Einfluss von Fischbesatz auf den Bachforellen - Die Bewirtschafter

Einfluss von Fischbesatz auf den Bachforellen - Die Bewirtschafter

-III- Fachhochschule Weihenstephan Abteilung Triesdorf Fachbereich Umweltsicherung Studiengang Umweltsicherung Dipl omarbeit Einfluss von Fischbesa...

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-III-

Fachhochschule Weihenstephan Abteilung Triesdorf Fachbereich Umweltsicherung Studiengang Umweltsicherung

Dipl omarbeit

Einfluss von Fischbesatz auf den Bachforellen- und Äschenbestand einer Versuchsstrecke an der Moosach

eingereicht von:

Stefan Striegl

Betreuer:

Prof. Dr. Alf

Zweitkorrektor:

Dr. Manfred Holzner

Tag der Abgabe:

04.06.2004

-IV-

Danksagung

Danke an alle, die zum gelingen dieser Diplomarbeit beigetragen haben. Herrn Prof. Dr. A. Alf danke ich vielmals für die konstruktive Hilfe bei der Bestimmung der Makrozoobenthon sowie der Übernahme der Erstkorrektur. Bei Herrn Dr. Manfred Holzner möchte ich mich herzlich für die gute Betreuung und der Übernahme der Zweitkorrektur bedanken. Ich

Danke

der

Arbeitsgruppe

Fischbiologie

der

technischen

Univerität

München/Weihenstephan, besonders Dipl. Biol. Thomas Oswald der bei Fragen sowie Problembehebungen bezüglich der Diplomarbeit immer für mich Zeit hatte. Vorallem Danke ich Roland Fischer der mich bei allen praktischen Arbeiten der Diplomarbeit tatkräftig unterstützte, und somit zum guten gelingen der Arbeit beitrug.

-III-

Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung

1

2. Grundsätzliches zu Besatzmaßnahmen

3

3. Material und Methoden

9

3.1

5.

9

3.1.1

Die Moosach

9

3.1.2

Einteilung des Untersuchungsgebietes

14

3.2

4.

Das Untersuchungsgebiet

Methoden

15

3.2.1

Messung der Gewässertiefe, Breite und Strömungsgeschwindigkeit

15

3.2.2

Bestandsaufnahme und Fischverteilung

17

3.2.3

Markierung der Besatzfische

18

3.2.4

Makrozoobenthon

21

3.2.5

Saprobienindex und Gewässergüte

21

3.2.6

Physikalisch-chemische Parameter

24

3.2.7

Die Hamenfischerei

26

Ergebnisse

28

4.1

28

Struktur der Moosach

4.1.1

Gewässertiefe, Gewässerbreite und Strömungsgeschwindigkeit

28

4.1.2

Bestandsaufnahme durch Elektrobefischung

30

4.1.3

Makrozoobenthon

33

4.1.4

Saprobienindex und Gewässergüte

38

4.1.5

Physikalisch-chemische Parameter

39

4.1.6

Kontrolle der Abwanderung der besetzten Äschen und Bachforellen

40

4.1.7

Standortverteilung der besetzten Äschen und Bachforellen

43

Diskussion

48

5.1

Allgemeine Entwicklung der Moosach und deren Fischfauna

48

5.2

Betrachtung potentieller Einflussfaktoren

49

-IV5.2.1

Die Gewässerstruktur und ihre Eignung für Bachforelle und Äsche

49

5.2.2

Abwanderung der frisch besetzten Äschen und Bachforellen

50

5.2.3

Physikalisch-chemische Parameter

53

5.2.4

Makrozoobenthon und Saprobie sowie Nahrungskonkurrenz

54

5.2.5

Prädation durch fischfressende Vögel und Fische

55

5.2.6

Eingliederung der Fische (Bachforelle und Äsche) in den vorhandenen Fischbestand

5.2.7

Entwicklung der Fischfauna unter Berücksichtigung der Besatzmaßnahmen

5.2.8

57 58

Allgemeine Handlungsempfehlung zur zukünftigen Bewirtschaftung von Bachforellen- und Äschengewässern

60

6.

Zusammenfassung

61

7.

Literaturverzeichnis

62

8.

Anhang

67 Moosach-Karte Nordteil

67

Moosach_Karte Südteil

68

-V-

Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Übersichtskarte Bayern (Quelle: BAY. LANDESVERMESSUNGSAMT)

9

Abbildung 2: Wehrunterwasser (Fkm 14,2) mit Hamen

10

Abbildung 3: Typischer Moosachabschnitt (Fkm 17,0) flussabwärts

13

Abbildung 4: Messung der Strömungsgeschwindigkeit an einem Transekt

15

Abbildung 5: Tiefenmessstange

16

Abbildung 6: Flügelmessgerät

16

Abbildung 7: Elektrofischfanggerät

17

Abbildung 8: Bachforelle (Salmo trutta)

18

Abbildung 9: Äsche (Thymallus thymallus)

18

Abbildung 10: Hinter dem Auge mit grüner Farbe markierte Äsche

19

Abbildung 11: Rundbecken ohne Strömung

20

Abbildung 12: Rundbecken mit Strömung

20

Abbildung 13: Fließkanal-Mauka

20

Abbildung 14: Erdteich-Mauka

20

Abbildung 15: Seitenansicht Hamen

26

Abbildung 16: Draufsicht Hamen

26

Abbildung 17: Skizze Hamen in der Moosach (nicht maßstabsgetreu)

26

Abbildung 18: Querschnittsprofil am Transekt 1 an der Pullinger Brücke mit Angabeder Gewässerbreite, Tiefe und Strömungsgeschwindigkeit

28

Abbildung 19: Sohlstruktur Pullinger Brücke

29

Abbildung 20: Sohlstruktur Pullinger Brücke

29

Abbildung 21: Prozentuale Fischartenverteilung bei der Fischbestandserhebung am 27.10.2003 im Untersuchungsabschnitt der Moosach

31

Abbildung 22: Vergleich der Abschnitte 1-3 mit den Abschnitten 4-29 in Abhängigkeit von der Anzahl der gefangenen Fische und der Fischarten

32

Abbildung 23: Relative Abwanderungsrate der Äschen in Zeitraum vom 18.11.2003-17.12.2004 in Abhängigkeit vom Aufwuchsort

41

Abbildung 24: Absolute Abwanderungszahlen der Äschen in der Moosach in Abhängigkeit vom Aufwuchsort im Zeitraum vom 18.11.2003-17.12.2003 Abbildung 25: Gesamtfangergebnis der Kontrollbefischung vom 16.12.2003

42 43

-VIAbbildung 26: Vergleich der Fischartenverteilung bezüglich der Abschnitte 1-3 mit denAbschnitten 4-29 bei der Elektrobefischung vom 16.12.2003 in der Moosach

44

Abbildung 27: Gewässersohle Abschnitt 24

45

Abbildung 28: Gewässersohle Abschnitt 25

45

Abbildung 29: Abschnittsverteilung der markierten Äschen in Abhängigkeit vom Aufwuchsort (Rundbecken mit Strömung, Fließkanal, Rundbecken ohne Strömung und Erdteich) in der Moosach

45

Abbildung 30: Abschnittsverteilung der markierten Bachforellen in Abhängigkeit vom Aufwuchsort (Rundbecken mit Strömung, Fließkanal, Rundbecken ohne Strömung und Erdteich) in der Moosach

46

-VII-

Tabellenverzeichnis Tabelle 1: Analysen von Wasserproben der Moosach nach STEIN (1987)

11

Tabelle 2: Minimale und maximale Parameter der physikalisch-chemischen Messungen nach BAARS et al. (2000) an der Moosach, im Zeitraum von November 1995 bis September 1996 (u.N.: unter der Nachweisgrenze)

12

Tabelle 3: Absolute Häufigkeiten und die dazugehörigen Abundanzen (Quelle: Landesamt für Umweltschutz Baden-Württemberg 1992)

22

Tabelle 4: Einteilung der Gewässergüte und des Saprobienindex

23

Tabelle 5: Messparameter bzw. Messgeräte der vor Ort-Messung

24

Tabelle 6: Messparameter und Messmethode der Laborwerte aus Grub

25

Tabelle 7: Vergleich der Gewässerbreite, Tiefe, Strömungsgeschwindigkeit und des Sohlsubstrates an drei ausgewählten Bereichen

29

Tabelle 8: Gesamtbestandserhebung im Untersuchungsgebiet der Moosach vom 27.10.2003

30

Tabelle 9: Makrozoobenthonfänge an der Pullinger Brücke (Transekt 1) mit Angabe der Artnamen sowie deren Saprobienindex, Indikationsgewicht, Status Rote Liste“ und Häufigkeit

35

Tabelle 10: Makrozoobenthonfänge am Transekt 7 mit Angabe der Artnamen sowie deren Saprobienindex, Indikationsgewicht, Status Rote Liste“ und Häufigkeit

36

Tabelle 11: Makrozoobenthonfänge an der Vöttinger Brücke mit Angabe der Artnamen sowie deren Saprobienindex, Indikationsgewicht, Status Rote Liste“ und Häufigkeit

37

Tabelle 12: Saprobienindices, Gesamtzahl der Makroinvertebraten pro 15 Minuten (Zeitaufsammlung) bei einer Maschenweite des Keschers von 0,5 mm sowie der Anzahl der Individuen je systematischer Gruppe pro Zeiteinheit (15 min.) im Vergleich zwischen der Pullinger Brücke, Transekt 7 und Vöttinger Brücke

38

Tabelle 13: Physikalisch - chemische Messwerte an den drei Messstellen der Moosach (Pullinger Brücke, Transekt 14, Vöttinger Brücke; n.n. bedeutet: nicht nachweisbar im Rahmen der Messempfindlichkeit der Kapillar-Ionenanalyse)

40

-1-

1.

Einleitung

Der Rückgang der Fischbestände in vielen Fließgewässern ist bei Betrachtung der Roten Listen für gefährdete Wirbeltiere offensichtlich. Um diesem entgegen zu wirken, ist es in der Fischerei gängige Praxis, Fischbesatz mit nachgezüchteten Individuen durchzuführen. Hier stellt man aber fest, dass oft nur sehr geringe Erfolge zu verzeichnen sind. In der AG Fischbiologie der TU München wird diese Besatzproblematik seit einiger Zeit intensiv untersucht. Eine wichtige Frage in diesem Zusammenhang ist, wie sich die eingebrachten Fischarten Bachforelle (Salmo trutta) und Äsche (Thymallus thymallus) im Untersuchungsgewässer der Moosach (Landkreis Freising) verteilen und in welchem Maße Sie aus den besetzten Bereichen auswandern. Es ist stets eine weit verbreitete Praxis in der Fischerei, dann Fischbesatz durchzuführen, wenn die natürliche Fortpflanzung durch Beeinträchtigung des Lebensraums gemindert ist. Auch heute wird überwiegend dieses Besatzziel genannt und hat durch gewässerbauliche Maßnahmen und durch Gewässerverunreinigungen einen wesentlich aktuelleren Bezug bekommen. Die gewässerbauliche Veränderung, die Errichtung von Wanderhindernissen, die hohe Nährstofffracht durch Bodenerosion bzw. Drainagen aus der Landwirtschaft und in der Folge die Verstopfung des Kieslückensystems durch Feinsedimente und übermäßigen Algenbewuchs führten in der Moosach dazu, dass die natürliche Reproduktion der Bachforellen und Äschen seit geraumer Zeit nicht mehr ausreichend gegeben ist. Unter diesem Aspekt lassen Besatzmaßnahmen sich als gerechtfertigt erscheinen. Derartige Besatzmaßnahmen zum Ausgleich von Rekrutierungsdefiziten werden oft als einfach vorzunehmender Schadensausgleich gesehen. Aber die für den Besatz im veränderten Lebensraum vorgesehenen Fische sind häufig nur noch beschränkt dafür geeignet. Die Berücksichtigung dieser veränderten Lebensbedingungen kann zum schwierigen Balanceakt werden, dem oft nicht der erwartete Erfolg beschieden ist. Alternative Maßnahmen sollten in unserer Zeit verstärkt in der Verbesserungen des Lebensraums gesucht werden, sei es durch die Schaffung künstlicher Fischwege, Laichplätze oder durch die Anbindung abgetrennter Seitenarme.

-2Der einzelne Fischer kann die Wiederherstellung solcher Gewässerverhältnisse, sei es aus finanzieller Sicht jedoch in der Regel meist nicht realisieren. Die Durchführung von Besatzmaßnahmen ist in Bayern durch gesetzliche Bestimmungen

geregelt.

In

vielen

Fällen

gehen

die

durchgeführten

Besatzmaßnahmen über diese Besatzauflagen hinaus. Nach STEIN (1987) bestehen bezüglich der Wirksamkeit von Äschen- und Bachforellenbesatzmaßnahmen jedoch deutliche Wissenslücken. In der Regel werden durchgeführte Besatzmaßnahmen oft nicht hinsichtlich ihres Erfolges kontrolliert. Kontinuierlich sinkende Fangerträge trotz regelmäßigen Besatzes legen die Vermutung nahe, dass die derzeitige Besatzpraxis nur sehr geringe Erfolge aufweist. Die in der Moosach getätigten Äschen- und Bachforellenbesatzmaßnahmen können als Stützbesatz definiert werden. Nach STEIN (1987) kann davon ausgegangen werden, dass der dortige Lebensraum die Habitatansprüchen der Bachforelle und Äsche erfüllt, die Populationen jedoch nicht in der Lage sind, selbst erhaltende Bestände auszubilden. Die vorliegende Untersuchung befasst sich daher mit der zentralen Fragestellung: Wie haben sich die besetzten Fische (Bachforellen und Äschen) in den vorhandenen Fischbestand eingegliedert? Sind Strukturbereiche erkennbar, die von den Fischen bevorzugt werden? Wie viele Fische haben in welchen Zeiträumen den Untersuchungsabschnitt mit der Strömung nach flußab verlassen? Im Untersuchungsbereich der Moosach ist jegliche Angelfischerei verboten, da dieser Abschnitt für wissenschaftliche Untersuchungen der AG Fischbiologie der TU München zur Verfügung steht. Deshalb können Verfälschungen der Ergebnisse durch

fischereiliche

Entnahme

ausgeschlossen werden.

von

Fischen

in

diesem

Streckenabschnitt

-3-

2.

Grundsätzliches zu Besatzmaßnahmen

Für die Bewirtschaftung von Gewässern kann auf Fischbesatz heutzutage kaum verzichtet werden, und stellt somit die gängigste Form dar SCHMUTZ (1996). Besatzmaßnahmen können verschiedene Ziele verfolgen, die entweder der Erhaltung und Förderung natürlicher, standortgerechter Bestände oder mit der Bestandsrestaurierung der Wiederherstellung naturnaher Fischgemeinschaften dienen. Häufig stellen sie das einzige praktikable Verfahren dar, um produktions- und bestandsbegrenzenden Faktoren entgegen zu wirken oder eine Ertragssteigerung anzustreben. Generell soll der Besatz der Hege dienen, wobei durch die einzelnen Maßnahmen, standortgerechte Fischbestände zu schaffen oder zu erhalten sind. Besatzmaßnahmen richten sich generell nach den im Gewässer herrschenden Bedingungen. Regelmäßigen Besatz liegt grundsätzlich die Vorstellung zu Grunde, dass die Reproduktion der Fische stark gestört ist und ein Rekrutierungsdefizit besteht, das man ausgleichen möchte STEIN (1987). Nach STEIN (1987) würden manche Fischarten ohne Besatzmaßnahmen nicht mehr in freier Wildbahn existieren. In Gewässern, die zwar den Lebensansprüchen einer Art genügen, jedoch eine Reproduktion

nicht

gewährleistet

ist,

erfolgt

Besatz

im

Sinne

eines

Ergänzungsbesatzes (HARSÁNYI 2000). Ist dagegen die natürliche Reproduktion möglich, jedoch nicht ausreichend für einen gesunden Bestandsaufbau, so verfolgt die Maßnahme häufig nur das Ziel des Stützbesatzes. Werden in das Gewässer gewässertypische ehemals einheimische Arten neu eingesetzt, spricht man Einbürgerungsbesatz. Die genannten Besatzmaßnahmen sind unter entsprechenden ökologischen Voraussetzungen als positiv zu Beurteilen (HARSÁNYI 2000). Darüber hinaus führen SEIFERT & KÖLBING (2000) den Begriff des Umstellungsbesatzes an. Durch anthropogene Umwelteinflüsse ist der Charakter des Gewässers so stark verändert worden, dass der ehemals autochthone Fischbestand keine ausreichenden Lebensbedingungen mehr vorfindet, und deshalb durch neue Arten, die den Habitatansprüchen

entsprechen

ersetzt

werden.

Heutzutage

erfolgen

Besatzmaßnahmen in Gewässern jedoch immer öfter als „Attraktionsbesatz“ für die Fischer KOHL (2000). Dabei handelt es sich um Besatzmaßnahmen die lediglich darauf abzielen, das Gewässer angelfischereilich attraktiver zu machen, ohne Berücksichtigung des natürlichen Fischartenspektrums. Besatzmaßnahmen unterliegen in Bayern gesetzlichen Regelungen. Damit ist der

-4Gewässerbewirtschafter verpflichtet unter ökologischen Aspekten zu handeln. Ziel jeder Besatzmaßnahme sollte die Erhaltung und Förderung eines der Größe, Beschaffenheit und Ertragsfähigkeit des Gewässers angepassten, artenreichen und gesunden Fischbestandes sein (BRAUN & KEIZ 2001). Zum Schutz der vorhandenen Fischbestände und Lebensgemeinschaften muss grundsätzlich jeder Besatz aus Beständen oder Nachzuchten stammen, die dem Gewässer ökologisch möglichst nahe stehen. Bei seltenen Fischarten sollte deshalb ein für die Nachzucht aufgebauter Elterntierstamm aus der Gewässerregion stammen. Trotz zumeist gleicher Ziele seitens der Bewirtschafter (Wirtschaftlichkeit, Ökologie) wird die Diskussion über den Sinn von Besatzmaßnahmen, auch international, kontrovers geführt. Im Mittelpunkt der Diskussionen steht neuerdings der Besatz mit fremden Arten, insbesondere mit der vor 100 Jahren in Europa eingebürgerten Regenbogenforelle. A. PETER (2000) vertritt die Meinung, dass die „einheimischen BachforellenPopulationen“ durch den Besatz mit Regenbogenforellen verdrängt werden. Hingegen sprechen sich M. PETER (2000) und WINZELER (1998) für den Besatz mit Regenbogenforellen in Gewässern aus, in denen die natürliche Reproduktion der Bachforelle durch ungünstige abiotische Faktoren nicht mehr gegeben ist. WEIBL (2001) wiederum sieht die Gefahr von Besatzmaßnahmen darin, dass gebietsfremde Fischarten

einheimische

Arten

verdrängen.

Außerdem

spielt

für

ihn

der

Prädationsdruck durch überhöhte Raubfischbestände einen wesentlichen Faktor für die Uneffektivität von Fischbesatzmaßnahmen. MELLIN (1987) vertritt zudem die Ansicht, dass durch Besatzmaßnahmen auch Krankheiten in die Gewässer gelangen können. Neben ökologischen Aspekten werden häufig wirtschaftliche Bedenken zur Nachhaltigkeit von Besatzmaßnahmen aufgezeigt. (GUTHRUFF 1999, Klinger 1997, SCHMUTZ

2000,

SEIFERT

&

KÖLBING

2000)

sind

der

Meinung,

das

Besatzmaßnahmen oft nicht die in die Maßnahme gesteckten Erwartungen erfüllen. Nach WURM (1998) wird zuviel Geld in Fischbesatz investiert. Seiner Meinung nach sieht er in erhöhten Besatz sogar eine Verschwendung von finanziellen Mitteln. STEIN (1987) kam bei Besatzversuchen mit Äschen an der Moosach zu dem Ergebnis, dass der finanzielle Aufwand, gemessen an der Erhöhung des Fischbestandes, nicht gerechtfertigt war.

-5ZALEWSKI et al. (1985) führte Besatzversuche mit Bachforellen in verschiedenen Fließgewässern durch. Dabei überlebten die besetzten Fische keine 5 Monate, unabhängig davon, ob die Gewässer verschmutzt oder sauber bzw. naturnah oder naturfern waren. Unterschiedliche Faktoren können für das Scheitern von Besatzmaßnahmen verantwortlich gemacht werden. Sowohl die Anzahl der eingebrachten Besatzfische als auch die Wahl der Besatzstelle könnten eine wichtige Rolle spielen. Nach CRESSWELL & WILLIAMS (1982) war der Wiederfang von Bachforellen höher, wenn die Fische nur an einer Stelle ausgesetzt wurden. Zu berücksichtigen sei jedoch, dass bei den Untersuchungen nur fangfähige Fische besetzt wurden und der zeitnahe Wiederfang mit der Angel erfolgte. RICHARDS & CERNERA (1989) sind wiederum der Meinung, Brütlinge in geringeren Dichten zu besetzen. Nach Ansicht der Autoren führt dies dazu, dass vorhandene Habitate besser genutzt werden können.

Angesichts

dieser

konträren

Standpunkte

ist

es

schwer

eine

Handlungsempfehlung für die Bewirtschaftung zu geben. Ein wichtiges Erfolgskriterium der meist aus Zuchten stammenden Besatzfische ist zweifelsohne die Qualität (BARTHELMELS 1982, KENNEDY 1984). Neben der Ausprägung der Flossen zählen hierzu z.B. die Gesundheit und die Kondition der Fische. Die Eignung von Fischen aus Fischteichen zu Besatzzwecken hängt nach PLEYER (1981) von den Haltungsbedingungen ab. CRESSWELL & WILLIAMS (1982) geben als möglichen Grund für den geringeren Wiederfang mangelnde Fitness an. Unter anderem führt KLUPP (1991) ungenügende Anpassung von Fischen aus der Fischzucht an die Bedingungen in freien Gewässern. CRESSWELL et al. (1984) findet bei Untersuchungen von Salmoniden heraus, dass die Mortalitätsrate von unter Strömungsbedingungen aufgezogen Fischen in schnell fließenden Gewässern niedriger ist, als jene von nicht adaptierten Fischen. Auch nach SHUROV et al. (1987) sollten Fische vor dem Besatz an Strömung gewöhnt werden.

In

Versuchen

Strömungsbedingungen

konnte

angepasste

nachgewiesen Lachssetzlinge

werden, in

schnell

dass

an

überströmten

Abschnitten dreimal häufiger nachgewiesen wurden, als die einer untrainierten“ Referenzgruppe. Noch nicht einig sind sich die Fachleute welches Alter bzw. welche Größe der Fische sich am besten für den Besatz eignet und somit zum größtmöglichsten Erfolg beiträgt.

-6KLUPP (1981) & WURM (1998), sind der Meinung dass juvenile Besatzfische sich an die Gewässergegebenheiten besser eingewöhnen als adulte Fische. Dagegen stützt sich BARTHELMELS (1982) auf Studien aus verschiedenen Ländern. Danach soll der Erfolg mit Fischbesatz (>20 cm) höher sein als der mit kleineren. Mehrere Autoren stimmen darin überein, dass der Besatz im Frühjahr effizienter ist als im Herbst (TOIVONREN et al. 1984, CRESSWELL et al. 1984, CRESSWELL 1981, SIPPONEN & HAKKARI 1984). Nach CRESSWELL et al. können die Fische im Zeitraum vom Frühjahr bis zum Winter einen besseren Ernährungszustand erreichen. Nach neueren Erkenntnissen spielen auch der genetische Hintergrund und die schnelle der Anpassungsfähigkeit der Zuchtfische eine Rolle für den Erfolg von Besatzmaßnahmen. SCHMUTZ (1996) ist der Auffassung, dass Fische aus intensiven Aufzuchtanlagen nicht für den Besatz geeignet sind. Seiner Meinung nach führt das Ziel, ein schnellstmögliches Wachstum der Fische zu erhalten zur Verringerung bzw. Verlust der genetischen Variabilität. In der Tat wird beim Besatz kaum Rücksicht auf die Herkunft des Besatzmaterials genommen. Dies zieht den Rückgang genetischer Variabilität bei Besatzfischen nach sich (SCHMUTZ 1996). Diese Meinung wird von weiteren Autoren geteilt (GUM et al. 2001, MELLIN 1987, SCHMUTZ 1996). Besatz könnte so den Verlust der genetischen Identität der jeweiligen Population bestimmter Arten bedeuten. Nach STEIN (1987) konnte in Untersuchungen an der Moosach gezeigt werden, dass es Besatzfischen durchaus gelingt, in das Reproduktionsgeschehen eines Gewässers einzugreifen was zu einer Bestandsdurchmischung führen kann. Nach McCRACKEN et al. (1993) haben Besatzmaßnahmen in unterschiedlichsten Gewässern mit unterschiedlichsten Besatzmaterial über Jahrhunderte dazu geführt, dass es fast unmöglich erscheint einen endemischen Genpool zu identifizieren, da die Herkünfte so gut wie nicht mehr zu ermitteln sind. Des weiteren ist durch Kreuzungen von Wildund Besatzfischen davon auszugehen, dass ein Teil der Anpassungsfähigkeit an spezifische Lebensbedingungen verloren geht. Der Besatz mit nicht aus dem Gewässereinzugsgebiet stammenden Zuchtfischen stellt aber auch eine Gefahr für das Überleben der Besatzfische selbst dar. Bei Besatz mit Wildfischen war die Überlebensrate höher als mit Fischen aus der Teichwirtschaft (BEREJIKIAN 1995, JORGENSEN & BERG 1991, KLINGER 1997, KLUPP 1991, MILLER 1958).

-7Nach MILLER (1958) werden beim Besatz die Zuchtfische schlagartig sehr harten Bedingungen ausgesetzt. Gerade Setzlinge mit geringerer Fitness erliegen somit kurze Zeit nach dem Besatz den harten Umweltbedingungen im Fließgewässer. Interaktionen wie Konkurrenz sowie Prädation spielen eine wesentliche Rolle bei der Effektivität von Besatzmaßnahmen. SHUROV et al. gehen davon aus, dass ein großer Anteil von Besatzfischen in den ersten Tagen nach Besatzmaßnahmen stromab wandert bzw. der Prädation von Fischen und Vögeln zum Opfer fällt. Viele Autoren sind der Ansicht, dass die Dichte der Wildfischbestände einen wesentlichen Einfluss auf den Erfolg von Besatzmaßnahmen haben (HESTHAGEN & JOHNSEN 1989, WURM 1998, ZALEWSKY et al. 1985). Dabei sind die Erfrolgschancen

für

Besatzmaßnahmen

umso

höher

je

niedriger

die

Wildfischbestände sind. Nach SCHMUTZ (1996) legten Wildlinge bei Versuchen an Gewicht zu, während Besatzfische an Gewicht verloren. STEIN (1987) konnte hingegen an der Moosach eine gleichartige Längenentwicklung von Wild- und Besatzfischen

feststellen.

CRESSWELL

et

al.

1984,

CRESSWELL

1981,

JORGENSEN & BERG 1991, KENNEDY 1984, SCHMUTZ 1996, STEIN 1987) konnten beim Besatz mit Salmoniden aus der Fischzucht in Fließgewässer überwiegend stromabwärts gerichtete Wanderungen feststellen. SIPPONEN & HAKKARI (1984) konnten bei Besatzversuchen sogar feststellen, dass bis zu 50% der Besatzfische 40 km und mehr vom Besatzstandort entfernt gefangen wurden. Im Folgenden wird nun speziell auf Besatz mit

Äschen

und Bachforellen

eingegangen werden: Wie bereits vorher beschrieben sollten Besatzmaßnahmen mit Bachforellen und Äschen nur dann durchgeführt werden, wenn die natürliche Reproduktion aufgrund ausbleibt und somit Rekrutierungsdefizite entstehen (HARSÀNY 2000). Bei Verlustraten von ca. 50 % empfiehlt der Autor 150 – 200 einsömmerige Äschen pro Jahr und ha zu besetzen. Sollten bereits in der frühen Entwicklungsphase Defizite auftreten, kann nach BAARS et al. (2001) ein Zwischenbesatz mit 5.000 – 30.000 Augenpunkteiern

erfolgen.

Äschen

Besatzmaßnahmen

weisen

sehr

große

Spannweiten von ca. 500 – 3.000 einsömmerigen bzw. 50 – 300 zweisömmerigen Fischen pro Jahr und ha Wasserfläche auf. Aber auch bei Bachforellen Besatzmaßnahmen treten sehr große Differenzen bei Besatzzahlen auf. WILKE unterscheidet

bei

Besatzvorschlägen

mit

Bachforellen

jeweils

nach

den

Gewässertyp. In kleinen Flüssen zwischen 4 – 8m Sohlbreite, und Wassertiefen von

-8mindestens 60 – 120 cm empfiehlt der Autor auf Besatz mit vorgestreckter Brut auf Grund zu großer Verluste zu verzichten. In kleineren Bächen hingegen kann nach WILKE der Besatz mit Brut (10.000 Stück/ha) erfolgen wobei mögliche Verluste von 80 – 90% entstehen können. Der Besatz mit einjährigen Bachforellen liegt nach WILKE dagegen bei 250 – 600 Stück pro Jahr und ha Wasserfläche. Die Besatzzahlen sollten jedoch nicht von der Tiefe des Gewässers bzw. der Größe in Hektar abhängig gemacht werden, sondern vielmehr von der Zahl der Unterstände im Uferbereich. Ein Graben mit unterspülten Böschungen, zahlreichen Baumwurzeln im Wasser, Steinen und Kolken wird deshalb bei z.B. 5m Sohlbreite vielleicht den gleichen Besatz vertragen, wie ein ähnlicher Bach mit 20m Sohlbreite, aber krautbzw. versteckfreier Sohle zwischen den Ufern und mit wenig Unterständen im Uferbereich. Seit mitte der 80er bzw. Anfang der 90er Jahre wird versucht, den rückläufigen Äschen- und Bachforellenfang (Bachforellensterben in den Voralpenflüssen) durch verstärkte Besatzmaßnahmen auszugleichen. Nach STEINHÖRSTER (2001) wurde 1991 in die Gewässer zum Teil das Doppelte bis Vierfache der durchschnittlichen Besatzmenge eingesetzt. Da die Beatzbemühungen in den einzelnen Jahren im wesentlichen kein spürbaren Besserungen der Fänge erbrachten, wurden die hohen Besatzmengen der Äschen Mitte der 90er Jahre weitgehend wieder reduziert. Untersuchungen von STEIN (1987) an der Moosach ergaben, dass höhere Besatzzahlen zu keiner zusätzlichen Bestandserhöhung der Äschen führten. Eine wichtige Erkenntnis könnten

die von THORVFE und CARLSTEIN

(1998)

durchgeführten Beobachtungen für den eher geringen Erfolg von Besatzmaßnahmen mit Äschen liefern. Demnach wanderten die Besatzäschen zum grossteil unmittelbar nach dem Aussetzen ab. Die bisherigen durchgeführten Maßnahmen durch Besatzmaßnahmen mit Äschen und Bachforellen sind bis heute nicht von Erfolg gekrönt. Gerade deshalb ist es jedoch wichtig umfassende Erfolgskontrollen zum Äschen- und Bachforellenbesatz durchzuführen. Um den Erhalt der Bachforellen- und Äschenpopulationen in den nächsten Jahren zu gewährleisten, ist es dringenst nötig, die für den Erfolg notwendigen Faktoren (z.B. kiesige Sohle, Uferstruktur, Strömungsgeschwindigkeit oder Wasserparameter) genau zu erforschen, da sonst die Bemühungen zum Erhalt der Äschen und Bachforellen durch Besatz weitgehend wirkungslos bleiben.

-9-

3.

Material und Methoden

3.1

Das Untersuchungsgebiet

3.1.1 Die Moosach Die Moosach ist ein linker Nebenfluss der Isar, sie liegt am Rande der nördlichen Münchener Schotterebene vor dem Tertiären Hügelland und durchfließt das Freisinger Moos (Abb. 1).

Freising Abb. 1: Übersichtskarte Bayern (Quelle: BAY. LANDESVERMESSUNGSAMT) Vom ursprünglichen Quellgebiet wurde die Moosach durch den Bau des Schleißheimer Kanals abgeschnitten. Als Quellgraben könnte man heute den Entwässerungsgraben (Massow-Kanal) östlich von Riedmoos bezeichnen. Sie mündet nach ca. 35 Kilometern Fließstrecke zwischen Gaden und Oberhummel in die Isar. Zuvor entzieht ihr allerdings der Mühlbach den größten Teil der Wassermenge. Dieser mündet bei Moosburg in die Amper. Die Moosach wird zudem von mehreren Nebenbächen gespeist. Das sind vor allem die Mauka und der Pullinger Graben sowie einige Entwässerungsgraben im Bereich des Pullinger Mooses. Im Untersuchungsgebiet erhält die Moosach keinen Zufluss. Das Untersuchungsgebiet umfasst den ca. 3 Kilometer langen Moosachlauf im Landkreis Freising von der Pullinger Brücke bei Fkm 17,2 bis zur Vöttinger Mühle (Fkm 14,2 an der Fischbiologie der TU München (Abb. 2)).

-10-

Abb. 2: Wehrunterwasser (Fkm 14,2) mit Hamen In diesem Bereich weist die Moosach eine durchschnittliche Breite von 15m sowie eine durchschnittliche Tiefe von 0,9m auf. Die gesamte Fließstrecke ist durch eine geringe Höhendifferenz gekennzeichnet. Die Fließgeschwindigkeit ist somit im gesamten Bereich als gering zu bezeichnen. Kiesige Bereiche befinden sich lediglich über kurze Strecken in Bereichen mit erhöhter Fließgeschwindigkeit an der Pullinger – und Vöttinger Brücke, also jeweils dort, wo sich bautechnisch bedingte Einengungen des Flussbettes ergeben. Pegelabflusswerte Pegel Freising (1989 bis 2000): -

NQ

1,68 m/s

-

MNQ

1,98 m/s

-

MQ

2,68 m/s

-

MHQ

6,08 m/s

-

HQ

9,24 m/s

Bedingt durch die geringe Fließgeschwindigkeit und die nicht sehr stark schwankende Wasserführung ist die Bachsohle stark sedimentiert.

-11Die Gewässersohle ist zum Teil stark mit Makrophyten bewachsen, welche die Verschlammung begünstigen. Nach STEIN (1987) ergab eine grobe Bestimmung an Absetzproben im Zeitraum von Mai bis Juni 1986 eine Sedimentfracht an der Vöttinger Mühle von 18 bis über 50 Kubikmeter je Tag. Die starken Wasserpflanzenbestände bewirkten weiterhin einen ausgeprägten Tagund

Nachtrhythmus

der

Sauerstoffkonzentration

mit

einer

Sättigung

oder

Übersättigung während des Tages und einem Defizit während der Nacht (KNAPPE 1971). Die Wassertemperaturen schwankten im Jahresverlauf zwischen 4 und 18 Grad, die Monatsmittelwerte zwischen 5 und 13 Grad (STEIN 1987). Im Rahmen der Untersuchungen von STEIN (1987) wurden Wasseranalysen der Moosach beim Fischgesundheitsdienst in Grub bei München in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse der Wasserparameter waren für ein unbelastetes Gewässer der Schotterebene typisch. Auffällig waren jedoch die hohen Nitrat-N (Tab.1).

Tab.1: Analysen von Wasserproben der Moosach nach STEIN (1987)

Einheit pH-Wert `-lg(H+) Elektrische Leitfähigkeit (µS/cm) Säurekapazität bis pH 4,3 (SBV) (mval/l)

Probe vom 04.11.1981 Probe vom 04.11.1982 Mühle Brücke Mühle Brücke Pulling 7,90 7,91 7,85 7,80 7,76 684 687 648 648 563 5,16 5,33 5,36 5,38 5,47

Freie Kohlensäure (CO2)

(mg/l)

6,3

n.b.

n.b.

n.b.

n.b.

Carbonat-Härte Calcium Gesamt-Härte Kaliumpermanganatverbrauch

(°dH) (mg/l) (°dH) (mg/l)

14,4 114,2 22,0 17,6

14,9 114,2 22,0 17,3

15,0 108,2 21,0 10,7

15,1 108,2 21,0 11,1

15,3 108,2 21,0 12,0

CSB in O2

(mg/l)

11,2

13,3

10,9

4,9

9,4

Nitrat-N Nitrit-N Ammonium-N Ortho-Phosphat-P Gesamt-Phosphat Chlorid

(mg/l) (mg/l) (mg/l) (mg/l) (mg/l) (mg/l)

8,1 0,026 0,068 0,015 0,12 46,2

8,1 0,027 0,072 0,019 0,16 46,5

7,6 0,051 0,03 0,027 0,04 46,2

7,7 0,051 0,02 0,024 0,04 45,4

7,7 0,052 0,02 0,027 0,04 45,0

BAARS et al. (2000) führten im Zeitraum von November 1995 bis September 1996 acht Messserien im Bereich der Pullinger Brücke bis zum Kleinkraftwerk Veitshof durch.

-12Sowohl im Winter als auch im Sommer konnten dabei Niedrig- und Hochwasserlagen und damit unterschiedlichste Abflussbedingungen erfasst werden. Durch die regelmäßige Verteilung der Messungen dürften nach (BAARS et al. 2000) die nachfolgend aufgeführten Werte nahezu den gesamten Schwankungsbereich erfassen (Tab. 2). Tab. 2: Minimale und maximale Parameter der physikalisch-chemischen Messungen nach BAARS et al. (2000) an der Moosach, im Zeitraum von November 1995 bis September 1996 (u.N.: unter der Nachweisgrenze) Moosach (zwischen Pullinger Brücke und Veitshof) 8 Messungen (1 Jahr) Einheit Minimum Maximum Leitfähigkeit [µS/cm] 745 765 Temperatur [°C] 3,7 14,1 Sauerstoffsättigung [%] 87 113 Sauerstoffgehalt [mg/l] 9,7 12,1 pH-Wert -lg(H+) 7,67 8,02 Gesamtgassättigung [%] 97,13 108,50 Ortho-Phosphat-P [mg/l] 0,0 0,1 Nitrit-N [mg/l] 0,01 0,02 Ammonium-N [mg/l] 0,02 0,11 Ammoniak [mg/l] 0,0002 0,0013 Nitrat-N [mg/l] 4,25 7,41 NPOC [mg/l] 2,58 4,67 freie Kohlensäure (CO2) [mg/l] 6,31 16,02 HCO3-

SBV4,3 Bromid Chlorid Sulfat Fluorid Gesamt-Carbonat Kalium Natrium Calcium Magnesium

[mg/l]

312,18

382,73

[mval/l] [mg/l] [mg/l] [mg/l] [mg/l] [mmol/l] [mg/l] [mg/l] [mg/l] [mg/l]

5,21 3,15 30,13 36,36 u.N. 5,28 1,45 19,83 99,23 18,50

6,37 7,14 36,43 60,32 0,07 6,48 3,47 21,62 115,97 26,53

-13Das Einzugsgebiet der Moosach wird relativ stark ackerbaulich genutzt. Es befinden sich dort mehrere Fischzuchtanlagen, die direkt oder indirekt in die Moosach entwässern (STEIN 1987). Bedingt durch die geringe Fließgeschwindigkeit, das ausgeglichene Abflussregime und Einschwemmungen aus der Landwirtschaft, ist die Gewässersohle in der Regel stark verschlammt. Aufgrund der Erweiterung der Klärtechnik hat sich die biologische Gewässergüte seit den 70er Jahren deutlich verbessert (WWA Freising 2004). Nach BAARS et al. (2000) weist die Moosach heute eine biologische Gewässergüte (Saprobienindex) von 2,0 auf. Die Moosach wird oberhalb des Untersuchungsgebietes ab der Pullinger Brücke Fkm 17,2 angelfischereilich genutzt. Die Intensität der Fischerei ist hier als gering zu bezeichnen.

In der Vergangenheit wurden in diesem Bereich regelmäßig

Besatzmaßnahmen mit Äschen und Bachforellen durchgeführt (HANFLAND 2001). Der

Moosachverlauf

im

Untersuchungsgebiet

ist

insbesondere

im

Untersuchungsabschnitt ab (Fkm 17,0 (Abb. 3)) stark begradigt und relativ strukturarm.

Abb. 3: Typischer Moosachabschnitt (Fkm 17,0) flussabwärts

-14BAARS et al. (2000) und STEIN (1987) konnten in der Moosach bis zu 26 Fischarten nachweisen. Die hohe Fischartenzahl ist nach STEIN (1987) zum Teil auf die Teichanlagen

im

Einzugsgebiet

und

auf

Besatzmaßnahmen

im

Oberlauf

zurückzuführen. Die Moosach war früher für ihren Fischreichtum bekannt. Im Jahresbericht der “Königlichen landwirtschaftlichen Zentralschule Weihenstephan“ von 1867 werden Bachforellen von über 10 Pfund in der Moosach als nicht ungewöhnlich bezeichnet. Noch in den Jahren zwischen 1950 und 1970 war der Fischbestand, insbesondere der Äschenbestand hervorragend (STEIN 1987). Der Fischbestand, besonders auch der Äschenbestand, ist seit Anfang der 80er Jahre stark rückläufig (STEIN 1987). Die dramatische Veränderung des Sediments, vor allem verursacht durch die Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung mit starker Zunahme der Erosion im Einzugsgebiet, wird als Hauptursache dieser Reduktion an Fischbiomasse angesehen (STEIN 1988). Dies gab den Anlass, an der Moosach Untersuchungen und

Beobachtungen

durchzuführen,

ob

Besatzmaßnahmen dieser

Tendenz

entgegenwirken können.

3.1.2 Einteilung des Untersuchungsgebietes Im Rahmen der Untersuchungsarbeiten wurde die Moosach zwischen der Pullinger Brücke und der Vöttinger Mühle mittels Bandmaß in 29 Abschnitte à 100m unterteilt (siehe Übersichtskarte-Moosach im Anhang Seite 67-68). Die Kennzeichnung der einzelnen

Abschnitte

erfolgte

durch

Holzpfähle

mit

Farbmarkierung

und

dementsprechender Nummerierung des jeweiligen Transektes am Gewässerrand der Moosach. Daraus resultierten 29 Querschnitte an denen die Messungen der Gewässertiefe,

Breite

und

Strömungsgeschwindigkeit

sowie

zum

Teil

Makrozoobenthosfänge stattfanden. Des weiteren wurde eine Photodokumentation der Gewässersohle durchgeführt.

-15-

3.2

Methoden

3.2.1 Messung der Gewässertiefe, Breite und Strömungsgeschwindigkeit Die Messung der Tiefe, Breite und Strömungsgeschwindigkeit erfolgte nun an den jeweils bereits ausgemessenen Markierungspfählen. Somit ergaben sich für eine Fließstrecke von 3 Kilometern 29 zu bearbeitende Erfassungstransekte. Aufgrund der Gewässertiefe und der Schlammauflagen konnten die Messungen nur vom Boot aus durchgeführt werden. Die Messung der einzelnen Transekte erfolgten vom rechten zum linken Ufer. Dabei wurden auf jeder Uferseite zwei Seile an den Markierunspfählen befestigt. Ein Seil wurde zur Messung der Breite verwendet, indem jeder Meter Länge mit Klebeband markiert wurde. Das andere Seil hingegen wurde durch den Spitzenring des Bootes gefädelt, und diente somit zur Führung des Bootes auf der Moosach bzw. verhinderte ein Abdriften während der Messungen. Zur Stabilisierung des Bootes mussten die Messungen von zwei Personen durchgeführt werden, wobei der im Boot hinten sitzende mittels eines in das Sediment eingestoßene Stechpaddel zusätzlich zur Stabilisierung beitrug (Abb. 4).

Abb. 4: Messung der Strömungsgeschwindigkeit an einem Transekt

-16Somit konnten Fehlmessungen durch Hin- und Herpendeln des Bootes in der Strömung, vor allem bei der Ermittlung der Fließgeschwindigkeit weitgehend vermieden werden. Die Messungen der Strömungsgeschwindigkeiten und Tiefen wurden im Abstand von jeweils einem Meter vom rechten Uferrand durchgeführt. Durch ablesen der Länge vom Messseil konnte somit die Gewässerbreite ermittelt werden. Die Gewässertiefe wurde mit einer selbst montierten Messstange ermittelt (Abb. 5). Die an der Unterseite der Stange montierte Holzplatte verhinderte das Eintauchen der Messvorrichtung in die Schlammschicht am Gewässergrund und somit eventuelle Fellmessungen der Gewässertiefe. Zum ablesen der Tiefe diente ein an der Messstange mittels Klebeband befestigter Zollstock. Mit Hilfe eines Messflügels der Firma OTT Messtechnik Flügel-Nr. 129834, Typ: C2 `10.150` (Abb.6) konnte die Fließgeschwindigkeit in der Moosach ermittelt werden.

Abb. 5: Tiefenmessstange

Abb. 6: Flügelmessgerät

Dabei wurde über dem gesamten Querschnitt 30 cm unterhalb der Wasseroberfläche gemessen.Somit konnten die maximalen Strömungsgeschwindigkeiten ermittelt werden. Außerdem standen uns zur Messung der Geschwindigkeit verschiedene Schaufeln zur Verfügung. Für die Messungen wurde die Schaufel-Nr.:1-130647 verwendet. Diese Schaufel eignet sich für Strömungsgeschwindigkeiten zwischen 0,02 m/s und 1m/s. Für die Berechnung der Strömungsgeschwindigkeiten war die Drehzahl (n) der Schaufel in 1/s ausschlaggebend.

-17In Abhängigkeit von der Drehzahl (n) der Schaufel in 1/s mussten folgende Gleichungen zur Berechnung der Strömungsgeschwindigkeit (v) m/s verwendet werden: v

0,0609 n 0,016

gilt für: n 2,00

v

0,0569 n 0,024

gilt für: 2,00 n 7,42

v

0,0538 n 0,047

gilt für: 7,42 n 17,09

Im Abstand von einem Meter wurde an jedem Messpunkt eine Doppelbestimmung der Drehzahl mittels Messflügels über die gesamte Gewässerbreite durchgeführt. Dabei betrug die Messzeit jeweils 10 Sekunden pro Messung.

3.2.2 Bestandsaufnahme und Fischverteilung Die Kontrolle des Fischbestandes bzw. der Fischverteilung im Untersuchungsgebiet erfolgte mittels Elektrofischerei vom Boot. Dazu lag der technischen Universität München/Weihenstephan, Fachgebiet Fischbiologie, eine Bayern weit gültige Befreiung vom Verbot der Elektrofischerei vor. Gefischt wurde vom treibenden Boot aus flussabwärts. Die Befischungen wurden möglichst unter vergleichbaren Bedingungen

(Abfluss

und

Sichtigkeit)

von

einem

eingespielten

Team

durchgeführt. Dabei wurde ein stationäres Elektrofischfanggerät mit zwei Anoden verwendet (Abb. 7).

Abb.7: Elektrofischfanggerät

-18Die Leistung betrug in Abhängigkeit von der Betriebsstufe 9kW bzw. 11kW. Zwei Personen führten die Anoden, zwei weitere kescherten die Fische. Bis zur Auswertung wurden die Fische in Plastikwannen gehältert. Dabei erfolgte am 27.10.2003 zuerst eine Bestandsaufname der Fischpopulation bevor am 16.12.2003 und am 09.03.2004 die Verteilung der Besatzfische untersucht wurde. Nach der Befischung jedes einzelnen Abschnittes erfolgte zuerst die Bestimmung der Art, danach wurde die Länge der einzelnen Fische mittels Messbrett bestimmt und schriftlich dokumentiert. Die Gesamtkörperlänge wurde jeweils auf halbe Zentimeter von der Kopfspitze bis zum Ende der Schwanzflosse gemessen.

3.2.3 Markierung der Besatzfische Die Versuchsplanung ging davon aus, dass die bereits in der Moosach vorhandenen Wildfische Bachforelle und Äsche (Abb. 8 und 9) durch Besatzfische bekannter Herkünfte ergänzt werden sollten.

Abb. 8: Bachforelle (Salmo trutta)

Abb. 9: Äsche (Thymallus thymallus)

Um die Besatzfische später von Wildfischen unterscheiden zu können wurden diese vor dem Besatz markiert. Die Markierung erfolgte mit Elastomerfarbstoffen auf Siliconbasis mittels einer Insulinspritze. In der Praxis hat sich herausgestellt, dass sich der Bereich hinter dem Auge für die Markierung von Kleinfischen am besten eignet (Abb. 10). Die Haut ist an dieser Stelle durchsichtig und verhältnismäßig dick. Die Markierung mit Elastomerfarbstoffen ist in verschiedenen Farben möglich, wobei hier die Farben rot, gelb, orange und grün verwendet worden sind.

-19-

Abb. 10: Hinter dem Auge mit grüner Farbe markierte Äsche Besetzt wurden 1920 einsömmerige Bachforellen sowie 1420 einsömmerige Äschen mit einer durchschnittlichen Länge von 11cm. Die Aufzucht der Bachforellen- und Äschensetzlinge erfolgte in vier unterschiedlichen Behältnissen (Rundbecken mit/ohne Strömung, Fließkanal, Erdteich). Jedem Herkunftsort wurde somit eine bestimmte Farbe zugewiesen. Es wurden unter anderem folgende Besatzdichten eingesetzt: Besatzzahlen Äsche Markierung rot (Rundbecken ohne Strömung)

450 Stück

Äsche Markierung gelb (Rundbecken mit Strömung)

400 Stück

Äsche Markierung orange (Fließkanal Mauka)

270 Stück

Äsche Markierung grün (Erdteich Mauka)

300 Stück

Bachforelle Markierung rot (Rundbecken ohne Strömung)

700 Stück

Bachforelle Markierung gelb (Rundbecken mit Strömung)

650 Stück

Bachforelle Markierung orange (Fließkanal Mauka)

270 Stück

Bachforelle Markierung grün (Erdteich Mauka)

300 Stück

-20Die Äschen bzw. Bachforellen aus den Rundbecken wurden direkt an der Fischbiologie in Freising aufgezogen (Abb. 11 u. 12).

Abb. 11: Rundbecken ohne Strömung

Abb. 12: Rundbecken mit Strömung

Die anderen Fische stammten aus der Fischzucht Mauka und wuchsen entweder im Fließkanal oder Erdteich auf (Abb. 13 u. 14).

Abb. 13: Fließkanal-Mauka

Abb. 14: Erdteich-Mauka

Nach der Markierung wurden die Bachforellen- und Äschensetzlinge in den jeweiligen Becken gehältert, bevor sie in die Moosach ausgesetzt wurden. Die Haltbarkeit von eingewachsenen Elastomerfarbstoffen im Fischgewebe wird vom Hersteller (NMT 2000) mit mehreren Jahren angegeben. Auch BÄHR (2001) bestätigt die Eignung der Elastomerfarbmakierung für junge Salmoniden.

-213.2.4 Makrozoobenthon Das Makrozoobenthon wurde an drei verschiedenen Stellen (Pullinger Brücke, Transekt 7 und Vöttinger Brücke) auf die vorkommenden Makroinvertebratenarten und deren Abundanzen untersucht. Eine Übersichtskarte der Moosach mit den jeweiligen Fangstellen ist im (Anhang Seite 67-68) dargestellt. Die Makroinvertebraten wurden mittels eines Keschers vom Boot aus über die gesamte Gewässerbreite abgekeschert. Die Dauer der Aufsammlung betrug 15 Minuten, die Maschenweite des Keschers 0,5 mm. Eigentlich sollte der Fang der einzelnen Fischnährtiere mit dem Surber-Sampler (Square-foot stream bottom sampler; SCHWOERBEL 1994) durchgeführt werden, die zum Teil geringen Strömumgsgeschwindigkeiten ließen dieses Verfahren jedoch nicht zu. Die Auswahl der Fangstellen erfolgte so, dass alle benthonischen Mikrohabitate erfasst wurden. Um dies zu erreichen wurden deshalb die Merkmale Strömungsgeschwindigkeit, Tiefe,

Substrat

und

Makrophytenbewuchs

herangezogen.

Der

Fang

der

Makroinvertebraten fand an allen Messstellen innerhalb eines Tages statt, da diese einer

starken

jahreszeitlichen

Sukzession

unterliegen.

Somit

konnte

die

Vergleichbarkeit der einzelnen Probestellen gewährleistet werden. Die Konservierung der gefangenen Makroinvertebraten erfolgte in 70%-igem Isopropanol, die Auswertung im Labor unter einem Bimokular (Stereolupe) bei bis zu vierzigfacher Vergrößerung. Die Bestimmung wurde mit dem „Bestimmungsschlüssel für die Saprobier-DIN-Arten (Makroorganismen)“des Bayerischen Landesamts für Wasserwirtschaft Heft 2/1988 durchgeführt.

3.2.5 Saprobienindex und Gewässergüte Der Saprobienindex ist ein Verfahren zur Bewertung der Gewässergüte eines Fließgewässers anhand Makroinvertebraten (für stehende Gewässer nicht geeignet). Dabei soll die Gewässergüte ein Fließgewässer bezüglich seines Gehalts an leicht abbaubaren organischen Verbindungen charakterisieren. Diese Stoffe stammen, abgesehen von einer natürlichen Grundbelastung (Humus etc.), die je nach Gewässertyp variiert, meistens aus eingeleiteten Abwässern. In ländlichen Gegenden spielt auch die Einschwemmung von Stoffen (Dünger, Erdreich, Spritzmittel) eine Rolle. Man unterscheidet heute 7 Güteklassen, die von Güteklasse

-22I (unbelastet) über die Zwischenstufen I-II, II, II-III, III, III-IV bis IV (übermäßig verschmutzt) reichen. Für jede saprobe Zone ergibt sich nun eine bestimmte Lebensgemeinschaft tierischer Organismen die charakteristisch ist, und zur Beurteilung des Zustandes eines Gewässers herangezogen werden kann. Aus den vorgefundenen Organismen lässt sich also auf den Zustand des Gewässers schließen. Der Saprobienindex der einzelnen Arten (si) gibt den Grad der Belastung eines Gewässers an, in der die Indikatorart bevorzugt lebt. Nicht jedem gefundenem Tier wird aber eine bestimmte Zahl (Saprobienindex) zugeteilt. Es geht also nicht in die Gewässergütebeurteilung mit ein. In der Vorschrift DIN 38410 Teil 2 sind sämtliche Tiere, die mit einem Index versehen sind enthalten. Um zu verhindern, dass eine oder wenige zur Massenvermehrung neigende Art bzw. Arten

den

Saprobienindex-Wert

alleine

bestimmt

(dominiert),

wurden

Abundanzstufen eingeführt. Für eine viertelstündige Aufsammelzeit wurde in BadenWürttemberg deshalb folgende zahlenmäßigen Abstufungen als Vereinheitlichung festgelegt (Tab.3):

Tab. 3: Absolute Häufigkeiten und die dazugehörigen Abundanzen (Quelle: Landesamt für Umweltschutz Baden-Württemberg 1992)

Individuenzahl 1 2-19 20-39 40-79 80-159 160-319 320

Abundanzstufe 1 2 3 4 5 6 7

Häufigkeit

Einzelfund wenig wenig bis mittel mittel mittel bis viel viel massenhaft

Die einzelnen Arten gehen also nicht mit ihrer Individuenzahl, sondern mit ihrer Abundanzstufe in die Saprobienindexberechnung ein. Für jedes Taxon ist neben der Saprobie-Einstufung noch eine Gewichtungsziffer, dimensionslose Zahl (1, 2, 4, 8, 16) festgelegt. Diese richtet sich nach der Streuungsbreite der Indikation, das heißt stenöke Arten haben einen hohen Gewichtungsfaktor (G), euryöke einen niedrigen.

-23Die Berechnung des Gesamtsaprobienwertes (S) erfolgt somit nach folgender Formel: n

S

i 1

si Ai Gi n

i 1

Ai Gi

S

Saprobienindex

i

i-tes Taxon

si

Saprobienwert des i-ten Taxons

Ai

Abundanzziffer des i-ten Taxons (von 1=Einzelfund bis 7=Massenvorkommen)

Gi

Indikationsgewicht des i-ten Taxons

n

Anzahl der Taxa

Die Berechnungen des Saprobitätsgrades ergeben Werte zwischen 1,0 und 4,0. Anhand dieser Zahlenwerte können Gewässergüte und damit der Belastungszustand mit organischen, abbaufähigen Substanzen ermittelt werden (Tab. 4). Je höher also der Sauerstoffbedarf des Tieres ist, desto niedriger ist der Saprobitätsgrad (Index) und desto besser ist die Wassergüte und umgekehrt. Tab. 4: Einteilung der Gewässergüte und des Saprobienindex Gewässergüteklasse

Saprobienindex

Grad der organischen Belastung

I I-II II II-III III III-IV IV

1,0 1,5 1,5 1,8 1,8 2,3 2,3 2,7 2,7 3,2 3,2 3,5 3,5-4,0

unbelastet bis sehr gering belastet gering belastet mäßig belastet kritisch belastet stark verschmutzt sehr stark verschmutzt übermäßig verschmutzt

-24Bei der Bestimmung der Makroinvertebraten und der Ermittlung des Saprobienindex wurden folgende Vereinfachungen durchgeführt: -

Bei der Gattung Baetis wurde nicht mehr die Art bestimmt. Die Merkmale (Maxillartaster, rechte Mandibel, usw.) sind nur mit erheblichem Aufwand und oft nur im letzten Larvenstadium sicher zu bestimmen. Für die Gruppe Baetis spp. wurde als Saprobienwert 2,0, der zum einen etwa den Mittelwert der Arten darstellt, zum anderen den häufigsten Arten entspricht, angenommen.

-

Chironomiden wurden wegen des ansonsten übermäßig großen Aufwandes nicht weiter bestimmt als bis zur Familie. Als Saprobienindex wurde 3,3 verwendet. Dieser Wert liegt genau mittig und sehr nahe an den Einzelwerten (3,2 und 3,4) der beiden Chironomus-Gruppen.

3.2.6 Physikalisch-chemische Parameter Im Rahmen der Untersuchungen an der Moosach wurden im Dezember 2003 und im März 2004 jeweils drei Wasseranalysen an verschiedenen Stellen durchgeführt. Diese waren zum einen an der Vöttinger Brücke, Abschnitt 14 und an der Pullinger Brücke. Die jeweiligen Probestellen können aus der Übersichtskarte der Moosach im (Anhang Seite 67-68) entnommen werden. Auf diese Weise konnten an der Moosach, Werte der physikalisch-chemischen Parameter sowohl im Winter als auch im Frühling festgestellt werden. Dabei wurden sicherlich keine tageszeitlichen als auch jahreszeitlichen Extremwerte aufgenommen, die Verteilung der Messungen (Winter und Frühjahr) dürften aber den gesamten Schwankungsbereich über die drei Monate widerspiegeln. An den drei Probestellen wurden folgende Parameter gemessen: -

Messung vor Ort:

Die direkt am Gewässer gemessenen Werte sind in Tabelle 5 aufgeführt. Tab. 5: Messparameter bzw. Messgeräte der vor Ort-Messung Messwert pH-Wert O2-Sättigung, O2-Gehalt und Temperatur

Messgerät WTW: pH 96 T WTW: OXI 196

Leitfähigkeit

WTW: LF 196

-25-

Messungen im Labor:

Die Wasseranalysen wurden im Rahmen der vorliegenden Untersuchungen beim Tiergesundheitsdienst Bayern e.V. (Fachabteilung Fischgesundheitsdienst) in Grub bei München in Auftrag gegeben. Die Wasserproben wurden in Glasflaschen Luftdicht abgefüllt, so dass diese keine Luftblasen enthielten. Danach wurden die Glasflaschen beschriftet und in einer Kühltasche (kühl und dunkel) nach Grub transportiert. Tabelle 6 zeigt die gemessenen chemischen Parameter: Tab. 6: Messparameter und Messmethode der Laborwerte aus Grub Parameter Nasschemisch, photometrische Messungen: Nitrit, Ammonium, Ortho-Phosphat Ammoniakgehalt

Meßmethode MERCK Photometer SQ 118 Tabellenwert aus Ammonium (gesamt) unter Berücksichtigung von pH-Wert und Temperatur Kapillarelektrophorese im Labor

Kapillarelektrophoretische Messung: Anionen: Bromid, Chlorid, Sulfat, Nitrat, Fluorid und Gesamt-Carbonat Kationen: Kalium, Natrium, Calcium und Magnesium TOC (Total organic carbon) Ermittelt als NPOC (Non Purgeable Organic Carbon) im Labor Gerät: SHIMADZU TOC 3000 Säurekapazität bis pH 4,3 (SBV) Berechnung entsprechend DIN 38404-10

-263.2.7 Die Hamenfischerei Um ein abwandern von markierten Bachforellen und Äschen nachweisen zu können, wurde an der Vöttinger Mühle (Fkm 14,2) über die komplette Breite des Mühlschusses ein Hamen zum absperren verwendet (Abb.15 u. Abb. 16).

Abb. 15: Seitenansicht Hamen

Abb. 16: Draufsicht Hamen

HOLZNER (1999) entwickelte eigens, unterschiedlichste spezielle Hamen für die fischereibiologischen

Untersuchungen

von

Fischwanderungen

(Abb.17).

Die

Maschenweite des Hamens wurde dabei so gewählt, dass die einsömmerigen Äschen und Bachforellen nicht entweichen konnten. Der Einbau des Hamens erfolgte unmittelbar bevor die Besatzmaßnahmen durchgeführt wurden.

Abb.17: Skizze Hamen in der Moosach (nicht maßstabsgetreu)

-27Die Befischung dauerte vom 18.11.2003 bis zum 17.12.2003, wobei der Endsack des Hamens regelmäßig, alle zwei Stunden bis ca. 24:00 Uhr geleert wurde, um Verletzungen der gefangenen Fische zu vermeiden. Dabei wurden die Fische gemessen, auf Markierungen kontrolliert und stromab der Fangeinrichtung wieder in die Moosach zurückgesetzt.

-28-

4.

Ergebnisse

4.1

Struktur der Moosach

4.1.1 Gewässertiefe, Gewässerbreite und Strömungsgeschwindigkeit Die Moosach weist im Untersuchungsgebiet eine mittlere Breite von 15 m sowie eine mittlere Tiefe von 0,9m auf. Die Strömungsgeschwindigkeit wurde wie bereits unter (3.2.1

Messung

der

Gewässertiefe,

Breite

und

Strömungsgeschwindigkeit)

beschrieben über den kompletten Querschnitt im Abstand von einen Meter, 30 cm unterhalb der Wasseroberfläche gemessen. Die mittleren Werte lagen zwischen 0,14 m/s (mit beruhigten Bereichen) und 0,17 m/s (ohne beruhigte Bereiche). Die niedrigen Strömungsgeschwindigkeiten lagen vor allem daran, dass die gesamte Fließstrecke im Untersuchungsbereich durch ein geringes Gefälle gekennzeichnet war. Am

ersten

Transekt

an

der

Pullinger

Brücke

konnten

zum

Teil

Strömungsgeschwindigkeiten bis zu 0,5 m/s nachgewiesen werden (Abb. 18). Transekt 1 0

0,600

-0,2

0,500

-0,4

0,400

-0,6

0,300

-0,8

0,200

-1

tiefe v (m/s)

0,100

-1,2 -1,4

0,000 0

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

13

14

15

Breite (m)

Abb. 18: Querschnittsprofil am Transekt 1 an der Pullinger Brücke mit Angabe der Gewässerbreite, Tiefe und Strömungsgeschwindigkeit

-29Die Gewässertiefe war in diesem Bereich im Vergleich zu den anderen Abschnitten relativ gering. Dies führte wiederum dazu, dass die Strömungsgeschwindigkeit dort relativ hoch war. Die Gewässersohle weist gerade deshalb in diesem Abschnitt noch steinige bzw. kiesige Bereiche auf (Abb. 19 und 20 ).

Abb. 19: Sohlstruktur Pullinger Brücke Aus

der

nachfolgenden

Tabelle

Abb. 20: Sohlstruktur Pullinger Brücke können

die

maximalen

Breiten,

Tiefen,

Strömungsgeschwindigkeiten sowie das an den einzelnen Abschnitten vorhandene Sohlsubstrat entnommen werden. Der Bereich (Andere Abschnitte) umfasst bis auf die Pullinger Brücke (Transekt 1) und der Vöttinger Brücke alle anderen Transekte. In diesen Bereichen konnte die Moosach sehr große Tiefen und Gewässerbreiten aufweisen. Dementsprechend waren die Strömungsgeschwindigkeiten im mittel in diesen Abschnitten relativ gering (0,13 m/s), was zu einer Ablagerung von Schlamm an der Gewässersohle führte. Tab. 7: Vergleich der Gewässerbreite, Tiefe, Strömungsgeschwindigkeit und des Sohlsubstrates an drei ausgewählten Bereichen

Maximale Breite Maximale Tiefe Maximale Strömungsgeschwindigkeit Sohlsubstrat

Pullinger Brücke Vöttinger Brücke 14,90 m 7,90 m 0,58 m 0,66 m 0,48 m/s

0,41 m/s

steinig, kiesig

kiesig, sandig

Andere Abschnitte 19,90 1,72 0,36 m/s stark abnehmend hauptsächlich schlammig

-304.1.2 Bestandsaufnahme durch Elektrobefischung Im Rahmen der Untersuchungen an der Moosach wurde am 27.10.2003 eine Elektrobefischung zur Bestandserhebung der Fischpopulation durchgeführt. Dabei konnten 390 Fische gefangen werden (Tab. 8). Weitere Befischungen wurden am 16.12.2003 und 09.03.2004 durchgeführt, und dienten

zur

Untersuchung

der

Eingliederung

der

Besatzfische

in

den

Wildfischbestand. Tab. 8: Gesamtbestandserhebung im Untersuchungsgebiet der Moosach vom 27.10.2003 Moosach Oktober 2003 Fischart Rotauge Bachforelle Äsche Regenbogenforelle Hecht Aal Bachsaibling Koi-Karpfen Aitel Barsch Rotfeder Schleie Brachse Laube Graskarpfen Spiegelkarpfen Gründling Stichling Gesamtsumme

Befischungsstrecke: 2,9 km Stückzahl Anzahl/100m Anzahl in [%] 109 3,8 27,9 105 3,6 26,9 35 1,2 9,0 33 1,1 8,5 31 1,1 7,9 23 0,8 5,9 16 0,6 4,1 11 0,4 2,8 5 0,2 1,3 5 0,2 1,3 4 0,1 1,0 3 0,1 0,8 3 0,1 0,8 3 0,1 0,8 1 0,0 0,3 1 0,0 0,3 1 0,0 0,3 1 0,0 0,3 390 13,4 100

Die gefangenen Individuen gehörten 18 Fischarten an, wobei der Fang gemessen jedoch nicht gewogen wurde. Lediglich Bachforelle, Hecht, Rotauge und Äsche können auf Basis des Datenmaterials als bestandsbildend im Untersuchungsgebiet eingestuft werden. Diese Arten sind Vertreter der typischen Gilden der Äschenregion.

-31Im Gesamtfang dominierten bezogen auf die Anzahl: Rotauge (28%), Bachforelle (27%), Äsche (9%), Regenbogenforelle (8,5%) und Hecht (8%) (Abb. 21 ).

Fangstatistik Bestandsaufnahme vom 27.10.2003 1% 4%

1% 1%1%1%

1%

3% 28%

6%

8%

9%

9%

Rotauge Bachforelle Äsche Regenbogenforelle Hecht Aal Bachsaibling Koi-Karpfen Aitel Barsch Rotfeder Schleie Brachse Laube

27%

Abb. 21: Prozentuale Fischartenverteilung bei der Fischbestandserhebung am 27.10.2003 im Untersuchungsabschnitt der Moosach

-32Interessant erscheint jedoch die Verteilung der Fischarten auf die die einzelnen Abschnitte (Abb. 22).

Abschnittsvergleich der Bestandsaufnahme vom 27.10.2003 120 100 80 60 40 20 0

Abschnitt 1-3 ohne Abschnitt 1-3 Abb. 22: Vergleich der Abschnitte 1-3 mit den Abschnitten 4-29 in Abhängigkeit von der Anzahl der gefangenen Fische und der Fischarten Wie aus der Grafik eindeutig zu erkennen ist, wurden von der Bachforelle und Äsche hauptsächlich

die

Strecken

mit

kiesigem

Untergrund

und

schnelleren

Strömungsgeschwindigkeiten, wie hier von der Pullinger Brücke bis 300m flussab bevorzugt. Dabei wurden mittels Elektrofischerei vom Boot in diesem Abschnitt 19 der insgesamt 35 gefangenen Äschen (54%) sowie 46 von 105 gefangenen Bachforellen (44%) des Gesamtfangs nachgewiesen. Insgesamt ist bei dieser Methode der Befischung und der vorherrschenden Gewässerstruktur mit einer Fangeffektivität von 30 – 40 % auszugehen.

-334.1.3 Makrozoobenthon Wie bereits unter 3.2.4 beschrieben, wurden an der Moosach die Makroinvertebraten an drei verschiedenen Stellen (Pullinger Brücke, Transekt 7 und Vöttinger Brücke untersucht. Dabei wurden 5 Arten an allen Probestellen gefunden: Gammarus fossarum, Gammarus roeseli, Asellus aquaticus, Baetis spp., Potamopyrgus antipodarum sowie die Gruppe Diptera (Chironomidae). GUTHRUF (1996) weist nach, dass Zuckmückenlarven (Chironomidae) für Äschenlarven das natürliche Starterfutter sind und gegenüber jeglicher anderen Nahrung bevorzugt werden. Eintagsfliegen der Gattung Baetis wurden auch an allen drei Probestellen gefunden am häufigsten jedoch an der Pullinger Brücke (170 Stück). Bei der Gattung Baetis wurde die Art allerdings nicht mehr bestimmt, da dies oft nur noch im letzten Larvenstadium bzw. mit sehr hohem Aufwand erreicht werden kann. Eine weitere oft in massenhaftem Vorkommen nachgewiesen Gruppe waren die Bachflohkrebse (Gammaridae). Dabei konnte vor allem Gammarus roseli in sehr hohen Anzahlen nachgewiesen werden, die Art Gammarus fossarum hingegen war nicht mehr so zahlreich vertreten. Besonders für juvenile Bachforellen bzw. adulte Äschen stellen die Gammariden eine wichtige Nahrungsquelle dar. Köcherfliegenlarven (Trichoptera) wurden nur an der Pullinger – und Vöttinger Brücke (kiesiger und steiniger Untergrund) jedoch relativ spärlich gefunden. Die häufigsten Arten waren noch Silo pallipes und Odontocerum albicorne. Käfer (Coleoptera) konnten als Larve und Imagines gefunden werden. Allerdings konnte im Gegensatz zu den Larven nur Elmis maugetii als Imagines nachgewiesen werden. Als Larven wurden Agabus spp., Elmis spp. und Orectochilus villosus gefunden. Von Schnecken (Gastropoda) wurden ausschließlich Individuen der Gattung Potamopyrgus bestimmt. Insgesamt konnte an allen Probestellen der Untersuchungsstrecke eine Vielzahl verschiedener Makroinvertebraten gefunden werden, deren Vertreter zu einem Großteil auch als Nahrung der Bachforelle und Äsche in Frage kommen. Nach GUTHRUF

(1996)

sind

Äschen

bei

der

Nahrungssuche

ausgesprochene

Opportunisten, die sich an das vorhandene Nahrungsangebot bereitwillig anpassen. Besonders Eintagsfliegen, Bachflohkrebse bildeten ein breites Nahrungsangebot für juvenile sowie adulte Bachforellen und Äschen in der Moosach.

-34Nachfolgend sind in den Tab. 9, 10 und 11 die bestimmten Taxa, Saprobienwert (s), Gewichtungen (G), Gefährdungsstatus (RL) nach der „Roten Liste der gefährdeten Tiere

und

Pflanzen

in

der

Bundesrepublik

Deutschland“

(BAYERISCHES

LANDESAMT FÜR WASSERWIRTSCHAFT 1988) sowie die Häufigkeit ihres Nachweises an den insgesamt drei Probestellen der Moosach aufgelistet.

-35Tab. 9: Makrozoobenthonfänge an der Pullinger Brücke (Transekt 1) mit Angabe der Artnamen sowie deren Saprobienindex, Indikationsgewicht, Status Rote Liste“ und Häufigkeit

Pullinger Brücke

CRUSTACEA Asellus aquaticus Gammarus fossarum Gammarus roeseli ODONATA Calopterix splendens COLEOPTERA Agabus spp. (Larve) Elmis maugetii Orectochilus villosus (Larve) EPHEMEROPTERA Baetis spp. TRICHOPTERA Hydropsyche siltalai Diplectrona felix Limnephilidae Micrasema spp. Odontocerum albicorne Sericostoma spp. Silo pallipes HIRUDINEA Pisicola geometra GASTROPODA Potamopyrgus antipodarum DIPTERA Chironomidae MILBEN Hydracarina

2,7 1,6 2,0

4 8 8

2,0

8

3 100 593 3

1

1,5 2,0

8 4

2 3 2

2,0

4

170

1,8

8

1,4

4

1,5

8

1 1 4 1 3 1 12 1

2,3

4

59

3,3

4

55 20

-36-

Tab. 10: Makrozoobenthonfänge am Transekt 7 mit Angabe der Artnamen sowie deren Saprobienindex, Indikationsgewicht, Status Rote Liste“ und Häufigkeit

Transekt 7

CRUSTACEA Asellus aquaticus Gammarus fossarum Gammarus roeseli COLEOPTERA Elmis spp. (Larve) Orectochilus villosus (Larve) EPHEMEROPTERA Baetis spp. HIRUDINEA Pisicola geometra GASTROPODA Potamopyrgus antipodarum DIPTERA Chironomidae TUBELLARIA Dugesia lugubris MILBEN Hydracarina

2,7 1,6 2,0

4 8 8

2 90 430

1,5 2,0

8 4

1 2

2,0

4

21 1

2,3

4

74

3,3

4

55

2,1

4

1 16

-37-

Tab. 11: Makrozoobenthonfänge an der Vöttinger Brücke mit Angabe der Artnamen sowie deren Saprobienindex, Indikationsgewicht, Status Rote Liste“ und Häufigkeit

Vöttinger Brücke

CRUSTACEA Asellus aquaticus Gammarus fossarum Gammarus roeseli ODONATA Calopterix virgo COLEOPTERA Elmis maugetii Elmis spp. (Larve) EPHEMEROPTERA Baetis spp. TRICHOPTERA Micrasema spp. Silo pallipes HIRUDINEA Pisicola geometra GASTROPODA Potamopyrgus antipodarum DIPTERA Chironomidae TUBELLARIA Dugesia lugubris MILBEN Hydracarina

2,7 1,6 2,0

4 8 8

1,9

8

1,5 1,5

8 8

8 1

2,0

4

55

8

1 3

1,5

3 34 210 3

2

2 2,3

4

82

3,3

4

2

2,1

4

1 30

-384.1.4 Saprobienindex und Gewässergüte An den drei Probestellen der Moosach wurden Saprobienindices zwischen 1,85 und 1,96 festgestellt (Tab. 12). Somit lagen alle Untersuchungsstellen im Bereich der Gewässergüte II (Saprobienindex 1,8

2,3). Der komplette Untersuchungsbereich

kann somit als „beta-mesosaprob“ (mäßig organisch belastet) dargestellt werden. Damit liegt in der Moosach im Untersuchungsbereich eine Belastung mit organisch abbaubaren Stoffen autochthonen bzw. allochthonen Ursprungs vor, der allgemein für Fische aber auch speziell für Äschen, als sehr gut geeignet anzusehen ist. Der Fischertrag für Gewässer dieser Güte wird allgemein als hoch eingestuft (BAYERISCHES LANDESAMT FÜR WASSERWIRTSCHAFT 1996). Das Sauerstoff – Minimum sollte in diesem Bereich größer als 6mg/l sein. BAARS et al. (2000) führten im Zeitraum von November 1995 bis September 1996 8 Messserien in regelmäßigen Abständen im Bereich der Pullinger Brücke bis zum Kleinkraftwerk Veitshof durch. Dabei lagen die Sauerstoffwerte zwischen 9,7 mg/l und 12,1 mg/l in einem sehr guten Bereich.

Wichtige Indikatororganismen in dieser Gewässergüte sind

Hakenkäfer, Eintagsfliegenlarven, Köcherfliegenlarven, Kleinkrebse, Schnecken und Blütenpflanzen. Bei den Fischen zählen die Äsche, der Hecht und die Nase dazu. Tab. 12: Saprobienindices, Gesamtzahl der Makroinvertebraten pro 15 Minuten (Zeitaufsammlung) bei einer Maschenweite des Keschers von 0,5 mm sowie der Anzahl der Individuen je systematischer Gruppe pro Zeiteinheit (15 min.) im Vergleich zwischen der Pullinger Brücke, Transekt 7 und Vöttinger Brücke Moosach Saprobienindex Makroinvertebraten / 15 min. Chironomidae Gammaridae Crustacea (Asellus aquaticus) Odonata Coleoptera Ephemeroptera Gastropoda Hirudinea Trichoptera Turbellaria Milben

Pullinger Brücke Transekt 7 Vöttinger Brücke 1,85 1,96 1,90 1032 693 434 55 55 2 693 520 244 3 2 3 1 0 2 7 3 9 170 21 55 59 74 82 1 1 2 23 0 4 0 1 1 20 16 30

-39Aus der Summe der Makroinvertebraten an jeder einzelnen, der drei Probestellen wurde die Anzahl der Makroinvertebraten pro Zeiteinheit (15 min.) berechnet (Tab. 12). Die Anzahlen der vorgefundenen Makroinvertebraten pro 15 min. unterschieden sich mit Werten zwischen 434 (Vöttinger Brücke) und 1032 (Pullinger Brücke) sehr stark. Insgesamt kann jedoch gesagt werden, dass trotz der zum Teil hohen Differenzen der Makroinvertebratenanzahlen die Moosach einen sehr hohen Invertebratenbestand aufweist. Einschränkend muss jedoch beachtet werden, dass die Makroinvertebraten einer starken jahreszeitlichen Sukzession unterliegen. Die vorliegende Untersuchung wurde nur einmal im Oktober 2003 durchgeführt und ist somit als Momentaufnahme zu bewerten.

4.1.5 Physikalisch-chemische Parameter Die in der Moosach analysierten Parameter änderten sich vom Winter zum Frühjahr kaum. Der pH-Wert lag bei allen Messungen im Bereich zwischen 7,91 und 8,07, was zu einem mittel von 8,00 führt. Auch die Sauerstoffsättigung lag bei allen Messungen bei ca. 100%. Der Sauerstoffgehalt war an allen Messpunkten sehr hoch und betrug im Minimum 10,4 mg/l, im Maximum sogar 11,8 mg/l. Belastungen mit Nitrit, Phosphat, und Ammonium/Ammoniak waren insgesamt sehr gering. Dabei lag das Maximum von Nitrit gerade mal bei 0,038 mg/l und kann somit als vergleichsweise niedrig eingestuft werden. Der Ammoniakgehalt war wegen der nicht all zu hohen pH-Werte mit maximal 0,0007 mg/l nicht als problematisch anzusehen. Auffällig waren jedoch noch die hohen Nitratwerte.

-40Tab. 13: Physikalisch - chemische Messwerte an den drei Messstellen der Moosach (Pullinger Brücke, Transekt 14, Vöttinger Brücke; n.n. bedeutet: nicht nachweisbar im Rahmen der Messempfindlichkeit der Kapillar-Ionenanalyse) Pullinger Brücke

Wasseranalyse Moosach Temperatur am Ort

15.12.2004 08.03.2005

Transekt 14

Vöttinger Brücke

15.12.2003

08.3.2004

15.12.2003

08.3.2004

°C

6,9

7,7

6,6

7,4

6,4

7,3

pH-Wert

-lg(H+)

8,04

7,96

8,07

7,96

8,06

7,91

Elektrische Leitfähigkeit (25°C)

[µS/cm]

626

679

625

678

630

676

Säurekapazität bis pH 4,3 (SBV)

[mval/l]

4,93

4,29

4,75

4,81

4,62

4,82

freie Kohlensäure (CO2)

[mg/l]

26,69

5,80

36,60

6,55

41,98

7,39

Sauerstoff

[mg/l]

11,6

11,8

11,1

11,4

10,4

10,4

Sauerstoff-Sättigung

[%]

102

104

95

100

91

92

organisch geb. Kohlenstoff (TOC)

[mg C/l]

7,14

7,77

7,17

8,05

7,30

8,85

Gesamt-Phosphor

[mg P/l]

---

---

---

---

---

---

Ammonium

[mg/l]

0,009

0,038

0,022

0,033

0,015

0,058

Ammoniak

[mg/l]

0,0000

0,0005

0,0001

0,0004

0,0000

0,0007

Nitrit

[mg/l]

0,017

0,031

0,016

0,033

0,013

0,038

Phosphat

[mg/l]

0,018

0,018

0,012

0,025

0,006

0,025

Bromid

[mg/l]

2,64

2,15

2,48

2,25

2,89

2,00

Chlorid

[mg/l]

37,32

37,59

37,31

37,74

37,34

37,80

Sulfat

[mg/l]

39,80

40,80

39,98

40,35

39,26

39,86

Nitrat

[mg/l]

22,74

25,52

22,23

26,27

21,29

25,20

Fluorid

[mg/l]

n.n.

n.n.

n.n.

n.n.

n.n.

n.n.

[mmol/l]

5,49

4,36

5,53

4,89

5,52

4,92

Kalium

[mg/l]

4,03

2,35

3,20

1,77

3,04

2,92

Natrium

[mg/l]

23,50

23,61

23,51

21,98

24,12

22,68

Calcium

[mg/l]

109,83

142,23

108,69

136,53

112,24

139,34

Magnesium

[mg/l]

18,84

19,60

19,39

17,64

22,09

20,71

Carbonat-Härte (Carbonate)

[°dH]

13,81

12,01

13,31

13,47

12,93

13,50

Gesamt-Härte (Ca, Mg, ev. Sr,Ba)

[°dH]

19,69

24,39

19,65

23,14

20,77

24,24

Gesamt-Carbonat

4.1.6 Kontrolle der Abwanderung der besetzten Äschen und Bachforelle Die Hamenfischerei wurde im Rahmen der Untersuchungen an der Moosach unmittelbar direkt nach dem Besatz mit einsömmerigen Äschen und Bachforellen vom 18.11.2003 bis zum 17.12.2003 am Mühlschuss der Vöttinger Mühle durchgeführt. Der Besatz der Fische erfolgte ca. drei Kilometer oberhalb des eingebauten Hamens an der Pullinger Brücke. Dabei wurden 1920 einsömmerige Bachforellen und 1420 einsömmerige Äschen ausgesetzt. Insgesamt wurden 589 Äschen (41,5%) der frisch besetzten einsömmerigen Äschen, welche drei Kilometer oberhalb besetzt wurden gefangen. Die ersten Äschen wurden bereits 44 Stunden nach der Besatzmaßnahme gefangen. Allein am 20.11.2003

-41wurden bereits 88% der bis zum Ende gefangenen Äschen aus dem Hamen entnommen. Vom 20.11.2003 bis 22.11.2003 konnten schon 99% des späteren Gesamtfangs an Äschen gefangen werden. Bis zum Ende der Befischung mit dem Hamen haben die Fänge stark abgenommen. Die Hauptfänge wurden zu 98% in den Tagesstunden erzielt. In Abhängigkeit vom Aufwuchsort

konnten

Unterschiede

im

Abwanderungsverhalten

der

Äschen

festgestellt werden. Dabei wanderten im Gegensatz zum Erdteich (53,3%) nur 26,25% der besetzen Äschen aus dem Rundbecken mit Strömung (0,07 m/s) ab. Außerdem wanderten die im Fließkanal (0,09 m/s) aufgezogenen Äschen (43%) wiederum weniger ab als die in Rundbecken ohne Strömung (46,2%) aufgezogenen Äschen (Abb. 23 ).

Abgewanderte Äschen in Prozent vom 18.11.2003-17.12.2003 60,00% 50,00% 40,00% 30,00% 20,00% 10,00% 0,00%

Abgewanderte Äschen

Abb. 23 : Relative Abwanderungsrate der Äschen in Zeitraum vom 18.11.200317.12.2004 in Abhängigkeit vom Aufwuchsort

-42Neben den relativen Abwanderungszahlen sind in der nachfolgenden Abbildung die absoluten Werte dargestellt (Abb. 24 ).

Absolute Abwanderungszahl der Äschen vom 18.11.2003-17.12.2003 500 450 400 350 300 250 200 150 100 50 0

Vermutlich nicht abgewanderte Äschen Abgewanderte Äschen

242 295

154 208

105

Rundbecken Rundbecken mit ohne Strömung Strömung

116 Fließkanal Mauka

140 160 29 Erdteich Mauka

Wildfische

Abb. 24 : Absolute Abwanderungszahlen der Äschen in der Moosach in Abhängigkeit vom Aufwuchsort im Zeitraum vom 18.11.2003-17.12.2003 Wie aus den einzelnen Abbildungen zu ersehen ist, war die Abwanderungsrate der Äschen aus dem Behältnissen Erdteich-Mauka und Rundbecken ohne Strömung im Vergleich zum Rundbecken mit Strömung sehr hoch. Daraus resultierend kann gesagt werden, dass sich an Strömung adaptierte Äschen besser an die natürlichen gegebenen Verhältnisse im Gewässer anpassten als nicht in Strömung gehaltene Äschen. Neben der Äsche wurden auch Bachforellen besetzt. Zu den Bachforellen kann bezüglich des Abwanderungsverhaltens gesagt werden, dass diese sich besser an die jeweiligen Gewässerverhältnisse angepasst haben als die Äschen. Von den insgesamt 1920 besetzten Forellen sind gerade mal 8 Forellen, das entspricht nur 0,4% der besetzten Fische abgewandert.

-434.1.7 Standortverteilung der besetzten Äschen und Bachforellen Nach der Hamenfischerei wurden weitere zwei Elektrobefischungen am 16.12.2003 und 09.03.2004 vom treibenden Boot aus flussab durchgeführt. Ziel dieser Befischungen war eventuelle Erkenntnisse über die Eingliederung der Besatzfische (Bachforellen und Äschen) in den bereits vorhandenen Wildfischbestand zu gewinnen. Außerdem wurde darauf geachtet, ob bestimmte Strukturbereiche erkennbar sind, die von den Fischen bevorzugt werden. Dabei wurden folgende Fischarten im Untersuchungsgebiet der Moosach (Pullinger Brücke bis Vöttinger Mühle) mit dem Elektrofischfanggerät am 16.12.2003 nachgewiesen (Abb. 25 ).

Gesamtfang Elektrobefischung vom 16.12.2003 120 100 80 60 40 20 0

Abb. 25 : Gesamtfangergebnis der Kontrollbefischung vom 16.12.2003 Im Gegensatz zur Bestandsaufnahme vom 27.10.2003 wurden anstatt 18 nur noch 14 verschiedene Arten nachgewiesen. Graskarpfen, Schleie, Laube und Brachse wurden nicht mehr gefangen. Die Fischverteilung ist nahezu identisch mit der Bestandsaufnahme vom 27.10.2003. Auf eine Darstellung der Ergebnisse vom 09.3.2004 wurde verzichtet, da vergleichsweise zur Kontrollbefischung am 16.12.2003 kaum unterschiede zu erkennen waren. Die häufigsten Fischarten waren wie

bei

der

Bestandsaufnahme

(Tab.

8)

Rotauge,

Bachforelle,

Äsche,

Regenbogenforelle und Hecht in identischer Reihenfolge. Sogar die Individuenzahl der einzelnen Arten ist nahezu gleich.

-44Ein Abschnittsvergleich der gefangenen Fische zeigt, dass im Bereich von Pullinger Brücke bis ca. 300 m unterhalb der Bachforellen- und Äschenbestand gesehen auf die restlichen 2,6 km der Untersuchungsstrecke relativ hoch ist ( Abb. 26 ).

Abschnittsvergleich der E-Befischung vom 16.12.2003 120 100 80

Abschnitt 1-3

60 40

Abschnitt 4-29

20 0

Abb. 26 : Vergleich der Fischartenverteilung bezüglich der Abschnitte 1-3 mit den Abschnitten 4-29 bei der Elektrobefischung vom 16.12.2003 in der Moosach.

Die Abbildung zeigt, dass 49 der 102 gefangenen Bachforellen (48%) sowie 13 der 28 gefangenen Äschen (46,4%) bereits in den ersten 300m nachgewiesen wurden. Die Moosach weist in diesem Abschnitt Strömungsgeschwindigkeiten bis zu 0,5 m/s und steinig-kiesigen Grund auf. Der Saprobienindex betrug in diesem Bereich 1,85 wobei hier vor allem Bachflohkrebse, Eintagsfliegenlarven und Köcherfliegenlarven nachgewiesen wurden. Auch im Bereich der Vöttinger Brücke (Abschnitt 25) konnten des öfteren Äschen gesichtet aber mit dem Elektrofischfanggerät nicht gefangen werden (relativ schlecht durchzuführende Befischung wegen der Brücke). Im Bereich ca. 500 m unterhalb der Pullinger Brücke bis zum Abschnitt 12 ist die Moosach relativ strukturarm bzw. relativ stark begradigt (ca. 700 m Flusslänge). Zum Teil wurden über 300-400 m Fließlänge in diesem Bereich keine Fische mehr mit der Elektrofischerei nachgewiesen. In den Abschnitten 13-29 weist die Moosach im Untersuchungsgebiet

zum

Teil

natürliche,

mäandrierte

Bereiche

auf,

-45Schlammablagerungen infolge von niedrig werdenden Strömungsgeschwindigkeiten (maximal 0,3 m/s) sind jedoch nicht zu übersehen ( Abb. 27 u.28 ).

Abb. 27: Gewässersohle Abschnitt 24

Abb. 28: Gewässersohle Abschnitt 25

Eine Verteilung der Äschen in Abhängigkeit vom Aufzuchtsort (Rundbecken mit/ohne Strömung, Fliesskanal und Erdbecken) konnte nicht festgestellt werden, da bei beiden Kontrollbefischungen am 16.12.2003 und 09.03.2004 bei jeder Befischung gerade noch zwei markierte Individuen nachgewiesen worden sind. Damit kann bei den Äschen keine Aussage gemacht werden, ob die in Strömungsbecken aufgezogenen Äschen sich besser in die Habitate der Wildäschen eingliedern (adaptieren) als nicht in Strömungsbecken gehaltene ( Abb. 29 ). Abschnittsverteilung der Äschen 6

Gelb (Rundbecken mit Strömung)

5

Orange (Fließkanal Mauka)

4

Grün (Erdteich Mauka)

3

Rot (Rundbecken ohne Strömung Wildfische

2 1 0

Abb. 29 : Abschnittsverteilung der markierten Äschen in Abhängigkeit vom Aufwuchsort (Rundbecken mit Strömung, Fließkanal, Rundbecken ohne Strömung und Erdteich) in der Moosach

-46Bei den Bachforellen wurden 31 markierte Setzlinge von insgesamt 102 gefangenen Bachforellen am 16.12.2003 bei der Elektrobefischung nachgewiesen ( Abb. 30 ).

Verteilung der markierten Bachforellen 28 26 24 22 20 18

gelb (Rundbecken mit Strömung)

16

orange (Fließkanal Mauka)

14 12 10

rot (Rundbecken ohne Strömung) grün (Erdteich Mauka) Wildfische

8 6 4 2 0

Abb. 30 : Abschnittsverteilung der markierten Bachforellen in Abhängigkeit vom Aufwuchsort (Rundbecken mit Strömung, Fließkanal, Rundbecken ohne Strömung und Erdteich) in der Moosach Wie man aus der Abbildung entnehmen kann, halten sich in den ersten drei Abschnitten unabhängig vom Aufwuchsort knapp 50% der bei der Elektrofischerei gefangenen Bachforellen auf. Eine differenzierte Verteilung der markierten Bachforellen ist nicht ersichtlich. Durch den relativ niedrigen Wiederfang (31 von 102 markierter Fische) bzw. der willkürlichen Verteilung der Setzlinge kann keine Aussage im Bezug zur Eingliederung in den Wildfischbestand in Abhängigkeit vom Aufwuchsort gemacht werden. Allerdings sieht man auch hier im Bereich von Abschnitt 6-12 eine starke Abnahme des Bachforellenbestandes. Wie bereits vorher beschrieben ist dieser Abschnitt sehr strukturarm und stark begradigt. In den übrigen

-47Abschnitten (13-29) konnte aufgrund der wieder vielseitigeren Struktur der Moosach ein erhöhter Bachforellenbestandes ermittelt werden.

-48-

5.

Diskussion

Der Rückgang der Salmonidenbestände in vielen südbayerischen Fließgewässern ist seit Mitte der 80er Jahre offensichtlich. Um diesem entgegen zu wirken erfolgt in der Fischerei oft Fischbesatz mit nachgezüchteten Individuen. Eine wesentliche Frage der vorliegenden Arbeit war, ob die übliche Besatzpraxis mit Äschen und Bachforellen in der Moosach Erfolg zeigt, bzw. wie und ob sich die besetzten Fische in den vorhandenen Fischbestand eingliedern. Für den Erfolg bzw. Misserfolg kommen mehrere Faktoren verantwortlich gemacht werden. Auf Grund dessen wurden an der Moosach Untersuchungen des Abwanderungsverhaltens besetzter Äschen und Bachforellen, Makroinvertebratenzönosen, Wasseranalysen und eine Gewässerkartierung durchgeführt. Die in der Untersuchung gewonnenen Ergebnisse lassen sich zwar teilweise nicht immer klar voneinander abkoppeln, trotz alledem können durch die dadurch ermittelten Ergebnisse einige Schlussfolgerungen gemacht werden, die nachfolgend zur Diskussion dienen.

5.1

Allgemeine Entwicklung der Moosach und deren Fischfauna

Der untersuchte Moosachabschnitt ist bis auf landwirtschaftliche Nutzung frei von anthropogenen Einflüssen die für die Bedrohung der Fischfauna verantwortlich gemacht

werden

können.

Abwassereinleitungen

Insbesondere

größeren

Umfangs.

fehlen

im

Untersuchungsgebiet

Fließgewässerbegradigungen

bzw.

gewässerbauliche Maßnahmen wurden in den letzten 20 Jahren nicht durchgeführt. Untersuchungen zur Beurteilung der Gewässergüte an drei verschiedenen Probestellen der Moosach führten zur Einstufung in die Güteklasse II. Der komplette Untersuchungsbereich kann somit als (mäßig organisch belastet) dargestellt werden. STEIN

(1987)

konnte

sichtbare

Veränderungen

der

Gewässersohle

durch

Schlammablagerungen in der Moosach im Untersuchungszeitraum feststellen. Dies führte zu einer Reduzierung der Gewässerstrecke mit kiesigem Substrat. Grund dieser

Ablagerungen

am

Strömungsgeschwindigkeiten

Gewässergrund durch

sind

Makrophyten.

die

zum

Diese

Teil so

geringen genannten

Pflanzenkissen verringern die Strömung und es kommt zu einer Sedimentierung. Nach Absterben der Pflanzenkissen im Winter kann dann eine starke Sedimentdrift beobachtet werden. Das Wasser ist demnach in dieser Jahreszeit deutlich trüber als

-49im Sommer. Man kann deshalb davon ausgehen, dass die Hauptursache der zunehmenden

Sedimentierung

der

erosionsbedingte

Eintrag

vom

Oberflächenmaterial angrenzender, ackerbaulich genutzter Flächen ist. Die immer weiter zunehmende Verschlammung der Moosach beeinflusst dabei die Fischfauna nicht nur durch die Verringerung von Laichplätzen lithophiler Arten, auch die

für

die

Nahrung

der

Fische

notwendigen

Benthontiere

finden

keine

Lebensmöglichkeiten in diesen Abschnitten mehr. In der Moosach gilt die natürliche Reproduktion der Äsche als stark beeinträchtigt (STEIN 1987). Nur im Flutkanal auf Höhe von Freising konnten vereinzelt Äschenlarven gefunden werden (HEIM 2000). Im Zeitraum zwischen 1980 und 1990 gingen alle bekannten Äschenlaichplätze im Untersuchungsabschnitt verloren (STEIN 1988). Nach STEIN (1987) führten diese Veränderungen der Moosach zu einem Rückgang der lithophilen Arten Äsche und Bachforelle. Man kann deshalb davon ausgehen, dass die Veränderungen der Moosach zu einer Vereinheitlichung des Lebensraums geführt hat. Dies zeigen auch die bei der Elektrofischerei gefangenen Fischarten wie Karpfen, Schleie, Brachse usw. die ursprünglich in einer Äschenregion nicht vorkommen dürften. Dadurch entstehen erhebliche

ökologische

Probleme.

Fische

(Salmoniden)

die

zur

optimalen

Entwicklung keine Laichplätze, Brutentwicklungsplätze und Ruheplätze vorfinden, wandern mit Sicherheit stark ab.

5.2

Betrachtung potentieller Einflussfaktoren

5.2.1 Die Gewässerstruktur und ihre Eignung für Bachforelle und Äsche Da der Rückgang der Äschen und Bachforellen oft im Zusammenhang mit den schlechter werdenden Strukturen vieler Fließgewässer gesehen wird, stellt sich die Frage, ob das Gewässer hinsichtlich seiner Struktur überhaupt noch für den Besatz von Bachforellen und Äschen geeignet ist. Historische Nachforschungen vor ca. 40 Jahren zeigten, dass in den südbayerischen Fließgewässern ursprünglich gute bis sehr gute Bachforellen- und Äschenbestände vorherrschten.

Aufgrund

von

Strukturdefiziten

wäre

deshalb

Zusammenhang der Rückgang von Bachforelle und Äsche möglich.

in

diesem

-50Dagegen spricht, dass naturnahe Strecken ebenso vom Rückgang der Äschen und Bachforellen

betroffen

sind

als

stärker

anthropogen

beeinflusste

Bereiche

(STEINHÖRSTER 2001). Für den Erfolg von Besatzmaßnahmen spielt dieser Faktor dennoch eine nicht zu vernachlässigende Rolle. An dieser Stelle wird insbesondere auf die Abwanderung der frisch besetzten Äschen in der Moosach verwiesen (Kapitel 5.2.2). Nach HANFLAND (2002) wurden in der Ammer, die aus struktureller Sicht noch relativ naturbelassen ist keine Abwanderungen der frisch besetzten Äschen nachgewiesen. Neben

den

unterschiedlichsten

Strukturvielfalten,

Gewässertiefen,

und

Strömungsgeschwindigkeiten sind hier die ausgeprägten Kiesbänke sowie die Prallufer besonders hervor zu heben (HANFLAND 2002). Ein Vergleich mit der Moosach, an der die Abwanderungsrate bedeutend höher war, fällt dagegen durch eine hohe Eintönigkeit im Gegensatz zur Ammer auf. HANFLAND (2002) kam bei seinen Nachforschungen ebenfalls wie SPINDLER (2001) zu dem Ergebnis, dass der Erfolg von Besatzmaßnahmen umso besser wird, je naturnäher das Gewässer ist. Nach SPINDLER (2001) waren Besatzmaßnahmen mit Bachforellen und Äschen an Stellen, an denen die Gewässerstruktur gut war deutlich erfolgreicher als an strukturarmen Abschnitten. Im Hinblick auf den Erfolg von Besatzmaßnahmen sollte noch auf das Vorhandensein

von

nicht

stromaufwärts

überwindbaren

Querbauwerken

eingegangen werden. Dabei wandern gerade bei Hochwasser oft große Anteile frisch besetzter

Bachforellen

und

Äschen

stromab.

Wenn

dabei

entsprechende

Querbauwerke stromab überwunden werden, haben die Fische meist keine Möglichkeit mehr, den Bereich in dem sie besetzt wurden wieder zu erreichen. Es lässt sich daraus ableiten, dass somit der gewünschte Besatzerfolg in dem Gewässerabschnitt zwangsläufig ausbleiben muss.

5.2.2 Abwanderung der frisch besetzten Äschen und Bachforellen CRESSWELL et al. 1984, CRESSWELL 1981, JORGENSEN & BERG 1991, KENNEDY 1984, SCHMUTZ 1996, STEIN 1987) konnten beim Besatz mit Salmoniden aus der Fischzucht in Fließgewässer überwiegend stromabwärts gerichtete Wanderungen feststellen. Nach den von THORVFE und CARLSTEIN (1998) durchgeführten Beobachtungen wanderten frisch besetzte Äschen sogar zum

-51Grossteil unmittelbar nach dem Aussetzen ab. Eine wesentliche Frage in diesem Zusammenhang war somit, ob die besetzten Äschen und Bachforellen auch dieses Abwanderungsverhalten in der Moosach zeigen würden, bzw. ob sich die besetzten Fische in den Wildfischbestand eingliedern. Anhand der Hamenbefischung am Mühlschuss der Vöttinger Mühle ließen sich stromabwärts gerichtete Wanderbewegungen der besetzten Salmoniden erfassen, welche unmittelbar nach den Besatz der markierten Fische begonnen wurde. Dabei konnte in der schlecht strukturierten Moosach eine hohe Abwanderungsrate festgestellt werden. So erreichten am 20.11.2003 nach 44 Stunden die ersten einsömmerigen Besatzäschen die 3 km stromab liegende Fangeinrichtung. Allein am Abend des 20.11.2003 konnten bereits 88% der bis zum Ende nachgewiesenen Äschen aus dem Hamen entnommen werden. Insgesamt wanderten 589 von 1420 frisch besetzten einsömmerigen Äschen, 41,5% des Gesamtbesatzes markierter Äschen ab. Auffällig war, dass die Äschen in Schwarmverbänden abwanderten. Dabei

konnten

in

Abhängigkeit

vom

Aufwuchsort

Unterschiede

im

Abwanderungsverhalten der Äschen festgestellt werden. Im Gegensatz zum Erdteich (53,3%) wanderten aus dem Rundbecken mit Strömung (0,07 m/s) nur 26,25% der besetzten Fische ab. Ein Vergleich der Abwanderung zwischen den Fließkanal (0,09 m/s; 43%) und dem Rundbecken ohne Strömung (46,2%) zeigt geringeres abwandern beim ersteren. Interessant erscheint dabei jedoch, dass die in Fließkanal mit geringfügig höheren Strömungsgeschwindigkeiten gehaltenen Äschen im Bezug zu den im Strömungsbecken gehaltenen Fischen keine bessere Adaption an die natürlichen Strömungsbedingungen zeigten. Dies könnte vor allem daran gelegen haben, dass die in den Strömungsbecken gehaltenen Individuen einer gerichteten kreisförmigen

Strömung

ausgesetzt

sind,

während

die

im

Fließkanal

(Metallbehältnisse versehen mit Bohrungen) gehaltenen Fische, eher einer zirkulären Strömung aufgrund der unterschiedlich versetzten Bohrungen im Behälter ausgesetzt waren. Als problematisch muss während der Hamenfischerei angesehen werden, dass aus einer

Fischzucht

Hochwasserereignis

ca.

1,5

über

km

350

oberhalb

des

Bachsaiblinge

in

Mühlschusses die

Moosach

bei

einem

gelangten.

Untersuchungen des Magen-Darmtrakts von ebenfalls abwanderten Bachsaiblingen aus dem Hamen ergaben bis zu 4 gefressene Äschen pro Saibling. Bei den damit noch verbliebenen 831 nicht abgewanderten Äschen kann deshalb davon

-52ausgegangen werden, dass ein Großteil der Besatzäschen den Fraßdruck von Bachsaiblingen, aber auch großen Bachforellen, Hechten und anderen Prädatoren zum Opfer gefallen sind. Zum Abwanderungsverhalten der besetzten Bachforellen kann nur gesagt werden, dass gerade einmal 8 der 1920 besetzten Individuen, das entspricht 0,4% 3 km flussab wanderten. Dies könnte im Gegensatz zur Äsche daran gelegen haben, dass Bachforellen im Bezug zur Äsche eher Unterstände aufsuchen während Äschen meist im Freiwasser zu finden sind. HANFLAND (2002) stellte das gleiche Phänomen der Abwanderung in der Moosach fest. Dabei konnten im Mai 2000 bereits innerhalb von 48 Stunden 98% der besetzten einsömmerigen Äschen in der 3 km stromab liegenden Fangeinrichtung nachgewiesen werden. Bei einer Wiederholung des Versuches von HANFLAND (2002) im November desselben Jahres, konnte dieser Effekt erneut festgestellt werden, wenngleich nur noch 28% der besetzten einsömmerigen Äschen abwanderten.

Neben

den

Abwanderungsverhalten

in

der

Moosach

führte

HANFLAND (2002) auch Hamenbefischungen an der sehr gut strukturierten Ammer im September 2000 durch. Im Gegensatz zur Moosach konnten dabei ganz andere Ergebnisse ermittelt werden. Bei den Befischungen gelangten keine frisch besetzten Äschen in die jeweilige Fangvorrichtung, obwohl deren Entfernung von der Besatzstelle mit 1 km, wesentlich geringer war als in der Moosach. Auch OSWALD (2003) konnte kaum Äschenabwanderungen in der zum Großteil gut strukturierten Ramsach im Herbst desselben Jahres feststellen. Diese Ergebnisse zeigen, dass die besetzten Äschen in der Ammer und Ramsach, im Gegensatz zur Moosach in den ersten 48 Stunden nicht oder nur unwesentlich stromab gewandert sein können. Ein Vergleich der Fangergebnisse mit HANFLAND (2002) und OSWALD (2003) zeigt, dass die Abwanderung zum einen je nach Jahreszeit unterschiedlich ausfallen kann. Zum anderen gibt es deutliche Hinweise dafür, dass die Tendenz abzuwandern,

sehr

stark

von

der

strukturellen

Wertigkeit

der

besetzten

Gewässerstrecke abhängt. Somit liegt der Schluss nahe, dass die Gewässerstruktur der Moosach eine wesentliche Ursache für die ermittelte massive Abwanderung der Äsche vor allem unmittelbar nach Besatzmaßnahmen ist. Anhand der Ergebnisse wurde dargelegt, dass massive Abwanderungen frisch besetzter Äschen auftreten können. Für den Besatzerfolg haben derartige Abwanderungen eine sehr negative Auswirkung, insbesondere wenn bei der

-53Abwanderung Querbauwerke überwunden werden, die eine Kompensation der zurückgelegten Strecken verhindern. Außerdem kann durch die Auswahl von strukturreichen Besatzstellen der Effekt der unmittelbaren Abwanderung nach dem Besatz deutlich abgeschwächt werden.

5.2.3 Physikalisch-chemische Parameter Die Moosach wurde hinsichtlich seiner physikalisch-chemischen Wasserparameter an drei verschiedenen Probestellen untersucht. Die dabei ermittelten Werte können nachfolgend wie folgt interpretiert werden: Der pH-Wert wird hauptsächlich durch den Kalkgehalt des Gewässers bestimmt. An allen Messstellen lag der pH-Wert zwischen 7,91 und 8,07. Somit kann die Moosach als kalkreiche Gewässer im basischen Bereich beschrieben werden. Jedoch wird der pH-Wert nicht nur vom Kalkgehalt, sondern auch von der Trophie und Saprobie der Gewässer beeinflusst. Assimilation und Atmung verändern ihn in einer Tages-/NachtRhythmik durch Kohlendioxid-Verbrauch und –Produktion zum Teil sehr stark. In der Moosach traten die höchsten pH-Werte im Winter bei anhaltend niedrigem Wasserstand auf. BAARS et al. (2000) führten im Zeitraum von November 1995 bis September 1996 acht Messserien in der Moosach durch. Durch die regelmäßige Verteilung der Messungen dürften die von BAARS et al. (2000) ermittelten Werte nahezu den gesamten Schwankungsbereich wiederspiegeln. Dabei ergaben die Messungen ein Minimum des pH-Wertes von 7,67 und ein Maximum von 8,02. Damit lagen alle gemessenen pH-Werte deutlich zwischen 6 und 9, die als geeignet für Salmonidengewässer betrachtet werden (EU Richtlinie 78/659, BUCKSTEEG 1993). Die Sauerstoffsättigung lag bei allen Messungen um die 100% und damit in einem für Bachforellen und Äschen günstigen Bereich. Der Sauerstoffgehalt war an allen Messpunkten sehr hoch und betrug im Minimum 10,4 mg/l, im Maximum sogar 11,8 mg/l. BAARS et al. (2000) konnten im bereits genannten Zeitraum Werte zwischen 9,7 mg/l und 12,1 mg/l ermitteln. Dadurch kann gesagt werden, dass der Sauestoffgehalt über das ganze Jahr gesehen, den Ansprüchen der Salmoniden in der Moosach genügen. Die limnologisch relevanten Gehalte der Stickstoffverbindungen Nitrat, Nitrit, Ammonium/Ammoniak sowie von Phosphat zeigten unterschiedliche Werte. Die Moosach ist als nitratreiches Gewässer zu bezeichnen. Es wurde an allen

-54Probestellen über 21 mg/l Nitrat nachgewiesen. STEIN (1987) und BAARS et al. (2000) konnten ähnlich hohe Nitratwerte feststellen. Als besonders kritische Werte im Bezug auf Fische ist Nitrit und Ammoniak zu sehen. Diese Stickstoffverbindungen können bei höheren Konzentrationen die Fische, insbesondere deren Blut schädigen (BAUR & RAPP 1988). Die Nitritgehalte lagen im Maximum bei 0,038 mg/l und somit weit unter der kritischen Grenze von 10-20 mg/l (AMLACHER 1992). Der Ammoniakgehalt in der Moosach erreichte mit <0,01 mg/l den Höchstwert. Für Ammoniak gibt SCHÄPERCLAUS (1979) eine Konzentration von 0,01 mg/l als kritischen Wert für adulte Forellen in der Fischzucht an. Der kritische Wert für Forellenbrut liegt etwas niedriger bei 0,006 mg/l. Nach BAUR & RAPP (1988) vertragen Forellen in der Zucht Kurzzeitexpositionen von 0,025 mg/l. Der Ammoniakgehalt in der Moosach kann somit als gering eingestuft werden. Des weiteren können die Phosphat- und Ammoniumwerte als äußerst gering bezeichnet werden. Die an der Moosach von BAARS et al. (2000) gemessenen Temperaturen lagen zwischen 3,7°C und 14,1°C. Nach BAARS et al. (2000) genügen diese Temperaturen den Ansprüchen der Bachforelle und Äsche. Insgesamt wurden in der Moosach die angegebenen Grenzwerte nicht überschritten. Somit kann davon ausgegangen werden, dass die physikalisch-chemischen Parameter in der Moosach keinen Einfluss auf den Bestand der Bachforellen- und Äschenpopulation haben.

5.2.4 Makrozoobenthon und Saprobie sowie Nahrungskonkurrenz Die Auswahl der Fangstellen erfolgte so, dass alle benthonischen Mikrohabitate erfasst

wurden.

Insgesamt

waren

die

Makrozoobenthoszönosen

an

allen

Probestellen individuenreich. Insbesondere Gammariden, Ephemeropteren, Dipteren und Trichopteren bildeten eine breite Palette von Ernährungsmöglichkeiten für die vorhandenen Fische. Da Äschen bezüglich ihrer Ernährung opportunistisches Verhalten zeigen (GUTHRUF 1996) und tatsächlich auch überall gut genährt waren, kann

man

von

einer

gesicherten

Nahrungssituation

ausgehen.

Konkurrenzmechanismen können nämlich einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung von Fischarten haben (SCHWOERBEL 1993). Es liegt deshalb nahe, dass der Erfolg von Besatzmaßnahmen im Bezug zur Nahrungskonkurrenz gesehen werden muss.

-55Der Saprobienindex der Moosach lag an allen Probestellen zwischen 1,85 und 1,96. Somit lagen alle Probestellen im Bereich der Gewässergüte II (Saprobienindex 1,8 2,3). Der gesamte Untersuchungsabschnitt kann somit als „beta-mesosaprob“ (mäßig organisch belastet) dargestellt werden. Nach dem (BAYERISCHEN LANDESAMT FÜR WASSERWIRTSCHAFT 1996) wird der Fischertrag für Gewässer dieser Güte allgemein hoch eingestuft. BAARS et al. (2000) ermittelten bei ihren Untersuchungen in der Moosach ebenfalls hohe Dichten von Fischnährtieren, jedoch einen geringen Fisch bzw. Äschenbestand. Neben dem Rückgang der Äsche in der Moosach gingen die

Bestände

der

potentiellen

„Nahrungskonkurrenten“

(Bach-

und

Regenbogenforelle) zeitgleich zurück (BAARS et al. 2000). Ein Vergleich der Bestandsaufnahmen mit BAARS et al. (2000) führt auch zu diesen Ergebnissen. Als Folge dessen können vermutlich inter- und intraspezifische Konkurrenz als Ursache für die geringe Effektivität der Besatzmaßnahmen im Rahmen der vorliegenden Untersuchung weitgehend ausgeschlossen werden, da auch die Bestände der anderen Fischarten vergleichsweise gering waren, so dass Konkurrenzsituationen für den geringen Besatzerfolg ausgeschlossen werden können.

5.2.5 Prädation durch fischfressende Vögel und Fische Dem Einfluss fischfressender Vögel, sowie der Prädation durch Raubfische wird in der Literatur allgemein eine nicht unerhebliche Bedeutung bezüglich des Erfolges von Besatzmaßnahmen beigemessen. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob der Erfolg der durchgeführten Besatzmaßnahmen mit Äschen und Bachforellen durch die Prädatoren negativ beeinflusst wurde. Nach BAARS et al. (2001 & 2000) kommen in Südbayern Kormoran und Gänsesäger in zum Teil erheblichen Stückzahlen vor. Die bereits genannten Vogelarten suchen die Gewässer hauptsächlich in den Wintermonaten auf. Dabei konnten in Bayern bei Kormoranzählungen 1998 und 1999 im Winterdurchschnitt 6.444 Kormorane ermittelt werden. Aber auch der Gänsesäger scheint zunehmend eine nicht unbedeutende Rolle bei der Prädation zu spielen. Nach (KELLER & LINDEINER 2001) bestehen hier bezüglich der Winterbestände noch Wissenslücken. Dabei gehen die Autoren davon aus, dass der Gänsesägerbestand nach dem Bestandseinbruch der Äsche zurückgegangen ist. Exakte Angaben über den Prädationsdruck durch Kormoran und

-56Gänsesäger können für die Moosach nicht abgeleitet werden. Nach KELLER et al. (1996) sollte jedoch bekannt sein, dass der Kormoran und/oder Gänsesäger einen stark negativen Einfluss, vor allem auf die Äschenpopulation in Südbayern hat. BAARS et al. (2001) stellten als einzigen gemeinsamen Faktor für alle Strecken mit nunmehr sehr geringen Äschenbeständen, das Vorhandensein von Kormoran und/oder Gänsesäger fest. Des weiteren konnte festgestellt werden, dass nicht nur fischfressende Vögel, sondern auch Raubfische wie Hecht und Bachsaibling einen Einfluss auf den Besatz mit einsömmerigen Äschen haben können. Wie bereits im Kapitel 5.2.2 beschrieben gelangten im Zeitraum der Hamenfischerei 350 Bachsaiblinge aus einer 1,5 km oberhalb angrenzenden Fischzucht in die Moosach. Untersuchungen des MagenDarmtrakts der ebenfalls abgewanderten Bachsaiblinge ergaben bis zu 4 einsömmerige, gefressene Äschen pro Saibling. Aber auch bei Elektrobefischungen, auf den Mageninhalt untersuchte Hechte zeigten, dass diese einen nicht geringen Einfluss auf den Erfolg von Besatzmaßnahmen haben können. In einigen Hechtmägen konnten Bach- bzw. Regenbogenforellen nachgewiesen werden. Es kann deshalb davon ausgegangen werden, dass die Äschen vor allem den Fraßdruck der Bachsaiblinge, einige Bachforellen zum Teil den Fraßdruck von Hechten und anderen Prädatoren zum Opfer gefallen sind. An dieser Stelle sei gesagt, dass an der Moosach im Untersuchungszeitraum keine Kormorane und Gänsesäger gesichtet wurden. Das soll aber nicht heißen, dass die Moosach in diesem Winter von fischfressenden Vögeln verschont geblieben ist, denn die Jagd der raubenden Schwarmvögel ist hauptsächlich nur von kurzer Zeit, aber ausreichend um ganze Gewässerabschnitte nahezu fischfrei zu machen. STEIN (1987) konnte im Rahmen seiner Untersuchungen an der Moosach im Spätwinter 1987 ca. 50 Kormorane in den Abschnitten 1-3 nachweisen. Bei Elektrobefischungen im Frühjahr des folgenden Jahres waren diese Bereiche nahezu frei von Fischen. Die wenigen Fische, die noch gefangen wurden, hatten typische Bissverletzungen dieser Vögel. Dem Fraßdruck der Raubfische aber auch fischfressender Vögel wird daher im Rahmen der vorliegenden Arbeit im Bezug auf den Erfolg von Besatzmaßnahmen mit Äschen und Bachforellen eine große bis sehr große Bedeutung zugemessen.

-575.2.6 Eingliederung der Fische (Bachforellen und Äsche) in den vorhandenen Fischbestand Wie

bereits

unter

Kapitel

4.1.7

beschrieben,

konnten

im

Zeitraum

der

Untersuchungen an der Moosach 14 bzw. 18 verschiedene Arten von Fischen mittels Elektrofischerei vom Boot nachgewiesen werden. STEIN (1987) hingegen konnte im Zeitraum von Herbst 1981 bis Frühjahr 1987 mit Hilfe der Elektrofischerei in der Moosach 26 verschiedene Fischarten nachweisen. Gefischt wurde vom treibenden Boot

flussabwärts.

Untersuchungsstrecke

Eine

Befischung

flussaufwärts

gegen

der

einzelnen

Stellnetze

die

Abschnitte den

der

kompletten

Querschnitt absperren waren nach Betreuer Holzner M., wegen der hauptsächlich sehr stark schlammigen Gewässersohle nicht durchführbar. Elektrobefischungen vom Ufer mit dem Rückentragegerät hatten wegen dem zum Teil sehr schwer zugänglichen Gelände keinen Sinn. Als problematisch muss die Scheuchwirkung durch die Elektrofischerei gesehen werden. Fische die nur eine Teilspannung des elektrischen Feldes aufnehmen, flüchten dabei vom gerade befischten Bereich flussabwärts in andere Abschnitte. Bei der Datenaufnahme hätten somit Fehler entstehen können. Des weiteren sollte bedacht werden, dass in Abhängigkeit von der jeweiligen Fischart, verschiedene Körperwiderstände herrschen. Da der Widerstände der Bachforelle und vor allem der Äsche relativ gering sind, und deshalb die Fische sehr schnell auf das elektrische Feld ansprechen, mussten die Fische besonders vorsichtig befischt werden, damit keine Schäden eintraten. Es kann aber im Bezug zum Körperwiderstand der Äsche und Bachforelle gesagt werden, dass dieser keinen Einfluss auf das Fangergebnis nimmt. Zur Elektrofischerei an der Moosach kann insgesamt gesagt werden, dass die Fangeffektivität durch die zum Teil große Gewässerbreite von durchschnittlich 15 m und Tiefen bis zu 1,8 m bei ca. 30-40% lag. Mit Abnahme der Gewässertiefe und –breite nahm die Effektivität der Elektrofischerei natürlich zu. Ziel der Elektrobefischungen war, eventuelle Erkenntnisse über die Eingliederung der Besatzfische (Bachforelle und Äsche) in den bereits vorhandenen Wildfischbestand zu gewinnen. Dabei kann gesagt werden, dass die ersten 3 Abschnitte bevorzugt von den Bachforellen und Äschen angenommen werden. Dies könnte an den zum Teil höheren Strömungsgeschwindigkeiten (bis zu 0,5 m/s) bzw. an der zum Großteil steinigen Sohle des Gewässers liegen.

-58Eine Abhängigkeit der Verteilung der Fische vom Aufzuchtsort (Rundbecken mit/ohne Strömung, Fliesskanal und Erdbecken) konnte nicht festgestellt werden. Bei Kontrollbefischungen am 16.12.2003 und 09.03.2004 konnten gerade noch, jeweils zwei markierte einsömmerige Äschen gefangen werden. Durch die geringe Wiederfangquote markierte Äschen, kann im Bezug zum Aufzuchtsort, ob die in Strömungsbecken aufgezogenen Äschen sich besser in die Habitate der Wildäschen eingliedern (adaptieren) als nicht in Strömungsbecken gehaltene Individuen, keine Aussage gemacht werden. Auch bei den Bachforellen konnte keine differenzierte Verteilung der markierten Individuen festgestellt werden. 31 der 102 gefangenen Fische konnten bei der Elektrofischerei als Besatzforellen nachgewiesen werden. Interessant war jedoch, dass sich 19 der 31 gefangenen Bachforellensetzlinge (61%) in den ersten 3 Abschnitten aufhielten. Wie man aus den ermittelten Daten ersehen kann, ist es schwer eine allgemeingültige Aussage zu treffen. Interessant wäre jedoch gewesen die

in

den

Strömungsbecken

gehaltenen

Fische

an

verschieden

hohe

Strömungsgeschwindigkeiten zu adaptieren. Vielleicht hätte gerade dieser Aspekt zu einer höheren Effizienz von Besatzmaßnahmen beigetragen.

5.2.7 Entwicklung

der

Fischfauna

unter

Berücksichtigung

der

Besatzmaßnahmen Die bezüglich der Untersuchungen an der Moosach berücksichtigten zwei Fischarten (Äsche

und

Bachforelle)

reagierten

in

unterschiedlicher

Weise

auf

die

Besatzmaßnahmen. Bei Äsche und Bachforelle kann man mit Sicherheit davon ausgehen,

dass

alle

vorkommenden

Individuen

auf

Besatzmaßnahmen

zurückgehen. Abhängig von der Herkunft (Rundbecken mit/ohne Strömung, Fließkanal, Erdteich) der einsömmerigen Äschen, ist der Aufbau eines echten Bestandes möglich. Besatzäschen die nicht in Strömungsbecken gehalten wurden wandern jedoch zum Großteil innerhalb weniger Tage flussabwärts und gehen damit für die bewirtschaftete Strecke verloren. Des weiteren viel ein großer Teil der abgewanderten Äschen Feinden wie den Bachsaibling zum Opfer. Dies ist aus dem hohen Anteil der Äschen in deren Mageninhalt zu schließen. Begünstigt wurden die hohen Verluste der Besatzäschen durch die deckungsfreie, in Schwarmverbänden an der Wasseroberfläche gerichtete Bewegung stromab.

-59Beim Bachforellenbesatz konnte kaum Abwanderungsverhalten nachgewiesen werden. Interessant ist aber, dass bei den späteren Elektrobefischungen im Vergleich zum relativ hohen Besatz (1920 Individuen) nur noch sehr wenige markierte Fische (31 Individuen) gefangen werden konnten. Nach STEIN (1987) kann

der

Bestandsrückgang

der

Bachforelle

in

der

Moosach

durch

Besatzmaßnahmen nicht aufgehalten werden. Man kann aber davon ausgehen, dass der Bachforellenbestand ohne Besatz zu Versuchsende etwas geringer gewesen wäre (STEIN 1987).

Somit kann davon ausgegangen werden,

dass der

Bestandsrückgang der Bachforelle als auch der Äsche, überwiegend auf eine Beeinträchtigung

des

Lebensraums

sowie

der

Fortpflanzungsmöglicheiten

zurückzuführen sein dürfte. Hinsichtlich der Arterhaltung ist die Bedeutung differenzierter zu betrachten. Wenn keine biotopverbessernden Maßnahmen erfolgen, ist es langfristig unmöglich, ohne Besatzmaßnahmen mit adulten Fischen einen nennenswerten Bestand zu erhalten. Da bei den Fischarten Bachforelle und Äsche keine Abhängigkeit des Bestandes von den Besatzzahlen zu erkennen war, ist ebenfalls davon auszugehen, dass sich der Bestand an der durch den Lebensraum festgelegten Grenze bewegt. Da der Bestandsrückgang der Äsche im Vergleich zur Bachforelle trotz des relativ hohen Besatzes rasch fortschreitet, ist weiterhin davon auszugehen, dass die Äsche stärker auf die Verschlechterung des Lebensraumes reagiert (STEIN 1987). Eine Bestandserhaltung dieser Art durch Besatzmaßnahmen wird längerfristig nur dann möglich sein, wenn sich die in Strömungsbecken aufgezogene Jungäschen in die „naturnahen“ Habitate der Moosach eingliedern.

-605.2.8 Allgemeine Handlungsempfehlung zur zukünftigen Bewirtschaftung von Bachforellen- und Äschengewässern Aus den Ergebnissen der vorliegenden Arbeit an der Moosach können folgende Empfehlungen zur Bewirtschaftung gemacht werden: -

Der Besatz mit an Strömung adaptierten Äschen ist zu bevorzugen. Dabei sollte das Besatzmaterial möglichst aus Nachzuchten von Wildfischen aus dem Einzugsgebiet der zu besetzenden Gewässer stammen.

-

Damit die genetische Vielfalt der Besatzäschen gewährleistet ist, muss immer eine möglichst hohe Anzahl an Äschen zur Laichgewinnung herangezogen werden.

-

Besatz sollte in der Regel nur dann durchgeführt werden, wenn die natürliche Reproduktion zur Erhaltung einer Art nicht mehr gewährleistet ist.

-

Durchführung

von

Renaturierungen

zur

Förderung

der

natürlichen

Reproduktion und Ausbildung von Jungfischhabitaten. -

Die Wiederherstellung der Durchgängigkeit (Quer- und Längsvernetzung) sollte ein wesentliches Ziel des Bewirtschafter sein, um sicher zustellen, das Kompensationswanderungen möglich bzw. Laichplätze und Jungfischhabitate erreicht werden können.

-

In Gewässern, in denen der Fraßdruck der Raubfische und fischfressender Vögel eine Rolle spielt, sollte die Prädation in geeigneter Form reduziert werden.

-61-

6.

Zusammenfassung

1.

Eine 3 km lange Fließstrecke an der Moosach im Landkreis Freising wurde im Rahmen der vorliegenden Arbeit auf die Effizienz von Besatzmaßnahmen mit Äschen und Bachforellen untersucht.

2.

Bachforellen und Äschen mit unterschiedlichen Aufwuchsorten (Rundbecken mit/ohne Strömung, Fließkanal, Erdteich) wurden in Abhängigkeit zueinander hinter dem Auge mit verschiedenen Farben markiert und ausgesetzt.

3.

Mit Hilfe der Hamenfischerei konnte das Abwanderungsverhalten der besetzten Fische Bachforelle und Äsche beobachtet werden. Dabei wanderten die aus dem Strömungsbecken ausgesetzten Äschen bedeutend weniger ab, als die in den anderen Behältnissen aufgezogenen Fische. Ein Abwandern der besetzten Bachforellen konnte nicht festgestellt werden.

4.

Bereits 44 Stunden nach Besatz der markierten Äschen ca. 3 km oberhalb der Fangstation konnten die erste Äschen aus dem Hamen entnommen werden. Insgesamt wanderten 41,5% der frisch besetzen Äschen vorwiegend in den Tagesstunden ab.

5.

Der Prädation durch Raubfische kommt im Hinblick auf den Erfolg von Besatzmaßnahmen eine hohe Bedeutung zu. Untersuchungen des MagenDarmtrackts von Bachsaiblingen die aus einer angrenzenden Fischzucht bei Hochwasser in die Moosach entkamen, wiesen bis zu 4 Äschen pro Fisch auf. Die Prädation durch fischfressender Vögel (Kormoran und Gänsesäger) konnte im Untersuchungszeitraum nicht festgestellt werden.

6.

Ein Abschnittsvergleich der gefangenen Fische zeigte, dass von der Pullinger Brücke (Fkm 17,2) bis ca. 300 m unterhalb der Bachforellen- und Äschenbestand im Vergleich zur restlichen Strecke von 2,6 km relativ hoch war.

So wurden

Äschenbestandes

48% bereits

des in

Bachforellenbestandes diesem

Abschnitt

bzw.

46,4%

nachgewiesen.

des Eine

Eingliederung der Besatzfische in den Wildfischbestand in Abhängigkeit zum Aufwuchsort konnte nicht festgestellt werden. 7.

Aus den Untersuchungen an der Moosach lassen sich konstruktive Ansätze zur Verbesserung des Äschen- und Bachforellenbestandes ableiten. Es zeigt sich klar, dass sich das Problem sinkender Äschen- und Bachforellenbestände mit Besatzmaßnahmen alleine nicht lösen lässt.

-62-

7.

Literaturverzeichnis

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Mitteilung

und

digitale

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