Die Weimarer Republik 1929-1933 - Die Onleihe

Die Weimarer Republik 1929-1933 - Die Onleihe

00 22992-5 Marcowitz TIT 16.06.2009 08:26 Uhr Seite 5 Inhaltsverzeichnis Geschichte kompakt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ein...

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Inhaltsverzeichnis Geschichte kompakt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Einleitung

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I. Deutschland und die Weltwirtschaftskrise 1929/30: Das Ende trügerischer Stabilität . . . . . . . . . . . . . . . . . 1. Der New Yorker Börsenkrach und seine Folgen für Deutschland 2. Zyklische Wirtschaftskrise oder große Depression? . . . . . . 3. Gesellschaft in der Krise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . a) Soziale Fragmentierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . b) Politische Radikalisierung . . . . . . . . . . . . . . . . .

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II. Der Bruch der Großen Koalition im März 1930: Abschied vom Parlamentarismus? . . . . . . . . . . . . . . . . 1. Parteienkoalition oder „Kabinett der Persönlichkeiten“? . . . 2. Außenpolitischer Erfolg und innenpolitische Hypothek: Der Young-Plan 1929 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3. Der Streit über die Arbeitslosenversicherung und das Ende der Großen Koalition 1930 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . III. Die „Ära Brüning“ 1930–32: Präsidialkabinett als Weg aus der Krise? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1. Pläne für ein „Hindenburg-Kabinett“ . . . . . . . . . . . . . 2. Brünings Innenpolitik 1930–32: Krisenbewältigung durch Krisenverschärfung? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . a) Vom Regierungsantritt bis zur Reichstagsauflösung im Juli 1930 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . b) Tolerierung durch die SPD . . . . . . . . . . . . . . . . c) Brünings Deflationspolitik und ihre prozyklische Wirkung d) Die Deflationspolitik und ihre Kritiker . . . . . . . . . . 3. Brünings Außenpolitik 1930–32: Primat der Reparationspolitik? a) Brünings außenpolitisches Programm . . . . . . . . . . . b) Die deutsch-österreichische Zollunion . . . . . . . . . . c) Das Ende der Reparationen . . . . . . . . . . . . . . . . d) Die Forderung nach militärischer Gleichberechtigung . . 4. Brünings Sturz im Mai 1932: „Hundert Meter vor dem Ziel“? a) Kampf mit verkehrten Fronten: Die Reichspräsidentenwahl im März 1932 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . b) Das SA-Verbot . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . c) Die Ostsiedlungsnotverordnung . . . . . . . . . . . . . . d) Brünings Entlassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . IV. Der Aufstieg der NSDAP zur „Volkspartei“ . . . . . . . . . . . 1. Führerprinzip und Weltanschauung . . . . . . . . . . . . . 2. Partei und Bewegung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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Inhaltsverzeichnis 3. Mitglieder und Wähler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 95 4. Finanziers und Förderer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 101 V. Die Präsidialregierung Papen 1932: Abgesang auf die Republik 1. „Kabinett der Barone“: Regierung gegen das Volk . . . . . 2. Der „Preußenschlag“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3. Die Reichstagswahl vom 31. Juli 1932 und ihre Folgen . . 4. „Neuer Staat“ und „Staatsnotstand“ . . . . . . . . . . . .

. . . . .

VI. Das Präsidialkabinett Schleicher 1932/33: „Querfront“ gegen Hitler? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1. „Auf Bajonetten sitzend, regiert’s sich schlecht“: Das „Querfront“-Konzept . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2. Verfassungsbruch zur Rettung der Verfassung? . . . . . . . . 3. 30. Januar 1933: Das „Kabinett der nationalen Konzentration“ 4. „Machtergreifung“, „Machtübernahme“ oder „Machtübertragung“? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . VII. Schlussbetrachtung

104 104 108 112 116

120 120 127 131 133

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Auswahlbibliographie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 138 Personen- und Sachregister

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II. Der Bruch der Großen Koalition im März 1930: Abschied vom Parlamentarismus? 20. 5. 1928 28. 6. 1928

Wahlen zum Reichstag Bildung einer Großen Koalition unter Reichskanzler Hermann Müller Okt.–Dez. 1928 Ruhreisenstreit 11. 2.–7. 6. 1929 Sachverständigenkonferenz zur Revision des DawesPlans in Paris unter Vorsitz des Amerikaners Owen D. Young 7. 6. 1929 Unterzeichnung des Young-Plans 9. 7. 1929 Bildung eines „Reichsausschusses für das deutsche Volksbegehren“ gegen den Young-Plan 6.–31. 8. 1929 Erste Konferenz in Den Haag über den Young-Plan 3. 10. 1929 Tod von Außenminister Gustav Stresemann 22. 12. 1929 Scheitern des Volksbegehrens gegen den Young-Plan 3.–20. 1. 1930 Zweite Konferenz in Den Haag über den Young-Plan 12. 3. 1930 Annahme des Young-Plans durch den Reichstag 27. 3. 1930 Rücktritt des Kabinetts Müller

1. Parteienkoalition oder „Kabinett der Persönlichkeiten“?

Reichstagswahlergebnis

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Entstehung und Scheitern der Großen Koalition sind als „ein republikanisches Lehrstück“ (Hagen Schulze) bezeichnet worden. Und in der Tat: Die Entwicklung dieser letzten demokratisch legitimierten und parlamentarisch getragenen Regierung der Weimarer Republik ist ein „Lehrstück“, allerdings kein zur Nachahmung empfohlenes. Denn alle Gebrechen des damaligen deutschen Parlamentarismus und seiner Akteure kulminierten noch einmal in dieser Regierungszeit. Deren beeindruckende Dauer von 637 Tagen, immerhin die längste, die einem Kabinett zwischen 1919 und 1932 beschieden war, täuscht nur vordergründig darüber hinweg, wie innerlich zerrissen, latent zerbrechlich und potentiell handlungsunfähig diese neue Große Koalition war. Zunächst schien 1928 alles für die erfolgreiche Neuauflage eines solchen Regierungsbündnisses zu sprechen: In den Reichstagswahlen vom 20. Mai 1928 legte die SPD im Vergleich zu 1924 um fast vier Prozent zu und errang mit knapp 30% und über 150 Mandaten ihr zweitbestes Ergebnis seit den Wahlen zur Verfassunggebenden Nationalversammlung im Januar 1919. Dabei profitierte sie von der starken Mobilisierung ihrer Anhängerschaft, ein Umstand, der umso mehr zu Buche schlug, als bei dieser Reichstagswahl die niedrigste Wahlbeteiligung seit 1919 zu verzeichnen war. Den sozialdemokratischen Gewinnen standen deutliche Verluste der Parteien der vorherigen „Bürgerblock“-Regierung gegenüber, insbesondere bei der DNVP (6,3%), etwas schwächer bei Zentrum (1,5%), BVP (0,6%)

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Parteienkoalition oder „Kabinett der Persönlichkeiten“? und DVP (1,4%). Ebenfalls Stimmeneinbußen erlitt die bisher oppositionelle DDP (1,4%). Gewinner war neben der SPD die KPD, die auf über 10% der Stimmen kam, und etliche kleinere Interessengruppen, wie die Wirtschaftspartei, die Landvolk-Partei und die Bauernpartei, die der Weimarer Republik eher feindlich gegenüber standen und nun 8% der Stimmen erreichten. Dementsprechend verfügte weder die vorangegangene MitteRechts-Koalition noch die alte Weimarer Koalition aus SPD, DDP und Zentrum über eine Mehrheit. Als Alternativen boten sich ein Minderheitskabinett, eine um die BVP erweiterte Weimarer Koalition oder aber eine Große Koalition von SPD, DDP, Zentrum, BVP und DVP an. Für letztere Kombination schien die deutliche Mehrheit von mehr als 60% der Reichstagssitze zu sprechen. Dennoch stellten sich die Verhandlungen über die Regierungsbildung als äußerst schwierig heraus: Eigentlich wollten nur SPD und DDP eine solche Koalition. Die DVP hingegen war hierzu lediglich bereit, wenn auch das preußische Staatsministerium, wo seit 1925 als Sonderfall im Reich eine Weimarer Koalition regierte, entsprechend umgebildet wurde. Das Zentrum wiederum forderte mehr Ministerien, als ihm aufgrund seines Stimmenanteils zustanden. Hinzu kamen sachliche Differenzen in verschiedenen Einzelfragen. Schließlich versuchte der DVP-Vorsitzende Stresemann den gordischen Knoten zu zerschlagen, indem er dem SPD-Vorsitzenden Hermann Müller am 23. Juni 1928 in einem Telefonat sowie einem anschließenden Telegramm aus dem Sanatorium Bühlerhöhe im Schwarzwald statt einer klassischen Parteienkoalition zunächst die Bildung eines Kabinetts der Persönlichkeiten vorschlug: „Ich glaube nach wie vor, dass ein Zusammenwirken von Sozialdemokraten bis Volkspartei notwendig und möglich ist. Dieses Zusammenwirken wird am besten zum Erfolge führen, wenn Persönlichkeiten aus den Fraktionen der Großen Koalition sich über das Programm klar werden, mit dem sie vor den Reichstag treten, und ihrerseits mit diesem Programm stehen und fallen. Eine solche Kabinettsbildung entspricht auch dem Geiste der deutschen Reichsverfassung, die nur die persönliche Verantwortlichkeit der Reichsminister, aber nicht die Verantwortlichkeit von Fraktionen kennt.“ Gustav Stresemann (1878–1929) war erstmals 1907 als Vertreter der Nationalliberalen Partei in den Reichstag gekommen. Während des Ersten Weltkriegs war er lange einer der vehementesten Vertreter eines annexionistischen „Siegfriedens“ gewesen. Deshalb lehnte ihn auch die neugegründete linksliberale DDP Ende 1918 ab. Daraufhin gründete Stresemann die nationalliberale DVP. Im Laufe der kommenden Jahre wandelte sich der Parteivorsitzende vom „Herzensmonarchisten“ zum „Vernunftrepublikaner“, der den Nutzen des neuen Staatswesens anerkannte und auch bereit war, sich für die Republik einzusetzen. Im Sommer 1923 wurde er Reichskanzler und Außenminister. Er hatte den Mut, den ebenso erfolglosen wie kostspieligen „passiven Widerstand“ gegen die französische Besetzung des Rheinlands zu beenden und eine zwar schmerzhafte, aber notwendige Währungsreform durchzuführen. Auch nach dem Verlust der Kanzlerschaft Ende 1923 blieb er bis zu seinem Tod sechs Jahre später Außenminister. In dieser Zeit, die als „Ära Stresemann“ bezeichnet worden ist, führte er Deutschland an die Westmächte heran, insbesondere auch an den bisherigen „Erbfeind“ Frankreich. Er versuchte erstmals, das deutsche Revisionsverlangen mit den Sicherheitsbedürfnissen der deutschen Nachbarn zu verknüpfen. Diesen

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Regierungsbildung

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Der Bruch der Großen Koalition

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außenpolitischen Neuansatz spiegelten die am 16. Oktober 1925 geschlossenen Verträge von Locarno, mit denen Deutschland seine Westgrenzen anerkannte und dafür einen ersten alliierten Teilabzug aus dem besetzten Rheinland erreichte. Für seine Bemühungen erhielt Stresemann 1926 zusammen mit seinem französischen Amtskollegen Aristide Briand (1862–1932) den Friedensnobelpreis. Auch in der deutschen Innenpolitik trat Stresemann für einen allmählichen Ausgleich der gegensätzlichen politischen Kräfte auf dem Boden der Verfassung ein. „Schuss von Bühlerhöhe“

Der „Schuss von Bühlerhöhe“, wie die Presse Stresemanns Initiative nach Bekanntwerden nannte, brachte die festgefahrenen Koalitionsverhandlungen wieder in Gang und nach einigen weiteren Wirren endlich auch zum glücklichen Abschluss. Am 28. Juni 1930 ernannte Hindenburg das neue Kabinett unter dem sozialdemokratischen Reichskanzler Hermann Müller.

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Hermann Müller (1876–1931) hatte sich in der SPD, der er seit 1893 angehörte, hochgearbeitet: Von 1903 bis 1906 war er Stadtverordneter in Görlitz gewesen. Danach war er in den Reichsvorstand seiner Partei aufgerückt und dort für die Pressearbeit und die Auslandsverbindungen der Partei zuständig gewesen. 1916 wurde er Mitglied des Reichstags. 1919 gehörte er der Verfassunggebenden Nationalversammlung an, seit 1920 dann dem neugewählten Reichstag, wo er zeitweise Vorsitzender der sozialdemokratischen Fraktion war. Als Reichsaußenminister unterzeichnete er am 28. Juni 1919 den Versailler Friedensvertrag. Von März bis Juni 1920 stand er erstmals an der Spitze einer Regierung der „Weimarer Koalition“ aus SPD, Zentrum und DDP. Von 1919 bis 1929 war er auch Vorsitzender seiner Partei. Müller war ein bewährter Funktionär und Organisator, dem indes jedes Charisma abging. Das hätte sein innerparteilicher Konkurrent, der preußische Ministerpräsident Otto Braun (1872–1955), durchaus gehabt. Überdies hatte er bei den parallel zur Reichstagswahl stattgefundenen Landtagswahlen in Preußen einen noch deutlicheren Sieg errungen als seine Partei auf Reichsebene. Doch Braun konnte sich gegen Müller nicht durchsetzen, weil er der eigenen Partei zu unbequem und machtbewusst war.

Weitere SPD-Politiker im Kabinett waren Innenminister Carl Severing (1875–1952), Finanzminister Rudolf Hilferding und Arbeitsminister Rudolf Wissell (1869–1962). Für die DVP traten Gustav Stresemann, erneut als Außenminister, und Julius Curtius (1877–1948), als Wirtschaftsminister, dem Kabinett bei, vom Zentrum Theodor von Guérard (1863–1943) als Minister für Verkehr und die besetzten Gebiete, für die BVP Postminister Georg Schätzel (1874–1934) und schließlich für die DDP Justizminister Erich Koch-Weser und Ernährungsminister Hermann Dietrich (1879–1954). Dazu kam der parteilose Reichswehrminister Wilhelm Groener (1867– 1939). Wie gesagt, dies war ein „Kabinett der Persönlichkeiten“, mit der bizarren Konsequenz, dass zumindest Zentrum und DVP erklärten, dass sie sich an die Regierungsvereinbarung nicht gebunden fühlten und sich eine Opposition gegen etwaige Regierungsbeschlüsse vorbehielten. Zu Recht bezeichnete das „Berliner Tageblatt“ daher bereits damals die Große Koalition als „ein Kabinett mit eingebauter Dauerkrise“. Tatsächlich drohte die Koalition in den beiden folgenden Jahren wiederholt auseinander zu fallen. Im Februar 1929 trat das Zentrum sogar vorübergehend aus der Regierung aus, um seiner ultimativen Forderung nach zwei weiteren Ministerposten Nachdruck zu verleihen. Hierin glaubte Reichskanzler Müller bereits ein unheilvolles Menetekel für das politische Klima in Deutschland zu sehen: „Der Austritt des Zentrums aus der Regie-

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Parteienkoalition oder „Kabinett der Persönlichkeiten“? rung hat im deutschen Bürgertum diejenigen Strömungen gestärkt, die in Anbetracht von Uneinigkeiten der auf dem Boden der Verfassung stehenden Parteien und der dadurch bedingten Ohnmacht des Reichstages das Heil von einer überparteilichen starken Regierung erwarten.“ Erneut war es Stresemann, der seine ganze Autorität einsetzte, um den Widerstand gegen diese Forderung vor allem in der eigenen Partei – der DVP – zu überwinden. Am Ende konstituierte sich die Große Koalition im April 1929 erneut – mit drei Zentrumsministern und immerhin nunmehr mit der formellen Zustimmung aller vier beteiligten Parteien zu dieser Regierung. Das spätere Scheitern der Großen Koalition lässt sich zwar keineswegs zwangsläufig aus ihren Geburtswehen ableiten, dennoch bleibt der Tatbestand, dass sich die erklärte Distanz der Parteien und deren Reichstagsfraktionen zu den Ministern aus ihren eigenen Reihen als eine schwere Hypothek für ihren Bestand erweisen sollte. Das latente Spannungsverhältnis zwischen Kabinett und Parlamentariern selbst der Koalitionsparteien trieb bereits im Sommer/Herbst 1928 eigenartige Stilblüten – beispielsweise bei der Entscheidung über den Bau des so genannten Panzerkreuzers A. Panzerkreuzer A Im Versailler Vertrag vom 28. Juni 1919 hatten die Siegermächte des Ersten Weltkrieges Deutschland erhebliche Rüstungsbeschränkungen auferlegt. Dazu zählten neben einem 100 000-Mann-Heer aus Berufssoldaten auch eine Begrenzung der Marine auf 15 000 Mann, deren Bewaffnung, einschließlich der zugelassenen Ersatzbauten für veraltete Schiffe, genau festgelegt war. Nachdem die Marineleitung zunächst verschiedene kleine Kreuzer, Zerstörer und Torpedoboote durch neue Modelle ersetzt hatte, entschied sie sich in der zweiten Hälfte der zwanziger Jahre auch zur Erneuerung der veralteten größeren Kriegsschiffe der im Friedensvertrag erlaubten 10 000-Tonnen-Klasse. Als Ersatz für das außer Dienst gestellte Linienschiff „Preußen“ (Baujahr 1903) sollte die erste Einheit der neuen Schiffsserie, das Panzerschiff A, im Haushaltsjahr 1928/29 auf Kiel gelegt werden.

Der militärische Nutzen eines solchen Schiffs – dessen vorgebliche Befähigung zum Küstenschutz in der Ostsee – war durchaus umstritten. Auch war die Finanzierung zunächst ungeklärt. Hinzu traten Sorgen wegen etwaiger negativer außenpolitischer Auswirkungen dieser rüstungspolitischen Maßnahme. Dementsprechend hatte bereits die vorherige Reichsregierung Marx 1927 zwar den Bau beschlossen, ihre Entscheidung aber wegen finanzieller Probleme nicht mehr umsetzen können, zumal auch der Reichsrat unter Führung des sozialdemokratisch dominierten Preußens Einspruch gegen den Bau erhob. Das Kabinett Müller indes schob alle Einwände beiseite und entschied am 10. August 1928 überraschend, die alte Regierungsentscheidung zugunsten des neuen Schlachtschiffs nun umzusetzen, zumal die Finanzierung mittlerweile durch Umschichtungen im Wehretat gesichert war. Allerdings zog ihr das erheblichen Protest zu: Während die bürgerlichen Parteien DDP, Zentrum und DVP den Bau billigten, opponierten SPD und KPD entschieden. In der SPD bestritt man nicht nur die Notwendigkeit eines solchen Panzerkreuzers, sondern fürchtete auch, der KPDPropaganda in die Hände zu spielen: Kommunisten und Sozialdemokraten hatten den Wahlkampf im Frühjahr 1928 gemeinsam mit der demagogischen Parole „Kinderspeisung statt Panzerkreuzer“ geführt und damit die

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Distanz der Regierungsparteien

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Abstimmung im Reichstag

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Der Bruch der Großen Koalition

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Frage des Panzerkreuzer-Baus gegen die populärere Forderung nach einer kostenlosen Kinderspeisung an Volksschulen ausgespielt. Stimmte die SPD der Regierungsvorlage jetzt doch zu, drohte ihr der Vorwurf der Wahlkampflüge. Kippen konnte sie sie indes nicht, weil sie außer in der KPD in dieser Frage keinen Verbündeten hatte. Letztlich stimmte denn auch Mitte November 1928 eine bürgerliche Mehrheit im Reichstag dem Bau des Panzerkreuzers zu. Allerdings zwang die SPD-Fraktion Reichskanzler Müller und die übrigen SPD-Minister, in der entscheidenden Abstimmung von der Regierungsbank aufzustehen, ihre Abgeordnetensitze einzunehmen und dann gegen die Vorlage zu stimmen, die sie eigentlich mit initiiert und für deren Annahme sie in der vorherigen Debatte plädiert hatten. Es war dies ein ebenso entwürdigendes wie lächerliches Schauspiel, das jene in ihren Ressentiments bestätigen musste, die das Parlament für eine Schwatzbude und die Regierungsvertreter für willenlose Werkzeuge einseitiger Parteieninteressen hielten.

2. Außenpolitischer Erfolg und innenpolitische Hypothek: Der Young-Plan 1929 In den kommenden Monaten brachte die Große Koalition immerhin den Young-Plan über die parlamentarischen Hürden – der größte außenpolitische Erfolg, ja der größte Erfolg dieser Regierung überhaupt und eigentlich der einzige Kitt der heterogenen Koalition.

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Young-Plan Er wurde am 7. Juni 1929 im Rahmen einer internationalen Sachverständigenkonferenz in Paris mit Vertretern aus Großbritannien, Frankreich, Belgien, Italien, Japan und den USA, die seit Februar getagt hatte, unterzeichnet und war, wie bereits der Dawes-Plan von 1924, erneut nach einem amerikanischen Bankier, Owen D. Young (1874–1962) – dem Vorsitzenden der Pariser Konferenz – benannt. Objektiv betrachtet bedeutete er für Deutschland einen Fortschritt: Die endgültige Reparationssumme wurde nun auf 112 Milliarden Mark festgelegt, zahlbar in 58 Jahresraten bei deutlich geringeren Beträgen, als sie der DawesPlan vorgesehen hatte: Von 1,7 Milliarden Goldmark sollten sie langsam auf 2,4 Milliarden steigen, um gegen Ende der Laufzeit wieder auf 1,7 und zuletzt sogar auf 0,9 Milliarden zu fallen. Zudem verteilten sich die jährlichen Zahlungen auf einen „geschützten“ und einen „ungeschützten“ Teil. Während letzterer unbedingt und fristgerecht zu bezahlen war, konnte die Reichsregierung bei ersterem notfalls einen Aufschub von zwei Jahren beantragen. Geriet Deutschland in Zahlungsschwierigkeiten, konnte es überdies einen internationalen Sachverständigenausschuss anrufen. Dieser musste im Falle einer deutschen Zahlungsunfähigkeit Vorschläge für eine Revision des Young-Plans unterbreiten. Schließlich war vorgesehen, dass bei einem amerikanischen Schuldenerlass gegenüber den interalliierten Schuldnern der USA hiervon zwei Drittel auf die deutsche Reparationslast angerechnet werden sollte. Dies alles musste die prekäre finanzielle und wirtschaftliche Lage Deutschlands stabilisieren und seine internationale Kreditwürdigkeit erhalten. Gleichzeitig verzichteten die Alliierten auf alle Wirtschaftskontrollen und verpflichteten sich auf einer Folgekonferenz in Den Haag, das Rheinland vorzeitig zum 30. Juni 1930 zu räumen.

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Personen- und Sachregister Die hervorgehobenen Seitenzahlen verweisen auf ein Insert zum Registerstichwort. Abegg, Wilhelm 109 Abrüstungskonferenz 73, 77, 78, 107, 114, 115 Agrarkrise 7 Agrarpolitischer Apparat 96, 97 Alldeutscher Verband 35, 80 Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund (ADGB) 14, 39, 121–123, 126 „Altonaer Blutsonntag“ 108 Amonn, Alfred 9 „Anschluss“ 72 Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen 8, 9, 12, 16, 17, 66–68, 114, 115, 123–126 Arbeitslosenunterstützung 20, 22, 24, 123 Arbeitslosenversicherung 16, 19, 20, 21, 49–53, 62, 66 Arbeitslosigkeit 7, 13, 16, 20–24, 65, 66, 82, 85, 94, 106, 111, 121 Arndt, Ernst Moritz 71 „Ausgesteuerte“ 20–22 Baade, Fritz 14 Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) 75, 76, 114 Bankenkrise 11–13, 50, 65, 67, 73, 74, 76 Bauernpartei 41 Bayerische Volkspartei (BVP) 26, 34, 40–42, 99, 132 Berliner Verkehrsstreik 118 Bernstorff, Johann Heinrich Graf von 77 Blomberg, Werner von 132, 133 „Borchardt-Kontroverse“ 68, 69 „Boxheimer Dokumente“ 29, 98 „Bracher-Conze-Kontroverse“ 84 Bracht, Franz 120 Braun, Magnus Freiherr von 105, 126 Braun, Otto 42, 52, 64, 79, 105, 107, 108, 110, 111, 129 Bredt, Johann Viktor 56 Breitscheid, Rudolf 60, 61 Briand, Aristide 42, 71–73 Briand-Kellogg-Pakt 47 Brüning, Heinrich 12, 14, 36, 50, 51, 53, 55, 56, 58, 59–64, 66–69, 73–85, 98, 105, 106, 108, 122, 123, 126 Bülow, Bernhard von 70 „Bürgerblock“ 26, 40, 63 Bund zur Erneuerung des Reichs 26, 27

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Cassel, Gustav 9 Christliche Gewerkschaften 14, 58, 59, 121 Christlich-Nationale Bauern- und Landvolkpartei 122 Curtius, Julius 42, 48, 70, 71, 72, 74 Darré, Richard Walther 97 Dawes, Charles G. 6 Dawes-Plan 5, 6, 7, 44, 46 Deflationspolitik 8, 12, 13, 15, 17, 18, 65–68, 73, 76, 82, 85, 115 Deterding, Henri 102 Deutsche Arbeiterpartei (DAP) 86, 87 Deutsche Demokratische Partei (DDP) 10, 25, 26, 30, 35, 36, 38, 41–43, 46, 51, 52, 56, 63, 99 Deutsche Staatspartei 36, 63, 70, 111, 112, 118 Deutsche Studentenschaft 96, 97 Deutsche Volkspartei (DVP) 7, 26, 32, 35, 41–43, 49–53, 56, 63, 64, 70, 79, 92, 99, 101, 105, 112, 117, 118, 121, 131 Deutscher Herrenklub 31, 32 Deutschnationale Volkspartei (DNVP) 7, 18, 26, 28, 32, 34, 35, 40, 45, 46, 56, 58, 61, 62, 64, 79, 80, 83, 91, 92, 99, 101, 105, 107, 109, 112, 117, 118, 121, 122, 128 Deutschnationaler Handlungsgehilfenverband 121 Deutsch-österreichische Zollunion 70–73 Diels, Rudolf 109 Dietrich, Hermann 13, 42, 51, 85 „Dolchstoßlegende“ 27 Dräger, Heinrich 14 Drexler, Anton 86, 87 „Drittes Reich“ 28, 31, 32, 33, 46, 83, 89, 133, 137 Duesterberg, Theodor 79 Ebert, Friedrich 28, 81, 109 „Ebert-Groener-Pakt“ 81 Eckart, Dietrich 87, 88 Eiserne Front 38, 39 Erster Weltkrieg 58, 87, 89, 91, 94, 98, 104, 120, 127, 136 Europaplan (Briands) 71–73 Faschismus 33 Feder, Gottfried 15, 91, 125 Ford, Henry 102 Freie Gewerkschaften 14, 51, 110, 121, 122

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Freiwilliger Arbeitsdienst 114, 122 Frick, Wilhelm 87, 92, 125, 132 Fünfundzwanzig-Punkte-Programm 15, 86 Gayl, Wilhelm Freiherr von 29, 105, 108–110, 116, 117, 120 Gereke, Günther 15, 120, 122–124 Gessler, Otto 27 Gewerkschaften 13, 14, 19, 50, 80, 110, 121, 123, 126–128, 130, 132 Gilbert, Parker 6 Goebbels, Joseph 89, 90, 91, 111, 125 Göring, Hermann 102, 132 Groener, Wilhelm 42, 58, 81 Große Koalition 8, 20, 25, 26, 38, 41–44, 48–55, 58, 59, 61, 63, 107 „Grüne Front“ 82, 83 Guérard, Theodor von 42 Gürtner, Franz 87, 105 „Harzburger Front“ 46, 80, 83, 95, 131 Hayek, Friedrich August von 9 Heß, Rudolf 88 Hilferding, Rudolf 11, 12, 42, 50, 52, 53 Hindenburg, Oskar von 82, 132 Hindenburg, Paul von 27, 28, 36, 42, 53–55, 57– 59, 62, 69, 71, 75, 76, 79–85, 98, 103–109, 113, 116–120, 124, 126, 128, 131–133 „Hindenburg-Kabinett“ 55, 57 Hirtsiefer, Heinrich 110 Hitler, Adolf 8, 16–18, 34, 45, 53, 63, 64, 76, 79– 81, 83, 87, 88–93, 101–103, 105, 108, 112– 114, 125–128, 130–134, 136 Hitlerjugend 37 Hitler-Ludendorff-Putsch 88, 90, 91, 95 Hofmannsthal, Hugo von 31 Hoover, Herbert 66, 75, 76 Hoover-Moratorium 66, 75, 76 Hugenberg, Alfred 34, 35, 45, 58, 61, 62, 95, 121, 127, 131, 132

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Keudell, Walter von 122 Keynes, John Maynard 13, 69 Kirdorf, Emil 102 Klepper, Otto 110 Koch-Weser, Erich 30, 42 Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) 7, 14, 28, 33, 37, 38, 39, 41, 43, 44, 51, 61–63, 69, 91, 99, 103, 107–110, 112, 118, 129, 130 Konferenz von Lausanne 114 Konservative Revolution 31 Konservative Volkspartei 61 Kreuger, Ivar 102 „Krisenunterstützung“ 20–22, 24 Külz, Wilhelm 112 Landbund 92 Landvolk-Bewegung 31 Landvolk-Partei 41 Lautenbach, Wilhelm 13 Lazarsfeld, Paul 23 Leipart, Theodor 122, 123 Ley, Robert 125 Lienau, Walter 97 Locarno-Verträge 42, 47, 70, 71 Ludendorff, Erich 27, 81, 88 Ludwig, Emil 33 Luther, Hans 14, 26, 27, 74 „Lutherbund“ 27

Jahoda, Marie 23 Jungdeutscher Orden 35, 36, 63 „Juniklub“ 32

MacDonald, Ramsey 53, 74, 75 „Machtergreifung“ 101, 133–135 Mahraun, Arthur 35, 36 Marienthal 23 „Marsch auf Rom“ 33 Marschler, Willi 92 Marx, Wilhelm 26, 27, 51 Meißner, Otto 27, 28, 57, 82, 132 Mierendorff, Carlo 28, 29 Minderheitsregierung 25, 26, 41, 56 Mitteleuropa-Pläne 71 Moeller van den Bruck, Arthur 31, 32, 33 Moldenhauer, Paul 50, 51 „Mord von Potempa“ 113 Müller, Hermann 26, 41, 42, 44, 50, 53, 54, 59, 72 Mussolini, Benito 33, 34

Kaas, Ludwig 35, 51 Kalckreuth, Eberhard Graf von 103 Kampfbund für deutsche Kultur 96, 97 Kapp-Putsch 105, 111 Keppler, Wilhelm 102 „Keppler-Kreis“ 102 Kerrl, Hans 109 Kessler, Harry Graf 63, 107

Nationalökonomie 9, 10 Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation (NSBO) 14, 118 Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) 7, 14, 15, 17, 18, 31, 33, 37–39, 45, 46, 62–64, 68, 69, 79–81, 83, 85, 87–103, 107– 109, 111–114, 118, 120–123, 125–132, 134– 136

Inflation 5, 8, 12, 19, 88, 124

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Personen- und Sachregister Nationalsozialistischer Deutscher Ärztebund 96, 97 „Neuer Staat“ 26, 28, 30, 31, 117, 130 Neurath, Konstantin Freiherr von 105, 132 Norman, Montagu 74 „Notstandsartikel“ 27, 32, 56, 57, 60, 109, 117 Notverordnungen 28, 56, 57, 58, 62, 65, 69, 73, 74, 76, 108, 114, 123 Novemberrevolution 18, 58 Organisierter Kapitalismus 12, 15 Osthilfe 60–62, 66, 82, 123–126, 128 Ott, Eugen 118, 119 Ott-Planspiel 118, 119 Panzerkreuzer A 43, 44, 46, 48 Papen, Franz von 8, 29, 30, 36, 104, 105–119, 123, 124, 126–128, 131–133 Pfeffer von Salomon, Franz 90, 92 Pieck, Wilhelm 61 Pöhner, Ernst 87 Popitz, Johannes 50 „Präsidentenkrise“ 128, 133 Präsidialkabinett 20, 26, 30, 36, 53, 55, 57–59, 62, 68, 104, 107, 120, 129, 133, 136 Preußen 38, 43, 64, 81, 90, 98, 107, 109, 112 „Preußenschlag“ 33, 52, 108–112 Pünder, Hermann 72, 75 „Querfront“-Konzept 120, 121, 123, 126, 128– 130, 133 Rat der Volksbeauftragten 48 Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung 19, 20, 50 „Reichsausschuss für das Volksbegehren“ 45, 46, 80, 92, 95 Reichsbanner „Schwarz-Rot-Gold“ 37, 38, 39, 81, 122 Reichsexekution 109, 111 Reichskuratorium für Jugendertüchtigung 122 Reichslandbund 80, 82, 83, 91, 103, 122, 126, 127 Reichspräsident 32, 33, 45, 53, 57, 60, 67, 84, 109 Reichspräsidentenwahl 27, 38, 79, 83, 98 Reichstag 25, 30, 36–38, 45, 53, 56–58, 60–63, 67, 70, 84, 85, 105, 108, 112, 116, 117, 123– 125, 127–130 Reichstagswahlen 15–17, 34, 36, 38, 40, 41, 43, 44, 62, 64, 93, 95, 98–103, 110, 112, 114, 117, 118, 125, 126, 129, 132 Reichswehr 59, 71, 77, 78, 82, 87, 88, 107, 118, 119, 122, 123, 125, 128, 130, 132, 134 Reinhart, Friedrich 103 Reparationen 6–8, 13, 44, 45, 46, 67–71, 73–78, 83, 84, 114, 115, 136

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Republikschutzgesetz 37, 88 Reusch, Paul 102, 127 Reventlow, Ernst Graf zu 61 Revolutionäre Gewerkschaftsopposition (RGO) 14, 118 Rheinlandräumung 42, 44, 59, 70, 71 Ribbentrop, Joachim von 131 Roedern, Siegfried Graf von 27 Röhm, Ernst 88 Röpke, Wilhelm 13 Rosenberg, Alfred 97 Roter Frontkämpferbund 38 „Ruhreisenstreit“ 48, 49 Schacht, Hjalmar 6, 46, 50, 80, 102, 103 Schäffer, Hans 67, 73 Schäffer, Hugo 105, 120 Schätzel, Georg 42 Schiele, Martin 56, 122 Schlange-Schöningen, Hans 82, 122 Schleicher, Kurt von 8, 31, 57, 58, 78, 79, 81, 82, 105, 107, 110, 113, 116, 118, 120–133 Schlichtungsverfahren 48 Schmitt, Carl 31, 32, 33, 117 Schmoller, Gustav 9 Schober, Johannes 72 Scholz, Ernst 35, 51 Schroeder, Kurt Freiherr von 103, 131 Schubert, Carl von 47, 48 Schumpeter, Joseph 13 „Schuss von Bühlerhöhe“ 42 Schutzstaffeln (SS) 38, 80, 81, 92, 98, 108 „Schwarzer Freitag“ 5–7, 49 Schwerin von Krosigk, Lutz Graf 105 Seeckt, Hans von 80 Seldte, Franz 79, 131, 133 Severing, Carl 37, 42, 49, 53, 107, 108, 110, 130 Silverberg, Paul 13, 127 Simons, Hans 29 Sombart, Werner 9 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 17, 18, 25, 26, 28, 33, 37–44, 46, 49–54, 58, 61– 64, 68, 79, 80, 91, 99, 102, 105, 107, 109–112, 118, 121, 122, 126, 129 „Sozialfaschismus“ 38 Sozialstaat 18, 19, 21 Spengler, Oswald 31 Staatsnotstand 32, 116, 117, 118, 119, 127–130, 132 „Stahlhelm“ 18, 45, 46, 71, 79, 80, 91, 122, 131 Stauß, Emil Georg von 102 Stegerwald, Adam 13, 58, 67, 82 Stegmann, Wilhelm 126 Stennes, Walter 92, 93 Stennes-Revolte 92, 93

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Personen- und Sachregister Steuergutscheine 8, 114, 115, 123 „Stinnes-Legien-Abkommen“ 19, 127 Straßer, Gregor 16, 17, 90, 91, 92, 101, 102, 113, 125–129 Straßer, Otto 90–92 Stresemann, Gustav 6, 26, 34, 35, 41, 42, 43, 47, 48, 51, 70–72, 78, 115 Sturmabteilung (SA) 38, 80, 81, 88, 91, 92, 96–98, 102, 108, 111–113, 125, 126 Syrup, Friedrich 120 Tarnow, Fritz 14 Tat-Kreis 18, 31, 32 Technische Nothilfe 130 Thälmann, Ernst 38 Thyssen, Fritz 102, 103 Tolerierungspolitik 63, 64, 80, 105, 107 Torgler, Ernst 109 Treviranus, Reinhold 56 „Tributaufruf“ 73, 74 Verfassungsreform 28–30, 136 Versailler Vertrag 13, 43, 45–47, 69, 70, 72, 77, 78, 86–88, 106, 115 Vögler, Albert 103 Völkerbund 77, 78, 107, 115 Volksbegehren 45 Volksentscheid 45, 46 „Volksgemeinschaft“ 18, 30, 89, 121 Volkskonservative Vereinigung 62, 121 Wagemann, Ernst 14 Wagener, Otto 15

Warmbold, Hermann 13, 105, 126 Weber, Alfred 9, 10, 30 Weber, Max 9 Weimar-Forschung 135 „Weimarer Koalition“ 25, 34, 38, 41, 42, 52, 63, 64, 107 Weimarer Reichsverfassung (WRV) 19, 25, 28, 32, 36, 41, 56, 72, 85, 116 Weltwirtschaftskrise 7, 9–14, 18, 20, 21, 24, 25, 34, 36, 39, 48, 49, 51, 57, 59, 64, 65, 67–71, 75, 78, 81, 83, 85, 93–95, 97, 106, 121, 130, 136 Westarp, Kuno Graf von 45, 61 Wilhelm II. 81 Wirth, Joseph 63 Wirtschaftspartei 41, 56, 92 Wissell, Rudolf 37, 42, 48, 51 Wohlfahrtsunterstützung 20–22, 24 Wolff, Otto 127 Wolff, Theodor 33 Woytinsky, Wladimir 14 WTB-Plan 14, 122 Young, Owen D. 44 Young-Plan 8, 44, 45, 46, 55, 61, 66, 72–74, 76, 80 Zehrer, Hans 31 Zeisel, Hans 23 Zentrum 25, 26, 34, 35, 38, 40–43, 51, 52, 56, 62, 64, 79, 98, 99, 105, 109, 111–113, 118, 121, 123, 132 Zusammenbruchstheorie 11 Zyklentheorie 10

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