Downloads - Schumannfest 2014

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EDITORIAL EDITORIAL ROMANTIK? Romantik! Die Werbung und die Groschenromane lassen sie verblassen: Die eigentliche Haltung, die aus der Epoche der Ro...

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EDITORIAL

EDITORIAL ROMANTIK? Romantik! Die Werbung und die Groschenromane lassen sie verblassen: Die eigentliche Haltung, die aus der Epoche der Romantik hervorgegangen ist. Ja, es geht um Gefühle, um das Sich-Fallen-Lassen, um das Wieder-Kind-Sein, um das Zulassen. Alles Haltungen, die wir förmlich gerne bejubeln – wenn sie in ausreichender Distanz zu uns gezeigt werden. Romantisch zu sein im Sinne von Novalis, das trauen wir uns nicht. Er forderte das „Romantisieren“ als Gegenwehr zu einer zunehmend sich industrialisierenden, durchaus feindlichen Gegenwart. Romantik als Waffe… Seit 2012 ist das Schumannfest Düsseldorf ein echtes Romantik-Festival. Es präsentiert Künstler, die auf die eine oder andere Weise zu Schumann gehören – die seiner Kunst anhängen, sie fortsetzen und übersetzen in die Gegenwart. Internationale Stars und Geheimtipps, die das Schumann-Museum aufbrechen und sich ernsthaft und intensiv mit der Notwendigkeit des „Romantisierens“ auseinandersetzen. Wir freuen uns, dass Klaus Maria Brandauer, Vesselina Kasarova, Boris Berezovsky, Hilary Hahn, Vladimir Fedoseyev, Igor Levit, My Brightest Diamond, Hauschka und viele viele andere sich ab dem 16. Mai aufmachen, Düsseldorf erneut und noch ein bisschen mehr zu einer romantischen Stadt zu machen. Allen, die dabei geholfen haben – den Förderern und Sponsoren, dem Vorstand der Robert-Schumann-Gesellschaft, den Helferinnen und Helfern vor Ort, den „Amies de Robert“, und natürlich Ihnen, unserem Publikum: Herzlichen Dank für die Unterstützung. Romantisieren Sie sich!

Dr. Axel Baur Michael Becker

BILD: DÜSSELDORFER SYMPHONIKER

Vorsitzender des Vorstands Robert-Schumann-Gesellschaft

Intendant Schumannfest

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ZUM GELEIT

Grusswort

zum geleit

GRUSSWORT

OBERBÜRGERMEISTER DER LANDESHAUPTSTADT DÜSSELDORF

Kunststiftung NRW

Liebe Besucherinnen und Besucher des Schumannfestes,

Verehrte Gäste des Schumannfestes 2014,

Robert Schumanns Verbindung zu unserer Stadt ist einzigartig. Mit seiner Frau, der berühmten Pianistin Clara Schumann, und sieben Kindern lebte er unter anderem in der Bilker Straße mitten in der Altstadt. Der Komponist konnte mit seiner einzigen Festanstellung als Düsseldorfer Musikdirektor endlich sorgenfrei eine Familie ernähren. Hier begegneten die Schumanns zum ersten Mal dem treuen Familienfreund Johannes Brahms. Die Künstler der Düsseldorfer Malerschule waren Schumanns Freunde. Die Arbeit mit dem Düsseldorfer Orchester geriet zur übergroßen Anstrengung, gleichzeitig komponierte Schumann hier einige seiner bedeutendsten Werke.

1989 gründete Johannes Rau, damals Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, mit großem kulturpolitischem Weitblick die Kunststiftung NRW – zunächst noch als „Stiftung Kunst und Kultur des Landes Nordrhein-Westfalen“. 2014 feiert die Kunststiftung NRW nun ihr 25jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass hat die Stiftung gemeinsam mit Künstlerinnen und Künstlern und Institutionen Projekte entwickelt, in denen sich ihre Förderphilosophie – insbesondere mit Blick auf die Entstehung innovativer spartenübergreifender Projekte – in idealer Weise manifestiert.

Düsseldorf ist bis heute eine Stadt in Bewegung, die Stadt prosperiert und lebt von einer starken Bürgerschaft, hat Tradition und Fortschritt gleichermaßen im Blick. Und in diesem Sinne ist das Schumannfest ein echtes Düsseldorfer Festival. Es rückt nicht nur einen romantischen Komponisten in den Mittelpunkt, sondern auch seine Wirkung bis in unsere Zeit hinein. Ich freue mich über die musikalische Bandbreite, die das „Romantisiere Dich!“ auch 2014 in Düsseldorf auslöst. Mit großen Namen und internationalen Ensembles und mit einem Beziehungsgeflecht zwischen Oslo, New York und unserer Partnerstadt Moskau. Allen Beteiligten – den Unterstützern, den Künstlern, den Machern um Intendant Michael Becker, und uns, dem Publikum – wünsche ich unvergessliche Momente und eine großartige Zeit in unserer Stadt. Dem Vorstand der Robert-Schumann-Gesellschaft danke ich für den engagierten persönlichen Einsatz, der dieses Festival erst ermöglicht hat.

Im Schumannfest 2014 engagiert sich die Kunststiftung NRW gleich mehrfach. Zum einen veranstalten wir gemeinsam die Reihe ANTASTEN als Forum junger Pianistinnen und Pianisten, zum anderen ermöglicht die Stiftung die Uraufführung der Licht- und Klanginstallation „Lucid Dream“ von Nils Petter Molvær und die Reihe „The New Romantics“, die sich beide dem „urromantischen“ Thema des Waldes widmen. Mit diesem Engagement möchte die Kunststiftung NRW die programmatische Ausrichtung und die herausragende künstlerische Qualität des Schumannfestes, das ein Solitär in der Festivallandschaft Nordrhein-Westfalens ist, fördernd begleiten. Wir wünschen allen beteiligten Künstlerinnen und Künstlern großen Erfolg und Ihnen – verehrtes Publikum – viele neue und aufregende künstlerische Erfahrungen.

Dirk Elbers

Dr. Fritz Behrens

Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf

Präsident Generalsekretärin

Dr. Ursula Sinnreich

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KULTURHIGHLIGHTS

KULTURHIGHLIGHTS das kulturelle düsseldorf 2014

Düsseldorf freut sich darauf, erneut internationale Stars und zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland zum Schumannfest begrüßen zu dürfen. Das musikalische Vermächtnis des großen Komponisten in seiner Aktualität erlebbar zu machen, unterstreicht den Anspruch, den die Düsseldorfer Kulturszene insgesamt an sich stellt: die Tradition als Kunst- und Kulturzentrum einerseits zu wahren, andererseits zu brechen, um Raum für neue künstlerische Ausdrucksformen und Formate zu schaffen. Beispiele hierfür finden sich im Kulturkalender 2014 zahlreiche, angefangen bei den neuen Produktionen des umjubelten Balletts der Deutschen Oper am Rhein unter Ballettdirektor Martin Schläpfer über den renommierten Internationalen Hans Gabor Belvedere Gesangswettbewerb, der in diesem Jahr erstmals in Deutschland ausgetragen wird, bis hin zu den Festivals der jungen Kreativszene, wie das „Open Source Festival“ und das „New Fall Festival“, mit denen Düsseldorf seine Geschichte als Zentrum der Popkultur fortschreibt. Und die Freunde des Jazz fiebern Pfingsten entgegen, wenn die Jazz Rally, Deutschlands größtes JazzFestival mit rund 80 Bands und Künstlern an verschiedenen Orten in der Stadt, Düsseldorf zum Swingen und Tanzen bringen wird. Demgegenüber bieten das düsseldorf festival! und das noch junge Sommerfestival „asphalt“ ein Programm für eine breite Zielgruppe, das

neben musikalischen Beiträgen auch Theater, Tanz, Literatur und Performance umfasst. Die Bildende Kunst steht in diesem Jahr in besonderer Weise im Mittelpunkt. Nachdem bereits zu Anfang des Jahres das „Duesseldorf Photo Weekend“ viele Kunstliebhaber anzog, präsentieren derzeit bis August die wichtigsten Kunstmuseen und Ausstellungshäuser, ausgewählte Partner und Institute sowie die Kunstakademie unter dem gemeinsamen Dach der „Quadriennale Düsseldorf 2014“ Werkschauen und Aktionen zum Thema „Über das Morgen hinaus“. Mit zahlreichen Aktionen im Stadtraum und einem lebendigen Begleitprogramm schafft die dritte Quadriennale Düsseldorf vielfältige Gelegenheiten, sich mit der Zukunft zu beschäftigen. Zu den Highlights im Programm zählen die Ausstellungen „Kandinsky, Malewitsch, Mondrian – Der weiße Abgrund Unendlichkeit“ in der Kunstsammlung NRW K20 sowie „Kunst und Alchemie – Das Geheimnis der Verwandlung“ im Museum Kunstpalast, bei der rund 200 Werke von Rubens, Rembrandt und Brueghel bis hin zu Beuys und Polke zu sehen sind. Das Filmmuseum Düsseldorf zeigt im NRW-Forum eine Ausstellung zur filmischen Sicht auf die Zukunft. Aber auch jene Museen, die nicht der Bildenden Kunst gewidmet sind, haben spannende Veranstaltungen im Programm. So ist derzeit das Düsseldorfer Theatermuseum nach Chicago, London und Berlin 2014 die

vierte Station der Ausstellung „Das Theater zweier Zeiten. Von der Renaissance zur Postmoderne – Das Shakespeare-Theater in Danzig 1612-2014“. Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Prince of Wales. Die starke Position, die Tanz mittlerweile in Düsseldorf einnimmt, hat im letzten Jahr dazu geführt, dass Düsseldorf von der Spitzenförderung der Kulturstiftung des Bundes profitieren und den Tanzkongress ausrichten konnte. In diesem Jahr präsentiert die Stadt wieder die Internationale Tanzmesse, die nicht nur eine Kommunikationsbörse für Fachbesucher ist, sondern auch öffentliche Performances bietet und Besucherinnen und Besucher aus aller Welt nach Düsseldorf locken wird.

Hans-Georg Lohe Kulturdezernent der Stadt Düsseldorf

BILD: Jürgen W. Wogirz

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Inhaltsverzeichnis

Spielzeit! Inhaltsverzeichnis.

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EDITORIAL Romantik? Romantik!

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zum Geleit

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GRUSSWORT



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kulturhighlights Das kulturelle düsseldorf 2014



DER VERANSTALTUNGEN

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INTERVIEW IGOR LEVIT

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INTERVIEW KLAUS MARIA BRANDAUER

antasten - klavierreihe 3 Lunchkonzerte 3 konzerte am abend 30. April - 26. Mai Kunststiftung NRW Im Haus der Stiftungen

IGOR LEVIT ERÖFFNUNGSKONZERT

Vesselina Kasarova Liederabend

BORIS BErezovsky KLAVIERRECITAL

FREITAG, 16. MAI, 20 Uhr

Samstag, 17. MAI, 20 Uhr

Sonntag, 18. MAI, 20 Uhr

Tonhalle

Tonhalle

ROBERT-SCHUMANN-SAAL

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von Dr. Axel Baur / Vorsitzender des Vorstands Robert-Schumann-Gesellschaft und Michael Becker / Intendant Schumannfest von Dirk Elbers / Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf von Dr. Fritz Behrens / Präsident Kunststiftung NRW und Dr. Ursula Sinnreich / Generalsekretärin Kunststifung NRW

DAVID GARRETT Klassik Tournee 2014

MOSCOW CONTEMPORARY MUSIC ENSEMBLE

SCHUMANN JUNIOR Junge Talente

KLAUS MARIA BRANDAUER EIN SOMMERNACHTSTRAUM

MONtag, 19. MAI, 20 Uhr

DONNERStag, 22. MAI, 20 Uhr

FREItag, 23. MAI, 20 Uhr

Samstag, 24. MAI, 20 Uhr

Tonhalle

Tonhalle

ROBERT-SCHUMANN-SAAL

Tonhalle

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von Hans-Georg Lohe / Kulturdezernet der Stadt Düsseldorf 15 PROGRAMM CHRONOLOGISCHE auflistung

HILARY HAHN & HAUSCHKA THE NEW ROMANTICS

LUCID DREAM Nils petter molvær

ROMANTISCHE WALDSZENEN my brightest diamond

Sonntag, 25. MAI, 20 Uhr

27. - 31. MAI, 21:30 Uhr

Mittwoch, 28. MAI, 19 Uhr

Tonhalle

Schloss benrath / Schlosswald

Schloss benrath

60 Robert-schumann-gesellschaft von Dr. Irmgard Knechtges-Obrecht / Stv. Vorsitzende des Vorstands Robert-Schumann-Gesellschaft 62

DIE KÜNSTLER beim SCHUMANNFEST ALPHabetische auflistung

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TICKETS informationen zum ticketkauf

75 PARTNER & FÖRDERER 77 IMPRESSUm

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KINDERKONZERT im kuppelsaal

WALDKINO BAMBI MEETS BLAIR WITCH

Düsseldorfer symphoniker

HIMMELFAHRT, 29. MAI, 11 Uhr

29. -31. MAI, 20 Uhr

Schloss benrath / Kuppelsaal

Schloss benrath / Innenhof WESTflügel

FREITAG, 30. MAI, 20 Uhr SONNTAG, 1. JUNI, 11 Uhr MONTAG, 2. JUNI, 20 Uhr

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Tonhalle

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schumannfest.de

16. MAI 2014, 20 uhr Tonhalle

Programm Schumannfest DÜSSELDORF 2014

Programm

PROGRAMM

ANTASTEN

DANAE DÖRKEN MITTWOCH, 30. APRIL, 12:30 Uhr € 10,- INKL. SNACK

Kunststiftung NRW im Haus der Stiftungen RoSSstraSSe 133, 40476 Düsseldorf

Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788) Fantasie fis-Moll

Danae Dörken Klavier Sergey Markin Klavier Hinrich Alpers Klavier

Sukyeon Kim Klavier Hanni Liang Klavier Severin von Eckardstein Klavier

Schon vor dem offiziellen Beginn des Schumannfestes 2014 beginnt die insgesamt sechsteilige Klavier-Reihe ANTASTEN mit drei Mittwochs-Mittag-Lunchkonzerten. Ausgewählte Pianistinnen und Pianisten verschönern die Mittagspausen mit abwechslungsreichen Programmen, die garantiert nicht schwer im Magen liegen! Eine gemeinsame Veranstaltung von Kunststiftung NRW und Schumannfest Düsseldorf 2014

Ludwig van Beethoven (1770–1827) Sonate für Klavier cis-Moll op. 27 Nr. 2

Bild: Martin Teschner

€ 10,- inkl. snack (Lunchkonzerte) € 15,- (Abendkonzerte)

Robert Schumann (1810–1856) Fantasie C-Dur für Klavier op. 17

SUKYEON KIM MITTWOCH, 7. MAI, 12:30 Uhr € 10,- INKL. SNACK Maurice Ravel (1875–1937) Sonatine pour piano Maurice Ravel (1875–1937) Le tombeau de Couperin Nikolai Kapustin (*1937) Variations for piano op. 41 (1984) Nikolai Kapustin (*1937) Etüde op. 40 Nr.1 Prelude Etüde op. 40 Nr.3 Toccatina Bild: Privataufnahme

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Programm

PROGRAMM

Sergey Markin MITTWOCH, 14. MAI, 12:30 Uhr € 10,- INKL. SNACK

HINRICH ALPERS MITTWOCH, 21. MAI, 20 Uhr € 15,-

Ludwig van Beethoven (1770–1827) Klaviersonate D-Dur op. 28

Robert Schumann (1810–1856) Waldszenen op. 82

Jean-Philippe Rameau (1683–1764) aus: Pièces de clavecin

Bild: Privataufnahme

Bild: Privataufnahme

Robert Schumann (1810–1856) Faschingsschwank aus Wien. Fantasiebilder für Klavier op. 26

Arnold Schönberg (1874–1951) Sechs kleine Klavierstücke op. 19 Franz Liszt (1811–1886) Klaviersonate h-Moll

HANNI LIANG DIENSTAG, 20. MAI, 20 Uhr € 15,-

SEVERIN VON ECKARDSTEIN Montag, 26. MAI, 20 Uhr € 15,-

Ludwig van Beethoven (1770–1827) Sonate C-Dur op. 2 Nr. 3

Ludwig van Beethoven (1770–1827) 32 Variationen über ein eigenes Thema für Klavier c-Moll WoO 80

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847) Fantasie (Sonate écossaise) fis-Moll op. 28 Franz Liszt (1811–1886) Konzertetüde Vivace (Waldesrauschen) As-Dur Ungarische Rhapsodie a-Moll Nr. 13

Bild: Shane Shu & Michel Cupido

Robert Schumann (1810–1856) aus: Fantasiestücke für Klavier op. 12

Bild: Privataufnahme

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Franz Liszt (1811–1886) aus: Années de pèlerinageI, „Au bord d´une source“ aus: Zwei Legenden, „St. Francois de Paule: marchant sur les flots“ Olivier Messiaen (1908–1992) aus: Catalogue d‘oiseaux, „Le Merle bleu” Maurice Ravel (1875–1937) Miroirs

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Programm

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eröffnungskonzert schumannfest DÜSSELDORF 2014 Freitag, 16. Mai, 20 Uhr Tonhalle Tschaikowsky Symphonieorchester Moskau Vladimir Fedoseyev Leitung

€ 29,- / 40,- / 51,- / 62,- / 78,-

Igor Levit Klavier

Michael Glinka (1804–1857) Ouvertüre zu „Iwan Sussanin (Ein Leben für den Zaren)“ Robert Schumann (1810–1856) Klavierkonzert a-Moll op. 54

Modest Mussorgsky (1839–1881) Bilder einer Ausstellung

Bild: Tschaikowsky Symphonieorchester Moskau

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Interview

Interview

IGOR LEVIT: Schumanns werke sind Modern. Ein Gespräch über Schumanns werke und das verständnis von Romantik

Schumannfest: Beim Schumannfest spielen Sie zum ersten Mal mit dem Tschaikowsky Symphonieorchester Moskau zusammen… Levit: Das stimmt. Aber weshalb ich mich ungemein auf das Konzert freue, ist die Begegnung mit Vladimir Fedoseyev. Wenn man allein weiß, dass in seinen Konzerten einmal ein gewisser Carlos Kleiber gesessen und ihn über alle Maßen bewundert hat, sagt das eigentlich schon alles über seinen Rang aus und natürlich gibt es da ja auch etwa Fedoseyevs unglaubliche, bis heute unerreichte Aufnahme von Prokofjews Romeo und Julia. Bild: Igor Levit

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Schumannfest: Welchen Stellenwert besitzt Schumanns Klaviermusik in Ihrem Repertoire?

Levit: Der wichtigste Einstieg war für mich die Arbeit an der C-Dur-Fantasie. Und sie ist bis heute das einzige große Soloklavierwerk von Schumann geblieben, das ich bisher gespielt habe. Daneben habe ich aber auch immer wieder die Geistervariationen gespielt. Doch neben der Kammermusik und den Liedern Schumanns ist mir sein Klavierkonzert besonders heilig. Allein dieses Thema und die Tatsache, dass das Klavier ja fast die Hälfte des Werkes quasi das Orchester begleitet. Und dabei ist die Klavierstimme so fein austariert, so unglaublich genial geschrieben. Und dann diese extremen Tempi, die von irrwitzig schnell bis sehr, sehr langsam reichen und dem Werk damit immer auch eine gewisse Noblesse und Ritterlichkeit verleihen. Wenn man es schafft, das alles mit dem Orchester zu realisieren, ist dieses Klavierkonzert eines der würdevollsten Werke überhaupt.

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INTERVIEW

INTERVIEW

Schumannfest: Gerade Robert Schumann wird von vielen zeitgenössischen Komponisten wie Jörg Widmann und Heinz Holliger als Inspirationsquelle gesehen. Wie würden Sie, der sich ja ebenfalls mit der Neuen Musik beschäftigt, dieses Moderne in Schumanns Musik einordnen? Levit: Ich habe Jörg Widmann bei einem Vortrag kennengelernt, den er einmal in Salzburg gehalten hat. Und dabei spielte er auch etwas auf dem Klavier. Vorher sagte er aber zum Publikum: Raten Sie mal, was das sein könnte? Ein Zuhörer meinte danach, dass es sich vielleicht um Alban Berg handelt. Doch Jörg lachte sich nur ins Fäustchen und lüftete das Geheimnis: Es waren Schumanns Geistervariationen, sein letztes bedeutendes Klavierwerk. Und genau dieses Werk steht geradezu exemplarisch für Schumanns Modernität. Es ist diese ungeheure Freiheit in der musikalischen Sprache. Und trotzdem besitzt sie diese ungeheure Stringenz und Konzentriertheit. Schumannfest: Beim Schumannfest steht einmal mehr die Romantik im Mittelpunkt. Auch wenn Sie schon lange in Deutschland leben: Gibt es etwas, was besonders die russische Romantik auszeichnet?

„Viele werke leiden unter Klischeebildern.“

Levit: Ich komme gerade von einer Tournee, auf der ich das 1. Klavierkonzert von Tschaikowsky gespielt habe. Und gerade dieses Konzert ist so ein Opfer seiner Rezeption geworden. Ich habe mich dafür entschieden, die Originalfassung zu spielen, bei der die Einleitung recht leise ist. Und in diesem Moment bekommt das Werk eine so große Durchsichtigkeit und Durchlässigkeit, die so ganz dem widerspricht, was man mit der russischen Romantik verbindet. Es ist plötzlich kein schweres, pathetisches Drama mehr. Viele Werke leiden daher unter solchen Klischeebildern wie „russische Romantik“ – was übrigens auch für den Begriff der „deutschen Romantik“ gilt.

Bild: Felix Broede

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schumannfest.de

17. MAI 2014, 20 uhr Tonhalle

Programm

LIEDERABEND mit VESSELINA KASAROVA SAmstag, 17. Mai, 20 Uhr TONHALLE

Charles Spencer Klavier

Robert Schumann (1810–1856) Der arme Peter op. 53 Nr. 3 I. Der Hans und die Grete tanzen herum II. In meiner Brust, da sitzt ein Weh III. Der arme Peter wankt vorbei Johannes Brahms (1833–1897) Junge Lieder I op. 63 Nr. 5 Lerchengesang op. 70 Nr. 2 Von ewiger Liebe op. 43 Nr. 1 Robert Schumann (1810–1856) Aus den hebräischen Gesängen op. 25 Nr. 15 Stille Liebe op. 35 Nr. 8 Stille Tränen op. 35 Nr. 10 Johannes Brahms (1833–1897) Nicht mehr zu dir zu gehen op. 32 Nr. 2 Wenn du nur zuweilen lächelst op. 57 Nr. 2 Unbewegte laue Luft op. 57 Nr. 8 Sergei Rachmaninoff (1873–1943) Ne poj, krasavica – Ma belle, ne chante pas devant moi op. 4 Nr. 4 Son – Le rêve op. 8 Nr. 5 Siren’ – Lilas op. 21 Nr. 5 Poljubila ja na pechal’ svoju – La femme du soldat op. 8 Nr. 4 V molchan’ji nochi tajnoj – Dans le silence de la nuit op. 4 Nr. 3 Zdes’ khorosho – C’est beau ici op. 21 Nr. 7 Peter Tschaikowsky (1840–1893) To bylo ranneju vesnoj – C’était le début du printemps op. 38 Nr. 2 Net, tol’ko tot, kto znal – Ah, qui brûla d‘amour op. 6 Nr. 6 Otschevo? – Pourquoi? op. 6 Nr. 5 KolÏbelnaja pesnja – Berceuse op. 16 Nr. 1 Den li tsarit? – Le jour rayonne op. 47 Nr. 6

das deutsche Lied endgültig den Weg zur Romantik. Ihren Durchbruch als Belcanto-Primadonna feierte Vesselina Kasarova 1992 bei den Salzburger Festspielen. Damals sprang sie für die erkrankte Kollegin Marilyn Horne in Rossinis Tancredi ein, sang brillant und überzeugte auf voller Linie. 1992 war ein wegweisendes Jahr für die Opern- und Liedsängerin Kasarova: Für ihren ersten Liederabend hatte sich die bulgarische Mezzosopranistin gleich die Mailänder Scala ausgeguckt. Auf dem Programm stand ausschließlich Russisches von Sergei Prokofjew. Erst bei den Zugaben zündete sie dann populäre Arien-Raketen wie Una Voce Poco Fa aus Rossinis Barbier von Sevilla. Heute muss Vesselina Kasarova über ihren Wagemut schmunzeln, mit Prokofjew ein Lied-Debüt an der Scala gegeben zu haben. Andererseits wäre der damals 27-Jährigen vermutlich auch mit jedem anderen Komponisten und Repertoire dieser Erfolg geglückt. Schließlich kannte sich Kasarova im Liedfach exzellent aus. Schon vor dem Gesangsstudium hatte sie oft Sänger und Sängerinnen bei Konzerten am Klavier begleitet. Kasarovas Gesangslehrerin Ressa Koleva ebnete ihr als Spezialistin für

Seitdem gilt das Lied für sie als eigentlicher Prüfstein. „In der Oper kann man sich manchmal ein bisschen durchschummeln. Bei der Liedinterpretation ist alles klar und offen, da hört man jede Kleinigkeit, da ist kein Verstecken möglich. Und im Lied bin ich viel mehr ich selbst; ich drücke meine eigenen Gefühle aus. Das macht es so schwierig, aber auch so schön. Es erfordert eine große Ehrlichkeit und Natürlichkeit gegenüber dem Publikum. Zu viel Gefühl wirkt unecht, zu wenig macht das Lied statisch. Das Ideal wäre erreicht, wenn das Publikum den Sänger vergisst. Denn eigentlich drücken diese Werke ja aus, was alle Menschen fühlen oder erleben können.“ Bei ihrem Recital, das sie mit ihrem Klavierpartner Charles Spencer gibt, schlägt Vesselina Kasarova den Bogen vom deutschen hin zum russischen Lied – von Schumann und Brahms zu Tschaikowsky und Rachmaninoff. In beiden Welten taucht einer der meistvertonten Lyriker der Musikgeschichte auf: Heinrich Heine, von dem Schumann immerhin 40 Gedichte vertont hat. Und auch unter den rund 100 Liedern Tschaikowskys bzw. fast 80 Liedern von Rachmaninoff taucht Heine immer wieder auf – wie in Tschaikowskys Lied Warum? op. 6 Nr. 5 und in Rachmaninoffs Der Traum op. 8 Nr. 5.

BILD: Marco Borggreve

Vesselina Kasarova Sopran

€ 29,- / 34,- / 39,-

Das Konzert wird von WDR3 aufgezeichnet und voraussichtlich am 14.06.2014 gesendet.

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Programm

klavierrecital mit boris berezovsky Sonntag, 18. Mai, 20 Uhr Robert-Schumann-Saal

€ 29,- / 38,- / 46,-

Boris Berezovsky Klavier Robert Schumann (1810–1856) Davidsbündlertänze op. 6 Nikolai Medtner (1880–1951) Auswahl aus: Märchen Claude Debussy (1862–1918) Preludes Heft 1 1. Danseuses de Delphes (Tänzerinnen Delphis): Lent et grave 2. Voiles (Schleier/Segel): Modéré 3. Le vent dans la plaine (Der Wind in der Ebene): Animé 4. Les sons et les parfums tournent dans l‘air du soir (Klänge und Düfte erfüllen die Abendluft): Modéré 5. Les collines d‘Anacapri (Die Hügel von Anacapri): Très modéré 6. Des pas sur la neige (Fußstapfen im Schnee): Triste et lent 7. Ce qu‘a vu le vent d‘ouest (Was der Westwind gesehen hat): Animé et tumultueux 8. La fille aux cheveux de lin (Das Mädchen mit dem flachsfarbenen Haar): Très calme et doucement expressif 9. La sérénade interrompue (Die unterbrochene Serenade): Modérément animé 10. La cathédrale engloutie (Die versunkene Kathedrale): Profondément calme 11. La danse de Puck (Der Tanz des Puck): Capricieux et léger 12. Minstrels: Modéré

Bis zu seinem Tod blieb Jean Paul für Robert Schumann das Zentrum seines künstlerischen Denkens. So ist im Haushaltbuch von 1853 die Lektüre der großen Romane von Jean Paul verzeichnet. Darunter die Flegeljahre, die den Komponisten schon als 17-Jährigen derart gepackt hatten, dass er sich 1828/29 selbst als Schriftsteller versuchte und dafür stilistische Wendungen von seinem Idol kopierte. Die eigentlichen Verbeugungen vor Jean Paul gelangen Schumann aber als Musiker und Kritiker. Seine Papillons op. 2 beziehen sich direkt auf die Flegeljahre. Und mit seinen beiden Alter Egos Florestan und Eusebius erfand er ein ungleiches Zwillingspaar, das seine Vorbilder in Jean Pauls Brüderpaar Vult und Walt hatte. In der von ihm mitbegründeten Neuen Zeitschrift für Musik unterschrieb er manche Artikel mit ihren Namen. Und in der Erstausgabe der 1837 komponierten Davidsbündlertänze op. 6 gibt Schumann diese beiden so gegensätzlichen Figuren gar als Co-Autoren aus. Auch der russische Komponist Nikolai Medtner und der Franzose Claude Debussy haben sich in ihren Klavierwerken immer wieder auf literarische Quellen bezogen. Doch während Debussy etwa für seine Préludes sowohl auf ein Märchen von Hans Christian Andersen als auch auf Shakespeares Sommernachtstraum zurückgegriffen hat, verschwieg Medtner bei seinen Märchen den musikalischen oder erzählerischen Inhalt. Die zwischen 1905 und 1928 entstandenen Märchen-Zyklen lassen daher umso mehr Raum für die Fantasie des Zuhörers.

„Musik wird für das Unaussprechliche geschrieben.“ Dieser festen Überzeugung war Claude Debussy. Und daher begann für ihn die Musik da, wo die Macht des Wortes endet. Jedem seiner 24 Klavier-Préludes (1909– 1912), gab er zwar Titel, die auf persönliche Erlebnisse oder auf Bilder und Postkarten zurückgehen. Doch als „Höranleitung“ wollte er die Titel nicht verstanden wissen. Weshalb er sie auch ganz an den Schluss der jeweiligen Noten setzte. Und erst dann passiert das, was der Jahrhundertpianist und Debussy-Spezialist Alfred Cortot so beschrieb: Debussys Klaviermusik „erregt ganz leise unsere Aufmerksamkeit, fordert uns in weiser Wahl der Themen zu einem köstlichen Aufschwung auf, der wohl beinahe als Mitarbeit aufgefasst werden kann, und begnügt sich mit einem schwachen Anstoß, den, wie er weiß, unsere Vorstellungskraft vervielfachen wird.“

BILD: David crookes

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Programm

DAVID GARRETT MONTaG, 19. Mai, 20 Uhr TONHALLE

€ 67,- / 90,- / 101,50 / 113,- / 152,50

David Garrett Violine Verbier Festival Chamber Orchestra Christoph Koncz Leitung u. a.
 Giuseppe Tartini (1692–1770) Sonate für Violine g-Moll „Teufelstriller-Sonate“
 Niccolò Paganini (1782–1840) Io ti penso amore
 Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) aus: Klaviersonate Nr. 11 A-Dur KV 331, 3. Rondo „Alla Turca“
 Domenico Scarlatti (1685–1757) Sonata f-Moll K466
 Henryk Wieniawski (1835–1880) Capriccio / Tarantella
 Niccolò Paganini (1782–1840) Capriccio für Violine in a-Moll op.1 Nr. 24 Antonio
Vivaldi (1678–1741) Le quattro stagioni – Die vier Jahreszeiten op. VIII, 1–4

Heinrich Heine nannte ihn einen „MenschPlaneten“. Und wer tatsächlich in seine Umlaufbahn geriet, den gab er so schnell nicht mehr frei. Das traf sogar auf Goethe zu, der zwar dem Komponisten Niccolò Paganini nicht viel abgewinnen konnte, doch dessen dämonischer Erscheinung und geigerischen Entfesselungskünsten auch er sich nicht entziehen konnte. „Wo unser Denken aufhört, da fängt Paganini an“, meinte Giacomo Meyerbeer. In seinem Nekrolog auf Paganini sprach Franz Liszt von einer „Wundererscheinung, wie sie das Reich der Kunst nur einmal, dieses einzige Mal gesehen“. Robert Schumann pilgerte 1830 extra nach Frankfurt, um den Hexenmeister auf der Geige zu hören. Er wurde nicht nur Ohrenzeuge vom „Wendepunkt der Virtuosität“. Für den 19-jährigen Schumann markierte diese Begegnung auch den Wendepunkt im eigenen Leben. So sagte er sich endgültig vom JuraStudium los, um sich fortan nur noch der Musik zu widmen. Paganinis 24 Solo-Capricen op. 1 bildeten eine grobe Klammer in Schumanns kompositorischem Schaffen. 1832/33 entstanden mit den Studien op. 3 sowie mit den Konzert-Etüden op. 10 seine KlavierBearbeitungen dieser Geigen-Stücke, die zum Inbegriff der virtuosen Artistik geworden sind. 20 Jahre später fügte Schumann Paganinis Violinstimme eine Klavierbeteiligung zu. Und genau mit dieser selten zu hörenden Fassung der Capricen sollte Ende des 20. Jahrhunderts ein gerade einmal 16-jähriger Wunderknabe aus Aachen sein allererstes Paganini-CD-Statement ablegen: David Garrett – schon 1996 besaß er makelloses Rüstzeug und nötige Kondition für all die viersaitigen Hyperaktivitäten. Aus dem talentierten Jüngling ist auch dank seines Lehrers Itzhak Perlman ein Musiker geworden, der die Klassik-Gemeinde ebenso um den Verstand spielt. Wie etwa mit einem Hummelflug in 66 Sekunden, mit dem er sich im „Guinness Buch der Rekorde” verewigte.

Garrett beschäftigt sich weiterhin mit Paganini: Im Kino war er 2013 in der Rolle des „Teufelsgeigers“ zu sehen. Auf der Soundtrack-CD „Garrett vs. Paganini“ ist er mit solchen Bravourstücken wie der Caprice Nr. 24 und La Campanella zu hören. „In den vergangenen zwei Jahren, in denen ich mich intensiv mit Paganini beschäftigte, ist mir mehr und mehr aufgefallen, dass es tatsächlich viele Gemeinsamkeiten zwischen ihm und mir gibt“, so Garrett. „Vor allem in der Art, wie wir das Instrument benutzen, um das Publikum zu faszinieren.“

BILD: Christopher Dunlop

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Programm

NEUE LIEDERKREISE

Die Musiker des Moscow Contemporary Music Ensemble (MCME) wissen genau, dass die musikalische Gegenwart nicht ohne die Vergangenheit zu denken ist. Und so konzentrieren sie sich seit dem Gründungsjahr 1990 immer wieder auch auf das Werk von wegweisenden sowjetischen AvantgardeKomponistInnen wie Alexander Mosolov, Sofia Gubaidulina und Edison Denisov. Das MCME ist aber nicht nur Russlands wichtigster Botschafter, wenn es um die musikalischen Visionäre aus dem 20. Jahrhundert geht. Kein anderes Ensemble hat in den vergangenen 20 Jahren mehr für die Entwicklung und Verbreitung der zeitgenössischen russischen Musik getan als dieses Kammerorchester. Mehr als 800 Werke hat das MCME mittlerweile uraufgeführt. Regelmäßig gastiert es auf bedeutendsten Festivals und lädt internationale Neue Musik-KomponistInnen und -DirigentInnen wie Beat Furrer und Enno Poppe ein. Abseits Moskaus, in dem Städtchen Tschaikowski (!), arbeitet das MCME bei der jährlich stattfindenden Internationalen Akademie für junge KomponistInnen mit dem Nachwuchs zusammen. Künstlerischer Direktor ist seit jeher Dmitri Kourliandski, der zu den gefragtesten Komponisten Russlands zählt.

MOSCOW CONtEMPORARY MUSIC ENSEMBLE Ein Blick nach Moskau: Neue Stücke von Moskauer Komponisten Donnerstag, 22. Mai, 20 Uhr Tonhalle

€ 19,-

Moscow Contemporary Music Ensemble Ivan Bushev, Flöte – Alexandra Elina, Flöte – Oleg Tantsov, Klarinette – Alexei Bychkov, Klarinette – Leonid Voznesensky, Horn – Ilya Feropontov, Trompete – Andrian Printsev, Posaune – Mikhail Dubov, Klavier – Sergei Chirkov, Akkordeon – Dmitri Vlasik, Perkussion – Alexander Suvorov, Perkussion – Vladislav Pesin, Violine – Elizaveta Koshkina, Violine – Emil Salaridze, Viola – Ilya Rubinshtein, Cello – Igor Solokhin, Kontrabass Natalia Pschenitschnikova Sopran Fedor Lednev Leitung Dmitri Kourliandski (*1976) „Liederkreis“ für Stimme und Ensemble (2014), Uraufführung Alex Nadzharov (*1983) „...regeln“ für Ensemble (2014), Uraufführung

Georgy Dorokhov (1984–2013) „Adagio Molto“ für Ensemble (2007) Alexey Sysoev (*1972) „Dichterliebe. Zu den Favoriten hinzufügen“ für Stimme und Ensemble (2014), Uraufführung Das Konzert ist ein Beitrag der Partnerstadt Moskau.

BILD: Moscow Contemporary Music Ensemble

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Das Schumannfest hat nun auch zeitgenössische Komponisten aus Moskau eingeladen, in ihren Auftragskompositionen die Musik Robert Schumanns und speziell seine Lieder zu reflektieren. Der 1972 in Moskau geborene Komponist Alexey Sysoev wird sich in seinem Ensemblestück mit Schumanns Liederzyklus Dichterliebe op. 48 beschäftigen. Sysoev wurde am TschaikowskyKonservatorium ausgebildet und ist auch im Jazz und in der elektronischen Musik zu Hause. Ebenfalls aus Moskau stammt Alex Nadzharov. Der 31-Jährige, der das Zentrum für elektro-akustische Musik am Moskauer Konservatorium leitet, hat das Liederalbum für die Jugend op. 79 ausgewählt. Und mit dem Lied Auf einer Burg aus Schumanns

Eichendorff-Liederkreis setzt sich schließlich Dmitri Kourliandski auseinander. Kourliandski ist Mitbegründer der Komponistengruppe Structural Resistance. Seine Musik bezeichnet er als „objektive Musik“, als „eine Musik ohne Aktion oder Entwicklung, die sich wie ein Mechanismus auf die Suche nach neuen Klängen begibt.“ Der zweite Teil des Abends wird eröffnet mit einem Adagio molto von Georgy Dorokhov, der 2013 im Alter von nur 27 Jahren verstarb und zu den größten Talenten der Neue MusikSzene Russland zählte.

Programm

PROGRAMM

SCHUMANN JUNIOR

Um es als Solist oder als Orchestermusiker bis nach oben zu schaffen, ist eine erstklassige Ausbildung und Förderung ebenso wichtig wie Talent. Die Düsseldorfer Robert Schumann Hochschule (RSH) gilt auf diesem Gebiet längst international als eine vorbildliche Institution. Seit 2005 gibt es darüber hinaus noch ein hochschuleigenes Ausbildungszentrum, das sich besonders der Hochbegabten unter den aufstrebenden, jungen MusikerInnen annimmt. Mehr als 30 Jungstudierende zwischen 10 und 17 Jahren werden am Ausbildungszentrum Schumann Junior aber nicht nur an ihrem Instrument unterrichtet. Die jungen MusikerInnen aus aller Herren Länder erhalten eine facettenreiche Ausbildung in Musiktheorie und Musikgeschichte.

Die jüngsten Talente der Robert Schumann Hochschule präsentieren sich gemeinsam mit der Orchesterakademie der Düsseldorfer Symphoniker im Konzert FREITAG, 23. Mai, 20 Uhr ROBERT-schumann-saal

€ 12,- / Schüler und Studenten € 5,-

Joseph Haydn (1732–1809) Konzert für Cembalo C-Dur (Version für Harfe) Julia Dietrich Harfe Robert Kusnyer Violine Yu Matsuda Violine Cristina Ceja Viola Guchao Zhao Violoncello You Young Lee Kontrabass Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) aus: Konzert A-Dur KV 414, Allegro Arthur Zimmermann Klavier Yu Matsuda Violine Guchao Zhao Violoncello

Schließlich kann es nicht sein, „dass Musikstudierende kaum etwas über die Komponisten und Epochen wissen“, so die Leiterin von Schumann Junior, Prof. Barbara Szczepanska.

Robert Kusnyer Violine Cristina Ceja Viola You Young Lee Kontrabass

Robert Schumann (1810–1856) Andante und Variazioni op. 46 für 2 Klaviere, 2 Violoncelli und Horn Yumeka Nakagawa Klavier Paul Böhme Violoncello Thorben Gruber Horn

Selbstverständlich gibt es zudem immer wieder die Möglichkeit, sich mit den jungen KommilitonInnen zu messen oder sich in Konzerten vor Publikum zu präsentieren. So wurde 2010 erstmals in den Hochschulräumen

Lisa Zhu Klavier Kristin Klemt Violoncello

Vanessa Tao Huang Klavier Alexander Kovalev Violoncello

Noe Inui Violine

Max Bruch (1838–1920) aus: 8 Stücke op. 33 für Klarinette, Viola und Klavier, Nr. 1, Nr. 2 und Nr. 7 Jozsef Nagy Klarinette Soomija Park Klavier

Ecehan Tanyolac Viola

Frédéric Chopin (1810–1849) Konzert e-Moll op. 11, Allegro maestoso Yuna Nakagawa Klavier Yu Matsuda Violine Guchao Zhao Violoncello

Robert Kusnyer Violine Cristina Ceja Viola You Young Lee Kontrabass

der Schumann Junior-Musikwettbewerb veranstaltet, der in einem großen Finalkonzert mit den Düsseldorfer Symphonikern gipfelte. Beim diesjährigen Schumannfest messen sich die Jungstudierenden von Schumann Junior nun kammermusikalisch mit angehenden Profis. Dafür formiert man gemeinsam mit StipendiatInnen der Orchesterakademie der Düsseldorfer Symphoniker hörenswerte Ensembles für Werke von Schumann und Bruch, aber auch für Klavierkonzerte von Mozart und Chopin in Kammermusikbesetzung. Seit 2007 gibt es diese Orchesterakademie, bei der bis zu 15 junge OrchestermusikerInnen zwei Jahre lang das Leben als Düsseldorfer Symphoniker kennenlernen. Intensiv begleitet werden sie dabei von OrchestermusikerInnen, die sie als MentorInnen im RepertoireSpiel und in der Kammermusik, in Sachen Probespiel und Lampenfieber unterstützen. Die StipendiatInnen dieser „Nachwuchsschmiede“ stehen außerdem im engen Kontakt mit der Robert Schumann Hochschule und ihren Studierenden. So werden regelmäßig und, wie eben auch jetzt, spannende Kammermusikprojekte realisiert.

BUCHUNG Online www.robert-schumann-saal.de (zzgl. Gebühren) Per Telefon 0211 . 27 40 00 (westticket) Vor Ort Museum Kunstpalast / Thorn Prikker-Foyer, Eingang Ständige Sammlung, Di–So 11–18 Uhr und an vielen an westticket angeschlossenen Vorverkaufsstellen.

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847) aus: Trio d-Moll op. 49, Allegro agitato

BILD: Illustration Partitur

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Programm

PROGRAMM

EIN SOMMERNACHTSTRAUM Klaus maria brandauer & Grauschumacher Samstag, 24. Mai, 20 Uhr Tonhalle Klaus Maria Brandauer Stimme

€ 29,- / 35,- / 42,- / 49,- / 56,Andreas Grau und Götz Schumacher Klavier

Ein Sommernachtstraum nach William Shakespeare Schlegel-Tiecksche Übersetzung ins Deutsche. Eingerichtet von Klaus Maria Brandauer. Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847) aus: Ein Sommernachtstraum op. 21, Ouvertüre aus: Ein Sommernachtstraum op. 61, Schauspielmusik

BILD: Christof Mattes

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Das märchenhaft wilde Treiben in Shakespeares Komödie Ein Sommernachtstraum hat Komponisten durch die Jahrhunderte schon immer mitgerissen und inspiriert. Der „Orpheus Britannicus“ Henry Purcell verewigte den Stoff in seiner Semi-Opera The Fairy Queen. Im 20. Jahrhundert widmete Benjamin Britten sein Opern-Lustspiel A Midsummer Night‘s Dream diesem Sujet. Zu den jüngsten Verbeugungen vor Königin Titania und Handwerker Zettel gehörte eine Fassung des italienischen Jazz-Klarinettisten Gianluigi Trovesi. So einfallsreich, quirlig und amüsant all diese SommernachtstraumVersionen sind – an den Ruhm von Felix Mendelssohn Bartholdys musikalischer Übersetzung kommen sie allesamt nicht heran.

erheblichen Anteil, die aus Mendelssohns Feder stammt und bereits ein Jahr nach der Potsdamer Uraufführung gedruckt wurde. Diese farbenreiche Klavierfassung liegt jetzt beim GrauSchumacher-Piano-Duo in den besten Händen. Die beiden Pianisten entwickeln eine musikalische Suggestionskraft, die Shakespeares bunte Panoramen in ihrer ganzen Leichtigkeit und Lebensfülle genauso vor dem inneren Auge des Publikums entstehen lässt wie Klaus Maria Brandauer in seinen 1001 Rollen. Immerhin ist dieser Jahrhundertschauspieler und Erz-Komödiant in dieser szenischen Lesung alles in einer Person: ob Hofnarr oder possentreibender Handwerker, ob Luftgeist oder Kobold, ob Oberon oder Titania.

Schon als Elfjähriger hatte sich Mendelssohn intensiv mit Shakespeares Werk beschäftigt. Mit 17 Jahren sollte er erstmals in dessen zauberhafte Märchenwelt aufbrechen. So verriet der Jüngling Felix am 4. Juli 1826 seiner Schwester, dass er musikalisch „midsummernight´s dream zu träumen“ begonnen hätte. Bereits Ende August war die berühmte Sommernachtstraum-Ouvertüre vollendet. Robert Schumann konnte später nur bewundernd feststellen: „Der fertige Meister tat in glücklichster Minute seinen ersten höchsten Flug.“ Doch es sollte nicht Mendelssohns einziger SommernachtstraumCoup bleiben. Am 14. Oktober 1843 erklang im Potsdamer Neuen Palais erstmals seine Bühnenmusik, die er für Ludwig Tiecks Neuinszenierung der Komödie geschrieben hatte. Und auch in dieser Schauspielmusik finden sich zahllose Geniestreiche wie das Scherzo, der Elfenmarsch und der Hochzeitsmarsch . An der umgehend einsetzenden Nachfrage nach dieser Musik hatte vor allem die vierhändige Klavierfassung

2014 feiert man den 450. Geburtstag von William Shakespeare. Das Schumannfest gratuliert dazu mit diesem Augen- und Ohrenschmaus.

INTERVIEW

INTERVIEW

Klaus mARIA Brandauer: Romantik ist alles. Eine Begegnung mit Klaus Maria Brandauer

SCHUMANNFEST: Herr Brandauer, Sie haben am Anfang Ihrer Karriere in Düsseldorf gespielt. Welchen Bezug haben Sie heute zu Düsseldorf und wie fühlt es sich an, hierher zurückzukommen?

Bild: Christof Mattes

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Brandauer: Ich kam als ganz junger Schauspieler aus Salzburg nach Düsseldorf und hatte weder andere Städte, geschweige denn andere Häuser gesehen. Ich stehe also vor diesem Betonklotz in der Jahnstraße und frage mich, was ich hier soll. Dann traue ich mich hinein und frage nach dem Intendanten. Die Dame am Empfang gibt mir zu verstehen, dass es hier keinen ‚Intendanten’, sondern höchstens einen ‚General-Intendanten’ gebe und ob ich vielleicht zu dem wolle. Der große Karl-Heinz Stroux hat mich dann später zu sich nach Hause eingeladen, wo ich ihm in einem fürs Vorsprechen eingerichteten Zimmer den ‚Romeo’ geben sollte. Ich muss so etwas geantwortet haben wie ‚Ich spreche nicht vor. Entweder sie nehmen mich, oder sie lassen es’. Stroux sprach mich plötzlich als ‚Julia’ an und ich antwortete automatisch als ‚Romeo’. Ich bekam die Rolle und es war eine großartige Zeit. Und beim Schumannfest war ich ja später auch schon einmal zu Gast. Vor acht Jahren mit Schumanns ‚Manfred’.

Schumannfest: Sie treten am 24. Mai in der Tonhalle zusammen mit dem Pianisten-Duo GrauSchumacher auf und interpretieren den „Sommernachtstraum“ zu Musik von Felix Mendelssohn Bartholdy. Worin liegt der Reiz der Kombination aus Schauspiel und Musik? Brandauer: Beim Schauspiel fehlt immer die Ouvertüre. Da muss der Schauspieler selbst für musikalische Einstimmung sorgen. Beim Sommernachtstraum ist die Musik von Anfang an dabei, sie wirkt zusammen mit den Worten und gibt uns dadurch so viel Freiheit im Denken. Ich kann die Texte nachempfinden indem ich mit der Musik fühle und das Publikum kann das auch. Und im Mittelpunkt steht der wohl größte Romantiker aller Zeiten: William Shakespeare mit all seinen Irrungen und Wirrungen, Zerrissenheiten, Fragen und Verklärungen. Dabei wird er nie destruktiv, bei ihm fügt sich alles auf wunderbare Weise zusammen und es verliert nie das menschliche Maß. Deswegen freue ich mich auch immer wieder so, den „Sommernachtstraum“ mit der Musik von Mendelssohn Bartholdy aufführen zu dürfen. Ganz besonderen Spaß macht es mit zwei so hervorragenden Musiker wie Andreas Grau und Götz Schumacher.

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INTERVIEW

INTERVIEW

Schumannfest: Was ist denn in Ihren Augen Romantik? Brandauer: Romantik ist alles. Romantik ist Tag und Nacht, Frage und Antwort. Ernsthaftigkeit und Ironie. Und zwar alles absolut, ohne Rückversicherung und Hintertür. Vor allem Schumann steht ja für die ‚echte Romantik’, die so wenig zu tun hat mit den heutigen Bildern von Romantik, die uns meistens über die Medien entgegensprudeln. Was unseren „Sommernachtstraum“ betrifft, werden wir aber nicht nur romantisch, sondern auf jeden Fall auch dramatisch sein und vielleicht noch ein kleines Stück melodramatisch. Das wäre dann der Zuckerguss! Schumannfest: Inwiefern können Sie sich mit dem Leben und Werk Robert Schumanns identifizieren? Brandauer: Zu seinem Leben kann ich wenig sagen, zu seinem Werk umso mehr. Schumann war ein absolut herausragender Komponist mit einer Schaffensweite, die bis heute ihre Spuren hinterlässt. Mich beeindruckt das immer wieder, wenn ich seine Sinfonien oder seine Klaviermusik höre, wie konkret er Leben in Musik übersetzt. Das schaffen nur wenige Komponisten.

Schumannfest: Herr Brandauer, die Kampagne zum Schumannfest 2014 wird immer wieder kontrovers diskutiert. Der eine oder andere Klassikfan beschwert sich sogar beim Intendanten. Es wäre eine Unverschämtheit, Vesselina Kasarova als Haartrockner und Sie als Akkuschrauber darzustellen. Wie sehen Sie das?

„Schauspiel und Musik wachsen zusammen. Die perfekte Symbiose im Kopf, in der Stimme, im Gefühl.“

Brandauer: Ich sehe das ganz anders. Offenbar soll ich hier beim Schumannfest richtig dicke Bretter bohren (lacht). Natürlich provozieren die Plakate durch die Darstellung von Alltagsprodukten, aber wenn man genauer hinsieht und vor allem die Schlagzeilen liest, ist man doch unmittelbar in der Romantik angekommen: ‚Träume fliegen, bei Tag und Nacht’, ‚Gegen Weltschmerz und unstillbare Sehnsucht’. Das ist Romantik pur. Auf meinem Weg vom Flughafen in die Stadt habe ich so viele Plakate für so viele Veranstaltungen gesehen. Eins sieht wie das andere aus, da finde ich es sehr gelungen, was wir hier sehen. Also, ich werde auf jeden Fall dicke Bretter bohren (schmunzelt) und Ihr schreibt vielleicht meinen Namen noch etwas größer? Das wäre prima.

Bild: Klaus Maria Brandauer auf der Pressekonferenz zum Schumannfest Düsseldorf 2014

Schumannfest: Robert Schumann war in vielen Phasen seines Lebens umstritten, wurde kritisiert und angezweifelt. Kennen Sie diese Phasen trotz Ihres Weltruhms auch? Wie gehen Sie damit um?

Brandauer: Jeder Künstler, jeder Mensch kennt diese Phasen. Wer das abstreitet ist nicht aufrichtig. Ganz gleich, ob man auf der Sonnenseite des Lebens unterwegs ist oder gerade durch finstere Nacht wandert: Es kommt auf die Leidenschaft an. Die Leidenschaft ist der Schlüssel zu allem. Was auch immer ich anfange: Wenn ich es mit Leidenschaft angehe, schmerzt selbst ein Misserfolg nicht mehr so schlimm, denn ich habe ja alles gegeben, was ich konnte. Robert Schumann war ein absolut leidenschaftlicher Mensch. Ich freue mich sehr, das wir durch unseren Abend das Andenken an ihn ein kleines Stück aufrecht erhalten können.

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schumannfest.de

18. MAI 2014, 20 uhr robert-schumann-saal

Programm

HILARY HAHN & HAUSCHKA THE NEW ROMANTICS Sonntag, 25. Mai, 20 Uhr Tonhalle Hilary Hahn Violine

€ 29,- / 34,- / 39,Hauschka präpariertes Klavier

Von der Papierform her bilden sie eigentlich ein ungleiches Paar. Die amerikanische Stargeigerin Hilary Hahn ist in der Klassik zu Hause und zudem eine absolute Perfektionistin, die nichts dem Zufall überlässt. Einen ganz anderen Musikertypus verkörpert Pianist Volker Bertelmann, besser bekannt als Hauschka. Denn für ihn ist gerade das Unvorhersehbare die eigentliche Antriebsfeder bei seinen Exkursionen zwischen Minimal Music und Pop. Zudem geht er im Gegensatz zu Hahn mit den Saiten seines Instruments nicht unbedingt pfleglich um. Er präpariert wie einst John Cage das Innere des Flügels mit Korken, Glasscherben oder hüpfenden Tischtennisbällen. Trotz aller Kontraste hat es aber zwischen ihm und Hilary Hahn längst gefunkt. So besiegelte man 2012 ihre über einige Live-Auftritte gewachsene musikalische Freundschaft auch mit einem Album. Und Silfra – so der Titel der Studiosessions – löste auf Anhieb ein riesiges Echo aus. Plötzlich lernte man die ungemein neugierige Musikerin Hahn nicht nur als inspirierende Improvisationskünstlerin kennen. Zusammen mit Hauschka bewies sie, was für ein so noch nie gehörter Zauber und Bewegungsreichtum der Ruhe innewohnen kann. Spannungsvoll und sanft, elegisch und elfengleich, melancholisch und magisch perkussiv erkundete man gemeinsam Klanglandschaften, die Weite und Intimität zugleich ausstrahlen. Und das Außergewöhnlichste an diesem Resultat war vielleicht, dass eben alles aus dem Moment entstanden ist. „Wenn ich mit Hauschka spiele, dann bin ich Teil des Kompositionsprozesses“, so Hahn. „Wir spielen einfach.“ Und Hauschka ergänzt: „Es ist unsere Musik. Hilarys und meine, die sich irgendwo zwischen experimenteller Musik und klassischen Klangexperimenten ansiedelt.“ Für diesen musikalischen Trip, der Einflüsse etwa vom Minimalisten Steve Reich genauso offenbart wie vom Ambient-Paten Brian Eno, hatten Hahn & Hauschka aber auch ein

glückliches Händchen bei der Auswahl des Genius loci. Statt sich für die Aufnahmen in einer hektischen Weltmetropole zu treffen, zog man sich auf Island zurück. Von der Ruhe dieser endlos wirkenden Natur ließen sich beiden Musiker an die Hand nehmen, um daraus die Energie und die Phantasie für ihre Duo-Aufnahmen ihres romantischen Sehnsuchtsgefühls zu speisen.

BILD: MAREIKE FOECKING

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Programm KAPITELÜBERSCHRIFT

LUCID DREAM Nils Petter Molvær Eine Klang- und Lichtinstallation im Nachtwald Dienstag, 27. bis Samstag, 31. Mai, ab 21.30 Uhr Schloss Benrath, Schlosswald Nils Petter Molvær Musik Pekka Stokke Video und Licht Jørgen Larsson Sound Design Hans-Jürgen Müller Technische Leitung Nils Petter Molvær & Beate Schüler Konzeption Beate Schüler Kuratorin lucid dream ug Produktion

Diese Produktion wird ermöglicht durch die freundliche Unterstützung der Kunststiftung NRW. Wir empfehlen eine Reservierung über unsere Homepage www.schumannfest.de oder per Telefon unter 0211 . 39 02 01 93

HINWEIS: Bitte denken Sie an Robustes schuhwerk und wetterfeste beKleidung!

Riesige Waldflächen gehören in Europa zum kulturellen Erbe. So entschied die UNESCO 2011, die alten Buchenwälder Deutschlands in die Liste des Europäischen Weltnaturerbes aufzunehmen. Doch der Wald besaß darüber hinaus stets auch eine spirituelle, mythische Kraft. So entwickelte sich der Wald in der deutschen Romantik geradezu zum Leitmotiv einer ganzen Epoche. In Märchen, Sagen und Mythen steht der Wald seit Jahrhunderten für Unsicherheit und Gefahr, aber auch für Schönheit und Schutz. Und nicht zuletzt in der Sprache der Kunst symbolisiert besonders der nächtliche Wald oftmals verschlungene, ungeordnete Traumlandschaften. Mit seiner begehbaren Klang- und Lichtinstallation LUCID DREAM taucht jetzt der norwegische, weltweit gefeierte Jazzmusiker Nils Petter Molvær zusammen mit dem Publikum in eine solche nächtliche Traumlandschaft ein. Dabei bewegen sich die Zuhörer im nächtlichen Wald auf einem Pfad durch die Installation. Ein komplexes Lautsprechersystem wird unsichtbar an verschiedenen Positionen entlang des Wegs – sowohl in Bäumen, als auch im Waldboden – installiert um den Besucher so über Klänge zu leiten. Die Kompositionen von Nils Petter Molvær bestehen aus vielschichtigen elektronischen Klängen, komponiertem Material und verfremdeten Field-Recordings. Videos, projizierte Bilder und Licht erscheinen und verschwinden wie Geister in Bäumen, Sträuchern, auf dem Waldboden oder auf Lichtungen entlang der Strecke. Diese Visuals werden vom norwegischen Video- und Lichtkünstler Pekka Stokke entworfen. Mit der Zeit schärfen sich die Sinne der Zuschauer: Die Augen gewöhnen sich an die Dunkelheit, nehmen aber dennoch weniger als gewohnt wahr, wodurch Hör- und Tastsinn an Bedeutung gewinnen. Die Fantasie ist angeregt – neben dem äußeren Erleben evozieren Dunkelheit, Sound und Lichtinstallation innere Bilder, luzide Traumbilder. Diese glasklare, überscharfe Disposition in Momenten von Verunsicherung und Ungewissheit ist es, die

Molvær immer wieder sowohl im eigenen Spiel als auch in seinen Kompositionen sucht und die ihn künstlerisch fasziniert. In LUCID DREAM verwandelt sich somit der nächtliche Wald nicht nur in einen außergewöhnlichen, einzigartigen „Konzertsaal“. Das Erleben dieses audiovisuellen Ereignisses in Raum (= Wald) und Zeit (= Dauer des Gangs durch die Installation) wird für die Besucher zu einer individuellen und nachhaltigen neuen Musikund Kunsterfahrung.

BILD: Bildkomposition

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Programm

ROMANTISCHE WALDSZENEn Konzerte und mehr Mittwoch, 28. Mai, 19 Uhr Schloss benrath, Kuppelsaal / Lapidarium / Kapelle im Ostflügel / Innenhof Westflügel My Brightest Diamond Shara Worden Stimme, Ukulele und andere Instrumente Jutta Troch Harfe schnittpunktvokal

Peter Paumgarten Stimme Christian Paumgarten Stimme Michael Paumgarten Stimme Ulfried Staber Stimme Marco Tamayo Gitarre

Asasello-Quartett

Rostislav Kozhevnikov Violine Justyna Sliwa Viola

Barbara Kuster Violine Wolfgang Zamastil Violoncello

Fanny Hensel (1805–1847) Streichquartett Es-Dur Felix Mendelssohn Bartholdy
 (1809–1847) Streichquartett Es-Dur op. 12 Wolfgang Reinbacher Stimme Heinrich Heine (1797–1856) Die Waldeinsamkeit

HINWEIS: Bitte denken Sie an wetterfeste beKleidung!

€ 29,-

Das Schumannfest ist zu Gast im Benrather Schloss. Der Bau, der zwischen 1755 und 1773 errichtet wurde, spiegelt in seiner architektonischen Gesamtanlage auf imposante Weise ein Thema des Schumannfestes 2014, „Waldszenen“, wider. Hier lassen Musiker, Schauspieler und Klangkünstler den Wald wachsen: Idyll und Heimat ganzer Generationen von Romantikern. Als eines der wichtigen „Leitmotive“ der Romantik versprach der Mikrokosmos „Wald“ Idylle und Einsamkeit, Schweigen und Erholung. Der „ewige Wald“ als Naturmetapher inspirierte Dichter, Maler und Komponisten von Joseph von Eichendorff über Caspar David Friedrich, von Robert Schumann bis hin zu Richard Wagner. Die Besucher der Waldszenen-Konzerte, des Kinderkonzertes im Kuppelsaal, der Open-AirFilmreihe und der Nachtwald-Klanginstallation LUCID DREAM erleben im und um das wunderschöne Schloss Benrath neue und verträumte, spielerische Begegnungen mit der Romantik und dem Mythos Wald. Beim Stationenkonzert begegnet man mit Shara Worden einer charismatischen SingerSongwriterin und Multi-Instrumentalistin. Die klassisch ausgebildete Performerin tritt unter dem Projektnamen My Brightest Diamond erstmalig gemeinsam mit der belgischen Barockharfenistin Jutta Troch auf. Bei den Bearbeitungen ihrer Songs kommt darüber hinaus nicht nur die Gitarre zum Einsatz, sondern auch die Autoharp (eine amerikanische Version der Zither), die Ukulele und das afrikanische Daumenklavier Kalimba. An klassischen Streichinstrumenten gibt hingegen das international besetzte Asasello-Quartett Kostproben seiner Kunst. Für sein Konzert hat es jeweils ein Streichquartett der MendelssohnGeschwister Fanny & Felix ausgewählt. Ideal zum Festivalthemenschwerpunkt „Wald“ passt das Streichquartett Nr. 1 Es-Dur op. 12

von Felix Mendelssohn Bartholdy. Schließlich bricht er im zweiten Satz unüberhörbar in den sommernächtlichen Zauberwald Shakespeares zu all den Feen und Kobolden auf. In diese Märchenwelt taucht auch das Ensemblemitglied des Düsseldorfer Schauspielhauses, Wolfgang Reinbacher, mit seinen Gedichtrezitationen ein. Dabei lässt er mit seiner wundersamen Stimme jenes luftige Elfenvölkchen so herrlich flattern, plaudern und schnattern, wie es Heinrich Heine in seinem Gedicht Waldeinsamkeit beschrieben hat. Bei dem Gesangsquartett schnittpunktvokal geht es in dem musikalischen Panorama Vor lauter Bäumen – Eine Verirrung im romantischen Wald ebenfalls quirlig zu. Gemeinsam mit Gitarrist Marco Tamayo machen sich vier Sangesburschen auf die Spuren von Franz Schubert, erkunden im Kärntner Dialekt die österreichischen Wälder und lassen zwischendurch jazzig und lässig die Beine im Mondlicht baumeln.

BILD: Denny Renshaw

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Programm

KINDERKONZERT im KUPPELSAAL HIMMELFAHRT, 29. Mai, 11 Uhr Schloss Benrath, Kuppelsaal

€ 10,-

My Brightest Diamond Shara Worden Komposition, Gesang und diverse Instrumente Andrew Ondrejcak Texte Clara-Schumann-Jugendchor Justine Wanat Leitung Shara Worden (* 1974) Neue Stücke für Jugendchor, Uraufführung (Auftragskompositionen für das Schumannfest Düsseldorf 2014) Sowie Chorwerke von Mel Bonis, Claude Debussy, Roger Calmel, Jean-Louis Petit und Gabriel Fauré IM ANSCHLUSS AN DAS KONZERT FINDEN SPEZIELLE FÜHRUNGEN DURCH DAS SCHLOSS UND DEN SCHLOSSPARK STATT.

„Vor einem großen Walde wohnte ein armer Holzhacker mit seiner Frau und seinen zwei Kindern; das Bübchen hieß Hänsel und das Mädchen Gretel.“ Mit diesen Zeilen beginnt eines der bekanntesten wie anrührendsten Märchen der Gebrüder Grimm. Doch nicht nur in dieser Geschichte haben die Grimms den Wald verewigt. Das kleine Rotkäppchen trifft im tiefsten Wald auf den bösen Wolf, Schneewittchen muss sich im Wald bei den sieben Zwergen vor der bösen Stiefmutter verstecken. Der Wald war schon immer ein geheimnisvoller Ort, bei dem man – wie in zahllosen Märchen überliefert – auf Schritt und Tritt Gefahren und Prüfungen ausgesetzt war. Da der Wald aber auch seine lieblichen Seiten hat, wurden er und seine zwei- und vierbeinigen Bewohner immer wieder besungen. „Wie herrlich ist´s im Wald“, weiß der Volksmund schließlich nicht erst seit dem gleichnamigen Gedicht von Wilhelm von Marsano, das seit dem 19. Jahrhundert zu den bekanntesten Hymnen über das dichtbewachsene und doch so belebte Naturreich zählt. Und wer hat nicht schon als Kind mindestens einmal das

vielleicht bekannteste Waldeslied gesungen, dessen Text von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben stammt? Dabei kann es sich natürlich nur um die schönste Ode handeln, die je auf die Hagebutte gedichtet und komponiert wurde: „Ein Männlein steht im Walde ganz still und stumm. Es hat von lauter Purpur ein Mäntlein um.“ An diese große Tradition der Kinderlieder und Märchen, in denen sich alles um den Wald dreht, knüpft nun die amerikanische SingerSongwriterin Shara Worden an, besser bekannt als „My Brightest Diamond“. Im Auftrag des Schumannfest Düsseldorf hat die New Yorker Multi-Instrumentalistin und Performerin einen neuen Chorlieder-Zyklus kreiert, der das Publikum mit auf eine märchenhafte Reise durch einen verzauberten Wald nimmt. Dem Clara-Schumann-Jugendchor gewidmet, kombiniert Shara Worden in ihren Kompositionen den Gesang mit verschiedenen Instrumenten vom Glockenspiel über die Triangel und das Windspiel bis hin zu Tamtams, die eigens von den Kindern unter der Leitung von Justine Wanat gespielt werden.

VORANMELDUNGEN BITTE AN [email protected]

BILD: Illustration Schloss Benrath

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Programm

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IM WALDKINO: BAMBI MEETS BLAIR WITCH

Freitag, 30. Mai, ab 20 Uhr II. Teil: Wald und Wagner

EIN FILMREIHE ZUM MYTHOS WALD

2 A Florestes de Jonathas (Im dunklen Grün) Brasilien 2012, Regie: Sergio Andrade, 98 Min Am Rand des brasilianischen Dschungels findet dieser aktuelle Festivalerfolg zu Bildern von hypnotischer Einfachheit. Dokumentarisches und Märchenhaftes kommen dabei ebenso selbstverständlich zusammen wie Wagners Lohengrin-Ouvertüre und Globalisierungskritik.

DONNERSTAG, 29. Mai, 20 Uhr Freitag, 30. Mai, 20 Uhr samstag, 31. mai, 20 Uhr SChloss benrath, innenhof Westflügel

€ 10,-

Daniel Kothenschulte Einführungen zu den Filmen und Kurator der Filmreihe Donnerstag, 29. Mai, ab 20 Uhr I. Teil: Märchenwälder 1 Igel im Nebel (Joschik w tumane) UdSSR 1975, Regie: Jurij Norstein, 10 Min. Russlands berühmtestes Trickfilmpoem über die Selbstfindungsreise eines mutigen kleinen Igels durch den verzauberten Nebelwald 2 Bambi USA 1942, Regie: David Hand, 64 Min. Das imposanteste Waldstück, das je gemalt wurde, verknappt Felix Saltens Roman auf 800 Worte. 3 Die Zeit der Wölfe (The Company of Wolves) GB 1984, Regie: Neil Jordan, 95 Min. Grimm kommt von grimmig in diesem spätviktorianischen Schauermärchen, einem Höhepunkt des britischen Filmwunders der 1980er Jahre.

HINWEIS: OPEN-AIR KINO. BITTE DENKEN SIE AN WETTERFESTE beKLEIDUNG. vor ort besteht die Möglichkeit, sich Decken auszuleihen.

1 Forest Murmurs USA 1941, Regie: Slavko Vorkapic, 10 Min. Eine virtuose Illustration von Wagners „Waldweben“ von einem der Meister des Montagefilms

3 Ewiger Wald D 1936, Regie: Hanns Springer und Rolf von Sonjevski-Jamrowski, 58 Min. Dieser selten gezeigte NS-„Kulturfilm“ illustriert seine bizarre Kulturgeschichte blutgetränkter Waldböden mit Bildern einiger der besten deutschen Kameraleute – vom Stummfilmkameramann Guido Seeber bis Riefenstahls Sepp Allgeier Samstag, 31. Mai, ab 20 Uhr III. Teil: Magische Natur und böse Geister 1 Eine geteilte Welt (En klüven verld) Schweden 1948, Regie: Arne Sucksdorff, 8 Min. Jean Cocteau und Ingmar Bergman schätzten den schwedischen Tierfilmer Arne Sucksdorff für den poetischen Realismus seiner Naturaufnahmen. Ein vergessenes Juwel. 2 The Screening F 2007, Regie: Ariane Michel, 22 Min. Ein verblüffender Kunstfilm, entwickelt aus einer Performance: Eulen machen große Augen, wenn das Waldkino beginnt. 3 Blair Witch Project USA 1999, Regie: Daniel Myrick, Eduardo Sánchez, 78 Min. Im ersten No-Budget-Blockbuster der Filmgeschichte rauschen neben den Blättern auch die Bilder.

Die Film-Reihe „Im Waldkino“ wird gefördert durch die Kunststiftung NRW.

BILD: plainpicture/Böhm Monika

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KAPITELÜBERSCHRIFT Programm

KAPITELÜBERSCHRIFT

DÜSSELDORFER SYMPHONIKER Freitag, 30. Mai, 20 Uhr Sonntag, 1. Juni, 11 Uhr Montag, 2. Juni, 20 Uhr Tonhalle Mario Venzago Leitung

€ 15,- / 17,- / 23,- / 28,- / 34,- / 38,Stefan Jackiw Violine

Othmar Schoeck (1886–1957) „Penthesilea“-Suite Max Bruch (1838–1920) Schottische Fantasie op. 46

Alban Berg (1885–1935) Klaviersonate op. 1 (Orchesterfassung: Theo Verbey) Robert Schumann (1810–1856) Sinfonie Nr. 4 (Erstfassung 1841)

„Wenn ich in einer wachen Nachtstunde mir eine Auswahl der schönsten Lieder zu vergegenwärtigen suche, dann tauchen zunächst […] einige von Schubert auf, dann einige von Schumann und Hugo Wolf, dann aber die von Freund Schoeck; Lieder voll feinfühliger Hingabe an die Dichtung, voll Originalität und Zauber in Melodie und Begleitung.“ Mit diesen Worten brachte Hermann Hesse seine Bewunderung für den Lied-Komponisten Othmar Schoeck zum Ausdruck. Hesse stand damit nicht

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allein. Alban Berg, Wilhelm Furtwängler und Paul Hindemith – sie alle hatten sich für das beachtliche Vokalschaffen des Schweizers eingesetzt. Dennoch denkt man heute bei seinem Namen vor allem an ein Werk: die 1927 uraufgeführte Oper Penthesilea nach dem gleichnamigen Drama von Heinrich von Kleist. Seinen Ruf als großer Romantiker hatte Schoeck auch mit einem 1912 vollendeten Violinkonzert unterstrichen, für das er sich unüberhörbar an den spätromantischen Violinkonzerten des Kölners Max Bruch orientiert hatte. Mit seiner Liebe für den „echten Naturton“, für das Volkstümliche befand sich Bruch hingegen im Einklang mit seinem Freund Johannes Brahms und mit Robert Schumann. Besonders zum Ausdruck kommt das in seiner 1880 abgeschlossenen hochvirtuosen Schottischen Fantasie für Violine und Orchester, die neben dem 1. Violinkonzert Bruchs bekanntestes Konzertstück ist. Von der einsätzigen Klaviersonate, mit der der Schönberg-Schüler Alban Berg 1911 den klassischen Formenkanon sprengte, führt das Programm genau 70 Jahre zurück in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts. 1841 wurde in Leipzig Schumanns 4. Sinfonie d-Moll in der Urfassung uraufgeführt. Das Publikum nahm das Werk freundlich auf. Die Kritik hingegen bemängelte an der 4. Sinfonie ihre Form. Tatsächlich hatte Schumann hier Neuland betreten. Obwohl klassisch viersätzig angelegt, befindet sich die Sinfonie dank der nahtlos ineinanderübergehenden Sätze in einem einzigen Fluss. Dieses Konzept der sinfonischen Phantasie behielt Schumann auch 1851 bei, als er in Düsseldorf das Werk neu orchestrierte. Mit dieser heute gängigen Zweitfassung konnte sich Brahms nie anfreunden. Für ihn hatte die Sinfonie ihre kammermusikalische Durchsichtigkeit, „ihre schöne, freie und anmutige Bewegung“ eingebüßt. Und so war es Brahms, der sich auch gegen alle Widerstände von Clara Schumann stets für die Vierte in der Fassung von 1841 einsetzte.

BILD: MARIO VENZAGO

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schumannfest.de

25. MAI 2014, 20 uhr Tonhalle

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Robert-Schumann-GEsellschaft

Düsseldorf als Schumannstadt DIE Robert-Schumann-gesellschaft Bilker Straße 15 in Düsseldorf! Hier haben sie gewohnt, die Schumanns: Die Pianistin Clara, der Komponist Robert, die sieben Kinder. Geht man durch die Toreinfahrt, glaubt man, in eine andere Welt zu gelangen. Steht man wirklich mitten in der Düsseldorfer Innenstadt? Ist man wirklich im 21. Jahrhundert? Nein, hier lebt die beschauliche Stadt an der Düssel mit ihren 45.000 Einwohnern auf, die die Schumanns im September 1850 kennenlernten. Hier weht ein Hauch jenes romantischen Zeitalters, zu dessen Inbegriff Schumanns Musik wurde. Düsseldorf ist Schumanns letzte berufliche Station und zugleich die wichtigste, denn hier bekleidet er als Städtischer Musikdirektor zum ersten und einzigen Mal ein öffentliches Amt. Bis 1854 lebt er in der Stadt und komponiert berühmte Werke, sogar ungeheuer viele: fast ein Drittel seines Œuvres, und das in nur dreieinhalb Jahren! Sinfonische und chorsinfonische Werke schreibt er hier unter vielen anderen und kann sie direkt mit seinem Chor und Orchester uraufführen. Clara Schumann wohnt fast sieben Jahre in Düsseldorf und kommt zeitlebens immer wieder zu Besuchen und Konzertauftritten zurück. Die Bedingungen in der Bilker Straße sind ideal, da sich die Schumann‘sche Wohnung über zwei Stockwerke erstreckt. Clara kann musizieren und unterrichten, ohne dass ihr Mann beim Komponieren gestört wird. Dieses Hauses ist das einzige, in dem die Familie gemeinsam lebte und das in seiner historischen Bausubstanz erhalten blieb! Im Erdgeschoss befinden sich die Robert-Schumann-Gesellschaft Düsseldorf e.V. und die Schumann-Gedenkstätte. Deren lichtdurchfluteter Raum animiert zum Träumen, zum Romantisieren... Robert und Clara Schumann scheinen ganz nahe, nicht zuletzt durch die wandfüllende Daguerreotypie, die das Ehepaar am Pianino zeigt. Bilder und Erinnerungsstücke berichten von der bunten Vielfalt, die das Leben in diesem Haus prägte. Sie erzählen Geschichten, auch von Kunstbegegnungen, allen voran die mit dem jungen Johannes Brahms. Dessen Patenkind, der jüngste Schumannsohn Felix, ist 1854 hier geboren. Seinen schon in der Heilanstalt befindlichen Vater wird er nie kennenlernen! Fast glaubt man die Kinder zu hören, wie sie munter herumspringen.

Dr. Irmgard Knechtges-Obrecht Stv. Vorsitzende des Vorstands Robert-Schumann-Gesellschaft

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DIE KÜNSTLER BEIM SCHUMANNFEST A Hinrich Alpers Nach seinem Debüt in der New Yorker Carnegie Hall im März 2008 schwärmte ein Kritiker: „... ein Musiker allerhöchsten Ranges. Merken Sie sich diesen Namen: Hinrich Alpers“. Diese Einschätzung konnte der junge Pianist 2009 eindrucksvoll bestätigen – mit seinem fesselnden, doch niemals vordergründigen Klavierspiel wurde er 1. Preisträger des Telekom Beethoven Competition in Bonn. Zudem erhielt er Sonderpreise für Kammermusik (im Duo mit Mischa Maisky) und für das moderne Pflichtstück. Als Echo auf diesen Erfolg luden ihn unter anderem das Klavier-Festival Ruhr, das Schleswig-Holstein Musik Festival sowie die Berliner Philharmonie zu Konzerten ein. Alpers lehrt am Institut zur Frühförderung musikalisch Hochbegabter an der Hochschule für Musik und Theater Hannover. Er lebt in Berlin und ist in seiner Freizeit begeisterter Fotograf und Koch. Asasello-Quartett Das Asasello-Quartett, 2000 in Basel gegründet, hat seinen Hauptsitz seit 2005 in Köln. Nach Studien bei Walter Levin und dem Alban Berg Quartett erhielt es zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den Preis des Verbandes der Deutschen Konzertdirektionen 2010. Die aus Russland, Schweiz, Polen und Österreich stammenden Musiker pflegen die intensive und kompromisslose künstlerische Auseinandersetzung mit Tradition und Gegenwart. Dazu zählen originelle Programmkonstellationen ebenso wie innovative Konzepte für neue Konzertformen, Inszenierungen und Musikproduktionen. Mit seiner Konzertreihe 1:1 – Schon gehört? hat sich das Quartett in Köln und Düsseldorf etabliert. Jüngst erschien die CD Echtzeit mit Werken von Michael Jarrell, Conlon Nancarrow und Rolf Riehm.

B Boris Berezovsky Mit noch nicht einmal zwanzig Jahren gab Boris Berezovsky sein Debüt in der Londoner WigmoreHall. Worauf die in England überaus kritische Fachpresse ihn als „einen außergewöhnlich vielversprechenden Künstler“ bezeichnete. Mit diesen Referenzen kehrte Berezovsky zurück in seine Heimatstadt Moskau, wo er 1990 den endgültigen Grundstein seiner Karriere legte: mit dem Gewinn der Goldmedaille beim Internationalen Tschaikowsky-Wettbewerb. Seitdem hat er in allen großen Konzerthäusern von New York bis Paris Solo-Recitals gegeben sowie mit prominentesten Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, der Staatskapelle Dresden und der New York Philharmonic zusammengearbeitet. Berezovskys Einspielungen u. a. der Klavierkonzerte von Rachmaninoff sowie von Klavierwerken von Chopin bis Ravel wurden vielfach ausgezeichnet, darunter mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik.

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Klaus Maria Brandauer Klaus Maria Brandauer gehört zu den bedeutendsten Bühnen- und Filmschauspielern der Gegenwart. Erste Stationen seiner Schauspielkarriere waren Tübingen, Düsseldorf und das Wiener Theater in der Josefstadt. Seit über 40 Jahren ist er Mitglied im Ensemble des Wiener Burgtheaters und auch regelmäßig am Berliner Ensemble zu erleben. Bereits 1970 begann Brandauers internationale Filmkarriere mit The Salzburg Connection. Er spielte in James Bond 007 – Sag niemals nie, in Jenseits von Afrika von Sydney Pollack sowie den Gustaf Gründgens in Klaus Manns Roman-Verfilmung Mephisto. Der mit zahllosen Preisen gewürdigte Österreicher führt darüber hinaus immer wieder Regie. So inszenierte er Shakespeares Hamlet am Burgtheater Wien, Wagners Lohengrin an der Oper Köln und Die Dreigroschenoper am Admiralspalast Berlin. Zu den langjährigen Partnern bei seinen musikliterarischen Projekten gehören Dirigent Thomas Hengelbrock sowie das GrauSchumacher Duo.

C Clara-Schumann-Jugendchor Die rund 50 Mitglieder des Clara-Schumann-Jugendchors sind zwischen 10 und 17 Jahren alt. Viele von ihnen singen bereits seit ihrem sechsten Lebensjahr im progressiv aufgebauten Vokalbereich der Städtischen Clara-Schumann-Musikschule, in dem der Jugendchor sozusagen der zentrale „Oberstufenchor“ ist. Die Leiterin Justine Wanat orientiert die chorische Ausbildung der jungen SängerInnen nicht nur an einer gründlichen musikalischen Schulung, sondern auch an einer sorgfältigen stimmbildnerischen Erziehung. Regelmäßig tritt der Chor in Konzerten auf (etwa zusammen mit den Düsseldorfer Symphonikern), aber auch bei Musiktheaterproduktionen an der Deutschen Oper am Rhein. Im Jahr 2010 wurde der Jugendchor mit dem 1. Preis des Mercedes-Benz-Chorwettbewerbs ausgezeichnet.

D Danae Dörken Die gebürtige Wuppertalerin Danae Dörken begann mit fünf Jahren mit dem Klavierunterricht und gewann bereits nach einem halben Jahr ihren ersten Wettbewerb. Und im Alter von acht Jahren hatte sie die große Gelegenheit, dem berühmten Geiger und Dirigenten Yehudi Menuhin vorzuspielen. Ende 2002 nahm Danae Dörken an einem Meisterkurs beim renommierten Klavierpädagogen Karl-Heinz Kämmerling teil, der sie dann bis 2012 unterrichtete. Ihre Ausbildung setzt sie seitdem beim Ausnahmepianisten Lars Vogt fort. Dörkens rege Konzerttätigkeit hat sie bereits in viele europäische Länder, nach China und in die USA geführt. So trat sie beim Kissinger Sommer und bei den Schwetzinger Festspielen auf und musizierte mit der Camerata Bern und den Düsseldorfer Symphonikern. Düsseldorfer Symphoniker Die Düsseldorfer Symphoniker gehören nicht nur zu den großen, renommierten Klangkörpern Deutschlands. Das 1864 gegründete Konzertorchester der Landeshauptstadt Düsseldorf und Orchester der Deutschen Oper am Rhein ist auch das zweitälteste städtische Orchester in Deutschland. Zu den bisherigen Gastdirigenten zählten Christoph Eschenbach, Lorin Maazel und Riccardo Chailly. Und die Reihe der Generalmusikdirektoren umfasste seit 1945 so namhafte Dirigenten wie Rafael Frühbeck de Burgos, Bernhard Klee, David Shallon und John Fiore. Seit

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der Spielzeit 2009/10 ist der russischstämmige Dirigent Andrey Boreyko GMD der Düsseldorfer Symphoniker. 2011 unternahm das Orchester eine Spanien-Tournee, im März 2012 gastierte es beim Beethoven Easter Festival (Polen), und im September 2012 begeisterte das Orchester bei einem Gastspiel in Moskau. 2014 feiert das Orchester seinen 150. Geburtstag!

E Severin von Eckardstein Severin von Eckardstein zählt zu den bedeutenden deutschen Pianisten seiner Generation und ist mit Solo- und Orchesterkonzerten längst auf den großen Podien der Welt zu Hause. Der 1978 in Düsseldorf geborene Musiker ist Preisträger bedeutender internationaler Wettbewerbe (u. a. Ferruccio Busoni in Bozen 1998, Grand Prix International Reine Elisabeth in Brüssel 2003) Von Eckardsteins umfangreiches Repertoire umfasst Werke von der Barockzeit bis zur Musik des 21. Jahrhunderts. So hat er Werke des amerikanischen Komponisten Sidney Corbett uraufgeführt. Einer seiner Schwerpunkte ist außerdem die anspruchsvolle spätromantische Klaviermusik von weniger häufig gespielten Komponisten wie vor allem Nicolai Medtner. Über sein Spiel schrieb das Magazin Fono Forum: „Wer Severin von Eckardstein einmal im Konzertsaal erlebt hat, weiß, dass ihm jede Geste der Selbstpräsentation fremd ist, dass er ein strenger Anwalt musikalischer Konzentration ist.“

F Vladimir Fedoseyev Vladimir Fedoseyev wird für seine feingeistigen Interpretationen etwa der Sinfonien von Brahms, Tschaikowsky, Mahler und Schostakowitsch von Publikum und Kritik hoch geschätzt. Zudem widmet er sich regelmäßig unbekannterem Repertoire sowie der zeitgenössischen Musik. Fedoseyev wurde in St. Petersburg geboren und studierte in Moskau am Tschaikovsky-Konservatorium bei Leo Ginzburg. 1971 wurde er vom legendären russischen Dirigenten Jewgenij Mravinsky eingeladen, das Leningrader Philharmonische Orchester zu dirigieren. Gleich darauf folgte sein Debüt am Mariinsky Theater. 1974 ernannte man ihn zum künstlerischen Leiter und Chefdirigenten des Moskauer Radio Symphonie Orchesters, dem heutigen Tschaikowsky Symphonieorchester Moskau. Als Gastdirigent arbeitete Fedoseyev mit den Berliner Philharmonikern und dem Cleveland Orchestra zusammen. Außerdem leitete er Opernaufführungen u. a. an der Wiener Staatsoper, der Mailänder Scala und am Opernhaus Zürich.

G David Garrett Der gebürtige Aachener Star-Geiger David Garrett galt lange als schnellster Violinist der Welt, da er den Hummelflug immerhin in 66 Sekunden (durchschnittlich sind das 13 Noten pro Sekunde) spielen konnte. Doch nicht nur dank solcher Geschwindigkeitsrekorde ist Garrett wohl zum populärsten Violinisten geworden. Der ehemalige Schüler von Itzhak Perlman macht keinen Hehl aus seiner gleichzeitigen Liebe zu Klassik und Rock, zu Beethoven und Metallica. Und damit hat es Garrett tatsächlich geschafft, auch junge Menschen an die Klassik heranführen und Begeisterung für die vermeintlich ernste Musik wecken. Für seine ungemein erfolgreichen

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Projekte und weltweit ausverkauften Konzerte wurde Garrett bereits mit zahllosen Preisen wie gleich mehreren ECHOs in den Kategorien „Klassik“ und „Pop“ ausgezeichnet. 2013 war Garrett auch im Kino zu sehen – in der Titelrolle des italienischen Teufelsgeigers Paganini. David Garrett spielt die „Ex A. Busch“-Stradivari aus dem Jahre 1716. GrauSchumacher Duo Als das Klavierduo Andreas Grau und Götz Schumacher erst Ende 2013 zu Gast bei den Düsseldorfer Symphonikern war, stellte es erneut sein vielfach gerühmtes, telepathisches Zusammenspiel unter Beweis. Seit über 30 Jahren arbeiten die Pianisten schon zusammen. Damit bilden sie aber nicht nur eines der dienstältesten, sondern auch eines der erfolgreichsten und musikalisch facettenreichsten Klavierduos. Das vierhändige Repertoire reicht von Mozart und Schubert über Brahms und Busoni bis hin zu Messiaen, Stockhausen und Eötvös. Und internationale Auftritte u. a. in der Berliner Philharmonie und bei den Salzburger Festspielen sowie die Zusammenarbeit mit Dirigenten wie Michael Gielen und Kent Nagano machen GrauSchumacher zu einem der renommiertesten Klavierduos weltweit. Mit Schauspieler Klaus Maria Brandauer hat es inzwischen vier musikliterarische Programme konzipiert, darunter Mozarts Freiheit und Peer Gynt.

H Hilary Hahn Erst 2013 bekam Hilary Hahn einmal mehr einen wertvollen Preis überreicht: Für ihre Aufnahme mit Violinsonaten von Charles Ives wurde mit sie mit dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Solche Ehrungen sind für die amerikanische Stargeigerin aber schon fast Normalität. Trotz ihres Alters von erst 34 Jahren zählt sie schließlich schon lange zu den weltweit herausragenden Geigerinnen und bekam allein zweimal den Grammy verliehen. Die aus Lexington/Virginia stammende Musikerin hat seit ihrem internationalen Durchbruch mit 16 Jahren mit allen großen Orchestern und Dirigenten zusammengearbeitet. Und neben dem klassischen Kernrepertoire widmet sich Hilary Hahn verstärkt auch der zeitgenössischen Musik. So initiierte sie das Online-Projekt The Hilary Hahn Encores, bei dem über 400 Komponisten Werke für Violine und Klavier eingeschickt hatten. Hauschka Der in Düsseldorf lebende Pianist Volker Bertelmann ist auch international eher unter seinem Pseudonym Hauschka bekannt. Seine Spezialität ist vor allem das präparierte Klavier. Mit Metallteilchen, Folien und Klammern verändert er den Klang des Tasteninstruments und lässt daraus Musikstücke entstehen, die in ihrer scheinbar minimalistischen Einfachheit pop-hymnische Qualitäten und eine cineastisch-magische Erzählkraft besitzen. Als Wanderer zwischen den Stilen, der etwa mit Musikern wie Max Richter, Yann Tiersen und Hilary Hahn zusammenarbeitet, beschäftigt sich Hauschka auch immer mit klassischen Instrumenten, die er mit elektronischen Sounds kombiniert. Hauschka spielt weltweit in Clubs und Konzertsälen wie der Londoner Queen Elizabeth Hall. Zudem komponiert er Soundtracks und Theatermusiken u. a. für das Düsseldorfer Schauspielhaus.

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J Stefan Jackiw Wenn selbst das ehrwürdige Fachmagazin The Strad bei einem ganz jungen Violinisten ins Schwärmen gerät, muss ihm die Zukunft hören. Und tatsächlich: Seit seinem umjubelten Debüt beim Philharmonia Orchestra in der Royal Festival Hall, das der Amerikaner Stefan Jackiw 1999 im Alter von 14 Jahren gab, hat er sich zu einem der herausragenden jungen Geiger seiner Generation entwickelt. So gab er in den USA Konzerte mit den New Yorker Philharmonikern und dem Cleveland Orchestra sowie in Europa mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin und den Rotterdamer Philharmonikern. 1985 in Boston geboren, studierte Stefan Jackiw an der Harvard-Universität und am Bostoner Konservatorium. 2002 wurde er mit dem renommierten Avery Fisher Career Grant ausgezeichnet. Beim Heidelberger Frühling hat er gerade ein neues Violinkonzert von David Fulmer uraufgeführt.

K Vesselina Kasarova Ob Barock oder Mozart, ob Belcanto-Oper, Lied oder Operette – die bulgarische Mezzosopranistin Vesselina Kasarova gilt als eine der vielseitigsten Sängerinnen der Gegenwart. Nach dem Konzertdiplom studierte sie Gesang an der Musikakademie von Sofia. Nach Beendigung des Studiums im Jahr 1989 gewann sie den 1. Preis beim internationalen Gesangswettbewerb Neue Stimmen in Gütersloh und wurde kurz darauf Opernhaus Zürich vom Publikum und von der internationalen Fachwelt als große Entdeckung gefeiert. Seither tritt Kasarova auf den größten Opernbühnen der Welt auf, u. a. bei den Salzburger Festspielen, an der Wiener Staatsoper, der Bayerischen Staatsoper München und an der Pariser Bastille-Oper. Ihre zahlreichen CDAufnahmen wurden vielfach ausgezeichnet. 2005 wurde ihr der Titel „Bayerische Kammersängerin“ und 2010 der Titel „Österreichische Kammersängerin“ verliehen. Sukyeon Kim Sukyeon Kim wurde 1988 in Südkorea geboren. Während ihrer Studienzeit an der Dae Jeon Arts High School bei Ji-Yeon Kim von 2004 bis 2006 gewann sie den 1. Preis beim Chungnam Universitäts-Wettbewerb und den 2. Preis beim CBS Musikwettbewerb. Seit Oktober 2007 studiert Sukyeon Kim an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf in der Klavierklasse von Georg Friedrich Schenck. Seit Februar 2008 ist sie Förderstipendiatin des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD). 2008 gewann Sukyeon Kim den 1. Preis beim Emanuel Moór Klavierwettbewerb, 2009 den 1. Preis beim Bechstein-Wettbewerb Düsseldorf und 2010 den 1. Preis beim Chopin Wettbewerb in Köln. Christoph Koncz Christoph Koncz stammt aus einer österreichisch-ungarischen Musikerfamilie und wurde 1987 in Konstanz geboren. Im Alter von vier Jahren erhielt er seinen ersten Violinunterricht und wurde bereits zwei Jahre später an die Wiener Musikuniversität aufgenommen. Seit 2008 ist Koncz Stimmführer der 2. Violinen bei den Wiener Philharmonikern, außerdem Konzertmeister des Verbier Festival Chamber Orchestra sowie Gastkonzertmeister der Camerata Salzburg und des Originalklang-Ensembles Les Musiciens du Louvre. Als Solist trat Koncz mit bedeutenden Orchestern auf. Sein Nordamerika-Debüt gab er im Alter von 12 Jahren mit dem Montréal Symphony Orchestra unter der Leitung von Charles Dutoit. Daraufhin arbeitete er mit Dirigenten

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wie Sir Neville Marriner und der renommierten Academy of St. Martin in the Fields zusammen. Sein Debüt als Dirigent gab er bei der Salzburger Mozartwoche 2013. Daniel Kothenschulte Daniel Kothenschulte ist Film- und Kunstkritiker und verantwortet seit 2001 den Bereich Film im Feuilleton der Frankfurter Rundschau. Als Filmkurator gehörte er zu den Programmverantwortlichen der Kölner KunstfilmBiennale und betreute Begleitprogramme zu mehreren Ausstellungen des Museum Ludwig. Nebenbei arbeitet er als Stummfilmpianist und begründete das Silent Movie Theatre Cologne, ein regelmäßiges Forum für frühes Kino mit Live-Musik. Darüber hinaus hatte er Lehraufträge über Film und Musik u. a. an der Städelschule Frankfurt, der Fachhochschule Dortmund, der Münchner Filmhochschule sowie beim Filmfestival Mumbai. Kothenschultes Spezialgebiet ist der Trickfilm. So hat er zu Leben und Werk Walt Disneys viele Veröffentlichungen vorgelegt und war 2013 Jurymitglied beim Internationalen Wettbewerb des Trickfilmfestivals Stuttgart. Kothenschulte besitzt Deutschlands bedeutendste Sammlung klassischer Hollywood-Glamour-Fotografien.

L Jørgen Larsson Jørgen Larsson ist ausgebildeter Pianist und Klangkünstler. Seine Arbeiten werden in Galerien sowohl in Norwegen, als auch international gezeigt, Neben seinen künstlerischen Arbeiten hat er zwei führende Institutionen der Klangkunst aufgebaut und geleitet. BEK und Lydgalleriet in Bergen. Er kuratierte mehr als 40 Ausstellungen, und assistierte vielen Künstlern bei Softwareentwicklung für ihre Arbeiten. Er komponierte Musik für Tanztheater, Filme und improvisiert regelmäßig zu Stummfilmen. Igor Levit Dass der russische Pianist Igor Levit ein Phänomen ist, hatte sich schon 2005 abgezeichnet, als er mit 18 Jahren gleich vier Preise beim renommierten Arthur Rubinstein-Wettbewerb in Tel Aviv gewann. Seitdem ist der Wahl-Hannoveraner die Karriereleiter besonnen hochgeklettert. 2009 beendete er sein Klavier-Studium an der Musikhochschule in Hannover. Und nach ersten SoloRecitals u. a. im Münchner Herkulessaal überschlug sich die Kritik. „Dieser Mann hat nicht nur das Zeug, einer der großen Pianisten des Jahrhunderts zu werden. Er ist es schon“, schrieb damals die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Inzwischen hat sich Igor Levit an der Seite etwa von Lisa Batiashvili oder Mischa Maisky auch als Kammermusiker einen Namen gemacht. Und sein Repertoire reicht von Bach über die großen romantischen Klavierkonzerte bis hin zur zeitgenössischen Musik von Jörg Widmann und Iannis Xenakis. Im Frühjahr 2012 gab er mit Beethovens 5. Klavierkonzert ein spektakuläres Gastspiel bei den Düsseldorfer Symphonikern. Ende 2013 veröffentlichte Levit sein lange erwartetes CD-Debüt mit den fünf letzten Klaviersonaten Beethovens. Hanni Liang Die in Bielefeld geborene Pianistin hatte schon mehrmals den 1. Preis beim Wettbewerb Jugend Musiziert gewonnen, bevor sie mit zwölf Jahren als Jungstudentin in die Klavierklasse der renommierten Professorin Barbara Szczepanska an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf aufgenommen wurde. Mittlerweile hat Hanni Liang das Vollzeitstudium an der Robert-Schumann-Hochschule begonnen und auch Meisterkurse u. a. von Homero Francesch und Konstantin Scherbakov besucht. Neben weiteren erfolgreichen Wettbewerbsteilnahmen gab

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Hanni Liang bereits Konzerte bei den Düsseldorfer Symphonikern, beim Klavier-Festival Ruhr sowie beim Warschauer Chopin-Festival. Eine große Ehre für sie war es, mit dem bekannten deutschen Komponisten Manfred Trojahn zu arbeiten und die Uraufführung seines Werkes Leise Gondeln zu spielen.

M Sergey Markin Der junge Pianist Sergey Markin wurde in Kaliningrad geboren und musikalisch ausgebildet. Aufgrund etlicher Konzerte und Auszeichnungen in seinem Heimatland Russland, in Litauen und Weißrussland wurde Markin zu einer Audienz beim russischen Präsidenten Vladimir Putin in den Kreml eingeladen, wo er einen Förderpreis für herausragend begabte Künstler verliehen bekam. Im gleichen Jahr erhielt er ein Stipendium der Vladimir-Spivakov-Stiftung. Im Jahr 2009 nahm Vassily Lobanov den jungen Tastenvirtuosen in seine Klasse an der Musikhochschule Köln auf. Und bereits 2010 war er 2. Preisträger beim Düsseldorfer Steinway-Förderpreis. Sein temperamentvolles und durchdachtes Spiel macht Markin zu einer interessanten Musikerpersönlichkeit der jüngeren Generation. Nils Petter Molvær Mit seinem ätherisch-weiträumigen Trompetensound gehört Nils Petter Molvær zu den charakteristischsten Stimmen des zeitgenössischen Jazz. Und mit seinem Spiel, das von Miles Davis und Jon Hassell geprägt wurde, durchmisst er entweder meditative Klangräume oder sorgt für energetisches Drum’n’Bass-Feeling. Den Durchbruch schaffte der Norweger 1997 mit dem seinem elektro-akustischen Album Khmer, das sich auf Anhieb über 100.000 Mal verkaufte und mit dem Deutschen Schallplattenpreis ausgezeichnet wurde. Seitdem hat Nils Petter Molvær in zahllosen Projekten mit Musikern wie Bill Laswell, Herbie Hancock, David Sylvian und Biosphere mitgewirkt und ist auf allen internationalen Jazz-Festivals aufgetreten. Zu seinen jüngsten Arbeiten zählt das Jazz-Ambient-Album 1/1 mit dem Techno-Produzenten Moritz von Oswald. Moscow Contemporary Music Ensemble Unter der Schirmherrschaft des berühmten russischen Komponisten Edison Denisov gründete sich 1990 das Moscow Contemporary Music Ensemble (MCME). Und innerhalb kürzester Zeit entwickelte es sich zu Russlands führendem Kammermusikensemble für die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. So hat es mittlerweile über 800 Werke nicht nur von russischen Komponisten aus der Taufe gehoben. Daneben haben es sich die MusikerInnen zum Ziel gesetzt, ein breiteres Publikum für die zeitgenössische Musik zu begeistern. So richtet man regelmäßig im Ural eine Internationale Akademie für Nachwuchskomponisten aus, die etwa in Workshops mit namhaften Kollegen zusammenarbeiten. Das MCME gibt rund 70 Konzerte pro Saison und gastierte bisher u. a. auch bei der Berliner Maerzmusik, den österreichischen Klangspuren und bei der niederländischen Gaudeamus Music Week.

R Wolfgang Reinbacher Im Dezember 2013 gratulierte auch das Düsseldorfer Schauspielhaus dem gebürtigen Österreicher Wolfgang Reinbacher zum 75. Geburtstag. Denn Reinbacher gehört nicht nur zu

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den dienstältesten Ensemblemitgliedern, seit ihn der legendäre Intendant Karl Heinz Stroux 1960 nach Düsseldorf geholt hat. Hier spielte er unzählige wichtige Rollen, darunter in den letzten Jahren den Nathan in Nathan der Weise, Willy Loman in Tod eines Handlungsreisenden und Caribaldi in Macht der Gewohnheit. Weitere Engagements führten ihn unter anderem an das Theater Basel, die Münchner Kammerspiele, das Wiener Burgtheater und das Bayerische Staatsschauspiel München. Reinbacher arbeitete u. a. mit den Regisseuren Volker Hesse, Karin Henkel und David Mouchtar-Samorai zusammen.

S schnittpunktvokal schnittpunktvokal ist ein österreichisches Männerquartett, das aus drei Brüdern und einem Bass besteht! Begonnen hat ihre Karriere in den späten 1980er Jahren beim freien Zusammensingen in der Familie. Heute schwärmen die Kritiker von der perfekten Intonation, dem außergewöhnlichen Gleichklang, dem Singen wie aus einer einzigen Kehle. Die Bandbreite reicht dabei von alten, authentischen Volksliedern bis zu zeitgenössischen Auftragskompositionen, von alter Musik und Schubert-Quartetten bis zu neuen Jazzversionen der Volkslieder ihrer Heimat Kärnten. Nach einem gemeinsamen Konzert mit der Star-Mezzosopranistin Bernarda Fink schrieb die Wiener Zeitung einmal: „schnittpunktvokal sichern puren a-cappella-Klang: ein einzigartiges Instrument von vokaler Interpretationskunst.“ Charles Spencer Der englische Pianist Charles Spencer ist schon lange bei den allerbesten Sängern und Sängerinnen die erste Wahl. Angefangen von Bernarda Fink und Deborah Polaski über Elīna Garanča bis hin zu Thomas Quasthoff und Andreas Schmidt. Schließlich versteht sich Spencer nicht einfach als Liedbegleiter, sondern am Klavier als idealer Gesprächspartner. Und mit diesem Selbstverständnis hat Spencer es bis ganz nach oben geschafft. Mehr als zwölf Jahre lang war er ständiger Pianist von Christa Ludwig. Und für seine Rossini-CD mit Cecilia Bartoli wurde er international ausgezeichnet. Spencer hatte aber exzellente Lehrmeister. Nach einem Studium bei Max Pirani an der Royal Academy of Music in London setzte er seinen Studien in Wien u. a. bei Walter Fleischmann fort und besuchte zudem Meisterkurse bei Geoffrey Parsons. An der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien schloss er sein Studium mit Auszeichnung ab. Seit 1999 ist Spencer dort höchstselbst Professor für Liedinterpretation. Pekka Stokke Der Video- und Lichtkünstler Pekka Stokke zählt zu den führenden Visual Artists in Norwegen. In seinen Arbeiten beschäftigt er sich vor allem mit der Re-Strukturierung und Re-Interpretation von Raum durch Licht und Video. Stokke ist Besitzer und Managing Director von LJOS AS, einem Unternehmen, das sich mit Lichtskulpturen, architektonischer Beleuchtung, Interaktivität, Bühnengestaltung und Video Mapping beschäftigt. Seine Projekte sind oftmals spielerisch, bewahren jedoch gleichzeitig einen poetischen Ansatz. Video-Projekte, eine Licht- und Bühneninstallation für das Bergen International Festival, seine ständige Lichtinstallation Cave of Lights am Nordkap sowie das Bühnendesign an der Nationaloper Oslo für die Band Motorpsycho zeichnen seinen künstlerischen Stil aus. Seine Arbeiten sind u. a. auch bei den Bühnenshows der norwegischen Band Supersilent sowie der Musiker Stian Westerhus und Nils Petter Molvær zu sehen.

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IGOR LEVIT

T Marco Tamayo Der Kubaner Marco Tamayo ist ein weltweit gefragter Gitarrenvirtuose. 1995 verließ er seine Heimat, um in Salzburg am Mozarteum in der Klasse von Professor Eliot Fisk zu studieren. Heute ist Tamayo dort sowie am Klagenfurter Konservatorium Gitarren-Professor. Er hat in den namhaftesten Konzertsälen der Welt konzertiert (u. a. in der New Yorker Carnegie Hall und im Wiener Konzerthaus) und mit Musikern und Komponisten wie Justus Frantz, Ennio Morricone und Leo Brouwer zusammengearbeitet. Die italienische Tageszeitung La Stampa nannte Tamayo einmal den „König der Gitarre“. Jutta Troch Die belgische Harfenistin Jutta Troch ist im barocken und klassischen Repertoire gleichermaßen eine Virtuosin. Doch die zeitgenössische Musik ist inzwischen zur ihrer Spezialität geworden. So gastierte sie als Mitglied der beiden Neue Musik-Ensembles Nadar und Besides etwa bei den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik in Darmstadt sowie bei dem Musica-Festival in Straßburg. Und in Brüssel hat sie das What´s Next-Festival für aktuelle Musik ins Leben gerufen. Ausgebildet wurde Jutta Troch an den Konservatorien in Antwerpen und Gent. Und auch heute noch kehrt sie immer wieder zur Barockharfe zurück – für gemeinsame Projekte mit dem Ensemble Baroque Orchestration X sowie der Alternativ-Popband Dez Mona. Tschaikowsky Symphonieorchester Moskau 1930 als Großes Symphonieorchester des Moskauer Rundfunks gegründet, wurde das Orchester 1993 wegen seiner überragenden Interpretationen der Werke Peter Tschaikowskys in Tschaikowsky Symphonieorchester Moskau umgetauft. Schon von Beginn an arbeitete man zudem mit zeitgenössischen Komponisten wie Prokofjew, Chatschaturjan, Gubaidulina und Schostakowitsch zusammen. Und bereits 1974 übernahm Vladimir Fedoseyev vom legendären Chefdirigenten Gennadi Roschdestwensky die Leitung des Orchesters. 1990 trat es als erstes russisches Orchester bei den Salzburger Festspielen auf. Heute spielt es im In- und Ausland mit Star-Solisten wie Gidon Kremer, Yuri Bashmet und Maxim Vengerov.

V Mario Venzago Der gebürtige Schweizer Mario Venzago gehört schon lange zu den bewundertsten Gastdirigenten bei den Düsseldorfer Symphonikern. Weshalb er auch seit 2008 den von den Symphonikern verliehenen Ehrentitel Schumann-Gast führen darf. Überhaupt sorgt der Züricher stets für große Musikstunden – ob als Chefdirigent der Göteborger Sinfoniker und des Berner Sinfonieorchesters oder eben als Gast u. a. bei den Berliner Philharmoniker oder bei den Spitzenorchestern von Philadelphia und Boston. Venzago studierte u. a. bei Hans Swarowsky in Wien und machte zunächst eine Karriere als Konzertpianist. Mit 30 Jahren übernahm er als Dirigent das Winterthurer Stadtorchester und war gleichzeitig Radiodirigent des Orchestre de la Suisse Romande in Genf sowie Theaterkapellmeister in Luzern. Seine Liebe zur Oper hat sich seitdem in gefeierten Produktionen widergespiegelt, die er zusammen mit Regisseuren wie Ruth Berghaus, Peter Konwitschny und Hans Neuenfels verantwortete.

bei Sony Classical

KLASSIK-CHARTS BESTSELLER! Für seine erste CD bei Sony Classical hat Igor Levit die fünf späten Klaviersonaten opp. 101, 106, 109, 110 und 111 von Beethoven eingespielt.

„DIESER JUNGE MANN HAT NICHT NUR DAS ZEUG, EINER DER GROSSEN PIANISTEN DIESES JAHRHUNDERTS ZU WERDEN. ER IST ES SCHON“ FAZ „EINE DER KLANGSCHÖNSTEN UND INNIGSTEN DEUTUNGEN VON BEETHOVENS OP. 101, DIE MAN JE VON EINEM DERART JUNGEN PIANISTEN GEHÖRT HAT“ RHEIN NECKAR ZEITUNG Abonnieren Sie den Sony Classical Newsletter und erhalten Sie exklusive Informationen zu Sony-Künstlern.

WWW.IGORLEVIT.COM www.sonymusicclassical.de

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Unsere Kulturförderung: Gut für die Sinne. Gut für Düsseldorfer.

Verbier Festival Chamber Orchestra Das 2005 gegründete Verbier Festival Chamber Orchestra (VFCO) besteht aus ehemaligen Mitgliedern des Verbier Festival Orchestra, das jährlich junge Musiker in Probespielen für das Orchester auswählt und ihnen die Chance gibt, Kontakte zu knüpfen und wichtige Erfahrungen zu sammeln. Die meisten Musiker des VFCO bekleiden heute prestigereiche Posten in internationalen Orchestern. Seit dem Sommer 2006 tritt das Orchester jedes Jahr beim Verbier Festival auf und startet zu internationalen Tourneen. Den Auftakt machte man 2006 mit einer Tournee durch Kanada, die USA und Europa mit Maxim Vengerov, mit dem das VFCO zuvor bei EMI Mozarts Violinkonzerte eingespielt hatte. Das VFCO ist seit 2009 fester Bestandteil der Kultursaison in Schloss Elmau. Im Frühjahr 2013 begab sich das Verbier Festival Chamber Orchestra erstmals auf eine China-Tournee. Aktueller Chefdirigent ist Gábor Takács-Nagy.

W Justine Wanat Seit 1998 ist Justine Wanat Chorleiterin an der Düsseldorfer Clara-Schumann-Musikschule. Dort unterrichtet sie mehrere Chorgruppen und Hauptensembles. Wanat studierte an der Musikhochschule in Katowice, wo sie 1986 die Magister-Prüfung mit Auszeichnung im Bereich Chorleitung, Chordirigieren und Musikalische Erziehung bestand. Während des Studiums wurde sie Preisträgerin des 2. Preises beim Chorleiterwettbewerb in Posen. Mit ihren Chorensembles wirkte sie bei zahleichen professionellen Produktionen in Düsseldorf mit. So übernahm sie die musikalische Leitung der Kindermusicals Geisterstunde auf Schloss Eulenstein und Krach bei Bach. Und erst 2013 führte sie beim Düsseldorf Festival ein eigens für den Clara-SchumannJugendchor komponiertes Musiktheaterstück von David Graham auf.

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Shara Worden alias My Brightest Diamond Hinter dem Projektnamen My Brightest Diamond verbirgt sich die New Yorker SingerSongwriterin und Multi-Instrumentalistin Shara Worden. Mit ihrer spannenden Synthese aus Kammermusik und Rock, Avantgarde und Klassik weist sie sich nicht erst seit ihrem Album Bring Me the Workhorse (2006) als einer der kreativsten Köpfe Brooklyns aus. Aufgewachsen in Ypsilanti/Michigan als Tochter einer Kirchenorganistin und des nationalen Akkordeonmeisters machte sie im Kirchenchor ihre ersten musikalischen Gehversuche. Später beschäftigte sie sich an der University of North Texas mit der klassischen Musik. 2010 wurde sie von David Byrne und Fatboy Slim für das Konzeptalbum Here Lies Love eingeladen. Shara Worden hat vier SoloAlben veröffentlicht und trat u .a. in der Sydney Opera, im New Yorker Lincoln Center und im Londoner Barbican Center auf.

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*Papagena KartenvertriebsGmbH im Auftrag des Schumannfestes Düsseldorf 2014

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Vorstand Geschäftsführendes Vorstandsmitglied: Dr. Axel Baur Stellvertretende Vorsitzende: Dr. Irmgard Knechtges-Obrecht Hans-Georg Lohe, Florian Merz-Betz, Martin Renker Festivalbüro Schumannfest Düsseldorf c/o Robert-Schumann-Gesellschaft e.V. Feldstraße 46, 40479 Düsseldorf Fon 0211. 29 36 27 96, Fax 0211. 29 36 05 10 [email protected], www.schumannfest.de

Opernhaus DüsselDOrf fr 25.04.2014 Premiere

Team Michael Becker, Intendant Martin Witkowski, Geschäftsführer Beate Schüler, Dramaturgin Elise Radeke, Ticketing/ Assistenz der Geschäftsführung Yvonne Bonn, Künstlerisches Betriebsbüro Redaktion Catharina Kratzsch, Lutz Nebelin, Beate Schüler, Tilman Strauss

Sergej Khomov (Werther); Goethe-Museum, Düsseldorf. F oto: Hans Jörg Michel

Konzeption und Gestaltung Jung von Matt/relations Texte Guido Fischer, Irmgard Knechtges-Obrecht, Holthausen Muenzberg Inc. Lektorat Julia Maxelon Anzeigen Stand: 15. April 2014, Änderungen vorbehalten Presse-Informations-Agentur Volker Reischert V.i.S.d.P. Schumannfest Düsseldorf 2014 Intendant Michael Becker I Geschäftsführer Martin Witkowski Es gelten die AGB für den Kartenkauf des Schumannfestes 2014

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