Die Pfarrkirche St. Germanus in Aachen - Christus unser Bruder

Die Pfarrkirche St. Germanus in Aachen - Christus unser Bruder

Die Pfarrkirche St. Germanus in Aachen Frühkirchliche Entwicklung, die „alte“ Kirche aaren gehörte seit alters her zur Pfarre Würselen, welche die Mut...

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Die Pfarrkirche St. Germanus in Aachen Frühkirchliche Entwicklung, die „alte“ Kirche aaren gehörte seit alters her zur Pfarre Würselen, welche die Mutterkirche des ganzen Bezirks war. Sie wird bereits 871 erwähnt. Die Würselener Pfarrkirche war und ist dem Heiligen Sebastianus geweiht. Die kräftige Entwicklung Haarens führte zu Selbständigkeitsbestrebungen, die zu Beginn des 17. Jahrhunderts erfolgreich wurden. Haaren wurde im Oktober 1623 zur Pfarre erhoben und von Würselen abgezweigt. Im Jahre 1973 feierte die Pfarre St. Germanus 350 Jahre ihrer Geschichte. Haarens „alte“ Kirche, das erste steinerne Gotteshaus in Haaren, wurde um 1350 erbaut - auf einer Stelle, an der schon seit Jahrhunderten hölzerne Kirchbauten standen. Die alte Kirche hatte bereits einen Turm mit zwei Glocken. Haarens Kirche war dem Heiligen Germanus gewidmet. Dieser lag in der karolingischen Krypta der ehemaligen Benediktiner-Abtei St. Germanus in Auxerre, einer Stadt im französischen Burgund, begraben. Geboren wurde Germanus um 380 n. Chr. in Auxerre, einem Bischofssitz. Dort wurde er im Jahre 418 zum Bischof gewählt. Er befasste sich mit der Ausstattung von Kirchen und errichtete mit den Mitteln seines Vermögens einige Klöster. Im Jahre 448 starb er. In der gotischen Kathedrale von Auxerre steht nur noch ein großes Reliquiar, welches einen Unterarmknochen des Heiligen enthält. Sein Namensfest wird jeweils am 31. Juli gefeiert. Der Taufstein in der Taufkapelle der jetzigen „neuen“ Kirche stammt schon aus dem Jahre 1598. Im Jahre 1704 wurde die schlichte Backsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert um Sakristei und Chorraum erweitert. Mit Beginn der Amtszeit des ersten selbständigen Pfarrers begannen auch in Haaren die Kirchenbücher. Erhalten sind die Bücher von 1647 an. Außer den pflichtgemäßen Eintragungen enthalten die Kirchenbücher wesentliche Nachrichten über die zeitliche Reihenfolge und Namen der Pfarrer, über die wichtigsten Ereignisse wie Stadtbrände, Stiftungen, Vorkommnisse aus der Franzosenzeit und andere Geschehnisse, die das z.T. schwierige soziale und politische Leben der Menschen in Haaren widerspiegeln. Die „neue“ Kirche St. Germanus von 1892 m Jahre 1704 war in Haaren die kleine Kirche erweitert worden. Aus den Kirchenbüchern geht hervor, dass der im Jahre 1886 ernannte Pfarrverwalter und spätere Pfarrer zu der Erkenntnis kam, dass diese Kirche trotz Erweiterung nicht mehr den Anforderungen genüge. Er fand eine Gemeinde von fast 3000 Gläubigen vor, die darauf drängte, eine größere Kirche zu bauen. Nachdem mit Hilfe einiger hervorragender Haarener Bürger eine ausreichende Summe für einen Neubau zusammen getragen worden war, wurde ein Architekt mit der Planung und ein erfahrener Baumeister mit dem Kirchenbau betraut.

Die alte Kirche, unter deren Boden die Toten mehrere Jahrhunderte begraben waren, stand auf der Nordseite der heutigen Kirche. Sie war 1704 fertig geworden und hatte einen viel älteren Turm. Dieser wurde abgerissen und das Bruchsteinmauerwerk für das Fundament der neuen Kirche benutzt. Die alte Kirche wurde noch benutzt, bis die neue Kirche fertig war. Sie wurde als dreischiffiger großer Backsteinbau ausgeführt und ab 1889 erbaut. Im Mai 1892 war die „neue“ Kirche fertiggestellt und wurde vom zuständigen Weihbischof eingeweiht. Bei der inneren Ausstattung der Kirche konnten einige Werke, wie die Strahlenmadonna, das Rahmenwerk des Mariahilfbildes, Monstranz, Kerzenleuchter und Weihrauchfaß aus der alten Kirche übernommen werden. Die weitere Ausstattung wurde aus freiwilligen Beiträgen der Gemeindemitglieder beschafft. Wiederaufbau von St. Germanus nach dem 2. Weltkrieg er 2. Weltkrieg hatte Haaren fünf Jahre lang nur wenig in Mitleidenschaft gezogen, was sich allerdings im Herbst 1944 änderte. Der Frieden, den die Kirche ausgestrahlt hatte, ging zu Ende. Am 8. Oktober 1944 spielte sich ein starkes Kriegsgeschehen um Haaren und Verlautenheide ab. Bei starkem Artilleriebeschuss, insbesondere mit Brandmunition, ging das Haarener Gotteshaus in Flammen auf. Das Dach der Kirche und des Kirchturms brannten aus. Das Eisengerüst des Turmes knickte zusammen. Am 10. Oktober 1944 wurde Haaren gestürmt und von den Amerikanern eingenommen. Auch schwere Bombardements gingen in den ersten Oktobertagen über Haaren nieder. Im Frühjahr 1945 hatte der Krieg ein Ende. Erst allmählich kehrten die Menschen aus der Umgebung nach Haaren zurück. Der gesamte Dachstuhl der Kirche St. Germanus war abgebrannt und das Gewölbe der Witterung schutzlos preisgegeben. Der Kirchenraum selbst lag voller Schutt. Um das Gewölbe vor weiterem Verfall zu bewahren, musste dringend ein Zementverputz über das Gewölbe gezogen werden. Zunächst wurde ein Notdach aus Aluminiumplatten gelegt, mit Bauholz aus der Eifel. Turm und Gewölbe wurden vor weiteren Zerstörungen gesichert, um die Bausubstanz zu erhalten. Zu Weihnachten 1948 konnte der Gottesdienst wieder in der Kirche gehalten werden. Auch wenn der Raum noch ohne jeden Schmuck war, freuten sich die Haarener, ihre Kirche wieder als Ort des Gebetes zu besitzen. Der in Haaren tätige Pastor Johannes Dupont begann Ende 1952 mit einem Arbeitsteam die Planung zum äußeren Wiederaufbau und der inneren Gestaltung der Kirche. Die Kirche wurde ein Beispiel dafür, wie man beim Wiederaufbau mit neuen und zeitgemäßen Formen überlieferte Gedanken zum Ausdruck bringt. Die Umformung der Fenster und das Hochziehen der Strebepfeiler an den Außenmauern gaben der Kirche eine ruhigere Form. Im Innern war der Taufstein aus dem Jahr 1598 erhalten. Er ist aus Walheimer Blaustein gearbeitet und ist heute das älteste Kleinod der Kirche. Besonderer Wert wurde in der nachfolgenden Zeit auf die Gestaltung der Fenster gelegt. Im Januar 1952 wurde der neue Hauptaltar konsekriert, eine Gabe der Gemeinde an den Pfarrer zu dessen 25-jährigem Priesterjubiläum. Die Altarplatte in ihrer Größe und ihr Unterbau sind aus dem Marmorstein „belge rouge“ gefertigt. Als im Jahr 1955 als erste Arbeit das Portal wieder geöffnet wurde, goss man zugleich die neue Orgelbühne aus Beton. Im Jahre 1957 konnte die neue Orgel geweiht werden. Erbaut wurde sie von der Orgelbaufirma Weimbs in Hellenthal/Eifel. Die Orgel hat 33 Register, verteilt auf 3 Manuale und Pedale.

Einrichtung und Ausstattung der Kirche St. Germanus Über Alter und Tradition des Taufsteins aus Blaustein ist bereits an anderer Stelle berichtet worden. Nachfolgend werden stichwortartig einige Einrichtungen und künstlerisch religiöse Gegenstände aufgeführt, welche die heutige Kirche schmücken. Taufkapelle Der Taufstein in der Taufkapelle erinnert mit den 7 Kerzen auf seinem Deckel an die 7 Sakramente, von denen die Taufe das erste ist (Buße, Kommunion, Firmung, Ehe, Priesterweihe und Krankensalbung). Neben dem Osterleuchter sind von Bedeutung die 3 Fenster, die alle etwas mit der Taufe zu tun haben. Totenkapelle In der Totenkapelle stand früher der Sarg mit dem Verstorbenen auf einer Totenplatte. Heute bleiben bemerkenswert die 3 Fenster mit verschiedenen religiösen Themen. Kreuz aus Bronze Es ist ein Kunstwerk von Bonifatius Stirnberg und stellt Tod und Auferstehung dar. Figur des St. Nepomuk St. Nepomuk ist nach dem hl. Germanus und dem hl. Valentin der 3. Patron unserer Kirche. Er wurde 1350 geboren und war in späteren Jahren Generalvikar von Prag. Wegen politischer Streitigkeiten starb er den Märtyrertod. Im Jahre 1729 wurde er heiliggesprochen, als Schutzpatron gegen Verleumdung und Wassernot. Strahlenmadonna Sie ist nach 1600 angeschafft worden und hat schon in der „alten“ Kirche St. Germanus gestanden. Triumphkreuz Dieses Kreuz ist sehr wertvoll. Der Mittelteil stammt vermutlich aus dem 17. Jahrhundert. Die Enden zeigen die 4 Evangelisten. Das Kreuz ist erst nach der Renovierung gefunden und aufgehängt worden. Figur des St. Germanus Auch diese Figur ist sehr wertvoll. Sie stellt einen Bischof dar. Es könnte auch der heilige Nikolaus sein. Über Leben und Wirken des hl. Germanus ist bereits berichtet worden. Ambo und Altar Die Sedilien und der Opfertisch sind aus Holz gefertigt. Über den jetzigen Altar ist bereits berichtet worden. Der Ambo ist mit der Renovierung 2011 in die Kirche gekommen.

Sakramentskapelle Hier steht das Tabernakel mit den gesegneten Hostien. Oberhalb befindet sich auch das Ewige Licht. Fenster der Kirche Alle Fenster der Kirche sind erst nach dem 2. Weltkrieg in ihrem heutigen Aussehen entstanden. Die 3 Fenster des Chorraumes stellen den Lobgesang der drei Jünglinge dar.(Daniel 3) Im Querschiff zeigen die mittleren Fenster Weintrauben als Zeichen für das Blut Christi in der Eucharistie. Die äußeren Fenster zeigen Kronen als Symbol der Herrschaft Gottes und der ewigen Herrlichkeit. Die Fenster im Hauptschiff zeigen in 8 Bildern das „Vater unser“. Die Glocken von St. Germanus ie Glocken von St. Germanus haben eine etwas verwickelte Geschichte. In der so genannten „alten“ Kirche, dem Vorgängerbau der heutigen, am 3. Mai 1892 eingeweihten, Kirche waren drei Glocken vorhanden. Zwei stammten aus dem 14. Jahrhundert, die dritte war 1823 gegossen worden. Diese wurde wegen eines Risses eingeschmolzen, die beiden anderen 1891 an das Erzbischöfliche Diözesanmuseum verkauft. Für die neue Kirche wurden 4 Glocken angeschafft. Sie trugen die Namen Maria, Germanus, Aloisius und Valentin. Im Juli 1917 wurden drei konfisziert und eingeschmolzen. Ähnliches geschah mit den im Jahre 1927 in Gescher gegossenen Glocken. Zwei der Glocken wurden im 2. Weltkrieg, im Mai 1942, beschlagnahmt. Die Zerstörungen der Kirche hat nur die Glocke „Germanus“ überstanden , eingestimmt auf den Ton „G“. Sie hängt auch heute im Turm, sowie eine sogenannte „Leihglocke“. Diese war nach dem Krieg vom Hamburger Glockenfriedhof der Kirchengemeinde St. Germanus als Leihgabe überlassen worden. Im Jahre 1972 wurde von Herrn Leonhard Vonderbank eine 3. Glocke gestiftet, die auf den Titel „Maria, Hilfe der Christen“ geweiht wurde. So haben wir nun ein dreistimmiges Geläut: Die Glocke St. Germanus, 690 kg, Durchmesser 1,04 m, Ton G , aus 1927, Bildschmuck: St. Germanus. Die Leihglocke, Herkunft unbekannt, Ton C. Die Glocke St. Maria, Hilfe der Christen, 1180 kg, Ton E, aus 1972, Bildschmuck: Maria.

Die Friedenskapelle auf dem Haarberg n Haaren gab es, neben der Pfarrkirche St. Germanus, die Valentinskapelle. Sie stand im Bereich der Jülicher Straße, wo diese die Wurm kreuzt. Diese Kapelle wurde im Spätherbst 1944, nachdem der Ort Haaren evakuiert war, durch das Kriegsgeschehen völlig zerstört. Anfang der 50er Jahre kam in Haaren der Gedanke auf, für die zerstörte Valentinskapelle eine neue Kapelle zu erstellen, die wegen des furchtbaren Kriegsgeschehens 1944/45 dem Frieden geweiht werden sollte. Wegen der ungünstigen Lage zum Straßenverkehr kam ein Wiederaufbau der Kapelle an der alten Stelle nicht in Betracht. Pfarrgemeinde und zivile Gemeinde einigten sich schließlich auf einen Standort auf dem Haarberg, der in den Kämpfen des 2. Weltkrieges eine große Rolle gespielt hatte. Der Bau der Friedenskapelle kam erst in Betracht, als ein Haarener Bürger, der Bäckermeister Karl Josef Schröder für den Bau einen größeren Geldbetrag zur Verfügung stellte. In Erinnerung an diese Spende wurde später im Seniorenzentrum am Haarbach ein Gemeinschaftsraum nach Karl Josef Schröder benannt . Mit dem Bau der Kapelle, die dem Frieden geweiht ist und mit der Christusdarstellung geschmückt wurde, konnte im Oktober 1968 begonnen werden. Sie wurde Ende 1969 eröffnet und der Pfarrgemeinde St. Germanus zur Nutzung übergeben. Da die Friedenskapelle in einem Freizeit-und Naherholungsgebiet liegt, wird sie oft besucht und für religiöse Privatereignisse und Feiern von den Menschen genutzt. Sie hat ca. 50 Sitzplätze, eine Glocke und Harmonium. In der Oster- und Weihnachtszeit feiert die Gemeinde St. Germanus hier die Vesper. Vor der Kapelle ist eine befestigte große Aussichtsplattform geschaffen worden, die eine schöne Aussicht über Haaren, Aachen und die weitere Umgebung ermöglicht.

Der vorliegende Text ist eine gekürzte Darstellung eines Artikels in der Publikation „Christus unser Bruder - Das Buch der Gemeinden St. Germanus, St. Elisabeth, St. Martin, St. Hubert“ aus dem Jahr 2009 zum Anlass der Fusion dieser vier Gemeinden.