Erinnern. Gedenken. Mahnen. - Stadt Schorndorf

Erinnern. Gedenken. Mahnen. - Stadt Schorndorf

Schorndorf 1933-1945 Erinnern. Gedenken. Mahnen. Schorndorf 1933-1945 Erinnern. Gedenken. Mahnen. Liebe Leserinnen und Leser, liebe Geschichtsinte...

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Schorndorf 1933-1945

Erinnern. Gedenken. Mahnen.

Schorndorf 1933-1945

Erinnern. Gedenken. Mahnen. Liebe Leserinnen und Leser, liebe Geschichtsinteressierte, über die Herausgabe dieser Broschüre zur Veranstaltungsreihe „Schorndorf 1933-1945: Erinnern. Gedenken. Mahnen.“ freuen wir uns ganz besonders. Viel Mühe und Arbeit steckt hinter diesem Projekt. Im Vorfeld gab es eine interessante kommunalpolitische Debatte. Umso mehr sind wir dankbar, dass uns so viele Spenderinnen und Spender mit einer Geldspende unterstützt haben, so dass die Veranstaltungsreihe nun doch in einer breiten Vielfalt umgesetzt werden kann. Wie wichtig die Aufarbeitung unserer Geschichte ist, hat der Kölner Museumsdirektor Werner Schäfke auf den Punkt gebracht: „Geschichte hilft, sich selbst zu verstehen und auch die anderen.“

Mit der Veranstaltungsreihe möchten wir ein Stück deutscher Geschichte erlebbar machen, die unsere Großeltern, unsere Eltern und uns selbst geprägt hat. Nur wenn wir das Vergangene sichtbar machen und seiner gedenken, können wir die Lehren für die Gegenwart und die Zukunft ziehen. Wir danken allen, die an der Planung und Durchführung dieser Veranstaltungsreihe beteiligt sind und laden Sie sehr herzlich ein, die Veranstaltungen zu besuchen und an den Exkursionen teilzunehmen. Herzliche Grüße

Matthias Klopfer Oberbürgermeister

Dr. Holger Dietrich

1. Vorsitzender Heimatverein Schorndorf

10. April 2013

Der Trafikant

» Lesung von Robert Seethaler Österreich 1937: Der 17-jährige Franz Huchel verlässt sein Heimatdorf, um in Wien als Lehrling in einer Trafik - einem Tabak- und Zeitungsgeschäft sein Glück zu suchen. Dort begegnet er eines Tages dem Stammkunden Sigmund Freud und ist sofort fasziniert von dessen Ausstrahlung. Im Laufe der Zeit entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen den beiden unterschiedlichen Männern. Als sich Franz kurz darauf Hals über Kopf in die Varietétänzerin Anezka verliebt und sich in tiefe Verunsicherungen stürzt, sucht er bei Professor Freud Rat. Dabei stellt sich jedoch schnell heraus, dass dem weltbekannten Psychoanalytiker das weibliche Geschlecht ein mindestens ebenso großes Rätsel ist wie Franz. Ohnmächtig fühlen sich beide auch angesichts der sich dramatisch zuspitzenden politisch-gesellschaftlichen Verhältnisse. Und schon bald werden sie - und Anezka - jäh von einem Strudel der Ereignisse auseinandergerissen.

Veranstalter: Club Manufaktur e.V. Ort: Manufaktur Uhrzeit: 20.00 Uhr Unkostenbeitrag: 5 Euro VVK + Gebühr 8 Euro Abendkasse 5 Euro Mitglieder

15. April 2013

Weg und Schicksal der Remstäler Viehjuden

» Diavortrag von Ebbe Kögel Vor dem 2. Weltkrieg war das Remstal überwiegend landwirtschaftlich geprägt und fast jede Bauernfamilie hatte noch ein bis zwei Kühe im Stall, die für die Milch- und Fleischerzeugung, aber auch als Zugtiere Verwendung fanden. Der Handel mit Vieh wurde fast ausschließlich von jüdischen Viehhändlern abgewickelt. Als die Nazis ihre Diktatur errichteten, wurden diese systematisch aus dem Viehhandel verdrängt, erhielten Berufsverbot und wurden schließlich, soweit sie nicht auswandern konnten, deportiert und ermordet. Der Stettener Heimatforscher Ebbe Kögel hat sich in den letzten zehn Jahren intensiv mit dem Weg und Schicksal der im Remstal tätigen Viehjuden beschäftigt und berichtet in einem Diavortrag über seine Forschungen.

Veranstalter: Club Manufaktur e.V. Ort: Manufaktur Uhrzeit: 20.00 Uhr Unkostenbeitrag: 3 Euro VVK + Gebühr 5 Euro Abendkasse 3 Euro Mitglieder 2 Euro SchülerInnen

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17. April 2013

„Terror vor Ort – Das KZ Welzheim“

» Vortrag von Hans-Georg Tröndle

Veranstalter: Bündnis 90/Die Grünen OV Schorndorf Ort: Fritz-Abele-Saal, Barbara Künkelin Halle Uhrzeit: 20.00 Uhr

Quelle: Stadtarchiv Welzheim

Eine Gruppe ehrenamtlicher Mitglieder des Historischen Vereins Welzheimer Wald hat sich auf Spurensuche zum KZ Welzheim begeben und eine Ausstellung im städtischen Museum gestaltet, die auf ein überwältigendes Besucherinteresse gestoßen ist. Gerade angesichts des immer größer werdenden Abstands zur Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus und anlässlich des Gedenkens zum 80. Jahrestag der NS-Machtergreifung war es ihnen wichtig daran zu erinnern, dass auch in unserer Nähe die Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten stattfand und nicht nur in den großen Vernichtungslagern wie Dachau oder Auschwitz. In der Kernstadt von Welzheim wurde das aufgelassene Amtsgerichtsgefängnis 1935 von der Gestapoleitstelle Stuttgart beschlagnahmt und bis 1945 als Schutzhaftlager sowie als Durchgangslager in andere Konzentrations- und Vernichtungslager eingerichtet. Offiziell trug es den Titel „Polizeigefängnis“, in der Bevölkerung und bei den Häftlingen wurde es „KZ“ genannt. Hans-Georg Tröndle berichtet über Entstehung, Lage, Häftlinge, Wachpersonal und Ende dieses Ortes von Demütigung, Gewalt und Tod.

6. Mai 2013

„Gespräche über Kunst VIII“

Quelle: Bildarchiv Gedenkstätte Grafeneck, Schloss Grafeneck 1935

20. April 2013

Besuch der Gedenkstätte Grafeneck

» Exkursion nach Grafeneck

» Podiumsgespräch mit Reinhard Scherer

Grafeneck war die größte Tötungsanstalt der Nazis in Süddeutschland. Dort wurden über 10.000 Menschen getötet. Sie wurden als „lebensunwert“ beurteilt, weil sie geistig oder körperlich behindert oder dauerhaft psychisch erkrankt waren. Darunter waren rund 700 Menschen aus dem Rems-Murr-Kreis. Aus der Diakonie Stetten kamen allein 330 Opfer. Zur Erinnerungstopografie Gedenkstätte Grafeneck zählen heute das neue Dokumentationszentrum, die Gedenkstätte als offene Kapelle mit Gedenk-/Namensbuch und Alphabet-Garten, der Friedhof mit dem frühen Gedenkort von 1962, das Schlossgebäude als Sitz der Täter und die nur noch in Umrissen sichtbare Vernichtungsanlage. Anschließend besichtigen wir den historisch einmaligen jüdischen Friedhof im nahe gelegenen Buttenhausen. Auf der Rückfahrt, Halt in Reutlingen. Gemeinsamer Spaziergang durch die Stadt zur Nikolai-Kirche, dem heutigen Café Nikolai. Dort haben Menschen mit und ohne Handicap im Service- und Küchenteam einen für sie wichtigen Arbeitsplatz gefunden.

1988 besuchte Albert Guttenberg nach 45 Jahren wieder seine Heimatstadt Schorndorf. Der Besuch fiel ihm nicht leicht, wurden doch im März 1943 seine Eltern und Geschwister von der Polizei festgenommen und ins KZ Auschwitz verschleppt und ermordet. 1989 wurde mit einem Mahnmal auf dem Alten Friedhof ein Gedenkort für die Verfolgten und Ermordeten des NS-Regimes geschaffen. Nach einer kurzen geschichtlichen Einführung von Eberhard Abele wird der Künstler Reinhard Scherer im Rahmen der Reihe „Gespräche über Kunst“ die Konzeption seiner Arbeit erläutern. Moderiert wird der Abend von Walter Krieg.

Veranstalter: Bürgerinitiative „Weiler gegen Rechts - für kulturelle Vielfalt und Toleranz“ Ort: Grafeneck Uhrzeit: 10.00 Uhr (Abfahrt) Treffpunkt: Rathaus Weiler, Parkplatz vor dem Gebäude Fahrtzeit: ca. 1h 15min Anreise mit eigenem PKW Anmeldung und weitere Informationen bei Irmgard Bronner-Gaiser&Jürgen Gaiser 07181 462 77, Marita und Gerd Erdes 07181 455 48, Gadissa Etissa 0177 539 8964 und Rolf Steiner 07181 994 541

Veranstalter: Kulturforum Schorndorf Ort: Galerie für Kunst und Technik Uhrzeit: 20.00 Uhr

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10. Mai 2013

12. Mai 2013

Gespräch zum NSU-Untersuchungsauschuss

Schorndorf im Nationalsozialismus

» Podiumsgespräch mit Hartfrid Wolff, MdB

» Museums- und Stadtführung mit Christa Benseler zum Internationalen Museumstag

Hartfrid Wolff ist Bundestagsabgeordneter aus Schorndorf, im Fraktionsvorstand der FDP-Bundestagsfraktion, Obmann im Bundestagsuntersuchungsausschuss zur Neonazi-Mordserie und unter anderem Mitglied im Parlamentarischen Kontrollgremium für die Nachrichtendienste. Er wird im Gespräch mit Nils Graefe, Redakteur beim Zeitungsverlag Waiblingen, aus seiner Arbeit im NSUUntersuchungsausschuss berichten und mit den ZuhörerInnen diskutieren.

Noch heute gibt es viele Zeugen der Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus in Schorndorf. Das Stadtmuseum selbst ist eine Gründung aus dieser Zeit. Man wandte sich in den 1930er Jahren verstärkt der Heimatgeschichte zu und speziell in Schorndorf sollte mit einer im neuen Museum integrierten Johann-Phi-lipp-Palm-Gedenkstätte der französische „Erbfeind“ diskreditiert werden. Die Führung erläutert die heutigen Museumsabteilungen zur NS-Geschichte, um anschließend im Stadtraum wichtige Erinnerungsorte aufzusuchen. Ein zentraler Teil sind die Stationen, die auf die Verfolgung politischer Gegner sowie der jüdischen Familie Anspach und der Sinti-Familie Guttenberger verweisen. Aber auch die Instrumentalisierung berühmter Schorndorfer wie Gottlieb Daimler und Barbara Künkelin durch das NS-Regime wird zum Thema gemacht. Darüber hinaus geht es um die Verortung wichtiger NS-Einrichtungen im Stadtraum, wie die Unterbringung der „Stapoleitstelle“ im Burgschloss.

Veranstalter: Club Manufaktur e.V. Ort: Manufaktur Uhrzeit: 20.00 Uhr Um Spenden für die Amadeu Antonio Stiftung wird gebeten.

Veranstalter: Stadt Schorndorf Ort: Schorndorf Uhrzeit: 11.00 Uhr Treffpunkt und Beginn: Stadtmuseum, Kirchplatz 7-9

Nach dieser Premierenführung kann die Stadtführung über die Stadtinfo Tel. 07181 602-140 gebucht werden.

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9. Juni 2013

13. Juni 2013

Die frühe Ausschaltung politischer Gegner durch die Nazis

Zwangsarbeiter und NS-Rassenpolitik in Württemberg

Quelle: DZOK Ulm

» Exkursion zur KZ-Gedenkstätte Oberer Kuhberg in Ulm

Im „Württembergerischen Schutzhaftlager Oberer Kuhberg, Ulm/Donau“ waren von November 1933 bis Juli 1935 ungefähr 600 bis 800 Männer im Alter zwischen 17 und 71 Jahren zur „Umerziehung“ eingekerkert. Neben Kurt Schumacher war auch Gottlob Kamm, später Bürgermeister von Schorndorf und Staatsminister für politische Befreiung, vom 5. Februar bis 19. Mai 1934 dort interniert. Veranstalter: SPD Ortsverein Schorndorf Ort: Ulm Uhrzeit: 11.00 Uhr Treffpunkt und Abfahrt: Archivplatz Schorndorf Unkostenbeitrag: 15 Euro für Busfahrt und Führung Anmeldung: bis zum 25. Mai bei Rolf Reiner, Mail [email protected] oder Tel. 07181 923 9010

» Vortrag von Dr. Annette Schäfer Der massenhafte Einsatz von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen ist eines der wichtigsten Kennzeichen der Kriegswirtschaft im Nationalsozialismus. Die Zahl der im Verlauf des Krieges im Reichsgebiet zur Arbeit eingesetzten ausländischen zivilen Arbeitskräfte und Kriegsgefangenen wird auf ca. zehn Millionen geschätzt. Der Vortrag der Historikerin Annette Schäfer analysiert die Bedingungen des Einsatzes von Zwangsarbeitern am Beispiel Württembergs. Sie geht dabei vor allem auf die Arbeitskräfte aus Osteuropa ein, deren Situation durch besonders diskriminierende Vorschriften geprägt war, die man rassenideologisch begründete. Annette Schäfer recherchierte für ihre Untersuchung in vielen Archiven Württembergs, u.a. auch im Stadtarchiv Schorndorf. Dr. Annette Schäfer promovierte über „Zwangsarbeiter und NS-Rassenpolitik. Russische und polnische Arbeitskräfte in Württemberg 1939-1945“. Sie forschte des Weiteren über Zwangsarbeit in den Einrichtungen der Evangelischen Landeskirche in Baden sowie in der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Veranstalter: Stadtmuseum Schorndorf Ort: Rathaus Marktplatz 1, Foyer Uhrzeit: 19.00 Uhr

16. Juni 2013

Die Geschichte von Christen und Juden

» Exkursion nach Laupheim Die Exkursion führt in die oberschwäbische Stadt Laupheim, die einst die mit ca. 800 Mitgliedern größte jüdische Gemeinde in Württemberg beherbergte. Von den Nationalsozialisten wurden die jüdischen Bürger aus Laupheim vertrieben und ermordet. Heute gibt es keine jüdischen Mitbürger mehr in Laupheim. Die „Gesellschaft für Geschichte und Gedenken e.V.“ in Laupheim hält das jüdische Erbe der Stadt vorbildlich in Erinnerung und pflegt Kontakte mit noch lebenden jüdischen Mitbürgern. Wir besichtigen das Museum zur Geschichte von Christen und Juden im Schloss, den Judenberg und den jüdischen Friedhof.

Veranstalter: Heimatverein Schorndorf e.V. Ort: Laupheim Uhrzeit: 8.00 Uhr (Abfahrt) Treffpunkt: Burggymnasium Unkostenbeitrag: Eintritt und Mittagessen auf eigene Kosten. Kosten für Bus und Fahrt übernimmt der Heimatverein. Anmeldung: Bis 31. Mai bei Holger Dietrich, Tel. 07181 713 61 Quelle: Museum zur Geschichte von Christen und Juden, Laupheim

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24. Juni 2013

Ganz normale Deutsche

» Vortrag von Prof. Dr. Gerhard Hirschfeld Ganz normale Deutsche: Alltag im Nationalsozialismus und die Verfolgung und Ermordung der Juden Der Vortrag des Stuttgarter Historikers Gerhard Hirschfeld erörtert die Ausgrenzung, Vertreibung und Ermordung der Juden im nationalsozialistischen Deutschland aus der Sicht der „ganz normalen Deutschen“. Wie reagierten die nichtjüdischen Menschen auf die Verfolgung ihrer jüdischen Mitbürger? Warum gab es kaum Widerstand? Was wussten die Deutschen vom Holocaust? Lässt sich aus der Geschichte lernen? Prof. Dr. Gerhard Hirschfeld lehrt seit 1997 am Historischen Institut der Universität Stuttgart und ist Mitglied zahlreicher nationaler und internationaler wissenschaftlicher Beiräte und Gremien. Von 1989 bis 2011 leitete er die Bibliothek für Zeitgeschichte in der Württembergischen Landesbibliothek. Von ihm gibt es viele Veröffentlichungen zur Geschichte der beiden Weltkriege, zur jüdischen Emigration nach 1933 sowie zur Geschichte der Niederlande im 20. Jahrhundert.

Veranstalter: Stadtmuseum Schorndorf Ort: Rathaus Marktplatz 1, Foyer Uhrzeit: 19.30 Uhr

6. Juli 2013

September

Eine jüdische Familie in Schorndorf

Rechtsextreme Einstellung in Deutschland

Quelle: Robert Damrau / netz-gegen-nazis.de

» Podiumsgespräch mit Familie Anspach Einweihung der Gedenkplakette

Kurt, Lore, Helmut und Selma Anspach – Eine jüdische Familie in Schorndorf Als am 1. April 1933 SA-Posten vor ihrem Kaufhaus auf dem Marktplatz standen, war der reichsweite NaziBoykott jüdischer Geschäfte auch bei den Anspachs angekommen. Die SA-Männer drohten den Kunden des Warenhauses Anspach sogar mit der Einlieferung ins Konzentrationslager, falls sie den Boykottaufruf missachten sollten. Kreispropagandaleiter Viktor Eisenbraun rief am selben Tag in der örtlichen Tagespresse zum Boykott gegen die Juden auf. Im September 1933 verließ Kurt Anspach Schorndorf, nachdem er als Jude seine Stelle bei der Gewerbebank, der heutigen Volksbank, verloren hatte. Nach einer vierjährigen Odyssee über Spanien und Österreich kam er im Oktober 1937 in New York an. Die in Schorndorf verbliebenen Anspachs standen seit 1933 ständig unter behördlicher Beobachtung und Kontrolle. 1937 folgten Kurt Anspach seine Schwester Lore und sein Bruder Helmut sowie 1938 seine Mutter Selma in die USA. Ihren Besitz und alles, was sich die Familie Anspach in den letzten Jahren aufgebaut hatte, mussten sie verkaufen.

Veranstalter: Stadt Schorndorf Ort: Rathaus Marktplatz 1, Foyer Uhrzeit: 19.00 Uhr

» Vortrag von Johannes Kiess Johannes Kiess stellt als einer der Autoren die Studie „Die Mitte im Umbruch - Rechtsextreme Einstellung in Deutschland 2012“ vor. Sie wurde im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung erstellt. Es schließt sich eine Diskussion an.

Veranstalter: Club Manufaktur e.V. Datum: Das genaue Datum entnehmen Sie bitte der Homepage: www.club-manufaktur.de Ort: Manufaktur

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13. September 2013

29. September 2013

Wie kam es zum Dritten Reich?

Besuch der Gedenkstätte Grafeneck

» Exkursion nach Grafeneck In Grafeneck begann im Jahr 1940 die sogenannte Aktion „T4“. In einem Jahr wurden hier 10.654 Menschen mit geistiger Behinderung oder psychischen Erkrankungen ermordet. Grafeneck war der erste Ort einer systematisch-industriellen Massenermordung in Gaskammern im Dritten Reich. Heute dient der Ort zur Erinnerung an die Opfer und gegen das Vergessen der Verbrechen. Die Gedenkstätte wird am Nachmittag besucht. Am Vormittag wird mit einer fachkundigen Führung der ehemalige Truppenübungsplatz Münsingen mit dem Dorf Gruorn besucht.

» Vortrag und Gespräch mit Dr. Günther Zollmann

Mit Hilfe von Massenpsychologie, Propaganda und Ideologie zog die NSDAP viele Wähler an. Aus welchen Schichten kamen sie? Welche Rolle spielten die wirtschaftliche und die politische Lage? War die Person Hitler oder die Bewegung ausschlaggebend für den Wahlerfolg der NSDAP? Antworten sollen aus der Sicht verschiedener Forschungsansätze gegeben werden.

Veranstalter: Heimatverein Schorndorf e.V. Ort: Grafeneck Uhrzeit: 8.30 Uhr (Abfahrt) Treffpunkt: Burggymnasium Unkostenbeitrag: Eintritt und Mittagessen auf eigene Kosten. Kosten für Bus und Fahrt übernimmt der Heimatverein.

Veranstalter: SPD Ortsverein Schorndorf und AWO Ortsverein Schorndorf e.V. Ort: Karl-Wahl-Begegnungsstätte Schorndorf Uhrzeit: 20.00 Uhr

Anmeldung: bis 13. September bei Holger Dietrich, Tel. 07181 713 61 Maximal 40 Teilnehmer Quelle: Bildarchiv Gedenkstätte Grafeneck , Graue Busse-Stetten 1940

Oktober 2013

Oktober 2013

14. Oktober 2013

Ernst Heinkel im Nationalsozialismus

Hindenburg: Förderer Hitlers oder „nur“ Steigbügelhalter?

Was wissen wir heute noch vom Dritten Reich?

» Vortrag von Prof. Dr. Paul Erker

» Diskussionsveranstaltung

» Podiumsgespräch

Wie Unternehmer während des Nationalsozialismus zwischen Kooperation und Konflikt mit der NS-Führung agierten, kann beispielhaft am Remstäler Flugpionier Ernst Heinkel beobachtet werden.

Mit einem Historiker wird die Rolle Hindenburgs bei der Machtübernahme der Nationalsozialisten diskutiert. Kann eine Stadt diesen Mann mit einer Straßenbenennung ehren?

Podiumsgespräch der Nachkriegsgenerationen über das Nazi-Reich. Historischer Abriss zum 14. Oktober 1933. An diesem Tag erklärte das Deutsche Reich seine Absicht, den Völkerbund zu verlassen sowie auf eine weitere Teilnahme an der Genfer Abrüstungskonferenz zu verzichten.

Veranstalter: NaturFreunde Schorndorf und SPD-Ortsverein Datum: Das genaue Datum und weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Homepage: www.naturfreunde-schorndorf.de

Veranstalter: CDU Stadtverband Schorndorf und Senioren-Union Schorndorf Ort: Galerie für Kunst und Technik Uhrzeit: 19.30 Uhr

Prof. Dr. Paul Erker von der Ludwig-MaximiliansUniversität München hat umfassend über die Geschichte der Heinkel-Werke und die Unternehmerpersönlichkeit Heinkels geforscht und publiziert.

Veranstalter: Stadtmuseum Schorndorf und Galerie für Technik Datum: Das genaue Datum und weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Homepage: www.galerien-kunst-technik.de

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ab 16. Oktober 2013

Ausstellung: Typisch „Zigeuner“?

» Ausstellung: Typisch „Zigeuner“? Mythos und Wirklichkeiten

2013 jährt sich zum 70. Mal die große Deportation der Sinti und Roma aus Württemberg und Baden. Am Stuttgarter Nordbahnhof, wo heute das „Zeichen der Erinnerung“ an diese Opfer des nationalsozialistischen Terrors erinnert, wurden die Menschen in Züge gepfercht. Sie wurden in das sogenannte Zigeunerlager im KZ AuschwitzBirkenau verschleppt. Nahezu die Hälfte dieser Deportierten waren Kinder unter 16 Jahren. Diese Deportation war Bestandteil der rassistischen Vernichtungspolitik der Nazis, die nur etwa zehn Prozent der seit Jahrhunderten in Mitteleuropa ansässigen Sinti und Roma überlebten. Nach dem Untergang des NS-Regimes wurden die Sinti und Roma weiterhin diskriminiert und verfolgt. Mit der Ausstellung wollen wir dieser oftmals vergessenen Opfer des Nationalsozialismus gedenken. Das Stadtmuseum Schorndorf eröffnet die Ausstellung am 16. Oktober 2013 um 18.30 Uhr. Anschließend sind alle Interessierten herzlich eingeladen, den Vortrag von Dr. Stephan Janker im Rathaus zu hören.

Veranstalter: Stadtmuseum Schorndorf Datum: 16. Oktober – 10. November 2013 Ort: Stadtmuseum Schorndorf Öffnungszeiten: Mo: geschlossen, Di-Fr: 14.00 - 17.00 Uhr, Sa: 10.00 - 12.00 Uhr und 14.00 - 17.00 Uhr, Sonn- und Feiertag: 10.00 - 17.00 Uhr

16. Oktober 2013

In Gedenken: Familie Guttenberger

25. Oktober 2013

Zwischen den Verhören

» Vortrag von Dr. Stephan Janker anlässlich des 70. Jahrestags der Deportation

» Szenische Lesung zu den

Am 15. März 1943 fuhr ein Zug von Stuttgart ab. Im Zug waren Sinti und Roma, im Dritten Reich als „Zigeuner“ und „Volksschädlinge“ verfemt. Sie wurden in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau gebracht, in dem es ein für diese Bevölkerungsgruppe eingerichtetes „Zigeunerlager“ gab. Nur wenige überlebten. Historiker schätzen, dass über 500.000 Sinti und Roma während der Nazi-Terrorherrschaft umgebracht wurden. An eben diesem 15. März wurden auch Mitglieder der Familie Guttenberger, sowie deren Ziehsohn Karl Eckstein aus der Römmelgasse 8 in Schorndorf verschleppt. Vater Anton, Mutter Johanna sowie die Kinder Berta, Marie, Elisabeth und das Pflegekind Karl wurden ins KZ Auschwitz-Birkenau gebracht und starben dort an „Typhus“. Johannes Guttenberger kam als einziger der Familie ins KZ Buchenwald, wo er durch Lungentuberkulose und Hunger umkam. Auch die anderen Familienmitglieder erlitten teilweise schlimme Schicksale. Dr. Stephan Janker, der als Historiker der Diözese Rottenburg-Stuttgart auch bei der zentralen Gedenkveranstaltung des Landes Baden-Württemberg und der evangelischen Landeskirche sprach, wird über die Geschehnisse und die neuesten Forschungsergebnisse zur Schorndorfer Familie Guttenberger berichten.

In einer szenischen Lesung unter der Leitung von Dr. Rochus Castner sind die Hauptkriegsverbrecher Göring, Schacht und Speer im Gespräch mit dem amerikanischen Gefängnispsychologen Dr. Gilbert zu sehen.

der Sinti und Roma aus Württemberg

Veranstalter: Stadt Schorndorf, evangelische Stadtkirche und katholische Kirchengemeinde Ort: Rathaus Marktplatz 1, Foyer Uhrzeit: 19.30 Uhr

Nürnberger Prozessen

Veranstalter: SPD Ortsverein Schorndorf und Club Manufaktur e.V. Ort: Saal der Manufaktur Uhrzeit: 19.00 Uhr Anmeldung: Club Manufaktur e.V. unter Tel. 07181 611 66

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27. Oktober 2013

Flüchtlinge und Vertriebene in Schorndorf nach 1945

» Museumsführung und Gespräch mit Johann Bischof

Zwischen 1945 und 1947 kamen 8.515 Flüchtlinge und Vertriebene nach Schorndorf. In einer großen Kraftanstrengung wurden sie vorübergehend untergebracht, bis sie in der Region eine neue Heimat finden konnten. Woher kamen sie und was waren die Ursachen ihrer Flucht? Welche Chancen und Probleme brachte dieser große Bevölkerungszuwachs in Schorndorf mit sich? Diesen Fragen gehen wir in einer Führung im Stadtmuseum Schorndorf in der Abteilung „Flucht – Vertreibung – Eingliederung“ nach. Für die Vorbereitung der Führung wurden viele Zeitzeugen befragt. Deshalb bieten wir auch im Anschluss an diese Veranstaltung die Möglichkeit zu Gespräch und Austausch. Veranstalter: Stadtmuseum Schorndorf Ort: Stadtmuseum Schorndorf Uhrzeit: 15.00 Uhr

Herbst 2013

ab Schuljahr 2013/14

Orte des Erinnerns, Mahnens und Gedenkens

Schorndorf unterm Hakenkreuz

» Broschüre zu einem Stadtrundgang An vielen Orten in Schorndorf kann man die Geschichte des Nationalsozialismus erzählen. Mit Hilfe der Broschüre können Schorndorfer und ihre Gäste sich selbst auf den Weg machen, um ihre Stadt unter dieser Perspektive kennenzulernen. Von großer Bedeutung sind dabei die Stationen, die auf die Verfolgung politischer Gegner sowie auf die aus rassenpolitischen Gründen verfolgten Familien und Einzelpersonen verweisen. Des Weiteren wird anhand der Denkmale berühmter Schorndorfer Persönlichkeiten über deren Instrumentalisierung für die NS-Ideologie berichtet. Die Gleichschaltung des wirtschaftlichen, kulturellen und Vereinslebens Schorndorfs wird an einzelnen Orten deutlich gemacht und die zentralen Quartiere der NSDAP und der ihr nahestehenden Organisationen werden aufgezeigt. Hinzu kommen die Einsatzorte von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen in den Betrieben der Stadt sowie die Einbeziehung der lokalen Industrie in die Kriegswirtschaft.

» Museumspädagogisches Programm im Stadtmuseum Schorndorf

Das Stadtmuseum Schorndorf besitzt eine eigene Abteilung zu Schorndorf im Nationalsozialismus sowie zu Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg. Für diese Abteilungen wird ein museumspädagogisches Programm entwickelt, dass es Schulklassen ermöglicht, das allgemeine Lernwissen über die NS-Zeit auf ihre eigene Stadt zu beziehen und die Durchsetzung dieses politischen Regimes auf kommunaler Ebene nachzuvollziehen. Die Themen der Ausstellung sind: politische und rassische Verfolgung, schulische Erziehung im NS und Massenpropaganda, Luftkrieg und Kriegsopfer, Zeit des Mangels sowie Flucht und Vertreibung. Nicht nur das historische Verständnis, sondern auch das Bewusstsein für die Bedeutung der Demokratie und die Würde des Einzelnen soll damit gefördert werden.

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Stadtverwaltung Schorndorf Hauptamt Marktplatz 1 73614 Schorndorf Telefon 07181 602-113 Telefax 07181 602-104 www.schorndorf.de [email protected]