DKSB Jahresbericht 2016 - Kinderschutzbund Bayern

DKSB Jahresbericht 2016 - Kinderschutzbund Bayern

J 6 1 0 2 t h c i r e b s e r h a Deutscher Kinderschutzbund Landesverband Bayern e.V. München, im März 2017 Wir sind die unserer Kinder. Wilfried ...

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Deutscher Kinderschutzbund Landesverband Bayern e.V. München, im März 2017

Wir sind die unserer Kinder. Wilfried Giebel, Vorstand DKSB LV Bayern

PROD_Jahresb2016.indd 1

14.03.17 15:06

Deutscher Kinderschutzbund Landesverband Bayern e.V. Goethestraße 17 | 80336 München Telefon 089 920089-0 | Fax 089 920089-29 info(at)kinderschutzbund-bayern.de 
 www.kinderschutzbund-bayern.de

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- Inhaltsverzeichnis -

Vorwort .....................................................................................................................................2 Vorstand und Mitarbeiter des Landesverbands........................................................................3 2016 im Überblick.....................................................................................................................7 Projekte des Landesverbands..................................................................................................8 Der Begleitete Umgang ........................................................................................................8 Fachbereich Ehrenamt .........................................................................................................9 Netzwerk Familienpaten Bayern.........................................................................................10 „Kinderrechte kinderleicht“ – Kinderrechte machen Schule................................................11 „Medienlöwen – Münchner Medientraining“........................................................................12 „Starke Eltern – Starke Kinder“® ........................................................................................12 Fachbereich Traumapädagogik ..........................................................................................15 Spenden, Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit.....................................................................16 Fachbereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ...................................................................16 Spenderliste 2016...............................................................................................................17 Fundraising – Eine immer wieder neue Herausforderung ..................................................18 „Freiwilligenmanagement und Öffentlichkeitsarbeit kompakt“ ............................................19 Öffentlickeitsarbeit im Verein ..............................................................................................21 Strukturprozesse.................................................................................................................22 Die Orts- und Kreisverbände..................................................................................................23 Highlights und Jubiläen ..........................................................................................................24 Schwerpunkt Kinderrechte .....................................................................................................37 Kinderrechte .......................................................................................................................37 Die Kinderrechte und der Landesverband ..........................................................................38 Ein Kinderrecht zum Geburtstag.........................................................................................42 Kinderarmut in Bayern ........................................................................................................43 Impressum.................................................................................................................................. 1

- Vorwort -

Liebe Leserinnen und Leser! Dieser Jahresbericht des DKSB Landesverband Bayern e.V. reiht sich ein in eine inzwischen recht lange Serie, und daher ist der Gedanke daran, wie es wohl weitergeht, immanent. Ich möchte Ihnen dazu gerne gewissermaßen eine Lesebrille mitgeben. Die Brille habe ich aus einer ganz anderen Schachtel genommen, nämlich dem „Longevity Project“, dem Langlebigkeitsprojekt. In dieser Studie wurde untersucht, welche Faktoren, und insbesondere Persönlichkeitsfaktoren, mit einer hohen Lebenserwartung zusammenhängen. Ist das, übertragen auf einen sozialen Organismus wie unseren Landesverband, nicht Nach-Denkens wert? Ab 1921 wurden in San Francisco von Lewis Terman insgesamt 1528 seinerzeit elfjährige Kinder und ihre Familien interviewt und unter anderem anhand von Persönlichkeitsmerkmalen eingeschätzt. Gewissenhaft, fleißig, frohgemut, extrovertiert? Diese Untersuchungen wurden alle 5 Jahre bzw. später alle 10 Jahre wiederholt. Als Terman 1956 starb, setzten Kolleginnen und Kollegen die Langzeitstudie fort – bis ans Lebensende der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Untersuchung. Wir wissen also ziemlich genau Bescheid. Extraversion und Optimismus sind danach wichtige Faktoren für Langlebigkeit. Extravertierte Charaktere empfinden den Austausch und das Handeln innerhalb sozialer Gruppen als anregend. Typisch ist, dass sie gesprächig, bestimmt, aktiv, energisch, dominant, enthusiastisch und abenteuerlustig sind. Beim Abenteuer kann’s gefährlich werden. Optimismus, speziell bei Erkrankung und Erholung davon, ist hilfreich für ein langes Leben, hat aber unerwünschte Nebenwirkungen, wenn Optimismus mit Sorglosigkeit und Mangel an Vorausschau einhergeht. Die wichtigste Eigenschaft, die zu Langlebigkeit beiträgt, ist tatsächlich Gewissenhaftigkeit. Gewissenhaftigkeit bedeutet auf der Verhaltensebene, umsichtig und sorgfältig mit sich, mit seiner Gesundheit sowie mit Beziehungen und mit der Arbeit umzugehen. Das heißt nicht, dass die Arbeit frei von Herausforderungen sein sollte. Wenn die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Studie bei ihrer Arbeit engagiert gewesen waren, sich angestrengt hatten, Erfolg gehabt hatten und verantwortlich gewesen waren, stieg die Wahrscheinlichkeit einer längeren Lebensdauer. Gewissenhaftigkeit als Persönlichkeitsmerkmal hing bei den untersuchten Teilnehmerinnen und Teilnehmern statistisch mit einem günstigen Level von Serotonin im Gehirn zusammen. Zu den bekanntesten Wirkungen des Serotonins auf die Stimmungslage gehören das Gefühl der Gelassenheit, inneren Ruhe und Zufriedenheit. Dabei dämpft es eine ganze Reihe anderer Gefühlszustände, insbesondere Angstgefühle, Aggressivität, Kummer - und das Hungergefühl. Wenn Sie jetzt den Jahresbericht studieren: Versuchen Sie sich zu veranschaulichen, wie viel Extraversion, Optimismus und Gewissenhaftigkeit hinter den berichteten Aktivitäten stehen bzw. darin stecken! Dann haben Sie ein Maß für die Aussicht, wie lang-lebensfähig unser Landesverband ist. Vielleicht freuen Sie sich schon auf den nächsten Jahresbericht – an dessen Inhalten wir ja alle bereits zusammen arbeiten. Letzter Satz: Den größten Vorhersagewert unter den sozialen Faktoren für Langlebigkeit, also nicht Persönlichkeitsmerkmalen, hatte ein starkes soziales Netzwerk.

Beste Grüße

Wilfried Griebel Stellvertretender Vorsitzender Deutscher Kinderschutzbund Landesverband Bayern e.V.

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- Vorstand und Mitarbeiter des Landesverbands -

Susanna Kaiser Vorsitzende des Landesverbands DKSB Kreisverband Nürnberg e.V.

Wilfried Griebel Stellvertretender Vorsitzender des Landesverbands DKSB Kreisverband Rosenheim e.V.

Nora Singer Stellvertretende Vorsitzende des Landesverbands DKSB Kreisverband Starnberg e.V.

Hans - Dieter Bott Schatzmeister des Landesverbands DKSB Kreisverband Erlangen e.V.

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- Vorstand und Mitarbeiter des Landesverbands -

Rosemarie Runge Schriftführerin des Landesverbands DKSB Kreisverband Straubing e.V.

Sophie Mühlbauer Beirätin des Landesverbands DKSB Kreisverband Fürstenfeldbruck e.V.

Frauke Riegelsberger Beirätin des Landesverbands DKSB Kreisverband Regensburg e.V.

Sibylle Steinhuber Beirätin des Landesverbands DKSB Kreisverband Nürnberg e.V.

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- Vorstand und Mitarbeiter des Landesverbands -

Jens Tönjes Beirat des Landesverbands DKSB Kreisverband Fürstenfeldbruck e.V.

Robert Wollborn Beirat des Landesverbands DKSB Kreisverband Coburg e.V.

Gudrun Stothard Geschäftsführerin Personal, Finanzen und Verwaltung Geschäftsstelle DKSB Landesverband Bayern e.V.

Margot Czekal Geschäftsführerin Pädagogik Geschäftsstelle DKSB Landesverband Bayern e.V.

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- Vorstand und Mitarbeiter des Landesverbands -

Birgit Hoffmann Verwaltung und Seminarorganisation Geschäftsstelle DKSB Landesverband Bayern e.V.

Daniela Riedel Starke Eltern – Starke Kinder ® Geschäftsstelle DKSB Landesverband Bayern e.V.

Christiane Pink-Rabe Ehrenamt Geschäftsstelle DKSB Landesverband Bayern e.V.

Pelin Türkyilmaz Starke Eltern – Starke Kinder ® in türkischer Sprache Geschäftsstelle DKSB Landesverband Bayern e.V.

Hannah Czekal Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Geschäftsstelle DKSB Landesverband Bayern e.V.

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- 2016 im Überblick 05. Februar

Vorstandssitzung

18. März

Vorstandssitzung

08. April

Vorstandssitzung

09. April

Mitgliederversammlung

06. Juni

Vorstandssitzung

18.-19. Juni

Seminar im Kloster Banz

22. Juli

Vorstandssitzung

06. Oktober

Betriebsausflug der Geschäftsstelle nach Landshut auf die Burg Trausnitz

10. Oktober

Workshop Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Sophie Mühlbauer

10. Oktober

Arbeitskreis Kinderrechte von Jens Tönjes

14. Oktober

Vorstandssitzung

15. Oktober

Vorstandsklausur mit der Geschäftsführung

21. Oktober

Wiederauflebung des Arbeitskreises Kinder- und Jugendtelefon / Elterntelefon

18. November

Vorstandssitzung

19. November

Mitgliederversammlung

06. Dezember

Weihnachtsfeier

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- Projekte des Landesverbands -

Der Begleitete Umgang

Kinder haben Eltern – auch nach Trennung und Scheidung! Ein Beitrag von Margot Czekal

In Deutschland sind jedes Jahr weit über 130.000 Kinder und Jugendliche von der Scheidung ihrer Eltern betroffen. Gemäß §1684 (1) BGB hat das Kind ein Recht auf Umgang mit jedem Elternteil. Das Gericht kann, um eine mögliche Gefährdung des Kindes auszuschließen, den Umgang durch eine dritte Person begleiten lassen (§ 1684 (4)). Die häufigsten Gründe für den Begleiteten Umgang sind Hochstrittigkeit der Partner, gefolgt von Gewalt in der Beziehung und lange Kontaktunterbrechung, die eine sensible Kontaktanbahnung erfordert. Der „Begleitete Umgang“ ist deshalb aus der heutigen Kinder- und Jugendhilfe nicht mehr wegzudenken und nach §18 SGB VIII eine Leistung des Jugendamts, die häufig über freie Träger abgedeckt wird. Der „Begleitete Umgang“ beim DKSB in Bayern hat sich deswegen in den letzten Jahren sehr stark entwickelt. Die Anzahl der Fälle und Familien hat sich seit 2010 mehr als verdoppelt, genauso die Anzahl der betreuten Kinder. Mit diesem Angebot erreicht der DKSB in Bayern jedes Jahr rund 500 Familien mit über 1200 betroffenen Kindern und Jugendlichen, wobei für deutlich mehr als die Hälfte der Fälle eine tragfähige Lösung für den weiteren Umgang der Kinder mit beiden Eltern erreicht werden kann. Das kann nur verwirklicht werden durch die hervorragende fachliche Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Orts- und Kreisverbänden, sowie durch eine solide Ausbildung und Begleitung der Ehrenamtlichen. Im Sommer konnte eine Schulung für ehrenamtliche Umgangsbegleiter in der Geschäftsstelle erfolgreich durchgeführt werden, außerdem wurde beim BU - Fachtag im KV Straubing im Juni ein halbtägiger Workshop zum Thema angeboten. Der Landesverband unterstützt die Fachkräfte vor Ort zuverlässig durch Beratungs- und Fortbildungsangebote. Die Landesarbeitsgemeinschaft, die dreimal jährlich zum kollegialen und fachlichen Austausch durchgeführt wurde, hat in diesem Jahr für 40 interessierte KollegInnen folgende Fachthemen angeboten:  Arbeitstreffen mit dem Verband Binationaler Familien und Partnerschaften,    Fach-Input zum Umgang mit dem Thema „Sucht in der Familie“    sowie ein fachlicher Austausch mit dem VAMV – Verband alleinerziehender Mütter

und Väter.  

Der Landesverband bedankt sich für die gute Zusammenarbeit im Projekt.

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- Projekte des Landesverbands -

Fachbereich Ehrenamt Die aktuelle Broschüre des Deutschen Kinderschutzbundes Landesbandes Bayern e.V.: Orientierungshilfe – Ehrenamtliche Arbeit für Menschen mit Aufenthaltsstatus Kontingentflüchtling Ein Beitrag von Christiane Pink-Rabe1

Das Anliegen der unzähligen ehrenamtlichen HelferInnen ist es, die geflüchteten Menschen bei ihrem Ankommen in Deutschland zu unterstützen und ihnen Orientierung in dem für sie neuen Land und in der neuen Gesellschaft zu geben. Dies ist eine unschätzbare und unglaublich wertvolle (Integrations-) Hilfe. So neu die Situation für die Geflüchteten ist, so neu ist aber auch die Situation für die Ehrenamtlichen. Die vorliegende Broschüre soll deshalb den Ehrenamtlichen Orientierung geben für ihre freiwillige Hilfe und Unterstützung für die Geflüchteten. Der Fokus liegt auf dem zentralen Hilfsinstrument für eine bedarfsgerechte Hilfe: Die soziale Beziehung. Denn es gibt einiges zu beachten, damit das Ziel der tatsächlichen Hilfe für die Geflüchteten erfüllt wird. Damit sie unterstützt werden, selbständig in der für sie neuen Gesellschaft zu leben, aktiv an ihr teilzunehmen und sie mitzugestalten. Eine allgemeine Situationsbeschreibung der Geflüchteten und der Ehrenamtlichen gibt zunächst einen ersten Einblick, ein erstes Gefühl für diesen speziellen Bereich der ehrenamtlichen Hilfe. Daran anschließend wird die soziale Beziehung, sowohl als zentrales Hilfsinstrument wie auch als Teil der Hilfe, aus verschiedenen Perspektiven betrachtet und in ihren wesentlichen Bedeutungen und Funktionen aufgegliedert. Am Ende sollen Beispiele aus guter Praxis den Lesern/LeserInnen Impulse und Ansporn für die eigene individuelle Hilfe geben. Die Broschüre ist im Auftrag und mit Förderung des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration entstanden, dessen Anliegen es war, den Fokus der Orientierungshilfe für ehrenamtliche Flüchtlingshilfe auf die Gruppe der geflüchteten Menschen aus Syrien mit dem Aufenthaltsstatus Kontingentflüchtling zu legen. Während der Arbeit an dieser Orientierungshilfe aber auch während der Erhebung wurde immer wieder deutlich, dass viele Bedingungen (Ankommen und Zurechtfinden in der neuen Gesellschaft, sprachliche und kulturelle Orientierungslosigkeit) und Voraussetzungen (soziale Beziehung als wesentliches Hilfsinstrument) der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe nicht nur für die geflüchteten Menschen mit dem Aufenthaltsstatus Kontingentflüchtling sondern auch für alle anderen Geflüchteten (zum Beispiel Asylbewerber) gelten. Nur in manchen Bereichen bestehen für die geflüchteten Menschen aus Syrien mit dem Aufenthaltsstatus Kontingentflüchtling Sonderbedingungen, zum Beispiel bei einigen gesetzlichen Rahmenbedingungen. Aus diesem Grund kann die aktuelle Orientierungshilfe für alle ehrenamtlichen HelferInnen und Akteure, die in der Flüchtlingshilfe tätig sind, eine Hilfe sein.  

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- Projekte des Landesverbands -

Netzwerk Familienpaten Bayern Ein Beitrag von Margot Czekal

Seit seinen Anfängen in 2009 unter der Trägerkooperation von DKSB LV, KDFB LV, MütZE LV und ZAB hat sich das Projekt Netzwerk Familienpaten Bayern zu einer bekannten und verlässlichen Marke in der sozialen Landschaft Bayerns entwickelt. Als 2011 dann die ersten Standorte mit ihrer Arbeit beginnen konnten, haben seit dem die Projektleiter der Trägerkooperation 125 KoordinatorInnen geschult, die Fachkräfte vor Ort konnten mehr als 800 FamilienpatInnen schulen und begleiten aktuell über 320 Ehrenamtliche in ihren Patenschaftsaufträgen. Mit mehr als 1000 Patenschaften haben seitdem die ehrenamtlichen FamilienpatInnen des Netzwerks Familienpaten Bayern die familiären Bedingungen für über 2300 Kinder in Bayern konstruktiv verändert. Im vergangenen Jahr bot der bereits 3. Fachtag unter dem Titel „Prävention – Intervention – Beschwerdemanagement“ für über 80 Fachleute die Gelegenheit zu einer kritischen Auseinandersetzung über mögliche Gefahrenpotentiale und Gefährdungsstrukturen in Familienpatenschaftsprojekten. Im Rahmen offener Workshops konnten ausgewählte Teilbereiche für die Erarbeitung eines Kinderschutzkonzeptes in der pädagogischen Arbeit vor Ort mit kompetenten Referenten erörtert werden. Im Dezember 2016 haben wir in den Räumen des DKSB LV in der Goethestraße in München zusammen mit den Koordinatorinnen aus den 9 ersten Netzwerk-Standorten das 5jährige Standort-Jubiläum gefeiert. Neben den Vertreterinnen der Netzwerk-Trägerschaft haben wir uns sehr über die Anwesenheit und das Grußwort von Herrn Ministerialrat Höcherl und die Teilnahme von Frau Krüger aus dem Paritätischen gefreut. Wir nutzten die Gelegenheit, Frau Veit vom MütZe LV und die Projektleiterkollegin Frau Bortlik in diesem feierlichen Rahmen zu verabschieden. Nach dem Ausscheiden des Landesverbands der Mütter- und Familienzentren werden die verbliebenen beiden Kooperationspartner DKSB und Bildungswerk des KDFB die Projektarbeit im Netzwerk mit Unterstützung und Förderung des bayerischen Sozialministeriums gemeinsam fortsetzen. Durchaus mit Stolz registrierten wir die steigende Aufmerksamkeit der Fachöffentlichkeit, die sich darin äußerte, dass wir drei mehrseitige Artikel über das Netzwerk im Gesundheitsjournal (2/2016) des Conrad Verlags und in zwei Folgeausgaben (9 und 10/2016) von KiTa aktuell platzieren durften. Für das bevorstehende Jahr freuen wir uns auf die Zusammenarbeit mit den aktuell bestehenden 48 Standorten, und zudem ganz besonders darauf – nach langen Verhandlungen – endlich wieder mehrere neue Standorte begrüßen zu dürfen.    

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- Projekte des Landesverbands  

„Kinderrechte kinderleicht“ – Kinderrechte machen Schule Ein Beitrag von Daniela Riedel

Mit dem Projekt „Kinderrechte kinderleicht“, welches von der MAK-Stiftung gefördert wurde, besuchten die beiden Trainerinnen des Kinderschutzbundes Manuela Beckmann und Daniela Riedel zehn Klassen der 3. und 4. Jahrgangsstufe an vier Münchner Schulen. Im Gepäck hatten sie Geschichten, Spiele, Arbeitsblätter und viel Material, um den Schülerinnen und Schülern das Thema Kinderrechte in vier Doppelstunden zu erschließen. Gerade durch die Erzählungen der Mitschülerinnen und -schüler von ihrer familiären Abstammung und/oder ihren Herkunftsländern wurde den Kindern bewusst, dass die Einhaltung der Kinderrechte nicht selbstverständlich ist. Vor allem Geschichten über Kinderarbeit und beispielsweise lange, beschwerliche Schulwege hinterließen Eindruck. Die Trainerinnen ermutigten die Kinder, für ihre Rechte einzutreten und informierten sie darüber, wo und wie sie im Raum München und bundesweit politisch auch schon als Kind mitbestimmen und mitwirken können. Das Projekt fand bei allen Beteiligten großen Anklang und wird 2017 fortgesetzt werden. „Ich fand die Geschichten über Kinder aus anderen Ländern spannend. Danke, dass auch ich so viel über meine Heimat und unsere Traditionen erzählen durfte.“ (Sofian, 11 Jahre)   „Ich finde es gut, dass wir uns hier in Deutschland für Kinderrechte stark machen. In anderen Ländern müssen Kinder oft arbeiten oder können nicht zur Schule gehen. Auch wenn die Schule oft nervt, ist sie doch wichtig für später, oder?“ (Elif,10 Jahre)   „Ich wusste gar nicht, dass wir so viele Möglichkeiten haben, mitzubestimmen. Also auch außerhalb der Familie und Schule. Besonders die dazu gezeigten Internetseiten für Kinder in München fand ich toll.“ (Alina, 11 Jahre)   „Mir hat das Recht auf freie Meinungsäußerung am Besten gefallen. Wir durften zu einem Kinderrecht eine Wut-Rede schreiben und den Erwachsenen mal so richtig die Meinung sagen. Das war lustig.“ (Robert, 10 Jahre)

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- Projekte des Landesverbands -

„Medienlöwen – Münchner Medientraining“ Ein Beitrag von Daniela Riedel

Zugegeben, wer heute bei den Themen Computer, Internet, Smartphone oder Soziale Netzwerke den Durchblick behalten will, muss schon ein hohes Maß an Medienkompetenz mitbringen. Um die Schülerinnen und Schüler beim Erwerb dieser Fähigkeit zu unterstützen, besuchten die Trainerinnen und Trainer des Programmes „Medienlöwen – Münchner Medientraining“ rund 45 Klassen in 15 Schulen im Raum München, Rosenheim und Straubing. Finanzielle Unterstützung erhält das Projekt dabei durch den Lions Club München – Karl Valentin. Anhand zahlreicher Methoden reflektierten die Kinder und Jugendlichen ihr eigenes Medienverhalten und lernten viel Neues zum Thema Datenschutz, Persönlichkeits- und Urheberrechte, Vermeidung von Kostenfallen oder den Umgang mit Sozialen Netzwerken wie WhatsApp, Snapchat, Instagramm oder Facebook. In höheren Jahrgangsstufen wurden auch die Themen „Beleidigendes OnlineVerhalten“, „Cybermobbing“ oder „Big Data“ erarbeitet. Die Möglichkeit, die Eltern in die schulische Arbeit mit einzubinden, wurde von einer Schule wahrgenommen. Wir freuen uns auch 2017 wieder zahlreiche Schulen besuchen zu können.

„Starke Eltern – Starke Kinder“ ® Elternkurse „Starke Eltern – Starke Kinder“ ® in türkischer Sprache Ein Beitrag von Pelin Türkyilmaz

Das Projekt „Starke Eltern – Starke Kinder“® in türkischer Sprache wird aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration gefördert. Die Arbeitsschwerpunkte des Projektes bilden die Angebote von türkischsprachigen Schulungen für PädagogInnen sowie von türkischsprachigen Elternkursen für Eltern im Raum Bayern. Zudem gehören die fachliche Beratung der Ortsverbände, der ElternkursleiterInnnen und der Kooperationspartner zu den weiteren Aufgaben. Die Ausbildung von zertifizierten Elternkursleitungen, die türkischsprachige Elternkurse anbieten, ist insofern enorm wichtig, als die Eltern aus diesen Herkunftsländern in den Kursen die Möglichkeit bekommen, sich unter fachlicher Anleitung in ihrer Muttersprache über sehr sensible Themen 12

Von Eltern erarbeitet: Ganzheitliche Darstellung der Bedürfnisse, Werte, Kinderrechteund positiven Seiten mit dem Fokus auf das Kind

- Projekte des Landesverbands auszutauschen, zu reflektieren und gewaltfreie Handlungsperspektiven in der Kindererziehung zu erarbeiten. Die muttersprachlichen Elternkurse geben Eltern die Möglichkeit die eigene Sozialisation in der Familie auch mal kritisch zu betrachten und in der neuen Heimat etwas andere Wege einzuschlagen. Eine Reflexion der kulturellen Erziehung im Kontext der Migration ermöglicht auf niederschwelliger Basis eine Brücke zwischen dem Gewohnten und dem Neuen aufzubauen, um in einem weiteren Schritt an die hiesigen gesellschaftlichen Werte anzuknüpfen und zur Partizipation sowie zur erfolgreichen Integration in die Gesellschaft zu motivieren. Hervorzuheben ist auch, dass alleinerziehende Elternteile aus dem türkischsprachigen Raum in den Elternkursen Stärkung und Unterstützung in ihrer besonderen Erziehungssituation finden. Um türkischsprachige Eltern, die mit den gesellschaftlichen Strukturen in Deutschland noch nicht so vertraut sind, zu erreichen, ist eine gute Kooperation mit den bestehenden sozialen Einrichtungen im interkulturellen Bereich notwendig. Das Ziel, die bestehenden Kooperationen zu stärken und neue Kooperationspartner für die Durchführung der türkischsprachigen Elternkurse zu erschließen, wurde erreicht. Zur erfolgreichen Weiterführung des Projektes ist für das Jahr 2017 eine türkischsprachige Schulung zur Elternkursleitung Starke Eltern – Starke Kinder anvisiert.

 Austausch, Reflexion und Wissensvermittlung zur Stärkung der Eltern

„2016 Starke Eltern – Starke Kinder“ ® Ein Beitrag von Daniela Riedel

Seit 15 Jahren werden in Bayern Elternkurse angeboten. Dies wurde im März im jährlichen Fachtag gewürdigt, der unter dem Thema „Starke 15 Jahre – Kinder und Eltern unterstützen – psychische Gesundheit fördern“ stand und gemeinsam mit dem Landesverband Baden-Württemberg organisiert und durchgeführt wurde. Besonders großen Anklang fand dabei der Workshop "Eltern mit dem Züricher Ressourcen Modell (ZRM) stärken". Daher wurden im Laufe des Jahres gleich zwei Fortbildungen dazu im Landesverband angeboten. Rund 50 TeilnehmerInnen konnten unter der fachkundigen Anleitung von Fr. Svetlana Bojcetic die verschiedenen Phasen des Modells anhand eines eigenen Themas erarbeiten, durchlaufen und so dessen Wirksamkeit erleben. Zwei weitere Fortbildungen wurden zum Ergänzungsmaterial „Geburt bis 3 Jahre“ angeboten, sowie eine Schulung für russische Elternkursleitungen zum Thema „Psychische Gesundheit“ in Würzburg. Auch die Brisanz der Flüchtlingsthematik hielt Einzug in die Arbeit des Kinderschutzbundes: Wenn Kinder und ihre Familien nach der Flucht in Deutschland ankommen, hat zwar die unmittelbare Bedrohung durch Krieg und Verfolgung ein Ende, für die Betroffenen aber bleiben die Erlebnisse im Herkunftsland und auf der Flucht im Denken, Fühlen und Handeln allgegenwärtig. Um die Familien bei ihrer Neuorientierung zu unterstützen und ihnen so zu helfen, Sicherheit, Zuversicht und Stabilität zurückzugewinnen, hat der Kinderschutzbund Landesverband Bayern Angebote auf zwei Ebenen entwickelt. Zum einen erarbeitete eine Referentin des LV Manuela Beckmann ein Konzept für einen „Elternkurs für Asylsuchende und

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- Projekte des Landesverbands Flüchtlingseltern“, den sie im Mai in Unterwössen mit 11 syrischen Flüchtlingen durchführte. Im Herbst schulte sie insgesamt 25 Elternkursleitungen in zwei eintägigen Fortbildungen. Diese können nun mit den zusätzlichen Inhalten – verstärktes Eingehen auf die Werte und Bedürfnisse, leichte Sprache, Kinderrechte sowie das bayerische Schul- und Gesundheitssystem – Elternkurse für Eltern mit Fluchterfahrung anbieten. Außerdem wurden fünf erfahrene Trainerinnen aus Bayern an insgesamt vier Fortbildungstagen in Hannover zum Thema „Traumapädagogik“ vom Bundesverband als Multiplikatorinnen ausgebildet. Diese werden künftig im Rahmen von (bis zu) fünf Fortbildungstagen Pädagogen fortbilden, die in ihren Einrichtungen wie Schulen und Kindertageseinrichtungen dann adäquat mit traumatisierten Kindern (unter anderem auch Flüchtlingskinder) Werte, Foto: D. Riedel umgehen können. Bereits von Oktober bis Dezember 2016 führten sie beim Landesverband Bayern für 16 TeilnehmerInnen eine fünf-tägige Fortbildung durch. Darüber hinaus wurden im Laufe des Herbstes über die bayrischen Landratsämter insgesamt 13 ein- und mehrtägige Fortbildungen zu diesem Thema gehalten. Wir freuen uns, dass 23 neue Pädagoginnen und Pädagogen zu ElternkursleiterInnen geschult werden konnten. Abschließend möchten wir uns bei allen deutsch-, türkisch- und russischsprachigen Elternkursleiterinnen und Elternkursleitern bedanken, die das Konzept „Starke Eltern – Starke Kinder“® in über 125 Kursen bayernweit erfolgreich vermittelt haben.

EK Unterwössen: TeilnehmerInnen des Elternkurses für Flüchtlinge in Unterwössen, Foto: D. Riedel

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- Projekte des Landesverbands -

Fachbereich Traumapädagogik Flucht hat langfristige Folgen Ein Beitrag von Margot Czekal

Wenn Kinder und ihre Familien nach der Flucht in Deutschland ankommen, hat zwar die unmittelbare Bedrohung durch Krieg und Verfolgung ein Ende, für die Betroffenen aber bleiben die Erlebnisse im Herkunftsland und auf der Flucht noch lange Zeit im Denken, Fühlen und Handeln allgegenwärtig. Kinder und ihre Eltern müssen enorme Anstrengungen vollbringen, um Orientierung und Sicherheit, sowie Zuversicht und Stabilität zurückzugewinnen. Gesundheitliche Probleme, schlechte Unterbringungsmöglichkeiten, fehlende Sprachkenntnisse, geringe finanzielle Ressourcen und kulturelle Unsicherheiten können diesen Prozess belasten und es insbesondere Kindern erschweren, traumatische Erlebnisse aufzuarbeiten. Aber gerade hier muss frühzeitig angesetzt werden, um Spätfolgen möglichst zu verhindern. Daher brauchen diese Kinder unseren Schutz, unser Willkommen und unsere Unterstützung. Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen oder Schule sowie im Freizeitbereich nehmen hierbei eine Schlüsselstellung ein, und die Begleitung von Kindern mit Fluchterfahrung stellt sie vor multiple Herausforderungen. Der Deutsche Kinderschutzbund Bundesverband e.V. hat im vergangenen Jahr auf Grundlage des Konzeptes: „Sehen – verstehen – angemessen handeln – traumatisierte (Flüchtlings-) Kinder in der Kita gut begleiten und integrieren“ des DKSB LV SchleswigHolstein e.V. ein Fortbildungskonzept entwickelt und eine bundesweite Fortbildungsoffensive gestartet. Der DKSB LV Bayern hat sich diesem Angebot angeschlossen und beim BV fünf Multiplikatorinnen ausbilden lassen. So konnten wir eine 5-tägige Fortbildung für 16 interessierte Fachkräfte der öffentlichen Jugendhilfe in der Geschäftsstelle durchführen. Darüber hinaus wurden 13 ein- und mehrtägige Fortbildungen an bayerischen Kommunen für 166 Fachkräfte in den Einrichtungen vor Ort durchgeführt. Wir stellen den Fachkräften in Bildungs- und Betreuungseinrichtungen traumapädagogische Handlungsweisen vor und können so gemeinsam darüber nachdenken, wie diese in den Alltag implementiert werden können, um eine gute Entwicklung für Kinder nach deren Flucht zu ermöglichen. Fachkräfte lernen in diesem Seminar, die Signale von Kindern zu erkennen, diese fachgerecht zu verstehen, sensibel auf deren Bedürfnisse einzugehen und angemessen darauf zu reagieren. Denn nur so ist ein guter Start in ein neues Leben für viele Kinder möglich.

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- Spenden, Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit -

Fachbereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Ein Beitrag von Hannah Czekal

  Auch im Jahr 2016 gab es im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit personelle Veränderungen: Alina Semmer, die als Werkstudentin den Fachbereich mit viel Knowhow und Enthusiasmus betreute, verließ den Kinderschutzbund im Sommer 2016 aus beruflichen sowie universitären Gründen. Seit Juni 2016 ist Hannah Czekal die Verantwortliche der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Sie hat im Herbst ihren Bachelor Politik- und Kommunikationswissenschaften an der LMU München begonnen und beendet gleichzeitig ihren Bachelor Rechtswissenschaften an der Fernuniversität Hagen. Die Geschäftsstelle des DKSB LV Bayern e.V. ist regelmäßig Anlaufstelle für Presseanfragen rund um das Thema Kinderschutz und agiert somit oft als Sprachrohr für den Deutschen Kinderschutzbund in ganz Bayern. Hieraus ergibt sich die anspruchsvolle Aufgabe für den Fachbereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit durch schnelle und fachlich hochwertige Statements den Kinderschutzbund angemessen zu repräsentieren. Bei Interesse können alle Interviews, Artikel und Pressemitteilungen des Jahres 2016 online abgerufen oder in der Geschäftsstelle angefragt werden. Genauso liegt es in der Verantwortung des Fachbereiches Anfragen an die richtigen Stellen innerhalb oder außerhalb des Verbands weiterzugeben, sei es von der Presse oder eines Orts- und Kreisverband, der Unterstützung benötigt. Auch innerhalb der Geschäftsstelle nimmt die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit eine zentrale Rolle ein: Fachliches Knowhow bzgl. Medien, Kommunikation und PR auf der einen Seite, die Aufgabe des Zuarbeitens zu anderen Fachbereichen wie auch das Vernetzen von pädagogisch Fachlichem und verwaltungstechnischen Fragen auf der anderen Seite. Die Mannigfaltigkeit dieser Aufgaben spiegelt sich sicher auch in dem Erarbeiteten wieder: Es wurden mehrere Richterkarten gestaltet: o

Kinderrechte

o

Cyber Grooming

o

Nikolaus

Ebenso wurden aufgrund von Anfragen von außerhalb (Sexualisierung in der Werbung) oder aber Ereignissen wie dem Weltkindertag Pressemitteilungen verfasst. Die Geschäftsführung hat mehrere Interviews unter anderem mit der Süddeutschen Zeitung geführt, welche vom Fachbereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit koordiniert oder auf Herz und Nieren geprüft wurden. Die Aufgabenvielfalt macht diesen Fachbereich zu einer tollen beruflichen Erfahrung, allerdings geht wie in vielen anderen Verbänden auch mit der Budgetknappheit eine Zeitknappheit einher und erfordert somit viel Organisation, Multitasking und Disziplin sowie Stressresistenz.  

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- Spenden, Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit -

Spenderliste 2016

ASM Assembly Systems GmbH & Co.KG Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration Gewinn-Sparverein der Sparda-Bank München e.V. Hans Geis GmbH & Co. henke rapolder frühe - Ingenieursgesellschaft mbH Lions Club München Karl Valentin MaibornWolff AG MAK Stiftung für benachteiligte Kinder Richter und Staatsanwälte Stiftung Bündnis für Kinder Stiftung Rotary Club München Friedensengel e.V. STW Stainless Tube Welding GmbH Telefónica Germany GmbH & Co.OHG UniCredit Bank AG

Wir bedanken uns recht herzlich bei allen oben aufgeführten sowie nicht namentlich erwähnten Spendern für ihre Unterstützung!

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- Spenden, Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit Fundraising – Eine immer wieder neue Herausforderung! Ein Beitrag von Hans-Dieter Bott

Der Landesverband Bayern ist ein eingetragener Verein, der sich - wie auch seine 59 Mitglieder, die Orts- und Kreisverbände - selbst finanzieren muss. D.h. jedes Jahr aufs Neue muss ein Kostenvolumen von einem hohen sechsstelligen Eurobetrag durch entsprechende Einnahmen gedeckt werden. Zusammengenommen mehr als die Hälfte davon kommt aus vergleichbar sicheren Finanzierungsquellen wie den Einnahmen aus unseren Schulungen und Fachtagungen, aus den Mitgliedsbeiträgen der Orts- und Kreisverbände und der Förderung des bayerischen Sozialministeriums. Für den verbleibenden (nicht geringen) Block ist jedoch die Abteilung „Fundraising“ zuständig. Vorstand und Geschäftsführung haben hierzu eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich monatlich trifft und Strategie und Vorgehen berät, um zu entsprechenden Einnahmen zu kommen. Einen großen Anteil haben hierbei Zuweisungen durch die Gerichte und Staatsanwaltschaften. Daneben erhalten wir aber auch Spenden von Privatpersonen, Wirtschaftsunternehmen, Social Clubs und Stiftungen. Dies ist ein hart umkämpfter Markt von allen Einrichtungen, die auf Finanzierung ihrer Arbeit durch Spenden angewiesen sind. Durch gezielte Marketing Maßnahmen wie das Verschicken und Kaltakquise sprechen wir diese Gruppierungen an.

unserer

Richterkarten

Bei dem Gestalten der Richterkarten und anderen Designfragen freuen wir uns seit Ende 2016 über die Mithilfe einer Graphikdesignerin, die uns ehrenamtlich unterstützt - auch eine Art der Spende, die vor allem weitreichende Wirkung hat! Problematisch bleibt weiterhin die Akquise von Geldspenden von (vermögenden) Privatpersonen, Stiftungen und Firmen. Wir freuen uns über jede kleine oder große Spende, die zeigt, dass wir in unseren Bemühungen erfolgreich waren.

© Angela Ullrich 2016: Ehrenamt 2017

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- Spenden, Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit -

„Freiwilligenmanagement und Öffentlichkeitsarbeit kompakt“ Kooperationsseminar mit der Hanns-Seidel-Stiftung im Kloster Banz Ein Beitrag von Gudrun Stothard

Am 18. und 19. Juni 2016 fand im Kloster Banz das Kooperationsseminar mit der Hans-Seidel-Stiftung „Freiwilligenmanagement und Öffentlichkeitsarbeit kompakt“ statt. Mit Herrn Gabriel Bücherl konnte erfreulicherweise der Referent wieder gewonnen werden, der bereits im Jahr zuvor den zweiten Seminartag mit der Thematik „Gewinnung von Ehrenamtlichen“ gestaltet hatte. Dies war auch der Wunsch der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des letzten Seminares. Ehrenamtliche begleiten Das Begleiten von Ehrenamtlichen beginnt im Prinzip in der Phase der Gewinnung mit dem Ansprechen und einem strukturierten Erstgespräch. Ziel ist es, eine möglichst gute Übereinstimmung zwischen Talenten und Erwartungen des/der Freiwilligen und der Organisation herzustellen, damit beide Seiten möglichst viel vom Engagement haben. Das Begleiten zieht sich aber im Prinzip über alle Phasen des Engagementzyklus und ist der Kern von professionellem Freiwilligenmanagement. Einen besonderen Stellenwert hat die Begleitung in der sensiblen Phase zwischen Erstgespräch und Etablierung in der ehrenamtlichen Gruppe/Aufgabe. Ziel ist es, zu Beginn der Beziehung zur/zum Freiwilligen Willkommen auszudrücken, Orientierung zu vermitteln, die Identifikation mit der eigenen Organisation zu stärken und schließlich zur Integration in die ehrenamtliche Gruppe beizutragen. Ehrenamtliche entwickeln Hierzu wurde zunächst diskutiert, ob es wirklich Personalentwicklung im Ehrenamt geben kann/soll. Viele fremdeln mit diesem Begriff wie auch mit dem Begriff der „Karriere“ im ehrenamtlichen Umfeld. Es ist dennoch wichtig, sich mit Entwicklungsmöglichkeiten im Ehrenamt zu beschäftigen. Die Engagementforschung belegt, dass viele Ehrenamtliche das Bedürfnis haben, an ihren ehrenamtlichen Aufgaben zu wachsen und sich mit ihnen zu entwickeln. Das trifft sicher nicht für jede/n zu und der Begriff Entwicklung wird sicher unterschiedlich verstanden. „Karriere“ muss nicht immer heißen, dass jemand in der Organisationshierarchie aufsteigen möchte. Vielmehr kann auch eine fachliche Weiterentwicklung oder die Übernahme von mehr Verantwortung in einem Aufgabenbereich als „Karriere“ verstanden werden.

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- Spenden, Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit Ehrenamtliche verabschieden Zum Verabschieden wurden folgende Punkte besprochen: Abschied ist normal und erlaubt. Es ist das Wesen ehrenamtlicher Arbeit, dass sie jederzeit ohne schlechtes Gewissen beendet werden kann. Man sieht sich immer zweimal im Leben: Wenn der Abschied würdevoll gestaltet wird, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass ein/e Ehrenamtliche/r die Organisation in guter Erinnerung behält und sich dementsprechend bei Gelegenheit erneut für ein Engagement in der eigenen Organisation entscheidet. Der Abschied sollte individuell auf die Person und ihre Motive zugeschnitten sein. Rahmenbedingungen für ehrenamtliches Engagement Hier wurden einige Ideen zusammengetragen, was zu den Rahmenbedingungen ehrenamtlichen Engagements gehören könnte. Zudem wurde besprochen, dass Standards der eigenen Organisation oder von Dritten dazu zwingen können, gewisse Rahmenbedingungen einzuhalten. Manche Freiwilligenagenturen oder Zuschussgeber setzen z.B. gewisse Rahmenbedingungen voraus. In jedem Fall bedeuten die Rahmenbedingungen für die Organisation einen gewissen Aufwand. Und natürlich wird man nicht immer perfekte Rahmenbedingungen für ehrenamtliches Engagement schaffen können. Klar ist aber, dass Ehrenamtliche ihre Zeit häufig nur dann spenden, wenn einige für sie wichtige Rahmenbedingungen gegeben sind. Welche das sind, ergründet man am besten im individuellen Erstgespräch zu Beginn des Engagements und regelmäßig im Engagementgespräch. Presseinformation in Theorie und Praxis Beim Thema Öffentlichkeitsarbeit konzentrierte sich die Gruppe am Sonntag auf die Presseinformation als klassisches Instrument. Die TeilnehmerInnen wurden mit praktischen Übungen, das heißt mit dem eigenen Formulieren einer Presseinformation in Gruppenarbeit für die Thematik sen-sibilisiert. Unser herzlicher Dank geht an die HannsSeidel-Stiftung, dem Referenten und an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Ortsund Kreisverbänden, die durch ihre engagierte Mitarbeit wesentlich zum Gelingen des Seminars beigetragen haben.

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- Spenden, Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit -

Öffentlichkeitsarbeit im Verein Ein Beitrag von Sophie Mühlbauer

Der Deutsche Kinderschutzbund hat einen guten Namen, aber was verbindet der Einzelne mit diesem Namen? Wie können wir deutlich machen, dass wir keine Eingreiftruppe bei sexuellem Missbrauch und häuslicher Gewalt sind, sondern vielfältig mit umfangreichen Präventionsangeboten vor Ort, schnell und unbürokratisch mit einem Heer von qualifizierten Ehrenamtlichen und Fachkräften Kindern, Jugendlichen und Familien helfen? 2016 hatten wir das Glück, über PROBONEO in Frau Katrin Fehlau und Frau Claudia Minke zwei kompetente Fachberaterinen vermittelt zu bekommen, die uns helfen sollten, Fragen zu klären wie:

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Wie können wir unsere Öffentlichkeitsarbeit effektiver gestalten?

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Wie verbessern wir den Informationsfluss zwischen dem Landesverband und den einzelnen Orts- und Kreisverbänden?

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Wie können wir offensiv für eine Sache eintreten und Verbündete werben?

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Wie gewinnen wir Ehrenamtliche?

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Wie erreichen wir Bürger, Politiker, Presse, Institutionen und nicht zuletzt Geldgeber?

Auf unserem Workshop Öffentlichkeitsarbeit am 10.10.2016 sowie den Mitgliederversammlungen wurde der Wunsch nach einem bayernweit einheitlichen Erscheinungsbild deutlich. In der Tat wäre es sehr begrüßenswert, 59 unterschiedlich gestaltete Websites, Briefbögen oder Werbematerial als Kinderschutzbund wieder erkennbar zu gestalten. Dafür aber wollen wir die Entwicklungen des Bundesverbandes in Sachen neues Logo und Corporate Identity abwarten, die wohl 2018 vorliegen werden. Ein weiterer Schwerpunkt der Öffentlichkeitsarbeit soll die Gewinnung von Ehrenamtlichen sein. Dafür wurde mit den Fachberaterinnen eine Kampagne zum Thema „Qualifiziertes Ehrenamt“ entwickelt. Diese werden wir im 1. Halbjahr 2017 unseren OV/KV vorstellen und sie einladen, möglichst bayernweit daran teilzunehmen.

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- Spenden, Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit -

Strukturprozess Ein Beitrag von Frauke Riegelsberger

Der Strukturprozess wurde 2013 mit einer Arbeitsgruppe eingeleitet, um die innerverbandlichen Strukturen und Kommunikationswege zwischen Landesverband und Orts- und Kreisverbänden zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Der Strukturprozess ist nun drei Jahre alt: in dieser Zeit hat sich mal ganz viel getan, mal hat er stagniert. Das ist ganz normal, wenn ein so großes Projekt gestartet wird, aber wir sollten ihn trotzdem nicht aus den Augen verlieren. Einzelkämpfer haben es in unserer „kleinen“ Welt immer schwerer und erzielen dementsprechend ihre Resultate ein wenig langsamer als "big player". Der Gedanke vor drei Jahren war, die Mitgliederverbände untereinander besser zu vernetzen und die internen Kommunikationsstrukturen effizienter zu gestalten. Dazu sollten sich Interessensgruppen (so genannte IGs) finden, um bestehende Beziehungen und Verbindungen besser zu nutzen. Diese IGs ermöglichen es, gemeinsame regionale Themen auf kurzem Wege zu besprechen, Unterstützungsmöglichkeiten auszutauschen und gemeinsame kommunale Voraussetzungen zu nutzen. Da es immer nötig ist, eine treibende Kraft zu haben, gibt es in jeder IG einen OV/KV, der das „Hütchen“ aufhat und die gemeinsame Arbeit grundsätzlich koordiniert. Ein Beispiel für eine sehr gelungene Zusammenarbeit hat uns die IG Straubing / Donauanrainer präsentiert: In einer Zusammenkunft wurde darüber diskutiert, dass die Fortbildungen in München häufig zu ungünstigen Zeitpunkten stattfinden. Gleichzeitig gab es einen großen Bedarf an vereinsrechtlichen Informationen. Deswegen erklärte sich die Geschäftsführerin aus Straubing, Tanja Schütz bereit, Fortbildungen zu diesem Thema anzubieten, die sowohl an die zeitlichen als auch an die inhaltlichen Bedürfnisse der TeilnehmerInnen angepasst werden konnten. Wir sagen ein herzliches Dankeschön für diese vorbildhafte Kooperation.

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- Die Orts- und Kreisverbände -

Amberg-Sulzbach

Passau

Ansbach

Pfronten

Aschaffenburg

Günzburg

Regensburg

Augsburg

Höchstadt

Regen-Viechtach

Bamberg

Hof

Rhön-Grabfeld

Bayreuth

Immenstadt

Rosenheim

Buchloe

Kaufbeuren

Schweinfurt

Burghausen-Altötting

Kemnath

Sonthofen

Coburg

Kempten

Starnberg

Deggendorf

Krumbach

Straubing

Dillingen/Donau

Landau a. d. Isar

Thannhausen

Donau Ries

Landshut

Tirschenreuth

Ebersberg

Lindau

Traunstein

Eichstätt

Lindenberg

Ulm

Erlangen

Markt Schwaben

Vilshofen

Forchheim

Memmingen

Wartenburg

Freising

Miesbach

Weilheim-Schongau

Fürstenfeldbruck

Moosburg

Wunsiedel

Füssen

Mühldorf/Waldkraiburg

Würzburg

München Nürnberg Osterhofen Ottobeuren

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- Highlights und Jubiläen Kreisverband Burghausen-Altötting Anita Allmannsberger vom Kinderschutzbund, KV Burghausen-Altötting bildete 14 junge Babysitter aus: Mit viel Fleiß und Engagement haben 14 Jugendliche ihr BabysitterDiplom abgelegt. Die Mädchen beschäftigten sich in vier Doppelstunden mit allem Wissenswerten rund um den Umgang mit Kindern. 

Wie entwickeln sich Kleinkinder?



Wie kann man das Vertrauen eines Kindes gewinnen?



Welche Spielideen gibt es für welches Alter?

Diese Fragen wurden eingehend beantwortet, aber auch praktisches Tun war angesagt, etwa wie man Babys wickelt oder richtig füttert und wie man die Kleinkinder behutsam hält. Das Team setzte sich ebenso mit Inhalten wie dem Umgang mit Konflikten und Streit, der Ersten Hilfe im Notfall und der großen Verantwortung eines Babysitters auseinander. Zusammen wurden die besonderen Gefahrenquellen im Haushalt ausfindig gemacht und ein Notfallplan erarbeitet. Besonders wichtig war, den Jugendlichen zu vermitteln, welche Rechte und Pflichten sie übernehmen.

Kreisverband Augsburg Medaille für besondere Verdienste um die Bayerische Justiz für zweite Vorsitzende des Kinderschutzbundes Augsburg. Am 23.11.2016 wurde Frau RA Nazan Simsek für ihr herausragendes Engagement zu der Thematik Paralleljustiz die Medaille für besondere Verdienste um die Bayerische Justiz verliehen. Die Fachanwältin für Familienrecht ist seit Jahren ehrenamtlich im Vorstand des DKSB Augsburg als zweite Vorsitzende aktiv und trägt maßgeblich zu der Umsetzung der Kinderrechte bei. Die Thematik der Paralleljustiz ist wichtig, da sie auch Kinder treffen kann. Eine gütliche Beilegung von Streitigkeiten, insbesondere in der Familie, ist auch vom DKSB gewollt. Allerdings darf diese nicht zu Lasten der Kinder gehen. Der Kinderschutzbund Augsburg freut sich daher über diese Auszeichnung und beglückwünscht ihr ehrenamtliches Vorstandsmitglied Frau Rechtsanwältin Nazan Simsek.

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- Highlights und Jubiläen Kreisverband Bayreuth Paradiesgärtlein auf der Landesgartenschau Bayreuth Einen eigenen Paradiesgarten von der Landesgartenschau mit nach Hause nehmen zu können – wer wünscht sich das nicht? Für mehr als hundert Kinder wurde dieser Traum wahr! Bei strahlendem Sonnenschein war die "Gärtnerei" des Bayreuther Kinderschutzbundes stets überfüllt und viele Eltern freuten sich über die Kreativität ihrer Kinder. In leere Plastikverpackungen wurden kleine Ableger und Blühpflanzen gesetzt, mit Hauswurz und Sand entstanden Steingärten, Farne und Moos bildeten kleine Regenwälder. Groß und Klein präsentierten anderen Besuchern der Gartenschau stolz ihre Kunstwerke – und wer weiß? Vielleicht wurden auch schon erste Berufspläne geschmiedet?

Ortsverband Deggendorf Kinderschutzbund Deggendorf mit Außenstelle Plattling im Freizeitparadies Bayern Park: „Wenn ich in die Augen der Kinder schaue, hat sich das Ganze schon gelohnt“ resümiert Hans Höller, Geschäftsführer von G.U.T Deggendorf KG, während des gemeinsamen Mittagessens. Bei traumhaftem Wetter ging es im Sommer für etliche Familien ab Deggendorf bzw. Plattling mit dem Bus los in Richtung Bayern Park. Das Ziel war dabei sowohl Kindern als auch Begleitpersonen einen tollen Ferientag zu ermöglichen. Die EA Familienhelferinnen des DKSB gingen intensiv auf die Kinder ein und halfen bei Bedarf bei der Betreuung – die Kinder tobten umher und hatten sehr viel Freude. Höller, Sponsor von Eintritt und Verpflegung und selbst Vater von 2 Kindern sowie Jugend Fußballtrainer, schätzt das ehrenamtliche Engagement des DKSB sehr und ist überzeugt: „Kinder sind unsere Zukunft und da ist jeder Euro gut investiert“ Auch Herr Reis, Geschäftsführer von Globus Plattling, unterstützte zum wiederholten Male diese Aktion: Für den kleinen Hunger während der Busfahrt gab es Wiener Würstchen, Getränke und Äpfel!

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- Highlights und Jubiläen Kreisverband Ebersberg Immer wieder ein tolles Event vom Kreisverband Ebersberg: Das Abschlussklettern in Heimstetten Das Abschlussklettern in Heimstetten Nach 10 Stunden Klettererlebnis in Zusammenarbeit mit dem Verein "Leben bewegt e. V." in der Boulderhalle Grafing konnten die 8 teilnehmenden Kinder ihren Eltern in einer großen Kletterhalle "High East" zeigen, was sie gelernt haben. Dieser therapeutische Kletterkurs wird seit vielen Jahren vom Kinderschutzbund Ebersberg für Familien mit wenig Geld angeboten.

Kreisverband Erlangen Am 17. März 2016 haben wir unser 40 jähriges Jubiläum im Erlanger E-Werk gefeiert. Zunächst haben wir in der Kellerbühne mit vielen Gästen auf 40 Jahre Kinderschutzbund in Erlangen zurückgeblickt. Der Präsident des deutschen Kinderschutzbundes Heinz Hilgers hielt den Festvortrag zum Thema "Kinderrechte". Am Ende der Veranstaltung überraschte er Angelika Will, die Vorsitzende des Erlanger KSB, mit der goldenen Ehrennadel des Deutschen Kinderschutzbundes. Im Anschluss fand im großen Saal des E-Werks ein tolles Konzert mit Torsten Goods statt. Er präsentierte in Quartettbesetzung sein neues Album "Thank You Baby". Ein Teil des Erlöses geht direkt an den Kinderschutzbund.

Kreisverband Forchheim 30 Jahre Kinderschutzbund im Landkreis Forchheim – der Kinderschutzbund ist den Kinderschuhen entwachsen Ein Beitrag von Elisabeth Hümmer, Erste Vorsitzende

Durch die Ausstellung "Keine Gewalt gegen Kinder" entstand die Gründungsidee für einen Kinderschutzbund im Landkreis Forchheim, welcher am 19.09.1986 mit einer Gründungsversammlung ins Leben gerufen wurde. Der Fokus lag auf fachlich qualifizierten, gewollt niederschwelligen Unterstützungen und Hilfestellungen für bedürftige Familien, denn die Erfahrung zeigte: Gewalt entsteht dort, wo die seelische Not groß ist. Schnell bot der DKSB in Forchheim die erste Hausaufgabenbetreuung an und organisierte eine Kinder-Kleiderkammer für betreute Familien. Der DKSB war stets auf der Höhe der Zeit: gesell. Fehlentwicklungen und Themen rund um Kind und Familie wurden aufgegriffen und als Grundlage für fachlich fundierte Angebote genommen, die ständig evaluiert, modifiziert und bedarfsorientiert ergänzt zu dem heutigen vielseitigen und stark nachgefragten Leistungsangebot führten. Aufgrund großer gesell. Herausforderungen und im Hinblick auf das Wohl künftiger Generationen leistet der DKSB einen wertvollen Beitrag. Heute und morgen. „Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt.“ - Albert Einstein 26

- Highlights und Jubiläen Kreisverband Günzburg Evaluationsbericht ist fertig! Endlich ist es soweit: Nach knapp 2 Jahren ist der Evaluationsbericht der „Patenschaften für Kinder psychisch erkrankter Eltern“ aus der Zusammenarbeit des DKSB und Mitarbeitern der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Uni Ulm fertig. 2010 ist das Projekt entstanden: Kindern mit einem psychisch erkrankten Elternteil, meist alleinerziehende junge Mütter, soll durch die Patenschaft eine zusätzliche verlässliche Bezugsperson oder Familie an die Seite gestellt werden. Einen Nachmittag in der Woche und teils an einem Wochenende im Monat kann das Kind unbeschwert Zeit bei den Paten verbringen und einen anderen (Familien-) Alltag sowie alternative Modelle der Lebensbewältigung kennenlernen. Prof. Dr. Thomas Becker, leitender ärztlicher Direktor des BKH Günzburg, zusammenfassend in seinem Vorwort: „Die Eltern nehmen das Angebot als eine wichtige Entlastung im Alltag wahr und die Kinder fühlen sich in den Patenfamilien wohl. Beides hängt untrennbar zusammen und schafft die Voraussetzung dafür, dass es zu positiven Veränderungen in den Familien kommt – und zwar auf beiden Seiten!“

Ortsverband Immenstadt Ein Herz für Kinder und Familien: Bundesverdienstmedaille für Anneliese Schickinger Seit 38 Jahren ist Anneliese Schickinger eine der aktivsten EA beim DKSB Immenstadt und erhielt nun für ihr außergewöhnliches Engagement die Bundesverdienstmedaille. „Die Arbeit im Kinderschutzbund ist für sie eine Lebensaufgabe“, sagte Klotz bei der Feierstunde im Landratsamt. Seit 1978 ist die Immenstädterin Mitglied beim DKSB. Während sie das Team der EA Familienhelfer ergänzte, war sie 17 Jahre StV Vorsitzende des Verbands. Schickinger betreute als Familienpatin kontinuierlich Familien in Krisensituationen oder nahm in akuten Notlagen Kinder in ihrer Familie auf. Sie schaffte es, Räumungsklagen oder Pfändungen abzuwenden und verhinderte die Unterbringung von Kindern im Heim. Durch die Teilnahme an örtlichen und überregionalen Fortbildungen/Tagungen gilt sie für all ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten als besonders qualifiziert. Weiterhin setzt sie sich mit Geduld und Beharrlichkeit bei neuen Projekten ein: „Frühe Hilfen“ hat sie von Anfang an mitentwickelt, begleitet und umgesetzt, ebenso wie die Elterncafés, die Gruppe „Leben mit Neugeborenen“, u.v.a. Aktuell arbeitet sie engagiert im Jugendhilfeausschuss des Landkreises Oberallgäu mit.

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- Highlights und Jubiläen Kreisverband Kempten MIKI – dein Sprungbrett Rund 20% der Kinder eines Jahrganges sind gefährdet, ohne Ausbildung ins Leben entlassen zu werden. Dadurch droht Ausgrenzung und sozialer Abstieg! Der DKSB Kempten bietet max. 8 Kindern Betreuung in diesem Projekt an. MIKI steht für „Mittagskinder“ und Sprungbrett für die Chance auf betreute Hausaufgaben und Freizeitgestaltung sowie Fürsorge im physischen und psychischen Bereich. Grundschulkinder mit Förderbedarf erleben nachmittags „Familie“, gestaltet von engagierten, kompetenten, verantwortungsbewussten Haupt- und Ehrenamtlichen. Mit diesem Projekt finden diese Kinder einen Weg in eine Zukunft mit Perspektiven!

Kreisverband Landshut Der Kinderbesuchsdienst „Regenbogen“ ist seit 1994 ein erfolgreiches Projekt des Kinderkrankenhauses St. Marien. Das Team „Regenbogen“ unter der Leitung des Psychosozialen Dienstes, des Krankenhausseelsorgers und der Vorsitzenden des Kinderschutzbundes sind 12 ehrenamtliche Frauen, die ihre Zeit und Liebe den kleinen Patienten widmen. Sie bieten Einzelbetreuung oder regelmäßigen Besuch auf einer Station, aber auch Kinderbetreuung während notwendiger Elterngespräche im Sozialpädiatrischen Zentrum. Die Frauen bringen viel Zeit mit, um mit den Kindern zu spielen, zu basteln, ihnen vorzulesen und sie aufzumuntern. Mit Erlaubnis der Eltern machen sie auch Spaziergänge. Sie gehen auf die speziellen Bedürfnisse von Frühchen ein und können so Kindern und Eltern den Krankenhausaufenthalt erleichtern. Der Kinderschutzbund unterstützt den Besuchsdienst durch die Übernahme der Fahrtkosten und hilft bei Bedarf den Familien auch anderweitig.

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- Highlights und Jubiläen Orstverband Lindau Das Ferientagebuch Ein Beitrag von Ramona Krause, Vorstandsmitglied

Jeder Ferientag 2016 ist wie ein Tagebuch plakatiert. Initiatorin Karin Eigler sagt: „Die Ferienbetreuung in Lindau und Wasserburg bietet eine Mischung aus Aktuellem, Bildung, Natur, Bewegung, Lebensfreude und Erholung.“ Ostern stand „Hinter den Kulissen“ mit Bürgermeisterbesuchen auf dem Programm. Pfingsten ging es um „Kommunikation & Verständigung“ mit Radio-Workshop, als Indianer und Außerirdischer. „Wahrnehmen“ war Sommerthema. Ob Elemente, Körper, Sinne, Umgebung, Zauber, Geheimes, Träume, Wunder, Wesen und Wünsche - Spaß, Kreatives und Ausflüge waren geboten. Lieblingsspielzeug, -buch und -essen wurden im Herbst genossen. Der Leseclub im Jahr 2016 Ein Beitrag von Christine Wörsching

Der Leseclub wurde 2013 in Kooperation mit der Stiftung Lesen und der Grundschule Reutin ins Leben gerufen. Er ist im Jahr 2016 auf 4 Gruppen angewachsen, 8 Ehrenamtliche boten ca. 50 Kindern die Möglichkeit eines kostenfreien Hobbies. In den wöchentlich stattfindenden Clubs wird den Kindern im Alter von 6-11 Jahre alles rund ums Buch geboten: Vorlesen, selber Schmökern, miteinander Gesellschaftsspiele spielen, aber auch kleine Theaterstücke einüben. Ein Highlight war die Erstellung eines eigenen Hörspiels, das in einer der Gruppen entwickelt, vertont und aufgenommen wurde.

Kreisverband Miesbach Spenden zum runden Geburtstag von Prof. Dr. Joachim Wünsche Prof. Dr. Joachim Wünsche feierte seinen 60. Geburtstag mit knapp 100 Freunden in Fischbachau. Geschenke wollte er von seinen Gästen in diesem Jahr keine haben. Stattdessen bat er um eine Spende für den Kinderschutzbund Miesbach e.V. oder den Hospizkreis, denn „sowohl am Anfang als auch am Ende unseres Lebens sind wir alle auf Hilfe und Unterstützung angewiesen“, so Wünsche. Den stattlichen Betrag in Höhe von 5.285,- €, der an diesem Abend zusammen kam, verdoppelte Wünsche auf 10.600,- €. Nun überreichte Prof. Dr. Joachim Wünsche dem Kinderschutzbund Miesbach einen Scheck in Höhe von 5.600,- € und dem Hospizkreis einen Scheck in Höhe von 5.000,- €. Seine Idee, um Spenden statt der obligatorischen Geburtstagsgeschenke zu bitten, kam bei den Gästen gut an und Prof. Dr. Joachim Wünsche weiß das Geld bei den beiden im Landkreis sozial engagierten Organisationen in guten Händen.

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- Highlights und Jubiläen Ortsverband Moosburg Deutschkurs im Kindergarten Ein Beitrag von Michaela Marschoun-Glück

Ende 1997 begannen 39 Kinder in 7 Gruppen mit dem Erwerb der deutschen Sprache. Mittlerweile nehmen zwischen 40 und 70 Kinder (mit nichtdeutscher Erstsprache) in allen sieben Moosburger Kindergärten am Deutschkurs teil. Aktuell werden einmal wöchentlich 51 Kindergartenkinder in Kleingruppen von drei bis sechs Kindern von zwei Erzieherinnen und einer Kinderpflegerin unterrichtet. Durch spielerisches Lernen werden mit Hilfe von Wortkärtchen, Liedern, Bilderbüchern, Finger-, Sing- und Kreisspielen Wortschatz und Satzbau der Drei- bis Sechsjährigen entwickelt und verbessert. Hier kann das Lernen individuell an die Kinder angepasst und gewährleistet werden sowie die Freude am Sprechen gefördert wird, so dass die Kinder sich wohl und angenommen fühlen. Durch kleine Hausaufgaben wie Malarbeiten wird die Möglichkeit geboten, dass die Eltern gemeinsam mit den Kindern das Erlernte üben. Das Projekt leistet seit 18 Jahren einen wertvollen Beitrag zur Integration von Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache, denn Sprache ist der Schlüssel zur Integration.

Kreisverband Mühldorf-Waldkraiburg Das Jahr 2016 Auch im Jahr 2016 wurde der Kreis der ehrenamtlichen Familienpaten erweitert und durch die kulturelle Bereicherung der Teilnahme einer jungen Türkin, einer Französin und einer Afghanin, ehemals Asylbewerberin, sowie Ehrenamtlicher, die bereits Flüchtlingsfamilien betreuten, war der Austausch in dieser Ausbildungsgruppe besonders spannend! Ebenso erfolgreich waren unsere weiteren Angebote, insbesondere die Hamsterkiste und der Gesprächskreis für Eltern von Kindern mit Entwicklungsbesonderheiten und Aktivitäten für diese Familien, was erneut im Highlight des Sommers mündete: Die Einladung zu einer Ausflugsfahrt, wetterbedingt zum Indoor-Spieleparadies "Erdino", für alleinerziehende Mütter und Väter mit ihren Kindern sowie kinderreiche Familien. Tatkräftig unterstützt durch Mitglieder des RotaractClubs Altötting-Mühldorf.

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- Highlights und Jubiläen Ortsverband München Ein ausgezeichnetes Jahr Ein Beitrag von Fabian Rössel, Geschäftsführer und Sigrid Feller, stellv. Geschäftsführerin

…dieses Motto für das Jahr 2016 können wir wörtlich nehmen, da wir uns über drei Auszeichnungen freuen konnten. Am 16.09.2016 fand in der Münchner Residenz die Verleihung der bayerischen Staatsmedaille für soziale Verdienste durch Bayerns Sozialministerin an unsere stellvertretende Geschäftsführerin Sigrid Feller statt: „Der Einsatz von Sigrid Feller geht weit über das berufliche Maß hinaus, und die Art und Weise, wie sie für die Interessen der Kinder eintritt, zeigt, dass dies eine wahre Herzensangelegenheit für sie ist.“ Auch freuen wir uns, dass unter den PreisträgerInnen des dm-Preises "Helfer Herzen", ausgewählt aus 10.000 Engagierten, Frau Ingrid Goebel, seit 1984 Mitglied beim DKSB München e.V. sowie Familienhelferin, ist. Zudem wurde am 16.11.2016 Reiner Kirchmann stellvertretend für das seit 20 Jahren bestehende Gemeinschaftsangebot "man/n sprich/t" des DKSB München und dem MIM e.V. in der Kategorie "Gesunde Psyche - Innovative Konzepte zur Versorgung von psychisch kranken Menschen" des Gesundheitspreises der IKK Classic und der KV Bayern geehrt.

Kreisverband Nürnberg Sonnenblumenaktion zum 40-jährigen Jubiläum 2016 feierte der DKSB Nürnberg e.V. sein 40jähriges Bestehen. Um den Menschen zu danken, die es ermöglichen zum Wohl der Kinder in Nürnberg aktiv zu sein, machten sich Vorstand und Mitarbeiter der Geschäftsstelle auf den Weg zu einer Überraschungsaktion: Ausgestattet mit leuchtenden Sonnenblumen überraschte der Verein 40 ausgewählte Personen. Vertreterinnen und Vertreter der Stadt, des Jugendamtes und der Parteien, Mitglieder der Service-Clubs, Sponsoren und natürlich Ehrenamtliche sowie Kooperationspartner und Beratungsstellen. „Um ein Kind zu erziehen braucht es ein ganzes Dorf“, so das bekannte afrikanische Sprichwort. Um die Kinder in Nürnberg zu schützen und ihnen und ihren Familien helfend zur Seite zu stehen, braucht es Engagierte der ganzen Stadt!

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- Highlights und Jubiläen Ortsverband Ottobeuren Viel bewirkt - Ortsverband Ottobeuren feiert 30-jähriges Bestehen Hausaufgabenhilfe, Ferienprogramm, Mutter-KindGruppen und sogar ein eigenes Kinderhaus: Der seit 30 Jahren in Ottobeuren aktive DKSB hat viel bewirkt. 1986 haben 8 Mütter als Außenstelle des DKSB Memmingen eine Spielstube gegründet , aus welcher 10 Jahre später ein Ortsverband mit etwa 75 Mitgliedern wurde. Vorsitzende Marita Hahn ist seit 30 Jahren in der Vorstandschaft und erinnert sich an die Probleme: Kindergartenplätze ab 4 Jahren, fehlendes Netzwerk für eine Kinderbetreuung. Lange Zeit wurde eine Wohnung als „Spielstube“ angemietet, bis im Jahr 2004 mit dem Kinderhaus „Pfiffikus“ ein eigener Treffpunkt geschaffen wurde und regen Zulauf durch zahlreiche Mutter-Kind-Gruppen, Ferienbetreuung, verschiedene Ferienangebote, Vorträge, Kurse für Eltern und für Kinder hat. Neben der Finanzierung des Unterhalts mangelt es an aktiven Mitstreitern, deswegen freut sich die seit über 20 Jahren amtierende Vorstandschaft, dass mit Frank Fröhlich ein junger Vater als neuer Kassenwart gewonnen werden konnte und hofft auf weitere „junge Kräfte“ für die Arbeit beim DKSB.

Ortsverband Passau Die „Wunschoma“ - ein neues Projekt bringt Jung und Alt zusammen Ein Beitrag von Anja Schwendner

Eine liebevolle Oma ist eine große Bereicherung: Sie spendet Nähe, tröstet, gibt Rat – und kann Mama und Papa mit ihrem reichen Erfahrungsschatz helfen. Nicht alle Familien können aus unterschiedlichen Gründen auf eine Oma oder einen Opa zurückgreifen. In solchen Situationen wünscht man sich häufig eine Ersatz-Oma: Zusammen mit den Maltesern vermitteln wir „Wunschomas" an Familien. Viele ältere Menschen suchen den Kontakt zu Familien mit Kindern, wenn sie alleine sind, sowie eine Aufgabe im Ruhestand. „An uns treten oft Eltern heran, die keine Oma vor Ort haben, aber sehr gerne eine in der Familie hätten“, erklärt Julia Stern, Vorsitzende des DKSB: „Mit der Idee der Wunschoma können wir ihnen helfen!“ Innerhalb kürzester Zeit fanden sich neun künftige Wunschomas, die in der Diözesangeschäftsstelle der Malteser einen Tag lang bzgl. Kinderpflege, Beschäftigungsideen, Erste Hilfe & Co geschult wurden und wenig später ihre Familien im DKSB Familiencafé kennenlernen durften: Der Funke sprang sofort über. Wunschoma Brigitte Gromeyer, 67, zweifache Wunschoma: „Zumeist spiele ich mit den Kindern, wir gehen spazieren, ich erzähle eine Geschichte aus meinem Leben oder wir sehen uns gemeinsam ein Buch an“, berichtet sie. „Manchmal bringe ich die Kinder auch in den Kindergarten oder abends ins Bett.“ Ganz wie eine echte Oma. Das Projekt „Wunschoma“ ist ein voller Erfolg und wird weitergehen. Neue interessierte Omas und Familien haben sich bereits gemeldet – eine neue Schulung ist in Planung. 32

- Highlights und Jubiläen Ortsverband Pfronten 30-jähriges Pfronten

Jubiläum

der

Kinderspielstube

Im Sommer 2016 konnte der Deutsche Kinderschutzbund Ortsverband Pfronten das 30jährige Bestehen der Kinderspielstube in Pfronten mit einem schönen Sommerfest für Jung und Alt bei bestem Wetter feiern.

Kreisverband Regensburg Verlängerung des Hoffnungsfunken-Projekts Nach Auflösung des KJT am Standort Regensburg war einige Zeit unklar, ob das ebenfalls bestehende und mit dem startsocial Stipendium ausgezeichnete Jugendprojekt „Hoffnungsfunken - Jugendliche beraten Jugendliche“ weiterbestehen kann. Seit dem 01.01.2017 ist nun eine Kooperation mit dem KJT Erlangen unter der Bezeichnung „KJT Erlangen – Regensburg“ bewilligt. Ein Grund mehr für den Standort Regensburg sich über das 10-jährige Bestehen der „Hoffnungsfunken“ zu freuen. Deswegen wurde zusammen mit ihrem Schirmherrn Bernhard Wunderlich und dem DKSB gefeiert! In 10 Jahren wurden 73 Jugendliche zu „Hoffnungsfunken“ ausgebildet, wovon eine Teilnehmerin sich kürzlich entschied auch beim DKSB allgemein mitzuwirken und mit 18 Jahren zum Vorstandsmitglied gewählt wurde. Die Lappersdorfer Künstlerin Gabi Scherzer gestaltete zusammen mit den SchülerInnen der Grundschule Kareth liebevolle „Hab-Dich-Lieb-Postkarten“, die zu Gunsten der „Hoffnungsfunken“ an Eltern und Interessierte verkauft wurden.

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- Highlights und Jubiläen Kreisverband Regen-Viechtach Ein Bild sagt mehr als tausend Worte Eine Familienpatin des Verbands zusammen mit ihrem Patenkind unterwegs auf dem „Ameisenweg“ Bodenmais

Kreisverband Rosenheim Es ist was los in Rosenheim Bei der Weihnachtsfeier des Kinderschutzbundes Rosenheim dankten Vorsitzende AnnaMaria Ehrlicher und Geschäftsführerin Marianne Guggenbichler allen MitarbeiterInnen sowie dem Vorstand und ließen das erfolgreiche Jahr 2016 Revue passieren: Neue Mitarbeiter ergänzten die ehren- und hauptamtlichen Teams, gelungene Veranstaltungen vom Wasserburger Lauf über die Babybegrüßungsfeste der Stadt Rosenheim und den Flohmarkt anlässlich des Weltkindertages bis zum Benefizkonzert mit Blues Blosn wurden durchgeführt, die Ausweitung des Familienpatenprojekts initiiert und der Bestand des Mehrgenerationenhauses Wasserburg gesichert.

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- Highlights und Jubiläen Kreisverband Schweinfurt Das Familienfest 2016 Ein Beitrag von Yvonne Bauer

Im November feierte der KV Schweinfurt sein traditionelles Familienfest, zu dem wir unsere Ehrenamtlichen mit ihren Patenfamilien zum Waldspielplatz eingeladen hatten. Nach einer interessanten Führung durch den Park, bei der wir auch die Fütterung der Tiere miterleben konnten, ließen wir das Fest in der Jahngaststätte noch gemütlich ausklingen.

Ortsverband Sonthofen Sonthofer Sternschnuppen bringen Licht in schicksalsgeschlagene Familien Der Kinderschutzbund Sonthofen e.V. hat wie immer zur Weihnachtszeit ein ganz besonderes Projekt durchgeführt, indem man sich dazu entschlossen hat Familien, die durch verschiedenste Schicksalsschläge hart getroffen wurden, mit Sonthofer Sternschnuppen zu unterstützen. Dabei war die Mithilfe aus der Bevölkerung besonders gefragt: Wer der Meinung war eine Familie zu kennen, die eine Sternschnuppe gut gebrauchen könnte, durfte diese vorschlagen und die Auswahl wurde durch den Kinderschutzbund getroffen. Die Sternschnuppen konnten dabei verschiedenster Art sein: Ein Besuch im Kino, ein Tag mit der Familie im Zoo und viele andere tolle Erlebnisse wurden hierbei ermöglicht.

Kreisverband Starnberg Schülercoaching Ein Beitrag von Franziska Rachlitz

Es war ein erfolgreiches Jahr für das Projekt Schülercoaching. In 2 Ausbildungsrunden konnten insgesamt 9 neue Ehrenamtliche gewonnen werden, die sich und ihre Zeit Schülern zur Verfügung stellen, die von der Begleitung auf ihrem Lebensweg in Richtung Beruf profitieren. Somit hat sich die Zahl der Ehrenamtlichen verdoppelt und es konnten 16 Schüler an 4 Schulen im Landkreis betreut werden. Zusätzlich konnte an den Schulen auch ein neues Projekt installiert werden: Der Bewerbungsmentor. In Form einer Sprechstunde wird interessierten Schüler geholfen, gute Bewerbungsunterlagen zu erstellen und passende Stellen zu finden.

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- Highlights und Jubiläen Ortsverband Tirschenreuth Das Jahr 2016 in drei Bildern Ein großer Erfolg – Wunschsterneaktion ✔ Umzug in die neuen Räumlichkeiten: Rappelkiste ✔ Großes Engagement: Auszeichnung „HelferHerzen“ von der Drogerikette dm ✔

Ortsverband Wartenberg Nervenkitzel an der Strogen 06.08.2016. Am Ufer der Strogen bei Wartenberg stehen zehn Kinder in knallorangenen Rettungswesten Schlange. Sie klettern, einer nach dem anderen, in die wackeligen Kanus auf dem Fluss. Dann wird losgerudert in das atemberaubende Landschaftsschutzgebiet, das viele noch nie erkundet haben, obwohl es direkt vor der Haustüre liegt. Eine zweite Gruppe macht sich mit der Kräuterpädagogin auf, um die essbaren oder heilsamen Pflanzen der Gegend zu erkunden. Es werden Springkrautsamen gesammelt und Brennnessel probiert. Abschließend gibt es für alle Kinder eine Brotzeit.

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- Schwerpunkt Kinderrechte -

Kinderrechte Dem 2. Grundsatz der Arbeit im DKSB „Handlungsleitend ist das Prinzip im besten Interesse des Kindes“ folgend, hat sich der Landesverband Bayern auch im Jahr 2016 der Verankerung der Umsetzung der Kinderrechte in die Verfassung (sowohl deutsches Grundgesetz als auch bayerische Verfassung) verschrieben. Aufgrund dieses Bestrebens fand am 10. Oktober in der Geschäftsstelle im Herzen Münchens ein Arbeitskreis „Kinderrechte in die Verfassung“ statt, um der bayerischen Staatsregierung einen Textvorschlag für die Änderung der bayerischen Verfassung vorstellen zu können. Die 10 wichtigsten Kinderrechte 1 1. Recht auf einen Namen 2. Recht auf Gesundheit und eine saubere Umwelt 3. Recht auf Bildung 4. Recht auf Spiel und Freizeit 5. Recht auf Information und Beteiligung 6. Recht auf Schutz vor Gewalt und Privatsphäre 7. Recht auf Eltern 8. Recht auf Schutz vor Ausbeutung 9. Recht auf Schutz im Krieg und auf der Flucht 10. Besondere Rechte bei Behinderung

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Quelle: Unicef Poster „Du hast Rechte!“

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- Schwerpunkt Kinderrechte -

Die Kinderrechte und der Landesverband Ein Beitrag von Jens Tönjes

I. Einführung Der Landesverband ist auch im Jahr 2016 in vielfacher Hinsicht mit der Verwirklichung von Kinderrechten befasst gewesen. Aus der Vielzahl von Initiativen, Stellungnahmen und Presseveröffentlichungen seien beispielhaft erwähnt: 1. Ohne Ergebnis blieb bislang eine Initiative, mit der dem Staatsminister des Innern, für Bau und Verkehr Joachim Herrmann ein Projekt vorgeschlagen wurde, in dem die aktuelle Situation der gesetzlich vorgeschriebenen Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an der Bauleitplanung (§ 3 Abs. 1 BauGB) ermittelt, gelingende Beteiligungsmodelle entwickelt und diese im Zusammenwirken mit der kommunalen Praxis erprobt werden sollten. Es steht nämlich zu vermuten, dass die Partizipation in einer Vielzahl von (nicht nur kleineren) Gemeinden erheblich hinter der Absicht des Bundesgesetzgebers und den Forderungen der UNKinderrechtskonvention zurückbleibt – auch weil Wissen und Instrumente fehlen, um Kinder und Jugendliche altersgerecht beteiligen zu können. 2. Im Rahmen der Verbandsanhörung durch das Bayerische Staatsministerium der Justiz hat der Landesverband eine Stellungnahme zur landesrechtlichen Umsetzung der psychosozialen Begleitung in Strafverfahren abgegeben, mit der vor allem Qualitätsverbesserung und Qualitätssicherung der Begleitpersonen erreicht werden sollte. Diese Anregungen sind leider nicht in das Gesetz übernommen worden. 3. Eine Initiative des Bundesverbandes folgend, haben wir Staatsministerin Emilia Müller gebeten, sich auf Bundesebene gegen die Absenkung von Jugendhilfe-Standards für unbegleitete minderjährige Ausländer und damit gegen ein Zwei-Klassen-System in der Erziehungshilfe einzusetzen. Notwendig sei vielmehr, entsprechend der individuellen Bedürfnisse ein passgenaues Angebot der Jugendhilfe zu finden. Das Sozialministerium verwies auf die hohe Zahl an zugewanderten jungen Menschen, die eine Überprüfung der Angebotsstruktur und der Fallsteuerung erforderlich machten. Es bestehe noch ein erheblicher Nachholbedarf beim Ausbau sozialpädagogisch begleiteten Jugendwohnens. Im Übrigen verwies das Ministerium auf die Ergebnisse des Diskussionsforum For.UM, die nun auch umzusetzen seien. 4. Mit dem Zustrom an geflüchteten Menschen nach Deutschland sind sog. Frühehen oder auch Kinderehen in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums lebten im Juli 2016 1.475 verheiratete Jugendliche in Deutschland, 361 davon jünger als 14 Jahre. Schlagzeilen machte in Bayern ein Beschluss des Oberlandesgerichts Bamberg vom 12.05.2016 (2 UF 58/16), der dem als Vormund bestellten Jugendamt für eine im 15jährige Syrerin das Aufenthaltsbestimmungsrecht absprach, weil diese als 14jährige mit ihrem 21jährigen Cousin in Syrien wirksam die Ehe geschlossen habe. Der Kinderschutzbund hat sich auf Bundesebene dafür ausgesprochen, Minderjährigenehen in Deutschland nicht anzuerkennen. Diese Position wurde vom Landesverband auch in die Sitzung der Kinderkommission des Bayerischen Landtages im Oktober 2016 eingebracht. In einem folgenden Briefwechsel, der an eine weitere Sitzung im Dezem-

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- Schwerpunkt Kinderrechte ber 2016 anknüpfte, wurde der Bayerische Staatsminister der Justiz Prof. Dr. Winfried Bausback in seiner Ansicht bestärkt, generell gegen Minderjährigenehen einzutreten und sich auch auf Bundesebene weiterhin dafür einzusetzen, dass es nicht für junge Menschen im Alter von 16 oder 17 Jahren zu einem verminderten Schutzniveau kommt. Das betrifft nach unserer Überzeugung nicht nur Ehen, die im Ausland geschlossen wurden und die vom deutschen Internationalen Privatrecht (EGBGB) erfasst werden, sondern auch die Ausnahmebestimmung des § 1303 Abs. 2 BGB, nach der mit Zustimmung des Familiengerichts. Der Justizminister hat zugesichert, sich in diesem Sinne zu verwenden.

Sog. Kinderehen waren auch Thema in der Kinderkommission des Bayerischen Landtages, hier in der Sitzung vom 08.12.2016 mit Justizminister Bausback (Foto: Patrick Stief)

Etwas breiteren Raum muss wegen der grundlegenden Bedeutung die Darstellung des Themenfeldes „Kinderrechte und Verfassung“ einnehmen. Kinderrechte und Verfassung Nachdem die Bayerische Sozialministerin Emilia Müller sich bei der vom Landesverband und der Kinderkommission des Bayerischen Landestages ausgerichteten Veranstaltung „Kinderrechte in guter Verfassung?“ im Oktober 2015 dezidiert für eine Aufnahme von Kinderrechten in das Grundgesetz ausgesprochen und in Aussicht gestellt hatte, die Chancen für einen entsprechenden Vorstoß auf Bundesebene auszuloten zu wollen, kehrte in den ersten Monaten des Jahres 2017 eine gewisse Ernüchterung ein. Politische Aktivitäten in diese Richtung waren nicht festzustellen, und tatsächlich hieß es auf unsere Anfrage (die wir appellativ auch an andere politischen Akteure gerichtet hatten) noch im Juli 2016 vom zuständigen Referenten des Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration, dass die angesprochenen Fragen ein „weites Diskussionsfeld“ aufmachten und dass Kinderrechte nur wirksam seien, wenn sie sich für Kinder auch als „erlebbar“ darstellten. Hierfür setze sich das Ministerium ein. Damit blieb die Ministerialbürokratie auf der bekannten, rechtspolitisch restriktiven Linie, dass es wichtiger sei, sich um tatsächliche Verbesserungen für die Kinder und Jugendlichen in Bayern zu bemühen als absehbar schwierig zu lösende verfassungsrechtliche Fragen aufzugreifen – eine Sichtweise, die zwar inhaltlich durchaus nachvollziehbar ist, die aber doch im Widerspruch zu der politischen Vorstellung der Leitungsspitze des Hauses stand. Zudem hatte die CSU ja in ihrem Regierungsprogramm „Der Bayernplan 2013 -2018“ ausdrücklich als Ziel erklärt „Wir wollen den Schutz und die Rechte von Kindern in das Grundgesetz aufnehmen“ (S. 11). Sehr überraschend kam dann nur wenige Tage später die Nachricht über die Medien, dass die Bayerische Staatsregierung bei ihrer Sommerklausur in St. Quirin beschlossen hat, „die Kinderrechte explizit im Grundgesetz und in der Bayerischen Verfassung zu verankern“. Dem Vernehmen nach habe Staatsministerin Müller selbst das Thema auf die Tagesordnung setzen lassen.

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- Schwerpunkt Kinderrechte Die Reichweite dieses Beschlusses erstaunt, weil nun – völlig zu Recht - auch die Bayerische Verfassung in den Blick genommen wurde. Aus Sicht des Kinderschutzbundes ist es nur konsequent, zunächst die eigenen rechtspolitischen Hausaufgaben zu erledigen, bevor verfassungsrechtliche Änderungen auf Bundesebene angemahnt werden. Insoweit sah sich der Landesverband veranlasst, mit den Kreis- und Ortsverbänden in Bayern zeitnah ein Positionspapier zu Änderungen der Bayerischen Verfassung zu erarbeiten, das in der Mitgliederversammlung am 19.11.2016 einstimmig beschlossen wurde. Das Positionspapier hat folgenden Inhalt: „Textvorschlag für die Änderung der Bayerischen Verfassung Der Landesverband Bayern des Deutschen Kinderschutzbundes begrüßt den Entschluss der Bayerischen Staatsregierung, Kinderrechte in der Bayerischen Verfassung verankern zu wollen. Die verfassungsrechtliche Anerkennung von Kinderrechten vollzieht nicht nur verfassungsrechtliche und familienpolitische Entwicklungen in anderen Bundesländern nach und schafft ein den internationalen Standards entsprechendes Schutzniveau für Kinder, sondern sie beinhaltet zugleich an exponierter Stelle auch ein ausdrückliches Bekenntnis zum hohen Stellenwert von Kindern und Familie in Staat und Gesellschaft in Bayern. Eine Betonung von Kinderrechten steht dabei nicht im Widerspruch zu bestehenden Elternrechten, sondern sie bewirkt im Gegenteil eine Stärkung der elterlichen Verantwortung sowie der sozialen Anerkennung von Elternschaft und nimmt den Staat noch stärker als bislang in die Pflicht, Eltern in ihrer Erziehungsaufgabe zu unterstützen. Der Kinderschutzbund unterbreitet für die anstehende Diskussion folgenden Textvorschlag für die Änderung der Bayerischen Verfassung: Art. 125 Bayerische Verfassung (1) 1Kinder sind das köstlichste Gut eines Volkes. 2Sie haben als eigenständige Persönlichkeiten das Recht auf Achtung ihrer Würde, auf Schutz ihres Wohlergehens sowie auf Förderung ihrer Entwicklung zu selbstbestimmungsfähigen und verantwortungsfähigen Persönlichkeiten. 3Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge des Staates. (2) 1Jedes Kind hat das Recht auf Beteiligung in allen Angelegenheiten, die es betreffen. 2Seine Meinung ist entsprechend seinem Alter und seiner Entwicklung zu berücksichtigen. (3) Dem Kindeswohl kommt bei allem staatlichen Handeln, das die Rechte und Interessen von Kindern berührt, vorrangige Bedeutung zu. (4) Die Reinhaltung, Gesundung und soziale Förderung der Familie ist gemeinsame Aufgabe des Staates und der Gemeinden. (5) Kinderreiche Familien haben Anspruch auf angemessene Fürsorge, insbesondere auf gesunde Wohnungen.“ Aus der Staatskanzlei wurde von Staatsminister Dr. Marcel Huber allerdings bereits signalisiert, dass die Änderung der Bayerischen Verfassung – entgegen des Beschlusses der Bayerischen Staatsregierung! – nicht auf der Agenda stünde. Auch hier bedarf es also noch einiger Überzeugungsarbeit, den eingeschlagenen Weg in Bayern mutig fortzusetzen. Etwas erfolgversprechender scheinen die Aktivitäten zur Änderung des Grundgesetzes. Ministerpräsident Horst Seehofer hat sich in seiner Regierungserklärung „Kontinuität und Weitblick“ vom 28.09.2016 ausdrücklich zur Aufnahme von Kinderrechten in das Grundgesetz

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- Schwerpunkt Kinderrechte bekannt. Auf Bund-Länder-Ebene hat die Justizministerkonferenz in ihrer Sitzung am 17.11.2016 den Beschluss gefasst, dass „Kinderrechte in das Grundgesetz aufgenommen werden sollten, um die Rechtsstellung und das besondere Schutzbedürfnis von Kindern deutlich zum Ausdruck zu bringen.“ Die inhaltliche Ausgestaltung soll einer gemeinsamen Arbeitsgruppe zusammen mit der Jugend- und Familienministerkonferenz (die sich schon 2014 für dieses Ziel ausgesprochen hat) überantwortet werden. Am 24.11.2016 haben die zuständigen Referenten aus Sozial- und Innenministerium in der öffentlichen Sitzung der Kinderkommission den mehrfach erbetenen Bericht zu einer entsprechenden Bundesratsinitiative und eine Bewertung zu dem vom Aktionsbündnis „Kinderrechte ins Grundgesetz“ vorgeschlagenen Textentwurf einer Änderung des Grundgesetzes vorgestellt. In den Beiträgen wurde deutlich, dass die Ministerien sich intensiv mit den verfassungsrechtlichen Fragen einer Grundgesetzänderung auseinandergesetzt hatten. Geäußert wurden vor allem erhebliche juristische Vorbehalte gegen die vorgeschlagene Regelung, wie sie ja auch in den Sachverständigenanhörungen des Rechtsausschusses (26.06.2013) und des Familienausschusses (25.01.2016) des Bundestages zu hören waren. Zu kurz kam, was Prof. Dr. Josef Franz Lindner in der schon erwähnten Veranstaltung im Maximilianeum 2015 so treffend bemerkt hat: „Klarstellen muss man auch: Das Grundgesetz verbietet es nicht, Kinderrechte in die Verfassung aufzunehmen. Das ist eine politische, keine verfassungsrechtliche Frage.“ Der Landesverband hatte Gelegenheit, die Position des Kinderschutzbundes zu erläutern und einem fehlsamen Verständnis entgegenzutreten. Die Mitglieder der Kinderkommission betonten gegenüber den Ministeriumsvertretern noch einmal den politischen Gestaltungsauftrag: Eine Grundgesetzänderung solle durch die Ministerien nicht verhindert, sondern ermöglicht werden. Auf Drängen der Kommissionsvorsitzenden Tanja Schorer-Dremel wurde ein erster Textentwurf für das Frühjahr in Aussicht gestellt. Mit Spannung darf nicht nur diesem Entwurf entgegen gesehen werden, sondern auch dem Ergebnis der Bundestagswahl 2017. Grund zur Eile besteht jedenfalls nicht, eine alsbaldige Bundesratsinitiative würde nur dazu führen, dass der parlamentarische Vorgang mit Beendigung der Wahlperiode des Bundestages erledigt ist (sog. Diskontinuität).

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Ein Kinderrecht zum Geburtstag 2 von Jens Tönjes, Berufsmäßiger Stadtrat, Vorstandsmitglied im Deutschen Kinderschutzbund Landesverband Bayern e. V. Regensburg: Die Bayerische Staatsregierung macht Ernst: Unlängst hat sie auf der Kabinettsklausur in St. Quirin beschlossen, dass die Kinderrechte in das Grundgesetz und in die Bayerische Verfassung aufgenommen werden sollen. Allerlei ist eingewendet worden gegen derartige kinderpolitische Desiderate: Die Gefahr etwa, sich mit neuen Staatszielen und Verfassungswerten politischer Gestaltungsfreiheit zu begeben. Oder die Besorgnis, dass unerfüllbare Erwartungen an den Staat geweckt würden. Die Politik tut gut daran, solche Bedenken ernst zu nehmen. Sie tut aber auch gut daran, die Verfassung als einen Ort zu begreifen, der den grundlegenden Werten unseres Zusammenlebens Heimat gibt. Eine Verfassung darf daher nicht schweigen, wenn nach den spezifischen Rechten der Kinder gefragt wird. Die Verfassungswirklichkeit ist ernüchternd. Das Grundgesetz stellt mit seinen fragmentarischen Regelungen, die erst durch das Bundesverfassungsgericht stärkere Konturen gewonnen haben, Kinder weitgehend heimatlos. Und wenn die Bayerische Verfassung mit viel Pathos und im Duktus vergangener Zeiten „das köstlichste Gut eines Volkes“ verbal in ein ansehnliches Gewand kleidet, so zeigt sich doch sehr schnell dessen Löchrigkeit: Der Bayerische Verfassungsgerichtshof hat diesem Verfassungssatz jeden unmittelbaren rechtlichen Gehalt abgesprochen. Kinder aber dürfen von ihrer Verfassung mehr erwarten als ein rechtliches Nullum! Wenn eine Verfassung nicht nur Heimat sein soll, sondern auch Orientierung geben will für die großen Fragen unserer Zeit, dann muss sie sich dem gesellschaftlichen Wandel stellen; einem Wandel, der heute mehr denn je durch die Globalisierung und internationale Standards beeinflusst wird. Vor 24 Jahren hat die Bundesrepublik mit der Ratifizierung der sog. Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen den Kindern in unserem Land einen Scheck ausgestellt. Dieses Vertragswerk kodifiziert besondere Menschenrechte für Kinder und ist von allen Staaten der Erde unterzeichnet worden; es ist geltendes Recht in Deutschland. Das Übereinkommen verpflichtet dazu, Kinder bei allen sie betreffenden Maßnahmen zu beteiligen und das „beste Interesse des Kindes“ als vorrangigen Gesichtspunkt bei der Entscheidung zu berücksichtigen, eine Regelung, die inzwischen auch Bestandteil der Europäischen Grundrechtscharta ist. Leider heißt es für unsere Kinder bei Vorlage dieses Schecks in Staat und Kommunen, bei Vereinen und Verbänden immer noch viel zu oft: Nicht gedeckt, Einlösung verweigert. Das hat auch der UN-Ausschuss für die Rechte der Kinder festgestellt, der die Bundesrepublik inzwischen zum dritten Mal ermahnt hat, Umsetzungsdefizite abzustellen, Kinderrechte bekannter zu machen und sie in die Verfassung aufzunehmen. Die Bayerische Verfassung feiert im Jahr 2016 ihren 70. Geburtstag, drei Jahre später folgt das Grundgesetz. Älteren Damen (und Herren) ist erfahrungsgemäß ganz besonders das Wohl ihrer Enkelkinder angelegen. Es wäre für die Jubilare daher gewiss ein ebenso besonderes wie willkommenes Präsent, wenn Kinder endlich die verfassungsrechtliche Heimat erhielten, deren sie bedürfen. Der bayerischen Initiative ist insoweit nur der beste Erfolg zu wünschen.

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Erschienen in der Mittelbayerischen am 23.09.2016

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Kinderarmut in Bayern Ein Beitrag von Jens Tönjes

„Zeit zu handeln“ – so lauten Titel und unmissverständliche Aufforderung des Armutsberichts, den der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband zusammen mit Partnerverbänden – u. a. dem Bundesverband des Deutschen Kinderschutzbundes - am 23.02.2016 in Berlin vorgestellt hat. Diese bundesweite Bestandsaufnahme von Armut haben der Paritätische Wohlfahrtsverband in Bayern, der Verband alleinerziehender Mütter und Väter in Bayern und der Landesverband Bayern des Deutschen Kinderschutzbundes zum Anlass genommen, den Blick der Öffentlichkeit auch auf die landesspezifischen Verhältnisse in Bayern zu lenken. Der Armutsbericht des Paritätischen zeigt einmal mehr, dass nach wie vor in signifikantem Umfang Kinder von Einkommensarmut betroffen sind – im Jahr 2014 2,7 Mio. Kinder und Jugendliche bundesweit (= 19 %). In Bayern lag die Armutsgefährdungsquote von Minderjährigen gemessen am Landesmedian und auf der Datenbasis 2013 bei 15,6 % (Datenreport: Soziale Lage in Bayern 2014, S. 70), sie ist gegenüber dem Vorjahr um 0,5 % gestiegen. So ist auch in Bayern immer noch etwa jedes sechste Kind von Armut bedroht. Zu den besonders gefährdeten Personengruppen zählen auch Alleinerziehende, kinderreiche Familien und Migranten. Über die Aussagekraft des Armutsberichts wird immer wieder gestritten. Und ja: Es ist erstaunlich, dass in einer Zeit niedrigster Arbeitslosigkeit, hoher Prosperität, geringer Inflation, allgemeinen Wohlstandes und anhaltend hoher Konsumausgaben privater Haushalte so viele Menschen in Deutschland „arm“ sein sollen. Dabei orientiert sich der Armutsbericht an EUStandards: Arm ist, wer weniger als 60 % des mittleren Einkommens (Nettoeinkommen inkl. Transferleistungen) der Gesamtbevölkerung zur Verfügung hat (relativer Armutsbegriff). Wer aber weiß, dass die so beschriebene Armutsgrenze einer vierköpfigen Familie in Bayern 2013 bei 2.043 € monatlich lag, der wird jenseits der Grundsatzdiskussionen um Begriffsdefinitionen und Messmethoden, um Einkommensverteilung und -umverteilung, um soziale Ungleichheit und soziale Gerechtigkeit, anerkennen müssen: Bezieher solcher und oft ja noch niedrigerer Einkommen sind vor allem in den Ballungsräumen multiplen Benachteiligungen ausgesetzt und von Lebenschancen abgeschnitten. Einkommensarmut heißt eben auch Wohnungsarmut, Armut an kultureller und sozialer Teilhabe sowie und insbesondere Bildungsarmut – gerade auch bei Kindern. Kinder, die in Armut aufwachsen, haben geringere Erwartungen an ihre schulische Laufbahn, sie erleben seltener Bildungserfolge, zu wenigen gelingt der soziale Aufstieg. Armut verfestigt sich intergenerativ. Nicht zuletzt aus diesem Grund hatte der Ausschuss für die Rechte des Kindes der Vereinten Nationen in seinen Concluding Observations (CRC/C/DEU/3-4) vom 25.02.2014 dem Vertragsstaat Deutschland

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- Schwerpunkt Kinderrechte empfohlen, zusätzliche Anstrengungen zu unternehmen, um die Ursachen von Kinderarmut zu überwinden. Wir haben als Kinderschutzbund in Bayern gegenüber Sozialministerin Emilia Müller zum Ausdruck gebracht, dass wir eine ressortübergreifende Strategie vermissen, wie es in Bayern gelingen kann, Armutsgefährdungen zu verringern und Folgen von Armut zu kompensieren. Es wäre aus unserer Sicht ein guter erster Schritt, den Kampf gegen Kinderarmut zum politischen Ziel dieser Staatsregierung zu erheben. Ein staatliches Programm allein wäre aber zu kurz gegriffen: Wenn wir Kinderarmut nachhaltig bekämpfen wollen, brauchen wir dazu alle relevanten Kräfte in Staat und Kommunen, in Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Wir haben daher eine politische Initiative angeregt, die unter Einbindung möglichst vieler Akteure in einem Bayerischen Bündnis gegen Kinderarmut zeigen soll, dass wir es in Bayern ernst meinen mit der Verpflichtung, allen Kindern und Jugendlichen gleichermaßen gute Chancen für den Start ins Leben und zu einer gedeihlichen Entwicklung zu geben – um ihrer selbst willen, aber auch für uns als Gesamtgesellschaft. Es sind diese jungen Menschen, die zukünftig Verantwortung für unser Land übernehmen werden. Darauf sollten wir sie bestmöglich vorbereiten. Leider ist dieser Gedanke im Ministerium nicht auf fruchtbaren Boden gefallen; der zuständige Referent vermochte den Mehrwert gegenüber den vielen schon vorhandenen Initiativen nicht zu erkennen. Zwar sei die Bekämpfung von Kinderarmut im Regierungsprogramm nicht ausdrücklich genannt, aber durch die Fokussierung auf Bildung und Ausbildung beschrieben, denn Bildung und Ausbildung seien Grundlage für Arbeit, Wohlstand und soziale Sicherheit. Bayern habe seit langem mit Abstand die geringste Quote an Kindern im SGB II-Bezug. Aus Sicht des Kinderschutzbundes, für dessen haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kreis- und Ortsverbänden Armut und ihren Folgen nahezu täglich erlebbar sind, kann es damit nicht sein Bewenden haben. Zumal dann nicht, wenn schon heute absehbar ist, dass die Armutsberichte der Folgejahre erneut Anlass geben werden, Armut von Kindern in einem reichen Land wie Deutschland thematisieren zu müssen – und dies nicht nur, weil erstmals in größerer Zahl auch nach Deutschland geflüchtete und von Transferleistungen abhängige Kinder in der Statistik aufscheinen werden. Wenn wir aber, was politisch aktuell kaum durchsetzbar erscheint, Kinder finanziell schon nicht armutsfest ausstatten können, dann sollten wir in Staat und Kommunen, in Politik und Gesellschaft jedenfalls dazu beitragen, die Folgen materieller Unterversorgung von Kindern zu kompensieren - in KiTas und Schulen, in Jugend- und Familienzentren, in Kirchen, Vereinen und Verbänden, in der Stadtplanung und Wohnquartiersgestaltung, aber auch und insbesondere von Mensch zu Mensch. Diese ganz praktische Hilfestellung wird uns Kinderschützerinnen und Kinderschützern neben unseren politischen Forderungen auch 2017 ein besonderes Anliegen bleiben.

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Redaktion  Margot Czekal   Hannah Czekal   Sophie Mühlbauer  Franziska Schneider  Gudrun Stothard   Jens Tönjes   

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Fotos  Fotolia  Pixabay  Geschäftsstelle des DKSB LV Bayern e.V.  Die Redaktion bedankt sich bei den beteiligten Orts‐ und Kreisverbänden des DKSB LV Bayern e.V. für  die freundliche Bereitstellung ihrer Bilder und Texte. 

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