Demonstration für Gerechtigkeit im Geist des Friedens - Sudetenpost

Demonstration für Gerechtigkeit im Geist des Friedens - Sudetenpost

Die Antwort VON WOLFGANG SPERNER Erscheinungsort Unz Verlagspostamt 4020 Unz Einzelpreis S 5— P. b. b. Offlzieiles Organ der Sudetendeutschen Landsm...

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Die Antwort VON WOLFGANG SPERNER Erscheinungsort Unz Verlagspostamt 4020 Unz Einzelpreis S 5—

P. b. b.

Offlzieiles Organ der Sudetendeutschen Landsmannschaft In Osterreich (SLÖ) Wien—Unz, 1. Juni 1963

Folg«11

29. Jahrgang

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„Recht wahren — Brücke sein' war der Wahlspruch des Sudetendeutschen Tages in Wien

Der Sudetendeutsche Tag in Wien wurde ein großer Erfolg

Demonstration für Gerechtigkeit im Geist des Friedens Mehr als 130.000 Sudetendeutsche, die aus Osterreich, der BRD, aber auch au« den USA, Kanada, Argentinien, Qrofibritannien und Schweden zu Pfingaten zum 34. Sudetendeutschen Tag nach Wien gekommen waren und dieses gröfite europaische VoJkstumstreffen in voller Disziplin absolvierten, lieferten damit der Regierung in Prag den deutlichsten Beweis dafür, daB die seitens des Ostens erneut gegen dieses Treffen vorgebrachten Proteste unbegründet sind. Die ideologische Ausrichtung des Sudetendeutschen Tages stand in den Reden und im Handeln ganz unter dem Motto: .Recht wahren — Brücke sein!" Bundespräsident Doktor Rudolf KlrchacMëger würdigte Samstag bei der Eröffnung vor 10.000 Teilnehmern in der Wiener Stadthalle die geschichtliche und menschliche Verbundenheit der nach ihrer Vertreibung aus der CSR in Österreich längst integrierten Sudetendeutschen mit Österreich. Manchmal habe er den Eindruck, daB die Sudetendeutschen in der Liebe zu Österreich zu einem Beispiel für alle geworden sind, denen der Besitz der Heimat „manchmal allzu selbstverständlich" sei. Der bayerische Arbeitsminister Dr. Fritz Pirkl erinnerte an die schon 1950 in Stuttgart verabschiedete Charta der Heimatvertriebenen, die ein Bekenntnis zu einem vereinigten und freien Europa und zu einem Verzicht auf Rache und Gewalt enthält. Staatsminister Dr. Philipp Jannmger aus Bonn sah als Vertreter des deutschen Bundeskanzlers Dr. Helmut Kohl die Vertriebenen als eine Art Friedensbewegung, deren Aufbauleistung in der BRD wie in Österreich beispielhaft sei. Der Sprecher der Sudetendeutschen, Staatssekretär Franz Neubauer aus München, betonte unter Hinweis auf das Motto der Veranstaltung, daB es gelte, das Recht der Sudetendeutschen auf Heimat zu wahren, aber auf der Basis des Rechtes. Bei dem Sudetendeutschen Tag, an dem nebst Regierungsvertretern aus Bonn und Wien auch Dr. Otto Habsburg, Ex-Kaiserin Zita und der Regierende Fürst zu Liechtenstein als Schirmherr teilnahmen, erhielt der langjährige Sprecher der Sudetendeutschen, Dr. Walter Becher, den Europäischen Karlspreis, zu dessen früheren Trägem u. a. Julius Raab, Alfons Goppel und Leo Tindemans zählen. Rechnungshofpräsident Dr. Tassilo Brösigke wurde der .Ehrenbrief' der Sudetendeutschen überreicht. Der Bundesobmann der Sudetendeutschen in Österreich, Msgr. Prof. Dr Josef Koch, und namens der Stadt Wien der designierte Unterrichtsminister Dr. Helmut Züfc hatten Begrüßungsworte gesprochen. Im Rahmen der festlichen Eröffnung nahm der Sprecher der sudetendeutschen Volksgruppe, Staatssekretär Franz Neubauer, die Verleihung des Europäischen Karlspreises der SL an den langjährigen Sprecher, Dr. Walter Becher, vor. Der

Europäische Karlspreis der SL ist nach Kaiser Karl IV. benannt. Er wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich in hervorragender Weise für die Idee eines freien Europa eingesetzt haben. Dr. Walter Becher, der ein Wort des Dankes sprach, war von 1968 bis 1982 Sprecher der SL in der Bundesrepu-

blik Deutschland und ist besonders für ein vereintes Europa der Volksgruppen eingetreten. Rahmenprogramm

Der Sudetendeutsche Tag 1983 wurde von einem reichhaltigen Rahmenprogramm begleitet. Am Donnerstag, dem 19. Mai, fand im Palais Auersperg ein festlicher Abend in Zusammenarbeit mit der Sudetendeutschen Stiftung statt, bei dem die Verleihung der sudetendeutschen Kulturpreise 1983 erfolgte. Den großen Kulturpreis erhielt die in Wien lebende, aus Südmähren stammende Schriftstellerin Ilse Tielsch (Romane: .Ahnenpyramide*, .Heimatsuchen"). Am Freitag, dem 20. Mai, erfolgte eine KranznieFortsetzung auf Seite 2

Erzbischof Jmchym zelebrierte am Pfmgstsonntag auf dem Wiener HekÉenplatz ein Pontifikaiamt

Den Vorwürfen von Revanche- und Haßzielen, die zum 34. Sudetendeutschen Tag in Wien wieder einmal von Prag her erhoben wurden und die zur kurzfristigen Rückberufung des tschechoslowakischen Botschafters von Wien nach Prag geführt hatten, haben die 130.000 Sudetendeutschen zu Pfingsten neuerlich eine friedliche .Antwort" erteilt. Dieses größte Volkstumstreffen Europas fand in volter Disziplin statt und statt Rache und Vergeltung stand als Motto: .Recht wahren — Brücke sein" über diesem Heimattreffen. Längst sind es die Sudetendeutschen gewöhnt, daß man ihre auch fast vier Jahrzehnte nach der Vertreibung noch erhaltene kulturelte und gesellschaftliche Eigenständigkeit — unter Währung des Gemeinschaftsgefüges in ihren neuen Lebensräumen — seitens der vertreiber als bedrückend empfindet. Bedrükkend für das schlechte Gewissen jener, die in der einstigen CSR nach Kriegsende mit dem barbarischen Urteil der .Kollektivschuld" mehr als drei Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben haben. Weder der Verlust der Heimat, all ihren Besitzes, noch die unverhohlene Absicht der Vertreiber, mit diesen vom Schicksal schwer geschlagenen Menschen Zündstoff in den Westen zu exportieren, haben die Sudetendeutschen zu .Terroristen" geformt, wie es heute vielfach als Antwort auf verfehlte Volkstumspolitik in der Welt demonstriert wird. Sowohl in Österreich wie in der BRD wurden im Gegenteil die Sudetendeutschen kulturell, wirtschaftlich und politisch zu einem stets gewürdigten wertvollen Aufbaufaktor. Mit der schon 1950 in Stuttgart verabschiedeten .Charta der Vertriebenen", die ein Bekenntnis zu einem vereinigten, freien Europa und zu Verzicht auf Rache und Gewalt enthält, und durch ihren immer wieder bewiesenen Wunsch nach einer gemeinsamen Lösung eines gerechten Zusammenlebens der Votkstumsgruppen haben nun erneut die Sudetendeutschen durch dieses friedvolle Großtreffen in Wien vor der Welt ihr Ziel demonstriert: Sie wollen das Recht des Volkstums auf Heimat wahren, aber sie wollen ihre Anliegen auf der Basis des Rechtes und nicht der Gewalt verwirklichen. Und sie wollen Brücke sein, Brücke zwischen der alten und der neuen Heimat und eine Brücke des Verständnisses in der Welt für das Recht der Volksgruppen auf ihre Heimat. Wo immer in der Welt das sein mag.

Begeisterte Aufnahme hat die Festnummer der „Sudetenpost" anläßlich des Sudetendeutschen Tages in Wien gefunden. Wir freuen uns über viele Neubestellungen unserer Zeitung, die nicht nur aus Österreich, sondern verstärkt auch aus der Bundesrepublik Deutschland eingetroffen sind. Wir danken allen Käufern und Abonnenten. Damit wird ja auch ein entscheidender Beitrag zum Bestand der „Sudetenpost" geleistet, die sich als Sprachrohr für die Anliegen der Vertriebenen in offenem, dabei fairem Stil bemuht. Redaktion und Verwaltung der .Sudetenpost"

SUDETENPOST

FOLGE 11 VOM 1. JUNI1983

Einladung zum Hohenfurther Treffen in Bad LeonfeMen Am: Freitag, 29. Juli, und Samstag, 30. Juli. Programm: Freitag, 29. Juli: Anreisetag und gemütliches Beisammensein im Gasthaus Hofer in Bad Leonfelden. Zum Besuch des Kurkonzertes um 20 Uhr im Kultur- und Gästezentrum sind alle herzlich eingeladen. Samstag, 30 Juli, 9.30 Uhr: Hl. Messe in der Bründlkirche. Anschließend: Gemeinsamer Abmarsch zum Kultur- und Gästezentrum mit Musikbegleitung zur Kreuzsäule in Burgfried (Haidersiedlung). Segnung der zur Erinnerung an Hohenfurth gewidmeten Kreuzsäule und Übergabe der „Böhmerwaldlinde", gestiftet von der Ratffeisenkasse Bad Leonfelden, an die Hohenfurther Pfarrangehörigen. Gemeinsames Mittagessen im Gasthaus Hofer. Nachmittag: Totenehrung in Guglwald. Besuch der Gräber unserer Heimatfreunde in Bad Leonfelden. Sonntag, 31. Juli: GroBtreffen der Böhmerwäldler in ünz. Liebe Landsleute, gebt allen Bekannten Nachricht von unserem Treffen! In heimatlicher Verbundenheit und ein Wiedersehen in Bad Leonfelden. Werner Lehner e. h. Konsulent Franz Zichraser e. h. Hans Schmidinger e. h.

In der Wiener Stadthalle wurde Pfìngstsamstag der Sudetendeutsche Tag eröffnetrUnser beachteten Ansprache. Fortsetzung von Seite 1

Demonstration für Gerechtigkeit im Geist des Friedens derlegung beim Heldendenkmal im Äußeren Burgtor, die von Staatssekretär Franz Neubauer vorgenommen wurde. Oie Ehrung galt den Gefallenen des 2. Weltkrieges, den Opfern der Vertreibung und der politischen Verfolgung. Zum Rahmenprogramm gehörten ferner Vorträge, Ausstellungen und Sondertreffen. Beim Collegium Carolinum sprach Prof. Dr. Heinz Engels/Gießen über .Aufbau und Anliegen des Sudetendeutschen Wörterbuches". Prof. Dr. Friedrich Prinz/München war der Referent einer Festveranstaltung der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste. Er sprach über „Der Beitrag der Sudetendeutschen zur neueren Kultur". Ein gesellschaftlicher Höhepunkt des Sudetendeutschen Tages war die Festaufführung von Hugo von Hofmannsthals „Der Unbestechliche* mit Paula Wessely und Josef Meinrad in den Hauptrolfen im Wiener Burgtheater am Freitagabend. Das Samstagprogramm begann mit der Eröffnung der Buchausstellung in Halle 3 des Messegeländes. Besonders gefragt waren die Romane der Kulturpreisträgerin Ilse Tielsch, aber auch Sachliteratur über das Sudetenproblem fand seine Kundschaft. Die Eröffnung nahm Dir. Oskar Böse, der Bundeskulturreferent der SL, vor. In einer gemeinsamen Vortragsveranstaltung der Arbeitsgemeinschaft sudetendeutscher Erzieher (ASE) und der Ackermann-Gemeinde und der Klemensgemeinde sprach der Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, Dr. Josef Stingi, der auch Vorsitzender der Ackermann-Gemeinde ist, zum Thema „Menschen- und Gruppenrechte — Grundlagen des Friedens". In einer Vortragsveranstaltung der Sudetendeutschen Akademiker, ebenfalls am Samstagnachmittag, referierte Prof. Dr. Felix Ermacora über „Selbstbestimmung und gerechter Krieg im modernen Völkerrecht — Wege und Grenzen des Strebens nach nationaler Selbstbestimmung". Ein weiterer Höhepunkt des Sudetendeutschen Tages war der große Volkstumsabend der Sudetendeutschen Jugend in der Stadthalle (besonderer Bericht liegt vor). Er begann am Samstag, um 19 Uhr; ihm schloß sich das Tanzlfest der Sudetendeutschen Jugend an.

Bild zeigt Bundespräsident Dr. Rudolf Kirchschläger bei der stark

Ilse Tielsch liest in Linz

Römisch-katholische Pontifikalmesse auf dem Heldenplatz 25.000 bis 30.000 Menschen nahmen an der römisch-katholischen Pontifikalmesse auf dem Wiener Heldenplatz teil, die vom Wiener Erzbischof Dr. Jachym zelebriert wurde, in seiner kurzen Ansprache gab er seiner Freude Ausdruck, daß Zita, die letzte Kaiserin von Österreich, mit ihrem Sohn Otto von Habsburg am Gottesdienst teilnahm. Nicht Haß, sondern die Liebe zur Heimat habe die Menschen auf dem Heldenplatz zusammengeführt. Dessen Tor trage die Inschrift „Justitia Regnorum Fundamentum", was bedeute, daß eine friedliche Welt nur auf dem Prinzip der Gerechtigkeit aufgebaut werden könne. Alle Kriege hätten über die Menschen nur Unheil gebracht, der von 1866 ebenso wie die von 1914/19 und 1939/45. Die Kirche wolle ein friedvolles Zusammenleben der Menschen. Sie bilde den Brückenschlag, der zur Gerechtigkeit führt. Was Gerechtigkeit bedeutet, wüßten die Sudetendeutschen als Opfer des Unrechts selbst am besten. In seiner Predigt gab Prälat Dr. Karl Reiß, Sprecher der sudetendeutschen Priester, einen Überblick über die Entwicklung im Donauraum seit der Belagerung Wiens durch die Türken bis zur Gegenwart und hob hervor, daß die Gottesmutter immer ihre schützende Hand über die Menschen gehalten habe.

Völker in Frieden und Freiheit, Gerechtigkeit und Selbstbestimmung ermöglichen. In der Grußadresse heißt es u. a.: .ihr Motto, Das Recht wahren, eine Brücke sein, verstehe ich einerseits als Aufforderung an Sie selbst, die gelungene Integration in Ihre neuen Heimatländer fortzusetzen. Andererseits begreife ich es als politisch-moralischen Auftrag an die Staaten, in denen Sie jetzt leben und arbeiten, an den Brücken der Verständigung zwischen Ländern und Volksgruppen weiterzubauen. Ihnen ist der Brückenschlag zu Ihrer neuen Heimat vorbildlich gelungen. Sie haben nicht auf Ihren prinzipiellen Standpunkt verzichtet, auch wenn Sie mit moralischer Unversöhnlichkeit gegen Menschenverachtung und Menschenrechtsverletzung kämpfen. Ihre ethische Herkunft und Ihr solidarischer Zusammenhalt geben Ihnen Kraft und Mut, verbindende Brücken zu festigen."

Evangelisch-lutherischer Gottesdienst

am Kreuzberg in Klein-Schweinbarth (bei Drasenhofen) in Niederösterreich am Samstag, den 18. Juni 1983 eingeladen! Beginn: 21.30 Uhr (bei jedem Wetter!) Wir dürfen auch Sie zu dieser Brauchtumsveranstaltung erwarten und freuen uns auf Ihr Kommen! Nehmen Sie die Jugend und die Kinder sowie auch Ihre Freunde mit! Die Veranstaltung wird gemeinsam mit dem Verschönerungsverein Klein-Schweinbarth veranstaltet, und man freut sich schon jetzt auf Ihre werte Teilnahme!

Den evangelisch-lutherischen Gottesdienst in der evangelisch-lutherischen Stadtkirche in der Dorotheengasse hielt Pfarrer Erik Turnwald/Bad Rappenau, der Träger des diesjährigen SL-Kulturpreises für Wissenschaft, zum Thema .Der Friede Gottes und der Friede der Welt". Mock: Brücken der Verständigung welterbauen In einer telegraphischen Grußadresse an die Teilnehmer des 34. Sudetendeutschen Tages, der am Samstag und Sonntag in Wien abgehalten wurde, sprach ÖVP-Bundesparteiobmann Dr. Alois Mock die Hoffnung aus, daß von dieser Tagung Impulse ausgehen, die ein Zusammenleben aller

SUDETENDEUTSCHE JUGEND ÖSTERREICHS ARBEITSKREIS SÜDMÄHREN SLÖ-BEZIRKSGRUPPE WIEN UND UMGEBUNG Alle Landsleute und Freunde sind recht herzlich zur traditionellen

SONNWENDFEIER

Nse Tielsch, sudetendeutsche Schriftstellerin — ausgezeichnet mit dem Kulturpreis der Sudetendeutschen 1983, liest aus ihren Werken „Die Ahnenpyramide", „Heimat suchen" u. a. am Donnerstag, dem 16. Juni, um 19 Uhr, in Unz-Ursulinenhof. Alle Landsleute und Freunde der Sudetendeutschen Landsmannschaft sind dazu herzlich eingeladen.

Werte Bezieher der „SudetenposT ! Für di« Einzahlung der noch offenen Bezugsgebühr liegt heute ein Erlagschein bei (es ist bereits die zweite Beilage in diesem Jahr). Bitte machen Sie bald davon Gebrauch. Jene Bezieher, die schon bezahlt haben, bitten wir, den Erlagschein für eine Spende zu verwenden. Die .Sudetenpost" dankt schon heute da-

Zur Beachtung! Ab 1. Juni 1983 lautet die neue Telefonnummer unserer Redaktion Linz

0732/27 36 69

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Die Hauptkundgebung auf dem Heidenplatz vor der Wiener Hofburg bildete den Höhepunkt des Sudetendeutschen Tages 1983 in Wien. An ihr nahmen bei herrlichem Wetter 40.000 Menschen teil, unter ihnen auch einheimische Wiener. Einen „Rekord" bildete der Einzug der Sudetendeutschen Jugend und der Fahnengruppen, denn er war mehrere Kilometer lang und dauerte über eine halbe Stunde. In seiner Begrüßungsansprache sandte Msgr. Prof. Dr. Josef Koch, der Bundesobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft Österreichs, einen Gruß an die Landsieute, die in der alten Heimat zurückgeblieben sind oder zurückgehalten werden, wie auch an jene in Mitteldeutschland. Franz Gruber, der Vertreter der jüngeren Generation, sprach ein ergreifendes Totengedenken. Nach einer Botschaft der Sudetendeutschen Jugend, die sich zur Heimat, zu einem freien Europa und einem friedvollen Zusammenleben aller Völker bekannte, sprach Staatssekretär Franz Löschnak für die noch im Amt befindliche österreichische Bundesregierung und entbot deren Grüße. Das Motto des Sudetendeutschen Tages „Recht wahren — Brücke sein" gelte auch für Osterreich, denn dieses habe sich im Laufe seiner langen Geschichte als Wahrer des Rechts verstanden und bilde auch eine Brücke von der Vergangenheit in die Zukunft wie auch im Zusammenleben der Völker und Staaten. Mit starkem Beifall wurde die Rede des Sprechers der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Staatssekretär Franz Neubauer, aufgenommen, in der er die Sudetendeutschen als Vorkämpfer für das Heimat-, Selbstbestimmungs- und Volksgruppenrecht bezeichnete und seiner Genugtuung Ausdruck gab, daß sich heute im tschechischen Volk die Stimmen vermehren, die die Vertreibung der Sudetendeutschen verurteilen.

Erster Höhepunkt war am Freitag die Kranzniederlegung am EhrenmaJ des Unbekannten Soldaten im Äußeren Burgtor.

FOLGE 11 VOM 1. JUN11983

SUDETENPOST

Der Sudetendeutsche Tag in Wien im Bild

Prominenz bei der Eröffnung: Dr. Otto von Habsburg (rechts) mit dem ehemaligen Bayerischen Ministerpräsidenten Alfons Goppel (links im Bild)

Kulturpreisträgerin Ilse Tielsch

Erzbischof Franz Jacnym spendete bei der Messe am Heldenplatz die heilige Kommunion

Gruppenbild der Kulturpreisträger

Abertausende kamen zum Heldenplatz

Ironimus (Prof. Gustav Peichl) bei der Verleihung des Kulturpreises.

Prof. Grohmann (rechts) mit dem Sprecher Neubauer

Bundesobmann-Stellv. Konsulent Hans Hager (rechts) mit Landesleiterin Frau Berti Blaschke, die mit ihrem Gatten Erhard Blaschke (Landesobmann der SL Niedersachsen) sowie Prof. Dr. Rudoif Fochler aus Linz (links im Bild) nach Wien gekommen war.

SUKTENPOST

So feierte die Sudetendeutsche Jugend

Einzug der Landsmannschaften in ihrer bunten Tracht und den traditionsreichen Fahnen. Der Sudetendeutsche Tag 1983 gehört der Ver- für alle jungen Leute statt. Und es beteiligten sich gangenheit an und wir können mit dem Erreichten alle mit großem Eifer bei den Volkstänzen. Mit besonders zufrieden sein! Es war wieder eine sanfter Gewalt mußte dann dieser Abend kurz vor machtvolle Demonstration für das Eintreten unse- Mitternacht beendet werden, mußten doch alle rer Belange: Die Einhaltung der Menschenrechte, wieder ins Zeltlager oder in die Quartiere. insbesondere des Heimat- und SelbstbestimDer Pfingstsonntag begann mit einem ökumenimungsrechtes! schen Wortgottesdienst im Zeltlager. AnschlieVorangestellt sei, so wie 1977, daß gerade bei ßend mußten alle Teilnehmer mit der Straßenbahn diesem Sudetendeutschen Tag besonders stark zur Oper befördert werden, was aber ohne Probledie Mittel- und die junge Generation in Erschei- me möglich war. nung getreten ist und es geradezu als Phänomen Im inneren Burghof war um 10 Uhr die Aufstelbetrachtet wird, daß sich so viele junge Menschen lung für den Einzug zur Hauptkundgebung, weleingefunden hatten. che nach dem Festgottesdienst stattfand. Wie es Die Sudetendeutsche Jugend hatte natürlich ei- sich für die Gastgeber gehört, gingen wir im sog. nen besonderen Anteil daran: Weit über 1000 Ju- .Österreich-Block" zum Schluß des nicht enden gendliche waren im Zeltlager am Campingplatz wollenden Einzuges. Und tatsächlich hatten sich Wien-Süd untergebracht, weiters über 1700 junge bei uns überaus viele junge Freunde eingefunden, Leute in den zur Verfügung stehenden Gästehäu- die beim Einzug mitmachen wollten. Wir stellten sern, und dazu noch eine stattliche Anzahl von Ju- die größte Gruppe, darunter sehr viele Trachtengendlichen, die privat untergebracht waren. Dazu paare. kamen noch die jungen Leute aus der SDJÖ-LanBei der Hauptkundgebung sprach unser Ludwig desgruppe Wien! Wahrlich eine imposante Anzahl und es sollte uns dabei nicht bange um die Zu- die Worte der Sudetendeutschen Jugend, die begeistert von den Zehntausenden Zusehern aufgekunft unserer Volksgruppe sein! Trotzdem hätten es aber weit mehr sein kön- nommen wurden. Wir werden an anderer Stelle nen, auch dies muß hier vermerkt werden, denn darüber berichten und den genauen Wortlaut zitiezahlreiche Landsleute kamen ohne ihre jungen ren. Im Anschluß an diese machtvolle DemonstraLeute nach Wien. Wir hoffen aber, daß sich beim tion für das Selbstbestimmungsrecht, wo u. a. als nächsten Mal auch diese einfinden werden! Am Vertreter der österr. Bundesregierung StaatsseFreitag vor Pfingsten wurde gegen Mittag das kretär Löschnak sprach, fanden im Messegelände Zeltlager aufgebaut und die ersten Teilnehmer tra- im Rahmen des Volksfestes der Sudetendeutfen bereits ein, und auch in den übrigen Unter- schen Jugend die musischen Wettkämpfe der kunftsorten herrschte ein reges Treiben. Immer Gruppen der SDJ statt. Wir von der SDJO waren neue Gruppen kamen angereist, und die Zeltlager- natürlich auch mit mehreren Gruppen vertreten leitung hatte alle Hände voll zu tun. Aus allen Bun- und haben dabei sehr gut abgeschnitten. Und undesländern Österreichs, aus der Bundesrepublik ser Stand mit den Werkarbeiten war — und das Deutschland und aus anderen Ländern trafen die kann man ohne Angeberei sagen — der schönste von allen und wurde zahlreich von den LandsleuJugendlichen ein. ten frequentiert. Alle waren voll des Lobes über Am Vormittag wurden etliche Autobusse aus unsere Arbeit (leider ist dann bei der Bewertung der Bundesrepublik Deutschland von uns in die eine Panne passiert und wir standen dann nichtStadt gebracht und den Insassen die Schönheiten mehr auf der Liste). unserer Stadt gezeigt, die darob hellauf begeistert Die Leistungen aller Gruppen waren überdurchwaren. Bereits um 14 Uhr am Samstag ging es mit den Wettkämpfen im Lager los: Es stand der Ge- schnittlich hoch, jeder gab sich große Mühe, um schicklichkeitslauf der Mädel-, Burschen- und der die sachkundige Jury zu „befriedigen" und diese gemischten Kindergruppen am Programm. Zahl- hatte große Mühe, eine gerechte Wertung zu trefreiche Stationen mußten in sportlicher Art und fen. Weise bezwungen werden, dazu wurden auch luEin großer Beifall der anwesenden Landsleute stige Fragen über Wiener Spezialitäten (aus der war wohl der größte Lohn für all die Mühen, die Küche und der Mundart) gestellt sowie auch über sich die Kinder- und Jugendgrupppen gaben. die Stadtgeschichte Wiens. Und die Kinder waren Mit der Feierstunde am Pfingstsonntag abend mit großem Eifer dabei. wurden die Großveranstaltungen des SudetenUm 16.30 Uhr war die Lagereröffnung, bei der deutschen Tages erfolgreich abgeschlossen. der Bundesjugendführer der SDJÖ alle Teilneh- Nach einer Vorlage der Sudetendeutschen Jumer recht herzlich in Wien begrüßen konnte. Im gend Österreichs wurde die Feierstunde von unAnschluß daran fand der Wissensnachweis statt, serem Kameraden Ortfried Kotzian in literarische an dem sich über 30 Mannschaften beteiligten. Form gebracht. Die musikalische Umrahmung beDiesmal waren Fragen aus der Geschichte der sorgten unsere Freunde aus München. Der Tenor SDJ zu beantworten; dazu sah man manche Köpfe der Feierstunde war auf das Motto des Sudetenrauchen und fragende Augen waren auch zu se- deutschen Tages (Recht wahren — Brücke sein) hen. Trotzdem war ein überaus gutes Ergebnis im abgestimmt. Der Beifall bewies, daß uns die Geallgemeinen zu verzeichnen. staltung dieser Feierstunde gelungen war. Beim Etwas unter Zeitdruck mußten alle Lagerteilneh- abschließenden Fackelzug über den Ring beteiligmer mit Hilfe eines Pendelverkehrs in die Wiener ten sich weit über 3000 Teilnehmer. Eine große Stadthalle gebracht werden. Diesmal hatte man Menschenmenge hatte sich zu beiden Seiten des sich etwas Neues einfallen lassen: Man ermög- Rings eingefunden und klatschten begeistert Beilichte allen Zeltlagerteilnehmern erstmalig die Teil- fall. Als Neuerung nach einem Fackelzug wurde nahme am großen Volkstumsabend der Sing- und erstmals ein gemeinsam gesungenes Schlußlied Spielscharen der SDJ. Dazu wurden die musi- gesungen. In einem großen Kreis fanden sich Teilschen Wettkämpfe auf Sonntag nachmittag ver- nehmer und Landsleute am Rathausplatz ein und legt. Und dieser Volkstumsabend war ein Abend laut schallte das Lied .Kein schöner Land" über der Superlative: Über 400 Mitwirkende gestalteten den schönen Platz. einen grandiosen Abend und die über 12.000 ZuDas Pfingsttreffen der Sudetendeutschen Juseher (die Stadthalle war bereits seit Wochen ausverkauft!) waren begeistert, was der oftmals lang- gend schloß am Pfingstmontag mit der Siegerehanhaltende Beifall bewies. Alle Sing- und Spiel- rung aus den Wettkämpfen. Die SDJ-Österreich scharen der SDJ waren dabei, dazu die Südtiroler stellte einen großen Teil der teilnehmenden GrupTrachtenkapelle Auer, der Volksgesangsverein pen, und wir möchten daher nur die besten Ergebaus Wien, die Teisendorfer Tanzlmusi, die Alpen- nisse herausgreifen: vereinsjugend Graz u. v. a. m. Es war «in einmali- Wissensnachweis: 1. Mannschaft Niederösterges Erlebnis für alle Zuseher, und wir waren darreich II (Gerlinde Stropek, Anita und Karsten über sehr beeindruckt! Eder), als Verteidiger des Pokals von 1982! Alle weiteren 6 Mannschaften aus Österreich befanIm Abschluß an diesen unvergeßlichen Abend den sich unter den ersten 16 von 30 Mannschaffand ein Tanzifest im Foyer der Wiener Stadthalle

ten! Unsere Mannschaften kamen aus Oberösterreich, Niederösterreich, Wien und der Steiermark. Geschicklichkettslauf:

FOLGE 11 VOM 1. JUN11383

Sommerlager fur Kinder und ¡unge Leute vom 9.—17. Juli Die schonen Tage von Pfingsten mit all den Erlebnissen, Ereignissen usw. sind vorbei! Es gilt nun die weitere Arbeit vorzubereiten und zu leisten. Für Kinder und junge Leute im Alter von 9 bis 18 Jahren (diese werden in zwei Altersgruppen geteilt) findet das traditionelle Sommerlager der Sudetendeutschen Jugend Österreichs statt. Diesmal befinden wir uns in Oberndorf an der Melk (bei Purgstall gelegen) in Niederösterreich. Dies ist eine der schönsten Landschaften des Alpenvorlandes, in der Nähe des Ötschers! Die Unterbringung erfolgt in der einzigen „Bauern-Jugendherberge" Österreichs, das Essen ist reichlich und gut. Die Mädchen schlafen in Betten im Haus, die Burschen in modernen Zelten. Neben Sport, Spiel, Wandern, Lagerfeuer, Volkstanzen, Singen, Tagesausflug, Geländespiel usw. steht noch viel Fröhlichkeit am Programm! Eine schöne Woche in einer netten Gemeinschaft steht den Teilnehmern bevor! Bereits jetzt liegen schon zahlreiche Anmeldungen vor, und wir haben auch noch etliche Plätze zu vergeben. Darum melden Sie sofort Ihre jungen Leute und Kinder an. Jedenfalls freuen sich schon jetzt die ehrenamtlich tätigen Freunde in der Lagerleitung auf ein zahlreiches Mitmachen junger Leute, und man arbeitet bereits am Programm für diese 8 Tage! Aufgrund einer unerwarteten Förderung ist es möglich geworden, den Lagerbeitrag für diese 8 Tage von ursprünglich S 1100.— auf nunmehr S 930.— zu senken (dies gilt auch für die bereits angemeldeten Teilnehmer!). Wahrlich eine geringe Summe für bestimmt sehr schöne 8 Tage! Die Fahrtkosten werden auch noch ersetzt! Sofortige Anmeldungen bitte an die Sudetendeutsche Jugend, Kreuzgasse 77/14, 1180 Wien, Kennwort: Sommerlager 1983, richten! Auch junge Leute bzw. Kinder nichtsudetendeutscher Herkunft (z. B. Freunde von teilnehmenden Kindern) sind herzlichst zur Teilnahme aufgerufen! Auch Ihr Kind sollte daran teilnehmen — wir erwarten dazu Teilnehmer aus ganz Österreich! Bitte sofort anmeiden!

Winterlager in Schöder bei Murau in der Steiermark!

Für junge Familien mit Kindern und Jugendlichen sowie für junge Leute findet vom 26. Dezember 1983 bis 3. Jänner 1984 das Winterlager statt. Dieses wird von der Sudetendeutschen Jugend Österreichs durchgeführt. Diesmal sind wir in Schöder bei Murau in der Steiermark, wo sich in der Nähe das wunderschöne Schigebiet KreischDaß dieses Pfingsttreffen der Sudetendeut- berg befindet (mit ca. 8—10 Liften). Die Unterbrinschen Jugend im Rahmen des Sudetendeutschen gung erfolgt in einer guten Gasthof-Pension (mit Tages so gut verlaufen ist, verdanken wir nicht nur eigener Fleischhauerei). Die Halbpension (Nächtider guten Vorbereitungsarbeit aller Kameraden, gung, Frühstück und Abendessen) beträgt für Erunserer Lagerleitung, allen, die am Rande beteiligt wachsene S 170—, für Kinder bis zu 14 Jahren waren, sondern auch zahlreichen Institutionen, S 130.—. Wir werden wieder eine schöne WinterBehörden, Firmen und Landsleuten; der Wiener woche in einer frohen Gemeinschaft verleben. BePolizei und der Kriminalpolizei für ihren unermüdli- reits jetzt sind schon zahlreiche Teilnehmer angechen Einsatz; der Magistratsdirektion Wien; der meldet, und wir haben noch Plätze zu vergeben! Rathausverwaltung bei der Mithilfe zur Auflösung Sofortige Anmeldungen (zwecks dringender Fixdes Fackelzuges; dem Roten Kreuz im Zeltlager' reservierung unbedingt sofort notwendig) bitte für den aufopferungsvollen Einsatz; der Presse mit Zimmerwünschen an die Sudetendeutsche Juund dem ORF für die objektive Berichterstattung; gend, Kreuzgasse 77/14, 1180 Wien, Kennwort: Winterlager 83/84, richten! allen Landsleuten und Freunden usw. Mädchengruppen: 3. Mädchengruppe Wien Gemischte Kindergruppen: 3. Gruppe Wien Musischer Wettkampf: Madchengruppen: 3. Mädchengruppe Wien Gem. Kindergruppen: 3. Gruppe Wien Jugendgruppen: 3. Jugendkreis Wien

Danken können wir diesmal dem Wettergott nur für die Tage von Freitag bis Montag früh, denn 2 Minuten nach der Siegerehrung goß es durch 5 Stunden hindurch in Strömen und erschwerte uns das Abräumen des Zeltlagers! Dennoch war es wieder ein einmaliges Erlebnis für alle Teilnehmer, und wir freuen uns schon auf das nächste Jahr, wo wir uns zu Pfingsten in München treffen werden.

Jugend im Einsatz für die .Sudetenpost"

Denkmal fur einen Lehrer Zum Gedenken an den ehemaligen Direktor und Begründer der Mittelschule in Eferding, Prof. Johann Oberthür, errichteten die Mitglieder des Vereins ehemaliger Schüler des Oberrealgymnasiums und der Lehrerbildungsanstalt für heimatlose Volksdeutsche ein Denkmal, das kürzlich enthüllt wurde. Nach dem Krieg hatte es sich Prof. Oberthür zum Ziel gesetzt, den Jugendlichen unter den Heimatvertriebenen den Weg in die akademische Laufbahn zu ebnen. Schon im Jahre 1945 gründete er zu diesem Zweck in Eferding eine Schule für heimatlose Volksdeutsche.

Hilde Hager Im Rundfunk Am 13. Juni um 21.30 Uhr in ö Regional bringt der österreichische Rundfunk Klavierwerke, und zwar Toccata, Frühling, Flockenspiel von Hilde Hager-Zimmermann. ••• t

Heinrich Kuhn: Sudetendeutsche Heimatsammlungen, Museen, Archive, Galerien, Bibliotheken, Heimatstuben, Prlvatsammlungen; 288 Seiten mit 11 Farbtafeln und ca. 50 Schwarzweißabbildungen; DM 18.—, AufstiegVerlag, München. Eine Bestandsaufnahme geretteten sudetendeutschen Kulturguts, eine Veröffentlichung des Sudetendeutschen Archivs. Heinrich Kuhn erfaßte ca. 150 Sammlungen in Deutschland, Österreich und in der Schweiz sowie 27 private Heimatsammlungen, die nur einen Bruchteil der tatsächlich vorhandenen darstellen. Am Anfang stand meist die Initiative Einzelner, unterstützt von Heimatverbänden, später auch von öffentlicher Hand. Jede Sammlung ist ein Stück alte Heimat. Der vorliegende Führer gibt präzise Angaben der Geschichte, Bestände, Standort und Öffnungszeiten der Sammlungen und erweist sich als wahre Fundgrube für den Landsmann, der am Kulturgut der Heimat interessiert ist. Es empfiehlt sich, dieses Nachschlagewerk bei jeder Urlaubsfahrt zur Hand zu haben. Die anschließenden Verzeichnisse weisen alle Möglichkeiten auf, um sich zurechtzufinden: Verzeichnis der kulturellen Heimatsammlungen, Standorte der Heimatsammlungen, regionale und sachliche Übersicht der Heimatsammlungen beginnend mit Egerland, Böhmerwald usw. Facharchive und überregionale Museen und Galerien und schließlich private Heimatsammlungen, als letzte die Sammlung Zerlik, Geislingen/Steige. Um einige besondere Beispiele für Osterreich zu nennen, etwa die Alfred-KubinGedenkstätte in Zwickledt bei Wernstein am Inn, ferner das Adalbert-Stifter-Institut von Oberösterreich an der Unteren Donaulände in ünz; das Böhmerwaldmuseum in Wien, Ungargasse 3; Budweiser Heimatmuseum im Paracelsus-Haus in Wimsbach/Neydharting. In der Burg von Wels künftig Museum der Heimatvertriebenen. Alles in allem ein mühsam erstellter aber allseits und stets gebrauchbarer Wegweiser durch die Sudetendeutschen Heimatsammlungen, für den dem Autor und Herausgeber unser Dank gebührt. Dr. Alfred Zerlik

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FOLGE 11 VOM 1. JUN11983

Ausklang des Sudetendeutschen fcges 1983 auf dem Kreuzberg und im Südmöhrerhof in Niedersulz Der 34. Sudetendeutsche Tag, der 3. Volksgruppentag der Sudetendeutschen aus aller Welt, fand am Pfingstmontag einen würdigen Abschluß beim Südmährerkreuz in Kleinschweinbarth, hart an der Grenze zum tschechischen Nachbarstaat, und mittags im „Südmährerhof" im Niedersulzer Freilichtmuseum, mitten im nö. Weinviertel. Veranstalter war in beiden Fällen der Dachverband der Südmährer in Österreich. Nach einer Kranzniederlegung am Grabe des Vaters des Kreuzberges, Min. a. D. Erwin Zajicek, in Poysdorf, formierte sich in Kleinschweinbarth ein Festzug, der unter den Klängen der örtlichen Musikkapelle hinaufmarschierte auf den Kreuzberg mit seinem weithin in die Lande sichtbaren, mit einer ehernen Dornenkrone mahnendem Südmährerkreuz und mit der Gedenkstätte, die den Gefallenen beider Weltkriege und jenen Südmährern gewidmet ist, die im Zuge der Vertreibung ihr Leben lassen mußten. Tief beeindruckend der Blick auf das nahe Nikolsburg mit den Pollauer Bergen (heute die Pálava-Berge genannt), tief beeindruckend die große Zahl der Kundgebungsteilnehmer, die auf den Felsen rings um das Kreuz und um die Gedenkstätte sich schon frühzeitig ein gutes Plätzchen gesichert hatten. Der Obmann des Dachverbandes, Msgr. Prof. Dr. Josef Koch, gab in seiner Begrüßung der Freude Ausdruck über die erschienenen Ehrengäste, über die starke Beteiligung der sudetendeutschen Landsleute, der einheimischen Bevölkerung, der Südmahrer aus der Bundesrepublik Deutschland, aus dem sonstigen Ausland, aus den österreichischen Bundesländern. Die Anwesenheit der hochbetagten Kaiserin Zita, des regierenden Fürsten Franz Josef II. von und zu Liechtenstein, von Landeshauptmann Siegfried Ludwig, Bezirkshauptmann Reg.-Rat Dr. Foitik, der Bürgermeister der umliegenden Gemeinden, des Bundesvorsitzenden der SL, Min.-Rat Jörg Kudlich, des Bundesfinanzreferenten der SL und Landesobmannes der SL in Bayern, Siegfried Zoglmann, von Min. Dirigent Helmut Haun, Landesobmann der SL von Baden-Württemberg, zugleich Landesobmann des Bundes der Heimatvertriebenen, der Vertreter des Südmährischen Landschaftsrates aus Geislingen mit Landschaftsbetreuer Franz Longin und Geschäftsführer Hofbauer, der Trägerin des diesjährigen sudetendeutschen Kulturpreises, Frau Dr. Ilse fleisch, der Vertreter der SLÖ und der befreundeten Heimatorganisationen, der Kameradschaft der 99er und der Vertreter des Österr. Kameradschaftsbundes wurden als besondere Auszeichnung gewertet. Unter Assistenz von Prälat Univ.-Prof. Dr. Hörmann und Msgr. Dr. Koch zelebrierte den Festgottesdienst der Hochmeister des Deutschen Ordens, Abt. P. lldefons Pauler. Die Südmährische Sing- und Spielschar aus Stuttgart sorgte für die gesanglichen Einlagen. Prof. Dr. Hörmann, ein gebürtiger Südmahrer aus Höflein, sprach in seiner Festpredigt davon, daß beim Sudetendeutschen Tag in Wien, beim Treffen auf dem Kreuzberg, die Heimat wieder zur Wirklichkeit werde, weil alle Anwesenden den Blick hinübertun dürfen auf Nikolsburg, stellvertretend für Znaim, Zlabings, Neubistritz, Mähr. Kromau, Ausspitz und all die größeren und kleineren Ortschaften Südmährens. In der Heimat jenseits der Grenze habe sich vieles verändert. Das jetzige Bild stimme nicht mehr überein mit dem Bild, das wir in unserem Inneren tragen. Es fehlen die vertrauten Menschen, es fehlen die Häuser, es fehlen die Gräber. Es

fehle all das, was das Land richtig zur Heimat macht. Heimattreffen hätten den Sinn, den Gedanken an die verlorene Heimat nicht untergehen zu lassen. An die Heimat, die uns niemand nehmen kann, wenn wir sie nicht selbst aufgeben. Prof. Hörmann sprach weiter von der Kulturarbeit unserer Vorfahren während vieler Jahrhunderte, befaßte sich mit der Auswirkung der Gedanken der katholischen Soziallehre in Beziehung auf das Geschaffene und Verlorene und mit dem tieferen Sinn des Leitspruches des heurigen Sudetendeutschen Tages .Recht wahren — Brücke sein". Im Anblick der Heimat müßten wir darauf beharren, daß Unrecht geschehen sei. Zur Stunde wissen wir aber noch nicht, was zur Heilung geschehen könnte. Die Unrecht getan haben, fühlen sich getroffen und der Spruch vom Revanchismus treffe völlig daneben. Er erinnerte an die Charta der deutschen Heimatvertriebenen a. d. J. 1950 und gab der Hoffnung Ausdruck, es möge die Zeit kommen, daß Unrecht auch als Unrecht einbekannt wird. Die, die die Geschicke der Völker lenken, mögen die rechte Einsicht haben, die Gerechtigkeit walten zu lassen, dem Frieden zu dienen. Nach dem Festgottesdienst vereinte eine Feierstunde vor dem Ehrenmal alle Teilnehmer. Nach einem Totengedenken sprachen Bürgermeister Wallner aus der Großgemeinde Drasenhofen, Bezirkshauptmann Reg.-Rat Foitik und Landeshauptmann Siegfried Ludwig zu den Versammelten. Landschaftsbetreuer Franz Longin überbrachte die Grüße der Südmährischen Landschaft und wandte sich gleichzeitig in einer stark beachteten programmatischen Rede an seine Landsleute. Dem langjährigen Betreuer des Kreuzberges, Lm. Josef Czerny aus Neudek, der sich durch seinen beispielhaften persönlichen und finanziellen Einsatz um die Entstehung des Südmährerhofes in Niedersulz große Verdienste erworben hat, überreichte Obmann Prof. Dr. Koch als Dank und Anerkennung des Dachverbandes die Urkunde über die Ernennung zum Ehrenobmann. Landschaftsbetreuer Franz Longin überbrachte Lm. Msgr. Dr. Koch den Ehrenbrief der Heimatlandschaft Südmähren, die höchste Auszeichnung, die der Südmährische Landschaftsrat in Anerkennung und Wertschätzung sowie als Dank für außerordentliche Verdienste in der heimatpolitischen Arbeit verleiht. Der Nachmittag vereinte Ehrengäste und Südmahrer beim Südmährerkirtag in Kleinschweinbarth, den der Arbeitskreis Südmähren gestaltete und Lm. Landeshauptmann Ludwig nach heimatlichem Brauch eröffnete. Eingefügt in das Programm der südmährischen Veranstaltungen war ein Besuch des „Südmährerhofes" im Freilichtmuseum Niedersulz im nö. Weinviertel. Dieser Hof, erbaut in den Jahren 1981 und 1982, ist ein Denkmal südmährischen Volks- und Wirtschaftslebens. Er legt Zeugnis ab, daß die Südmahrer mit ihrer Heimat ein Stück Österreich gewesen sind und es bleiben wollen. Im Gedenken an die verlorene Heimat wurde in diesem Hof am Nachmittag des Pfingstmontags unter starker Beteiligung der heimischen Bevölkerung, der Südmahrer und ihrer Ehrengäste von Kaiserin Zita eine Linde gepflanzt. Tausende haben den Südmährerhof seit seinem Bestehen schon besucht. In ihm ist neben den vier südmährischen Heimatkreisen Nikolsburg, Znaim, Zlabings und Neubistritz auch den Iglauern, den Preßburgern und Siebenbürgern die Möglichkeit gegeben, ihr Volkstum bildlich und graphisch darzustellen. L. D.

Ehrung sudetendeutscher Professoren ¡n Wien Eine würdige Vorveranstaltung zum 34. Sudetendeutschen Tag war die Gedenkstunde am 14. Mai in der Aula der Universität Wien. Der Landesobmann der SLÖ Wien, NÖ. und Bgld. Min.-Rat Dr. Halva konnte den Rektor der Wiener Universität, unseren Landsmann Univ.-Prof. Dr. Georg Blaschka, den Bundesobmann der SLÖ Monsignore Dr. Josef Koch und den Festredner OStR Dipl.-Ing. Karl Maschek begrüßen. Vor dem Ehrenmal für die gefallenen Sudeten und Professoren führte Dipl.-Ing. Maschek u. a. aus: Die Vergangenheit errichtete 142 Universitätsprofessoren Denkmäler in den Arkaden der Universität Wien. Eine Leistung wurde damit erkannt, anerkannt und durch Dank gewürdigt, eine ungeheure geistige Leistung. Und die Gegenwart, folgt sie jenem Beispiele? An Schultagen waltet in den Arkaden der Alltag: Man eilt, hastet, beachtet die Denkmäler kaum. Und doch — lohnte es sich nicht, manchmal vor einem der Denkmäler nach dem Denkmalsinhaber zu fragen, eine Beziehung zu ihm herzustellen, den Stein mit Leben zu erfüllen? Sind doch berühmte Namen hier vertreten. Diese Schatzstätte des Geistes sollte auch erkannt, anerkannt werden und so ihren Dank finden. In den Vorlesungen sollte auf sie hingewiesen werden. Geht ein sudetendeutscher Heimatvertriebener durch diese Gänge und weiß er, daß 48 Denkmäler sudetenländischen Wissenschaftern gewidmet sind, dann erlebt er diesen Weg anders als die anderen. Er hat alle stofflichen Werte verloren, alles, was der Boden getragen hat. Von Goethe stammt der Ausspruch: „Ewig besitzt man nur das Verlorene. So gehört der sudetendeutschen Volksgruppe Wert und Ruhm von all dem, was sudetenländische Professoren der Universität Wien geistig geschaffen, für Österreich und die Welt erforscht und gewonnen haben. Auch diese

Leistung verdient erkannt, anerkannt und mit Dank vergolten zu werden." Dazu beitragen soll die von Dipl.-Ing. Karl Maschek verfaßte Schrift „Die Denkmäler sudetenländischer Wissenschafter in den Arkaden der Universität Wien". Sie wurde im Rahmen der Feier vorgesehen und verteilt. Der Verfasser der Schrift führte anschließend durch die Arkaden und gab bei den Denkmälern kurze Erklärungen ab. Am Tag zuvor hatten Landsleute unter der Führung des SLÖ-Bundesobmann-Stv. Nikolaus Etthofen mit Kränzen mit schwarz-rot-schwarzen Schleifen die Denkmäler geschmückt. Desgleichen wurden Gräber und Gedenktafeln bedeutender Sudetendeutscher in ganz Wien mit Tannenreisig-Kränzen geschmückt. G. Z.

V

Zum Abschluß des Sudetendeutschen Tages in Wien fand am Pfingstmontag in KleinSchweinbarth (NÖ) eine Kranzniederlegung am „Südmährerkreuz" statt, bei der auch die österreichische Ex-Kaiserin Zita (Rücken vor der Kamera) anwesend war.

Zur neueren deutschen Kultur Die „Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste" hatte für Freitag, 20. Mai, zu einer Festveranstaltung eingeladen, die im Festsaal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, in der Aula der Alten Universität, stattfand. Der Veranstaltung war allein schon dadurch, neben prominenten Besuchern, ein glanzvoller Rahmen beschieden. Der Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Univ.Prof. Dipl.-Ing. Erwin Plöckinger begrüßte eine ansehnliche Versammlung und machte dabei auf seine persönliche Verbindung zu einem Teil des Sudetengebietes, nämlich Karwin, aufmerksam. Der Präsident der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste Professor Dr. Otto Kimminich eröffnete die Festversammlung und erläuterte in einer kurzen Einführung die Notwendigkeit und Existenzberechtigung dieser Institution, die auch in der durch die Vertreibung geänderten Situation nicht nur historisch-rückschauende Aufgaben zu erfüllen habe. Den Festvortrag hielt Prof. Dr. Friedrich Prinz, Mitglied der Österreichischen wie auch der Sudetendeutschen Akademie. Prof. Prinz hatte 1982 den Sudetendeutschen Kulturpreis für Wissenschaft erhalten, ist Professor für Mittelalterliche Geschichte und vergleichende Landeskunde an der Universität München und stammt aus Tetschen an der Elbe. (17. 11. 1928.) Durch seine umfangreichen Forschungen über das „Frühe Mönchtum im Frankenreich " und das Werk „Mönchtum und Gesellschaft im Mittelalter" hat sich Friedrich Prinz einen Namen in der Gelehrtenwelt gemacht. Als Festvortrag hatte er das Thema „Beitrag der Sudetendeutschen zur neueren deutschen Kultur" gewählt und ein dankenswert objektives Bild gezeichnet.

Höchtl: Endlich „Sudetendeutsche Stiftung" verwirklichen „Es wäre nun an der Zeit, das leidige Problem, was mit dem Rest des Vermögens der Kreditinstitute des südböhmischen und südmährischen Raumes geschehen soll, an das keine Ansprüche mehr geltend gemacht werden können, für die Sudetendeutschen zufriedenstellend zu lösen. Ich schlage vor, daß dieser Restbetrag im Ausmaß von rund 100 Millionen Schilling einer .Sudetendeutschen Stiftung' zum Zwecke der Wahrung und Pflege sudeten-

deutscher Kultur und sudetendeutschen Brauchtums zugeführt wird", betonte der Menschenrechtssprecher der ÖVP, Abg. Dr. Josef Höchtl, anläßlich des 34. Sudetendeutschen Tages in Wien. Dieser Lösungsvorschlag wäre jener Weg, den man auch in der Bundesrepublik Deutschland gegangen ist, der eine neue Initiative für die berechtigten Anliegen der Sudetendeutschen darstellen und auch eine sinnvolle Verwendung der nun ruhenden Gelder ermöglichen würde, schloß Höchtl.

Ohne in den Fehler einer bloßen lexikalischen Aufzählung einzelner Persönlichkeiten zu verfallen, umriß Prof. Prinz das weite Feld der Erfindungen, Entdeckungen und Eröffnung neuer Wege auf allen Gebieten von Kunst und Wissenschaften, wie sie von Sudetendeutschen angebahnt und verwirklicht wurden. Ein besonderes Gewicht zeichnet sich in dieser Hinsicht für das 19. und beginnende 20. Jahrhundert ab. Die Erfassung sudetendeutscher Leistungen für die deutsche Kultur erwies sich nun gerade in dem eindrucksvollen Raum des alten akademischen Festsaales überaus eindringlich und voller Beziehungen der vorgestellten Personen zu Österreich und seiner Wissenschaftsgeschichte. Das Referat soll in absehbarer Zeit in der Vierteljahresschrift „Sudetenland" München, publiziert werden. Prof. Dr. Rudolf Faller

Höchste Arbeitslosenrate von Europa in Jugoslawien Das sozialistische Selbstverwaltungssystem Jugoslawiens hat sich der Wirtschaftskrise in der westlichen Welt nicht entziehen können: Die Zahl der Arbeitslosen — derzeit bei 900.000 — dürfte sich nach den günstigsten Vorausberechnungen innerhalb der nächsten zwei Jahre um weitere 100.000 erhöhen. Zieht man die 600.000 jugoslawischen Gastarbeiter im Ausland mit in Betracht, ergibt dies eine Zahl von eineinhalb Millionen Menschen, die von der jugoslawischen Wirtschaft nicht aufgenommen werden können. Einer von drei Arbeitslosen ist schon seit drei Jahren auf Beschäftigungssuche. \ Im abgelaufenen Jahr hat die Arbeitslosenzahl, die zwölf Prozent der aktiven Bevölkerung ausmacht, um 6,7 Prozent zugenommen. Durch die Verlangsamung der Investitionen droht mehreren zehntausend Bauarbeitern mittelfristig der Verlust des Arbeitsplatzes. Angesichts der Entwicklungsunterschiede zwischen dem Norden und dem Süden weichen die Arbeitslosenquoten der verschiedenen Teilrepubiiken stark voneinander ab. So zählt Slowenien lediglich 1,3 Prozent Arbeitslose und muß Arbeitskräfte aus anderen Landesteilen in Anspruch nehmen. Dagegen haben die südlichste Teilrepublik Mazedonien und die zu Serbien gehörende autonome Provinz Kosovo mit 21,5 bzw. 27,5 die höchsten Arbeitslosenraten Europas. 68,3 Prozent der Arbeitslosen Jugoslawiens sind junge Arbeitsuchende, 56,6 Prozent sind Frauen. Der Druck auf den Arbeitsmarkt wird durch die Heimkehr von Gastarbeitern bei einem gegenwärtigen Jahresrhythmus von rund 60.000 noch verstärkt.

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FOLGE 11 VOM 1. JUN11983

So kommentierte Österreichs Presse den Sudetendeutschen log Viktor Reimann in der „Kronen-Zeitung":

Hunderttausend feierten und mahnten Zum drittenmal (1959, 1977) fand zu Pfingsten der „Sudetendeutsche Tag" in Wien statt. Mehr als 100.000 Sudetendeutsche waren hier zum größten Volkstumstreffen Europas unter dem Motto .Recht wahren, Brücke sein" zusammengekommen. „Recht wahren", das heißt, daß die Sudetendeutschen darauf bestehen, daß ihre nach dem 2. Weltkrieg erfolgte Vertreibung ein schweres Unrecht und ein Völkerrechtsbruch war. Die Tschechen und die Sudetendeutschen haben eine alte Rechnung zu begleichen, wobei die schwerere Schuld auf Seiten der Tschechen liegt. 700 Jahre lebten die beiden Völker nebeneinander, nicht immer im besten Einvernehmen, aber doch im Bewußtsein, daß sie miteinander auskommen müssen, ehe ein neues Kapitel begann, als nach dem Zusammenbruch der Monarchie ein eigener tschechoslowakischer Staat gegründet und die dreieinhalb Millionen Sudetendeutschen gegen ihren Willen in den neuen Staat eingegliedert wurden. Als sie in Demonstrationen ihr Selbstbestimmungsrecht forderten, schoß tschechische Soldateska in sie hinein und tötete viele Teilnehmer. Dieser blutige März stand seitdem zwischen den beiden Völkern, wozu noch kam, daß die Deutschen und mit ihnen die in der CSSR lebenden Ungarn und Polen als Staatsbürger zweiter Klasse behandelt wurden. Willkürliche Verhaftungen und jahrelange Untersuchungshaft waren für die Angehörigen der Fremdvölker an der Tagesordnung. Die Behauptung, daß die Tschechoslowakei in der Zwischenkriegszeit eine Musterdemokratie war, ist eine Geschichtslüge. Die 1938 erfolgte Eingliederung des Sudetenlandes in das Deutsche Reich stellte deshalb eine nationale Befreiung für die dort lebende deutsche Bevölkerung dar, ob man das hören will oder nicht. Dann kam das Unrecht von Seiten Hitlers: Die Besetzung der Resttschechei, die Unterdrükkung der tschechischen Bevölkerung, das Verbrechen von Lidice. Doch der Gegenschlag kam sofort, nachdem Deutschland besiegt war. Millionen Sudetendeutsche wurden von Haus und Hof und aus ihrer Heimat vertrieben, Zehntausende grausam ermordet. Ich möchte nur drei Beispiele anführen, weil sie ein tschechischer Historiker, Jan Mlynarik, aufgezeichnet hat. Sie bedürfen keines Kommentars. In Prag zog man deutsche Soldaten an Kandelabern hoch und zündete unter ihren Füßen Feuer an. Gleichfalls in Prag ließ man zwei deutsche Frauen mit Schaufeln gegeneinander kämpfen, wobei man ihnen versprach, daß die Siegerin am Leben bleiben dürfe. Unter den anfeuernden Rufen und dem Gejohle der Massen gingen die beiden so lange aufeinander los, bis eine erschlagen war. Deutsche Kinder wurden in Leichenkammern getrieben und gezwungen, die toten Körper von Deutschen mit Füßen zu treten. Wen wundert es noch, daß bei jedem „Sudetendeutschen Tag" Prag und Moskau ein Wehgeschrei anstimmen und über Revanchismus zetern. Es ist ihr schlechtes Gewissen, das sie ein friedliches Zusammentreffen als Gefahr hinstellen läßt. Und ein friedliches Treffen ist dieser „Sudetendeutsche Tag". Es unterscheidet die Sudetendeutschen von den kommunistischen Politikern, daß sie nie von Vergeltung, sondern immer nur von Versöhnung sprechen. Ihre mah-

Im 500 bis 700 m hohen Absturz des Haindorfer Kammes gegen das Wittigtal, in welchem der westliche Teil des Isergebirges nach Norden zu steil abbricht, erreicht das Gebirge einen Zug ins Großartige von fast alpiner Schönheit. In diese dunkelsteile, felsgekrönte Waldmauer sind mehrere wildschöne Gebirgsschluchten eingesägt, in denen die vorr der Hochfläche des Gebirges herabstürzenden Wildbache der Großen und Kleinen Stolpich, des Schwarzbaches und des Hegebaches malerische Wasserfälle bilden, welche im Winter zu Eis erstarren. Nach den Worten des bekannten sudetendeutschen Alpinisten und Isergebirgs-Lyrikers Rudolf Kauschka vermögen sich mit diesen Schluchten nur noch die schönsten Gründe und Schlünde des Riesengebirges zu messen. Die großartigste und engste Schlucht des Isergebirges mit dem zugleich schönsten Wasserfall des Gebirges ist die Schwarzbachschlucht bei Weißbach, an derem linken (östlichen) Schluchthange sich eine in den Jahren 1909/10 erbaute Holzabfuhrstraße emporwindet, welche später von einem steilen Fußpfad, dem sogen. „Zickelsteig", abgelöst wird. Die Waldstraße führt dem zur Rechten dunkel brausenden Schwarzbach entgegen, der von dem Hochmoor der Christkindlwiese (1070 m) vom Haindorfer Schwarzen Berg herabkommt. Da, wo die Straße mit ihrer ersten großen Kehre stark zu steigen beginnt und den Blick in das Engtal der Schlucht freigibt, über der gleich einem riesigen Raubvogelschnabel der bewaldete Feldsturm der „Nase" hängt, führt geradeaus ein bezeichneter Fußsteig zu dem inmitten einer romantischen Wald- und Felsszenerie gelegenen Schwarzbachfall. Der Wasserfall war bereits im vorigen Jahrhundert ein beliebtes Ausflugsziel der Liebwerdaer Brunnengäste, obgleich damals die Wegeverhältnisse noch denkbar schlecht waren. In Griebens-Reisebibliothek, Band 18 „Das Riesengebirge" vom Jahre 1886 wird der Weg in die Schlucht wie folgt beschrieben: „Bei den unteren Hausern von Weißbach mündet rechts ein kleiner Bach in die Wittig, der Schwarzbach, der

nende Stimme aber darf nie verstummen, damit nicht eine geschichtliche Lüge zur geschichtlichen Wahrheit umfunktioniert wird. Otto Schulmeister in .Die Presse":

Die Republik ohne Grenzen Das Pfingsttreffen der Sudetendeutschen erinnert daran, daß die kleine, neutrale Republik an der Donau und in den Alpen mehr ist als die Summe ihrer Quadratkilometer. Das bezieht sich nicht allein auf die geschichtliche Erinnerung. Zum drittenmal sind die Sudetendeutschen in Wien, wie zuvor, mit Protesten und Pressepolemik aus Prag bedacht. Die erste dieser Veranstaltungen hat Julius Raab ermöglicht, die beiden anderen Bruno Kreisky. Beide Staatsmänner waren grundverschieden, auch wenn sich Kreisky im Hinblick auf den Staatsvertrag — und wohl mit einem gewissen Recht — gern neben Raab sah. Gemeinsam blieb dem Baumeister aus St. Polten und dem Intellektuellen aus der mährisch-jüdischen Bourgeoisie dennoch Sensibilität für das größere Österreich. Dem Instinkt wie dem Intellekt war klar, daß eine geopolitisch so exponierte Lage Österreichs Selbstbehauptung nicht erst an den territorialen Grenzen gestattet. Geschichte wie Geographie haben uns dieses Vermächtnis hinterlassen. Sieht der Österreicher das politische Personal, das nun auf ihn zukommt, die Mittelmäßigkeit, die manchem geradezu im Gesicht steht, ist er betroffen. Fast jedes Gespräch läßt es verspüren, und es ist nicht nur darin begründet, daß der Landsmann meint, es komme doch selten etwas Besseres nach. Mit Reflexionen über das Lebensgesetz des Landes hat der Unwille auch nichts zu tun, schon eher mit der Sorge, die neuen Leute kämen weder beim Budget noch mit dem, was Österreich in stürmischer werdenden Zeiten benötigt, zurecht. Vor dem Rückzug nach Mallorca hat auch Kreisky sich fast resigniert über die internationale Lage geäußert. Nun ist Fred Sinowatz ein Mann, der Karikaturisten inspirieren mag, in seiner Ausstattung als Sozialist, Volksmann wie Intelligenz-Österreicher aber für manche Überraschung gut ist. Da könnten sich einige bald getäuscht sehen. Schon die Konstruktion des Kabinetts läßt erkennen, daß er in der Zwangsjacke des Koalitions- wie des eigenen Parteiproporzes versucht hat, Widerstrebendes einzubinden (und so zu kontrollieren) und zugleich verläßliche Mitarbeiter beim Regieren zu finden. Der Erfolg bleibt abzuwarten, immerhin, der neue Chef macht sich wenig Illusionen über die heikle Integrationsaufgabe: Viele sind ja berufen, wenige auserwählt, und daß einer Minister werden will, sagt noch nicht, daß er es kann. Die Furt durch den Fluß des Wandels, die zu finden ist, wird es erweisen. Doch hier ist ja von dem Vakuum die Rede, das eintreten könnte, wenn Österreich an einer Wegkehre nicht die Köpfe hätte, die das oben erwähnte Lebensgesetz schon als Abc erlernt haben. Österreich ist in dem Sinn eine „Republik ohne Grenzen", daß es an der Nahtstelle eines Weltkonflikts seine Selbstbehauptung nicht erst vor der Haustür betreiben kann. Dazu genügen auch nicht gute Englischkenntnisse oder Ehrgeiz, vielmehr braucht es Gespür für Kommendes, Vertrautheit mit der internationalen Szene, zugleich Festigkeit in dem, was Staatsräson ist, Patriotismus statt Parteigeist, Mut

aus einer felsbesetzten, steilen Talschlucht vom Mittagsteine in kleinen Kaskaden herabfällt. Ein Waldweg führt in die Einsamkeit der Gebirgsschlucht. Wir klimmen auf ihm, immer zur Rechten den Schaumbach empor, bis zu einer Stelle, an welcher die Felsen das Tal zu verschließen scheinen. Kaum scheint es möglich, zur Linken weiter in die Höhe zu gelangen. Oben angekommen, sehen wir den Wildbach über eine gewaltige, geneigte Felsenplatte herabgleiten, während zugleich in der Tiefe einer schwarzen Höhle unter überhängenden Felsen ein dritter Wasserstrahl sich der Höhe entwindet. Das ist der Schwarzbachfall, der schönste Wasserfall des

nicht zuletzt. Kreisky ist nicht zu wiederholen, aber man kann auch nicht dorthin zurückkehren, wo Raab und Figl aufgehört haben. Das Defizit an Führungsnachwuchs, vor dem seit den sechziger Jahren vergeblich gewarnt worden war, zeigt sich jetzt akut. Manche sagen voraus, es werde nun eine Zeit der Introversion, der Nabelbeschau und heimischer Zwiste kommen. Dabei erinnert man daran, daß auch Kardinal König danach dränge, von seinem Amt entlastet zu werden, auch ein „Internationaler" von Ruf, der gehen wird. Eine Schonfrist aber, bis wieder einmal genug Lehrgeld gezahlt ist, um dann mit einer neuen Führungsgarnitur in die neunziger Jahre einzutreten, wird uns kaum gegönnt. Also bleibt dem guten Österreicher, wie so oft, auf die Kunst des Improvisierens zu hoffen, und daß es in der Umwelt schon nicht zu arg werde. Die „Republik ohne Grenzen" wird dennoch dieses Österreich, (heute allzusehr) in seinen Grenzen, einholen. Erich R. Pfeifer in den „OÖN":

Erika Kittel Im sozialistischen .Oberösterreichischen Tagblatt":

In Verdrängnis

Bei der Abschlußkundgebung der Sudetendeutschen am Heldenplatz in Wien gab es viel Vergangenheit: das liebe, gute, alte Osterreich, die erzwungene Staatsbürgerschaft der SudeWenzel I., König der Böhmen, erklärte 1178, tendeutschen in der Tschechoslowakei, die .wer aber die Deutschen im Lande in ihren ver- schlimme Vertreibung ab 1945 und die erfolgreibrieften Rechten schmälert, der soll des Ver- che Aufbauära danach. Ja, und den Adolf Hüter, gab's den überbrechens der verletzten königlichen Majestät für schuldig erkannt werden". Edward Benesch, haupt? Kein Wort von ihm und seinem DeutschPräsident des tschechoslowakischen Staates land. Nichts von seinem Reich, in das 1938 die und nach 1945 Hauptverantwortlicher für die Sudetendeutschen samt ihrem Land integriert Vertreibung der Deutschen aus Böhmen und wurden. Kein Wort, daß das für die Mehrheit erMähren, vertrat indessen die Ansicht, daß „zwi- wünscht, jedoch für viele Christen, Sozialisten schen den beiden Nationen eine Versöhnung und Demokraten vieler Parteien Trauer, Verfolnur möglich sei, wenn beide Völker vollkommen gung und Todesqual bedeutete. Selbstbestimautonom sind. Es muß eins vom anderen ge- mung für die Tschechen 1939, Menschlichkeit für die Juden, die sich als Deutsche fühlten? trennt werden", schrieb er. Wien haben die Sudetendeutschen anläßlich Und der Krieg danach, in dem auch Sudetendes Pfingstfestes zu ihrem bereits traditionellen deutsche in Hitlers Wehrmacht dienten, diente Treffpunkt erwählt. Sie sind es gewohnt, bei die- das der Selbstbestimmung für alle „gleich welsem Anlaß aus Prag den Vorwurf einzustecken, cher Hautfarbe", wie dies von den sudetendeutsie seien „Revanchisten", während aus dem La- schen Sprechern zu Pfingsten 1983 gefordert ger der ehemaligen Altösterreicher Böhmens wurde? Geschichte ist schwierig. Deshalb wird sie so und Mährens weniger der Ruf nach Wiederkehr in die alte Heimat erschallt, als der Wunsch mit oft verdrängt. Recht zu fordern ist leichter. Die den in alle Winde verstreuten ehemaligen Geschichte der Sudetendeutschen ist komplex, schwierig, oh ja. Aber sollte man nicht am 34. Landsleuten zu feiern. Die „Deutschböhm", wie sie bis zum ersten Jahrestag eines solchen Treffens ein runderes Weltkrieg in Österreich hießen, sind als Sude- Geschichtsbild erwarten dürfen? Im 20. Jahrtendeutsche keine Palästinenser. Die Integra- hundert waren mehrere Generationen der Sution der ehemals Vertriebenen in ihren Gastlän- detendeutschen am Werk. Es ist kaum vermeiddern ist längst vollzogen. Was blieb sind Erinne- bar, daß in solchen Zeiträumen menschlich und damit auch schuldhaft gehandelt wird. Es gibt rungen. Das wissen auch die heutigen Bürger der CSSR, obwohl es sich politisch manchmal sicher Sudetendeutsche, die das ihnen angetagut mit der Urangst vor den Deutschen spielen ne Unrecht sehen und — milde gesagt — auch läßt. Dabei sind historische Abläufe, wie sie in das, was sie hätten besser machen können. Auf der Ehrentribüne am Heldenplatz sah der Eskalation der Deutschenvertreibung gipfelten, komplexer Natur. Nur die vergessene man „Majestät" (so begrüßte ein Exilslowake Geschichte über das Herz von Europa, den am Rednerpult offenbar Exkaiserin Zita oder Otto Habsburg), bundesdeutsche und freiheitliböhmisch-mährischen Ländern, macht es leicht che Politiker aus der eher rechten Ecke. Es gab in Primitivität zu verfallen. Wie es schwerfällt auch keine politische Mitte, wo man sagte darauf zu verweisen, daß noch 1914 der Führer „Brücke", es gab Jugend, Fahnen, Trachten und der radikalen Jungtschechen Karel Kramar feiviele wohlmeinende Menschen. Wer nicht nur erlich dagegen protestierte, „daß jemand weRecht, sondern auch Frieden will, muß sich zu gen unseres ehrlichen Bekenntnisses zum einem ganzen Geschichtsbild bequemen. In Slawentum der Monarchie gegenüber feindlich diesem Sinne meinen wir, daß beim Sudeteneingestellt", so unglaubwürdig mag es klingen, deutschen Tag doch nicht alle politischen Teile daß die Kommunisten in der damaligen CSR im der Gruppe repräsentiert wurden. Denn es gibt Jahr 1936 vehement die Gleichberechtigung auf unter ihnen heute, wie anno 1938, auch Chriden verschiedensten Gebieten für die Deutsten, Sozialisten und Demokraten mehrerer schen verlangten, so vermerkt in einer AbhandParteien. lung des DDR-Historikers Eduard Jauernig.

Wien ab Treffpunkt der Sudetendeutschen

Die Felsmassen unterhalb der Hainskirche nannte der Volksmund das .Hexenchor" und den gesamten wildzersägten Felsenkamm als die Reste einer eingefallenen Kirche. Nach Angabe des Haindorfer Heimatdichters Josef Benesch bringen dunkle Überlieferungen diese Stätte mit altheidnischen Bräuchen in Verbindung, heißt es doch in der Sage, daß altheidnische Köhler am Fuße der Hainskirche ihren alten Göttern gehuldigt hätten. Wir folgen der Holzabfuhrstraße an der rauhzerklüfteten Felsenlehne zwischen prächtigen Baumgruppen weiter aufwärts. Während über uns und zur Rechten der imposante Felsturm der .Nase"

Die Schwarzbadtsdiludit im Isergebirge Isergebirges." In der Tat) Was Wucht, Wildheit und Romantik anbelangt, wird die Schwarzbachschlucht wohl von keiner anderen Gebirgsschlucht in den Sudeten übertroffen. Die grauen Granitplatten der Mittagsteine (1006 m) stürzen kahl, zum Tal waldüberwuchert ungemein steil wohl an die, 200 m tief, in die Schlucht. Niedriger, aber ebenso schroff, fallen die waldigen Felsflanken der .Nase" gegenüber in die Schlucht und pressen sie eng zusammen. Die erwähnte Holzabfuhrstraße steigt am linken Schluchthange in mehreren großen Windungen weiter bergan. Nach der zweiten großen Windung klettert links durch dichten Wald ein Pfad hinauf zur sagenumwobenen Hainskirche (699 m), einem 30 m hohen Granitblock, der auf einigen Steinstufen und einer Holzleiter zu erklimmen ist. Er trägt auf seiner östlichen Platte mehrere kleine Kessel oder Schalen („Opferkessei") und stürzt gegen Westen steil ab. Geologisch merkwürdig ist eine bis 30 cm starke rote Granitader, die den unteren Teil des Felsens waagrecht durchzieht.

Dies sei nur gesagt, weil die Sudetendeutschen aus der linken Brille betrachtet heute allein noch gleichgesetzt werden mit den rechtsradikalen Ideen des einstigen Ascher Turnlehrers Konrad Henlein oder mit Hitlers Expansionspolitik in gleichem Atemzug genannt werden. Niemand will heute wahrhaben, daß auf die Bezirke mit deutscher Bevölkerungsmehrheit in der CSR des Jahres 1935 rund 62 Prozent aller Arbeitslosen im tschechoslowakischen Staat fielen, wobei der deutsche Anteil an der Gesamtbevölkerung bei etwa 23 Prozent lag. Niemand wird freilich vergessen, daß die Wahnsinnspolitik Hitlers und seiner Anhänger gegenüber dem tschechischen Volk, wofür Lidice ein Mahnmal darstellt, mit ein Grund für die Ereignisse des Jahres 1945 war, für die dann Unschuldige die Zeche zu bezahlen hatten.

quer über die tiefe Schlucht ragt, türmt sich zur Linken das graue Felsengemäuer der zerfurchten Mittagswand mit dem spitzen .Mittagszahn", der hoch aufragenden „Friedländer Zinne" und dem Großen Mittagsstein (Brandfels) zu einem wahrhaft alpinen Anblick. An der obersten Kehre der Straße genießen wir einen herrlichen Rückblick ins Wittigtal. Die Fahrstraße selbst endet hier bzw. diese wird nun zum steiler ansteigenden .Zickelsteige", der seinen Namen dadurch erhalten haben soll, daß man auf ihm früher wie ein Zicklein von einem Stein zum anderen springen mußte. Bis hierher zum .Zickelstein" konnte man vom Schwarzbachfalle unmittelbar den sehr steilen Waldhang an dem Kletterfelsen des .Nasenguckers" vorüber emporklimmen. Am 10. Feber 1886 spurte hier eine Gruppe von Waldarbeitern (Holzrücker) den steilen Hang, der damals waldfrei war (ein großer Waldbrand hatte den Baumbestand vernichtet), in die Höhe. Da löste sich unerwartet weiter oben eine Schneelawine vom Hange, weiche in die Schlucht stürz-

te und die Arbeiter verschüttete. Während sich die anderen unverletzt aus den Schneemassen befreien konnten, wurde der erst 25 Jahre alte Ferdinand Wildner nur noch tot geborgen. Dieser stammte aus Weißbach Nr. 29. An dem tragischen Unfall erinnert ein in einem Felsblock in der Nähe des .Nasenguckers" eingemeißeltes Kreuz. Aus der Tiefe der Schlucht blinken durch das Waldesdunkel silbern einzelne Fälle des Schwarzbaches zum „Zickelsteig" herauf und man hört, je nach der Wasserfülle des Wildbaches, sein Tosen und Brausen. Besonders sehenswert ist der Wasserfall nach starken Regenfällen und zur Zeit der Schneeschmelze im Frühjahr. Rudolf Kauschka (1883-1960), der ungekrönte König unter den Bergsteigern des Isergebirges, der in dieser herrlichen Felswelt des Isergebirges als Wanderer und Kletterer zu Hause war wie kaum ein anderer und dessen 1924 in Reichenberg erschienenes Buch „Wandern und Klettern" noch heute sehr begehrt ist, ebenso wie sein Führer „Wanderungen durch das Jeschken-, Iser- und Riesengebirge", hat in seinem Lyrikband „Sang aus Iserwäldern" den Schwarzbach und dessen Schlucht in mehreren Versen besungen. Erwähnt sei, daß sich in einigen alten Reisehandbüchern vom Riesen- und Isergebirge die Bemerkung befindet, daß Carl Maria von Weber in der Felswelt der Schwarzbachschlucht das Motiv der .Wolfsschlucht" seiner Oper .Der Freischütz" gefunden habe. Nun, wir wissen nicht, wohin der Komponist bei seinen täglichen Spaziergängen während seiner Brunnenkur in üebwerda überall seine Schritte gelenkt hat. Er kann auch zum Schwarzbachfall gewandert sein. Sollte dies der Fall gewesen sein, so würde diese felsbesetzte, wilde Gebirgsschlucht sicherlich nicht ohne Eindruck auf ihn und sein Schaffen geblieben sein. In einem Brief an seine in Prag zurückgelassene Braut soll er sich jedenfalls begeistert über die Schönheit der Landschaft um Bad Liebwerda geäußert haben. Erhard Krause

FOLGE 11 VOM 1. JUN11983

SUDETENPOST

CSSR plant einen neuen Jhaya-Stausee 'Österreich befürchtet Überflutungen Tschechische Vermessungsbeamte sollen, wie die .Presse" berichtet, schon bald im nördlichen Niederösterreich — genauer im Gemeindegebiet von Hardegg — an der Arbeit sein. Diesbezügliche Verhandlungen werden zur Zeit auf bilateraler Ebene geführt. Hinter dem tschechischen Ansuchen steht der bereits weit gediehene Plan, die Thaya auf tschechischem Gebiet aufzustauen. Genaue Details werden allerdings im Amt der niederösterreichischen Landesregierung sowie in der obersten Wasserrechtsbehörde im Handelsministerium wie ein geheimer Akt gehütet. Auch eine Anfrage in der Verbundgesellschaft deutet auf heikle Verhandlungen mit der CSSR hin. .Sie haben da eine Bombe erwischt", lautet die kurze Antwort. In der Gemeindestube der Großgemeinde Hardegg weiß man etwas genauer Bescheid. „Es waren schon elf oder zwölf Verhandlungen", erzählt Bürgermeister Norbert Kellner, .die letzte im August des Vorjahres." Und dann recht deutlich: .Alle An-

rainer und wir als Gemeinde sind gegen das Stauprojekt." Die Thaya bildet bei Hardegg die Grenze. Kurz nach dem Gemeindegebiet verläuft die Staatsgrenze etwas südlicher des Flusses. Auf tschechischem Gebiet bei Byci Skala soll die Staumauer entstehen, der Rückstau würde aber zurück bis fast zur Stadt Hardegg reichen. Rund hundert Meter unter der (gesperrten) Thayabrücke soll die Stauwurzel beginnen. Überflutet sollen nach tschechischen Schätzungen auf österreichischem Gebiet 118 Hektar landwirtschaftlicher Fläche werden — 87,6 Hektar Wald und 39,4 Hektar Wiesen. Unter anderem würde die gesamte Katastralgemeinde Umlauf in den Fluten versinken. Aber diese Katastralgemeinde ist unbewohnt und besteht nur aus ein paar Fischerhütten. .Unser größtes Problem ist das Heben und Senken des Staubeckens", vermutet Bürgermeister Kellner, .die Gegend würde veröden, und die für den Fremdenverkehr so wichtige Fischerei gin-

ge zugrunde." Die Tschechen berufen sich bei dem Stauvorhaben auf ein Bundesgesetzblatt vom 8. Juli 1922. .Dieses Übereinkommen behandelt die gemeinsame Thayagrenze, wenn man es genau liest, dann haben die Tschechen alle Rechte und wir alle Pflichten", glaubt Kellner. Eine Staustufe wurde in der Zwischenkriegszeit acht Kilometer flußaufwärts von Hardegg — auf CSSR-Gebiet bei Frain — gebaut. Als offiziellen Grund für das Stauprojekt gibt die CSSR an, daß das Wasser für die Bewässerung des Znaimer Beckens benötigt werde. Inoffiziell glauben die Hardegger, daß die Thaya als Kühlwasser für das im Bau befindliche, grenznahe Kernkraftwerk (bei Kleinhaugsdorf) dienen soll. In der Verbundgesellschaft weiß man noch einen dritten Grund für das tschechische Projekt: Es soll eine rechtliche Klärung bringen, die Vorbild für ein Donaukraftwerk knapp oberhalb von Preßburg sein soll.

Eine neue tschechische Emigrantengeneration Folgen der Verletzung des Selbstbestimmungsrechtes Sechs Beitrage in diesem Buch, verfaßt von Sudetendeutschen, Tschechoslowaken und Österreichern, untersuchen das Sudetenproblem: die Situation in der Zwischenkriegszeit, den Widerstand der Sudetendeutschen gegen Hitler, die Aussiedlung aus der Tschechoslowakei, die Verbände der Sudetendeutschen in der Bundesrepublik Deutschland, aktuelle tschechoslowakische Meinungen zur Aussiedelung u. dgl. Die Autoren nehmen Stellung zum Selbstbestimmungsrecht und zur Kollektivschuldthese. Der Herausgeber des Buches, Leopold Grünwald, hat eine große Wandlung mitgemacht: nach 1918 Mitglied der Kommunist. Partei Österreichs, ab 1939 im russischen Exil, 1943 Chefredakteur des Sudetendeutschen Freiheitssenders in Moskau, nach 1945 Journalist in der KPÖ in Wien, schließlich vollzog er die Wandlung von einem moskauhörigen Stalinisten zum kritischen Marxisten und überzeugten Demokraten; 1969 wurde er aus der KPÖ ausgeschlossen. Er ist Mitarbeiter des .Wiener Tagebuch' und ist Autor mehrerer Bücher über den sudetendeutschen Widerstand gegen Hitler. in seiner Einleitung zum vorliegenden Buche weist er darauf hin, daß namhafte Repräsentanten

rechtigkeit lösten sich in Wahnsinn auf. Die Vertreibung von 3,5 Millionen Menschen findet in der europäischen Geschichte nichts Vergleichbares. Wir selbst ahnten vielleicht das Ausmaß der Katastrophe, gingen aber dem Trauma dreier Jahrzehnte aus dem Wege". Im Widerstand gegen Hitler stellt Kaplan zahlreiche historische Tatsachen fest, die jede Kollektivschuldthese widerlegen; er stützt sich dabei auch auf die Zeugenschaft der nationalsozialistischen Machthaber.

sches Denken nach fast 30jähriger Isolierung wieder den Weg nach neuen Werten sucht und findet, besonders den Weg nach Westdeutschland!" (Erschienen im Juniusverlag, Reindolfgasse 29, A-1150 Wien). Dr. Alfred Zerlik

Willi Jäger, Mitglied des Präsidiums der bundesdeutschen Seligergemeinde, jahrelanger Publizist der SPD, ist der kompetente Autor zum Thema Geschichte und Politik der sudetendeutschen Vertriebenenverbände. Er weist darauf hin, daß maßgebliche Vertreter der Sudetendeutschen das Prinzip des Gewaltverzichts ausgesprochen haben und daß es im Manifest der Sudetendeutschen Landsmannschaft und des Sudetendeutschen Rates heißt: .Im konkreten Verhältnis des deutschen Volkes zum tschechischen Volk betrachten wir jene Lösung als die beste, der beide Völker in freier Entscheidung zuzustimmen vermögen". Während sich die sozialdemokratische Seligergemeinde in Deutschland und Österreich zu ihrer Volksgruppe und deren Recht auf Heimat und Wiedergutmachung bekennt, bejaht sie gleichzeitig den Prozeß der Eingliederung ins deutsche und österreichische Volk. Dies läßt neue Fragen über den Fortbestand der VolksgruppenIdentität aufkommen. Bereits in der Charta der Heimatvertriebenen ist man praktisch schon davon ausgegangen, daß eine Rückkehr nicht mehr möglich ist, denn Verzicht auf Rache und Vergeltung bedeutet im Grunde dies. — Mit dem Tode eines jeden Sudetendeutschen vertiert die Volksgruppe einen potentiellen Träger ihrer Identität, so daß die Kinder und Kindeskinder sich mehr und mehr als Bayern, Hessen, Österreicher erleben, statt sich als Sudetendeutsche zu fühlen. — Mit dem Attribut deutsch sind wir eingebunden in das deutsche Gesamtgefüge.

Allen ehemaligen Wetterner Schülern sei unser Treffen am 23. Juli in Passau nochmals in Erinnerung gebracht. In diesem Zusammenhang gebe ich die Adresse des Lokales bekannt, in dem das Wiedersehen stattfindet. Es ist dies die Weißbierbrauerei Andorfer in Passau-Ries, Rennweg 2, sehr leicht zu finden und genügend Parkplätze vorhanden. Ab 17 Uhr Eintreffen! Um 19 Uhr offizieller Beginn in einem für uns reservierten Raum. Ich hoffe, es kommen sehr viele und freue mich schon auf ein Wiedersehen. Allen, die sich bislang bei mir gemeldet haben, sei herzlichst gedankt. Es grüßt Euch Eure Irsigler Nelü aus der Pötschmühle

des tschechischen Exils sowie des Untergrunds in Böhmen und Mähren die These von der angebliehen Kollektivschuld der Sudetendeutschen am Krieg und Faschismus ablehnen, sie betrachten die Vertreibung der Sudetendeutschen nicht nur als schweres Unrecht, sondern auch als schwere Schädigung der eigenen Nation und streben nach einer echten Versöhnung. Die Vertreibung der Sudetendeutschen geschah durch die Potsdamer Beschlüsse aller Alliierten, auch von Seiten der Westmächte gab es keinen grundsätzlichen Einwand, nur die Mahnung, die Aussiedlung in .humaner" Weise durchzuführen. Dies war auch die Haltung der Mehrheit der europäischen Linken, einschließlich der sozialistischen Parteien. Unwidersprochen blieb auch die seinerzeit in der Tschechoslowakei ausgegebene Losung: .Der beste Deutsche ist ein toter Deutscher". Der Beitrag von Zdenék Mlynaf, einer der beRudolf Hilf, langjähriger Sekretär des Sprechers Lodgman von Auen, widerlegt in seiner Dar- kanntesten Erscheinungen des Prager Frühlings stellung der Vorkriegs-Tschechoslowakei (1968) und derzeit Mitarbeiter des Österr. Instituts (1918—38) die weitverbreitete Legende, daß die für internationale Politik in Laxenburg, wirft ein ohne Befragen in den neu gegründeten tsche- ücht auf die Diskussion auf tschechoslowakichoslowakischen Staat eingegliederten Sudeten- scher Seite über die Frage der Austreibung der deutschen es von vorneherein auf einen Anschluß Sudetendeutschen. Zu diesem Thema stellt der an Deutschland abgezielt haben. Erst im Gefolge Herausgeber auch einen Beitrag vor, der aus Prag der tiefgreifenden Wirtschaftskrise und der Mas- stammt und unter dem Pseudonym Bohemus im senarbeitslosigkeit, die im deutschsprachigen Westen erstmals im Organ der tschechoslowakiGebiet 1930—38 katastrophal war, änderte sich schen Exil-Sozialdemokraten Pravo Lidu publiziert dies, und die nationalistischen und faschistischen worden ist. Bohemus erklärt: Die Grundwerte der Ideologien fanden in den verelendeten Arbeiter- Demokratie sind unteilbar. schichten ihren Nährboden. Die Prager Wissenschafter gelangen bezüglich Kare! Kaplan, ist Autor des Beitrages über die der Folgen der Aussiedlung der SudetendeutAussiedlung der Sudetendeutschen, er spielte schen für ihren Staat und ihre Nation zu dem Erauch bei der Aufdeckung der Ursachen für die gebnis: großen politischen Schauprozesse in der Tschechoslowakei der fünfziger Jahre eine entscheiden- 1) daß es in der Tschechoslowakei durch .Münde Rolle. Der Historiker Kaplan hat als Tscheche chen" und das NS-Regime zur Erschütterung diese Aufgabe übernommen, also als Angehöriger der Rechtssicherheit und mit der Deutschenverjener Nation, gegen die schwere Anklagen erho- treibung zur Zerstörung der Rechtsgrundlagen ben werden. Er stellt fest, daß die Wurzel dieses gekommen ist. Unrechts in dem gegen das gesamte sudeten- 2) daß die tschechische Nation durch die Ausdeutsche Volk angewendeten, grundfalschen siedlung moralisch schwer belastet wurde und .Prinzips" der Kollektivschuld lag. Länger als weite Teile der Bevölkerung demoralisiert wurden. zwanzig Jahre hat man den in der Tschechoslowa- 3) daß sich innenpolitisch die Aussiedlung als kei verbliebenen Sudetendeutschen bis heute die Fehlspekulation und Kurzsichtigkeit der politiMinderheitsrechte vorenthalten, sie wurden viel- schen Parteien erwiesen habe und außenpolitisch mehr einer gewaltsamen Assimilierung, dem Ver- die europäische Alternative der tschechischen lust von Sprache und Kultur ausgesetzt. Dies bil- Politik zugunsten einer einseitigen Ostorientiedet eine der dunkelsten Seiten der Geschichte rung preisgegeben wurde. dieses Staates. Die Abnahme der sudetendeutschen Bevölkerung ist zum Großteil auf den 4) daß die Aussiedlung der Nation und dem Staat Tschechisierungsprozeß (Mangel an deutschen unabschätzbare wirtschaftliche Verluste gebracht Schulen) und zum Teil auf die Abwanderung von und die Abhängigkeit von fremden Mächten verca. 30.000 Personen in die Bundesrepublik stärkt habe. Deutschland zurückzuführen. Über die Austrei- 5) daß die Sudetengebiete durch die Besiedlung bung der Sudetendeutschen schreibt der tsche- mit Slowaken, Wolhynien-Tschechen, Ungarn chische Autor Jan PFibram: .Das tschechische usw. destabilisiert wurden. Volk verlor 1945 jedes Augenmaß für den Patrio- 6) daß die Aussiedlung der Sudetendeutschen tismus, als dieser im Mai 1945 in seiner degene- die tschechische Nation kulturell gemeinsamer riertesten und verkommensten Form ausbrach. Geburtsstätten tschechischer und deutscher KulWir stürzten uns in den Wahnsinn der Grausam- tur beraubt habe. keit in der trügerischen Überzeugung, daß wir daMit Recht sagt der in Deutschland lebende mit unsere, Demütigung von 1938—39 loswerden könnten. Wir wollten unser schlechtes Gewissen tschechische Schriftsteller Ota Flllp: .Die Deutabschütteln. Wie nach jeder geistigen Katastro- schen sollen wissen: sie haben es jetzt nicht mit phe lockerten sich damals die ungezähmten Ur- verkorksten Emigranten und Politikern der Beneôtriebe. Der menschliche Geist und der Sinn für Ge- Ära, mit Chauvinisten zu tun, sondern mit einer neuer tschechischen Gesellschart, deren politi-

Wetterner Schulertreffen ¡n Passau

Sudmährisdie Sing- ond Spielschar Stuttgart Die Südmährische Sing- und Spielschar wurde 1952 in Stuttgart gegründet. Ihre Mitglieder waren zunächst fast ausschließlich Südmährer. Es stießen bald auch andere Sudetendeutsche, Schlesien Schwaben, Badener und andere zu ihr und bilden heute zusammen mit den jungen Südmährern, die immer wieder als neue Mitglieder gewonnen werden können, eine frohe Gemeinschaft. Als festen Kern, aber nicht ausschließlich, pflegt die Südmährische Sing- und Spielschar das Kulturgut ihrer südmährischen Heimat, das sie weiterentwickelt und durch öffentliche Veranstaltungen, Rundfunk-, Fernseh- und Schallplattenaufnahmen bekannt macht. Der Chor singt alte und neue Chormusik, Kantaten und Volkslieder sowie alte und neue geistliche Musik. Ein Kammerorchester und ein Blockflötenensemble, spielen alte und neue Musik und seit 1978 besteht ein Ensemble für alte Musik, das auf historischen Instrumenten (Krummhörnern, Cornamusen, Kortholt, Portativ, Psalterium, Fidel usw.) Musik des Mittelalters und der Renaissance aufführt. Darüber hinaus tanzt die Gruppe nicht nur Volkstänze, sondern auch höfische Tänze. Einen besonderen Höhepunkt im Repertoire stellt das Ballett .De la Vanité" von Johann Caspar Horn (1636—1722) dar, mit dem die Südmährische Sing- und Spielschar 1982 erstmalig ein barockes Ballett aus der Zeit vor 1680 vorstellte, von dem bis dahin nicht bekannt war, wie es aufzuführen sei. Einmal im Monat trifft sich die Südmährische Sing- und Spielschar für ein ganzes Wochenende in einem Jugendheim, um dort zu proben. Aus einem Umkreis von ca. 100 km kommen dazu die Mitglieder angereist. Auslandsfahrten führten die Südmährische Sing- und Spielschar 1954 und 1962 nach Finnland, 1961 nach Norwegen, 1963 und 1967 nach Österreich, 1969 nach Südtirol, 1971 nach England, 1973 in die Bretagne und 1976 nach Brasilien. 1978 bereiste die Gruppe Böhmen, Mähren und die Slowakei, 1980 Ungarn, Rumänien, Jugoslawien und Italien. 1982 unternahm sie eine sehr erfolgreiche Tournee in die USA. Vorankündigungen — bitte vormerken: Am

3. Juli: Großes Sommerfest mit Tombola — Sudetendeutsche Landsmannschaft. 5. Juli: Sudetendeutsche Landsmannschaft in Zusammenarbeit mit den Welser Trachtenvereinen — Tänze, Lieder, Gedichte. 16. Juli: Wels — 20 Jahre Patenstadt der Heimatvertriebenen — 18 Uhr: Totengedenken, Sigmarkapelle — 20 Uhr: Stadthalle Wels. 25. September: Großer Erntedankfestzug — Volkstum — Brauchtum im Rahmen der Landesausstellung.

Interessante Vernissage von Landsleuten in Graz Zum zweitenmal innerhalb von drei Jahren stellte die 1933 in St. Martin am Turtsch (Slowakei) geborene Tochter des Ehepaares Prof. Franz und Emma Lucking, Lmn. Ada Gsteu-Lücking, in Graz aus. Die Vernissage fand am Nachmittag des 26. April in den Räumen der CA in der Herrengasse in Anwesenheit zahlreicher Besucher, darunter der Univ.-Prof. Dr. Hanns Koren, statt. Als Sachverständiger präsentierte Prof. Dr. Sokratis Dimitriou die Arbeiten der Künstlerin, nachdem er ihren Werdegang an der Grazer Kunstgewerbeschule unter Prof. Szyszkowitz und an der Wiener Akademie der bildenden Künste unter den Prof. Dobrowsky, Boeckl und Pirchan, ferner im Salzburger Sommerseminar bei Prof. Kokoschka sowie auf Studienreisen im Ausland dargelegt hatte. Eingehend auf die Eigenart ihres Schaffens, das eine starke Beziehung zur Farbe wie zur Architektur aufweist — sie ist nicht umsonst Gattin des Architekten Johann Georg Gsteu —, zeigte Prof. Dimitriou den Reifeprozeß in der Gestaltung ihrer vorwiegend von den Elementen von Landschaft, Architektur, Pflanzen und Menschen bestimmten Bilder auf. Während früher die Gedrängtheit künstlerischen Ausdrucks in Malerei, Graphik und geschriebener Wortbeigabe in Erscheinung trat, verdichtet sich die Aussage jetzt im starken Anteil der Farbe, die in ihrer lockeren Verteilung den harmonischen Ausgleich zur Zeichnung sucht. Die früher fließende Bewegung der Architektonik hat sich verfestigt, die glückliche Symbiose mit den Blumen erweist neuen Lebensmut und damit den therapeutischen Zusammenhang zwischen den Bildern und der Künstlerin selbst. Auch in den mit anekdotenhaften Charakterfiguren geschmückten Szenen aus ländlicher wie städtischer Umwelt, in denen die Menschen mehr sind als bloße Staffage, verrät sich Humor wie überhaupt eine freudige Daseinsbejahung. Außer den Zeichnungen und Aquarellen von Ada Gsteu-Lücking wurden Arbeiten ihres Sohnes, Andreas Gsteu, ausgestellt, die allgemein starke Beachtung fanden. In verschie-

denen Experimenten wie photographischer Doppelbelichtung, Aquarellübermalung von Farbfotos7 Abdrucken filzstiftbearbeiteter Metallfolien und Ablöschtechnik sind mannigfaltige Wirkungen erzielt. Der 1959 in Wien geborene am Institut für Werkserziehung der Wiener Akademie Studierende transponiert die reale Erlebniswelt mit all ihren Emotionen und Aggressionen ins märchenhaft Irreale. So entstehen Zyklen wie .Bilder ohne Namen", .Enthüllungen" oder »Die Auflösung", deren Abstraktheit etwa zur symbolhaften Aussage für Vergänglichkeit oder Erlöschen einer zwischenmenschlichen Beziehung wird. Wir wünschen den beiden Kunstschaffenden, Mutter und Sohn, weiterhin wohlverdiente Erfolge und gratulieren unseren lieben Landsleuten, Prof. Franz und Emmy Lucking, zu ihrem begnadeten Nachwuchs. In diesem Zusammenhang sei am Rande vermerkt, daß auch die Enkelin Doris Lücking, Tochter des Prof. Baidur Lücking und seiner Gattin Friederike, als Studentin an der Wiener Musikakademie beim österreichischen Landeswettbewerb den 2. Preis in Cello-Interpretation gewonnen hat. Nochmals herzlichen Glückwunsch! Dr. Jolande Zellner Franz Wittmann: „Jede Wüste hat einen Brunnen" — Erzählungen aus der Heimat, aus der

Weit; 112 8., DM 1 5 . - . Nach der Heimatvertreibung machte er mit Kurzgeschichten seinen Landsleuten Mut zum Durchhalten. Mittlerweile aber ist die deutsche Nachkriegswüste eine Art Wirtschaftswunderland geworden. Trotzdem aber gibt es noch genug Wüstensand, der da heißt: Hartherzigkeit, Spott, Not, Krankheit, Flucht, Gastarbeiter, Haß, Vorurteil, Lüge und Geldgier. Bei soviel Wüste aber scheint ein Brunnen zu wenig zu sein. Das Buch Wittmanns aber kann dazu nachdenklich stimmen, da ist es gut, in den Rucksack viel Hoffnung auf einen Brunnen in der Wüste einzupacken.

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FOLGE f1 VOM 1. JUN11983

Der Gemsenberg in Preßburg Der beliebteste „Hausberg" der Preßburger war zweifellos der Gemsenberg, der in vielen Fällen von den Familien gerne für einen Sonntagsausflug in Anspruch genommen wurde. Hatte man ihn einmal auf dem markierten Weg von der Pöllngasse aus bestiegen, reichte bei klarer Sicht das Auge bis zur Insel Schutt, in das Marchitela1 und weit bis in das Donautal. Die bewirtschaftete „Strohhütte" und das benachbarte „Forsthaus" waren für die Wanderer meist Anlaß, ihre Wanderung zu unterbrechen, um in einer dieser Gaststätten einen Imbiß einzunehmen. Die hohen schattenspendenden Bäume und zahlreiche Bänke auf den markierten Wegen boten den Familien eine zusätzliche Möglichkeit zur Rast. Ein schattiger Fußweg im Walde führte zu einer Anhöhe, von wo eine Abzweigung zu den Mariataler Schieferbrüchen führte. Zwischen den in Verarbeitung befindlichen Schiefersteinen gelangte man in den Ort Mariatal mit seiner Kirche und der Hauptkapelle. Natürlich konnte man auch über die Landstraße, nach passieren von Blumenau und Bisternitz, in diesen berühmten Wallfahrtsort gelangen, wo sich das von den Wallfahrern als wundertätig angesehene, frische Quellwasser, mit einem Eisengitter umgeben, hinter der Kirche befand und in Anspruch genommen wurde. König Ludwig I. schenkte 1377 Mariatal den Paulinern. Er gründete dort das Kloster. Den Ort kaufte später die Familie Fugger. Die Kirche ^ wurde im Jahre 1471 von Ladislaus von Rozgo-

ny erbaut. Josef il. hob das Kloster auf und Mariatal kam in den Besitz der Kammer, von welcher es Fürst Friedrich Schwarzenberg kaufte. Die Lage des Dorfes war sehr schön und war von Weingärten und von Wald umschlossen. Am 22. April 1866 dröhnte Kanonendonner aus der Gegend von Stampfen, weicher sich immer mehr der Stadt näherte. Das Gefecht von Blumenau war in vollem Gange und es entwickelte sich ein lebhaftes Artillerieduell zwischen den Preußen und den österreichischen Truppen. Die Österreicher verteidigten den Gemsenberg, indem sie mit dem Rücken zur Stadt standen und den Munitionsnachschub über das Eisenbründel erhielten. Die Preußen hingegen versuchten von Mariatal aus, den heißumkämpften Berg in ihren Besitz zu nehmen. Die österreichischen Truppen zogen steh über die Strohhütte und den Pöllnweg in die Stadt zurück, dadurch wurden die weiterhin angreifenden Preußen in die Lage versetzt, von der Flanke her, gegen den Preßburger Hauptbahnhof vorzustoßen, welcher schließlich eingenommen wurde. Die Stadt war somit offen. Die Kämpfe wurden von beiden Seiten .heftig" geführt. In einem mehrtägigen Waffenstillstand erkannten die Bürger der Stadt „ihre Chance" und sie versorgten und verpflegten die Soldaten beider Lager. Der Turnlehrer und Oberkommandant der freiwilligen Feuerwehr, Ferdinand Martinengo,.

gründete rasch einen Verein, der sich humanitären Aufgaben verschrieb und wesentlich zur Versorgung der verwundeten Preußen und Österreicher beitrug. Hunderte Bürger spazierten zur „Kunstmühle" in Preßburg, wo die Preußen ein Feldlager errichtet hatten. Nachdem feststand, was am dringendsten benötigt wurde, schafften sie mit Handkarren Lebensmittel, Wein und Bier herbei, die den Soldaten kostenlos übergeben wurden. Dadurch bestand ein herzliches Einvernehmen mit den Soldaten und erfolgte daher die Verabschiedung vom .Feind" in einem eher .freundschaftlichen Zeremoniell". Die Männer Martinengos sammelten die Gefallenen und begruben sie. Und zu Ehren wurde am Hauptgrab des Gemsenberges ein Granitobelisk errichtet, der mit folgender Inschrift versehen war: .den am 22. Juli 1866 im Gefecht auf dem Gemsenberg gefallenen Kriegern. Von den Bewohnern Preßburgs". Auf dem Pöllnweg ruhen die preußischen Soldaten Buchmann, Holzmann und Schloßmann. Ein Gedenkstein im Wald des Berges erinnert an den Forstmann Kapfinger, der sich erschöpft, im tiefen Schnee an dieser Stelle niederließ und erfror. Neben einem breiteren Waldweg fand sich hingegen die Ruhestätte des Zugsführers des 27. Infanterieregiments, Franz Freithofer aus der Steiermark, der ebenso wie seine Kameraden auf den Posaunenruf des Jüngsten Gerichts wartet.

Oto Fillp in der „Frankfurter Allgemeinen":

Die Tschechen und die Vertreibung der Deutschen Im Sommer 1977, einige Monate nachdem Hunderte von Bürgerrechtlern in der Tschechoslowakei das Manifest der Charta 77 unterschrieben und veröffentlicht hatten, begann innerhalb der geistigen Opposition wieder eine Diskussion über die Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei. Diesmal hatte sie nicht nur für viele Intellektuelle in der Opposition schlimme Folgen, sondern sie war auch durch einige Absurditäten gekennzeichnet, die heute nur in Prag über die Bühne eines totalitären Staates laufen können. Im Jahr 1977 stellte der Historiker Jifi Pribram seine 200 Fragen zur tschechischen Geschichte seit 1945 und erwartete auch von Jan Mlynarik klärende Antworten. In einem Gespräch, an dem neben Pribram und Mlynarik auch der Historiker Sladeöek und der Dramatiker Vaclav Havel (damals noch nicht in Haft) teilnahmen, versuchte Mlynarik, zuerst die Standpunkte der geistigen Opposition zu Pribrams Fragenkomplex abzustecken. In seiner zweistündigen Ausführung wollte Mlynarik das Problem der Vertreibung aus der tschechischen Geschichte nicht ausklammern oder vergessen; er stellte damals fest: Die Frage der Vertreibung ist zugleich ein Problem der tschechischen Vergangenheitsbewältigung, ein Punkt, an dem sich auch innerhalb der geistigen Opposition in der Tschechoslowakei die Geister scheiden werden. Diejenigen Intellektuellen, die 1945 noch zu jung waren, um persönlich an der Vertreibung teilzunehmen, verurteilten sie schon vor 1968 als ein Versagen der Demokratie und als ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die älteren jedoch, die im Jahr 1945 und eigentlich bis heute die Verjagung von drei Millionen Deutschen als Erfüllung einer historischen Aufgabe betrachtet haben, wollen die verhängnisvollen Ereignisse der damaligen Zeit als für immer abgeschlossen sehen. Als Mlynarik zu Ende gesprochen hatte, schwiegen die Historiker Pribram und Sladeéek. Die Tatsachen, die Mlynarik aufgezählt hatte, schienen sie benommen gemacht zu haben. Vaclav Havel soll damals die Stille der kleinen Prager Wohnung mit dem Satz unterbrochen haben: .Endlich hat jemand die Frage der Vertreibung der Deutschen richtig und deutlich formuliert." Im Dezember 1977 begann Mlynarik, damals Kulissenschieber, seine .Thesen zur Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei" aufzuschreiben. Als das brisante Schriftstück fertig war, versteckte er es und schwieg. Erst ein Jahr später faßte er den Mut, seine Thesen in der tschechischen Exilzeitung .Svédectvi" (.Das Zeugnis") in Paris zu veröffentlichen, interessanterweise kam die erste Reaktion auf Danubius' Thesen — dieses Pseudonym wählte Mlynarik für seine erste Veröffentlichung in einer tschechischen Exilzeitschrift — nicht von der Geheimpoli-

zei, sondern von der Gruppe der allerletzten Euround Reformkommunisten im Prager intellektuellen Untergrund. Milan Hübl, einer ihrer Sprecher, griff zur Feder und beschimpfte im Stil einer nach stalinistischem Muster geführten Diskussion Danubius und dessen Thesen. Für Hübl war Danubius .ein Betrüger, der mit einer theatralisch schreienden Geste längst überholte Ereignisse belebt und inszeniert". .Das war von Hübl nicht nur dumm, sondern gefährlich", kommentiert Mlynarik heute Hübls .Glossen zu Danubius' Thesen". Im Jänner schaltete sich in die Suche nach dem geheimnisvollen Danubius auch die Geheimpolizei ein. Dreißig Oppositionelle wurden verhaftet und verhört. Zuletzt blieben im Netz drei hängen: die Unterzeichner der Charta 77, Petr Uhi, der Dramatiker Vaclav Havel und der slowakische Historiker Mlynarik. .Alle Verhöre habe ich mit Erfolg bestanden, das heißt, ich habe gelogen und den Polizisten, die mich in die Zange nahmen, einzureden versucht, daß ich mich nie mit der Geschichte nach 1945 beschäftigt hätte." Heute kann Dr. Mlynarik lächeln; 1979 hatte er alles andere im Sinn. In die Diskussion über Danubius' Thesen schaltete sich auch das Zentralorgan der Partei, .Rude Pravo", ein. Die Parteizeitung wiederholte im Prinzip Hübls Argumente gegen Danubius und gegen die Thesen, bereicherte sie jedoch um aie Feststellung, daß .die Chartisten für westliche Devisen den Faschismus zu rehabilitieren versuchen". Die Exilzeitschrift .Svédectvi" erhielt zugleich eine Flut von Diskussionsbeiträgen der Euro- und Reformkommunisten aus Prag. Lubos Kohout schmähte hier nicht nur Danubius, sondern alle tschechischen Intellektuellen im Exil und auch in Prag, die es wagten, Danubius' Thesen zu bejahen. Kohout zog in den Kampf gegen .diejenigen, die die positiven Entwicklungen der sozialistischen Tschechoslowakei in Frage stellen und die beiden Grundsteine der Gesellschaft, die führende Rolle der Kommunistischen Partei und das Bündnis mit der Sowjetunion, zerstören wollen". .Unsere Euro- und Reformkommunisten in Prag können sich eben nicht von ihrer ApparatschikVergangenheit lösen, sie sind nicht fähig, über ihren Schatten zu springen. Ich habe mich zu Hause mehrmals davon überzeugen können, daß eine Zusammenarbeit mit ihnen nicht einmal in der geistigen Opposition möglich ist. Ihre Unfähigkeit, tolerant zu sein, andere Meinungen wenigstens anzuhören, ist katastrophal." Mlynariks Erfahrungen mit den Eurokommunisten in der Tschechoslowakei, vor einigen Tagen im Westen veröffentlicht, werden ihm sicher weitere Verdammungen einbringen. Historische Tatsachen, die in den Augen der strenggläubigen Eurokommunisten und Re-

Sudetendeutsche Landsmannschaft in Österreich, Landesverband für Wien, Niederösterreich und Burgenland, Thaya-Bund der Südmährer in Österreich, 1010 Wien, Hegelgasse 19/4

EINLADUNG ZUM SUDETENDEUTSCHEN HEIMATTREFFEN in der Patenstadt Klostemeuburg am 25. September 1983 Wir laden alle Landsleute und unsere österreicNschen Freunde zu diesem Treffen recht herzlich ein! Das vorgesehene Programm:

formmarxisten sich nicht fortschrittlich verhalten, sondern reaktionär, sind tabuisiert. Im März 1980 wurde Mlynarik verhaftet. Diesmal ging ein Oberleutnant der Geheimpolizei, Genosse Karban, auf Nummer Sicher: „Sie lügen, Mlynarik! Gestehen Sie, da8 Sie Danubius sind, gestehen Sie, und wir lassen Ihren Sohn in den Westen ausreisen!" Mlynarik überlegte: Die Parteizeitung hat mich mit Hilfe meiner eurokommunistischen Freunde bereits identifiziert. Wenn ich also jetzt gestehe, gibt es für meinen Sohn vielleicht eine Chance, sich zu retten. Mlynarik unterschrieb das Protokoll. Nachdem Oberleutnant Karban seine Arbeit getan hatte, kam Hauptmann Milan Slavik an die Reihe, ein in der Partei geschätzter Fachmann für die Bekämpfung ideologischer Diversion und antisozialistischer Elemente. Laut Slavik sollte Mlynarik seine Thesen über die Vertreibung der Deutschen für Geld von der Sudetendeutschen Landsmannschaft geschrieben haben, wobei hinter diesem Komplott die von Franz Josef Strauß finanzierte sozialdemokratische Friedrich-EbertStiftung deutlich zu erkennen sei. Hauptmann Slaviks Kenntnisse der westdeutschen politischen Szene schockierten den Untersuchungshäftling Mlynarik. Er dachte zuerst, hinter der ernsten Maske des Fachmanns für Bekämpfung der Kapitalisten und ihrer Helfer ein Zucken gesehen zu haben. Bald jedoch sah Mlynarik, daß der Mann es ernst meinte. „Das Hirngespinst des Hauptmanns diente jedoch einem nützlichen Zweck", sagt Mlynarik heute. .Er wollte unbedingt Danubius, den Verräter, entlarven, einen Mann, der laut Vaclav Havel als erster die Charta 77 unterzeichnet hatte, und zugleich alle Chartisten in Verruf bringen." Kurz bevor Mlynarik aus der Untersuchungshaft entlassen wurde — das Strafverfahren wurde nicht eingestellt, sondern mit Rücksicht auf die westliche Öffentlichkeit auf Eis gelegt —, hatte man ihn noch einmal zum Verhör geführt. Und da erlebte Mlynarik einen weiteren Schock. Der Geheimdienstoffizier musterte den Häftling und sagte erst nach einigen Minuten ziemlich unsicher: .Mlynarik, Sie haben zwar gestanden, Danubius zu sein, aber Sie haben uns wieder belogen! Wir wissen jetzt ziemlich sicher, daß der richtige Danubius noch immer frei herumläuft. Sie haben Danubius nur deswegen gespielt, um, erstens, den richtigen zu decken und, zweitens, sich im Westen Ruhm zu verschaffen. Wenn wir den richtigen Danubius schnappen, erleben Sie Ihr blaues Wunder!" Mlynarik schwieg. Diesmal gab es nichts zu gestehen. .Mlynarik, Mlynarik, Sie machen uns das Leben schwer", seufzte der Offizier und fügte hinzu: .Unterschätzen Sie uns nicht, wir kriegen die Wahrheit doch heraus!" Einige Tage vor seiner Ausreise aus der Tschechoslowakei in die Bundesrepublik Deutschland traf Mlynarik auf der Straße seinen guten Freund Ladislav üs, den Sprecher der Charta 77. (Heute sitzt Ladislav Lis in Haft.) .Ich weiß, daß du nicht der Danubius bist", sagte Lis resolut. .Du hättest mir sonst über deine Thesen etwas gesagt. Ich sag dir, den richtigen Danubius haben sie noch nicht geschnappt!" Mlynarik blieb der Atem weg. Als er wieder seine Kehle lockern konnte, verabschiedete er sich von seinem Freund mit einem Lächeln und mit den Worten: .Liebster Ladislav, Bruder in Not, vielleicht hast du sogar recht. Vielleicht bin ich gar nicht der richtige Danubius, vielleicht existiert Danubius im Gewissen des ganzen Volkes."

Vorhaben „Sudetendeutsches Mundartenwörterbuch" fast abgeschlossen Unter den Detailveranstaltungen im Gesamtprogramm des Sudetendeutschen Tages ist der Vortrag Prof. Dr. Heinz Engels, Universität Gießen, zum Thema .Aufbau und Anliegen des Sudetendeutschen Mundartenwörterbuches" hervorzuheben. Eine peinliche Organisationspanne zwang leider das halbe Hundert Interessierter, den vorgesehenen Saal des Volksbildungskreises Wien mit einem engen Gasthausnebenzimmer zu vertauschen, was wohl unbequemer war, aber dem Vortrag Prof. Engels keinen Abbruch zufügte. Das seinerzeit noch von Dr. E. Schwarz in Prag begründete Vorhaben, die Mundarten im Sudetenraum wissenschaftlich zu erforschen, mußte nach der Vertreibung vollkommen neu begonnen werden, weil das gesamte Erhebungsmaterial, seine Auszettelung und teilweise wissenschaftliche Auswertung verlorengingen. Dr. Franz und Hertha Wolf-Beranek nahmen sich in Gießen dieses ungemein schwierigen Auftrags erneut an, indem sie Sprecher aus allen sudetendeutschen Mundartlandschaften ausfindig machten und Wesentliches ihres Sprachschatzes und regionaler Sprecheigentümlichkeiten aufzeichneten. Nach dem Tode des Ehepaares Wolf-Beranek konnte von Prof. Ernst Schwarz der an der Universität Gießen wirkende Germanist Dr. Heinz Engels für die Weiterarbeit an dem Archiv gewonnen werden. Seinen Ausführungen zufolge ist die Phase der Erhebung des Materials abgeschlossen und auf über zwei Millionen Zetteln festgehalten. Dieser überaus hohe Umfang der Karteien grenzt an ein Wunder, spricht aber für den Fleiß der wenigen damit befaßten wissenschaftlichen Mitarbeiter, denen vor allem zu danken ist, daß sie authentisches Material noch von Gewährsleuten der „Erlebnisgeneration" aufspüren und dokumentieren konnten. Nach einem vor einigen Jahren herausgegebenen Probeband will man nun darangehen,£ das Material zu publizieren, wobei fünf Gruppen berücksichtigt werden: nord- und mittelbairisch, fränkisch, schlesisch und Sonderformen in Sprachinseln. Es ist anzunehmen, daß sich die vorgesehenen Veröffentlichungen an dem einstigen Konzept von Ernst Schwarz orientieren dürften, indem Flur-, Orts-, Familien- und verschiedenerlei Begriffsnamen (Pflanzen, Geräte etc.) vergleichend behandelt werden. Wenngleich die sudetendeutschen Mundarten infolge der Vertreibung in ihrer Kontinuität unterbrochen und daher zum Verklingen verurteilt sind, kommt dem Sudetendeutschen Mundartenwörterbuch doch die Bedeutung einer nachträglichen Dokumentation zu, anhand der die Sprachforschung in den umliegenden nachbarlichen Sprachlandschaften begünstigt und erleichtert wird, zum anderen aber auch stellt dieses Projekt den Nachweis für eine leider zerstörte, historisch gewachsene Volks- und Hochkultur in den Gebieten der alten Heimat dar.

Wien Böhmerwaldbund Beim Monatstreffen am 24. April 1983 begrüßte Obmann Karl Jaksch die erschienenen Landsleute, Obmannstellvertreter Josef Czermak beglückwünschte elf Teilnehmer zu ihrem Geburtstag im April und gedachte des Todes von Prof. Bosek-Kienast, der durch viele Jahre an den Versammlungen des Böhmerwaldbundes teilgenommen und sie durch seine Gedichtvorträge bereichert hatte. Ein lieber Gast und Mitarbeiter wird künftig fehlen. Er wurde auf dem Friedhof „Neustift am Walde" begraben. Am Wahlsonntag, an dem in Wien drei Wahlen durchgeführt wurden, sollten zwei Wiener Sagen zur Gestaltung herangezogen werden: Frau Gerti Heinrich las die Sage „Der Stock im Eisen", Lm. Karl Maschek die von der „Dienstbotenmadonna". Ausführlich wurde der Sudetendeutsche Tag behandelt. Für den 12. Juni 1983 ist eine Ausflugsfahrt mit folgendem Reiseweg geplant: Wien Westbahnhof, Wieselburg, Mariazell, Kernhof, Baden, Wien. Karl Maschek

= Bund der Nordböhmen Mit Glückwünschen für die im Monat April geborenen Landsleute, eröffnete Obmann Ing. Dressler und Kassier Robert Malauschek unsere monatliche Zusammenkunft. Besondere Wünsche zum 95sten Geburtstag wurden an unsere Ldsmn. Frau Krug aus Aussig a. d. Elbe ausgesprochen! Begrüßt wurden außer die erschienenen Landsleute, Frau Dr. med. Haas, die in den dreißiger Jahren am Leipaer Gymnasium studierte und Ehrenmitglied Dr. Schembera, der anschließend einige Worte über den Aufbau in Österreich sprach, an welchen ebenfalls Sudetendeutsche in reicher Zahl beteiligt waren. In einer stillen Gedenkminute wurde der verstorbenen Mutter unserer treuen Landsmännin Helmtraud Weidl, einer gebürtigen Warnsdorferin, gedacht, die vor einigen Wochen im Alter von 98 Jahren in Wien verstorben ist. Ein selbstverfaßtes Mundartgedicht gab unser Heimatdichter Lm. Hockauf zum besten, worüber herzlichst gelacht werden mußte. Das diesmalige Beisammensein wurde ganz besonders von Lm. Bernd Münnich und seiner Gattin Helene gestaltet, die einen ausführlichen Dia-Vortrag über eine Campingbus-Reise zu den weltbekannten LoireSchlössern in Frankreich und weiter nach Spanien, zeigten. Großer Beifall bezeugte das Interesse der Anwesenden.

SUDETENDEUTSCHE JUGEND ÖSTERREICHS ARBEITSKREIS SUDMÄHREN SLÖ-BEZIRKSGRUPPE WIEN UND UMGEBUNG

Einladung AHe Landsleute und Freunde sind recht herzlich zur traditionellen

SONNTAG, 25. SEPTEMBER 1983: 9—12 Uhr: Gelegenheit zum Besuch des Mährisch-Schlesischen Heimatmuseums in der Rostockvilla, Schießstattgasse 2, Klosterneuburg 10.30 Uhr: Feldmesse am Rathausplatz 14 Uhr: Fest- und Trachtenzug vom Rathausplatz zur Gedenkfeier am Sudetendeutschen Platz 15 Uhr: Heimattreffen und geselliges Beisammensein mit unseren Gasten in der Babenbergerhalle

Kommen auch Sie zum Heimattreffen nach Klosterneuburg!

am KREUZBERG in KLEINSCHWEINBARTH (bei Drasenhofen) in Niederösterreich am Samstag, dam 18. Juni, eingeladen! i: 21.30 Uhr (bai Jadam Wattarl) Wir dürfen auch Sie bei dieser Brauchtumsveranstaltung erwarten und freuen uns auf Ihr Kommen! Nehmen Sie die Jugend und die Kinder sowie auch Ihre Freunde mit! .

SUDETENPOST

FOLGE 11 VOM 1. JUN11983 Am Samstag, den 7. Mai hatten sich ca. 40 Heimatfreunde vom Bund der Nordböhmen zur Muttertagsfeier im Hotel Fuchs eingefunden. Nach der Begrüßung hielt Obmann Ing. Dressler eine kurze Ansprache zum Muttertag und ersuchte die Anwesenden, ihren Kindern recht viele Geschichten und Erinnerungen aus der sudetendeutschen Heimat zu erzählen. Es ist für alle eine heilige Pflicht, unserer Heimat treu zu bleiben! Zur Belustigung der anwesenden Landsleute schaltete sich das 2jährige Töchterchen der Familie Ing. Schebor, Sabine, mit einigen Worten ein und rief dadurch allgemeine Heiterkeit hervor. Zum Abschluß verwies Lm. Dressler an die am Sonntag, den 12. Juni stattfindende Busfahrt nach Litschau i. Waldviertel. Die Abfahrt erfolgt um 8.30 Uhr vom Friedrich-Schmidt-Platz hinter dem Rathaus. Weitere Anmeldungen oder Auskünfte über diese Fahrt bitte an Lm. Garreis, Tel. 33 85 145, zu richten. Am 11. Juni findet daher kein monatl. Treffen im Hotel Fuchs statt Gedichte, vorgetragen von Lmn. Cilly Pilz, Lmn. Christi Kloos und Lm. Hokkauf, sowie Lieder gesungen, von Cilly Pilz, begleitet am Klavier von ihrem Sohn Heinz, beendeten die Muttertagsfeier. In den Pausen sorgte Lm. Garreis mit Klavierspielereien für Unterhaltung. Der nächste Heimatabend ist am zweiten Samstag im Monat September, im Hotel Fuchs, Juli/August fällt aus. Wir wünschen allen Heimatfreunden einen erholsamen Urlaub und freuen uns auf ein gesundes Wiedersehen im September! J.Ga.

=Erzgebirge in Wien Gelungener Familien-(Muttertags-)Nachinittag. Punkt 14 Uhr setzte sich der vollbeladene Autobus, beladen mit frohgelaunten Mitgliedern unserer lieben Erzgebirgs-„Familie", von der Votivkirche in Richtung Greifenstein in Bewegung, wo die Teilnehmer knapp vor 15 Uhr einlangten und sogleich mit Glockengeleut zur Maiandacht gerufen wurden. Prof. Pfarrer Krondorfers Gestaltung dieser Seelenstunde zeigte und bewies wieder, wie inniglich dieser Seelsorger seine enge Verbundenheit mit uns zum Ausdruck bringt. (Lobende Anerkennung sei unser bescheidener Dank.) Nach dieser Seelenlabung fuhren wir unbeschwerten Mutes nach Hadersfeld zur eigentlichen Familien(Muttertags-)Feier, wo, Dank der Fam. Winkler, alles vorbereitet worden war. Kaffee mit Gugelhupf wurde sogleich serviert, die Musik begrüßte mit dem Erzgebirgermarsch und Obm. Lm. Willi Voit sowie Ehrenobmann Dir. Winkler begrüßten in herzlichen Worten die große Besucherschar. Beide lobten die Mütter und Großmütter für ihre Mühen, die sie im Laufe von guten und schlechten Zeiten auf sich nahmen (und nehmen müssen), zum Wohle ihrer Familien. Namentlich wurden wieder alle Geburtstagskinder beglückwünscht (Ein besonderes „Glückauf" unserem Lm. Heinrich Vogelhuber zu seinem 75. Ehrentag). Als betagteste Mutter wurde Lmn. Anna Robenstein mit Blumen geehrt Unsere Jüngste, Karin Ableitinger, brachte ein sehr sinnvolles Epos (die Mütter huldigend) zum Vortrag. Wie schon so oft sorgten für Stimmung und Laune: Die lustigen Altenberger. Als persönliches Geschenk, auch schon Tradition, überreichte Lmn. Anni Winkler jeder Dame einen hausgemachten Punschkrapfen. Alles in allem: Dieser Nachmittag war wieder ein beglückendes Erlebnis. Nächster Heimatnachmittag: Samstag, dem 4. Juni, 15.30 Uhr, „Golser Keller", Heumarkt 25, 10.30 Uhr. Motto: Anton Günther auf Schallplatte. — Sonntag, dem 19. Juni: Ganztagsautobusfahrt! (Nähere Informationen beim Heimatnachmittag am 4. Juni.) Telefonische Anmeldungen schon jetzt: 93 80 723, 65 79 083 und 0 22 39 / 35 5 52. Wieder gutbesuchter Monatsabend. Über 40 Landsleute besuchten unsere April-Zusammenkunft, bei welcher erstmals, als großherziger Souverän und perfekter Regisseur, Lm. Willi Voit, unser jetziger Obmann, fungierte. Sein kurzes Referat beinhaltete: Begrüßung, Bekanntmachungen allgemeiner Art (Hinweise auf den Sdt-Tag), Gratulationen der April-Geborenen (ein lautstarkes „Glückauf zum 70. unserem Lm. Patzeld aus dem Brüxerland) sowie Beantwortung diverser Anfragen. Seine Schlußworte: „Die Erzgebirge-Familie möge, auch unter meiner Obhut die Treue-Gemeinschaft bleiben, die sie bisher gewesen ist." Ritschi Dick bewährte sich wieder als fleißige Abzeichenverkäuferin; auch die voraussichtlichen Teilnehmer zum Familien-(Muttertags-)Nachmittag wurden von ihr erfaßt Als Filmemacher präsentierte Obm. Voit musikalisch untermalt Ausschnitte aus dem vorjährigen, großen internationalen Trachtenfestzug; Filmreprisen von Kreuzberg- und Klosterneuburger-Heimattreffen; als Abschluß gelungene Bilder von einer Geburtstagsfeier bei der Fam. Winkler. Obm.-Stellv. Schmidl dankte im Namen der Anwesenden für die — nicht nur in filmischer Hinsicht — gelungene Einstandsvorstellung unseres neuen Obmannes. Mit dem Bewußtsein, „Die Heimat im Herzen kann uns keiner rauben", ging man auseinander.

=Humanitärer Verein

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Unser Mai-Vereinsabend mit gleichzeitiger Muttertagsfeier fand am 15. Mai im vollbesetzten Saal des Vereinslokales statt. Bei der offiziellen Begrüßung aller Mütter, Ehrenmitglieder, Mitglieder und Freunde durch Obm. Karl Philipp, konnte dieser auch wieder liebe Gäste willkommen heißen und zwar: den Obmann der Egerländer Herrn Brunner, die große Runde der Freudenthaler mit Alt-Obmann Herrn Ing. Schreier, das Gesangsduo Silberbauer, die Freunde aus Ottakring, aus der BRD. Familie Knabe und 2 Frauen (früher Spachendorf) und das „Oswald-Trio". Wieder sind uns 2 liebe und treue Mitglieder verstorben und zwar: unser Ehrenmitglied Frau Paula Wanko und Frau Regenhart, in einer Trauerminute gedachte man der Verstorbenen. Es war der letzte Vereinsabend vor den großen Sommerferien. Obm. Karl Philipp dankte allen Frauen für den so reichlich gespendeten schlesischen Streuselkuchen, der Kaffee dazu für alle anwesenden Mütter wurde aus der Vereinskassa bezahlt Allen Mitarbeiterinnen und Helfern, welche zum Gelingen dieser sehr schönen Muttertagsfeier beigetragen haben, sprechen wir von dieser Stelle nochmals den herzlichsten Dank aus. Mit einem Muttertagsgedicht begann die eigentliche Muttertagsfeier. Obm. Karl Philipp betonte, daß dieses heutige Beieinandersein ausschließlich unseren lieben Müttern gewidmet sei. An die lieben Muttis wurden schöne Blumensträußchen ausgeteilt. Anschließend spielte Fritzi Pucandl auf der Blockflöte „den wilden Reiter" v. Robert Schumann, eine „Kreuzpolka" und als Überraschung „Und in dem Schneegebirge", lang anhaltender Beifall belohnte den jungen Künstler. Viel Applaus erhielten die 2 Enkelkinder unserer Familie Zimmermann für ihre vorgetragenen

Muttertagsgedichte. Es folgten diverse Verlautbarungen über den bevorstehenden Sudetendeutschen Tag in Wien, zu unserem ersten Vereinsabend im Herbst treffen wir uns am 16. Oktober 1983, ab 16 Uhr, am gleichen Tag wird vormittags um 10 Uhr am Leopoldsberg unsere beliebte „Hedwigsfeier" abgehalten. Achtung: Wir treffen uns am 21. August ab 16 Uhr beim Heurigen unseres Landsmannes Wolff, Wien 1190, Neustift am Walde, Rathstraße 46, Tel. 0 22 2/44 23 35. Das Gesangsduo Silberbauer, am Klavier begleitet von Hrn. Prof. Färber, brachte herrliche Lieder zu Gehör wie: aus Operetten „Die goldene Meisterin", „Wiener Blut", „Der Zigeunerbaron", oder „Beim Burgtor am Michaelerplatz", „Wann der Herrgott net will", das „Mutterlied" v. Edm. Eisler und „Die alte Mutter" v. Ant. Dworak, tosender Applaus war der Dank an die Künstler. Unsere Autobusfahrt findet am 5. Juni statt. Allen Geburtstagskindern wurde herzlich gratuliert, hier einige besondere Geburtsdaten: Frau Anna Jäger zum 93., EM. Herrn Franz Seidel zum 80., Frau Gabriele Böhnel zum 81., Frau Annemarie Rasch zum 87., Frau Maria Schlenker zum 60., Frau Maria Grasel zum 83., u. Frau Gertrude Müller zum 84. Geburtstag. Für alle sang man die Traditions-Geburtstagshymne. Anläßlich des Sudetendeutschen Tages und zum Gedenken verdienstvoller Landsleute werden kleine Kranzgebinde auf 7 Gräber und verschiedene Friedhöfe durch die Landsleute Obm. Karl Philipp, Ing. Burkhard Jilg und Günther Grohmann gelegt Wie schon eingangs erwähnt war es der letzte Vereinsabend vor den großen Sommerferien. Obm. Karl Philipp dankte allen für die erwiesene Treue, für das zahlreiche Kommen zu den einzelnen Treffen und Veranstaltungen, wünschte allen Landsleuten und Gästen eine erholsame Urlaubszeit und mit dem Lied „Wahre Freundschaft soll nicht wanken" welches von allen Landsleuten stehend, Hand in Hand im ganzen Saal geschlossen gesungen wurde, ging ein schön gestalteter Muttertag zu Ende. Obmann-Stellvertreterin Frau Gerti Vogel sprach Obm. Karl Philipp anläßlich seines 63. Geburtstages herzliche Glückwünsche aus und dankte im Namen aller Landsleute und Freunde für seine einwandfreie Vereinsarbeit Unser nächster erster Vereinsabend im Herbst findet am 16. Oktober ab 16 Uhr im Vereinslokal statt.

am Samstag, den 14. Mai von Pfarrer Waldherr in der Pfarrkirche zum hl. Laurentius in Gablitz vorgenommen wurde, nahmen an die dreihundert Gäste teil. Unter ihnen waren niederösterreichische und sudetendeutsche Trachten zu sehen. Es waren auch sehr viele Mitglieder, Freunde und Landsleute der Heimatgruppe Landskron und Umgebung in Wien erschienen. Allen voran muß mit Stolz und großer Freude als besonderer Ehrengast Seine Hoheit Dipl.-Ing. Dr. Hans Moritz, Prinz von und zu Liechtenstein, mit seiner hohen Gemahlin genannt werden. Bei herrlichem „Kaiserwetter" erfolgte der festliche Auszug des Hochzeitspaares aus der Kirche, wo auf dem Kirchenvorplatz die „Volkstanz- und Volkstumsgruppe Preßbaum" in heimatlicher Tracht folkloristische Tänze aufführte. Anschließend mußte das junge Paar ein Holzscheit das über einen geschmückten Holzbock gelegt war, gemeinsam durchsägen und das mit einer alten verrosteten Zugsäge, die zu diesem Zweck fachmännisch richtig stumpf gemacht war. Aber das sportlich ehrgeizige Paar hatte es nach lustigen Zwischenfällen doch geschafft Bei der großen Hochzeitsjause in der Pension Rosner konnten sich dafür die beiden „Holzarbeiter" vom Holzsägen und die Gäste vom Zuschauen erholen und bei Kaffee, Guglhupf und „Küchlich", die mit viel Liebe zubereitet waren, sogleich bestens stärken. So fand in froher Stimmung, der in allem sonnige Hochzeitstag, den offiziellen schönen Abschluß. Der „Heimatgruppe Landskron und Umgebung in Wien" bleibt aber an dieser Stelle nur noch ein großer inniger Wunsch auszusprechen: Ein herzliches „Glückauf' dem jungvermählten Paar Gerhard und Marianne Fiebiger und — wohlweislich auch ein kräftiges „Weidmannsheiir für eine glückliche Zukunft Walter Pawlik

Haas mit ihren damals schon sehr alten Eltern und 2 Söhnen Hab und Gut verloren, sie kamen nach Österreich und erlebten hier das Barackenelend. Der Verstorbene war anfangs als Zimmermann tätig. 1947 erfolgte sein Berufswechsel. Er wurde Wirtschafter am Graßlgut bei Steyr, das den Ost Stickstoffwerken in Linz gehört und kam 1951 als Turbinenwärter in die Steyrerwerke, wo er bis zu seiner Pensionierung tätig war. In Gleink bei Steyr erbaute man das erste Einfamilienhaus, das zweite wurde in Aschach gebaut, daß seinem Sohn Ernst der Baumeister ist gehört und dort erlebten die Eltern eine schöne Zeit und einen schönen Lebensabend. Der zweite Sohn Hans ist Doktor der Chemie und bei der ÖMV in Schwechat als Laborleiter angestellt ist mit einer Wienerin verheiratet und hat 2 fesche Söhne und auch ein Eigenheim. Der Verstorbene war in seiner neuen Wahlheimat ein angesehener Bürger, sehr beliebt, man sah dies an der Teilnahme der vielen Ortsbewohner bei seinem Begräbnis. Auch die Sudetendeutsche Landsmannschaft aus Steyr war vertreten, der Verband der Böhmerwäldler aus Linz und Landsleute aus seiner Heimat Deutsch-Reichenau. Der Obmann des Verbandes der Böhmerwäldler in Linz, Konsulent Hans Hager, der ein Schulkamerad des Verstorbenen war, schilderte den Lebenslauf von Paul Haas und dankte ihm für seine Heimattreue und daß er nie vergaß mit seiner Familie an allen unseren Veranstaltungen teilzunehmen. Seine Gattin starb bereits vor 4 Jahren. Wir werden den lieben Landsleuten stets ein ehrenvolles Andenken bewahren.

Deufcch-Beneschau

Wie bereits angekündigt findet unser Heimattreffen der Böhmerwäldler am 3. und 31. Juli statt. Für die Landsleute aus Deutsch-Beneschau gebe ich bekannt daß die Weihe von 2 Fahnenbändern Der am Freitag, dem 6. Mai, abgehaltene bei der feierlichen Messe in der Karmelitenkirche, Stammtisch war wieder ausgezeichnet besucht Landstraße, am Sonntag, dem 31. Juli d. J., um 9 und man hatte Mühe noch einen Platz zu ergat- Uhr, stattfindet. Ein Fahnenband für unsere Toten tern. Karsten Eders Aufführungen zum Thema der Heimat den „Toten zur Ehr', Pfarre Deutsch„Volksgruppen in Europa" waren — wie immer — Beneschau", gestiftet von unseren Landsleuteinteressant und aufschlußreich und behandelten n.und ein Fahnenband, gestiftet von den 4 Fahnenvor allem solche Volksgruppen (Minderheiten) in jungfern Frl. Betti Grill, Manuela Keplinger, Heidi Europa, die der Allgemeinheit gar nicht oder fast Neubauer und Christa Reich. Letzterer, die eine nicht bekannt sind. Lm. Rogelböck trug mit seinen schwere Rückgratoperation hatte, wünschen wir Ing. Zahnreich Ausführungen über die Volksgruppen in Spanien eine vollkommene Genesung. Wir laden alle zum Thema des Abends bei und auch die Schilde- Landsleute unserer Heimat zu dieser festlichen rung der Lage der Südtiroler Volksgruppe in Itali- Feier und zum Heimattreffen der Böhmerwäldler herzlichst ein. Persönliche Einladungen erfolgen Am Sonntag, dem 15. Mai, waren, wie alljährlich, en durch Lm. Zeisel brachte Interessantes. Lm. wegen der hohen Kosten diesmal nicht Mit hei43 Teilnehmer zur heurigen Muttertagsfahrt ver- Eder hatte zu diesem Stammtisch einen Gast aus matlichen Grüßen aus Linz und auf ein Wiedersesammelt, und was seit 1957 noch nie der Fall war, New Jersey mitgebracht der hier journalistisch hen freuen sich die Landsleute aus der Pfarre der bestellte Autobus traf am vereinbarten Treff- tätig ist und sich für Volksgruppenprobleme inter- Deutsch-Beneschau und Umgebung. Falls Überpunkt nicht ein. Obm. Mück als Organisator der essiert Dr. Kearn Schemm selbst hat deutsche nachtungen gewünscht werden, schreiben sie an Fahrt versuchte vergeblich das Busunternehmen Vorfahren und schilderte die Probleme der Ameri- Karl Hoffeiner, Schottweg 4,4020 Linz/Donau, OÖ. zu erreichen, fuhr wiederholt die Operngasse ab, kaner deutschen Ursprungs in den östlichen GeKarl Hoffeiner um den Bus irgendwo zu finden, alles ohne Erfolg. bieten der USA, die besser daran tun, diesen Ursprung nicht öffentlich zu bekennen. Der nächste Er vereinbarte dann mit den Teilnehmern eine neue Abfahrtszeit und versuchte mit Lm. Weidel Stammtisch ist für Freitag, den 10. Juni, im Reeinen neuen Bus aufzutreiben, was an einem staurant Eberhard, Sparkassaplatz 1, Wien 15, anAm 7. Mai fand unsere Muttertagsfeier statt. Als Sonntag, wo alles geschlossen hat ein fast aus- gesetzt Frau Reuschel-Petters hat sich bereit er- Gäste konnten wir Vertreter der Salzburger Gmio klärt, diesen Abend für uns zu gestalten und es ist sichtsloses Beginnen war, aber trotzdem zum Erin unserer Mitte willkommen heißen: den Gmoifolg führte. Und mit zweistündiger Verspätung sicher, daß er ein Erfolg wird. Kommen Sie also vorsteher Zuleger mit seiner Frau, Vetter Jentsch wieder recht zahlreich zu diesem Stammtisch! wurde dann doch gestartet Obm. Mück dankte zumit Frau und Tochter sowie die Mouhmen Stoiber, nächst allen Teilnehmern für ihr geduldiges AusGrumangerl und Fritsche. harren, konnte viele Gäste, darunter eine stattliGmoivorsteher Dr. Zerlik trug in Egerländer che Anzahl Oderberger sowie auch Landsleute aus Mundart die ergreifende Geschichte vom „Hans u. Deutschland, die bereits zum Sudetendeutschen seine Mutta" vor. Unsere Mütter wurden hierauf Tag in Wien weilten, begrüßen, und Lm. Adolf bewirtet mit einer Torte mit Wein oder Kaffee. Pietsch überreichte an alle Frauen selbstverfertigUmrahmt wurde musikalisch die Feier vom Trachte Muttertagsherzen mit einem kleinen Fenstertenkamerden Scheiterbauer, der schöne Lieder chen zur Aufnahme einer Fotografie, die von Lmn. auf seiner Harmonika spielte, die zum Singen einAm Sonntag, dem 17. April, wurde von der SLÖ Herta Kalva in künstlerischer Form überaus Bezirksgruppe Braunau durch ihren Obmann, Lm. luden. Die Salzburger Gmoi lud die Linzer Gmoi schön mit Blumen bemalt und verziert waren. Für Kontanko, die Jahreshauptversammlung im Gast- für den Oktoberheimabend nach Salzburg ein, diese sinnvolle, originelle und schöne Muttertags- haus Mayer-Bräu, die von den Landsleuten sehr diesbezügliche Einladungen ergehen an alle noch aufmerksamkeit wurde beiden mit viel Applaus gut besucht war, durchgeführt Auch konnten schriftlich. Am Mittwoch, dem 15. Juni, findet der gedankt. Das erste Fahrtziel, nämlich die Landes- Landsleute aus dem benachbarten Simbach mit alljährliche Gmoiausflug statt: Nach dem Besuch hauptstadt Eisenstadt, konnte infolge der unlieb- ihrem Obmann Lm. Schwab nebst Gattin sowie der Landesausstellung in Wels „1000 Jahre Obersamen Verspätung nicht zu einem Aufenthalt be- Anordnungen aus Gmunden, Trimmelkam und österreich" fahren wir über den Pyhrnpaß zum nützt sondern nur in Form einer kleinen Rundbegrüßt werden. Sehr herzlich wurde Stift Admont ins Ennstal. Nach der Besichtigung fahrt durchfahren werden, zur Mittagszeit waren Mattighofen Lm. Schebesta SLÖ-Linz begrüßt Der Obmann des Stiftes mit seiner berühmten Bibliothek erwir jedoch bereits wieder „fahrplanmäßig" in Rust gab einen ausführlichen Bericht über das abgelau- folgt das Mittagessen und nach einem längeren am See und konnten dort bei Zigeunermusik das fene Vereinsjahr. Nach dem Bericht des Kassiers Aufenthalt die Rückreise übers Gesäuse. Wer sich wohlverdiente Mittagessen einnehmen. Nachher und der Kassenprüfer wurde Kassier Lm. noch nicht gemeldet hat und mitfahren möchte, führte uns der Bus direkt zum See, und eine Ratzer die Entlastung erteilt unddem der Dank für sei- soll sich bei Ehrenvorsteher Ing. Schmied noch anSchiffsrundfahrt brachte uns hinaus aufs „Meer", ne gute sowie gewissenhafte Arbeit ausgespromelden! (Tel. 57 6415). Die Abfahrt erfolgt am wo wir bei einer kühlen Brise die Einmaligkeit chen. Nach den Berichten wurde die Neuwahl von Mittwoch, den 15. Juni um 8 Uhr von der Blumau, dieses Steppensees genossen und die große Son- Lm. Schebesta durchgeführt, der auch die Grüße bitte pünktlich erscheinen! nenhitze, die an diesem Tage herrschte, vergessen der Landesleitung der SLO-Linz übermittelte. Einkonnten. Nach einem einstündigen Aufenthalt stimmig wurde der alte, seit Jahren bewährte Ausging dann die Busfahrt über Oggau, Donnerskir- schuß unter Leitung ihres beliebten Obmannes Alchen, Purbach, Breitenbrunn, über das Leithage- fred Kontanko wiedergewählt Obmann Schwab, Am 6. Mai haben wir unsere Muttertagsfeier abbirge nach Brück und weiter nach Rohrau, dem Simbach, gratulierte dem alten-neuen Vorstand gehalten und es war erfreulich, daß trotz des schöGeburtsort des Tondichters Joseph Haydn, wo wir und lud alle Landsleute zu der Muttertagsfeier am nen Frühlingswetters so viele Frauen daran teilim Harrachschen Schloß die größte private Bilder- 1. Mai ins Gasthaus Plank, Simbach, zu Kaf- nahmen. Es haben sich auch fast alle Damen in galerie Österreichs in den herrlichen Sälen be- fee und1983 Kuchen ein, um die Mütter zu ehren und irgendeiner Form am Gelingen dieser Feierstunde suchten, die auf alle Teilnehmer einen nachhalti- mit ihnen einen frohen Nachmittag zu verbringen. beteiligt Einige brachten Kuchen und Getränke, gen Eindruck machte. Termingemäß erreichten Er gab auch bekannt, daß Autobus, mit dem Fr. Friedrich, Fr. Swoboda und Fr. Stropek, die wir dann um 17 Uhr unser letztes Fahrziel, näm- die Landsleute aus Simbachder und 3 Tage sich mit einem „biologischen Kuchen" und netten lich einen Heurigen in Göttlesbrunn, wo wir bei ei- zum Sudetendeutschen Tag 1983 Braunau Tischgedecken einstellte. Einleitend spielte Frau nach Wien nem wirklichen Weinhauer und Landwirt bestens ren und in Guttenstein untergebracht sind, mitfahZischka am Klavier Kompositionen unserer Kom55 untergebracht waren, was sich sowohl in bezug Mann ausgebucht ist. ponistin Fr. Hilde Hager-Zimmermann, die sehr auf die niedrigen Weinpreise als auch die Fülle der gut aufgenommen wurden. Es wurden Gedichte Um weiterhin die Verbundenheit und KameradBrettljausen, die nur aus „Hausgemachtem" bevon Fr. Zischka vorgetragen „Soll ich, oder soll ich schaft zu pflegen, wurde beschlossen, mit der Ortsstanden, bemerkbar machte. Obm. Mück gedachte nicht?", dieses Gedicht allein wäre eine Diskusin einer besinnlichen Ansprache vor allem unse- gruppe Simbach im Sommer einen Ausflug durch- sionsrunde wert, Fr. Friedrich mit „An die Mutter" zuführen. Das Hauptreferat einer Buchbesprerer sudetendeutschen Mütter, erinnerte an ihr von W. Busch, Fr. Machatsch mit einer Lesung schweres Los, an ihre Größe und Aufopferung in chung über das Thema, gestern, heute, morgen, „Brief einer Mutter an ihren Sohn", Fr. Seifert hielt Lm. S c h e b e s t a , SLÖ-Linz. Der Vortraden letzten Jahrzehnten, und beim Erklingen des „Der geschmalzene Muttertag" u. n. a. Besonders Mutterliedes gedachten alle, mit manch einer Trä- gende erhielt von den Landsleuten, die aufmerk- gefallen konnte ein selbstverfaßtes Gedicht unsesam dem lebendigen und sehr interessanten Vorne im Auge, dem liebsten, was es wohl auf Erden rer Traudì Nohel. Es folgten noch verschiedene gibt nämlich der Mutter. Ing. Sticha, unser seit trag gespannt zuhörten, sehr starken Applaus. Melodien am Klavier, von Schubert und Brahms, Obmann Kontanko dankte Lm. Schebesta für sein vielen Jahren treuer musikalischer Begleiter und die uns Fr. Zischka zu Gehör brachte und so ging Sänger, leitete dann in gekonnter Weise mit Wie- vortreffliches Referat und wünschte ihm weiter- auch diese schöne Muttertagsfeier besinnlich-heiner Liedern und humorvollen Vorträgen zum ge- hin Erfolg und alles Gute. ter zu Ende. Noch einmal allen, die an der Gestalmütlichen Teil über, und die folgenden Stunden tung beigetragen haben, herzlichen Dank. vergingen bei Gesang und Musik wie im Fluge. AlLilo Sofka-Wollner len fiel der Abschied aus der fröhlichen Runde Unser Landsmann Paul Haas aus Deutsch-Reischwer, und wohlbehalten brachte uns der Autobus wieder in die Wienerstadt zurück. Schwer chenau zuletzt wohnhaft in Aschach 141 bei Steyr, trennte sich ein jeder aus der Gemeinschaft die der schon längere Zeit kränklich war, starb am wieder so viel heimatliche Atmosphäre und Erin- Sonntag, dem 24. April, im 84. Lebensjahr. Der VerMit einer Grußadresse aller Anwesenden an nerungen in uns wachrief, und die Muttertags- storbene wurde am 26. 6.1898 in Buschendorf bei fahrt 1983 wird uns wohl allen, neben dem Mißge- Gratzen geboren, er stammte aus einer Bauernfa- den erkrankten, schon auf dem Wege der Geneschick am Anfang mit dem Autobus, vor allem mit milie deren Hof bereits im Jahre 1597 urkundlich sung befindlichen Obmann KR Erwin Friedrich, den schönen, gemeinsam verbrachten Stunden erwähnt wird. Seine Verehelichung mit der Land- eröffnete sein Stv. Lm. Josef Fellner den sehr gut wirtstochter Emma Haas aus Deutsch-Reichenau besuchten Heimatabend am 26. Mai, zu dem auch noch lange in Erinnerung bleiben. bei Gratzen erfolgte am 5. Feber 1924 und zu dieser Gäste aus der DDR (Aussig) und BRD (Böhm. LeiZeit erfolgte auch die Übergabe des schönen pa) begrüßt werden konnten. — Die Teilnahme unBauernhofes mit 27 ha landwirtschaftlichen Nutz- serer Gruppe am Wiener Pfingsttreffen war fast grundes, Felder, Wiesen und Wald durch die Eltern vollzählig gewesen, sodaß sich Berichte darüber Für Obmann Oskar Fiebiger und Gattin Berta der Braut deren Vater ein angesehener Landwirt, erübrigten — doch wurden einige kritische Beereignete sich ein froher, denkwürdiger Tag: ihr Obmann des Landjägerverbandes und Bezirks- merkungen über die Abwesenheit prominenter Sohn, Ing. Gerhard Fiebiger, der immer bei Veran- vertreter des Bezirkes Kaplitz, war. Landsmann Wiener deutlich und unmißverständlich vorgestaltungen der Sudetendeutschen Jugend fleißig Haas war in seinem Heimatort und in der Umge- bracht Obm.-Stv. Lm. Fellner hatte sich die Mühe mitgestalten hilft und seit geraumer Zeit als För- bung ein aufrechter Böhmerwäldler, sehr beliebt gemacht etliche Ausschnitte aus österr. Zeitungen ster in den Liechtenstein-Forsten von Neuleng- und anerkannt, der in allen Ortsvereinen auch an mitzubringen und vorzulesen, daß das Thema „Subach in NÖ. beschäftigt ist schloß mit Frl. Marian- führenden Stellen tätig war. Er war auch Obmann detendeutsche" in diesen Tagen in aller Munde ne Rosner, Tochter von Friedrich und Elisabeth der Raiffeisenkasse in seinem Heimatort bis zur war. Schließlich berichtete er von seiner kürzliRosner, Besitzer der gepflegten, komfortablen Vertreibung. Im ersten Weltkrieg war er Soldat chen Autoreise in den ehemals deutschen Randge„Hotel-Pension Rosner" in Gablitz bei Wien, den und diente beim Ulanenregiment Nr. 6. Durch die bieten Böhmens und ergänzte dies, ausführlich Bund fürs Leben. An der festlichen Trauung, die Vertreibung im Jahre 1945 hatte auch die Familie und interessant geschildert, an Hand mitgebrach-

= W i e n und Umgebung

=Kuhländchen

=Egertänder Gmoi Linz

Oberösterreich

Braunem

Frauengruppe 00.

=Böhmerwald

= R i e s e n - , Isergebirgler und Briixer in Linz

Landskron

=

K)

SUDETENPOST

ter neuester Fotos. Für beide Bemühungen ist ihm sehr zu danken! Achtung: Nächster Heimatabend im „Faustusstüberl" ist am Donnerstag, dem 23. Juni, zu dem Lm. Streit einen Diavortrag über „Nepal/Nordindien" zugesagt hat. Wir erwarten vor der Sommerpause zahlreiche Teilnehmer!

=Steyr Wir machen unsere Mitglieder darauf aufmerksam, daß am Samstag, den 4. Juni unsere letzte Monatsversammlung vor der Sommerpause stattfindet Wir sehen uns wieder am Samstag, den 3. September. Allen unseren Landsleuten, welche im Juni ihren Geburtstag begehen, wünschen wir beste Gesundheit, Glück und Freude fürs neue Lebensjahr, besonders unseren Altersjubilaren: Am 17. feiert Ldmn. Paula Jung den 86., am 24. Ldmn. Johanna Trinks den 85., am 26. Ldm. Paul Haas den 84., am 19. Ldmn. Maria Tuch den 93., am 2. Ldm. Dr. Leonhartsberger den 78., am 2. Ldmn. Rosins Trsek den 77., am 19. Ldm. Anton Steinmüller den 76., und am 19. Ldm. Josef Schnaubet den 75. Unter den jüngeren Jahrgängen begehen am 13. Juni Ldmn. Lene Fischer, am 15. Juni Ldmn. Rosa Dutzler, und am 17. Juni Ldm. Siegfried Preussler ihren Geburtstag.

=Südmährer in Oberösterreidi Geburtstage: Die Verbandsleitung wünscht auf diesem Wege allen im Monat Juni geborenen Jubilaren alles Gute, vor allem Gesundheit und Wohlergehen. Sie gratuliert insbesondere aber zum: 86. am 5.6. Antonia Schwarzer aus Znaim; 83. am 29.6. Friedrich Rudy aus Ottenschlag; 81. am 26. 6. Ing. Johann Hrcek aus Unterthemenau; 80. am 8.6. Anton Adam aus Moskowitz; 80. am 27. 6. Johann Zwicker aus Ottenschlag; 77. am 15. 6. Notar Adolf Klim aus Nikolsburg; 76. am 3. 6. Emma Chalupa aus Eisgrub; 76. am 10.6. Franz Zwiefler aus Klentnitz; 76. am 21.6. Franz Steinbrecher aus Joslowitz; 74. am 17. 6. Hildegard Wanke aus Nikolsburg; 74. am 29. 6. Johann Jurditsch aus Nikolsburg.

VöcMabruck-Attnang Am 11. Mai wurde mit 23 Teilnehmern, darunter einem lieben Freund aus Hamburg, unsere Fahrt ins Blaue zu einem reizenden Erlebnis. Bei prachtvollem Wetter war der Gmundner Berg ein ideales Reiseziel. Wochentags, in dieser Jahreszeit wenig besucht, bot uns der Berggipfel bei herrlichem Rundblick Gelegenheit zu geruhsamen Spaziergängen, bevor der eigentliche Zweck unseres kleinen Ausflugs erfüllt wurde. Galt es doch unsere Damen anläßlich des vorausgegangenen Muttertags zu ehren. Obmann Stiedl vollzog mit schlichten Worten diese angenehme Aufgabe, bevor bei Kaffee und Riesentortenportionen — für uns Männer ein Glaserl Wein — der Nachmittag bei allerbester Stimmung seinen weiteren Verlauf nahm. Trotz aller Gemütlichkeit kam jedoch der offizielle Teil nicht ins Vergessen. Wir treffen uns wieder am Sonntag (12. Juni) um 18.30 Uhr im Gasthof Obermaier, Attnang, und hoffen bei dieser Gelegenheit auch unsere im Juni Geborenen persönlich beglückwünschen zu können. Auch diesmal gibt es wieder einen 70er, unseren Franz Hadek, der ja zu unserer ganz alten und wohlbewährten Stammgarde gehört, zu feiern. Es soll auch der Tag unseres diesjährigen Gemeinschaftsausflugs festgelegt werden. Als Ziel ist diesmal der Loser im Ausseerland vorgesehen. Sollte jedoch, wider Erwarten, der Wettergott einmal nicht mittun wollen, so ist bereits ein entsprechendes Ausweichziel vorgesehen. Ob so oder so, wir können bereits heute für einen ebenso schönen als auch dankbaren Tagesverlauf garantieren. In diesem Zusammenhang möge auch hier jetzt schon nicht unerwähnt bleiben, daß nach vielseitigen Anregungen für den Herbst eine sogenannte Heurigenfahrt geplant ist Wir müssen diesen ausgezeichneten Gedanken populär machen, weil nur bei entsprechender Teilnehmerzahl ein Autobus gechartert werden kann. Damit soll auch das Bestreben, unserer kleinen Gemeinschaft das gewisse Zusammengehörigkeitsgefühl zu erhalten, unterstrichen werden. Stiedl wies auch auf den am 27. Mai (bei Erscheinen dieses Blattes bereits stattgefundenen) „Festlichen Kulturabend" im Rahmen der Landesausstellung in Wels „1000 Jahre Oberösterreich" hin und gab der berechtigten Hoffnung Ausdruck, daß auch von uns eine gleichartige Teilnehmerzahl wie beim Festabend unserer Jugend in Linz vertreten sein wird. Es sei in diesem Zusammenhang besonders betont und wiederholt in Erinnerung gebracht, daß Wels die Patenstadt der Heimatvertriebenen ist und wohl jeden von uns sowohl zum Nachdenken als auch zu Verpflichtungen anregen soll. Wie immer möchten wir auch an dieser Stelle unseren Geburtstagskindern im Juni, Lm. Franz Hadek, Leopold Kreuter, Karl Kobler, Josef Mayrhofer sowie Lmn. Gusti Steiner und Gerta König, die besten Wünsche fürs kommende Lebensjahr zum Ausdruck bringen. Möge ihnen weiterhin Zufriedenheit und das damit in jeder Hinsicht verbundene Wohlbefinden sowie noch viele Jahre unseres gemeinschaftlichen Beisammenseins beschieden bleiben. (AB)

Wek Sudetendeutscher Tag: Die Organisation und Durchführung der Fahrt zum Sudetendeutschen Tag in Wien lag wieder in den bewährten Händen unserer Landsmännin Traudì Schaner und ihres Mannes. Es fuhren allein mit drei Bussen aus den Beziken Wels, Linz und Steyr zirka 160 Landsleute, außerdem viele mit Privatautos und der Bahn. Für die exakte und viele Vorarbeit und Organisation muß vor allem dem Ehepaar Schaner aus Wels der Dank der Landsmannschaft und der Teilnehmer ausgesprochen werden. — Unsere nächste gesellige Zusammenkunft findet am 4. Juni d. J. um 15 Uhr nachmittags in unserem Vereinslokal Gasthof „Kaiserkrone" statt. Wir bitten um zahlreiche Teilnahme. — Geburtstage: Wir gratulieren: 1. Juni, 70 Jahre: Alfred Tuscher; 3. Juni, 79 Jahre: Anton Holoubek; 3. Juni, 77 Jahre: Alfred Wanjek; 4. Juni, 74 Jahre: Dipl.-Ing. Erich Weber; 5. Juni, 73 Jahre: Anton Sokol; 5. Juni, 79 Jahre: Ing. Josef Rous; 11. Juni, 75 Jahre: Ing. Ernst Treben; 12. Juni, 78 Jahre: Anna Leibelt; 14. Juni, 76 Jahre: Traugott Böhm; 15. Juni, 74 Jahre: Rudolf Kleibel; 15. Juni, 72 Jahre: Ottilie Heinz; 15. Juni, 84 Jahre: Heinz Wilhelm; 16. Juni, 77 Jahre: Johann Kröpfl; 19. Juni, 82 Jahre: Aloisia Schicho; 21. Juni, 72 Jahre: Margarete Lippl; 24. Juni, 84 Jahre: Hans Liebisch; 24. Juni, 73 Jahre: Ernst Mattausch; 27. Juni, 70 Jahre: Ernst Semotan; 28. Juni, 75 Jahre: Maria Höchtl; 28. Juni, 79 Jahre: Erni Krabatsch; 29. Juni, 77 Jahre: Maria Fassl; 30. Juni, 77 Jahre: Hilde Wenzl.

Steiermark Leoben Über 40 Landsleute hatten sich zum Heimatabend am 13. Mai im blumengeschmückten Lokal eingefunden, der diesmal dem Muttertag gewidmet war. So sprach unsere kleine Sylvia Lausekker mit ihrem reizend vorgetragenen Gedicht sich in die Herzen aller Anwesenden, während Lm. Erwin Vogel (Grulich) mit Mundartvorträgen, und Lm. Rudi Czermak (Mähr.-Schönberg) mit „Erinnerungen an die Mutter" viel Beifall fanden. Liebe Kartengrüße trafen ein von Toni Schwarz (Stuttgart), Ida Adam (Wiesbaden), Helga Pristonig (München), Grete Schulhauser (Holland), Maria Berger (Südtirol) und Paula Nießl (Schweiz). Herzlich gratuliert wurde den Mai-Geburtstagskindern: Heinz Quas, Johann Slonek, Luise Heitier, Dipl.-Ing. Erich und Erika Blaschke, Wilfried Lausecker, Wilhelmine Wallner, Dr. Ing. Kurt Rösner, Wilhelm Robitschke, Maria Ortner, Hans Lausekker, Gerda Stachowetz, Christi Mader und Gustav Czackert Ehren-Bez.-Obm. Stadtrat Komm.-Rai Franz Lausecker, von der Gemeinderatssitzung kommend, berichtete interessante Einzelheiten kommunaler Art. Nachdem alle Anwesenden zum festlichen Anlaß mit Torte und Wein bewirtet wurden, saß man noch lange beisammen in heimatlicher Runde und angeregter Unterhaltung.

=Rottenmann—Uezen = = = = = In Fortsetzung Ihres Veranstaltungsprogrammes 83 unternahm die Bezirksgruppe Liezen die traditionelle Frühjahrsfahrt ins Ausseerland, um die dort lebenden Landsleute zu besuchen und ihnen damit für ihre Treue zur Bez.-Gruppe auch die gebührende Reverenz zu erweisen. Für das Programm des Nachmittags zeichnete Landsmann Klawik, der uns in Aussee schon erwartete, verantwortlich. Er hatte sich für den Nachmittag was ganz besonderes ausgedacht So gab es für die, mit dem Bus angereisten Landsleute aus Liezen, um 14 Uhr eine Besichtigung des Salzmuseums. Begrüßt wurden wir von Herrn Baumeister Josef Stadler von der Saline, der uns mit einem hochinteressanten Vortrag durch die Räumlichkeiten führte. Für all die vielen technischen Einzelheiten der Salzgewinnung, von der ersten Salzfindung über den späteren Abbau unter Tage, den Vertrieb, über Volks- und Brauchtum der in Aussee lebenden Leute und über die Entwicklung vom Salzlieferanten hinüber zum Fremdenverkehrs- und Kurort hin, sei Herrn Stadler auf diesem Wege noch einmal herzlich gedankt In einem „Zwischenakt" wurde dann das neue Kurzentrum, das mit einem Kostenaufwand von 130 Millionen Schilling errichtet wurde, besichtigt Dann wurde der Weg zur „Traube" angetreten, wo sich bereits die Ausseerlandsleute eingefunden hatten. Bez.Gruppenobmann Appel gab in seiner Begrüßung der Freude Ausdruck, daß der Einladung so viele Landsleute gefolgt waren. Mit besonderem Applaus wurde unsere Landesobfrau Dr. ZellñerRegula und der Landesorganisationsreferent Ldm. Czech bedacht die auch einmal die Ausseer kennenlernen wollten und dazu eigens von Graz angereist waren. Im Mittelpunkt des gemütlichen Beisammenseins wurden folgende Mitglieder von Aussee für ihre treue Mitgliedschaft mit Überreichung der silbernen Ehrennadel an Ldm. Richter Karl und Ldmn. Reckendorfer Grete geehrt, mit Gold wurden geehrt die Ldmn. Ladstätter Else und Zeilinger Gertrude. Einen besonderen Höhepunkt gab es dann mit der Überreichung des großen Ehrenzeichens der

FOLGE 11 VOM 1. JUN11963

Sudetendeutschen Landsmannschaft an unseren Obmann Hans Appel, das ihm durch die Landesobfrau Dr. Zellner mit dem Verleihungsdekret überreicht wurde. In einer kurzen Laudatio schilderte sie die Verdienste des Ausgezeichneten, der ja auch der eigentliche Gründer der Bez.-Gruppe war und ihr schon mehr als 30 Jahre als Amtswalter dient Nach einem gemütlichen Beisammensein wurden fürs erste einmal die Ausseer Landsleute mit dem Böhmerwaldlied verabschiedet Am Abend ging's dann wieder mit dem Bus zurück ins Ennstal in die Heimatorte. Für den gelungenen, schönen Nachmittag sagen wir noch einmal unserem Landsmann Walter Klawik ein herzliches, heimatliches „Danke"!

Zwei große Veranstaltungen liegen nun hinter uns: Zuerst einmal die bestens verlaufene 2. Internat Thayaland-Rätselwanderung in Laa an der Thaya, wo diesmal eine sehr rege Beteiligung, trotz starker Konkurrenzveranstaltungen zu verzeichnen war. Ein herrlicher heißer Sommertag war uns am 15. Mai beschieden und gar mancher kam ins Schwitzen. Lustige, interessante sowie auch knifflige Fragen waren zu beantworten. Und die Labestationen waren diesmal sozusagen ausgebucht ob der großen Hitze! Über 40 Pokale wurden von den Persönlichkeiten, den Firmen, den Sparkassen zahlreichen Landsleuten usw. gespendet Bei der Siegerehrung war auch der Bürgermeister der Stadt Laa anwesend, ebenso auch der Kulturstadtrat. Diese vergaben die Preise an die Teilnehmer! Allen, die zum Gelingen dieser beliebten Veranstaltung beigetragen haben, gilt unser großer Dank! — Der Sudetendeutsche Tag rief alle Der Sudetendeutsche Pressedienst berichtet: wieder voll auf den Plan und wir waren sozusagen Am 13. Mai 1983 wurden im Arkadenhof der Wie- total im Einsatz. Zahlreiche Veranstaltungen wurner Universität an 48 Büsten sudetenländischer den durch uns besucht und unsere schmucken Wissenschafter Ehrenkränze mit Schleifen in den Trachten erregten überall großes Aufsehen! Beim Sudetendeutschen Farben niedergelegt OStR. Einzug der Jugend- und Trachtengruppen nahProf. Dipl.-Ing. Maschek betonte in seinem Fest- men wir geschlossen teil und wir trugen auch die vortrag den hohen Anteil der Sudetendeutschen südmährischen Fahnen. In der Halle der Südmähim geisteswissenschaftlichen Bereich. Wenn heu- rer machten wir für uns und unsere Anliegen Werte in der Bundeshymne von „Heimat bist Du gro- bung, gaben Auskünfte und anderes mehr. Alles in ßer Söhne" gesungen wird, so stammt ein hoher allem kann gesagt werden, daß jeder bemüht war, Prozentsatz aus Böhmen, Mähren und österr. sein Bestes zu geben. Beim Fackelzug schlössen Schlesien. Im Rahmen dieser Kranzniederlegung wir uns der SDJÖ an und waren damit eine der sei noch vermerkt daß diese selbstverständlich im größten Gruppen. Am Pfingstmontag waren wir Rahmen des Sudetendeutschen Tages 1983 in einer der Verantwortlichen beim Gelingen des Wien stattgefunden hat Kreuzbergtreffens, wo sich über 7000 Landsleute eingefunden hatten. Bei den anschließenden Treffen in Laa und Poysdorf hatten wir etliche Aufgaben zu erfüllen. Ein schönes Pfingsttreffen ist wieWir wünschen auf diesem Wege allen im Monat der vorbei, wohl mit viel Arbeit gespickt, die wir Juni geborenen Landsleuten und deren Angehöri- jedoch im Interesse aller unserer Anliegen gerne gen Gesundheit und Wohlergehen auf ihrem Le- auf uns genommen haben. Es gilt nun die Arbeit in bensweg, und zwar 91 Jahre: Blietz Auguste aus diesem Sinne fortzusetzen. — Der nächste HeimMorchenstern, am 10.6., 84 Jahre: Schreier Rudolf, abend findet am Dienstag, dem 7. Juni, ab 19.30 Mähr.-Ostrau, am 8.6., 82 Jahre: Schütze Reinhold Uhr in unserem Heim in Wien 17, Weidmanngasse aus Grellenheim, am 24.6., 81 Jahre: Krczal Hermi- 9, statt, wobei wir Dias vom Thayaland zeigen. ne aus Brunn, am 4. 6., 81 Jahre: Anzel Hilde aus Ganz besonders möchten wir auf die am Samstag, Aussig/Elbe, am 21. 6., 80 Jahre: Grundl Angela, dem 18. Juni, ab 21.30 Uhr stattfindende SonnVoitsgrün, am 7. 6., ferner gratulieren wir Graf wendfeier am Kreuzberg in Klein-Schweinbarth Arco Ferdinand (Jägerndorf), Bund Gustav (Bilin), hinweisen! Alle Freunde und Landsleute sind Prim. DDr. Dissmann Erwin (Leitmeritz), Eichner herzlichst zu dieser Brauchtumsveranstaltung Elisabeth (Mähr.-Altstadt), Endisch Helga (Wei- eingeladen, die bei jedem Wetter stattfindet! Wir ßig/Schlesien 60), Heidi Engelbert (Weserau/ dürfen auch Dich dazu erwarten! Tepl), Hille Elisabeth (Kamnitz), Ledineg Grete (Altrohlau), Krainz Elsa (Pohlitz/Elbe), Meixner Olga (Thonigsdorf), Müller Herta (Pollau/Nikolsburg), Müller Marie ( Kesselsdorf/Zwittau), Opitz Ottilie (Znaim), Pflüger Walter (Klagenfurt), ReiSpendenliste Nr. 15 ter Anni (Schiefling/Ktn.), Siegmund Gertrude S 1000.— Ing. Alfred Rügen, Linz (Feistritz/Drau), Dr. Sommer Martha (Erdweis), Schrott Traute (Brunn), Urbassek Margarethe S 500.— Margarete Bernard, Linz (Villach), Wester Franz (Sternberg), Winter Anton. S 300.- H. S. Dir. Maria Kohl, Mistelbach S 200.— Lina Rollinger, Steyr S 175.— Viktoria Schöfer, Laufen, BRD =Vilbdi S 113.— Josef Braun, Reutlingen, BRD Wieder führte uns, wie es schon zu unserer Tra- S 102.— Karl Marzinka, Alkoven dition gehört, unsere Muttertagsfahrt an einen S 100.-Franz Hübel, Wien; Wilhelm Behr, Langenzersdorf wunderschönen Ort unseres uns lieb gewordenen Kärntnerlandes. Hoch über dem Ossiachersee S 92.— Dipl.-Kfm. Mag. Leopold Färber, Pernersdorf; Paul Vornach, Dornbirn; Friedrich Waragte unser Treffpunktlokal, Gasthof Stoffl am cha, St Georgen Deutschberg, und See und Karawanken grüßten unter blauem Himmel zu uns herauf. Launisch S 71.— Hilde Kautzky, Willowdale, Kanada und musikalisch wurde dieser Nachmittag wieder S 42.— Maria Brückler, Wien; Maria Fürnkranz, Wien; Hilde Holik, Wien; Günther Grohmann, von LM Pobitschka umrahmt Eine kleine TomboWien; Karoline Wastl, Wien; Franz Tucher, Linz; la sorgte für Spannung. — Achtung, nächste TerJohann Plach, Leonding; Maria Thonabauer, mine: 5. 6n 14.30 Uhr, Familienwandertag zum Neuhofen; Wilhelm Neuhedl, Traun; Anneliese Magdalenersee, Treffpunkt Gasthof Brandstätten Dorigo, Salzburg; Ing. Robert Heitzer, Salzburg; 20.6., 16 Uhr, nächster und letzter FrauennachmitOtto König, Salzburg; Dipl.-Ing. Peter Kloger, tag vor den Sommerferien im Kongreßhaus in VilInnsbruck; Theres-Marie Belak, Bad Garns; Anlach. ton Wistrela, Klagenfurt

Kärnten

Klagenfurt:

Spenden für die Sudelenpost

DIE JUGEND berichtet Jugendredaktion 1180 Wien

Bundesjugendführung Sommerlager für junge Leute vom 9. bis 17. Juli in Niederösterreich: Im Inneren dieser Sudetenpost wird genau auf dieses Sommerlager hingewiesen. Wir möchten hier nur anführen, daß dieses in Oberndorf an der Melk (bei Purgstall) stattfindet und der Lagerbeitrag für diese acht Tage nur mehr S 930.— beträgt! Die Fahrtkosten werden ersetzt! Sofortige Anmeldungen richten Sie bitte an die Sudetendeutsche Jugend, Kreuzgasse 77/14, 1180 Wien, Kennwort: Sommerlager 1983!

Landesgruppe Wien: Heimabende für junge Leute ab 14 Jahre jeden Mittwoch áb 20 Uhr in unserem Heim in Wien 17, Weidmanngasse 9. Gerade auch Du solltest nach diesem erfolgreich verlaufenen Sudetendeutschen Tag den Weg zu uns finden! Wir erwarten Dich! Alles ist nun glücklich vorbei, es waren bestimmt sehr schöne Tage in Wien und wir hoffen, daß wir gute Gastgeber waren. Wir haben uns redlich bemüht es jedem Recht zu tun (daß das niemand kann, ist ja allgemein bekannt). Der beste Lohn für die wirklich viele Arbeit war immer wieder der Beifall und die Dankesworte einzelner, oft unbekannter Landsleute! Wir haben es wirklich sehr gerne auf uns genommen, schon im Interesse unserer großen gemeinsamen Sache. Nun gilt es diesen Weg fortzusetzen und weiterzumachen, wozu wir alle jungen Freunde, die noch abseits stehen, recht herzlich einladen. Danken wollen wir in diesem Bericht all jenen Kameraden, die sich so sehr für dieses Treffen eingesetzt haben: sei es als Gruppenführer bei den Wettkämpfen, in der Lagerleitung, beim Verkauf der Sudetenpost (wobei wir über die Haltung vieler Landsleute sehr enttäuscht sind!), beim Sammeln, beim Zupacken jeglicher Arbeit u. a. m. Wir konnten dies alles nur deshalb schaffen, weil wir dies in einer Gemeinschaft zu tun gewohnt sind. Darum von hier aus

=Arbeitskreis Sudmahren = = = = =

Kreuzgasse 77/14

der große Dank an alle, die mitgemacht haben! — Bitte vormerken: Am Samstag, dem 18. Juni, nehmen wir an der Sonnwendfeier in Klein-Schweinbarth bei Drasenhofen teil Näheres siehe unter Niederösterreich. Komm auch Du! Auch alle älteren Landsleute sind dazu recht herzlich eingeladen!

==ümdesgruppe Niedefösterrekh= Zuerst einmal eine herzliche Gratulation zum zweimaligen Gewinn des Wissensnachweis im Rahmen des Pfingsttreffens, unserer Gerlinde, Anita und Karsten! Ebenso auch allen anderen Gruppen, die mit Ehrenplätzen bei den Wettkämpfen vorlieb nehmen mußten (es kann eben nicht jeder gewinnen). Lest dazu einen Bericht unter Bundesjugendführung. Natürlich beteiligten wir uns auch am Kreuzbergtreffen am Pfingstmontag in Klein-Schweinbarth mit einer Gruppe. — Am Samstag, dem 18. Juni, findet unsere traditionelle Sonnwendfeier am Kreuzberg in Klein-Schweinbarth statt Beginn: 21.30 Uhr. Gemeinsam mit dem Arbeitskreis Südmähren und den Kameraden aus Wien wollen wir diese sehr beliebte Veranstaltung durchführen. Darum ist auch jedermann recht herzlich zur Teilnahme aufgerufen! Macht unter der Bevölkerung Werbung für diese Brauchtumsveranstaltung!

=Landesgruppe S t e i e r m a r k = Hinweisen möchten wir auf den Bericht zum Sudetendeutschen Tag mit dem Pfingsttreffen der Sudetendeutschen Jugend, der unter Bundesjugendführung angeführt ist Natürlich war unser Martin wieder — und diesmal mit großem Abstand — der beste Sammler des gesamten Sudetendeutschen Tages. Das war ja wirklich toll! Erinnern möchten wir auf die Anmeldung der Teilnehmer für das Sommerlager der SDJÖ vom 9. bis 17. Juli in Niederösterreich (siehe Bundesführung)!

Die „Sudetenpost" dankt herzlich!

Redaktionsschluß Achtung, Achtung! Redaktionsschluß ist ab sofort jeweils am Donnerstag, 8 Tage vor dem Erscheinungstermin. Spätere Einsendungen können nicht berücksichtigt werden. Folge 12,16. Juni, Redaktionsschluß: 9. Juni Folge 13/14,1. Juli, Redaktionsschluß: 23. Juni Folge 15/16, 4. August, Redaktionsschluß: 28. Juli Folge 17,1. September, Redaktionsschluß: 25. August Folge 18,15. September, Redaktionsschluß: 8. September Folge 19,6. Oktober, Redaktionsschluß: 29. September Folge 20,20. Oktober, Redaktionsschluß: 13. Oktober Folge 21,3. November, Redaktionsschluß: 27. Oktober Folge 22,17. November, Redaktionsschluß: 10. November Folge 23,1. Dezember, Redaktionsschluß: 24. November Folge 24,15. Dezember, Redaktionsschluß: 8. Dezember

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Eigentümer und Verleger: Sudetendeutscher Presseverein, 4010 Lira, Postfach 405. Obere Donaulände 7, Ruf 27 36 69, Obmann Ing. Alfred Rügen, Geschäftsführer Karl Koplinger, Verantw. Redakteur Prof. Wolfgang Spemer. Alle in ünz, Obere Donaulände 7. Druck: Druckerei und Zeitungshaus J Wimmer Ges m. b H & Co., Linz, Promenade 23. Die Zeitung erscheint zweimal monatlich. Jahresbezugspreis einschließlich 8 % Mehrwertsteuer S 108.—, Einzelpreis S 5 — , Postsparkassenkonto 7734.939. Bankkonto Allg. Sparkasse ünz, Konto 0000-028 135. Anzeigenannahme Linz, Obere Donaulande 7 — Entgettücne Einschattungen im Textteil sind durch PR gekennzeichnet.