Ende eines einstigen Wahrzeichens - Bad Alexandersbad

Ende eines einstigen Wahrzeichens - Bad Alexandersbad

FICHTELGEBIRGE Samstag, 4. März 2017 Seite 9 FG1-1 Frankenpost/Sechsämterbote, 04.03.2017 Bagger rollen: Ein Ort ändert sein Gesicht Aufgespießt...

260KB Sizes 0 Downloads 9 Views

FICHTELGEBIRGE

Samstag, 4. März 2017

Seite 9

FG1-1

Frankenpost/Sechsämterbote, 04.03.2017

Bagger rollen: Ein Ort ändert sein Gesicht

Aufgespießt

Tick-Tack

Ende eines einstigen Wahrzeichens Der Abriss des Kur- und Sporthotels in Bad Alexandersbad ist voll im Gang. Schon in wenigen Wochen verschwindet der einstige Bettentrakt. Von Matthias Bäumler Bad Alexandersbad – Wenn Bürgermeister Peter Berek und Bauleiter Christian Schubert durch das riesige Gebäude gehen, sehen sie unterschiedliche Dinge. Während Berek Bilder aus seiner Kindheit in den Sinn kommen, etwa als er sich mit seinen Freunden in das Haus schlich, um unbemerkt auf die Dachterrasse zu kommen, sieht Schubert mit Asbest umhüllte Leitungsrohre oder Betonträger. Für jeden bedeutet das einstige Kur- und Sporthotel etwas anderes. Schon in wenigen Wochen wird gut die Hälfte des 400-BettenHauses verschwunden sein. Drei Millionen Euro kostet der Abriss des jahrzehntelangen touristischen Wahrzeichens des östlichen Fichtelgebirges. „Fast jeder etwas ältere Einheimische kann sich an den

Im April beginnen die Arbeiten an unserer neuen Ortsmitte. Bürgermeister Peter Berek

beleuchteten Schriftzug auf dem Dach des Hauses erinnern, der schon vom Sichersreuther Berg aus zu sehen war“, sagt Berek. Eben wegen der vielen Erinnerungen, die er mit dem Vorzeigehotel der 70er-Jahre verbindet, schwingt etwas Wehmut mit, wenn er durch das mittlerweile weitgehend entkernte Haus geht. „Aber

im Grunde freue ich mich, dass unser Heilbad hier eine 15 000 Quadratmeter große Fläche mit besten Entwicklungsmöglichkeiten erhält.“ Wenn bis in spätestens zwei bis drei Wochen die ehemalige Tiefgarage abgerissen ist, wird hier ein 70-Tonnen-Bagger mit einem dreißig Meter langen Arm stehen, der sich zunächst in das alte Bettenhaus gräbt. Wie Bauleiter Schubert vom Abbruchunternehmen Erd- und Tiefbau Ebersbach im Gespräch mit der Frankenpost sagt, tragen die Spezialisten das zehnstöckige Gebäude (inklusive der beiden Kellergeschosse) von oben nach unten ab. „Mit der Abrissbirne arbeiten wir hier nicht.“ Während des Abbruchs misst die Gemeinde die Erschütterungen in der Nachbarschaft. „Wir müssen sicherstellen, dass private Hauseigentümer ihre Ansprüche geltend machen könnten, sollten Schäden entstehen“, sagt Berek. Ende April muss die nördliche Hälfte des Hotels weg sein, damit Flächen für Parkplätze frei werden. „Denn bereits im April beginnen die Arbeiten am neuen Alexanderplatz, unserer neuen Ortsmitte. Dadurch fallen hier Parkplätze weg, die wir durch die ersetzen, die hinter dem neuen Kurhaus entstehen. Wenn das neue Kurhaus am 29. April eröffnet, ist alles fertig.“ Der Alexanderplatz soll einen Ortskern schaffen, der den Namen verdient. Bis auf die asphaltierte BusWendeschleife erhält die Straße einen Pflasterbelag. Auch entsteht ein bepflanzter durchgängiger Grünstreifen mit Ruhebänken. Und von der Fitness-Abteilung des Kurhauses können die Sportler auf eine große Terrasse hinaustreten. „Leider ist der Kurbetrieb in den ersten Monaten von zwei Baustellen umgeben. Aber ich bin mir sicher, dass wir und die Gäste damit umgehen können.“ Zurück zum Abriss. In den vergangenen Wochen haben die Gemeinde-

Das einst so stolze Kur- und Sporthotel in Bad Alexandersbad ist mittlerweile weitgehend entkernt. Demnächst beFotos: Matthias Bäumler ginnt der richtige Abriss.

ANZEIGE

Die Hotel-Anbauten liegen bereits in Trümmern. Beschäftigten und die Abbruch-Arbeiter sämtliche noch vorhandenen Möbel aus dem Gebäude entfernt. „Wir fanden etliche nagelneue, eingeschweißte Matratzen, die wir einer sozialen Einrichtung geschenkt haben“, sagt Berek. Und die edlen Kronleuchter hängen nun im Alten Schloss, das der Gemeinde ebenfalls gehört. „Auch so manche Familie aus dem Ort, die Bedarf hatte, hat Möbel erhalten.“ Schließlich richtete ein Verein sein Heim mit Inventar aus dem ehemaligen Hotel ein. Allein 10 000 Quadratmeter ver-

Noch stehen einige Badewannen herum.

klebte Teppichböden – das ist die Fläche zweier Fußballplätze – haben die Handwerker entfernt. „Außerdem mussten wir 3500 Meter asbestbelastete Rohre ausbauen“, berichtet Bauleiter Schubert. Insgesamt fallen geschätzt 10 000 Tonnen Betonbruch und 8000 Tonnen belastete Materialien an. Während ersterer zum Verfüllen von Gelände oder als Frostschutz für den Wegebau verwendet wird, wird belastetes Material auf Spezialdeponien entsorgt. Damit die Markgrafenstraße nicht komplett kaputtgeht, wird nur ein Teil des Beton-

bruchs abtransportiert. Den Rest lagert die Gemeinde zwischen. Ende Juli ist das Hotel verschwunden. „Danach dauert es noch bis Ende des Jahres, bis das Gelände wieder modelliert ist“, sagt Berek. Zunächst wird hier ein Wohnmobilstellplatz entstehen. Der Bürgermeister könnte sich an dieser Stelle auch ein Hotel in Holzbauweise gut vorstellen. Ein bereits vor Jahren weit gediehenes Projekt könnte auch wieder aufleben: „Das Gelände würde sich hervorragend für eine kleine Gartenschau eignen.“

Co-Working, Kur-Café und zwei Brunnen Bad Alexandersbad – Mit der Eröffnung des neuen Kurhauses wird es in Bad Alexandersbad ein Kur-Café geben. Es findet seinen Platz im Alten Kurhaus auf der ersten Etage. In einem bisher nicht genutzten Büro und einem Sozialraum entsteht der Küchentrakt. Dieser soll auch als Lehrküche für das Integrierte Ge-

sundheitsmanagement (IGM) genutzt werden. Im Vorraum vor dem Festsaal „Königin Luise“ entsteht das Café, das bei Bedarf um den Saal erweitert wird. Bürgermeister Peter Berek ist wichtig, dass die Räume multifunktional genutzt werden. Im KurCafé gibt es keine fetten Sahnetorten, sondern vorwiegend Gerichte

Grundsätzlich ist an einer gut sichtbaren Zeitanzeige im Zentrum der Stadt nichts auszusetzen. Ganz im Gegenteil: Viele Uhr-Lose und Smartphone-Vergesser freuen sich vermutlich tagtäglich darüber. Täglich ist auch das passende Wort dafür, wenn man an die Uhr am Turm der katholischen Sankt-Josef-Kirche in Marktredwitz denkt. Denn bricht über die Kreisstadt die Dämmerung herein, stellt diese hoch oben prangende Zeitanzeige nach chronologischer Auskunft Suchende vor ein Rätsel. Werfen sie bei Dunkelheit nämlich einen Blick darauf, erspähen sie vier symmetrisch angeordnete, beleuchtete Punkte, die das Zifferblatt vierteln. Die Zeiger der Uhr hingegen bleiben finster. Statt der erleuchtenden Auskunft treffen die Blicke der Zeit-Sucher somit lediglich ins Schwarze. Von Glück können sie schon sagen, wenn eines der Enden der beiden Zeiger beim Blick auf die Uhr zufällig an einem der beleuchteten Punkte vorbeigleitet. Dann allerdings müssen sie noch spekulieren, um welchen Zeiger – klein oder groß? – es sich da wohl handelt und hoffnungsvoll Ausschau nach seinem Partner halten. Dem Spruch „Zur rechten Zeit am rechten Ort“ kommt so eine völlig neue Bedeutung zu. Einfach zu lösen wäre das Rätselraten – Trommelwirbel – dadurch, dass man auch die beiden Uhrzeiger beleuchtet. So könnten künftig Frühaufsteher und Nachteulen von der Zeitauskunft am Turm des Gotteshauses K. M. profitieren.

nach den IGM-Grundsätzen. Das Café soll ein Begegnungsort für Kurgäste und andere Besucher werden. Zudem dient es als Kantine für die Verwaltung. „So kommen wir mit den Gästen ins Gespräch.“ Die Gemeindeverwaltung zieht ebenfalls baldmöglichst wieder vom Alten Schloss ins Erdgeschoss des Alten

Kurhauses zurück. Das Erdgeschoss des Schlosses nutzt demnächst fast komplett der Bundesverband für Osteopathie. Ein Bistro entsteht vielleicht im alten Gasthof Schmidt. Der Gemeinderat hat ihn für die Nordostbayern-Förderung angemeldet. Hier ist ein Co-Working-Space für die Kreativwirtschaft mit Bistro geplant.

Zwei Brunnen mit Heilwasser gibt es demnächst: Jener, der im Durchgang des Alten Schlosses stand, kommt in die Gläserne Mitte. „Außerdem haben wir den Granitbrunnen aus dem Kur- und Sporthotel gerettet. Den stellen wir am Schloss auf.“ Schließlich soll 2018 oder 2019 die Sanierung der Markgrafenstraße starten.

-Rasenmäher

Benzin, 40 – 54 cm Vertikutierer

50

Jahre

359,269,-

ab 349,–o € ab ab 269,–o € ab

Pfeilschmidtstraße 11 95032 Hof-Moschendorf Tel. 0 92 81 / 5 13 00 www.hoppe-hof.de

Polizeireport Zwei Jugendliche haben Rauschgift dabei Marktredwitz – Zwei 17- und 18-jährige Jugendliche sind am Donnerstagnachmittag im Kösseine-Einkaufszentrum mit Rauschgift erwischt worden. Eine Streife der Marktredwitzer Polizei hatte sie kontrolliert. Bei der Durchsuchung der beiden fanden die Beamten knapp zwanzig Gramm Marihuana sowie eine geringe Menge Crystal. Die zwei jungen Männer wurden vorläufig festgenommen und zur Polizeiinspektion gebracht. Nach Rücksprache mit dem zuständigen Staatsanwalt erwirkte dieser beim Ermittlungsrichter einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnungen der beiden. Dort fanden die Beamten weitere Drogen sowie diverse Rauschgift-Utensilien. Das Ermittlungsverfahren läuft.

ANZEIGE

Wirtshaus-Übernahme unter Dach und Fach Marion Meyerhöfer, die Wirtin der „Ewigen Baustelle“, übernimmt ein Traditionslokal in Schönbrunn. Sie setzt auf urige Wirtshauskultur. Wunsiedel – Seit Tagen brodelt es in der Gerüchteküche der Festspielstadt. Diesmal geht es nicht um Marktplatz-Kastanien oder den städtischen Haushalt, sondern um ein Wirtshaus: das „Bräustüberl“ in Schönbrunn. „Ja, ich werde das Lokal übernehmen und Mitte Juni eröffnen“, sagt Marion Meyerhöfer im Gespräch mit der Frankenpost . Dies ist möglich, weil der Eigentümer, die Brauerei Lang, in das Lokal einen „neuen Zeitgeist“ bringen wollte, wie Marketing-Chef Rudolf Hopf berichtet. Dabei gehe es um Themen wie Bierkultur und eine frische Ausstrahlung. Rudolf Hopf und Brauerei-Geschäftsführer Richard Hopf sind auf

Fränkische Wirtshauskultur mitsamt Biergarten will Marion Meyerhöfer im „Bräustüberl“ in Schönbrunn weiter pflegen. Foto. pr. Marion Meyerhöfer zugegangen und haben der Wirtin von ihren Ideen berichtet. Als ihr das ,Bräustüberl’ angeboten wurde, habe sie nach reiflicher Überlegung zugesagt, die Gaststätte neben der ,Ewigen Baustelle’ aufzubauen. Schnell machte in Wunsiedel das

Gerücht die Runde, in Schönbrunn werde nun eine zweite „Baustelle“ entstehen. Das hat die Wirtin aber nicht im Sinn. „Wir wollen im ,Bräustüberl’ die echte fränkische Wirtshauskultur beibehalten, lediglich mit einem etwas moderneren Konzept.“ So werde es zum Beispiel ne-

ben den typischen Braten und Brotzeiten auch vegetarische Speisen oder verschiedene Salate geben. „Klar gehören zur fränkischen Wirtshauskultur auch die Karter-Runden und Stammtische dazu.“ Ebenso wie die Hopf-Brüder glaubt Marion Meyerhöfer, dass es mit der hiesigen Wirtshaus-Szene „eigentlich ganz gut bestellt ist“. Es gebe jedenfalls mehr gute Wirtshäuser, als gemeinhin gedacht. „Es ist eben unsere fränkische Mentalität, dass wir damit etwas hinterm Berg halten. Dabei haben wir allen Grund, auf unsere Vorzüge hinzuweisen.“ Mit dem „Bräustüberl“, dessen Geschichte bis ins Jahr 1832 zurückreicht, wolle sie dazu beitragen, die Kultur des gepflegten Biergenusses aufrecht zu erhalten. Personell ist alles weitgehend geregelt. „Mit unserem Team können wir beide Wirtshäuser stemmen. Außerdem habe ich eine starke Familie, die hinter mir steht.“ Das „Bräustüberl“ in Schönbrunn hat übrigens auch jetzt noch geöffnet. Matthias Bäumler

Wärmstens zu empfehlen

Kaminöfen verbreiten Wärme und Gemütlichkeit

An den Mühlwiesen 4 | Hof ÖFFNUNGSZEITEN: Mo – Fr 9:30 – 18:00 Uhr Sa 9:30 – 13:00 Uhr

KUNDENPARKPLÄTZE direkt vor der Ausstellung

Tel. 09281 / 849 97 und 160 43 33 | www.eckardt-fliesen.de