Die Rechte alter Menschen schützen 10 Gründe, warum wir aktiv

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Die Rechte alter Menschen schützen 10 Gründe, warum wir aktiv werden müssen „Existing human rights mechanisms have lacked a systematic and comprehensi...

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Die Rechte alter Menschen schützen 10 Gründe, warum wir aktiv werden müssen „Existing human rights mechanisms have lacked a systematic and comprehensive approach to the specific circumstances of older men and women.“ (Ban Ki- Moon, UN-Generalsekretär)¹ Im Dezember 2010 hat die Vollversammlung der Vereinten Nationen die Open-Ended Working Group on Ageing mit dem Mandat ins Leben gerufen, Schutzlücken bei den Menschenrechten Älterer zu identifizieren und Möglichkeiten zu suchen, diese Lücken zu schließen. Am 20.Dezember 2012 hat die Vollversammlung diesen Auftrag erweitert und die OEWG aufgefordert, Basiselemente für eine UN-Konvention zu erarbeiten. Hier finden Sie 10 Gründe, warum die Rechte Älterer durch ein neues, bindendes Schutzinstrument gestärkt werden müssen. 1. Die Zahl Älterer wächst weltweit mit beispielloser Geschwindigkeit Menschen über 60 Jahre bilden einen immer größeren Teil der Weltbevölkerung. Heute sind 760 Millionen über 60; 2050 werden es 2 Milliarden sein. Ältere übertreffen schon heute die Zahl der Kinder unter 4 Jahren; 2050 wird es mehr Ältere als Kinder unter 15 geben.² Dies ist ein weltweiter Trend. Heute leben 65 Prozent der Älteren in den Entwicklungsregionen; 2050 werden es 80 Prozent sein.³ 2. Es gibt kein spezielles menschenrechtliches Schutzsystem für Ältere Während die Rechte der Frauen, Kinder, Menschen mit Behinderungen und anderer Gruppen durch spezielle internationale Konventionen geschützt sind, gibt es keine UN-Konvention für Ältere trotz ihrer hohen Schutzbedürftigkeit.⁴ 3. In den bestehenden Menschenrechtsinstrumenten gibt es klare Schutzlücken Nur ein bestehendes Menschenrechtsinstrument verbietet ausdrücklich Diskriminierung aufgrund des Alters. Dies hat dazu geführt, dass in vielen Ländern die multiplen Formen der Altersdiskriminierung nicht in den Blick genommen werden. Spezifische Regelungen zur Gewalt gegen Ältere oder zum Pflegemissbrauch sind nicht vorhanden. 4. Die Rechte Älterer werden im bisherigen Menschenrechtssystem ignoriert Die Vereinten Nationen und die regionalen Menschenrechtseinrichtungen haben die Rechte Älterer bisher ignoriert. Von 21353 Empfehlungen des Menschenrechtsrates im Rahmen des ersten Universal Periodic Review Prozesses (Universelles Periodisches Überprüfungsverfahren), in dem die Menschenrechtssituation der Staaten untersucht wird, bezogen sich nur 31 Empfehlungen auf ältere Menschen oder das Alter.⁵ 5. Altersdiskriminierung wird weltweit toleriert Negative Verhaltensweisen und Einstellungen gegenüber dem Alter sind in vielen Gesellschaften weit verbreitet und werden, anders als andere diskriminierende Haltungen, oft nicht wahrgenom-

HelpAge Deutschland ist als gemeinnützig anerkannt (Vereinsregister Osnabrück Nr. VR-200007) und Partner des weltweiten Netzwerkes HelpAge International. Das DZI-Spendensiegel steht für geprüfte Transparenz und Wirtschaftlichkeit.

men. Dies führt zu einer verbreiteten Diskriminierung Älterer und ist die Ursache für vielfältige Isolation und Ausschluss.⁶ 6. Ältere Menschen sind hoch anfällig für Missbrauch und Benachteiligung Gewalt gegen alte Menschen in ihrem Zuhause und in Pflegeeinrichtungen ist vielfach belegt. Vielen wird das Recht auf eigene Entscheidungen zu finanziellen, Eigentums- und Gesundheitsfragen verweigert⁷, ebenso wie der Zugang zu sozialen Sicherungssystemen, Gesundheitsversorgung, produktiver Arbeit und Ernährung.⁸ 7. Ältere haben Rechte, werden aber oft nur mit Wohltätigkeit behandelt Viele Regierungen betrachten das Altern nur als Problem der Sozialfürsorge. Das reduziert ältere Menschen zu Empfängern von Wohlfahrtsmaßnahmen anstatt sie als Träger von Rechten zu akzeptieren. Deshalb ist ein Sichtwechsel hin zu einem menschenrechts-basierten Ansatz dringend notwendig. 8. Nationale Schutzsysteme bleiben Stückwerk Nationale Standards und Regelungen sind uneinheitlich und widersprüchlich. Nur wenige Länder erfassen Daten über die Verletzung der Rechte Älterer. So lange es keine umfassenden Daten und Informationen gibt, werden die Probleme nicht wahrgenommen. 9. Die Respektierung der Rechte Älterer kommt der gesamten Gesellschaft zugute Die Verletzung der Rechte Älterer führt zu Armut, Diskriminierung und Ausschluss. Ein besserer Schutz der Rechte älterer Menschen wird es den Gesellschaften ermöglichen, ihre Potenziale besser zu nutzen. Denn alte Menschen leisten unschätzbare Beiträge für die Gesellschaften. In vielen Entwicklungsländern ist es z.B. erwiesen, dass finanzielle Zuschüsse für Ältere der effektivste Weg zu einer Verminderung der Armutsraten, der Reduzierung von Kinderarbeit und der Erhöhung der Schulbesuchsraten ist.⁹ 10. Ältere Menschen sind eine zunehmend wichtige gesellschaftliche Gruppe Ältere Menschen sind eine zunehmend wichtige Wählergruppe und gehören zu denjenigen mit der höchsten Wahlbeteiligung. Dadurch erhalten sie ein großes politisches Gewicht.¹⁰ Regierungen müssen die Interessen und Rechte Älterer berücksichtigen, ansonsten verlieren sie eine wichtige Wählerunterstützung. Über 100 Organisationen unterstützen weltweit diese Argumente für einen besseren menschenrechtlichen Schutz älterer Menschen. Quellen 1 UN

General Secretary's report, “Follow-up to the Second World Assembly on Ageing”, A/64/127, 2009 World Population Prospects, the 2010 Revision, http://esa.un.org/wpp/(Accessed 9 July 2012) 3 UNDESA, Current Status of the Social Situation, Wellbeing, Participationin Development and Rights of Older PeopleWorldwide, New York, United Nations, 2011, p.3 4 Report of the United Nations High Commissioner for Human Rights, 20 April 2012, E/2012/51, p.4 5 Word searches and analysis were undertaken on the database of UPR-info, http://www.upr-info.org/database/accessed July2012. 6 Report of the United Nations High Commissioner for Human Rights, 20 April 2012, E/2012/51, p.7 7 See for example, Situation of the rights of older peoplein all regions of the world–Report of the Secretary General, A/66/173, 2011,http://www.un.org/Docs/journal/asp/ws.asp?m=A/66/173 8 Report of the United Nations High Commissioner for Human Rights, 20 April 2012, E/2012/51, pp.1-12 12 9 Knox-VydmanovC, “Social protection as development policy: social pensions in the global South”, Die Alten Der Welt: neue Wege der Alterssicherung im globalen Norden und Suden, 2011, pp.285-287 10 UNDESA, Current Status of the Social Situation, Well-being, Participation in Development and Rights of Older PeopleWorldwide, New York, United Nations, 2011, p.56 2 UNDESA,

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