Einladung Haus der Heimat

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Einladung Haus der Heimat 23.10.2014 Die Pathetiker – Ludwig Meidner, Jakob Steinhardt, Richard Janthur Ausstellung mit Rahmenprogramm Das Haus der ...

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Einladung Haus der Heimat

23.10.2014

Die Pathetiker – Ludwig Meidner, Jakob Steinhardt, Richard Janthur Ausstellung mit Rahmenprogramm Das Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg hat diesen Herbst mit der Veranstaltungsreihe „Verehrt – Verfemt – Vergessen“ begonnen. Sie erinnert an Künstler, deren Werke nur solange öffentlich präsent waren, bis sie von den Nationalsozialisten unter dem Etikett „entartet“ verunglimpft wurden. Die Reihe wird mit einer Konzertlesung zu Viktor Ullmann sowie einer Ausstellung des Jüdischen Museums Frankfurt mit Rahmenprogramm fortgesetzt. Konzertlesung „…dass unser Kulturwille unserem Lebenswillen adäquat war…“ Viktor Ullmann in Theresienstadt Der schlesische Komponist Viktor Ullmann (1898-1944) gehört zu den zahlreichen Künstlern, die im KZ Theresienstadt trotz Schwerstarbeit, Hunger und Seuchen ein ungewöhnlich reiches Kulturleben entfalteten. An einem Ort, „wo alles Musische in vollem Gegensatz zur Umwelt steht“, fand er die Kraft, große und kleine Meisterwerke zu komponieren sowie eine Vielzahl von Konzerten zu organisieren und zu kommentieren. Im ersten Teil des Abends singt Andreas Beinhauer, begleitet von Markus Hadulla am Klavier, Lieder von Viktor Ullmann; dazu liest Rudolf Guckelsberger u. a. aus Ullmanns beeindruckenden Theresienstädter Konzertkritiken. Im zweiten Teil steht das Melodram „Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke“ im Zentrum. Diese verstörende Parabel Rainer Maria Rilkes auf die Faszination und Sinnlosigkeit des Soldatenlebens vertonte Ullmann im Herbst 1944, kurz vor seiner Deportation und Ermordung im Vernichtungslager Auschwitz. Mit Andreas Beinhauer, Bariton; Markus Hadulla, Klavier; Rudolf Guckelsberger, Sprecher Termin: Donnerstag, 6. November 2014, 18 Uhr Ort: Großer Saal, EG Eine Veranstaltung im Rahmen der Jüdischen Kulturwochen Stuttgart 2014 Ausstellung Die Pathetiker – Druckgrafik von Ludwig Meidner, Jakob Steinhardt und Richard Janthur Anfang November 1912 wurde in Herwarth Waldens berühmter Galerie Der Sturm eine Ausstellung der neugegründeten Künstlergruppe Die Pathetiker eröffnet. Die Präsentation

sollte die einzige Gruppenausstellung der Pathetiker bleiben, sie wurde auch in Breslau und Hamburg gezeigt und „fand dort ebenfalls begeisterte Ablehnung“ beim Publikum. Dennoch brachte sie den künstlerischen Durchbruch für Ludwig Meidner und Jakob Steinhardt. Während Richard Janthur heute nur noch den Spezialisten für Buchkunst geläufig ist, zählen Meidner und Steinhardt zu den bekanntesten jüdischen Künstlern des deutschen Expressionismus. Ludwig Meidner wurde nach 1912 als Maler apokalyptischer Motive berühmt, die später als Vorahnung des Ersten Weltkrieges interpretiert wurden. Jakob Steinhardt, der sich vor allem als Grafiker einen Namen machte, prägte seit 1947 als Dozent und später als Leiter der Bezalel-Kunstakademie in Jerusalem eine ganze Generation israelischer Künstler. Das Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg präsentiert eine Ausstellung des Jüdischen Museums Frankfurt, die mit Druckgrafik von Ludwig Meidner, Jakob Steinhardt und Richard Janthur an die Pathetiker-Ausstellung des Jahres 1912 erinnert. Dauer der Ausstellung: 11. November 2014 bis 25. März 2015 (bitte beachten Sie die Schließzeit des Hauses vom 19. Dezember 2014 bis zum 6. Januar 2015) Öffnungszeiten: Mo, Di, Do 9.00 bis 15.30 Uhr Mi 9.00 bis 18.00 Uhr Fr nach Vereinbarung. An gesetzlichen Feiertagen geschlossen. Ort: Ausstellungsraum, 4. OG Vernissage der Ausstellung „Die Pathetiker“ Erik Riedel führt in die Ausstellung ein. Er ist Kurator des Ludwig Meidner-Archivs im Jüdischen Museum Frankfurt/Main. Der Pianist Alexander Reitenbach spielt zur musikalischen Umrahmung aus den Visions fugitives op. 22 von Sergej Prokofiev und interpretiert die Sonate a-Moll op. 28 des gleichen Komponisten. Im Anschluss lädt das Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg zum Stehempfang ein. Termin: Montag, 10. November 2014, 17 Uhr Ort: Großer Saal, EG Eine Veranstaltung im Rahmen der Jüdischen Kulturwochen Stuttgart 2014 Vortrag Der Kunstraub der Nationalsozialisten am Beispiel der Breslauer Kunstsammlungen Littmann und Silberberg

Der Vortrag zeichnet Abläufe, Zusammenhänge und Folgen des Raubzuges der Nationalsozialisten nach. Ein besonderes Augenmerk fällt dabei auf die Wege einzelner Sammlungen und die Schicksale ihrer Eigentümer, hier am Beispiel der Breslauer Kunstsammler und Mäzene Ismar Littmann und Max Silberberg. Während Silberberg überwiegend Werke des Französischen Impressionismus sammelte, erwarb Littmann meist Werke der Klassischen Moderne, die kurze Zeit später verkauft und als „entartet“ beschlagnahmt wurden. Darunter befanden sich auch zahlreiche Werke jüdischer Künstler und Künstlerinnen in Breslau, mit denen Littmann in direktem Kontakt stand. Wer waren die Profiteure des Raubes, welche Rolle spielten Museen, Bibliotheken und nicht zuletzt Kunsthändler? Die Provenienzforscherin Anja Heuß beleuchtet auch die Geschichte der Restitution, also die Rückgabe geraubter, enteigneter und zwangsverkaufter Kunstwerke. Mit Dr. Anja Heuß, Provenienzforscherin der Staatsgalerie und des Landesmuseums Württemberg Termin: Mittwoch, 19. November 2014, 17 Uhr Ort: Großer Saal, EG Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Einlass bis zum Erreichen der höchstzulässigen Besucherzahl. Anreise zum Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg, Schlossstraße 92, mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Stadtbahnlinien U2, U9, Buslinie 41: Haltestelle Schloss-/Johannesstraße, S-Bahn: Feuersee. Anfahrtsplan im Internet: http://www.hdhbw.de/?Anfahrtsplan

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