Deutschland – Italien - DFB

Deutschland – Italien - DFB

aktuell OFFIZIELLES PROGRAMM DES DEUTSCHEN FUSSBALL-BUNDES · 1/2011 · SCHUTZGEBÜHR 1 ,– ¤ Länderspiel Deutschland – Italien Dortmund · 9.2.2011 www...

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aktuell OFFIZIELLES PROGRAMM DES DEUTSCHEN FUSSBALL-BUNDES · 1/2011 · SCHUTZGEBÜHR 1 ,– ¤

Länderspiel

Deutschland – Italien Dortmund · 9.2.2011 www.dfb.de · team.dfb.de · www.fussball.de

Vom 26.6.-17.7. 2011 kommt die FIFA FrauenWeltmeisterschaft™ nach Deutschland.

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Liebe Zuschauer, ich begrüße Sie sehr herzlich zum Länderspiel Deutschland gegen Italien in Dortmund. Natürlich kommt mir, wie wohl jedem Fußballfan in Deutschland, bei dieser Begegnung umgehend das Halbfinale der Weltmeisterschaft 2006 in Erinnerung. Dieser 4. Juli 2006, an dem der spätere Weltmeister Italien in einer packenden und dramatischen Partie unser Team nach Verlängerung mit 2:0 besiegte. Dem deutschen „Sommermärchen“ hat dies, das wissen wir mittlerweile längst, ebenso wenig einen Abbruch getan, wie der stetigen Weiterentwicklung der deutschen Nationalmannschaft seit diesem Tag. Auch deshalb sollten wir das erste Aufeinandertreffen dieser beiden Teams seit jenem 4. Juli 2006 nicht ausschließlich als die große Revanche, sondern vor allem auch als ersten Test von zwei der weltbesten Mannschaften sehen, die im neuen Jahr ein nächstes großes Ziel erreichen wollen – die Qualifikation für die EURO 2012. Das Fußballjahr 2011 wird, daran besteht trotz der wichtigen EM-Qualifikationsspiele der Männer kein Zweifel, in Deutschland vor allem im Zeichen der Frauen-WM stehen. Allerdings sollten wir nicht den Fehler machen, die Erwartungen an dieses Turnier zu hoch zu schrauben oder es gar mit der Männer-WM vor vier Jahren vergleichen. Aber ich bin überzeugt, dass diese Frauen-Weltmeisterschaft ein besonderer Höhepunkt wird. Sicherlich etwas familiärer und überschaubarer als vor rund fünf Jahren, aber mindestens genauso perfekt organisiert und nicht minder spannend. Und zudem ein großer Schritt für den Frauenfußball weltweit. Nicht zuletzt, weil das Interesse der Fans an dieser WM, die dank der Spielorte Mönchengladbach, Bochum und Leverkusen auch in Nordrhein-Westfalen stark präsent sein wird, riesig ist. Rund 450.000 Tickets wurden mittlerweile verkauft. Eine große Unterstützung, von der hoffentlich vor allem die deutsche Mannschaft profitieren kann. Und so hoffen wir, dass unsere Frauen das schaffen können, was ihren männlichen Kollegen 2006 verwehrt geblieben ist – den Titelgewinn im eigenen Land.

Zu guter Letzt möchte ich Sie, liebe Zuschauer, noch einmal persönlich auf einen wirklich sehenswerten Film aufmerksam machen, der am 24. Februar in die deutschen Kinos kommt. „Der ganz große Traum“ erzählt die interessante Geschichte des Braunschweiger Lehrers Konrad Koch, der 1874 den Fußball nach Deutschland brachte und somit – gewollt oder ungewollt – den Grundstein für die einzigartige Erfolgsgeschichte unseres Sports hierzulande legte. Aber der Film, eine Mischung aus „Club der toten Dichter“ und „Das Wunder von Bern“, zeigt darüber hinaus auch, welch soziale und gesellschaftspolitische Kraft der Fußball bereits in seiner Anfangszeit hatte. Eine Kraft, von der er bis heute nichts verloren hat. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen zunächst einmal einen schönen Abend in Dortmund und ein spannendes und schönes Spiel gegen den Weltmeister von 2006.

Dr. Theo Zwanziger

Präsident des Deutschen Fußball-Bundes

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Grußwort Dr. Theo Zwanziger

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Klassiker zum Auftakt des Länderspieljahres 2011 Alles auf Anfang Namen, Fakten, Zahlen Die Aufgebote beider Mannschaften Bundestrainer Joachim Löw gibt einen Ausblick auf 2011 „Wir brauchen internationale Vergleiche auf Top-Niveau“ Dortmunder Talente mit Perspektive im A-Team Im Revier der Jungen

Projekt 2014: In Dortmund entsteht ein einzigartiges Fußballmuseum.

Mauro Camoranesi stellt den Kader der Squadra Azzurra vor: Bambino, der Verrückte und ein genialer Römer Die Null muss stehen: Italien und sein Weltklasse-Keeper Ohne Gigi geht es nicht Zu Besuch bei einer deutsch-italienischen Fußball-Legende „Ausgerechnet Schnellinger!“

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Hoffnungsträger aus Dortmund: Mats Hummels.

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Warum die Tifosi noch heute von deutschen Legionären schwärmen La Deutsche Vita hinterm Brenner

Glamour-Paar: Gianluigi Buffon und Model Alena Seredova.

Deutschland gegen Italien – mehr als ein Jahrhundertspiel Als in Mexiko ein Mythos geboren wurde Interview mit Liga- und BVB-Präsident Dr. Reinhard Rauball: „So positiv war die Stimmung noch nie“ Aufstellungen und Torschützen Die letzten Länderspiele Namen und Nachrichten Dortmund ist zum 15. Mal Länderspielort Burgsmüllers BVB-Bestmarke: 135 Tore in 224 Liga-Spielen Manni, der Torjäger Tischtennis-Champion Timo Boll und seine Liebe zum BVB Topspin und Töppen

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Daniel Brühl über seine Rolle als Fußballpionier Konrad Koch „Der ganz große Traum“

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Schatzkammer mit Tradition – Fußballmuseum in Dortmund Maradonas Trikot und der Berner Wunderball OK-Präsidentin Steffi Jones besucht alle Teilnehmerländer In 120 Tagen um die Welt Teambetreuer Flavio Battisti geht in den Ruhestand Der Gentleman für alle Fälle Warum fast alle Fußballer einen Lieblings-Italiener haben Ohne Pasta läuft nichts Fans wählen Schweinsteiger zum „Spieler des Jahres 2010“ Einer für alle DFB eröffnet neue Internetseite für Kinder und Jugendliche Ein virtuelles Nest für Paule Neue Strukturen für Westfalens Fußballer Fit für die Zukunft Mitten im Leben: die Fußballer des BV Viktoria Dortmund Blindes Spielverständnis Das Super-Gewinnspiel im DFB-Aktuell Die deutsche Nationalmannschaft live erleben

Welcome Tour: Steffi Jones bei Jens Lehmann in London.

Die Länderspiel-Termine Vorschau und Impressum

Erfolgreich in Italien: Lothar Matthäus, Jürgen Klinsmann und Andreas Brehme.

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Im Kino: „Der ganz große Traum“ mit Daniel Brühl als Konrad Koch.

Deutschland gegen Italien: Klassiker zum Auftakt des Länderspieljahres 2011

ALLES AUF ANFANG Rauschende Feste, begeisternde Auftritte, Jubel in Schwarz-Rot-Gold. Im Jahr 2010 hat die Nationalmannschaft ihre Fans verwöhnt, Respekt und Anerkennung in der ganzen Welt erworben und neue Freunde gewonnen. Und 2011? Neues Jahr, neue Ziele, neues Glück. Alles auf Anfang. Mit dem Spiel gegen Italien beginnt das Länderspieljahr 2011. Das Kräftemessen mit dem viermaligen Weltmeister wird Gradmesser, Prüfstein, Test – und hoffentlich ein Fußballfest. DFB.de-Redakteur Steffen Lüdeke über die Partie gegen die Squadra Azzurra, Ziele und Ambitionen im neuen Jahr.

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in Klassiker, ein Prestigeduell, kein Spiel wie jedes andere. Fußballromantiker schnalzen mit der Zunge, Historiker kramen in ihren Erinnerungen. Deutschland gegen Italien, immer besonders, nie gewöhnlich, für gewöhnlich: spannend, packend, voller Klasse, mit viel Drama und Tragik. So war es auch beim letzten Aufeinandertreffen. Wenn Joachim Löw am Mittwoch durch die Katakomben des Dortmunder Stadions wandelt und später den Rasen betritt, werden auch für den Bundestrainer Erinnerungen wach. Weltmeisterschaft 2006, Halbfinale in Dortmund, Deutschland gegen Italien. Die letzten Minuten der Verlängerung. Fabio Grosso und Alessandro del Piero, zwei Namen, zwei Spieler, zwei Tore binnen zwei Minuten. Zwei Stiche ins Herz. Italiens Ticket fürs Finale, das Ende der Träume. Der heutige Bundestrainer war damals auch dabei, an der Seite von Jürgen Klinsmann stand er am Spielfeldrand. Selber untröstlich, gab Löw sein Bestes, den Spielern Trost zu spenden. Auch er war in diesen Momenten aus einem Traum erwacht, auch er war enttäuscht, seine Blicke waren leer, wie die von 82 Millionen Deutschen. Doch tief in ihm hatte sich noch ein anderes Gefühl festgesetzt, ein Gefühl, das in jenen Momenten überlagert, aber nicht ausgelöscht wurde: Zuversicht.

Erinnerung an die WM: Philipp Lahm und das deutsche Team verloren 2006 gegen Italien (links: Mauro Camoranesi) im Halbfinale. In Dortmund.

Löw hatte in den vergangenen zwei Jahren als Assistent von Klinsmann erleben können, wie sich jeder einzelne Spieler in kleinen Schritten entwickelt hatte. Die Gegenwart war trist am Abend des 4. Juli 2006, aber Löw ahnte eine positive Zukunft. Fünf Jahre sind seither vergangen, ein Wimpernschlag eigentlich. Und doch eine Ewigkeit. Der Fußball hat sich weiterentwickelt, rasant, unaufhaltsam. Das Spiel ist schneller geworden, konstruktiver, technischer. 2006 noch konnte Italien mit einer Mannschaft Weltmeister werden, deren herausragende Attribute Erfahrung und Defensivstärke hießen. „Sie waren routiniert und reif“, sagt Löw im Rückblick, er sagt aber auch: „Sicher hat ihnen Esprit gefehlt.“ Für den Titel hat es damals dennoch gereicht; heute, so ist Löw sicher, muss eine Mannschaft über andere Qualitäten verfügen, wenn sie sich international durchsetzen und Titel erringen will: Konstruktivität, Kreativität, Mut, Schnelligkeit, Spielstärke.

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„Unter diesem Aspekt treffe ich meine Entscheidungen“, sagt Löw, „unter diesem Aspekt stelle ich meinen Kader zusammen.“ Der Erfolg gibt ihm recht, das deutsche Spiel hat mit der Entwicklung des Fußballs Schritt gehalten, zeitweise hat es sogar deren Tempo diktiert. Löws Ahnung aus dem Sommer 2006 hat sich bestätigt, die Zukunft war positiv. Für nicht wenige hat das DFB-Team bei der WM in Südafrika den besten Fußball aller Mannschaften gespielt und damit Teil eins der Bestrebungen des Bundestrainers erfüllt. „Ich will beides“, sagt Löw, „Begeisterung und Titel.“ Teil zwei steht noch aus, obwohl das Team zuletzt Auszeichnungen en masse gesammelt hat. Mannschaft des Jahres, Bambi, Silbernes Lorbeerblatt, Fernsehpreis – alles im Jahr 2010, alles schön, aber alles nicht mehr als schmückendes Beiwerk. Denn die richtigen Titel wurden der Mannschaft vor der Nase weggeschnappt. Bei der EM 2008 in Österreich und der Schweiz musste sich Deutschland

mit Platz zwei Begnügen, bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika war der Weg im Halbfinale zu Ende. Beide Male erwies sich Spanien als zu hohe Hürde; Xabi Alonso, Xavi, Iniesta und Villa spielten den Fußball, den Löw auch für seine Mannschaft im Jahr 2006 als Vision vorhergesehen hat: schnell, direkt, mutig, offensiv, Fußball mit Esprit. Und siegreich. Es ist eine Art des Fußballs, den auch das DFB-Team immer häufiger zeigt. Weil sich Löw nicht von seinem Weg hat abbringen lassen, weil er jungen Spielern vertraut, weil er mutige Entscheidungen getroffen und sich nicht von der Kritik hat beirren lassen. „Meine Idee ist es, die 20 Spieler zu nominieren, die am besten zusammenpassen und die am besten die Aufgabe in unserem System erfüllen“, sagt Löw. „Das müssen also nicht zwingend die besten 20 Spieler sein. Für mich ist entscheidend, dass ich mit den Spielern unsere persönlichen Vorstellungen vom Fußball umsetzen kann.“

Joachim Löw und Mesut Özil: ein Trainer und sein Spielmacher.

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Lukas Podolski vom 1. FC Köln gehörte schon bei der WMNiederlage 2006 zur deutschen Mannschaft. Auch für ihn gibt es nun ein Wiedersehen.

Unter dieser Prämisse amtiert er seit dem 12. Juli 2006 als Bundestrainer, unter dieser Prämisse hat er seine Entscheidungen getroffen und die Entwicklung der Spieler gefördert. Wo noch zu Beginn des neuen Jahrtausends Weltklassespieler und Talente händeringend gesucht wurden, gibt es heute auch dank konsequenter Nachwuchsarbeit ein großes Angebot an jungen, richtig guten Spielern. Die Wandlung von Bastian Schweinsteiger ist oft erzählt worden, vom Lausbub zum Leader, vom Schweini zum Weltstar. Mit seiner Entwicklung ist der Münchner kein Einzelfall, vielmehr steht er exemplarisch für eine Mannschaft, die Jugend und Reife zu einem eigenen Stil paart. Andere Beispiele lassen sich nennen, allen voran Philipp Lahm. Kapitän in München, aktuell Kapitän der Nationalmannschaft, mit 27 Jahren noch lange nicht im Zenit, mit 75 Länderspielen dennoch schon ein alter Hase. Und mit einem ungeheuren fußballerischen Potenzial. Schweinsteiger und Lahm, auch Per Mertesacker und Lukas Podolski – sie haben den Weg vorgegeben für die nächste Generation. Die neuen Stars im deutschen Team, die jungen Wilden, sie alle eint neben ihren fußballerischen Fähigkeiten ein entscheidender Wesenszug: Verantwortung. Thomas Müller, Holger Badstuber, Sami Khedira, Mesut Özil. Mitunter mit Flausen, meistens aber ziel-

strebig und leistungsbewusst. In ihren Vereinen spielen sie tragende Rollen: Badstuber und Müller in München, Özil und Khedira in Madrid. Woche für Woche bringen sie dort herausragende Leistungen, Woche für Woche werden sie in ihren Vereinen auf hohem Niveau fußballerisch und charakterlich geschult. Sami Khedira von Real Madrid steht in Dortmund vor seinem 18. A-Länderspiel

Davon profitiert auch das deutsche A-Team. Seit dem vergangenen Sonntag hat für die Nationalspieler das Länderspieljahr 2011 begonnen. Am Abend sind die Spieler nach und nach im Sporthotel Kaiserau eingetrudelt. Ein erstes Abendessen, Gespräche in lockerer Runde, recht früh ging es in die Betten. Tags drauf Einzelgespräche, Interviewtermine, Pressekonferenz, die erste Trainingseinheit, business as usual. Alles verläuft nach Plan beim Start ins Jahr 2011. Ein Jahr ohne großes Turnier, ein Jahr allerdings mit großen Herausforderungen. In der Qualifikation für die Europameisterschaften 2012 gilt es, den begonnenen Weg fortzusetzen und – wenn möglich – frühzeitig das Ticket für die Endrunde in Polen und der Ukraine zu lösen. Für jeden Spieler gilt es, die Philosophie des deutschen Spiels noch mehr zu verinnerlichen. Und natürlich hat es sich Löw zur Aufgabe gemacht, weitere Talente an die Mannschaft heranzuführen. Mats Hummels, Kevin Großkreutz, Mario Götze, Marcel Schmelzer, Lewis Holtby, André Schürrle – schon in den ersten Spielen nach dem Turnier in Südafrika hat Löw diesen Spielern eine Chance gegeben. Den Weg geht der Bundestrainer mit aller Konsequenz. Dies zeigt auch die Nominierung

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für das Spiel heute. In Sven Bender hat Löw den nächsten Jüngling in seinen Kader geholt und das Dortmunder Quartett zum Quintett erweitert. Kein Jugendwahn, kein Aktionismus, Löw ist überzeugt von den Qualitäten des Spielers. „Wir haben ihn intensiv beobachtet“, sagte Löw. Dabei hat Bender den Bundestrainer von seinen Fähigkeiten überzeugen können. „Er hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen“, sagte Löw über Bender und lobte dessen Fähigkeiten in der Balleroberung als „überragend gut.“ Löw wird weiter junge Spieler integrieren, auch in den Begegnungen mit hohem Stellenwert. Ganz bewusst hat der DFB deswegen Vergleiche mit den weltbesten Mannschaften angestrebt. Und erhalten. Im Jahr 2011 testet die Mannschaft von Trainer Jogi Löw gegen Italien, Australien, Uruguay, Polen und Brasilien. „Wir brauchen den Wettkampf, brauchen Spiele auf Top-Niveau“, sagt Löw angesichts dieser Paarungen. „Wir haben

es geschafft, Begegnungen zu haben, die zwar Testspiele sind, die aber trotzdem einen hohen Stellenwert haben.“ Der Auftakt führt die Mannschaft also gegen Italien, die Rückkehr nach Dortmund ist eine Rückkehr an den Ort der bitteren Niederlage. Die Rückkehr aber auch an den Ort, wo alles angefangen hat. Acht Tage nach der Niederlage gegen Italien begann die Ära Löw. 62 Spiele wurden unter seiner Verantwortung absolviert, 43 Mal ging die Mannschaft dabei als Sieger vom Platz, zehn Remis und neun Niederlagen komplettieren die Statistik. Es ist eine eindrucksvolle Erfolgsgeschichte, mit durchschnittlich 2,24 Punkten war keiner seiner neun Vorgänger als Bundestrainer  erfolgreicher als Löw. Ein Sieg gegen Italien fehlt Löw noch in seiner Vita. Das WM-Halbfinale war der bislang letzte Vergleich zwischen beiden Nationen, bei der EM 2008 und der WM 2010 schied die Squadra Azzurra jeweils früh aus und musste aus der Heimat mit ansehen, wie Deutschland Spektakel an Spektakel reihte und aus weltweitem Respekt vor den Erfolgen des deutschen Fußballs Bewunderung für die Spielweise wurde. Der deutsche Fußball hat gegenüber dem in Italien aufgeholt, eingeholt, schließlich überholt. In der FIFA-Weltrangliste ist Italien auf den 13. Platz abgerutscht, während sich Deutschland konstant unter den besten drei Nationen hält. Schöne Erfolge, aber nicht mehr als Zahlen auf dem Papier. Gegen Italien sollen nun Taten auf dem Rasen folgen. 1.680 Tage nach der bitteren Niederlage im WM-Halbfinale ist nun die Gelegenheit zur Revanche gekommen, in aller Freundschaft versteht sich. „Wir freuen uns, dass das Spiel in Dortmund stattfindet. Wir haben alle das Spiel aus dem Jahr 2006 in Erinnerung, als wir leider nicht den Einzug ins Finale geschafft haben“, sagte Löw und erinnerte an die bewegte Historie der Duelle mit Italien. „Es ist das Aufeinandertreffen zweier großer Fußballnationen“, sagte der Bundestrainer. Ein Klassiker eben, ein Prestigeduell, kein Spiel wie jedes andere.

Abwehrspieler Arne Friedrich vom VfL Wolfsburg ist nach mehrmonatiger Verletzungspause wieder im Kreis des Nationalteams – zum ersten Mal seit der WM in Südafrika. Bei diesem Turnier hatte der 31-Jährige im Viertelfinale gegen Argentinien (4:0) sein erstes Tor für die DFB-Auswahl geschossen.

der ball für 11

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DEUTSCHLAND Name

Verein

Geburts- Länderdatum spiele / Tore

Tor: René Adler Manuel Neuer

Bayer 04 Leverkusen FC Schalke 04

15.01.1985 27.03.1986

10 / 0 15 / 0

Abwehr: Dennis Aogo Holger Badstuber Jérôme Boateng Arne Friedrich Mats Hummels Philipp Lahm Per Mertesacker Marcel Schmelzer Heiko Westermann

Hamburger SV Bayern München Manchester City VfL Wolfsburg Borussia Dortmund Bayern München Werder Bremen Borussia Dortmund Hamburger SV

14.01.1987 13.03.1989 03.09.1988 29.05.1979 16.12.1988 11.11.1983 29.09.1984 22.01.1988 14.08.1983

3/ 8/ 12 / 79 / 2/ 75 / 73 / 1/ 24 /

0 1 0 1 0 4 1 0 3

Mittelfeld: Sven Bender Mario Götze Kevin Großkreutz Sami Khedira Mesut Özil Bastian Schweinsteiger Christian Träsch

Borussia Dortmund Borussia Dortmund Borussia Dortmund Real Madrid Real Madrid Bayern München VfB Stuttgart

27.04.1989 03.06.1992 19.07.1988 04.04.1987 15.10.1988 01.08.1984 01.09.1987

Angriff: Miroslav Klose Thomas Müller Lukas Podolski

Bayern München Bayern München 1. FC Köln

09.06.1978 105 / 58 13.09.1989 12 / 5 04.06.1985 83 / 42

Der Dortmunder Signal Iduna Park zählt mit einem Fassungsvermögen von 65.600 Zuschauern bei internationalen Spielen weltweit zu den imposantesten Fußball-Arenen.

Mittwoch 9.2.2011 Signal Iduna Park Dortmund Anstoß: 20.45 Uhr

0/ 0 1/ 0 2/ 0 17 / 1 21 / 3 84 / 21 5/ 0

Bundestrainer Joachim Löw

Cheftrainer Cesare Prandelli

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ITALIEN Name

Verein

Geburtsdatum

Tor: Gianluigi Buffon Salvatore Sirigu Emiliano Viviano

Juventus Turin US Palermo FC Bologna

28.01.1978 12.01.1987 01.12.1985

Abwehr: Davide Astori Leonardo Bonucci Mattia Cassani Giorgio Chiellini Domenico Criscito Christian Maggio Andrea Ranocchia

Cagliari Calcio Juventus Turin US Palermo Juventus Turin FC Genua 1893 SSC Neapel Inter Mailand

07.01.1987 01.05.1987 26.08.1983 14.08.1984 30.12.1986 11.02.1982 16.02.1988

0/ 8/ 6/ 37 / 12 / 6/ 1/

Mittelfeld: Alberto Aquilani Daniele De Rossi Sebastian Giovinco Stefano Mauri Riccardo Montolivo Thiago Motta Antonio Nocerino Angelo Palombo

Juventus Turin AS Rom FC Parma Lazio Rom AC Florenz Inter Mailand US Palermo Sampdoria Genua

07.07.1984 24.07.1983 26.01.1987 08.01.1980 18.01.1985 28.08.1982 09.04.1985 25.09.1981

12 / 2 62 / 10 0/ 0 9/ 0 19 / 0 0/ 0 1/ 0 21 / 1

Angriff: Marco Borriello Antonio Cassano Alessandro Matri Giampaolo Pazzini Giuseppe Rossi

AS Rom AC Mailand Juventus Turin Inter Mailand FC Villarreal

18.06.1982 12.07.1982 19.08.1984 02.08.1984 01.02.1987

6/ 20 / 0/ 14 / 18 /

Schiedsrichter: Eric Braamhaar (Niederlande) Schiedsrichter-Assistenten: Arend Brink (Niederlande) Wilco Lobbert (Niederlande) Vierter Offizieller: Guido Winkmann (Kerken)

Länderspiele / Tore

102 / 0 2/ 0 4/ 0

0 2 0 2 0 0 0

0 5 0 1 3

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Ballzauber! REWE drückt der deutschen Nationalmannschaft die Daumen im Spiel gegen Italien.

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Im Jahr 2010 hat die Nationalmannschaft die Menschen in Deutschland und der Welt begeistert; Fußball „Made in Germany“ wurde zum Markenzeichen. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw sorgte für viel Aufsehen, selbst wenn der WM-Titel versagt blieb. Schöne Spiele, schöne Momente, schöne Erinnerungen. Schöne Vergangenheit. Abgehakt, der Blick ist wieder nach vorne gerichtet. Die Gegenwart ist die EM-Qualifikation, aktuell zum Auftakt des Länderspiel-Jahres 2011 der Test gegen Italien. Im Interview mit DFB.de-Redakteur Steffen Lüdeke spricht der Bundestrainer über Ziele und Herausforderungen in den kommenden Monaten.

Den Blick nach vorne gerichtet: Die Qualifikation für die EURO 2012 steht für Joachim Löw im Mittelpunkt des Länderspiel-Jahres 2011.

Bundestrainer Joachim Löw gibt einen Ausblick auf 2011

„WIR BRAUCHEN INTERNATIONALE VERGLEICHE AUF TOP-NIVEAU“ Herr Löw, welche Erwartungen haben Sie an Ihre Mannschaft im Jahr 2011? Unsere Aufgabe ist es, unseren Weg mit aller Konsequenz weiterzugehen und uns auf allen Ebenen zu verbessern. Wir sind eine spielstarke Mannschaft, aber natürlich sind wir noch nicht am Ende unserer Entwicklung, wir können spielerisch weiterhin zulegen. Zudem ist es unser Anspruch, auch in Zukunft junge Spieler in die Mannschaft zu integrieren. Wir haben sieben, acht Kandidaten, die in den nächsten Jahren für die Nationalmannschaft wichtig sein können. Hummels, Götze, Großkreutz, Holtby, Schürrle und Schmelzer waren ja schon im November 2010 in Schweden dabei. Es ist meine Aufgabe, dieses Potenzial optimal für den Fußball in Deutschland zu nutzen. Deswegen werde ich in diesem Jahr weiter jungen Spielern eine Chance im Kreis der Nationalmannschaft geben.

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Wie gut ist es für Ihre Mannschaft, dass sie in diesem Jahr kein großes Turnier bestreiten muss? Es ist grundsätzlich nicht schlecht, wenn die Nationalspieler jetzt mal ein Jahr haben, in dem sie eine lange Sommerpause haben werden. Und vor allem eine normale Vorbereitung auf die Bundesliga-Saison. Aber natürlich brauchen wir den Wettkampf, brauchen internationale Vergleiche auf Top-Niveau. Daher bin ich froh, dass wir es geschafft haben, starke Gegner für unsere Testspiele zu gewinnen. Wir spielen gegen Brasilien, die Niederlande, Uruguay, Australien. Und jetzt eben gegen Italien. Diese Begegnungen haben allesamt einen hohen Stellenwert und sind für uns echte Prüfungen. Solche Spiele bringen uns weiter, daraus lernen wir. Dazu dürfen wir uns in der EM-Qualifikation nicht auf unserem Vorsprung ausruhen und wollen mit attraktivem Fußball so früh wie möglich das EM-Ticket sichern.

Die EM 2012 ist das nächste große Ziel. Befassen Sie sich schon mit der Zeit danach? Spielt die WM 2014 in Brasilien in Ihren Gedanken schon eine Rolle? Nein, im Grunde nicht. Das ist ein bisschen zu weit gedacht. Man sollte nicht über Turniere hinaus denken. Unsere Zielsetzung ist jetzt ganz klar: Wir wollen uns für die EM qualifizieren und dann 2012 in Polen und der Ukraine ein gutes Turnier spielen. Was danach passiert, spielt in meinen Gedanken allenfalls eine untergeordnete Rolle.

Ihre Mannschaft ist schon jetzt sehr jung. In Südafrika war Deutschland nach Ghana das zweitjüngste Team. Nach der WM haben Sie die Mannschaft weiter verjüngt. Es gibt Kritiker, die beanstanden, dass junge Spieler heutzutage viel zu schnell für ein Länderspiel berufen werden. Ich kann mit solchen Äußerungen nicht viel anfangen. Für mich ist die Qualität eines Spielers das einzige Kriterium. Die Anzahl der Bundesligaspiele kann doch allenfalls eine untergeordnete Rolle spielen. Wenn ein Spieler über eine gewisse Qualität verfügt und in der Lage ist, unsere Philosophie gut umzusetzen, dann werde ich auch künftig nicht zögern, weiteren Talenten eine Chance zu geben.

Joachim Löw im Kreis der Nationalmannschaft: Für das Länderspiel im November 2010 in Schweden berief der Bundestrainer einige junge Spieler.

Viel Ballgefühl: Für Löw ist Fußball immer wieder Faszination.

Wie realistisch ist es denn für die ganz jungen Spieler, an den jungen, aber mittlerweile etablierten Spielern wie Müller, Özil und Khedira vorbeizuziehen? Das ist natürlich keine leichte Aufgabe. Spieler wie Müller, Özil und Khedira stehen ja selber im Grunde erst am Beginn ihrer Karriere. Man darf davon ausgehen, dass sie lange noch nicht am Ende ihrer Entwicklung angekommen sind und sich weiter verbessern werden. Doch, wie gesagt: Entscheidend ist immer die Qualität. Wenn ein noch jüngerer Spieler nachkommt und besser ist, dann wird er spielen. Für mich als Trainer ist diese Situation optimal. Aus Konkurrenz erwächst Leistung. Und wenn ein 18-jähriger Spieler schon in der Lage ist, Druck auf 22-jährige Spieler auszuüben, dann wird am Ende das Team davon profitieren. Ihre Mannschaft führt nach vier Siegen aus vier Spielen die Tabelle der Qualifikationsgruppe A für die EM 2012 souverän vor Österreich und der Türkei an. Ist die Qualifikation für das Turnier in Polen und der Ukraine nur noch Formsache? Nein, die Qualifikation ist längst noch nicht gelaufen. Wir haben eine gute Ausgangssituation, mehr aber auch nicht. Wir haben noch sechs Spiele vor uns und dürfen uns nicht zu sicher sein. Ich glaube, dass die nächsten Spiele gegen Kasachstan und vor allem die Duelle mit Österreich und Aserbaidschan im Juni sehr wichtig sind. Wenn wir diese drei Begegnungen erfolgreich bestreiten, dann haben wir die Chance, frühzeitig alles klarzumachen, und das muss unser Ziel sein.

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Dortmunder Talente mit Perspektive im A-Team

IM REVIER DER JUNGEN Es fror in Göteborg, Mitte November fing der Winter an. Am Ende des Spiels zwischen Schweden und Deutschland stand ein 0:0. Auf den ersten Blick nichts, über das man lange reden wird, der Abschluss eines hochemotionalen Länderspieljahres, in dem weit Bemerkenswerteres passierte. Aber vielleicht wird man sich eines Tages doch an diese Partie erinnern. Sechs junge Hoffnungsträger für Löw wurden damals eingesetzt, vier von ihnen kamen von Tabellenführer Borussia Dortmund, jener Mannschaft, die mit dem DFB-Team vieles, ganz besonders aber eines verbindet: Sie will nicht nur Spiele gewinnen, sondern auch Herzen. Mats Hummels, Kevin Großkreutz, Marcel Schmelzer, Mario Götze und jetzt, als Nummer fünf, Sven Bender, der gegen Italien zum ersten Mal dabei ist – junge Spieler, die in der Bundesliga für Furore sorgen und das perspektivisch auch mit dem Bundesadler auf der Brust tun wollen. DFB.de-Redakteur Gereon Tönnihsen stellt sie vor.

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ie WM 2010 fand für fünf vielversprechende Talente aus Dortmund auf der Leinwand statt: vor dem heimischen Fernseher, mit Freunden, beim Public Viewing. Der eigene Auftritt auf der Weltbühne war ein Traum, stattdessen waren sie als Fans in der Heimat Komparsen im zweiten Teil des Sommermärchens. Doch schon bald könnten sie Hauptrollen besetzen, die Premiere haben sie hinter sich, und sie war verheißungsvoll. Mats Hummels hatte schon im Vorjahr zu den potenziellen WMKandidaten gehört. Vier Wochen vor dem Turnier hatten er und sein Vereinskollege Kevin Großkreutz ihr erstes Länderspiel absolviert, doch da war schon klar gewesen, dass sie nicht mit nach Südafrika fahren würden. Joachim Löw hatte andere Kandidaten im Auge, und bei Hummels wurde aus anfänglicher Enttäuschung neue Motivation. „Es war damals eine Kann-Entscheidung. Man konnte mich mitnehmen, musste nicht“, sagt der 22-Jährige. „Deshalb habe ich es mir zum Ziel gesetzt, dem Bundestrainer gar keine andere Möglichkeit zu lassen als mich zu berufen, wenn wieder eine Nominierung ansteht.“ U 21-Europameister Hummels verkörpert diese angenehme Mischung aus Selbstbewusstsein und Bescheidenheit, wie sie seit einiger Zeit vielen jungen Spielern zu eigen ist. Der hochbegabte Innenverteidiger debütierte mit 17 bei Bayern München, in Dortmund ist er mit 22 bereits Abwehrchef. „Für sein Alter ist er schon erstaunlich reif“, lobt Löw. Und Hummels, dieser junge und doch schon so abgeklärte Spieler, der nur auf dem Rasen für die Defensivarbeit zuständig ist, sagt, das sei genau das, was er hören wolle: „Ich hoffe, dass ich diesen lobenden Worten bei meiner nächsten Nominierung gerecht werden kann.“ Früher gab es den Lauterer Block, den Bayern-Block, den Kölner Block, den Gladbacher Block, in Schweden Mitte November überzeugte der BVB-Block. Nicht, dass das irgendwen überrascht hätte. Borussia Dortmund eilte in der Bundesliga von Sieg zu Sieg, einer schöner als der andere mit schnellem Spiel und tollen Toren, und nicht nur Mats Hummels stellte fest, „dass es viele Parallelen zur Nationalmannschaft gibt“: Begeisterung, Spielwitz, Leidenschaft, gute Spieler, junge Spieler. Spieler wie Mario Götze, den DFB-Sportdirektor Matthias Sammer bereits als eines der

größten deutschen Talente bezeichnete, und der in Schweden, gerade volljährig geworden, sein Debüt im A-Team gab – als jüngster Spieler seit Uwe Seeler 1954. „Götze hat mich beeindruckt. Er hat mit seinen 18 Jahren mit einer Selbstverständlichkeit bei uns trainiert, wie ich sie bei einem Spieler, der neu zur Nationalmannschaft gekommen ist, noch nie gesehen habe“, sagt Löw über den Mittelfeldmann mit der überragenden Technik, der vor zwei Jahren mit der deutschen U 17 Europameister wurde. „Götze wirkte trotz seiner Jugend so, als wäre er schon zwei, drei Jahre dabei: selbstbewusst, ballsicher, ideenreich.“ Ob es ihm, dem großen Talent, manchmal ein bisschen zu schnell gehe? „Ich habe durch die vielen Spiele und die vielen Trainingseinheiten gar nicht so viel Zeit, darüber nachzudenken“, sagt Götze, der, das vergisst man so schnell, gerade seine erste komplette Profisaison bestreitet. In der Vorsaison war er fünfmal eingewechselt worden. A-Nationalmannschaft statt A-Junioren – der Aufstieg des Teenagers, der schon als Neunjähriger zur Borussia kam und zweimal die Fritz-Walter-Medaille gewann, hätte steiler kaum sein können. Der des Kevin Großkreutz vollzog sich dagegen eher auf dem zweiten Bildungsweg. In Dortmund geboren, stand der heute 22-Jährige schon als Kind mit seiner Familie auf „Süd“, der legendären Südtribüne des BVB-Stadions, schlief in BVB-Bettwäsche, trug immer das aktuelle BVBTrikot, und zur Einschulung gab es eine BVB-Schultüte. Der kleine Kevin verehrte Paul Lambert, Stéphane Chapuisat und Karlheinz Riedle. „Wenn Borussia spielte, war das immer ein Festtag bei uns zu Hause. Das ist heute noch so“, sagt er. Und es war nur logisch, dass er auch selbst in diesem Klub spielen wollte. Doch in der C-Jugend schien sein Weg dort zu Ende zu sein. Zu schmächtig sei er, hieß es. Großkreutz wechselte nach Ahlen, verbrachte aber nach wie vor jede freie Minute beim Verein seines Herzens, fuhr mit zu großen Spielen nach Mailand, Glasgow oder Rotterdam. Als er bei Ahlen in der 2. Bundesliga den Durchbruch geschafft hatte, bekam er viele Angebote aus dem Oberhaus. Das eine oder andere war interessant, aber keines so sehr wie das aus Dortmund, der großen Liebe, von der man nie so ganz loskommt.

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2009 war Mats Hummels Europameister mit der U 21. Im vorigen Jahr gab er sein Debüt in der A-Nationalmannschaft.

Wie das seine Art ist, krempelte Großkreutz die Ärmel hoch und erspielte sich einen Stammplatz in der Offensive des BVB. Der Fan stand nun selbst auf dem Platz. „Kevin ist ein guter Junge mit Perspektive, für uns wird er nach der WM richtig interessant“, lobte der Bundestrainer nach dem Nationalmannschaftsdebüt des Dortmunders gegen Malta im Mai 2010. Das bestätigte sich bald. Für die Qualifikationsspiele gegen die Türkei und Kasachstan musste er noch verletzungsbedingt absagen, in Schweden dann war er wieder dabei. Und ackerte und rackerte wie immer. Kein Wunder, dass ihn der „Kicker“ mit dem Ehrennamen „Kevin Löwenherz“ bedacht hat. Gäbe es nach jedem Spiel Fleißkärtchen, wäre Großkreutz immer ganz vorne mit dabei – Marcel Schmelzer wäre ihm jedoch sicher dicht auf den Fersen. Die linke Seite ist seine, von vorne nach hinten, von hinten nach vorne, immer unterwegs. „Ich muss stets 100 Prozent geben und über Kampf und Leidenschaft kommen“, sagt der gebürtige Magdeburger, der als 17-Jähriger vom BVB gecastet wurde. Binnen eineinhalb Jahren stieg er erst zum Profi auf,

Junge Männer mit Jubelerfahrung (von links): Sven Bender, Marcel Schmelzer und Kevin Großkreutz.

dann wurde er nacheinander U 21-Europameister, Stammspieler und schließlich Nationalspieler. Löws Fazit nach der ersten Bewährungsprobe des Linksverteidigers, der zaghaft begann und sich dann immer besser zurechtfand: „Marcel Schmelzer hat auf der linken Seite seine Sache in der Defensive gut gelöst. Ich weiß, dass er in Dortmund noch mehr Offensivkraft erzeugen kann.“ Das will „Schmelle“ künftig auch im Nationalteam.

Auf dem Sprung nach ganz oben: Mario Götze gilt als eines der größten deutschen Talente.

Nummer fünf aus dem Team des Tabellenführers: Sven Bender, auch erst 21 Jahre alt, defensiver Mittelfeldspieler und damit einer, der den Schöngeistern im Team den Rücken freihält, alle nennen ihn „Manni“. Seinen Job beim BVB beschreibt er so: „Meine Hauptaufgabe ist es, mich an allen Brennpunkten zu zeigen.“ Er war, anders als seine Kollegen, in Schweden noch nicht dabei und könnte bei seinem „Heimspiel“ sein Debüt geben. „Diese jungen Spieler werden sich gut weiterentwickeln“, ist Löw überzeugt. „Es ist unser Ziel, dass wir Richtung EM 2012 und WM 2014 Spieler haben, die nachkommen und den Konkurrenzkampf mit ihrer Klasse weiter anheizen.“ Die Jungs aus dem Revier – sie werden wiederkommen, und sie wollen so schnell kein großes Turnier mehr aus der Ferne erleben.

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Mauro Camoranesi stellt den Kader der Squadra Azzurra vor

BAMBINO, DER VERRÜCKTE Wenn sich Mauro Camoranesi heute den Klassiker zwischen Deutschland und Italien in Dortmund anschaut, dann kehren die Erinnerungen zurück. Fast fünf Jahre ist es her, dass er hier selbst auf dem Rasen stand, im WM-Halbfinale 2006. Mit dem 2:0-Sieg nach Verlängerung versperrte die Squadra Azzurra den Gastgebern den Weg ins Finale und holte anschließend den Titel. „Ein Traum ist damals in Erfüllung gegangen“, sagt Camoranesi. Im Gespräch mit Marko Schumacher, Redakteur der „Stuttgarter Zeitung“, stellt der 34-Jährige das aktuelle Team des viermaligen Weltmeisters vor.

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her leise ist im vergangenen Sommer Camoranesis erfolgreiche Karriere in der Squadra Azzurra zu Ende gegangen. Nach dem Vorrunden-Aus bei der WM in Südafrika machte er, wie einige andere aus dem 2006er-Jahrgang, Platz für einen Neuanfang. „Unser Team brauchte einen Generationswechsel“, sagt der gebürtige Argentinier und verfolgt den Weg der Italiener seither als interessierter Beobachter. Dass er an eine erfolgreiche Zukunft glaubt, hat zwei Gründe: Der erste ist der neue Trainer Claudio Prandelli, „ein ganz akribischer Mann, über den man nur Gutes hört“. Der zweite ist die neue Mannschaft, „eine gute Mischung aus erfahrenen Führungsspielern und jüngeren Kräften, die ehrgeizig in ihren Zielen und bescheiden in ihrem Auftreten sind“.

Mauro Camoranesi beendete nach der WM 2010 seine erfolgreiche Nationalmannschaftskarriere.

Abwehrspieler Leonardo Bonucci vom AS Bari ist eine der großen Entdeckungen der vergangenen Saison.

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UND EIN GENIALER RÖMER Im Tor steht einer der ganz Großen im Weltfußball: Gianluigi Buffon (31). Ich habe in meiner Karriere ein paar herausragende Schlussmänner erlebt, Petr Cech vom FC Chelsea zum Beispiel oder Julio Cesar von Inter Mailand. Aber keiner ist so außergewöhnlich wie Buffon, der viermalige Welttorhüter. Ich habe jahrelang bei Juventus Turin und im Nationalteam mit ihm zusammengespielt und weiß daher, wie viel Selbstvertrauen er einer Mannschaft geben kann. Wenn man ihn in seinem Rücken hat, dann hat man nichts zu befürchten. In Emiliano Viviano (25) und Salvatore Sirigu (24) hat Italien zwei Torhüter, die relativ jung sind und darauf hoffen, eines Tages das Erbe Buffons antreten zu dürfen. Viviano spielt beim FC Bologna, durfte im Nationalteam zuletzt zweimal den verletzten Buffon vertreten und hielt fehlerlos. Und Sirigu von US Palermo hat ebenfalls vielversprechende Anlagen. Viele sagen ihm eine große Zukunft voraus. Ich glaube aber, dass es noch sehr lange dauern wird, bis Italien wieder einen Torhüter von der Klasse Buffons haben wird.

auch im Nationalteam für Furore und hat in sechs Spielen zwei Tore geschossen. Ich würde sagen: nicht schlecht für einen Abwehrspieler! In meinen 55 Länderspielen habe ich es als Mittelfeldspieler nur auf fünf Törchen gebracht. „Il Bambino“, das Kind, nennen sie in Italien Davide Santon, weil er gerade erst 20 Jahre alt geworden ist. Mit entsprechend jugendlichem Elan geht der Außenverteidiger zur Sache. Er spielt ohne jegliche Angst, rennt mit viel Energie die Seitenlinie hoch und runter und hat, ähnlich wie Philipp Lahm, einen entscheidenden Vorteil: Santon kann links wie rechts spielen. Diese Vielseitigkeit hat ihm den Übergang von den Junioren von Inter Mailand zu den Profis erheblich erleichtert.

Technisch stark, perfekte Schusstechnik. Hervorragende Übersicht: Weltklassespieler Daniele De Rossi.

Ein waschechter Linksverteidiger ist Domenico Criscito (24). Er ist technisch gut, schlägt präzise Flanken, hat einen strammen Schuss. Bei Juve habe ich mit ihm zusammen gespielt, allerdings war die Konkurrenz sehr groß. Den großen Durchbruch schaffte er daher erst, als er 2008 für 13 Millionen Euro wieder zum FC Genua zurückkehrte. Dort ist er eine wichtige Stütze und hat zuletzt große Fortschritte gemacht. Die rechte Außenbahn wiederum ist die Heimat von Mattia Cassani (27). Er hat einen ganz ähnlichen Werdegang wie Criscito. Auch Cassani kam in jungen Jahren zu Juve, wurde aber immer wieder ausgeliehen, kehrte zurück und kam dennoch nicht richtig zum Zug. Der entscheidende Sprung nach vorne war für ihn der Wechsel zu US Palermo, wo er unumstrittener Stammspieler ist. Das hat ihn selbstbewusster gemacht, was zuletzt auch in der Nationalmannschaft zu spüren war. Ich traue ihm durchaus zu, dass er auch hier Stammspieler werden kann. Wechseln wir ins Mittelfeld und zu einem Mann, den ich phänomenal finde: Daniele De Rossi (27). Ein Weltklassespieler auf Augenhöhe mit Leuten wie Bastian Schweinsteiger und Steven Gerrard. Technisch stark, perfekte Schusstechnik, hervorragende Übersicht, tolle Ausstrahlung – was soll ich sonst noch sagen? Er ist es von klein auf gewohnt, Verantwortung zu tragen; mit dem AS Rom ist er schon in jungen Jahren Meister geworden. Wichtige Spiele empfindet er nicht als Last, sondern als Herausforderung. Und was ihn so sympathisch macht: Daniele ist abseits des Spielfelds ein echter Spaßvogel. So sind übrigens die meisten Römer.

Giorgio Chiellini (26) heißt der Mann, der in der italienischen Abwehr die Hauptverantwortung trägt. Eine undankbare Aufgabe ist es für ihn, Weltklasseleute wie Fabio Cannavaro und Alessandro Nesta zu ersetzen. Er ist aber auf einem sehr guten Weg und wird das schaffen, genauso wie er sich auch bei Juventus Turin durchgesetzt hat. Giorgio ist ein hervorragender Innenverteidiger, der alle Voraussetzungen für diese Position mitbringt: Er ist körperlich robust, dynamisch, kopfballstark. Und: Er hat eine starke Persönlichkeit, was ich für einen Abwehrchef als besonders wichtig erachte. Mit 1,90 Meter hat Leonardo Bonucci (23) ein echtes Gardemaß für einen Innenverteidiger – er ist trotz seiner Größe aber auch technisch sehr versiert. Bei AS Bari war er einer der großen Entdeckungen der vergangenen Saison. Nach überragenden Leistungen hat ihn im Sommer Juventus für mehr als 15 Millionen Euro verpflichtet. Nun sorgt er

Einen Spieler gibt es im Mittelfeld der Squadra Azzurra, den ich noch mehr bewundere als De Rossi. Es ist Andrea Pirlo (31) vom AC Mailand, der Beste von allen, nur leider lange verletzt. Was für ein begnadeter Fußballer! Ich habe in meiner Karriere keinen anderen Spieler erlebt,

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bei dem eine so außergewöhnliche Technik, eine so unglaubliche Ruhe am Ball und ein so starker Charakter zusammengekommen wären. Für die ganz großen Spiele wie das WM-Halbfinale 2006 gegen Deutschland ist er wie gemacht. Auch wenn den Deutschen die Erinnerung wehtut – wie er das 1:0 vorbereitet hat, war fantastisch und typisch Pirlo. Sein Geheimnis ist, die schwierigsten Dinge spielerisch leicht aussehen zu lassen. Andrea, ich verehre Dich! Claudio Marchisio (25) ist von Pirlo (noch) weit entfernt, aber auch er ist ein Spieler, den ich sehr mag. An Christian Träsch erinnert er mich immer, weil er vielseitig verwendbar ist und sich immer in den Dienst der Mannschaft stellt. Bei Juve, aus deren Jugend er stammt, habe ich mit ihm zusammen gespielt und weiß daher seine uneigennützige Spielweise sehr zu schätzen. Claudio ist zwar körperlich nicht der Stärkste, er verfügt aber über ein großes Spielverständnis. Vielleicht also irgendwann doch ein neuer Pirlo? Wenn es um den legitimen Nachfolger Pirlos geht, fällt in Italien auch häufig der Name Riccardo Montolivo (26). Er selbst mag solche Vergleiche nicht, er sieht sich ohnehin nicht als Spielmacher, sondern als Achter und gibt Steven Gerrard als sein Vorbild an. In jedem Fall ist der Kapitän des AC Florenz mit seiner Ballsicherheit und Spielintelligenz der Prototyp eines modernen Mittelfeldspielers. Ich vermute übrigens, dass er sich auf das Spiel heute ganz besonders freut. Seine Mutter kommt aus Kiel, er besitzt neben dem italienischen auch den deutschen Pass und verbringt seinen Urlaub gerne an der Ostsee.

Riccardo Montolivo, dessen Mutter aus Kiel stammt, ist mit seiner Ballsicherheit und Spielintelligenz der Prototyp eines modernen Mittelfeldspielers.

Und noch ein Mittelfeldspieler, in den Italien große Hoffnungen setzt: Alberto Aquilani (26). Allerdings ist seine Karriere zuletzt ein wenig ins Stocken geraten. Für 20 Millionen Euro wechselte er 2009 vom AS Rom zum FC Liverpool, blieb dort aber hinter den Erwartungen zurück. Auf Leihbasis spielt er seit Beginn dieser Saison bei Juve und hat seine Leistungen wieder stabilisiert. Er ist ein beweglicher, sehr agiler Mann, der ein Spiel gestalten kann. „Il Bambino“ Davide Santon ist wieselflink und kann rechts wie links spielen.

Einen ganz speziellen Bezug habe ich zu Simone Pepe (27). Schließlich hat er mich ersetzt bei Juventus Turin und in der Nationalmannschaft. Er ist sehr schnell und kann scharfe Flanken schlagen – bringt also alles mit, was ein guter Flügelspieler braucht. Und über Cristian Ledesma (28) von Lazio Rom will ich unbedingt auch noch sprechen, weil er wie ich ursprünglich aus Argentinien stammt. Ich habe mich sehr für ihn gefreut, als er im November gegen Rumänien sein Debüt in der italienischen Nationalmannschaft gefeiert hat. Er ist ein guter Mittelfeldspieler und ein lustiger Kerl – so wie alle Argentinier. Im Angriff fällt mir als Erster Giampaolo Pazzini (26) ein, den alle nur „Pazzo“ nennen, den Verrückten. Wäre ich Abwehrspieler – gegen ihn wollte ich nicht spielen. Er arbeitet mit allen Mitteln, um den Ball im Tor unterzubringen. Er ist kräftig, kopfballstark und war beim AC Florenz einst Nachfolger von Luca Toni, als der zu den Bayern ging. Mittlerweile spielt er bei Sampdoria Genua und macht dort die verrücktesten Dinge. So ist er eben, der „Pazzo“. Stürmer sind aus ganz besonderem Holz geschnitzt, das beweist auch Alberto Gilardino (28) vom AC Florenz. Ich kenne ihn seit vielen Jahren; wir haben ganz früher schon

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Alberto Gilardino vom AC Florenz besitzt Torjäger-Qualitäten.

in Verona in einer Mannschaft gespielt. Das Einzige, was ihn damals interessierte, waren Tore, Tore, Tore. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Für Stürmer wie ihn haben sie in Italien einen besonderen Ausdruck, er lautet: „Animale da gol“.

Der erst 20-jährige Mario Balotelli ist Italiens große Hoffnung im Angriff.

Giuseppe Rossi (23) ist der vielleicht ungewöhnlichste Angreifer, den ich je kennengelernt habe. Er spielt ganz anders als alle anderen, am ehesten kann man ihn vielleicht mit Cacau vergleichen. Er ist extrem schnell, sehr trickreich, er lässt sich immer wieder nach hinten fallen und ist daher für die Gegner kaum zu greifen. Er hat auch eine sehr reife Persönlichkeit. Das mag daran liegen, dass er schon in jungen Jahren viel gesehen hat: Er ist in den USA geboren, hat bei Manchester United und Newcastle United gespielt und steht nun in Spanien bei Villarreal unter Vertrag. Und zum Schluss noch die große italienische Sturmhoffnung für die Zukunft: Mario Balotelli (20). Schon mit 17 hat er bei Inter Mailand in der Serie A debütiert. Und in diesem Sommer hat Manchester City fast 30 Millionen Euro für den Mann mit den ghanaischen Wurzeln ausgegeben. Das ist ungeheuer viel Geld für einen so jungen Spieler – könnte aber gut investiert sein. Denn Mario ist nicht nur physisch sehr stark, er ist auch ungeheuer kreativ. Jetzt muss er sich nur noch gegen die starke Konkurrenz durchsetzen. Nicht die leichteste Aufgabe.

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geht der Sache auf den Grund.

Die Null muss stehen: Italien und sein Weltklasse-Keeper

OHNE GIGI GEHT ES NICHT Italiens Fußball steckt im Umbruch. Spieler kommen, Spieler gehen. Doch einer ist geblieben: Gianluigi Buffon stand schon mit 19 im Nationaltor. Damals galt er als großes Talent. Jetzt, 14 Jahre später, ist der Keeper von Juventus Turin einer der Besten seines Fachs, gekrönt durch den WM-Titel 2006 in Deutschland. Dass seine große Karriere auch ganz unmittelbar mit einem kamerunischen Torwart namens Thomas N’Kono zu tun hat, wissen nur wenige. Oliver Birkner, „Kicker“-Korrespondent in Italien, über einen Fußballer, der eine Strandbar besitzt, als Kind BudSpencer-Filme mochte und dem es gefiel, mit „Juve“ in der Zweiten Liga zu spielen.

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ie Sportkarriere lag zweifelsohne in den Genen. Die Eltern errangen Titel im Kugelstoßen und Diskuswerfen, die beiden älteren Schwestern spielten professionell Volleyball, Onkel Dante ging in der ersten Basketball-Liga auf Korbjagd und der entfernte Verwandte Lorenzo hütete einst das Tor von Milan, Inter und Florenz. „Die Zukunft stand in meiner DNA geschrieben: Alle in meinem engsten Familienkreis trugen das Nationaltrikot Italiens, was blieb mir also anderes übrig, als es ebenfalls dorthin zu schaffen?“, sagte Gianluigi Buffon einmal. Mittlerweile ist der Keeper von Juventus Turin 33 Jahre alt und hat sie in puncto Titel und Bekanntheitsgrad längst locker in den Schatten gestellt: Weltmeister, UEFA-PokalSieger, italienischer Meister, viermal Welttorhüter und kürzlich geehrt zum besten Keeper des vergangenen Jahrzehnts – annähernd 450 Einsätze in der Serie A, fast 100 im Europapokal, genau 102 bei den Azzurri, für die nur Fabio Cannavaro, Paolo Maldini und Dino Zoff mehr Partien bestritten. Die Statistik würde noch einige Spiele mehr führen, wenn Buffon wegen einer Rücken-Operation nicht rund sechs Monate hätte pausieren müssen. Erst

Der Höhepunkt seiner Karriere: Mit Italien gewann Buffon 2006 den WM-Titel.

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Anfang Januar kehrte er zwischen die Pfosten zurück, gilt bei Nationalcoach Cesare Prandelli künftig jedoch wieder als die unumstrittene Nummer eins. Sein Debüt in der A-Elf der Azzurri gab Buffon bereits mit 19. Bei der WM-Qualifikation in Moskau im Oktober 1997 verletzte sich Stammkeeper Gianluca Pagliuca – der Youngster musste nach einer halben Stunde aufs Feld und bekam von Cannavaro zu hören: „Bleib’ einfach ruhig, Gigi, dann wird das schon!“ 20 Minuten später bescherten dann nicht die Russen, sondern Cannavaro per Eigentor Buffons ersten Gegentreffer im Nationaltrikot. Die Partie endete 1:1. In der Folge rückte er wieder ins zweite Glied, erst Italiens Torwartlegende Dino Zoff machte ihn ab September 1998 zum Stammspieler. Diese Rolle trat Buffon seither nur notgedrungen in Verletzungspausen ab. Allerdings würde man ohne die mutigen Fußballer Kameruns heute vielleicht vom Mittelfeld-Ass Buffon schwärmen. Geboren im toskanischen Carrara, mochte der junge Gigi Mortadella-Brote, Fruchtgummi, Bud-SpencerFilme und Panini-Bilder. Und er spielte leidenschaftlich gerne im Mittelfeld. Im Tor half er wegen seiner damals schon beachtlichen Größe lediglich sporadisch aus. Dann kam die WM-Endrunde 1990 nach Italien, und der damals elfjährige Buffon zeigte sich fasziniert von Kamerun, insbesondere dessen Torwart Thomas N’Kono: „Danach wollte ich unbedingt im Tor spielen.“ Das gelang ihm dermaßen gut, dass zwei Jahre später der AC Mailand und der AC Parma anklopften – Buffon entschied sich für Parma: „Vielleicht lag es daran, dass ich seit jeher ein Faible für die Underdogs besitze. Mein Jugendtrainer sagte mir nach nur wenigen Wochen beeindruckt, dass ich es mit 20 in die erste Liga schaffen würde. Doch ich war noch nie ein geduldiger Mensch und wollte schneller dorthin.“

Alles im Griff: Gianluigi Buffon ist nach mehrmonatiger Verletzungspause wieder fit. Schon mit 19 gab er sein Debüt in der Nationalmannschaft und ist inzwischen unersetzlich – auch für Nationaltrainer Cesare Prandelli.

United und Barcelona Angebote gemacht hatten. „Diese Saison möchte ich nicht missen. Es fühlte sich gut an, wieder zu den Wurzeln zurückzukehren, zum genuinen Fußball. Vielleicht hält man mich für verrückt, doch das Jahr hat unglaublichen Spaß gemacht.“ In Turin erlebte Buffon aber auch die Schattenseiten des Rampenlichts. Ende 2003 verfiel er sechs Monate lang in eine tiefe Depression und begab sich zeitweise in Behandlung bei einer Psychologin. „Ich war unzufrieden mit meinem Leben, mit dem Fußball. Ich besaß ein ständiges Unwohlsein und wie aus dem Nichts zitterten mir plötzlich die Beine. In einer Depression verlierst du jegliches Gefühl von dir selbst und jegliche Rationalität.“ Buffon vertraute sich der Familie, engen Freunden und dem Vereinsarzt an. „Ich hatte unermessliches Glück, weil ich aus dem Tief relativ schnell wieder herausfand. Es half mir, vieles im Leben in einem anderen Licht zu betrachten.“ Glamour-Paar: Mit dem Model Alena Seredova hat Buffon zwei Söhne.

Er schaffte es erheblich schneller. Mit 16 trainierte er bereits bei den Profis, im November 1995 bestellte der damalige Parma- und spätere Dortmund-Trainer Nevio Scala den 17-jährigen Buffon zum Gespräch. „Du wirst heute gegen Milan von Anfang an spielen“, sagte Scala und holte zu einem intensiven Diskurs mit Tipps für das Serie-A-Debüt des Youngsters aus. Buffon blickte dabei ständig auf die Uhr und fragte irgendwann, ob das noch länger dauern würde. Schließlich müsse er den Kumpels daheim Bescheid geben, die es sonst nicht mehr rechtzeitig bis ins Stadion schaffen würden. „Ich war eben ein Teenager, Rebell, undiszipliniert und eine vorlaute Rotznase“, erinnert sich Buffon heute. „Ich machte stets das Gegenteil von dem, was der Trainer auftrug. Ich glaube, wegen mir riskierte Scala bisweilen, in der Psychiatrie zu enden.“

Der Torwart von Juventus Turin spielte bislang 102-mal im Nationalteam.

Er begann, sich Dingen abseits der Profiverpflichtungen zu widmen. Inzwischen ist Buffon Mitinhaber von Carrarese, dem Heimatverein seiner Geburtsstadt, den er früher in der Kurve verfolgte. Seit jeher ziert seine Handschuhe „C.U.I.T.“, Abkürzung des Carrarese-Fanklubs „Commando Ultrà Indian Trips“, bei dem er immer noch Mitglied ist. Buffon besitzt ein Strandbad an der toskanischen Küste und in Pistoia das Restaurant „Zerosei“ – „06“ in Erinnerung an den Berliner WM-Triumph. Während Italiens Sommermärchen in Deutschland wurde Buffon nur einmal aus dem Spiel heraus bezwungen – durch ein Eigentor des ehemaligen Wolfsburgers Cristian Zaccardo – und nach dem Finalsieg zum besten Torwart des Turniers gewählt. „So ein Erlebnis wie Berlin bleibt einzigartig“, sagt Buffon. „Man kann das Ergebnis vielleicht wiederholen, aber nicht die berauschende Magie von damals.“ Aktuell mutet die Perspektive für einen erneuten WMTitel in Azurblau jedoch vage an. Wie Buffons Klub Juventus befindet sich auch die Nationalauswahl im Umbruch. „Commissario tecnico“ Prandelli sucht verzweifelt nach einer konkurrenzfähigen neuen Generation, die ob des zuletzt stiefmütterlichen Nachwuchs-Engagements nur schwerfällig nachrücken will. Auf Buffon darf er sich hingegen verlassen. Der Torhüter gehört zu den ewigen Spielern, jene, ohne die man sich den Fußball nur schwerlich vorstellen kann. Bis zur WM 2018 möchte er in jedem Fall weitermachen, dann wäre er 40. „Wenn du aufhörst, sorge bitte auch gleich für einen Nachfolger. Denn Italien ohne Buffon im Tor geht nicht“, scherzte Ex-Nationalcoach Roberto Donadoni vor einigen Jahren.

An jenem 19. November 1997 wünschte MilanKapitän Paolo Maldini dem jungen Rebellen im Kabinengang vor der Partie viel Glück – Buffon sicherte Parma mit einigen Glanztaten ein 0:0. In der Saison darauf avancierte er zur Nummer eins des Klubs. Der unaufhaltsame Aufstieg führte ihn zu Juventus Turin, obwohl Barcelona ebenfalls Interesse zeigte und 55 Millionen Euro Ablöse offerierte. Buffon wählte den italienischen Rekordmeister, wo er für die Transfersumme von rund 40 Millionen Euro bis heute als teuerster Einkauf der Vereinshistorie geführt wird. Die Summe beglich er in Form von formidablen Paraden und Loyalität bislang mit Zinseszinsen. Im Sommer 2006 kehrte er als Weltmeister nach Turin zurück und ging trotzdem mit dem im Zuge des Manipulations-Skandals strafversetzten Klub in die Zweite Liga – obwohl ihm  Real Madrid, Inter, Milan, Manchester

Ende 2007 kam Sohn Louis Thomas zur Welt, der Name eine Hommage an Papas Torwart-Idol Thomas N’Kono. Beim geplanten Karriere-Ende wäre der Filius elf Jahre, zur Thronfolge in der A-Mannschaft vielleicht etwas zu jung – selbst für einen Buffon.

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Kein deutscher Profi-Fußballer war in Italien so erfolgreich wie Karl-Heinz Schnellinger. Mit dem AC Mailand gewann „Carlo“ in den 60er- und 70er-Jahren nahezu alle großen Titel. Viermal nahm er für Deutschland an einer WM teil. Und es waren nicht Pelé, nicht Maradona und nicht Beckenbauer, die das „Jahrhundertspiel“ prägten, das Halbfinale der Deutschen gegen Italien bei der WM 1970 mit seiner dramatischen Verlängerung, es war der Blonde aus dem Rheinland. Der Ausspruch von Fernsehmann Ernst Huberty „Ausgerechnet Schnellinger!“ wurde zum geflügelten Wort. Der heute 71-Jährige hat in seiner Karriere 47-mal für Deutschland gespielt, und er hat genau ein Tor geschossen: jenes gegen Italien, seine Wahlheimat. DFB.de-Redakteur Gereon Tönnihsen hat ihn in der Nähe von Mailand besucht.

Ausgleich im „Jahrhundertspiel“: Schnellingers Tor bringt Deutschland in die Verlängerung.

Treffpunkt Mailand: Zu Besuch bei einer deutsch

„AUSGERECHNET

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er Hausherr steht in der Tür. „Der Besuch aus Deutschland ist da“, sagt er. Karl-Heinz Schnellinger lächelt kurz, dann bittet er seine Gäste herein. Er ist immer noch drahtig, auch mit 71 noch, die Haare liegen im perfekten Seitenscheitel, so wie früher. Schnellinger trägt einen mintgrünen Pullover, um den Hals hat er sich einen Schal gebunden. Er weist auf einen Stuhl, der am Tisch im großen Wohnzimmer steht: „Nehmen Sie Platz.“ Er setzt sich. Es gibt Tee. Schnellinger erzählt. Von heute und besonders viel von früher. Von der Zeit, in der er Fußball-Profi war, in der er vier Weltmeisterschaften bestritt und mehr als ein Jahrzehnt in Italien spielte. Dort, im Mailänder Vorort Segrate, lebt er heute noch. Als er 1963 zum ersten Mal nach Italien kam, da wusste er nicht, was ihn dort erwartete. Ein anderes Land, eine Sprache, die er nicht beherrschte, viele Fragezeichen. Aber alles überlagert von einer großen Neugier und Abenteuerlust, verbunden mit einem guten Angebot des AS Rom. „Legionär“ nannte man einen wie ihn damals, in Deutschland waren sie vor der Einführung der Bundesliga noch Amateure gewesen, 420 Mark bekam er im Monat. Dabei hatte er schon zwei WM-Turniere gespielt, war Deutscher Meister mit dem 1. FC Köln und „Fußballer des Jahres“ gewesen. Doch die Haltung war damals eine andere: Ein Fußballer konnte ein Star sein, aber ein Berufsspieler und

- italienischen Fußball-Legende

SCHNELLINGER!“ Der deutsche Italiener: Schnellinger gewann mit dem AC Mailand nahezu alle großen Titel.

dann noch im Ausland? Italien war damals weiter weg als heute. „Wir waren Missionare“, sagt Schnellinger und meint sich und andere Deutsche, die des Berufs wegen über die Alpen zogen: Albert Brülls, Jürgen Schütz, Helmut Haller, Horst Szymaniak. Selbst Bundestrainer Sepp Herberger und FC-Präsident Franz Kremer hätten ihm zum Wechsel geraten. „Natürlich war das am Anfang fern der Heimat nicht ganz einfach, aber ich bin ein Typ, der sich schnell anzupassen versteht“, sagt Schnellinger, der erst für ein Jahr an den AC Mantua ausgeliehen wurde, ehe er dann beim AS Rom spielte. Wer sich in Schnellingers Wohnzimmer umschaut, der kommt nicht auf die Idee, dass hier ein großer Fußballer wohnt. Gemälde hängen an der Wand, Porträts und Landschaften, das Regal ist prall gefüllt mit Büchern, deutschen und italienischen. Fotos von den Enkeln, den Töchtern, von seinem Hund, dem Boxer „Blitz“, der im Sommer starb. „Das“, sagt Schnellinger, „hat mich schwer getroffen“. Wer Spuren seiner Karriere sucht, wird sie hier nicht finden. Er sei kein emotionaler Mensch, sagt er. Im Keller stehen noch ein paar Kisten mit Erinnerungsstücken wie der Plakette zur Teilnahme am Spiel der Weltauswahl 1963. Lew Jaschin spielte im Tor, Ferenc Puskas, Alfredo di Stefano und Eusebio im Sturm, hinten stand der junge Deutsche. Lange her, ein halbes Menschenleben. Den Kicker liest Schnellinger noch immer regelmäßig, auch die Gazzetta dello Sport, deren leuchtendes Rosa von einer Vitrine hervorleuchtet. Auf dem Laufenden ist er also über die zwei großen Klubs, an denen sein Herz hängt: den 1. FC Köln und den AC Mailand. Schnellinger fiel auf in Italien, und das lag nicht nur an seinen blonden Haaren, sondern an seinen Leistungen, die im Grunde immer gut bis herausragend waren. Und an seinem Namen. Aus „Karl-Heinz“ wurde „Carlo“, so nennen sie ihn heute noch. „KarlHeinz – bis man den Namen ausgesprochen hat, ist schon ein Tor gefallen“, sagt er und lacht. Ein Jahr Mantua, ein Jahr Rom, dann kam das Angebot vom AC Mailand. Damit begann eine lange, eine neunjährige Erfolgsgeschichte. Kein Deutscher feierte im Ausland so viele Erfolge wie Schnellinger. „Dass ein ausländischer Spieler so lange bei einem Verein bleibt, war damals ungewöhnlich und ist es ja im Grunde heute noch“, sagt er. „Das funktioniert nur, wenn zwei Sachen zusammenkommen, wenn man gut spielt und sich wohlfühlt. Und das war bei mir der Fall.“ Mit Milan gewann er die Meisterschaft, den Pokal, den Cup der Landesmeister und der Pokalsieger sowie den Weltpokal, spielte mit Stars wie Gianni Rivera, Giovanni Trapattoni und Kurt Hamrin zusammen. Und galt als praktisch unüberwindbar, als einer der besten Abwehrspieler der Welt.

Ins Stadion geht er heute nur noch selten. Zu viel Stress. Es sind zwar nur gut zehn Kilometer bis zum GiuseppeMeazza-Stadion, „aber da ist immer so viel Verkehr, das kann man sich nicht vorstellen“, sagt Schnellinger. Deshalb guckt er sich die Spiele im Fernsehen an, und wenn er zu nervös wird, kann er umschalten. Sein bislang letztes Spiel im Stadion war im Oktober 2010 das 3:0 der deutschen Nationalmannschaft in Berlin gegen die Türkei mit vorangegangenem Treffen des „Clubs der Nationalspieler“. „Wenn ich als Zuschauer im Stadion war, hat Deutschland noch nie verloren“, sagt er. Als junger Verteidiger von Düren 99 berief ihn Bundestrainer Herberger in den WM-Kader 1958. Eine Überraschung damals, kaum einer kannte den großen Blonden aus dem Rheinland, der gerade 19 Jahre alt war. Und der genierte sich, Fritz Walter, das große Fußball-Idol, mit „Du“ anzusprechen. „Guten Tag, Herr Walter“, sagte er. Walters Replik: „Hallo, und ich heiße Fritz.“ Später wurden beide Freunde. Vier Jahre darauf in Chile war Schnellinger, inzwischen beim Deutschen Meister 1. FC Köln bereits eine feste Größe, gesetzt und unumstritten, als Deutschland im Viertelfinale an Jugoslawien scheiterte, im ganzen Turnierverlauf aber nur zwei Gegentreffer kassierte. 1966 in England erreichten Schnellinger und seine Kollegen das Finale und verloren nur knapp gegen den Gastgeber, zum ersten Mal war damals Franz Beckenbauer mit dabei. „Der große Fritz und der junge Franz – beides tolle Typen, auf ihre Art“, sagt Schnellinger. „Und herausragende Spieler, die alles für den Erfolg der Mannschaft taten.“

Darsteller im Fußball-Drama von Mexico-City: Schnellinger (links) und sein Mailänder Teamkollege Roberto Rosato.

Neun Jahre lang war „Carlo“ Schnellinger Abwehrchef bei Milan.

Nur noch selten kommt er nach Deutschland. Wenn sich der „Club der Nationalspieler“ trifft, dann schon. Und seine Schwiegermutter lebt noch in Düren, sie wird bald 100. „Ansonsten wohnt meine ganze Familie in Italien“, sagt er. Die Schwiegersöhne sind Italiener, und wenn die Familie beisammen ist, wird meistens italienisch gesprochen. „Meine Enkelkinder verstehen zwar Deutsch, aber sie trauen sich noch nicht so richtig, es auch zu sprechen“, sagt der 71-Jährige. Einer von ihnen hat jetzt angefangen, selbst Fußball zu spielen, wie der Opa. „Ein schneller, quirliger Junge, der hat richtig Feuer“, sagt Schnellinger. Er lächelt und schiebt hinterher: „Aber wahrscheinlich würde er für Italien spielen, nicht für Deutschland.“

wieder im europäischen Pokalsieger-Finale. Aber mehr als diese Begegnungen ist es Schnellingers Spiel gegen die neue Heimat, das vielen im Gedächtnis geblieben ist, das Halbfinale der WM 1970. Später wurde es als das „Jahrhundertspiel“ bezeichnet. Seinen deutschen Pass hat Schnellinger immer behalten, obwohl er schon so lange nicht mehr in Deutschland lebt. „Warum sollte ich ihn abgeben?“, fragt er. „Ich bin doch kein Italiener. Außerdem müsste ich mir dann die Haare färben. Blonde Italiener gibt es ja nicht so viele.“ Deutscher, Italiener – für Schnellinger sind das überholte Kategorien. Er fühlt sich als Europäer, e basta. Das sagte er schon 1963, als das vereinte Europa noch eine Vision war, nicht mehr. Und das sieht er immer noch so. „Deshalb fühle ich mich in Italien auch nicht als Ausländer. Europäer sind wir alle“, sagt er. An einem heißen Tag im Juni 1970 jedoch stand Schnellinger für Deutschland auf dem Platz, WM-Halbfinale. Gegen Italien. Roberto Boninsegna hatte die Italiener nach acht Minuten in Führung geschossen, ansonsten passierte eher wenig, kaum Höhepunkte. Den Deutschen steckte noch das Viertelfinale gegen England in den Knochen. 90 Minuten waren schon vorbei, gleich musste Schluss sein und der Traum vom Finale zu Ende. Karl-Heinz Schnellinger rannte mit nach vorne. In der Abwehr war ohnehin nichts mehr zu tun. Dann setzte sich Jürgen Grabowski am linken Flügel durch und flankte. Der Ball war zu lang für Gerd Müller, der am ersten Pfosten wartete, aber für

Begegnungen mit der alten Heimat gab es in „Carlos“ Spielerkarriere häufiger. 1968 ging es im Endspiel des Pokals der Pokalsieger gegen den Hamburger SV. Für Schnellinger kein Grund für gesteigerte Emotionen und Sentimentalitäten. „Es ging nur darum, zu gewinnen, egal, ob der Gegner Uwe Seeler hieß oder nicht“, sagt er, ganz Profi eben. Milan gewann das Spiel schließlich mit 2:0. Sechs Jahre später versagte der 1. FC Magdeburg dem deutschen Verteidiger beim 0:2 einen perfekten Abschied vom AC Mailand,

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Schnellinger (links) und Bundestrainer Helmut Schön wurden zusammen WM-Zweiter 1966 und WM-Dritter 1970.

Schnellinger gerade richtig. Im Spreizschritt beförderte er den Ball ins Tor. „Ausgerechnet Schnellinger“, rief TVKommentator Ernst Huberty. Verlängerung, das WMHalbfinale wurde zum großen Drama, fünf Tore fielen noch, am Ende verloren die Deutschen mit 3:4. „Was viele nicht mehr wissen: Bis zu meinem Tor war es ein richtig schlechtes Spiel“, sagt er. „Nach dem 1:1 habe ich nicht gedacht: Was werden sie wohl in Italien denken? Ich war viel zu sehr auf das Spiel konzentriert.“ Auf der Tribüne des Azteken-Stadions jedoch saßen, so heißt es, Milans Präsident Franco Carraro und Trainer Nereo Rocco und fragten sich, was sie denn wohl mit ihrem Deutschen machen sollten, wenn Italien verlieren sollte. Dazu kam es nicht. Schnellinger bekam Lob von beiden Seiten: für seinen Einsatz, seine Hingabe, seine Professionalität. Dazu passt sein persönliches Fazit: „Wie ein Sieger fühlen konnte ich mich nicht, schließlich hatten wir ja das Spiel verloren. Ein Lob ersetzt keinen Sieg.“

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Wenn Schnellinger das sagt, vermitteln seine Augen besonderen Nachdruck. Er hat viele Höhepunkte in seiner Karriere erlebt, wieso soll dann ausgerechnet eine Niederlage dazu gehören? „Ich erinnere mich lieber an Erfolge“, sagt er, auch wenn er weiß, dass viele ihn vor allem mit diesem einen Spiel in Verbindung bringen, das verloren wurde. „Das ist eben so“, sagt er und breitet die Arme aus. „Aber es gibt doch Schlimmeres.“ Vier Jahre spielte er nach dem Jahrhundertspiel noch bei Milan, mit 35 wechselte er für eine Saison in die Bundesliga zu Tennis Borussia Berlin, doch dann rief wieder Italien, wo er als Geschäftsmann tätig war. „Wenn ich im Fußball geblieben wäre, hätte das bedeutet, dass wir oft hätten umziehen müssen“, sagt er. „Das wollte ich nicht. Die Familie war mir wichtiger.“ Wer einmal ein Zuhause hat, der verlässt es nur ungern. „Ich bleibe in Italien“, sagt er. „Ich mag das Land und die Menschen. Sie lachen gerne, sind fröhlich. Ein bisschen erinnern sie mich an Rheinländer.“ Schnellinger steht auf, die Tasse ist leer, ein paar Fotos zum Abschluss, dann öffnet er die Tür. „Kommen Sie gut nach Hause“, sagt er. „Arrivederci.“

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Italienische Momente: Warum die Tifosi noch heute von deutschen Legionären

LA DEUTSCHE VITA HINTERM

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edes Kind weiß, dass in Italien viele große deutsche Fußballer gespielt haben. So verdingte sich bekanntlich das halbe Weltmeister-Team von 1990 im Land, wo die Zitronen blühen. Matthäus, Klinsmann, Brehme, Völler, Häßler und wie sie alle heißen. Gegenseitig schwärmten sie sich von Italien vor. Es war eine Liebe mit langem Anlauf. Doch die Pioniere kennen selbst Experten kaum noch. Das Trio, das in den Fünfzigern über den Brenner zog, ist ja nicht einmal zu Länderspielehren gekommen. Der Münchner Ludwig Janda (TSV 1860) stand schon am Ende seiner Karriere, als er 1949 mit 30 Jahren beim AC Florenz anheuerte. Der spätere Bundesliga-Trainer Horst Buhtz folgte ihm 1952 (AC Turin) und der Essener Karl-Heinz Spikofski ging 1954 nach Catania. Schon ihnen erging es wie den allermeisten Super-Stars, die vorwiegend in den Achtzigern und Neunzigern gen Italien zogen: Sie fanden ihr Glück und erweiterten ihren Horizont. Ludwig Janda berichtete im April 1950 in die Heimat: „Finanziell geht es mir gut und ich bin mit meinem Schicksal sehr zufrieden. Diese Sonne, dieses Land und diese Luft; da kann man nicht anders als glücklich sein.“ Horst Buhtz lernte auf Empfängen die großen FilmDiven jener Tage, die Loren und die Lollobrigida, persönlich kennen und auch der Papst empfing den Torjäger von Torino. „Als Fußballer hatte man einen ganz anderen gesellschaftlichen Stellenwert als in Deutschland“, erinnerte sich Buhtz später. Die Memoiren der deutschen Italien-Legionäre sind voll mit vor Pathos und Sehnsucht triefenden Aussagen. Kein Wunder: Sie wurden wie Könige verehrt, wohnten wie die Fürsten und – solange der Erfolg da war – genossen sie die Gastfreundschaft der Italiener und die Begeisterung für ihre Klubs.

Haller, Rummenigge, das Inter-Trio – und ein Torjäger namens Bierhoff. In Italien schwärmen die Tifosi heute noch, wenn sie von den deutschen Stars erzählen, die einst in der Serie A spielten. Der erste kam 1949, die meisten unmittelbar vor und nach dem WM-Titelgewinn 1990. Sie alle erlebten das besondere Lebens- und Fußballgefühl jenseits des Brenners. Und die meisten werden auch heute noch von ihren Fans eingeladen, wenn sie ein Restaurant betreten. Italienische Momente, die in Erinnerung bleiben. Der Historiker Udo Muras blickt zurück auf die Zeit der „Deutsche Vita“.

Erfolgreiche Zeiten erlebte das deutsche Trio Lothar Matthäus, Jürgen Klinsmann und Andreas Brehme bei Inter Mailand.

schwärmen

BRENNER

Karl-Heinz Rummenigge begeisterte die Inter-Fans von 1984 bis 1987.

Hans-Peter Briegel, der 1985 Italienischer Meister wurde, schlendert durch die Straßen Veronas.

Einsätze deutscher Legionäre in der Serie A Name Helmut Haller Karl-Heinz Schnellinger Oliver Bierhoff Rudi Völler Jürgen Klinsmann Horst Buhtz Andreas Brehme Lothar Matthäus Thomas Berthold Thomas Häßler Thomas Doll Ludwig Janda Hans-Peter Briegel Jürgen Kohler Horst Szymaniak Karlheinz Riedle Karl-Heinz Spikofski Hansi Müller Karl-Heinz Rummenigge Jürgen Schütz Jörg Heinrich Andreas Möller Herbert Waas

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Klubs Bologna, Juventus Turin Mantua, AS Rom, AC Mailand Ascoli, Udine, Milan, C. Verona AS Rom Inter Mailand, S. Genua AC Turin Inter Mailand Inter Mailand Hellas Verona, AS Rom Juventus Turin, AS Rom Lazio Rom, AS Bari AC Florenz, AC Novara Verona, S. Genua Juventus Turin Catania, Inter Mailand, Varese Lazio Rom Catania Inter Mailand, Como Inter Mailand AS Rom, Messina, Brescia, AC Turin AC Florenz Juventus Turin FC Bologna

Spiele 296 294 220 142 131 127 116 115 114 110 109 108 106 102 091 084 076 065 064 061 057 056 052

Tore 069 003 103 044 042 038 011 040 005 012 013 021 021 008 008 030 015 010 034 014 005 019 008

„Egal, welches Restaurant oder welche Bar ich am Gardasee betrat, meinen Geldbeutel konnte ich in diesen zwei Jahren immer zu Hause lassen. Ob ich wollte oder nicht, ich war immer eingeladen.“, erinnert sich Hans-Peter Briegel, der 1985 auf Anhieb mit Hellas Verona Meister wurde. Staunend gingen sie durch eine neue Welt. Briegel: „Die Leute kommen oft schon drei, vier Stunden vor einem Spiel ins Stadion und freuen sich einfach.“ Thomas Berthold, ab 1987 ebenfalls in Verona am Ball, staunte: „Auch wenn Spiele 0:0 oder 1:0 ausgehen, sind die Zuschauer aus dem Häuschen.“ Von Karl-Heinz Rummenigge, der drei Jahre bei Inter Mailand (1984 bis 1987) spielte und einen 700-köpfigen Fan-Klub zurückließ, ist dieser Satz überliefert: „Fußball in Italien, das ist, als ob man den Himmel berührt.“ Rund 40 Deutsche haben seit Ludwig Jandas Aufbruch ins Ungewisse ihre Erfahrungen mit dem Fußball- und Lire-Paradies gemacht und die wenigsten bereuten es. Am längsten blieben die Protagonisten der zweiten deutschen Welle zu Beginn der Sechziger, Helmut Haller und Karl-Heinz Schnellinger – je elf Jahre. Schnellinger, in Deutschland berühmt wegen eines Tores „ausgerechnet“ gegen Italien, ist der Erfolgreichste gewesen: drei Europapokalsiege mit dem AC Mailand und 1969 sogar der Weltpokal. Helmut Haller wurde immerhin dreimal Italienischer Meister (zweimal mit Juventus Turin, einmal mit Bologna) und zum Idol der Nachwuchsspieler. Als der spätere Weltmeister Franco Causio 1977 nach dem Geheimnis seiner Tricks gefragt wurde, sagte der Juventus-Star: „Das habe ich von Haller gelernt.“ Doch der Verein, in dem der deutsch-italienische Doppelpass am besten klappte, ist Inter Mailand. Schon Horst Szymaniak gewann 1964 mit Inter den Europapokal der Landesmeister. Den Spieler aus dem Ruhrpott, der als erster DFB-Legionär zu Länderspielen kam, feierte die „Gazzetta dello Sport“ damals schlicht als „das Wunder“. Auch sonst überwog der Beifall für die Inter-Legionäre. Europameister Hansi Müller war nur kurz bei Inter (1982 bis 1984). Vergöttert wurde Karl-Heinz Rummenigge – obwohl er ohne Titel blieb. Doch vom ersten Tag an liebten sie den Weltklassestürmer aus München. Als die Fans nur seinetwegen zu Tausenden das Trainingslager in Tirol belagerten, rief er zum Amüsement seiner Mitspieler immer wieder „Que disastro!“ (Welch ein Desaster) aus. Einige besonders hartnäckige Inter-Tifosi verbrachten damals fünf Stunden im Baum, um ein Foto von ihm zu schießen. Nach Inters Abreise vom Pacher-Hof in Brixen fragten auffällig häufig viele Gäste nach einer Nacht in Zimmer 48, „am besten bei ungewechselten Laken“, wie der Hotelchef amüsiert vermeldete. So begann sie, die süße Zeit der deutschen Legionäre in Italien. Für die jahrelange Unterbrechung nach der Ära Haller/Schnellinger war Italien selbst verantwortlich, denn nach dem WM-Aus 1966 durften keine Ausländer mehr verpflichtet werden. Erst 1980 öffneten sich die Grenzen allmählich wieder für Legionäre. Zwei waren erlaubt – ab 1988 sogar drei.

Der heutige Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff wurde 1998 Torschützenkönig in der italienischen Serie A.

Enorm ist die Erwartungshaltung an das deutsche Talent Alexander Merkel, der beim Renommierklub AC Mailand unter Vertrag steht.

So kam es, dass zwischen 1989 und 1992 ein deutsches Trio bei Inter Mailand spielte. Lothar Matthäus hatte seinen Freund Andreas Brehme schon im Vorjahr aus München mitgebracht, Jürgen Klinsmann aus Stuttgart komplettierte es ab 1989. Sie wurden echte Volkshelden und Inter mit ihnen Meister und UEFA-CupSieger. Brehme wurde auf Anhieb zum besten Spieler der Liga gewählt – was zuvor als erstem Ausländer Helmut Haller 1964 gelungen war. Als das Inter-Trio dann 1990 in Rom Weltmeister wurde, begann ein regelrechter Run auf die Deutschen. Thomas Berthold und Rudi Völler (AS Rom) waren ebenfalls schon länger Wahl-Italiener. Nun wollten auch die meisten anderen Weltmeister ins damalige Fußball-Paradies, das auch wegen seiner Gehälter magnetische Anziehungskraft auf Profis in aller Welt hatte. Bundestrainer Berti Vogts konnte 1991/1992 in Italiens Stadien den Großteil seines Teams sehen, denn zeitweilig spielten zehn seiner Nationalspieler in der Serie A. In der EM-Qualifikation standen regelmäßig mehr ItalienLegionäre als Bundesligastars. Auch wer kein Weltmeister war, kam plötzlich in Frage: Stefan Effenberg ging in jungen Jahren nach Florenz und stieg ab in die Serie B. Von dort kam Oliver Bierhoff nach oben – 1998 wurde er im Trikot von Udine erster und einziger deutscher Torschützenkönig der Serie A. Seine insgesamt 103 Tore hat kein Landsmann mehr erreicht. Schon da flaute der Boom ab, da Italien keine Stars mehr importierte. Matthias Sammer und Jens Lehmann kehrten schon nach einem halben Jahr aus Mailand zurück. Die Goldenen Zeiten waren vorbei. Heute spielt außer Talent Alexander Merkel (Milan) keiner mehr jenseits des Brenners. Heute ist der Himmel die Bundesliga.

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Deutschland gegen Italien – mehr als ein Jahrhundertspiel

AL S IN

MEX IKO EIN MYTHOS

Zum 30. Mal heißt es heute Italien gegen Deutschland. Ein Duell, das mit reiner Statistik nicht zu beschreiben ist. Es ist Drama, Triumph, Emotion, unvergesslich, unvergleichlich, ein Klassiker, großes Fußballkino. Ob Franz Beckenbauer mit Schulterverband oder die Tränen von Michael Ballack – der Historiker Udo Muras hat in den Archiven geblättert und erzählt die Geschichte einer leidenschaftlichen Begegnung.

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un geht’s also gegen den Angstgegner Italien, gegen den wir neben England immer noch unsere schlechteste Länderspiel-Bilanz aufzuweisen haben!“ Mit diesen Worten begann der „Kicker“ im Oktober 1977 seine Vorschau auf den Klassiker, der heute zum 30. Mal aufgeführt wird. Und sie haben auch heute noch Gültigkeit: In 29 Spielen glückten der DFBAuswahl sieben Siege, bei acht Remis und 14 Niederlagen. Nur gegen England gab es mehr (15) und selbst in Deutschland ist die Bilanz negativ: Drei Siegen und vier Remis stehen sechs Niederlagen gegenüber. Und auf Turnieren hat Deutschland Italien nie bezwungen.

Wer diese Fakten nicht präsent hat, der hat doch die Bilder vor Augen von den großen Spielen. Den weinenden Michael Ballack 2006 in Dortmund oder den verletzten Franz Beckenbauer mit Schulterverband anno 1970 als Sinnbild der Niederlage im Jahrhundert-Spiel zu Mexiko. Fernab jeder Statistik gilt: Immer hat sich gegen Italien vieles ereignet, auf das der deutsche Fußball stolz sein kann. Deutschland gegen Italien – mehr als ein Jahrhundertspiel. Schon der Anfang war wegweisend. Am Neujahrstag 1923 spielte eine Kombination aus Nürnberger und Fürther Spielern in Mailand. „Wir reisten als überlegenes Fußball-

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17. Juni 1970, WM-Halbfinale Italien – Deutschland in Mexico City 4:3 (1:1, 1:0) nach Verlängerung: Gerd Müller gelingt im „Spiel des Jahrhunderts“ mit einem Kopfball aus kurzer Distanz der 2:1-Zwischenstand.

Italiener glaubten, der Teufel sei mit dem Nürnberger Athleten im Bunde.“ (Kicker) Der Held von Turin wusste das 2:1 richtig einzuordnen: „Unsere Mannschaft kann mit dem Sieg zufrieden sein. Der Schiedsrichter war sehr gut, das Publikum vornehm.“ So klangen Interviews anno 1929.

E D R U W N E R O GEB Land nach Italien“, schrieb der „Kicker“ in einem Rückblick im März 1939. Nach 72 Minuten ging man durch Fürths Leonhard Seiderer in Führung. Es war das erste von bis dato 33 Toren gegen Italien – und es war zu wenig. In der letzten Viertelstunde trieben 25.000 Zuschauer die Azzurri zum Sieg. „Die italienische Elf wurde buchstäblich in eine kampfestolle Schlussoffensive hineingepeitscht. Deutschland unterlag 1:3. Es war wie ein böser Traum.“, schrieb der „Kicker“. Auch nach dem 0:1 im ersten Heimspiel 1924 in Duisburg, als Sepp Herberger noch selbst spielte, gab es eine Niederlage. Zwei Deutsche schieden verletzt aus und das Tor schien abseits gewesen zu sein. Dann kam der Tag von Turin; der erste deutsche Sieg (2:1) und eines der größten Spiele vor dem Krieg. Der Rundfunk verbreitete ihn bereits live und ein Mann hielt ihn fest: Nürnbergs Torwart Heiner Stuhlfauth machte an jenem 28. April 1929 „das vielleicht gewaltigste Spiel seiner langen Laufbahn. Die

Bis zum ersten Heimsieg vergingen zehn Jahre. Auf dem Weg dahin gab es am 15. November 1936 in Berlin einen Rekord. Beim 2:2 gegen den amtierenden Weltmeister kamen erstmals über 100.000 Zuschauer zu einem Länderspiel auf dem Kontinent – das gerade erbaute Olympiastadion machte es möglich. Die Angaben schwanken zwischen 102.000 und 105.000 – und Tausende standen im Regen noch vor den Toren, um etwas Atmosphäre zu schnuppern. Wer eine Karte bekommen hatte, bekam großen Sport zu sehen. Die „Berliner Morgenpost“ titelte: „Wir können stolz sein auf das 2:2!“ Beide Tore erzielte der Mannheimer Otto Siffling. Drei Jahre später wurde er vom Wiener Franz „Bimbo“ Binder übertroffen: Beim ersten Heimsieg, der auch der bisher höchste über Italien ist, gelangen ihm drei Tore beim triumphalen 5:2 gegen den Doppel-Weltmeister. Doch von Italiens WM-Elf von 1938 standen am 26. November 1939, also schon während des Zweiten Weltkriegs, in Berlin nur noch zwei Männer auf dem Feld. „Diesmal spielten wir weltmeisterlich“, titelte der „Kicker“ nach einer 90-minütigen Regenschlacht, in der die Italiener zweimal in Führung gegangen waren. Im Kommentar von Chefredakteur Müllenbach steckte viel Pathos: „Wir werden in vielen Jahren noch erzählen von dem Kampfgeist, der unsere deutsche Nationalmannschaft in dem Spiel gegen den Weltmeister beseelt hat.“

Ein Bild ging um die Welt: Franz Beckenbauer spielte im Halbfinal-Krimi der WM 1970 trotz bandagierter Schulter durch.

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4. Juli 2006, WM-Halbfinale Deutschland – Italien in Dortmund 0:2 (0:0) nach Verlängerung: Fabio Grosso zirkelt den Ball in der 119. Minute unhaltbar für Jens Lehmann ins deutsche Tor.

Dass 38 Jahre vergehen sollten bis zum dritten Sieg – 2:1 am 8. Oktober 1977 in Berlin – ahnte niemand. Dazwischen lagen die ersten Partien, in denen es um mehr als nur ums Prestige gegangen war. Am 31. Mai 1962 fand in Chile die WM-Premiere des Klassikers statt. Das Spiel ging nicht in die Geschichte ein (0:0), das Vorspiel schon. Denn Bundestrainer Sepp Herberger sorgte für ein DFB-Novum: Er wechselte einen Tag vor Turnierbeginn den Torwart. Der unerfahrene Ulmer Wolfgang Fahrian stand an seinem 21. Geburtstag anstelle von Hans Tilkowski in Santiago im Tor. Das sorgte für Unruhe, aber die Deutschen boten eine ansprechende Leistung und Fahrian hielt dicht. Sepp Herberger sagte: „Es war unser schwerstes Länderspiel seit Jahren.“ Aber das war nichts gegen das, was sein Nachfolger Helmut Schön in Mexico City durchmachen sollte. Was am 17. Juni 1970 im Azteken-Stadion geschah, ist Legende. Das WMHalbfinale gilt als „Spiel des Jahrhunderts“. Es brauchte einen längeren Anlauf, nach der frühen Führung durch Boninsegna (9.) machten die Italiener, was sie seit jenen Tagen am besten können: hinten zu. Es war lange kein gutes Spiel, aber immer spannend. Das Publikum hielt zu den Deutschen. „Die Mexikaner spüren, was hier los ist. Wie sich eine Mannschaft aufbäumt gegen ein fehlendes Tor, gegen das fehlende Glück. Sie zerreißen sich alle“, schilderte ARD-Reporter Ernst Huberty die Stimmung im Stadion.

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Deutschland bäumte sich auf, aber der Ball wollte nicht über die Linie, Overath traf nur die Latte und Schiedsrichter Yamasaki verweigerte selbst die klarsten Elfmeter – unter anderem für Beckenbauer, der nach einem Foul den Arm in der Schlinge trug. Es sollte wohl nicht sein. Dann kam die 90. Minute, Helmut Schön gab dem Sport-Informations-Dienst an der Bank bereits ein Interview. Noch ein Einwurf auf Jürgen Grabowski, eine Flanke mit links – und ein Tor für die Ewigkeit. Hören wir noch einmal Huberty zu: „Unglaublich. Ausgerechnet Schnellinger, werden die Italiener sagen, ausgerechnet Schnellinger. Es ist nicht zu glauben.“ Der Mailänd-Legionär markierte sein einziges LänderspielTor als es am nötigsten war. Die folgende Verlängerung verkürzte der Heimat die Nacht. Anstoß 0.45 Uhr MEZ. Dann fielen die meisten Tore in einer WM-Verlängerung – fünf. Erst hieß es 2:1 durch einen Abstauber von Gerd Müller, doch wendeten Burgnich und Riva das Blatt – 2:3 nach 105 Minuten, Huberty verlor die Hoffnung: „Seitenwechsel diesmal ohne Pause in einem Spiel, das alles übertrifft, was bei dieser Fußball-Weltmeisterschaft gespielt wurde. Man müsste schon fast von einem Wunder sprechen, wenn es der deutschen Mannschaft wieder gelingen würde, den Ausgleich zu erzielen.“ Doch Gerd Müller war so ein Wunderknabe. Die Freude über sein 3:3 per Kopf währte aber nur 14 Sekunden, dann kam Rivera frei zum Schuss. Das 3:4 machte dem grausamen Wechselspiel von Glück und Pech, Freude und Frust ein Ende. Deutschland hatte verloren – und doch irgendwie gewonnen. Das Echo der Weltpresse war gewaltig und im Azteken-Stadion wurde eine Gedenktafel angebracht

10. Juni 1988, EM-Eröffnungsspiel Deutschland – Italien in Düsseldorf 1:1 (0:0): Andreas Brehme gelingt mit einem Freistoß der Ausgleichstreffer.

für ein Spiel, das wohl nie zu Ende sein wird. 30 Jahre später wählten 50 weltbekannte Fußballer diese 120 Minuten im Azteken-Stadion zum „Spiel des Jahrhunderts“. Seitdem boten sich bei einer WM noch drei Möglichkeiten zur Revanche, aber genutzt werden konnte keine. 1978 in Buenos Aires fielen in der Zwischenrunde keine Tore im argentinischen Winter. Die Deutschen waren die besseren Italiener gewesen an diesem Tag. Der Weltrekord von vier WM-Spielen in Folge ohne Gegentor ging in der allgemeinen Enttäuschung völlig unter. Vier Jahre später sah man sich wieder, im Finale von Madrid. Es war ein Kampf mit ungleichen Mitteln, die Deutschen hatten im Halbfinale gegen Frankreich zu viel Kraft gelassen und dazu einen halben Tag weniger Ruhe gehabt. Zur Halbzeit stand es noch 0:0, weil Cabrini einen Elfmeter verschoss. Nach Rossis Tor brachen alle Dämme bei der Elf von Jupp Derwall. Konter um Konter rollte auf Toni Schumachers Tor zu, nach 70 Minuten entschied Tardellis 2:0 die Partie. Am Ende stand es 3:1. Paul Breitner glückte der Ehrentreffer, Italien feierte. Danach gab es zwei Duelle auf der EM-Bühne – ohne Sieger. 1:1 hieß es 1988 in Düsseldorf, ein Brehme-Freistoß bewahrte vor einer Niederlage. 1996 in Manchester fielen keine Tore – aber hier gingen die Italiener erstmals als faktische Verlierer vom Platz, denn sie waren in der Vorrunde ausgeschieden. Dabei hatten sie sogar einen Elfmeter bekommen, doch Zola scheiterte an Andy Köpke. Selbst den Vorteil, nach Thomas Strunz’ Platzverweis in Überzahl zu spielen, nutzten sie nicht. Das war so gar nicht

typisch italienisch. Die „Gazzetta dello Sport“ klagte: „Italien, perfekter Mord. Zu viele Fehler – wir kehren heim.“ Zehn Jahre später nahmen sie Revanche, als es am meisten schmerzte. Am 4. Juli 2006 endete der Traum vom WMTriumph im eigenen Land in der vorletzten Minute der Verlängerung des Halbfinales. Nach Grossos Schuss ins lange Eck gab es keine Gelegenheit mehr zurückzuschlagen. Das 2:0 von Del Piero in der 120. Minute war nicht mehr von Bedeutung. Die Bild-Zeitung titelte am Morgen danach: „Wir weinen mit Euch. Ihr seid trotzdem Helden!“ Helden, die dieser Klassiker immer wieder hervorgebracht hat.

Länderspiele gegen Italien DFB-Länderspiele: 01.01.1923 Mailand 23.11.1924 Duisburg 28.04.1929 Turin 02.03.1930 Frankfurt/Main 01.01.1933 Bologna 15.11.1936 Berlin 26.03.1939 Florenz 26.11.1939 Berlin 05.05.1940 Mailand 30.03.1955 Stuttgart 18.12.1955 Rom 31.05.1962 Santiago 13.03.1965 Hamburg 17.06.1970 Mexiko 26.02.1974 Rom 08.10.1977 Berlin 14.06.1978 Buenos Aires 11.07.1982 Madrid

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1:3 0:1 2:1 0:2 1:3 2:2 2:3 5:2 2:3 1:2 1:2 0:0 WM-Vorrunde 1:1 3:4 n.V. WM-Halbfinale 0:0 2:1 0:0 WM, 2. Finalrunde 1:3 WM-Finale

22.05.1984 05.02.1986 18.04.1987 10.06.1988 25.03.1992 23.03.1994 21.06.1995 19.06.1996 20.08.2003 01.03.2006 04.07.2006

Zürich Avellino Köln Düsseldorf Turin Stuttgart Zürich Manchester Stuttgart Florenz Dortmund

DFV-Länderspiele: 29.03.1969 Berlin 22.09.1969 Neapel 19.04.1981 Udine 14.04.1982 Leipzig

1:0 2:1 0:0 1:1 EM-Vorrunde 0:1 2:1 2:0 0:0 EM-Vorrunde 0:1 1:4 0:2 n.V. WM-Halbfinale 2:2 0:3 0:0 1:0

WM-Qualifikation WM-Qualifikation

Interview mit Liga- und BVB-Präsident Dr. Reinhard Rauball

„SO POSITIV WAR DIE

Dr. Rauball ist begeistert von der jungen BVB-Mannschaft. „Sie strahlt Freude aus“, sagt er.

Dr. Reinhard Rauball ist mit Borussia Dortmund verbunden wie nur wenige andere. Seit November 2004 ist der Liga-Präsident zum dritten Mal Präsident von Borussia Dortmund. Bei seiner ersten Amtszeit von 1979 bis 1982 war er mit 32 Jahren jüngster Präsident der Bundesligageschichte. Auch in den Jahren 1984 bis 1986 stand er dem Bundesligisten vor. Heute steht „sein BVB“ auf Platz eins. Die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp dominiert die Bundesliga. Vor dem Spiel gegen Italien hat sich Rauball mit DFB.de-Redakteur Steffen Lüdeke über vergangene Länderspiele in Dortmund, das Verhältnis zwischen DFB und DFL sowie Dortmunds Chancen auf die Deutsche Meisterschaft unterhalten. 46

Herr Dr. Rauball, Deutschland gegen Italien, ein FußballKlassiker. Wie groß ist Ihre Vorfreude auf das Spiel? Italien ist eine Fußball-Nation, die über Jahrzehnte international eine große Strahlkraft ausgeübt hat. Es ist nicht lange her, dass die besten Fußballer unbedingt in Italien spielen wollten. Auch die besten Deutschen. Aktuell hat der italienische Fußball zwar einige Probleme, dennoch ist vom alten Glanz noch jede Menge übrig. Ich freue mich deswegen sehr auf dieses Spiel, es ist in gewisser Weise ja auch ein Revival des Halbfinales der Weltmeisterschaft 2006. Das Spiel fand damals ebenfalls in Dortmund statt. Welche Erinnerungen haben Sie an den 4. Juli 2006? Ich war damals selbst im Stadion und habe die Enttäuschung live miterlebt. Mir ging es nicht anders als 82 Millionen Deutschen – denn leider ist das Spiel nicht so ausgegangen, wie wir alle uns dies gewünscht hätten. Auch deswegen freue ich mich auf die Partie und hoffe auf eine erfolgreiche Revanche.

STIMMUNG NOCH NIE“

Seit 2006 hat sich in Dortmund einiges verändert. Hätten Sie damals gedacht, dass der Verein wirtschaftlich und sportlich so eine rasante Entwicklung nehmen könnte? Nein, natürlich nicht. Das Jahr 2006 war für Borussia Dortmund kein leichtes. Wir haben uns in der Restrukturierungsphase befunden und mussten eine komplizierte Balance schaffen. Priorität hatte die wirtschaftliche Konsolidierung des Vereins, aber wir hatten auch die Aufgabe, die Leistung der Mannschaft und den Kader stabil zu halten. Dieser Spagat ist uns gelungen. Aber die aktuelle Entwicklung war damals so nicht absehbar. Wie viel Spaß macht es aktuell, Präsident des BVB zu sein? Das ist natürlich schön. Wichtiger als Siege, Tore und Platzierungen ist für mich aber die Stimmung in der Region. Dortmund hat in der Vergangenheit auch schon Erfolge gefeiert, aber so positiv wie diesmal war die Stimmung noch nie. Jeder drückt die Daumen, die ganze Region identifiziert sich mit dieser jungen Mannschaft und ihren Spielern, die teilweise hier aus der Region stammen.

47

Ist die Begeisterung größer als bei den Erfolgen in den 90er-Jahren und dem Titel im Jahre 2002? DFB-Sportdirektor Matthias Sammer hat gesagt, dass die aktuelle Mannschaft des BVB für ihn das Nonplusultra ist. So eine Aussage freut mich. Matthias Sammer war als Spieler beteiligt in den 90er-Jahren und als Trainer bei der Meisterschaft 2002. Er weiß also, wovon er redet. Und er hat Recht: Diese junge Mannschaft spielt tollen, begeisternden Fußball, sie strahlt Freude aus und vermittelt eine interne Geschlossenheit, die jeder spürt. Ihre Beschreibung trifft auch auf das Spiel und den Stil der Nationalmannschaft zu. Welche Parallelen sehen Sie zwischen beiden Teams? Die Nationalmannschaft ist einen ähnlichen Weg gegangen, Joachim Löw hat das Team konsequent verjüngt. Er hat sich auf diesem Weg nicht beirren lassen und Widerstände ausgehalten. So hat er für seine Mannschaft frühzeitig Weichen gestellt und Personalentscheidungen getroffen, die den ein oder anderen überrascht haben. Aber der Bundestrainer hatte von Anfang an ein Konzept. Spätestens bei der Weltmeisterschaft 2010 hat man durch die exzellente Zusammenführung der Stärken dieser jungen Spieler gesehen, dass das der richtige Ansatz war und dass der deutsche Fußball zukunftsfähig ist.

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Der Trainer in Dortmund heißt Jürgen Klopp. Wie groß ist dessen Anteil am Erfolg des BVB? Jürgen Klopp und Borussia Dortmund – das ist eine Synthese, die einfach hervorragend funktioniert. Mit seiner Ausstrahlung, mit seiner Natürlichkeit, mit seiner Emotionalität passt er ins Ruhrgebiet wie kaum ein anderer. Er ist authentisch, er muss sich nicht verstellen, er muss keine Rolle spielen. Er ist er selbst. Wir sind glücklich, dass wir ihn haben und können uns keinen besseren Trainer für Borussia Dortmund vorstellen. Der BVB hat sich in den vergangenen fünf Jahren toll entwickelt, nichts anderes gilt für die Bundesliga und die Nationalmannschaft. In der FIFA-Weltrangliste hat Deutschland Italien längst überholt, auch ist die Bundesliga in der virtuellen Fünf-Jahres-Wertung der UEFA an der Serie A vorbeigezogen. Welche Gründe sehen Sie für diese Entwicklung? Beides ist sehr erfreulich und das Ergebnis einer guten Zusammenarbeit. Die Liga hat mit den Nachwuchsleistungszentren in hohem Maße in die Jugendarbeit investiert – mehr als eine halbe Milliarde Euro. Davon profitieren die Vereine und damit die Liga – und am Ende die Nationalmannschaft. Das Erfolgsgeheimnis des deutschen Fußballs besteht darin, dass Verband und Liga einander vertrauen.

Was bedeutet das konkret? Wir haben generell ein kollegiales Verhältnis zum DFB, mein persönliches Verhältnis zu Theo Zwanziger ist hervorragend. Wie der DFB die Arbeit der Liga schätzt, so erkennen wir die Arbeit des DFB im A-Team, bei den Junioren-Nationalmannschaften und in der Nachwuchsförderung an. Beim bislang letzten Länderspiel in Dortmund, dem 2:1 im Jahr 2008 im WM-Qualifikationsspiel gegen Russland, stand kein Dortmunder Spieler im deutschen Kader. Das ist diesmal anders. Wie sehr steigert es Ihr Vergnügen, wenn Sie ein Länderspiel schauen, bei dem Sie BVBSpieler im Nationalmannschaftstrikot sehen? Es ist ja gar keine Frage, dass ich mich darüber sehr freue. Ich war im vergangenen November beim Länderspiel gegen Schweden in Göteborg Leiter der DFB-Delegation. Für mich war es damals toll, dass in Großkreutz, Hummels, Götze und Schmelzer vier Dortmunder dabei waren. Für den Verein Borussia Dortmund ist es immer eine Auszeichnung, wenn seine Spieler zur Nationalmannschaft geladen werden. Es zeigt, dass unsere Arbeit und die Leistungen der Spieler in der Bundesliga auch auf dieser Ebene anerkannt werden. Nach 22 Spieltagen führt der BVB die Tabelle der Bundesliga souverän an, das Wort von der Meisterschaft will dennoch niemand in den Mund nehmen. Deswegen andersherum gefragt: Mit wie viel Prozent würden Sie die Wahrscheinlichkeit beziffern, dass Borussia Dortmund am Ende der Saison die Meisterschale nicht in der Hand hält? (lacht) Wenn wir schon von Wahrscheinlichkeiten reden, eine kann ich Ihnen nennen: Die Wahrscheinlichkeit liegt bei 100 Prozent, dass ich am letzten Spieltag die Schale in den Händen halten werden – in meiner Funktionals Liga-Präsident, wenn ich sie dem Kapitän des neuen Deutschen Meisters überreichen werde.

Dr. Rauball über seinen Trainer Jürgen Klopp: „Mit seiner Ausstrahlung, mit seiner Natürlichkeit, mit seiner Emotionalität passt er ins Ruhrgebiet wie kaum ein anderer. Wir sind glücklich, dass wir ihn haben.“

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K I T S I T A T S L DIE LÄNDERSPIE 3.6.2010 in Frankfurt am Main Deutschland – Bosnien-Herzegowina 3:1 (0:1) Deutschland: Neuer – Lahm, Mertesacker, A. Friedrich (87. Tasci), Badstuber – Khedira, Schweinsteiger (87. Kroos) – Trochowski (46. Müller), Özil (80. Gomez), Podolski (71. Marin) – Klose (46. Cacau). Tore: 0:1 Dzeko (15.), 1:1 Lahm (50.), 2:1 Schweinsteiger (73., Foulelfmeter), 3:1 Schweinsteiger (77., Foulelfmeter). Schiedsrichter: Nicola Rizzoli (Italien). Zuschauer: 48.000 (ausverkauft). 13.6.2010 in Durban (WM-Vorrunde) Deutschland – Australien 4:0 (2:0) Deutschland: Neuer – Lahm, Mertesacker, A. Friedrich, Badstuber – Schweinsteiger, Khedira – Müller, Özil (74. Gomez), Podolski (81. Marin) – Klose (68. Cacau). Tore: 1:0 Podolski (8.), 2:0 Klose (26.), 3:0 Müller (68.), 4:0 Cacau (70.). Schiedsrichter: Marco Rodriguez (Mexiko). Zuschauer: 62.660. 18.6.2010 in Port Elizabeth (WM-Vorrunde) Deutschland – Serbien 0:1 (0:1) Deutschland: Neuer – Lahm, Mertesacker, A. Friedrich, Badstuber (77. Gomez) – Schweinsteiger, Khedira – Müller (70. Cacau), Özil (70. Marin), Podolski – Klose. Tor: 0:1 Jovanovic (38.). Schiedsrichter: Alberto Undiano (Spanien). Zuschauer: 38.294. 23.6.2010 in Johannesburg (WM-Vorrunde) Ghana – Deutschland 0:1 (0:0) Deutschland: Neuer – Lahm, Mertesacker, A. Friedrich, Boateng (73. Jansen) – Khedira, Schweinsteiger (81. Kroos) – Müller (68. Trochowski), Özil, Podolski – Cacau. Tor: 0:1 Özil (60.). Schiedsrichter: Carlos Simon (Brasilien). Zuschauer: 82.391. 27.6.2010 in Bloemfontein (WM-Achtelfinale) Deutschland – England 4:1 (2:1) Deutschland: Neuer – Lahm, Mertesacker, A. Friedrich, Boateng – Schweinsteiger, Khedira – Müller (72. Trochowski), Özil (83. Kießling), Podolski – Klose (72. Gomez). Tore: 1:0 Klose (20.), 2:0 Podolski (32.), 2:1 Upson (37.), 3:1 Müller (67.), 4:1 Müller (70.). Schiedsrichter: Jorge Larrionda (Uruguay). Zuschauer: 40.510 (ausverkauft).

3.7.2010 in Kapstadt (WM-Viertelfinale) Argentinien – Deutschland 0:4 (0:1) Deutschland: Neuer – Lahm, Mertesacker, A. Friedrich, Boateng (72. Jansen) – Khedira (77. Kroos), Schweinsteiger – Müller (84. Trochowski), Özil, Podolski – Klose. Tore: 0:1 Müller (3.), 0:2 Klose (68.), 0:3 A. Friedrich (74.), 0:4 Klose (89.). Schiedsrichter: Ravshan Irmatov (Usbekistan). Zuschauer: 64.100 (ausverkauft).

7.9.2010 in Köln (EM-Qualifikation) Deutschland – Aserbaidschan 6:1 (3:0) Deutschland: Neuer – Riether, Mertesacker (11. Westermann), Badstuber, Lahm – Schweinsteiger (78. Cacau), Khedira – Müller (62. Marin), Özil, Podolski – Klose. Tore: 1:0 Westermann (28.), 2:0 Podolski (45.), 3:0 Klose (45.), 4:0 Sadigov (53., Eigentor), 4:1 Dzavadov (57.), 5:1 Badstuber (86.), 6:1 Klose (90.). Schiedsrichter: Markus Strombergsson (Schweden). Zuschauer: 43.751.

7.7.2010 in Durban (WM-Halbfinale) Deutschland – Spanien 0:1 (0:0) Deutschland: Neuer – Lahm, Mertesacker, A. Friedrich, Boateng (52. Jansen) – Schweinsteiger, Khedira (81. Gomez) – Trochowski (62. Kroos), Özil, Podolski – Klose. Tor: 0:1 Puyol (73.). Schiedsrichter: Viktor Kassai (Ungarn). Zuschauer: 60.960. 10.7.2010 in Port Elizabeth (WM-Spiel um Platz 3) Uruguay – Deutschland 2:3 (1:1) Deutschland: Butt – Boateng, Mertesacker, A. Friedrich, Aogo – Khedira, Schweinsteiger – Müller, Özil (90. Tasci), Jansen (81. Kroos) – Cacau (73. Kießling). Tore: 0:1 Müller (19.), 1:1 Cavani (28.), 2:1 Forlan (51.), 2:2 Jansen (56.), 2:3 Khedira (82.). Schiedsrichter: Benito Archundia (Mexiko). Zuschauer: 36.254. 11.8.2010 in Kopenhagen Dänemark – Deutschland 2:2 (0:1) Deutschland: Wiese – Beck (56. Riether), Boateng (78. Schulz), Tasci, Schäfer – Hitzlsperger (66. Helmes), Gentner – Träsch, Kroos, Marin (56. Hunt) – Gomez. Tore: 0:1 Gomez (19.), 0:2 Helmes (73.), 1:2 Rommedahl (74.), 2:2 Junker (87.). Schiedsrichter: Alan Kelly (Irland). Zuschauer: 19.071. 3.9.2010 in Brüssel (EM-Qualifikation) Belgien – Deutschland 0:1 (0:0) Deutschland: Neuer – Lahm, Mertesacker, Badstuber, Jansen (46. Westermann) – Schweinsteiger, Khedira – Müller, Özil (88. Cacau), Podolski (70. Kroos) – Klose. Tor: 0:1 Klose (51.). Schiedsrichter: Terje Hauge (Norwegen). Zuschauer: 47.000 (ausverkauft).

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8.10.2010 in Berlin (EM-Qualifikation) Deutschland – Türkei 3:0 (1:0) Deutschland: Neuer – Lahm, Mertesacker, Badstuber, Westermann – Kroos, Khedira – Müller, Özil (89. Marin), Podolski (86. Träsch) – Klose (89. Cacau). Tore: 1:0 Klose (42.), 2:0 Özil (79.), 3:0 Klose (87.). Schiedsrichter: Howard Webb (England). Zuschauer: 74.244 (ausverkauft). 12.10.2010 in Astana (EM-Qualifikation) Kasachstan – Deutschland 0:3 (0:0) Deutschland: Neuer – Lahm, Mertesacker, Badstuber, Westermann – Kroos, Khedira – Müller (71. Marin), Özil (79. Cacau), Podolski – Klose (55. Gomez). Tore: 0:1 Klose (48.), 0:2 Gomez (76.), 0:3 Podolski (85.). Schiedsrichter: Alexandru Dan Tudor (Rumänien). Zuschauer: 20.000. 17.11.2010 in Göteborg Schweden – Deutschland 0:0 (0:0) Deutschland: Adler – Boateng (46. Beck), Hummels, Westermann, Schmelzer – Khedira (60. Träsch), Schweinsteiger (60. Kroos) – Holtby (79. Schürrle), Großkreutz (79. Götze), Marin (60. Cacau) – Gomez. Schiedsrichter: Carlos Velasco Carballo (Spanien). Zuschauer: 21.959.

Die deutsche Nationalmannschaft begann am 8. Oktober 2010 beim 3:0-Erfolg im EM-Qualifikationsspiel gegen die Türkei in Berlin mit folgender Aufstellung. Hintere Reihe von links: Holger Badstuber, Sami Khedira, Toni Kroos, Per Mertesacker, Heiko Westermann und Miroslav Klose. Vordere Reihe von links: Manuel Neuer, Philipp Lahm, Lukas Podolski, Thomas Müller und Mesut Özil.

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Dortmund zum 15. Mal Länderspielort

Nationalmannschaft vor 843. Länderspiel

Das Dortmunder WM-Stadion ist beim Aufeinandertreffen mit Italien zum 15. Mal Schauplatz eines Länderspiels der deutschen Nationalmannschaft. Während die beiden ersten Begegnungen in Dortmund (zwei Siege) im Stadion „Rote Erde“ ausgetragen wurden, entwickelte sich die zur Weltmeisterschaft 1974 erbaute Arena zu einem hervorragenden Pflaster für die DFB-Auswahl. In den bisherigen Auftritten gab es dort neben zwölf Siegen lediglich ein Unentschieden und eine Niederlage – ausgerechnet gegen den heutigen Gegner Italien. In bester Erinnerung ist den Fans das letzte Gastspiel des deutschen Teams in der westfälischen Metropole. Lukas Podolski und Michael Ballack waren die Torschützen beim wichtigen 2:1-Sieg gegen Russland in der Qualifikation zur WM-Endrunde 2010 in Südafrika. Die Länderspiele in Dortmund:

Das Aufeinandertreffen zwischen Deutschland und Italien in Dortmund ist das 843. Länderspiel in der Geschichte der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Seit der ersten Begegnung der DFB-Auswahl am 5. April 1908 (3:5 gegen die Schweiz in Basel) gab es 485 Siege, 171 Unentschieden und 186 Niederlagen. Das Torverhältnis aus allen 842 Länderspielen des deutschen Teams, in denen insgesamt 885 Nationalspieler eingesetzt wurden, lautet 1.877:998.

08.05.1935 08.04.1967 17.04.1974 28.02.1976 14.12.1977 18.11.1981 14.05.1986 04.10.1989 10.09.1997 08.09.1999 14.11.2001 10.09.2003 22.03.2006 14.06.2006 04.07.2006 11.10.2008

Republik Irland Albanien Ungarn Malta Wales Albanien Niederlande Finnland Armenien Nordirland Ukraine Schottland USA Polen Italien Russland

Michael Ballack sorgte am 11. Oktober 2008 in Dortmund mit seinem Treffer für die 2:0Führung im WM-Qualifikationsspiel gegen Russland. Nach 90 mitreißenden Minuten gewann die DFB-Auswahl 2:1.

3:1 6:0 5:0 8:0 1:1 8:0 3:1 6:1 4:0 4:0 4:1 2:1 4:1 1:0 0:2 n.V. 2:1

EM-Qualifikation EM-Qualifikation WM-Qualifikation WM-Qualifikation WM-Qualifikation EM-Qualifikation WM-Qualifikation EM-Qualifikation WM-Vorrunde WM Halbfinale WM-Qualifikation

Nur sieben Niederlagen in 78 EM-Qualifikationsspielen Die Bilanz der deutschen Nationalmannschaft in der Qualifikation zu Europameisterschaften ist beachtlich: In insgesamt 78 Begegnungen seit 1967 gab es für das deutsche Team 54 Siege bei nur sieben Niederlagen und 17 Unentschieden. Vor der 0:3-Niederlage gegen die Tschechische Republik am 17. Oktober 2007 in München blieb die deutsche Nationalmannschaft in der EM-Qualifikation sogar neun Jahre ungeschlagen.

Länderspiel-Tickets für vier Twitter-Follower Vier aus 1.100: Die ersten Länderspiel-Highlights des Jahres stehen an, und vier von rund 1.100 Teilnehmern des DFBTwitter-Gewinnspiels sind live dabei. Dylan Gahr aus Karlsruhe und Alexander Janz aus Bad Homburg gewannen je eine Karte der Topkategorie 1 für den heutigen LänderspielKlassiker gegen Italien. Über je ein Ticket der Kategorie 1 fürs EM-Qualifikationsspiel zwischen Deutschland und Kasachstan am 26. März in Kaiserslautern dürfen sich Mareen Wendt aus Radeberg und Hagen Metzler aus Nickenich freuen.

www.muenchen2018.org

Maria Riesch Sportbotschafterin München 2018 2 Goldmedaillen bei Olympischen Winterspielen

Was wäre, wenn 2018 unser Wintermärchen wahr werden könnte? Manchmal gehen auch große Träume in Erfüllung! Maria Riesch hat das mit ihren fantastischen Erfolgen in Vancouver vorgemacht. Jetzt haben wir die Chance, gemeinsam das schönste aller Märchen wahr werden zu lassen: die freundlichen Winterspiele im eigenen Land!

Das kann München 2018!

München bewirbt sich gemeinsam mit Garmisch-Partenkirchen und der Kunsteisbahn Königssee um die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2018.

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Joachim Löw zum 63. Mal Bundestrainer

Miroslav Klose Dritter der „ewigen“ Rangliste

Joachim Löw betreut das deutsche Team beim Länderspiel gegen Italien in Dortmund zum 63. Mal seit seinem Debüt als verantwortlicher Bundestrainer im August 2006. Seine Bilanz: 43 Siege, zehn Unentschieden und neun Niederlagen bei einem Torverhältnis von 150:44. In diesen 62 Länderspielen setzte Joachim Löw 69 Spieler ein und verhalf 44 Neulingen zu ihrer Premiere im Trikot der DFB-Auswahl.

Miroslav Klose vom FC Bayern München absolvierte in den zurückliegenden EM-Qualifikationsspielen gegen die Türkei am 8. Oktober 2010 in Berlin und vier Tage darauf in Kasachstan seine Länderspiele Nummer 104 und 105. Damit zog der 32jährige Angreifer, der in Schweden verletzungsbedingt passen musste, mit Jürgen Kohler gleich und belegt nun gemeinsam mit ihm in der „ewigen“ Rangliste der deutschen Länderspiel-Einsätze Rang drei. Ehrenspielführer Franz Beckenbauer belegt folglich nunmehr den fünften Platz. Führender in dieser Statistik bleibt weiterhin Lothar Matthäus. Der Nationaltrainer Bulgariens spielte zwischen 1980 und 2000 genau 150 Mal für die DFB-Auswahl. Nur noch drei Länderspiele vor Kohler und Klose rangiert ExBundestrainer Jürgen Klinsmann auf dem zweiten Platz. Die Nationalspieler mit den meisten Einsätzen für den DFB und den DFV:

aktuell OFFIZIELLES PROGRA

MM DES DEUTSC

HEN FUSSBALL-BUND

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nsspiel EM-Qualifikatio

Deutschland – Türkei

0 Berlin · 8.10.201

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DFB-Aktuell im Abonnement Toller Service für alle Sammler! Das offizielle Programmheft des Länderspiel-Klassikers Deutschland gegen Italien ist nicht nur vor Ort im Dortmunder Stadion erhältlich. Zum Stückpreis von 3,50 Euro (Ausland 5,00 Euro), die Versandkosten sind in diesem Preis bereits enthalten, können auch ältere Ausgaben des DFB-Aktuell – beispielsweise von den Heim-Länderspielen oder vom DFBPokalfinale – über die folgende Adresse bestellt werden: Andreas Voigt, Ruhlsdorfer Straße 95, Greenpark – Haus 42, 14532 Stahnsdorf, Telefon 03329 / 69 69 10, E-Mail: [email protected], www.kickclick.com

1. Lothar Matthäus 2. Jürgen Klinsmann 3. Miroslav Klose Jürgen Kohler 5. Franz Beckenbauer 6. Joachim Streich 7. Thomas Häßler 8. Hans-Jürgen Dörner Ulf Kirsten

150 108 105 105 103 102 * 101 100 * 100 **

10. Michael Ballack 11. Berti Vogts 12. Sepp Maier Karl-Heinz Rummenigge 14. Jürgen Croy 15. Rudi Völler 16. Andreas Brehme Oliver Kahn Konrad Weise

98 96 95 95 94 * 90 86 86 86 *

* Länderspiele für den DFV ** Länderspiele für den DFV und den DFB

DFB-Auswahl Dritter der FIFA-Weltrangliste Die deutsche Nationalmannschaft belegt in der aktuellen FIFA-Weltrangliste weiterhin den dritten Platz. Mit 1.485 Punkten liegt der WM-Dritte im FebruarRanking nach wie vor hinter Welt- und Europameister Spanien (1.887) und WM-Finalist Niederlande (1.723). Die Italiener nehmen mit 965 Zählern den 13. Rang ein. Die „Top 10“: 1. Spanien (1.887 Punkte), 2. Niederlande 1.723, 3. Deutschland 1.485, 4. Brasilien 1.446, 5. Argentinien 1.367, 6. England 1.195, 7. Uruguay 1.152, 8. Portugal 1.090, 9. Kroatien 1.075, 10. Griechenland 1.016.

Lukas Podolski gleichauf mit Michael Ballack Durch seinen Treffer zum 3:0-Endstand im EM-Qualifikationsspiel gegen Kasachstan am 12. Oktober 2010 in Astana holte Lukas Podolski (1. FC Köln) in der „ewigen“ Torjägerliste des DFB Michael Ballack ein. Beide haben nun 42 Treffer auf ihrem Nationalmannschafts-Konto und belegen in dieser Statistik den achten Platz. Spitzenreiter bleibt Gerd Müller. Der einstige „Bomber der Nation“ erzielte in 62 Länderspielen sagenhafte 68 Treffer für das deutsche Team. Die Nationalspieler mit den meisten Toren für den DFB und den DFV:

1. 2. 3. 4.

Gerd Müller Miroslav Klose Joachim Streich Jürgen Klinsmann Rudi Völler 6. Karl-Heinz Rummenigge 7. Uwe Seeler 8. Michael Ballack Lukas Podolski

68 58 55 * 47 47 45 43 42 42

10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17.

Oliver Bierhoff Ulf Kirsten Fritz Walter Klaus Fischer Ernst Lehner Andreas Möller Edmund Conen Hans-Jürgen Kreische Eberhard Vogel

* Länderspiel-Tore für den DFV ** Länderspiel-Tore für den DFV und den DFB

57

37 34 ** 33 32 31 29 27 25 * 25 *

Durch tolle Leistungen im WM-Jahr 2010 verbesserte sich die Nationalmannschaft auf den dritten Platz der FIFA-Weltrangliste.

Burgsmüllers BVB-Bestmarke: 135 Tore in 224 Liga-Spielen

MANNI, DER TORJÄGER Manfred „Manni“ Burgsmüller ist ein Kind des Ruhrgebiets, geboren in Essen, Ikone in Dortmund und ein echtes Schlitzohr. So oft wie er traf keiner für den BVB in der Bundesliga. Noch heute schaut er sich die Borussia gerne an, besonders gefällt ihm Mittelfeldspieler Mario Götze. „Der Junge verblüfft mich wirklich. Denn obwohl er 18 ist, spielt er schon so abgebrüht wie ein Alter“, sagt der 61-Jährige. Dem Journalisten Oliver Müller hat Burgsmüller erzählt, warum das Dortmunder Stadion immer schon einzigartig war und wieso seine Mutter ihn 30 Jahre zu spät auf die Welt gebracht hat.

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s gibt Schlüsselmomente in der Karriere eines Nationalspielers. Augenblicke, in denen Weichen gestellt werden und die den Fans noch Jahrzehnte später in Erinnerung sind. Am 16. November 1977 im Stuttgarter Neckarstadion beim 4:1-Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen die Schweiz, einem Freundschaftsspiel, erwischte Klaus Fischer so einen Moment: Mit einem Fallrückzieher erzielte er einen Treffer, der erst zum Tor des Jahres, später zum Tor des Jahrhunderts gewählt wurde. Manfred Burgsmüller (61), den zeit seines Lebens fast alle nur „Manni“ genannt haben, hatte im selben Spiel auch einen Schlüsselmoment. Jedoch keinen glücklichen. In der ersten Halbzeit, lange vor Fischers Geniestreich, erzielte Burgsmüller mit einem ähnlichen spektakulären Fallrückzieher auch ein Tor. Der Unterschied war nur, dass der italienische Schiedsrichter Sergio Gonella den Treffer abpfiff. „Angeblich wegen gefährlichen Spiels“, sagt Burgsmüller: „Aber ich bin der Meinung, dass das Tor hätte zählen müssen.“ De facto war bei Burgsmüllers Fallrückzieher der nächste Gegenspieler sogar weiter entfernt gewesen als bei Fischers Tor. An Fischers Tor erinnert sich jeder, Burgsmüllers Tor kennen nur noch wenige. „Ich weiß natürlich nicht, ob es etwas geändert hätte, aber vielleicht wäre meine Nationalmannschaftskarriere ja anders verlaufen“, sagt Burgsmüller, der danach auch nur auf zwei Einsätze im DFB-Team kam. Zur Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien wurde er nicht mitgenommen. Für den Torjäger von Borussia Dortmund war das damals eine große Enttäuschung. In den meisten alten Zeitungsartikeln hieß es, dass Bundestrainer Helmut Schön ihn mit 29 Jahren für zu alt gehalten habe. Für Burgsmüller, der heute wieder in seiner Heimatstadt Essen lebt, waren es eher taktische Gründe. „Im damaligen Fußball hatten die Trainer eine starre Vorstellung davon, auf welcher Position ein Spieler zu spielen habe. Da gab es entweder einen reinen Mittelstürmer oder einen Mittelfeldspieler, der die Pässe in den Strafraum spielt. Bei mir war das aber nicht so einfach. Ich war immer eine Mischung aus Mittelfeldspieler und Stürmer: Ich war ein Vorbereiter, habe aber auch selbst den Abschluss gesucht“, erklärt er.

Vielleicht hätte er in der aktuellen Zeit größere Chancen gehabt. Der Fußball hat sich weiterentwickelt, die taktischen Anforderungen an die Spieler auch. „Jemand wie Thomas Müller ist mit meiner Spielweise zu vergleichen“, findet Burgsmüller: „Ich habe meiner Mutter schon mal gesagt: Du hast mich einfach 30 Jahre zu früh auf die Welt gebracht.“ Doch auch ohne eine große Länderspielkarriere ist viel haften geblieben von dem Schlitzohr aus dem Revier, der nicht nur von Trainern in keine Schublade gesteckt werden konnte. „Ich habe eigentlich immer mein Ding gemacht“, sagt er und blickt zufrieden auf eine Laufbahn mit 447 Bundesligaspielen für Rot-Weiss Essen, Bayer Uerdingen, Borussia Dortmund, den 1. FC Nürnberg und schließlich Werder Bremen zurück. „Speziell die Zeit in Dortmund war sehr prägend“, erinnert er sich. Das Westfalenstadion sei damals zwar noch nicht so gewaltig wie heute gewesen, aber die Atmosphäre war bereits einzigartig. „Es war für die Zeit eine der wenigen Arenen, die keine Laufbahn hatte. Als Spieler hattest du fast direkten Kontakt mit den Fans, das war gigantisch“, sagt er. Burgsmüller hinterließ eine beeindruckende Bestmarke in den Annalen des Traditionsvereins: Mit 135 Toren, vier mehr als Michael Zorc, in 224 Bundesliga-Spielen hält er bis heute den Vereinsrekord beim BVB. 213-mal traf Burgsmüller insgesamt im Fußball-Oberhaus. In der ewigen Bestenliste der Bundesliga liegen nur Gerd Müller (365 Treffer), Klaus Fischer (268) und Jupp Heynckes (220) vor ihm.

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Sieben Jahre in Schwarz-Gelb: Manfred Burgsmüller.

Zwei Torschützen gegen die Schweiz 1977 – ein Unterschied: Die zwei Treffer von Klaus Fischer (Mitte) zählten, der von Burgsmüller nicht.

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Die späten Höhepunkte seiner Karriere verdankt der Vater von drei Töchtern einem anderen Kind des Ruhrgebiets. Otto Rehhagel holte ihn im hohen Fußballalter von 36 Jahren aus der Zweiten Liga von Rot-Weiß Oberhausen noch einmal zurück ins Rampenlicht der Bundesliga. „Manni, komm’ nach Bremen, Du scheinst ja nichts verlernt zu haben“, hatte Rehhagel damals gesagt. Burgsmüller freut sich noch heute diebisch, dass er und sein Lieblingstrainer die zahl-

Torjäger auf Abwegen: Nach seiner Fußballerkarriere spielte Burgsmüller als Kicker für Rhein Fire in der NFL Europe.

„Meine große Klappe habe ich immer noch“, sagt der 61-Jährige über sich selbst.

reichen Kritiker widerlegen konnten: „Viele Journalisten haben damals aufgeschrien: ‘Wie kann man denn so einen alten Sack holen’?“ Bei Werder konnte Burgsmüller auch den einzigen Titel seiner Laufbahn gewinnen: 1988 wurde er – endlich – Deutscher Meister. 1990 war dann nach 447 Bundesligaspielen Schluss. Doch so ganz konnte sich der Straßenfußballer aus EssenRellinghausen der Anziehungskraft des Balls auch danach nicht entziehen. Sieben Jahre ging er fremd, war er im American Football als Kicker für Rhein Fire in Düsseldorf tätig, mit denen er zweimal Champion wurde. Zwischenzeitlich, so heißt es, sei er der älteste aktive Football-Profi der Welt gewesen. Von 2004 bis 2006 war er dann zurück im Fußball: als Trainer des Dortmunder C-Kreisligisten SSV Hacheney. Für eine Doku-Soap im Fernsehen coachte er die Feierabendfußballer, leitete Trainingseinheiten auf Asche, lud alte Weggefährten wie Willi „Ente“ Lippens, Klaus Fischer und Marcel Raducanu ein und unterhielt ein Millionen-Publikum mit seinen Sprüchen. „Meine große Klappe habe ich immer noch“, sagt Burgsmüller, der froh darüber ist, dass alles, was er bis heute gemacht hat, immer „zumindest irgendwie mit Fußball zu tun hat“. Heute freut er sich besonders über die Entwicklung bei seinem früheren Verein Borussia Dortmund und bei der Nationalelf. „Das kommt nicht von ungefähr“, glaubt er: „Sowohl beim BVB als auch beim DFB ist die Nachwuchsarbeit in den letzten Jahren intensiviert worden. Das zahlt sich aus.“ Und ein neues Schlitzohr hat er an seiner alten Wirkungsstätte ebenfalls ausgemacht: Mario Götze. „Der Junge verblüfft mich wirklich. Denn obwohl er 18 ist, spielt er schon so abgebrüht wie ein Alter.“ Und was ihm besonders gefällt: Götze passt – wie er früher – in keine Schublade.

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Als Kind war Boll ein gefürchteter Torjäger. Heute schlägt er Bälle lieber über als ins Netz.

Tischtennis-Champion Timo Boll und seine Liebe zum BVB

TOPSPIN UND TÖPPEN Tischtennis und Fußball, weißer Ball auf grünem Boden. Zwei Sportarten, unterschiedliche Ziele. Bei der einen soll der Ball im Netz zappeln, bei der anderen möglichst nicht. Timo Boll hat beides ausprobiert. Und sich dann für Tischtennis entschieden. Doch Nähe und Bezug zum Fußball hat er nie verloren. DFB.de-Redakteur Steffen Lüdeke über den besten Tischtennis-Spieler der Welt und dessen Herz für Borussia Dortmund.

Und Boll setzt zum Sprung an. Der Jubel muss raus, Freude, Stolz, Erleichterung, Genugtuung, all die Empfindungen, die Fans in solchen Situationen erleben. „Ein ungeheures Glücksgefühl war das“, sagt Boll. Weniger glücklich war die Landung. Boll knickt um, die Muskulatur wird falsch belastet. Den Schmerz hat er nicht sofort gespürt, Dopamin, Endorphin, die Glückshormone wirken, erst als sie weichen, ahnt Boll, was wenig später Gewissheit ist: Muskelfaserriss, knapp drei Wochen Pause. Ein Debakel für jeden Leistungssportler, erst recht für einen wie Boll, der sich wei Meter, gefühlt zumindest. Sein Sprung aus dem seit Jahren mit Rückenproblemen und anderen VerletzungsStand, kein Rekord für die Ewigkeit, bemerkens- sorgen herumschlagen muss. Und doch sagt Boll heute wert dennoch. Und folgenreich. Westfalenstadion, im Brustton der Überzeugung: „Das war es wert.“ MuskelSaison 2008/2009, das Derby, Schalke gegen faserrisse kommen und gehen, ein 3:3 bleibt für die Ewigkeit. Dortmund, das Spiel der Spiele. Auf der Tribüne ist die „Für solche Erlebnisse ist man Fan“, sagt Boll, „das Spiel Elite der deutschen Tischtennisspieler versammelt, dar- ist legendär und ich bin froh, dass ich das hautnah erleunter Timo Boll und Christian Süß. An der Platte sind beide ben konnte.“ als Doppel ein Team, auf der Tribüne sind sie Gegner. Süß drückt seine Daumen für Königsblau, Boll ist bekennen- Zum Fan von Borussia Dortmund wurde Boll in früher Kindheit der Anhänger des BVB. Für ihn ist das Spiel ein Debakel. durch eine Niederlage von Eintracht Frankfurt. Im OdenJefferson Farfán und Rafinha bringen die Gäste vor dem wald in Hessen wuchs er auf, Boll versuchte sich in allen Seitenwechsel mit 2:0 in Führung, als Heiko Westermann möglichen Sportarten: Fußball, Tennis, Tischtennis. „Ich in der 54. Minute auf 3:0 erhöht, scheint das Spiel gelau- habe eigentlich alles mal probiert“, sagt er heute. Für die fen. Und Süß stichelt. Häme, kleine Nettigkeiten, Spott, TSV Hoechst spielte er nicht nur Tischtennis, er kickte bis was Fans halt so tun, wenn ihre Mannschaft einem siche- zur E-Jugend auch mit dem Fuß gegen den Ball. „Ich hatte ren Sieg entgegenspielt. Süß wird ein wenig ruhiger, als einen guten Schuss“, erzählt Boll. Und einen guten Riecher. Neven Subotic nach 67 Minuten das 1:3 erzielt. Vier Minuten 89 Tore hat er einmal in einer Saison erzielt, sieben, acht später trifft Alexander Frei zum 2:3, das Stadion ist jetzt Boll-Treffer pro Partie waren keine Seltenheit. Boll war ein Tollhaus. Süß wird still und stiller. Als Schiedsrichter also Fußballer, als kleiner Bub in Hessen, wenig verwunLutz Wagner in der 89. Minute auf Elfmeter für den BVB derlich, dass irgendwann der erste Besuch im Waldstadion entscheidet, verstummt er vollends. Boll hingegen kommt anstand. Im Jahr 1989 war es so weit, zu Gast in Frankfurt richtig in Fahrt. Die Daumen sind gedrückt, der Puls rast. war die Borussia aus Dortmund. „Es war ein großes Erlebnis Frei läuft an, schießt, trifft. Jetzt gibt es kein Halten mehr. für mich“, sagt Boll, „ich habe mich sehr auf das Spiel gefreut.“ Dortmund war Frankfurt überlegen, Thomas Helmer, Andy Möller und Jürgen Wegmann ließen Ball und Gegner laufen. Und Boll war begeistert. Als Schiedsrichter Hermann Albrecht die Partie beendete, hatte Borussia Wenn zwei gegen einen keine Dortmund nach zwei Toren von Michael Zorc zwei Punkte Chance haben: Friedrich (von und einen Fan mehr. links) und Westermann im

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Duell mit Timo Boll.

Hätte Frankfurt die Partie gewonnen, wer weiß, vielleicht wäre Boll heute glühender Eintracht-Anhänger. Allerdings war im Jahr 1989 wohl allen Tischtennisspielern eine gewisse Affinität zur Stadt Dortmund eigen. Im April hatten Jörg Roßkopf und Steffen Fetzner bei der Weltmeisterschaft in der Westfalenhalle den Titel im Doppel gewonnen, es war so etwas wie die Geburtsstunde, das Erwecken einer schlafenden Sportart. „Natürlich habe ich das mitbekommen“, sagt Boll, „ich habe ja damals auch schon mit großer Begeisterung Tischtennis gespielt.“ Kleiner oder großer Ball, Mannschaftssport oder Individualsport, Topspin oder Töppen – elf Jahre war Boll alt, als er sich zwischen Fußball und Tischtennis entscheiden musste. „Ein bisschen lauffaul war ich“, nennt Boll eines der Argumente gegen den Fußball. Entscheidend war aber, dass sein Talent im Tischtennis außergewöhnlich war. Im

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An seiner Wand hängen die Trikots von Jan-Ove Waldner, Ryu Seung-min und Ma Lin. Gerahmt und hinter Glas. Und mittendrin als gelber Farbtupfer das Dortmund-Trikot. „Es hängt unter lauter Olympiasiegern“, sagt Boll lachend. An der Wand der Champions, also dort, wo es hingehört.

Zum ersten Mal vor der Südtribüne: Deutschlands bester Tischtennis-Spieler „outete“ sich 2003 als BVB-Fan.

Alter von elf Jahren war er bereits Hessenmeister, mit 14 wurde er zum jüngsten Bundesligaspieler aller Zeiten. „Ich hatte vom Niveau her im Tischtennis einen Vorsprung im Vergleich zum Fußball“, sagt Boll. Und schnell gaben seine Erfolge der Entscheidung recht. „Ein großer Fehler war es wohl nicht, dass ich mich für Tischtennis entschieden habe“, sagt Boll. Nett untertrieben. Seit Jahren ist Boll Europas bester Tischtennisspieler, als besonderes Kunststück steht der dreifache Hattrick in seiner Vita, bei den Europameisterschaften 2007, 2008 und 2010 gewann er jeweils die Titel mit der Mannschaft, im Doppel und im Einzel. In Deutschland ist er so überlegen, dass er im Jahr 2010 aus der Rangliste genommen wurde. Boll ist der einzige Spieler, der in der Lage ist, konstant mit den Chinesen mitzuhalten. Und mehr als das. Nach einem Turniersieg im Dezember 2010 in Braunschweig, bei dem Boll im Finale gegen Olympiasieger Ma Lin gewann, führt er seit Januar 2011 nach acht Jahren zum zweiten Mal die Weltrangliste an. „Im Fußball hätte ich vergleichbare Erfolge wohl nicht feiern können“, sagt Boll. Auf den Rasen des Westfalenstadions hat er es dennoch geschafft. Im April 2003, Boll hatte damals zum ersten Mal Platz eins der Weltrangliste erklommen, erhielt er vom BVB ein Dortmund-Trikot mit der Rückennummer eins überreicht. Vor der Südtribüne, vor 25.000 Fans, Gänsehaut pur. „Es war eine große Ehre und ein einmaliges Erlebnis für mich“, sagt Boll, „ich habe mich sehr darüber gefreut.“ Selbstverständlich hat das Trikot einen Ehrenplatz im Hause Boll erhalten. Boll sammelt Tischtennis-Trikots.

Das Trikot seines Lieblingsvereins hat also einen besonderen Platz in seinem Haus, die Begegnungen mit den Nationalspielern haben einen besonderen Platz in seinem Herzen. Gegen Philipp Lahm hat er schon Tischtennis gespielt, Boll stand vor dem Länderspiel gegen England Ende 2008 in Berlin mit Arne Friedrich, Lukas Podolski und Heiko Westermann an der Platte. „Ich habe gedacht, dass ich schon ein bisschen Tischtennis spielen kann, aber Heiko Westermann und ich haben vielleicht zwei von 30 Aufgaben zurückgebracht“, sagt Friedrich. Boll war dennoch beeindruckt von den Fähigkeiten der Fußballer. „Man merkte schon, dass sie alle richtig viel Ballgefühl haben“, sagt er, „mir hat es sehr viel Spaß gemacht. Ich bin dankbar, dass ich solche Erlebnisse haben kann.“ Boll ist 29 Jahre alt. Er spielt bei Borussia Düsseldorf, einer der weltweit besten Vereinsmannschaften, dem FC Bayern des Tischtennis, und gewinnt dort national wie international die Titel am Fließband. Seine Vita aber ist noch nicht komplett. Er ist die Nummer eins der Welt und doch sieht er sich als Jäger. Einzelmedaillen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen fehlen ihm noch, der Weltmeistertitel mit der Mannschaft ebenfalls. „Diese Ziele motivieren mich“, sagt Boll. Besonders die Ambitionen mit der Mannschaft „Dieses Teamgefühl ist etwas ganz Spezielles“, sagt Boll, „ich genieße das immer sehr.“ 2011 steht im Mai die Einzel-WM in Rotterdam an, ein Jahr später könnte sich bei der Mannschafts-WM für Boll ein ganz persönlicher Kreis schließen. Boll jedenfalls ist optimistisch, dass das Team des Deutschen Tischtennis-Bundes im kommenden Jahr in der Lage ist, den einst übermächtigen Chinesen Paroli zu bieten. „Wir haben die beste Generation aller Zeiten“, sagt Boll. Fünf Deutsche sind derzeit unter den Top 25 der Weltrangliste platziert. Keine schlechten Aussichten also für Deutschland. Und ein schönes Ziel für Boll: Weltmeister mit der Mannschaft – bei der WM 2012 in Dortmund.

Bei der Wahl zum „Sportler des Jahres“ wurde Boll bislang dreimal Zweiter, zuletzt 2010 hinter Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel.

Daniel Brühl spielt im neuen Kinofilm „Der ganz große Traum“ den deutschen

„ICH WAR SOFORT FEUER Daniel Brühl hat schon viele Rollen gespielt: lustige, nachdenkliche, traurige, gescheite. Aber noch nie hatten sie etwas mit Fußball zu tun. Bis jetzt. Im Kinofilm „Der ganz große Traum“ spielt der 32-Jährige den Braunschweiger Lehrer Konrad Koch, der im Jahr 1874 den Fußball nach Deutschland brachte – der Anstoß eines unvergleichlichen Siegeszuges. DFB-Mitarbeiter Stephan Brause hat sich mit Brühl über seinen neuen Film, der am 24. Februar in die Kinos kommt, unterhalten. Und dabei festgestellt, wie sehr sich der Schauspieler mit seiner Rolle identifiziert, weshalb er den Fußball so mag und warum er Konrad Koch sogar ein bisschen beneidet.

bei dem ein oder anderen wecken mag, nicht ganz erfüllen können. Herr Brühl, eigentlich wären Sie doch besser Fußballprofi geworden. Wieso das denn, gefällt Ihnen mein neuer Film nicht? Doch natürlich. Aber bei dem Namen: Daniel Cesar Martin Brühl Gonzales Domingo – das klingt doch nach südamerikanischem Fußballzauber. Jetzt, wo Sie es sagen: Stimmt, das macht echt was her. Auch, wenn Domingo der zweite Nachname meiner Mutter ist und somit nicht wirklich zu meinem Namen gehört. Aber klingt irgendwie schon nach hoher Fußballkunst. Leider habe ich die fußballerischen Erwartungen, die dieser Name

Aber eine Sportskanone müssen Sie dennoch sein. Schließlich haben Sie in einem Ihrer Filme einen Boxer gespielt und unlängst verraten, dass Sie jedes Weihnachtsfest mit Ihren Kumpels zum Schwimmen gehen. Naja, dieses Weihnachtsschwimmen ist eher eine Rentnerveranstaltung. Aber sportlich bin ich, das stimmt. Ich brauche den Sport einfach als Abwechslung zur Schauspielerei. Ich spiele regelmäßig Tennis, gehe viel schwimmen und laufen. Und Fußball spiele ich auch immer wieder. Aber nur in wechselnden Hobbymannschaften. Zuletzt vor einigen Monaten am Rande von Dreharbeiten in Island, mit irgendwelchen Wikingern. Das war sehr spaßig.

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Fußballpionier Konrad Koch

UND FLAMME“ Den Ball unterm Arm und viele Ideen im Kopf: Daniel Brühl als Konrad Koch.

Deutschlands erste Kicker kamen aus Braunschweig: Koch alias Brühl mit seinen Schülern.

Und jetzt spielen Sie in Ihrem neuesten Film den fußballbegeisterten Lehrer Konrad Koch. Ein gutes Drehbuch, so haben Sie gesagt, muss für Sie wie ein guter Roman sein. Es muss Sie von der ersten Seite an fesseln, so dass Sie es gar nicht mehr aus der Hand legen wollen. War das bei „Der ganz große Traum“ so? Ehrlich gesagt, ja. Und nicht nur das. Beim Lesen ist mir klar geworden, dass jeder Schauspieler, der ein echter Fußball-Fan ist, in seiner Karriere unbedingt einen Film über diesen Sport machen muss. Und als ich das Drehbuch zu „Der ganz große Traum“ gelesen habe, wusste ich, dass genau dies ein Fußball-Film ist. Wie meinen Sie das? Die ganze Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht, hat einfach einen unglaublichen Charme. Als ich das Drehbuch durchgelesen hatte, habe ich sofort zugesagt. Ist das normal? Nein, eigentlich nicht. Normalerweise bin ich bei der Wahl meiner Rollen viel vorsichtiger. Ich treffe mich erst viele Male mit dem Regisseur und hinterfrage die Person, die ich spielen soll, in allen Facetten. Das hat sich bei Konrad Koch aber total erübrigt. Ich war sofort Feuer und Flamme für ihn.

Wieso? Ich finde es faszinierend, wenn ich die Person, die ich spiele, etwas bewundern und auf ihren Charakter ein wenig neidisch sein kann. Und bei Konrad Koch ist das so. Er war ein euphorischer, unglaublich sympathischer Kerl, der mit unermüdlichem Ehrgeiz, ja fast missionarischem Einsatz ein großes Ziel erreichen wollte: Er wollte seinen Schülern zeigen, dass Unterricht Ende des 19. Jahrhunderts auch ohne Strafe und Schläge auskommen kann.

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über diese einfach geniale Sportart waren. Ich dachte immer, dass jeder sofort erkennen muss, welch zusammenführende Kraft im Fußball steckt. Aber dafür hat Konrad Koch dann ja gesorgt. Aber seien Sie ehrlich. Bevor Sie das Drehbuch in der Hand hielten, hatten Sie noch nie etwas von Konrad Koch gehört, oder? Stimmt. Und ehrlich gesagt war mir das sehr peinlich. Ich war immer überzeugt, ein Fußball-Fan mit unglaublichem Fachwissen zu sein. Als ich dann Konrad Koch nicht kannte, den Mann der Fußball nach Deutschland gebracht hatte, da habe ich mich in etwa so gefühlt wie ein Kandidat bei „Wer wird Millionär?“, der bei einer 500-Euro-Frage scheitert. Ich habe geglaubt, eine eklatante Wissenslücke in meinem Fachgebiet zu haben. Aber dann habe ich mit vielen fußballverrückten Freunden gesprochen und das hat mich wieder beruhigt. Auch die kannten Konrad Koch größtenteils nicht. Umso erstaunlicher finde ich es, dass es bislang noch keinen Film über diesen Menschen gibt. Schließlich ist sein Leben eine absolut erzählenswerte Geschichte.

Und um ihnen das zu zeigen, benutzte er den bis dahin im deutschen Kaiserreich noch verpönten Sport Fußball. Genau, denn Fußball ging für Konrad Koch weit über Angriff und Verteidigung hinaus. All seine für die damalige Zeit sehr modernen Ideale wie Humor, Fairplay, Gemeinschaft und Teamgeist, die 1874 in der Schule eher nicht geduldet waren, manifestiert er in seiner Klasse durch Fußball. Er war einfach ein idealistischer, sympathischer Querdenker. Und in dieser Person findet sich Daniel Brühl wieder? Ein wenig schon. Auch wenn ich glücklicherweise bei der Verfolgung eines Ziels nie auf solche Widerstände gestoßen bin wie ein Konrad Koch. Es ist ja schon unglaublich, wenn man sieht, wie in einem Land wie Deutschland, das zeit meines Lebens eine weltweit angesehene und teilweise gefürchtete Fußballnation ist, noch 1874 über den heutigen Nationalsport gedacht wurde. Von „Fußlümmelei“, „Engländerkrankheit“ oder „weibischer Treterei“ ist da die Rede. Ich konnte es kaum glauben, dass dies damals ernsthafte Urteile

Die andere Taktiktafel: Im Unterricht werden Fußballbegriffe gepaukt.

Das ändert sich ja jetzt. Nach den Erfolgen von „Das Wunder von Bern“ und dem „Sommermärchen“ ist wieder ein Fußball-Film entstanden. Unterscheidet sich der Dreh eigentlich von einem „normalen“ Kinofilm? Zunächst ist „Der ganz große Traum“ ja kein reiner Fußballfilm, sondern tatsächlich Kino für die ganze Familie, eine Mischung aus „Das Wunder von Bern“ und „Der Club der toten Dichter“. Generell ist ein Film über Fußball schwieriger zu drehen, denn vieles von der Emotionalität erlebt man eben nur im Spiel. Dieses Gefühl auf die Leinwand zu bringen, ist nicht leicht. Aber in „Der ganz große Traum“ ist das wirklich gut gelungen, worauf ich ehrlich sehr stolz bin. Auch darauf, dass Sie sich als Konrad Koch im Film die Abseitsregel von einer Frau erklären lassen müssen? Ach, das ist doch eine lustige Szene. Und wenn die Frau so hübsch ist wie meine Schauspielkollegin Henriette Confurius, dann ist das alles nur halb so schlimm.

Schatzkammer mit ganz viel Tradition – in Dortmund entsteht ein einzigartiges

MARADONAS TRIKOT UND

So könnte das Museum nach seiner Fertigstellung im Jahr 2014 aussehen. Von weitem ein Hingucker, aus der Nähe auch. Das DFBFußballmuseum soll auf einer Nutzfläche von rund 6.000 Quadratmetern Deutschlands Fußballgeschichte abbilden.

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Wenn sich 2014 die Türen des DFB-Fußballmuseums erstmals öffnen, ist die Metropole Ruhr und das gesamte Fußball-Land um eine einzigartige Attraktion reicher. Direkt gegenüber dem Dortmunder Hauptbahnhof entsteht ein Haus, das den Fußball auf eine nie dagewesene Weise eine Heimat gibt. Aus einer Vision wird eine spektakuläre Ausstellung, ein Erlebnis für alle Sinne. Alex Jacob, Leiter Kommunikation beim DFB-Fußballmuseum, über ein außergewöhnliches Projekt. 70

as DFB-Fußballmuseum hat einen hohen Anspruch: Es will den Fußball in seiner ganzen thematischen Vielfalt darstellen, mit modernsten Ausstellungskonzepten und Medien etwas Außergewöhnliches schaffen und die größten deutschen Spielerpersönlichkeiten in einer „Hall of Fame“ würdigen. Herausragend sollen die Exponate sein, die später einmal zu sehen sein werden. Aber sie sollen andererseits auch eine tolle Geschichte erzählen. „Genau damit inszenieren wir einen Spannungsbogen. Das weckt Emotionen, die Besucher schwelgen in eigenen Erinnerungen – das Exponat wird gewissermaßen lebendig“, erklärt Manuel Neukirchner, Sprecher der Geschäftsführung der Stiftung DFB Fußballmuseum gGmbH. Wie zum Beispiel bei einem Trikot, das Frank Mill in diesen Tagen dem Museum übergeben hat. Der Weltmeister von 1990 und einstige Bundesliga-Torjäger besaß über zwei

Fußballmuseum

DER BERNER WUNDERBALL

Jahrzehnte ein Original-Trikot von Diego Maradona. Mill hat es am 8. Juli 1990 im Olympiastadion in Rom vom argentinischen Superstar bekommen. Und zwar unmittelbar nach dem deutschen 1:0-Erfolg im WM-Finale. „Ich wollte für meinen damals kleinen Sohn Kevin unbedingt ein Maradona-Trikot haben“, erzählt Frank Mill, der in 387 Bundesligaspielen für Rot-Weiss Essen, Borussia Mönchengladbach, Borussia Dortmund und Fortuna Düsseldorf insgesamt 123 Tore erzielte. „Auf dem Weg aus der Kabine zur zweiten Hälfte habe ich Diego angesprochen, und er sagte mir direkt zu, dass wir nach dem Abpfiff, egal wie das Spiel ausgeht, das Trikot tauschen.“ Nach dem Wechsel verwandelte Andreas Brehme kurz vor dem Abpfiff den entscheidenden Elfmeter, anschließend drehte das deutsche Team seine Ehrenrunde und Franz Beckenbauer schlenderte ganz alleine über den Rasen – Bilder, die alle deutschen Fußballfans heute noch vor Augen

Das Magazin PROJEKT 2014! – der Titel der neuen Publikation des DFB-Fußballmuseums gibt die Zielrichtung eines ehrgeizigen Vorhabens an: Bis 2014 soll in Dortmund ein einmaliges Museum für den deutschen Fußball entstehen. In der ersten Ausgabe, die 36 Seiten umfasst, stellt die Stiftung das Ausstellungskonzept ausführlich vor, präsentiert ein herausragendes Exponat für die spätere Dauerausstellung und weckt mit vielen Fakten und Hintergründen die Neugierde für dieses ambitionierte Projekt. Künftig wird die Stiftung DFB Fußballmuseum gGmbH halbjährlich in Text und Bild mit dem Magazin „PROJEKT 2014!“ über ihre Arbeit informieren. Die Publikation ist kostenlos über die Stiftung zu beziehen: [email protected]

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haben. Frank Mill hatte im Moment des größten Erfolges seiner Karriere aber nach wie vor im Kopf: „Ich brauche dieses Trikot für meinen Jungen zu Hause.“ In den Katakomben des Stadions angekommen, führte Mills Weg direkt zur Kabine der Argentinier, in der er Maradona vermutete. Dort herrschte große Enttäuschung und Stille – aber auf ein Zeichen des Superstars bekam Frank Mill von einem Betreuer das im Finale getragene dunkelblaue Trikot mit der legendären Nummer 10. Glückselig, weil er gerade Weltmeister geworden war und jetzt auch noch das begehrte Hemd hatte, kehrte Mill um – und lief direkt Kapitän Lothar Matthäus in die Arme. Der wollte auch das Trikot seines über viele Jahre großen Kontrahenten auf dem Platz, aber musste in diesem Moment registrieren, dass Mill einfach schneller war.

Das Museum würdigt auch die vielen deutschen Klubs, die in den vergangenen Jahrzehnten großartige Erfolge gefeiert und mit ihrer Art Fußball zu spielen die Fans begeistert haben.

DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach (Zweiter von rechts) überreichte in Dortmund den Original-Ball aus dem WM-Finale 1954 an Manuel Neukirchner, Sprecher der Geschäftsführung der Stiftung DFB Fußballmuseum gGmbH (Zweiter von links), und Michael Keßeler, Geschäftsführer der Stiftung DFB Fußballmuseum gGmbH. Mit ihnen freut sich Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau (rechts).

„Eine großartige Story und ein tolles Exponat“, freut sich Manuel Neukirchner und ist Frank Mill sehr dankbar, dass er diesen „Schatz“ dem entstehenden DFB-Fußballmuseum in Dortmund übergeben hat. Ab 2014 wird es wie zum Beispiel auch der Original-Ball aus dem WM-Finale 1954 in Bern und das Endspiel-Trikot von Weltmeister Karl Mai zu sehen sein. Neukirchner führt zurzeit viele Gespräche mit ehemaligen und aktuellen Fußballern, die persönliche Erinnerungsstücke für das DFB-Fußballmuseum beisteuern möchten, das ab 2012 in der Dortmunder City gebaut wird. Dort, wo heute in Dortmund noch Busse parken, soll 2014 einer der zentralen Orte des deutschen Fußballs sein. Nach Vorstellung der Macher soll es ein großer Wurf werden: „Hochwertig, emotional, populär und gleichsam fundiert. Ein Haus für alle, im Herzen der Metropole Ruhr, der Kulturhauptstadt Europas 2010, inmitten einer bedeutenden und vielschichtigen Kulturlandschaft. Die Essener Oper ist zu einem Markenzeichen geworden, die Zeche Zollverein ist Weltkulturerbe, die Ruhrtriennale bietet Theater von internationalem Rang. Und 2014: das Fußballmuseum in Dortmund. Mit diesem Anspruch planen wir dieses Haus“, erläutert Neukirchner. Ein Jahrhundert gewaltiger kultureller Entwicklungen hat der Region ein neues Selbstbewusstsein gegeben. Und der Fußball spielt dabei eine wesentliche Rolle, er ist längst zum Selbstverständnis und damit zum wichtigen Teil der Alltagskultur geworden, mit seiner Tradition, mit seinen Erfolgen, mit seinem Zugehörigkeitsgefühl. Fußball ist für die Menschen da. Das verbindet ihn mit der Kultur, gerade im Ballungsraum Ruhrgebiet mit seinen vielfältigen Formen des kulturellen Austauschs, mit seinen rund fünf Millionen Menschen aus 170

Die „Hall of Fame“ würdigt Persönlichkeiten, wie zum Beispiel Fritz Walter, Uwe Seeler, Franz Beckenbauer oder Lothar Matthäus, die durch Leistung, Fairplay und Miteinander zum Vorbild wurden.

Nationen. Das Ruhrgebiet ist daher als Standort für das entstehende DFB-Fußballmuseum ideal geeignet – und wird gleichsam weit über die Grenzen von Nordrhein-Westfalen hinaus wirken. Das Original-Trikot von Argentiniens Superstar Diego Maradona aus dem WM-Finale 1990 ist ab 2014 im Museum in Dortmund zu sehen.

Voraussichtlich Mitte 2011 wird feststehen, welches Architekturbüro das DFB-Fußballmuseum entwerfen wird. Nach dem derzeitigen Stand der Planungen werden im Mai die eingereichten Entwürfe prämiert. Die weitere Ausarbeitung des Siegerentwurfs und die weiteren Planungsphasen schließen sich unmittelbar an, der Beginn der baulichen Realisierung ist für das zweite Quartal 2012 vorgesehen. Die Eröffnung des DFB-Fußballmuseums auf einer Grundstücksfläche von rund 6.000 Quadratmetern ist für 2014 geplant. Dortmund, ein Ort, der Fußballgeschichte zeigt. Und schreibt.

Der Fachbeirat Sieben Persönlichkeiten aus den Bereichen Kultur und Medien gehören dem Fachbeirat der Stiftung DFB Fußballmuseum gGmbH an, der Ende November 2010 zu seiner konstituierenden Sitzung in Dortmund zusammentraf. Das Gremium hat die Aufgabe, die Geschäftsführung der Stiftung bei der Entwicklung und Fortschreibung des szenografischen Ausstellungskonzepts und der inhaltlich-didaktischen Konzeption zu beraten. Als Mitglieder des Fachbeirats berief die Geschäftsführung des DFBFußballmuseums Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Brüggemeier (Professor für Wirtschafts-, Sozial und Umweltgeschichte an der Albert-LudwigsUniversität Freiburg), Prof. Dieter Gorny (Professor für Kultur- und Medienwissenschaft an der FH Düsseldorf, Künstlerischer Direktor Ruhr 2010 GmbH), Jochen Hieber (Kulturredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung), Hans-Josef Justen (Sportjournalist), Dr. Gerhard Kilger (Direktor der DASA Deutsche Arbeitsschutzausstellung), Prof. Dr. Martin Roth (Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Professor für Kulturpolitik und Kulturmanagement an der Technischen Universität Dresden) und Susanne Wernsing (Kuratorin und Historikerin).

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Frauen-WM: OK-Präsidentin Steffi Jones besucht alle Teilnehmerländer

IN 120 TAGEN UM DIE WELT

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en Anfang machte Steffi Jones am Ende, am anderen Ende der Welt. Neuseeland und Australien, der Auftakt einer langen Reise, die Anfang Dezember begann. Den Abschluss soll Nordkorea in den ersten April-Tagen bilden. Vier Monate wird die WMOK-Präsidentin unterwegs sein und vor der FIFA FrauenWeltmeisterschaft 2011 (26. Juni bis 17. Juli) in Deutschland im Rahmen einer Welcome-Tour allen WM-Teilnehmerländern einen Besuch abstatten. „Ich habe noch keine Vorstellung, welche Gesamtstrecke wir am Ende zurückgelegt haben werden“, sagt Steffi Jones. Bei 120.000 könnte der MeilenZähler stehen bleiben.

Steffi Jones ist auf Tour. Seit Anfang Dezember besucht sie alle 15 Länder, deren Mannschaften sich für die Frauen-WM 2011 in Deutschland qualifiziert haben. Vier Stationen der Welcome-Tour hat die Präsidentin des Organisationskomitees schon absolviert. Nach Neuseeland und Australien ging es zunächst, dann nach Nigeria und England, nun folgt Norwegen. Der Journalist Gregor Derichs beschreibt eine Mission, die vor der WM 2006 von Franz Beckenbauer erfunden wurde. Und auf der eines ganz klar wird: Deutschland heißt die Welt herzlich willkommen.

Franz Beckenbauer brachte sogar noch mehr zusammen. Er besuchte vor der WM 2006 auf einer Mammutreise alle 31 WM-Teilnehmer, also 16 mehr. „Dieses Projekt war damals neu und ist auf eine ausgezeichnete Resonanz gestoßen. Auch uns geht es darum, jedes Land und jeden Fußballverband ausdrücklich nach Deutschland einzuladen. Das ist eine Geste des Herzens“, sagt die OK-Präsidentin. „Die Reaktionen, die wir vor Ort auslösen, sind fantastisch. Das ist noch viel besser als gedacht“, sagt Jens Grittner, der Medienchef der Frauen-WM 2011, der Steffi Jones bei der Welcome-Tour begleitet. Alle Reisen und Aktionen vor Ort müssen langfristig und bis ins Detail geplant werden. Oft laufen in den OK-Räumen in der DFB-Zentrale Jay-Jay Okocha ist sich sicher: „Die Frauen-WM ist in Deutschland in den besten Händen.“ Da wollen Steffi Jones und Karla Kick nicht widersprechen.

in Frankfurt am Main die Planungen für mehrere Etappen parallel. Frankreich, Schweden, Äquatorialguinea, Mexiko, Kanada, Brasilien, Kolumbien, USA, Japan und Nordkorea – so sieht das noch kommende Reise-Tableau der Vielfliegerin Jones aus. Die letzte Station Pjöngjang ist allerdings mit einem Fragezeichen versehen. Reisen in das streng abgeschirmte Land sind normalerweise nicht möglich. Vielleicht wird für den Fußball eine Ausnahme gemacht, zumal die nordkoreanischen Frauen zur Weltklasse zählen und oft Gastspiele in aller Herren Länder bestreiten. „Wir hoffen, dass auch unser Besuch in Nordkorea klappt. Einige Vorbereitungen sind getroffen, aber wir müssen noch die Resonanz der Gegenseite abwarten“, sagt Steffi Jones. „Wenn es so weit kommt, soll uns die Politik bei dieser Reise unterstützen und begleiten. Natürlich würde auch DFB-Präsident Theo Zwanziger in diesem Fall mitkommen.“

Nordkorea wäre echtes Neuland, selbst für den DFB mit seinen guten Kontakten in alle Welt. Neuseeland war nicht neu, aber es war das weiteste Ziel gleich zu Beginn. Wie bei einigen Etappen wartete in Auckland ein alter Bekannter. Wynton Rufer, der frühere Stürmer von Werder Bremen, traf sich mit Steffi Jones am anderen Ende der Welt. Bei der Visite in Sydney hatte sich auch Holger Osieck, der ehemalige Assistent des National-Teamchefs Beckenbauer, um die DFB-Delegation gekümmert. Osieck ist inzwischen Nationaltrainer in Australien. In Nigeria war es Jay-Jay Okocha, der frühere Profi von Eintracht Frankfurt, der zur Reisegruppe der WM-Organisatoren stieß. In London stellte sich Jens Lehmann, der Ex-Nationaltorwart und frühere Schlussmann des FC Arsenal, als deutschenglisches Bindeglied zur Verfügung.

Treffpunkt Big Ben: Steffi Jones machte auf ihrer Welcome-Tour Station bei Jens Lehmann in London.

Die Botschaft ist auf allen Kontinenten dieselbe: „Ihr seid herzlich willkommen. Wir freuen uns auf Euch.“ Die informative und unterhaltsame „Countdown-Veranstaltung“ des OK, die auch schon an den neun deutschen WM-Spielorten stattfand, bildet den Mittelpunkt der Welcome-Besuche. 150 bis 300 Gäste aus Politik, Sport, Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft der Besucherländer erscheinen zu den Events, die in der Regel in Sälen feiner Hotels stattfinden. Gerne kommen auch die deutschen Botschafter zu diesen Terminen, bei denen Steffi Jones immer einen „Superfan“ für die Frauen-WM benennt. Für Australien ist dies der langjährige DFB-Angestellte Osieck, in Neuseeland der frühere Nationalspieler Steve Sumner, in Nigeria Jay-Jay Okocha und in England die noch aktive Vize-Europameisterin Faye White.

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Deutscher in Down Under: Australiens Nationaltrainer Holger Osieck (Mitte) wurde zum „Superfan“ gekürt.

Sie ist in England so populär wie Birgit Prinz in Deutschland. Zusammen mit Torjägerin Kelly Smith ist sie der Star der englischen Frauen-Nationalmannschaft und gleichzeitig seit 2006 Angehörige des Ordens des britischen Empires. „Deutschland ist das Land des Frauenfußballs. Neben einer perfekten Organisation freuen wir uns auf die WeltklasseStadien. Ich glaube, die Frauen-WM 2011 wird zu einem weiblichen Sommermärchen“, sagte Englands Abwehrchefin. In Abuja freute sich die OK-Chefin besonders über das Treffen mit ihrem Idol Augustine „Jay-Jay“ Okocha, der 1993 in Diensten von Eintracht Frankfurt das Tor des Jahres gegen KSC-Torwart Oliver Kahn schoss. Der nigerianische Ballzauberer wurde frenetisch gefeiert, als die historische Szene auf der Leinwand abgespielt wurde. „Mein Herz schlägt noch immer für Frankfurt. Es ist ein schöner Zufall, dass das Endspiel der Frauen-WM sowie die Partie zwischen Deutschland und Nigeria im ehemaligen Waldstadion stattfinden“, sagte Okocha. „Ich freue mich sehr auf das Gruppenspiel zwischen unseren „Super Falcons“  und den deutschen Frauen in meiner ehemaligen Heimat. Ich habe das Gefühl, dass die Frauen-WM in besten Händen ist.“ In Auckland fand auch Wynton Rufer nur gute Worte. „Deutschland ist meine zweite Heimat. Das Land hat schon 2006 der Welt gezeigt, dass neben einer perfekten Organisation vor allem die Gastfreundschaft zu den wichtigsten Eigenschaften der Deutschen zählt“, sagte Rufer. „Die Frauen-WM 2011 wird dieses positive Bild Deutschlands bestätigen.“

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Neben den großen Welcome-Abendveranstaltungen werden während der Reisen auch soziale Projekte besucht. In London zeichneten Steffi Jones und Jens Lehmann im Emirates-Stadion im Rahmen der DFB-Aktion „Kinderträume 2011“ das Projekt „Double-Club“ aus, das sich unter der Trägerschaft des Goethe-Instituts und des FC Arsenal sowohl an englische als auch deutsche Schüler und Schülerinnen wendet. Zudem beabsichtigen Steffi Jones und ihr Team, immer im Doppelpass mit der FIFA, bei der Welcome-Tour den Frauenfußball insgesamt zu fördern. In Australien und Neuseeland und England war Tatjana Haenni dabei, die im Fußball-Weltverband FIFA die Abteilung Frauenfußball leitet. Die Schweizerin, bei der WM-Auslosung im November die „Hauptdarstellerin“ auf der Bühne der Messe Frankfurt, moderierte in Sydney, Auckland und London Workshops zur internationalen Förderung des Frauenfußballs. „Der FIFA-Workshop ist eine optimale Plattform, um sich über konkrete Strategien zur Weiterentwicklung des Frauenfußballs auszutauschen“, sagte Steffi Jones. Noch hat sie elf Stationen vor sich, um ihre Botschaften in alle Welt zu tragen. Und um die Welt willkommen zu heißen zum großen Fußball-Fest 2011 in Deutschland.

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Gemeinsam mehr erreichen

Team betreu er Flav io

Battisti geh t in den Ruhestand

DER GENTL EMAN FÜR ALLE Eine Diplomatenschule hat er nie besucht. Doch einen besseren Attaché als Flavio Battisti (68) hätte die deutsche Nationalmannschaft in den vergangenen drei Jahrzehnten nicht haben können. Jetzt wird der „Gentleman für alle Fälle“ in den Ruhestand verabschiedet – wie es sich für den gebürtigen Italiener gehört: beim Länderspiel gegen Italien. DFB-Redakteur Wolfgang Tobien über einen Mann, den viele bei der Nationalmannschaft vermissen werden. Weltmeister 1990: Battisti (Mitte) mit Teammanager Horst Schmidt (links) und dem damaligen Pressechef und heutigen DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach.

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eder kennt die Fabel von Hase und Igel. Der Gag dieser Geschichte, er trifft auch auf die deutsche Nationalmannschaft und Flavio Battisti zu. Wo immer der Bundestrainer mit seinen Spielern ankommt, Battisti ist schon da. Der große Unterschied: Im Gegensatz zum Frust und Ärger des Hasen über die permanent vorzeitige Ankunft des Igels am Ziel, ist Battistis verfrühtes Eintreffen gewollt und geplant, sorgt für Erleichterung und gibt ein gutes Gefühl. „Es war für uns stets beruhigend, wenn wir bei Auswärtsspielen auf dem Flughafen gelandet sind und Flavio stand an der Gangway – dann wussten wir, dass alles gut vorbereitet ist, um so schnell wie möglich ins Hotel zu kommen“, sagt Joachim Löw. „Es war stets beruhigend“ – der Bundestrainer wählt bei seiner Aussage nicht zufällig die Vergangenheitsform. Der langjährige nebenberufliche Betreuer der DFB-Auswahl wird im Rahmen des Länderspiels gegen Italien offiziell verabschiedet. 31 Jahre nach seinem ersten Auftritt in Diensten des DFB. Bei mehr als 300 Länderspielen, insgesamt acht WM- und sechs EM-Endrunden hat er als wichtiges Mitglied im kleinen Team des sogenannten Vorkommandos das Teamquartier vorbereitet. Mit der perfekten Vorbereitung war die Arbeit des gebürtigen Italieners im Rahmen der deutschen Länderspiele allerdings längst noch nicht erledigt. Hatte ein Spieler im Ausland die Zahnpasta vergessen, hieß es für Battisti, das Manko zu beseitigen. Flog Berti Vogts während seiner

Immer mittendrin: Flavio Battisti im Kreise der Teambetreuer beim Viertelfinale 2006 gegen Argentinien.

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Amtszeit als Bundestrainer am Wochenende nach Italien, um dort die deutschen Nationalspieler zu beobachten, war Battisti an seiner Seite, um bei dem jeweiligen Verein die nötigen Kontakte herzustellen.

Galt es, wie im Mai 2008 nach dem Trainingslager auf Mallorca vor der Europameisterschaft, sich bei den Verantwortlichen des RCD Mallorca für die hervorragenden Rahmenbedingungen zu bedanken, war Battisti, der neben deutsch, italienisch und portugiesisch auch perfekt spanisch spricht, zur Stelle. Oder fehlte, wie im Oktober 2009 nach dem 1:0-Sieg über Russland in Moskau, das Bier in der Kabine, um die gelungene WM-Qualifikation zu feiern, so war die kurzfristige Beschaffungsmaßnahme ebenfalls ein Fall für Flavio. Battisti, der Gentleman für alle Fälle. Attaché – so lautete seine offizielle Bezeichnung im „Team hinter dem Team“. Attaché, das klingt nach diplomatischem Dienst, nach einem Beigeordneten für eine Mission, die einen Zuwachs an Glanz und Erfolg bewirken soll. Im Mikrokosmos des deutschen Nationalteams war Flavio Battisti als „Sprach- und Organisationsgenie“, wie Philipp Lahm sagt, der Diplomat par excellence. „Er war dank seiner Loyalität und Zuverlässigkeit ein Glücksfall für uns alle“, sagt Rudi Völler, der Battistis Dienste erst als Nationalspieler und später auch als Teamchef schätzen gelernt hatte. Horst R. Schmidt, der heutige DFBSchatzmeister und frühere langjährige Generalsekretär, ergänzt: „Wenn man das Umfeld der Nationalmannschaft über die vergangenen Jahrzehnte betrachtet, so gehört Flavio zu den Stammspielern im „Team hinter dem Team“. Er verstand es, dem wechselnden DFB-Personal, ob Bundestrainer oder Betreuer, die Übernahme von neuen Aufgaben leicht zu machen.“ Der heutige DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach, der als Pressechef mit Battisti dessen größten Höhepunkt im Dienst der Nationalmannschaft, den WM-Triumph 1990 in Italien, gemeinsam stürmisch fei-

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Ehre, wem Ehre gebührt: Rudi Völler gratuliert Flavio Battisti nach der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes.

erte, schätzt an dem Mann, der mit knapp 18 Jahren 1960 nach Deutschland kam, „vor allem die Eigenschaft, dass er sich für keinen Job zu schade war“. „Geht nicht, gab’s nicht bei Flavio“. So fasst Franz Beckenbauer im Rückblick die umfassenden Serviceleistungen eines Allesbewältigers zusammen, dessen „Name für mich persönlich“, so sagt DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger, „stellvertretend für die hervorragende Organisation rund um die deutsche Nationalmannschaft steht“. Einst kam das aus dem Trentino in Norditalien stammende organisatorische Multitalent nach Deutschland, um seinen hier als Gastarbeiter tätigen Landsleuten als Dolmetscher zu helfen. In seiner neuen Heimat Darmstadt arbeitete er später 34 Jahre für den Chemie-Konzern Merck, wo er die letzten 13 Jahre bis zu seiner Pensionierung als Vorsitzender des Betriebsrats fungierte. Mitteleuropäischer Ordnungssinn gepaart mit südeuropäischer Fantasie und Improvisationskunst – diese Melange machte Battisti wohl so einzigartig. Das ihm 2004 verliehene Bundesverdienstkreuz, mit dem unter anderem sein Einsatz für die Integration ausländischer Mitbürger und seine Verdienste um den Fußballsport gewürdigt und ausgezeichnet wurden, ist ein großes Zeichen der Anerkennung. Einer Wertschätzung, die sich auch auf seine mehr als 900 Einsätze als früherer Schieds- und Linienrichter erstreckt. „Flavio Battisti ist einer von uns“, betont Franz Beckenbauer. Und adelt den 68-Jährigen zum Abschied von der Nationalmannschaft mit der wohl höchsten „kaiserlichen“ Auszeichnung: „Mit Matthäus, Völler, Brehme, Klinsmann und Berthold waren 1990 fünf Italiener maßgeblich an unserem WM-Titelgewinn beteiligt – Flavio war der sechste, der auf seine Art als Mann für alle Fälle wesentlich zu unserem großen Erfolg beigetragen hat.“

Buon appetito: Warum fast alle Fußballer einen Lieblings-Italiener haben

OHNE PASTA LÄUFT NICHTS „Kohlehydrate“ ist ein Wort, das nicht wirklich Lust auf Essen macht. Pasta klingt da doch schon viel appetitlicher. Fußballer schwören drauf. Nach dem Abpfiff im Stadion oder beim Lieblings-Italiener um die Ecke – ohne Pasta geht es nicht. DFB.de-Redakteur Gereon Tönnihsen hat sich mit einem Experten in Sachen Nudelgerichte über das Geheimnis der Pasta unterhalten: Saverio Pugliese, von 2003 bis 2007 Koch der deutschen Nationalmannschaft – und gebürtiger Italiener.

enn Saverio Pugliese ein Lehrer wäre, dann wäre Bernd Schneider vermutlich so etwas wie sein Lieblingsschüler gewesen. „Bernd hat es immer besonders gut geschmeckt“, sagt der Koch aus Kalabrien. „Er hat mir mal gesagt: ,Saverio, ich komme auch wegen Deines Essens so gerne zur Nationalmannschaft.’ Das ist für einen Koch das schönste Kompliment.“ Rund viereinhalb Jahre kochte der 55-Jährige für die Nationalmannschaft, heute kocht er vornehmlich für die Gäste in seinem Restaurant vor den Toren Frankfurts.

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Damals wie heute gibt es Pasta, längst nicht nur das, aber gerade bei den Sportlern ist die italienische Teigware besonders beliebt. 3.500 Kalorien am Tag müssten die Fußballer zu sich nehmen, sagt Pugliese, „und irgendwo müssen die herkommen, Fast Food darf es ja auch nicht sein“. Nudeln seien ein ausgezeichneter Lieferant für Kohlehydrate. „Aber al dente, also bissfest, müssen sie sein“, sagt der Koch. „Das ist besser für die Verdauung.“ Also gab es zweimal am Tag Pasta, mittags und abends, immer andere: Spaghetti, Fettuccine, Penne, Gnocchi und immer mit einer anderen Soße. Pugliese mag am liebsten die Soße aus seiner Heimat, mit Peperoncini, Knoblauch, Tomaten, Petersilie. Die Spaghetti calabrese kamen gut an. Wer wollte konnte auch Tomatensoße, Bolognese oder Butter und Parmesan dazu haben. Je nach Geschmack und immer abwechslungsreich. Nach dem Spiel servierte der Koch auch schon mal eine ordentliche Lasagne. Abwechslung muss sein. Das gilt auch heute noch bei Sternekoch Holger Stromberg. Am Anfang nahm Pugliese die Nudeln übrigens immer aus Deutschland mit, später stellte er fest, dass es überall gute Pasta gibt, ein italienischer Exportschlager eben. Eine weitere Erkenntnis von ihm: „Ich glaube, in Deutschland werden noch mehr Nudeln gegessen als in Italien“, sagt er und lacht. „Die Deutschen lieben die mediterrane Küche.“ Das gilt ganz besonders für Fußballer. Und für solche, die ihre Karriere beendet haben, natürlich auch. Fragen sie doch mal Bernd Schneider.

Saverio Pugliese verrät, warum Nudelgerichte für Fußballer so gut sind.

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Fans wählen Bastian Schweinsteiger zu ihrem Spieler des Jahres 2010

EINER FÜR ALLE Die Mitglieder des Fan Club Nationalmannschaft powered by Coca-Cola haben entschieden: Bastian Schweinsteiger ist ihr Spieler des Jahres 2010 und damit ihre Nummer eins in einem herausragenden Team, das bei der WM in Südafrika begeisterte und in der EM-Qualifikation vier Siege in vier Spielen erreichte. 42 Prozent der Fans stimmten für den deutschen Mittelfeldantreiber von Rekordmeister Bayern München. Der 26-Jährige wird dafür beim Länderspiel gegen Italien ausgezeichnet. DFB.de-Redakteur Gereon Tönnihsen über einen Fan-Liebling, dem der Erfolg des Teams über alles geht.

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ndrea Pijper hat für Bastian Schweinsteiger gestimmt, und wenn man sie fragt, warum, so klingt die Antwort, als sei sie die einzig mögliche: „Weil er einfach der Beste ist. Weil er überragend gespielt hat bei der WM und in der EM-Qualifikation. Weil er ein echter Führungsspieler ist.“ Noch Fragen? Keine. 42 Prozent der Mitglieder aus dem Fan Club Nationalmannschaft powered by Coca-Cola sehen das ganz ähnlich wie die 39-Jährige aus Wesel am Niederrhein, deshalb haben sie bei der Wahl auf fanclub.dfb.de auch für den Nationalspieler mit der Nummer sieben gestimmt. Andrea Pijper hatte zusätzlich noch Glück. Unter allen Teilnehmern wurde sie als Gewinnerin des Hauptpreises ausgelost: zwei Karten für ein DFB-Länderspiel ihrer Wahl. „Ich stand gerade vor der Turnhalle und wollte meinen Sohn vom Fußballtraining beim SV Büderich abholen“, sagt sie. „Was für eine Überraschung.“

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Nicht nur für sie, auch für den Wahlsieger, hinter dem ein fast perfektes Jahr 2010 liegt: Deutscher Meister, DFBPokalsieger, Champions-League-Finalist mit Bayern München, WM-Dritter mit der Nationalmannschaft, dazu glänzende Leistungen auf seiner neuen Position im defensiven Mittelfeld. „Natürlich freue ich mich riesig über diese Auszeichnung“, sagt Bastian Schweinsteiger. „Die Meinung der Fans ist uns Spielern immer wichtig.“ Doch der 26Jährige ist zu sehr Teamplayer, um Lob und Ehre nur für sich einzuheimsen. „Mein Dank geht gleichzeitig an die Mannschaft, denn als Team haben wir im vergangenen Jahr harmoniert, so dass ich gute Leistungen bringen und nun auch diese Wahl gewinnen konnte“, sagt er. Und beschreibt damit eines der Erfolgsgeheimnisse dieser jungen, hungrigen Mannschaft: die Geschlossenheit und das Eintreten für den anderen. Die Nummer eins bei den Fans: Bastian Schweinsteiger.

Zweiter und Dritter (von links): Thomas Müller und Mesut Özil.

es ein tolles Erlebnis, wie die Fans uns besonders bei der WM unterstützt haben. Wir hoffen, dass sie weiterhin für positive Stimmung in den Stadien sorgen, denn das ist enorm wichtig für uns“, sagt er. Sicherlich seien die Erwartungen jetzt durch die starken Leistungen im vergangenen Jahr noch ein bisschen höher als früher, „ich hoffe aber, dass unsere Fans trotzdem so vorbildlich wie zuletzt hinter uns stehen, selbst wenn es mal in einem Spiel nicht so gut läuft“. Auch Bundestrainer Joachim Löw findet für seinen Lenker im Mittelfeld nur positive Worte. „Die Wahl des Fan Club Nationalmannschaft ist eine tolle Auszeichnung für Bastian Schweinsteiger. Ich freue mich für ihn, denn er war im WM-Jahr durch starke Leistungen einer der Führungsspieler in unserem Team“, sagt Löw, der sich auf den Münchner immer verlassen konnte. Und kann. Der Bundestrainer weiter: „Bastian hat nicht nur durch seine spielerischen und kämpferischen Qualitäten geglänzt, sondern hat auch zusätzlich Verantwortung übernommen und ist dank seiner Einstellung immer erfolgsorientiert.“ Genau solche Leute sind es, die jede Mannschaft braucht, die sich jeder Trainer wünscht. Auf dem zweiten Platz bei der Abstimmung landete Thomas Müller, Schweinsteigers Teamkollege im Verein und in der Nationalmannschaft, der als WM-Torschützenkönig auf sich aufmerksam machte. Auf ihn entfielen 34 Prozent der Stimmen. Dahinter, schon mit größerem Abstand, wurde Mesut Özil von Real Madrid Dritter (acht Prozent). Schweinsteiger wird im Rahmen des Länderspiels gegen Italien ausgezeichnet. Ihm ist es wichtig, die Bedeutung der Fans für die Mannschaft zu betonen. Motto: Mit dem 12. Mann im Rücken zu neuen Erfolgen. „Für uns alle war

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Andrea Pijper hat sich als Preis das Spiel Deutschland gegen Australien am 29. März in Mönchengladbach ausgesucht. „Das ist für uns von Wesel aus die kürzeste Anreise“, sagt sie. „Außerdem wird es bestimmt ein schönes Spiel.“ Und natürlich hofft sie darauf, dass sie Bastian Schweinsteiger sehen wird. Denn weil sie ihn gewählt hat, ist sie schließlich da.

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Spielerisch lernen: DFB eröffnet neue Internetseite für Kinder und Jugendliche

EIN VIRTUELLES NEST FÜR Er ist schrill, keck und immer für einen Spaß zu haben. Paule, der schräge Vogel mit den kessen Sprüchen, ist das Maskottchen des Deutschen Fußball-Bundes. Als offizieller Glücksbringer des DFB hat er einiges zu tun. Repräsentieren, animieren, applaudieren. Er ist nicht nur der größte Fan der Nationalmannschaft, er ist auch Identifikationsfigur für viele Kinder. DFB.de-Redakteur Roy Rajber stellt das neue virtuelle Nest des gefiederten Maskottchens vor und erklärt, was Kinder und Jugendliche auf http://paule.dfb.de durch den Fußball über soziale und gesellschaftliche Themen lernen können. Cool. Sozial. Nachhaltig.

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in Flug mit Paule um die Welt. Mit der A-Nationalmannschaft in die Türkei oder mit Junioren-Nationalmannschaften nach Israel. Wenn eine DFB-Auswahl reist oder ein Land bei uns in Deutschland zu Gast ist, nimmt Paule das Spiel zum Anlass, die Länder der Welt zu besuchen und über Land, Leute und Kultur der jeweiligen Spielgegner zu erzählen. Locker, lustig, trotzdem hintergründig. Wie hört sich die Nationalhymne Kasachstans an und wo liegt Nigeria? Wie viele Einwohner hat Schweden oder wie sieht die Fahne Australiens aus? Kinder können nun virtuell gemeinsam mit Paule die Welt kennenlernen und erleben hautnah, wie der Fußball vereint und verbindet, unabhängig von Nationalität, Sprache oder Religion. Mit Paule gehen Kinder und Jugendliche auf eine bunte und interaktive Reise: informativ, innovativ und spannend. Das Spektrum der neuen Themenwelt ist vielfältig, bunt gemischt: Es gibt alles rund um das DFB-Maskottchen,

Spaß am Kochen und Essen: Lasse und Paule.

Hier wird gespielt, entdeckt, geklickt, versteckt: der interaktive Spielplatz.

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PAULE Trainingstipps und Vereinsinfos, aktuelle Informationen, Trends und Paules Engagement. Auf spielerische und kindgerechte Weise informiert der Adler über die Welt des Fußballs und erklärt dabei die Bedeutung wichtiger sozialer und gesellschaftlicher Bereiche wie Umweltschutz, Integration oder den Kampf gegen Diskriminierung. Zu sehen, lernen und entdecken gibt es viel. Ein Beispiel: Besonders wichtig für die Zukunft unserer Kinder ist ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung. Spaß am Kochen soll das Bewusstsein dafür schärfen. Im neuen virtuellen Nest kochen Paule und der aus der Cartoon-Network-Show „Kochen mit Lasse“ bekannte Lasse gemeinsam beliebte Nationalgerichte von Länderspielgegnern. Beim letzten Länderspiel des Jahres gegen Schweden gab es unter anderem Köttbullar, kleine Fleischbällchen. Beim Kochen haben Paule und sein Freund Lasse ganz nebenbei gelernt, dass es in Schweden besondere Naturphänomene und Bräuche gibt. Paule und Lasse bringen so auf lockere Art

In neuer 3D-Animation: DFB-Maskottchen Paule.

und Weise die Kultur anderer Länder näher und zeigen außerdem, wie lustig und super einfach die Zubereitung gesunder Mahlzeiten sein kann.

Die neue Paule-Startseite bietet den Kids ein bunt gemischtes Angebot.

Paule ist ein Optimist, der fest daran glaubt, dass ein gutes Spiel auch mit einem guten Ergebnis belohnt wird. Er weiß aber auch, dass es im Leben wie beim Fußball ist: Ohne Regeln gibt es kein Spiel. Daher setzt sich Paule für Mut, Vertrauen und Zusammenhalt ein. Er kämpft gegen Diskriminierung und für Umweltschutz. Paule erklärt Kindern und Jugendlichen anschaulich und in einfachen Worten gesellschaftliche Prozesse wie Integration oder Migration. Und das DFB-Maskottchen fordert alle auf, an diesem Prozess mitzumachen. Jeder soll mithelfen, damit sich alle in der Fußballfamilie wohlfühlen. In Paules Fußballgeschichte der Woche zeigen die verschiedensten Charaktere in abenteuerlichen Episoden, welch soziale und integrative Kraft der Fußball birgt. Und wenn Schüler in der Schule ein Referat über den DFB, seine Geschichte oder seine Tätigkeiten schreiben wollen, hat Paule dafür alle wichtigen Informationen parat. Einfach reinklicken und dazulernen. Am liebsten spielt Paule das Memory-Spiel „Doppelpass“ oder schaut sich Beiträge und Fotos der jüngsten User im Fanbuch an. Paules Tipp: Beim Durchklicken findet man Stundenpläne, Ausmalbilder, Bildschirmschoner und vieles mehr. Auf dem interaktiven Spielplatz wird gespielt, entdeckt, geklickt, versteckt. Langweilig wird es auf jeden Fall nie! Paule hat ein neues virtuelles Nest. Und die jüngsten Fans des DFB einen neuen digitalen Spielplatz.

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Neue Strukturen für Westfalens Fußballer

FIT FÜR DIE ZUKUNFT Bislang Kontrahenten in der Regionalliga West: der SC Verl und der SC Wiedenbrück.

Neue Wege mit neuen Strukturen – damit will sich der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) fit machen für die Zukunft. „Das müssen wir tun, auch wenn es nicht in jedem Fall auf Begeisterung stößt“, machte Hermann Korfmacher, FLVW-Präsident und 1. DFB-Vizepräsident, beim Verbandstag in Schwerte den Delegierten deutlich. Der verbandseigene Fußball-Entwicklungsplan stand zur Abstimmung und mit ihm eine Neustrukturierung der Kreise und der Ligen. FLVW-Pressereferentin Carola Adenauer war dabei und skizziert die wichtigsten Änderungen, die auf die Fußballer im westfälischen Verbandsgebiet zukommen.

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er demografische Wandel und die gesellschaftlichen Veränderungen werden für die Vereine und Verbände zunehmend spürbar. Hinzu kommen „gefühlte 200 Konkurrenzsportarten“, wie es FLVW-Präsident Hermann Korfmacher formulierte, und unter dem Strich steht: Immer weniger Menschen treiben Sport im Verein. Immer mehr Vereine ziehen im Verlauf einer Saison eine Mannschaft vom Spielbetrieb zurück. Herausforderungen, denen sich der Fußball stellt. Aus diesem Grund rief der FLVW bereits vor rund zwei Jahren eine Arbeitsgruppe ins Leben, die sich mit den Perspektiven des westfälischen (Vereins-)Fußballs befassen und einen FußballEntwicklungsplan (FEP) konzipieren sollte, der wiederum die Arbeit des FLVW, seiner Kreise und seiner Vereine im nächsten Jahrzehnt bestimmen kann. In einer Broschüre werden die aktuelle Situation beschrieben und Handlungsmöglichkeiten eröffnet. Kernpunkte des Plans: Die Anzahl der 33 Kreise soll um ein Drittel reduziert werden, verbunden mit einem Finanzausgleich zwischen den Kreisen. Darüber hinaus ist die Neuordnung der Ligastruktur unterhalb der vierten Spielklasse vorgesehen.

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Die Vorteile der Kreisstrukturreform liegen für den FLVW auf der Hand: schlankere und damit effizientere Strukturen, besser qualifiziertes ehrenamtliches Personal, Kostensenkung. Der Verband hat es vorgemacht: die Strukturen wurden verschlankt. Qualität der Arbeit und Nähe zur Basis gingen dennoch nicht verloren. Könnte dann in der so verringerten Anzahl der Kreise auch noch ein hauptamtlicher Mitarbeiter etabliert und finanziert werden, „wäre der Gewinn in jedem Fall größer als der Verlust“, sagt Gundolf Walaschewski, Leiter der FEP-Arbeitsgruppe. Die Reform der Spielklassenstruktur stellt den Verband vor eine weitere Herausforderung: Künftig wird es fünf regionale Ligen statt drei Regionalligen geben. Die Zuständigkeit für die vierthöchste Spielklasse liegt dann wieder bei den jeweiligen Regional- beziehungsweise Landesverbänden. Für den Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverband bedeutet dies eine eigene regionale Liga. „Wir haben mit Vereinsvertretern die neue Struktur diskutiert. So viel ist klar: Die neue vierte Spielklassenebene wird durchaus begrüßt“, sagt Hermann Korfmacher. Zur Diskussion steht für den FLVW als Unterbau der vierten Liga eine fünfte Spielklassenebene mit einer Staffel (Westfalenliga), darunter zwei Verbandsligen, vier Landesligen sowie zwölf Bezirksligen.

FLVW-Präsident Hermann Korfmacher (rechts) warb beim Verbandstag in Schwerte mit Nachdruck für den FußballEntwicklungsplan.

Die NRW-Liga soll zum Teil in der neuen vierten Liga aufgehen. „Allerdings müssen hier die Detailfragen noch geklärt werden, unter anderem die Namensgebung für alle Ligen sowie die Auf- und Abstiegsregelung“, sagt Korfmacher. Letzteres wird nun gemeinsam mit Vertretern vom Niederrhein und Mittelrhein in Angriff genommen, außerdem wird das Lizenzierungsverfahren überprüft. Schlankere und effizientere Strukturen, das überzeugte auch die Delegierten des Verbandstages: Mit nur einer Enthaltung brachten sie den Fußball-Entwicklungsplan zur Feinabstimmung auf den Weg in die entsprechenden Arbeitsgemeinschaften. Für diese „wegweisende Entscheidung“ dankte FLVW-Präsident Korfmacher den Anwesenden ausdrücklich. Denn so viel sei sicher: „Wenn wir nichts tun, werden wir uns von noch viel mehr lieb gewonnenen Gewohnheiten verabschieden müssen.“

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Fußball- und LeichtathletikVerband Westfalen (FLVW) Jakob-Koenen-Straße 2 59174 Kamen Telefon: 02307 / 371-0 Telefax: 02307 / 371-526 E-Mail: [email protected] Internet: ww.flvw.de

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Mitten im Leben: Die Fußballer des BV Viktoria Dortmund

BLINDES SPIELVERSTÄNDNIS Mitte April beginnt die vierte Saison der Deutschen Blindenfußball-Bundesliga (DBFL), die von der DFB-Stiftung Sepp Herberger mitfinanziert und organisiert wird. Auch in Dortmund, der Stadt des Bundesliga-Tabellenersten, gibt es blinde Fußballer. Und gut sind die ebenfalls. Die BV Viktoria wurde 2010 Vizemeister der DBFL. Die neue Saison soll den Sport weiter voranbringen. Die blinden Fußballer suchen die Öffentlichkeit, mitten im Leben will sich die Liga präsentieren. Spieltage werden vor dem Mannheimer Schloss (14. Mai) und dem Neuen Rathaus von Hannover (2. Juli) ausgetragen. Und im Sommer kämpft die Nationalmannschaft um die Qualifikation für die Paralympics. DFB.de-Redakteur Thomas Hackbarth über Begeisterung und blindes Spielverständnis.

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horsten Peitzmeier muss dreimal die Woche zur Dialyse. Eine Erbkrankheit hat dem heute 40-Jährigen als Teenager das Augenlicht geraubt, attackiert heute seine Nieren. Der Dortmunder gibt nicht auf. „Irgendwie will ich weitermachen“, sagt er. Tagsüber arbeitet er für die Deutsche Telekom, abends fährt er ins Training, am Wochenende spielt er Fußball. In der Bundesliga. Sein Mitspieler René Thissen ist Mitte zwanzig, vor sechs Jahren hatte er einen schweren Autounfall, seitdem ist um ihn dunkelste Nacht. Auch er spielt für die BV Viktoria Dortmund. Er sagt: „Ich bin nicht der Typ, der lange jammert“, und fragt man ihn, über welche Qualität ein guter blinder Fußballer verfügen muss, kommt die Antwort so direkt wie eine Volleyabnahme: „Man muss Mumm haben.“ Die blinden Fußballer aus Dortmund bestreiten an diesem Sonntag im Januar ein Einlagespiel beim WesterwälderKeramik-Cup, einem der größten und beliebtesten U 17Turniere in Deutschland. Acht Bundesligaklubs haben ihre Junioren geschickt, der sehende Nachwuchs aus Köln, Mönchengladbach, St. Pauli, des HSV, Bayer Leverkusen, Kaiserslautern, Stuttgart und auch Dortmund ist angetreten. Die Tribüne füllen 1.200 Zuschauer, an der Balustrade dahinter drängen sie sich in Dreierreihen.

Die Paralympics 2012 sind das große Ziel für Nationaltrainer Uli Pfisterer.

Zlatan Ibrahimovic hat hier im Westerwald gespielt, Lukas Podolski, Roman Weidenfeller, Kevin Kuranyi und Jermaine Jones auch. „Du Blinder“ hat im Lauf der 29-jährigen Turniergeschichte öfter mal ein Fan gerufen. Aber erst heute betreten erstmals wirklich blinde Fußballer das Hallenparkett. Um 16 Uhr ist es so weit. Schon das Auflaufen ist ungewöhnlich, im Gänsemarsch, die Hände auf den Schultern des Vordermanns. Dortmund trifft auf den zweifachen Deutschen Meister MTV Stuttgart. Die erstaunliche, manchmal spektakuläre Sportart ist ein „Newcomer“ im deutschen Behindertensport. Was 2006 mit einem Demonstrations-Wettbewerb während der WM begann, setzte sich 2007 mit dem letzten Platz bei der EM fort. 2009 führte Nationaltrainer Uli Pfisterer Deutschland auf den fünften Platz. „Bei der EM in Russland in diesem Sommer wollen wir unbedingt Dritter werden, damit würden wir uns für die Paralympics 2012 in London qualifizieren“, sagt der Diplom-Sportlehrer der Stuttgarter Nikolaus-Pflege. „Eine Mischung aus Fußball und Eishockey“, so beschreibt er seine Art des Fußballs. Trotzdem sie nichts sehen, und Spieler mit einem Rest Sehkraft Augenbinden tragen müssen, wird in Montabaur Tempofußball geboten. Nachdem die Zuschauer ihre Zurückhaltung abgeschüttelt haben, brandet Szenenapplaus auf. Für einen Sprint übers Feld, für ein Dribbling mit dem Ball eng am Fuß, für einen ins Dreieck genagelten Siebenmeter. Thissen sagt: „Wir bewegen uns im freien Raum, ohne Begleitperson, das ist ein hoher Anspruch an unsere Mobilität.“ Zu den Grundregeln: Blinde Fußballer müssen sich auf ihre Ohren verlassen. Rasseln im Ball signalisieren, wo sich das Leder befindet. Banden begrenzen die Längsseiten des Feldes. Wer rennt, ruft ab und zu „Voy“, Spanisch für „Ich komme“, um Mit- und Gegenspieler zu warnen. Eine Mannschaft besteht aus vier Feldspielern und einem sehenden Torwart. „Sonst wäre fast jeder Schuss ein Treffer, das würde keinen Spaß machen“, erklärt Mulgheta Russom, einer der Stuttgarter Spieler. Die Bundesliga startet am 16./17. April in ihre vierte Saison. Auch 2011 finanziert und organisiert die DFB-Stiftung Sepp Herberger die Liga. „Sepp

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Herberger hat immer wieder die integrative Kraft des Fußballs betont, auch darum passt unser Engagement für die DBFL sehr gut zur Stiftung“, sagt Wolfgang Watzke. „Wir wollen dabei auch Zeichen setzen, der Behindertensport gehört in die Mitte der Gesellschaft.“ Erstmals werden DBFL-Spieltage an öffentlichen Plätzen ausgetragen: am 14. Mai 2011 vor dem Mannheimer Schloss, am 2. Juli vor dem Neuen Rathaus in Hannover. Watzke, Geschäftsführer der in Köln angesiedelten HerbergerStiftung, erklärt warum: „Ich war selbst völlig verblüfft, als ich zum ersten Mal gesehen habe, wie ein blinder Mensch rennt und Fußball spielt. Das wollen wir vermitteln.“

Und den Umgang miteinander etwas selbstverständlicher machen. Die Dortmunder wie auch die Stuttgarter sind „normalen“ Fußballvereinen angeschlossen. „Eine gute Entwicklung“, wertet Watzke. Dabei bringt der Sport noch einen willkommenen Nebeneffekt. „Früher habe ich mich mit dem Stock an jeder Kante orientiert“, sagt René Thissen. „Heute kann ich im Alltag akustische Signale viel besser einordnen. Die Angst lässt nach.“

Dortmunder Blindenfußballer: „Man muss Mumm haben.“

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Gewinnspiel

DIE DEUTSCHE NATIONAL 11 Fragen für den Fußball-Experten Er ist erst 18 Jahre alt, doch er hat schon im November vorigen Jahres sein erstes 1. A-Länderspiel bestritten – als jüngster Debütant seit Uwe Seeler. Welcher Dortmunder gilt als eines der größten deutschen Talente? Antwort:

2.

Als Italien 2006 Weltmeister wurde, stand einer der weltbesten Keeper im Tor der „Squadra Azzurra“. Früher mochte er Filme von Bud Spencer, heute besitzt er eine eigene Strandbar. Welcher Keeper von Juventus Turin kehrt nach langer Verletzungspause ins Nationaltor zurück? Antwort:

3.

Nummer eins der Weltrangliste, Weltmeister, Olympia-Zweiter, Europameister – ein Deutscher dominiert derzeit die Tischtennis-Szene. Wie heißt der Mann, der Bälle lieber über als ins Netz schießt und eine große Leidenschaft für Borussia Dortmund hat? Antwort:

4.

WM-Halbfinale Deutschland gegen Italien 1970, kurz vor Schluss steht es 0:1. Das Ausscheiden scheint besiegelt, doch dann fällt doch noch der Ausgleich. Die dramatische Verlängerung macht die Partie zum Jahrhundertspiel. Welcher Italien-Legionär erzielte das 1:1? Antwort: -

5.

Er spielte in Ascoli, in Udine, in Mailand und in Verona. 1998 wurde er Torschützenkönig der italienischen Serie A, und ganz nebenbei schoss er Deutschland 1996 zum EM-Titel. Wie heißt der Manager der deutschen Nationalmannschaft? Antwort:

6.

Konrad Koch brachte 1874 den Fußball nach Deutschland. An einem Gymnasium in Braunschweig lehrte er das bis dahin hierzulande unbekannte Spiel. Jetzt kommt ein Film über ihn ins Kino. Koch wird darin verkörpert vom bekannten Schauspieler ... Antwort:

7.

Es soll die neue Heimat des deutschen Fußballs und 2014 direkt gegenüber dem Dortmunder Hauptbahnhof eröffnet werden. Dort sollen dann der Ball des WM-Endspiels 1954 und ein Trikot von Diego Maradona zu sehen sein. Die Rede ist vom ... Antwort:

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Gemeinsam mit Jürgen Klinsmann und Lothar Matthäus bildete er ab Ende der 80er-Jahre das deutsche Dreigestirn bei Inter Mailand. 1990 erzielte er im WM-Finale das entscheidende Tor beim 1:0 gegen Argentinien. Gefragt ist nach ... Antwort:

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Die Mitglieder des Fan Club Nationalmannschaft powered by Coca-Cola haben ihren „Spieler des Jahres“ gewählt. Auf Platz eins landete ein Mittelfeldspieler von Bayern München, der zu den Führungskräften im deutschen Team gehört. Wer gewann die Wahl vor Thomas Müller und Mesut Özil? Antwort:

10. wurde er mit Werder Bremen Deutscher Meister. Welcher frühere Bundesliga-Profi des

Bei Borussia Dortmund gehörte er jahrelang praktisch zum Inventar, auf seine alten Tage BVB begann später eine Karriere als Kicker bei Rhein Fire im American Football? Antwort:

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15 Länder, vier Monate auf Achse. Von Australien bis Brasilien, von Norwegen bis Äquatorialguinea. Bei ihrer Station in England traf sich die Präsidentin des Organisationskomitees der Frauen-WM 2011 mit Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann. Wer reist gerade auf einer „Welcome Tour“ um die Welt? Antwort:

Die Buchstaben in den rot umrandeten Kästen ergeben die Lösung:

Einsendeschluss ist der 28. Februar 2011. Die Lösung ist entweder auf dem Postweg an den Deutschen Fußball-Bund, Direktion Kommunikation, Otto-Fleck-Schneise 6, 60528 Frankfurt am Main, zu senden oder im Internet auf www.dfb.de im Bereich Publikationen das Formular auszufüllen. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

1. Preis: Eine Reise für zwei Personen – inklusive Eintrittskarten, Anreise mit der Deutschen Bahn und einer Übernachtung – zum Länderspiel Deutschland gegen Uruguay am 29. Mai 2011 in Sinsheim.

2. und 3. Preis: Ein unterschriebenes Trikot und ein handsignierter Ball der deutschen Nationalmannschaft.

MANNSCHAFT LIVE ERLEBEN

Weitere attraktive Preise: Vier tolle Artikel – unter anderem dieser DFB-Chronograf – aus dem aktuellen Katalog des DFB-Fanshop. Fünf offizielle DFB-Bücher „Spiel ohne Grenze“ zum Jubiläum 20 Jahre Fußball-Einheit. Fünf Plüschtiere des DFB-Maskottchens „Paule“, das nicht nur von den Kindern geliebt wird. Fünf Jahres-Abonnements des DFB-Journals, des offiziellen Magazins des Deutschen Fußball-Bundes.

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Das Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern ist am 26. März Austragungsort des EM-Qualifikationsspiels zwischen Deutschland und Kasachstan.

DEUT N SCHLAND – KASACHSTA utern a l s r e s i a 11 in K 26.3.20

Die Termine der Nationalmannschaft

Impressum: DFB-Aktuell 1/2011 (Deutschland – Italien)

26.03.2011

Deutschland – Kasachstan in Kaiserslautern *

29.03.2011

Deutschland – Australien in Mönchengladbach

29.05.2011

Deutschland – Uruguay in Sinsheim

03.06.2011

Österreich – Deutschland in Wien *

07.06.2011

Aserbaidschan – Deutschland *

Chefredakteur/verantwortlich für den Inhalt: Ralf Köttker

10.08.2011

Deutschland – Brasilien in Stuttgart

Koordination/Konzeption: Thomas Dohren, Gereon Tönnihsen

02.09.2011

Deutschland – Österreich in Gelsenkirchen *

Lektorat: Klaus Koltzenburg

06.09.2011

Polen – Deutschland in Warschau

07.10.2011

Türkei – Deutschland *

11.10.2011

Deutschland – Belgien in Düsseldorf *

Mitarbeiter in dieser Ausgabe: Carola Adenauer, Oliver Birkner, Stephan Brause, Gregor Derichs, Thomas Hackbarth, Alex Jacob, Steffen Lüdeke, Oliver Müller, Udo Muras, Roy Rajber, Marko Schumacher, Wolfgang Tobien

* EM-Qualifikationsspiel

Ticket-Service für die Fans Das DFB-Aktuell wird auf zertifiziertem Papier gedruckt. PEFC steht für die Förderung einer umweltfreundlichen, sozial verträglichen und ökonomisch tragfähigen Bewirtschaftung der Wälder. PEFC zertifiziert auch die Produktkette von der Waldstraße bis zum Endverbraucher. Der Endkunde erhält somit garantiert ein Holzprodukt aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Forstbetrieben.

Herausgeber: Deutscher Fußball-Bund (DFB), Otto-Fleck-Schneise 6 60528 Frankfurt/Main, Telefon 069/6788-0, www.dfb.de

Der Kartenverkauf für alle Heimländerspiele der deutschen Nationalmannschaft wird im Online-Verfahren abgewickelt. Die Ticket-Hotline lautet 01805/110201. Selbstverständlich sind die Karten auch in den regional angekündigten Vorverkaufsstellen erhältlich. Die Möglichkeit der Kartenbestellung für Länderspiele im Ausland entnehmen Sie bitte unserer Website www.dfb.de.

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Auf eine erfolgreiche Revanche für 2006. Leidenschaft für das, was zählt: Fußballgenuss vom Feinsten. Bitburger, stolzer Partner der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, wünscht allen Fans ein spannendes Länderspiel.

www.bitburger.de