Die letzten Tirggel

Die letzten Tirggel

Nummer 4 Mai 2017 Die Zeitschrift für Wald www.waz-zh.ch E DI T O RI A L Liebe, Familie und Mut Einst beschloss das Redaktionsteam: Die WAZ bringt ei...

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Nummer 4 Mai 2017 Die Zeitschrift für Wald www.waz-zh.ch E DI T O RI A L

Liebe, Familie und Mut Einst beschloss das Redaktionsteam: Die WAZ bringt eine Serie unter dem Titel «Walder Liebes­ geschichten». Wie und wo haben sich zwei ­gefunden? Welche Schwierigkeiten gab es zu überwinden? Wie hat sich die Liebe entwickelt oder verändert? Mit oder ohne Happy End? ­Warum? Wetten, auch Sie hätten sich dafür i­nteressiert? Wetten, es wäre die meistgelesene Serie über­ haupt geworden? Dumm nur, dass ihr der Schnauf ausging, bevor eine einzige Folge e­ rschien. Es fanden sich ganz einfach keine Paare, die von ihrer Liebe erzählen wollten. «Unsere Geschichte ist zu wenig interessant», gaben viele ­Angefragte als Grund an. Wirklich? – Aber ja, es ist auch verständlich, wenn Privates privat bleiben soll. Gewisse Parallelen gibt es zu unserer aktuellen Serie «Familien». Auch da harzt es bei der Suche nach Leuten, die mitmachen. ­Familiengeschichten sind auch Liebesgeschichten. Es gibt nicht e­ infach gut und schlecht, richtig und falsch. Auch wenn (Foto: Marcel Sandmeyer)

Die letzten Tirggel Die WAZ durfte bei der «Geburt» der letzten Walder Tirggel dabei sein. Nach beinahe 50 Jahren gibt Heinrich Honegger die Produktion des traditionellen Gebäcks in neue Hände – an die Stiftung St. Jakob in Zürich. Seite 8/9

das Gerede im Dorf es vielleicht so darstellt. Manchmal ist es etwas komplizierter. Wichtig ist, was die Beteiligten daraus machen. Dafür interessiert sich die WAZ, dafür interessieren Sie sich, nicht wahr? Wer sich verständigt, kann verstanden werden. Ja, es braucht etwas Mut und Selbstbewusstsein

Gerettet

Gekauft

zu sagen: «Wir machen das so.» Diesen Mut zeigt

2009 sollten vier alte Rosskastanien an der Friedhofstrasse gefällt werden – ein Walder hat sie gerettet. Seite 3

Das «Zentrum Rosenthal» stellt das in ­einem Wettbewerb ermittelte Siegerprojekt für die geplante Kunst am Bau vor. Seite 5

die Familie Ottinger Meier in der neusten Folge

Geübt

Geschrieben

geschichte ebenfalls zu erzählen.

Sie ist immer als erste zur Stelle, wenn es brennt oder Not am Mann ist: Die F­ rei­­wil­lige Feuerwehr. Seite 4

Jürg Brändli, Schriftsteller und Drehbuchautor, reiste in die Welt hinaus und kehrte in sein Heimatdorf zurück. Seite 13

unserer Serie auf Seite 7. Schön, wenn andere dadurch ermuntert werden, ihre Familienliebes­

Kaspar Rüegg

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Rückblick Sonntag, 2. April

Titel verteidigt Einen Titel zu erringen ist schwer, ihn zu ­verteidigen noch schwerer. Das U21-Frauenteam des UHC ­Laupen hat dies geschafft. In einer Reprise zur letztjährigen Finalserie traten die jungen Damen wiederum gegen die Piranhas aus Chur an. Das ­erste Spiel in der Elbahalle verloren die Einhei­ mischen mit 1:2 in der Verlängerung. Nach ­dieser knappen Niederlage drehten sie aber auf und ge­ wannen das nächste Spiel in Chur gleich mit 9:2. Am Wochenende darauf machten sie die Titel­ verteidigung mit einem 6:2-Sieg in Wald und einem 5:2-Auswärtserfolg in Chur perfekt. (wb)

over the Rainbow» bis hin zum Liebeslied-Klassiker «Du fragsch mi wer i bi». Orgel, Posaune, Alphorn und die beiden wunderbaren Gesangsstimmen der Künstler verzauberten während einer Stunde das Publikum, das mit stehendem Applaus dankte. (ug)

suscht tuet de Chopf weh.» Die ­Atmosphäre war locker, konzentriert. Ein Sprung, unter der Stange durchkriechen, zwei Kicks beim Meister und dann noch einer beim aufgehängten Boxsack. Wer die Stange runterholte, machte fünf Liegestützen. Am Schluss sassen alle mit geschlossenen Augen auf der Matte – und durch die offenen Fenster drang der Lärm der Welt da draussen. (kr)

Mittwoch, 12. April

«femmes-Tisch» Musik vom Feinsten mit Fabienne Romer und Roger Konrad. (Foto: Ursula Geiger)

Samstag, 8. April

Hapkido

Die jubelnden Laupnerinnen nach der erfolgreichen Titelverteidigung. (Foto: zVg)

Im Rahmen des café international ­präsentierte ­Irene Lang vor interessierten Frauen aus acht ­Nationen das Integrationsprojekt «femmes-Tisch». Im Unterschied zum café international, wo vor­ nehmlich Deutsch gesprochen wird, werden die «femmes-Tische» in verschiedensten Sprachen wie ­Albanisch, Portugiesisch, Farsi, Türkisch, Arabisch usw. ­abgehalten. Der Frauen Stammtisch – salopp übersetzt – dient zur Grundlage von ­Diskussionen und hilft, die Lebens- und Erziehungssituation in der Schweiz besser zu verstehen und zu b­ ewältigen. «femmes-Tische» bilden Brücken zu den vielen ­verschiedenen Kulturen, die hier l­eben. (svm)

Mittwoch, 5. April

Orgelapéro Der Orgelapéro am zweiten Tag des Frühlings­ marktes ist zur geschätzten Tradition geworden. Kurz vor 11 Uhr füllten sich das Kirchenschiff und die Empore. Ganz im Zeichen des Frühlings stand dieses Konzert mit Fabienne Romer (Orgel) und Roger Konrad (Posaune und Alphorn). Nach dem Weckruf der Älpler erfüllten Lieder aus aller Welt die Kirche, von «Besame Mucho» über ­«Somewhere

Impressum WAZ – Walder Zeitschrift 26. Jahrgang Mai 2017 Herausgeberin: Gemeinde Wald Auflage: 5100 Exemplare, wird gratis in alle Haushaltungen verteilt Redaktionsteam: Ursula Geiger ­(Redaktionsleiterin), ­Esther Weisskopf (Dienstredaktion), Martin Süss (Ge­meinde­­schreiber); Katrin Biedermann, Werner ­Brunner, Marina Koller, Kaspar Rüegg, Marcel ­Sandmeyer, ­Sylvia van Moorsel, Lara Zürrer, Chrischta Ganz (agKultur), Karo Störchlin (WAZli)

Hapkido ist eine koreanische Kampfkunst. (Foto: Kaspar Rüegg)

Viele Kinder und Jugendliche waren am ­«Fötzele» (Zäme für e subers Dorf), einige kamen dennoch. Kleine und Grosse trugen den Dobok, das tradi­ tionelle Kleid. Michel Glättli machte vor, gab k­ nappe Anweisungen, korrigierte, half. «S’ Chinni ganz abe, Abschlussredaktion: Werner Brunner, Esther Weisskopf Zuschriften, Leserbriefe, Anregungen: Gemeinde Wald, «WAZ», Postfach, 8636 Wald [email protected] Inserate und Beilagen: Esther Weisskopf, 055 246 44 58 Insertionstarife: www.waz-zh.ch / Inserate Auswärts-Abos / Geschenk-Abos: Gemeinde Wald 055 256 51 16 www.waz-zh.ch / Abonnement

Irene Lang (r.) präsentiert das Projekt «Femmes-Tisch». (Foto: Sylvia van Moorsel) Layout: Alinéa AG, Wetzikon Druck: PMC, Oetwil am See Annahmeschluss: Für Nummer 5/2017 (Juni) Montag, 15. Mai 2017

Die Wiedergabe von Artikeln, Bildern und Beiträgen, auch auszugsweise oder in Ausschnitten, ist nur mit Genehmigung der Redaktion erlaubt.

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UMWELT

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Eine der geretteten Walder Rosskastanien im «Garten der Poesie» an der Giardina 2017. (Foto: Esther Weisskopf)

Die gerettete Kastanie

e­ ingerichtet, sein Seniorenheim oder Baumhotel, wie er es liebevoll bezeichnet. Denn er kümmert sich auch um Bäume, die Bauarbeiten weichen und solange zwischengelagert werden müssen, bis ihr neues Plätzchen fertig ist. Dabei hätschelt der Gärtner die stark zurück g­ eschnittenen Wurzeln mit einer speziellen Salbe aus natürlichen Pflanzen­ hormonen, die das Wachstum der lebenswichtigen Saugwürzelchen fördert. Sind die Bäume nach ein bis zwei Jahren über den Berg, sucht Lamprecht für sie ein ­neues Zu­ hause. Drei der Walder Kastanien w ­ urden ­inzwischen nach Wil, Zollikon und Wuppenau ver­ kauft. Die vierte war im preisgekrönten Schau­ garten an der Giardina zu bestaunen.

Im «Garten der Poesie» Wer erinnert sich noch an die Baumallee beim Friedhof, die 2009 im Zuge der Strassen­ sanierung verschwinden musste? Die vier alten Rosskastanien wurden jedoch nicht gefällt, wie viele meinten, sondern vom Walder Ueli Lamprecht ausgegraben und gerettet. Eine davon war an der diesjährigen Gartenausstellung Giardina im «Garten der Poesie» zu ­bewundern, der in der Kategorie Showgärten den Gold Award gewann. ■ Ueli Lamprecht gilt in der Gartenszene als «wilder Kerl», ein Verrückter, der alte Bäume ver­ pflanzt, von denen es doch heisst, dass sie sich nicht verpflanzen liessen. Aber der «Baumretter», wie er sich nennt, beweist seit Jahren das G ­ egenteil. Sein Erfolg hat ihn schweizweit ­bekannt g­ emacht. Die SRF-Sendung Einstein widmete L­ amprecht im ­November 2014 ein Porträt (siehe ­Kasten).

Eine Blitzaktion «Ein bis zwei Jahre vor den geplanten Bau­ arbeiten an der Friedhofstrasse erfuhr ich durch einen ­Bekannten, dass die vier Rosskastanien weg ­müssen», erzählt Lamprecht. «Ich nahm ­damals einen Augenschein und dann hat es mich ge­ reizt, diese Bäume zu retten. Allerdings gab es

noch ein langes Hin und Her, bis Ruedi Mauri vom Aussen­dienst der Gemeinde anrief und sagte, die ­Kastanien müssten in zwei Tagen weg sein. So holten wir diese in einer Blitzaktion.» Doch so einfach «holt» man keine 80- bis 90-jährigen Bäume. Da braucht es viel Know-how und Fingerspitzengefühl, aber auch einen Bagger, Kran und Tieflader, um die schweren, riesigen Ge­ wächse auszugraben und zu transportieren. Rund 12 000 Franken habe ihn diese Aktion seinerzeit gekostet, sagt der Baumretter.

Seniorenheim und Baumhotel Aufgepäppelt wurden die geretteten Rosskasta­ nien dann in Lamprechts Baumschule in P­ fäffikon ZH. Hier hat er eine Abteilung für alte Bäume

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Zusammen mit anderen alten, recyclierten ­Bäumen schmückte die knorrige Ross­kastanie den durch eine spezielle Mauer aus 20 000 ­Büchern ­ge­säumten, natürlich gestalteten Garten. Zu ­dieser wild roman­ tischen Umgebung gehörte auch ein verwitterter Baustellenwagen, in dem ­Lesungen stattfanden. Diese Gartenidee fand grossen ­Zuspruch. «Alte Pflanzen sind immer mit ­Emotionen verbunden», sagt der engagierte Fachmann. «Diese Monumente zu retten, stellt für mich eine berufliche Heraus­ forderung dar.» Esther Weisskopf

wer · was · wann · wo Der Baumretter Mehr über Ueli Lamprecht und seine Methode erfährt man in der SRF-Sendung Einstein vom 27. November 2014: Berufung Baumretter und unter www.lamprecht-baum.ch

Ab 19. Juni 2017 beginnt in unserer Praxis Dr. med. Christoph Taucher, Jg. 1978, verh. seine Arbeit als Facharzt für Allgemeine Innere Medizin Seine Ausbildung umfasst Anästhesiologie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Psychiatrie, Allg. und Innere Medizin sowie hausärztliche Tätigkeit. Fremdsprachen: Portugiesisch und Englisch

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S I C H E R HE I T

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Jeder Feuerwehrmann ist ein Allrounder und kann grundsätzlich alles. Für die s­ chwereren ­Fahrzeuge braucht es allerdings eine Lastwagenprüfung. ­Apropos Feuerwehrmann: In der ­Walder Feuerwehr macht auch eine Frau Dienst. 14 ­Übungen gibt es jährlich, dazu acht Übungen mit Fahrzeugen. Ein­ mal im Jahr findet eine Übung mit dem Stützpunkt Hinwil und einmal eine mit der Betriebsfeuerwehr des Zürcher RehaZentrums statt. Die Truppe ist zur Übung angetreten und empfängt die Instruktionen des Kaders. (Fotos: Werner Brunner)

Viel mehr als Löschen Rund ein Prozent der Gemeindefinanzen ist für die Freiwillige Feuerwehr reserviert. Wenig Geld, wenn man bedenkt, welche Aufgaben sie erledigt und wie professionell sie dies macht. ■ «Wir sind normalerweise die ­Schnellsten, die bei einem Notfall auf dem Platz einsatz­bereit sind», sagt Feuerwehrkommandant ­ Andreas Scholz mit einem gewissen Stolz. Das Einsatz­ gebiet ­seiner ­Truppe ist längst nicht mehr nur die Brandbe­kämpfung. Diese macht nur noch um die 20 ­Prozent der Einsätze aus. Die Feuer­ wehr wird bei vielen anderen Notfällen gerufen, bei ­technischen Hilfeleistungen ­(beispielsweise Lift­rettungen), Brandmeldeanlagen (in Fabriken, Grossfirmen und Altersheimen), Tierrettungen, aber auch bei Chemie­ ereignissen, Ölunfällen, Elementar­ereignissen wie Überschwemmungen, Sturm und ­Erdrutschen.

Professionell geschult Bei Verkehrsunfällen oder Sanitätsnotrufen wie Herzinfarkt, Atemnot, Atemstillstand, bei denen es auf jede Sekunde ankommt, ist die First-ResponderGruppe zuständig. Diese umfasst 14 Personen. Es ist ein freiwilliger Dienst, denn die Helfer werden zwangsläufig mit dem Tod konfrontiert. Diese Trup­ pe erhält eine spezielle Ausbildung.

Das neue Tanklöschfahrzeug.

Die Gebäudeversicherung des Kantons ­ Zürich (GVZ) schreibt für die Feuerwehr Wald einen ­Gesamtbestand von 55 Personen vor. Das ist für jede Gemeinde individuell. «Wir sind seit fast zwei Jahren in der komfortablen Lage, dass wir Feuer­ wehrleute aussuchen können. Wir hatten – im Gegensatz zu Nachbargemeinden – nie Probleme bei der Rekrutierung», erklärt Scholz. Die GVZ ist die höchste Instanz der Feuerwehr im Kanton und gibt vor, was es an Material für die Ausübung der Aufgaben braucht. Sie subventioniert Fahrzeuge, Material und Ausrüstung mit 50 Prozent. Die rest­ lichen 50 Prozent gehen zu Lasten der Gemeinde. In Wald sind für 2017 Ausgaben von rund 625 000 Franken für die Feuerwehr budgetiert. Bei einem Gesamtaufwand von knapp 60 Millionen Franken ist das etwas mehr als ein Prozent.

Ausbildung von Rekruten

Tag der offenen Tür Am 13. Mai ist von 9 bis 17 Uhr Tag der o­ ffenen Tür beim Feuerwehrdepot an der Eschenstrasse. Dabei wird das neue, knapp 500 000 Franken ­teure Tanklöschfahrzeug (TLF) vorgestellt und um 14 Uhr offiziell der Gemeinde übergeben. Nebst dem gesamten Fahrzeugpark kann auch das neue Zivil­ schutzdepot besichtigt werden. Die Sanitäts­truppe wird Wiederbelebungsübungen zeigen und inter­ essierte Zuschauer können dies danach selber an Puppen üben oder sich in der Festwirtschaft bei Speise und Trank gütlich tun. Werner Brunner

wer · was · wann · wo Feuerwehrmuseum Im alten Feuerwehrgebäude in Laupen, d­ irekt ­neben der ehemaligen Post, ist seit 2007 das Feuerwehrmuseum untergebracht. Es ­beherbergt alte, gut erhaltene Wasserpumpen aus dem 19.  Jahrhundert, die in unserem Dorf im Ein­ satz waren. Die liebevolle Hege und ­Pflege durch Christian Zimmermann macht das ­ Museum zu einem attraktiven Kleinod. Sehr v­iele Aus­ stellungsstücke und Fotos zeugen von der ­Geschichte der Walder Feuerwehr – sehenswert für Feuerwehrfans oder bei Klassenzusammen­ künften. Zimmermann ö­ ffnet die Tore auf Anfrage (079 487 92 97).

Grundsätzlich kann jede Person, die mindestens 18 Jahre alt ist und den Willen dazu hat, in Wald Feuer­wehrdienst leisten. «Wir kennen das ­System eines Rekrutenjahres», erklärt Kommandant-­ Stellvertreter und Ausbildungschef Stefan Gfeller. «Die Neu­eingetretenen gehen bei den Übungen jeweils mit der Truppe mit und lernen so alle Ge­ räte und Fahrzeuge kennen.» Nach der einjährigen Probe­zeit gibt es ein Beurteilungsgespräch, bei dem besprochen wird, wie sein/ihr Einsatz war und wie es ihm / ihr gefallen hat. Wenn alles stimmt, bekommt der ­Aspirant an der Schlussübung neue, massge­ Schmuckstück aus dem Museum: Die Spritze schneiderte Kleider und den Pager, der ihn zum Nr. 3 (1882), der Feuerwehr Güntisberg. vollwertigen, stolzen Mitglied der Feuerwehr macht.

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KULTUR

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Kunst am Bau Mit der «Kunst am Bau» für das Neubauprojekt «Zentrum Rosenthal» soll eine Begegnung mit aktueller Kunst ermöglicht werden – unmittelbar und direkt. Kunst vermittelt ein sinn­ liches, visuelles Erlebnis und kommt auf diesem Weg zu den Menschen. Mit der Ausdruckskraft des Werkes wird das «Rosenthal» nachhaltig geprägt.

Wertvolle Investition Finanziert wird die Kunst am Bau durch Spon­ soring. «Wir schrieben Betriebe aus der Region an, aber auch Banken, Versicherungen, Stiftungen», blickt Rüegg zurück, «auch die Planer unseres Neu­ baus, Ingenieurunternehmen. So kam ein statt­ licher Betrag zusammen.» Einen Teil der Kosten übernimmt die Stiftung «Drei Tannen». Das Budget beläuft sich auf 70 000 Franken, was in Anbetracht der Aufwendung der Künstler allein für die Dossiers der eingereichten Arbeiten tief gehalten ist. Kunst am Bau ist definitiv kein über­flüssiger Luxus. Denn die Kunst bringt eine w ­ ­ ertvolle Sinnlichkeit in die funktionalen Umfelder von ­Gebäuden. Sie weckt Neugier und öffnet den Blick für Unerwartetes.

Vernissage

Der Kunstschaffende Adrian Künzi (Bildmitte) vor seinem Siegerprojekt «Zeitzeichen» – Holzreliefs von abstrahierten Bildwelten – flankiert vom Vorsitzenden der Geschäftsleitung H.J. Rüegg (l.) und Kunsthistoriker Roland Früh. (Foto: Sylvia van Moorsel)

■ Die Kommunikation zwischen den Be­ wohnerinnen des künftigen «Rosenthal» und dem Kunst­schaffenden herzustellen, ist die Basis dieses ­Projektes. Die Bewohner können mit dem Bild, der Installation in Verbindung treten und dadurch im Denken und der eigenen Fantasie gefördert werden.

Kein öffentlicher Wettbewerb Verantwortliche der Planungs- und Bau­kommission ermittelten Künstler und luden sie zum Wett­bewerb ein. Dabei wurde die Regionalität berücksichtigt. Alle beteiligten Kunstschaffenden kommen aus dem Kanton Zürich (vgl. Kasten). «Wir haben auch den Wünschen der Architekten Rechnung getragen», erwähnt der Vorsitzende der Geschäfts­ leitung, H ­ ubert J. Rüegg, «denn die Interven­tion zwischen Künstler und Architekt er­ fordert ein wesentliches Zusammenwirken.» Für die ein­ ­ gereichten ­Arbeiten gab es keine technischen Vor­ gaben, weder über Grösse noch M ­ aterial, aber «das Werk muss zwingend mit dem Ort ü­ bereinstimmen,

mit dem ­architektonischen Umfeld harmonieren,» erläutert Rüegg und – «es muss realisierbar sein, was Zeitfenster und Kosten betrifft.»

Anlässlich der Vernissage wurden alle direkt Be­ teiligten des Projektes «Kunst am Bau» zur Präsen­ tation der Werke eingeladen. Kunsthistoriker Früh brachte das Siegerprojekt mit erklärenden ­Worten den ­An­wesenden näher. Der Künstler ­Adrian Künzi zeichne mit seiner Kettensäge abstrahierte, ver­ einfachte Darstellungen direkt ins Holz. Seine ­Arbeit überzeuge durch klare, starke Motive, ver­ anschaulichte Früh. «Mit der Wahl von Eiche für die Holzreliefs nimmt Künzi die Materialität der Architektur auf und schafft damit eine respekt­ volle, gelungene Verbindung von Bau und Kunst.» Sylvia van Moorsel

Grosse Interessensvielfalt Die Wahl des Siegerprojektes war der grossen ­Interessensvielfalt und Emotionalität wegen ein intensiver Prozess. Am Tag der Jurierung sah sich das Preisrichterkollegium (vgl. Kasten) das erste Mal den eingereichten Werken gegenüber. Einzeln tastete man sich an die Objekte heran, setzte sich damit persönlich auseinander. Im Plenum ­folgte ein reger Austausch, erste Eindrücke w ­ urden ver­ mittelt. Kurator Früh als Fachmann zeigte S­ tärken und Schwächen der Arbeiten auf, gab seine ­neutrale Sicht weiter. Kriterien für das Dafür und Dawider waren: Die Wirkung des Objektes am Bau, Fühlen sich die Bewohner davon angesprochen? Ist die Kunst retrospektiv oder zukunftsorientiert? Kann man «es» berühren? Die Jury stimmte demokratisch ab und kürte das Kunstobjekt «Zeit­zeichen» von Adrian Künzi zum Siegerprojekt.

Angefragte KünstlerInnen Andreas Fritschi, Winterthur Yvan Pestalozzi, Wald Anna Melliger-Redivo, Rüti Adrian Künzi, Dürnten Shirana Shahbazi, Zürich Bignia Wehrli, Sternenberg Jurymitglieder • Gabriela Devigus Minder, Projektleiterin ­Bauherrschaft • Roland Früh, Kurator und Kunsthistoriker • Andreas Schelling, Architekt «Rosenthal» • Käthi Schmidt, Stiftungsrätin • Regina Walthert, Präsidentin Baukommission • Hubert J. Rüegg, Vorsitzender der Geschäftsleitung

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SERIE

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Die Ottinger Meiers Die Wohnung im Schmittenbach ist offen, hell, freundlich. So sind auch deren B ­ ewohnerInnen. Zu Besuch bei einer Patchwork-Familie.

Die Kinder pendeln zwischen zwei ­verschiedenen Welten und nehmen sich von beiden, was sie ­brauchen. Sie sind zufrieden so. Karin: «Alles ­Schulische läuft hier – hier ist es organisiert, dort ist es weniger strukturiert.» Dort gibt es wenig Platz. Hier gibt es Konflikte. Dort gibt es Freiheiten, Döner und WLAN. Hier gibt’s das ebenfalls, gelegentlich, manchmal aber auch Hausarrest. Dort wird in den Ferien ausgeschlafen und in den Tag hinein gelebt. Hier wird mehr geplant. Alle empfinden den Übergang von Papa zu Mama schwieriger als umgekehrt. Für Karin ist dies nicht immer lustig. Emma und Alice stören sich nicht daran. Bei Ärger können sie ausweichen. Sie haben mehr erwachsene Bezugspersonen, mehr Grosseltern. Das sei zwar ärgerlich, wenn sie von schlechten Noten berichten müssten, aber es gebe auch mehr Geschenke :-) . An Weihnachten sind schon alle, wirklich alle, miteinander auf den ­Farner gewandert.

Das Coolste daran

Normal und besonders zugleich: Familie Ottinger Meier. Von links: Jérôme, Alice, Emma, Karin, Janosch. Es fehlt Lena. (Foto: zVg)

■ Die Frauen heissen Ottinger. Die Männer heissen Meier. Und doch sind sie eine Familie. Bald gibt es Znacht. Karin (38) deckt den Tisch, Jérôme (32) püriert mit dem Mixer die Suppe. Lena (15) ist noch unterwegs. Emma (13) sollte für die Religion-&-Kultur-Prüfung lernen. Alice (11) packt ihren Schlafsack für die dreitägige Exkursion in die ­Romandie. Janosch (18 Monate) ist mit s­einem ­Traktor beschäftigt. Dann sitzen alle am Tisch, ­essen und erzählen.

Den eigenen Weg, den eigenen Platz finden Karin war verheiratet, als sie sich vor acht Jahren in Jérôme, der Single war, verliebte. «Irgendwann haben wir alles auf den Tisch gelegt und nichts beschönigt. Es war eine grosse Krise. Es hat Zeit gebraucht. Doch dank der Liebe konnte ich mei­ nen Weg finden und neu anfangen. Ich möchte nicht zurück.» Auch die Kinder sind nicht traurig. Emma: «Du und Papa, das geht gar nicht.» Jérôme bekam

nebst Karin gleich noch drei Mädchen mit dazu geschenkt: alle – oder niemanden. Er wurde für Lena, Emma und Alice ein «Bonuspapa». «Wir haben uns von Anfang an gefunden.» Nicht immer lief alles rund. Karin hatte Angst, Jérôme könnte jederzeit gehen. Doch seit Janosch da ist, haben alle ihren Platz gefunden.

Für Jérôme sind Freude und Schwierigkeiten in der Patchwork-Familie nahe beieinander, w ­ obei die Freude viel grösser ist. Manchmal fehle ihm die Ruhe beim ständigen Wechsel zwischen ­Kleinfamilie und Grossfamilie. Doch es stelle sich auch kein Trott ein, alle müssten sich immer wieder bewusst neu auf die Situation einlassen. Mittlerweile ist die Suppe gegessen. Gut hat sie geschmeckt! Alle sind satt, der Tisch wird ­abgeräumt. Was denn aus ihrer Sicht das Coolste an ihrer Familie sei, will Karin von den Mädchen wissen. Diese müssen nicht lange studieren: Ganz klar ihr kleiner Bruder Janosch. Kaspar Rüegg

Hier und dort Den Mädchen war es wichtig, nicht getrennt zu werden. Als «Dreierpäckli» wandern sie zwischen dem Schmittenbach und dem Haushalt ihres P­ apas, nur einen Steinwurf weit entfernt, hin und her. Alice zählt auf: «Jeden zweiten Montagabend sind wir bei Papa. Am Dienstag sind wir hier. Am ­Mittwoch sind wir abends bei Papa. Am Donnerstag hier. Am Freitag sind wir bei Papa. Die Wochenenden sind wir abwechselnd da und dort.» Emma: ­«Anfangs war das schrecklich kompliziert, doch jetzt sind wir es ge­ wohnt. Das Hin und Her kann an­strengend sein, ich muss an vieles denken, zum Beispiel, die Sport­kleider mitzunehmen, wenn ich abends ­Training habe.»

Serie «Familienbande» Verschiedene Ausprägungen der Familie als ­Lebens- und oftmals auch Arbeitsgemeinschaft sind das Thema unserer diesjährigen Serie. Bisher erschienen: Die Hiestands (WAZ 1 / 17) Die Schochs (WAZ 2 / 17) Die Kindlimanns (WAZ 3 / 17)

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Tirggel-Tradition lebt weiter Fast ein halbes Jahrhundert hat Heinrich Honegger Tirggel gebacken. Nun geben er und seine Frau Esther die handwerkliche Herstellung der traditionellen Gebäcke zurück an den Ursprungsort Zürich.

Die Geburt des Tirggels ist der Höhepunkt des vier Tage dauernden Prozesses – der magische Moment, wo der dünne Teig im Grossformat vom Model gelöst wird und nicht zerreissen darf. Auch was zuvor und danach passiert, ist ein spannender Ablauf. Die WAZ durfte die Entstehung der letzten Walder Tirggel mitverfolgen.

So entsteht ein ­Tirggel Das Anrühren des Honigs in warmem Zucker­wasser ist der Anfang. Der Zuckergehalt der M ­ ischung wird, wie der Öchslegrad beim Wein, ge­messen und eingestellt. Nach der Rezeptur und Mehl­ zugabe folgt das Mischen und Ruhen lassen des Teigs. In der Hochsaison sind es jeweils 50 Kilo­ gramm aufs Mal. Am nächsten Tag wird nochmals geknetet und die Masse auf zwei Millimeter Dicke ausgewallt. Nun wird der Teig auf die Model gewalzt und mit Kraft und Fingerspitzengefühl in die Vertiefungen der Form gedrückt. Dann folgt eben «die Geburt», wie Tirggelbäcker Honegger diese Operation nennt. Der Zuschauer hält den Atem an, wenn die ­äusserst fein strukturierten Bilder, im dünnen Teig einge­ prägt, vom Model gelöst aufs Blech gleiten. Wieder braucht der Teig Ruhe, bis er am ­vierten Tag bei 230 Grad gebacken wird. Zweieinhalb ­Minuten höchstens, bis auf der grossen Fläche gleich­mässig die honiggelbe Farbe erreicht ist. Die Tirggel kom­ men nun aufs Schneidbrett, wo das Konfekt sofort mit dem Messer geschnitten wird, solange es noch weich ist. Zum Schluss darf degustiert werden: Der ­Honigduft steigt in die Nase und der Ge­ schmack entfaltet sich im Mund. Der ­Tirggel zergeht auf der Zunge – so ist der Genuss der noch weichen ­Leckerei am grössten. Mag der Tirggel­ bäcker selber noch Tirggel essen? «Ja, ich geniesse das Gebäck,

wann immer ich in der Backstube stehe», sagt ­Honegger. «­ Zusammen mit einem Kaffee ist dies bis heute mein liebstes Frühstück.»

Formsache Seine Konditor-Confiseur Lehre machte Heinrich Honegger hier im Haus bei Ernst Ott. «Er war ein wichtiger Zeitgenosse für das Überleben der Tirggel-Tradition», betont Honegger. Die ModelSammlung begann bereits mit Ott und wurde ­laufend ­erweitert. So entwarfen auch Honeggers viele Sujets, besonders über Wald, aber auch Hand­ werker- und Wintersujets. Von den Skizzen oder ab

Fotos, zum Beispiel von Gebäuden, fertigte jeweils der Appenzeller Schnitzer Guido Neff das Model in Holz. Soll die Form öfters gebraucht werden, wird davon ein Kunstharz-Duplikat angefertigt. Auch historisch wertvolle Model werden so für den Gebrauch kopiert. Honeggers hatten eine ­unermessliche Sammlung von Tirggel-Model.

Loslassen Doch diese Geschichte findet hier ein Ende – mit Fortsetzung. Esther und Heinrich ­Honegger gehen in den wohlver­dienten ­Ruhe­stand. Auf ­Umwegen bekam die Stiftung St. Jakob in Zürich, die

Ende und Neubeginn: Heinrich Honegger übergibt Geschichte und Geheimnisse der Walder Tirggel an Urs Jäckle nach Zürich. (Foto: Marcel Sandmeyer)

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SCHWERPUNKT

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­ rbeitsplätze für Menschen mit Beeinträchtigung A ­anbietet, durch einen glücklichen Zufall Wind von der geplanten Aufgabe der Tirggeltradition in Wald. Seit 2014 laufen Verhandlungen zwischen Wald und Zürich. Konditor-Meister Urs Jäckle ist Leiter des Zukunftsprojektes Züri-Tirggel und hat sich mit Mitarbeitenden bei Honeggers in der Handwerks­ kunst des «Tirggeln» ausbilden lassen. Honeggers gesamte Backstuben­infrastruktur und die Model werden Anfang Mai von der ­Stiftung St. Jakob über­nommen. ­Jäckle richtet dort eine Tirggel­ bäckerei ein. «Urs Jäckle ist der richtige Mann. So ist es für meine Frau und mich leichter, loszulassen. Die ­ Tirggel sind bei ihm in guten ­Händen», resümiert Heinrich Honegger.

Zum letzten Mal in Betrieb: die Walder Tirggel-Backstube. (Fotos: Marina Koller)

Marcel Sandmeyer

Uustirgglete «Schon von weitem konnte ich die frischen Tirggel riechen», freute sich eine Besucherin der Uustirg­ glete vom 22. April. Zum letzten Mal wurden an diesem Samstag im Geschäft an der Tösstalstrasse Tirggel verkauft, was einen grossen Besucheran­ drang auslöste. Im Gässlein stand ein Festzelt, wo BesucherInnen sich versammelten, der HandorgelMusik und dem Kasperlitheater lauschten. Und wann immer einen der Weg an den Fenstern der Backstube vorbeiführte, gab’s einen Tirggel in die Hand, noch warm und frisch aus dem Ofen. An der Uustirgglete mit dabei waren auch Christian Kuhn, Fritz Wyder und Urs Jäckle von der Stiftung St. Jakob. Ihnen übergaben Esther und Heinrich Honegger das geheime Rezept und – ganz zum Schluss – die Backhandschuhe. (mk)

Übergabe des Rezeptes an Christian Kuhn nach Zürich.

wer · was · wann · wo

Haben jetzt alles an die Stiftung St. Jakob übergeben: Esther und Heinrich Honegger.

Marina Koller

… hiess es bereits nach wenigen Stunden.

Am Backstuben-Fenster gab es für alle frische Tirggel.

Züri-Tirggel: Von der Stadt aufs Land und zurück. Bereits in vorchristlicher Zeit finden sich ­Sujets, die mit einem Model auf Gebäck abgedruckt wurden. Häufig waren es Wappen, ­ später christliche ­ ­ Motive, seit 200 Jahren Zürcher ­Motive. Bis 1820 war das «Tirggeln» nur in der Stadt e­ rlaubt. Mit der Handelsfreiheit durfte das künst­lerisch gestaltete Gebäck auch im übrigen Kanton h­ ergestellt werden. Honeggers Backstube befand sich in einem ­historisch bedeutenden Haus. Gemäss dem ab­ tretenden Tirggelbäcker wurden hier die einzigen, noch handwerklich hergestellten Züri-Tirggel ge­ backen – seit über 150 Jahren. Mit der Über­ nahme durch die Stiftung St. Jakob finden die Tirggel wieder an ihren Ursprungsort, die Stadt Zürich, zurück. In Wald werden die Tirggel fortan bei Voland am Schwertplatz erhältlich sein. St. Jakob führt auch individuelle Sonderaufträge aus. (ms)

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Neuwahlen 2018 ­ terminiert Im kommenden Jahr endet die Amtsperiode 2014 bis 2018 für die kommunalen Behörden und Kom­ missionen. Folglich sind die Erneuerungswahlen für die nächsten vier Jahre zu terminieren: Der 1. Wahl­ gang wurde auf Sonntag, 22. April 2018, festgelegt. Ein allfälliger zweiter Wahlgang w ­ ürde am 10. Juni 2018 stattfinden. Zu wählen sind die Mitglieder von Gemeinderat, Rechnungs­prüfungskommission und Schulpflege. Das e­ igentliche Wahlprozedere startet mit der Ausschreibung und der Einladung zur Meldung von Kandidatinnen und Kandidaten. Diese Publikation ist auf Anfang November 2017 terminiert; die Eingaben haben dann bis Mitte ­Januar 2018 zu erfolgen.



Soeben erschienen – der Bericht von Gemeinderat und Verwaltung zum Geschäftsjahr 2016. (Foto: zVg)

Rechnung mit Überschuss

Wahlurne. (Foto: zVg)



Das Jahr 2016 in Text und Bild

Der Geschäftsbericht 2016 der Gemeinde Wald, welcher das vergangene Jahr in spannende ­Be­richte und aussagekräftige Fotos packt, ist er­ schienen. Erfahren Sie, was ein Teppich mit B­ üchern zu tun hat, welche Herausforderungen es beim Gemeinde­hausumbau gab, weshalb man trotz ­Regen an einer Bushaltestelle im Trockenen steht, was sich auf dem Friedhofgelände verändert hat, was im Bereich der Integration von Migrantinnen und Migranten alles unternommen wird und vieles mehr. Der Jahresbericht steht auf der Internet­seite der Gemeinde (www.wald.zh.ch) zum Herunter­ laden bereit oder liegt im Gemeindehaus zum Mit­ nehmen auf.

Die Rechnung der Politischen Gemeinde Wald schliesst bei einem Aufwand von 62,186 ­Millionen Franken und einem Ertrag von 62,983  Millio­ nen Franken mit einem Ertragsüberschuss von 796 346 Franken ab. Budgetiert war ein Aufwand­ überschuss von 84 900 Franken. Der veranschlagte Totalaufwand wurde um 2,213 Millionen und der Totalertrag um 3,094 Millionen Franken ­übertroffen. Auf der Ertragsseite ist ein Plus an Steuer­ einnahmen für das laufende Jahr in der Höhe von 326 000 Franken ausgewiesen. Die Grund­steuern schlossen mit Mehreinnahmen von 876 000 ­Franken ab. Der Brutto-Mehraufwand betrifft vor­wiegend Aus­ gaben, die nicht oder nur un­wesentlich beeinflusst werden können und finden sich in den Be­reichen Gesundheit / Pflegefinan­zierung (+ 0,719 Millionen Franken) sowie bei den Zusatz­leistungen zur AHV / IV (+ 0,350 Millionen Franken). Die Mehraufwendun­ gen bei der Pflegefinanzierung betrafen vor allem die Langzeitpflege (+ 0,265 Millionen Franken) sowie die ambulante Pflege (+ 0,453 ­Millionen Franken). Die grösste Abweichung im Bereich ­Bil­dung betrafen die Lohnkostenanteile an die ­Bildungs­direktion (+ 0,271 Millionen Franken). An­sonsten entspricht das Rechnungsjahr 2016 in der ­Bildung mit einem Nettogesamtaufwand von 19 968 385 Franken und einer Budgetüberschrei­ tung von 82 000 Franken einer «Punktlandung». Das Jahresergebnis wird der Gemeindever­ sammlung vom 13. Juni 2017 zur Abnahme unter­ breitet. Detailinformationen zur Rechnung finden Sie im Flugblatt zur Gemeindeversammlung, das dieser WAZ-Ausgabe beiliegt.

Gemeindeversammlung mit 8 Traktanden

Für die auf Dienstag, 13. Juni 2017, 20:00  Uhr, Schwertsaal, Wald, angesetzte Gemeinde­­­­­ver­ sammlung werden folgende Geschäfte auf die Traktandenliste gesetzt: 1. Genehmigung der Jahresrechnung 2016, ein­ schliesslich Sonderrechnungen 2. Schulhaus Burg, Renovation Lehrer- und Vor­ bereitungszimmer; Abnahme der Kreditab­ rechnung 3. Ersatzbeschaffung Tanklöschfahrzeug; Abnahme der Kreditabrechnung 4. Einbürgerungsgesuch von Mehmet Daka sowie seiner Kinder Lorian und Erion 5. Einbürgerungsgesuch von Metin und Funda Eren 6. Einbürgerungsgesuch von Oliver Mews 7. Einbürgerungsgesuch von Lucia Toscano 8. Allfällige Anfragen nach § 51 des Gemeinde­ gesetzes Die Geschäfte werden im Flugblatt, das dieser WAZ-Ausgabe beiliegt, näher erläutert.



Aus dem Gemeindehaus in Kürze:

• Erteilte Baubewilligung: Spörri & Co AG, Laupen; Neubau Mehrfamilienhaus mit 8 Wohnungen, Kat.-Nr. 8357, Au, Laupen. • Auf dem Areal Rosenthal realisiert die Stiftung Drei Tannen ein neues Alters- und Pflegezen­ trum. Quer durch die zu bebauende Parzelle führen ein öffentlicher Regenwasserkanal s­ owie eine sanierungsbedürftige Schmutzwasser­ leitung, welche zu Lasten der Gemeinde als Eigen­tümerin vor Baubeginn verlegt und er­ neuert werden müssen. Der Gemeinderat hat das Projekt und einen gebundenen Kredit von 580 000 Franken genehmigt. • Der Gemeinderat hat ein neues Chilbi- und Marktreglement erlassen. Dieses ist per 1.  ­Februar 2017 in Kraft getreten und ersetzt die gleich­namige Verordnung aus dem Jahre 1998. Es ­regelt die Zuständigkeiten im kom­ munalen Marktwesen und gilt für die C ­ hilbi, den Frühjahrs- und Herbstmarkt sowie den Wochenmarkt. Das Regelwerk steht für ­ ­Interessierte auf der Gemeindewebseite zum Herunterladen zur Verfügung. Martin Süss, Gemeindeschreiber

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PORTRÄT

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Grüezi Jürg Brändli

Früher sass ich oft in Zürich im Café Plüsch oder im Café Bauer. Solche Plätze sind inspirierend. Die Menschen und die Stimmung fliessen in m ­ eine ­Geschichte mit ein. Hier in Wald ist das etwas ­heikel. Ich möchte ja niemandem zu nahe ­treten, wenn er sich in einem meiner Bücher wieder­ erkennt. Doch in den Walder Cafés wie dem ­Majoka oder dem Gabriel sitzen, durch den Ort spazieren oder mit dem Zug unterwegs sein, g­ ehört einfach zu meinem Schriftstellerleben.

«Mein Lieblingsgenre ist und bleibt der Krimi.»

Schriftsteller Jürg Brändli (45) ist in Wald aufgewachsen. Das Schreiben führte ihn nach Zürich, Berlin und wieder zurück nach Wald. (Foto: Ursula Geiger)

■ «Ich wusste schon immer, dass ich mal ­schreiben werde. Im oberen Hömel in Wald bin ich aufgewachsen, bin sozusagen ein ‹Urwalder›. Als Jugendlicher habe ich nachts Theaterstücke geschrieben. Nach meiner KV-Lehre bei der Zürich­ see-Zeitung wurde ich angefragt, beim WAZ-Team einzusteigen. Damals war ich 21 und als jüngstes Mitglied von Anfang an bei den ersten S­ itzungen sowie der Namensgebung mit dabei. Meinen ­ersten ­Artikel schrieb ich für die Nullnummer, die dem Gemeinde­rat vorgelegt wurde. Der Bericht über ein Jugendcafé, das damals im Ge­bäude der heutigen Pizzeria ‹Salt and Pepper› eröffnet ­werden sollte, erschien darum nie. Zwei bis drei Jahre lang schrieb ich ­Artikel für die WAZ, fing an, beim Zürcher Tagblatt zu arbeiten, und zog darum in eine WG nach ­Zürich. Wald blieb mein Rückzugs­ ort. In der Natur konnte ich auftanken.

«Als Jugendlicher habe ich nachts Theaterstücke ­geschrieben.» Zu dieser Zeit schrieb ich bereits an einem ersten Drehbuch zu einem Kinofilm. Die Idee zu ‹Nacht der Gaukler› entstand in der kreativen Clique, die wir damals waren: Michael Steiner, der später die Regie übernahm; Pascal Walder als K­ amera­mann

und ich als Drehbuchautor, der die Geschichte auf­ schrieb. Oft trafen wir uns im Bären in R­ apperswil und spannen dort unsere Ideen. ‹Nacht der ­Gaukler› war eine Low-Budget-­Produktion und wurde ohne Fördergelder realisiert. Das ­erregte Auf­sehen, z­ eigten wir doch, dass es möglich war, einen Film ohne Steuergelder zu drehen. Wir ­blieben als Team zusammen und wurden wegen unserer Erfolge auch von Produzenten angefragt. Unsere Filme waren meist gesellschaftskritisch, was gut in das Zürich der 1990er Jahre passte. Im Jahr 2000 konnte ich dank eines Stipendiums des Kantons Zürich in ­einem Schreibatelier im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg meine Ideen und meine Kreativität als Autor weiterentwickeln. Als Dreh­ buchautor gibst du nie dein letztes Hemd. Produzent und Regisseur haben immer ein Wort mitzureden, passen die Dramaturgie an und verfremden dabei die eigenen Vorstellungen auf ­bisweilen unerträgliche Art. Einerseits arbeitete ich in einem tollen Team, andererseits h­ errschte die ­ Diktatur der Produzenten. Nach weiteren ­Kinofilmen hängte ich darum meine Tätigkeit als Drehbuchautor an den Nagel, auch weil die Arbeit an dem Drehbuch von ‹Grounding› mich erschöpft und ausgelaugt hatte. Nach der Genesung von meinem Burnout war klar, dass ich nicht mehr in die Filmbranche zurückkehren würde. Ich wollte ­künftig die letzte Verantwortung für meine Texte tragen.

Einer m ­ einer Lieblingsplätze ist nach wie vor das Zürcher R­ ehaZentrum. Die unglaubliche Aussicht regt zum Nachdenken an. Meine Gedanken sind dabei fast immer bei meinen Geschichten, abzu­ schalten ist da schwierig. Jeder Autor hat seine eigene Art und Weise zu ­schreiben. Bei mir ist die Planung ein sehr wichtiger Teil. Ich schreibe meine Ideen nicht immer gleich auf. Gute Ideen bleiben mir im Kopf. Andere können sich hinsetzen und einfach ­drauflos schreiben. Das könnte ich nicht. Ich ­nehme mir ­lange Zeit, meine Orte und Figuren zu ­konstruieren. Da ist wohl noch ein wenig der Drehbuchautor hängen geblieben. Die Locations, die in meinen Büchern vorkommen, sind oft in Wald oder Um­gebung. Auch in meinem neusten Buch ­«Schwarzes Erbe», welches letztes Jahr erschien, liess ich mich viel von meinem Umfeld inspirieren. Mein Lieblingsgenre ist und bleibt der Krimi. Schon bei meinen Kinofilmen ging es häufig ­düster zu und her. Ich finde, Krimis fesseln den Leser schnell und die Handlung ist viel spannender und lebhafter. Zurzeit arbeite ich schon an meinem n­ ächsten Werk. Auch dafür habe ich bereits viel Zeit in die Planung investiert. Wenn die Planungsphase vorbei ist, setze ich mich jeden Tag 30 Minuten hin und schreibe konzentriert eine halbe bis eine ­Seite. Ich möchte lieber alles von Anfang an ­perfekt ­schreiben, als danach noch viel überarbeiten zu müssen. Nun habe ich endlich eine Lebensphase erreicht, in der ich die Freiheit, das zu tun, was ich für richtig halte, geniessen kann.» Lara Zürrer

Jürg Brändli: «Schwarzes Erbe», Offizin Zürich ­Verlag, 2016, 320 Seiten

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Dies und Das Wechsel im Jugendbüro Das Jugendbüro der Gemeinde Wald an der Töss­tal­ strasse 11 ist ein wichtiger Treffpunkt und stetig ge­ wachsen. An einem Mittwochnachmittag ­geben sich bis zu fünfzig Jugendliche die Klinke in die Hand. Nun verlässt die Leiterin Janine Ramdani nach über sechs Jahren das Team, um sich ei­ ner neuen Aufgabe zuzuwenden. Ihre Nachfolge­ rin Nadine Graf startet ihre Tätigkeit am 8. Mai. Vertrauen aufzubauen, den Jugendlichen zuzuhö­ ren, sie zu begleiten auf ihrem Entwicklungs­weg, ist eine ­wichtige Aufgabe, die von der Jugend­ beauftragten Janine Ramdani mit Herzblut wahr­ genommen ­wurde. Wichtig war es ihr, einen Ort zu schaffen, an dem sich Jugendliche ab der Mittelstufe und j­unge Erwachsene wohl und willkommen fühlen, an dem sie sich zum Spielen, Diskutieren und Streiten tref­ fen können und immer ein offenes Ohr finden. Ramdani hat erfolgreiche Projekte lanciert oder weiterentwickelt, wie «Let's rock», das Walder Super­talent und den Ferienspass. Auch die Jugend­ arbeit auf der Strasse, diese andere Arbeit, da, wo sie Gast war und nicht Gastgeberin, gehörte zu ihrem Wirkungsbereich. Was nimmt Ramdani als Erinnerung mit? «All die vielen Lebensgeschichten der Jugendlichen; die zusammen mit der Schulsozialarbeit o­ rganisierten 6.-Klass-Partys. Den Umgang mit den Haus­regeln, wie sie gelebt und interpretiert wurden. Aber auch Trauriges und Schwieriges ist dabei», meint sie. ­Viele Facetten prägten ihre Arbeit. Für die Z­ ukunft des Jugendbüros wünscht sie sich, dass es auch

Janine Ramdani im Jugendbüro. (Foto: Katrin Biedermann)

künftig ein Ort bleibt, wo sich Jugendliche hin­ wenden können, wenn sie nicht mehr weiter ­wissen; wo sie Erfahrungen machen können und ein funktionierendes Beziehungsnetz sie auffängt. Bei wichtigen Gemeindeentscheidungen, wie zum Beispiel der Bahnhofneugestaltung, sollten die ­Anliegen der Jugend angehört werden, findet die abtretende Leiterin. Katrin Biedermann

Kinderchor aus Uganda Der «Vision Choir» aus Uganda, Ostafrika, gastiert im Rahmen seiner dreimonatigen Tournee durch Österreich, Deutschland, Italien und die Schweiz am 12. Mai in Wald. Das von den vier Walder ­Kirchen organisierte Konzert beginnt um 19 Uhr im Schwertsaal. Dabei singen 16 Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren Gospels, Spirituals und a­ ndere afrikanische sowie moderne Lieder, um ihre Freude durch Gesang und Tanz auszudrücken und die Zu­ schauer zu begeistern. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. Vision for Africa ist eine international tätige Organisation, deren Ziel es ist, benachteiligten ­Kindern in Afrika Hoffnung und Perspektiven für ihre Zukunft zu geben. In Kinderheimen, ­Schulen und Zentren an verschiedenen Orten Ugandas und teilweise auch Kenias werden ca. 5 000 Kinder durch Patenschaften unterstützt und betreut. Ins­ gesamt konnte so bereits über 11 000 Kindern zu einem besseren Leben verholfen werden. Sie erhalten in eigenen Schulen, Ausbildungsstätten, Krankenhäusern und anderen Einrichtungen eine

fundierte Ausbildung, medizinische Grundversor­ gung, ein liebevolles Zuhause und damit die Vor­ aussetzung, durch Glauben und persönlichen Ein­ satz – langfristig gesehen – ihr Leben und ihr Land positiv zu beeinflussen und zu verändern. www.visionforafrica-intl.org Andrea Gujer

25 Jahre WAZ Von aufmerksamen Bekannten, welche in Wald ­leben, bekam ich einen Artikel aus der Jubiläums­ ausgabe, das Treffen dreier «Gründerväter». Ich habe mich sehr gefreut zu lesen, dass es die WAZ immer noch gibt und dass sie sich guter Gesundheit erfreut. Überrascht habe ich bei der Lektüre festge­ stellt, dass ich die einzige Frau im Redaktions­team war. Das hatte ich vergessen, mich vielleicht auch schon früher daran gewöhnt, bei vielen Gelegen­ heiten die einzige Frau zu sein. Umso mehr freut es mich, dass zurzeit die Zusammensetzung in der Redaktion der WAZ eher ausgeglichen ist. Liebes Redaktionsteam, macht weiter so und grüsst von mir aus dem Toggenburg die Walderinnen und ­Walder, welche sich noch an mich erinnern. Ursa Baltensperger, Wattwil

«Schwert da Claudio» Am Eröffnungsabend des neuen Restaurants «Schwert da Claudio» waren wir gespannt d­ arauf, uns kulinarisch verwöhnen zu lassen. Die Auswahl auf der Menu-Karte ist einladend, denn neben ­italienischen Spezialitäten wird auch eine breite Auswahl von gut bürgerlicher Küche ange­boten. Vor- und Hauptspeisen sind frisch zubereitet, so wie die Italiener – und wir – es mögen. Das ­«Scaloppine di Vitello al Limone» und die «Piccata di Vitello» waren köstlich zubereitet und die Bei­ lagen wie Risotto und Pasta passten im Geschmack bestens dazu. Fazit: Der Pächter Claudio Napoleone und sein Team kochen sehr gut. Der Service war trotz an­ fänglicher Nervosität – was nachvollziehbar ist beim Start am ersten Abend – sehr herzlich und grosszügig. Ein voller Erfolg! Familie van Straaten

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Ausblick Mai 2017 Veranstaltungen 3. MI 9.00 Entdecke deine Talente Windegg, www.cafe-international-wald.ch, Käthi Schmidt 055 246 33 70 3. MI 17.30 Dekoteam Plus Windegg, www.ref-wald.ch, Anna Wunderli 076 201 08 81 4. DO 14.00 Stubete Dorfbeiz Ochsen, [email protected], Sandra Keller 055 266 17 00 5. FR 19.00 Vortrag «Gesteuert oder am Steuer» Treffpunkt Herz, Hauptstrasse 38, Laupen, Silvia Dollenmeier, [email protected], 076 362 42 41 6. SA 9.30 Ziegenschau Wald-Fischenthal Bleiche-Areal, Festwirtschaft, Hugo Burri 6. SA 14.00 Windegg-Treff Windegg, www.ref-wald.ch, Madeleine Schuler 055 246 31 30 9. + 23. DI 14.00 Spielnachmittag für Jung und Alt katholisches Pfarreizentrum, www.frauen-wald.ch, www.pfarrei-wald.ch, Ruth Raimann 055 246 23 47 10. MI 11.30 Ökumenischer Suppezmittag Windegg, reformierte, katholische und Methodisten ­Kirche, www.ref-wald.ch, Linda Wipf 055 246 51 15 10. MI 13.30 Dekoteam Windegg, www.ref-wald.ch, Anna Wunderli 076 201 08 81 12. FR 19.00 Konzert des Kinderchors Vision Choir aus Uganda Schwertsaal, Walder Kirchen, visionchoir.visionforafrica-intl.org, Andrea Gujer 055 246 61 38 13. SA 9.00 Feuerwehr Wald Feuerwehrdepot, Escherstrasse 1, Tag der offenen Tür, www.feuerwehr-wald.ch, Andreas Scholz 055 246 10 18 13. SA 19.30 Fray-out – Ein Treff für junge Leute Windegg, www.ref-wald.ch, Milva Weikert 055 246 16 94 13. SA 19.30 Muttertagskonzert Schwertplatz, www.harmoniemusik-wald.ch, Hanspeter Städelin 076 526 67 64 13. SA 20.15 Theater Fleisch und Pappe Windegg, AG Kultur, Frau Schulz und Frau Bohne, www.agkultur.ch 14. SO 9.30 Gottesdienst am Muttertag mit Taufen reformierte Kirche, www.ref-wald.ch, Pfarrerin Milva Weikert-Schwarz 055 246 16 94 17. MI 9.00 Kreistänze aus aller Welt mit Lotti Zürcher Windegg, www.cafe-international-wald.ch, Käthi Schmidt 055 246 33 70

17. MI 14.00 Ökumenischer Seniorennachmittag Windegg, reformierte, katholische und methodistische Kirche, www.ref-wald.ch, Linda Wipf 055 246 51 15 17. MI 14.00 Chlütter-Chäller Windegg, www.ref-wald.ch, Christopher Weikert 055 246 16 94 20. SA 10.00 Indianerfestival Spittelgasse 12, Verein Nokimuz, www.nokimuz.ch, 055 246 14 02 20. SA 17.00 Chinderfiir katholische Kirche, www.pfarrei-wald.ch, Sekretariat 055 266 22 30 28. SO 9.30 Kirchgemeindeversammlung katholisches Pfarreizentrum, www.pfarrei-wald.ch, Sekretariat 055 266 22 30 31. MI 9.00 Briefumschläge basteln aus alten Kalenderblättern Windegg, www.cafe-international-wald.ch, Käthi Schmidt 055 246 33 70 Ausstellungen 19. FR 19.00, 20. + 27. SA 11 – 15, 21. + 28. SO 10 – 12 «Weisch no?» Heimatmuseum, bewegte Erinnerungen zur Walder ­Verkehrsgeschichte, www.heimatmuseum-wald.ch, Peter Bachmann 055 246 26 10 26. FR 19.00 Lesung aus «Das Geheimnis des alten Sekretärs» von Christine Reh, Heimatmuseum, www.waldrollt.ch, Käthi Schmidt 055 246 33 70 Juni 2017 Veranstaltungen 1. DO 14.00 Stubete Dorfbeiz Ochsen, [email protected], Sandra Keller, 055 266 17 00 3. SA 14.00 Windegg-Treff Windegg, www.ref-wald.ch, Madeleine Schuler 055 246 10 18 4. SO 9.30 Firmung, katholische Kirche www.pfarrei-wald.ch, Sekretariat 055 266 22 30 6. DI Spielnachmittag für Jung und Alt katholisches Pfarreizentrum, www.frauen-wald.ch, www.pfarrei-wald.ch, Ruth Raimann 055 246 23 47 Ausstellungen 3. SA, 11 – 15 und 4. SO, 10 – 12 «Weisch no?» Heimatmuseum, bewegte Erinnerungen zur Walder ­Verkehrsgeschichte, www.heimatmuseum-wald.ch, Peter Bachmann 055 246 26 10

Melden Sie bitte Ihre Veranstaltung bis zum 7. des Vormonats auf www.waldernet.ch. Dort finden Sie auch Hinweise zu weiteren Anlässen.

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Stubete

Jeden ersten Donnerstag im Monat lädt das Team der Dorfbeiz Ochsen zu einer Stubete ein, an der jedermann teilnehmen und sich der Musik erfreuen kann – sei’s als Hobbyinstrumentalist/-in, als Laie, als Musikbegeisterte(r), als Profimusiker/-in oder einfach als Gast. Wer Lust hat mitzumusizieren, bringt sein eigenes Instrument mit und stimmt in die Musik ein. Die Stilrichtung der Musik, die gespielt wird, entwickelt sich aus den Musikern/-innen, die dabei sind. Selbstverständlich sind auch Zuhörer immer gerne willkommen. Die ­Stubete dauert meist bis ca. 18 Uhr. Donnerstag, 4. Mai 2017, 14 Uhr Restaurant Ochsen Sandra Keller 055 266 17 00 Eintritt frei Anmeldung nicht nötig

Grüneggfest Das Wohn- und Pflegeheim Sunnerain hat seinen Namen anfangs 2017 in Tertianum Grünegg umbenannt und feiert den Namens­ wechsel mit einem grossen Fest für die ­ganze Bevölkerung. (Ältere Walderinnen und Wal­ der mögen sich noch erinnern: Das Haus hiess früher bis zu einem Umbau im Jahre 2003 schon einmal Pflegeheim Grünegg.) Das Grüneggfest bietet musikalische Unter­ haltung mit dem Duo «Die zwei Vagabunden Charly & Martin», einen Postenlauf, individuelle Hausbesichtigungen sowie kulinarische Köstlichkeiten vom Grill und aus dem Risotto-Topf. Samstag, 6. Mai 2017, 10 – 16 Uhr Tertianum Grünegg, Haselstudstrasse 12 www.tertianum.ch Eintritt frei

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K U L T U R S E I T E

Theater Fleisch und Pappe Frau Schulz und Frau Bohne mo­ derieren ihre erste Show und ge­ ben alles, um ihr Publikum mit ­guter Unter­haltung zu entzücken. Bühnenkünstler/-innen aller Art ­haben sie eingeladen. Damit der Abend zum unbedingten Highlight wird, ver­körpern die beiden Mode­ ratorinnen ihre Showgäste alle ­selber: w ­ itzig, ausgefeilt und unbe­ rechenbar. In der Hitze des Abends gerät die Ordnung ins Durcheinander der Leiden­schaft, wird der Nonsense zur Satire und rutscht die Liebe in den Schlund. Die Potpourri-Show ist eine Parodie auf das Showbusiness und eine Liebeser­klärung an die Kleinkunst. Samstag, 13. Mai, 20.15 Uhr Windegg agkultur, www. agkultur.ch Eintritt: Fr. 30.– (Fr. 20.– Legi, IV, AHV) Vorverkauf: Papeterie Müller 055 246 14 44

Weisch no? Das Heimatmuseum zeigt vom 19. Mai bis 11. Juni Fotos und ­Originalobjekte zur Verkehrsgeschichte. Diese stammen nicht aus einem Museumsfundus, sondern von Privatpersonen aus Wald, welche dem Aufruf des Vereins «Wald rollt», den Initianten, gefolgt sind, persönliche Erinnerungsstücke zum ­Thema Strasse und Verkehr zur Ver­ fügung zu stellen. Rollschuh­ fahren vor dem Haus, die Fahrt mit dem Postauto oder mit dem Zug, das erste Auto des Grossvaters – mit S­ trasse und Verkehr sind viel­fältige Erin­nerungen verbunden. Freitag, 19. Mai, 19 Uhr Eröffnung Samstag, 20. Mai, 11 – 15 Uhr Sonntag, 21. Mai, 10 – 12 Uhr Samstag, 27. Mai, 11 – 15 Uhr Heimatmuseum www.heimatmuseum-wald.ch Peter Bachmann 055 246 26 10 Eintritt frei

Sonntag, 28. Mai, 10 – 12 Uhr Samstag, 3. Juni, 11 – 15 Uhr Sonntag, 4. Juni, 10 – 12 Uhr

Chrischta Ganz, agKultur