Die Kirche St. Martin zu Egerkingen - von Arx Stephan

Die Kirche St. Martin zu Egerkingen - von Arx Stephan

Die Kirche St. Martin zu Egerkingen Übersetzung der Urkunde von 1294: In Gottes Namen Amen. Im Jahre des Herrn 1294, am Tag nach Martini. Nachdem die...

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Die Kirche St. Martin zu Egerkingen

Übersetzung der Urkunde von 1294: In Gottes Namen Amen. Im Jahre des Herrn 1294, am Tag nach Martini. Nachdem die Frage des Kirchensatzes der Kirche Egerkingen Basler Bistums zwischen dem ehrwürdigen Vater und Herrn Berchtold, von Gottes Gnaden Abt von Murbach und Herrn Otto, dem Herrn von Falkenstein, einerseits und den Klostermännern, … dem Komtur und den Brüdern von der St. Johannesherberge zu Jerusalem vom Hause Thunstetten Konstanzer Bistums, anderseits, erörtert wurde, ist auf dem Wege eines freundschaftlichen Vergleichs diese Frage entschieden und folgendermassen beigelegt worden: dass dieser Kirchensatz für die Ewigkeit beiden Parteien gehören soll, so jedoch, dass der Adlige bei dieser Stellenbesetzung den Wahlvorschlag machen soll, in späteren Besetzungen aber vorgenannte … Komtur und Brüder zuerst einpräsentieren (vorschlagen) sollen, und dann der Freie und seine Erben hinterher, und so soll in regelmässigem Wechsel jede der Parteien, wenn die Gelegenheit sich bietet, ihren Wahlvorschlag machen. Es wurde auch bereinigt und verabredet, dass genannter … Komtur und Brüder dann, wenn sie den Wahlvorschlag zu machen haben, einen Weltgeistlichen vorschlagen müssen nach Ortsbrauch, so wie es bisher in dieser Kirche gehalten wurde, und die Erträgnisse werden sie nicht Klosterzwecken zuführen, wobei List und Betrug in allen Punkten genau umschrieben (und ausgeschlossen) sind Die Siegel an den Urkunden sind, vlr.: 1. Bischof Peter von Basel 2. Abt Bertold von Murbach 3. Otto von Falkenstein 4. Johanniter Hochmeister 5. Komtur von Thunstetten 6. Komtur von Rheinfelden. Übersetzung aus dem Heimatbuch von Thunstetten von A. Kümmerli

Weil aber in Egerkingen bereits zur Römerzeit unter der heutigen Pfarrkirche ein Gutshof stand, und das Wort Egerkingen vom alemannischen Agarichingen abgeleitet und dazu die Kirche dem fränkischen Heiligen St. Martin von Tours geweiht ist, dürfen mit großer Wahrscheinlichkeit die Anfänge unserer Kirche in die fränkische Zeit, vielleicht ins 7. oder 8 Jahrhundert zurückreichen.

Katholische Pfarrkirche St. Martin, Hochaltar. Das Bild des Bischofs Martin mit Bettler malte 1775 Gebhard Augsburg

Die Geschichte der Pfarrkirche St, Martin: 1294

Erste Erwähnung der Kirche Egerkingen mit dem Patrozinium des Heiligen Martin, das auf ein hohes Alter der Kirch schließen lässt. Eine erste Anlage dürfte ins 1.Jahrtausend zurückreichen

1567

Erhöhung des Turms, Einbau einer Uhr. Aus dieser Zeit stammt das Bild des heiligen Konrads im Erdgeschoss des Turms.

1604

Weihe von drei Altären und des Friedhofes.

1707/08

Umbau und Erweiterung der Chorturmkirche. Das Schiff besitzt bis zur Verlängerung von 1924 drei Fensterachsen.

NACH 1760

Der Hochaltar aus St. Ursen Solothurn wird im Chor aufgestellt

1779

Übertragung des Taufsteines aus der Franziskanerkirche Solothurn.

1834

Bau der Kanzel

1924

Durchgreifender Kirchenumbau durch den Solothurner Architekten Eugen Studer. Das Schiff wird nach Westen um einen querschiffartigen Anbau verlängert.

1933

Aufzug des Neuen Glockengeläutes

1939

Einbau einer Heizung.

1945

Renovation des Chores.

1947/48

Renovation des Schiffs.

1981/82

Totalrestaurierung nach Plänen des Architekten F. Schmid, aus Rapperswil

1984

Einbau einer neuen Orgel durch die Firma Kuhn, Männedorf.

Bei der Renovation der Kirche wurde nochmals eine Archäologische Grabung durchgeführt, da die St. Martinskirche auf Fundamente eines Römischen Gutshofes steht.

Die Kirche: Die Kirche als Haus Gottes ist der Ort, wo der Mensch an geweihter Stelle Gott begegnet. Hier versammelt sich die Pfarrgemeinde im Namen Christi zur Feier der Liturgie. Die Martinskirche Egerkingen ist im Verlaufe der Jahrhunderte in mehreren Schritten gewachsen und verschiedene Epochen haben Spuren hinterlassen. Stilbestimmend ist der Umbau von 1707 bis 1708. Es ist die Zeit des Barocks. einfach und bescheiden in der baulichen Form, aber in der Innenausttsatung mit überzeugendem Details. Die Restaurierung 1981 bis 1982 hat die Einheit im Stil vervollkommnet und die Kirche zum Festsaal Gottes und der Pfarrgemeinde gemacht. Durch das Hauptportal betritt der Besucher den Kirchenraum. Nach vorne gehend durchschreitet er das Schiff, dann den Chor und tritt zuvorderst in die Taufkapelle. Das Schiff ist der Aufenthaltsort der Gläubigen. An der Decke eine Darstellung der Krönung Martins, gemalt 1982 von W. Huwiler, Ruswil. Der linke Seitenaltar ist eine echte Schöpfung der Rokokzeit. Das große Bild zeigt Maria als Trösterin der Sterbenden und Fürbitterin der armen Seelen im Fegfeuer. Es ist das Bild der alten Bruderschaft Maria zum Trost. Links die Statue der heiligen Agnes mit Lamm und Palmenzweig, rechts die heilige Agatha mit ihrem Märtyrerwerkzeug die Zange. Oben neben dem Bild des heiligen Felix von Cantalice zwei Apostelstatuen. Auf dem rechten Seitenaltar ein Gemälde der Kreuzabnahme. Links und rechts die Patrone unseres Bistums, Urs und Viktor. Sie wurden als Soldaten der thebäischen Legion die sich zum christlichen Glauben bekannten, in Solothurn enthauptet. Darüber die Statuen der Apostelfürsten Petrus mir der Schüssel und Paulus mit dem Schwert. Die Kanzel ist eine meisterhafte Arbeit von Bildhauer Urs Josef Sesseli aus Oensingen, zirka 1834. Die Relieftafeln an der Brüstung zeigen die Evangelisten Matthäus mit gefülltem Menschen und Lukas mit dem Stier. Nur halb zu sehen sind die beiden anderen Evangelisten Markus mit Löwe und Johannes mit Adler. An der nördlichen Seitenwand eine Muttergottesstatue vom Solothurner Bildhauer Peter Fröhlicher. Gegenüber die Statue des Christusträgers Christopherus. Die Orgel ist ein Werk der Firma Kuhn aus Männedorf.

Sie wurde 1984 erstellt und hat 21 Register. In der Mitte des Chores steht der Altar, wo das Opfer Christi gefeiert wird. In altchristlicher und mittelalterlicher Zeit war der Chor der Platz der Sänger, woraus sich die Bezeichnung Kirchenchor ableitet. An der rückwärtigen Seite steht der barocke Hochaltar. Er soll aus dem alten, 1762 abgebrochenen St. Ursenmünster Solothurn stammen. Das Altarbild des Augsburger Malers Gerhard mit der Jahreszahl 1775 zeigt den Kirchenpatron St. Martin als Bischof, Gaben an die Armen austeilend. Links neben dem Bild der heilige Nikolaus, Bischof von Myra, mit drei Goldkugeln auf dem Evangelienbuch. Rechts der heilige Ulrich, Bischof von Augsburg, mit dem Fisch auf dem Buch. Das obere Bild Maria mit dem Jesuskind ist eine Kopie der Innsbrucker Madonna. Der Turmchor hinter dem Hochaltar dient als Taufkapelle. Auf dem Taufstein steht eine kleine Christusstatue. Im Sakramentshäuschen in der nördlichen Chorwand ist die Pieta aus der Santelkapelle aufgestellt. An der südlichen Wand sehen wir ein im 16 Jahrhundert mit Temparafarben gemaltes Bild des heiligen Konrad, Bischof von Konstanz, auf dessen Kelch sich eine Spinne gesetzt hat. In der Nische befindet sich die Prozessionsmadonna der Bruderschaft Maria zum Trost.

Der grosse Umgang: Laut Eintrag vom 4. August 1708 im Taufregister hat Johann Willhelm Flury Pfarrer von 1691 bis 1727 die Bruderschaft Maria vom Trost in Egerkingen eingeführt. Nach einer Mitteilung des gleichen Pfarrers hat Anna Maria Pfluger von Neuendorf am 15. Christmonat 1711 das Bruderschaftsbild auf dem linken Seitenaltar der Pfarrkirche malen lassen. Den Mitgliedern war nebst dem Tragen des Gürtels das tägliche Beten von 13 Vaterunsern und Ave Maria und zum Schluss ein Salve Regina auferlegt. Dazu kam der Besuch der Andacht an den Bruderschaftssonntagen. Heute wird als wertvoller Rest dieser Bruderschaft jährlich am Sonntag nach dem heiligen Augustin (28. August) der große Umgang mit Prozession gefeiert. Im Jahre 1983 wurden die Vereine von Egerkingen angefragt ob sie einen finanziellen Beitrag an die Orgel Neubau leisten würden. Mann entschloss sich am Umgang Samstag ein Beizchen Fest zu Organisieren und 50 % der Einnahmen aller Vereine an die Bezahlung der Orgel zu leisten. Seit her ist aus diesem Umstand eine

schöne Tradition geworden, die sehr viele Heimweh Egerkinger nutzen um alte Bekannte zu sehen.

Ausschnitt aus dem „OT“ von 26. August 2008

Taufbecken im Turmchor

Maria mit dem Jesuskind Statue von Peter Fröhlicher

Kirchenpatron St. Martin Gemälde von Gerhard aus Augsburg, 1775

Wettersegenkreuz

Die alten Kirchenfenster mit Familienwappen 1925

Kirche St. Martin Fenster Hl. Agatha, bis 1981 nun Pfarreiheim Stifter dieses Fenster war Adeline Kamber

Kirche St. Martin Fenster St Isidor, bis 1981 nun Pfarreiheim Stifter dieses Fenster war von Arx - Walker

Kirche St. Martin Fenster Hl. Cäcilia, bis 1981 nun Pfarreiheim Stifter dieses Fenster war von Arx Isidor

Kirche St. Martin Fenster Bruder Klaus, bis 1981 nun Pfarreiheim Stifter dieses Fenster war Borner - Wagner

Die St. Martinskirche im Wandel von ca. 100 Jahren

Kirche St. Martin Südfassade um ca. 1900

Flugaufnahmen 2003 Kirche St. Martin

Die Glocken der St. Martinskirche: Am 13. Mai 1933 wurden die 6 neuen Glocken für die St. Martinskirche von Aarau nach Egerkingen überführt. Sie wurden am 20. April 1933 in der Glockengiesserei Rüetschi gegossen.

Die 4 Glockenfuhrwerke bei Aarebrücke in Olten 1933

Der Glockeneinzug in Egerkingen mit der „Konkordia“ an der Spitze des Zuges

Die Glocken sein auf dem Martinsplatz angekommen

Die Glocken wurden für die Weihe auf dem Martinsplatz aufgestellt

Die Segnungen der Glocken am 14. Mai 1933

Bevor die neuen Glocken in den Turm der St. Martinskirche aufgezogen werden konnte musste Tage zuvor das alte Glockengestell mit den 3 alten Glocken runter geholt werden. Erst jetzt konnten sie das neue Glockengestell montieren.

Das alte Glockengestell zwei dieser Glocken steht heute südlich vor der Kirche

Firmung von Ronny von Arx mit Firmgötti Peter von Arx, die oben erwähnten 2 Glocken

Nach dem die Glockensegnung auf dem Martinsplatz vollendet war haben sie die Stifter dieser Glocken von ihrer Glocke aufgestellt.

Adelbert von Arx und Lucia von Arx

Frida und Oskar von Arx

Fam. Felber Felix und Studer Mathias

von Arx Brosi und Studer

Nachdem sich die Stifter von den Glocken getrennt haben wurden sie am 15. Mai 1933 ihrer Bestimmung auf dem Turm der St. Martinskirchen aufgezogen.

Aufzug der Glocken in den Turm

Der Aufzug der Glocken erfolgte mit Muskelkraft Richtung Vorstadt

Nach getarnter Arbeit wurden die Gäste wie auch die Helfer mit einem „Zvieri“ verwöhnt.

Wappen: In der Kath. Kirche St. Martin zu Egerkingen hat es an den Seitenwände links und rechts Familienwappen dargestellt. In welchem Zusammenhang diese Wappen angebracht wurden kann ich nicht sagen. Aber vermutlich spendeten sie einen grösseren Geldbetrag, dies wäre eine logische Schlussfolgerung, denn auf den Glocken hat es auch Spenderwappen drauf.

Links das von Arx Wappen in der Kirche und rechts das Wappen in Originalfarben

Links das von Rohr oder Rudolf von Rohr Wappen und rechts das Wappen in Originalfarben

Links das Studer Wappen und rechts das Wappen in Originalfarben

Weitere Wappen:

Links das Flury Wappen (Santlers) und rechts das Wappen in Originalfarben

Links das Fischer Wappen und rechts das Wappen in Originalfarben

Links das Felber Wappen (Schriener) und rechts das Wappen in Originalfarben

Weitere Wappen: Das erste Wappen auf dieser Seite ist das vom Legendären Pfarrer Haberthuer

Links das Haberthuer Wappen und rechts das Wappen in Originalfarben

Links das ???? Wappen und rechts das Wappen in Originalfarben

Links das Egerkinger Wappen und rechts das Wappen in Originalfarben

Die Pfarrherren von der St. Martinskirche zu Egerkingen 1308 – 2006 Urkundlich als erster Pfarrer von Egerkingen amtete 1308 ein Herr Werner ?? 1308 verkaufte Otto von Falkenstein auch die zweite Hälfte des Kirchensatzes an Thunstetten, das damit alleiniger Inhaber wird. 1348 Herr Hartmann Leutpriester dieser wurde bei einem Kauf als Zeuge erwähnt. Um 1500 wird ein Frei Johann in Egerkingen Pfarrer. 1507 wurde Thiebold Rolin erwähnt, er war Johanniter von Thunstetten. In der Zeit der Reformation hebt der Kanton Bern die Komturei Thunstetten auf und kommt so in den Besitz des Kirchensatzes von Egerkingen. In dieser Zeit Streitteten sich die Kantone Bern und Solothurn um die Pfarrherren. 1529 und 1530 entscheidet sich Egerkingen für den alten Glauben. Trotzdem setzt Bern Prädikaten (evangelische Priester) ein. Dies waren 1530 Nägeli Caspar 1531 unbekannter Prädikaten und 1532 Lincki Martin, Wiedertäufer. 1533 ist die Reformation in Solothurn beendet und Bern hat praktisch keinen Einfluss mehr auf den Kirchensatz von Egerkingen. Im Wyniger Vertrag vom 26. Juli 1539 tauscht Bern den Kirchensatz Egerkingen gegen denjenigen von Limbach an Solothurn ab. 1530 wurde Heinrich Mäder aus Solothurn Pfarrer. 1531 Merz Michael. 1532 Mägli Simon von St. Gallen. 1533 Spiegelberg Bartholomäus von Solothurn. 1533 Honauer Rudolf von Solothurn. 1533 Nikolaus er blieb in Egerkingen bis 1546. 1546 kam ein Rosenberg Johann. 1548 Habermann Jost von Solothurn. 1551 Schenk Bernhardin. 1555 Fininger Johann von Balsthal dieser war auch Chorherr. 1561 Schneller Heinrich und 1563 Schneller Blasius. 1565 Stapfer Lorenz. 1568 Stark Johann. 1576 Gy Urs. 1592 Oeninger Balthasar, Konventuale von St. Urban. 1604 Studer Johann Jakob, gest. 1611 an der Pest. 1611 Fallab Adam, gest. 1611 an der Pest. 1611 Fischer Georg, er wurde 1616 entlassen. 1616 Schmied Johann von Solothurn er resignierte um 1621. 1621 Borer Wolfgang von Erschwil. 1629 Stebler Christoph von Solothurn . 1636 Wohlgemuth Lorenz. 1642 Bürkli Urs von Kestenholz. 1664 Hedinger Johann Kaspar. 1679 Graf Urs von Solothurn. 1691 Fluri Johann Wilhelm von Solothurn dieser Pfarrer blieb 36 Jahre in Egerkingen und hat die Bruderschaft Maria zum Trost gegründet. 1727 Brunner Johann Joseph von Solothurn Jurat. 1745 Gugger Amanz und 1762 Gugger Urs Viktor. 1780 Kiefer Franz Jakob von Solothurn. 1805 Kaufmann Mathias von Recherswil dieser blieb in Egerkingen 25 Jahre. 1827 Wirz Peter Josef von Solothurn auch dieser hat über 20 Jahre in Egerkingen die Pfarrgemeinde geleitet. 1848 Joachim Urs von Kestenholz. 1859 Müller Urs von Trimbach,

Businger Jakob (1862 - 1896) von Herbetswil kam er nach Egerkingen und verbrachte 34 Jahre in der Egerkinger Pfarrei. Eduard Rippstein (1896 - 1900) Er war Bürger von Welschenrohr und dort am 16.Juni 1873 geboren. Das Mittelstudium absolvierte er in Stans und Schwyz, die Theologische Ausbildung am Priesterseminar Luzern. Am 12. Juli 1896 wurde er in der Hofkirche zum Priester geweiht. Am 13. Dezember 1896 wählte ihn Egerkingen zum Pfarrer und am 22. Dezember wurde er installiert. Nach nur 4 Jahren liess er sich nach Oensingen wählen und von 1918 bis 1932 war er Seelsorger in Niederbuchsiten. Er starb 1933 als Resignat in Oberdorf. Martin Löw (1900 - 1911) Er stammte aus dem elsässischen Habsheim, wo er am 6. Juli 1867 geboren wurde. Mittelschulen in Zillisheim und München. Theologiestudium in Freiburg i. Br. Am 23. Sep. 1900 begann er die Seelsorge in Egerkingen, worauf er am 29. Dezember offiziell als Pfarrer gewählt wurde. Sein Verhältnis zum Kirchenrat und zur Pfarrei ist nicht ohne Spannungen geblieben. Es gab heftige Auseinandersetzungen, die in der Öffentlichkeit und in der Kirche ausgetragen wurde. Am 27. Juni 1911 demissionierte Martin Löw. 1920 wurde er Pfarrer in Gänsbrunnen. Am 11. Dezember 1923 ist er in Solothurn gestorben.

Alois Haberthür ( 1911 - 1954) Am 1. Oktober 1911 berief die Kirchgemeinde den Vikar von Oberdorf, Alois Haberthür, zum neuen Pfarrer. Geboren am 21. Januar 1844 in Hofstetten besuchte er das Gymnasium in Solothurn, das er 1904 mit der Matura abschloss. Den theologischen Studien oblag er in Freiburg i.Ue., in Freiburg i. Br., und in Luzern. In der Hofkirche Luzern wurde er am 18. Juli 1909 geweiht. Nach der Primiz war er Vikar in Oberdorf. Seine bescheidene Art, sein offener Charakter und sein seelsorgerlicher Eifer brachten die nötige Beruhigung in die Pfarrei. Pfarrer Haberthür hielt auf Zuverlässigkeit und Disziplin. Die Erweiterung und Renovation der Kirche 1924, die neue Orgel 1927, sechs neue Glocken 1933, die Kirchenheizung 1939, und die Innenrenovationen 1945 und 1947 / 48 sind sichtbare Ereignisse, die von seiner Dynamik Zeugnis ablegen, die selbst durch die schwere Polioerkrankung 1930/31 nicht gebrochen werden konnte. Zu den Marksteinen seiner Seelsorge gehörten die Volksmissionen, die Veranstaltungen und Versammlungen der Pfarrvereine, die Einführung der Frühmesse an Sonntagen 1937, und die Primizen. Der erste Primiziant war Ernst Fischer am 19. Juli 1914. Zu seinen Lebzeiten folgten weitere neun Primizen in der Pfarrei. Zum 40 - jährigen Priesterjubiläum verlieh ihm die Einwohnergemeinde die Ehrenbürgerschaft, und zum goldenen Jubiläum ernannte ihn der Bischof zum Ehrendomherr. Die Einwohnergemeinde doppelte nach und kreierte eine Domherrenstrasse. Im Alter von 70 Jahren reichte er 1954 seine Demission ein. So konnte er noch neun Jahre als Frühmesser im sonnigen Heim auf der Riese mit seiner Schwester Theres den verdienten Lebensabend geniessen, bis er am 30. Juli 1963 nach schwerer Krankheit das Zeitliche segnete und an der Südseite der Kirche seine letzte Ruhe fand.

Pfarrer Haberthür bei der Fahnenweihe der Jungmannschaft 1949 in Egerkingen

Josef Marbet (1954 - 1974) Am 4. April 1954 wählte die Kirchgemeinde Josef Marbet zum Pfarrer. Am 2. Mai war die Installation. Pfarrer Josef Marbet stammte aus einer Bettlacher Bauernfamilie, wo er am 13. Mai 1915 auf die Welt kam. 1935 machte er am Kollegium Schwyz die Matur. Theologie studierte er in Luzern und Solothurn. Am 19. Juni 1940 wurde er zum Priester geweiht. Er war Vikar in St. Paul Luzern und in Zell und Kaplan in Reiden. Die Seelsorge war für Josef Marbet eine heilige, todernste Berufung. Sein Verantwortungsbewusstsein Gott und den Menschen gegenüber und seine strenge Selbstdisziplin überforderten seine Kräfte und schädigten seine Gesundheit. 1974 demissionierte er und nahm die Stelle eines Priesters und Wahlfahrtspriester am Grab des heiligen Burkhard in Beinwil bei Muri an. Seit 1992 lebt er als Resigant in Sarnen. 1994 verstarb Josef Marbet. Alois Erni ( 1975 - 1985) Am 13. Juli 1975 wurde Alois Erni gewählt und am 19. Oktober als Pfarre installiert. Geboren am 31. Dezember 1925 im thurgauischen Aadorf, absolvierte er das Lehrerseminar in Kreuzlingen. Später entschloss er sich Pfarrer zu werden. An den theologischen Fakultäten von Luzern und Mailand studierte er Theologie. Am 18. Juni 1969 weihte ihn Bischof Anton Hänggi in Solothurn zum Priester. Darauf war er Vikar in Kriesn und Frauenfeld. Seine offene, leutselige Art hat ihm den Zugang zu alt und jung erleichtert. Während seines Wirkens wurde die Martinskirche 1981/82 erneut renoviert. Nach 10 Jahren entschloss er sich, eine neue Aufgabe anzunehmen und liess sich als Pfarrer von Hägglingen wählen. Seit 1992 lebt er als Chorherr im prächtigen Stift Beromünster. 1994 verstarb Alois Erni.

Josef Rebsamen ( 1985 - 1995) Der sechste Pfarrer des zu Ende gehende 7. Jahrhundert unserer Pfarreigeschichte ist der Pfarrer Josef Rebsamen. Er ist Bürger von Hochdorf und hat auf dem Bauerhof Reckenbrunnen in der Pfarrei Eschenbach am 16. März 1936 das Licht der Welt erblickte. Mittelschule und Matura absolvierte er am Benediktinerkollegium Sarnen. Darauf studierte er in Luzern, Freiburg i.Br. und in Solothurn Theologie. Er ist am 28. Juni 1964 in der St. Martin Kirche in Hochdorf zum Priester geweiht worden. Nach zwei Vikarstellen in St. Niklaus Feldbrunnen und Breitenbach wählte ihn Büsserach zum Pfarrer. 12 Jahre segenreiches Wirken, fünf davon als Dekan des Kapitels Dorneck - Thierstein und ein Jahr Pfarrerverweser in Sempach, empfahlen Josef Rebsamen den Egerkingern, wo er am 8. September 1985 feierlich als Pfarrer installiert wurde. Seit 1988 sind ihm auch die priesterlichen Dienste der Pfarrei Härkingen übertragen worden. 1995 verliess Josef Rebsamen die Pfarrgemeinde Egerkingen Richtung Mümliswil.

Diese Informationen habe ich aus der Broschüre St. Martin 1989 und aus der Festschrift 700 Jahre Kirche St. Martin von 1994 Fotos stammen aus der CD EGERKINGEN DAMALS, Bildungs- und Kulturkommission Egerkingen, Ausschuss Gemeindeschrift).

Zur 700 Jahr Feier der St. Martinskirche wurde ein Ersttagsbrief herausgegeben.

Fürs Jubiläum Feiengemacht Auf das Jubiläumsfest des Umgangssonntags vom 31. August 2008 hin haben die Verantwortlichen der römisch-katholischen Kirchgemeinde Egerkingen die Umgebung ihres Gotteshauses neu gestalten lassen. Dieser künftige «Ort der Begegnung» wurde am Samstag, 23. August, 2008 eingesegnet. 1977 wurde der Friedhof in Egerkingen vom Areal der katholischen Kirche in die Rainackerstrasse verlegt. Seither gestaltete sich die Umgebung der Kirche nur mit einer Rasenfläche. Auf den 31. August hin sollte sich dies nun ändern. Grund: Am Sonntag in einer Woche wird in der Berggäuer Gemeinde das 300-Jahr-Jubiläum des nur in Egerkingen existierenden Umgangssonntags gefeiert. «Bei der Neugestaltung der Kirchenumgebung wollten wir zwei verschiedene Bereiche schaffen, zwei Gegensätze, die Teil einer Kirche sind», erklären die zuständigen einheimischen Gartenbauer Werner und Ralf Kummer. So entstand auf der Nordseite ein ruhiger und auf der Südseite ein lebendiger Bereich. Der links vom Kirchenhaupteingang gelegene Garten soll zu einem Ort der Stille und der Begegnung werden.

Immergrün und lebendig gestaltet Die Mitarbeiter der Firma Kummer haben auf dem Platz Säuleneichen gepflanzt, die Stärke symbolisieren sollen, sowie Buchs, der in der Region heimisch ist. Diese kräftige Pflanze soll den Platz mit seinen immergrünen Blättern zu jeder Jahreszeit begrünen. Auf den Gehwegen durch den Rasen haben die Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, im Grün Kraft zu tanken oder sich auf der Sitzbank in der Mitte des Platzes auszuruhen.

Auf der Südseite der Kirche wurde der Bereich lebendig und farbig gestaltet. Umgesetzt hat man diesen Plan mit einem plätschernden Wasserspiel, rosaroten Bodendeckerrosen und blauem Lavendel. «Das Element Wasser soll Kraft bringen und das Wiederkehrende symbolisieren», erklärt Werner Kummer. Das Wasser fliesst über zwei Granitplatten und versickert im Boden.

Symbole für Wiederkehr und Frieden geschaffen Ins Blickfeld werden künftig die neuen Symbolpflästerungen, die in die Gehwege integriert wurden. Drei Symbole wurden verarbeitet: das Zeichen Pax, das für «Frieden» steht, ein Kelch mit Hostie sowie ein Kreuz. Dafür verwendeten die Mitarbeiter von Kummer Gartenbau weisse Marmor- und schwarze Basaltsteine. Auf der Ostseite der Kirche, hinter dem Turm, hat man den Priestergräbern eine würdige Ruhestätte gegeben. Die Gehwege wurden mit Natursteinen versehen. «Wir wollten sie möglichst natürlich, fast rustikal gestalten», ergänzt Ralf Kummer. Dieses Ziel habe man mit Porphyrplatten erreichen können.