Die Mittagsfrau. Roman - Die Onleihe

Die Mittagsfrau. Roman - Die Onleihe

Peter nickte, seit Wochen freute er sich darauf, endlich mit einem Zug zu fahren. Nur einmal vor zwei Jahren, als Peter eingeschult worden war und se...

445KB Sizes 0 Downloads 0 Views

Recommend Documents

Die Mittagsfrau: Roman (Fischer Taschenbibliothek) PDF Download
Ever listen Read PDF Die Mittagsfrau: Roman (Fischer Taschenbibliothek) Online book? Have you read it? if you not read D

Fegefeuer. Roman - Die Onleihe
08.04.2017 - Hause anfallen, aber in meinem Haus werden sie von einer Frau verrichtet, und das ist für den Mann eine Sc

Die Melodie eines Sommers. Roman - Die Onleihe
03.05.2017 - gewesen. Das verstand Kristina sogar. Es passte in sein Weltbild. Nicht umsonst war er stellvertretender Sc

Der Circle. Roman - Die Onleihe
12.05.2017 - seit zwei Jahren hinter sich, und jetzt war sie hier, angestellt beim Circle, mit. Krankenversicherung, ein

Entfernung.. 31 Abschnitte Roman - Die Onleihe
05.08.2016 - Schönborn-Park. Auf die. Feuermauern dahinter. Die. Dächer. Die Hügel des. Wienerwalds. Weit hinten. Dunsti

Hummeldumm. Das Roman, ne - Die Onleihe
Freundin. Sie wollte schon immer nach Namibia. Sie fand, dass eine geführte Gruppenreise das. Entspannendste für uns w

Wer hat Hänsel wachgeküsst. Roman - Die Onleihe
23.09.2016 - »Ich würde die Männer, die ich kenne, nicht unbedingt mit meinem Schwager in spe gleichsetzen. Du willst ih

Helden wie wir. Roman - Die Onleihe
05.08.2016 - hieß Küfer und hatte mit seinen siebenundzwanzig Jahren »vom vielen Denken«, wie er sagte, eine beträchtlic

Flug der Träume. Roman - Die Onleihe
23.03.2017 - Knöchel verstaucht, doch Max vermutet, dass er übertreibt. Bei jedem Schritt ... Wilhelm Balla gehört nicht

Roman - Die Onleihe
Zwerge über den schmalen. Grünstreifen wachten, der die. Fahrbahn vom Gehweg trennte. Wer dies für die Hauptstraße v

Peter nickte, seit Wochen freute er sich darauf, endlich mit einem Zug zu fahren. Nur einmal vor zwei Jahren, als Peter eingeschult worden war und sein Vater sie besucht hatte, waren sie mit dem Zug gefahren, sein Vater und er, sie hatten einen Arbeitskollegen des Vaters in Velten besucht. Der Krieg war jetzt acht Wochen aus, und der Vater kehrte nicht heim. Peter hätte seine Mutter gerne gefragt, warum sie nicht mehr länger auf den Vater warten wollte, er wäre gern ihr Vertrauter geworden. Im letzten Sommer, in der Nacht zum 17.August, war Peter allein in

der Wohnung gewesen. Seine Mutter hatte in diesen Monaten häufig zwei Schichten hintereinander gemacht, sie war von der Spätschicht zur Nachtschicht im Krankenhaus geblieben. Immer, wenn sie nicht da war, fürchtete sich Peter vor der Hand, die bei Dunkelheit unter dem Bett hervorkommen würde, aus der Ritze zwischen Mauerwerk und Laken. Er fühlte das Metall seines Klappmessers am Bein und stellte sich wieder und wieder vor, wie schnell er es zücken müsste, wenn die Hand erschiene. In dieser Nacht hatte sich Peter bäuchlings

auf das Bett seiner Mutter gelegt und gelauscht wie in jeder Nacht. Besser, man lag genau in der Mitte des Bettes, so war zu jeder Seite genügend Platz, um die Hand rechtzeitig zu entdecken. Er musste zustoßen, schnell und fest. Peter schwitzte, wenn er sich vorstellte, dass die Hand erschiene und er von Angst gelähmt nicht in der Lage wäre, das Messer gegen sie zu erheben. Peter wusste noch genau, wie er mit beiden Händen, von denen die eine zugleich das Messer umklammerte, den Samt der schweren Überdecke genommen

hatte und seine Wange an dem Stoff rieb. Klein, fast zart, hob der erste Sirenenton an, dann gellte er auf, wurde hochgezogen zu einem langen, durchdringenden Jaulen. Peter schloss die Augen. Der Ton ließ die Ohren glühen. Peter mochte Keller nicht. Stille. Immer wieder ersann er neue Strategien, die Keller zu meiden. Der Sirenenton schwoll wieder. Das Herz klopfte, und zu eng schien ihm sein Hals. Alles an ihm wurde steif und starr. Er musste tief atmen. Gänsedaunen. Peter presste die Nase in das Kopfkissen seiner Mutter und sog ihren Geruch auf,

als könne er satt werden davon. Dann war es still. Eine mächtige Stille, Peter hob den Kopf und hörte seine Zähne klappern, er versuchte, die Kiefer geschlossen zu halten, biss die Zähne mit aller Kraft zusammen, senkte den Kopf wieder und drückte das Gesicht in die Daunen. Während er sein Gesicht an dem Kissen rieb, den Kopf dabei hin und her wiegen musste, knisterte etwas darunter. Vorsichtig fuhr er mit der Hand unter das Kissen und die Fingerspitzen tasteten Papier. Im selben Augenblick belegte ein unheimliches Rauschen seine