Evangelische Kita St. Johannes - Ev. Kita St. Johannes, Geesthacht

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GEES T HACH T Evangelische Kita St. Johannes Ti Konzeption tel Umschlag Mit Gott groß werden. 1 Unser Motto Die Welt entdecken, mit allen Sinnen...

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GEES T HACH T

Evangelische Kita St. Johannes Ti Konzeption tel

Umschlag

Mit Gott groß werden.

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Unser Motto Die Welt entdecken, mit allen Sinnen erleben und spüren. Wie ein Detektiv den Dingen auf den Grund gehen und wie ein Forscher Zusammenhänge klären. Und schließlich dem Abenteuer Leben entgegentreten.

Unsere Gruppen • Entdecker • Spürnasen • Detektive • Forscher • Abenteurer

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Mit Gott groß werden.

Evangelische Kita St. Johannes ichweg 4 | 21502 Geesthacht E Telefon 04152 - 88 71 24 - 0 | Fax 04152 - 88 71 24 - 9 [email protected] | www.eva-kita.de

Kita St. Johannes

1. 1.1. 1.2. 2. 2.1. 2.2. 2.3. 2.4. 3. 4. 4.1. 4.2. 4.3. 4.4. 4.5. 4.6. 4.7. 5. 6. 7. 8. 9. 10.

4

Konzeption Grundlegende Aussagen Gesetzliche Grundlagen Leitbild des Kirchenkreises Rahmenbedingungen Trägerschaft Leistungen, Öffnungszeiten, personelle Ausstattung Lage und Einzugsgebiet Räumliche Ausstattung Religionspädagogik Pädagogische Arbeit Grundlagen und Ziele Sprachbildung Bewegung, Körper, Gesundheit Kreativität und Gestaltung Forschendes Lernen Soziale und kulturelle Umwelt Vorschularbeit Partizipation und soziales Miteinander Kinderschutz Eingewöhnung, Gestaltung von Übergängen Beobachtung und Dokumentation Zusammenarbeit mit Familien Beschwerde-Management Zusammenarbeit der Mitarbeitenden

Krippen St. Johannes

6 6 6 7 7 7 8 9 10 11 11 12 13 15 16 17 18 20 21 21 23 25 27

11. 12. 12.1. 12.2. 12.3. 12.4. 12.5. 12.6. 12.7. 13. 14. 15. 16.

Konzeption Grundlagen und Ziele der pädagogischen Arbeit Inhalte und Praxis Eingewöhnung Übergänge Austausch mit dem Kind Spielen und Entdecken Essen und Trinken Ruhe finden und Schlafen Körperbewusstsein und Sauberkeitsentwicklung Religionspädagogik Raumgestaltung Beobachtung und Dokumentation Zusammenarbeit mit Familien

30 31 31 32 33 34 35 36 37 38 39 41 42

Zu guter Letzt 17. 18. 19.

Qualitätssicherung Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung Schlusswort

44 45 46

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Evangelische Kita St. Johannes

1.

Grundlegende Aussagen

1.1. Gesetzliche Grundlagen Laut Kindertagesstättengesetz Schleswig-Holstein § 1, Abs. 1. ist die Kindertagesstätte St. Johannes eine sozialpädagogische Einrichtung, in der Kinder bis zum vollendeten 14. Lebensjahr ganztags oder einen Teil des Tages regelmäßig gefördert werden. Kindertagesstätten haben einen eigenen Betreuungs-, Erziehungs- und Bildungsauftrag. Dabei ist die Entwicklung des Kindes zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu unterstützen und das leibliche, seelische und geistige Wohl des Kindes zu fördern (§ 4, Abs. 1.). Wir berücksichtigen bei der Wahrnehmung dieses Betreuungs-, Erziehungs- und Bildungsauftrages, sowie der Unterstützung und Weiterentwicklung der Fähigkeiten der Kinder die Bildungsbereiche, die in den Schleswig-Holsteiner Leitlinien zum Bildungsauftrag in Kindertageseinrichtungen „Erfolgreich starten“ beschrieben werden.

1.2. Leitbild des Kirchenkreises Das Leitbild der evangelischen Kindertageseinrichtungen im Kirchenkreis Hamburg-Ost liegt der Konzeption bei.

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2.

Rahmenbedingungen

2.1. Trägerschaft Träger der Kindertagesstätte St. Johannes ist der Kirchengemeindeverband der Kindertageseinrichtungen im Ev. Luth. Kirchenkreis Hamburg-Ost. Die Kirchengemeinde Geesthacht ist Mitglied im Kirchengemeindeverband. Die Verbandsvertretung bestellt den Verbandsausschuss, der für die strategische Ausrichtung und die operative Führung zuständig ist. Die Geschäftsführung ist dem Diakoniewerk des Kirchenkreises Hamburg-Ost übertragen.

2.2. Leistungen, Öffnungszeiten, personelle Ausstattung In der Kita St. Johannes werden Kinder im Alter von acht Wochen bis zu 14 Jahren betreut. In zwei Krippen- und zwei Elementargruppen sowie einer Hortgruppe werden 20 Plätze für Kinder unter drei Jahren, 42 Plätze für Kinder zwischen drei und sechs Jahren und 15 Plätze für Schulkinder angeboten. Die Kita St. Johannes ist eine Ganztagseinrichtung und hat montags bis freitags von 6:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet. Die Eltern können Betreuungsangebote von sieben bis zu zwölf Stunden für ihre Kinder wählen. Die Kita schließt drei Wochen in den Sommerferien von Schleswig-Holstein, zwischen dem 24.12. und dem 31.12., am Tag nach Christi Himmelfahrt, sowie für einen Studientag und einen Betriebsausflug pro Jahr. Die Eltern werden mit Beginn des neuen Kindergartenjahres über die Schließzeiten informiert.

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In den beiden Krippengruppen (Entdecker und Spürnasen) sind fünf Erzieher/innen mit unterschiedlicher Stundenzahl beschäftigt. In den Elementargruppen (Detektive und Forscher) und im Hort (Abenteurer) sind je zwei Erzieher/innen tätig. Das Mittagessen für die Kinder wird in der Geesthachter Kindertagesstätte St. Salvatoris gekocht und unmittelbar nach der Zubereitung in die Kita St. Johannes transportiert. Der Speiseplan bietet eine ausgewogene und abwechslungsreiche Mischkost, um zu einer gesunden Ernährung beizutragen. Die Kinder nehmen die Mahlzeiten in ihren Gruppenräumen ein.

2.3. Lage und Einzugsgebiet Die ehemalige Kirche und das Gemeindezentrum St. Johannes liegen in einem Wohngebiet mit Einfamilienhäusern aus den 1960er Jahren in der Oberstadt Geesthachts. Das Gebäude wurde 2009 zu einer Kindertagesstätte umgebaut und umfassend saniert. In der unmittelbaren Umgebung der Kita befinden sich ein Waldgebiet und die Feldmark, beides bietet den Kindern vielfältige Möglichkeiten für Spaziergänge und Ausflüge, zum Erkunden der Natur und zum Forschen und Entdecken. Einkaufsmöglichkeiten sind ein Super- und Drogeriemarkt und eine Bäckerei in der Nähe der Kita. Unsere Hortkinder benötigen für ihren Schulweg zur Oberstadtschule ca. 15 Minuten. Gegenüber der Schule befindet sich das Geesthachter Mehrgenerationenhaus – OberstadtTreff, hier können verschiedene kulturelle Angebote genutzt werden. Das Zentrum der Stadt Geesthacht ist durch regelmäßig verkehrende Linienbusse in ca. 15 Minuten zu erreichen.

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2.4. Räumliche Ausstattung Der Krippenbereich ist in zwei Gruppenräume, zwei Schlafräume und einen, von beiden Gruppenräumen aus begehbaren Wickel- und Sanitärbereich aufgeteilt. Die Elementargruppen und der Hort verfügen über je einen Gruppenraum mit angrenzendem Nebenraum. Der Nebenraum des Horts wird auch zur Erledigung der Hausaufgaben genutzt. Ein Sanitärbereich mit Waschbecken und Dusche steht beiden Gruppen zur Verfügung, WCs sind in ausreichendem Maß vorhanden. Im Bewegungsraum können die Kinder vielfältige Körper- und Bewegungserfahrungen machen, durch gezielte Angebote werden die Kinder motorisch gefördert. In der Begegnungshalle finden gruppenübergreifende Aktionen statt, wie z.B. Geburtstagsfeiern, der Morgenkreis oder religionspädagogische Angebote und Kita-Andachten mit dem Gemeindepastor und dem Kantor und vieles mehr. Die Halle bietet sich ebenso für Elternabende und andere Veranstaltungen an. In der Küche stellt unsere Hauswirtschaftskraft das Geschirr für die Mahlzeiten bereit, teilt das Mittagessen aus und spült das Geschirr. Die Gruppen können die Küche zur Zubereitung von Speisen und Gebäck nutzen.



Ein Mitarbeiterzimmer steht den Kollegen/innen als Pausenraum und für die Vor- und Nachbereitung der pädagogischen Arbeit zur Verfügung, Elterngespräche und ähnliches können hier ebenso stattfinden.

Das großzügige, hinter der Kita gelegene Außengelände bietet den Kindern aller Altersstufen zahlreiche Spielmöglichkeiten. Sandspielzeug und Fahrzeuge wie Dreiräder und Roller runden das Spielangebot ab.

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3.

Religionspädagogik

In der evangelischen Kita St. Johannes sind alle Kinder und ihre Familien unabhängig von ihrer Religion und kulturellen Herkunft willkommen. Die Kita ist Teil der ev. luth. Kirchengemeinde Geesthacht. In Zusammenarbeit mit dem Gemeindepastor, dem Kantor und dem Gemeindepädagogen planen und gestalten wir die regelmäßigen Kinderandachten, die am Nachmittag für alle Kinder stattfinden, gemeinsame Feste, die jährlich stattfindende Bibelwoche und andere Aktivitäten. Der Kantor der Gemeinde kommt wöchentlich in die Kita, um mit den Kindern zu singen und zu musizieren. Als evangelische Kindertagesstätte geben wir den Kindern die Möglichkeit, die christlichen Werte und Normen kennenzulernen und sich damit auseinander zu setzen: • • • • •

Mit Gott groß werden.

Gottesbild – Menschenbild Die Einmaligkeit der Schöpfung Nächstenliebe Freude – Trauer Sterben und Auferstehung

Kinder und Eltern können erleben, dass der Glaube eine verlässliche Größe sein kann und dass man Gott als Hilfe ansehen kann. In der Gemeinschaft können die Kinder christliche Werte und soziale Regeln erlernen und erproben. Zur kind- und altersgerechten Vermittlung religiöser Inhalte greifen wir auf Kinderbibeln, entsprechende Bilderbücher, Lieder, Gebete und Tischsprüche zurück. Es ist selbstverständlich, dass wir mit den Kindern die Hintergründe der christlichen Feste erarbeiten und diese, zum Teil mit den Eltern, gemeinsam feiern.

10

4.

Pädagogische Arbeit

4.1. Grundlagen und Ziele Unsere pädagogische Arbeit orientiert sich am christlichen Menschenbild. Wir nehmen jeden Jungen und jedes Mädchen als eigenständige Persönlichkeit mit ihren Stärken, Schwächen, Eigenarten an und möchten sie als liebevoller, wertschätzender und vertrauensvoller Partner begleiten. Bei uns lernen die Kinder – spielend! Spielen ist die wichtigste Tätigkeit der Kinder. Spiel ist Kommunikation, Lernen und Begreifen mit Freude und Spaß. Im Spiel machen Kinder grundlegende Erfahrungen mit sich selbst, mit ihrer Lebenswelt aber auch mit der der Anderen. Erlebnisse werden im Spiel verarbeitet und bewältigt. Für uns ist es selbstverständlich, den Kindern Raum, Zeit und Gelegenheiten zum Spielen zu geben. Um die ganzheitliche Entwicklung der Kinder zu fördern, bieten wir ihnen vielfältige Möglichkeiten, mit allen Sinnen die Welt zu erobern, zu erforschen und zu verstehen. Wir arbeiten nach dem „Situationsorientierten Ansatz“, d. h. wir greifen die Themen und Interessen der Kinder auf und bearbeiten diese auf unterschiedlichste Art und Weise u. a. in Projekten. Hier kann sich jedes Kind mit seinen Fähigkeiten und seinem Entwicklungsstand entsprechend einbringen.

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4.2. Sprachbildung Sprache und Kommunikation sind die Grundlagen für ein gelingendes Miteinander in der Kindertagesstätte. Sprachbildung ist zuerst einmal die Sprachanbahnung durch das gezielte Fördern der Mund- und Zungenmotorik und das Wecken der Sprechfreude durch eine positive Verstärkung des Gesprochenen. Sprachentwicklung geht einher mit der ständigen Erweiterung des Wortschatzes, der korrekten Aussprache von Buchstaben, Silben und Worten und schließlich den richtig angewandten grammatikalischen Grundregeln. Wir fördern diese Prozesse, in dem wir das Alltagsgeschehen sprachlich begleiten. Gesprächsanlässe werden durch das Stellen offener Fragen geschaffen. Zu einer gesprächsfreundlichen Atmosphäre gehört das Zuhören, der Blickkontakt zu den Gesprächspartnern und das gegenseitige Aussprechen lassen. Die Erzieher/innen nehmen hier eine Vorbildfunktion ein. Viele Angebote im Alltag unterstützen die Sprachbildung und Sprachentwicklung der Kinder. Gesprächsrunden, wie der so genannte Stuhl- oder Sitzkreis, ermuntern sie zur verbalen Auseinandersetzung mit den anderen. Bilderbücher unterstreichen das Gesprochene durch die visuelle Wahrnehmung, das Vorlesen von Geschichten fördert das Zuhören. Das regelmäßige Singen und Musizieren in den Gruppen und auch im wöchentlich stattfindenden Morgenkreis, verbindet den Erwerb von Sprache mit rhythmischen Elementen. Zu den Sprachritualen gehören Reime, Tischsprüche, Gebete und Fingerspiele, die die Freude am Sprechen fördern. Das Programm „Faustlos“ lehrt Kinder die eigenen, aber auch die Gefühle der anderen zu benennen und auszudrücken. Durch die Gestaltung unserer Räume und die Auswahl des Spielmaterials schaffen wir eine sprachanregende Umgebung. Bilder und Fotos sind in Kinderhöhe angebracht, Bücher und Spiele sind für die Kinder selbständig zu erreichen, Funktionsecken laden die Kinder ein, miteinander zu kommunizieren.

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4.3. Bewegung, Körper, Gesundheit Leben ist Bewegung – ohne Bewegung kommt das Leben zum Stillstand. Bewegung ist die Grundlage jeder Entwicklung. Aus diesem Grund spielt die Bewegungserziehung für uns eine tragende Rolle. „Über Bewegung und Wahrnehmung treten Kinder in einen Dialog mit ihrer Umwelt und erschließen sich ihre Welt. Greifen wird zum Be–greifen, das Fassen zum Er–fassen. Bewegung und Wahrnehmung sind also die Grundlage, die Basis von Lern- und Entwicklungsprozessen.“ Vgl. Renate Zimmer 1996 Auf unserem großzügigen Außengelände können die Kinder ihrem Bewegungsdrang mit und ohne Begleitung der Mitarbeitenden nachkommen. Sie finden dort eine Vielzahl an Bewegungsmöglichkeiten, wie Klettern, Laufen, Springen, Rutschen, Balancieren und das Spielen im / mit Sand. Dreiräder und Roller stehen den Kindern als Fahrzeuge zur Verfügung. Im nahegelegenen Wald können die Kinder, neben Bewegungserfahrungen, die Natur mit allen Sinnen erleben. Draußen zu spielen bedeutet aber auch, dass Kleidung verschmutzt oder eventuell beschädigt wird. Gezielte Bewegungsangebote finden auch in der Kita statt. In unserer Begegnungshalle treffen sich die Kinder regelmäßig, auch gruppenübergreifend, zu Kreis- und Rollenspielen und zum freien oder angeleiteten Tanzen. Alle Gruppen nutzen den Bewegungsraum, der mit unterschiedlichen Geräten und Materialien für eine altersgerechte motorische Förderung der Kinder ausgestattet ist. Dieser Raum wird

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auch für regelmäßig stattfindende Projekte, wie z. B. der wöchentlichen Entspannungsstunde. Besondere Angebote sind Workshops. Zur gesunden Entwicklung eines Kindes gehört auch die Entwicklung der Körperwahrnehmung. Kinder möchten ihren Körper erleben und sich mit ihm beschäftigen. Sie suchen auf unterschiedlichste Art und Weise Körpererfahrungen und lernen so die Grenzen, Möglichkeiten und Funktionen ihres Körpers kennen. Zur Wahrnehmung des Körpers gehören auch die Sinneswahrnehmungen. Dazu zählen Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen. Neben den Sinnesreizen, die sich die Kinder selber verschaffen, wie z.B. durch matschen, spielen im Sand, kuscheln mit anderen usw., unterstützen wir diese Selbstbildungsprozesse durch gezielte Angebote. Beispielsweise: Baden und Planschen, Riechen und Schmecken, Matschen mit Schlamm, Farben, Rasierschaum, Massagen mit unterschiedlichen Materialien. Ganzheitliche Körperwahrnehmung und -entwicklung beinhaltet auch die Auseinandersetzung mit dem eigenen Geschlecht und mit dem der Anderen, beispielsweise bei „Doktorspielen“. Wir beeinflussen die Kinder nicht in ihrer geschlechtsspezifischen Entwicklung. Im Team und mit den Kindern reflektieren wir Bilder von Geschlechterrollen und ermutigen sie, eine individuelle Identität zu entwickeln. „Die Gesundheit ihrer Kinder liegt uns am Herzen.“ Wir legen Wert auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Täglich nehmen die Kinder drei Mahlzeiten in der Kita ein. Obst und Gemüse stehen für sie zusätzlich bereit. Getränke wie Wasser, ungesüßte Frucht- bzw. Kräutertees und Saftschorlen sind für die Kinder jederzeit zugänglich. Hygienische Maßnahmen wie Händewaschen, Zähneputzen usw., gehören zu den täglichen Abläufen in der Kita. Wir unterstützen die Kinder auf dem Weg zur Selbständigkeit in der Tageshygiene, helfen ihnen dabei selbstverständlich, solange es nötig ist. 14

Bei der Sauberkeitserziehung begleiten und unterstützen wir die Kinder, bis sie die körperliche Reife und die Bereitschaft zum Trockenwerden entwickelt haben.



Wir berücksichtigen im Tagesablauf die individuellen Ruhebedürfnisse der Kinder und geben ihnen ent- sprechende Rückzugsmöglichkeiten.

Kranke Kinder sollten nicht die Kita besuchen. Medikamente werden, z.B. bei chronischen Erkrankungen oder Allergien, nur nach Vorlage der ärztlichen Verordnung verabreicht.

4.4. Kreativität und Gestaltung Ein Kind hat hundert Sprachen hundert Hände hundert Gedanken hundert Weisen zu denken zu spielen und zu sprechen. Immer hundert Weisen zuzuhören zu staunen und zu lieben Immer hundert Weisen zu singen und zu verstehen hundert Welten zu entdecken hundert Welten zu erfinden hundert Welten zu träumen. Ein Kind hat hundert Sprachen Doch es werden ihm neunundneunzig geraubt. Loris Malaguzzi Kinder nehmen ihre Welt sinnlich wahr und setzen sich mit ihr auseinander. Sie möchten ihren Wahrnehmungen Ausdruck verleihen und machen dieses auf unterschiedliche Weise, z.B. im gestalterischen Bereich, im Rollenspiel, im spielerischen Umgang mit der Sprache. 15

Bei uns finden die Kinder Platz, Zeit und Möglichkeiten, sich mit der Welt kreativ auseinander zu setzen. Ihre individuellen Vorstellungen und Phantasien haben Vorrang vor gegebenen Schablonen und Anleitungen. Eine Vielzahl von Materialien und Werkzeugen stehen den Kindern zur freien Verfügung und geben ihnen täglich Anreize, sich im gestalterischen Bereich auszudrücken. Wir setzen Impulse zum Umgang mit den Materialien, indem wir den Kindern verschiedene Techniken oder Anwendungen anbieten. Rollenspielecken mit Verkleidungssachen, Tüchern, Decken, aber auch Haushaltsgegenstände und Kindermöbel laden die Kinder ein, Erlebtes aus ihrer Sicht, allein oder mit anderen nachzuspielen und auszuleben.

4.5. Forschendes Lernen Kinder sind Entdecker, sie wollen ihre Umwelt verstehen und erobern. Schon nach der Geburt beginnen sie sich mit ihrem Umfeld und ihrer Umgebung auseinander zu setzen. Mit allen Sinnen erforschen sie die Dinge in ihrer Nähe, sie stecken sie in den Mund, riechen daran, sie fühlen und sie hören. Kinder im Alter bis zu sieben Jahren lernen ganzheitlich, d.h. sie lernen mit allen Sinnen, sie eignen sich Bildung buchstäblich durch das „Begreifen“ an. Das Lernen geschieht auf vielfältige Art und Weise – „Lernen geht 100 Wege“. Jedes Kind entwickelt seine individuellen Lernstrategien. Um dem ganzheitlichen Ansatz und den unterschiedlichen Lernstrategien der Kinder nach zu kommen, ermöglichen wir den Kindern ein „forschendes Lernen“. Sie bekommen keine fertigen Lösungen, wir ermuntern die Kinder, gemeinsam und mit uns Antworten zu finden. Dazu bieten wir ihnen eine große 16

Vielfalt an Materialien, Fach- und Sachbücher und Möglichkeiten zum Ausprobieren und Experimentieren. Durch das Arbeiten in Projektform setzen sich die Kinder mit einem Thema auf ganz unterschiedliche Art und Weise auseinander. Jedes Kind kann sich so seinem Entwicklungsstand, seinen Fähigkeiten und Interessen entsprechend beteiligen und bekommt Anreize, Neues auszuprobieren. Die Themen der Projekte und ihr Ablauf werden mit den Kindern besprochen und festgelegt

4.6. Soziale und kulturelle Umwelt Kinder wachsen von Geburt an in die Gesellschaft und Kultur hinein. Sie leben mitten in gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Zusammenhängen und übernehmen allmählich deren Werte, Normen und Regeln. Unsere Kita, selbst ein Teil des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens der Stadt Geesthacht, ist ein Ort, an dem Kinder in der Begegnung mit anderen Kindern und deren Familien unterschiedliche Lebensformen, Lebensweisen und Ansichten kennenlernen können. Gemeinsame Regeln ordnen das Zusammenleben in der Kita. Die Kinder sind, im Rahmen ihrer Entwicklung, an der Erarbeitung von Regeln beteiligt. Die Übernahme von Aufgaben und Ämtern fördern das Verantwortungsgefühl des einzelnen Kindes für die Gemeinschaft. Wir greifen, je nach Alter und Entwicklungsstand, gesellschaftliche und politische Themen auf, um sie mit den Kindern zu bearbeiten. Die Vermittlung von Toleranz und Respekt vor anderen Menschen, deren Kultur und Religion und die Achtung vor der belebten wie unbelebten Umwelt stehen dabei im Vordergrund unserer Arbeit. 17

Es ist uns wichtig, dass die Kinder einen Eindruck von den Zusammenhängen in einem Gemeinwesen wie der Stadt Geesthacht erhalten. Die Auseinandersetzung mit Themen wie Polizei, Feuerwehr, Tierheim etc. und deren Besuch, gibt den Kindern ein Bild von den Aufgaben verschiedener Institutionen. Gemeinsame Spaziergänge, Wanderungen und Ausflüge dienen der Erforschung der näheren Umgebung der Kita. Durch die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel erreichen die Kinder auch entferntere Ziele und lernen den Umgang mit Bus und Bahn. Die Kinder besuchen mit uns kulturelle Einrichtungen wie die Bücherei, das Museum, des Mehrgenerationenhaus – OberstadtTreff oder Kino und Theater.

4.7. Vorschularbeit Mit dem Eintritt der Kinder in den Elementarbereich der Kita beginnt die Vorbereitung auf die Schule – die Vorschularbeit. In dieser Zeit geht es nicht nur um die Vermittlung von Bildungsinhalten, Werten und Normen, sondern auch um die Förderung von Selbständigkeit, Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl. Im Jahr vor der Einschulung des Kindes wird die Vorschularbeit intensiviert. Ein wesentlicher Bestandteil unserer Vorschularbeit ist die Lernwerkstatt, die dem ganzheitlichen Lernen der Kinder unter sieben Jahren gerecht wird. Hier haben die Kinder die Möglichkeit, zu forschen und zu experimentieren. Durch die gemeinschaftliche Arbeit der Kinder mit und ohne Begleitung der Erzieher/innen, erschließen sie sich ein Bild von ihrer Umwelt. Sie können naturwissenschaftliche Zusammenhänge erleben, Verständnis für mechanische und technische Gegebenheiten entwickeln und sie lernen die Bedeutung von Symbolen und Zeichen kennen. Durch die Auseinandersetzung mit verschiedenen Materialien bekommen die Kinder einen Eindruck von deren spezifischen Eigenschaften.

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Die Lernwerkstatt unterstützt die Kinder selbst-, sozial-, sachund lernmethodische Kompetenzen zu erwerben. Unsere Lernwerkstatt teilt sich in den offenen und den didaktischen Bereich. Der offene Bereich ist für alle Kinder zugänglich und umfasst Anregungen zur Auseinandersetzung mit Mengen, Gewichten und Maßen, Größenverhältnissen und Zahlen. Schreibutensilien regen die Kinder zum Umgang mit Sprache, Zeichen und Schrift an. Die Erzieher/innen geben Impulse für Aufgabenstellungen. Der didaktische Bereich ist den fünf- und sechsjährigen Kindern vorbehalten. Er ist klar strukturiert und gibt ein erkennbares Ziel mit einem oder mehreren Lösungswegen vor. Im Portfolio gibt es einen Abschnitt für die Zeit vor dem Schulbeginn, in dem besondere Projekte und der allmähliche Übergang vom Kindergarten- zum Schulkind dokumentiert werden (siehe auch Punkt 8, Seite 23). Die sozialen Kompetenzen werden durch das Miteinander von Groß und Klein in der Gruppe und in der Kita gestärkt und gefördert. Die älteren können die jüngeren Kinder unterstützen und ihnen ein Vorbild sein. Die Übernahme von Aufgaben im Gruppenund Kita-Alltag bestärkt das Verantwortungsgefühl der Kinder.

19

5.

Partizipation und soziales Miteinander

Im § 16 (2) des Kindertagesstättengesetzes Schleswig-Holsteins heißt es: „Die Kinder in Kindertageseinrichtungen sind ent- sprechend ihrem Entwicklungsstand, insbesondere im schulpflichtigen Alter, bei Angelegenheiten, die ihren Tagesablauf betreffen, zu beteiligen.“



Unser Zusammenleben in Deutschland basiert auf demokratischen Grundprinzipen. Die Mitarbeitenden verstehen die Kita St. Johannes als einen Ort, an dem Kinder demokratische Prozesse erfahren und einüben können. Die Kinder erleben, dass ihre Ideen, Bedürfnisse und Vorstellungen ernstgenommen und berücksichtigt werden und dass sie Verantwortung für die Gemeinschaft übernehmen können. Die Kinder und Erzieher/innen treffen sich regelmäßig in ihren Gruppen zum Sitz- bzw. Stuhlkreis. In diesem Gremium finden, je nach Alter und Entwicklungsstand, Gespräche und Austausch statt. Hier werden Regeln, die das Miteinander in den Gruppen ordnen, gemeinsam besprochen und festgelegt. Es werden Projekte und Aktivitäten für die nächste Zeit geplant oder es wird über den Verlauf des Tages beraten. Probleme und Konflikte können erörtert und gemeinsam gelöst werden. Jeder hat die Möglichkeit seine Wünsche, Interessen und Vorstellungen einzubringen und das Geschehen in der Gemeinschaft mit zu gestalten. Durch die Übernahme von Aufgaben und Ämtern können die Kinder Verantwortungsgefühl für sich selbst und für die Gruppe entwickeln.

20

6.

Kinderschutz

Kindertagesstätten sind beauftragt, den Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung, siehe § 8a SGB VIII, wahrzunehmen. Die Kita St. Johannes arbeitet nach dem „Handlungskonzept zur Sicherung des Wohls der Kinder und Jugendlichen in evangelischen Kitas“. Es ist allen Mitarbeitenden bekannt und zugänglich. Eine „insoweit erfahrene Fachkraft“ ist Ansprechpartnerin für die Mitarbeitenden, ihre Telefonnummer ist allen bekannt und zugänglich.

7.

Eingewöhnung, Gestaltung von Übergängen

Die Aufnahme in die Kindertagesstätte ist für die Kinder meist die erste „große“ Trennung von ihren Eltern. Sie kommen aus ihrer gewohnten häuslichen Umgebung in ein fremdes Haus mit Gruppen- und Funktionsräumen, mit vielen anderen Kindern und unbekannten Erwachsenen. Das kann bei den Kindern, aber auch ihren Eltern, Ängste, Sorgen und Befürchtungen wecken. Um Kinder und Eltern gut auf die Kindergartenzeit vorzubereiten und ein behutsames Einleben in den Kita-Alltag zu ermöglichen, arbeiten wir nach dem „Berliner Eingewöhnungsmodell“. Es wurde Ende der 1980er Jahre zur Eingewöhnung von Kleinkindern in Krippengruppen entwickelt. 21

Im Erstgespräch, in dem Bedeutung und Ablauf der Eingewöhnung besprochen werden, lernen die Eltern ihre Eingewöhnungserzieher/in kennen, sie wird Eltern und Kind als Bezugserzieher/in begleiten. Während der Grundphase lernt das Kind in seinem persönlichen Tempo die Erzieher/in und die Gegebenheiten im Gruppenraum gemeinsam mit einem Elternteil (Bezugsperson) kennen. In der zweiten Phase verlässt die Bezugsperson kurz den Gruppenraum. Kann das Kind gut mit dieser Trennung umgehen, werden die Zeiträume, in denen es alleine mit seiner Bezugserzieher/in ist, erweitert. In der dritten Phase kann sich das Kind schon gut lösen und die Bezugsperson kann die Kita für einige Zeit verlassen. Nachdem sich das Kind voll in den Kita-Alltag eingelebt hat, findet das abschließende Eingewöhnungsgespräch statt. Insgesamt sollten Eltern mit einer Eingewöhnungsdauer von drei bis vier Wochen rechnen. Wir haben sehr gute Erfahrungen mit dem Berliner Eingewöhnungsmodell gemacht und wenden es leicht abgewandelt und verkürzt auch zur Eingewöhnung der Kinder im Elementarbereich an. Während der Eingewöhnung erleichtern den Kindern persönliche Gegenstände, z.B. Kuscheltiere, und wiederkehrende Abläufe das Einleben in die Kita. Sie sind Orientierungshilfe und geben Sicherheit. Es ist uns wichtig, dass für die Kinder keine Brüche durch Gruppenwechsel stattfinden. Den Übergang der Kinder vom Krippen- in den Elementarbereich gestalten wir fließend. Ca. sechs Wochen vor dem Gruppenwechsel beginnt die Eingewöhnung in die neue Gruppe. Die Bezugserzieher/in aus der Krippe und das Kind besuchen in regelmäßigen Abständen den Elementarbereich. Das Kind hat so die Möglichkeit Kinder, Erzieher/innen, Gruppenräume und Abläufe in der neuen Gruppe allmählich und in Begleitung seiner vertrauten Erzieher/in kennen zu lernen. Mit dem Abschiedsfest und der Übergabe des Portfolios endet die Zeit als Krippenkind. Im Jahr vor der Einschulung wird die Vorbereitung der Kinder auf die Schule intensiviert. Besondere Angebote und feste Zeiten in der Lernwerkstatt, die die selbst-, sach-, sozial- und Lernkompetenz der fünf- und sechsjährigen Kinder zusätzlich stärken, sind Ausdruck für den Wandel vom Vorschulkind zum Schulkind. Während eines Hospitationsbesuches in einer ersten Klasse, erhalten die Kinder einen Eindruck vom Schulalltag. Mit einem Abschiedsritual werden sie aus der Elementargruppe in die Schule und gegebenenfalls in unsere Hortgruppe entlassen.

22

8.

Beobachtung und Dokumentation

Die Beobachtung der Entwicklung von Kindern und die Wahrnehmung der Themen, für die sich Kinder interessieren, sind die Basis unserer zielgerichteten Bildungsarbeit. Das Erkennen des Entwicklungsstandes eines Kindes und der Themen, die es momentan beschäftigen, ermöglichen dem/der Erzieher/in eine individuelle Förderung des Kindes. Wir beobachten die Kinder nach dem Prinzip der „Bildungs- und Lerngeschichten“. Jedes Kind wird regelmäßig beobachtet. Die Beobachtungen werden schriftlich festgehalten und nach bestimmten, stärkenorientierten Kriterien ausgewertet. Diese geben Auskünfte über die Interessen, die Art zu lernen, die Kompetenzen des Kindes und die während der Beobachtung berührten Bildungsbereiche. Im kollegialen Austausch überprüfen die Kollegen/innen, ob sie das einzelne Kind auf gleiche Weise wahrnehmen und welche Ziele sie zur weiteren Förderung des Kindes anstreben werden.

Einmal im Jahr wird für jedes Kind eine Lerngeschichte geschrieben. Durch sie bekommt das Kind eine wertschätzende Rückmeldung über sein Können und Wissen, seine Interessen und Lernstrategien.

Grundlage für die Lerngeschichten der Kinder und die Entwicklungsgespräche mit ihren Eltern sind die Beobachtungen und ihre Auswertungen. Die niedergeschriebenen Beobachtungen und Auswertungen werden vor dem Zugriff Dritter geschützt.

23

9.

Zusammenarbeit mit Familien

Wir dokumentieren die Entwicklung des Kindes im sogenannten „Portfolio“. Es ist ein Ordner, in dem der Alltag des Kindes in der Kita, seine Lerngeschichten, seine Fähigkeiten, Kompetenzen und Fertigkeiten dokumentiert werden. In Gesprächen wählen Kind und Erzieher/in aus, was in das Portfolio aufgenommen wird. Das Portfolio kann mit Fotos, gemalten Bildern und kreativen Arbeiten, aber auch mit Texten, die das Kind dem/der Erzieher/in diktiert, gestaltet werden. Auch Eltern können in die Portfolio-Arbeit einbezogen werden und um Beiträge für das Portfolio gebeten werden. Das Portfolio gehört dem Kind, wer es anschauen möchte, bittet es um Erlaubnis. Weitere Dokumentationen der pädagogischen Arbeit in der Kita finden Eltern an den Pinnwänden oder auf Wandzeitungen in den Gruppenräumen.

Zum Wohle des Kindes, für seine Entwicklung und Förderung ist es unerlässlich, dass Eltern und die Mitarbeitenden der Kita vertrauensvoll zusammenarbeiten und im regelmäßigen Austausch bleiben. Als Grundlage für den gegenseitigen Austausch ist das Aufnahmegespräch zu sehen. Hier berichten die Eltern von der Lebenssituation des Kindes und seiner Familie, z.B. ob es Geschwister hat, welche Vorlieben und Gewohnheiten das Kind hat, was es mag, u.v.m. Die Familien erhalten Informationen zur pädagogischen Arbeit und Zielsetzung der Kita und zum Alltag der betreffenden Gruppe. Gemeinsam wird der beste Weg zur Eingewöhnung des neuen Kindes gesucht. Ist die Eingewöhnungsphase beendet, laden die Erzieher/ innen zum abschließenden Eingewöhnungsgespräch ein. Eltern und Mitarbeitende ziehen gemeinsam ein Resümee vom Start des Kindes in der Kita und planen weitere Schritte zum Wohle des Kindes. Entwicklungsgespräche, in denen sich Eltern und Erzieher/innen über den aktuellen Entwicklungsstand des Kindes austauschen, finden mindestens einmal jährlich statt. Die Mitarbeitenden wie auch die Leiterin sind nach Terminabsprache, jederzeit bereit zusätzliche Gespräche zu führen, Beratung und Unterstützung zu geben.

24

25

10.

Zusammenarbeit der Mitarbeitenden

Zweimal jährlich finden in den Gruppen Elternversammlungen statt. Die Eltern erhalten Informationen zur Gruppensituation und gemeinsam werden pädagogische Themen und Zielsetzungen besprochen. Während des ersten Elternabends im Kita-Jahr (vom 01.08. bis zum 31.07. des folgenden Jahres) wählen die Eltern jeder Gruppe zwei Elternvertreter/innen. Sie sind die Ansprechpartner/innen und Vertreter/innen der Interessen der Eltern und Bindeglied zwischen der Elternschaft und den Mitarbeitenden der Kita. Die Elternvertreter/innen wählen aus ihrer Mitte drei Mitglieder für den Kita-Beirat. Der Beirat ist paritätisch aus Eltern, Erzieher/innen und Trägervertreten zusammengesetzt. Er wirkt bei wesentlichen inhaltlichen und organisatorischen Entscheidungen der Kita mit. Der Beirat tagt zweimal im Jahr. Konstruktive Kritik - sowohl im positiven wie auch im negativen Sinne - ist eine wichtige Rückmeldung über unsere Arbeit und deren Qualität. Beschwerden werden nach einem festgelegten Verfahren bearbeitet. Beschweren können sich alle Personen, die für das Kind verantwortlich oder mitverantwortlich sind und jede Beschwerde ist zulässig. Alle Mitarbeitenden können Beschwerden annehmen und kümmern sich um deren Bearbeitung. Beschwerden werden schriftlich in einem speziellen Formular, das in den Gruppen und im Büro erhältlich ist, dokumentiert. Beschwerden werden zeitnah bearbeitet und grundsätzlich vertraulich behandelt.

26

Die Kita St. Johannes hat 15 Mitarbeitende. 13 pädagogische Fachkräfte betreuen die Kinder in fünf Gruppen, zwei von ihnen sind Vertretungskräfte für Vor- und Nachbereitungszeiten und für Urlaubs- und Krankheitstage der Erzieher/innen. Eine Hauswirtschaftlerin erledigt alle Aufgaben rund um die Küche. Die Kita-Leiterin ist für die Sicherstellung der pädagogischen Arbeit, für Personalentwicklung, Verwaltung und Organisation der Kita verantwortlich. Die Kooperation und der Austausch der Mitarbeitenden sind für die pädagogische und organisatorische Arbeit in der Kita unerlässlich. Während der gemeinsamen wöchentlichen Vor- und Nachbereitungszeiten der Gruppen-Teams werden zukünftige Projekte und Angebote geplant, schon Stattgefundenes wird gemeinsam reflektiert. Im kollegialen Austausch besprechen die Kollegen/innen, welche Entwicklungsschritte das einzelne Kind gemacht hat und welche weiteren Ziele sie anstreben möchten. Regelmäßige Teambesprechungen zur aktuellen Gruppensituation finden mit und ohne die Leiterin statt. Im 14-Tägigen Rhythmus treffen sich die pädagogischen Fachkräfte zur Dienstbesprechung. Sie dient der Planung und Weiterentwicklung der pädagogischen und konzeptionellen Arbeit, der Organisation von Abläufen und Strukturen im Kita-Alltag und dem Austausch von gruppen- und altersspezifischen Aspekten. Einmal im Monat findet eine Dienstbesprechung für Kita-Leiter/ 27

Lernen

innen mit den zuständigen Regionalleitungen des Trägers statt. Hier werden Informationen zu neuen Gesetzen und Verordnungen weitergegeben, es werden Neuigkeiten aus den Kitas ausgetauscht und pädagogische Themen bearbeitet. Für Krippen- und Elementarerzieher/innen aller Kindertageseinrichtungen des Verbandes bieten die Fachberater/innen des Trägers Qualitätszirkel an. Je eine Erzieher/in aus der jeweiligen Gruppe nimmt regelmäßig an diesen Arbeitstreffen teil. Das Mitarbeiter- bzw. Jahreszielgespräch findet jährlich mit jedem Mitarbeitenden und der Kita-Leitung statt. Es dient der Reflexion, Förderung, Motivation und der individuellen Zielsetzung für das kommende Jahr. Die Kita-Leitung führt ihr Jahreszielgespräch mit dem zuständigen Regionalleiter des Trägers. Fortbildungen, Fach-und Studientage werden von allen Mitarbeitenden zur Weiterbildung und Qualifikation besucht. Unsere Betriebsfeiern und der jährliche Betriebsausflug geben uns Gelegenheit, das Miteinander in alltagsferner Umgebung zu stärken und zu pflegen.

mit Kopf, Herz und Hand

Célestin Freinet

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Krippen St. Johannes

11.

Grundlagen und Ziele der pädagogischen Arbeit

In unseren beiden Krippengruppen betreuen wir die jüngsten Kinder der Kita. Damit sie sich im Alltag der Kita wohlfühlen und entwickeln können, brauchen sie im besonderen Maß die Nähe und die Zuwendung ihrer Erzieher/innen. Durch die behutsame Eingewöhnung baut sich eine sichere Bindung zwischen Kind und Mitarbeitenden auf. Sie ist die Grundlage eines gelingenden Miteinanders in der Kita. Jedes Kind ist einzigartig. Wir achten diese Einzigartigkeit und geben jedem Jungen und jedem Mädchen die Zeit, den Raum und die Möglichkeiten, sich in der Sicherheit und Geborgenheit der Gruppe zu entwickeln. Durch den engen und vertrauensvollen Austausch mit den Eltern, kennen die Erzieher/innen die individuellen Bedürfnisse und den persönlichen Rhythmus jedes Kindes. Sie gehen umsichtig und liebevoll darauf ein und achten bei der Gestaltung des Tages auf die Anliegen des einzelnen Kindes.

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12.

Inhalte und Praxis

12.1 Eingewöhnung

(siehe auch Konzeption Seite 21)

Mit der Aufnahme in die Kita machen die Kinder die ersten Schritte in eine neue Lebens- und Erfahrungswelt. Um den Kindern, wie auch ihren Eltern, diese Schritte zu erleichtern, gestalten wir die Eingewöhnung der Kinder sehr behutsam. Wir arbeiten nach dem „Berliner Eingewöhnungsmodell“, das in den 1980er Jahren zur Eingewöhnung von Kleinkindern in Krippengruppen entwickelt wurde. Im Erstgespräch, in dem Bedeutung und Ablauf der Eingewöhnung besprochen werden, lernen die Eltern ihre Eingewöhnungserzieher/in kennen, sie wird Eltern und Kind als Bezugserzieher/in begleiten. Die Eltern geben der Erzieher/in wichtige Hinweise auf Vorlieben und Abneigungen ihres Kindes, auf bestimmte Rituale, die ihr Kind zum Wohlfühlen braucht und auf Gegenstände, wie z.B. Kuscheltiere, die dem Kind Sicherheit geben. Das Modell ist in drei Phasen gegliedert. Während der Grundphase lernt das Kind in seinem persönlichen Tempo die Erzieher/in und die Gegebenheiten im Gruppenraum gemeinsam mit einem Elternteil (Bezugsperson) kennen. In der zweiten Phase verlässt die Bezugsperson kurz den Gruppenraum. Kann das Kind gut mit dieser Trennung umgehen, werden die Zeiträume, in denen es alleine mit seiner Bezugserzieher/in ist, erweitert. In der dritten Phase kann sich das Kind schon gut lösen und die Bezugsperson kann die Kita für einige Zeit verlassen. Nachdem sich das Kind voll in den Kita-Alltag eingelebt hat, findet das 31

abschließende Eingewöhnungsgespräch statt. Insgesamt sollten Eltern mit einer Eingewöhnungsdauer von vier Wochen rechnen. Es ist uns wichtig, dass für die Kinder keine Brüche durch Gruppenwechsel stattfinden. Den Übergang der Kinder vom Krippen- in den Elementarbereich gestalten wir fließend. Ca. sechs Wochen vor dem Gruppenwechsel beginnt die Eingewöhnung in die neue Gruppe. Die Bezugserzieher/in aus der Krippe und das Kind besuchen in regelmäßigen Abständen den Elementarbereich. Das Kind hat so die Möglichkeit Kinder, Erzieher/innen, Gruppenräume und Abläufe in der neuen Gruppe allmählich und in Begleitung seiner vertrauten Erzieher/in kennen zu lernen. Mit dem Abschiedsfest und der Übergabe des Portfolios endet die Zeit als Krippenkind.

12.2. Übergänge Übergangsphasen finden jeden Tag in der Bring- und Abholsituation statt. Die Kinder wechseln zwischen den Lebenswelten der Familie und der Kita. Die Erzieher/innen wissen um diese besonderen Situationen im Tagesablauf. So wird jedes Kind und dessen Eltern freundlich willkommen geheißen. Ein kurzer Austausch mit den Eltern informiert die Mitarbeitenden z.B. über die Befindlichkeit des Kindes, wie lange es geschlafen hat und Ähnliches. Viele Kinder entwickeln individuelle Abschiedsrituale, wie das Winken am Fenster oder das „Raus schubsen“ der Eltern. Die Erzieher/innen unterstützen das Kind dabei und schaffen die entsprechenden Möglichkeiten. In der Abholphase wird Eltern und Kindern Zeit und Gelegenheit gegeben, sich wieder aufeinander einzustellen. In einem kurzen „Tür- und Angelgespräch“ informieren die Mitarbeitenden die Eltern über den Verlauf des Tages oder besondere Vorkommnisse. Kinder, die auch den Früh- oder Spätdienst besuchen, lernen schon während der Eingewöhnungsphase die entsprechenden Kolleginnen kennen und werden behutsam an diese Situationen herangeführt. In der Regel betreut je eine Erzieher/in aus dem Krippenteam den Früh- bzw. den Spätdienst. 32

12.3. Austausch mit dem Kind Mit der Geburt beginnen Kinder aktiv zu kommunizieren. Sie nehmen Kontakt zu ihren nahen Menschen auf und treten mit ihnen in Austausch. Dieser ist die Basis für eine sichere Bindung an die Bezugspersonen und für alle weiteren Entwicklungs- und Bildungsprozesse. Der Austausch zwischen den pädagogischen Fachkräften und den Kindern findet auf vielfältige Art und Weise im verbalen wie im nonverbalen Bereich statt. Der Austausch der Blicke ist der erste Schritt zur Kontaktaufnahme. Die Erzieher/innen in den Krippen begleiten sprachlich den Alltag, bzw. ihre Handlungen, so dass sich die Kinder schon früh an den Klang und den Rhythmus der Sprache gewöhnen können. Die gesprochenen Worte werden mit Gesten und entsprechender Mimik begleitet. Gestik, Mimik, Sprache Die Mitarbeitenden gehen auf Gestik, Mimik und Sprache der Kinder ein. Sie drücken durch die Wiederholung der Laute ihre Wertschätzung aus und ermuntern die Kinder so zum Lautieren und Sprechen. Viele Situationen im Tagesablauf sind durch den Austausch zwischen Erzieher/in und Kind geprägt, wie beispielsweise das Ankommen der Kinder in der Kita, die gemeinsamen Mahlzeiten, der Morgenkreis, das Wickeln, das Schlafenlegen, Spielsituationen und vieles mehr. Durch die Raumgestaltung und die Auswahl des Spielzeugs werden sprachanregende Impulse gesetzt. Wie alle Gruppenräume sind auch die Krippen in unterschiedliche Funktions- und Rollenspielbereiche aufgeteilt, Foto- und Tastwände sind in Kinderhöhe angebracht. Das Spielzeug, die Bilderbücher und anderes Material sind für die Kinder jederzeit zugänglich und werden mit und ohne Begleitung einer Erzieher/in genutzt. 33

12.4. Spielen und Entdecken Spielend lernen – Spielen von Anfang an. Schon Babys entdecken spielend und mit allen Sinnen ihre Umgebung und freuen sich über spielerische Beschäftigungen. Spielen bedeutet für Kinder immer auch Lernen. Sie setzen sich im Spiel mit ihrer Umwelt auseinander, verarbeiten Erlebtes und probieren Neues aus, schlüpfen in andere Rollen und vieles mehr. Im Spiel entwickeln Kinder soziale, geistige und motorische Kompetenzen, Ausdauer und Konzentration werden gestärkt. Zeit und Raum zum Spielen, Entdecken und Forschen Wir geben den Kindern Zeit und Raum zum Spielen, Entdecken und Forschen. Uns ist es wichtig, dass sie Spaß und Freude in ihrem Handeln erleben, denn das ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Entwicklung. Im Tagesablauf wechseln sich Phasen des Freispieles und des angeleiteten Spielens ab. Während des Freispiels wählen sich die Kinder ihr Spielzeug, den Spielpartner und den Spielort im Raum selber aus. Das Spielzeug ist den Kindern frei zugänglich. Je nach Alter, Entwicklungsstand und Interesse der Kinder tauschen es die Erzieher/innen aus, um das Angebot an Materialien überschaubar zu halten. In den angeleiteten Spielsituationen setzen die Erzieher/innen Impulse und geben Anregungen, um z.B. das Gemeinschaftsgefühl der Gruppe zu stärken oder die Fähigkeiten der Kinder zu fördern. Die Angebote und Projekte im Krippenbereich orientieren sich an den Bildungsleitlinien Schleswig-Holsteins.

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12.5. Essen und Trinken Jedes Kind kommt mit seinen individuellen Essgewohnheiten und Bedürfnissen in die Krippe. Im Austausch mit den Eltern erfahren die Erzieher/innen Einzelheiten über das Ess- und Trinkverhalten des Kindes und über mögliche Lebensmittelunverträglichkeiten. Diese Informationen bilden die Grundlage für die Gestaltung der Mahlzeiten. Gegen Ende des ersten Lebensjahres beginnen die meisten Kinder „Normalkost“ zu essen. Sie möchten nun auch nicht mehr gefüttert werden, sondern wollen eigenständig die Nahrung mit dem Löffel in den Mund befördern. Die Erzieher/innen unterstützen diesen Entwicklungsschritt, geben nur so lange wie nötig Hilfestellung. Mit zunehmendem Alter werden die Kinder immer selbstständiger. Sie füllen sich die Speisen selber auf den Teller und schenken sich die Getränke ein. Dadurch lernen sie allmählich, ihre Portion angemessen einzuteilen. Auch bei der Vorbereitung der Mahlzeiten übernehmen die Kinder zunehmend Aufgaben, wie z.B. den Tisch zu decken und abzuräumen. Das Besteck und Geschirr wird dem Entwicklungsstand der Kinder angepasst. Essen und Trinken sind neben der Befriedigung von Grundbedürfnissen sinnliche Erlebnisse. Es ist wichtig, dass diese Momente in einem angenehmen Rahmen stattfinden. Jedes Kind hat ausreichend Zeit, um in seinem Tempo seine Mahlzeit zu essen. Wenn es etwas nicht mag oder satt ist, braucht es nicht weiter zu essen. Das Essen in der Gemeinschaft bringt Spaß und bietet viel Raum für Kommunikation. Rituale leiten die Mahlzeiten ein. Es wird z.B. ein Tischgebet/-spruch aufgesagt, eine Kerze angezündet oder ein Lied gesungen. Der abwechslungsreiche Speiseplan erlaubt es den Kindern, unterschiedliche Geschmackrichtungen zu erleben.

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12.6. Ruhe finden und Schlafen Kleine Kinder brauchen im Laufe des Tages ganz individuell kleinere und größere Ruhepausen, um sich dann wieder mit Elan auf neue Erlebnis- und Entdeckungstouren zu machen. Im Erstgespräch mit den Eltern erfragen die Erzieher/innen die Schlaf- und Ruhegewohnheiten des Kindes: wann schläft es, welche Kuscheltiere nimmt es mit ins Bett, welche Rituale finden vor dem Einschlafen statt? Die Erzieher/innen berücksichtigen die individuellen Bedürfnisse jedes Kindes, es kann so im vertrauten Rahmen seine Ruhe- und Schlafphasen finden. Begleitet werden die Kinder beim Einschlafen durch die Erzieher/ innen. Jedes Kind hat seinen eigenen Schlafplatz im Schlafraum mit Matratze und Bettzeug. Täglich wiederkehrende Abläufe vor und nach dem Schlafengehen, wie das Wickeln, Essen, Aus- und Anziehen, erleichtern es den Kindern, einen Rhythmus und auch Sicherheit zu finden. Zur Anlehnung an häusliche Gewohnheiten kommen auch gruppeninterne Rituale zur Einleitung der Schlafphase. Es wird z.B. eine Geschichte erzählt, ein bestimmtes Fingerspiel gespielt oder Entspannungsmusik gehört. Ältere Kinder, die tagsüber nicht mehr schlafen können, bleiben während der Mittagsruhe im Gruppenraum. Auch sie erleben diese Zeit als Ruhephase, in der keine speziellen Angebote gemacht werden. Im Tagesablauf achten die Erzieher/innen darauf, dass sich Spannungs- und Entspannungsphasen abwechseln. In jedem Gruppenraum gibt es die Möglichkeiten, sich in Kuschelecken, Höhlen und Körbchen zurückzuziehen, um dem Ruhebedürfnis nachzukommen.

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12.7. Körperbewusstsein und Sauberkeitsentwicklung Fast alle Krippenkinder sind zu Beginn ihrer Kita-Zeit noch „Windelkinder“, dies entspricht dem körperlichen Entwicklungsstand der Kinder. Die Erzieher/innen nutzen die Wickelsituationen als Momente der intensiven Beziehungspflege. Eine entspannte und angenehme Atmosphäre unterstützt diesen vertrauensvollen Augenblick. In der Regel wählt sich das Kind die Erzieher/in aus, die es wickeln darf. Sie geht individuell und liebevoll auf die Bedürfnisse des Kindes ein. Das Wickeln verändert sich mit der Entwicklung des Kindes. Es lernt selbständig auf den Wickeltisch zu klettern, es unterstützt die Erzieher/in indem es z.B. den Po hebt, die Windel entfaltet oder Pflegeprodukte reicht, manche Kinder bevorzugen den Windelwechsel im Stehen. Die Erzieher/innen begleiten die Kinder auf ihrem Weg zum Trockenwerden. Den älteren Kindern bieten sie die Benutzung der Toilette an. Die Erzieher/innen üben keinen Druck auf die Kinder aus, sie können entscheiden, wann sie sich auf die Toilette setzen möchten. Fotos neben der Toilette zeigen den Kindern vom Herunterziehen der Hose bis zum Abspülen das Benutzen der Toilette. In der Krippe gehören Spiele und Angebote, die die Wahrnehmung des eigenen Körpers fördern zum Alltag. Dazu zählt z.B. das Planschen mit und ohne Spielzeug, das Hantieren mit Creme oder Rasierschaum, das Ausprobieren unterschiedlich weicher Bürsten und Massagebällen. Anreize im taktilen Bereich bieten beispielsweise mit unterschiedlichen Materialien gefüllte Wannen und Schüsseln. An hygienische Maßnahmen wie Hände und Gesicht waschen werden die Kinder allmählich herangeführt. Neben der Anleitung und Begleitung durch die Erzieher/innen, können die Kinder die einzelnen Stationen des Ablaufes anhand von Fotos am Waschbecken nachvollziehen.

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13.

Religionspädagogik

Religiöse Begleitung ist kein Teilbereich der Erziehung, sondern zieht sich als Haltung durch alle Lebensbereiche. In unseren täglichen Abläufen erleben die Kinder Verlässlichkeit und Vertrauen, Wertschätzung und Annahme, Fürsorge und Geborgenheit, sie werden als individuelle Geschöpfe Gottes angesehen. Die Erzieher/innen geben den Kindern durch ihre Haltung Orientierung und vermitteln so christliche Grundgedanken wie Nächstenliebe und die Einmaligkeit der Schöpfung. Im Zusammenleben in der Gruppe erfahren die Kinder den wertschätzenden Umgang miteinander, sie können christliche Werte und Normen kennenlernen und erproben. Auch im Krippenbereich nutzen die Erzieher/innen Bilder und Figuren, Lieder, Gebete und Sprüche, um die Kinder an religiöse Themen und Inhalte heranzuführen. Uns ist es wichtig, dass sich die Krippenkinder als Teil der Gemeinschaft aller Kinder in der Kita erleben können. Sie nehmen selbstverständlich am Morgenkreis und den Andachten mit dem Gemeindepastor und dem Organisten teil. Zur Bibelwoche sind auch Eltern herzlich eingeladen.

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14.

Raumgestaltung

Die Gruppen- und Nebenräume der Kita stellen wichtige Entwicklungsorte für die Kinder dar. Die Gruppenräume unserer Krippen sind lichtdurchflutet und in freundlichen Farben gestaltet. Das Mobiliar entspricht dem Alter und dem Entwicklungsstand der Kinder. Beide Gruppeneinheiten sind unterschiedlich gestaltet und bieten den Kindern verschiedene Möglichkeiten. Abgegrenzte Bereiche teilen die Räume in unterschiedliche Funktionsecken ein, wie die Bücherecke mit Bilderbüchern, Themenecken, in denen die Kinder Materialien zum aktuellen Gruppenthema finden, Kuschelecken und Höhlen, in die sie sich zurückziehen können. In den Rollenspielbereichen spielen die Kinder mit Gegenständen aus dem Haushalt tägliche Situationen nach, am Atelierwagen werden sie kreativ und gestalterisch tätig. Verschiedene Angebote wie Stufen, schiefe Ebenen, Rutschen und Tunnel laden die Kinder zu motorischen Aktivitäten ein. Die Fühl-Wände und die Tast-Stationen aus unterschiedlichen Materialien setzen Impulse zur Sinneswahrnehmung. Die Spielsachen sind für die Kinder selbständig zu erreichen. Sie werden je nach Alter und Entwicklungsstand der Kinder bereitgestellt bzw. ausgetauscht. Die beiden Schlafräume grenzen an die jeweilige Gruppeneinheit und sind zusätzlich durch eine Tür verbunden. Sie können auch als Nebenräume genutzt werden. Der Sanitärbereich ist von beiden Gruppen aus zugänglich. Auf den Wickeltisch mit zwei Wickelplätzen können ältere Kinder selbständig über Stufen klettern. Große Fenster ermöglichen den Einblick in die Schlaf- und Gruppenräume. Kinder, die keine Windeln mehr tragen, können eine Mini- und eine abgetrennte Kindertoilette benutzen. 39

An den Kinderwaschbecken üben die Kinder sich selbständig zu waschen, in der Duschwanne ist ausgiebiges Planschen möglich. Unser Bewegungsraum, der mit verschiedenen Geräten und Schaukelmöglichkeiten ausgestattet ist, wird auch von den Krippenkindern genutzt. Die Erzieher/innen machen hier gezielte motorische Angebote, Bewegungs-, Tanz- und Kreisspiele. Der Spielplatz ist so gestaltet, dass unsere Kleinsten ihre Spielgeräte und -möglichkeiten in der Nähe des Hauses finden. Den Kindern steht ein gr0ßes Sortiment an Sandspielsachen und altersgerechten Fahrzeugen zur Verfügung.

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15.

Beobachtung und Dokumentation

(siehe auch Konzeption Seite 23) Wie in allen anderen Gruppen der Kita wird auch in unseren Krippen nach dem Prinzip der „Bildungs- und Lerngeschichten“ gearbeitet. Durch die regelmäßigen Beobachtungen und deren stärkeorientierte Auswertungen, bekommen die Erzieher/innen einen Überblick über den aktuellen Entwicklungsstand und die Interessen jedes Kindes. So können sie ihre pädagogische Arbeit zielgerichtet der augenblicklichen Situation des einzelnen Kindes und der der Gruppe anpassen. Einmal im Jahr wird anhand der Beobachtungen und Auswertungen eine Lerngeschichte für jedes Kind geschrieben. Sie wird im Portfolio des Kindes abgeheftet. Jedes Kind hat sein eigenes Portfolio. Hier werden die Eingewöhnung und Entwicklung und besondere Augenblicke im Kita-Alltag, vor allem anhand von Fotos und Fotogeschichten dokumentiert. Auch kreative Arbeiten und Ähnliches finden ihren Platz im Portfolio. Die Kinder arbeiten, je nach Alter, gemeinsam mit den Erzieher/innen an der Gestaltung ihres Portfolios. Weitere Dokumentationen des Gruppengeschehens finden Eltern und Interessierte an den Pinnwänden im Flurbereich und durch Wandzeitungen und digitale Bilderrahmen in den Gruppenräumen. Alle datenschutzrelevanten Unterlagen werden vertraulich behandelt und sind für Dritte nicht zugänglich.

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16.

Wenn du ein

Zusammenarbeit mit Familien

Kind siehst,

(siehe auch Konzeption Seite 25) Vertrauensvoller und regelmäßiger Austausch zwischen Eltern und Erzieher/innen ist die Basis für die gelingende Zusammenarbeit zum Wohle der Kinder. Die Erzieher/innen sehen die Eltern als „Experten“ für ihre Kinder, Ideen und Anregungen werden gerne aufgenommen und im Rahmen der Möglichkeiten umgesetzt. Zum täglichen Austausch gehören sogenannte „Tür- und Angelgespräche“ in der Bring- bzw. Abholsituation. Hier geben sich Eltern und Erzieher/innen kurze Informationen über die Verfassung des Kindes, über den Tagesverlauf und besondere Vorkommnisse. Die Erzieher/innen können sich so ein besseres Bild über das Verhalten des Kindes machen und die Eltern wissen, was ihr Kind während ihrer Abwesenheit in der Kita erlebt hat. Jede Kita-Gruppe hat ihr eigenes Telefon mit direkter Durchwahlnummer, so dass sich Eltern und Erzieher/innen auch auf diesem Wege verständigen können. Eltern- und Entwicklungsgespräche finden ein bis zweimal im Jahr statt. Zusätzliche Gespräche und Beratungen sind nach Absprache jederzeit möglich. Zweimal jährlich finden Elternabende statt. Hier wird Aktuelles aus der Gruppe, wie auch pädagogische Themen besprochen. Gemeinsame Aktivitäten und Angebote für Eltern und Kinder werden von den gewählten Elternvertretern/innen und den Erzieher/innen besprochen und geplant.

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hast du Gott auf frischer Tat entdeckt.

Martin Luther

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Zu Guter Letzt

18.

Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung

17.

Qualitätssicherung

Nach einem Beschluss des Verbandsausschusses vom April 2004, arbeiten die Kitas des Kirchengemeindeverbandes der Kindertagesstätten im ev. luth. Kirchenkreis Hamburg Ost, so auch die Kita St. Johannes, nach dem bundesweit anerkannten Qualitätsentwicklungssystem IQUE, integrierte Qualitäts- und Personalentwicklung. Qualitätsentwicklungssystem IQUE Fachkräfte aus Kitas, Trägervertreter und Eltern haben dazu Qualitätskriterien, sogenannte Leitsätze und Indikatoren, für Schlüsselsituationen erarbeitet. Wir setzen uns regelmäßig mit Leitsätzen und den Indikatoren auseinander und formulieren dazu Ziele. Nach Bestandsaufnahme und fachlicher Auseinandersetzung werden Qualitätsvereinbarungen getroffen. Diese werden nach einem festgelegten Zeitraum überprüft und evaluiert.

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Öffentlichkeitsarbeit in der Kita bedeutet in erster Linie die Information der Eltern. Auf unserer Pinnwand im Eingangsbereich stellt sich das KitaTeam vor und wir weisen Eltern und Besucher auf Aktuelles aus der Kita und auf Allgemeines hin. Über die täglichen Aktivitäten, Projekte und ähnliches werden die Eltern durch Fotodokumentationen und Hinweise an den Pinnwänden der Gruppen oder durch Elternbriefe informiert. Unsere Internetseite (www.kirche-geesthacht.de/kindertagesheime) und der Flyer geben Interessierten Auskünfte über unsere pädagogische Arbeit und unsere Angebote. Besondere Aktionen, wie der „Tag der offenen Tür“ oder der Flohmarkt, werden durch die lokale Presse und Aushänge im Stadtgebiet angekündigt. Die Kita St. Johannes ist eine von fünf Kindertagesstätten des Trägers und der Kirchengemeinde Geesthacht. Diese stehen in kontinuierlichem Austausch und enger Kooperation. Bei den regelmäßigen gemeinsamen Treffen mit dem zuständigen Trägervertreter werden neue gesetzliche Vorgaben besprochen, die Weiterentwicklung der pädagogischen Arbeit vorangetrieben und gemeinsame Vorhaben erarbeitet. Regelmäßige Zusammenkünfte finden auch mit den Verantwortlichen der Kirchengemeinde statt. Gemeinsame Projekte und Aktivitäten werden geplant und durchgeführt. Die Kita St. Johannes arbeitet im Verbund mit allen anderen Geesthachter Kindertageseinrichtungen zusammen. Mehrmals im Jahr finden Sitzungen statt, hier wird Aktuelles ausgetauscht, die Belegung der Kitas besprochen und der jährlich stattfindende „Geesthachter Fachtag“ für alle pädagogischen Fachkräfte der Kitas geplant und organisiert. Die Kita St. Johannes pflegt auch Kontakte zu anderen Institutionen der Stadt Geesthacht, wie der Bücherei, dem Museum, dem OberstadtTreff, der Feuerwehr und anderen. Die Kooperation mit der pädagogischen Frühförderung, der Erziehungsberatungsstelle, dem Gesundheitsamt und Kinderärzten dient dem Wohle von Kindern und Familien. 45

19.

Schlusswort

Unsere Konzeption ist als Leitfaden unserer pädagogischen Arbeit, deren Um- und Zielsetzungen zu betrachten. Sie vermittelt ein Bild der augenblicklichen Situation der Kita, den aktuellen Stand der Pädagogik und der bestehenden gesetzlichen Rahmenbedingungen. Die Konzeption ist nicht statisch zu sehen, sie ist genauso wie die Kinder in Bewegung und Entwicklung. Wir werden die Inhalte in regelmäßigen Abständen überprüfen und aktualisieren.

Die Welt entdecken, mit allen Sinnen erleben und spüren. Wie ein Detektiv den Dingen auf den Grund gehen und wie ein Forscher Zusammenhänge klären. Und schließlich dem Abenteuer Leben entgegentreten.

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Realisierung der Konzeption Text: Das Kita-Team | Fotos: Evangelische Kita St. Johannes, Gestaltung und Fotos: MediaService Katrin Krups

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TR ÄGER

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tel

Umschlag

Mit Gott groß werden.

Evangelische Kita St. Johannes Eichweg 4 21502 Geesthacht Telefon 04152 - 88 71 24 - 0 Fax 04152 - 88 71 24 - 9 [email protected] www.eva-kita.de Schutzgebühr: 3,00 €

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