Die Wurzeln der nordböhmischen Glasindustrie und die

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Walter Alois Friedrich

Die Wurzeln der nordböhmischen Glasindustrie und die Glasmacherfamilie Friedrich Die älteste Glasmacherfamilie der Welt?

Es ist ein faszinierendes Szenario, das der aus Warnsdorf stammende Historiker Walter Alois Friedrich von den Ursprüngen des nordböhmischen Glases entwirft. Die Arbeit basiert auf der gesicherten Grundlage des Heimatschrifttums, alter Urkunden und neuer archäologischer Entdeckungen. Mit Logik, Intuition und Einfühlungsvermögen gelingt es dem Autor, den realen Kern alter Volkslegenden durch Einordnung in die zeitgeschichtliche Situation, durch Interpretation archäologischer Funde und namenkundliche Beweisführung freizulegen und historische Zusammenhänge herzustellen, die ganz neue Aspekte bieten. Die Schilderung der Frühgeschichte des böhmischen Glases folgt zunächst den verschlungenen Pfaden, die die Glaskunst von ihren Anfängen bis ins mittelalterliche Böhmen nahm, wo vor 750 Jahren die ersten Waldglashütten entstanden. Dass die weltbekannten nordböhmischen Glasorte Haida, Steinschönau und Gablonz ebenso bedeutsame „Vorgänger“ im Mittelalter hatten, wusste bis vor zwanzig Jahren kaum jemand. Tschechische Forscher brachten das Geheimnis erst jetzt ans Tageslicht. Die frühen deutschen Bewohner Nordböhmens waren es, die hier seit der Mitte des 13. Jahrhunderts Glaswaren von hoher künstlerischer und technischer Reife schufen. Anteil an diesen wirtschaftlichen Erfolgen hatte auch der heimische Landadel, der im Hochmittelalter deutsche Glasmacher aus dem sächsischen Erzgebirge ins Land holte und dadurch die Ressourcen seiner damals noch menschenleeren Wälder nutzte. Wie ein roter Faden durchzieht diese Epoche das Wirken einer Glasmacherfamilie, die in der Literatur bisher nur bruchstückhaft erwähnt wird: der Friedrich, des ältesten und einzigen großen Glasmachergeschlechtes deutschböhmischen Ursprungs. 1433 wurden die Glasmacher Friedrich erstmals urkundlich greifbar – früher als alle anderen bedeutenden Hüttenmeisterdynastien Mitteleuropas. Lässt man dazu die archäologischen Befunde gelten, dann hat schon um 1250 ein Friedrich Glas geblasen, nämlich in dem nach ihm benannten Friedrichsdorf im nördlichsten Böhmen. Das war 45 Jahre bevor Jacobellus Barovier auf Murano bei Venedig mit seinem ersten Glasofen den Grundstein für die beispiellose Karriere seiner Glasmacherfamilie (die bislang als älteste der Welt galt) legte.

Die nordböhmische Glasindustrie entwickelte sich unter der Gunst ihrer Obrigkeiten erfreulich weiter. Spektakuläre Funde wie die Bruchstücke des Daubitzer Bechers von ca. 1400 dokumentieren das hohe Niveau, das in Glasqualität und künstlerischem Einfallsreichtum erreicht wurde, bevor Hussiteneinfälle und Adelsfehden der Glasproduktion herbe Rückschläge versetzten, die nur die Friedrichschen Hütten erfolgreich überdauerten. Das Buch verfolgt die weitere Entwicklung des nordböhmischen Glases bis zum Jahr 1689. Aber auch die Karriere der Friedrich war beispiellos. Sie waren nicht nur Mitbegründer der nordböhmischen Glasindustrie und retteten deren Fortbestand über die schrecklichen Hussitenkämpfe und den Dreißigjährigen Krieg hinweg. Von etwa 1502 bis 1689 besaßen sie die Oberkreibitzer Glashütte und waren hier maßgeblich an der Einführung der Emailmalerei in Mitteleuropa und der Entdeckung des „böhmischen Kristalls“ beteiligt. Der brandenburgische Kurfürst Joachim Friedrich und Kaiser Rudolf II. beriefen Martin (II.) Friedrich als bedeutendsten Glasmeister seiner Zeit an ihre Hütten. Der zweite Teil des Buches mit einer Fülle an Fakten und einigen Entdeckungen, die die Geschichte des Kunsthandwerks ergänzen und bereichern, schildert die Ausbreitung dieser Familie von Oberkreibitz aus über viele Länder Europas und erhellt die kunsthistorische Bedeutung ihrer Pionierarbeit in Schlesien, auf der Böhmisch-Mährischen Höhe, in Tirol, Steiermark und Slowenien. Der künstlerischen Entwicklung Südböhmens gaben sie Ende des 16. Jahrhunderts entscheidende Impulse. Von Weißrussland bis Holstein, von Serbien bis Oberbayern wirkten die Friedrich als Glasmacher, Glasveredler oder Glashändler. Mit diesem Lebenswerk will der Autor seinen privaten Beitrag dazu leisten, das Wissen um die Glasgeschichte Mitteleuropas zu erweitern und das kulturelle Erbe seiner deutschböhmischen Vorfahren vor dem Vergessen zu bewahren. Das Buch ist im Selbstverlag des Autors erschienen und kann für 31 Euro einschließlich Porto und Verpackung unter www.glasmacher-friedrich.de/ bestellt werden.