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Partecipazioni Nazionali

INHALT FAKTEN, TEAM UND KONTAKTE......................................................2

PUBLIKATION....................................27

KONZEPT Making Heimat. Germany, Arrival Country .........................5

BIOGRAFIEN......................................28 Peter Cachola Schmal Oliver Elser Anna Scheuermann Something Fantastic (Elena Schütz, Julian Schubert, Leo Streich)

THESEN AUS DER ARRIVAL CITY......................................................8 Die Arrival City ist informell. Die Arrival City ist selbstgebaut. Offenbach ist fast okay. AUSWAHL VON 11 FLÜCHTLINGSUNTERKÜNFTEN AUS DER REFUGEE HOUSING DATABASE......................................................14 Sofortprogramm Leichtbauhallen, günther&schabert, München Flüchtlingsunterkünfte, LiWooD, München Ort des Ankommens, KollektivA, München Tempelhof: Halle als Aufenthaltsraum auf Tempelhofer Feld, Gorenflos Architekten, Berlin Wohn- und Gemeinschaftsgebäude, Trapp-Wagner, Hünfeld / München Wohnungen für Flüchtlinge und Obdachlose, Baumann, Ostfildern Containerdörfer, Feldschnieders+Kisters Architekten, Bremen Unterkunft für Flüchtlinge, Fiedler + Partner, Langenbach-Freising Flüchtlingswohnheime Reutlingen, PWS, Kürnbach „Wohnhaus, auch für Geflüchtete“, , BBP, Oranienburg Fahrradwerkstatt für Asylbewerber, Bwb, Karlsruhe

BELLEVUE DI MONACO..................30 PERFORMING ARCHITECTURE......31 Programm des Goethe-Instituts in Venedig

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FAKTEN, TEAM UND KONTAKTE ORT Deutscher Pavillon Giardini della Biennale 30122 Venedig, Italien DATEN

PUBLIKATION

Ausstellung 28. Mai – 27. November 2016 10 – 18 Uhr, Montags geschlossen (außer am 30. Mai, 5. September, 31. Oktober und 21. November 2016)

Making Heimat. Germany, Arrival Country Herausgeber: Peter Cachola Schmal, Oliver Elser, Anna Scheuermann Erscheint im Hatje Cantz Verlag, 2016 Englisch/Deutsch, ISBN 978-3-7757-4141-5

Professional Preview 26. – 27. Mai 2016 Für Akkreditierungen und Zutritt zur Biennale während der Professional Preview-Tage, kontaktieren Sie bitte die Pressestelle der Biennale Venedig direkt und registrieren sich auf: www.labiennale.org/en/architecture/press

WEBSITE / SOCIAL MEDIA www.makingheimat.de Facebook: www.facebook.com/architekturmuseum Twitter/ Periscope: @DAM_ArchMuseum Instagram: @makingheimat #makingheimat

Pressekonferenz Deutscher Pavillon 27. Mai, 11 Uhr Eröffnung Deutscher Pavillon 27. Mai 2016, 12:30 Uhr Die Ausstellung Making Heimat. Germany, Arrival Country wird im Frühjahr 2017 im Deutschen Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt am Main gezeigt.

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TEAM Das Deutsche Architekturmuseum (DAM) wurde im November 2015 durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit beauftragt, den Deutschen Pavillon auf der 15. Internationalen Architekturausstellung 2016 – La Biennale di Venezia zu kuratieren.

Generalkommissar Peter Cachola Schmal, Direktor DAM Kurator Oliver Elser, Kurator DAM Projektkoordinatorin Anna Scheuermann Berater Doug Saunders, Toronto Kai Vöckler, Offenbach Kuratorischer Assistent Felix Torkar Rechercheassistentin Tiziana Agus Praktikantin Gala von Nettelbladt

Grafische Gestaltung und Ausstellungsgestaltung Something Fantastic, Berlin: Elena Schütz, Julian Schubert, Leonard Streich mit Julius Fischötter, Marius Helten, Ruben Bernegger, Charlotte Schönberger Kontaktarchitekt in Venedig Clemens F. Kusch und Martin Weigert, cfk architetti Eventmanager in Venedig Tomas Ewald Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation BUREAU N cultural communications: Julia Albani, Silke Neumann, Joanne Pouzenc, Sören Zuppke DAM: Brita Köhler, Stefanie Lampe

Locationscout Offenbach Loimi Brautmann Administration Inka Plechaty, Jacqueline Brauer 3

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PRESSEBILDER Hochauflösendes Bildmaterial: www.makingheimat.de/press

KONTAKT Deutsches Architekturmuseum (DAM) Schaumainkai 43 60596 Frankfurt am Main Tel +49.69.212 38844 [email protected] www.dam-online.de

PRESSEKONTAKT

MEDIENPARTNER

BUREAU N cultural communications Naunynstrasse 38 10999 Berlin Tel +49.30.62736102 [email protected] www.bureau-n.de

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Making Heimat. Germany, Arrival Country Das Deutsche Architekturmuseum (DAM) wird im Deutschen Pavillon auf der 15. Internationalen Architekturausstellung 2016 – La Biennale di Venezia die Ausstellung Making Heimat. Germany, Arrival Country realisieren. Die inhaltliche Verantwortung für den deutschen Beitrag trägt das DAM-Team, bestehend aus dem Generalkommissar und Direktor Peter Cachola Schmal, dem Kurator Oliver Elser und der Projektkoordinatorin Anna Scheuermann. Die Ausstellung Making Heimat. Germany, Arrival Country reagiert darauf, dass im Jahr 2015 mehr als eine Million Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind. Die Prognosen für 2016 sehen ähnlich aus. Es wird dringend Wohnraum benötigt, aber genauso notwendig sind neue Ideen und bewährte Konzepte zur Integration. Daher besteht die Ausstellung aus drei Teilen: Der erste Teil zeigt Flüchtlingsunterkünfte, also real gebaute Lösungen zur Bewältigung der akuten Notsituation. Der zweite Teil fragt nach den Bedingungen, die in einer Arrival City (Ankunftsstadt) gegeben sein sollten, damit aus Flüchtlingen Einwanderer werden können. Der dritte Teil der Ausstellung ist das räumliche Gestaltungskonzept zum Deutschen Pavillon, mit dem ein Statement zur aktuellen politischen Situation gesetzt wird. Die architektonische Inszenierung und die grafische Gestaltung werden von Something Fantastic geplant und realisiert. Die drei Themenbereiche von Making Heimat im Überblick: 1. Auf der Website makingheimat.de werden ab 10. März 2016 etwa 35 Bauten für Flüchtlinge und Migranten dokumentiert, die das DAM durch einen Call for Projects seit Oktober 2015 gesammelt hat. Das Spektrum reicht von temporären Leichtbauhallen für 300 Personen, deren Inneneinrichtung durch Architekten entworfen wurde, bis zu mehreren Projekten des dauerhaften, kostengünstigen Wohnungsbaus, der nicht allein Geflüchteten eine Bleibe bietet. Einen Schwerpunkt bilden Holzmodulbauten. Die Datenbank versammelt auch Projekte von Bürgerinitiativen oder das Vorhaben eines privaten Auftraggebers, der in München eine Art Siedlung für Künstler und Flüchtlinge plant.

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Bei der Zusammenstellung der Projekte für die Refugee Housing Database hat das DAM mit der Architekturzeitschrift Bauwelt zusammengearbeitet. Die Bauwelt und das DAM werden auch weiterhin realisierte bzw. in Realisierung befindliche Projekte sammeln und dokumentieren. Außerdem ist das DAM Kooperationspartner beim Berlin Award, einem weltweit offenen Wettbewerb des Landes Berlin zu innovativen Konzepten der Flüchtlingsunterbringung. Die Projekte auf makingheimat.de zeigen die Realität in Deutschland, gegliedert nach Größe, Kosten und Bewohnern pro Quadratmetern, Material und Konstruktion. Es ist keine Sammlung der besten Beispiele und kein Architekturpreis, sondern soll die Diskussion anregen. Die Datenbank dient zum Vergleich gängiger Lösungen und soll für die lokalen und regionalen Entscheidungsträger eine Grundlage bieten. 2. In enger Zusammenarbeit mit Doug Saunders, dem Autor von Arrival City: Die neue Völkerwanderung, wurden acht Thesen zur Arrival City erarbeitet. Mit diesen Thesen stellt das DAM die Frage, welche architektonischen und städtebaulichen Bedingungen in den Arrival Cities gegeben sein müssen, damit sich Einwanderer in Deutschland erfolgreich integrieren können. Viele Geflüchtete und Migranten werden bleiben, weil nicht davon auszugehen ist, dass Krieg und Verfolgung in ihren Heimatländern schnell beendet werden können. Zusammen mit den Immigranten, die aus anderen Gründen nach Deutschland gelangen, machen sie Deutschland faktisch zu einem Einwanderungsland. Wenn sich die Fehler der 1960er und 1970er Jahre nicht wiederholen sollen, dürfen die Neubürger nicht als Gäste behandelt werden, die jederzeit wieder nach Hause geschickt werden können. Sie müssen die Chance bekommen, dass Deutschland zu ihrer zweiten Heimat wird. Daher der Ausstellungstitel: Making Heimat beinhaltet, dass der Aufenthalt von Dauer sein wird. Einwanderer schließen sich mit ihresgleichen zusammen. So entstehen, ganz ohne Planung, eine Vielzahl von Arrival Cities. Doug Saunders definiert sie folgendermaßen: „The Arrival City is a City within a City“. Der kanadische Journalist und Bestsellerautor hat weltweit Arrival Cities besucht. Seine Beobachtungen stützen sich auf Besuche in Slums und Favelas. Diese Viertel sind und bleiben arm, aber sie haben eine hohe Fluktuation. Für viele sind sie Durchgangsstationen in ein besseres Leben. Die Ankunftsstädte in Deutschland entstehen nicht durch die prozentuale Verteilung von Asylsuchenden und nicht unter den Bedingungen der gerade wieder diskutierten „Residenzpflicht“, sondern in urbanen Zonen.

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Sie bieten günstige Mieten, Zugang zu Arbeitsplätzen und ein kulturelles, ethnisches Netzwerk, das die Ankommenden aufnimmt und einen sozialen Aufstieg ermöglicht. Dieses Modell der Arrival City wird in der Ausstellung Making Heimat auf Beispielen aus Deutschland angewendet. Eines davon ist die Offenbacher Innenstadt, ein weiteres das Dong Xuan Center in Berlin-Lichtenberg, ein vietnamesischer Großmarkt, in dem vieles gänzlich anderes funktioniert, als man es in Deutschland gewohnt ist. Die aktuelle Flüchtlingssituation und die Anforderungen an eine Arrival City berühren sich an einem entscheidenden Punkt: Es gibt in Deutschland eine Wohnungskrise. Schon lange wird über kostengünstiges Wohnen diskutiert – nun ist die Situation da, in der konkrete Lösungen tatsächlich umgesetzt werden müssten. Bezahlbarer Wohnraum muss für alle entstehen. Auch, aber nicht nur, für Flüchtlinge und Migranten. 3. Something Fantastic aus Berlin ist für den Gesamtauftritt des Deutschen Pavillons verantwortlich. Die drei Partner Elena Schütz, Julian Schubert und Leo Streich sind als Architekten ausgebildet. Sie wurden vom DAM ausgewählt, da sie sich durch ihre Lehrtätigkeit an der ETH Zürich und vor Ort intensiv mit der Situation in Arrival Cities auf der ganzen Welt beschäftigt haben. Umfangreiche Studien zur Architektur in Rio de Janeiro, São Paulo, Addis Abeba und Kairo sind als Buch erschienen. Something Fantastic arbeiten als Architekten, Ausstellungsgestalter, Forscher, Kuratoren und Grafiker. Sie haben für den Deutschen Pavillon sowohl das räumliche Konzept entwickelt, als auch die Gestaltung der Ausstellung und des Katalogs entworfen. Die Gestaltung orientiert sich an der Unmittelbarkeit und Pragmatik der visuellen Kommunikation in der Arrival City.

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THESEN AUS DER ARRIVAL CITY DIE ANKUNFTSSTADT IST INFORMELL. Die Tolerierung nicht gänzlich rechtskonformer Praktiken kann sinnvoll sein. Beispiel: Dong Xuan Center, Berlin-Lichtenberg

Das Dong Xuan Center ist ein riesiger Umschlagplatz für Waren und Dienstleistungen aller Art, tief im Osten von Berlin. Ein Markt, wie man ihn auch an den Grenzen Osteuropas oder in Asien findet. Händler, vorwiegend vietnamesische, stehen zwischen Jeanstürmen, Polyesterpullis mit Katzenaufdruck oder Kinderschneeanzügen. Eine Verkäuferin ist in ihrem vor Plastikblumen überbordenden Geschäft kaum zu sehen. Nebenan werden Smartphones repariert und LED-Leuchtketten verkauft. Das Gelände ist als Gewerbegebiet ausgewiesen, deshalb darf eigentlich nur Großhandel und in Ausnahmefällen Dienstleistung betrieben werden. Doch daran hält sich kaum jemand. Da die Hallen zuvor seit der Wende brach lagen und das örtliche Bezirksamt froh um das neue Leben ist, schaut es ganz bewusst nicht so genau hin - vor allem, was die Bauordnung betrifft. Restaurants deklariert das Ordnungsamt in »Kantinen« um. Frisöre entstehen aus dem offiziellen „Frisörgroßhandel“, der seine Stühle irgendwann nicht mehr verkauft, sondern Kunden darauf platziert. Auch das aktuelle Projekt des Betreibers müsste eigentlich gegen den bestehenden Bebauungsplan verstoßen: Wohnbauten sind im Gewerbegebiet untersagt, aber er errichtet gerade ein »Gästehaus«, in dem Besucher aus aller Welt untergebracht werden können. Rund tausend Menschen arbeiten hier, viele von ihnen zwölf bis fünfzehn Stunden am Tag. Die Infrastruktur ermöglicht Neuankömmlingen praktisch sofort den Start ins Erwerbsleben. Wer nicht gleich eine Gewerbefläche mieten will, reißt sich vom Aushang an der Pinnwand die passende Telefonnummer ab: „Kellnerin gesucht für vietnamesisches Restaurant“ oder „Koch gesucht für Chinarestaurant“.

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Es sind vor allem Armutsmigranten aus dem mittleren Teil Vietnams, aber ebenso aus China, Indien und Pakistan, die im Dong Xuan Center landen. Oft nicht qualifiziert, ohne deutsche Sprachkenntnisse und teilweise auch ohne Arbeits- oder Aufenthaltserlaubnis. So hat sich auf den 88.900 Quadratmetern in BerlinLichtenberg auch ein System der Schattenwirtschaft etabliert, mit helleren oder dunkleren Grauzonen. Doch viele Menschen haben es hier aus der Illegalität in eine geordnete Beschäftigung geschafft. Text: Marietta Schwarz, Making Heimat 2016

Fotos: Kiên Hoàng Lê 9

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DIE ANKUNFTSSTADT IST SELBSTGEBAUT. Selbsthilfe beim Bau von Wohnraum wäre nötig und dürfte nicht durch zu hohe Anforderungen verhindert werden. Beispiele: Siedlung Praunheim in Frankfurt am Main und Quinta Monroy in Iquique/Chile

Als Ernst May 1925 als neuer Stadtbaurat nach Frankfurt am Main kam, lagen bereits sechs Jahre Erfahrungen als Leiter der Bauabteilung der Wohnungsfürsorgegesellschaft Schlesisches Heim in Breslau hinter ihm. In Nieder- und Oberschlesien ließ er in der wirtschaftlichen Not der Nachkriegszeit Siedlungen mit mehr als dreitausend Wohnungen im typisierten Heimatstil errichten. Zusätzlich übernahm May ab 1922 die Leitung der Bauabteilung der Schlesischen Flüchtlingsfürsorge und entwickelte dort unter anderem ein sogenanntes Selbsthilfe-Haus in preiswerter Holzkonstruktion mit Satteldach und Trennwänden aus Lehm, welches die Besitzer in Eigeninitiative bauen konnten. Die zwei- und zum Teil dreigeschossigen Einfamilienhäuser in Praunheim sind zum überwiegenden Teil Eigentumshäuser. So fanden von Beginn an Erweiterungen in vertikalen und horizontalen Auf- und Ausbauten statt, um die Häuser dem wachsenden Flächenbedarf ihrer Bewohner anzupassen. Farbenfroh und zum Teil in spektakulärer Formensprache wandelten die Eigentümer Dachgärten zu festem Wohnraum um, setzten Anbauten in die Nutzgärten und stellten Eingangsvorbauten zur Straße. Konzeptionelle Parallelen zur Frankfurter Idee der »Wohnung für das Existenzminimum« finden sich ungefähr achtzig Jahre später in den Siedlungsbauten der chilenischen Initiative „Elemental“ um den Architekten Alejandro Aravena, Pritzker-Preisträger 2016 und Direktor der 15. Internationalen Architekturausstellung – La Biennale di Venezia. Das Bestreben von Elemental sind dabei die Linderung der Wohnungsnot sowie verbesserte Lebensbedingungen der armen chilenischen Bevölkerung. Dem geringen Budget begegnete Alejandro Aravena mit dem Entwurf von halbfertigen Reihenhäusern aus Stahlbeton mit jeweils zwei übereinanderliegenden, sechsunddreißig Quadratmeter großen Wohneinheiten. Die bereits fertiggestellte Hälfte wurde mit eigener Wasser- und Stromversorgung ausgestattet und bot mit dem Konstruktionsrahmen der anderen Hälfte eine Struktur, die den seismischen Anforderungen standhält. Die Bewohner konnten diesen Teil in Eigeninitiative zu einem späteren Zeitpunkt ausbauen und so die Wohnfläche für knapp eintausend US-Dollar auf etwa siebzig Quadratmeter verdoppeln.

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In Bezug auf die aktuelle Wohnraumproblematik und den Mangel an bezahlbaren Wohnungen in wachsenden deutschen Metropolen wie München oder Frankfurt lassen sich aus den angeführten Selbsthilfebeispielen keine Lösungen, aber durchaus interessante Ansätze ableiten. Ganz gleich, welche Lockerungen der geltenden Bauvorschriften und welche Novellierungen im Bereich der Verwaltung erfolgen, darf nicht allein über Standards und Ästhetik der Architektur diskutiert werden. Vielmehr muss bei der großen Zahl an notwendigen Neubauten die städtebauliche Integration der neuen Wohnungen und ihrer Bewohner solide bedacht werden. Denn der neue Wohnraum wird keinesfalls temporär sein. Wir werden Jahrzehnte in und mit den neuen Häusern und den dazugehörigen Stadtteilen leben. Text: Peter Körner und Philipp Sturm, Making Heimat 2016

Siedlung Praunheim Foto: Hermann Collischonn 1929, Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg, Deutsches Kunstarchiv, NLMay, Ernst, I,B 40(0030)

Foto: Peter Körner, 2011

Quinta Monroy Foto: Tadeuz Jalocha, 2004

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Foto: Cristobal Palma, 2006

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OFFENBACH IST FAST OKAY. Offenbach ist die internationalste Stadt Deutschlands. Offenbach ist kein Getto - Offenbach ist anders. Offenbach ist Ankunftsstadt – aber auch Abreisestadt. Beispiel: Offenbach- Mathildenviertel (Innenstadt) Offenbach hat eine lange Tradition der Immigration. Funktional ist die Stadt ein „Ankunftsbezirk“ im Zentrum von Frankfurt/Rhein-Main, einer globalen Metropolregion mit einem hohen Immigrationsanteil und einer sehr vielfältigen und internationalen Bevölkerung. In der Bevölkerung sind einhundertzweiundfünfzig Nationen vertreten. Die Nationalitäten der ehemaligen Gastarbeiter stellen immer noch die größten Einzelgruppen, hauptsächlich Türken, Italiener und Griechen. In den letzten zehn bis fünfzehn Jahren sind dann andere Gruppen aus den neuen EU-Mitgliedstaaten in Ostund Südosteuropa, aber auch aus Asien, Nordafrika und anderen Teilen der Welt hinzugekommen. Bei den „älteren“ Gruppen der Zuwanderer aus den südeuropäischen Ländern und der Türkei findet sich ein wachsender Teil von Menschen, meistens aus der zweiten und dritten Generation, die Bildungskarrieren machen. Es gibt unter ihnen einen stark steigenden Anteil von Gymnasiasten, sowie auch Universitätsstudenten. Auch die Lebenssituationen in den Stadtquartieren können hemmende oder fördernde Faktoren für die Integration sein. Wir schauen uns zum Beispiel an, ob Menschen unterschiedlicher Nationalität und Herkunft in den Nachbarschaften nebeneinanderher oder wirklich zusammen leben. Sprechen die Menschen miteinander? Unterstützen sie sich? Vertreten sie ihre Interessen gemeinsam? All das ist Ausdruck gelingender Integration. Wir schaffen dafür Rahmenbedingungen, zum Beispiel durch Begegnungsstätten in den Quartieren, soziale Arbeit, gemeinsame Aktionen und Quartiersmanagement. Homogene ethnische Milieus können „nach oben“ ziehen, wenn dort zum Beispiel Bildungserfolg hoch bewertet wird und ein Faktor bei der Gewinnung von Anerkennung und Status in der eigenen Gruppe ist, wie etwa bei vielen Migranten aus Asien. Homogene Milieus können aber auch behindern, wenn sie zur Abschottung führen oder Bildungs- und Aufstiegsambitionen bremsen, weil man die Entfremdung von der eigenen Gruppe befürchtet. Text: Matthias Schulze-Böing im Interview mit Kai Vöckler, Making Heimat 2016

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Hermann-Steinhäuser-Straße, Offenbach Foto: Felix Torkar

Arthur Seitz, Hausmeister Arthur Seitz, 78 Jahre alt, Schiebermütze aus braunem Cord, grauer Arbeitsmantel, ist Hausmeister. „Ich kann net klage mit meine Leut“, sagt er, der seit sechzehn Jahren jeden Tag im Haus Hermann-SteinhäuserStraße 15 arbeitet. Nur einmal, da ist Seitz mit dem in Berührung gekommen, was so über die Hermann-Steinhäuser-Straße geredet wird und was offenbar direkt vor seiner Haustür beginnt. Da haben sie einen neuen Hausmeister gesucht für die Nummer 17, direkt nebenan. Das habe er aber nicht machen wollen, sagt Seitz. Er wisse zwar nichts weiter über die Drogengeschichte im Nachbarhaus. Aber der alte Hausmeister des Blocks hatte ihm manchmal davon erzählt, wenn er nachts angerufen wurde, weil es wieder eine wilde Schlägerei gab. Seitz zuckt mit den Schultern. „Ich bin zufriede mit meine Leut, und sie mit mir.“ Text: Denise Peikert, Making Heimat 2016 Location- und Portrait-Scouting: Loimi Brautmann, Beratung: Kai Vöckler

Fotos: Jessica Schäfer

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AUSWAHL VON 11 FLÜCHTLINGSUNTERKÜNFTEN AUS DER REFUGEE HOUSING DATABASE SOFORTPROGRAMM LEICHTBAUHALLEN, MÜNCHEN Die temporäre Halle ist ein Fertigprodukt, der Innenausbau wurde dagegen eigens für die erschwerten Bedingungen einer Massenunterkunft von einem Architekten entworfen.

Neubau / Fertiggestellt Anzahl der Bewohner 230 Personen Moduleinheiten 3 Leichtbauhallen + Container Bewohner Asylbewerber Fertigstellung / Existenzdauer Fertigstellung: Dezember 2015 Existenzdauer: 2 Jahre Auftraggeber Landeshauptstadt München, Kommunalreferat, Baureferat Hochbau, Projektleitung: Stephanie Hacker, Michael Wagner

Architekt Jan Schabert (günther & schabert Architekten), München Ausführende Firma Eschenbach Zeltbau Container: IQ-box, Filippi, Finsterwalder Innenausbau: Zimmerei Höfle, Die HuberSchreiner Bauverfahren Leichtbauhalle; Lager- und Seecontainer Baukosten Nicht angegeben Wohnfläche pro Person ca. 9 m² / Person

Beschreibung Winterfeste Leichtbauhallen sind ein Teil des Sofortprogramms der Stadt München zur Überbrückung der Unterbringungsnot. Knapp 20 Hallen sind derzeit über die Stadt verteilt geplant oder bereits gebaut, zusätzlich zur Umnutzung von Kasernen und anderen Bestandsgebäuden, in denen ein Großteil der 20.000 in München aufgenommenen Flüchtlinge wohnt. Das Büro günther & schabert hat für die Stadt München Machbarkeitsstudien für 17 Standorte erarbeitet, an drei Orten wurde es mit der Ausführung beauftragt. Dabei ging es den Architekten vor allem darum, einen rigiden Lagercharakter zu vermeiden. „Wir wollen kein gutes deutsches Lager bauen“, so Jan Schabert, „trotz der zeitlichen Begrenzung auf zwei Jahre sollte Wert auf Raumqualität gelegt werden, städtebaulich und im Innenraum.“ 14

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Auf dem suburban gelegenen Standort an der Max-Pröbstl-Straße im Stadtteil Daglfing sind drei Schneelasthallen und 42 Container angeordnet: Zwei „Wohn- und Schlafhallen“ mit jeweils 116 Betten rahmen eine „Cateringhalle“, 15 Sanitärcontainer mit Arztpraxis docken direkt an die Hallen an, Büro- und Lagercontainer reihen sich entlang der Straße auf. Die Umrüstung der Hallen zur Wohnnutzung erwies sich als Kraftakt: Die 17,5 mal 51 Meter großen Systembauten werden normalerweise als Festzelte genutzt, ohne wohntauglichen Fußboden, ohne Fenster. Die Architekten planten einen gedämmten Fußboden aus Holzbohlen mit Glasschaumschotterschüttung, zudem Vordächer als Verbindung zu den Sanitärcontainern und raumhohe Glastüren, um einen Sichtbezug zum Außenraum herzustellen – Details, die in Zusammenarbeit mit dem auf Profit und kurze Aufbauzeiten bedachten Hallenhersteller immer wieder zu Konflikten führten. Auch die Innenausstattung unterscheidet sich maßgeblich von anderen Standorten: Mit einem System aus 1,60 Meter hohen Holzwänden wurden Schlafkojen für zwei, vier und fünf Betten abgetrennt, durch die versetzte Anordnung werden Eingangsnischen gebildet und monotone Gänge vermieden. Zentraler Treffpunkt sind die „Ladebuchten“ gegenüber den Glastüren, breite Sofabänke an den Außenseiten der Kojen, wo an zahlreichen Steckdosen Handys und andere Geräte aufgeladen werden können. Um den Bewohnern ein Maximum an Mitbestimmung einzuräumen, können sie bei Einzug verschiedenfarbige Vorhänge als Türen für die Kojen aussuchen. Die Wände und Böden aus Dreischichtplatte wurden von einer Zimmerei hergestellt, die das Elementsystem derzeit unter Hochdruck für weitere Hallen produziert: Das Vorbild wird kopiert. Das Projekt führt vor Augen, wie aufwendig es ist, einen temporären Standort zu implementieren, wenn Architekten auf eine halbwegs ordentliche Behausung pochen – an anderen Orten mussten Leichtbauhallen wieder abgerissen werden, weil sie Wind und Wetter nicht standhielten.

Text: Doris Kleilein aus: Stadtbauwelt 48.2015

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FLÜCHTLINGSUNTERKÜNFTE, MÜNCHEN Für die Gemeinschaftsunterkunft werden Raummodule aus Holz verwendet, die direkt vor Ort angefertigt und montiert werden. Neubau / im Bau Anzahl der Bewohner 300 Bewohner Moduleinheiten 4 miteinander verbundene Wohnzeilen Bewohner Asylbewerber Fertigstellung / Existenzdauer Fertigstellung: März 2016 Realisierungsdauer: 5 Monate Nutzungsdauer: 5–10 Jahre Auftraggeber Landeshauptstadt München Kommunalreferat

Architekt Gerstberger Architekten GmbH, München Ausführende Firma LiWood, München Bauverfahren Vorgefertigte Raummodule aus Holz (Fertigungshalle vor Ort) Baukosten 1.800 Euro/m² BGF Wohnfläche pro Person 9,8 m² / Person (inkl. Sanitär, Küche, Aufenthaltsraum, Bewohnerzimmer, Lager, Waschraum etc.)

Beschreibung Die Gemeinschaftsunterkunft entsteht im Rahmen des Sofortprogramms der Stadt München. Primär ging es darum, so schnell wie möglich Wohnraum zu schaffen. Das Raumprogramm hält sich streng an die Vorgaben der Bayerischen Staatsregierung. Aufgrund der Grundrisse und der Lage der Gemeinschaftsunterkunft ist eine langfristige Nutzung jedoch unwahrscheinlich.

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ORT DES ANKOMMENS, MÜNCHEN Privatinitiative für ein Wohnhaus in Holzmodulbauweise. Zwei umgebaute Bestandsbauten sollen als Werkstatthalle, Seminarräume und Künstlerateliers das Ensemble ergänzen. Neubau / in Planung Anzahl der Bewohner 240 Personen Moduleinheiten 4 Gebäude Bewohner Flüchtlinge mit anerkanntem Status Fertigstellung / Existenzdauer Baubeginn: April 2016 Fertigstellung: Dezember 2016 Existenzdauer: Voraussichtlich 10 Jahre Auftraggeber Wolfgang Nöth; Amt für Wohnen und Migration München

Architekt Kollektiv A (Jonas Altmann, Benedict Esche, Lena Kwasow), Berlin Ausführende Firma Nicht angegeben Bauverfahren Modulare Fertigelemente: Brettschichtsperrholz Baukosten Gesamtkosten: ca. 3.800.000 Euro Wohnfläche pro Person 8,5 m² / Person BGF: 2.223 m², Nutzfläche: 2.050 m²

Beschreibung Anerkannte Flüchtlinge, die in Deutschland bleiben können, müssen oft noch lange in Gemeinschaftsunterkünften ausharren: Gerade der Münchner Wohnungsmarkt ist dicht, fehlende Netzwerke und Sprachkenntnisse machen die Wohnungssuche nicht einfacher. Der Gastronom Wolfgang Nöth, Initiator der Ausgehmeile „Kunstpark Ost“, plant für diese Gruppe von Zuwanderern in München einen „Ort des Ankommens“, der mehr bieten soll als günstige Wohnungen. In Zusammenarbeit mit dem Amt für Wohnen und Migration will er das ehemalige Firmengelände einer Holzhandlung im Stadtteil Johanneskirchen zu einem bunt gemischten Quartier mit Ateliers, Konzerthalle, Werkstätten, sozialen Einrichtungen und Wohnen entwickeln. Mit der Planung des 13.000 Quadratmeter großen Areals, das in einem Mischgebiet liegt, ist das junge Berliner Architekturbüro Kollektiv A beauftragt. Die geplanten Nutzungen verteilen sich auf vier Bestandsgebäude, die einen Hof bilden: Die 7000 Quadratmeter große ehemalige Fertigungshalle 17

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soll zu einem Veranstaltungsort mit Bühne, Ausstellungsflächen, Ateliers und offenen Werkstätten (Fab Lab) umgebaut werden, in ein Bürogebäude sollen die Verwaltung, eine Beratungsstelle des Amts für Wohnen und Migration, Kinderbetreuung und eine Sprachschule einziehen. Anstelle der Halle an der Südseite des Areals haben die Architekten ein Wohnhaus geplant, das die Kubatur, die Bodenplatte und das 6-Meter-Raster der bestehenden Betonkonstruktion aufnimmt: drei Geschosse mit seriell angeordneten Wohneinheiten und einem Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss, einer großzügigen Laubengangerschließung zum Hof, Nutzgärten auf der Südseite. Die 68 Quadratmeter großen Wohnungen betritt man über die Wohnküche, in der Mitte ist ein innen liegendes Bad angeordnet, nach Süden zwei Zimmer, die doppelt belegt werden sollen, so dass in der Anfangszeit insgesamt 240 Bewohner einziehen können. Die vorgefertigten Holzmodule haben eine Grundfläche von 6 mal 12,5 Metern und können auch zu größeren Einheiten zusammengeschaltet werden. Die Architekten gehen von einer Investition von 3,8 Millionen Euro aus, ein zweiter Bauabschnitt mit Ateliers und Kleingewerbe ist angedacht. Das Amt für Wohnen und Migration wird voraussichtlich als Mieter und Betreiber des Wohnhauses und des Verwaltungsgebäudes für zehn Jahre einsteigen – ein Zeithorizont, mit dem derzeit viele Kommunen planen. Danach können Folgeanträge gestellt werden, so dass private Investoren mit einer Amortisierung der Bausumme in zwanzig Jahren rechnen. Die Gemeinschaft aus Zuwanderern und Kulturschaffenden ist ein Experiment, wie man es sich öfter wünscht. Architektonisch verspricht der „Ort des Ankommens“ ein Quartier zu werden, das länger als zehn Jahre Bestand hat. Text: Doris Kleilein Aus: Stadtbauwelt 48.2015

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HALLE ALS AUFENTHALTSRAUM AUF TEMPELHOFER FELD, BERLIN Die Halle wurde zur Unterstützung der Flüchtlingsunterkünfte im ehemaligen Flughafengebäude BerlinTempelhof errichtet. Sie soll als Veranstaltungsort, Garten und Sporthalle für die Flüchtlinge dienen.

Neubau / Im Bau Anzahl der Bewohner 800 Bewohner Moduleinheiten 1 Halle Bewohner Asylbewerber Fertigstellung / Existenzdauer Fertigstellung: Juli 2016 Auftraggeber Grün Berlin GmbH

Beschreibung

Architekt Gorenflos Architekten GvAmbH, Berlin; Raumkonzept gemeinsam mit Planung. Freiraum, Berlin und Juliane Bailly Ausführende Firma Thies Holzbau GmbH, Schneidewind Planen Bauverfahren Fundamentblöcke, Holzrahmenkonstruktion mit geschwungenen Bindern, Fassade und Dach als gespannte Membran Baukosten 517 Euro/m² Wohnfläche pro Person –

Die Halle ist ein offenes Haus, in dem unterschiedliche Träger den im Flughafengebäude untergebrachten Flüchtlingen vielfältige Bildungsangebote unterbreiten und Möglichkeiten der sozialen Interaktion anbieten. Zentraler Raum ist ein Garten im Haus als Treffpunkt für alle. Zudem gibt es Räume für offene Kinder- und Jugendarbeit, Werkstätten, Sport und Gymnastik. Die Halle kann auch in einen großen Veranstaltungsraum mit Bühne umfunktioniert werden. Innerhalb der Halle gibt es keine statischen Grenzen. Vielmehr können einzelne Nutzungsbereiche durch flexible Vorhänge separiert und dem jeweils aktuellen Nutzungsbedarf angepasst werden. Dies ermöglicht eine zeitliche und räumliche Überlagerung der Nutzungen und damit intensive Bespielung der Halle von morgens bis in den späten Abend hinein.

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WOHN- UND GEMEINSCHAFTSGEBÄUDE, HÜNFELD Die zweigeschossigen Wohnmodule und das Gemeinschaftsgebäude wurden in 4,5 Monaten realisiert.

Neubau / Fertiggestellt Anzahl der Bewohner 90 Bewohner Moduleinheiten 2 Gebäude: Zweigeschossiges Wohngebäude mit Großmodulen (je 15 Bewohner) und ein Gemeinschaftsgebäude Bewohner Asylbewerber Fertigstellung / Existenzdauer Fertigstellung: August 2015 Bauzeit: 4,5 Monate Auftraggeber Hünfeld: Deutsche Liga für Menschenrechte, Landkreis Fulda und DRK Kreisverband

Architekt trapp wagner Architekten und Ingenieure, Hünfeld Ausführende Firma Holzbau Gutmann GmbH Bauverfahren Holzrahmenbauweise Baukosten Hünfeld: 1.016 Euro/m² BGF (Baukosten ohne Optimierung 938 Euro/m² BGF) Wohnfläche pro Person 1,674 m²/GFA für 90 Bewohner

Beschreibung Ein 1-geschossiges Wohnmodul beherbergt 15 Personen. Das Wohnmodul kann variabel übereinander bzw. nebeneinander angeordnet werden. Zwischen den Wohnmodulen wird ein entsprechendes Erschließungsmodul eingebaut. Das 1-geschossige Gemeinschaftsmodul beinhaltet die Haustechnik, Verwaltungs- und Lagerräume sowie einen Gemeinschaftsbereich.

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WOHNUNGEN FÜR FLÜCHTLINGE UND OBDACHLOSE, OSTFILDERN In den drei Gebäuden in Holzrahmenbauweisen sind Flüchtlinge und Obdachlose gemeinsam untergebracht. Die Bauten sind nicht temporär, sondern auf 40 Jahre Nutzungsdauer ausgelegt.

Neubau / Fertiggestellt Anzahl der Bewohner 39 Bewohner Moduleinheiten 15 Wohneinheiten Bewohner Flüchtlinge mit anerkanntem Status durchmischte Bewohnerschaft mit Menschen ohne Obdach Fertigstellung / Existenzdauer Fertigstellung: Februar 2015 Existenzdauer: 40 Jahre Auftraggeber Sanierungs- und Entwicklungsgesellschaft Ostfildern mbH, Stadt Ostfildern

Architekt u3ba Arge camilo hernandez urban 3 + Harald Baumann baumannarchitects, Stuttgart Ausführende Firma Weizenegger Objektbau GmbH, Bad Wurzach Bauverfahren Holzrahmenbauweise (sichtbare Holzbalkendecken) Baukosten ca. 1.400 Euro/m² BGF Gesamt: 1.400.000 Euro Wohnfläche pro Person 21 m² /Person

Beschreibung Das Gesamtprogramm des Neubaus mit 800 qm BGF sollte alle Anforderungen an ein neues und modernes Wohnunterkunftsgebäude erfüllen, insbesondere eine energiesparende Bauweise, flexible Wohnunterteilungen und eine wirtschaftliche, modulare Bauweise.

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CONTAINERDÖRFER, BREMEN Durch die Verwendung von größeren Containern mit 3 Metern Breite sind flexiblere Grundrisse möglich. Die Module sind zu Clustern verbunden, die teilweise Innenhöfe bilden. Neubau / Fertiggestellt Anzahl der Bewohner Ca. 200 Bewohner (Pro Projekt) Moduleinheiten Hemelingen: 6 Gebäude, Überseetor: 8 Gebäude, Grohn: 7 Gebäude Bewohner Asylbewerber Fertigstellung / Existenzdauer Fertigstellung: Hemelingen Januar 2016, Überseetor Dezember 2015, Grohn November 2015 Existenzdauer: 5 Jahre Auftraggeber Senatorin für Soziales, Kinder, Jugend und Frauen, Bremen (4 Standorte)

Architekt Architekten BDA Feldschnieders + Kisters, Bremen Ausführende Firma Bremen Hemelingen und Grohn: Firma Algeco GmbH; Überseetor: Firma G. Ungrund GmbH Bauverfahren Container: Stahlrahmen + Metall (Keine Standardmaße sondern 3 x 3 x 9 m) Baukosten ca. 1.100 Euro/m² BGF Wohnfläche pro Person ca. 12,5 m² / Person (ohne Allgemeinflächen für Verwaltung / Gemeinschaftsräume)

Beschreibung Die Übergangswohneinrichtungen entstanden auf städtischen Grundstücken und wurden für fünf Jahre genehmigt. Eine Mitarbeiterin aus dem muslimischen Kulturkreis hat die planenden Architekten für die Bewohner sensibilisiert. So entstanden Wohnungen für 2 Personen auf 24 m² bis 4 Personen auf 48 m², jeweils mit Bad und Küche. Maximal 16 Personen leben auf einer Ebene und versorgen sich selbst. Auf Sammelduschen verzichteten die Architekten, da sie vor allem bei muslimischen Frauen zu Problemen führen können. Weil einige Bewohner das Geräusch laufenden Wassers als beruhigend empfanden und deshalb die Wasserhähne nicht zudrehten, wurden Armaturen mit Wasserstopp eingebaut. Dem Bedürfnis nach Ruhe und Privatsphäre kommt die Anordnung zu Hofhäusern entgegen. Sie bildet ein geschichtetes System von privat, halböffentlich und öffentlich. Die Anlage wird 24 Stunden gesichert.  „Die Bremer Beispiele zeigen auch, dass die Menschen, die einmal ein paar Monate in einer Überganswohneinrichtung verbracht haben, ungern umziehen wollen.“ Der Architekt Tobias Kister, der die Containeranlagen geplant hat, zieht daraus den Schluss: „Wir müssen nachhaltige, höherwertige und dauerhafte Wohnanlagenschaffen. Nicht die Bewohner ziehen weiter, sondern die Sozialarbeiter und Heimleiter, die nicht mehr gebraucht werden.“ Kister plant derzeit eine Anlage aus Holz. „Ein Container eignet sich nicht zum dauerhaften Wohnen“, sagt er.   Text: Friederike Meyer Aus: Stadtbauwelt 48.2015

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UNTERKUNFT FÜR FLÜCHTLINGE, LANGENBACH-FREISING Das in Holzbau realisierte Gebäude ist für die Unterbringung von 78 Flüchtlingen gedacht. Eine Nachnutzung als Wohnraum für Studenten, sozial Schwache oder Obdachlose ist durch einfache Umbaumaßnahmen möglich. Neubau / Fertiggestellt Anzahl der Bewohner 78 Bewohner Moduleinheiten 1 Gebäude Bewohner Asylbewerber Fertigstellung / Existenzdauer Baubeginn: November 2015 Fertigstellung: Februar 2016 Nachnutzung: ggf. mit einigen Umbauten kurzfristig möglich Auftraggeber Adldinger Bauwerk GmbH

Architekt Fiedler + Partner, Freising Ausführende Firma Adldinger Bauwerk GmbH, Kranzberg Bauverfahren Holzrahmenbauweise Baukosten ca. 2.000 Euro/m² Wohnfläche pro Person 8 m²/Person zzgl. Gemeinschaftsräume

Beschreibung Bei der Flüchtlingsunterkunft in Langenbach handelt es sich um einen zweigeschossigen Holzbau, der Platz für 78 Flüchtlinge bietet. Neben den Zimmern für zwei Personen mit 15 Quadratmetern sind in der Anlage mit Mittelgang Duschen, WCs, Gemeinschaftsküchen und Aufenthaltsräume vorhanden. Jedes Zimmer verfügt über große Fenstertüren, die zu einem umlaufenden Balkon hinaus führen. Blaue und grüne Faserzementplatten bestimmen die Fassadengestaltung. Die Außenanlagen umfassen einen Bolzplatz und einen Beachvolleyballplatz, die sowohl Flüchtlinge als auch Einheimische nutzen können. Durch leicht entfernbare Trockenbauinnenwände ist eine spätere Umnutzung möglich. Dabei wäre ein Kindergarten, eine Obdachlosenunterkunft oder ein Studentenwohnheim, Büronutzung oder auch die Unterbringung der Volksund Musikschule denkbar. 23

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FLÜCHTLINGSWOHNHEIME REUTLINGEN, KÜRNBACH Die Gebäude sind in Holzelementbauweise gefertigt. Die Wohneinheiten in den Obergeschossen sind durch großzügige Laubengänge erschlossen. Neubau / im Bau Anzahl der Bewohner 162 Bewohner Moduleinheiten 2 Baukörper, 28 Wohneinheiten Bewohner Flüchtlinge mit anerkanntem Status Fertigstellung / Existenzdauer Juni 2016 Umnutzung: ggf. als Mietwohnungen möglich Auftraggeber Reutlingen: GWG Reutlingen mbH Kürnbach: Landratsamt Karlsruhe

Architekt PWS Architekten GmbH, Pforzheim, Berlin Ausführende Firma Reutlingen: Holzbau Büker GmbH, Eichstetten Bauverfahren Reutlingen: Massivbau, Brettschichtholz Kürnbach: Massivbau, Gisoton verputzt Baukosten Reutlingen Storlachstraße: 1.480 Euro/m² BGF Gesamt: 4.580.600 Euro Wohnfläche pro Person 11,30 m² /Person Modul eines nutzungsneutralen Raums: 14 m²; Möglichkeit der Zusammenschaltung zweier Module zu einer Wohnküche

Beschreibung Der Entwurf ist mit besonderem Blick auf die Nutzungsflexibilität entwickelt worden. Die Frage war, wie das zukünftige Gebäude auf eine sich verändernde Anzahl von Hilfe suchender Flüchtlingen reagieren kann. Die Möglichkeit eines temporären Gebäudes, welches bei schwindender Nachfrage wieder demontiert wird, wurde schnell ausgeschlossen. Gründe hierfür sind die geringere Akzeptanz der Nachbarschaft und des Nutzers bei der klassischen, temporären Containerlösung. Der Entwurf löst dieses Problem durch die mitgedachte Umnutzbarkeit in gewöhnliche Mietwohnungen. Die langfristige Planung und Berücksichtigung des Standards für geförderten Mietwohnungsbau ermöglicht eine hohe Qualität, auch für das Flüchtlingswohnen, ohne wirtschaftlich unvernünftig zu handeln. Über außenliegende Treppen werden Terrassen erschlossen, von denen direkte Eingänge in die Wohneinheiten bestehen. Der Baukörper lässt sich in unterschiedlichen Längen realisieren, durch Kopfbauten abschließen, In Gruppen zueinander positionieren oder als Solitär ausbilden. 24

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„WOHNHAUS, AUCH FÜR GEFLÜCHTETE“, ORANIENBURG Massivbau aus Ziegeln für die Unterbringung von 50 Flüchtlingen. Die 22 Wohnungen sind für Familien, Männer- oder Frauenwohngemeinschaften konzipiert. Neubau / in Planung Anzahl der Bewohner ca. 50 Bewohner Moduleinheiten 22 Wohnungen Bewohner Flüchtlinge mit anerkanntem Status Fertigstellung / Existenzdauer Fertigstellung: Dezember 2016 Auftraggeber Wohnungsbaugesellschaft Oranienburg

Architekt BBP (Oliver Langhammer), Berlin Andreas Brümmel, Brummell Landschaftsarchitekten International Ausführende Firma Nicht angegeben Bauverfahren Massivbau: Ziegelmauerwerk Baukosten 1.858 Euro/m² BGF Wohnfläche pro Person ca. 18,5 m² / Person 925 m² Mietfläche (inkl. Gemeinschaftsräume) für insgesamt ca. 50 Personen

Beschreibung Die Auswahl des Bauplatzes im Zentrum der Stadt, die Möglichkeit der flexiblen Grundrissjustierung bis zur Anpassung an die Bedürfnisse Alleinstehender, Familien oder Wohngemeinschaften und das Angebot an Räumen für gemeinsame Aktivitäten, Weiterbildung und Beratung bilden das konzeptionelle Gerüst für die Baukörperentwicklung. Die ausgewogene Zusammenstellung der Mieterschaft aus geflüchteten und ansässigen Bewohnern wird sozialpädagogisch betreut und zielt ab auf die Identifikation mit Haus und Ort und damit auf den Aufbau einer dauerhaften Lebensgemeinschaft der Hausbewohner. Gebäudekonzeption und Außenraumplanung loten das Maß an Privat- und Offenheit aus. Ein ablesbarer adressbildender Treppenaufgang, ein breiter Laubengang und klar definierte Räume im Außenbereich (mit niedrigen, soliden Mauern und Gesimsen als Sitzmöglichkeiten) bieten Angebote für informelle Kommunikation und gemeinschaftliche Aktivitäten außerhalb der Wohnungen. 25

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FAHRRADWERKSTATT FÜR ASYLBEWERBER, KARLSRUHE Einfache, aber effektive Struktur für die Zusammenarbeit von ehrenamtlichen Helfern und Flüchtlingen. Es werden Fahrräder für Flüchtlinge bereitgestellt und repariert. Neubau / Sonderprojekt Anzahl der Bewohner Moduleinheiten 1 Modul Bewohner Asylbewerber, Flüchtlinge mit anerkanntem Status, alle Bürger von Karlsruhe Fertigstellung / Existenzdauer Fertigstellung: Mai 2015 Existenzdauer: mind. 5 Jahre Auftraggeber Freundeskreis Asyl Karlsruhe e.V.

Architekt bikeswithoutborders, Karlsruhe Ausführende Firma bikeswithoutborders Bauverfahren Schwerlastregale, Polycarbonatstegplatten Baukosten ca. 5.000 Euro Wohnfläche pro Person -

Beschreibung „bikeswithoutborders“ sammelt alte Fahrräder und repariert diese, um sie Menschen mit Migrationshintergrund, insbesondere Flüchtlingen, kostenlos zur Verfügung zu stellen. Das Projekt ist für jeden offen und lädt Flüchtlinge ein, mit Karlsruhern in Kontakt zu treten und an Fahrrädern zu tüfteln.

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PUBLIKATION

Der Katalog zur Ausstellung Making Heimat. Germany, Arrival Country im Deutschen Pavillon auf der 15. Internationalen Architekturausstellung 2016 – La Biennale di Venezia erscheint zur Ausstellungseröffnung Ende Mai 2016 im Hatje Cantz Verlag.

Making Heimat. Germany, Arrival Country Hrsg. Peter Cachola Schmal, Oliver Elser, Anna Scheuermann Mit Beiträgen von Anneke Bokern, Oliver Elser, Maren Harnack, Friedrich Heckmann, Christian Holl, Peter Körner, Mechthild Küpper, Stephan Lanz, Denise Peikert, Stefan Rettich, Doug Saunders, Amber Sayah, Anna Scheuermann, Peter Cachola Schmal, Matthias Schulze-Böing, Marietta Schwarz, Walter Siebel, Philipp Sturm, Kai Vöckler Mit Fotos von die arge lola, Kirsten Bucher, Josephine Dannheisig / Christopher Domakis, Ludovic Dusuzeau, Kiên Hoàng Lê, Jakob Huber, Tadeuz Jalocha, Peter Körner, Sonia Mangiapane, Cristobal Palma, Judith Raum, Philipp Reiss, Jessica Schäfer, Stefanie Zofia Schulz, Florian Thein, Felix Torkar

Gestaltung von Something Fantastic, Berlin Englisch/Deutsch ca. 288 Seiten, ca. 120 Abbildungen, Broschur, 13,50 x 21,00 cm ISBN 978-3-7757-4141-5 ca. 9,80 Euro DAM DEUTSCHES ARCHITEKTURMUSEUM AND SOMETHING FANTASTIC

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BIOGRAFIEN Deutsches Architekturmuseum (DAM) Peter Cachola Schmal (Kommissar) *1960 in Altötting. Aufenthalte in Multan/Pakistan, Mülheim/Ruhr, Jakarta/Indonesien, Holzminden und Baden-Baden. Architekturstudium an der TU Darmstadt. 1989 Mitarbeit bei Behnisch+Partner in Stuttgart und 1990–93 bei Eisenbach+Partner in Zeppelinheim. 1992–97 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Darmstadt. 1997–2000 Lehrauftrag für Entwerfen an der FH Frankfurt. Seit 2000 Kurator und seit 2006 Direktor des DAM. 2007 Deutscher Generalkommissar VII. Internationale Architekturbiennale São Paulo. Oliver Elser (Kurator) *1972 in Rüsselsheim. Architekturstudium in Berlin. 2003-2007 Architekturkritiker und Journalist in Wien. Seit 2007 Kurator am DAM und Autor von zahlreichen Beiträgen in Zeitungen, Magazinen und Büchern. 2012-13 Vertretungsprofessor für Szenografie an der FH Mainz. Ausstellungen u.a.: „Das Architekturmodell – Werkzeug, Fetisch, kleine Utopie“, 2012; „Die 387 Häuser des Peter Fritz“ (The 387 Houses of Peter Fritz) auf der Kunstbiennale Venedig; „Mission: postmodern. Heinrich Klotz und die Wunderkammer DAM“, 2014. Anna Scheuermann (Projektkoordinatorin) *1977 in Lahn-Gießen. Architekturstudium an der TU Darmstadt und am Tec de Monterrey in Querétaro, Mexiko. 2005-06 Volontariat am DAM. Seit 2006 freie Kuratorin und Autorin. 2007 Co-Kuratorin des deutschen Beitrags für die VII. Internationale Architekturbiennale São Paulo. Ausstellungen u.a.: „schneider+schumacher“, 2012; „Nove Novos“, 2013; „Suomi Seven“, 2014.

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Something Fantastic Something Fantastic wurde von den Architekten Leonard Streich, Julian Schubert und Elena Schütz gegründet. Die Idee, dass Architektur direkt mit allem anderen zusammenhängt, und die daraus folgende Forderung, ein breites Interesse an der Welt zu pflegen und sich universell einzubringen, sind die Basis ihrer Arbeit. Das Büro arbeitet im erweiterten Feld der Architektur und des Bauens, und strebt Veränderung durch die Planung und Realisierung kluger, berührender, einfacher, prototypischer Projekte an. Ihre Arbeit umfasst Pilot Projekte für kommunales Wohnen in Flandern, das Buch Something Fantastic, seit 2015 die visuelle Identität von Artek, die Modeschauen von Perret Schaad, die Hängeleuchte „Crystal“ für New Tendency, und die Art Direktion der Bücher von Ruby Press inklusive der Designs der Publikationen für 51N4E, Lacaton & Vassal, und Pier Vittorio Aureli. Schütz, Schubert und Streich lehren den Master of Advanced Studies im Bereich Städtebau am Lehrstuhl von Marc Angélil der ETH Zürich mit dem Fokus auf informelle und dynamische Stadtentwicklung. Andere Forschungs- und Lehrprojekte beinhalten Kollaborationen mit Harvard University und Yokohama GSA. Sie halten regelmässig Vorträge und Gastkritiken. Something Fantastic stellte auf den Biennalen in Venedig Sao Paulo und Shenzen ebenso wie an Ausstelllungen in Museen wie dem Museo de Arte do Rio (MAR) und dem Museum of Modern Art (MoMA) sowie in Gallerien wie zB. Valerie Traan in Antwerpen und der Galerie Nolan Judin in Berlin aus. Sie sind für den Iakov Chernikov Preis nominiert worden und Reasons for Walling a House, Building Brazil und City of God haben Buchpreise gewonnen. 2016 erscheinen die Publikationen Housing Cairo – The Informal Response, und The Index for Those Who Want to Reinvent Construction.

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BELLEVUE DI MONACO Mit dem BELLEVUE DI MONACO entsteht mitten in München ein Ort, an dem Menschen aus unterschiedlichen kulturellen wie sozialen Milieus wohnen und arbeiten, sich begegnen und unterstützen. Hier wirken Kulturschaffende, finden Geflüchtete Beratung, unbegleitete minderjährige Geflüchtete werden für den Schritt in selbständiges Wohnen einen integrativen Wohnort finden und sie können Fuß fassen in unserer Stadt. Ein Ort, an dem die Vielfalt der Stadtgesellschaft sichtbar und die Sicherung des sozialen Friedens erlebbar wird. Rechtsträger dieses Projekts ist die im März 2015 gegründete Gemeinnützige Sozialgenossenschaft BELLEVUE DI MONACO eG sein. Die Gemeinnützige Sozialgenossenschaft BELLEVUE DI MONACO eG betreibt das Willkommenszentrum in der Müllerstraße 2 - 6 im Münchner Altstadtbezirk. Das Angebot in diesem Ensemble besteht aus vier Bausteinen: Unterbringung / Betreuung, Beratung / Vermittlung / Kontakt / Information, Kultur / Kunst, Bildung / Qualifikation. Die Öffnung des BELLEVUE DI MONACO in und für die Stadtgesellschaft fördert sowohl die Integrationsbereitschaft als auch das Identifikationsbewusstsein der Bewohner/innen, als gleichwertiges Mitglied der Münchner Bürgerschaft angenommen zu sein und selbst diese anzunehmen. Gleichzeitig ermöglicht es den Bürgern/innen der Stadt Kontakt aufzunehmen, sich zu informieren und sich einzubringen in den Gestaltungsraum, den das BELLEVUE anbietet. Es stehen professionelle Sozialträger, Kulturschaffende, Experten der Flüchtlingsarbeit wie renommierte Personen der Kunst- und Theaterarbeit als Gründungsteam hinter BELLEVUE DI MONACO. Diese professionelle Breite erst ermöglicht es, ein Angebot zu realisieren, das Kunst, Bildung, Wohnen und Betreuung verbindet und mit der Öffnung nach außen verzahnt und es so zu einem stadtgesellschaftlich integrierend wirkenden Ort werden lässt. Für weitere Informationen wenden Sie sich an: Ulrike Geiger | Projektkoordination & PR Bellevue di Monaco eG, Gemeinnützige Sozialgenossenschaft Saarstraße 5, 80797 München Tel: +49 89 54 84 49 65 www.bellevuedimonaco.de

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PERFORMING ARCHITECTURE Ein Programm des Goethe-Instituts anlässlich der 15. Internationalen Architekturausstellung – la Biennale di Venezia vom 28.5.-27.11.2016 in Kooperation mit dem Deutschen Pavillon. An der Nahtstelle von Architektur, Choreographie und darstellender Kunst schafft PERFORMING ARCHITECTURE neue interdisziplinäre Denk- und Erfahrungsräume. Zum zweiten Mal wird der urbane Raum Venedigs während der internationalen Ausstellung mit Projektionen, Fragen und Visionen von Künstlern konfrontiert, die für eine zeitgenössische interkulturelle Zusammenarbeit stehen und temporäre Orte der Begegnung und der Auseinandersetzung mit den Themen der Biennale schaffen. Mit dem scharf gestellten Blick ihrer künstlerischen Expertise erforschen Choreographen wie Fabrice Mazliah, Architekten wie Johan Bettum und Theatermacher wie Björn Bicker und Malte Jelden Wirkung, Bedeutungen und gesellschaftliche Relevanz von Architektur. Sie schaffen sinnliche Erlebnisräume, die sich thematisch an der Setzung des Deutschen Pavillons "Making Heimat. Germany, Arrival Country" orientieren oder dem Appel von Alejandro Aravena folgen, der zur Konzentration auf Lebensqualität der Menschen und auf Qualität der gebauten Umwelt für alle Menschen aufruft. Mittels theatraler und diskursiver Formate diskutiert PERFORMING ARCHITECTURE im Zeitraum der internationalen Architekturausstellung wie in einer Zeit großer kultureller und sozialer Umbrüche Deutschland zu einem Ankunftsland werden kann, aber auch welchen Herausforderungen sich die Städte der Zukunft generell stellen müssen. Weitere Informationen unter: www.goethe.de/de/kul/tut.html

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