Der Kanton schützt - Kanton St. Gallen

Der Kanton schützt - Kanton St. Gallen

Pfalzbrief Personalzeitschrift des Kantons St.Gallen Grundwasser Datenschutz Ausgefragt Mammografie Archäologie Personelles 04 | 10 Der Kanton sch...

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Pfalzbrief

Personalzeitschrift des Kantons St.Gallen

Grundwasser Datenschutz Ausgefragt Mammografie Archäologie Personelles

04 | 10

Der Kanton schützt Der Schutz vor Lawinen und Überschwemmungen gehört zu den Aufgaben des Kantons. Das sind aber längst nicht a ­ lle Schutzaufgaben, w ­ elche dieser wahrnimmt.

Beschützen | B e w a h r e n

| Personelles

Nachgefragt

2

Am 11.November fand der «Nationale Zukunftstag», das Nachfolgeprojekt des Tochtertages, statt. Der Zukunftstag steht unter dem Motto «Seitenwechsel für Mädchen und Jungs». Er soll Mädchen und Knaben Einblicke in geschlechtsuntypische Berufe geben. So besuchten am Vormittag 58 Mädchen das Rheinunternehmen Widnau und 33 Knaben das Kantonsspital St.Gallen. Ich fand es sehr eindrücklich, was diese Arbeiter von der Rheinunternehmung jeden Tag leisten müssen. Am Nachmittag war ich bei der Polizei. Mich über-

Livia Bolt

raschte, dass die Polizisten in der Notrufzentrale mit sechs Computern arbeiten müssen. Der Nachmittag gefiel mir besser, weil wir Fingerabdrücke nehmen und ein Foto schiessen durften. Der Tag war sehr spannend und hat mir sehr gut gefallen. Ich möchte Köchin und nachher vielleicht Polizistin werden. Mir hat es sehr gut gefallen. Am Morgen gefiel es mir, durch die unterirdischen Gänge zu laufen mit den vielen «Wägeli» drin. Leider ist der Heli nicht

Timon Fahrni

gelandet. Am Nachmittag habe ich mir den Arbeitsplatz meines Vaters im Baudepartement angesehen. Er arbeitet in der Informatik. Im Büro gefiel es mir besonders, dass ich die alten Kabel, Blackberrys, Kameras und Tastaturen wegwerfen durfte. Ich will Dachdecker werden, weil man immer eine schöne Aussicht hat. Ich dachte, dass der Tag eher langweilig werden würde. Es war jedoch wirklich cool und überhaupt nicht langweilig. Am Morgen haben mir die unterirdi-

Jonas Müller

schen Tunnels im Spital und der Helikopter-Landeplatz sowie der Beitrag der Pfleger besonders gefallen. Das lange Herumlaufen war etwas mühselig. Am Nachmittag habe ich das Rheinunternehmen in Widnau gesehen. Es war spannend und cool, mit dem Menzi Muck Büsche abzuschneiden. Später möchte ich am liebsten Pilot werden. Der Mobilbagger imponierte mir, denn er konnte seine Räder in alle Richtungen bewegen und anheben. Er kann sogar im Wasser fahren. Das Sandabfül-

Florence Reusser

len gefiel mir aber weniger. Am Nachmittag war ich im Büro meines Vaters, welches ziemlich unordentlich ist. Eigentlich dachte ich, dass wir ins Gefängnis gehen, so wie letztes Jahr. Es war dann aber ein toller Tag und ich danke dem Baudepartement dafür. Ich will Tierärztin werden. Mir hat alles gefallen. Die unterirdischen Gänge im Kantonsspital finde ich ­eine gute Erfindung und die «Wägeli» haben mir sehr gut gefallen. Ich habe

Pascal Schwizer

die Einsatzwagen und natürlich den Helikopter-Landeplatz sehr spannend gefunden. Diesen wollte ich unbedingt sehen. Später möchte ich Kapitän, Lokomotivführer, Pilot oder Postautofahrer werden.

Ich dachte, die Arbeiter würden nur erzählen, aber wir konnten auch etwas selber machen. Den Mobilbagger fand ich am tollsten. Wir durften die SandKarina Unseld

säcke, die wir gefüllt hatten, mit nach Hause nehmen. Ich konnte den Sack zu meinem Kurzvortrag über den Zukunftstag in die Schule mitnehmen. Am Nachmittag war ich im Büro meines Vaters und konnte am PC arbeiten. Eigentlich hat mir alles gefallen. Ich will Lehrerin oder Innenarchitektin werden.

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Pfalzbrief 04  | 10

Inhalt

Editorial

«Der Kanton schützt» Der Kanton schützt die Bevölkerung nicht nur mit den verschiedenen Blaulichtorganisationen. Er übernimmt auch zahlreiche präventive Aufgaben. Ein Beispiel dafür ist die Gefahrenkarte, welche die Naturgefahrenkommission erstellt und regelmässig aktualisiert. Deren Sinn und Zweck ist es, die Raumplanung anhand dieser Karte zu gestalten und dadurch Personen- und Sachschäden zu verhindern − oder zumindest zu vermindern. Denn das nächste Hochwasser oder die nächste Lawine kommt bestimmt!

Schattenbachlawine in Walenstadt Schwerpunktthema Ausgabe 04 | 10 Vor Naturgefahren schützen

4

Grundwasser hat langes Gedächtnis

6

Bewusstsein für Datenschutz stärken

8

Brustkrebs frühzeitig erkennen

10

«Es gibt keine typische Sexarbeiterin»

12

Im Dienste der Konsumenten

14

Wettlauf gegen die Bagger

16

Bürgernähe und Fairness als Leitmotive

18

«Ich würde den Weg wieder wählen»

20

Wechsel beim Personal

22

Kunst im Büro

23

Culinarium

24

Die Schutzaufgaben des Kantons gehen aber noch viel weiter: Grundwasserschutz, Datenschutz, Konsumentenschutz oder Bewahrung des kulturellen Erbes sind nur einige davon. In diesem Pfalzbrief stellen wir Ihnen verschiedenste Schutzaufgaben des Kantons vor und zeigen, wer diese innerhalb der Staatsverwaltung wahrnimmt. In der Mitte dieser Pfalzbrief-Ausgabe finden Sie Fakten zum neuen Erscheinungsbild. Denn ab dem 1. März 2011 präsentiert sich der Kanton St.Gallen im neuen Auftritt. Die Beilage zum Herausnehmen zeigt Ihnen, wie ­flexibel sich das Erscheinungsbild anwenden lässt. Das neue Erscheinungsbild verdeutlicht nicht nur, wie vielfältig die Aufgaben des Kantons sind, sondern hilft mittelfristig auch Kosten zu sparen. Es umfasst Briefschaften, Publikationen, Flyers, Gebäudebeschriftungen und vieles mehr. Wussten Sie, dass sich auch der Pfalzbrief bald im neuen Kleid präsentieren wird? Frohe Festtage und einen guten Rutsch ins 2011 wünscht Ihnen Hildegard Jutz

Verantwortlich Staatskanzlei/Kommunikation Redaktionskommission Hildegard Jutz (SK), Martin Meier (SK), Clemens Nef (SK), Gabriela Brack (VD), Beda Meier (DI), Jeanette Roldo (BLD), Karin Wittmer (FD), Monika Bischof (FD, Personalamt), David Hugi (BD), Vit Styrsky (SJD), Franziska Bühler (GD) Konzept und Druck Cavelti, Druck und Media AG, 9200 Gossau Adresse der Redaktion Redaktion Pfalzbrief Staatskanzlei, Regierungsgebäude 9001 St.Gallen, Telefon 071 229 21 58 [email protected] Adressänderungen Bitte direkt ans Kantonale Personalamt Davidstrasse 35, Postfach, 9001 St.Gallen Redaktionsschluss für die nächste Ausgabe 1. März 2011

Links: Am 31. August 2002 richtete die Goldach grosse Schäden an. Die Ufererosionen ­gelangten bis zu ­anstehenden Gebäuden und gefährdeten diese. Rechts: Regierungspräsident Willi Haag lässt sich von den beiden Mitgliedern der Naturgefahrenkommission, Ralph Brändle (links) und Hubert Meusburger (rechts) die Gefahrenkarte seines Wohnortes Wittenbach erklären.

Vor Naturgefahren schützen Lawinen, Steinschlag, Rutschungen oder Überschwemmungen: erkannte Gefahr ist halbe Gefahr Bis in zwei Jahren sollen für alle Regionen des Kantons St.Gallen Gefahrenkarten vorliegen. Fertig erarbeitet wurden soeben diejenigen für Pfäfers/Bad Ragaz und die Region St.Gallen/Rorschach. Für die Bevölkerung sind sie im Internet einsehbar.

«Das nächste Hochwasser kommt

Auf wissenschaftlichen

nahmen verbindlich einzuhalten.

bestimmt. Wir wissen aber nicht wie,

­Grundlagen beruhend

Für die übrigen Bauten und Anlagen

wann und wo», sagte Regierungs-

Wenn immer möglich werden Ein-

­gelten die Objektschutzmassnahmen

präsident Willi Haag erst kürzlich an

zonungen (Bauland) in gefährde-

als Empfehlung.»

einer von der Naturgefahrenkommis-

ten Gebieten gemieden. In bereits

Nach den Erfahrungen von Kommis-

sion des Kantons St.Gallen durch­

überbauten Gebieten gilt es, die

sionsmitglied Ralph Brändle «ist das

geführten Veranstaltung für Behör-

bestehenden Risiken durch ­eine

Schwierigste, der Bevölkerung klar

denmitglieder. Tatsache ist, dass

Kombination von planerischen,

zu machen, dass die Gefahrenkarte

zwei Drittel aller Schweizer Gemein-

technischen und organisatorischen

auf wissenschaftlichen Grundlagen

den seit 1972 in irgendeiner Form

Massnahmen auf ein vertretbares

und einer einheitlichen Vorgehens-

von ­einem Unwetter betroffen waren.

Mass zu ver­mindern. Dennoch sieht

weise beruht und nicht auf willkür­

Hubert Meusburger, Vorsitzender

lichen Abschätzungen». Die beiden

Die Bevölkerung vor Gefahren

der ­Naturgefahrenkommission, die

Bauingenieure im Tiefbauamt kennen

schützen

Gefahrenkarte nicht als Verhinde-

treffende Beispiele. Unter anderem

Im Kanton St.Gallen wird die Gefähr-

rungsinstrument sondern als reines

in Eichberg, wo die Gefahrenkar-

dung durch Naturgefahren durch die

Pla­nungsinstrument. Das kann er

te mit dem einen Schaden von acht

Naturgefahrenkommission systema-

­begründen: «Selbst im Gefahrenge-

Millionen Franken verursachenden

tisch erfasst. Die Ergebnisse bilden

biet Rot dürfen bestehende Bauten

Hochwasser vom 8. August 2009

die Grundlagen für die Gefahren­

und Anlagen erhalten und zeitge-

übereinstimmt. Die Erfahrung zeigt:

karten. Zu diesem Zweck wurde der

mäss erneuert werden. Allerdings ist

Jedes Unwetter, das beweist, dass

Kanton in neun Teilgebiete geglie-

die Erstellung von neuen Bauten und

die Gefahrenkarte realistisch ist,

dert. Ende 2012 sollen die A ­ rbeiten

Anlagen untersagt. Im Gefahrenge-

­erhöht deren Akzeptanz bei den Bür-

abgeschlossen sein. Ziel ist es, mit

biet Blau gilt, dass grössere bauliche

gerinnen und Bürgern.

möglichst wenig Aufwand Perso-

Veränderungen nur dann zulässig

nen- und Sachschäden zu verhindern

sind, wenn für das Bauvorhaben die

Von der Grundlage bis zur

oder zumindest zu vermindern. Die

notwendigen Objektschutzmassnah-

­Dokumentation

Raumplanung erhält den Vorzug vor

men getroffen werden. Schliesslich

Die Naturgefahrenkommission und

den technischen Schutzmassnah-

das Gefahrengebiet Gelb: Hier sind

die beauftragten Ingenieure erstellen

men und hat deshalb die Nutzung

Umbauten, Erweiterungen und Neu-

zuerst wichtige Grundlagen, wie bei-

den Standortgegebenheiten anzu-

bauten zulässig. Doch sind für sen-

spielsweise digitale Terrain­modelle,

passen.

sible Bauten die Objektschutzmass-

Geologie, Abflussverhalten, Nieder-

schlagsstatistik etc. Dann werden

dimensioniert werden. Potenzielle

dungsgrundlagen für ein modernes

die Prozessräume (wo welche Ge-

Gefahrenquellen sind erkannt und

integrales Risikomanagement: Prä-

fahrenquelle, etwa ein Lawinenzug,

man kann sie mit geeigneten Mass-

vention, Vorsorge, Notfalleinsatz,

wirkt, und wie sich dieser ausbrei-

nahmen entschärfen. Möglich ist

Instandstellung und Wiederaufbau.

ten kann) festgelegt, welche sich

auch ein Risikodialog im Sinn von:

Diese Punkte müssen sich gegen­

auf die Gefahrenkarten-Perimeter

«Was darf passieren und was darf

seitig ergänzen und aufeinander ab-

auswirken können. Ebenso werden

auf keinen Fall passieren?». Dieser

gestimmt sein.

die historischen Ereignisse aufge-

Dialog liefert fundierte Entschei-

David Hugi ■

arbeitet sowie Feldaufnahmen an allen Gefahrenquellen gemacht. Um­ gesetzt werden die Abklärungen in Szena­rien, die klar definieren, unter welchen Annahmen die Gefahrenbeurteilung stattfindet. Nach der Wirkungsanalyse – beispielsweise Modellierung einer Gefahrenquelle – erfolgt die eigentliche Verarbeitung und die Erstellung der Dokumenta­ tion, bestehend aus Karten, Berichten und digitalen Geodaten. Die ­Karten sind im Internet abrufbar ­unter www.geoportal.ch. Die Gefahrenkarte ist eine

Projektorganisation Die Regierung setzte eine interdepartementale kantonale Naturgefahrenkommission (NGK) sowie einen Lenkungsausschuss (LA) zu deren Begleitung ein. Der NGK gehören an: Hubert Meusburger, Tiefbauamt (Vorsitz), Ralph Brändle, Tiefbauamt, Theo Dietschi, Kantonsforstamt, Roman Guidon, Amt für Raumentwicklung und Geoinformation, Heinz Meier, Tiefbauamt, Cornelius Stillhard, Gebäudeversicherungsanstalt GVA sowie Bruno Thürlemann, Amt für Raumentwicklung und Geoinformation. Dem Lenkungsausschuss gehören an: Willi Haag, Regierungsrat, Vorsteher Baudepartement (Vorsitz), Cornel Egger, Gemeinde­ präsident, Oberuzwil, Urs Kost, Kantonsingenieur, Leiter Tiefbauamt, Renato Resegatti, Direktor Gebäudeversicherungsanstalt GVA, Ferdinand Riederer, Gemeindepräsident, Pfäfers, Ueli Strauss, Leiter Amt für Raumentwicklung und Geoinformation, Jürg Trümpler, Leiter ­Kantonsforstamt sowie Hans-Peter Wächter, Leiter Amt für Militär und Zivilschutz.

Chancenkarte Für eine Region ist es ein Privileg, über eine Gefahrenkarte zu verfügen. Denn gesicherte Erkenntnisse über Naturgefahren sind ein Standortvorteil. Mit der auf einer Gefahren­ karte basierenden Raumplanung können die geeigneten Industrie- und Siedlungsgebiete von den ungeeigneten unterschieden werden. Allfällig erforderliche Objektschutzmass­ nahmen können entsprechend

Objektschutz am Beispiel SFS Liegenschaftsbesitzer können mit Objektschutzmassnahmen viel zur Sicherheit von Gebäuden und Anlagen beitragen. Bei der SFS Gruppe in Heerbrugg wurde man hellhörig, als über das Gefährdungspotenzial eines Rhein-Dammbruchs informiert wurde. «Eine wesentliche ­Konsequenz war, dass wir 2009 das zweite Rechencenter nicht im Erdgeschoss des SFS Services-Gebäudes, sondern in einem eigens zu diesem Zweck erstellten zusätzlichen Dachgeschoss platziert haben, samt Notstromaggregat und Kältemaschinen, verbunden mit zusätzlichen Sicherungsmassnahmen», erklärt Peter Mayer, Leiter Technische Dienste. Zudem wurde aufgerüstet. Unter anderem beschaffte SFS fünf mobile Hochleistungspumpen und traf weitere bauliche und anlagetechnische Massnahmen.

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Personelles

6

Blick in eine Grundwasserfassung mit Pumpe und Steigleitung.

Grundwasser hat langes Gedächtnis Das Amt für Umwelt und Energie (AFU) sorgt für den Schutz von Grundwasser Rund drei Viertel des Trinkwasserbedarfs werden im Kanton St.Gallen aus Grund- und Quellwasservorkommen gedeckt, etwa ein Viertel aus Seewasser. Der Schutz der Wasserfassungs­ gebiete ist deshalb sehr wichtig.

Grundwasser ist Teil des natürlichen Wasserkreislaufs.

portiert oder durch neugebildetes Grundwasser verdünnt

Es fliesst in sogenannten Grundwasserleitern (Hohlräu-

worden sind. Grundwasser hat ein «langes Gedächtnis»

me im Untergrund) und tritt als Quellen und in Grundwas-

für Verschmutzungen.

seraufstössen wieder an die Oberfläche. Gespiesen wird das Grundwasser hauptsächlich durch versickerndes Nie-

So wird das Grundwasser geschützt

derschlagswasser und durch Versickerung von Fluss- und

«Ein Hauptziel des Grundwasserschutzes ist, die Qua-

Bachwasser. Der Grundwasserleiter im Rheintal ist das

lität des Grundwassers so zu erhalten und zu verbes-

grösste Grundwasservorkommen im Kanton St.Gallen.

sern, dass es ohne Aufbereitung als Trinkwasser genutzt

«Im Rheintal befinden sich mächtige Kies- und Sand­

werden kann», sagt Markus Oberholzer, Fachverant-

ablagerungen, die von den Schmelzbächen des Rhein-

wortlicher für Grundwasser im AFU. In der Gewässer-

gletschers und später vom Rhein während Jahrtausen-

schutzgesetzgebung des Bundes sind die planerischen

den angehäuft worden sind. Diese Lockergesteine bilden

Schutzinstrumente festgelegt. Dazu gehören Gewässer-

­einen Grundwasserleiter, in dem das Wasser langsam

schutzbereiche und Grundwasserschutzzonen sowie die

Richtung Bodensee fliesst», erklärt Roger Heinz, Geo­loge

massgebenden Nutzungsbeschränkungen. Grundwasser-

im AFU. «Weitere wichtige Grundwasserleiter befinden

schutzzonen um Trinkwasserfassungen sollen das Was-

sich im Seeztal, in der Linthebene und im Fürstenland.»

ser vorsorglich vor Beeinträchtigungen schützen. Da-

Eine besondere Eigenschaft des Grundwassers ist, die –

bei gilt es, sowohl schleichende als auch unfallbedingte

verglichen mit Flüssen und Bächen – sehr geringe Fliess-

­Verunreinigungen zu verhindern. Im Zuflussbereich von

geschwindigkeit. Grundwasser erneuert sich auch we-

Quell- und Grundwasserfassungen werden Schutzzonen

sentlich langsamer als das Wasser von Fliessgewässern.

ausgeschieden, in denen gewisse Tätigkeiten wie Bauvor-

Das bedeutet: Wenn Grundwasser verschmutzt wird,

haben oder landwirtschaftliche Nutzungen eingeschränkt

kann es sehr lange dauern, bis Schadstoffe wegtrans-

oder sogar verboten werden. Innerhalb dieser Zonen

7

Pfalzbrief 04  | 10

werden auch Schmutzwasserleitungen oder Tankanlagen

Im Internet steht die Gewässerschutzkarte unter der

vermehrt kontrolliert. Wird Grundwasser genutzt, erfolgt

­Adresse www.geoportal.ch zur Verfügung (Darstellen/

dies durch Quellfassungen oder durch Grundwasser­

Natur + Umwelt/Gewässerschutzkarte). «Unser Amt

fassungen, in denen das Wasser mit Pumpen gewonnen

führt die Karte regelmässig nach, so dass hier stets der

wird. Technische Einbauten ins Lebensmittel Grundwas-

aktuelle Stand einsehbar ist», betont Paul Pfenninger,

ser müssen sorgfältig geplant und erstellt werden, damit

Geologe im AFU. «Mit dem kantonalen Geoportal können

weder beim Bau noch beim Betrieb unerwünschte Stoffe

neben der geografischen Lage auch Sachinformationen

ins Wasser gelangen. «Im AFU werden bei der Bearbei-

dargestellt und benötigte Ausschnitte im gewünschten

tung von Gesuchen immer auch die Aspekte des Grund-

Massstab ausgedruckt werden.»

wasserschutzes geprüft. Gegebenenfalls werden mit der Bauherrschaft nach besseren, schonenderen, Lösungen

Mehrere Stellen überwachen

für das Grundwasser gesucht», sagt Markus Oberholzer.

Das Amt für Gesundheits- und Verbraucherschutz (AfGVS) und das AFU führen – in Zusammenarbeit mit den

Gewässerschutzkarte wird laufend aktualisiert

Stellen des Bundes – seit 2001 regelmässig Qualitäts-

Auf der vom Baudepartement erlassenen Gewässer-

überwachungen des Grundwassers durch. Dabei werden

schutzkarte sind alle Grundwasserschutzzonen (Zonen

mindestens zwei Mal jährlich ausgewählte Quellen und

S1, S2, S3) und Grundwasserschutzareale sowie die

Grundwasserfassungen beprobt (insgesamt 63 Mess­

­Gewässerschutzbereiche Au und Ao dargestellt. So lässt

stellen). Die Grundwasserstände werden zurzeit mit

sich rasch und zuverlässig beurteilen, in welchen Gebie-

47 Messstationen im Kanton kontinuierlich überwacht.

ten besondere Gewässerschutzmassnahmen zu treffen

Die Messergebnisse sind unter www.umwelt.sg.ch

sind. Dies ist vor allem bei Planungen, bei Bauvorha-

­(Themen/Wasser/Grundwasser) veröffentlicht. Dank den

ben, aber auch bei land- und forstwirtschaftlichen Arbei-

verschiedenen Schutzmassnahmen weist das Grund-

ten b ­ edeutend. Beispielsweise geht aus der Karte sofort

wasser im Kanton St.Gallen nach wie vor eine gute bis

hervor, wo bei Tiefbauarbeiten besondere Rücksicht auf

sehr gute Qualität auf. Diesen hohen Stand gilt es auch

das Grundwasser genommen werden muss, oder wo bei

in Zukunft zu bewahren. Dafür setzen sich die beteiligten

­Anlagen mit erhöhter Gefährdung für die Gewässer be-

Amtsstellen mit grossem Elan ein.

sondere Vorschriften gelten.

Paul Pfenninger, ­Roger Heinz und Markus Oberholzer (von links) von der Fachstelle für Gewässernutzung und Grundwasser im Amt für Umwelt und Energie (AFU).

Markus Oberholzer und Paul Pfenninger ■

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Personelles

8

Mit den heutigen technischen ­Möglichkeiten und den anwachsenden Datenflüssen wird das Thema ­Datenschutz immer komplexer.

Bewusstsein für Datenschutz stärken Die Fachstelle für Datenschutz berät kantonale Stellen, Gemeinden und Private Datenschutz – die Verhinderung des Missbrauchs per­ sonenbezogener Daten – beschäftigt auch die kantonale Verwaltung. Schon oft mussten sich Corinne Suter Hell­stern, Leiterin der Fachstelle für Datenschutz, und Claudia Hanimann Wenk mit heiklen Fragen beschäftigen.

Darf eine Gemeindeverwaltung Namen und Adressen

führungsbestimmungen in der Datenschutzverordnung.

von Jugendlichen bekannt geben, die randaliert haben?

Am 1. Januar 2009 trat das kantonale Datenschutzge-

Darf bei einem Arbeitsplatzwechsel eines Mitarbeitenden

setz für den Kanton in Kraft, einen Monat später wurde

innerhalb einer Spitalregion dem neuen Arbeitgeber die

die Fachstelle für Datenschutz aktiv. Sie ist administrativ

Lohn-Einstufung bekannt gegeben werden? Dürfen Schu-

der Staatskanzlei zugeordnet. Die 100 Stellenprozente

len Fotos von Veranstaltungen ins Internet stellen? Keine

teilen sich Corinne Suter Hellstern und Claudia Hani-

Frage: Mit den heutigen technischen Möglichkeiten und

mann Wenk. «Von Beginn an mussten wir uns mit heik-

den anwachsenden Datenflüssen wird das Thema «Daten-

len Fragen beschäftigen», sagt Corinne Suter Hellstern.

schutz» immer komplexer. Das Recht auf informationelle

«Dazu gehören etwa die Aufbewahrung von Kranken­

Selbstbestimmung wird in unserer Internet-dominierten

geschichten, die Sperrung im e-autoindex oder Zugriffs­

Zeit immer mehr bedroht. Umso wichtiger ist es, dieses

berechtigungen auf Datenbanken im Gesundheitswe-

Recht zu schützen. Selbst darüber zu bestimmen, wer

sen.» Im Zusammenhang mit der Zugriffsberechtigung

die eigenen Daten bearbeitet, ist ein zentrales Element

auf Datenbanken handelt es sich meist um ein Abruf­

einer liberalen Gesellschaftsordnung.

verfahren. Die Empfängerin oder der Empfänger der Daten beschafft sich die Daten selbst. Dafür braucht

Datenschutzgesetz seit 2009 in Kraft

es eine rechtliche Grundlage. Weiter muss die Zugriffs-

Mit der Unterzeichnung der Abkommen von Schen-

regelung auf die Datenbank verhältnismässig sein, das

gen und Dublin ist die Schweiz dem «Datenschutzraum

heisst, die Daten müssen insbesondere für die Aufga-

­Europa» beigetreten. Sie wurde verpflichtet, die recht-

benerfüllung benötigt werden. Datenbanken sind aus

lichen Bestimmungen bezüglich Datenschutz den Ab-

datenschutzrechtlicher Sicht besonders sensibel, da ver-

kommen anzupassen. Dies verpflichtete auch den Kan-

schiedene Daten einfach miteinander verknüpft werden

ton St.Gallen, ein entsprechendes Gesetz zu erlassen.

können und vielfältige technische Zugriffsmöglichkeiten

Bisher bestanden bloss einige wenige Datenschutz­

bestehen.

bestimmungen im Staatsverwaltungsgesetz sowie Aus­

9

Pfalzbrief 04  | 10

Zur Person Corinne Suter Hellstern ist im Aargau aufgewachsen und studierte an der Universität Zürich Wirtschaft, bevor sie an die Universität St.Gallen wechselte und dort im Jahr 1998 ihr Studium der Staatswissenschaften abschloss. Danach war sie im Rechtsdienst der Staatskanzlei tätig und unter anderem kantonales Kontrollorgan für den ­Datenschutz sowie Geschäftsführerin der Rechtspflegekommission. Ende 2008 wählte sie die Regierung zur Leiterin der neu geschaffenen kantonalen Fachstelle für Datenschutz in einem 60-Prozent-Pensum. Corinne Suter Hellstern ist verheiratet und führt einen Haushalt mit zwei Kleinkindern und einem Hund. Sie wohnt in St.Gallen. In ihrer Freizeit kocht sie gerne für Familie und Freunde, liebt den Aufenthalt draussen in der Natur und hört gern klassische Musik.

Datenschutz soll praxistauglich sein

dies Stellung zu verschiedenen Erlassen und bearbeitete

Wie bedeutend das Thema «Datenschutz in der kanto­

Fragen im Rahmen von E-Government sowie dem Mam-

nalen Verwaltung ist, belegen einige Zahlen: Allein in die-

mografie-Screening. Die Fachstelle muss zudem prüfen,

sem Jahr hat die Fachstelle über 200 Anfragen erhalten.

wie das Schengener Informationssystem (SIS) im Kan-

Rund 80 davon stammen von Bürgerinnen und Bürgern,

ton St.Gallen gehandhabt wird. «Wir machen sporadisch

50 von kantonalen und 40 von Gemeindestellen, die rest-

auch Kontrollen innerhalb der Verwaltung und überprü-

lichen von Medien oder Dritten. «Häufige Fragen sind

fen beispielsweise, wie sensible Daten, etwa Personal-

­etwa, ob entsprechende Rechtsgrundlagen zum Umgang

akten, aufbewahrt werden und wer Zugang dazu hat.»

mit spezifischen Daten vorhanden sind. Auch zu Aus-

Dabei ist es durchaus nicht so, dass solche Kontrollen

kunfts- und Einsichtsrechten werden wir oft angefragt»,

nicht geschätzt würden, im Gegenteil: Es gibt Stellen, die

sagt Corinne Suter Hellstern. Die Fachstelle nahm über-

ausdrücklich eine derartige Kontrolle wünschen, da ein sorgfältiger Umgang mit Personendaten heute ein wich­ tiger Imagefaktor ist. «Mit den Kontrollen wollen wir auch das Bewusstsein für Datenschutz stärken. Datenschutz

Amtsgeheimnis gilt auch ­innerhalb der Verwaltung

steht und fällt mit den Personen, die Daten bearbeiten.»

Das Amtsgeheimnis ist eine gesetzliche Geheimhaltungspflicht, welche für die Behördenmitglieder und für die Verwaltungsmitarbeitenden ­all­gemein besteht. Es untersagt, dass Geheimnisse oder sensible Informationen weitergegeben werden, ohne dass dafür ein gesetzlicher Rechtfertigungsgrund besteht. Das Amtsgeheimnis gilt auch innerhalb einer Behörde oder Verwaltungsstelle. Auch in diesem Fall sind bei einer ­Datenbekanntgabe die allgemeinen Datenschutzgrundsätze Rechtmässigkeit, Zweckmässigkeit, Verhältnismässigkeit, Richtigkeit und Vollständigkeit zu beachten. Es ist also nicht entscheidend, ob die Empfängerin oder der Empfänger der Personendaten ebenfalls dem Amtsgeheimnis untersteht. Eine Ausnahme gilt für Vorgesetzte: Diese müssen die Aufgabenerfüllung beurteilen, weshalb im Einzelfall eine weiter­gehende Bekanntgabe von Personendaten zulässig ist.

Verfügung haben, die sie zur Aufgabenerfüllung auch

Kommt dazu, dass jede Person selbst für die Einhaltung der Datenschutzbestimmungen verantwortlich ist. Wichtig sei es, dass die Mitarbeitenden nur jene Daten zur benötigen. Corinne Suter Hellstern betont, dass bei der täglichen Arbeit pragmatisch vorgegangen werde: «Der Datenschutz muss praxistauglich und realisierbar sein, er soll nicht zu einem unverhältnismässigen Mehraufwand führen.» Den Amtsstellen rät sie deshalb, bei anstehenden Projekten die Fachstelle möglichst früh einzubinden. «So können zentrale Datenschutz-Anliegen von Anfang an berücksichtigt werden.» Martin Meier ■

Beschützen | B e w a h r e n

Personelles

10

Brustkrebs frühzeitig erkennen St.Gallen bietet als erster Deutschschweizer Kanton ein Mammografie-Screening-Programm an Das kantonale Mammografie-ScreeningProgramm für Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren schützt nicht vor Brustkrebs, aber es trägt dazu bei, die Krankheit in einem frühen Stadium zu erkennen und so die Heilungschancen zu verbessern.

Die Zahlen aus dem Krebsregister St.Gallen-Appenzell

zung weiterhin den Kantonen überlassen. Die Kanto-

sprechen eine deutliche Sprache. In der Altersgruppe

ne sind aufgefordert, aber nicht verpflichtet, qualitäts­

der 50- bis 69-jährigen Frauen erkranken durchschnittlich

kontrollierte Mammografie-Screening-Programme zu

130 Frauen pro Jahr an Brustkrebs. Es ist die häufigste

initiieren. Sofern die Früherkennungs-Mammografie im

Todesursache bei Frauen unter 70 Jahren. Acht von ­

Rahmen streng qualitätskontrollierter Programme er-

zehn Frauen, die an Brustkrebs erkranken, sind über

bracht wird, ist sie eine Pflichtleistung der Grundver­

50 Jahre alt.

sicherung. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten

Wenn Brustkrebs in einem frühen Stadium erkannt wird,

ohne Abzug der Franchise. Lediglich ein Selbstbehalt

sind die Heilungschancen bedeutend höher. Ausserdem

von 20 Franken wird der Teilnehmerin verrechnet.

sind Behandlungen wie Chemotherapie oder Bestrah-

In der Debatte um ein entsprechendes kantonales Pro-

lung weniger belastend als bei einer fortgeschrittenen

gramm in einzelnen Kantonen wird häufig das Gegen­

Erkrankung. Brustkrebs in einem frühen Stadium ver­

argument aufgeführt, es sei die individuelle Entscheidung

ursacht meist keinerlei Beschwerden und ist noch kaum

jeder einzelnen Frau, ob sie sich einer Mammografie

durch Abtasten zu entdecken. Mit einer Mammografie,

­unterziehen möchte. Dem ist zu entgegnen, dass erst

einer Röntgenuntersuchung der Brust, sind jedoch auch

ein flächendeckendes Programm eine solch individuelle

sehr kleine Knoten von unter einem Zentimeter Durch-

Entscheidung ermöglicht. Bekanntermassen erreichen

messer erkennbar. Die Mammografie ist bislang die

viele herkömmliche Präventionsmassnahmen in erster

wichtigste Methode zur Früherkennung von Brustkrebs.

­Linie Menschen, die finanziell besser gestellt sind und

Sie kann die Brustkrebssterblichkeit um bis zu 25 Pro-

eine hohe Schulbildung haben. Die bestehenden gesund-

zent senken. «Wir rechnen mit sechs bis zehn Todes-

heitlichen Unterschiede in verschiedenen sozialen Schich-

fällen, die pro Jahr verhindert werden können», sagt

ten werden dadurch verstärkt. Die Gesundheitsbefragung

Gaudenz Bachmann, Präventivmediziner des Kantons

der St.Galler Bevölkerung aus dem Jahr 2002 ergab

St.Gallen.

beispielsweise, dass das vom Arzt individuell empfohlene oder von Frauen selbst nachgefragte Screening von

Programm ermöglicht individuelle Entscheidung

St.Galler Frauen nur ungenügend genutzt wurde. Ausser-

Nachdem der Bundesrat ein nationales, unbefristetes

dem zeigte sich, dass vor allem besser gestellte und gut

Mammografie-Screening abgelehnt hat, ist die Umset-

informierte Frauen davon Gebrauch machten.

Modernste technische Apparaturen und die Prüfung der Röntgenbilder durch zwei von­ einander unabhängige Fachpersonen ermöglichen eine frühe Ent­deckung von Brustkrebs.

11 

Pfalzbrief 04  | 10

St.Gallen übernahm Pionierrolle

sind, die Veränderung der Brust also harmlos ist. Bei

Im Kanton St.Gallen geht die jetzige Regelung zurück auf

einem Prozent der untersuchten Frauen wird Brustkrebs

einen parlamentarischen Vorstoss im Jahr 2005. Im Juni

diagnostiziert. Betroffenen Frauen wird ein persönliches

2008 entschied sich der Kantonsrat für die Einführung

Gespräch mit einem Facharzt oder einer Fachärztin an-

eines Mammografie-Screening-Programms. Damit nahm

geboten, in dem die Diagnose und das weitere Vorge-

der Kanton St.Gallen eine Pionierrolle in der Deutsch-

hen besprochen werden. Bei der Entdeckung von kleinen

schweiz ein. Alle Frauen können von diesem Präventions-

Tumoren liegt die Heilungschance bei 95 Prozent. Die

programm profitieren, unabhängig von ihrem sozialen

Frauen, bei denen keine oder harmlose Auffälligkeiten

Hintergrund oder ihrer finanziellen Lage. Im Auftrag des

festgestellt werden, werden nach zwei Jahren wieder an-

Gesundheitsdepartementes leitet die Krebsliga das Früh-

geschrieben. Eine Mammografie ersetzt nicht die regel-

erkennungsprogramm für Frauen ab 50 mit dem Namen

mässige gynäkologische Kontrolle. Ebenfalls empfehlens-

«donna». Sämtliche Frauen im Kanton zwischen 50 und

wert ist die monatliche Selbstkontrolle der Brust.

69 Jahren erhalten jedes zweite Jahr ein persönliches Einladungsschreiben per Post mit einem Terminvorschlag für

Strenge Qualitätskontrollen

eine Mammografie. Dabei werden die Frauen in der alpha-

Die strengen Qualitätskontrollen eines organisierten

betischen Reihenfolge ihrer Strassennamen aufgeboten.

Mammografie-Screenings umfassen sowohl die Tech-

Gemäss Daniela Krucker von «donna» St.Gallen dauert

nik als auch das medizinische Personal. Die technischen

es eine gewisse Zeit, bis alle 56 000 Frauen des Kantons

­Apparaturen werden regelmässig durch externe Fach-

kontaktiert werden können. Interessierte Frauen können

leute kontrolliert. Die Mammografien werden von zwei

sich auch über die Gratis-Hotline 0800 100 888 selber

voneinander unabhängigen Fachpersonen geprüft. Diese

anmelden. Angeboten wird das Screening-Programm an

müssen jährlich eine gewisse Anzahl Mammografien ana-

folgenden Standorten: Klinik Stephanshorn St.Gallen,

lysieren, um die notwendige Praxis aufzuweisen. Kom-

­Spital Grabs, Kantonsspital St.Gallen, Spital Wil, Rodiag

men die zwei Fachpersonen zu einem unterschiedlichen

Diagnostic Centers Rapperswil und Spital Linth.

Schluss, wird eine Drittlesung durchgeführt. Durch diese Massnahmen werden Screening-Programme qualitativ

Auffälligkeiten in 5 von 100 Fällen

besser und führen seltener zu falschen Diagnosestellun-

Nach der Röntgenuntersuchung erhält die Frau innerhalb

gen.

von acht Tagen ein Schreiben mit dem Befund. Diese Zeit

Ein Mammografie-Screening-Programm kann Schicksale

kann durch Angst und Ungewissheit geprägt sein. Bei

positiv beeinflussen und Leben retten. Dadurch, dass der

fünf von 100 Frauen werden Auffälligkeiten festgestellt.

Kanton St.Gallen die entsprechenden Rahmenbedingun-

Diese Frauen werden zu weiterführenden Untersuchun-

gen zur Verfügung stellt, kann jede Frau zwischen

gen eingeladen. Für die meisten Frauen ergeben die zu-

50 und 69 Jahren selbstbestimmt handeln. Sie über-

sätzlichen Abklärungen, dass sie nicht an Krebs erkrankt

nimmt so Verantwortung für die eigene Gesundheit. Franziska Bühler ■

Mammografie Unter Mammografie wird eine Röntgenuntersuchung der Brust verstanden. Bei Frauen über 50 Jahren ist dies die bevorzugte Untersuchung von Brustkrebs. Ein organisiertes Mammografie-Screening-Programm wird in den Kantonen Jura (inklusive Berner Jura), Neuenburg, Freiburg, Wallis, Waadt, Genf und St.Gallen angeboten. In den Kantonen Tessin, Thurgau und Graubünden befindet sich ein entsprechendes Programm im Aufbau. Die Informationsbroschüre zum St.Galler Mammografie-Screening-Programm sowie weitere Informationen für interessierte Frauen sind über [email protected] oder die Gratis Hotline 0800 100 888 erhältlich.

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Personelles

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Beraten Sexarbeiterinnen im Auftrag des Kantons: ­Dobrila Geiger, ausgebildete Dolmetscherin und im Moment in der Ausbildung zur psychologischen Beraterin und Marija Jurcevic, die Fremd­ sprachen in Kroatien studierte und einen Fachhochschulabschluss in sozialer Arbeit hat.

«Es gibt keine typische Sexarbeiterin» Ein Gespräch mit Marija Jurcevic und Dobrila Geiger von der Beratungsstelle für Sexarbeiterinnen Wir wissen wenig über das Sexgewerbe. «Genau das ist das Problem», finden Marija Jurcevic und Dobrila Geiger von der Beratungsstelle MariaMadalena. Dieses Präventions- und Gesundheitsförderungsprojekt berät nicht nur Sexarbeiterinnen, sondern will auch mit alten Vorurteilen brechen.

MariaMagdalena feiert dieses Jahr das 10-Jahr-Jubiläum.

ren sich für das Gesundheitssystem in der Schweiz oder

Was hat sich in den letzten zehn Jahren geändert?

wie sie Steuern zu zahlen haben. Oft sind es auch familiä-

Marija Jurcevic: Am Wichtigsten ist, dass MariaMagda-

re Dinge. Die besten Themen um ein Gespräch zu begin-

lena mittlerweile als Beratungsangebot bei vielen Sexar-

nen sind aber Schminke, Kleider und Schmuck.

beiterinnen bekannt geworden ist und geschätzt wird. In diesem Jubiläumsjahr hat unsere Stelle auch eine Öffent-

Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?

lichkeit bekommen. Sexarbeit ist seit eh und je in allen

DG: Als erstes geht es an das Zusammenstellen ei-

Gesellschaften eine Realität, auch wenn sie unterschied-

ner Route für die Aufsuche, manchmal gehen wir allein

lich bewertet wird. Wir hoffen, dass wir mit der Publizität

oder manchmal zu zweit. Es wird geplant, welche Clubs,

anlässlich unseres zehnjährigen Jubiläums die Öffentlich-

­Kontaktbars oder Salons aufgesucht werden sollen. Wir

keit besser informiert wurde und dass dies dazu beitra-

greifen dabei auf Erfahrungen von früheren Besuchen zu-

gen wird, die eingeprägten Stereotypen über die im Sex-

rück und achten darauf, dass möglichst keine Kunden da

gewerbe tätigen Personen zu überdenken.

sind. Nur so kann es zu einem intensiven Gespräch kom-

Dobrila Geiger: Für unser Team war die Integration von

men. Zu unserer Vorbereitung gehört auch sämtliches

APiS, das ist das nationale Aids-Prävention-Programm

Material zu packen: Wir geben den Sexarbeiterinnen Kon-

im Sexgewerbe, die markanteste Änderung. APiS richtet

dom-, Gleitmittel- und Intimpflegemittel Müsterli sowie un-

sich spezifisch an Sexarbeiterinnen mit Migrationshinter-

sere Flyers, Visitenkarten und verschiedene Broschüren

grund und ist seit 2006 MariaMagdalena angegliedert.

ab. Das Wichtigste bei der aufsuchenden Sozialarbeit ist

Ausserdem hat sich bei den Nationalitäten der Sexarbei-

aber das Gespräch, die Beratung.

terinnen einiges verändert: Heute stammt eine Mehrheit aus Osteuropa, früher vorwiegend aus Südamerika.

Wie reagieren die Leute, wenn Sie Ihren Beruf nennen? MJ: Zunächst ist da die grosse Verblüffung, weil sie sich

Was wollen Sie den Frauen auf den Weg geben?

darunter nicht recht etwas vorstellen können. Zum Bei-

MJ: An sich selbst glauben, auf sich selbst zu schauen

spiel im Englischkurs, den ich im Moment besuche. Als

und sich nicht überreden zu lassen, Dinge zu tun, welche

ich da auf die Frage, was ich mache, sagte, ich berate

sie eigentlich nicht tun möchten.

Sexarbeiterinnen, war es zunächst mucksmäuschenstill. Für die meisten Menschen gibt es nur einen Kanal um

Was ist das grösste Thema in den Gesprächen?

sich über Sexarbeit zu informieren, das sind die Medien.

DG: Wir sprechen über Gesundheitsrisiken und Präventi-

Was das Fernsehen zeigt ist nicht Wirklichkeit, sondern

on sowie Intimpflege. Einige Sexarbeiterinnen interessie-

oft sensationalisierte Wirklichkeit.

Pfalzbrief 04  | 10

13 

DG: Man weiss viel zu wenig über Sexarbeit. Die Reak-

DG: Definitiv. Neben der fachlichen Kompetenz ist Empa-

tionen sind lustig. Ja, eigentlich immer lustig. Auf jeden

thie das Wichtigste.

Fall sind sie immer sehr spannend: Klar – zuerst werden grosse Augen gemacht. Die Leute waren dann aber im-

Was wollten Sie als Kind werden?

mer sehr interessiert und fanden es toll, dass es dieses

DG: Innenarchitektin. Das bleibt immer noch ein Traum

Angebot gibt. Die Neugierde ist auf jeden Fall da.

von mir.

MJ: Am Anfang habe ich es meinen Kindern nicht ge-

MJ: Als Kind habe ich für mich und meine Puppen eige-

sagt, dass ich Sexarbeiterinnen berate.

ne Sprachen ausgedacht. Das hat mich immer fasziniert:

DG: Hast Du nicht?

Sprachen. Um ein Vertrauensverhältnis aufzubauen sind

MJ: Nein, ich war mir nicht sicher, ob Teenager mit der

die natürlich auch im jetzigen Beruf wichtig.

Thematik richtig umgehen können. Als sie dann von meiner Tätigkeit erfahren haben, haben sie selber grosse

Vier typische Charaktereigenschaften von Ihnen?

Augen gemacht. Mittlerweile ist das für sie Normalität

DG: Direkt, flexibel, ehrlich, motiviert.

geworden. Mein Jüngster geniesst es, manchen Kollegen

MJ: Geduldig, vielfach interessiert, flexibel und vielleicht

oder Kolleginnen meinen Job bekannt zu geben, um sich

eher zurückhaltend – obwohl das Letztere mein Le-

dann über ihre überraschten Gesichter zu belustigen.

benspartner ganz anders sieht.

Was ist das Schöne an Ihrem Job?

Was fällt Ihnen zu diesen Stichworten ein:

MJ: Es sind Kontakte zu verschiedensten Personen und

AIDS? DG: Zum Glück meist nicht mehr tödlich.

verschiedenste Themenbereiche. Ich mag meine Arbeit

Zuhälter? MJ: Eine Frau braucht heute keinen Zuhälter.

sehr. Die Dynamik macht es für mich aus. Es wird nie

In den letzten zehn Jahren gab es meines Wissens nur

langweilig.

wenige beweisbare Verdachtsfälle.

DG: Für mich ist das der Kontakt mit den Frauen. Die Ge-

Syphilis? DG: Sehr gefährlich und leider im Vormarsch.

schichten, die Erfahrungen; das ist unglaublich spannend.

Das Heimtückische ist, dass die Symptome immer nur

Es ist auch schön, wenn man jemandem weiterhelfen kann.

kurz auftauchen und schnell wieder verschwinden. Dabei ist eine frühe Behandlung essentiell. Männer? DG: Mit ihnen kann man nicht, ohne auch nicht.

Wo stossen Sie beruflich an Grenzen? MJ: Wenn man in einem Club nicht willkommen ist und das zu spüren kriegt. In aller Regel werden wir aber sehr

Wie steht der Kanton St.Gallen im Vergleich da?

gut aufgenommen, es beruht ja alles auf Freiwilligkeit.

DG: Der Kanton St.Gallen ist sicher einer der fortschritt-

DG: Persönlich kann man schon an Grenzen kommen.

licheren Kantone wenn es um die Beratung der Sexarbei-

Richtige Horrorgeschichten bekommen wir aber zum

terinnen geht. Längst nicht alle haben dieses Angebot.

Glück kaum zu hören. Wenn Sie nur einen Satz zur Verfügung hätten, welches Welches ist die entscheidendste Fähigkeit, die man für

Wissen über das Sexgewerbe würden Sie gerne der

diesen Beruf mitbringen muss?

­Öffentlichkeit vermitteln?

MJ: Die Kommunikationsfähigkeit. Man muss ein wirkli-

MJ: Dass die gefestigten Bilder nicht der Realität ent-

ches Interesse an den Frauen haben und sich auch in sie

sprechen: Es gibt nicht die typische Sexarbeiterin – und

hineinfühlen können.

es gibt auch nicht den typischen Kunden.

Die Beraterinnen von MariaMagdalena: Dobrila Geiger, Susanne Gresser, Nane Geel und ­Marija Jurcevic (v.l.n.r.).

10 Jahre MariaMagdalena MariaMadalena ist die Beratungsstelle für Frauen im Sex­ gewerbe. Das Präventions- und Gesundheitsförderungsprojekt des Gesundheitsdepartementes setzt sich zum Ziel, die ­Lebensqualität von Sexarbeiterinnen zu optimieren, ihre Sozialkompetenz zu fördern und den Zugang zu angeboten im Sozial- und Gesundheitsbereich sowie im Rechtssystem zu ermöglichen. MariaMagdalena feiert dieses Jahr ihr zehn­ jähriges Bestehen – im November unter anderem mit einer ­Podiumsdiskussion. Bei der Beratungsstelle in St.Gallen, die den Kontakt mit Sexarbeiterinnen im ganzen Kanton sucht, arbeiten in Teilzeit vier Frauen.

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Personelles

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Im Dienste der Konsumenten Einblick in den Arbeitsalltag von zwei Konsumentenschützerinnen Die Aufgaben der Konsumentenschützerinnen im Amt für Wirtschaft sind sehr vielfältig. Sie erteilen etwa Bewilligungen für Hausierer, Karussellbetreiber oder Konsumkreditvermittler und -gewährer.

Der Gesuchsteller erscheint ohne Voranmeldung. Den

Wirklich billiger als die Konkurrenz?

weiten Weg von Hamburg nach St.Gallen hat er auf

Zur gleichen Zeit beschäftigt sich Elisabeth Hutter

sich genommen, um vom Amt für Wirtschaft eine Rei-

mit einem ganz anderen Problem. Eine grosse Waren-

sendenbewilligung zu erhalten. Mit dieser könnte er

hauskette mit Sitz im Kanton St.Gallen hat wiederholt

in der ganzen Schweiz seine Teppiche verkaufen. Er

ein auffälliges Inserat in der Zeitung publiziert. Darin

beabsichtigt, von Haushalt zu Haushalt zu gehen und

verspricht die Firma, dass ein Fernsehgerät einer be-

seine Ware direkt zu vermarkten. Der Hausierer hat

stimmten Marke bei ihr nur halb so viel kostet wie bei

Glück: Jamila Bommer, die zusammen mit ihrer Kolle-

der Konkurrenz. Genau diese Konkurrenz hatte sich

gin E ­ lisabeth Hutter für die Bewilligungserteilung zu-

beim Amt für Wirtschaft über diese Werbung beklagt,

ständig ist, hat gerade keinen anderen Kunden und

da sie nicht der Wahrheit entspreche. Elisabeth Hutter

kann den Herrn aus Hamburg bedienen. Den von Jami-

hat deshalb überprüft, zu welchem Preis das betreffen-

la Bommer verlangten Strafregisterauszug kann er vor-

de Gerät bei anderen Firmen tatsächlich erhältlich ist.

weisen. Allerdings ist in diesem eine kürzlich erfolgte

Sie hat festgestellt, dass keiner der Konkurrenzbetrie-

Verurteilung wegen Hausfriedensbruchs und verschie-

be den von der Warenhauskette behaupteten Betrag

dener Gewaltdelikte ersichtlich. Nun wird es schwie-

verlangt. Teilweise waren sie sogar günstiger. Diesen

rig. Jamila Bommer muss dem weitgereisten Gesuch-

unzulässigen, da unwahren, Konkurrenzvergleich kann

steller erklären, dass er mit diesem Eintrag keine

Elisabeth Hutter nicht akzeptieren. Sie macht die be-

Bewilligung erhält. Dass damit seine mögliche Kund-

treffende Warenhauskette auf die geltenden Bestim-

schaft vor renitenten Hausierern geschützt werden

mungen der Preisbekanntgabeverordnung aufmerksam.

soll, sagt sie – vorsichtshalber – nicht so direkt. Der

Gleichzeitig informiert sie die betreffende Gemeinde,

Gesuchsteller versteht die Botschaft trotzdem. Unver-

damit diese vor Ort überprüfen kann, ob im Laden bei

richteter Dinge macht er sich wieder auf den Weg.

den Produkten auch solche unwahren Preisvergleiche

Sicherheit gewährleisten Elisabeth Hutter, Konsumentenschützerin im Amt für Wirtschaft.

Im dicken Couvert, das auf dem Schreibtisch von Elisabeth Hutter liegt, befindet sich ein Gesuch für ein grosses Zirkuszelt. Eine Bewilligung wird dann erteilt, wenn die Sicherheit des Zeltes gewährleistet ist und eine ausreichende Versicherungsdeckung besteht. Bis zum Start der Tournee dauert es aber noch eine ganze Weile. Die Besucher des Zirkus’ werden dann in einem sicheren und geprüften Zelt Platz nehmen können.

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Pfalzbrief 04  | 10

Jamila Bommer bedient einen Kunden am Schalter.

angebracht sind. Nur wenn die Preise korrekt ange-

mila Bommer nennt ihr gleich den nächsten Prüfungster-

schrieben sind, können die Konsumentinnen und Kon-

min, damit sich die Kundin rechtzeitig anmelden kann.

sumenten diese vergleichen und sich eventuell für ein günstigeres Angebot entscheiden.

Aussendienst im Casino Für den Nachmittag ist ein Aussendienst geplant. Das

Gastronomiearbeit nur mit nötigem Fachwissen

Amt für Wirtschaft hat beim Casino Bad Ragaz eine Ins-

Bereits meldet der Empfangsschalter an der Davidstras-

pektion angemeldet. Diese Inspektionen bei den beiden

se 35 eine weitere Besucherin. Diese hat beim Amt für

Spielbanken im Kanton St.Gallen führen Jamila Bommer

Wirtschaft einen Termin abgemacht, da sie in St.Gallen

und Elisabeth Hutter im Auftrag der Eidgenössischen

eine Bar eröffnen möchte. Damit sie von der Gemein-

Spielbankenkommission durch. In Bad Ragaz angekom-

de ein Gastwirtschaftspatent erhält, muss sie nachwei-

men werden sie vom Chef der Security in Empfang ge-

sen, dass sie über ausreichende fachliche Fähigkeiten

nommen und ins Büro des Direktors geführt. Dort er-

verfügt. Die Frau hat bislang noch nie in einem Restau-

klären die beiden – nun zu Inspektorinnen gewandelten

rant oder einer Bar gearbeitet. Darum hat sie beim Be-

– Damen, dass sie die Zählerstände an den Spielauto-

rufsverband Gastro St.Gallen einen Kurs absolviert, in

maten überprüfen wollen. Zusätzlich möchten sie das

dem sie die erforderlichen Fähigkeiten vermittelt bekam.

Videoüberwachungssystem des Casinos unter die Lupe

­Allerdings hat sie die Abschlussprüfung um einige weni-

nehmen. Es eilt, denn die ersten Besucherinnen und Be-

ge Punkte nicht bestanden. Jamila Bommer hat den Prü-

sucher der Spielbank stehen bereits Schlange am Ein-

fungsbogen mit den falschen Antworten bereitgelegt. Die

gang und warten, bis sie ihr Glück versuchen können. Bis

Kundin kann nun während einiger Minuten ihre Prüfung

dann müssen Jamila Bommer und Elisabeth Hutter ihre

studieren und nachschauen, welche Fragen sie falsch be-

Arbeit an den Spielgeräten beendet haben. Nun geht es

antwortet hat. Sie ärgert sich nun darüber, dass sie die

in einen mit Bildschirmen gefüllten Überwachungsraum.

Frage, ob sie einem 17-Jährigen einen Vodka ausschen-

Gezielt werden einige Video-Sequenzen von früheren

ken darf oder nicht, falsch beantwortet hat. Hingegen

Spieltagen herausgesucht. Die Inspektorinnen konzent-

hat sie alle Fragen im Zusammenhang mit Lebensmittel-

rieren sich heute darauf, ob die Videokameras bei den

hygiene gewusst. Sie wusste etwa, warum die getrenn-

Spieltischen alles aufzeichnen, was von Bedeutung ist.

te Aufbewahrung von rohen und gekochten Lebensmit-

Zurück im Büro werden Elisabeth Hutter und Jamila Bom-

teln im Kühlschrank von Vorteil ist. Nun muss sie bei der

mer der Spielbankenkommission einen Bericht schrei-

nächsten Prüfung beweisen, dass sie tatsächlich über

ben. Das Casino hat die Anforderungen vorbildlich erfüllt.

das ganze für eine Wirtin nötige Fachwissen verfügt. Ja-

Thomas Pleuler ■

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St.Gallen: Blick auf die freigelegte Schiedmauer ­zwischen Klosterhof und Gallusstrasse. Für die ­Dokumentation stand wenig Zeit zur Verfügung. Dank einer Projekt­änderung konnten die Mauerreste ­erhalten bleiben.

Wettlauf gegen die Bagger Die Kantonsarchäologie St.Gallen im permanenten Spagat zwischen Wünschbarem und Machbarem Gemäss Kantonsverfassung ist es Staatsziel, kulturelles Erbe zu bewahren und zu überliefern. Das Baugesetz und die Verordnung betreffend Schutz von Naturkörpern und Altertümern sind die entsprechenden gesetzlichen Erlasse. In der Praxis ist der gesetzliche Auftrag von der Kantonsarchäologie allerdings schwierig umzusetzen.

Die Aufgabenbereiche der Kantonsarchäologie sind viel-

Stadt»), sind erste Ansätze eines Einbezugs spürbar.

fältig: Fachgerechte Ausgrabungen durchführen, Funde

Allerdings sieht die Realität in Altstadt und Stiftsbe-

und Fundstellen inventarisieren und schützen. Geborgene

zirk anders aus. Das seit 2009 laufende Projekt «Neu­

Funde und Befunde lagern, konservieren, dokumentieren

gestaltung südliche Altstadt» zerstört in grossem Aus-

und archivieren. Auch die Ergebnisse an Bevölkerung und

mass archäologische Schichten und Funde, die sich

Forschung zu vermitteln gehört dazu. Für den Schutz

hier seit der Zeit von Gallus abgelagert haben und

von archäologischen Kulturgütern sind allerdings die

wichtige Informationen zur Geschichte von Kloster und

­Gemeinden zuständig. Sie sind aufgefordert, ihre archäo­

Stadt enthalten. Wenn zum Gallusjahr 2012 die südli-

logischen Fundstellen zu schützen und in den kommuna-

che Altstadt in neuem Glanz erstrahlt, wird ein Gutteil

len Schutzverordnungen entsprechend auszuweisen. Von

der archäologischen Kulturgüter weggebaggert sein.

den aktuell 85 Gemeinden besitzen etwa 60 eine neue-

Die Kantonsarchäologie begleitet zwar die Bauarbei-

re Schutzverordnung. Nur in etwa einem Viertel davon

ten und dokumentiert, wo immer möglich, archäolo-

sind auch archäologische Fundstellen mit einbezogen.

gische Schichten vor deren endgültiger Zerstörung.

Die Mehrzahl der Gemeinden hat also zum Schutz des

Die Vielzahl der Baustellen und das vorgegebene Bau­

archäologischen Kulturerbes bisher wenig oder nichts

programm haben aber zur rigorosen Konzentration

getan.

der ­archäologischen Arbeiten geführt. Die Baubegleitung wurde von Stadt und Kanton gemeinsam finan-

Stadt St.Gallen als Negativbeispiel …

ziert. Das Stadtparlament St.Gallen hat am 26. Oktober

Das aktuellste und brennendste Beispiel ist die Stadt

2010 aber beschlossen, diese Zusammenarbeit nicht

St.Gallen. Hier gibt es zwar geschützte Gebäude und

weiterzuführen. Es hat deshalb einen Nachtragskredit

sogar eine eigene städtische Denkmalpflege. Archäolo-

von 275 000 Franken verweigert und die Kosten somit

gische Fundstellen existieren aber bislang in der Stadt-

voll dem Kanton übertragen. Dasselbe Parlament hat

planung nicht. Im neu präsentierten Richtplan, des-

nur wenige Monate zuvor mit grossem Mehr beschlos-

sen Grundlage unter anderem das Leitbild von 1992

sen, einen verstärkten Schutz des Stiftsbezirks voran-

ist («St.Gallen ist historische und zukunftsgerichtete

zutreiben, im Wettbewerb um Kulturtouristen.

17 

Pfalzbrief 04  | 10

Der Stiftsbezirk, seit 1983 Unesco-Weltkulturerbe, und

Schutzgebieten. In den letzten zehn Jahren hat sich

die anschliessende Altstadt sind wichtige Faktoren für

die Zusammenarbeit zwischen Kantonsarchäologie

das Standortmarketing der Region St.Gallen. Je län-

und Stadtplanung erfreulich und fruchtbar entwickelt.

ger je mehr spielen dabei intakte Kulturzeugen – auch

­Rapperswil-Jona ist sehr stolz auf seine mittelalterliche,

­archäologische – und eine attraktiv vermittelte Geschich-

­römische und urgeschichtliche Vergangenheit. Stadt­

te eine Rolle. Das rege Publikumsinteresse an den Aus-

präsident Beni Würth bezeichnet die Stadt denn auch

grabungen in der südlichen Altstadt und das europaweite

gerne als die «archäologische Hauptstadt» des Kantons.

Echo auf die Entdeckung des Sarkophags im Klosterhof

Die Kandidatur der «Pfahlbauten rund um die Alpen»

­zeigen, welches Potenzial hier schlummert. Die Anforde-

als Unesco-Weltkulturerbe würde auch Rapperswil-Jona

rungen der Unesco an Weltkulturerbestätten werden zu-

zur Trägerin des Unesco-Labels machen. Zudem ist am

dem immer anspruchsvoller. Ein sorgloser Umgang mit

­Zürichsee der Einfluss der Metropole Zürich unüberseh-

dem archäologischen Kulturerbe könnte das Label ge-

bar. Dort gelten archäologische Untersuchungen als

fährden (der Stadt Dresden wurde das Label bereits ab-

selbstverständlich und man ist stolz darauf, die eigene

erkannt). Der Schaden für St.Gallen wäre immens. Des-

­Vergangenheit fachgerecht zu erforschen.

halb sollte möglichst rasch eine enge und verbindliche

Durch den Einfluss Zürichs ist der Druck auf unüber-

Zusammenarbeit zwischen Stadt und Kanton angestrebt

baute oder wenig genutzte Parzellen in Rapperswil-Jo-

werden. Das archäologische Erbe in der Stadt muss ent-

na sehr gross. 2008 und 2009 wurden im Bereich von

weder nachhaltig geschützt werden, oder dann sollten

umfangreichen privaten Wohnüberbauungen von rund

entsprechende Mittel bereit stehen, damit dieses Kultur-

10 000 m2 (Fluh und Seewiese) archäologische Ausgra-

gut vor der endgültigen Zerstörung fachgerecht ausge-

bungen durchgeführt. Dank des frühzeitigen Einbezugs

graben werden kann.

der Kantonsarchäologie durch die Stadt konnten die

Zudem stellt sich die Frage, ob der Kanton «Neben­

notwenigen Sondagen und die nachfolgenden Ausgra-

kosten», die durch grosse städtische oder kommunale

bungen noch in der Planungs- beziehungsweise Bewil­

Infrastrukturprojekte (Neugestaltungen oder Park­häuser)

ligungsphase der Bauprojekte durchgeführt werden. Den

bedingt sind, ohne die Möglichkeit einer Mitsprache

Bauherrschaften stehen so bei Baubeginn «archäologie-

­übernehmen muss.

freie» Grundstücke zur zügigen Überbauung zur Ver­ fügung.

… Rapperswil-Jona als Positivbeispiel Rapperswil-Jona, die zweitgrösste Stadt im Kanton, besitzt eine Schutzverordnung mit archäologischen

Rapperswil-Jona: Blick auf den f­reigelegten ­Tempelbezirk der Römersiedlung Kempraten in der Seewiese. Der Haupttempel lag unter dem grossen Grabungszelt, rechts ist die Hofmauer sichtbar.

Martin Peter Schindler ■

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Betriebsklima und Betriebskultur waren Rainer ­Zigerlig besonders wichtig: «Managementtechniken können kurzfristig erfolgreich sein; auf die Dauer sind Vertrauen und gegenseitiger Respekt sehr viel wichtiger.»

Bürgernähe und Fairness als Leitmotive 38 Jahre hat er dem Kanton gedient; nun geht Rainer Zigerlig in Pension «Wir können nicht erwarten, dass der Bürger uns liebt. Aber er muss das Empfinden und die Gewissheit haben, dass er fair behandelt wird.» Während 20 Jahren hat dieses Motto Rainer Zigerlig als Leiter des Kantonalen Steueramtes begleitet, nach aussen genauso wie als Vorgesetzter von rund 180 Mitarbeitenden.

Ein paar Stichworte durchziehen unser ganzes Ge-

den; das gilt ganz besonders im Auftreten nach aussen:

spräch. Bürgernähe gehört dazu, Kommunikation, Fair-

«Alle Mitarbeitenden müssen sich bewusst sein, dass sie

ness eben und Respekt. Gelegentlich spürt man auch

gleichsam den sichtbaren Staat verkörpern und in dieser

so etwas wie Stolz, dass das Steueramt des Kantons

Funktion den Bürgern entgegentreten. Wie sie das tun,

St.Gallen «schweizweit einen hervorragenden Ruf hat»,

kann die Einstellung zum Staat ganz entscheidend beein-

wie es Hubert Hofmann formuliert. Der heutige Chef des

flussen.»

Rechtsdienstes hat den scheidenden Amtsleiter während

Die Bedeutung der Kommunikation illustriert Zigerlig

33 Jahren stets als Stellvertreter begleitet: Erst in der

auch mit dem Erfolg der straflosen Selbstanzeige, wel-

Rechtsabteilung, die Rainer Zigerlig von 1976 bis 1989

che dieses Jahr allen Steuerzahlern ermöglicht wurde:

leitete, seit 1990 in der Amtsleitung. «Er hat auch in der

Im Vergleich mit Zürich oder Bern, Kantonen mit mehr als

Steuerverwaltung – wie das Amt bis 1999 hiess – ein

doppelt so vielen Steuerpflichtigen, sind in St.Gallen we-

sehr gutes Klima geschaffen», fügt Hofmann bei. «Das

sentlich mehr Selbstanzeigen eingegangen. «Das heisst

Kantonale Steueramt bekommt in den alle drei Jahre

nicht, dass wir mehr Steuersünder hätten als diese bei-

stattfindenden Personalbefragungen immer Bestnoten.»

den Stände; wir haben die Möglichkeit solcher Selbst­ anzeigen einfach besser publik gemacht.»

Betriebsklima und Betriebskultur sind Rainer Zigerlig denn auch besonders wichtig: «Managementtechniken

Dezentrale Organisation

können kurzfristig erfolgreich sein; auf die Dauer sind

Kommunikation und Bürgernähe: Das führt fast nahtlos

Vertrauen und gegenseitiger Respekt sehr viel wichti-

hin zur dezentralen Organisation des Steueramtes, wel-

ger.» Das wiederum hat unmittelbar mit Kommunikation

che den Kanton St.Gallen im Vergleich zu andern Ständen

zu tun: Das Gespräch suchen, fragen, bevor man irgend-

auszeichnet. «Das hat viel zu tun mit der Geschichte des

welche Schlüsse zieht, Probleme womöglich im Ge-

Kantons, einem eigentlich künstlichen Gebilde, in dem

spräch lösen und nicht einfach entscheiden. Das gilt, wie

immer wieder starke zentrifugale Kräfte wirkten. Erst seit

Hubert Hofmann betont, im Umgang mit den Mitarbeiten-

1860 konnten Vertreter des Kantons in die bis dahin rein

19 

Pfalzbrief 04  | 10

kommunalen Steuerkommissionen entsandt werden, und

alternativen Lösungsansätzen, als Berater der politisch

erst 1920 wurde die Kantonale Steuer­verwaltung mit an-

Verantwortlichen, schliesslich auch als Lehrbeauftragter

fänglich vier Steuerkommissären gegründet.» Aus diesen

für Steuerrecht an der Universität St.Gallen und als Buch-

Anfängen heraus ist schrittweise die heutige Organisation

autor. Dieser Bereich wird ihn auch weiterhin beschäfti-

gewachsen. Die kantonalen Steuerkommissäre arbeiten

gen, nur Steuerberater wird er nie sein: «Ich habe immer

in den Gemeinden, wobei in manchen Regionen jeweils

das objektive Recht vertreten; jetzt will ich niemandem

mehrere Kommunen im Turnus bedient werden; sie sind

zumuten, mich plötzlich als Partei zu erleben.»

dort die direkten Ansprechpartner für die kommunalen Steuersekretäre, die sich um die sogenannt normalen

Nachfolger aus der Privatwirtschaft

Veranlagungen – etwa 80 Prozent von jährlich 300 000

Rainer Zigerlig wird Ende Jahr mit knapp 64 Jahren in

– kümmern. Bindeglied ist das einheitliche Informatik-

Pension gehen, zuvor aber während eines Monats noch

system, das definitiv 2001 eingeführt worden ist und

seinen Nachfolger, den 45-jährigen Felix Sager, in seinen

es erlaubt, die Vorteile des dezentralen mit denen e ­ ines

Arbeitsbereich einführen. «Für mich ist das besonders

­zentralen Systems zu kombinieren. «Wichtig ist aber

­erfreulich. Schon im November hatte ich Gelegenheit,

auch, dass man sich mit dem Kanton identifiziert, auf die

meinen Vorgänger bei verschiedenen Anlässen zu beglei-

re­gional sehr unterschiedlichen ­Mentalitäten eingeht und

ten und auch manche meiner künftigen Mitarbeiterinnen

die Gemeinden in ihrer Eigenheit und Eigenständigkeit

und Mitarbeiter kennen zu lernen. Dass ich von aussen,

­respektiert.«

aus der Privatwirtschaft komme, erachte ich als Chance. Auf Grund meiner bisherigen Tätigkeiten bin ich mit dem

Zwischen Rolls-Royce und Kleinwagen

Steuerbereich bereits vertraut, und nun freue ich mich,

«Das Informatikprojekt war für mich etwas vom Schwie-

neuen Arbeitsprozessen und Gepflogenheiten zu begeg-

rigsten», schaut Zigerlig heute zurück. «Der Hang zum

nen. Und nicht zuletzt reizt mich die Vielseitigkeit des

Rolls-Royce ist wahnsinnig gross, dabei lassen sich et-

Amtes: die Verantwortung für 180 Leute, der Kontakt zu

wa vier Fünftel der Anwendungsfälle mit relativ einfa-

den Gemeinden und zu Kunden, die Verbindung zur Po-

chen M ­ itteln lösen. Für die restlichen 20 Prozent gilt

litik und die Arbeit als Dienstleistungsbetrieb für Regie-

es ­ständig zwischen Wunschbedarf und Unabdingba-

rung und Verwaltung.»

rem abzu­wägen.» Doch dass der scheidende Amtsleiter

Für Felix Sager ist die Leitung des kantonalen Steueram-

zur Informatik und zu neuen Kommunikationsmitteln ein

tes aber auch eine Art zweite Heimkehr: Vor siebenein-

durchaus unverkrampftes Verhältnis hat, weiss Hubert

halb Jahren ist der in St.Gallen aufgewachsene Jurist und

Hofmann aus eigener Erfahrung. «Er ist völlig verliebt in

Steuerexperte mit seiner Familie nach Wil gezogen, und

seinen Blackberry. Die letzten Korrekturen für die jüngs-

nun verlegt er auch seinen Arbeitsplatz wieder von Zürich

te Revi­sion des Steuergesetzes tauschten wir über das

nach Osten, diesmal gar an den Ort seiner Herkunft. Zu-

Natel aus – Rainer Zigerlig war bereits auf der Fahrt nach

mindest indirekt ist Rainer Zigerlig an diesem Stellen- und

der Insel Salina vor der Nordküste Siziliens, wo er Ferien

Ortswechsel nicht ganz unschuldig: «Ich kannte den Ruf

gebucht hatte.»

des Kantonalen Steueramtes St.Gallen und seines Lei-

Trotz der Belastung durch das Informatikprojekt aber

ters schon von meinen früheren Arbeitsplätzen her, und

blieben Steuerrecht und -gesetzgebung zentrale Berei-

das war mir eine zusätzliche Motivation, mich gerade für

che seiner Tätigkeit: als Autor oder Mitautor der Bot-

diese Stelle zu bewerben.»

schaften zu Steuergesetzrevisionen, beim Beschaffen von Entscheidungsgrundlagen oder beim Aufzeigen von

Felix Sager Felix Sager ist in St.Gallen aufgewachsen. Er absolvierte ein juristisches Studium und schloss mit dem Doktorat an der Universität Freiburg ab. Zudem bildete er sich zum eidg. dipl. Steuerexperten weiter. Felix Sager arbeitete mehrere Jahre als Teamleiter in ­einem grossen Beratungsunternehmen im Bereich der Steuerberatung für Unternehmen. Danach übernahm er die Verantwortung für alle steuerlichen Belange in einer Fondsleitungsgesellschaft. Im ­Rahmen einer Firmenabspaltung übernahm er anschliessend die Verantwortung für den Bereich Steuern auf Konzernebene ­eines börsenkotierten Vermögensverwaltungsunternehmens.

Peter E. Schaufelberger ■

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Als oberster Verkehrspolizist des Kantons verstand sich Sepp Hutter vor allem als «Freund und ­Helfer».

«Ich würde den Weg wieder wählen» Sepp Hutter, Chef der St.Galler Verkehrspolizei, ist seit kurzem pensioniert Nach 38 Dienstjahren ist Sepp Hutter, Chef der St.Galler Verkehrspolizei, in den Ruhestand getreten. In den letzten Jahren galt sein ganzes Engagement der Sicherheit im Strassenverkehr.

«Jeder Tote im Strassenverkehr ist ein Toter zu viel»,

mittelnde Art sowie seine Kollegialität wurden weit herum

sagt Sepp Hutter, der im Laufe der letzten 38 Jah-

geschätzt. Sepp Hutter war ein sicherer Wert, wenn es

re ­«viele unschöne Sachen» gesehen hat. Aus diesem

um den Strassenverkehr ging», unterstrich Polizeikom-

Grund setzte er sich mit voller Kraft dafür ein, dass es

mandant Alfred Schelling bei der Abschiedsfeier. Sepp

möglichst gar nicht zu Unfällen kommt. Als Subkommis-

Hutter gelang es als einem der wenigen, die polizeiliche

sionspräsident in der schweizerischen Arbeitsgruppe

Karriereleiter von der Basis bis in höchste Offiziers­ränge

für Verkehrssicherheit förderte er die Präventionsarbeit

zu durchlaufen. «Indem Sepp Hutter den Polizeiberuf

in unserem Land intensiv. Er war Mitinitiant zahlreicher

von der Pike auf erlernte, verlor er nie die Bodenhaf-

­Sicherheitskampagnen. Den Verkehrsteilnehmenden sind

tung», so der Polizeikommandant. Hutters Karriere ist in

die Plakate bekannt mit Slogans wie «Licht schützt» oder

der Tat beeindruckend: 1971 trat der gelernte Sanitär-

«Alkohol kann töten – vor der Hinfahrt an die Rückreise

Installateur ins Polizeikorps ein. Zuerst war er auf dem

denken». «Die Gewissheit, etwas zur Verbesserung der

Autobahnstützpunkt Thal-Buriert stationiert, 1981 wech-

Sicherheit im Strassenverkehr beitragen zu können, hat

selte er zur Abteilung Wirtschaftsdelikte. Anschliessend

mich immer sehr motiviert», sagt er.

­wurde er Sekretär eines Untersuchungsrichters. Während dieser Zeit erwarb er berufsbegleitend das st.gallische

Steile Karriere

Patent als Rechtsagent. 1988 übernahm er die Stel-

Vor kurzem erreichte Sepp Hutter das Pensionsalter

le als Sekretär bei der Baupolizeikommission der Stadt

und nahm Abschied von der Verkehrspolizei. Dort wird

St.Gallen. 1992 wurde er zum Chef Verkehrstechnik

man den Rheintaler mit dem markigen Diepoldsauer

­gewählt, und 2005 folgte die Beförderung zum Chef der

­Dialekt vermissen. «Seine offene, ausgleichende und ver-

Verkehrspolizei.

Pfalzbrief 04  | 10

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«Die Gewissheit, mit unseren Sicherheitskampagnen etwas zur Verbesserung der Sicherheit im Strassenverkehr beitragen zu können, hat mich immer sehr motiviert», sagt Sepp Hutter.

Unfallschwerpunkte eliminieren

how. Zu Verkehrsverbänden und Gemeinden pflegte er

Als oberster Verkehrspolizist des Kantons verstand sich

enge Kontakte und beriet sie beim Suchen nach Lösun-

Sepp Hutter vor allem als «Freund und Helfer». «Es lag

gen von Strassenverkehrsproblemen.

mir stets am Herzen, Unfallschwerpunkte zu eliminieren und Schulwege sicherer zu machen», sagt er. Ein An­

Freude auf den neuen Lebensabschnitt

liegen war es ihm auch, dass Geschwindigkeitskontrollen

Noch kommt ihm der Gedanke an den Ruhestand et-

nur dort durchgeführt werden, wo sie auch sinnvoll sind.

was seltsam vor. «Ob ich den Wechsel vom strukturier-

Sie sollen nämlich in erster Linie der Verkehrssicherheit

ten ­Alltag ins Leben eines Pensionärs so leicht schaf-

dienen. Eine besondere Herausforderung war ihm die

fe, weiss ich nicht. Ich freue mich aber auf den neuen

St.Galler Stadtautobahn, wo es immer wieder zu Massen-

Lebensabschnitt.» Zu tun habe er jedenfalls mehr als

karambolagen kommt. Um Staus und lange Wartezeiten

genug, sagt er lachend. Vor allem hofft er, dass er als

zu verhindern, ist hier eine schnelle und effiziente Unfall­

«waschechter Rheintaler» wieder mehr Zeit für seine

aufnahme nötig. Die Richtlinien, die Sepp Hutter dafür

­Leidenschaft, das Rheinholzen, findet.

erarbeitete, dienen der Verkehrspolizei noch heute als

Auf seine langjährige Tätigkeit blickt er gerne zurück.

Grundlage.

«Das Vierteljahrhundert bei der Verkehrspolizei hat mir

Gern hat er sein Wissen weitergegeben: An der Ost-

sehr gut gefallen; ich bin immer gern Verkehrspolizist

schweizer Polizeischule führte Sepp Hutter junge Polizei-

gewesen. Wenn ich noch einmal anfangen müsste – ich

schülerinnen und -schüler in das Strassenrecht ein. Auch

würde den gleichen Weg wieder wählen.»

an zahlreichen Fachkonferenzen vermittelte er sein Know-

Christian Aldrey Nachfolger von Sepp Hutter als Chef der Verkehrspolizei St.Gallen ist Christian Aldrey. In St.Gallen aufgewachsen, schloss Aldrey 2004 das Studium der Rechtswissenschaften an der Universität St.Gallen ab. 2008 erhielt er an der Hochschule Luzern das Diplom für den Lehrgang CAS Forensics 9 (Kriminalistik). Nach verschiedenen juristischen Tätigkeiten war er Stabsoffizier beim Grenzwachtkorps, zuletzt als Direktor der Grundausbildung der Grenzwächter an der Zollschule in Liestal. In seiner militä­ rischen Laufbahn spezialisierte er sich als Untersuchungsrichter am Militärgericht auf Straffälle bei Einsätzen im In- und Ausland.

Martin Meier ■

Beschützen B e w a h r e n

| Personelles

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Wechsel beim Personal | Eintritte Volkswirtschaftsdepartement Amacker Melanie, Mitarbeiterin Sekretariat, Kantonsforstamt, Waldregion 5, 01.11.2010 De Paoli Sara, Leiterin Sekretariat, Amt für Arbeit, Regionale Arbeitsvermittlungszentren, RAV Sargans, 01.11.2010 Flepp Michael, Revierförster, Kantonsforstamt, Waldregion 5, 01.11.2010 Guntli Heinz, Standortberater, Amt für Wirtschaft, Standortförderung, 11.10.2010 Ittensohn Daniela, Leiterin, Amt für Wirtschaft, Ausländer / Gewerbe, 01.12.2010 Roth Nathalie, Landwirtschaftslehrerin, Landwirtschaftsamt, Landwirtschaftliches Zentrum SG, 01.10.2010 Seitz Judith, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Generalsekretariat, Fachstelle für Statistik, 01.09.2010 Departement des Innern Hochreutener Perlita, Sachbearbeiterin, Handelsregisteramt, Abteilung III, 01.11.2010 Sieber Daniela, M.A. HSG, juristische Mitarbeiterin, Amt für Soziales, Stabsdienste, 01.12.2010 Stolz Tamara, Sachbearbeiterin, Amt für Gemeinden, Zentrale Dienste, 01.01.2011 Bildungsdepartement Aerne Stephanie, Assistentin GS, Generalsekretariat, Geschäftsstelle Erziehungsrat, 01.12.2010 Anrig Franz, Rektor, Amt für Berufsbildung, Berufs- und Weiterbildungszentrum Sarganserland, 03.11.2010

Bolt Jacqueline, Kursleiterin Sprachen, Amt für Berufsbildung, Berufs- und Weiterbildungszentrum Wil, 26.10.2010 Dettwiler Sabrina, Sachbearbeiterin Grundbildung, Amt für Berufsbildung, Berufs- und Weiterbildungszentrum Buchs, 01.01.2011 Frey Cindy, Sachbearbeiterin Weiterbildung, Amt für Berufsbildung, Berufs- und Weiterbildungszentrum Buchs, 15.11.2010 Fritsche Bettina, Kursleiterin Sprachen, Amt für Berufsbildung, Berufs- und Weiterbildungszentrum Wil, 04.11.2010 Guggisberg Nadia, Sekretärin, Amt für Berufsbildung, Berufs- und Weiterbildungszentrum Sarganserland, 01.01.2011 Kalt Vivian, WMS-Praktikant, Amt für Volksschule, Lehrerweiterbildung, 07.02.2011 Schädler Prisca, Abteilungsleiterin Stipendien und Studiendarlehen, Generalsekretariat, Dienst für Finanzen und Informatik, 01.12.2010 Schmid Marcel, Informatiker, Amt für Berufsbildung, Berufs- und Weiterbildungszentrum Sarganserland, 01.01.2011

Finanzdepartement Rezzonico Mauro, Fachmann Verrechnungssteuer, Steueramt, Natürliche Personen, 01.11.2010 Sager Felix, Dr. iur., Amtsleiter, Steueramt, Amtsleitung, 01.12.2010 Scherrer Roland, Brandschutzexperte, Amt für Feuerschutz, Baulich-technischer Brandschutz, 01.11.2010 Baudepartement Allmayer Michael, Elektroinstallateur, Tiefbauamt, Nationalstrassen Gebiet VI, 01.12.2010

Bond Claudia, Fachverantwortliche Lärmschutz, Amt für Umwelt und Energie, Recht und UVP, 01.02.2011 Caprez Cathrin, Chemikerin, Amt für Umwelt und Energie, Abwasser und Gewässerqualität, 01.12.2010 Cathrein Urs, Handwerker, Tiefbauamt, Strassenkreisinspektorat Buchs, 01.11.2010 Derungs Roger, StrassenkreisinspektorStellvertreter, Tiefbauamt, Strassenkreis­ inspektorat St.Gallen, 01.12.2010 Leib Vera, Technische Mitrbeiterin, Amt für Umwelt und Energie, Abwasser und Gewässerqualität, 18.10.2010 Mendler Werner, Fachspezialist, Hochbauamt, Zentrale Dienste, 01.01.2011 Moser Christian, Gruppenleiter, Tiefbauamt, Strassenkreisinspektorat Schmerikon, 01.01.2011 Rutz Walter, Handwerker, Tiefbauamt, Steinbruch Starkenbach, 01.11.2010 Schumacher Thomas, Handwerker, Tiefbauamt, Nationalstrassen Gebiet VI, 01.01.2011 Sutter Cornelia, Fachspezialistin, Amt für Raumentwicklung und Geoinformationen, Kantonale Planung, 25.10.2010 Tischhauser Willi, Strassenwärter, Tiefbauamt, Strassenkreisinspektorat Wattwil, 01.01.2011 Willi Hubert, Handwerker, Tiefbauamt, 01.12.2010

Sicherheits- und Justizdepartement Baumgartner Marco, Verkehrsexperte, Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt, Prüfungen, 01.01.2011 Brändli Andreas, Mitarbeiter Polizeista­ tion Uznach, Kantonspolizei, Regional­ polizei, 01.11.2010

Brunner Renato, Verkehrsexperte, Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt, Prüfungen, 01.01.2011 Fasel Steve, Lehrer Werkschule, Amt für Justizvollzug, Jugendheim Platanenhof, 01.01.2011 Flammer Bruno, Leiter Gärtnerei, Amt für Justizvollzug, Strafanstalt Saxerriet, 01.01.2011 Grüner Olivier, Mitarbeiter Stadtpolizei Rapperswil-Jona, Kantonspolizei, Regionalpolizei, 01.01.2011 Hutter Roman, Gefangenenbetreuer Gefängnis Widnau, Kantonspolizei, Regionalpolizei, 01.01.2011 Knöpfel Erich, Küchenchef Stv., Amt für Justizvollzug, Strafanstalt Saxerriet, 01.10.2010 Marini Giulio, Sachbearbeiter, Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt, Verkehrszulassung, 01.10.2010 Merz Philippe, Mitarbeiter Betreuungsund Sicherheitsdienst, Amt für Justizvollzug, Strafanstalt Saxerriet, 13.12.2010 Müller Silvia, Mitarbeiterin Mobile Bodensee-Rheintal, Kantonspolizei, Regionalpolizei, 01.11.2010 Pereyra Reyes, Manuel Oscar, Mitarbeiter Sicherheitsdienst, Amt für Justizvollzug, Massnahmenzentrum Bitzi, 01.10.2010 Ruckstuhl Susanna, Sachbearbeiterin Administration, Amt für Justizvollzug, Massnahmenzentrum Bitzi, 01.10.2010 Walter Markus, Verkehrsexperte, Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt, Prüfungen, 01.01.2011 Wirth Roman, Gefangenenbetreuer ­Gefängnis Bazenheid, Kantonspolizei, ­Regionalpolizei, 01.11.2010

Besoldungsansätze

Steuersparverein

Der Kantonsrat hat in der Novembersession mit dem Voranschlag 2011 die Gehälter des Staatspersonals für das kommende Jahr festgelegt. Die Löhne erfahren ­eine generelle Anpassung von 0,7 Prozent. Der ordent­ liche Stufenanstieg für Mitarbeitende mit mindestens guten Leistungen wird gewährt, sofern diese das Maximum ihrer Besoldungsklasse noch nicht erreicht haben. Eine Quote von 0,4 Prozent für individuelle Beförderungen (Vorjahr 0,3 Prozent) wird ebenfalls ausgerichtet. Auch bleiben die ausserordentlichen Leistungsprämien erhalten. Diese Quote beträgt wie letztes Jahr wiederum 0,3 Prozent.

Eine Dienstleistung für Sie? Wer bezahlt schon gerne Steuern? Doch gerade die Mitarbeitenden im öffentlichen Dienst wissen, dass der Staat ohne Steuern seine vielfältigen Aufgaben nicht erfüllen kann. Für Mitarbeitende der Staatsverwaltung besteht seit über 50 Jahren die Möglichkeit, diese «lästige» Pflicht dem Steuersparverein des Staatspersonals St.Gallen zu überlassen. Über 200 Mitglieder nutzen zurzeit diese Dienstleistung. So einfach geht’s: Interessierte melden sich bis spätestens 10. Januar 2011 bei Thomas Urech, Kassier des Vereins, als Mitglied an. Sie teilen ihm die erwarteten Bundes-, Staats- und Gemeindesteuern für das Jahr 2011 mit. Der Steuersparverein zieht der Person nun monatlich eine vereinbarte Rate des Gehaltes ab, ähnlich der Quellensteuer. Erhält man Ende Januar die provisorischen Steuerrechnungen (Staats- und Gemeindesteuern laufendes Jahr, direkte Bundessteuer Vorjahr), schickt man diese samt Einzahlungsscheinen an Thomas Urech. Dieser überweist den vollständigen Betrag dem Steueramt. Über allfällige Steuerrechnungen muss man sich im Jahr 2011 nun keine Gedanken mehr machen. Haben wir Ihr Interesse geweckt? Wollen Sie dem Steuersparverein beitreten? Melden Sie sich bis spätestens 10. Januar 2011. Nähere Auskünfte erteilt Ihnen Thomas Urech, Finanzdepartement, Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St.Gallen, Telefon 058 229 41 37 oder [email protected]

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Gesundheitsdepartement Blaser Ursula, biomed. Analytikerin HF, Laboratorien, Institut für klinische Mikrobiologie und Immunologie, 01.11.2010 Bürge Fabienne, biomed. Analytikerin HF, Laboratorien, Institut für klinische Mikro­ biologie und Immunologie, 01.11.2010 Hörler Isabelle, biomed. Analytikerin HF, Laboratorien, Institut für klinische Chemie und Hämatologie, 01.11.2010 Horni Martin, Auditor, Generalsekretariat, Rechtsdienst, 01.12.2010 Schudel Michael, Verwaltungsangestellter, Amt für Gesundheits- und Verbraucherschutz, Sekretariat, 30.09.2010 Speet Stefanie, biomed. Analytikerin HF, Laboratorien, Institut für klinische Mikro­ biologie und Immunologie, 20.11.2010 Vetsch Susanne, biomed. Analytikerin HF, Laboratorien, Institut für klinische Mikro­ biologie und Immunologie, 01.11.2010 Gerichte Bischof Thomas, Gerichtsschreiber, ­Kantonsgericht, 01.10.2010

| Interne Wechsel Finanzdepartement Ebneter Dieter, Leiter Brandverhütung, Amt für Feuerschutz, Baulich-technischer Brandschutz, 01.11.2010 Baudepartement Rechsteiner, Urs, Technischer Mitarbeiter, Tiefbauamt, Strasseninspektorat, 01.01.2011 Sicherheits- und Justizdepartement Capula Steven, Rechnungsführer, Amt für Justizvollzug, Massnahmenzentrum B ­ itzi, 01.01.2011 Lessmann Arianne, Untersuchungsrichterin, Staatsanwaltschaft, Untersuchungsamt St.Gallen, 01.12.2010 Regli Marco, Jurist, Generalsekretariat, Rechtsdienst, 01.11.2010 Gerichte Belz-Scheuring Ruth, Kreisrichterin, Kreisgericht Rorschach, 01.11.2010 Schöbi Christian, Kantonsrichter, ­Kantonsgericht, 01.01.2011

| Pensionierungen Bildungsdepartement Bochsler Elisabeth, Kursleiterin Sprachen, Amt für Berufsbildung, Berufs- und Weiterbildungszentrum Wil, 30.09.2010 Hächler Erika, Sekretärin, Amt für Mittelschulen, Kantonsschule am Brühl St.Gallen, 30.11.2010 Hartmann Dieter, Mittelschullehrer für Naturwissenschaften, Amt für Mittelschulen, Kantonsschule am Brühl St.Gallen, 30.01.2011 Lenherr Rita, Raumpflegerin, Amt für Berufsbildung, Berufs- und Weiterbildungszentrum Buchs, 31.07.2010 Rutz Käthi, Raumpflegerin, Amt für Berufsbildung, Berufs- und Weiterbildungszentrum Buchs, 31.07.2010

Pfalzbrief 04  | 10

Schlegel Käthi, Raumpflegerin, Amt für Berufsbildung, Berufs- und Weiterbildungszentrum Buchs, 31.12.2010 Waibel Martin, Mittelschullehrer für Mathematik und Physik, Amt für Mittelschulen, Kantonsschule am Brühl St.Gallen, 30.01.2011 Walser Hanny, Raumpflegerin, Amt für Berufsbildung, Berufs- und Weiterbildungszentrum Buchs, 31.07.2010 Widmer Eugen, Informatiker, Generalsekretariat, Finanzen und Informatik, 31.12.2010 Bubo Robert, Handwerker, Tiefbauamt, Nationalstrassen Gebiet VI, 31.08.2010 Burkart Alfred, Technischer Mitarbeiter, Tiefbauamt, Strassen- und Kunstbauten, 31.12.2010 Frehner Marlies, Betriebsangestellte, Hochbauamt, Hausdienste, 31.12.2010 Fuchs Rosmarie, Betriebsangestellte, Hochbauamt, Hausdienste, 31.12.2010 Kraner Martin, Leiter Stellvertreter, ­Hochbauamt, Projektmanagement Baubereich 2, 30.11.2010 Krayss Richard, Projektleiter, Tiefbauamt, Strassen- und Kunstbauten, 31.01.2011

Sicherheits- und Justizdepartement Fehle Ruedi, Küchenchef Stv., Amt für Justizvollzug, Strafanstalt Saxerriet, 31.10.2010 Hutter Georg, Sachbearbeiter Verkehrstechnik, Kantonspolizei, Verkehrspolizei, 30.11.2010 Suter Paul, Gutsverwalter / stv. Direktor, Amt für Justizvollzug, Strafanstalt Saxerriet, 31.12.2010 Gerichte Grübel Werner, Kantonsrichter, Kantonsgericht, 31.12.2010

Abbildung 2010 Herbert Weber Fotografie, 41 x 61 cm Kunstsammlung des Kantons St.Gallen Beim Betrachten dieser fotografischen Arbeit von Herbert Weber (*1975) stellt sich die Frage, was man denn nun sieht oder was ­einem der Verstand zu sehen vorgibt. Die Fotografie will dem Betrachter weismachen, dass er durch das Bild hindurch auf den Tisch und die rückwärtige Wand sieht. Dabei ist die Fortsetzung der Tischfläche und der Rückwand das auf die Leinwand gemalte Motiv. Dies zu erkennen bereitet Mühe, denn der Mensch kann gemäss Arthur Schopenhauer «nur das sehen und erkennen, was ihm sein Gehirn zu sehen erlaubt». In diesem Sinn erfindet und konstruiert Weber Bilder und Objekte, welche die menschliche Wahrnehmung hinterfragen. Alleine schon die Titel seiner Arbeiten oder die Titel seiner Werkschauen wie «Reale Fantasien», «Gesten des Fotografierens» oder «Festgehaltene Möglichkeiten» verraten, dass es in seinen Fotografien nie um Abbildungen der reinen Natur geht, sondern immer um Konstrukte seines Geistes. Im digitalen Zeitalter von Photoshop wird das Verhältnis der Fotografie zur Realität wie noch nie zuvor in Frage gestellt. Obwohl die Künstler zu grossen Teilen in die Szenerie eingreifen, sie arrangieren, bevor es zur ­eigentlichen Bildaufnahme kommt, versuchen sie auch, die Wahrheit zu lüften und bewusst auf den konstruierten Aspekt der Repräsen­ tation zu verweisen. Weber bedient sich des Mediums Fotografie, weil er eigenen Angaben zufolge nicht so gut zeichnen könne und daher seine Bildeinfälle mit der Fotokamera umsetzen müsse. Im ­Falle von Herbert Weber kann man aber durchaus von einem expliziteren Interesse für die Fotografie sprechen. «Das Ausloten von Wiedergabe und Konstruktion, das Arbeiten vor und hinter der Kamera ist für mich das adäquate Mittel, mich kreisend um Frage und Antwort zu bewegen», sagt er. Weber spielt auch mit der suggestiven Beweiskraft von Fotos. Als Werkzeug dazu dient ihm die ­Reduktion, sei es in der Bildkomposition, aber auch in der Farbe. Diese Zurückhaltung im Bildgestus entspricht dem Künstler, der kein Mann der grossen Worte ist.

| Personelles

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P.P.

CH-9001 St.Gallen

Trägerverein Culinarium Mattenweg 11 9230 Flawil Tel. 058 228 24 60 Fax 058 228 24 66 www.culinarium.ch

Wettbewerb Warum war der Martinstag traditionell ein Stichtag im bäuerlichen Jahr? ■ Er markierte das Ende des bäuerlichen Jahres: Verträge wurden geschlossen, das Personal ausbezahlt und das Vieh geschlachtet. ■ An diesem Tag durfte jeder, der Martin hiess, Gänsebraten essen. ■ Der Heilige Martin ist der Schutzheilige der Bauern. Deshalb betete man ihn zum Beginn des neuen Jahres an, damit die Saat gut aufging und das Vieh gesund blieb. 1. Preis: Mitgliedschaft im Culinarium-Club für 1 Jahr 2. Preis: 1 Culinarium-Genusspaket 3. Preis: 1 Kulinarischer Stadtführer durch St.Gallen Bitte senden Sie den Talon in einem Kuvert an Trägerverein Culinarium, Mattenweg 11, 9230 Flawil. Einsendeschluss ist der 31. Januar 2011. Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt. ■ Ich bestelle die kostenlose «Gwunderbox» mit vertieften Informationen. ■ Ich wünsche regelmässige Informationen an folgende E-Mail-Adresse:

Auflösung der Wettbewerbsfrage: Was ist das Besondere am Alpschwein? Wenn Schweinefleisch unter dem Namen «Alpschwein» vermarktet wird, ist das natürlich nicht nur ein Marketinggag. Die Schweine verbringen den Sommer auf einer Alp, können sich im Freien bewegen und werden vorwiegend mit Schotte gefüttert, das ist die Flüssigkeit, die bei der Käseherstellung übrig bleibt. Sie enthält wertvolles Eiweiss. Diese «Restverwertung» ergibt ein hochwertiges Fleisch, das erst noch ökologisch sinnvoll hergestellt wurde. Die Gewinner des letzten Wettbewerbes sind: 1. Reto Neurauter (Grabs), 2. Wolfgang Schnell (Bronschhofen), 3. Martlies Frast (Ebnat-Kappel)

Rezept für 4 bis 5 Personen

Klassischer Gänsebraten Rezept von Jaques Neher,

Wann soll Gänsebraten auf den Tisch

mischen. Die Gans damit füllen und

Tipp

Wirtschaft zum Löwen,

kommen, wenn nicht zwischen dem

an der offenen Seite zunähen.

Traditionellerweise werden Kartoffel-

Martinstag, dem 11. November, und

Vor dem Braten etwa drei Tassen

knödel und Rotkraut dazu gegessen.

1 Gans aus einheimischer

Weihnachten? In dieser Zeit gibt es

Wasser in die Fettfangschale geben.

Ebenso eignen sich jedoch alle ande-

Zucht, ca. 4 kg

aber auch noch eine Menge andere

Die gefüllte Gans auf einen Bratrost

ren Wintergemüse und Spätzli.

2 säuerliche Äpfel

Bräuche, die sich rund um den Jah-

legen und alles in den vorgeheiz-

Tübach

2 Zwiebeln

resabschluss und die lichtarme Zeit

ten Ofen auf die unterste Schiene

Salz, Pfeffer, Majoran,

drehen. Im Rahmen seiner «Culinari-

schieben. Bei ca. 170 ° C bis zu drei

Ingwerpulver, evtl. Beifuss

schen Martiniwochen» wollte der Trä-

Stunden langsam braten und gele-

gerverein Culinarium im vergange-

gentlich mit dem Bratensaft aus der

nen November diesen Geschichten

Fettfangschale begiessen. Ab und

auf den Grund gehen (mehr dazu auf

zu auch mit saurem Most begies-

www.culinarium.ch). Daraus entstan-

sen. Nach der halben Bratzeit einige

den die Rezepte für die Festtage.

Male unterhalb der Keule in die Haut

ca. 4 dl saurer Most

stechen, damit das Fett ausbraten Klassischer Gänsebraten

kann. Zehn Minuten vor Ende der

Die Gans sorgfältig waschen und

Garzeit die Gans mit kaltem Salz-

trocknen. Innen kräftig würzen (Salz,

wasser bestreichen und bei 250 ° C

Pfeffer, Ingwerpulver, Majoran), aus-

knusprig braten.

sen nur leicht, da aussen mit dem

Die Fäden entfernen und die Gans

Übergiessen nachgewürzt wird. Zwei

tranchieren. Die Füllung kann als Bei-

Zwiebeln und zwei Äpfel vierteln und

lage serviert werden.

Retouren und Adressberichtigungen an: Kantonales Personalamt, Postfach, CH-9001 St.Gallen

Beschützen | B e w a h r e n