie den Herren Heinz Dold, Karl-Heinz Seidel, Berthold Wassmer, Manfred Thom und den Familien Eisele, Kurz, Mimietz und Sigmund.

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