Deutschland in Europa - USEspon

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Oktober 2012 Informationen des ESPON Contact Points Deutschland Deutschland in Europa Ergebnisse des Programms ESPON 2013 Heft 1: Energie und Klima ...

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Oktober 2012

Informationen des ESPON Contact Points Deutschland

Deutschland in Europa Ergebnisse des Programms ESPON 2013 Heft 1: Energie und Klima von Wolfgang Schade und Michael Wegener Mit der Heft-Serie „Deutschland in Europa – Ergebnisse des Programms ESPON 2013“ informiert der deutsche ESPON Contact Point über ausgewählte Ergebnisse des ESPON-Programms zur europäischen Raumentwicklung in deutscher Sprache und aus deutscher Perspektive. Dieses erste Themenheft wendet sich der Analyse von Energie- und Klimafragen in europäischen Regionen zu und ordnet diese Studien in den deutschen Diskussionskontext ein. Das Forschungsnetzwerk zur Beobachtung der europäischen Raumentwicklung – kurz ESPON – geht auf eine Initiative der Europäischen Minister für Raumentwick­ lung zurück und existiert in seiner jetzigen Form seit dem Jahr 2002. Am aktuellen Programm ESPON 2013 – European Observation Network for Territorial Development and Cohesion nehmen 27 EU-Mitgliedstaaten sowie die Nachbarstaa­ ten Norwegen, Schweiz, Island und Liechtenstein teil. Die EU beteiligt sich an ESPON 2013 mit Finanzmitteln aus dem Ziel 3 Europäische territoriale Zusammenarbeit des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Im Mittelpunkt von ESPON stehen europaweite Forschungsprojekte zur Regionalund Raumentwicklung in den 31 Teilnehmerstaaten. Ergänzt wird dieser europawei­ te, flächendeckende Ansatz durch gezielte Anwendungen und Vertiefungen („targe­ ted analyses“) von Ergebnissen und Methoden in ausgewählten Modellregionen. Die Verknüpfung von Politik und Wissenschaft sowie von europäischer und natio­ naler Ebene wird unterstützt durch ein Netzwerk nationaler Kontaktstellen (ESPON Contact Points). Nationale ESPON-Kontaktstelle für Deutschland ist das Bundes­ institut für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Bundesamt für Bauwesen und Raum­ ordnung.

Deutschland in Europa – Energie und Klima

Vorwort Das Forschungsnetzwerk zur Beobachtung der europäischen Raumentwicklung – European Spatial Planning Observation Network, kurz ESPON – geht auf eine Initiative der Europäi­ schen Minister für Raumentwicklung zurück, die ihre Ursprün­ ge im Ministertreffen von Leipzig 1994 hat. Seit Beginn der 1990er Jahre haben die Mitgliedstaaten der Europäischen Union ihre Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Stadt- und Raumentwicklung fortlaufend intensiviert und Grundlagen und Programme für eine mitgliedstaatlich getragene europäische Raumentwicklungspolitik auf den Weg gebracht. Meilen­ steine dieser Zusammenarbeit waren die Verabschiedung des Europäischen Raumentwicklungskonzepts (EUREK) und der Territorialen Agenda TAEU von 2007 und seiner Weiter­ entwicklung TA2020 aus dem Jahre 2011 sowie der entspre­ chenden Umsetzungsagenden. In diesem Prozess wurde aber auch früh klar, dass eine auf Zusammenarbeit beruhende europäische Raumentwicklungs­ politik durch eine entsprechende Forschungsinfrastruktur unterstützt werden muss. „Mitgliedstaatliche Zusammen­ arbeit auf dem Gebiet der Raumordnungspolitik setzt nach Auffassung der Ministerinnen und Minister voraus, dass auch die politikberatenden raumwissenschaftlichen Forschungsin­ stitute in Europa enger zusammenarbeiten. Gestützt auf eine Vorlage der deutschen Präsidentschaft empfahlen sie den Aufbau eines europäischen Netzwerkes der entsprechenden Forschungseinrichtungen in Form eines Europäischen Ob­ servatoriums“.* In seiner jetzigen Form existiert ESPON seit dem Jahr 2002. Das aktuelle Programm ESPON 2013 – European Observa­ tion Network for Territorial Development and Cohesion hat eine Laufzeit von 2007 bis 2013. Es wird zu 75% aus dem Ziel 3 Europäische territoriale Zusammenarbeit des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert. Weitere 25% bringen die teilnehmenden 27 EU-Mitgliedstaaten sowie die Nachbarstaaten Norwegen, Schweiz, Island und Liechten­ stein auf. Im Mittelpunkt von ESPON stehen europaweite Forschungs­ projekte, die von transnationalen Forschungsteams durchge­ führt werden. Auf der Grundlage von regionalstatistischen Analysen und Informationen über die Raumentwicklung in der Europäischen Union werden die Europäische Kommission und die Regierungen der Mitgliedstaaten politisch beraten. Ergänzt wird dieser europaweite, flächendeckende Ansatz durch geziel­ te Anwendungen und Vertiefungen („targeted analyses“) von Ergebnissen und Methoden in ausgewählten Modellregionen.

Die Verknüpfung von Politik und Wissenschaft sowie von europäischer und nationaler Ebene wird unterstützt durch ein Netzwerk nationaler Kontaktstellen (ESPON Contact Points). Für Deutschland ist die Nationale ESPON-Kontaktstelle das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Bun­ desamt für Bauwesen und Raumordnung. Mit der Heft-Serie „Deutschland in Europa – Ergebnisse des Programms ESPON 2013“ informiert der deutsche ESPON Contact Point über ausgewählte Ergebnisse des ESPONProgramms zur europäischen Raumentwicklung in deut­ scher Sprache und aus deutscher Perspektive. Damit sollen thematisch fokussierte ESPON-Ergebnisse in die deutsche raumordnungspolitische Diskussion eingeordnet und verstärkt in die wissenschaftliche Fachöffentlichkeit und politischen Entscheidungsebenen getragen werden. Aus Gründen der Aktualität und Relevanz aus deutscher Sicht ist dieses erste Themenheft dem Bereich Energie und Klima gewid­ met. Hierzu liegen mit den Projekten ReRISK und ESPON Climate zwei größere bereits abgeschlossene Projekte vor. Vorgesehen sind in den kommenden zwei Jahren, beginnend mit dem vorliegenden Heft, insgesamt fünf Themenhefte zu aktuellen ESPON-Projekten:

▪ ▪ ▪ ▪ ▪

Energie und Klima Metropolen und ländliche Räume Verkehr und räumliche Entwicklung Wachstum und Innovation Daseinsvorsorge und demographischer Wandel

Die Themen werden hinsichtlich ihrer Auswirkungen für Deutschland interpretiert und mit ähnlichen deutschen Studi­ en verglichen. Alle in diesem Themenheft genannten ESPON-Projekte sind in ausführlichen Zwischen- und Schlussberichten dokumentiert. Alle ESPON-Berichte sind auf der ESPON-Website http://www.espon.eu kostenlos zum Download verfügbar.

Dr. Karl Peter Schön ESPON Contact Point Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung * Europäische Raumentwicklung. Beratungsergebnisse des informel­ len Raumordnungsministerrates in Leipzig am 21. und 22. September 1994, S. 1

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Deutschland in Europa – Energie und Klima

1. Einleitung Während in der ersten Programmperiode (ESPON 2006) die Themen Energie und Klima mit Ausnahme des Projekts „Ter­ ritorial Trends of Energy Services and Networks and Territorial Impact of EU Energy Policy“ (ESPON 2.1.4 (2005)) keine grö­ ßere Rolle spielten, hat sich dies im laufenden Programm ES­ PON 2013 unter dem Eindruck der zunehmenden öffentlichen Diskussion über Energiewende und Klimawandel geändert. Das Projekt ReRISK – Regions at Risk of Energy Poverty (2008-2010) untersuchte die möglichen Auswirkungen zu­ künftiger Energiepreissteigerungen auf Wirtschaft, Verkehr und Haushalte in den Regionen. Das Ergebnis war, dass die Wirtschaft vor allem der industriell geprägten peripheren Regi­ onen im Osten, aber auch der nordischen Länder am stärksten von Energiepreissteigerungen betroffen wären, dass vor allem periphere Regionen mit erheblich höheren Ausgaben für Fernreisen rechnen müssen, und dass die sozialen Ungleich­ heiten in Europa verstärkt werden würden. Aufgrund dieser Ergebnisse wurden eine Regionstypologie und Szenarien der zukünftigen Energieversorgung entwickelt. Das Projekt ESPON Climate – Climate Change and Territo­ rial Effects on Regions and Local Economies (2009 - 2011) untersuchte die Auswirkungen des Klimawandels auf die europäischen Regionen und die sich daraus ergebenden Kon­ sequenzen für die räumliche Planung. In dem Projekt wurden die Betroffenheit der Regionen durch mögliche Folgen des Klimawandels wie Hochwasser, Trockenheit, Hitzewellen oder Stürme, ihre Empfindlichkeit in Bezug auf diese Folgen und die sich daraus ergebenden räumlichen, sozialen, wirtschaftlichen, ökologischen und kulturellen Auswirkungen sowie ihr Potential für Reduktions- und Anpassungsmaßnahmen und damit ihre Verwundbarkeit durch Folgen des Klimawandels untersucht. Das Ergebnis war, dass es große Unterschiede zwischen den Regionen in Bezug auf Betroffenheit, Empfindlichkeit, Aus­ wirkungen, Reduktions- und Anpassungspotential und damit Verwundbarkeit durch Folgen des Klimawandels gibt, wobei allgemein die Regionen in den südlichen und südöstlichen EU-Mitgliedstaaten stärker betroffen sind als die nördlichen und nordwestlichen Mitgliedstaaten. Mit den Themen Energie und Klima befassen sich zahlreiche weitere EU-Projekte. In Ergänzung zu den genannten ESPONProjekten sollen hier vor allem Projekte genannt werden, die die Vermeidung bzw. Abschwächung des Klimawandels (miti­ gation) und nicht die Anpassung an die Folgen des Klimawan­ dels (adaptation) zum Ziel haben.

In iTREN-2030 – Integrated Transport and Energy Baseline until 2030 wurde ein wahrscheinliches Politikszenario für den Energie- und Verkehrssektor in der EU entwickelt (Schade et al. 2010). Analysen für den Verkehrssektor mit einem länge­ ren Zeithorizont bis 2050 wurden im Projekt EU Transport GHG: Routes to 2050 entwickelt (Skinner et al. 2010). Auch auf nationaler Ebene wurden in Deutschland zahlrei­ che Projekte zu den Themen zukünftige Energieerzeugung, Versorgungssicherheit und Klimaschutz bearbeitet. Dazu gehören die Projekte aus der Serie Politikszenarien für den Klimaschutz (Matthes et al. 2009), Investitionen für ein klima­ freundliches Deutschland (Jochem/Jäger/Schade 2008) und IKEP-Makro – Gesamtwirtschaftliche Wirkungen von Ener­ gieeffizienzmaßnahmen in den Bereichen Gebäude, Unter­ nehmen und Verkehr (Schade et al. 2009). Vergleicht man die ESPON-Projekte und die angeführten europäischen und nationalen Energie- und Klimaschutz-Pro­ jekte, stellt man viele Gemeinsamkeiten in den Aussagen zu deutschen Entwicklungen fest. Deutschland wird im europäi­ schen Vergleich als wenig verwundbar durch den Klimawan­ del gesehen, wobei allerdings auch in Deutschland Steigerun­ gen der Energiepreise bestimmte Bevölkerungsgruppen und Wirtschaftssektoren negativ treffen könnten. Sowohl beim Klimaschutz als auch bei Energieeffizienz und erneuerbaren Energien wird für Deutschland ein großes Handlungspotential konstatiert, sowohl in Bezug auf die Ver­ fügbarkeit von Technologien und Know-how als auch auf die Akzeptanz und den politischen Willen zur Umsetzung ambiti­ onierter Energie- und Klimaschutzpolitiken. Die günstige Po­ sitionierung Deutschlands in der Energie- und Klimapolitik ist nicht verwunderlich, da beide Politikbereiche eng miteinander verknüpft sind und Maßnahmen zur Steigerung der Energieef­ fizienz oder Förderung alternativer Energien praktisch immer auch dem Klimaschutz dienen. Die Aktualität der hier dargestellten ESPON-Projekte wird auch deutlich durch die laufende Diskussion in der deutschen Fachöffentlichkeit über die Fortschreibung der im Jahre 2006 von der Ministerkonferenz für Raumordnung verabschiedeten Leitbilder und Handlungsstrategien für die Raumentwicklung in Deutschland (BMVBS 2006). Laut dem neuen Raumord­ nungsbericht 2011 (Deutscher Bundestag 2012, 22) sollen die Leitbilder an die aktuellen räumlichen Herausforderungen an­ gepasst und in wichtigen Themenbereichen, darunter Energie­ versorgung und Klimaschutz, weiterentwickelt. werden. Ohne Zweifel werden die Ergebnisse der hier vorgestellten ESPONProjekte bei dieser Fortschreibung große Beachtung finden.

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Deutschland in Europa – Energie und Klima

2. Energie Im Juni 2008 rief das Europäische Parlament die EU-Mitglied­ staaten auf, nationale Handlungsprogramme zur Erhöhung der Energieeffizienz zur Reduzierung der Belastung von Haus­ halten mit geringem Einkommen durch hohe Energiepreise aufzustellen und so zur Erreichung des Ziels, die Energieeffi­ zienz der EU bis zum Jahre 2020 um 20 Prozent zu erhöhen, beizutragen. Zugleich untersuchte die EU-Kommission die möglichen Auswirkungen einer CO2-Steuer und damit höherer Energiekosten auf Unternehmen.

Das ESPON-Projekt ReRISK In dieser Situation vergab ESPON im Jahre 2008 das Projekt ReRisk „Regions at Risk of Energy Poverty“. Im Gegensatz zu anderen Studien im Bereich Energie befasste sich Re-RISK nicht in erster Linie mit der Energieinfrastruktur, sondern mit der Energienachfrage. Die Aufgabe von ReRisk war es, die Auswirkungen möglicher zukünftiger Energieverknappungen und Energiepreissteigerungen auf Unternehmen und Haushal­ te in den Regionen der EU abzuschätzen. Die Untersuchung erfolgte in vier Schritten:

▪ ▪ ▪ ▪

Untersuchung der Verwundbarkeit der Regionen durch Energiepreissteigerungen Bildung einer Typologie von Regionen mit ähnlicher Ener­ gieverwundbarkeit mit Hilfe von Indikatoren aus den Berei­ chen Klima, Wirtschaft, Soziales, Verkehr und erneuerbare Energien Entwicklung von vier Energieszenarien, wie unterschiedli­ che Regionstypen von nationalen und europäischen Poli­ tikzielen und Energiepolitiken betroffen sein würden Schlussfolgerungen und Handlungsempfehlungen für Politikmaßnahmen auf lokaler, regionaler, nationaler und europäischer Ebene zur Reduzierung der Energiever­ wundbarkeit der Regionen und zur Nutzung der Potentiale, die sich aus Energiepreissteigerungen ergeben könnten

Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen, die Abhängigkeit von Verkehr und das Risiko von „Energiearmut“ von Haushalten mit geringen Einkommen. Hierzu wurden Indikatoren aus fünf Bereichen abgeschätzt:

▪ ▪ ▪ ▪ ▪

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Soziales: Langzeitarbeitslosigkeit, Erwerbstätigkeit, Alters­ quotient, Haushaltseinkommen Erneuerbare Energie: Windkraft- und Photovoltaikpotential

dere Chemie und Metall verarbeitende Industrien) und die Einschätzung, dass die ostdeutschen Regionen wegen hoher Langzeitarbeitslosigkeit bei steigenden Energiepreisen ernst­ hafte soziale Probleme bekommen könnten. Energieszenarien Auf der Basis der Analysen und von Fallstudien wurden vier Energieszenarien für das Jahr 2030 formuliert:



▪ ▪

Ergebnisse für Deutschland

Die Verwundbarkeit einer Region durch steigende Energie­ preise wurde im Projekt ReRisk in Bezug auf drei Bereiche analysiert: die Auswirkungen steigender Energiepreise auf die

Verkehr: Anteil Beschäftigte im Verkehr, Treibstoffkosten, Fernpendler, Flugpassagiere

nen. Innerhalb Deutschlands zeigt sich die hohe Verletzbarkeit von Niederbayern gegenüber steigenden Energiepreisen wegen seiner energieintensiven Industriestruktur (insbeson­

Das Projekt ReRisk wurde im Jahre 2010 abgeschlossen. Der

Verwundbarkeit

Wirtschaft: Anteil von Wertschöpfung und Beschäftigung in energieintensiven Branchen

Die Karten der Abbildungen 1 bis 3 auf den folgenden Seiten zeigen beispielhaft Bruttowertschöpfung und Beschäftigung in energieintensiven Branchen und den Anteil von Treibstoffaus­ gaben im Güterverkehr am Bruttoinlandsprodukt der Regio­

Schlussbericht des Projekts ist auf der ESPON-Internetseite http://www.espon.eu verfügbar.

Klima: mittlere, niedrigste und höchste Temperaturen



Szenario 1 „Grüne Technik“ nimmt an, dass die Treib­ hausgasreduktionsziele der EU und der EU-Mitgliedstaa­ ten erreicht werden, dass erneuerbare Energien vorherr­ schen, polyzentrische Siedlungsstrukturen gestärkt und nachhaltige Formen der Mobilität zunehmen Szenario 2 „Energieeffizienz“ geht davon aus, dass infolge stark gestiegener Preise für fossile Energien technische Innovationen die Energieeffizienz stark erhöhen und ins­ gesamt zu einem geringeren Energieverbrauch führen Szenario 3 „Nuklearenergie“ nimmt an, dass Nuklearener­ gie die Energieproduktion dominiert, was zu einer Erhö­ hung des Energieverbrauchs führt Szenario 4 „Weiter so wie bisher“ unterstellt, dass weiter­ hin die fossilen Energieträger Kohle und Gas den Energie­ markt beherrschen und weniger in erneuerbare Energien investiert wird

Deutschland in Europa – Energie und Klima

Bruttowertschöpfung in energieintensiven Branchen (%)

Helsinki Oslo Tallinn Stockholm

< 4,5 4,5 - 7,2

Riga

7,2 - 10,2 København Dublin

10,2 - 14,4

Vilnius Minsk

14,4 - 25,1 keine Daten

Amsterdam

Berlin

London

Warszawa Kyiv

Bruxelles/Brussel

ESPON ReRisk, 2010 Quellen: Business statistics Eurostat 2009

Praha

Luxembourg Paris

WienBratislava Bern

Kishinev

Budapest

Vaduz

Ljubljana Zagreb Bucuresti

Beograd Sarajevo Sofiya Podgorica Madrid

Skopje

Roma 0

200

Tirana

400 km

Abbildung 1

Bruttowertschöpfung in energieintensiven Branchen (ReRisk, 2010, 201)

Für Deutschland wurde eine Fallstudie über energieeffizienten Wohnungsbau in den Stadtbezirken Rieselfeld und Vauban in Freiburg im Breisgau durchgeführt. In der Fallstudie wurden die dazugehörigen gesetzlichen Grundlagen und die in Freiburg abgelaufenen Planungspro­ zesse im Detail erläutert. Es wurden keine quantitativen Angaben über die Kosten der Förderung des energiesparen­ den Bauens und der daraus resultierenden langfristigen Einsparungen gemacht, es wurde jedoch darauf hingewiesen, dass die Maßnahmen dazu beigetragen haben, das Ansehen Freiburgs als Vorreiter nachhaltiger Stadtentwicklung im Inund Ausland zu erhöhen und damit auch die Wettbewerbssi­ tuation der beteiligten örtlichen Firmen zu stärken.

definierte Regionstypen. Zu den Handlungsempfehlungen zur räumlichen Planung gehören integrierte Planungsinstrumente, Stadtplanungsprinzipen für den Gebrauch von Solarenergie, städtische „Metabolismusprozeduren“ und industrielle Um­ weltparks.

Vergleichbare deutsche Studien

Handlungsempfehlungen

In Deutschland werden Energieszenarien regelmäßig in mehreren parallelen Serien veröffentlicht. Hierzu gehören die Energieszenarien des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln und der Prognos AG im Auftrag des Bun­ deswirtschaftsministeriums, die bereits 2005 in ihrer vierten Ausgabe vorlagen (EWI/Prognos 2005, EWI/Prognos/GWS 2011).

Abschließend werden Politikempfehlungen zur Verringerung der Verwundbarkeit der Regionen durch Energiepreissteige­ rungen und zur Erhöhung ihrer Anpassungskapazität gege­ ben. Diese Empfehlungen beziehen sich auf fünf europaweit

In der vorletzten Studie von 2010 wurde nach dem rot-grünen Ausstiegsbeschluss der Wiedereinstieg in die Kernenergie be­ gründet. Dieser sollte bis 2050 eine zusätzliche Beschäftigung von bis zu 100.000 Personen leisten. Nach der Kernkraft­

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Deutschland in Europa – Energie und Klima

Beschäftigung in energieintensiven Branchen (%)

Helsinki Oslo Tallinn Stockholm

< 2,3 2,3 - 4,1

Riga

4,1 - 6,2 København Dublin

6,2 - 9,7

Vilnius Minsk

9,7 - 14,2 keine Daten

Amsterdam

Berlin

London

Warszawa Kyiv

Bruxelles/Brussel

ESPON ReRisk, 2010 Quelle: Eurostat 2009

Praha

Luxembourg Paris

WienBratislava Bern

Kishinev

Budapest

Vaduz

Ljubljana Zagreb Bucuresti

Beograd Sarajevo Sofiya Podgorica Madrid

Skopje

Roma 0

200

Tirana

400 km

Abbildung 2

Beschäftigung in energieintensiven Branchen (ReRisk, 2010, 202) Treibstoffausgaben des Güterverkehrs in % des BIP

Helsinki Oslo Tallinn Stockholm

< 1,3 1,3 - 2,4

Riga

2,4 - 3,9 København Dublin

3,9 - 7,2

Vilnius Minsk

7,2 - 14,2 Amsterdam

keine Daten

Berlin

London

Warszawa Kyiv

Bruxelles/Brussel

ESPON ReRisk, 2010 Quelle: Eurostat 2009

Praha

Luxembourg Paris

WienBratislava Bern

Kishinev

Budapest

Vaduz

Ljubljana Zagreb Bucuresti

Beograd Sarajevo Sofiya Podgorica Madrid

Skopje

Roma 0

200

Tirana

400 km

Abbildung 3

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Treibstoffausgaben des Güterverkehrs (ReRisk, 2010, 206)

Deutschland in Europa – Energie und Klima

werkshavarie in Fukushima und dem erneuten Ausstieg aus der Kernenergie wurde in der folgenden Ausgabe ein Verlust von bis zu 40.000 Beschäftigten unterstellt (EWI/Prognos/ GWS 2011). Allerdings wird dieser Effekt in den beiden übrigen regelmä­ ßig aktualisierten Energieszenarien nicht bestätigt. Als erstes zu nennen sind hier die Leitstudien Erneuerbare Energie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt im Auftrag des Bundesumweltministeriums. Die jüngste dieser Studien (DLR/ IWES/IfnE 2011) entwarf Energieszenarien mit Ausstieg aus der Kernenergie bis 2020 und rund 50 Prozent erneuerba­ ren Energien bis 2030 und 70-80 Prozent bis 2050. Parallele Beschäftigungsanalysen unter Zugrundelegung der Leitstudi­ en (DLR/DIW/ZSW 2008, DLR et al. 2012). zeigen, dass die erneuerbaren Energien in Deutschland bereits 2007 Beschäf­ tigung für 249.000 Personen und 2011 für 381.000 Personen schufen. Diese könnten bis 2030 je nach Annahmen zu den Exportchancen auf 500-600.000 anwachsen und damit weit mehr als die Beschäftigungsverluste der Gesamtwirtschaft durch Energiepreissteigerungen betragen. Alle genannten nationalen Studien weisen keine regionale Differenzierung aus, sondern beziehen sich auf ganz Deutsch­ land. Da es durchaus eine sehr wichtige Frage ist, wo in Deutschland Beschäftigung durch einen Wandel der Ener­ giepolitik hin zu erneuerbaren Energien entsteht, untersuchen aktuelle Studien auch die Verteilung der durch erneuerbare Energien geschaffenen Beschäftigung. Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg und die Gesellschaft für wirtschaftliche Strukturforschung (ZSW/GWS 2011) haben eine große Zahl methodisch divergenter, regionaler Studien zusammenge­ tragen und für einzelne Sektoren der erneuerbaren Energien eigene für alle Bundesländer konsistente Berechnungen durchgeführt. Im Bereich Windenergie an Land verzeichnen 2009 Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen mit 24.180 und 15.660 Beschäftigten die größten Anteile, während von den Flächenländern Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen geringere Anteile aufweisen. Bis 2030 festigen Niedersach­ sen und Nordrhein-Westfalen ihre führenden Positionen mit 38.580 und 29.680 Beschäftigten von den dann 165.290 Beschäftigten im Bereich Windenergie an Land, während Bay­ ern und Baden-Württemberg mit 19.470 und 14.660 Beschäf­ tigten auf Platz 3 und 4 vorrücken. Im Mittel entfällt rund ein Fünftel der Beschäftigung auf den Betrieb der Anlagen. Nord­ deutsche Bundesländer weisen im Allgemeinen höhere Anteile bei Wartung und Betrieb aus, da dort eine größere Zahl an

Windenergieanlagen installiert ist. Süd- und Westdeutsche Bundesländer sind überproportional bei der Herstellung aktiv. Bei der Photovoltaik ist eine ganz andere räumliche Struktur zu erwarten mit Schwerpunkten bei der Produktion der Anla­ gen in Ostdeutschland und einem höheren Anteil der instal­ lierten Anlagen in Süddeutschland. Damit wird ein Wandel des Energiesystems weg von zentralen Großkraftwerken, die oft in der Nähe von Ballungszentren bzw. Kohleabbaustätten liegen, hin zu dezentraler erneuerbarer Energieerzeugung auch einen Effekt auf Raumstrukturen ausüben. Auch wenn dieser Effekt im Vergleich zu Gesamtbeschäftigtenzahlen gering ist, lokal bzw. regional kann er sehr bedeutsam sein, denkt man an die geplante Abschaltung der Kernkraftwerke in kleinen Gemein­ den wie Biblis oder Philipsburg. Diese Ergebnisse zum Wandel des Energiesystems stehen im Kontrast zu europäischen Studien des Verkehrssystems, in denen die Auswirkungen von Verkehrskostensteigerungen ohne Berücksichtigung der Investitions- und Beschäftigungs­ effekte durch Effizienzgewinne und die Erzeugung erneuer­ barer Energien abgeschätzt werden. Die Simulationen der Regionalentwicklung im EU-Projekt STEPs – Scenarios for the Transport System and Energy Supply and their Potential Effects (Fiorello et al. 2006) zeigten, dass steigende Treib­ stoffkosten zu einer starken Abnahme von Erreichbarkeit und Wirtschaftswachstum in Europa führen, aber zugleich zu einer Zunahme der Kohäsion zwischen den europäischen Regio­ nen, d.h. einer ausgewogeneren Raumstruktur. Die Simulationen für Stadtregionen, auch am Beispiel der Stadtregion Dortmund, zeigten, dass hohe Treibstoffpreise zu erheblichen Veränderungen im Verkehrsverhalten führen: Der langfristige Trend zu mehr und längeren Fahrten wird gestoppt oder sogar umgekehrt. Es werden wieder mehr Wege zu Fuß und mit dem Fahrrad gemacht, und der Anteil des öffentlichen Personennahverkehrs steigt auf mehr als das Doppelte. Hohe Treibstoffpreise führen auch zu Änderungen im Standortwahl­ verhalten: Menschen ziehen näher an ihren Arbeitsplatz und Firmen näher zu ihren Mitarbeitern, Zulieferern und Kunden. Wegen ihrer relativ hohen Dichte sind europäische Städte gut in der Lage, durch interne Reorganisation mit hohen Treib­ stoffpreisen fertig zu werden. In einer Untersuchung über die Auswirkungen steigender Preise für Öl und Gas auf Haushalte in Nordrhein-Westfalen kommt das Finanzwirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln (Bergs/Glasmacher/Thöne 2007) zu dem Schluss, dass es in den untersuchten Szenarien kaum zu ernstzunehmen­

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Deutschland in Europa – Energie und Klima

den Verteilungsproblemen kommen würde, die durch staat­ liche Maßnahmen abgedämpft werden müssten. Allenfalls würde es zu Zusatzbelastungen der öffentlichen Hand führen, da diese die Heizkosten der Transferempfängerhaushalte übernehmen müsste. Allerdings liegen die in den Szenarien angenommenen Ölpreisanstiege entweder unterhalb der be­ reits heute eingetretenen Anstiege, oder sie gehen nach einem Höchstwert im Jahre 2010 von rückläufigen Ölpreisen aus. Die Szenarien können so allenfalls als moderat bezeichnet werden und sind nicht geeignet, eine Aussage der Wirkungen auf Haushalte mit niedrigen Einkommen unter stark steigen­ den und permanent auf einem hohen Niveau verweilenden Ölpreisen zu liefern. Zu einem anderen Fazit kommt eine Untersuchung der Technischen Universität Hamburg-Harburg für das Bundes­ ministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (Gertz et al. 2009): Soziale Verwerfungen durch höhere Kraftstoffpreise werden dann eintreten, wenn die deutlichen Vorzeichen des postfossilen Wandels ignoriert werden. Die Gesellschaft sollte höhere Verkehrskosten als Chance begreifen, verkehrseffizi­ ente Siedlungsstrukturen in die Tat umzusetzen und so den klimaschädlichen steigenden Verkehrsaufwand reduzieren. Es geht nicht um Einschränkung, sondern um lebenswerte und bezahlbare Mobilität. Verändertes Verkehrsverhalten darf nicht negativ besetzt werden und als Verzicht kommuniziert werden, sondern sollte im positiven Kontext als Beitrag zu einer höheren Lebensqualität in Stadt und Region wahrgenommen werden. Das noch laufende Folgeprojekt €LAN – Energiepreisent­ wicklung und Landnutzung in Zusammenarbeit mit dem Insti­ tut für Raumordnung und Entwicklungsplanung der Universität Stuttgart und dem Finanzwissenschaftlichen Forschungsins­ titut an der Universität zu Köln hat zum Ziel, die Betroffenheit von Haushalten, Unternehmen und Gebietskörperschaften zu analysieren und ihre Anpassungsreaktionen mit Hilfe eines räumlichen Wirkungsmodells am Beispiel der Stadtregion Hamburg zu simulieren (Bohnet et al. 2012).

Bedeutung für die deutsche Raumpolitik Die Ergebnisse des Projekts ReRisk für Deutschland sind nicht überraschend. In den meisten in dem Projekt für die Verwundbarkeit durch Energiepreissteigerungen herange­ zogenen Indikatoren liegt Deutschland im Mittelfeld, bei den Haushaltseinkommen liegt es in der Spitzengruppe. Bei den Treibstoffausgaben profitiert Deutschland von seiner zentralen Lage, obwohl es absolut mehr für Verkehrsleistungen ausgibt als die EU-Mitgliedstaaten im Süden und Osten Europas.

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Positive Wirkungen hoher Energiepreise in Form möglicher Arbeitsplatzgewinne im Maschinenbau durch Produktion und Export energieeffizienter Fahrzeuge oder Wind- oder Solarener­ gieanlagen wurden im ReRisk-Projekt nicht berücksichtigt. Aller­ dings wurden diese Effekte in mehreren Studien prognostiziert bzw. nachgewiesen (z.B. Schade et al. 2009, DLR et al. 2012) Konkrete Schlussfolgerungen für die deutsche Raumpolitik lassen sich aus den Ergebnissen des Projekts ReRisk kaum ableiten. Die Handlungsempfehlungen wie integrierte Pla­ nungsinstrumente, Stadtplanungsprinzipien für den Gebrauch von Solarenergie, städtische „Metabolismusprozeduren“ und industrielle Umweltparks bleiben sehr allgemein. Wichtige die Raumpolitik betreffende Maßnahmen zur Anpassung an Energiepreissteigerungen wie energetische Sanierung von Gebäuden, energiesparende Siedlungsstrukturen und nach­ haltige Mobilität wurden in dem Projekt nicht behandelt. Solche Effekte werden in anderen Studien thematisiert. Zum einen konnte im Projekt HOP! – Macro-Economic Impact of High Oil Price in Europe gezeigt werden, das eine frühzeitige Antizipation steigender Ölpreise und eine Fokussierung des Energiesystems auf Effizienz und erneuerbare Energien trotz Ölpreisanstieg zu positiven gesamtwirtschaftlichen Ergebnis­ sen führen kann (Schade et al. 2008). Zum anderen zeigen Studien für Deutschland, dass eine integrierte Energie- und Klimapolitik basierend auf dem Energie- und Klimaschutzpro­ gramm der Bundesregierung von 2007 in 2020 bis zu 500.000 neue Arbeitsplätze in Deutschland schaffen kann (Jochem et al. 2008). Jüngere Analysen zeigen, dass mit der Umstellung des Energiesystems auch räumliche Effekte verbunden sein können (ZSW, GWS 2011). Übereinstimmend finden sich in ReRisk und in nationalen Studi­ en Hinweise, dass Haushalte mit niedrigen Einkommen be­ sonders durch steigende Energiepreise betroffen sein werden. Diese Haushalte werden finanziell nicht in der Lage sein, ihren Energieverbrauch durch Kauf effizienter Elektrogeräte zu sen­ ken, und müssen demnach ihre Energienachfrage zurückfahren. Oder sie werden zunehmend nicht mehr in der Lage sein, ihre Energierechnungen zu bezahlen – Stichwort Energiearmut. Als Maßnahme wird empfohlen, diese Haushalte bei der Beschaffung effizienter Elektrogeräte wie Kühlschrank oder Waschmaschine zu unterstützen. Dagegen wird von einer Subventionierung der ineffizienten und damit zu hohen Ener­ gienutzung abgeraten. Diese stünde im Widerspruch zu den Energieeinsparzielen. Die Verteilung der von Energiearmut potentiell betroffenen Haushalte dürfte räumlich unterschied­ lich sein und sollte untersucht werden, um Gegenmaßnahmen dimensionieren zu können.

Deutschland in Europa – Energie und Klima

3. Klima

Betroffenheit (exposure) durch Klimafolgeschäden hinaus. Die Verwundbarkeit einer Region berücksichtigt zusätzlich ihre Emp­

Die Bedeutung der Raumentwicklung für die Bewältigung des Klimawandels durch Regionen ist unumstritten. Das Weißbuch der Europäischen Union „Anpassung an den Klimawandel: Ein europäischer Aktionsrahmen“ (Europäische Kommission, 2009) fordert eine langfristigere strategische Raumplanung in den Bereichen Verkehr, Regionalentwicklung, Industrie, Tourismus und Energie. Auch die Territoriale Agenda der EU von 2007 und ihre jüngste Weiterentwicklung fordern gemeinsame transre­ gionale und integrierte Strategien zur Bewältigung extremer Naturereignisse, Reduzierung von Treibhausgasemissionen und zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels (BMVBS 2007; 2011).

Das Projekt ESPON Climate Angesichts dieser Herausforderungen vergab ESPON im Jahre 2009 das Projekt ESPON Climate „Climate Change and Territorial Effects on Regions and Local Economies“. Das Ziel des Projekts war eine Verwundbarkeitsanalyse der Regionen in Europa nach Betroffenheit, Empfindlichkeit, Aus­ wirkungen und Verwundbarkeit in Bezug auf die absehbaren Folgen des Klimawandels. Auf der Grundlage dieser Analyse sollten maßgeschneiderte Anpassungsoptionen abgeleitet werden, mit denen regionalspezifischen Folgen des Klima­ wandels begegnet werden kann. Hierfür entwickelte das Projekt eine neue umfassende Me­ thodik der Verwundbarkeitsanalyse und wendete sie auf alle Regionen in Europa an, um die empirische Basis für eine europäische Raumentwicklungspolitik zur Bewältigung des Klimawandels zu liefern. Das Projektteam weist jedoch dar­ auf hin, dass die verwendeten Klimamodelle, die zugrunde gelegten Klimawandelszenarien und die angenommenen sozioökonomischen Entwicklungstrends ein gewisses Maß an Ungewissheit enthalten und daher eine mögliche Zukunftsent­ wicklung, aber keine Prognose darstellen. Das Projekt wurde im Jahre 2011 abgeschlossen. Der Schlussbericht des Projekts ist auf der ESPON-Internetseite http://www.espon.eu verfügbar.

Ergebnisse für Deutschland Das Konzept der Verwundbarkeit (Vulnerabilität) einer Region in Bezug auf Klimafolgeschäden geht über eine Analyse ihrer

findlichkeit (sensitivity) gegenüber diesen Folgen, deren Auswir­ kungen (impacts) unter Berücksichtigung ihrer Empfindlichkeit und ihre Anpassungskapazität (adaptive capacity), das heißt ihre Fähigkeit, die Region durch Maßnahmen an Klimafolgen anzu­ passen. Im Projekt ESPON Climate wurden berücksichtigt:

▪ ▪ ▪ ▪

Betroffenheit: Folgen des Klimawandels in den Bereichen Temperatur, Niederschläge und Überschwemmungen Empfindlichkeit: räumliche, soziale, wirtschaftliche, ökolo­ gische und kulturelle Empfindlichkeit Auswirkungen: Konsequenzen des Klimawandels unter Berücksichtigung der Empfindlichkeit Anpassungskapazität: Wissen und Bewusstsein, Tech­ nologie, Infrastruktur, Institutionen und wirtschaftliche Ressourcen

Alle Indikatoren wurden europaweit auf der Ebene von NUTS3-Regionen in Form von erwarteten Veränderungen über 30 Jahre ermittelt. NUTS-3-Regionen entsprechen in Deutsch­ land den 412 Land- und Stadtkreisen. Betroffenheit Bei der Ermittlung der Betroffenheitsindikatoren der Regio­ nen wurde das Klimaszenario A1B des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC, 2007) der Vereinten Natio­ nen zugrunde gelegt, nach dem das Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, zwar verfehlt wird, eine extreme Erderwärmung aber vermieden wird. Für die Verteilung der Klimafolgeschäden auf die Regionen wurde auf Ergebnisse des von europäischen Großforschungseinrichtungen ent­ wickelten regionalen Klimamodells CCLM (COSMO Climate Limited-area Model) zurückgegriffen. Abbildung 4 zeigt den sich daraus ergebenden Anstieg der mittleren Jahrestempera­ tur in Mitteleuropa. Die Karte zeigt, dass Deutschland entsprechend seiner nörd­ lichen Lage weniger von dem erwarteten Anstieg der mittle­ ren Jahrestemperaturen betroffen ist. Das wirkt sich auch auf die erwartete Anzahl von Sommertagen mit Temperaturen über 25° Celsius, die erwartete Zunahme der Niederschläge im Sommer und der Anzahl der Tage mit Schneefall im Winter aus (hier nicht gezeigt). Erheblicher sind die Auswirkungen für Deutschland im Bereich der zu erwartenden Überschwemmungen durch Flüsse und Küstenstürme. Die Karten 5 und 6 zeigen die nach Berechnun­ gen des Joint Research Centre der Europäischen Kommission

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Deutschland in Europa – Energie und Klima

Abbildung 4

Anstieg der mittleren Jahrestemperatur (ESPON Climate, 2011, 21) Anstieg der mittleren Jahrestemperatur (°C) 2,0 - 2,5 2,6 - 3,0 3,1 - 3,5 3,6 - 4,0 > 4,0

ESPON Climate, 2011 IRPUD, 2011 Quelle: Lautenschlager et al. 2009

0

200

400 km

auf der Grundlage des Klimaszenarios A1B zu erwartenden Anstiege der Wasserspiegel an Flüssen und Küsten. Es zeigt sich aber, dass in Bezug auf Überflutung durch Flüsse oder Meereshochwasser Deutschland zu den am wenigsten betroffenen Ländern in Europa gehört. Bis auf wenige Landkreise in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern wurden alle Kreise als gering oder überhaupt nicht betroffen eingestuft. Empfindlichkeit Nach der Definition des IPCC (2007) ist Empfindlichkeit einer Region bzgl. Klimawandelfolgen das Maß, in dem sie von durch den Klimawandel verursachten Veränderungen positiv oder negativ beeinflusst wird. Die Beeinflussung kann direkt sein, zum Beispiel eine Veränderung von Ernteergebnissen durch Veränderungen in der mittleren Jahrestemperatur oder indirekt, zum Beispiel durch die Zunahme der Häufigkeit von Überflutungen durch den Anstieg des Meeresspiegels. Im Projekt ESPON Climate wurden fünf Dimensionen der Empfindlichkeit unterschieden:

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▪ ▪ ▪ ▪ ▪

Räumliche Empfindlichkeit umfasst das Maß, in dem räumliche Elemente der Siedlungsstruktur wie Gebäu­ de, Straßen, Einsenbahnen, Flughäfen und Häfen durch Folgen des Klimawandels geschädigt werden können. Ökologische Empfindlichkeit umfasst mögliche Beeinträch­ tigungen sensibler Ökosysteme wie Wälder, Naturschutz­ gebiete oder von Bodenerosion bedrohte Ackerflächen. Soziale Empfindlichkeit umfasst Auswirkungen auf Ge­ sundheit und Mobilität besonders von Klimaveränderungen wie Hitzewellen, Stürmen oder Hochwasser betroffener Be­ völkerungsgruppen wie älterer oder behinderter Menschen. Kulturelle Empfindlichkeit umfasst mögliche Schäden an kulturellen Einrichtungen wie Museen und historischen Stätten, oder vom Meeresanstieg betroffenen Küstenstäd­ ten wie Venedig. Wirtschaftliche Empfindlichkeit umfasst mögliche Aus­ wirkungen auf Wirtschaftssektoren, die von Klimawandel­ folgen geschädigt werden könnten wie Landwirtschaft und Forstwirtschaft sowie Tourismus und die Energiewirt­ schaft, aber auch Haushalte, die von Energiepreissteige­ rungen betroffen würden.

Deutschland in Europa – Energie und Klima

Veränderung der durch Flüsse überfluteten Flächen (%)

Helsinki !

Oslo !

Tallinn !

Stockholm !

+0,5 - +1,0 +0,3 - +0,5

Riga !

+0,1 - +0,3 København !

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Vilnius

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-0,1 -

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WienBratislava ! !

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ESPON Climate, 2011 IRPUD, 2011 Quelle: JRC Lisflood 2010

Ljubljana ! Zagreb !

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Roma

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Pristina

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Madrid

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km

Abbildung 5

Veränderung der durch Flüsse überfluteten Flächen (ESPON Climate, 2011, 30) Veränderung der durch Meereshochwasser überfluteten Flächen (%)

Helsinki !

Oslo !

Tallinn !

Stockholm !

+0,5 - +1,0 +0,3 - +0,5

Riga !

+0,1 - +0,3 København !

Dublin

-0,1 - +0,1

Vilnius

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!

Minsk !

Amsterdam

Berlin

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London

Warszawa

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!

keine

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Kyiv

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Praha

Luxembourg

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!

Paris

ESPON Climate, 2011 IRPUD, 2011 Quellen: DIVA 2004, USGS Hydro 1k Europe

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WienBratislava ! !

Bern !

Kishinev

Budapest

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Ljubljana !

Zagreb !

Bucuresti

Beograd

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Sarajevo !

Podgorica

Pristina

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Madrid

Roma

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!

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Sofiya !

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km

Abbildung 6

Veränderung der durch Meereshochwasser überfluteten Flächen (ESPON Climate, 2011, 29)

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Deutschland in Europa – Energie und Klima

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass mit Ausnahme von Überflutungen in küstennahen Bereichen Deutschland als wenig empfindlich gegenüber den möglichen Auswirkungen des Klimawandels eingestuft wurde.

Auswirkungen Nach Definition des IPCC sind die Auswirkungen (impacts) des Klimawandels die zu erwartenden Konsequenzen des Klima­ wandels unter Berücksichtigung ihrer spezifischen Empfind­ lichkeiten, das heißt eine Kombination der zu erwartenden Betroffenheiten mit den fünf Dimensionen der Empfindlichkeit – die Art und Weise der Berechnung ist allerdings nicht erläutert.

▪ ▪ ▪

wicklung, Anteil Wissenschaftler und Ingenieure an den Erwerbstätigen, Anzahl Patentanmeldungen je Million Ein­ wohner Infrastruktur: Straßenkilometer je Quadratkilometer, Quali­ tät der Wasserversorgung, Anzahl Krankenhausbetten je 100.000 Einwohner Institutionen: Regierungseffizienz laut Weltbank, Anzahl von Anfragen, Empfehlungen und Maßnahmen zum Kli­ mawandel, Beteiligung von Frauen am politischen Leben Wirtschaftliche Ressourcen: Prokopfeinkommen, Alters­ quotient, Arbeitslosigkeit

Die mit den Ergebnissen einer Delphibefragung gewichteten Mit­ telwerte dieser Indikatoren wurden zu einem Index der Anpas­

Wie zu erwarten, sind die Karten der auf diese Weise ermit­ telten Auswirkungen denen der vorher ermittelten Betrof­ fenheitsindikatoren sehr ähnlich. Bei den räumlichen und sozialen Auswirkungen sind in Deutschland vor allem die durch Hochwasser gefährdeten Küstenregionen an Nord- und Ostsee betroffen. Die ökologischen Auswirkungen sind in fast allen deutschen Regionen ähnlich, wenn auch im Vergleich zu den Regionen in Süd- und Osteuropa im niedrigen Bereich. Darüber hinaus sind die Auswirkungen des Klimawandels in fast allen Regionen in Deutschland als marginal eingestuft.

sungskapazität der Regionen zusammengefasst (Abbildung 8).

Abschließend wurden die so ermittelten Auswirkungen des Klimawandels aller Regionen anhand eines mittels Delphi-Be­ fragung ermittelten Gewichtungsschemas zu einem Gesamt­ index der Auswirkungen des Klimawandels auf die Regionen kombiniert (Abbildung 7).

Verwundbarkeit

Das Ergebnis der Zusammenfassung ist im Einklang mit den bisherigen Ergebnissen: die Auswirkungen des Klimawandels auf die Regionen in Deutschland sind gering. Anpassungskapazität Als letzte Stufe in der Berechnung der Verwundbarkeit der Regionen in Bezug auf den Klimawandel wurden die in Ab­ bildung 7 dargestellten Gesamtauswirkungen des Klimawan­ dels durch Berücksichtigung der Anpassungskapazität der Regionen modifiziert. Dahinter liegt die Überlegung, dass Regionen mit hoher Anpassungskapazität von sonst gleichen Auswirkungen weniger stark betroffen sind als Regionen mit geringer Anpassungskapazität. Zur Berechnung der Anpas­ sungskapazität wurden folgende Indikatoren verwendet:

▪ ▪ 12

Wissen und Bewusstsein: Bildungsausgaben je Einwohner, Anzahl Einwohner, die nie einen Computer benutzt haben, Anzahl Einwohner, die den Klimawandel ernst nehmen

Technologie: Prozent Ausgaben für Forschung und Ent­

Die Karte zeigt ein deutliches Nord-Süd-Gefälle in der Anpas­ sungskapazität: Die nordischen Länder und die Benelux-Länder sowie der Südosten Englands und Westdeutschland und Österreich haben die höchste Anpassungskapazität, während die Mittelmeerländer und die neuen Mitgliedstaaten im Osten Europas eher geringe Anpassungskapazität zeigen – nicht zufällig entspricht dies auch der wirtschaftlichen Leistungskraft der Regionen.

In einem letzten Schritt wurden die im vorigen Schritt be­ rechneten Auswirkungen mit der Anpassungskapazität der Regionen zu einem Verwundbarkeitsindex zusammenge­ fasst – auch hier bleibt unerläutert, wie diese Berechnung durchgeführt wurde. Die Karte in Abbildung 9 zeigt die Verwundbarkeit der Regionen. Wie zu erwarten zeigt der Verwundbarkeitsindex eine Kombination der beiden vorangegangenen Karten in den Abbildungen 7 und 8. Gegenüber der Karte der Auswir­ kungen des Klimawandels in Abbildung 7 haben sich das Nord-Süd-Gefälle und das West-Ost-Gefälle verstärkt, weil die Mittelmeerländer und neuen Mitgliedstaaten im Süd­ osten wirtschaftlich weniger leistungsfähig sind. Ebenfalls zu erwarten ist, dass Deutschland aufgrund seiner hohen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit weniger verwundbar erscheint. Reduktions- und Reaktionskapazität Zusätzlich zur Anpassungskapazität der Regionen wurden im Projekt noch zwei weitere Indikatoren für die Fähigkeit der Regio­ nen, auf den Klimawandel zu reagieren, berechnet: ihre Reduk­ tions- und Reaktionskapazität.

Deutschland in Europa – Energie und Klima

Gesamtauswirkungen des Klimawandels

Helsinki Oslo Tallinn Stockholm

sehr negativ negativ

Riga

leicht negativ København Dublin

keine/marginal

Vilnius Minsk

etwas positiv Amsterdam

keine Daten

Berlin

London

Warszawa Kyiv

Bruxelles/Brussel

Praha

Luxembourg Paris

WienBratislava Bern

wenig Daten

Kishinev

Budapest

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ESPON Climate, 2011 IRPUD, 2011 Quelle: ESPON Climate Teilindizes

Ljubljana

Zagreb Bucuresti

Beograd Sarajevo

Madrid

Pristina Podgorica

Skopje

Roma

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Tirana

400 km

Abbildung 7

Gesamtauswirkungen des Klimawandels (ESPON Climate, 2011, 108) Anpassungskapazität Helsinki Oslo

sehr hoch

Tallinn Stockholm

hoch mittel

Riga

niedrig København Dublin

sehr niedrig

Vilnius Minsk

Amsterdam

Berlin

London

keine Daten

Warszawa Kyiv

Bruxelles/Brussel

Praha

Luxembourg Paris

ESPON Climate, 2011 Aalto University, YTK, 2011 Quellen: Eurostat 2010 ESPON Database 2006 GESIS 2008 NSIs 2010

WienBratislava Bern

Kishinev

Budapest

Vaduz

Ljubljana Zagreb Bucuresti

Beograd Sarajevo

Madrid

Roma

0

200

Pristina Podgorica

Skopje

Sofiya

Tirana

400 km

Abbildung 8

Anpassungskapazität (ESPON Climate, 2011, 137)

13

Deutschland in Europa – Energie und Klima

Abbildung 9

Verwundbarkeit für die Folgen des Klimawandels (ESPON Climate, 2011, 147) Verwundbarkeit für die Folgen des Klimawandels

Helsinki Oslo Tallinn Stockholm

sehr negativ negativ

Riga

etwas negativ København Dublin

marginal

Vilnius Minsk

etwas positiv Amsterdam

keine Daten

Berlin

London

Warszawa Kyiv

Bruxelles/Brussel

Praha

Luxembourg Paris

WienBratislava Bern

wenig Daten

Kishinev

Budapest

Vaduz

ESPON Climate, 2011 IRPUD, 2011 Quelle: Kombination von Auswirkungen und Anpassungskapazität

Ljubljana

Zagreb Bucuresti

Beograd Sarajevo

Podgorica Madrid

Pristina

Roma 0

200

Sofiya

Skopje Tirana

400 km

Die Reduktionskapazität einer Region ist ihre Fähigkeit, ihren Ausstoß an Treibhausgasen zu reduzieren und damit den Klimawandel aufzuhalten oder zu verlangsamen. Die Berech­ nung der Reduktionskapazität erfolgte anhand derselben fünf Dimensionen wie die der Anpassungskapazität, jedoch zum Teil mit anderen Indikatoren:

▪ ▪ ▪ ▪ ▪

Wissen und Bewusstsein: Bildungsausgaben je Einwohner Technologie: Prozent Ausgaben für Forschung und Entwicklung, Patentanmeldungen je Million Einwohner Infrastruktur: Photovoltaik- und Windenergiepotential, Wälder als „carbon sinks“ Institutionen: Regierungseffizienz laut Weltbank, Anzahl von Anfragen, Empfehlungen und Maßnahmen zum Kli­ mawandel, Beteiligung von Frauen am politischen Leben Wirtschaftliche Ressourcen: Prokopfeinkommen

Die Karte in Abbildung 10 stellt die Reduktionskapazität der Regionen zusammen mit ihren tatsächlichen CO2Emissionen dar. Danach gibt es vier Typen von Regionen: Regionen mit hoher Reduktionskapazität und niedrigen Emissionen, Regionen mit niedriger Reduktionskapazität und niedrigen Emissionen, Regionen mit hoher Reduktionskapazität und dennoch hohen Emissionen und Regio-

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nen mit geringer Reduktionskapazität und entsprechend hohen Emissionen. Die Aussagen der Karte in Abbildung 10 geben Anlass zu Fragen, insbesondere in Bezug auf Deutschland.

▪ ▪ ▪

Warum wird die Fähigkeit der Regionen in Deutschland zur CO2-Reduzierung trotz der technologischen und wirt­ schaftlichen Spitzenstellung Deutschlands in Europa als gering eingeschätzt? Und warum werden die CO2-Emissionen der meisten Re­ gionen als gering eingestuft, obwohl Deutschland mit 9,5t CO2-Emissionen je Einwohner und Jahr zu den größten Emittenten in Europa zählt? Und wie erklären sich die Unterschiede in CO2-Emissionen zwischen Nordrhein-Westfalen und Süddeutschland?

Als Reaktionskapazität wird die Kombination der Indikatoren Anpassungskapazität und Reduktionskapazität bezeichnet, auf Grundlage der Hypothese, dass beide Kapazitäten zur Bewältigung der Herausforderungen des Klimawandels notwendig sind und nicht voneinander getrennt werden können. Abbildung 11 zeigt die vier möglichen Kombinationen von Anpassungs- und Reduktionskapazität:

Deutschland in Europa – Energie und Klima

Abbildung 10

CO2-Reduktionskapazität und CO2-Emissionen (ESPON Climate, 2011, 171) CO2-Reduktions­ kapazität (RK) und CO2-Emissionen

Helsinki Oslo Tallinn Stockholm

RK hoch CO2 niedrig RK niedrig CO2 hoch RK hoch CO2 hoch RK niedrig CO2 hoch

Riga

København Dublin

Vilnius Minsk

keine Daten Amsterdam

Berlin

London

Warszawa Kyiv

Bruxelles/Brussel

Praha

Luxembourg Paris

ESPON Climate, 2011

Aalto University, YTK, 2011

Quellen:

EEA 2010, Eurostat 2010,

FSD 2010, GESIS 2008,

NSIs 2010, UNFVVV 2010

Wien Bratislava Bern

Kishinev

Budapest

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Ljubljana

Zagreb Bucuresti

Beograd Sarajevo Sofiya Podgorica

Madrid

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Roma

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200

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400 km

Abbildung 11

Reaktionskapazität (ESPON Climate, 2011, 176) Anpassungskapazität (AK) und Reduktions­ kapazität (RK)

Helsinki Oslo Tallinn Stockholm

AK hoch RK hoch AK hoch RK niedrig AK niedrig RK hoch AK niedrig RK niedirg

Riga

København Dublin

Vilnius Minsk

keine Daten Amsterdam

Berlin

London

Warszawa Kyiv

Bruxelles/Brussel

Praha

Luxembourg Paris

ESPON Climate, 2011

Aalto University, YTK, 2011

Quellen:

EEA 2010, Eurostat 2010,

FSD 2010, GESIS 2008,

NSIs 2010, UNFVVV 2010

Wien Bratislava Bern

Kishinev

Budapest

Vaduz

Ljubljana

Zagreb Bucuresti

Beograd Sarajevo Sofiya

Podgorica

Madrid

Skopje

Roma

0

200

Tirana

400 km

15

Deutschland in Europa – Energie und Klima

Es gibt Regionen, in denen Anpassungs- und Reduktionska­ pazität beide hoch oder beide niedrig sind und Regionen, in denen die beiden Kapazitäten unterschiedlich sind. In Deutschland kommen beide Typen von Regionen vor. In Süddeutschland, insbesondere in Baden-Württemberg herr­ schen Regionen vor, die in beiden Kapazitäten stark sind. Die Regionen in Ostdeutschland sind sowohl bei der Anpassung als auch bei der Reduktion schwach. Dazwischen liegen Regionen, in denen Anpassungs- und Reduktionskapazität unterschiedlich sind. Fallstudie Nordrhein-Westfalen Zur Überprüfung der Ergebnisse des Projekts in konkreten regionalen Kontexten wurden sieben Fallstudien durchge­ führt, eine davon für das Bundesland Nordrhein-Westfalen. Nordrhein-Westfalen wurde ausgewählt, weil es rund ein Fünftel des Bruttoinlandsprodukts von Deutschland erzeugt und daher von negativen wirtschaftlichen Folgen des Klima­ wandels besonders hart betroffen sein könnte. Es zeigte sich, dass in Nordrhein-Westfalen auch positive Auswirkungen des Klimawandels erwartet werden können, etwa durch die prognostizierte Abnahme extremer Wetterer­ eignisse in einigen Regionen des Landes. Die ungünstigsten Effekte werden für das Rheintal und die Gebirgsregionen vorhergesagt, vor allem in Form von Hitzestress und zuneh­ mender Sturm- und Waldbrandgefahr in den höher gelegenen Gebieten. Bei der Anpassungskapazität schneidet vor allem das obere Rheintal gut ab, während das Ruhrgebiet und die Gebirgsre­ gionen niedrigere Werte aufweisen. Die Verwundbarkeit gegenüber Folgen des Klimawandels ist in den nördlichen Flachlandgebieten höher. Die am stärksten verwundbaren Gemeinden liegen im oberen Rheintal und den Gebirgsge­ bieten sowie an den Ausläufern der Gebirge. Es ist deshalb zu empfehlen, diesen Gemeinden bei der Anpassungsstra­ tegie des Bundeslandes besondere Beachtung zu schenken. Dasselbe gilt im Licht neuerer Erkenntnisse für die Anpas­ sungsstrategien im Hinblick auf Überflutungen.

Vergleichbare deutsche Studien Im Bereich des Klimaschutzes und des Klimawandels findet man zahlreiche Studien in Deutschland. Insbesondere zum Thema Klimaschutz lassen sich auch hier langjährige Studi­ enserien identifizieren. Politikszenarien für den Klimaschutz liegen heute schon in der fünften Fassung vor (z.B. Marke­ witz/Matthes 2008, Matthes et al. 2009). Diese Studien beschreiben detaillierte Maßnahmenbündel für die Sektoren Energieerzeugung, Industrie, Gewerbe, Haushalte und Ver­ kehr zur Erreichung der deutschen Klimaschutzziele, insbe­ sondere des Zieles, die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent zu reduzieren. Dabei werden die Einsparungen an Energie und Treibhausgasemissionen der einzelnen Maßnah­ men quantifiziert, aber keine ökonomischen Effekte analysiert. Darin unterscheiden sich die beiden anderen Studienserien zur Analyse des Integrierten Energie- und Klimaschutzpro­ gramms und der Nationalen Klimaschutzinitiative. Die Studien zum Integrierten Energie- und Klimaschutzprogramm umfas­ sen Analysen von Einzelmaßnahmen und ihren Einsparun­ gen an Treibhausgasemissionen und der Abschätzung der Vermeidungskosten (ISI et al. 2008) sowie Abschätzungen der gesamtwirtschaftlichen Wirkungen (Schade et al. 2009). Erstere zeigten zum ersten Mal, dass zahlreiche Klimaschutz­ massnahmen heute schon mit einem monetären Nutzen für Käufer, Anwender und Investoren umsetzbar wären. Es konnte nachgewiesen werden, dass in den Bereichen energieeffizien­ te Gebäudesanierung, energieeffiziente Industrie und effizi­ enter Verkehr bis 2020 positive Beschäftigungseffekte von je 200-300.000 Personen erreichbar sind – netto, das heißt unter Berücksichtigung der gleichzeitigen Beschäftigungsver­ luste durch erhöhte Energiekosten in anderen Branchen. Im Gesamtszenario aller Maßnahmen belaufen sich diese Effekte auf 400-600.000 Personen. Auch im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative wur­ den die Wachstums- und Beschäftigungseffekte des Klima­ schutzes untersucht. Allein die Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz führen zu einer Erhöhung des Bruttoin­ landsprodukts um 0.9% im Jahre 2020 und zu einem Anstieg der Gesamtbeschäftigung um 260.000 (Ifeu et al. 2009). Während es auf der Seite des Klimaschutzes (mitigation) nur sehr wenige Projekte mit lokaler Auflösung der Maßnahmen gibt, existieren im Bereich der Klimaanpassung (adaptation) zahlreiche Projekte bzw. Forschungsprogramme mit räumlicher Auflösung der Anpassungserfordernisse. Dazu gehören die vom Bundes­ ministerium für Bildung und Forschung geförderten Programme

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Deutschland in Europa – Energie und Klima

KlimZug (Klimawandel in Regionen zukunftsfähig gestalten) und KlimaMORO (Raumentwicklungsstrategien zum Klimawandel).

Allerdings fehlen Studien mit ähnlichen Ansätzen wie ESPON Climate, in denen für ganz Deutschland die Anpassungser­ fordernisse und -maßnahmen bewertet wurden. Stattdessen werden wie in KlimZug viele Fallstudien für ausgewählte Regi­ onen behandelt wie zum Beispiel die Emscher-Lippe-Region, die Metropolregion Hamburg oder die deutsche Ostseeküste. Die Auswahl der Regionen zeigt, dass man sich der in den ESPON-Projekten festgestellten Problemzonen an der Küste durchaus bewusst ist. Eine Zusammenstellung aktueller Fallstudien und ihrer Ergebnis­ se aus KlimZug enthält Mahammadzadeh/Chrischilles (2012).

Bedeutung für die deutsche Raumpolitik Die Ergebnisse des Projekts ESPON Climate zeigen aus deutscher Sicht vor allem eins: Die Auswirkungen des Kli­ mawandels für die Regionen in Deutschland sind im Vergleich zu anderen Ländern eher gering. Bis auf die möglichen Ge­ fährdungen durch Hochwasser in Flüssen oder an den Nordund Ostseeküsten drohen den Regionen in Deutschland keine nicht durch normale Planungsmaßnahmen zu bewältigenden Schäden. Wird zusätzlich die wirtschaftliche Leistungsfähig­ keit Deutschlands berücksichtigt, gehört Deutschland zu den Ländern Europas mit der geringsten Verwundbarkeit durch Folgen des Klimawandels. Dies müsste eigentlich zu der Schlussfolgerung führen, dass Deutschland als eines der Länder der Welt mit den höchsten Treibhausgasemissionen je Einwohner sich besonders ver­ pflichtet fühlen sollte, durch Reduzierung seiner Treibhausga­ semissionen zur Vermeidung oder zumindest Abminderung des Klimawandels beizutragen. In der Tat hat sich die Bun­ desregierung verpflichtet, Deutschlands Treibhausgasemissio­ nen bis 2020 um 40 Prozent und bis 2050 um mindestens 80 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Diese für die Raumpolitik weit schwierigere Herausforde­ rung des Klimaschutzes wird in dem Projekt ESPON Climate jedoch nur am Rande thematisiert:

▪ ▪

Sowohl die CO2-Vermeidungskapazität als auch die CO2­ Emissionen der meisten Regionen in Deutschland werden als niedrig eingestuft, was erklärungsbedürftig ist, da dies im Gegensatz zu den nationalen Studien steht Bei den Handlungsempfehlungen des Projekts ESPON Climate werden Maßnahmen zum Klimaschutz, also zur

Reduzierung der Treibhausgasemissionen, zwar anfangs erwähnt, im weiteren jedoch vor allem Maßnahmen zur An­ passung an den Klimawandel wie Schutz vor Hochwasser, Hitzewellen, Starkregen oder Wassermangel behandelt

Die nationalen Studien zum Thema Klimaschutz weisen auf die großen Potentiale Deutschlands beim Klimaschutz hin. Allerdings fehlt bisher ein Überblick über die räumliche Ver­ teilung der Treibhausgas-Einsparpotentiale. Zu beachten wäre hier auch, dass verschiedene Maßnahmenbündel auch zu un­ terschiedlichen Verteilungen der Einsparerfolge führen werden und somit verschiedene Maßnahmeszenarien zu untersuchen wären. Neben den Einsparpotentialen weisen die Klimaschutzstudi­ en auch auf die Chancen des Klimaschutzes für Wachstum und Beschäftigung hin. Auch hier fehlen bisher Analysen der räumlichen Verteilungen innerhalb Deutschlands. Die bereits zitierte Vorstudie der Technischen Universität Ham­ burg-Harburg für das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung kommt zu einem ähnlichen Ergebnis (Gertz et al. 2009, 111): „Je früher die postfossile Transformation gerade in der Sied­ lungsplanung eingeleitet wird, desto reibungsfreier wird sie gelingen. Im internationalen Wettbewerb werden die Staa­ ten, die dies am schnellsten umsetzen, die Gewinner sein.“ Deutschland gehört nach unserer Einschätzung durch die bereits ergriffenen Maßnahmen heute zu den Gewinnern des Klimawandels und hat gute Chancen, es auch in Zukunft zu bleiben, wenn es seine Pionierstellung in der Technologie erneuerbarer Energien weiter ausbaut. Die anhaltende Diskussion über den Atomausstieg, die un­ terschiedlichen Kosten verschiedener erneuerbarer Energien, den Netzausbau, die Förderung von Energieeinsparungsmaß­ nahmen und die faire Verteilung der durch die Energiewende entstehenden Kosten zeigt, dass der Weg zur Erreichung der ambitionierten Energieeinsparungs- und Klimaschutzziele der Bundesregierung nicht einfach sein wird. Um so wichtiger ist die Unterstützung dieses Weges durch praxisorientierte Forschungsergebnisse wie die von ESPON. Das Fazit aus dem Projekt ESPON Climate und dem Ver­ gleich mit nationalen Klimaschutzprojekten lautet deshalb, dass ein ESPON-Projekt zur Analyse der räumlichen Vertei­ lung der Potentiale und Chancen des Klimaschutzes in Eu­ ropa dringend erforderlich ist.

17

Deutschland in Europa – Energie und Klima

4. Fazit für die deutsche Raumpolitik Die ESPON-Projekte ReRisk und ESPON Climate zeigen, dass Deutschland im europäischen Vergleich weniger als andere Länder von Energiekostensteigerungen und Klimawandel betroffen sein wird. Gleichzeitig weisen nationale Studien auf Potentiale und Chancen des Klimaschutzes in Deutschland hin.

Damit ergeben sich fünf große Fragen für die zukünftige deut­ sche Raumordnungspolitik:

A

Wie können die notwendigen Flächen für Überflutungen/ Bergstürze und Stromtrassen gesichert werden?

Zum einen ist dies darauf zurückzuführen, dass Deutschland bereits hohe Energiepreise hat und weitere Steigerungen relativ geringer ausfallen als in anderen Ländern. Zum anderen haben die hohen Energiepreise bereits zur Entwicklung von energieeffizienteren Infrastrukturen und energiesparenderem Verhalten geführt.

B

Welche Regionen und Bevölkerungsgruppen sind die wahrscheinlichen Verlierer steigender Energiekosten?

C

Wie können ihre Benachteiligungen vermieden oder zu­ mindest verringert werden?

D

Wie kann in ländlichen Regionen eine bezahlbare, zuver­ lässige Mobilität gesichert werden?

Höhere Einkommensgruppen können die höheren Energie­ preise bezahlen oder durch Investitionen in energiesparende Techniken ihre Energiekosten verringern. In der Wirtschaft profitieren Sektoren, die effizientere oder erneuerbare Energie­ anlagen herstellen, aber auch das Handwerk durch Aufträge zu Wärmedämmungsmaßnahmen oder Installation dezentraler Energieerzeugungsanlagen.

E

Wie kann in attraktiven Städten für ausreichend bezahlba­ ren Wohnraum für Zuwanderer gesorgt werden?

Aber es wird auch Verlierer in Deutschland geben, insbeson­ dere Haushalte mit niedrigen Einkommen. Bei deutlichen Ener­ giepreissteigerungen könnte vermutlich ein erheblicher Teil der Haushalte von Energie- oder Mobilitätsarmut betroffen sein. Ihnen fehlen die Mittel, in neue Technologien zu investieren und so ihre Energiekosten zu senken. Damit bleibt ihnen nur ein Zurückfahren der Nachfrage nach Energie und Mobilität. Darin liegt eine Chance für Verhaltensänderungen, etwa weg vom motorisierten Verkehr hin zu mehr Rad- und Fußverkehr. Alternativ kann der Staat eingreifen, etwa mit Energiekostenzu­ schüssen und Mobilitätsgutscheinen oder durch Finanzierung effizienterer Elektrogeräte. Ganz prekär könnte die Situation im ländlichen Raum wer­ den, insbesondere für Haushalte, die wegen des günstigen Wohnraums dorthin gezogen sind, aber zur Arbeit mit dem Auto in die Stadt pendeln. Oft ist hier knapp kalkuliert worden und massive Kostensteigerungen der Mobilität sind nicht zu verkraften. Ein alternatives Angebot im öffentlichen Perso­ nenverkehr existiert häufig nicht und dürfte von den Kosten­ steigerungen genauso stark betroffen sein. Hier könnte ein massiver Druck zum Umzug in urbane Räume mit neuen Herausforderungen für die Stadtplanung entstehen. Nimmt man den erwarteten, massiven Rückgang der Bevöl­ kerung hinzu, die sich bis 2050 nach der Bevölkerungsvor­ ausberechnung des Statistischen Bundesamts von heute 82 Millionen auf 68 Millionen verringern soll, so könnten sich die ländlichen Regionen in Deutschland in den nächsten Jahr­

18

zehnten massiv entvölkern. Steigende Energie- und Mobili­ tätskosten sind einer der Treiber dieser Entwicklung.

Auch einzelne Wirtschaftssektoren werden stärker von stei­ genden Energie- und Mobilitätskosten betroffen sein. Dazu gehören die energieintensiven Industrien, auch wenn diese im internationalen Maßstab oft energieeffizienter arbeiten als ihre Wettbewerber, und die Landwirtschaft, die bei einigen Produkten hohe Transportkostenanteile aufweist. Aber auch Dienstleistungen können stärker betroffen sein. Zum einen sind dies Dienstleistungen, die einen großen Verkehrsauf­ wand erfordern wie mobile soziale Dienste, aber auch die Transportdienstleistungen selbst, insbesondere der schwere LKW- und der Luftverkehr, auf die große strukturelle Verän­ derungen zukommen dürften. Alle diese Fragen besitzen eine starke räumliche Dimension, und hier besteht Handlungsbedarf für die deutsche Raum­ politik. Dieser sollte sich vor allem in der geplanten Fort­ schreibung der Leitbilder und Handlungsstrategien für die Raumentwicklung in Deutschland im Hinblick auf die neuen Handlungsfelder Energiewende und Klimaschutz im Hinblick auf die Erreichung der Energie- und Klimaschutzziele der Bun­ desregierung niederschlagen. Hierfür können die beiden ESPON-Projekte ReRisk und ESPON Climate gute Ansätze bieten, die Ergebnisse ähnlicher Projekte für Deutschland mit den europaweiten Ergebnissen des ESPON-Netzwerks zu vergleichen. Zugleich könnte dies Anlass geben, sich für die Durchführung eines europawei­ ten ESPON-Projekts zum Klimaschutz und eines ähnlichen flächendeckenden Projekts zum Klimaschutz in Deutschland einzusetzen.

Deutschland in Europa – Energie und Klima

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IMPRESSUM Herausgeber Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR), Bonn Bearbeitung Dr. Wolfgang Schade Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung, Karlsruhe Professor Dr.-Ing. Michael Wegener Spiekermann & Wegener, Stadt- und Regionalforschung (S&W), Dortmund Redaktion Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, Bonn Dr. Karl Peter Schön Druck Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Bonn Bestellungen [email protected] Stichwort: ESPON Ergebnisse Nachdruck und Vervielfältigung Alle Rechte vorbehalten

Nachdruck nur mit genauer Quellenangabe gestattet.

Bitte senden Sie uns zwei Belegexemplare zu.

Die vom Auftragnehmer vertretene Auffassung ist nicht unbedingt mit der des Herausgebers identisch.

Bonn, Oktober 2012

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