DQGG - Deutsche Qigong Gesellschaft

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Offener Brief an den Vorstand der Deutschen Qi-Gong-Gesellschaft (DQGG) Moinmoin, liebe Vorständler/innen, am Rande des Kongresses „Qigong und Philoso...

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Offener Brief an den Vorstand der Deutschen Qi-Gong-Gesellschaft (DQGG) Moinmoin, liebe Vorständler/innen, am Rande des Kongresses „Qigong und Philosophie“ kam es am 3. Mai 02014 in Hamburg mit vier von Euch (Anja Streiter, Birgit Halberstadt, Fotini Papadopulu, Olaf Lüderitz) zu einem plötzlichen Gespräch. Anlass für Euren „Überfall“ war meine Kritik am Austritt der DQGG aus dem „Deutschen Dachverband für Taijiquan und Qigong - DDQT“, die das „Taijiquan- & Qigong-Journal - TQJ“ im Februar 02014 (Heft 55) veröffentlicht hatte. Dieser Austritt erfolgte unangekündigt, denn in der offiziellen Einladung zur JHV der DQGG (8.-10.11.02013 in Fulda) hattet Ihr „von den Mitgliedern ein Mandat für weitere Verhandlungen mit dem Dachverband“ erbeten und im TOP 12 ausgeführt: „Mitgliedschaft im Dachverband - Informationen zu Entwicklungen und Gesprächen; Diskussion, Antrag und Beschluss über Vorstandsmandat für weiteres Vorgehen. Anträge zur Beschlussfassung von Klemens Speer, das Verhältnis Dachverband - DQGG betreffend zu folgenden Themen (u.a.): Stärkung und Unterstützung der Arbeit des Dachverbands“. Inwieweit die Geschäftsordnung es zulässt, erst während der Sitzung so weitreichende Anträge zu stellen und abstimmen zu lassen bzw. ob sie überhaupt rechtmäßig sind, darf bezweifelt werden. Außerdem hat der Austritts-Antrag nicht mal die absolute Mehrheit erhalten (nur 19 der 41 Stimmen - bei über 1.000 Mitgliedern). Und es riecht nach Manipulation, wenn derartige Anträge mit entstehenden Kosten verknüpft werden: Der Austritt war die billigste (weil kostenfreie) Lösung. Auf Grund des Austauschs mit Euch und nach einigen Gesprächen mit anderen DQGG-Mitgliedern fühle ich mich aufgefordert, Euch (und anderen) die folgenden Nachgedanken in schriftlicher Form zukommen zu lassen. Die vielen Stellungnahmen im TQJ-Heft 56 (v.a. die unter dem Titel „… die Diskussion in Richtung Sachebene rücken …“ formulierten Äußerungen des DQGG-Mitglieds Helmut Schmidt) haben mich in diesem Vorhaben bestärkt. Die Qigong- und Taiji-Szene darf sich freuen, dass sie das Medium „TQJ“ hat, denn diese Zeitschrift gewährleistet, dass eine offene Diskussion über die Situation und die Zukunft des Qigong und des Taiji in Deutschland möglich ist. Das „tiandiren journal“ (Nachrichten der Deutschen Qigong Gesellschaft e.V.) ist dazu offenbar nicht in der Lage. Hier werden kritische Stimmen gar nicht erst veröffentlicht, selbst wenn sie von Personen stammen, die seit rund 20 Jahren Mitglied der DQGG sind. So ist es meinem Beitrag ergangen, den ich am 21.12.02013 an Ralf Jakob geschickt und der ihn umgehend ans „tiandiren“ weitergeleitet hatte. Erst auf meine Nachfrage hin (am 4.2.02014) wurde mir dann von Renate Niedermeyer mitgeteilt, dass „Dein Brief nicht ins tiandiren soll“. Wie ich mittlerweile erfuhr, wurde eine Stellungnahme der langjährigen DQGG-Vorsitzenden Zuzana Sebkova-Thaller ebenfalls nicht abgedruckt. Wenn DQGG-Mitglieder von kritischen Stimmen in ihrem eigenen Verband erfahren wollen, müssen sie sich offensichtlich außerhalb (z.B. im TQJ) informieren.

Dieses Verhalten ist in vielfacher Hinsicht kritikwürdig. Zuallererst ist es vereinsschädigend. Wenn die Mehrheitsmeinung, die auf der JHV den Austritt der DQGG aus dem DDQT nicht befürwortet hat, nicht mal intern zu Wort kommen kann, entsteht ein berechtigtes Misstrauen in die Arbeitsweise des Vorstands. Die Vermutung, auf der JHV sei eine insgeheim lang geplante Aktion durchgezogen worden, liegt jedenfalls nahe. Wenn dieser höchst brisante Ausstieg in den „Nachrichten des DQGG“ dann in gerade mal drei Sätzen abgetan wird, ist das eine weitere Missachtung der Mitgliedschaft, die ein Recht auf Transparenz und auf eine Teilnahme an der Entstehung eines solchen Beschlusses hat. Als Gipfel dieses ignoranten Umgangs mit offenbar unliebsamen Meinungen ist es zu bewerten, als ich im Gespräch mit Euch am 3.5. in Hamburg allen Ernstes aufgefordert wurde, mich für meine austrittskritische Auffassung „öffentlich zu entschuldigen“ (insbesondere für meinen Hinweis „Haifischbecken“, in das ich die Qigong- und Taiji-Szene nach dem Austritt der DQGG aus dem DDQT landen sehe). Wenn Gegenpositionen derartig behandelt werden, kann ich dieses „Haifischbecken“ sogar innerhalb der DQGG entdecken. So geht‘s nicht! Diese Missachtung von Gegenstimmen entwertet gleichzeitig den ausführlichen Rechtfertigungsversuch des DQGG-Austritts aus dem DDQT durch Anja und Birgit im Interview mit Dietlind Zimmermann und Helmut Oberlack im TQJ 55. Hier stellt sich überdies die Frage, warum den DQGG-Mitgliedern diese Äußerungen nicht direkt zugänglich gemacht wurden (z.B. im Newsletter). Wie schädlich sich der Austritt der DQGG auf den DDQT (und die Qigong-und Taiji-Szene in Deutschland) auswirken kann, ist den vielen Stellungsnahmen im TQJ 55 + 56 zu entnehmen. „Gewinnen“ werden nur diverse Kräfte außerhalb der Qigong-„Szene“: Die Krankenkassen, die chinesische „National Health Qigong Association“, die „International Health Qigong Federation“, die „Deutsche Gesellschaft für Gesundheits Qigong e.V.“ und die WellnessIndustrie. Welche Austritts-Motive möglicherweise für die DQGG eine Rolle gespielt haben, zeigt sich in einer Äußerung des DQGG-Mitglieds Helmut Schmidt, der im TQJ 56 zunächst „den Sinn eines Dachverbandes nicht begreifen“ will, um sich im Folgesatz zu wünschen: „Sollte es jedoch der Deutschen Qigong-Gesellschaft e.V. gelingen, dieses Vakuum zu füllen, so wäre dieser Verein die erste Wahl für die deutsche Qigong-Szene“. Diese Auffassung lässt die Katze aus dem Sack bzw. zeigt die Zähne des größten „Haifischs“. Allerdings verdrängt diese Ansicht die Tatsache, dass drei der fünf Mitglieder im Gründungsvorstand des DDQT gleichzeitig Mitglieder der DQGG waren. Der Dachverband ist eine Art „Kind“ der DQGG (und des Netzwerks). Austrittsbestrebungen gehen von der (letztlich egoistischen und machtgierigen) Annahme aus, dass große Verbände sich ohne ein „Dach“ besser entwickeln würden. Das Gegenteil ist zu erwarten. Ein „Haifischbecken“ ist ein ziemlich ungemütlicher Ort, der nur für am Ufer stehende AnglerInnen attraktiv ist. Eine

vorrangig dem eigenen Klientel geltende Aufmerksamkeit fördert eine von Eigeninteressen bestimmte Ausrichtung der Ziele und Inhalte. Das Vorhaben, die DQGG als „Dach“ anzubieten und zu entwickeln, wird deshalb die QigongAktivitäten in Deutschland (und in der Rückwirkung auch die DQGG als Verband) erheblich belasten, denn gerade Alleinvertretungsansprüche sorgen für heftige Reaktionen (was sich vor der DDQT-Gründung bei der im Alleingang erfolgten Einrichtung einer „Prüfkommission“ schon mal deutlich gezeigt hat). Den größten Schaden durch eine Zersplitterung wird jedoch die Qigong-Szene insgesamt erfahren. Zwar ist die unsägliche DAK-Prüfkommission endlich Geschichte, aber der Umgang mit den Krankenkassen (und der neuen „zentralen Prüfstelle Prävention“) ist deshalb nicht leichter geworden. Hier ab dem 1.1.15 als kleine Qigong-Szene mit noch mehr Stimmen sprechen zu wollen bietet den Krankenkassen die Chance, die Einzelverbände ungleich (als „Haifische“) zu behandeln („zu füttern“) und gegeneinander auszuspielen. Einzelverbände (und seien sie noch so groß) sind nicht in der Lage, dem seit Jahrzehnten andauernden Würgegriff der Krankenkassen zu begegnen. Wie sehr die Fixierung auf die Vorgaben der Krankenkassen die Qigong-Inhalte, das Qigong-Image und die Qigong-Ausrichtung (Publikum, Methoden, Ziele, Auswahl bzw. Begrenzung der Lehrenden c/o „Grundberuf“, „Kosten der Ausbildung“ usw.) bereits verbogen hat, macht jeder Blick in andere Länder deutlich. Nirgends wird Qigong so eng und so einseitig medizinisch-gesundheitlich-rezeptmäßig interpretiert wie in Deutschland. Wenn nun die export- und profitorientierten chinesischen Qigong-Institutionen sich noch ausgiebiger in diese Richtung positionieren können, läuft das Qigong Gefahr, fast vollständig zur Beute der Gesundheitsindustrie zu werden. Die Wegschau-Reaktion von Manfred Ehrhardt („Üben, spielen und weiterlernen“) im TQJ 56 ist deshalb ziemlich blauäugig. Nur gemeinsam kann die Vielfalt des Qigong erhalten und entwickelt werden. Drei Aspekte möchte ich bei dieser Gelegenheit noch erwähnen: 1. Große Verbände scheinen an einem schwachen Dachverband interessiert zu sein, weil sie bei einem starken Dachverband sofort Konkurrenz, Machtverlust und Verpflichtungen vermuten. Das ist eine Fehlinterpretation. Gerade große Verbände stehen in der Verantwortung zur „Stärkung und Unterstützung der Arbeit des Dachverbands“ (siehe TO der DQGG-JHV 02013). Ein starker Dachverband kann für einen „Schonraum“ sorgen, der eine vernünftige und von Konkurrenz- und Machtspielchen weitgehend befreite inhaltliche Arbeit (auch für große Verbände) erheblich erleichtert. Der Dachverband und mit ihm die großen Verbände haben dafür zu sorgen, dass dieser „Schonraum“ auch für kleinere Verbände und „Einzel-KämpferInnen“ hergestellt wird. Auf diese Weise kann der Dachverband zu einem Gewinn für alle werden. 2. Durch ihre Weigerung, sich in die Reform des DDQTs einzubringen, tritt die DQGG das im Qigong enthaltene Merkmal „Ganzheitlichkeit“ in den Keller. „Harmonie“ und „Verbundenheit“ verkommen zu hohlen Sprüchen bzw. zu theoretischen Konzepten. In der Praxis wird lieber nur an sich gedacht. Pfui!

3. Es ist bedauerlich, dass die Schwäche des DDQT dazu geführt hat, ihm die Ausrichtung bzw. Schirmherrschaft von Qigong- und Taiji-Kongressen und Tagen wegzunehmen. Es ist erstrebenswert, dieses Phänomen rückzuentwickeln. Abschließend möchte ich einige weitere Vorteile eines Dachverbands andeuten. Dieser ist nicht nur für die - letztlich von den Krankenkassen gepuschte Zertifizierung von Lehrenden und Ausbildenden wichtig, sondern auch insgesamt für die Abwehr gegen den Einfluss der Krankenkassen. --- Auch die Formulierung und Einhaltung ethischer Richtlinien obliegt einer Dachorganisation. --- Ein Dachverband sollte sich auch für die zunehmende Zahl von Lehrenden öffnen, die als „Einzel-KämpferInnen“ tätig sind. --Außerdem gibt es immer mehr Qigong-Lehrende und Übende, die sich um Krankenkassen und Zertifizierungen weder kümmern noch sorgen. Auch sie leisten einen wertvollen Beitrag für die Entwicklung des Qigong (was die „Breite“ der Qigong-Methoden angeht, vielleicht sogar den wichtigsten Beitrag). Ihnen sollte die Chance geboten werden, sich dem Dachverband anzuschließen (z.B. als „assoziierte Lehrende“ oder „Fördermitglieder“). Fazit: Auf eine fragwürdige Weise (s. Absatz 1) haben die auf der DQGG-JHV anwesenden Mitglieder mit einfacher Mehrheit den Austritt aus dem DDQT befürwortet. Es wäre verantwortungsbewusster und demokratischer gewesen, ähnlich wie das „Taijiquan und Qigong Netzwerk“ eine Mitgliederbefragung anzuregen. Aber auch inhaltlich ist dieser Beschluss vereinsschädigend, denn er ist kurzsichtig, isoliert die DQGG und verrät die Prinzipien des Qigong. Einem derart agierenden Verband kann ich nicht weiter angehören. Meine Mitgliedschaft im DQGG endet am 31.12.14, wenn der Austritt aus dem DDQT „amtlich“ wird - es sei denn, die kommende JHV revidiert diese Entscheidung. Diese Aussicht scheint jedenfalls nicht völlig unrealistisch zu sein. Zwar habt Ihr am 3.5. jegliches „Geschinsche“ (taktieren, maximalen Druck ausüben usw.) von Euch gewiesen, aber im TQJ-Interview wurde von Anja und Birgit immerhin angedeutet, dass „es durchaus auch Stimmen gab, die gesagt haben, vielleicht treten wir in zwei Jahren wieder ein“. Eine Unterstützung dieser Stimmen bietet einen Ausweg aus der Sackgasse, in der die DQGG steckt. Um Missverständnissen vorzubeugen: Auch ich halte ein „Reboot“ („Neustart“) des DDQT für notwendig. Einige Punkte habe ich bereits erwähnt (Öffnung, Ethik, Zertifizierung, Strukturelles usw.). Hier liegen (koordiniert von Klemens Speer) bereits zahlreiche Vorschläge vor. Hinzufügen möchte ich noch einen Aspekt, den der DDQT von der DQGG lernen kann: Wenn der DDQT eine derartig funktionsfähige Geschäftsstelle hätte wie die DQGG, wäre er nicht in dieser desolaten Situation. Heilsames Qi sucht sich immer Wege, die uns verbinden. Oldenburg, 14. Mai 02014

Manfred Folkers