EINWOHNERRAT BRUGG B ericht und A ntrag des - Stadt Brugg

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EINWOHNERRAT BRUGG B e r i c h t und A n t r a g des Stadtrates an den Einwohnerrat betreffend Baukredit für die Flachdachsanierung des Schulhauses Er...

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EINWOHNERRAT BRUGG B e r i c h t und A n t r a g des Stadtrates an den Einwohnerrat betreffend Baukredit für die Flachdachsanierung des Schulhauses Erle

1. Ausgangslage

Das Schulhaus wurde im Jahr 1977 gebaut und bereits im Jahr 1988 komplett saniert. Die Dachhaut wurde nach damaligem Stand der Technik geplant und ausgeführt (lose verlegt anstatt verklebt). Seitdem wurden an der Liegenschaft lediglich laufende Unterhaltsarbeiten und verschiedene Innensanierungen vorgenommen.

Aufgrund der Lebensdauer des Dachaufbaus (Angaben STRATUS: 23 Jahre) wurde die Sanierung im Budget 2011 mit CHF 100‘000 vorgesehen. Im Sommer 2011 wurde das Projekt gestartet und das Dach untersucht. Aufgrund des ungünstigen Zeitpunkts und des Kapazitätsmangels der Unternehmer konnten die Arbeiten nicht ausgeführt werden. Zudem zeigte sich, dass die Kosten das vorgesehene Budget übersteigen würden, weil sich die Ausführung als aufwändiger als vorgesehen herausstellte.

Es drängt sich nun eine Gesamtsanierung des Flachdaches samt der Dachrandabdeckung auf. Das Dach wurde letztmals im Jahr 1988 saniert, hat seine Lebensdauer erreicht und entspricht nicht mehr dem Stand der Technik (verklebt). Die sichtbare bituminöse Dachpap-

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pe wurde im Rahmen des Unterhalts gründlich geprüft und provisorisch repariert, sodass keine Wasserschäden entstehen.

Das Schulhaus muss nicht aufgestockt werden. Die tatsächlichen Raumreserven in den Schulen Langmatt, Au und Erle bieten die Möglichkeit, die heute absehbaren räumlichen Anpassungen ohne bauliche Erweiterung aufzunehmen. Die laufende Schulraumplanung führt zu keinen baulichen Erweiterungen beim Schulhaus Erle.

Hiermit wird ein Baukredit für die Gesamtsanierung des Flachdaches der Liegenschaft Schulhaus Erle beantragt. Das Bauprojekt mit einer Unternehmerrichtofferte und einer Honorarofferte liegt vor. In der Finanzplanung sind CHF 250‘000 vorgesehen.

2. Bauprojekt und Umfang der Flachdachsanierung

Das Dach wurde von einem Bauphysiker bezüglich Energieeffizienz analysiert (Aktenauflage: Bericht Zehnder & Kälin AG) und in diesem Rahmen wurden zwei Proben genommen. Auf dieser Grundlage wurde ein Leistungsverzeichnis erstellt und eine Unternehmerrichtofferte für zwei Varianten (Instandhaltung und Gesamterneuerung) eingeholt. Im Rahmen der Projektausarbeitung wird der gesetzlich geforderte Energienachweis eingereicht.

Die Dachhaut wurde nach damaligem Stand der Technik ausgeführt. Die Dämmschicht wurde lose auf der Betondecke verlegt. Folgende Merkmale wurden festgestellt: -

Die Dachhaut hat an Elastizität verloren und weist im Randbereich Löcher auf.

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Augenscheinlich hat die Wärmedämmung keinen Schaden genommen.

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Die zwei durchgeführten Sondierungen zeigen keine Feuchtigkeit auf.

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Der Nutzschicht aus Kies und die Dachrandabdeckungen im Titanzink weisen altersbedingte Abnutzungen vor.

3. Betriebskosten

Das Schulhaus wird über den Wärmeverbund Langmatt mit Energie versorgt, der von der IBB im Contracting-Verhältnis verwaltet wird, die Energiekennzahlen sind spezifisch für die Liegenschaft nur auf Basis der Energiebezugsfläche verfügbar. Aus der Energiebuchhaltung 2012 ist zu entnehmen, dass der Wärmeverbrauch des Wärmeverbunds mit einem Faktor

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von 0.5 gegenüber den SIA-Werten ohne Auffälligkeit ausgewertet wird. Basierend auf Gebäudealter und Aussage des Bauphysikers, wird die Sanierung des Daches eine energetische Verbesserung und die folgende Kostensenkung mit sich bringen: -

Energieeinsparung im Dachbereich:

ca. 45%

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Energieeinsparung für die Liegenschaft:

ca. 30%

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Gesamtverbrauch der Liegenschaft:

ca. 15‘000.- CHF

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Jährliche Energieeinsparung mit der Dachsanierung ca. 5‘000.- CHF

Im Solarkataster der Stadtliegenschaften wird das Dach mit einem guten Wirtschaftlichkeitsfaktor von 4.74 (Verhältnis Fläche / Investitionskosten) beurteilt. Dabei sind die zwei direkt neben dem Gebäude stehenden Bäume nicht detailliert berücksichtigt. Die Liegenschaft wurde aus diesem Grund für eine vertiefte Abklärung nicht ausgewählt und wird unter den gegebenen Voraussetzungen für die Installation einer PV-Anlage als nicht geeignet beurteilt.

4. Ausführung

Für die Sanierung wurden zwei Varianten ausgearbeitet. In beiden Varianten werden folgende Arbeiten gleich berechnet: -

Entfernung und Entsorgung der bestehenden Schutzschicht aus Kies.

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Komplette Erneuerung der Dachrandabdeckungen: Die Zinkbleche haben ihre maximale Lebensdauer erreicht.

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Demontage und Wiedermontage der bestehenden Fassadenpanels.

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Gerüstarbeiten für die gesamte Fassadenfläche sowie Kran für das Einbringen der Baumaterialien auf das Dach.

Variante 1: Instandhaltung der Dachhaut Bei dieser Variante werden Schutzschicht (Kiesbett), Dachhaut (Bitumen) und Dachrandabdeckung (Titanzink) ersetzt. Die bestehende Wärmedämmung wird belassen. Es entsteht damit kein Mehrwert und der Energieverbrauch der Liegenschaft bleibt unverändert.

Variante 2: Instandsetzung des Dachaufbaus (Gesamterneuerung) Bei dieser Variante wird der Dachaufbau vollständig erneuert: Schutzschicht, Dachhaut, Dachrandabdeckung und Dämmung werden ersetzt und zum Teil verbessert: Das Dach erhält eine extensive Dachbegrünung und die neue Dämmung erreicht bei gleicher Dämmstär-

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ke einen besseren U-Wert. Die Möglichkeit für eine Dachrandabdeckung in Kupfer wird im Rahmen der Ausführungsplanung studiert. Mit dieser Variante entsteht ein allgemeiner Mehrwert und die Energieeffizienz der Liegenschaft wird im Dachbereich um 45% verbessert.

Entscheid Der Stadtrat entschied sich aus folgenden Gründen für die Variante 2: -

Die Instandsetzung schafft einen langfristigen Mehrwert.

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Die Energieeffizienz des Schulhauses wird erhöht.

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Die Dachbegrünung leistet einen ökologischen Beitrag (Gewässer, Umwelt, Klima).

5. Kosten

Die zwei Varianten werden in der Beilage 1 verglichen. Wie abgebildet, liegt der Unterschied bei der Position Flachdach, Ersatz der Wärmedämmung. Die Honorare beinhalten die Planungsleistungen der Ausführung bis zur Inbetriebnahme. Die Reserven für Unvorhergesehenes wurden auf 10% erhöht - in der Richtofferte sind bereits ca. 5% Reserven dafür eingerechnet. Die Kosten beinhalten damit alle für die ausgeschriebenen Leistungen notwendigen Arbeiten. Die Gesamtkosten für die Variante 2 betragen brutto CHF 231‘217.

6. Weiteres Vorgehen

Entscheid Einwohnerrat

7. September 2012

Start Planung

Oktober 2012

Ausführung

Frühling - Sommer 2013

7. Beurteilung des Stadtrates

Der Stadtrat empfiehlt eine ganzheitliche und nachhaltige Sanierung des Flachdachs gemäss Variante 2. Die Energieeffizienz der Liegenschaft wird konsequent verbessert und der derzeitige Unterhaltsaufwand de facto reduziert. Die Mehrinvestitionen für die Umsetzung der Variante 2 werden im Verlaufe weniger Jahre durch die geringeren Energiekosten wettgemacht. Der Architekt hat ein Leistungsverzeichnis erstellt. Gestützt darauf wurde eine Richtofferte eingeholt und damit die Kostensicherheit erhöht.

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Demgemäss der Antrag:

Sie wollen einen Kredit für die Gesamtsanierung des Flachdachs des Schulhauses Erle nach Variante 2, in der Höhe von CHF 231‘217, zusätzlich Teuerung ab April 2012 (ZH WBKIndex Basis 102.4 Punkte), bewilligen.

Brugg, 25. Juli 2012

NAMENS DES STADTRATES Der Stadtammann:

Der Stadtschreiber:

Beilagen 1) Kostenvergleich der Varianten 2) Objektauswertung Stratus

Der Bericht vom Bauphysiker ist beim Stadtbauamt zu den Bürozeiten einsehbar.

Ebenfalls sind die Unterlagen auf der Homepage der Stadt Brugg einsehbar (www.stadtbrugg.ch) / Verwaltung / Stadtbauamt / Flachdachsanierung Schulhaus Erle / mehr Infos)